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Pierer's
Universal⸗Cexikon
der Vergangenheit und Hegenwart
ober
Kenehtes enchelopädiihes Wörterbud
der Wiffenfchaften, Münfte und Gewerbe,
Bierte, umgearbeitete und ſtark vermehrte Auflage.
Sechſter Band.
Euroya — Gascogne.
Altenburg.
Berlagsbuhhandlung von DH. A. Vierer.
1888,
(@urope), 1) Tochter des Bhönir u. der
tr. dee Agencr u. der Telepbafle. Jene
naer Briefe in Bbänicien u. entfährte fie
a Ereta, mo fie durch ihn Mutter des
pet, Minos u. Earpetonmwurde. Später
ie ven Känig Aflerion von Kreta, wel»
Ztbrne erzog n. denſelben fein Reid,
Rach ıhrem Tote wurde fie von ben
Zelloris verebrt m. ihr das Feſt He⸗
et. u Sidon verehrte man auch eine
tion. rm. Aftarte. Spätere Dichtung
rs ientere feine Eöbne Kadmes, Pbönix,
bafcs au@, um bie E. entweder mieber
ed. nie wieter beimaufebren; ba ihnen
zeianz, ic blieben fie im Auslande m.
rer neuer Reihe. Epütere Auewan⸗
wurten mit Der ber @. in Verbindung
Bere Anriten frellen jenen Raub ter E.
Zedb:er des Titvos, non Boleiten Mut-
upbenes 8) Eine ter Gemahlinnen bes
ĩ. d.
a. Eianeteit, wurde am 4. Febr. 185%
ezriri: das Gouldſche Zeichen (m). Eeine
re swrhen tenen ter Doris n. Themie,
ere Entiernung ven der Eonne beträgt
u gerarapbiihe Meilen u. feine Umlaufs-
ne.te 5 Zabr 201 Tag.
a, 1) :2. Heegr.!, einer ber zmei, fpäter,
cher afs dritten Erdtheil fchied, einer
‚a A:ten befannten Erdtheile, u. zwar der
2. Der Name, melden Homer noch
‘, fenımt guerft kei Serobet u. in dem
n Homnus auf Apollon (Vers 251) vor,
ir Ten ganzen Erdtheil, fondern für das
zegennuberitegente Yand ven Thracien
eicrınnee Weber ter Name E. kommt,
eternidt, aber daß biefer Erdtheil, wie die
se, ren der Europa (j. d.) genannt wor⸗
treizet er mir Recht, da dieie Rbenizierin
em Feſtlande gelemmen iſt. Tie älteren
:n reellen ten Namen au von einen
sröpes, cd. ven Eurus, dem Südoeſtwinde,
‘se neueren baben ibn tbeil® aus ten Se⸗
Zzracen abgeleitet, namentlich ven dem
ı Ereb, d. i. Abend, alio nach Weſten ge⸗
ind, od von Ur appa, d. I. Yanb mit
adeiicht: theil® aus Lem Gricchiſchen, u.
xder ven srors U. arda, dab breite Yand,
sr; u. wir, alfo das breit anzufchauen
niihe Grenze gegen Afien wurde früher
» Ber Fluß Pbaſis, dann der Arayes u.
ihe Dieer, endlich Der Fluß Tanais u. Die
entis angenemmen; im Züten u. Weſten
emein Das Mittelmeer (Mare internum)
ınttiche Tcean (Oceanus, O. herperi-
re „tlanticum, M. magnum, M. ex-
ıle Grenzen, ob E. au im erben vem
enzt wurde, mußte man zur Seit Hero⸗
nit: denn was nörkli über Ibracien
kis auf Pelybies noch ganz unbelannt;
Ztrabos galt die Nord⸗ u. Oftiee ale
31: Werfen 4 Aufl. VL
Lee | — ————— © —
Grenze, u. erfi ſeit Plinius findet fich eine Anben-
tung von ber Skandinaviſchen Halbinſel u. eine®
nörblien Oceans (Geeanus septentrionalis,
O. arcticus, OÖ. hyperboreus, O. scythicns,
Mare concretum, M. mortuum). Die Größe
Er unte man wegen ter mangelbalten Kenntniß ber
nördlichen Theile von E. nicht beftimmen, bielt aber
tiefen Erbiheil lange für ben größten, u. zwar fo,
daß E. u Des nanzen Gontinents entbielte Die
Länge, von Weften nah Oſten, ichäpte Herodot,
welcher den Phaſis im Oſten ale Grenze annahm,
für gleich der von Aften u. Afrika zuſammengenom⸗
men; fpäter, da ter Tanais ale öſtliche Grenze
feſtgeſetzt wurde, nahm man als gerinzfies Daß
25,900, ale größtes 30,500 Stadien an. Die
Breite fellte von ber Südipige Italiens bi® zum
nörtlien Ocean angenommen 9200 Stadien, von
Parallel Durch Rhodos bis zu ber Grenze ber be-
wohnbaren @egenten 12,700 Stadien betragen.
€. galt den Alten zur Seit des Strabo als ein bis
auf einen geringen Theil im Norden bemebnbares,
zabireich benälferte®, gut bebautes, mit (Mebirgen n.
Thälern abwechſelndes, von vielen Auchten, Vor⸗
gebirgen u. Halbinſeln umgebenes Yant, das die
Euitur feiner Rewobner zu befördern vorzüglich
geeignet fer, reich an ben verfhietenartigften Pro-
ducien, bei. Dietallen u. Vieb, u. mit nur menig
milden Tbieren. Die Yänder, melde tie Alten in
GE. untericbieben, waren: Diipania ı \berin‘, Gallia
(KReltile, Galatia), Britannia (Albien u. Dibernia),
Germania, Vindelicia, Rbätiae, Noricum, Pan
nenia, Italia, Illyricum, (Bräcia Dellae u. Belo-
ponneice), Theſſalia, Macedenia, Thracia, Möfte,
Dacia, die Europäiſche Sarmatia. Große Inſeln
waren, außer Arttaunien, im Nerden Scandia u.
Die mytbiſche Thule, im Süden die Balearen, Corſica,
Dicilia, Sardinia, Creta, Eubẽa, die Aufladen x.
2) Previnz Tbraciens, |. d. Geſch.).
8) ın. Geogr. u. Ztat.), Erdtbeil in ter nörb-
lichen, beziebentlich Eftlichen Semilpbäre; rein geo»
graphiſch betrachtet, nur eine nordweſtliche Halbinſel
Aſiens, aber ſchon feit alter Zeit als ein einbeitlicher,
eograpbiſcher Begriff anerkannt. Wegünftigt durch
eine geographiſche Lage zwiſchen Aſien, Afrika u.
Amerika, ſowie durch fein glückliches Klima zwiſchen
der Polar» u. Trepenzone, iſt E., obgleich nächſt
Auſtralien der kleinſte, Doch in culturbiſtoriſcher u.
politiſcher Hinſicht der wichtigſte Erdtbeil u. übt
ale der eigentliche Mittelpuntt der Civiliſation u.
Des Weltverlebre in geiftiger wie in materieller Be-
ziebung unbedingt Den weientlichften Einfluß anf
die übrigen Erdtheile aus. Die ußerſten Punkte
fine: im N. das Nerdcap 71" 10 nördl. Ar. 43°
40° öſtl. v. ıwon Ferro): im S. Cap Tarifa (ſild⸗
lichſte Spißze von Spanien an der WMeerenge von
Gibraltar, 36° nördl. Ar. 12° 4° Mi. v.; im
DO. Die Mündung des Kariſchen Aufene (Rord⸗
oftfpite Bes Qurepäifben Rußlande), 60” 45°
nẽrdl. Br. 830 di. v.; un W. Cap la Reca (weſt⸗
lichſte Spitze der portugieſiſchen Previnz Eſtrema⸗
dura), 39° 40° nördl. Br. 80 9° cfll.Y. Die größte
1
2
Ausdehnung von NO. nah SW. (vom Kari⸗
ſchen Buſen bis zum Cap de St. Bincente [Süp-
weſiſpitze der portugiefiichen Provinz Algarve), 37°
10° nördl. Br. S° 36° öſtl. L. beträgt 750 Mei-
len, von N. nach S. (vom Norktcap bis zum Cap
Matapan Südſpitze der griecbiihen Halbinjel Mo⸗
real], 36° 22° mörbl. Br. 40° 9 öfll.L.) 522 DR,
die ſchmalſte Stelle zwijchen dem Meerbuſen von
Lyon (Mittelmeer) u. dem Biscayijhen Meerbufen
(Atlantifher Ocean) 56 Mi. Orenzen: im.
das Eidmeer mit bem Weißen Dieere, im O. Afien
u. das Kajpiiche Meer, im S. das Schwarze Dieer,
das Mittelmeer mit beren Meerbufen u. Meerengen,
im W. der Atlantifche Ocean mit dem Biscapiichen
Meerbufen u. feinen tief nach O. einfchneibenden
Armen, ber Nord» u. Oſtſee u. deren Meerengen
u. Meerbuſen. Gegen Afıen find bie Grenzen nicht
feft beftiunmt; gewöhnlich nimmt man im ©. bie
Mündung bes Uralftroms in das Kafpiiche Dieer
u. dann das ſich bis zum Karifchen Buſen nah N.
erſtreckende Uralgebirge dafür an. In diefer Aus⸗
dehnung umfaßt E. einen Geſammtflächenraum
von ungefähr 170,000 O. M., wovon auf den eigent-
lichen, in Form eines Dreiecks zwiſchen dem Bis⸗
cayiſchen Meerbuſen, dem Kaſpiſchen Meer u. dem
Kariſchen Meerbuſen gelegenen Continent 121,500
QOM., auf die Halbinſeln (wovon Die bedeutendſien:
Schweden mit Norwegen, Spanien mit Portugal,
Italien u. Griechenland) 39,500 OM. u. auf die
Inſeln (einſchließlichI 8lands) etmas ilter 40H COM.
lommen; mitbin umfaßt E. ungefäbr 7 Procent ber
2,463,000 OM. einnehmenden gejanımten Land—
oberflädhe ber Erde.
Horizontale Gliederung. C. verfdana-
lert ſich mit zwei großen Einſchnürungen ſtark
nach W., ſo daß es als eine Halbinſel von Aſien,
mit der größten Ausdehnung von SW. nach NO.,
750 Meilen lang, erſcheint ır. fein Stamm bie
Geftalt eines Dreieds bat, deſſen Eden in ben
Spitzen des Biscayiichen Dieeres, des Karifchen u.
Aowichen Meeres liegen, u. deſſen kürzefte Seite
(360 Meilen) bie continentale Grenze Aftens ift,
während bie längfte (650 Meilen) tem Norbatlan-
tiichen Oceane u. deſſen Gliebern, die mittlere
435 Meilen) Dem Mittelmeere zugekehrt ift. Dieſes
Dreied enthält etma 120,000 OM., u. auf bie
Glieder, bie Halbinfeln, lommen gegen 40,000 OM.,
jo daß Demnach das Verbältnig Der Gliederung zum
Stamm wie 1:3 ift, das glüdlichfte, welches auf
ter Erbe ftattfindet. Auf Drei Seiten it E. vom
Deere umgeben; nur ber Often entbehrt größten»
tbeild bes Meeres, Daher dieſe Zeite auch Die dilrf-
tigfte iR. Sm Polarmeere dringt das Weiße Meer
in ben Erdtheil ein; in Der gemäßigten Zone ge-
legen, wurde ſeine Küſte noch eine Anfietelung euro-
päticher Cultur. Biel mehr gegliedert ift ber Atlan⸗
tiihe TCcean: Die Nordſee 112,000 GI.) mit drei
Straßen in den ofienen Tcean u. Brei in bie Tftjee
6409 SM.) Die letztere, ein feſt geichlefienes
Binnenmeer mit parallelen Küflen, gewährt bem
Korven E-8 eine eigentbiimlihe Gliederung u.
wurde mit ibren bebententen Strömen ven großer
Wichtigkeit für Handel u. Gefittung. Tas Piittel-
meer (47,50U DOM.) endlich, nur durch eine 3 Dit.
hreite Strafe mir tem Oceane verbunten u. zwiſchen
tbeile geftellt, gliedert E. jebr bedeutend n.
H tie ſüdlichen Halbinſeln in mehrere
heilt, deren Wichtigkeit Durch Die zabl-
— — — — — — ee — — — — — — — —— —
"Europa (Geogr. u. Statift.)
reihen Inſeln noch erböbt wird; es verei
drei Erbtbeile n. feine Küftenländer bilten
fondere Welt, deren Schauplatz die griec
römische Geſchichte geweſen ift. Durch dief
ergibt fich eine Küftenlänge von 4300 Mei
ITOM. Flächeninhalt 1 Meile Küfte; da
bält E. kein großes Binnenlaub (Deutid
zwiichen dem Zuyderſee od. ber Eminemünt:
u. dem Bufen von Triefi nur 125 Deeilei
u. jelbft die am ungünftigften gelegenen
Gegenden find von den Verkehre mit ten
nicht ausgeihloffen. Bon jener Küftenlän
men nur 780 Meilen auf Das unmirtbbare C
Dagegen 1820 auf ben Atlantiichen Ocean
Ofifee u. 1700 auf das Dlittelineer. Du
Meere werden 12 mannichfach geftaltete, m
ugänglihe Halbinfeln gebildet, melde
einer maritimen Seite umlagern. Von ihne
fünf (Kanin, Kola, Standinavien, Schleen
land, Northolland) auf der Nordſeite, dre
mandie, Bretagne, Pyrenäiſche Halbinfel)
Weſtſeite, vier (Italien, Iftrien, Griechiid
infel, Krim) auf der Süpjeite. Die auf |
den legten Seiten find Die bebeutentiten.
ben unwirthbaren Norden find nur zweing
Halbinjeln gerichtet; bie bebeutendfte nördlid
fih nah Süden; bie beiden anderen liegen
ber Wefthälfte, jo daß auch hier E. durch Fi
hochbegünſtigt ericheint, indem nur ein ı
Theil buch Nortrichtung verloren gebt
Theil feiner Küfte von dem Berfebre u. ver
ausgejchloffen ift. Dies günmige Werbäli
Kilftengltederintg wird erböbt Durch Die zal
Inſelu, weiche, etwa 9000 CM. groß,
Flächenraums tes ganzen Erdtbeils ent
nicht weit zerſtreut, ſondern in ber Näbe &
landes liegen, bafjelbe kranzförmig unigebı
Wechſelwirkung mit ibm fteben, fo daß
Centralijation ver Cultur geftatten u. bie E
tung erhöben.
ine gleihe Mannigfaltigkeit entmid
verticale Slikderung E⸗s. Im A
nen entfpricht bie verticale Gliederung bi
zontalen: Dem vichgegliederten Südweſt
ſpricht bie reiche Abwechſelung, Dein in beri
Hinſicht einförinigen, wenig gegliederten T
Einförmigteit ber verticalen Öliererung. Al
infeln, mit Ausnahme der nach Morten ger
find größtentheils Gebirgsland, ekenje Die
ber continentale Stamm Dagegen beitebt be
ten Theile nah aus Tieflant. Das Ti
(120,000 DM.) berricht über das Gebirg
(50,000 CM.) ın dem Berbälmiß von 5
eigentlichen, im bijtoriichen E., mit Ausſch
dein einförmigen, anch in feiner Entwideln
näber ſtehenden Rußland, herrſcht jetech t
birgsland ver in dem Berbältnijle wie 3 :.
beiden Hauptformen liegen neben einand
norbäftlihe Tieſland u. Das ſüdweſtliche €
land zu beiten Zeiten der ben Erdtheil vo
öften nach Nordweſten burcziebenten €
diagonale (Kaulaſus, Narpatben, Serc
Bergipftem). Doch ijt die Vertbeilung nicht
artig, Der Gegeniag hat nichts Grelles
ſchließendes, es findet cine lebbafte Durchd
ber formen ftatt, auch tie Ebene enthält H
innerhalb des Hochlandes finden fich Häuf
länder, melde tuffelbe vielfach unterbrech
Garopa (Serge. n.. Cruik)
* ——— ga —— ee ee
Herrn gſten
Einfinfle ; by 9 — ‚ Gebirgsland, GR
burd da & Nlpenipkem, mit ber
Maunigfaltigleit, daher eine bebrutende eige:
thümlicder Yänber u. Gtaaten, in Geographie
tral- a Hi — *
ral⸗Ho ie
tm Weßen wegen ber Gon- | rien, Steyerma rt, erreih); bb) das Int
une 15 Meilen | Hod-@. (Ungarn, iebenbürgen u.
der uordaflati- | mit Spuren tes afiatifchen Sharaftere (Einförm
jr
!
-
et
j
Etzypesmwelt =. erinnert au baffelbe burch feine | ber Debirge u. Ebene, Steppen); tem unabhä
*F
Cimye, Beräße, Ganbflähen u. Haideſtreden. Staat, verfehieberartige Bölter ; ce) das mittiei
Dh in es ber Guitur geöffnet, ia bildet ſeibfi Hoch⸗ ‚GC. (Deutſchland mit Ausnahme ber ſchon
Seuptfige R der Often, der no) un- | nannten Theile, Belgien u. —
ir den Gmuiufle NRebt, if vermöge feiner | Diannigfaltigfeit her Yilbungen, Alpen, Ooche
tctenktuung m. Mimatiihen Weltfielung | Mittelgebirge u. Tiefland umfaflend, — *
ber — — zerfplitert; der Lage, Belchaffenheit u. Geſchi
ındig a. unfenteber, daun aber ergiebig u nah der Mittelpunkt &-s: dd) das N,
Cceane yı „iM ſehr — — Acht Hoch⸗E., Frankreich, gegen Weften u. ben Dce
des nach Norden gerichteten | gefebrt. AX-TTY E. aus den füblichen Helbinfe
Civechms ©6 2. Bilbet ein nothwenbiges Ver⸗ beſtehend, vereinigt bie Nlimatiichen Vortheile d
liadragegtich dem Hochland einer- u. dem | heißen u. gemäßigten Zone obne die Nachtheile ix
Chen u. Dem anbererfeite. Das Gebirge- | ter; daher der Eburalter Harmenie, Schönbeit
und ven ‚welches, außerhalb tes Voefle, baber bier unter afiatifchem u. afrifanifche
bichfter rtels der alten Welt ge | Einfluffe eine frühe Kulturentmidelung u. dur
kgen, aur r m. vierter Mafle nah» | die leichten Berlebremittel ſowohl unter *
Mittelpuntt in den Alpen, | als mit tem Ganzen höchſt vortbeilhafte
freiiehenben Beni a mit einer wier- | wirkung auf Hoch⸗E.: @riechenland, bie a au
Ebenen Dentichlanks | Halbinſel, zuerſt bie Cultur von Aflen nach ©. ve
w. Ungarns. Zrot ber | pflanzend; Italien, die eurcpäifche ——— a
fremyenben Ketten berricht | wenigſten nach Süden, am meiſien in ben Gon!
mbei vb bie großen u. tiefen | nent einbringen, Daher in feiner Mittelſtell un
liegeachãter, die bequemen Paãfſfe u. das Zuſam | zur frühen Herrichait über das Game berufen
Die leichte Berkindung der Haupttbä- | Iberien, bie Airikaniſche u. Oceaniſche Halbinf
H
:
a
j
Inn
in
ke m ©r GBettibarkt. Daburh wird das Aipen- baber fie mebrmals von Arrika Culturkeime er
ſuten deas wegſamſte Hochgebirge der Erde; es ver- | piangen u. zuerſt europäiſche Cultur m. o
bintet die mumttegeuben Landſchaften, Ratı fie au | in ferne Erdibeile getragen bat. Nord⸗E.
teemen, m. fichert bie Herrichaft Über die Tbäler, | bält eine aleiche Anzabl von ebenio vollendeten Y)
ım ie mehr, ba es durch feine Echnce» u. Gie- | tern wie ter Süden: der büftere, traurige —
biuagen eine Baſſermenge entwickelt, mie kein | bildet Mutb, Ernſt, Mägi iteit u. Augbeit; d
⸗
eume Ströme weiibin in bie | Ocean beftimmt fie zur Verbreitung eutopäif
endet. Das Centrum aber ift zu | Weſens in tie ferne: Skandinavien, febr iſol
i And zu munnigfeltig, al® daß Die | das aflariiche E.; Tänemark, Die europätfche Dal
; Serkbeft des die Freiheit der erfteren er- | infel, ſeeſabrend u. lange herrſchend, unter ſiete
fılıa Anute. ringe um die Alpen lagern Cinflufle bes Kontinents; bie Britifcen Infel
Dee DEE ne geringer an Ausbebnung | das ameritaniiche G., der verfdiebenartigfle '
u Höße, aber reich un Zbälern, mannigfaltig in | Iebentigfte Tbeil bes Nortens, mit eigentpfimtic
ma m. gerfireut u. vereint anf | Entwidelung; am meichten im Deere liegend
chin: Er jedes wieder für feine | “Amerika durch Lage u. Strömungen am meifı
elpunft darbietend. So ent⸗ genäbert, find ſie zur Herrſchaft des Meeres &
kalt €. eine große Zabl Gentralformen, ven weichen | ruien u. baben namentlich tie welthiſtoriſche Mi
jede ihrem — nen beftimmten Charakter ver- fion E86 erfülkt.
— 57 aber dem Erdtheile eine greße Verſchie⸗ Die Stromgebiete ſind Mein, aber we
Denertigfeit u. —— geben innerbalb ter | entiwidelt, nie der ganze Erdtbeil, denn bie eum
Biltungen, ein Borzug, ber | päiichen Flüffe fieben zwar in Etrvmlange
ech — duxch Die Tiefebenen, Stufen⸗Waſſermaſſe, aber nicht in a nle boa u
„ Terzaflen w. Hochebenen, tie jene Biltun- | eigen u. ver Gliederung ibrer Rebenfiäfl
reicher Entwidelung umgeben. Aſiens u. Amerikas nah. Tie Hauptwaſſen
EEE intbrilung: a9 Nieder-G. ſcheide ziebt ſich gleichlaufend mit ber grüßt
DBolen, Galizien, Bolen u. Preußen), eine | Längenerftredung von SM. nah AND, (von bi
2. mehlkemällerte Ebene, durch Lage, Mie- | Meerenge von Gibraltar nach tem Karifchen Bufeı
der Hafbinfeln m. Binnenmeere), | u. tbeilt ben continentalen Hauptſtock E-6 in eiı
— Of im Eüven, Sünıpfe im | ſüdẽſtliche u. eine nordweſtliche Abdachung, wove
Fe), Bilter sie ben erfiere 42,000 QM. (0b. 57,5 Brecent), lebte
—* zlawen Ken See), Cie (en 65,000 DD. (ot. 42,5 Procent . Flächenranm
4 Europa (Geogr. u. Statift.)
einnunmt, u. zwar die füböfliche Abbagung: Ge⸗
biet desKaſpiſchen Meeres, 26, 000 DM. (mit
Ural u. Wolga); Gebiet bes Schwarzen u.
Aſowſchen Meeres, 43,000 DOM. (uit Don,
Duniepr, Unieftr, Donau) ; Gebiet des Wittel-
wmeeres, uebſt befien einzeinen oben genaumten
Theilen, 23,000 OD. (niit Bo, Rhöne, Ebro);
die nordweſtliche Abdachung: Gebiet Les offe-
nen Atlautiſchen Oceans, nebit deu Kanal la
Manche, 21,000 DOM. (mit Guadalquivir, GOua⸗
Diana, Tajo, Duero, Garonne, Loire, Seine);
Gebiet ber Nordſee, 18,000 AM. (mit Scheibe,
Rhein, Eme, Weier, Elbe); Gebiet der ftiee,
nebſt dem Finniſchen u. Bottuiſchen Meerbuſen,
21,000 ED. (mit Ober, Weichſel, Niemen, Düna,
Newa, Zorneä-, Angerman« u. Dai- Eli); Se-
bietbes Eismeeres, nebſt bem Weißen Dieer,
8000 AM. (mit Betichora, Meſen, Divina, Onega).
Die größte Waflernienge entſendet €. zu ben ab-
geichloffenen Binnenmeeren, bie jeboch größten-
theile Durch Mieerengen mit dem offenen Atlanti-
[den Ocean in Berbindung fteben. Ferner find
durd Kanäle verbunten: das Kafpiiche Meer mit
ber Oftfee u. ben: Eismeer Durch bie Wolga, Nena,
Divinta u. veren Kanäle; Schwarzes Meer u. Nord⸗
fee Durch ben die Donau ınit dein Rhein verbiuben-
den Yubiwigs + od. Donau⸗Maiu⸗Kanal; in Frauk⸗
reich verbinden zahlreiche Kanäle (dic bebeutendften:
Canal du midi, C. du centre, C. de Bour-
gogne u. u.) das Gebiet der Rhone mit denen ber
VGaronue (Gironde), Loire, Seine, Schelte u. dee
Rhein, uljo vas Deittelineer mit dem Atlautiſchen
Dcean, ben Kanal la Manche u. der Nurbiee. Die
Flüſfſe ſelbſt find, trotz ihrer geringen Größe im
Bergleih mit denen Aficns u. Amerikas, doch der
Binmeufcifffahrt ungemein günftig, beun fie be-
fiten hinreichendes Waſſer filr ein jchifibares Bett,
trugen meift ſchon inı Miittellauf große Yaften, ha⸗
ben int Allgemeinen ein gut gezeichnetes Gebiet u.
namentlich im Unterlaufe eine reiche Verzweigun
ſchiffbarer Nebenflüffe. Der größte Strom 1-6 ih
die Wolga niit einer Stromlänge pen 450 Vielen
u. einem Ötromgebiet von 24,000 OD. Bun den
Seen find bie bedeuteudſten: ber Yadoga- See,
292 OM., ber Onegu⸗ u. Beipus- Zee (ſäumtlich
im Rußlaub), der Wener- See, 95 OM., u. Wet-
tern See, 35 DD. (beide im fühlichen Schweden),
der Blutten-See ober Balaton, 17 ODE. , ber Nen⸗
bler-See, 6 DU. (beide in Uugarın, der Bodeu⸗
ee, 93 DOM. (zwiſchen Deutfchland u. Der Schweiz),
der Senfer- ob. Leman⸗See, 25 OM. (zwiſchen
der Schroeiz u. Sardinien), ter Nenichateller Sce
(in der Schweiz), ber Yangen= See od. Lago Dlaggiere
(zwiſchen ter Schweiz, Sarbinien u. der Lonibardei',
ter Comer⸗See (in ber Yırsıhbardei), Der Garda⸗See
(greifchen Der Lombardei, Tyrol u. dem Penetiant«
ſchen); fie find ſämmtlich für die Schiſffahrt ven
wenig Bedeutung; außerdem finden fich noch zahl⸗
reihe Seen von geriugerer Ausdehnung int nörd⸗
lichen u. im ſüdlichen Deutſchland, in ter Schweiz
u. in Großbritannien.
Klima: E. gehört mit Ausnabme eines ge⸗
ringen Theile (tes nördlichen Skaudinaviens
n. des nördlichen Rußlande), in feiner ganzen
Auebehnung der nördlich gemäßigten Zune an,
u. das Klima ift baber im Allgemeinen als ein
aeınähiates zu bezeichnen. Seine phyſiſchen Ver⸗
u. feine Balbinfellage, im 8, ©. u.
ratur. Die durch Die polare Einwirkuug m. I
continentalen Einfluß bes uurblichen Aflens ı
feinen kalten Winden verurſachte Külte wird bez
bie Eimoictung bes Atlautiſchen Oceans u. feiz
vieleu Binneumeere mit ſeuchten Binden, durch
Berübrung bes heißen Golfſtroms, vurch den €
flug Afrikas mit feinen beißen Winden u. embi
durch die große Cultur bes Bodens bedeutend iu
mindert. Auf biefe Weile hat E. eine glädli
Miſchung von cuntinentalem u. vceunilchem Klin
fern von den Gegenjägen ber übrigen Gr
Die Wärme uimmıt nicht nur von 5 nah N.
von ber Tiefe nach ber Höhe, fundern auch von |
nad O. mit der Eutfernuug von Atlantiichen Oct
ab. Zur Allgemeinen laſſen ſich drei klimati
Regionen unterjcheiven: bie jübliche (die ſũdli
Halbiufeln, bie Tiefelenen von Rhoöne, Yo“
Donau); die nordweſtliche (ein großer Theil v
Kranfreid, bie Britiſchen Juſeln, Deutichlen
anemark, RNorwegen u. das meftlihe Ruta
etwa bis zum Dleribian von Petersburg); u. |
öftlihe (Schneden u. bus üftlihe Rußlanı). 2
Linie der mittleren Zahrestzuuperatur vun 0%
sieht fih vom Nord⸗Cap nach Torned; bie I
mittleren Jabresteniperatur von 4 9° MR, v
Londvn über Krulun nach Obefja (alfo ven 51° 3
nördl. Br. 17° 20° öſtl. X. nach 46° 22° nörbl. X
45° 25° Sl. X); die der mittleren Jabresteinperat
von + 12° R. von Bayoıne über Aucoua u. D
ra330 nuch Lariſſa (ulfo von 43° 29° nördl. Br. I
11° öftl.Y. nach 39% 40° uördl. Br. 409% 16° öl &
niittlere Fahresteinperatur von 4 16° R. hut u
bie Sübfüfte von Portugal. Die Jahreszeiten f
bei faft iu gauz E. ihren regelinäßigeu, gleichmä
gen Berluuf; nur in äußerfien 9. find bie üb
gänge (Frühling u. Herkft) jehr kurz u. im Äußerfi
5. Sonmer u. Winter ziemlich uubemerkbar
einander verihmelzene. Wegen fällt un W. c
meiften im Sommer u. Herbft; im S. numeutl
im Herbft u. Winter, weniger häufig, aber beftiy
ul® int N. Den meiften Regen bat Englaud, vi
ba ninnnt die fallende Heyennienge u. bie abi t
Regentage vun OSV. ab. Gewitter kommen |
N. faſt nur im Sunmeer, im S. zu allen Zubrı
zeiten vor. Bon Winden find in E. die Weſtuin
vorherrſchenb, u. zwar briugen im Allgemein
Weftwinbe Regen, Südwinde Wärnte, in
Trockeuheit, Nordwinde Kälte. Im S. ifl i
Unterjchieb zwiſchen Land⸗ u. Seeminten bei W
ten bemerfbarer ale in N.; die Luft im S. Harı
als im N,
Producte: Mineralreich: Gold (im Ural
den Karpaten), Platin (im Ural), Silber (im Ur
den Karpaten, Deutſchlaud u. Schweden), Que
ſilber (in Illyrien u. Spauien), Zinn (in England
dem Erzgebirge), Zint (in Euglund u. Deutjchlan
Kupfer (in Eugland, Deutichland, Ungaru, Rı
lund, Skandiuavien), Eijen (dus meifte in Englaı
tas befte in Schweden, außerden auch in Deuti
kant u. Rußland), Kobalt (beſ. in Sachſen
Steintohlen (bei. in England, Frankreich, 8
ien u. Deutichland), Sulz fat überall verbreit
erner weitverbreiter Wisunutb, Autimen, Arfen
Die berübniteſten Wineralquellen bat Deutſ
land. Die Flora E-8 richter fih nach ben Min
tiſchen Verhältniffen u. ift 436 eutfernt vun |
Mannichfaltigkeit, Gülle u. Uppigleit uuberer Gı
| 8. von HReeren umgeben, bebingen feine Tem
u
6
Guropa (Geogr. u. Stat),
rfeite, mie von beren Ginförmigleit m.
nbererfeite. Nach a un
fe mit Ausſchluß der pers]
er
ach Regionen
egionin in der Inberctiichen
e;
‚bbiecentrale Region inber
€ one, u. war: aadter erfie
irtel (@ärtel ber Bude u. Eiche u. bes
GSrofibritaunien u. Irland, Slkandina⸗
b rem 64° nörkl. Br., die Germanifche
ide Eberne zzuifchen 624 n. 48° nörbl, Br.)
Wälder aus Ratel- u. Yanbboli bei,
Fig), Saiten, Getreide (bef. Noyaen),
itkbe O ‚an einzelnen beaümflig:
ı Bein (bis 51° 30° ndrdi. Or); hbbber:
N Beimfade: die — tg
bäler u. Ch
————
Kaſtanie,
enen zwi⸗
u. bie Sar⸗
Ebene färlıh von 45° nörki. ee — |
f. Eichen, Rafkanien u. Buchen), Get
m, auch Mais), Wein; —A
— a —
irfeln u. bie ride Kan ——— —
| ne Laubwälder, Weizen,
6, Bein, 1, Sübfrüdte. Der
rt fi im Allgemeinen durch eine beten-
annigfaltigfeit der Benetation, durch
zu von — u —— — ſowie
e von ingpflanzen,
Hi farbenreige Blumen u. wobl⸗
yäuter, ber Norden dagegen durch feine
ren fräftigeren Baltungen u. burd)
en grünen Wieien aus. Die Fauna
& im Gegenfage zur Flora, weiche bie
ı Untexfchiebe auftedt, bie große —— |
r Raturverhäfmifie, Die br ——
E-6 feine bebeutenben erſchieden⸗
irtliche Gegenſatze finden ſich nur Pr
z twwilpfebenten Tbiere zwi dem
Rerben (Renntbier, Giebar n. verfchie-
— u. dem äußerfien Suden (tropiiche
im einen: Luchſe, wilde Katen,
fen u. S&langen); alle wilben Thiere,
nftigen Schlangen u. Raubthiere, find
& mit ben — — — u.
ofge ber gro ultur bat die Ber-
5 e Ebierwdt durch den Menfchen bie
Bünberungen erlitten; ſelbſt bie Polar-
b ärmer an ybieren als in anderen
. Wolfn. - a den meiften Ländern
ber fi in Grefbritan-
am meifien in den gro “
ben Ebene); Fuchs r ._ e su werben
Schalal findet
[) See. ſich
a;
' ganz ter u. —
Züden '
&
au; auügeraties ‚ob. ne vers
N finden — u. Race ee
m ben Hechgebi irgen, Stachelſchwein nur inf
Süden, Pavian bei Gibraltar); das Murmeltkies
finder fi in den Alpen, ter Eechund an ben norb⸗
atlantiſchen Küften, der Wallfiſch im Ciemeer. Ber
ſonders arm au wildlebenden Tbieren iſt ber Sben,
namentlich die Pyrenãiſche Halbinſel; ımı fo —
iſt derſelbe au Haustbieren. Während
europa auf das Rermthier u. ben Hund ——
Mitteleursepa anf die fegenannten europäifſchen
Hauetbiere (Pferd, Rind, f, Ziege, Schwein)
angewielen if, befit Gütentopa EN nur alle dieſe
Arten (ausgenommen das Renntbier), ſondern audp
noch den Giel, das Manlthier, Das Kameel u. den
Büffel. Die Bögel find im Allgemeinen meniger
au einzelne Gegenten gebunden, ſedoch find Ale»
minge, Yöffelreiber, Belitan u. KaiferaMer nur benz
Süden eigen, Goldadler nur tem böberen Rorbden,
Geier im Züben häufiger ale im Rorten, die Zurtel«
taube feblt anf ben norbifchen, ber Auerhahn amf
den füblichen Halbinfeln, Die Eiderente lommt fele
ten füplicher ale 55° nörbl, Br. vor, bie Schues⸗
An nur im äußerfien Rorben, ter Schwan vor⸗
ugemeije auf den nordiſchen Gewäfſern, das Birk⸗
n namentlich im Norden u. Rorboflen, ber
Pienenfreffer nurim Sütoften. Cine große Auzahl
von Zugoögeln verläßt im Winter &. Bon Um»
pbibien finder fi im Mittelmeer eine eigenthüm⸗
liche Gattung ver Meerfcilbiröte, an ten Küſten
des Atlantiſchen Oceans, kisweilen foger bis nad
England hinauf, Lie Riefenichiiblräte; Die Laub⸗
ſchiidkröte nur im Süden, bie Sumpffcilbfräte He
an bie norbdeutfchen üften binauf. An Fiſchen
ift im Allgemeinen der Norden reicher ale der Sr
ten, Häring u. Kabeljau finden ſich nur im Norden,
Stor vorzugsmweile in den rulfiihen Gewäſſern,
Sardelle u. Pilchard an ten füd- n. mefleuropähe
ſchen Küften, Zbunfifch nur im Süden. An In»
fecten befigt Sildeuropa mehrere eigenthämlidde
Arten in ber Zarantel, den gemeinen u. dem röthe
lihen Storpion u. verichiebene Krabten- u. Krebe⸗
arten; ber Hummer if faft uur im Norden, bie
Wanderbeufchrede im Süden; die Seidenraupe vor»
zugsweife im Süden, bie Kiene in gan E.
Würmern, Schneden, Muſcheln x. ift das Mittel
meer bei Weiten reicher, ale tie nördlichen Meere.
Der Süden G-6 befigt im Allgemeinen (nementlidp-
aber in den untergeordnicteren Klaſſen) einen größer
ven Reichthum an Arten u. Gattungen, ter Norden
dagıg gen an Zahl ber Tbiere.
ie Sefanımtzabl der Benöllerung von gang
E. wird für tie erſten Jahre bes gegenwärtigen Jabr-
zebntes von Reten auf 266, von Wergbaus auf 296
DU. angegeben (alle 1564, resp. 1741 Seelen auf
DM.) mitbinfaftein Drittbeil der in runder Summe
auf 900 — 1000 Mill. geſchätzten Bevöllerung der
ganzen Erde. In Weſteuropa iß der Durchſchnitt
2000, in Oſtenropa bis zu 600 Seelen auf 1 DOM.
Am dichteſten ift Die Bevöllerung (ausichließlich der
I Gebiete ber vier freien Städte, des Gantone Genf,
Malta — in Belgien 3593, im Nönigreih Sachſen
7420, in England 6605, im Großber zogthum Heſſen
5595, im Herzogthum Sachiem Attenburg 5h41, im
ven Niederlanten 5451, in Großbritannien im All⸗
— 5017, in ben deutſchen Provinzen Preu⸗
neo u niehreren mittleren Staaten Deutichlauds
6 Erropa (Geogr. u. Statift.)
| 4 0.5000, Italien 4190, Gefammtbentidhs
emeinen Durchſchnitt 3841, den dent⸗
{hen Provinzen Öfterseich 3796, Frankreich 3646,
Baiern 3273 Seelen auf je 1 DOM.; in Rußland
tommen durchſchnittlich 610 Geelen auf 1 OM.;
em bännften if die Bevölkerung in Schweden
Gurchſchnittlich 415), Norwegen (durchſchnittlich
228) u. Island (3,38 Seelen auf 1 OM.). Die Zu-
nahme der VBeröflerung iR in den verſchiebenen
Ländern fehr verfchieden; fie ſchwankt durchſchnitt⸗
Lich jährlich zwifchen O,s u. 1,2 Procent; in Groß⸗
britannien 1,43 Proc., in Preußen 1,16 Broc., in
Deutichland im Allgemeinen 0,8 PBroc., in Frank⸗
reich 0,59 Proc., in Irland nimmt fie ab. Im All⸗
emeinen bat E. 39 Gtädte mit mehr ale 100,000
inw., Darunter eine, London, 185 1mit 2,362,236
Ew. u. eine, Paris, 1856 mit 1,178,262 Ew. Die
europäifhen Völker gehören in ber Mehrzahl
der Kaukaſiſchen Race, u. zwar vorzugsmeife ber
Indogermaniſchen od. Arifchen Völlerfamilie an,
ausgenommen 3 Mill. Juden (ber Semitifchen 5 ⸗
milie angehörig) u. die Böllerſtämme Mongoliſcher
Race (ſ. unten). Die Indogermanen bekennen
fi fämmtlid zum Chriſtenthum u. machen, in
Belge biefer Religionsgemeinfcyaft, ſowie der Abn-
Iichkeit in ihrem Kulturgange, im Gegenſatze zu ben
aflatifchen u. afritanifchen Völtern, ein beſonderes
Boll aus. An phyſiſcher Schönheit ſtehen fie ben
eigentlichen Kaukaſusbewohnern nach, übertreffen
biefelben aber an Reichthum des Geiftes. Die herr-
ſchenden Böller, welche den Erdtheil charafteri-
firen, find die Romanen, Germanen u. Slawen.
a) Die Romanen (31,9 Brocent ber Geſammtbe⸗
völterung), im Eübmeften, meift auf vullanifchem
Boden, am Mittelmeere u. Atlantifhen Ocean
(füdlihe Halbinfeln, Frankreich, Belgien), leicht
erregbar, witig, feurige Phantaſie, leidenſchaftlich,
veranderlich, Sinn für Künſte; Katholiken, mit
germaniſchem u. römiſchem Culturelement; Ber-
treter des Klafſiſchen Alterthums in der Mitte ber
chriſtlichen Welt; by vie Germanen (28,2 Procent
der Geſammtbevölkerung), in ber Mitte, meift auf
Mittelgebirgen, an der Nord» u. Oftfee (Deutſch⸗
land, Holland, Dänemark, Skandinavien, Oroß⸗
Britannien), ernft u. befonnen, Mar u. ruhig denkend,
voll tiefen Gefühle, ehrlich u. offen, ausbauernb
bei der Arbeit, Sinn für Wiſſenſchaften; Proteftan-
ten, Bertreter ber chriftlichen u. europäiſchen Welt;
ce) bie Slawen (27,3 Brocent ber Gefammtbendf-
terung), im DOften meift in weiten Ebenen (Ruf-
land, Polen, ein großer Theil von Oſterreich), ab⸗
wechſelnd zwifchen Schlaffbeit n. Aufmallung, von
ftarfem Willen, aber weniger glänzenden Geifte u.
Phantafie, fähig zu langer Entbehrung, aber auch
zu übermäßiger Völlerei; ihre geiflige u. flaatliche
Bildung noch in der Entwidelung begriffen; Grie⸗
bilde Katbolifen, Vertreter ber cerientaliichen
Welt. Übergänge bilden die Belgier u. nördlichen
ranzofen (von den Romanen zu ben Germanen),
riechen u. Walachen (von ben Romanen zu ben
Slawen), Polen, Czechen (Böhmen) u. Wenden
(con ben Slawen zu ten Germanen). Im Allge-
meinen bat das germaniſche Glement, begünftigt
durch feine Tage in der Mitte u. zugleih am Meere,
namentlich aber durch die höhere mifienjchaitliche
Bildung feiner Bölter, ben größten Einfluß inner⸗
u. außerhalb tee Erdtbeils. Zu ben genannten brei
Bölkern der Kaulafiichen Race kommen nun noch)
folzende Boſter Nongoliſcher Race: bie!
nen, im Norden n. Often (Kuſfiſche Oſtſeepro
Finuland, Glandinavien, am @isneer, Ural,
Wolga u in Ungarn); fle bilden das vierte
ment in ber europätichen Bendtlerung:; e) die TH
fen, im @äbofen (Türke, ruffifge Provinzen au
Schwarzen u. Aſowſchen Deere); wenn ſchon be
eigentlichen europäilden Natur fremd, boch ba
fünfte Hauptelement ber Berölferung bilbenb. De
Abftammung nad gehören fänımtliche Bewohnt
G-®jur Raufaftichen u Drongolifchen Race: a) Ray
tafifhe Race, 256°, Millioner ; Intogermene
253,8, Mill.: Romanen (Latino-Germanen, Grid
co- Romanen, der arı frübeften von Aften nach €
eingewanberte Böllerftamm), 85 Mill, u. atvar
Griechiſcher (Pelasgiſcher) AR 13 Mill: Grieche
(in Griechenland, Türkei u. Rußlaud); Tateinifche
AR über 83 Mill.: Italiener, 23, Dill. (in Italier
Corfica, Schweiz, Süpäfterreih), Eranier u. Bor
tugiejen, 14 Mill. Pranzofen, 385 Mil. (in ram
reich, Belgien, Schweiz, Oberitalien, Spanien
Deutſchland), Rhätier (Rontanen), 100,000 (ü
Piemont, Graublindten, Tyrol), Walahen (AHA
toromanen), über 7 Dill. (in ver Walachei, Diet
dau, Ungarn, Siebenbürgen, Rußlaud, Türkei
Selten (od. ber Gallifhe Zweig, ber zmeitältef
Vöolkerſtamm E⸗s, nur noch in feinen Überreſte
vorhanden, als eigener Vollsflamm nicht mehr be
—— theils romaniſirt, theils germanifirt), 14
ill. u. zwar eigentliche Celten 13 Mill. (m Hoch
ſchottland, Irlaud), Kymren 14 Mil. (in Nieder
ſchottland, Wales, Cornwall u. der Bretague)
Germanen (der drittälteſte Bölferfamm &-6
75 Mill. u. zwar: Deutiher AR 51 Mi. Deuth
(in Deutſchland, Holland, Belgien, Frankreic
Schweiz, Ungarn, Siebenbürgen, Rußland ac.)
Stanbinaviiher AR, 6 Mill.: Dänen 11 Mill
Norweger 14 Mill. (in Norwegen u. Jelaud
Schweden 1 JR; Angelfähfifger UN, 18 Mil
Engländer; Stamwen (von Often aus in Kormeine
nad Nord u. Süd gefpaltenen Keile bis in ba
Centrum E⸗s vorgedrungen, zwilchen bie rohe
Bölferflämme Afiens u. die civilifirteu Natione
&-6 bingetell) 74 Mill, u. zwar: Weſt⸗Slawe
17 Mill. Wenden (Sorben⸗Wenden, Laufiger
300,000 (in Deutſchland), Polen 102 Mil. (t
Polen, Ofterreih, Preußen), Czechen 6 Mill.
Böhmen, Mähren 2c.); Oft-Slawen, 45 Mill
Ruffen 42 Mill., Rutbenen 3 Mill. (in Galizien ı
Ungarn) ; Süd-Slawen, 12 Mill. Serben (Illyre
Serben) mit ben Uſtoken, Kroaten, Slowenen ı
74 Mil. (im mittleren Donaugebiete), Bulgare
4) Mill. (an der Niederdonau ıc.); Letten (od. Li
thbauifcher Vollszweig, nahe verwanbt mit be
Slawen), 2Mill. in Surlandu. Livland); Baske
(Euscalbunac, Ablömmlinge ber alten Iberer
Mil. (am Biscayiichen Meerbufen, in Spanien ı
ranlreih); Albanier (Arnauten, der letzte Ne
ber untergegangenen illyriihen Wälter), 13 Mil
(an den Steben Küften des ſüdlichen Abriatifche
u. bes Joniſchen Meeres, in Albanien, Livadien sc.)
Armenier (fetter Zmeig des indiſch⸗europäiſche
Stammes), 30,000 (in drei Nieberlaffungen i
Siebenbürgen u. einer am Don, ſouſt zerftremt)
3 geuner, 280,000 (im Süboften u. Süden, in de
| ürtei, Öflerrei, Spanien, Rußland); Semiter
3 Mill.: Juden (Hebräer) 2, DIN. (Aber song
St
I verbreitet, mit Ausnahme von Norwegen u.
face, * 11 22* Finnen,
„ realer; anf weites Gebiet jerftreut,
= Bitzabl; feit Dem 9. Jahrh. zer⸗
ber u. noch weiter nor d⸗
bem larpatildgen Denangebier),
ifirte) Sinnen, 2' Mill.
; Beißen u. Qiemeere, in Finn⸗
in Stanbinavien m. Lappland),
Biken, Ingerer, Euomen,
Bolgiſche Finnen, 400. 000
), entbalten bie Tſchu⸗
neigen, Hertesinen, Tſcheremifſen, Teptiären ıc.;
Yerseilihe Kizmen, 180,000 (an ter Kama, Divina
u. Getigern),, enthalten die Wotjalen, Eirjänen u.
Sermur; Are) ungefähr 54 Mill.:
Rayparez u ngarn), Szekler
290.000 (im —— >E eguien, 60,0U0 (im :
D essen Berm an ben Wferu der
—— — 5 40,000 im Rerkeften ven
Ural), Zurfen, 2, Mill.
g 2 m ‚ben ruillihen Provinzen am
en Dierie, an der Wolga.
gırı ie Osmanen (Liomanli, das
Irpir ven @. pi in ber Türkei
En Bber 3 Wil), ferner tie Rogai,
; Dieriäuridheräten sc.; Don:
a im unteren Wolga- u
einen befigt E. gegen 6U
: mit 53 befonteren, in
ubtrrihe | eigene Opraden (f. Euro»
var
Der Rrligien mach befennt fi ber bei Weitem
Ehalenikum (ungefähr 260 Diilt.,,
2 zmur eier fich Inuerbalb berfeiben tie eonfeffio-
———— le —— — eng an:
u atbe e Kirche (überwiegen
ber be Faden Bölter), 134 Mill. cin den
Eyanien u. Bertugal aus-
Infärantreich 46 Brocent,
in Baiern 71 Procent, in
52,5 Brecent, in Jriane
über 5 Wi. [alfe 83 ot der ——
Zürtei
in der rn 10 Mil. ſalſo 66 Precent
ber außerdem uoch in Lem verichie-
bean für g Beovinen Lferreiht). Von
er u Gtanbpuntte ans betrachtet, herricht
ber Ir Griehikhe Retheliciemus Eli von einer,
wen Werfen Wleer über ven Beipus- Eee, bie untere
Dina, den mittleren Duieſtr u. bie mittlere Gau
uch dem Feerbuſen von Cattaro gezogenen Linie:
ver Miſche Natholiciamus fürtich (beziehentlich
—— von einer von der unteren Düna über ben
useren Riemen, ben oberen Pregel, bie obere
ans, die Eibpferte zwiſchen Böhmen ı. Sadjien,
Mu oberen in, unteren Rhein, bie Scheide⸗
Bietung, Pas be Galais, nach tem Zt. George⸗
*
— — — — — a ——— — —— — — — — — — —— — — — — — — —— ZU 2
wohner, ſewie der Kruchtbeil Der hne
nern E betennen fi zum Islam nach er
5 Dil. (31 Mil. in ter Tärfei, va eng
ſudlichen Hußland): um Judenthum
3 Mil. (Aberall jerfireut); au verſchiebenen
niſchen Suiten nich ganz 1 Mill. (wur Im du
hen Herden von Rußland, Samojeden x.) m. es
10,000 zum Budd hiamus (nomadifirende Be
geilen im unteren Wolga⸗ u. Dongebiete.
Die geiftige Cultur if in ben einzelnen Li
bern E⸗s eine fehr verſchiedene; am meiſten ma
gebend für tie allgemeine Volkobildung If das Be
bälıniß ter Echülerzahl der Geſammtjabl ..
u
richt auiwachjenden Kinter. Zoran Reben tm viel
Beziehung die Staaten mit germaniicher Benöll
rung (unter dieſen micderuu Zentichlaut), dara
folgen Die mit remtanifcher, juletzt bie mit lan
iher. In ten ſachſiſchen, ſchwarzburgiſchen u. re
Birhen Lanten, in Aürtteniberg —— —
gewiſier Grad von geiftiger Cultur alle Volle
ebne Auenahine; Unkenntnißetes veſens m. er
bene sit bier eine böchſt jeltene Ausnahme.
Berbältniß ter Schülerzabl zu der —— y
Ginmebner tft in den genannten Yaudern 1 : 43,
Gelamnunreußen, Nerwegen, Schweden u. Bas
1:6, im Helland u. Tiinemarf 1:7, in ar
1:3, in Ifterreih, Scheitland u. ‚Salt:
ın Belgien I : 101, in Arlaudb 1:12, im *
reich 1 : 17, in Ruflant 1:93 (Bas ann
Berbältnig im cbriftlichen &taatenfyReme)
rend im Königreich Sachſen (einige Beine
des Srygebirges auszenenunen), Rönigreich
teinberg u. den genannten tblringifchen Cini
wohl fein ind ebne Schulunterricht bleibt, im I}
preußiſchen Previnz Sachſen aber nılr 1,5 Brecı
der ſchulpflichtigen Rinder, bleiben in ben deutidh
Previuzen Preugene inegefammt 2,5 Vrocent,
Vaieru 20 Vrecent, in ben deutſchen Yrowinz
Tſterreicbs 23 Procent, in Yelgien 33
der preußiichen ı gröfitentbeil® ben Slawen beudlfi
ten) Provinz Peſen 40 Brocent, In Frankre
44 Precant, in Spanien 75 Procent, in Barı
54 recent, in Rußland WU Procent ber ——
tigen Kinder ohne Schulunterricht. In der gelch
ten Bildung fteben, mas tie Berbäi 11
Ztubirenden betrifft, obenan bie Spanier (84
Studirende auf S Urtiverfitäten bei 18,705,000 4
ſammteinwehnern, alle 1 Stubirender auf 16
Einw.), dann folgen tie Engländer J ©tukirent
auf 1795 a Skandinavier (1 : 3800 Er
Dänen (1: 1850), „vertugiefen (1: 2624), ©
länder (1: 120. Schweizer (1: 3235), Deuniſch
(tie größ:e Anzahl Univerſitãten [22], 1 Smbire
der auf 3419 Ew.), Aranzolen (1: 3440), Griech
(123610), Wagvaren (1 : 4610), Rufen (1
13,600). Im Algemeinen hat E. ungefähr 1
Univeriitäten mit ınebr ale 100,000 Gıublrı
ven; in Beziehung auf Urganıfation fewebl, ı
auf wiſſenſchafteichen Geiſten. Grünblichkeit N
Siudiums nebmen die deutſchen ben erſten Na
ein. Der Retigien nad nebmen in ber elel
ten aim tie Preteſtanten Die erfle Sole e
dann felgen Die Juden, bierauf bie Römifehen
zuletzt bie Griechirchen Narheliten. Ebenſo fteb
in Begiebung ani Epmm'ſien u. Die bert erthei
8
Bildung bie germanifhen (proteftantiichen) Böller
ben romanischen (rdömijch-fatholiichen) u. ſlawiſchen
(griehijch »fatboliichen) voran. In neuerer Zeit
wirb in E. namentlich auch auf Real» u. Gewerbe
ſchulen (Bolvtechniiche Inftitute), ſowie auf Land⸗
wirihſchaftliche Lehranſtalten große Sorgfalt ver-
menbet, lebtere finden ſich vorzüglich in Deutichland,
beröchwen, frankreich, Belgien, Großbritannien u.
Rubland, Die ſit tliche Cultur ift ebenfalls jehr
verſchieden. Die Beurtbeilung nach der Verhältniß⸗
zahl der Berbrechen u. Bergehen ift ſchwierig u. zum
heil unmöglich, ba nur von einigen Staaten genaue
eriminalftatiftiiche Berichte u. Diittheilungen vorlie-
gen. Ein anderer Maßſtab dafür ift die Verhält⸗
nißzahl ber jährlichen unebelihen Geburten ; ſoweit
hierüber zuverläffige Statiftica vorliegen, betragen
nad zehnjährigem Durchſchnitt (1544—54) in den
evangeliihen Gemeinden Rußlands die unebelichen
@eburten 3,19 Proc. ter gefammten Geburten über-
haupt; im Königreich beider Sicilien 5 Broc.; in
Holland 5,24 Proc.; in Finnland 5,86 Proc.; in
Sardinien 6,86 Proc.; in Preußen 7,04 Proc.; in
Frankreich u. Belgien 7,34 Proc.; Medienburg-
Schwerin 8,33 Proc.; Haunoyer 5,93 Broc.; Meci⸗
lenburg-Strelig 9,61 Proc.; Ofterreich u. Portugal
10 Proc.; Württemberg 10,38 Broc.; in den jüch-
ſiſchen Herzogthümern 12,19 Proc.; Großherzog.
thum Heſſen 13,43 Proc.; Köntgreih Sachſen 13,88
Proc.; Baben 15,87 Proc.; Baiern 23,25 Proc.
Biel ungünftiger ftellt ſich dieſes Verhältniß in ben
groben täbten heraus; bie unehelichen Geburten
etragen: in Genna 8,07 Broc.; in Berlin u. Frank⸗
Turt a. M. 14,38 Proc.; in Turin 18,87 Broc.; in
Petersburg 22,22 Proc.; in München 36,34 Proc. ;
in Paris 52,63 Broc.; in Wien 62,5 Proc.; in
Strasburg 66,686 Proc.; in Yyen 71,43 Proc.
Die phyſiſche CulturE⸗s iſt bedeutender ale bie
irgend eines anderen Erdtheils. Der Landwirth—
ſchaft u. Viehzucht dienen über 36 Proc. bes
Bodens ale Ader, Wieje, Weide od. Garten ıc.;
über 40 Broc. find Walbungen (in Rußland allein
50,000 DOM.) u. ungefähr 20—23 Proc. find un⸗
probuctiv (indem dieſelben mit Flüſſen, Seen,
Silinpfen, Gebäuden u. dgl. bebedt, od. [im äußer⸗
fien Rorden] der Cultur unzugänglicd find). Am
angebauteften find Deutichland, England u. Frank⸗
reich; aus bem guten Anbau folgt bei der Frucht⸗
barleit des Bodens diejer Länder in Allgemeinen
die große Ergiebigleit der landwirthſchaftlichen Pro⸗
ducte, in einzelnen Theilen diefer Länder rentirt
der Boden bie zu 9 u. 10 Proc. Ben den michtig-
fien Hausthbieren zählt man in E. nad ans
nähernter Berechnung 27 Mill. Pferde (in einem
Werthe von 1077 Dil. Zblrn.), 80 Dil. Stüd
Rindvieh (1201 Mill. Thir.), 191 Mill. Scyafe
(955 Mil. Thir.; bie feinften in England, Spanien
u. Deutichland, hier namentlich in Sachſen), 13
Mill Kiel (173 Mill. Thir.), 16! Did. Siegen
(502 Mil. Thir.), 374 Dill. Schweine (150% Dill.
Thlx.), 4 Mil. Mauitbiere (233 Dil. Thlr.).
Bon ebenjo großer Wichtigkeit ift Die Juduſirie,
worin ſich namentih England, Belgien, Franlk⸗
reich u. Deutſchland auszeichnen. Der Bergbau
Liefert nach ungefährem Durchſchnitt jährlich; Gold
18,000 Mark (ungefähr 36 Mil. Thlr.), Silber
300,000 Mark (4! Dil. Thlr.), Eiſen 35%, Mill.
Er. (1754 Mill. Tbir.), Kupfer ! Mill. tr. (16
Mil. Thir.), Blei 15 Mill. Er. (63 Dil. Thlr.),
Curspa (Geogr. u. Stauſt)
Zim 94,000 Etr. (33 Mill. Thlr.), |
23,400 Ctr. (2% Mil. Thlr.), Steintohlen
Mil. Er. (134 Mil. Thlr.), Brauntohlen 10
Ctr. CH Mill. Thlr.). An Kochſalz werben
cirt 533 Mil. Ctr. (67 Mill. Thlr.), Schuch
22,500 Ctr. (145,000 Thlr.); über bie Verbrei
biefer einzelnen Mineralien |. oben Mineral
Für den Handel u. Verkehr ift in ben m
Jahrzehnten außerordentlich viel gefcheben.
Straßen (een) find verbeſſert u. vermehrt
eine große Menge Eilenbahnen gebaut, eine bes
deutenbe — Flüſſe ter Dampfſchifffahrt
eröffnet, Überſee i ſche Dampfſchifflinienan
getnüpit, ebenſo die Kanäle verbeſſert u. vermehzt
worden (über vie Eijenbahnen, Kanäle zc. vgl. Di
Artilel der einzelnen Yänter. Der Werth bei
enropäiihen Geſammthandels läßt fidh wich
nit vollftändiger Genauigleit beſtimmen.
F. W. von Rebens Tabellen betrug derſelbe im
— dieſes Jahrzehntes jährlich gegen 3800
Mill. Thlr. u. zwar über 1900 Mill. Thlr. Ei
fuhr, gegen 1800 Mill. Tbir. Ausfuhr. Obenan
fteht Großbritannien mit mehr ald 30 Prec. bes
anzen europäiſchen Handels (1552 über B61 Mil.
Thir. Einfuhr, über 485 Mill. Thlr. Ausfuhr,
ſammen über 1146 Mill. Thlr.), Geſammt⸗De
land einſchließlich Oſterreich über 26 Proc. (1850
über 541 Mill. Thlr. Einfuhr, fiber 464 Mill. Thlr
Ausfuhr, aufanımen über 1005 ML Thlr.)
Deutſchland ohne Dfterreich fall 22 Proc. (8922
Mil. Thlr.), u. zwar die peutichen Hanfeftäbte 12,48
Broc. (über 465 Mill. Thir.), der Deuriye (preu-
Bifche) Zollverband 9,54 Proc. (über 356 Mill.
Thlr.), Frankreich Über 14 Proc. (über 538 Mill
Thlr.), Nieberlante über 5 Broc. (iiber 205 Mill
Thlr.), Rußland über 4 Proc. (Über 194 Mill
Thir.), Belgien über 3 Proc. (über 131 Mid. Thlr.)
die germaniichen Bölter zufammen über 66 Broc
des europäiihen Geſammthandels, während ihr
Anzahl nur 28,3 Proc. der europäiichen @efammt:
bevöllerung beträgt, alfo wiederum auch in biefei
Beziehung eine bedeutente Überlegenheit berfeibes
über Die romaniſchen u. namentlic flatoifchen Bu
ter. Eng mit der Procuction u. bem Handel bäng
bie Eonfumtion zuſammen, denn mit ben beibei
erſteren feige u. fällt die letztere. Den Lebens:
mitteln nad liegt E. zum größten Theil in bei
nördlichen Zone ber Kleifch- u. Pflanzenfpeifen; nu:
ein äußerft geringer Theil des Nordens liegt in bei
Zone ber ausſchließlichen Fleiſchſpeiſen. Für bei
größten Theil iſt das Getreide (Weizen u. Rog
gen) das Hauptnahrungsmittel; Doch ift deſſen Ge
braud in einigen Ländern durch tie Kartoffe
jehr gemintert worben. An confunuirtem @etreid
fommten jährlich auf ben Kopf: im Altenburg 7
Sranfreih u. Mürttenberg 6, Baten 53, Waterı
33 —5, , England 5!, Yaffau 5, Preußen, König
reih Sadien, Beiden Heften 4, Luremburg 3
Schffl. An conjumirtem Aleiich (jäbrlich übe
6000 Mil. Pd.) kommen auf ven Kopf: in Eng
land SO, Baren 54, Naſſau 52, Baiern u. Wuri
temberg 45, Kurbefien 41, Frankreich, Preugen
Yuremburg 40, Altenburg 37, Königreich Sachſe
36, Großberzogthum Hefien 35 Pit. An Butte
werben jährlih 5U00 Mill. Bfv., an Käſe übe
2000 Miu. Bib., an Dil gegen 90,000 MU
Duart verbraucht, an Wein in verfchiebenen Kal
veu verichieben, ge nach ber Menge u. Güte bes Gh
.- erregen. 9
*— brlich —* —R —J————
aui ben Fraukreich
tbümer, Luxenburg, Alibaieru —
rt. Un Bier fommt auf den
® +13, Gaglanb 489—49, Bürttem»-
* 24,4, Baden 13,5, Preußen 13,11,
—14, in Aurbeflen 11, Königreich
Eächfirchen
3,6, Württemberg 2, Franfreich 1,23
Kepf. Der jährlide Kaffeever-
zwiichen 2300 u. 2400 Dill. Bfo.,wor
ich 4,5, in > deutfchen Bollvereint-
ı England 1,1 Bo. auf ten Kopf.
a Englanıb 17, in Frankreich 6,56, in
Maaten 4,55 Pid. Bon Thee (int-
ve 60 u. 7u0 Mill Bd.) in England
u. ten Zollvereineflasten
ı Repi. Danach verzehrt England in
Iamtibeiws, Den Wein ausgenommen,
alß land u.
Deuncich
— ———— beläuft ſich auf mehr
Aceatner (wovon über 2 Mill. Ctr.
a allein verbraucht davon
e e Gintbeilung u. Staatliche
Das europäilde Staatenfy-
efterifirt das Borberriden
hen Regierungsform u. Das
litiſchen Gleichgewichte, wel-
ren Staaten m Schutz nehmen u.
ı ı DR ——— der grö⸗
dee. Staa⸗
den — —— der
L Ginmobnerzahl bed Landes einer⸗
ıoraliichen Kraft u. der geifigen, in-
mmerciellen ıc. Regjamtleit des Bol⸗
s. Man untericheidet in diejer Be-
: Des erften, zweiten, britten u. bierten
nges. Zu den Staaten erftien
reßmädte) gehören die 5 Mächte,
ertzäge, gemeinjame Berhandiuugen
ie Leimng ber europätichen Angelegen-
meinen in bie Hand genommien haben,
ne wirkliche fefte Örganijation Diejes
a Juſtitute beftebt. Dielelben find:
t 9748,19 GM. u. 1856 36,039,364 |
u. zwar bie ber germaniſchen Staaten 839,191 ,404
witannien (mit 5749, GM. n.
152 Ew.), Xflerreich (mit 12,121,37
4 39,411,309 Gw.), Breußen (mit
n. 1855 17,202,831 Cw.) u. Rußland
4 DM. u. 1851 65,237,437 Ew.).
figen Großbritannien, Frankreich u.
» bebentente, ihre Macht weſentlich
Sefigungen außerhalb Curopas, mäh-
, u. Breußen dadurch an Bedeutung
3 fie an ber Spige Deutichlante, ber
asien Staaten zweiten, briiten u.
8 fiehen. Der Rationalität nad ſind
droßmächten (Großbritannien, Ofter-
en) gexmaniſch; I ( Frankreich roma⸗
aud) ſlawijſch en Ötaateu zwei.
find:
Schweden u. Nor⸗
An Brauntwein |
Herzogthümern ii, Bas-
Frantreih. Der |
N wegen, bie Rieberfanbe ‚Reapel, Balern,
= Die Türkei: Dritten Ran —8
* Ag Sessel chaft, bie
Kae Bing at, Toscana, Gricdenland,
nRaa na a
a biebet iden Öroßberzogihämnen, ‚viere
F NRanges: Modena u. tie Meineren
dentichen — ————— bat E. 53 einzelne
Gtaaten n. zwar 46 Menarchien n. 7 Republiten;
= Monardien: 4 Raiferthümer ( ranf-
rreich, Rußland, Türkei). 15 König»
ms: (der Cinwohnerzahl nach auf einander fol⸗
end: Großbritaunien, Preußen, Spanien, Reapel,
arbinien, Schweden mit Norwegen, Baiern,
len, Portugal, Die Niederlande, Dänemarf, *
* Hannover, Württemberg, Griedyeulant); 1
geiklide Wablmonarchie (dev Kirchenſtaat);
1Eurfürſtenthum (Heflen- Kaflel); 7 Broß-
herzogtbümer (ter Einwohnerzahl nach auf eitte
ander folgent: Toscana [mit Yucca], Baten, Hefe
fen-Darmftadt, Medlenburg- Schwerin, Olpenturg,
Sachſen⸗Weimar, Medienburg-Ztrelig); 9 Here
ogthbümer (Parma, Motena, Ralfan, Braun⸗
chweig, ——— — Sach⸗
—— 34 Sotha, Sachſen⸗Altenburg, Anhalt⸗
Köthen u. Anhalt⸗Bernburg); S Fürſten⸗
tb mer Chmwarzburg-Sondershaufen, Hivary-
burg « Rubolftads, 5 . Detmold, Schaumburg»
Lippe, Waldeck, Reuß jüngere Yinie, Neuß
tere Linie n. ziechtenfein) 1 Yandgraifealt
Seflen-Somburg). Die Berfaffung iR in den⸗
ſelben meiſtens conftitstionell; abfelut find nur
Rußland, Reapel u. der Kirchenflant: bie Zür
kei ift Deipotie nach afiatifher Art. » Res
biilen: Die Schweizeriſche Gibgenoflenichaft, die
Joniſchen Infeln, Sarı Marino, Hamburg, Bre-
men, Lübed u. Frantfurt a. Di. Finanıen (nad
- von Kebens 1854): Die Erlen Ginnabmen
fänmtichen europäifhen Staaten beitragen
| —æ Thlr., u. zwar bie ber germani⸗
ſchen Staaten 827,130,821 Tbir., der romaniſchen
Staaten 661,378,536 Thlr. ‚Rußlarıs 296,953,816
Zbir., ber Türtei 45,019,247 Zhir., Griechenland®
4,266,174 Thaler, obenan fieht Großbritannien
mit 361,474,400 Thlx. (13,08 Thlx. anf ven Kopf),
dann folge Frankreich mit 410,683,673 Zhie.
(11,48 Thir. auf deu Kopf), Oſterreich 164,474,400
bir. (4,26 Thl. auf ben KD. Breußmiun1at.ege
Zbir. (5,56 Thlr. auf den Kopi), die verbältnigmä
— Einnahmen bar die Schweiz 9, 221,367
bir. (3,49 Thir. auf den Kopf). Die ſämmtlichen
Staatdausgaben betragen 1,361,432,173 TU.
Tbir., ter romanifchen Staaten 609,711 ‚175 Air. =
Nublonts 297,350,130 Thl., der Türtei 46 ‚250,962
Zhir., Griechenlande 4,6: 1.348 Zblr.; obenan jtehk
ranfreih mit 409,951,451 Zhir., dann folgt
oßbritannien mit 367,102,655 Thir., —
mit 179,550,000 Tbir., Breußen mit 100,271,767
Tblr. Die Staatsihulden der ſammtlichen
europäifhen Staaten betrugen Ende bes vorigen
Jahrzehntes über 12,567 Bil. Thir., von denen
auf die 5 Gropmäcte allein 83413 Mill. Tbir.
tamen, doch haben fich dieſelben feit dem Orienta-
lichen (Krim «) Feldzuge u. ben in Folge davon im
allen bebeutenten Staaten gemachten Rüftungen
außererkentlich vermebrt. Am meiften mit Schul⸗
bem beinfter find Großbritannien, Spanien, Fraub⸗
30
reich, OR
Felbzuge) fiel auf jeden Enropãer ber Theilbetrag
son 49 Thirn.; nach ber Kopfzahl am höchſten be-
laflet waren: Holland mit 261, Hamburg mit 180,8,
Großbritannien mit 178,5, Spanien mit 168, Lä-
bed mit 127,8, Frankfurt mit 102,5 Thlr. auf ben
Ko. Ohne Schulden waren Liechtenſtein, bie beiben
Lippe, Marino, Medlenkurg - Etrelig, Mobena,
die beiten Reuß u. Balted. Ebenſo wie bie Schul⸗
den haben ſich das unverzinsliche Papiergeld, Bank⸗
noten ⁊c. (Reminalmertb zu Ende des vorigen Jahr⸗
zehutes über 1175 Mil. Tbir., die Großmächte
allein über 974 Mill. Thlr.) feir ben letzten Jahren
außerordentlich vermehrt. Die Summe des cur⸗
firenten baaren Geldes mird annähernd zu
2360 Mill. Tbir. angegeben. Kriegemadt:
a) Landheer ber gefammten enrepäiihen Staa-
ten zufammen über 2,731,000 Mann mit jährli-
Gem Koſtenaufwand von 416,431,000 Tblm., n.
zwar bie germanijchen Staaten gegen 1,210,000
Mann mit einem jäbrlichen Koſtenaufwand von un⸗
efäbr 159 Mill. Tbirn. (obenen Deurfchland ein-
ießlich Gefammt-ORerreiche [530,000 Mann über
57 Mil. Thir.] u. Gefammt- Preußens [129,000
Mann über 27 Mill. Tbir.], zufammen 820,000
Maun mit jäsrlihen: Koſtenaufwand von über 102
Mil. Tbir., dann Großbritannien mit Irland
102,000 Mann mit über 63 Mil, Tolr. jährlie
den Koften; tie remaniichen Staaten 593,000
Dann mit 131 Mill. Thlr. jährlichen Koſten (obenan
ntreih mit 385,000 Mann [aueichließlich ber
rapren in Algier] mit über 52 Millionen Thir.
jährlichen Koſten); Rußlant 790,000 Dann mit
über 76 Mil. Thlr. jährlichen Koſten; Turkei
138,000 Mann mit über 20 Mill. Thir. jährlichen
Kofen. b) Flotte ber gefammten europäifchen
Staaten yufammen 2979 Fabrzeuge mit 28,971
Kanonen, 215,000 Mann Yemannung u. über 171
Mil. Thlr. jährlichen Koftenaufmant,, u. Die ger-
manifhen Staaten 1912 Fabrzeuge mit 22,617
Kanonen, über 121,000 Kann annung u.
gegen 100 Mil. Thlx. jäbrligen Keſtenanſwand
(okenan Greßbritannien 527 Yabryenge, 16,613
Kanonen, 50,000 Mann Yemannung u. gegen
80 Mil. Thir. jäbrlihe Keſten); bie —
Staaten 785 Fabrzeuge mit 5662 Kanonen, über
57,000 Mamn Bemannung u. gegen 40 Mil. Tbir.
jährliche Koflen (obenan Frankteich 353 Fabrzeuge
mit 3452 Kanonen, 42,000 Mann VBemanunng u.
über 31 Mill. Tbir. jährliche Koſten); Rußland
etwa 212 Fabrzenge mit ungefäbr 1900 Kancnen,
50,000 Maun Bentannung u. gegen 29 Mill. Tbir.
jährliche Keften: Türkei 70 Fabrzenge mit 512 Ka-
nenen, 17,000 Dann Bemannung u. über 2 Mil.
Thir. jährliche Koſten. Aljo auch bei Entfaltung
ter materiellen Staatstrãfte eine bedeutende Uber-
legenbeit ter germaniſchen Väller über die rema⸗
nilen u. ſlawiſchen. Vgl. Vergbaus, Yänter- u.
Nälfertunte (4. u. 5. Rd.), Ctuttg. 1839 u. 1843;
Die Harifriiben Edritten F. W. v. Reden, nur
mentlih deſſen Deunchland u. Eurepa, 1854:
Karten von E. ven Bergbaus, Grimm, Kierert,
v. riechtenftein, Sebr, Stieler, Epruner, v. Sy⸗
dor u. Weilend.
Europäiſches Gleichgewicht, ſ. Eleichgewicht
der Staaten
Europaãiſches Gleichgewicht bis Eurotia
erreich, Rußland u. die Niederlande. Bon | verhältnigmäßi
Ber gefammten Schuldenlaſt (vor dem Drientalifden tem meiften e
|
|
|
|
⁊
wenige Sprachen, nm. die bi
en fi unter einen großen @
den Indo⸗enropãiſchen, ordnen. A) Im Of
mebrere Böller wohnen, deren Hanptftamm
Aften fit, werten zum Theil Spraden |
wei d inniſch⸗tatari
a) * ee mit al en ER
Liviſchen nm. Lappiſchen; b> bie Ungartfche €
die von biefem Sprachſtamme am meitefte
Weſten in Europa gebrungen if; cd bie Den
ob. Türtifche Errade (imengeren Sinn). Die
Iprachen Europas gehören B) zum Inbo-eu
den Sprachſtamme; fie find a) bie Be!
ſche ®ruppe: aa) bie. Griechiſche Sprache, ı
Sprache der eultivirten Welt, jetzt nur noch a
griechiſche Sprache in einem Theile des alteı
benlanbs gerebet; bb) tie Romaniſchen St
— von ter Lateiniſch⸗· rõmiſchen ©
welche durch die rẽmiſche Herrfchaft Die ber
Sprache Weſteuropas wurde, mo fie tie Cı
Spraden verbrängte. So bildete fidh bier
Zeit bie Spanifche, 'Rertugiefiiche, Franzbſi
Yante ſelbſt die Italienifche, ferner Die Rhäti
Graubünbtnifdge, u. (dnrb Bermiihung n
wiſchen Glementen) tie Walachiſche Sprache:
Abanefiihe Sprade. In Nordeurepa ifl
Germaniſche Gruppe verbreitet; bazıı 4
aa) von den Spraden tes Kontinente bie D
Hollãndiſche u. (durch Bermiſchung mit framyi
Glemente entſtandene) Engliſche Sipradge, we
Celtiſche Sprache in Britannien verbrängte
Skandinavien bie Jeläntilge, Norwegiſche,
diſche u. Dänifge Sprache In Ofteurera
außer den oben angeführten Eprachen des F
tatariichen Etammes e) die Slawiſche ©
in vwerfgiedenen Muntarten, bef. Die R
Illyriſche ob. Serbiſche mit ber Kroatiſchen
86, Slawakiſche, Bohmiſche, Sorbi
ndiſche, Polabiſche u. Pelniſche Sprache
Lettiſche Gruppe, von denen einzelne ı
benachbarten Sinnen viel Finniſches aufgen
haben, fo beſ. bie Lettiſche Eprache; dazun
noch die Lithauiſche u. Schamaitiſche. Ir
u. Mitteleuropa herrſchten früher e) bie |
ſchen Spraden, bie aber turd bie R
fhen Eprachen u. das Engliſche faft ganz ve
wurten a. mir nech einzeln in England als
Gaeliide, Wallifiſche n. in Frankreich ale &
ſche Sprache fertbauern. Dit feiner antereı
pãiſchen Sprache verwandt, fentern mehr de
rilaniichen Sprachen ſich nibernd ift C) ii
kiſche Epracde in Rerkipanien.
Eurdpos a. Becar.\, 1) Stade in Diacı
am Arica; 2) Statt in Kyrrbeſtile (Svri
Euphrat; ven Juſtinian ſtark beieftige: jest :
(Dierabelas‘, nach Anderen Kelaat el Neiſi
Eurdtas ı2. Geogr.), Hauptfluß in 2
entfprang in Artatien, verſchwand dann eiı
lang unter bie Erde u. fam bei Stiririe mie
Rorichein, fircmte bei Sparta vorbei u. mü:
ben Lakeniſchen Auen. Nah der Zuge bett
nen Namen von @ureted, Sebn des Veler
Iivlee König ven Sparta. Auf ibm gab
Schmine: jetzt Yalilirerame.
Eurotia \E. Adans.!. Bilanzengatin
ter Kamifie der Chenopodeae - Cyelol
j . Atriplivese: Art: E. ceratnides C. 4
@urepaife Sprachen. In Eurepa gikt es
‚Diotis cerat, Z_) in Mätren, Ünterrcic, ©
Eurotium bis Gurymebe |
Zancafıs x.; E. ferruginea (Dio-
v. E.) am Gaucafus, Hyoh
omy-
ih: Rechnd,,
E. Lk), Bu n
ni Fries., Shimm
m anf verfchiebengefärbter flodiger
: E. herbariorum, weiß, gelb,
‚„ auf mehr trodenen Subflangen,
Ineten Pflanzen, Käfe, Brod ıc.
ei ben alten Sriechen ter OR-Süd-
mm überbanpt der Vſtwind.
"hund. ), Pflanzengatt. aus der Fa⸗
ıstroemiaceae-Ternstroemiese,
. L.; Arten: E. japonica, japane-
m a in Eftinbien.
ne der Gorgonen, ſ. d.
yiMerufenfern), Gattung ber
) wer Maſfſe ter Strahlenthiere;
.. Pianjengattung aus ter Kr
Iunescoze-Euryalese, Polyan-
im L.; Suanig &ße alle fruchtbar,
aumwenio6, Blatter beiberjeitd mit
beu visiett, früh aufblühend. Aſia⸗
‚ Urt: die Malannah (E. ferox
hina Dis Bengalen, in europätfchen
made wii eingeführt; E. amazo-
j. & Vietoria regin.
ı) €, Sohn nes Mekiſtent, lämpite
onen 3. unter Diomebes vor Troja.
es Epbeites, Gefährte tes Anecas,
es, ſchlich ſich mit dieſem ine ſeind⸗
e tlamert aber dabei um.
„ Runter ces Pelors von Tantalot.
Sohn des Dorieus, war mehfi Pau⸗
der Spartaner bei Platãã.
Herold tes Odyſſeue, baßlich, aber
Anteren tie Briſeise von Achilles.
1)6. griechiſcher Heros, welcher das
rris erlegte. 2) E. Epheſier, wurde
nat, um griechiſche Truppen anzu-
& ater feinen Auftraggeber an Ky⸗
im Nitertbum als Berrärber ſprũch⸗
aus Keriyra, commantırte gegen
a ber Seeſchlacht bei Sybota.
J E., Tochter Des Pontos, Gemab-
ı Köcs. 2) E., Locher des The⸗
tes Mutter bes Polybos.
y Muſchel, Untergettung von Cleo-
®)E. Cass., Pflanzengattung
ie ber Compositae - Asteroidene-
ıstereae; Arten zahlreich in Reu-
Gray, jo v. w. Tripolium in der-
u. Gruppe. Gurpbispns, Pflanzen⸗
erfelben Familie u. Gruppe; Art:
a, ebb.
B, Epartaner, Beichlehaber ber Ge⸗
riechenland® gegen Xerges in Der
temifion u. bet Salamie, ſ. u. Per⸗
Etiefmutter ber Alciten, welche Dem
y„,weibre Stiefföhne, Otoo u. Ephial⸗
efangen hielten.
Blatyceros), Hirichart bei Op⸗
ber Riefenbirich (Rieſenelen, Cervua
umb.. U, hibernus Desm.), Daber
$ Eicien Cervus eurye, nannte,
„Gatt ter Feifittäier ı P’imeliariae),
Euryeles (E. Salisd.), Mlanzengattung ans
ber Familie der Amaryllideae-Narcissene, 6. Æl.
1.Orba. L.; Urten: E. alata, Cunninghami ir
Reubellaud; E. nuda, E. eylvestris in Oftinbien.
Eurycöma (E. Jsck.), Pflanjenganung aus
ber Familie der Connaracene, 5. 1. 5. Orbn. L.:
E. longifolis, auf Sumatra.
Eurybämad, ein ſehr gemäßnlicher griechiicher
DMännername; u. a. ein boriſcher Prophet, ver-
fand def. die Kun Träume zu deuten.
Eurydlee, Gattung der Afteln (f. d. n) I).
Eurydite, 1) Gemahlin des Orpheus; von Ari-
Räoe verfolgt, floh fie, mwurke von einer Schlange
gebiffen u. Rarb. Orpheus ging aus Liebe zu ir
ın ben Hades hinab u. bemegte durch fein Saiten-
ipiel Die Proferpina, daß dieſe der E. die Rüdkehr
auf die Obermelt geflattete, hoch ſollte Orpheus fi
nicht eber nach ber ihm Felgenden umfehen, als bie
er oben angelommen wire. Da ſich Orpheus aber
eher nach ihr umblidte, um zu feben, ob fie ibn:
auch folge, verſchwand fie u. blieb in ber Uinterreelt.
2) Gemablin des Amyntas, Großmutter Alex⸗
anders d. Gr.; fie lichte ihren Schwiegerſobn Pto⸗
lemãos Alorites u. fuchte ihren Gemahl zn ermor⸗
ben; ibre verbrecheriſchen Abfichten wurden von
ihrer Tochter Sarvene verrathen, aber Amyntae
verzieh ihr; nach deſſen Tode unterflügte fie die
Fg en Plãne bes Ptolemãos, aber obne Erfolg.
2) eier des Amyntao, Gemablin bes Bhilippos
Aridaoe, |. d. 4) Tocqhter tes Königs Antipater,
Gemahlin bes Prolemäos Yagı, |. b.
Euryeloß, die Vurg von Gpipclä in Syrakus.
Eurygania, Zocker des Hpperphas (Periphas).
weite Geubehlin des Obipns n. Dutier der Jomene.
Eurpklea, Olianın ini Janſe Des Laertes m.
dann Grzieberin feines Enkels Teiemachde; hie el»
tannte ben zurüdgelommenen Odyſſeus zuerſt ar
einer Rarbe am Fuß beim Fußwaſchen.
Eurykles, 1) Rame eines alten Bauchrebners;
baber Überhaupt 8) ſo v. w. Bauchredner. 3) Freund
des Auguſtus, wel zu Ehren die Spiele @ury
Ada angeflellt wurden.
@urylrätes, 1) Sohn bes Polydoros, Känig
ven Sparta. 2) (@urgfratidas), Sohn bes Anar-
andros, ebenfalls König von Sparta, ſ. u. Lalonika.
Eurylalıne «kurylaimes Horsjield), Gat-
tung der Singoögel, mit Pipra verwandt, aber mit
ſehr flarfem, breitem, niebergetrüdtern Schnabel,
der an der Stirn noch breiter als Diele, mit ermas
hakiger u. ausgelerbter Zpite: Vögel aus tem Oſt⸗
inbiiihen Archipelagus; Grundfarbe ſchwarz, mit
einigen bunten Stellen. Arten: E. Horstieldi
Temm., in Java; E. naantus, E. coryılon.
Eurylkon, fo v. m. Ailfanios 1).
@urylöchod, 1) Gemabl ber Krimene, ſ. d.
2) ein Gefäbrte Des Oryſſeus auf deſſen Irr⸗
fabrten; bei ber Gejandtſchaft zur Kirke bebielt er,
mährend feine Genofien in Schweine verwantelt
murden, alein feine menfchliche @ejtalt, kam aber
auf Thrinalia, mo er zur Tödtung ber Rinder bes
Helios geratben batte, um.
Eurymädhos, 1) ter mächtigſte unter ben
freien Der Penelope, von Ütpffeus durch einen
Heil getötet, f. u. Odvyſſeus. 2) Führer ber
Pblegver, ſiürmte Ibeben, aritf Bann Delphi an
u. verbrannte Dem daſigen Apcllotempel,
@urnmede, Gemablin tes Olaufes, Mutter des
attung ven Alız iu derielben Familie. Bellerephen.
Bater der Berilda, mit weldher Bofeiten ben Rım
fithect erzeuzie. 2) Agamennons Wagenlenker,
wiate gut feinen Herrn von Ayiübes getörtet.
Eurpmeton (1. Groge.), N eifbarer Fluß in
Tauıpbolien, eurfprang auf tem Tauros u. mün-
dete in ten Quien von Aualia; jezt Kapri⸗Sn
Au 4 v. Chr. Ei Kimens über bie Berker.
Qurynöme, 1) Ichhier tes Okeanes u. zuerft
Semzbliu tes Titanen Opbien, mit melden fie
cz Kreues u. Rhea Die Melt beherrichte; fie nahm
:schrmald ter aus dem Llomres fiinenben He⸗
⁊dũcs au), beberbergie den Balcbot u. wurde von
Zeus Mater ber Tharitinnen: 2) Beiname der Ar⸗
mus, bare ala iolche einen Temzel zu Fbigalia,
der ibriih nur einmal geöttne: wurte: ——
wurde fie cherbulb ale Seib, unterbalb a Ati,
Gurgaömes, ı) kei ten Deirbiern ein Dämen
Nez Unserwelt, weicher ten Tedten das Fleiich ven
den Ancchen iraß. 2), einer ter freier ter Ber
nel Y,4
Gurynorbyunde (Eursmerkinches W'izkon),
Ua:ergattung ter Qaimıng Schnerien: ter Scu⸗-
Sit in mistelzäßig greß, platt, an ber Z pipe
krat, eımas cdig; Art: Graner E. ıE. griseus,
’..talea pıpmaes 2) in Eurinem.
— E. Agassir, Remei.\, icifiler
Fl Urtaung Der Edibursrr.
urmöhen \E. Lund. ;, verweltliche Gürtel-
tdit: gattung.
Enracemurtns (E. Schauer), Aitermerte,
Jsaunz si Ser Ramilie ter Morzaieen, Arteu in
Nexbelint.
Euryipe. Läirz, 1. u. Kalläfkr e\.
Eurgeys E. Cass, ‚ BRunzenasmtung ame ber
Keenlie Compositae- -Senecionideae- Eusene-
<cionese: Artta: am Can m. in Zũbeiri?a.
Surapbaefie Not... jie v. w. Thia
Eurapen ı Eurseden. Enkel des retlet, Echr
See Soer, 'parzaxiiier Köniz, nad ıbm ıf die
mie der ᷣretliden aucd Garspentiden senamnt.
Eurustirud E. Deiay. Kerei.. ‚ Krebagat-
ans aus Der Ordnung der Scuientrehie, iem-
zuen eur is ter Granmade wer: Arten: E. remi-
res Deiuy. E. lacasırı» Harlan, E tetrago-
ki halmus Fischer.
a, ie d. mw. Sermendegel.
XR3VXC
Eurgsüulee, 1) Sedu dee Veieiten u. der Ik
ra, Kazig der Wereder auf Ket: da die Keer
eraige der leute des von ceinem Sturm an idre
SzRt seriNagenen Herallet geiẽdtet batten, ſe er⸗
2Ars Dereadiet ten E. 2) Echn Des Poieideon
2 Ber Kcins, König von Korene, jeigte Sen Argo-
masse un Ser aus den SCorien u, \denlte dem
Karma cine Erdidene, auf Teilen Nee Die
Seriast Tiiens Beute, 3) Zehn Pet duimen,
sseier Ber Scene, fülrıe Die Nerrebuer von Ür-
MER, Akenea x. ın du Sifiee gen irem. .
Terz erdielr er aue dem Veſid det Derdaned
— ——— as Kiftıden u. erdirdte darin det
dee Berdes N smrcich, wecdert idn an?
mat Tas Trefei ned des Nr aa einem Ur:
ya was, % we‘ Xnia Weriden Trier dracdren
TR SORER zu Aros in Ada. we men jede ich
Der Krienie | Racden u I Madéen epieiie. mel-
NT Treu Item abae doũ: wurde Drei
crʒad.: nor en MI. Sohn dee Deremenet.
Krise zu Tienet, nad den Sorte om
Eurymebon bie GEuryisb
— on. 1) König ber ſiciliſchen Giganten, | Laomeden
begleitete u. von biefem has |
farı. 3) Echı des Teleybes u. der Af
nig der Myſier, am Fluß Kaifes. Gi
Heinftod, welchen Priames feiner Mut
beweg ten, biefem beisnfichen: Eyrrbee
Euryfäles, Echn tes Telamonie
ter Zeimetta, König zu Agina, wurtı
Aben al6 Kere6 verebrt.
Exryiiernum E. Mün.), Gatmıı
iiber Schilptrẽten. Nur eine Arı: E
Mün.. aus tem Echieier von Scleubei
Eunryibened, Serstlite, Sobn rı
meet, nahm bei Der Küdtebr Ber Ser
feinem Bruder Freies Yaledümnen ein,
nit Seine Nablemmen bießen @ı
Qursübens, Echn des Stbeneles
tıpre, Unlel res Feriene Ta Zeus
bare, daß ver snerti geborene Perfit
ĩellte, fe keihleunigie Sere die Sebnrt!
u. Der ipüter scherene Serafies, Zchn }
rem Zent, mußte em E. untertban
ieımen Arte die 12 Arbeiten verrichten
ien Tede verlangte er von Reoy, ibm
tes Heratles susinlieem Ta Diele
Nübieren m. von Tbeiens gaflıh au
murten, lam et zum Krieg, in welchem
nen Söhnen tur Sslch, Seratles Se
Exnrıföma :Gregmäuler), 9
ger m iftleier Edlanıen, teren Kep
Nurnri adgeſent, mit einem Manle, b
binzer Pie Yagen geiveiten in: tieie &
Angen enılit magrenz:; ani dem Ru
pen, aut en Beude Scilder. Mant
—— Bar eia: Ei’tleic: Eimurmel
era: Irusmsterm: CrSlangen: S
Giimstern. Term, Grabkensiiene
Eurstöümus, S:ae. is vr. ın. Cola
Eurptäne, Fresinz im Rortireht
rigreiht Griederlant. mir ter Haupıf
rin, Mi dem eꝛten Edꝛæua, we am 7. ı
1223 tie ve hecdea unier Wertes VBezzar
niacıdın ũberẽ-le der Türken eıme
Midradten.
Eutpficn, 1) 218 Kbidia, Sebn
denen Exled a. Eobr Dee Iret, Argon:
iem Feieus, weichen er feine Zedbier 3
Een driden Tbeil jenes Nee gab. 8)
Ares, bürere &rmene 1. d. Ninber u.
Lerafies gerätier. 8) Kemzıır, wurde v
nad Arkırıca wertzien u endlich vor
ware, Da er ibn ale läfuger Freier
main ed. Dermirz . Todꝛer tes Kẽ
menss on Ihn, wieder ad. Nach A
er sur der Sochzeit des Siritboes, wo :
rien Ar: a. Tdren Stihuiizen m. ihr
wa; Sarnen: 3) Ecbn |
Qesleter Des Ice a egenſchũt be
arütee. 1) graz zer * elaneus u
vonite, Köniz za U Aatis i ta Cubẽa; er j
Arster am Bere: m Bogenſchief
aNT ENTIIHER 2. see Rab Cini
dedraeitte: Des {nraNee: nad Anteren
Toter Ic le der Netten Regenikügen
os Kresse, E werstserte ibn aber, ol
Ber ins Sedre. Na Feris, worauf il
Bei: 2. dx Iele zur EHarin machte.
reꝝ Dermet x. Arıtınıre, Argenaut; fü
14
Euftadifdge Klappe, |. u. Herz. n. Enftaät-
ſche Röhre (Cutaäiige Trompete), |. u. Ohr.
Enſtachius (Euftahied, v. gr.), männlicher
Borname, jo v. w. der Ährenreiche. 1) Placi-
dus, lebte im 2. 3abrb. ; er erblidte nach ber Legende
auf der Jagb zwiſchen dem Geweib eines Hirſches
das Bildniß bes Gelrenzigten, das ihn fo anrebete:
Blacidus, warum verfelgft du mich? ich will bein
Heil! Dabur zum Chriſtenthum befebrt, ftarb er
ale Märtyrer unter Kailer Hatrian zn Rom. Cr
it Patron der Näger; fein Tag: 20. Eeptemter.
2) (St. @uftaftus), im 7. Jahrh. Yebrer des Chriften-
tbume in Baiern, einer ter 14 Notbbelſer, |. d.
3) E. I, Eobn Baltuins IL, folgte demſelben 1056
ale Graf von Boulogne u. ftarb 1049. 4) &. II.
Sohn des Perigen, folate temielben bis 1093; |.
Bonlogne (Geſch.). 5) E. III., Sohn dee Borigen
u. 1093 bie um 1125 fein Nachfolger, ſ. ebd. 6)
E. IV., Ente des Borigen, Sohn von Matbilte
von Beulogne u. Stephan von Blois, 1150— 1153
©raf ren Boulogne. 7) S. Euſtachi.
Euftähys E. Desv.), Gattung aus ber Fa⸗
milie ter (sramineae-Ühloridese: Arten: E.
distichophylla X. E., in Chili u. Braſi⸗
lien; E. petraea Desr.. am &ap u. in Amertta.
Eftäthes (E. Lour.), Pflanzengattumg aus ber
familie ter Sapindaceae od. Loch biefer ver-
wantt, 8. Kl. J. Ord. L.; Art: E, sylvestris,
Baum in Cocbindina.
Euftathios (Euftatbind, d. i. ber Beſtändige,
männlicher Borname), 1) E. aus Kappabecien, Neu-
rlatoniter, Schüler des Jambliches, ein großer Red⸗
ner , ging 358 ale Geſandter des Kaiſers Conftan-
tius an den Perierlönig Sapor. 2) ©t. @. von
Antischten, aus Site in Bampbolien, Biſchof zu
Berda ir Eyrien, Dann zu Antiochien, er war auf
tem Concil zu Nicãa 325 beftiger Gegner Des Arius
u. wurbe 330 von einer Verſammlung bei Antio-
chien abgefett u. vom Kaiier Conftantin nach Tra-
janopelis verwieien, wo er (nad And. zu Pbilippi)
337 cd. 360 ſtarb; jein Zag in ber Griedijchen
Kirde: 20. Februar. Schr. griehiih: Hexac-
meron commentarius ac de engastrimvtho.
herauegegeben von Leo Allatius, Leyd. 1629. Seine
Anbänger beißen Enſtathianer. 3) €. von Sebaſte,
ein Armenier cd. Kappabocier, Echüler dee Artus,
war Anfangs Mönch, dann Presbyter zn Cäſarea,
wurde aber bald irriger Meinungen wegen auf Der
Synode zu Neucäiarea abgelegt u. excommunicirt.
Dieſe Meinungen, bie von feinen Anbängern, den
@uftatbianern, welche jich bis zur Nerbammung ibrer
Lehrſätze auf per Synede von Gangra in Bapbla-
gonien 357 bielten, noch mehr geihärft wurden,
betrafen zu jirenne Anjichten über bie Ebe, Lie fie
ganz verwarfen, Faſten am Sonntage, Armutb sc.
E. wurde ſpäter, um ſeines muſterbaften Yebens willen
Eunſtachiſche Klayye bis Euſtylos
fomu6 u. Lehrer der Rhetorik daſelbſt n.feit 1!
bifchof von Theſſalonike; er fl. 1194 u.trug au
slegern Commentare zu Homer (Impei
eis ıny Ilında), Rom 1542—50, 4 Bbe,
1559, 3 Bbe., 2pz. 1825 —30, 6 Ute.
Dionvfios Periegetes ( Yrouynjuara eis 4
»v0:0» , in mehreren Ansgaben dieſes Dichte
jammen. Cr jr. aucb Commentar zu Pinbe
welchem nur Die Ginleitung (herausgegebe
Schneidewin, Gött. 1837) erhalten if, u. th
ſche Aufiäbe n. Briefe, berandgegeben mit
u. Engenicus ven Tafel, Erf. 1532, bie
tungen über den Möndsftand von Tafel,
1847. 6) (Eumatbios), Ayuptier,
lax. aus ungewifler, koch fpäterer Zeit ;
chiſch einen Roman: Syimmen. Hyiminige,
gegeben ven Gaulmin mit (nteimiicher U:
Par. 1618, von Teucher, 2p3. 1792, u Lebe
1825, überjegt von ter Frau Rei le, im
ter Hellas, Yp3. 1775. 7) €. Oabife,) 1667
Hoſpodar der Melbau, f- d. (Geich.)
St. Euſtaz, 1) nieterlänbifche Infel, zebe
nen Antillen gehörig, nordweſtlich ven St.Ch
gelegen, 1,5 QM groß, ohne Ouelle, nur
nen; 3300 Em. (Darunter 500 Weiße); hänfk
beben. Biebzuct (namentlid Schweine m. 3
trägt bei. Zuder, Baummelle, Kaffee, Mais,
bat viel dantel; batmit Saba (19 OR. ein
zugänglicher Zellen) u. St. Martin (4
6000 Em., auch chne Quellen, aber fruch
Zuder u. Baumwelle, 1633—1815 gemen
Iıche Befigung ber Niederländer u. ——
Geuverneur. 2) Hauptflatt ber auf
Siidweſtjeite, Eit bes Gouverneurs, Rhede
2 Forts beſchũtzt. — E. murde 1635 von ben!
länbern beſetzt, 1665 von den ern €
1667 an Holland zurildgegeben ; 1689 nahmeı
Franzoſen, gaben es aber 1697 zurüd, 1781
es ter engiiiche Admiral Rodney, bald bar
Franzoſen, welche es ten Helländern zurüt
1506 wurde E. vorũbergehend vou ben (
dern beſetzt. Da im April 1845 bas Gene
vernemeut ter nicterläntiichen Befigungen i
inbien aufgebeben wurde, wurte E. nebf €
St. Martin unter Das Scolonialdepartement
@uftegia, 1) E. R. Br., Bflanzengartu
ter Familie ber Asclepisdeae verae-(
cheae-Ditasseae, 5. &1. 2. Orb. Z.; Url
hastatsa, E. filiformis, E. humilis, E. Lou
in Südafrika; 2) E. Zries, jo v. w. 3
Rehnb.
Euſtephia (E. Car.), Pflanzengattung
Familie Der Amarxllidene-Narcisseae, 6
Iron. A.; Art: E. coccinea, am Cap.
Enſtöma E. Salisb.), Gattung aus!
milie Gentianeae verac: Art: E. silenil
wieder in bie Kirchengemeinichaft aufgenommen u. ,
Biſchof ven Schafte. Er mar freund Baſilius des
regen, deſſen Schrifrüber das Mönchsleben ibm von
Einigen beigelegt wird, u. einer der Abgeerdneten
ber morgenlaändiſchen Yijchöre an Biichof Liberius ın
Ordn. L.: Arten: E. latifolius,
Kom; er jtarb um 350. 4) E., Fatricier u. Ante-
ceiler in Konftantinopel um 1025 n. Ebr.; er ichr.: ;
Isoi yoorızor zei diammuaror (SJujanimnen-
ftelung Der Zeitbeſtinmungen im Auftiniauiichen
Rechte u. in ten Bafilifen), berausgegeben Baſ.
1561; zulest von Teucher, vpz. 1791, 2. Aufl. ebt.
1302. 5) E. aus Cenſtantinopel, war Anfangs Dia
Euſtorgĩus (v. ar.), d. i. der Geliebte;
fiber Rername.
Euitrepbus F. R. Dr.), Pſlanzengatu
ber Familie Der Lilinceab-Asparagcae, k
3. ang
lius. Sträucer in NeueSütmalee.
@uftröphus, Käfer, Untergattung ve:
caen ı).d. a), aus ter Familie Der Sten
Serropalpida.
€ utölos gr., Baut.), ſchönſãulig, dat
Auge am woblthuendſien wirkende Verbält
Säulenweite zum Durchmeſſer der Säulen
416 Gutpemis bis GEutrepins
mir jeinem Itcruirraser, tem Ratier Iußin, führte, |
mit archer Sracht an, überlebte aber feinen Echrie ·
gereszer nicht: fein Eebn war Athalarich. 2) Eo
».w. Exxrich.
Euthemis T. Jack), Pilanzengaftung ans
ter Ramilie fer Ochnaceae-Ochnese, 5. 1...
Ortu L.. Arten: E. elezantissima. E. pulcher-
rıma u.2.. Räume m Cfindien ;
Ertheſte :v. ar... Harte Leibetbeichaffenbeit N
ers, geligeö Inſect, Untergat- ,
tung vea Dolichocera i.?.;; Kcpf, unten wie |
eme abgeſtudie — Hk } yweite® —* |
lergliet größer ale Tas ie e, fat vieredig,
teret ——— iriria. mr gefieterter Serſte; Urt: |
Euth. s.Sacrophaga chaerophrlli Fadr.u.ım... :
utbybemes, 1) Arbener, nabm 421 v. br. :
Teil an tem Arihluß det Aricbens mir ten Epar⸗
tanern durch Vitiae u. begleitete nachber den Riliat .
auf tem Auge nach Zicilien. 2) E, geb. auf Übiee, '
Serbift. bielt ich Ianaeaı Tberã aut ıL ſeinen No-
zıen rübrt einer ter DTialege Flaute’. 3) Um 2uu
x. übr. König ven Baktrien, i. d.
Eutbydifie yr.:, dae Sickinlafien auf eine :
Haze, '. Atden Ant 1.c.
Eutbymined, Eifer aus Meſñlia, um um '
x. Chr: unidiite Señairita u fudıe fie Ur-
{she ter Üßeridirenunungen Dee Kid zu er⸗
grünten.
Eutbymätrie :r. ar... Ibeil fer Geememie,
der die yeratlinigen Aiauren betrachtet.
utbämie -v. ar. . Grurüikermbe, Deiterfeir. |
Enthumios (Eutiemied Sigabenos ct. Zigabe: '
nes), Ranlianermönd in Senflanrinepel, war ke |
Aleziut Kemmeune jebr angeieben u. R.mım 111». |
Er ſcdrieb gar Sireregung der Kenerei: Ilaroräia |
des uatıze 17,5 609600
O:0r riarems;, in 24 Titel,
berzusgegeien nen Oregeriut, Terger. 1710, la:. |
vea Aranc. Zini. Sen. 1555, Jar. 15Ww: rer Zul
von ten Bogeniten, bersusgeachen von Gieicler.
@ir. 1942: auferten: Commentarius in IV |
evanpelia, bersuägiz. ven Mattbai, oz. 17u2,
3 The, Ser. 1845: Commentarüi iu psalm: s
Sen. 153u u.m. 2.in Galand Bibl. Patr. Tb. 14.
SL Ulmam. Zub. 1883.
Eutbömed xr.. ter Beblgemuiben, Kauk-
GErprier aus Lolrie; Selirch, Geiabrie dee Odvẽ⸗
fec&, hate in der Irunlenbei: an Atalicne Kühe cız
Mirkcaren Temena entebrt. Me Eınmehner keiniz
tee id: \ein Geif ward ald Yohas Würgengel fi:
Tie Gegend: Das Delpdiiche Uratel riers, Den Heree
durc Zuftung cince Dains, eine Tempele un. durd |
jäbrtidäe Dardrinaung der iöniten Jungfrau su
wriöbnen. E. lämpite ipäter mi dem Dimen ı
ũberwend ibn, worauf Dieter unter den Wellen der
jewant u. die Jungerau die Karin Bes C. wurde.
Hochdejabrt itieg Ein den klug Kãlines. wurde nicht
mebr geicben u. gali nun für den Zehn Des ic.uf-
gotid. Ko zur Nömerzeit zeigte man das ichwerze
nr des Felitet, nut ner Welitdaut Nellcidct.
@utbönei ‚sr. Ani.) ın A:den 10, den Archen
un augeordnet, Berionen, melde Recdenſchai:
Ruder verwaltete Amter forderten.
Qutbutdna ar. Am‘, Asınmae areße Arm.
une, nat Denen in den Yauf gelegte Ricile u
Wur ipießke in berizontaler Nina achbetien |
wr;r den; Me Ratınienalıtdbetelaimii fi. |
warn Zac
Eutin 1) At im eidendurgucden Adrian:
Lälcd, mit bem großen mn. Arinen E:
a. Uieilee: 2) Eiatı darin u. Saupı
Fürflenibums cn @ntimer Ber. der
greh, ven eimer Allee umschen u. F
eine Iuiel mit Garten ıL Aalanerie e
ber Regierungebebörten tet Kürttentt
mer, ter Autislanzlei, eines Cenñũñt
Bebõrden; Schleß mit Parl, Narbbs
nafıum, böbere Zächterickule, Kinte:
Urmenbaut, Heĩpital u. Arkeitdanfi:
auftalı; 3000 GEm.: Gekuritert ve
Beber — €. fell nad Ein. 1154 ver
wig, nad Ant. 1160 pem Biicheĩ Ee
angelegt mworten kei Aut tem de
rehtirten tie Drihöte ren Yübed
batte die Yızie Delfein- Eutin
Ramer, |. Selten.
Eutiner, tie Mibärlihen Lũbei
linsttüde, aut 5 Sul bderebgeẽett
@utlig :Ceag... ie r. m. Eirlig
@utöce :E. R. Br.;. Bhansens
Familie ter Nauckiätzersen, Hydı
8.1. OErdu. L: Ira in Rortan
Entöfie v. ar., Ziet.', leid:e €
Sutefiod, 22 A'tzien, wersai,
nern Yebrer Anferet, unt 44 IL
cenken ter Berkle De Arhüunenes
mir Diet neh jemı beigen: aertg:
nientar zu Arslai:se Berz. 1: ser
Antaaben dee Ardunctee u Apollo
Eutsimie v.x., Iritu cab
Entrayelst ı:r.., u mı Zo
werten zenantier Merih, weiber
u. wiig ennt:tim !anıı, Baker @ut
war Ietermann sg: zmsugeben.
Eutrema E. R. br... Fi
der Axinlite Der Crue ſerae-Came
1. Iren. ZL Urea: E Eiwardsi
Rordanicrite.
Eutröns 3 Kar. Seedt ia
iben Theiatä u Flaräi, we Arc
bare: n2& Kinigen bat jemgen F
Eurriäne E. Trin.). Eratga
gamüıe ter Gramineac-Uhiorid:
<ütamentz.
Entritzich. Zaren im Ger
ig I. des fanisıh iächrichen K
Wacbaetud rri Kanımmaarnipirueri
wirtdichatiche: Reichinen, Landbãu
ı ner Yazsige: 1250 ET.
Eutrovius .az.. D.5.ter@eman
. a. Ceerlummere: be: m Satier Arc.
uach Nufins Tede 345: en Raler;:
ſal ernanat. zerzrt cz ch Faq, grau‘
u. Kiel u. ala wand Züilihee;
er auf Dad Drenaen dead Gainas
Mut:ret Tudexia Sea gekürzt, erft m
miele iz Ba, dareri in Tralceren
Tiaasanııtes Neid. 2) alaviıı
Se. Hantına dad @r, Dann Beglei
Juhan gegen tie Verier: er. um
ıtr.: BRreriarıum historiae romaı
zuetũ Nom 1471, Rs: Bann cit,
‚ $areriump, vedd. 1729, u. von
102, w hr ot sum Sculachı
Ztuitg. ISN, von 8. Namebern,
Treat. edd. 189: deuntich ven
ıN. 1790, von Büchiing. Leup
Eutuhes bis Evagiren
17
tutig. 1829; bie griechiiche über⸗ I Früchte geireflen baben. Man erbält tie E. taraus
apito iſt verlieren gegangen, noch
te den dem Sephiſick Paanios
et, zuerſt berauegegeben von Syl⸗
kant ter Seriptores hiat. gr. min.
en Kaltwaſſer, Gotba 1780. 3) St.
Conſtantinepel, Anbänger des Cbry⸗
welte deſen Nachjelger Arfalios nickt
bare tesbalb u. Der Braudftiſtung an
Die deſchuldigt, unter Arcabius bin-
12. Januar.
$, Archimandrit eines Kloſters in
el, Gegner des Neſtorius, behauptete,
chuiche im gartlichen Wejen Chriſii auf⸗
i dem elben zu einer Natur geworden
ite tekbalb ker Dem Biſchef Flavianus
mare inet, u. als er nicht niter-
na Ennete su Conſtantinepel 148 abge⸗
ar erlärte ih die Synode zu Epbeius
in, de witen ẽẽtumeniſchen Cencil zu
n dl worte er vertammt u. ftarb bald
iTil Erine u. feiner Schiller (@utvucia-
zung tphianismus), ven nur Ciner
ı Ehre, tech! verändert, erbtelten jich
temepstien, it. 2) Zo v. w. Eutpdice ss,
WE, Sch 375 —2S%, |. u. Papſie
qNes Zitven gebürtig, Bildner in
a En, Mühe um 240 v. Ehr, Yofipps
:Ztstue Bes Dionyſoe, des Fluß—⸗
seiah der Srstigättin ven Antiechia;
Mm Radbiidung im Vatilan.
es, 1) Er. G., Schüler des Apoſtel Jo⸗
ang "ir Lerbreitung des Evangeliumo;
br 21 I. 2) Patriarch zu Conſian⸗
3; berief bas 5. diumeniſche Concil, wurde
uhren Sl ab⸗, aber 573 wieder einiger
5; alhr.: De resurrectione. med»
abermals in Geruch ter Ketzerei kam.
tler um die Mitte bes 6. Jabrb., Pri⸗
Ber; wide: De discernendis con-
©, Draugeg. von Icachim Camera⸗
15%, u. in Putſchius u. vindemanus
rammatıc. lat. 4) Zait Chn Ba—
Faber, geb. 576 zu Foſtat in Agupten,
‚tan Patriarch zu Alcrantrien von
& fhr.: Contextio gemmarum,
Martige Kirchengeichichte von ter Er-
"Belt bis 940, beransgeg. von Po⸗
85, 2e 3) Eunuch, 711 — 13 u
-152 letzter ECxarch von Italien, ſ.
), Cheift zu Treas; fiel bei einem
8 Panlus noch in ſpäter Nacht einen
frag hielt, in tiefem Schlafe aus Dem
hoch herab. Man trug ibn für
& lehrie aber, wie dies Paulus ver-
pieber ins Leben zurüd.
sfäure (Burreefüure, Chem.),
‚nme fich in ter unter Lem Namen
. Kameelbarn ct. Purrle ald gelbes
im Handel eerkemmenden Subſtanz
ten an Magneſia. Man vermuthet,
Renz aninialiſchen Uriprungs jei u.
cretien (Nezcar) beftehe ; nach einer
ſell fie aus dem Harn ven Bilfieln,
Zlegbaitten erbalten werben u. fell
gen, wenn Tiefe Thiere Diangoftaitue
nten. &. Ruf. Vi.
durch Zerſetzen mit Salziäure. Sie bilder blaß—
gelbe Alocen ed fierniörmig gruppire Nadeln.
die ſich ſehr wenig in daltem Waſſer, lcicht in ſiedendem
löſen, eben je in Allehel. Veim Erbitzen giebt ſie ein
gelbes Sublimat ven Eurauthon. Auch concentririe
Schwefelſäure verwandelt die E. in lebtgenannten
Körper. Leitet man ſalzijaures Gas durch eine allkoheli⸗
ſche röſung der Zäure, fe bildet ſich gleichſalle Euxanu⸗
thon; Eblor u. Brem bilden Subſtikutionspro⸗
ducte. Die neutralen Enranthinſauren Salze haben
bie Formel Casa IIi7 O2. RO; tas Ammonial-
jalz krvſtalliſirt in ftartglänzenden Wlattchen od.
blaßgelben abyeplatteten Kabeln, die fih in Alloboel
nicht Iäjen; Tas Kalıfaly bilder hellgelbe Blätt⸗
hen; das Baryt- u. Kalkfalz find geibe, gal-
Icrtartıge Riederſchläge, die fih in ter Ziebebige
auflcjen u. beim Erlalten fi) wieter gallertartig
abſcheiden; Das bafiihe Mag neſiaſalz iſt der
gereinigte, im Handel ale Jaune indien verlom-
mente Farbeſtofi; das Zint⸗u. Ridelialz ſind
citrenengelbe Nieterfcläge: das Kupierfalz iſt
ein gelber gallertartiger Niederſchlag; das Ei⸗
ienergytulialz ein weißer Niederſchlag, ber ſich
bald ſchwärzt; dat Eiſenerydfalz ift grünlich;
tas Manganerydulſalz citrenengelb: das
Bleiſalz je nach ter Concentratien der Klüftig«
feit mehr ed. weniger fledig u. in Mailer wenig
löelich: das Silberſalz ift gelblich u. gallertartig.
@uranthon (Cben.), Ca» Hız O2, cin Ser:
ſetzungsproduct ter Euyantbinfäure durch Erwär
men, od. durch Behandeln derſelben mit concentrir⸗
ter Schweielläure od. ſalzſaurem Gaſe, bilde: jubli
mirt gelbe Nadeln, bie fih wenig in Waſſer, laliem
Altchel u. Ather löſen; fiedenter Alkebol löft es
leicht u. ſcheidet es beim Erlalten je nach Der Con⸗
centration ter Ylülfigfeit entweder als fryftallini-
ſches Pulver od. in Radeln ob. Kryſtallſchuppen ab
E. 1öft fih in flarkem Ammeniak mit geiber Farbe
auf. Seine allobetifchen Yajungen fällen Löſungen
ven Bieizuder, Chlorbarium u. Chlorcalcium nicht
mit Bleieifig giebt es einen gelben fchleimigen Nies
derſchlag.
@urenia (F. Cham.), Pflanzengattung aus
der Familie der Senecionideae-AMelampordinrae-
Kuzenicae; Arten: E. grata, E. Mitiqui, in
ile.
Euxinkt, halb wollenes, bald ſeidenes Zeug
vgl. Gloſſaret.
Euxinos Pontos (d. i. Gaſtliches Meer), ſo
v. w. Schwarzes Meer, |. d.
Eusilie (v. gr.), Das Nacheifern.
Euzeie (v. gr.), Woblleben.
E@v..., Wörter mit Ev... anfangend, die fi
bier nicht finten, f. u. Eu...
Eva (jo x. w. Dlutter der Tebentigen‘; 1) bie
Yrau Atams, f. u. d.; 2) weiblicher Name, Davon
als Deminutivum Evelina.
Evacuiren iv. lat.), 1) entledigen, räumen‘
daber Evaenant, Terrichtung an Dem Pauptbala
einer Orgel, um den überflüffigen Wind zu ent-
laden; 2) ein Yand, eine Stadte., die Beſatung
daraus zieben; daher Evacuatien, I) jo v. m. Aus
leerung; Kyacuantra, ausicerente Mittel; 2) «kya
cualerva, &. cautler, ehemals Die Quittuna, welche
ter bezablte Gläubiger dem Schuldner leiſtere, ren:
die Schuldderſchreibung verloren gegangen mar.
Evagiren v. lut.), aud-, ab-, uunper.guciin.
18
Evagora »bis Evangeliſcher Bund
Evagöra, Qualle, Gattung der Hutquallen (ſ. | vuftſchiff verkündete, um dort iiber
d.), der Gattung Pelugin verwandt.
Evagöras, ſ. Euagoras.
Evagrius Scholaſticus, ſ. Cuagrios.
|
Evain pr. Ewäng), Ludw. Aug. Friedr., Ba⸗ |
ron E., geb. 1775 in Angers, nahm 1792 franzö⸗
ſiſche Kriegodienſte u. wurbe 1922 Generallieute-
nant ber Artillerie. Er verließ ben Dienft 1824,
der Erde eine neue Gemtiude zu gri
gellcal Alliance), eine Berbindu
Chriften, um eine brürerkihe Bere
den verfchichenen lirchlichen Geme
bahnen, fen Proteſtantiemus zu fü
breiten u. tenielben gegem tie Anar
fatbolifchen Kirche zu ſchützon. Auf!
trat aber iw Anguft 1630 wieder ein; gegen Ende verjammnilung zu Yiverpaolvem
1831 ging
Divifionsgencral, naturalifirt u. wem 24. Mai
1832 bis 19. Aug. 1936 Kriegsminiſter; jeit 1843
penſionirt, ftarb er den 24. Mat 1552. Er hat um
|
r nach Belgien, wurde daſcibſt 1832 ! 1845 warden 9 Bekenninißſätze an
nen man Die Mitgliedſchaft abbäng
lich Die göttliche Cingebung ver Sc
tät, Die gänzliche Bertorbenbeit 1
die Organijation des belgiſchen Heerweſens greße | Natur, Die Erſcheinung des Sebnes
Verdienſte.
Evaleſeiren (v. lat.), 1) ſtärler werben; 2) im
Preiſe ſieigen.
Evalviren (v. lat.), ſchätzen; daher Evalvation,
Schätzung des innern Werths einer Sache.
Evalvis (Bot.), Frucht ohne Klappe, mithin
nicht aufſpringend
Evander, ſ. Euander.
Evaneſeiren (v. lat.), ſich nach furzem Verlauf
verlieren; daber Evaneſcenz, Das Verſchwinden.
Evangeli, Antonio, geb. 1732 zu Cividale in
Friaul; ftarb als Geiftlicder zu Benetig 1505; er
fhr. in Ottave Rime: Amor musico, Par. 1776:
Poesie liriche, eb. 1793; Scelta d’orazioni
italıanı de miglioni secrittori, Vened. 1796,
2 Bde. u.a. m.
Evangeliarium (Evangeliſtarium), bei ven Ka⸗
tboliten Das Buch, meraus beim Hocanıt 2c. Die
für jete Zeit paffenten Stellen aus den Evangelien
abgefungen werben; die Sänger heißen Evangelier.
„Evangelical Alliance (ipr. Emwentichillitel
Alleine), jo v. w. Evangellicher Bund 2).
Evangelical Friends (ipr. Ewendſchillikel
Fremde), eine firchliche Secte in England, 1837
geftiftet, |. u. Quäker.
Evangeltcum, jo v. w. Evangelium 4).
Evangelienbrüder (Briüder- cd. Minori-
ten vom St. Evangelio), |. u. Barfüßer f).
Evangelienharmonie, Bearbeitung der Evan⸗
gelien (ſ. Evangelium 4) in der Weiſe, daß eins
derſelben zu Grunde gelegt u. die in demſelben
fehlenden Einzelnheiten ans den andern ergänzt
werden. Die erſte E. wird Dem Tatianos zuge—
ſchrieben; eine dentſche ſchrieb Otfried, außerdem
gibt es noch eine allſächſiſche (Heliand), |. d. a.
Evangelienleetion, das Berlefen bes Evan-
geliums ın der Kirche. Es gefebab in der alten
Kirche an dem Evangelienpult, reits vom Ambon,
vom Diafen od. Yector. Der Ton, in welchen cs
vorgelefen wurde, beißt @vangelienton (Tonus
evangelii), |. u. Collectenton.
Evangelifche, 1) die Proteftanten, weil fie mır
das Evangelium als Norm ihres Glaubens anneh⸗
men u. die Tradition verwerfen; 2) in ber neue—
ften 3eit bei. Bezeichnung ver unirten Reformir⸗
ten u. Putberaner.
Evangelifche Allianz, f.Evangeliiher Bunt 2).
@vangeliihe Brüder, jo v. mw. Brüberge-
meine.
Evangeliſcher Bund, 1) Sccte in Nordame⸗
rifa, jeit Anfang des 19. Jahrh., beiter ein Schwär-
mer, Georg Miller, auf Die Naht vom 234—25.
Detbr. 1545 ben Untergang Der Welt u. ſeinen Au⸗
u. die durch Denfelben bewirkte Veriöl
fertigung Durch den Glauben alle
feit des heiligen Geiſies bei ter
Sünders, Das Recht u. die Pflicht
tbeil8 in ter Auslegung Der beili
göttliche Einſetzung Des Yebranırev
rer Taufe u. des Abendniabls alo
diefer Grundlage, bei welcher einze
3.3. tie Quäker u. Plymonthbrüde
waren, andere aber, wie Die Baptiit
jein fonnten, beriefmandieYonten
lung für ten 19. Anguſt 1846, 6
Eardiep Smitbe Präſidinm abgeh
welcher Deutjche u. Norbamerikam
u. bei Der zu den angeführten Grun
eins noch einer ilber Die leßten Di
feit, Auferſtehung, Weltgericht t
ewige Seligleit u. ewige Verdamn
bie genauere Organiſation des Bıu
juchte bei. eine Conferenz in M
zu wirken. In Aınerifa war man
jür die Zmede des Vereind thätig
Jan. 1547 unter Holmes gebalteı
wurde zahlreich beſucht. In Beigic
der Schweiz ſuchte man den E. B.
ſich immer ſtreng an die Grunbaı
Dagegen fand derſelbe in Deutſchla
die ftreng orthodoxe Partei vermißt:
das Centrum reiner chriftlicher X
gemäßigte Partei, nanıentlich Die S
Schule, tadelte Die auigeftellten F
lich nahm aber auch in Dentfchland
an dieſem Bunde einen großen Au
Dem nänılich 1855 eineBerfammi
bei Gelegenheit Der großen Intuftr:
balten worten mar, wo über tie ir.
faft aller Länder, über Deutjchland ı
aus Berlin, Kapf aus Ztuttgart, T
berichtet wurde u. die Baptiften |
iprecher fanten, u. nachten auf De
ber britischen Abtbeilung in Gla
lebhafte Theilnahme Des Könige ı
den“ Wunde verfichert worden war,
eine Berlammiung nach Berlin au
teren Zuſtandekommen engliicer S
&ardley u. preußiſcher Seits Kri
Theil auch als Vermittler zwiſcher
u. preußiſchen Theelogen Bunſer
während die ſtreng kirchliche Partei
Hengſienberg, beſ. auf der Berlin
ſerenz, den Widerſpruch zwiſchen de
Lutheriſchen Kirche nachzuweiſen f
Theilnabnie Laran die Geiſtlichen
hängern bie Erhebung auf ben Mond durch eis | derer Seits wieder bie liberalen Ui
Evangeliſche Geſellſchaft bis Evangeliſtaricum 19
xie Uniondtendenzen des Bundes ihre | batte damals 70 Zöglinge. Doch batten ibre Agen⸗
13 aueiprachen, gegen bie 4 Velenntniß-
ib erklärten. Drerkurcb eneflanh auf ben '
ie in Alugichriften 3. B. von Fieberraut,
‚Ktait, Krummacher, Aunz u. 9) eine
mit, tie jedech bauptiäcblich durch einen
a Crlaß, welcher ben Unwillen über die
gun tes Bundes auaiprach, ibr Ente
- a9. Sept. 1557 trat bie Beriamm-
Merlin zuiammen. Es waren 1254 Mit« |
er, 67 aus Preußen, 103 aus an«
füntern, bie übrigen famen auf bie
Kerepäiden u. außereuropäiichen Yänper,
KEG Engiont, iegar Amerika, Afıen, Afrika
An tie Eröffnungerede Krum-
20 ber: fi — der neuntägigen
me große Zahl von Borträgen.
Slftahe kat im Dane ter Brübergemeinte
IE Über Ne Serfammlung waren nach bem
* Oteuipunfte ſebr abweichend, doch
ken ti der Berliner Berfammlung allfei-
* acaen Zuſtänden ber Gegenwart
R Wctigen Erigniß. Vgl. Repertory
Pfocgedinos of the conference from
he 2 Septbr. 1845, vondon 1947;
* Erangelical Alliance, ebd. 1947;
ię del’esprit par le lien de la
r 186; Mann u. Blitt, Der evangeliſche
Lı1sz
Üifde Se Felſchaft, eine Geſellſchaft
!
5, deren Z rad et gebt, bie evangeli-
N m allerz Ritteln, welche Gott an bie
iR derbreĩ den. Sie entſtand beſ. unter
kinfluß Bald nach der Imirevolution
u Proteft nien Religiensfreibeit zuge:
m Gent, Don wo aus beſ. Die proteflan«
hner der Sevennen durch Reiſeprediger
m Toulo aa ſe, wo für Verbreitung von
ybaunn3SNchriften gefergt, n. in Paris,
mesiheße Firbie evangeliſirende Thã⸗
Breteſta rrren in Frankreich errichtet
ve Beſtreb za igen wendeten ſich vornebmn⸗
ger einer datbeliſchen Benäiterung leben⸗
38. indem fie bieie zu einem Ge—
Agnd \aMeite u. mit Wibeln u. Tractüt
a, ꝓaxch aber unterftütte fie die vom
get N Proteſtantismus Übertretenben
ven u. trat der freifinnigen Richtung Des
u Migegen. Die Geſellſchaft hat
ie REN fit entfaltet, Aettapellen, Schu⸗
anime, Bahſenanſtalten, Häuſer für Kranke,
x. errichtet, u. ſich durch Die
Hamfeit ihrer Agenten Wege
ze weitere Thätigleit eräffnet. Sie gilt für
uaptisägrtin key Methotiemme u. wirkt ent⸗
a fi de Trennung ber Stircbe von dem
x, De fh durch bie 184% gegrünbete Inde⸗
bereits vermwirflicht bat, wäh⸗
Die ven ür getrennte, ebenfalle firchlich ge»
Grsgefühe Befelifhatt ded Nordens Vic
Men der Etaatelirche zu ferdern ſucht / da
er unit über fo viele Mittel, ale tie von
ı Gemitien ſeht begünftigte E. ©. gebietet.
- ©. Arınlreie batte 1353 19 Prediger,
ngeliften, 40 Yebrer u. Yebrerinmen im
Ktreanmehr ala 100 Orten wirkten. Shre
Abule zur Vorbereitung anf Diele Arbeiten
Abenbmahlsfeier flatt. Tie |
ten nicht nur mit vielen Hinderniſſen zu kämpfen,
jontern es wurden fogar mebrere ihrer Kirchen u.
Kapellen geichloffen. Beide (Befellichaften haben
Berbinkungen mit der Guſtav⸗Adoelf⸗Stiſtung an⸗
geknilpft.
Evangeliſche Kirchenconferenz, eine Ton-
terenz von Abgeordneten der meiſten deutſchen
Kirchenregierungen, um eine größere Einheit der
verſchiedenen Landeskirchen Deutſchlande in lirch⸗
lichen Angelegenbeiten gu vermitteln. Die erſten
Schritte bazu deihaben 1445 von Breuften m.
Württemberg durch Znerblage u. (Arüneifen, vie
unter Aueienvung einer, von Znetblage u. Rup⸗
Nein verabfaßten Punctation Die übrigen Kirchen
regimente zur Theilnabme veranlafiten. Die erfte
ten 30 Abgeordneten befuchte Konferenz fand 1446
m Berlin ftatt u. bielt Aeratbungen über Die
Eultusfrage, Aber Nirbemmweriaffung ır. über das
Bekenntniß. Tie Bewegung 191% unterbrach biefe
Cenferenz, nt. dieſelbe trat erfi 1852, bei. anacregt
fur Pie Kirbentage iſ. d. in Ztuttgart ı. Elberfeld
1850 u. IS5l u. unterſtützt durch dae 1452 bes
gründete Kirchenblatt ala Centralergan, in Ei—
—* ch wieder zuiammen, mo über bie Herſtellung
eines allgemeinen Geſanabucht, iiber Die liturgiſchen
Einrichtungen, über die Rehandlung der Secten, über
rie Beauffichtigung der Geiſftlichen, über Kirchenviſi⸗
tationen, iiber die vutberiſche Ribelũberietzung ec. An⸗
träge geſtellt wurden. Bei der Conjerenz 1853 wurde
ter Geſangbuchbenwurf mit 150 Kernliedern are
genommen. Uder Pie liturgiſchen Einrichtungen
hielten einzelne Kirchenbehörden, da ce in Eiſenach
sn Teiner Einigung kam, 1552 u. 1854 befone
tere Konferenzen in Tresten, Bei ber Konferenz
1854 beicbättigte man ſich mit Der Bebandlung Der
Seeten, mit ter Geiligbaltung Der Zen u. Feſt⸗
tage, mit Der Feier dee Angoburger Relinionstries
tens, mit ter Mitwirkung der Gemeinden bet
Beſetzung geiflliber Zellen, mit Syvnedalweſen,
Abbalten ven Palliensandachten ac., jedoch wurde
zugleich beſchloſſen, fich Kilnftig nur alle zwei Jabre zu
verfammeln. Eine weite Sammlung ven Nirden-
lietern, aus ber Seit ven 1750 an, wurde abge⸗
lehnt. Die 1856 gebaltene Konferenz ber evangelifche
lutheriſchen Kirchenbehẽrden durch Abgeerdnete im
Dreaten batte cd wieder mit ber Yiturgie zu tbun.
Die Conferenz in Eiſenach 1857 erftattete Bericht
über den Erfolg ber zeirberigen Veſchlüſſe, u. es
ergab ſich, daß Denjelben nur in einzelnen vändern
weitere Felge gegeben worden war. Die meiteren
Verbandlungen betrafen die Kirchenzucht, Pie Ebe⸗
ſcheidung, Bas Begräbnißweſen sc. Mebrere deut⸗
iche Kirchenregierungen, 3. B. Reuñ ältere Yinie,
ZchaumburgLippe, Hamburg, Aremen, Frankintt
u. Kurbeſſen waren bei ber Conferenz nicht vertreten.
Evangeliſche Männer ıEvangelicl virb, f.
Erangeliften 3. ,
Evangeliſche &tände, fo v. m. Corpus evan-
zelicoruimn.
Evangeliſche Unten, fe v. m. Unien.
@vangeliiher Verein, 1) fer. w. Erangeli«
ſche Geieſiechait, ſ. d. 2) fern. m. Guſtav-Adolf⸗
Verein, j. d.: außerdem 3) eine Menge ewangelt-
icher Vereine im u. außerbalb Deutichlandse fiür
veritierene Zwece.
Evangeliſtartcum Rirchenw, fe v. w. Evan⸗
geliarium F
18
Evagðra. Out .
d.), ber Gatmugl
Cyagöras, i :
Evagrius Edi.
Evan in. =
ren E., geb. 1%.
ſiſche Nrieastı : ... ulas u. Ice
nant der ir. . ent Bildenden
trat aber ii: nn. Zieduig darge⸗
1831 U dicrenymus dem
ande
x rpesitil
"2 coll,
X Avboſtel
ug "nlietee
Ni Iedend-
Diem. „„ Neanbengeftalt bei⸗
18 nz Deut Geſchlechts⸗
vn x. Waius cin Löwe, ald
N Ha CEdriſti: Dein Lukas
> nenclteriwirte Des Eriöjerd
np ct Adler, ald Sinnbild
asus 4) beiden Irvingia⸗
ua Nudeiibeamtete, melche Das
„Sein außer ibrer Gemeinde Ste
d2yh die 4 jeidenen Stücke der Al⸗
“ui Wriediichen Kirche, ſ. u. Als
1) >e vier vornebmſten Familien in
"uttiiieni, Carnaro, Bragabini u.
Kusugetiteninfeln, 4 Heine Inſeln im Stillen
, der AMgKüflenen Patagonien SSudame⸗
eſtlichen Eingange Der Magellanſtraße.
Euangeliſtenſchulen, ven Salenti in ber
sing Jemijtete Schulen, in Denen beiĩ. Sant»
arndarnden u. (abrilarbeiter von tegenannten
Aponelu Unterricht in der Neligien erbiclten, u.
daun wieder ald cine Art Miſſienäre andermwärts
Unerricht ertbeilten. Solche wieder Unterridt er-
cdeueunde Schüler bießen Gyangelilen u. verdreie⸗
ur ſied außer der Schweiz auch in Frankreich u.
Deutſoland.
Evangelitum \v. ar.\, I) frebe Beticheit: 2) die
Weritait von Korte, als Dem Erleſer: oft dem
Modaiſeden Were entgegengeiedt: 8) ın der Des
matt? dezzedt inen das Wert E. in didniicdem
EC pradgehramd aui die jrode VRericheſ: vom Reide
Motte, im fırdisden Zrradsehrsud eder auf
die jrede Nerbaitnon der iundenderzedenden Enade
Bette: HM Tuch der 4 Säriiten ded Daituue,
Wales, Yuiss u. Jedennes, in denen dreie Vers
u die äigelunsen von dem Leden Jeſa entbalıın
REP: I Gvangelicum. Erangeitkead dre DT
de Zanmuns Ar Nadnddn von den Venen
Sea un Mami ga in arcetsrten Zärtiın
enden Bias NT Seit gu S Jeder ı
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im Sein sce mn in Daseiensen
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Lertizrur
Erir:: Sinn Erima
men: aan ge. Megan. adue.s
EN? I: sr Peer
ne ‚pHueh bi Evan
tanntefte der brei fübeuropätichen Arten t
pendigaster.
Evans (ſpr. Ewwäns), 1) Thomas,
General, trat 1793 als Freiwilliger in ten
warb 150 M. jeibft an; er fänıptte 1794 u
Weſtindien u. Irland u. 1796 bei der Einn
Demerara u. Berbice. Aus Amerika zuri
gerieth er 1797 in franzöſiſche Gefaingenic
dann thätig bei den Operationen von DI
Quernfey 1798 u. 1799, an ten Küften ı
nien u. Malta, in ter Canıpagne von
1501, in Weftindien 1S04—6, in Tauad
1811 u. in ten Vereinigten Ztaaten 1
2) Sir de Lacy E., geb. 1787 zu Mi
land, trat in bie Dienite der Citintiichen
nie, focht 1810 mit bei der Einuabme
Mauritius u. fam Darauf zur Armee auf
nätthen Haltinicl, mo er an ten Schl—
Hermoza, bei Vittoria, jomie 1813 in Den
u. an benKämpien bei Toulouſe Tbeil na
focht er in deu Vereinigten Staaten u. w:
bei feiner Rüdlebr Hauptinann, bald Dar
u. nah ter Schlacht won Waterleo, tin I
Adjutant des Generals Penionto fungiri
lieutenant. In ber felgenten frietend
Activitãt getreten, wurde er 1831 für Rt
für Meftminfter ins Varlament gewäblt.
liberalen Partei bielt. Als 1835 Englan
nigin Thriſtine ven Zranien eine Legien
Karlilten zu Hütte ĩchickte, erbieit T. dad T.
derielben u. wurde zum irantichen Senerall
ernannt, er ̃ocht mit abech'eiatem Grfelge
Sedaftian, Vilbae. Veũñages, aui den S
Amezagana, ver Irtsziestt u. Hernani
den feldzug 1837 mis der Sınnzbme v
werauf er feinen Abihied nehm. Nach
zurũdgetebrt, nehmer jenen für W
im Tarlameat wieder cn, wurde Cherl
Eeneralmater. Don Mizißenum Derb
1852 mir greſe: Ertibirrenbeit entgegen
az wur Serwerfinz der Virsbl wu
stgcleont. Sam Genirstiezinanterbeb
⁊ dei Ausbict Ned Knezes om Iren I
ante der mama Dart, min am
egamıın Inn ads an rien, bei
2 Nelerman ui, Minze aber Daraıı, wel
mederndar zu Ber Sormaca Nresführ
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22
Eveque bis Evertfon
lehren; E. stulioegum magister, ber Erfolg überzeugt | wand, Holz u. a., fabricirt Holzſchuhe, Ol,
die Thoren.
Evease (fe, ſpr. Ewech, 1) Biſchof; 2) (7E),
Sorte Burgunder Weine.
Ever (Sei 8w.), jo v. w. Emer.
Everard, Sean, fo v. w. Johannes Secundus.
Everberg, Dorf im Bezirk Ath der belgifchen
Provinz Hennegau; 3478 Em.
Everdingen, 1) Cäfarvan E., geb. 1606 in
Allmaar, Maler u. Baumeilter, Schiller von Ian
von Bronkhorſt, lieferte Portraits un. Gefchichtaftiide;
ft. 1679. 2) Albert var E., geb. 1621 in Alt-
maar, Bruber des Borigen, ftudirte die Malerei
unter Roland Savery u. Peter Molyn u. bildete
fih zu einem ber größten Landſchaftsmaler feiner
Zeit; er fi. in feiner Vaterſtadt 1675. Zu Gegen-
ftänden feiner Gemälte wählte er vorzüglich wild⸗
romantifche Bartien norbijcher Banpfhakten, zu wel⸗
chen er in Norwegen, wohin ihn auf einer Reiſe ein
Sturm verſchlug, gründliche Studien machte; von
ſeinen Gemälden finden ſich mehrere in den Gal⸗
lerien von Berlin, Dresden, München, Bien ı.
Etuttgart. Auch rabirte er in Kupfer, u. befannt
find von ihm 162 Blätter, darunter 103 Landſchaf⸗
ten u. 57 Illuſtrationen zu Reinede Fuchs.
Evereſt (Mount E.), vom Oberft Waugh ent-
bedter u. nad) deſſen Berechnungen ber höchſte ber
bis jetzt befannten Berge ber Erbe; er liegt im
Dimalayagebirge 274° nörblider Breite u. 56° 55°
öftliher Länge von Greenwich u. ift 29,002 engli-
je cd. 27,212 Parifer Fuß (= 4545 Toifen) hoch.
Bon ten Eingeborenen wird ber Berg Deva-
dhunga genannt; den Namen E. erhielt er 1857 zu
Ehren tes Oberften E., früheren Chefs der großen
Oeneralftabsaufnahme von Indien. An feinen Aus-
läufern gebt die große öftliche Heerftraße von Nepal
nach Zibet u. China hin (daher auch Kutighat,
bie are Pforte, genannt).
verett, 1) Alerander Henry, aus bem
Staate Maſſachuſetts, Geſandter der Vereinigten
taaten von Norbamerila am niederländiichen
Hofe, ging 1825 nad) Spanien, un den König zum
Frieden mit den abgefallenen Colonien zu bewegen,
jedoch ohne Erfolg, u. zog ſich unter Jadjons Präfi-
dentſchaft ins Brivatieben nach Boſton zurüd; er
ſchr.: Europe, or a general survey of the pre-
sent situation of the prineipal powers, Boft.
1822 (deutſch von Jakob, Bamb. 1823, 2 Bde.);
New ideas on population, Lond. 1823, 2. Aufl.
Bofton 16526; America, or & general survey
of the political situation of the several po-
wers of the western continent, ®hilab. 1827
(deutich Hamb. 1828); gab auch eine Zeit lang das
Northamerican review beraud. 2) Eduard,
Bruder bes Vorigen, anfangs nnitarifcher Geiſtli⸗
her, dann nad einer Meile durch Griechenland u.
Europa Brofefior der Griechiſchen Sprache an ber
Univerfitäit Cambridge in Maſſachuſetts, überſetzte
bier Buttmanns griehiihe Grammatik ins Engl.,
Cambr. 1521; wurde Congrefmitglied, ſprach bei.
gegen bie ſchlechte Behandlung der Indianer u.
wurde 1536 Gouverneur des Staates Maſſachu⸗
ſetts; IS4l ging er als amerilanifcher Botſchafter
nah Lendon u. wurde 1943 zum Gejanbten u.
außerordentlichen Wotichafter für China ernannt,
weben er ſich jedech erft 1826 begab.
Evergem, Wartifieden im Bezirk Geut Ber
belaiichen Provinz Tſiflandern; Handel mit Lein⸗
wollenmaaren; 6612 Ew.
@vergeten, fo v. w. Euergeten.
Everlafting (ipr. Emwwerlafting, d. i
danernd), ein früher nur in England, jetzt
Deutichland gewebtes, bamaftartiges Wol
auf welchem bie erhöht liegenden Figuren u
geihnitten find; bei. zu Beinkleitern.
verninfaure (Chem.), Cıs Hıo Os,
neben Orfellinfäure aus der Evernfäure, wı
diefelbe mit Kali kocht u. die Löſung bur
Kohlenfäureftrom zerjett; fie bildet farbl
ruch⸗ u. geſchmackloſe Blättchen, ift wenig |
altem Wafier, ziemlich leicht löslich in Ti
leicht löslich in Alkohol u. Ather. Beim
entmwidelt fie einen angenehmen Geruch u.
Sublimat. Beim Kocen mit Barytmafler |
fein Orcin. Die ammonialalifhe Yöjung
ber Luft nicht rotb gefärbt. Das Barptfalı
liſirt in barten fächerförmigen Kroftallen; |
berjalz ift ein weißer Nieberihlag. Der
faure Äther, C22 Hıs Os, biltet prismatif
ftalle, die ohne Geruch u. Geſchmack find,
in Waſſer, aber leicht in Alkohol u. Äiher!
Evernfäure (Chem.), Cs Hıs O1s,
ber Yecanorjäure homologe Tslechtenfäure, fi
nach Stenhoufe in Evernia prunastri.
bet Feine gelbliche Kryſtalle, tft unlöslich in
ſehr wenig löslich in fiedendem Waſier, lei
lich in Aliohol u. Ather; fie iſt geruch- u. ge
106. Mit Barytwaſſer längere Zeit gekocht,
Orcin u. Koblenfäure. Bei ter trodenen i
tion bilbet fie ein bewegliches Ol u. Orci
ammonialaliihe Löfung nimmt an der Luft
nach eine dunkelrothe Farbe an, mit Ei
löfung färbt fie fich gelblich).
Everriten (v. lat.), ſegen, mit bem Bei
kehren.
Evers, Anton Clemens Albrecht, geb. 1
dem Moritzberge bei Hildesheim, bildete
Dresden zum Genre⸗ u. Hiſtorienmaler, gi:
nach München u. malte vorzugsmeile Sce
dem Volksleben u. aus dem Yeben großer
der Wiſſenſchaft u. Kunſt, jo Johannes Gut
die erften Broben ter Buchdruckerkunſt auf
Yutber auf der Wartburg die Bibel übe
Hans Sachs in einer Weinlaube dichtend.
Eversberg, 1) Statt au ber Ruhr in
Meſchede bes preußiſchen Regierungsbezirk
berg, Tuchfabrikation, Dachſchieferbrüche
Ew.; 2) Spitze des Harzes in Braunſchw
Hohngeiß, 2028 Fuß hoch.
verswinkel, katboliſches Pfarrdorf ir
Warendorf des preußiſchen Regierungsbezir!
ſter; Poſtexpedition, Vieh⸗ u. Krammärkte, 11
Evertiren (v. lat.), umſtürzen; daher @
Umſturz.
Evertſon, Familienname mehrerer hollo
Seehelden. 1) Cornelius, geb. in Bli
Admiral der Generalſtaaten, blieb in ein
Ihlacht gegen die Engländer 1666. 2) J«
Bor. Bruder, ftieg bie zum Range eines
mirals, verlor in ber Schlacht am 4. Aus
welche Ruyter u. Tromp dem engliichen '
Dont lieferten, ein Bein u. ftarb Tage
I Die Staaten von Zeeland ließen beiden NY
|
in ber Petereliche zu Viddelburg ein pı
Grabmal errichten. Bgl. Zonge, La vie di
Gyetaiuen b6 Guelation
kauut war, endlich auch, obmebl Dies beflritten iR
Zeeiani Janet Corn E.. Vapd. 1317.
retiue, Der Saehn ven €. 2), yeichuete
aö3 sur See gegen bie Cnyläuder u. Kran:
ı, vernichzere ber Den Inſeiln von Virgiuien
ai einert englüichen Flotie u. drı Keuiount-
franzcftiche qilette, wurde 16808 Admiral
ate als iniber die uiederlãndijche Flotte,
pas Ieilbeum ron Uran.en nach Eugland
wit. 1706. dd Gelin. Bruder des Vor.,
ı veriebickezien trichiigen Scezũgen in Den
sem, ſpomichen u. baltiicheı Meeren
m Autbeil u. Rack 1721 ala Admiral.
triren v. fr.\, 1) ſich beiühigen, 2) ſich
1.
ham ('vr. Ibmeebimm:, Borougb iu der |
ı G@rafihats Sorceſterſbire, am Aven u.
ıkaaı ven Izierd nad Wercefter, Ruine
zei; jenber eim Mitglied ine Parlament;
e. Sıer 4. Auq. 1265 Sieg Tea Prinzen
— nn — —
bei reinen Schenluugen. Bal. Müller, Die Lehre
ton ter Toeictieu, Halle 1551, 1. Tbl.
Evident ıv. Iat.:, Mar, venriih. Daher Bat
Bew, Lie Turch effenes Vorliegen ed. vollſtändiger
Beweis alleın weifel entrüdte Wabrbeit
Evileſciren (d. lat.}, aering, wertblos machen.
Evil Merodach. ven 562— 561 v. Chr. König
vou Nabvien, in © (Geſch.
user ten Grajen Leiceſier; Heinrich III.
durcdh von ſeiner Gefangenſchat Leiıeit.
verided x @ecgr., Veil in Libven, an
Kühe Atlas; zu ihnen verlegie man die
Deenten
‚dar, amf ter Stelle, ſogleich.
Estae. Zuatt am Deuierice u Hauptort
dmzzugen Amtes in ter ſardiniſcheu Pro⸗
ıbL2ss, hat Dlimeralauelien u. ein jebr be»
se Ampbien, Haudel mit Kaftunien, Kirich-
Rugel: 2200 Cw.
tise ıv. lat. Erietie), der in Folge eines rich»
Urrteile erlittene Verluſt einer Durch ein
imma unzultiges Kechtegeichält erworbenen
Euutisnsflage, Die Klage, Turch welche bie
we am’ E. gerichtlich vericigt werden.
Keitung ıkvictionis praerlatle, Bemwähr-
3, tie Schadleebauung des Tu E. Der-
Verer,. welter eın Recht cd. eine Sache im
Lsmıen aut cinen Audern rabıegültig über»
uetor,, ti verpflicgtet, daiür zu fichen,
en Las Erbaltene auf rechtlichem
ane einem zer ter Erwerbung begrünte-
re eines Dritten nicht abgeſtritten werte,
dres geicbiebt, Ten Grmerber ſchatloe
ı Dieſer Bart jerdoch nicht Durch eigene
se. freiwiſlig Den Eriolg der E. veranlaßt
ıupe bei tem Rechiefireite nichts verſäumt
cdurcb die E. bätte vermieten werten fän-
mentisch nu in ker Regel Der Fırluft Dee
e. ter Zade durch Urtel u Recht entichıe:
m Aucter ber entitantene Rechteſtreit zei⸗
at gemadt werden fein (L.itis denun-
. Zer Umiang der Berbinklicfer zur E.
wren. je nachtem ſich dieſelde auf ein Ver⸗
grüntet, cd. nad) ter Natur Tea Geichäite
Bunz ter Obligatien gellagt wird; in je⸗
I beſtimmt base geibane Verſprechen die
ex Eutichãpiaung, in dieem iſt der Anıt or
en Erſatz deſſen verbunden, was Lurch Die
ren wurde. Tie Z-slertung fallt vrea, wenn
lich anegeniacht wu:te, daß ir E. ni.bi ge
arde Pactum de non prarstiicia evice
ferner wenn biı einet veranſtternten Uni-
juris nur eiujelne Zasben comictut icce
eizer Eurtiv spei a. „uch ale n.errben
2, menu dem Arkerii ten ſern der Er—
"32 benhraaßie, winct. oe. am
bei
Eviuciren :v.lat :, durch richterlichen Aueſpruch
Jenaud eine Suche abftreiten. Daber @vineent
der einem Andern eine Sache ob. ein Recht im Wege
tee Preceſjies abſtreitet. Krindieaterlam, ıın Nömie
ſcheu Rechte Die Den Nicbteripruch entbaltente Ur
kante, tag Ciner im den Reñt ciner ſireitigen Sache
gelegt u. in dem Veſig derſelben gegen Eindring⸗
linge zethliet werden Tollte.
Eviſceriren ıv. lat.), aueweiden, austdärmen.
Evitiren v. lat ), vermeiben.
Evocati rdın. Ant.', Seldaten, weichenad Rer-
laui Ber Tienitzeit zwar des Dienſtes enitafien waren
u. zum Yobne Yäntereien erbalten batten, lich aber
beim erfien Auigebet (kvocallo) wieder zu den
Fabnen ſiellen mußten. Sie wurden unter ba@
ganze Heer vertheilt u. erbielten kan gleich bahern
Rang, namentlich war ihnen der Zchut der regiene⸗
aber anvertraut; fie durften ſich auch ein Pferd
balten. 10, 000 ter von Cäfar entlaſſenen u. bes
giiterten E. rief Octarianus wieder qu feinen Fab⸗
nen; unter ten Naifern hörte das Verhbältniß ber
E. ganz auf.
Erocatio ılat.:, 1) das Seraus-, Servorrufen,
Verfertern; bei. 2) Aufgebet ber ſchon gedienten
Mannidait, f. Evocati; 3) Lie Aufforderung der
Schutggottbeiten einer eroberten Stadt, dieſelbe zu
xerlafien, f. u. Devotien Jı: S)«E. re. fo v. w.
Citatio; 5) (&vecation), die rechtlihe Belangung
Jemandes ver ein für ibn ausländiſches Gericht.
@vocaterium, Rerlatungsichreiben.
Evsciren ıv. lat.), 1) ausrufen, vorladen; 2)
beichwören.
Evodia, 1) «Hügelbiene), Infectengartung,
fe v. w. Colletes Zatr., f. u. Blumenbiene A) n);
2) E. (zärtn., Pflanzengattuuq, fev. w. Apntho-
ıhylilum „Juss., 2) E. Se. Hl, Pflanzengattung,
on. m. Esenberkia HM. B.K., 4) E. Foret.,
Prlanzengattung in Derfeiben Familie u. Gruppe;
Arten in Java, Tflintien, Weuguinea.
Evodlus, get. in Tagaſte in Rumidien, Rreumb
des St. Auguſtinus, ftarb (nach 427, ala Biſchef
von Ilzalis. Er berbeiligte ficb bei., auf Zeite der
Orthodexren. bei Ben Belanianifcben u. Tenatiltiicben
Zrreitiafeiten. Ben ibm iſt noch ein Kragment
eines Briefe an die Mönche in Hadrumetum librig.
@vehe, tor. m. Eua
Govolüte Maib.', E. einer Kurve et. krummen
Yıne beit in Per Geomettie eine ſolche frumme
vinie, in der fih alle Nriimunnnaebaltmefier der⸗
gſenigen krummen Yinie endinen, Deren E. fie ges
-nanıt wird.
sıcen unvelllemiiche Acıyl sie ulssirie ,
Evolution tw. It), 1) Entwickelung, Ent⸗
billun®, Dir Act der Entiat:ung vorzüglich Der
Blatteren. Blütben ans den Nneipen, au Die
Entwrtelung einer aanzen Kilanze; 2) (Matb.),
eine Stage A nereipeni ranesutree beriihrenden
alle Bo ice Linsnuiken Puuties derſelben
durch ae ı.re Sagen an ber Kurse Sie wird
2
dargeflellt, indem man einen bieglaınen undehn-
baren Faden an den converen Theil einer frunmen
Linie legt, ihn an einem Ende daran befeftigt, an
dem antern Ende aber ibn in ber Richtung ber
Tangente biejes Punktes anfpannt u. nun unter
Erbaltung biefer Spannung, von der frummen
Linie bie dahin, wo er feine Beieftigung bat, all
mälig ablöft (abwidelt), fo daß dabei ber abge-
widelte gerate Theil des Fadens immer die Curve
in dem Puntte berührt, mo er fie verläßt; die
frumme Linie, welche Dabei irgend ein Punkt Dee
gerablinigen ZIbeils des Fadens beichreibt, beißt
die durch E. erzeugte od. evolvirende Kinie (@vol« |
vente), Die urfprüngliche Curve dagegen wird in
Bezug auf Die nun entſtandene Die Evolpte genannt.
Die Evolute ift bie ftetige Felge ter Krümmungs⸗
mittelpuntte aller Pnukte Der Evolvente. Analytiſch
findet man daber die Gleicbung der Evolute, indem
man zwiſchen den beiden Gleichungen
d’y dv\?
+14 ()- oum
d?v dy dy\?
Re) tt () )
mit Hülfe der Gleichung J — f (x) ber Evol⸗
vente, bie veränderlihen Größen x u. y elimi-
nirt. Huygens gab zuerft die E., u. zwar für bie
Cykloide, Iyntbetiih an. Spätere Diatbematiler
(def. 3. Bernoulli, ©. W. Kraft, Euler) beflimmten
ihre Eigenheiten nach ber Analyfis des Unendlichen.
Nur durch E. der Eyfloibe, ber Epicykloide u. ber
Spiralen (f. d. a.) merben Diefelben Curven od.
ähntiche erzeugt. Die durch E. eines Kreiſes be-
ſchriebene Linie ift als eine EpicyMoide anzufehn,
deren erzeugenter Kreis einen unenblich großen
Halbmefler hat. Eie kaun ins Unendliche wiederholt
werben; es ntacht taber auch Die dadurch erzeugte
Curve unendliche Umläuſe, Die ſich immer mebr u.
mehr erweitern. Die Linie, deren Evolute ein Kreis
iſt, findet in der Mechanik Anwendung; nach ihr
muß nämlich, wenn die Hebelatte eines ſenkrechten
Stampfers, mit gleichförmiger Kraft u. Bewegung,
ohne Klemuung geboben werben ſoll, u Der
Hebedaumen gejernit fein. Analytiihe E., bie
Umwandlung irgend einer analytiſchen Zuſammen⸗
jegung in ein Aggregat von Glietern, es fei von
einer endlichen Anzahl, ob. einer unendlichen, 3. ©.
eines Products, eines Quotienten, ter Wurzel
einer Sleihung, der Größe, nach welcher eine Reibe
eorbnet ift. Gegenſatz Inpolution; 3) (Med.),
o d. w. Entwidelung ; 4) (Kriegem.), jo v. w. Ent-
widelung einer Zruppe, |. Eutwidelung 5). Auch
bie Bemegungen einer Flotte u. ibrer einzelnen
Schiffe auf Der See; die Manövrirkunft bebandelt
bie E. der einzelnen, Die Seetaktif jene ber Flottien,
Divifionen, Escatern 2c.; 5) (Muſ.), Umlehrung
der Stimmen im doppelten Contrapuntt.
@velutiondtheorie, |. u. Entwidelung u.
Segun:
volutoide (v. lat), eine Gerabe bewegt ſich
fo, baß fie eine gegebne Curve C beftändig unter
einen u. bemielben Winkel Aſchneidet, dann beißt
bie ſtetige Felge ber Durchichnirtepunfte Biefer ger |
raden Yınien tie E. ter gegebnen Kurve für ben
ae a; alle jene Geraden find Berührende an
der ©.
Evolviren (v. lat.), eiıtwideln.
Rinte (Bvolvente), |. u. Evolution 2).
Evolvirende
Evolutiondtheorie bie Evreur
Evolvälus (E. 7..), Pflanzengattung au
Familie ver Convolvulacene-Convolvulene
Kl. 1. Ordn. L.; Arten in Oftindien u. E
amterila.
Evonymin (Chem.), aus dem fetten DI
Beeren vor Euonymus europasus erbaltene €
ſtauz, bildet warzenförmine Kroftalle von ge
Farbe, ift löslich in Altobel u. Atber, unlöslid
Waſſer, ſchmeckt aber äußerſt bitter.
Evonijmus, Pflanze, |. Euonvmus.
Evdraä, 1) Diſtrict der portugieſiſchen Bro
Alemtejo; 123: OM., 90,000 Ew.; 2) Fell
darin u. Hauptftadt ter ganzen Provinz; bat Ku
drale, 22 Klöfter, Erzbiichof, Bibliothek, Tbegl
fche8 Seminar, reiches Muſeum, röntiche Alten
mer, bef. eine Wafferleitung, Gerberei, Weinl
15,000 Em. — E. ift das Ebora or. Libe
litas Julia ter Alten. Sonſt wenig kefa
| wurbe es boch feit 1540 Sit eines Erzbisthn
unter Cardinal Heinrich (nachınaligem König) mı
bier eine Iniverfität neftiftet. 1663 wurde &
den Spaniern unter Don Juan dAuſtria erof
aber bald von den Portugiefen, nachdem fie
Schlacht von Almerial od. Evora gewonnen hal
wieder genemmen. Jetzt die erfte Stadt im N
nach Liſſabon.
Evoramonte, Stadt auf Dem Gipfel e
Berges in der portugieftichen Provinz Alem
norböftlid von Evora, befeftintes Schloß; SUU
Hier unterzeichnete Dom Miguel die Capitula
vom 26. Mai 1634, wonach er Portugal verla
mußte.
Evosſmus (E. Nutt.), Gattung aus der
milie der Laurineen; Art: E. albida Nutt
Carolina.
Evran (jpr. Emrang), Terf in Arronbiffer
Dinan des franzöfifchen Departements Cotes
Nord; 4500 Ew. Bei E. wurde Bertrand
Guesclin von den Engläntern 1362 gefangen.
Evre (ſpr. Ewer), Fluß in frauzöſiſchen
partement Cher, nimnit bie Evrette u. den Al
auf u. mündet in den Cher (Mebenfluß ber Loi
Evrecy (ipr. Ewreſy), Dartifleden un Ar
bifjement Caen bes franzöfiichen Departements
vados; Ülfabrication; 900 Ew.
Evremont (ipr. Ewerinoug), Charles te St.
nis Seigneur de St. E., geb. 1613 in St. Den
Guaft; trat in Kriegsdienſte, focht ale Hauptn
bei Nörblingen u. Freiburg, wurde während
ſpaniſchen Kriegs in Catalenien Marcchal de C
u. war dann in Paris der geiſtreichſte Geſellſch
u. durch Witz u. Anmutb die Seele aller fei
Zirkel. Sein Hang zur Satyre zog ihm jedoch
Feinde zu u. brachte ihn ſelbſt 3 Monate in
Baſtille. Abermals ven Verhaftung bebrobt m
ſeines Spottes über den Pyrenäiſchen Frieden,
er nach England, wo er tie Gunſt des König
des Brinzen von Oranien geneß u. 1703 in Loı
ftarb. Seine Veuvres melees, berandgey
Lend. 1703, 3 Bde., Amfterd. 1739, Bar. 1
10 Bde., ebd. 1653, 12 Bde.
Evreur (ſpr. Evröb), 1) Arrendiffemen!
franzöfiiben Departement Eure; 33 OP, 126
Ew. in 10 Cantonen; 2) Hauptftadt deſſelbe
Les Departements, am Iten u. Der Eiſenbahn
Mantes nad Caen; 2 Frietenegerichte, it
Departementalbebörden u, eines Bilchefs, :
Evron bie Ewald
edrale mit 250 Anh bohem durchbrochnem
Kirche res Er. Taurin, Prüfecturpalaft,
’Balaft, Botaniſcher Garten, Geſellſchaft
n. Wiſſenſchaften n. des Aderbaus: Se⸗
ntliche Bibliotbek (5000 Bde.), Kabrifen
elenraaren, Tuch, Mancheſter, Leder u.
udel damit u. mit Getreide; 117,000 Em.
te Tas cbemuld ber Kailerin Icferbine
eich Ravarre, vem Herzog Doris
sen Bouillen 1636 gebaut. Wei bem
zen Torte Vieil⸗E. zabireiche Rẽmiſche
riFäber, Ampbirbceater, Aquäduect). —
Rerielanum der Alten; war Suupt-
zlerci Eburedices (meber auch Der Name
lia Lugdunensis; im 3. Jabrh. wurde
im bier gegründet; in der fränfichen Zeit
za Reuftrien; Karl der Einfältige trat
ern an Relle, Herzog ter Nermannen,
rd I. erteb E. für feinen Sohn Robert
Se’. nachher fanı E. an das Hart
‚®. 13% überließ der Graf Amalricb E.
Geutmr Anguſt: %bilipp Der Schöne
. erem Bruder Ludwig; 1316 erbeb
X E. sn mer Pairie; Durch Philipp,
s Grzten Ludwig, welcher tie Königin
ven Ravsrta beiratbete, fam E. an Na⸗
ml III. gen Navarra vertaufchte (£. wieder
Karl VI. ven Frankreich, u. E. wurde
geichlagen. 1651 murte E. bein Hauſe
um Eriag für Sedan gegeben.
(er. Orreng), Stadt au der Eiſenbabn
nach Rennes, im Arronbifiement Laval
riben Departements Mavenne: Kandel
. Aabrıfatien von Tiſchzeug, Leinwand,
Ivo Um.
seult vier. Sangt Cwrubl), Dartifle-
:&bstentonne im Arrontifiement Argetı-
anzähichen Derartements Orne; Eijſen⸗
Eriezıwerfe, Papieruiihlen; 1000 Ew.
iren ıc. lat.), ruchbar machen, ver⸗
pr 'v. Iat.. Ausreißung.
Ikturzung fir Euer, |. d.
:altreurih, männliber Qornanıe, ber
je, Diäcrige). 1,1. E., zwei Arübder aus
nach ter Farbe ihrer Haare der Weiße
tse E.), gebörten zu ben 12 Miſſionarien,
Caberı zu Ente tes 7. Jahrb. aus Eng⸗
1Sachſen ſendete; fie wurden in Meftialen
Ihre in die Emſchen geworfenen u. von
Rhein getriebnen Leichname wurden anf⸗
en Pipin in Kcın beigeſetzt. 2) Jehann
‚ geb. 1727 in Spandau; lebte eine Zeit
erlın, wurbe 1757 tarmfıartifcber Hof⸗
| 1767 nad Rem u. fi. tert als Kar⸗
er jeher. : Einngedichte u. Yieber (astetıym),
5, herausgegeben ven 8. H. Jördene,
1. 3) Jobaun von E., geb. 1744 in
at üb in beffiche Dienfte, machte ben
ilaniſchen Freiheitskrieg in engliſchem
t n. kehrte ale Hauptmann zurück; er
keit ı trat ald Major u Chei des ſchlee⸗
Jagercerp® 1755 in täniıche Dienfte, ſueg
ralliesstenant, beichligte 1806 ten Cordon
Blüũcherſche Corps, dann die däniſchen
siichen Truppen bei Verfolgung Schille
Armte bier Stralſund ı. fl. 1813 in Kiel.
u. e.: Abhandlung Über den Krieg ber
leichten Truppen, Kafl. 1774, Fleneb. 1790 u. B.;
Beiipiele großer Helden, Schlerwig 1797—1800,
2 Bte.,u.m.a. 4) Johann, gek. 1743 in Kopen⸗
bagen; entlief au® Yiebe zur Freiheit Der Erziehungs
anftalt in Schleswig u. wurde preußilcher Soldat,
beiertirte bier u.mmnrde öfterreichiicher Zambenur, Dann
Unteroffizier, befertirtenchmale u. ftubirtein Repen-
bagen Tbeolcgie; er lebte dann mit ter Schönen Li⸗
teratur befchäftigt m. ſt. 1764: er ſchrieb Die Dramen:
Balder; Hrolf u. Krali, das Zingipiel: Die Fiſcher.
Sämmtliche Werle, Kopenb. 1751 —41, 4 Bde.
5) Jobann Yubwig, geb. 1748 in Dreveichen
im Jſenburgiſchen; wurde Pfarrer im Hanauiſchen,
1770 in Offenbach, 1751 Heiprediger n. 1791
Generalfuperintendent in Detinelb, 1796 Prebiger
in Bremen u. 1502 Proieſſor ter Ybilofopbie
daſelbſt, 1505 Brofeflor Der Theologie in Heidel⸗
berg, 1607 Kirchenratb in Karlerube u. ft. 1822.
Er ſchr.: Der Blick Jeſu auf Die Natur u. Menſch⸗
beit, Yp3. 1786, 3. Aufl. 1806; Chriſtliches Hand⸗
u. Hautbuch, Hann. 1799, 4 Bde., 2. Aufl. 15065
Die Kunſt, ein gutes Mädchen, Gattin, Mutter u.
Hanffrau zu werden, Viren. 1798, 2 Nde., 4. Aufl.
1807, 3 Bde.: — über die Erziebunge⸗
lebre u. Erziebungstunft, Manb. 1809 — 10, 3 Upe.;
Ebeliche Berbältniffe u. ebeliches Yeben, Yp5. 1010
bis 1513, 4 Are, 2. Aufl. 1821: Bibliſche Er⸗
zäblungen, Freib. 1816--1%, 28 Site; CEbriſtliche
Betrachtungen auf alle Abente im Jabre, ıxranff.
ISIS, 2 Bde.; Briefe über bie alte Divftif u. den
neuern Mofticiemue, Ypz. IN21, n. vwicle übliche
Schriften. 6) Georg Heinrich Auguſt, geb.
16. Rev. 1803 in GBättingen; war Anfangs Lehrer
am Goninafium in Weolienbirte; wurde 1924
Nepetent Der tbeolegijchen Kacultät in Köttingen,
1827 Profeſſor ber Phileſephie u. IN Profefler
der Drientaliiben Sprachen. Ale Theilnehmer der
Proteſtation der Sieben göttinger Profeſſeren vom
18. Rov. 1537 wurde er feiner Stelle entietzt, ging
einige Zeit nach Lenden u. wurte nach feier Rück⸗
febr 1635 Preofefier in Tübingen, ven we er 1948
in feine frübere Stellung nad Göttingen zurück⸗
febrte. Er fchr.: Compoſitien ber Senefis, Braun⸗
ſchneig 1823: De meıris carmınum arabicorum,
ebd. 18255 Das bobe Lied Zalemca, überfett,
Goött. 1826: Kritiihe Grammatik ter Hebräiſchen
Zprace, vpz. 1827, 6. Ausg. 1855; Über einige
ältere Sunefritmetra, @ött. 1827; Vakedii de
Meropotamine expugnatae historia, ebd. 1827;
Commentarius in apocalypsin Johannis, 2pj}.
1,29, Hebräiſche Sprachlehre filr Anfänger, Xp}.
1942, 2. Ausg. 1553, Abhandlungen zur orientalt«
fchen u. bibliſchen Literatur, Gött. 1532, 1. Thl.;
(irammatica Iinguse arabicae. Ypy. 1831 —33,
2 Mre.; Die peetifchen Wilder bes A. T, dt.
1835—37, 4 Tble., 2. Aueg. 1839 u. 1840; Die
Rropbeten des A. T., Stung. 1841, 2 Bre., Gin
Aoert zum Frieden beiter Kirchen, Tüb. 1842;
Geſchichte des Volles Jorael bis Chriftus, 1843 bi
1855, 5 Bde.; mit Yeopold Dulea: WVeiträge zur
Geſchichte Der älteften Auslegung u. Spracherflärung
Dee A. T., 1614, 3 Nde.; Jahrbücher Der biblifchen
Wiſienſchaft, Gött. 1844 f.; Die 3 erflen Evan
gelien, überfegt u. erflürt, ebd. 1850; liber bie
pbönitiichen YAnfichten in ber Weltichäpfung, ebd.
1söl; Über Bas ätbiepiſche Ruch Ecnof, ehr. 1854;
Erklärung ter großen phöniliſchen Inſchrijt in
Eidon, ebd. 1856; war auch Mitherausgeber m.
26
Rebacteur der Zeitichrift für die Kunde des Mor-
genlandes.
Ewanczice, Statt, je v. w. Eibenſchütz.
Emwanowig (Gywancwig). Stadt an der Hanna, .
im Bezirt Wiſchau bes Kreiſes Brünn (Miähren);
fürfrtich Yiechtenfteiniibes Schleß; 2180 Ew.
@wer, ein einmaſtiges Trantpertfabrzeng auf
ber Elbe, daher: @werfübrer, Veſitzer eines Ewers.
Ewertuch, Zegelleinmwand von Danf, leichterer Art,
für Meine Beote, ed. Bram» u. Überbramienel, |. d.
@merfegel (Vuggerſegel), Ragſegel, bie auf
Ewern cd. Luggern gefübri werten.
Ewers, Jobann Roilivp Guſtav, geb. 1781 im
BRidtbum Corvei, wurde 1810 Vrofeñer der geo—
araphiichen Statiftik u. Geichichte in Derpat, war
ven 1811 - 13 Schuldirector, wurde 1826 Proſefſor
des reittiven ZStaate u. Völkerrechts ır. der Volitik:
1827 wirflider Staateratb, 1828 ftellvertretenber
Kräften im Kemurcemite u. R. 1828: er Ichr.:
Ren Zuflande der Bauern in Livland u. Eſtbland,
Bererat. 107: Sem Uriprunge Dee ruifiichen
Staate, Riga 18508: Zur Statifitk tes rulfiichen
Reiche. Doivat 1812: Kritiiche Verarbeiten zur
Geicdichte Der Rnuen, ebd. 1814, 1. u. 2. Buch:
Die Univerũtät in Dorpatre, ebd. 1828, Fol., u m.a.
Eweſprache, eine der Sntanipracen in Weſt⸗
afrifa, von den Negern auf der Sklevenküſie zwi⸗
ſchen Dem Sol Ama’ u. Niger geipreben: fie
tbeite ib ın Mint Dialette. ven welden Den Des
Anlezcehieree. im ofen, Der Miñenär J. BR. Schle⸗
gel beardeitet bar in: Sclümſel zur Eweiprache.
dargedeten in den grammatiichen Grundzügen des
Anlediatetet derielden. niit Wörreriammlung, nebit
einer Zammiuna ven Zpräcteörtern u. einigen
waren der Einzedernen. Qremen 1857.
Eweit (ar. wiak in Rußland: entſtebt aus
einem Adauß Tea Yabar'cch ım Gouvernement
der reme dieſer beiten Coumernemente vereini⸗
gen, Rickt denn wieder durch Yıeland u. mündet
im Eenverremen: Witedik unterbaib @lsemanil
in Me Tünz
Eiiged Ediet. i. Sri.
Ewiged Weuer, tie Navdebaauehen bei Bala⸗
dans, ! d
Ewiger Wriede. i. u. riede.
Ewiger Jude. Au Sirtae za Ver Kreurigune
ging, tudie cr nad Der ve— Dan!
Edadereadert. Iradverze
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Ewancgice bis Gwingiee
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zuerit ben Stoff zu einer Ari Rena
mann zu cincan Traueripiel, Saltı
Nicelaus Lenau zu epiſch⸗lyriſchen Ger
tem iſt er lvriſch bebandeli von G. P
u. A., in Ferm Des Remans zuerſt
u. dann von E. Sue, weicher Tem
eine Ewige Jüdin binzuiügte. Eine
Erzäblumg ber Legende eribien 1634 '
fuläus Weſtpbalus. Vgl. Gräſſe, T
E. Jen, Treat. 1844.
Ewige Lampe Ewiges Lit), ci
nam Cbriſti zu Ebren ununterbredc
erbaltencs Yiche in ten latbolichen
Altar I) b).
Ewiger Kandfriede, ter auf ti
zu Worms 7. Auauit 1445 umier !\
gettkecte Friede in Deutibland, n
Fauſtrecht ein Cude gemacht wurde,
laud NT.
Ewiges Leben, I) ſe v. w. x.
tem Tede: 2) bei. tie Glüͤcieligk
Erdenleben.
Ewige Renten, unlüntbere Sı
val. Stanterapiere.
Ewige Ridtung, 3. Kerii 1474:
reib u. Den Eidgeneñien gegen Karl
gertleiiener Rund. 1. Semi Fe.
Ewige? Stillihweigen. '. u. 2
Ewige Zeufe, tie Teure, Fit wi
Grubengebauden einen Qang iertorir
may te weit geickeden, wie ca will, ırı
bauwũrdig zeiat.
Ewiggeld (Omwisgün. eine Adeab
Hüden, welche Be Zi Diunzenr er
zwar Ichen 131m eingefabrr, za
1327 rad Dem aregen Brende au
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Ewigkeit 2: Ahteret. 1)3—
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Exrxarchat
Exarchät, 1) Gebiet eines Exarchen; beſ. 2) bes | Rom. Die Kriege mit den Longobarben began
Grardhen von Italien. Das E. in weiterem
Sinne begriff alle Beſitzungen tes oftrömifchen
Kaifers in Italien nach ter Vertreibung ber Oft-
gothen durch Narfes (552), alfo die heutige Ro⸗
magna u. ben Küftenftrich von Rimini bis Ancona,
die Eeegegenten um Genua u. ganz Unteritalien.
Das Fand fand unter einem fatferlichen Stattbal«-
ter (@yarchos), ter in den größeren Städten wie.
der Herzöge anorbnete, 3. B. in Ron, Neapel :c.,
die jedoch eigentlih nur militäriſche Bebentung
batten u. nebenbei die kaiſerlichen Gefälle beauffich-
tigten. Der Ei tes Exarchen war Ravenna, u.
dieſe .Stabt mit ihrem Gebiete, ter jetigen Ro⸗
magna, machte das E. im engeren Sinne aus.
Zwar war Narſes ver Würte nach der erftelaiferliche
Statthalter, welcher Das Land bein Kaijer wieder
erobert hatte, aber den Namen Exarch führte zuerſt
Flavius Longinu«s«, ber nach Narſes Tode (567)
nah Italien geſchickt wurde. Seine Verwaltung
war, wie die ſeiner Nachfolger, ſehr eigennützig,
doch hielt er die in Italien einbrechenden Longobar⸗
den noch von Ravenna ab, das er befeſtigen ließ;
zu ihm floh Roſamunda, die Gemablin des lon⸗
gobardiſchen Königs Alboin, u. heirathete ihn nach
ihres Gemahls Tode. Da tie Macht der Longebarden
immer weiter nm ſich in Italien griff, erſetzte Kaifer
Mauritius 584 den Yonginus turbSmaragdus;
dieſer machte einen breijäbrigen Frieden mit ben
Longebarden u. benutzte benielben, um bie @eift-
lichen, beſ. in Iftrien, zur Beipflichtung ber Ber-
Dammung der 3 Capitel zu zwingen. Da der Kai-
fer ven den Iftriern Abfall zu den Longobarten
fürchtete, rief er 59U Den Smaragbus ab u. ſchickte
an teilen Etclle ven Romanus als Exarchen nach
Italien; dieſer befeftigte Die byzantiniſche Macht
wieber in Stalien, ftarb aber 597 in Ravenna, u.
fein Nachfolger Kallinikos machte einen, von
dein Papſt fchon längſt gemünfchten Frieden mit
ten Longobarden. Ded brach er denjelben bald wie⸗
ter, inbem er 601 Gottichall, den Eidam bes longo-
bardiſchen Königs Agilelf, bei Parnıa fangen u.
nah Ravanna bringen ließ. Aailolf verband ſich
darauf mit ten Avaren u. vermüftere Iftrien. Da
er der Berbeerung nicht vorbeugen konnte, murbe
ber Exarch zurüdgerufen u. Smaragdus zum zmei-
ten Dial nach Stalien geſchickt. Nachdem diefer mit
ten Longobarden einen neuen theuer erkauften Frie⸗
den geichloffen hatte, wendete er jeine Aufmerkſam⸗
keit wieder ber Kirche zu. 611 abberufen, batte er
ten Johannes IL Yemigius zum Nachfolger.
Zwar erhielt tiefer um beben Preis ben Frieden
mit ben Lengobarden, Dagegen gerieth das Land
feibft in Gährung, indem unerträgliche Erprefjun-
gen bie Ravennaten 616 zur Empörung trieben ır.
die Ermortung tes Exarchen mit feinem ganzen
Anhange zur Folge hatten. Blutige Rache nahın
Dafür jein Nachfolger Eleutheriue, ein Ber-
fchnittener; er unterbriidte auch den Aniftand tes
Jobannes von Conza, ber ſich in Neapel von tem
Kaifer unabhängig gemacht hatte, u. ließ ibn hin-
richten. 619 erklärte er fich ſelbſt fiir unabbängig
von Conftantinopel u. ließ fich als Kailer des Occi⸗
dentes ausrufen; als er inte nah Nom zichen
mollic, um auch dort fih aueriennen zu lafien,
wurde er von feinen Scelbaten zu Buceolo erinortet.
Unter Jſaak, einen Armenier von Geburt, geſchah
632 die Plũuderuug bes papſtlichen Schatzes in
jeit 641 von Neuem, bie Griechen verloren
Stäbte von Luni bis an das fräntiiche Gebiel
Oderzo am Adriatiſchen Deere; 642 murben
am Penaro gänzlich geichlagen, u. als Iſaak Rı
war bie griechiſche Herrichaft in Italien ſchon
erjbüttert. Sein Nadiolger Blato, um 645,
fchäftigte fih nur mit kirchlichen Angelegenheit
ebenfo Olympius, feit 649, weldyer auf ei
Zuge nad Sicilien von den Earazenen geſchl
653 farb. In den Streitigteiten des Kaiſers mit
Papſt Martin, welchen der Kaifer nicht anerken
wellte, vermochte er fein günftiges Refultat zu
zielen; befjer gelang bies feinem Nachfolger, TE
doruslI. Kalliopas, welcher ven Papſt gefuiel
nebnıen u. nach Conſtantinopel fchaffen lieh. "
ihen 666 u. 678 war ®regoriue Erard,
folgte Theodorus II., ber 697 in Ravenne Ma
Johannes II. Phatyn, 687—- 701, u. Theopl
laktos, bis um 708, von dieſen allen weiß bie (
ſchichte nur zu berichten, daß fie durch Erprefi
gen u. Graufamleiten bie Erbitterung ber Ja
ner gegen die Griechen immer mehr fteigertem. 1
das griechiſche Joch abzuſchütteln, —*88* Gla
Cäfarea, Cervix, Eefena, Forlimpopoli, Forli,
logna u. Faenza einen Bund (Delapolis), ſchlu
ben Exarchen Sobannes III. Rhizokopo 7
nabmen ihn gefangen u. lichen ihn hinrichten. @
Nachfolger, der Cunuch Cutychius, wurde fü
713 abberufen Mit deſſen Nachfolger Schofa|
tus ſank das Anſeben ber Stattbalter, melde
wöhnlich in Rom refidirten, immer tiefer herab,
nur bie Freundſchaft der Yengobarten, teren Kö
jogar den Herzog Feroald von Spoleto ywang, !
überrumpelte Klaifis dem E⸗e zurüdzugeben, ert
fie noch. Dagegen dauerten bie Streitigleiten mitt
Papfie fort, n. dies mar für Die griechiſche Derrid
um jo gefährlicher, als die Städte bes eigentitc
E⸗s Partei für denſelben nabmen u. auch bie lon
bardifchen Herzöge von Toscana u. Spoleto auf
Seite tes Papftes ftanden. Ber einem Auflau
Ravenna, wegen ter Bilderverehrung, verlor
Erarh Baulus 728 Das vLeben. Abermald wu
Eutychius zum Exarchen ernannt; er wurde a
vom Papfte, weil er demijelben Nachitelungen
macht hatte, in ben Banır getban. Trotzdem
bauptete Eutychius bie Herrſchaft, nahm 729 {
pinna, meldhes tie Longobarden, bie Sch
des griechiſchen Regimentes fi endlich zu N
machend, erobert hatten, erhielt mehrere am
Städte zurüd u. verband ſich mit Dem König &ı
prand, nachdem er tenjelben bie ungehorjar
Herzöge von Venevent u. Spoleto hatte untern
ten belfen, gegen Rom, jühnte ſich aber nıit k
Papſte aus. Die Freundfchafe mit den Yongobar
danerte indeß nicht lange; Yuitpranb eroberte \
Neuem ein Stüd des E⸗s. Der Erarch, obne |
terſtützung von Conſtantinopel, vermochte auch Du
bie Bermittelung des Papfles, bie er anrier, nicht!
Berlorene wieberzuerlangen. Luitprands Nach)
ger, Aiſtulf, griff immer meiter, eroberte 752 9
venna u. das ganze E. n. Eutychius flrb nach N
pel. Eo war das ©. in den Händen ber Yonuch
ten; ba dieſe aber Ron beunrubigten, fo bat
Papſt Stephan II. den Frankenkönig Pipin
Hülfe; diejer zwang den König Aiſtulf, 754 das
heranszugeben, beireite den Papſt 755, mo Aifl
gegen Rom rückte, von ber Belagerung u. jeher
Gräareis bie Excentrik
ı ben Pongokarten abgetretene (5. dem
ztuhle, welcher dadurch zu einer welt⸗
jelanate So ging Las griechiſche E. an
1 Kirchenflaat über. Bon nun an bat
chidſale tes Kirchenſtaates getbeilt.
(gr., Chir.), der Theil der Chirurgie,
Ausziebung freuider Gegenſtände aus
ehrt
2 io. lat), entwafinen.
wiE. A. Br. d: Pflangengattung aus
“r Anperifolise-Borraginene-An-
1: E. suaveolens, in Reubolland.
m (Sraertbrims, gr.), volllommene
PD.
Istion (v. lat), das ZTrenuen ber
ven Gelenken, |. Amputation.
tion (nv. lat.), 1) Erbitterung; 2)
o Exza,peratle poenae, Straffchärfung.
(lat), ganz, völlig; 3.8. Heren ex
falerke, — u. As 4) u. Erbrecht I. A).
em iv. latn, 1) aufwallen; 2) aufregen.
ceyium {v. gr.), jo v. m. Atınitenieter.
watio 'l:t), die Beendigung der Ca⸗
er Esitsten, f. Auctorati; ein joldyer
wratus,
(lat, Erhöre), 6. Sonntag nad Üftern,
sch dem 27. Pialm gefertigten u. au
zuge gejungenen Collecte, welche fich
ig. genannt.
iren (2. lat), die Weibe entzieben;
aratien, (tom. Ant.), Aufbebung ber
Tempele, um einen anderen zu weihen.
ıto (lat.), nah Outbefiuden.
ti 'lar. ı, fo v. w. Barfüßer.
ceny !D. lat.), Aueglühen.
@ (lat), au6 dem Kcpie, aus dem Ge-
liren (v. lat.), 1) der Dienfipflicht le⸗
am Cntlaflung uachſuchen; Baber dieſe
Grceapituiation, u. der fie ſucht: Eren:
lie (lat.), fe v. mw. Apolreoe.
Ars (Lat.), 1) Aueſpruch vom Latbe⸗
som Stuble tes Papſtes: daber über-
ichtĩpruch.
en 10. lat. Ausebẽhlung.
nit Erlaucht vertauſchten. Nach dem Weſtſdliſchen
Frieden wurde er zuerſt in Frankreich den höchſten
Kivil- u. Militãrbeamten beigelegt. In Italien
wird jeder Adelige u. von den niederen Klafſen
jelpft jener feingelleidere ‚xrembde mit Excellensa an-
geretet. In Krantreich beißt ber Duc Excellenee,
der Prince aber Altrue.
Ercell iren (v. lat.), 1) ſich auszeichnen ; 8) vor-
trefjlich fein.
Ercelmans (Bicgr.), f. Erelmans.
@reelfität (v. lat.), Höhe, Crbabenbeit.
@rcentrieität iv. lat), 1) in einer elliptifchen
Bahn tie Entfernung eines u. bes anderen Arenn-
punttes von ter Mitie der Ellipfe. Je größer fie iſt
im Verhäliniß zur Yänge der großen Achie, deſto
s(Bot.:, fih Über Das Blatt binaus in
nige Spihe fortiegend.
n (vd. fat.), über etwas binandgchen,
; aueſchweifen. Daher Exreedenz, Uber⸗
E{v. lat.), vortrefflich, herrlich.
iv. lat., Vortreiflichkeit, Herrlichkeit),
Imszeihnung für hobe Staatediener.
: er ten böchſten Hoſchargen, ale dem
hal, Oberbofmeifter, X berinuntichen!
z u. Geiandten 1. Klaiie, wirllichen
m, Generallieutenanis u. commman-
neralen zu. Anderen Perfonen wird
it als beionkere Auszeichnung vom
aupt verlieben. Anfaugs führten ibn
sıfersidhe &.), von Karl den Großen
irich VII; in ber Fotge bie italıenie
:, Bie ihn, als bie Cardinäle den Lurel
nalmen, mit Altezza vertauichten ;
er Titel Der Doctoren u. Profeſſoren
), u. ter Reichegrafen, die ihn bald
lännlicher ift die Bahn; fie ift eins ber Elemente
der Bahnen bimmliſcher Körper im Umlauf um ibre
Centrallörper; 2) bei aftrenemifcdyen ed. geotäriichen
Inftrumenten, nit welchen man Winkel nimmt,
das Abmeichen Des Mitzelpunftes ber Drebung von
dem Dittelpunfte ter Theilung. Diele E. iſt un⸗
vermeidlich, da jede wirkliche Rewegung un einen
Aupfen einen, obſchon unmerlliihen Spielraum
jur Verminderung großer Friction erbulten muß.
Indeſſen bat es tie praftiiche Vicchanil jeut in Der
Erzeugung kreisjörmiger Bewegung, zumal an
aſtronomiſchen Inftrumenten, fo weit gebracht, daß
die noch übrigbleibende E. fait = U betrachtet wer⸗
den darf, indem fie meiſt nur erſt aus der Verech⸗
nung ber angeftellien Berbachtungen erlanıt wer-
den farın. Ein @reeutricitätöfebter findet bei einem
Inftrumente daun ftatt, wenn ber Mittelpunlkt Der
Theizung mit dem Mittelpunkte ber Drehung nicht
zufann.centafr, ein Febler, Ben auch der geichidtefte
Künfıter nicht qut vermeiden laun. Er läßt ſich je⸗
doch bei ganzen Kreiſen mittels deppelter Nonien
ſehr leicht eliminiren. Um von dem Eyreniricitäte-
febler freie Beſtimmungen zu erhalten, ninimt man
das arichmetifche Dlittel aus den beiten Ablefun-
gen an den gegenüber ependen Nonien.
Excentricitaͤtswinkel, der zurutel, welcher
durch die halbe Meine Achje einer Planetenbabi ı.
dur den vom Endpunkte Derieiben kleinen Achie
nach Dem durch die Sonne eingenommenen Breun⸗
punkte gebildet wird. Dieier gewoͤhnlich mit / bee
zeichnete E. wird febr häufig ſtatt ber Ercentricität
e ber Bahn angegeben, u. es ift sin. y — e, jobald
die halbe große Achie der Planetenbahn mie ge⸗
wöhnlich ber Einheit gleich geſetzt werten tft.
xcentrit᷑ (@rcentricum), eine mibaniiche Bor⸗
richtung, welche zur Auf-⸗ u. Ab⸗, Vore u. Rüde
wãrtebewegung eines Hebels od einer Tentitange
dient u. namentlich bei der Steuerung der Dampf⸗
maſchinen wichrige Dienſte leiftet. Das E. iR eine
treisrunde Scheibe (od. auch ein Ausihnitt derſel⸗
ben), welche fo um eine Radwelle bejeftige ift, daß
ihr DMittelpunft außerhalb ver Trehungsachſe liegt,
alſo ſeibſt einen Rreisbogen um dieſe befchreibt,
Bei Dampfmaſchinen umgibt bie Scheibe ein Ring
(Wagen), welcher allmätig be.auf ot. zur Seite “
xboben u. wieter langjam zurüdbemegt wird, jo-
bald der Bunkt ter Peripherie bes G-s, welcher am
| weiteften vom Drebpunkte enifernt it, vorrüdt.
Die Kewegung des Wagens wird einer Stange,
weiche am Demfelben beiejtige it od einen Körper
nit ihr bilder, mitgerbeittz Diele greift mit ihrem
‚nderen Ende in einen Winkelhebel u. bewirlkt fo
sie Auf» u. Abmwärtsbiwegung einer berigontalen
Stange, welche in Folge deſſen das Schublaten- |
ventil, mit Dem fie in Verbindung jlebt, abwech⸗
ſelnd üfinet ı1. verjcbließt. E⸗s, welche nur Tbeile
ciner Kreisicheibe find u. Deren mebrere oft um eine
Welle angebracht jind, haben den Zmed, einen He⸗
bei lanajam emporzufcieben, damit das plößliche
Emporſchnellen, welches Die fogenannten Daumen
od. Freie bewirken, u. Die Daraus bervorgehende
nachtheilige Erjbütterung bes Gangwerles vermie⸗
den werde.
Excentriſch (v. lat.), 1) außerhalb des Mittel-
punktes eines Kreiſes gelegen, |. Excentricität;
2) im Gegenſatz zu concentriſch, zwei ſich ein⸗
ſchließende Kreiſe, die verſchiedene Mittelpunkte ba⸗
ben; 3) der obne innere Haltung ſich phantaſtiſchen
Ideen n. Strebungen bingibt.
Excentriſcher Kalkſtein, jo v. w. Aragonit
Ercentriſcher Kreis, ein von den Alten einge⸗
führtes Hülfomittel zur Erklärung einer Ungleich⸗
beit, welche bie ſideriſche Revelution zu ihrer Pe⸗
riode hatte. Dieſe Ungleichheit machte ſich den Al⸗
ten blos durch eine Veränderung der Geſchwindig⸗
teit bemerkbar, mit welcher ein “Planet an verjchie-
Denen Stellen feiner fiberiihen Revolution, ficb be
wegte. Copernicus lehrte zwar die wahre Anord⸗
nung aller Planetenbabnen, allein lettere ließ er
als ercentriich kreisförmige beflehen, u. erft Kepler
vermarf, nachdem er ſich von der Unhaltbarkeit Der
ercentrifchen Kreije u. Epicvlel vollkommen üßer-
zeugt batte, dieſe mit Der Natur nicht nereinbare
Hypotheſe u. ging zu den elliptiichen Babnen über.
Erception (v. lat.), 1) fe v. wm. Ausnahme;
Daher @reeptionsgefege, in Widerſpruch mit den
Grundgeſetzen, zur Erreihung beienterer Zwecke
anf eine beſtimmte Zeit erlafiene Verordnungen.
Erceptionell, eine Ausnahme entbaltend; Grceptiv,
ausnchmend, ausſchließend. 2) (Rechtew.), Ein—
rede (1. d.i, Einwand, Vertheidigungsgrund, wel—⸗
chen Der Beklagte verbringt, un das Klagerecht des
Klägers auszuſchließen, 3. B. Exceptio bonae fidei
possessionis, Die Einrede gegen die Publicianiſche
lage, daß man in gutem Glauben mit befjerem
Rechte befite, als der Kläger barzutbun vermag.
E. caesarca, fcherzmeiie ber Cinmwant, Laß man
Nichts babe, um die Klage befriedigen zu können
nah Dem Rectsipriichwert: Mo Nichts ift, bat
auch der Kaiſer ſein Recht verlieren). E. od. Bene-
firium eedendarum aclionem, wonach bei Correai-
ichuldnern Der das Ganze Zablende die Ceſſion ber
Klage Des Glänubigers verlangen fan, um mit ibr
jeinen Regreß zum antbeiligen Betrag gegen feine
Miriwultner zu nehmen. F. ceinpensalionis, Die
Einrede ter Gegenforterung, ſ. u. Compenjatien.
E. cd. Auxilinm divisionls, Einrede ter Theilung,
urjpränglic nur den Mitbürgen, ſpäter allen ſeli⸗
Sariih Werpflichteren, mit Ausnabme ter Durch
Delict Verpflichteten, in ber Meile gegeben, Taf,
Excentriſch bie Exception
gung fordert. Sie tommt als E. exeuss. p
ver bei Bürgen u. dritten Pfanbbeligerr
dieſelben fo lange die Bezablung ter Schu
die Herausgabe tea Pfandes, verweigert
als nicht Fer Hausichulbner erfolglos «a:
worben ift; als E. exeussionis realis bei
baber eines generellen Pfandes, indem der
langen darf, daß, wenn für dieſe Schult
ein ſpecielles Pfand haftet, zunädhit dieſes an
u. zur Befriedigung der Pfandſchuld v
werte. E.fori, fori non competentis (P’rae
fori), bie Einrete, daß bag Gericht, Bei
die Klage erbeben werten iſt, nit zur |
lung ter Sache zuftändig u. der Bellagte
nicht ſchuldig fei, Dem Gerichtszwange d
richtes ſich zu unterwerfen. E. dominl, bie
daß die Sache, teren Herausgabe verlar
tem Beklagten eigentbümlich gebere u.
fraft dieſes Eigentbumsrechtes bie Heraus
ſelben zu verweigern befugt ſei. E. non a
ſe lange Die übrigen jelidartib Verpflichteten jol:
vent u. gegemeärtig find, die Theilung Der Schuld
nach ter Zabl Der Diitwerpflichteten verlangt wer⸗
ren kann. E. deli, vie Einrete, daß der Kläger.
tei Erbebung ter Klage gegen Die Bona tirles
handte u. ſich unbilliger Meile bereichern wolle. '
i.. excus»lönin s. ordinis. Cinrete ter Vorauellage,
wenach ter Beklagte unter Umſtänden verzangen
tanm. daß ber Kläger ft einen Anderen verber
»ehe er von ibm, dem Bellagten, Befriedi⸗
contractns s. Implementi non seeutl, tie
daß ter Kläger, welcher aus einem m
Contract Nagı, Dielen Contract leinerieits
nicht erfüllt babe. E. non rite adimpleti co
bie Einrete, daß dieſe Erfüllung Seitens
ger® wenigſiens nicht ertnungegemäß u. vı
geſchehen fei. E. non numeratae pecuniae, b
E. pon numeratae dotis, tie Einrede, w
Reflagte einem von ibm ausgeftellten u. vor
miber ibn pretucirten Empfungsidein i
Darieben ed. über eine Dos cd. eme
quitiung bie Bebauptung Des Nichtempfar
gegenftellt. E. litis pendentis, bie Ginre
mit ter Bellagte, aegen welchen kereit6 et
angeftellt werten ift, einen Gegner zur
wenn biejer iiber denſelben Gegenftandb g
anderswo Klage erbebt. E. metus, Die
daß bas Rechtageichäft, woraus Der Klägı
Anſpruch berleitet, durch Anwendung unrech
Gewalt zu Stande gebracht worden ſei. E.
constupralörum . tie Einrede des Beklagten
auf Den Grund einer außerebelichen file
Vermiſchung belangt wird, daß Die Geſchwäct
rend des kritiſchen Zeitraums auch nech mit
Mannsvperſonen zu thun gebabt babe. U
Wirknug ſ. u. Concubitus. E. rei jadica
Einwand, daß über bielelbe Sache, we
Gegenſtand der Klage bübet, bereits ein
Verbandlungen ausſchließendes rechtskräit
tenntmiß vorliege. F. rei vendriae et tradı
Einrede, welche von Seiten eines Käufers c
geitellt wird, wenn Derjenige, welder «
aeichlojjenen Kauivertrage zur Traditien ve
it, nach der Erfüllung dieſer Verbindlic
Sache doch mit einer dinglichen Klage in‘
nimmt. E. senatuscensulil Wacedenlani,
rede, welche nach einem Senatusconſult unt
dis od. Reipaftan demjenigen entgegengefi
ten kann, welder einer in wäterlicher Ge
fintliben Ferien Geld geberat bat; vgl. I
E. senatuscansulti Vellejani, Lie Einrede,
cber eine Fran, welche eine fremde Nerbü
turıb Jutereceſjſien auf ſich genommen bat, I
ae dieſem Interceiſionsgeſchäſt zu einer Fi
wirÖiumen zn macen vermag, 1. u. Qi
E. spelii, Die Einrede, daß der Kläger
ielbit widerrechtlicher Weiſe Ten Beklagten
Teen eincs Rechtes ed. einer Sache entfegt,
Exceptionsſchrift bis Erxcommuniciren
e folgen Beñitzentfetzung wiſſentlich Ber:
gen babe. E. sub- et obreptienis ı Ü’rae-
mendaciorum), der Einwand, baf ein
Kekteisde verlangtes kaiſerliches er.
I Reicript entweder durch Anfübrung fal-
zreptio: er. durch Berjhmrigung wahrer
e guferiger Zbatumftänte {Ubre
werten fe. Für Das beutige
Sarede Bei der gãnzlich veränterten Ge⸗
ammz, welche Entjcheidungen durch den
æberinqt verbietet (f. u. Gubinetejufig‘,
zinr3 verlieren. F. tempurls, tie Einrede
kena,!.ı. Ferjäbrung. E. verltätls, Die
31
“iR Bei ben Meineren Abſchnitten ſolche beträcht⸗
Den:
echt
daß eine Beleidigung ed. Verleumpung,
en der Releidigte od. Rerleumdete flayent
iſt. eine wabre Tbatiache zum Grunde
A, tie der, welcher Dieb genannt worden
& seftcbien babe, i. u. Injnrie. FE. vitissae
sis. kei ten Zefivtagen ſ. u. Beſitz die
daß ter Kläger den Beſitz, welcden er
ir, Ichterbufter Weile, d. i. entweder durch
ed. beimtib ed. nur bittweiſe (vi, elam
karıa die tegenannte Tria vitia posses-
hate. iz. Albrecht, Die Exceptie⸗
gememer Peatichen Cipvilproceſſes, Münch.
vtieneidrift inach Lem älteren fähliichen
thte @rceptioudfeg ), tie Schrift, in welcher
agte Lie ibm zuftändigen Einreden witer
: sutfübrr.
ptis excipiendis (lat.), mit Ausnahme
smebmenten.
ptor ‚lat 1, Rachiebreiker, Actuar.
Epiren 'v. Iat.ı, Etwas aus einer Zchrift
1: aber Ercmpt. Auszug.
Jin. lat.), 1) überichreiiung des Maßes:
. Brene Daher @sceflv, überichreitent,
engl., Ipr. Efrrihebntich), Auetaufch,
ae — tie Bere in Yonton.
auer enal., ſpr. Elstſchekler), Keuigliche
nmer in England; daber Erdeauer-Bile,
emericeine, Haupttbeil der unfundirten
Z:aareichuld, d. 1. Berjenigen, file welche
men Einfünite angewieſen find. Zuerſi
rieſe Scheine 1606 ausegegeben, um Das
(? wibrend ber damals ſtattfindenden gro⸗
ägunzen des Münzen zu erſeten. Zeit:
f —* iaſt jãhrlich, unter Bewilliaung des
18, neue Eutiffionen von dieſen Scheinen
Die Regierung verjchafft fich dadurch die
ir Beñtreitung der im Lauie des Jahres, u.
über Die Einnabmen verfünen lann, nẽöthiq
n Ausgaben. Die E. B. ſind in Zrüden
200, 500 u. 1000 FIR. Zıerling u. ibre
tinmme betrug im Jar 1987 28,155, 15U
TL, mit einem jäbrliden Zinabetrage von
Ed. Sterl. Anfangs 1342 betr bie un-
Schuld überhaurt nur 19,4:0,000 id.
Der Zindinß bei Dielen Scheinen wird
e Jeimmerbälmitie beſtimmt u. befaiint ge⸗
1 e8 ragen 199 Fir. Zterl. 1%, 2 bis
sgägliche Zinien Tie zur Nidsablung
sen Scheitie heißen Advertised. Im
s=ınnen Die E.“B. immer ein kleines
‚stem mebrere Schellinge Bränue auf
S:eat. Kenzverie gezarlt werden;
4
auche;
— —— m m — — — — —— — — — —— — ©
licher ala bei ten größeren. Tie Baudt von Enge
land leiſtet der Regierung Vorſichüſſe auf folde
Schatzicheine, u. bie zwiſchen beiten vorfenmen-
ten Geichätte werten mei in dieſen Papicren
abgemacht.
rcidenz ( v. fat.), Pas Ausfallen eines Gliedes.
Excipiren iv. lat.), 1) aufnehmen; vaber @rch
pien®, in zuiammengeſetzten Arzueien diejenige, melde
Tem ganzen Gemiiſch Die Reftalt gibt, 3. 2. die flilſ⸗
fige: 2) Ausnabmen machen, Aueflüchte machen,
Einreden anbringen.
Ereipüle (E. Fr.). Filsgattung ans ber Fa⸗
milie der Pırenomyceetes- Phacidiaceı - Phacı-
diei; Arten auf abgefterbenen Blättern x.
Ereipilum (Cbem.), Verlage.
greile ıenal., ſpr. Erieiß), fe v. m. Accife, ſ. d. 2).
@reifton (0. Lat.), 1) Heraueſchneiden einer Ge⸗
ſchwulft: 2) das Serauszichen, z. B. einen Zahnes.
Excisüra, 1): Anat. ev. m. Inciiur: 2) Bet),
fpitsiaer Ausini:t an dem Rande ch. au ter Spitze
eines Master.
Ercitiren v. lar.ı, erregen, auireizen: @rcitie
rende Mittel akrcltantıa), Arzneimittel, welcbe ſo—
weht am Zrte der Verührung, als auch Lei ihrer
weiteren Auebreitung einen Rei auf das Blut⸗
gefäßſyſtem, Die Nerven u. die <reretiensergane
ausüben. Zu dieſen ind bei. die Zriritueofen,
ätberifchb-Ätigen u. balſamiſchen Murteh su zählen.
Ercität, 1) (xcitatoriam). Erinnerung‘, Mahn⸗
ichreiben; 2) Der in Cencure Geraibene. Ercitation,
Aufforderung, Anregung; @rcitebitität. Erregbar⸗
keit, Reizbarleit.
Grelamation v.i:t. ‚1) Nusrufung:2): Rbet.),
fe v. w. Nueruf. Taher @rclamationszeichen, fo
v. w. Auerniungezeichen.
Ercludiren (v. lal.:, 1) aueſchlieſſen: 2) von
einer Schule ſchimpflich jertichicken, vgl. Relegiren.
Daber Greiuflen, 1) Ausichliekung: z. B. kıelusle
forlus, je v. w. Aubichließung Der \ veibeoiruchts
2) Ausſchließung ven cıner Semeinichait wegen
Unwürdigkeit, als Straie, bei. 3) ven Schülern in
ẽffentlichen Schulen; 4) Vieibede, arııbinetiiche Auf⸗
gaben zu löſen, dadurch, dat man die ter Aufgabe
teine Genüge leiſtenden Zablen audiondert. dre-
nicle de Beſſy erfand fie zu Aniang dee 17. Jahrh.;
he iſt durch Die algebraiſche Merbode zu entbebrem.
Exclusiva sententia (Freiufve, lat), das
Rede mander Staaten gegen einen zum Ppapft ge⸗
wäblien Candidaten zu proteſtiren.
Exclusive (:at.), ansidlichend, nicht mit ein⸗
begriiien.
@reöearia ıE. 7..). Pflanzengattung aus ber
Familite ter E uphorbiar eae - Hippomanene,
3. Ordu. 22.81 7: Art: E. arallocha CHlinde
kaum, beber Baum anf Ten "Molulfen, entbält
einen ichr icha:fen Sait, Der, in Die Augen gebracht,
blind macht: Mutterpflanze einer unechten Sorte
Aloechelzes Tedaſ.
Ercoliren v lat.),
2) durchjeiben.
Ex commissiöne .lat.:, in Felae erbaltenen
Auftrags.
Ereommunieciren vw. 1:1. , and ber firdlicen
Gemeinde aue'chließen. u. Greemmunication, in
den Kirchenbann wan, 9 an Ninbenbanm. Daber
Ercommuairanies. Rane der Arten unler DEN
1) antanen, ausbilden,
Ex ecompesite bis Exrecution
Wietertäufern (ſ. d.), wenn fie ſtreug auf Kirchenzucht | von ber größten Bebentung, bei. ber Guauo (£h
hielten.
Ex composito (Iat.), nach ber Verabrebung.
i Ex conceossis (lat.), aus, nad) dem Zugeftan-
enen.
Ex continenti (fat.), fegleich, fofert.
Excoriation (v. lat.), 1) Hautabſchälung, Ent-
blößtfein ber Haut von ber Oberhaut, od. ftellen-
weiſes Abgelöffein ber Haut ſelbſt mit Entzündung
ob. Verfhmwärung ; 2) Erpreffung.
Greorticiren (v. lat.), abrinden, abfhälen. Da⸗
her @reortication, Abrindung, Abſchälung.
Excremente (@screte, v. fat.), 1) Die durch bie
Ausiheitungsergane bes tbieriihen Körpers aus
deniſelben als unbrauchbar abgefonterten Stoffe; ee
find tbeil® Die in rüdbiltenter Umwandlung be
griffenen Beſtandtheile ber Gewebe u. Flüſſigleiten,
theils bie mit den Nahrungsmitteln in den Körper
gelangten Subflanzen, welche an der Stofjmetamer- '
phofe keinen Antheil genommen haben, b. b. unver-
daut geblieben find. Hauptfächlich verftebt man unter
&.2) die Durch ben Darmlanal abgegangenen, durch
den tbierifchen Stefjmechjel umgewantelten or.
wiverbaut gebliebenen Nahrungsmittel. Gin ge
funber errouchiener Menfch eutleert nach gemijchter
Koſt in 24 Stunden ehva 120—1S0 Granım E.
von brauner Farbe u. halbſeſter Confiftenz. Die
E. enthalten ungefähr 4 ihres Gewichts fefte Be⸗
ftandtheile u. 3 Wafler; ihr unangenehmer Geruch
rührt von ihnen beigemengten in Zerſetzußg über⸗
egangenen Gallenbeftandtheilen ber. Die Zu-
* mmenſetzung der E. iſt mejentlich verſchieden
je nach der Art der genoſſenen Nahrung, aber ihre
Unterſuchung iſt mit ſo viel Schwierigkeiten u.
Unannehmlichkeiten verbunden, Daß die E. nur
ſelten Gegenſtand der chemiſchen Analyſe geworden
. finden |
ind. Unter ben feften Beftandtbeilen ber
ch beſ. Mustelfaiern, Sebnenfafern, Knochenreſte,
Haare, Federn, Hornſubſtanz, Gallenſubſtanz, Fett,
Holziaſern, Stärke, alle Arten Pflanzenzellen, un⸗
organiſche Salze ꝛec. Die Farbe der E. iſt gelbbraun
bis dunkelbraun, auch grün od. ſchwarz. Die Fär—⸗
bung ber grünen €. hat man früher ber Gegenwart
von Gallenfarbſtoff zugeichrieben, indeſſen ift dieſer
nur in den wenigften Fällen bie ee ung bazıt.
Grasgrün gefärhte Stuhlgänge find bei. nach Ge⸗
brauch von Calomel zu beobachten u. erbalten ihre
Farbe vom Schmefelquedfilber, welches für fich
zwar ſchwarz eridyeint, aber mit thieriichen Stoffen
gemengt, benfelben eine grüne Färbung ertheilt;
in ben grünen, oft ſchwarzen En nad) dem Gebrauch
von Eifenpräparaten od. eifenbaltigen Mineral⸗
waſſern, rührt bie Färbung von Schwefeleijen her;
ſchwarz ericheinen bie &. nach dem Gebrauch von
Koble od. Heidelbeeren, lichtgelb nach Gummigutt,
Safran od. Rheum. In Krankheiten ändern fich
bie phyſikaliſchen u. chemiſchen Eigenſchaften ber G.
weſentiich. Bon den E⸗nder Thiere ſtimmen die
der Säugethierein Allgemeinen mit denen ber Dien-
ſchen überein, die der Bögel enthalten viel Harn⸗
fäure, ſie werden, wie bei vielen andern Thieren,
mit ben Nierenegcretionen gemengt, durch vie
ſogenannie Kloake entleert. Auch die E. der Schlan⸗
gen find reich an Haruſäure; Die ber Infecten
enthalten Rutimente ber Semebotbeile, tie ihnen
zur Nahrung dienten u. Harnbeſtandtbeile, bef. Die
der Schmetterlinge viel barnjaures Allali. Für
die Landwirthſchajt find die E. als Düngemittel
| Ggeretion beftimmie He
vgl. Boubrette; auch in ver Technik finden
Anwendung, be. ber Kublerl/ zum Beizen..
@rerementielle Stoffe (bscrementilla), 7
Excreſcenz (v. lat.), jo v. w. Auswuchs.
Ereretion (v. lat.), jo x. w. Ausfonberm
Ausleerung (f.b.); daher Excreteria organa, Ku
jonterungsorgane, Excreiorlus ducitus, Aush
rungegeng.
cubiae (lat.), tie Wache, bei. am =
Gegenfat von Vigiliae; baber Eseubitöres,
an ben Hausthüren vornehmer Perſonen; Leibiwm
eines Feldherrn od. Fürften.
Excüdit (fat.), er bat es geflochen, auf Kupfe
ſtiche; Exeudätur, es dann (ein Bild in Kupfer)g
ftochen werten, analeg tem Iınprimatur.
Exculpiren (v. lat), entihuldigen; baber €
eulpabel, zu entſchuldigen; Exculpation, Eutſch
digung.
Excurs (v lat.), 1) als Theil der Rede
wöhnlich nach der Erzäblung; 2) was nicht geb
5 Haupttheilen der Rete gehörte, ſondern
Schmuck vd. aus anderen Grünten eing
wurde, 3) ansführlichere Abhandlung Über ei
Materien, welche ein Interpret eines Autors fern
übrigen fürzeren Anmerkungen nachfolgen läßt.
Ereurfion (v. lat.), 1) jo v. m. Excure, bef. 3
2) feine, wifjenjchaftliche, bei. botaniſche Reifen.
Ercufiren (v. lat.), entihulbigen. @preafahı
entihulcigungsfübig; daher @reufation (fr. @pem
ipr. Eskühs), Enijchuldigung. Ercufstisn ber Be
münder, Gründe eines Vormundes, weshalb ı
eine Bormundjchaft nicht übernehmen kann ob. wi
|. u. Bormundfcaft.
Excussio (lat.), Ausffagung bes Hanptſchul
ners u. die Unterfuchung, ob er noch irgend etw
Bermögen hat. Das Beneficium excussionis
fo v. m. Beneficium ordinis.
Excutiren (v. lat), ausſchütteln, unterfuchen
Ex decröto (Ilat.), in Folge eines Yefcheibs,
Erea de los Cavallerod, Statt am Znfar
menfluß bes Arva de Yuefia u. be Biel, in ber f
niſchen Brovinz ge: Zucht von Gorzügtif
Kampfftieren; 3000 Ew.
Execriren (Exſecriren, v. lat.), vermünfch
verfluchen; daher Execrabel, verwünſchenswer
verflucht, abſcheulich; @recration,, feierliche Bi
wünſchung, mebei im Alterıhum die Priefter BE
gewiſſe Perfonen cd. ganze Städte Unheil von b
Göttern mit beftimmten Förmlichkeiten u. im I
ftimmten Formeln herabflebten. Die Aufhebung d
Srecration geſchah Durch die eben fo förmliche
jecration, bie feierlide Widerrufung der Bı
wünſchung.
Execution (lat. Execafte, Hulfsvollſtreckun
1) die Anwendung ber geſetzlichen Zwangsmit
zur Vollſtreckung eines richterlichen Erkenntniſſ
wider den Verurtheilten. Zur Anwendung der €
cutionsmaßregeln wird a) im Civilproceſſevi
ausgejegt, Daß das Erlenntniß redhtaträftig gewe
den, jo wie daß ter Gegeuftand der Yeiftung,
welchem der Pflichtige verurtbeilt worben ift, I
reits in Duantität u. Qualität genau beftimmt |
IN das Letztere noch nicht der Ball, fo hat bein €;
entionsverfahren erft noch eine fogenannte Yıqu
Dationsinflanz vorauszugehen, worin möglic
Exccution bis Executiren
& ber Eegenſtand ter E. feftgeſtellt wirt.
33
Spfem in tiefer Beziebung auch Hannever m
liche Beüfiredung ter E. erfolge nah Wraunichmeig gefolgt find, iſt bielefbe Sache des
ı Redbr immer durch das Gericht, nach
ven Recht durch eigene Gerichtsvollzieher
"°. Die ©. ſelbſt iſt verſchieden, je nah
fenbeir bee Chjecis, um welches es ſich
Sar die Reruriberlung auf die Seraus-
keftiımmten Sache gerichter, fo läßt das
ı Berweglichen Sachen tielelbe Dem Ber-
kutach durch einen Gerichtöbiener abneb- .
x Sieger zuftellen; bei unbeweglichen -
dſider eymittirt u. der Sieger immitlirt.
ı fh um die Bezablung einer ſchuldigen
e ed. anderer fungitier Gegenflänte, ſo
e Amangsmittel in Ginfegung der Mache
b nur ausnahméeweile, namentlich menn
bufener etwa nur an gutem Willen feblt,
m Auspfintung beweglicher Gegenſtände
Meringung eines richterlichen Wandıeh-
m Immobile des Schuldners, um durch
Meiserung dann die Mittel anr Befrie⸗
ı erlangen, menn ter Terurtbeilte nicht
er ven Erkenntnift Felge leiflen fellte.
es Berrrteeilten aber auferlegt, gewiſſe
gen rerzunehmien cd. zu unterjaflen, fc
na bet Ixstienen, Fat Meltfirifen, bald
iſtraie an ed. Läßt, wenn die Handlung
d eınen Anderen verrichtet merken konnte,
Frirze vernehmen n. zmingt ten Ungeber⸗
un zur Vezablung ber Lafür aufgetaufenen
Per wirfliden Anmentung deo Zwanges
er Regel eine Antrehung mit Zepung
emeflenen Friſt voraus. Due Näbere
Anmentung u. Anfeinauterfelge der tin⸗
eenticnemirtel beftimmen bie KFrecntien®-
2:7, 8: Mei mebreren iummarticben
zu, wie Lem Arreſtproceß u. ten !Dian-
Se, wirt ansnabmemeiie mit der E. be-
jetecb, daß die wirkliche Vollziebung der
e Gntäußerung tee mit Beſchlag belegten
zes ned durch eine geeignete Vertbeidi
Angegrifjenen abgementer werten kann.
ıminalproceffe wird sum Aeginn der
jerzpe eine Rechtelraft tes Ertennenifies
inteffen dech fc lange reasimären damit
ienemmen, ale der Angeiwattiste ſich
ensroeter freiwillig untermorte tat ch,
‚une Cinlegung eines erdentlichen Rechto⸗
Meſſen ift; zur wenn ter Angel-tultıate
zeftrafen letıglich gegen tie Ztrafhäbe
at, fanın ibm auch geftatter werten, eınfl-
Strafe anzutreren Inweilen treten aber
inte ein, welcde ten Vellzug ielbſt nad
Stsatbanmaltes, weicher fich zu dieſen Iwede mit
ten Berflänten ter Strafanflalten :c. unmittelbar
in Verbindung zu feten bat. Ein drities Svſtem
3. 8. in Baiern), beläßt die Vollziebung ‚mar Dem
Bericht, ordnet aber an, daß ker Staatsanwalt die⸗
selbe erforderlichen Kalles zu Betreiben Fat. liber
rie Velljiebung Der AKreibeiteftrafen |. n. Eefäng⸗
niß, über vie Der Tcbeaftrafe f. u. Irreeftvafe;
2) die Einziebung von, auch nicht perichtlich ver⸗
erdneten Außenfländen bes Staates, ;. N. ven
Steueraudſtänden, Kriegelaften, durch cinaclegte,
|
Diäten erbaltente DMannicaften,; 8) ter Verkauf
ter für Rechnung Jemandes zekauften Wapiere
durch Wechſelagenten, wenn Lebtere Melorgnifle
fiber Die Zablungefähigleit derſelben begen.
Erecutionsabſchied, fo v. w. Friedenkerecu⸗
tienebauptabſchied.
@recutiondinftanz, 1) (@recutionsaerist), DaB
Gericht, welches eine Erecutien velliicht: 2) der
Abſchnitt des Kreceſſes, merm ein geiäſtter Noctte
ſpruch zur Vollziebung durb wanſemaßregeln
gebracht wirt (Ercentiensverfabren, i. Cyeunt:on.
Erecutionéordnung, 1) ein Werer, durch wel⸗
ches die Rerein Über das Erecutieneveriabren be⸗
rer Frift nicht geftatten; bierber gebören
Schrangerſchait ıc., welche die Animahme
etbeilten in die Etrafanſtalt umtbunlie
renſe Begnadigungegeluche, wenn fie nicht
mal abgeſchlagen ſind; aucb wird in der
ein mäßızer Auffchub verſtattet, wo dent
(ren durch unverzügliche Vollſt edung ein , TENE
verjugt wurde.
sumägiger Nachtheil an jeinem Noebrunge⸗
atſteben würde. In wie ern der Wider⸗
Geftãndniſſes dazu Reranlaiiung geben
:gt ven dem Grade der Wabrichemlichleit
en ter Widerruf an ſich trägt: die Vell
bat nach gemeinem Teutichen Rechte auch
Richter, unter deſien frerieller Auſicht.
1. Rab tem Franzöſiſchen Rechte, deſſen
13" s Persien. 8 nu. VI.
fimmt merten; 2) bei. deutſches Reicheneneß vo
1555, welchee zur Aufrechterbaltumg tes Landirie⸗
Lens beftimmte, mie Lie Urtheile tes Reidelammer⸗
gerichtea zu vollziehen feien; 3) deutiches Windes»
geile fiber Vollziebnng der Aunteebeicblülie, Der
durch Auerräge gefüllten ſchiedérichterlichen Er⸗
tennenifle, unter (Memübrleitung Des Bundes ge⸗
ſtellten compremißarıiten Enticheidungen u. Ber
gleiche, ſo wie ille die Aluirecdterbalinng Der vom
unde übernoemmenen vbeienderen Garantiken.
Die Grundzüge dieſer E. wurden ala previſo⸗
riſche E. zunächſt durch einen Rundesbeichlnß vom
20. September 1819 auigeſtellt: Pie defininve E.
it vem 3. Auguſt 1820. Sur Uberwachung ber
rieetallfigen Vorichritte beſtebt beim Bundedtag
eine ſtändige Erecutiendeemmilen. Die Exrecn⸗
tion beginnt mit einer motivirten Aufforterung jur
Folgeleiſtung unter Sebung einer anenelienen
Frin. Iſt dicſe erſolales verfirichen, ſo erielgt Aufe
tragtertbeilung an eine cd. mebrere, bei Ber Sache
nicht berheiligte Regierungen zur Auefübrung Der
beichleſienen Maßregeln mir Refimmung der dazu
nötbigen Diannichaft u. Dauer Per Executien. Die
beauftragte Renierung bat einen Civilcommiſſar 38
ernennen, welcher das Erecuticnsverfabren nach einer
von ter Bundesverſammlung au eribeilenden In⸗
ftruction leitet. Abgeieben ven den allen, wo Ge⸗
fabr im Verzuge ıft, ſell die mirflihe Anmenpung
con Sirangsmaftregein aber erſt 3 Wechen nach der
ven Ter beauftragten Regierung au ten betbeilig-
ten Bundeeftaat Deaiade erlajienen Anzeige eriol⸗
gen. Die Keſten ber Execution bat Die Rundes⸗
regierung zu iragen, gegen weldye tie Crecunon
Erecutionspatent, die gerichtliche Aneferti-
gung, wer der Gerichtodiener angewieſen Mid,
tie Eresuitten an vellziehen. Die Kerzeaung deſfel⸗
ben ale ala vegr:timatten tr Den Eerichtobeaniten.
@recutiren v. lat. , 1) anefübren, vollſtreden;
2) cın CErinmimalurtrel vellftreden; bei. 8) einen
Verbrecher hmurichien. Grecutiv, vellſtredend, voll
3
24
des Staates, ſ. Staat.
Exrerutivrproceß (Ereentiviſcher Proceß, Execu ⸗
tionoproces, Y’rocessus executivua), ſummariſche
Proceßart, in weicher ſogleich mit dem Vortrag der
Klage aufErfüllung per önliher Berbindlichleiten der
Beweis der ihr zum Grunde liegenden Thatfachen
durch fehlerfreie Urfunten verbunden, u. der Be-
tagte, menu er nicht die Unechtheit dieſer eiblich er-
härten od. fich nicht Durch ſofort mittelſt Urkunden
ermwiejene od. erweisliche Ausflüchte [hüten kann,
alsbald verurtbeilt wird. Solche fehlerfreie Urkun⸗
ben beißen Ouarantigiirte Urkunden (Do-
cumenta guarantigiata), vgl. Urkunde. Der E.
ift zu Gunſten Des Klägers eingeführt, um demſelben
ſchneller, als e8 bei tem Gange bes ordentlichen
Proceſſes ter Sal ift, zu feinem Rechte zu verhel⸗
fen, u. diefer kann baber ſtillſchweigend dem E. ent»
fagen. Die Klage (Erecutivfage) hat bis auf das
Proceßgeſuch keine Cigenheiten, nur müfjen Die
nöthigen Urkunden wenigſtens in beglaubter Ab»
ſchrift Derielben gleich beigelegt fein. In dein hier»
auf Statt fintenden Termine (Recognition
termin) muß dann ber Kläger tie Originale jener
Urkunden ben Beklagten zur Anerlennung (meift
Agnition bei öffentlihen u. Recognition bei
Brivaturfunden) vorlegen u. Liefer ſich über deren
Echtheit od. Unechtheit erfiären. Die Nichtanerfen-
nung eigenbäntig unterjchriebener Privaturkunden
tanın nur eidlich (Diffeſſienseid, f. d.) geſchehen; bei
zffentlichen Urkunden ift fie von keiner Wirkung,
fonbern es erfolgt auch in diefem Falle bie Berur-
tbeilung. Bon Einreben können nur foldye mit
Eriolg vorgeidilgt werben, melde, als Dilatorifche,
das Wefen des Procefjes od. eine Sicherheitsbeftel-
lung wegen der Widerklage berreifen u. als perem-
toriiche ichon ermielen find, od. fofort ermeislich ge-
macht werden künnen. Unermielene Einreden wer⸗
den zur Lejenderen Ausführung entweder in einer
Widerllage, ed. in einer bejonderen Klage verwies
jen. Das Urtbeil wirb nöthigen Falls durch Ere-
ention vollzogen, u. bie Rechtsmittel wider ein
verurtheilendes Erkenutniß genießen ben Suspen-
—8 nicht. Vgl. Kori, ÜUber ten E. u. die Wi⸗
ertlage, 2. Aufl. Jena 1526; Briegleb, Uber exe⸗
* Urkunden u. Executivproceß, Nürnb.
1839; Gett, Der Executivproceß, Nürub. 1841.
Executivſachen, Rechtsſachen, die ſich zur Ver⸗
handlung im Exrecntioneproceß eignen.
Executivum pactum (lat.), Vertrag, durch
melden ter Berkintliche fich gleich Dem Executions⸗
verfahren wider ibn unterwirft, wenn er binnen
der beſtimmten Zeit jeine Verbindlichkeit nicht er-
füllen follte.
Erecutivurtheil, ſ. n. Urtheit.
Execũtor (lat.), Bollftreder, Vollzieher. E. te-
sianenti, Teſtamentsvollſtrecker.
Executoriäles (lat.), richterlicher Befehl, mit⸗
teift deſſen dem in einem Preceß Bernrtbeilten auf-
gegeben wird, tem ergangenen Urtheil innerhalb
einer gefetsten Friſt nachzuiemmen. Wach den äl—
teren deuiſchen Reichsproceß mußten folde Erecus
terialien bei. erbeten werben. Turch den jüngften
Reichsabſchied von 1654 wurde aber, wenigſtene
für den Reichstammergerichtoprocen, bejtinmit, daß
biefelben einem jeden Urtreil in ter Weiſe einver⸗
leibt werben iollten, daß fegleihb am Schluſſe ber
Sentenz ein Termin zur Befolgung des Urtheils
Execntivproceß bis Gregefe
ziebend. Grecutiogewait, Die vollziehende Gewalt
| Befolgung —*— würde. die
n. zur Beibrin ber Bel 86
min erfolglo®, fo batte der Berurtheilte de
ein Manıdatam de exequendo zu bitten
bie neueren Formen f. u. Execution.
Executoxiſch (v. lat.), mit gerictficher
Eredared, Sohn (Enkel) von ZTigro
(VI), feit 75 n. Chr. König von Großarm
Armenien (Geſch. 1I. A).
Exedentia (v. lat, Mer.), Atmittel.
Exkdra (gr), 1) Ei; 2) in ben Gy
eine mit Siten verjehene Niſche in ber 4
balle u. in Privathäufern ein Zimmer mit
nen Siten, wo man ſich unterhielt, 3) im
alter Eig des Bifchofs in der Kirche; 4).
gebäude einer Kirche.
Exegkſe (v. gr., lat. Enarratio), 1)
lich Auseinanterfehung, Darlegung, Er
2) (Interpretation), Erklärung, Aut
Daher Ereget (Interpret), gelehrter Aue:
Erklärer einer Schrift. Die Yehre von ben
fügen u. Hülfämitteln zur Auffindung Des
einer Echrift beißt Sermeneutil. Dü
rung einer Schrift beftebt entweder in bloße:
lien (f. d.), wo einzelne Wörter od. fc
Stellen erklärt werben; ob. fie befaßt fi
Darlegung ter Bedeutung ber Wörter u.
fortlaufend u. vollfiäntig mit der Darleg:
Sinnes tes Ganzen, dann heißt fie Co nur
(ſ. d). Die wörtliche Übertragung einer
aus ten Sprachen des Grundtertes in eim
Sprache, heifit eine Überfetung od. Be
eine ſolche Überfegung, welche mehr umſch
zugleich Erklärungen eingefügt enthält, ein
apbrafe.
Die bibliſche E. beichäftigt ſich mit be
rung u. Auslegung der Deiligen Echrift,
Theil der Theologie u. fett, da bie biblifd
er in früber Zeit in fremden Sprachen u. fit
Völker gefchrieben wurden, ſprachliche, hi
eographiſche u. antiquariſche Kenntuiſſe
er bibliſche Exeget hat die Aufgabe, das
Schriftſteller gebrauchte Wort nach dem
gebrauche u. nach dem Zuſammenhang zu
u. danach den Gedanken des Schriftftelleri
mitteln, wobei zugleich ein genaues Ei
ven Geift des Schriftftellers erfortert wiı
älteren u. neueren Exegeten haben aber ı
jhiebenen Stautpuntten aus tie Heilige
ausgelegt, u man jpridht Deshalb von eın
matijhen (Boctrinellen) Ausleaun
ten Gedanleninhalt einer Schrift aufſucht; t:
tere, welche ein Doguia als beſtehend voran
damit Die Stelle der Schrift in Verbindung
von eier allegorifhen Auslegung, D
Werten tes Schriftstellers einen gebeimen,
tere Gegenſiände übergetragenen Sinn dv
u. benfelben aufſucht, u. insbejendere ſpin
ort. anagogiſche Auslegung, welche Erz
ed. Wilder noch einen beionte: en geiſtigen ed
himmiſchen Sinn beilent; won einer prafß
welche Die Auwendbarkeit auf Das firtliche Y
rüdjichtigt, ven einer moraliſchen Au
Die in allen Stellen nur ten Zinn ennvidelt
Die Sittlicbleit jörtert: von einer panhar
ſcheu Auslegung, welche verlangt, daß tie l
Bücher mit Den Geſeten der Wahrheit u.
keit durchaus übereinſtimmen u. erklärt
Exegeſe
gegenteärtig | (Opus sacram, 1658) u. Und. find von einiger
n Gpegeten balten ſich aber
immatiſch⸗hiſtoriſche (au gram-
pbilelegifdhe u. biflerifch-anti-
e) Auslegung, die fih mit Hülfe ber
be, ter Geſchichte u. der Ethnegraphie
tantrımlı Des Schriftſtellers verieht u.
m Schriit erflärt. In ben erfien Jabr-
ter CEbriſftlichen Kirche beſchäftigten fich
ãter mir der GE. n. unter ihnen ragte
es berver, indem er bie alerantrinifche |
est tie Wibel anmenbete u. durch feine |
=. grammatifhe Auslegung das Stu-
den förberte. In Der E. unterſchieden
samals Die beiden Schnlen in Aleran-
miochien, indem ſich jene mebr zur alle
ce mehr zur grammatiichen Auelegung
ı hinneigte. Ale Eregeten find außerdem
; Distorus von Tarfus, Theoterus von
„Hierenymus, Chryſoſtomus, Theedoret
Jedech legte man auch in der E. ſchen
rees Gewicht auf die Tradition u. hielt
am tie Ergebnifſe der E. der Büter, fc
n m. Kuguftinus. Ja in der fernen Zeit
man ke, bie Erllärungen ber älteren Vä⸗
Sägen zziaumenzuftelen u. nannte jelche
werte Catense (Ketten) , beigleichen ftellten
sinus u. Primafius im 6. Jahrh., Calfio-
Kerns, Beza, Strabo u. 9. zuſammen.
wfieren E⸗n tes 12. bie 14. Jahrb., wie
ven Tlairvaux, Abällard, Thonias Aqui⸗
[aus ven Yora, wurde es gewöhnlich, in
zu = bunlien Stellen einen vierfachen
ſuchen; nämlich außer tem fchlichten
ichen od. Wertiinn nod einen alle-
ı, welcher ben Glauben beſtimme, einen
ſiſchen, welcher auf das fittliche Xeben,
agogiſchen, welder auf tie Erbebung
tbes wirten follte. Im 15. Iabrb. wirkte
raufblüben ber Wiſſenſchaiten durch Lau⸗
da, Reuclin u. Eraſsmus auch auf Die
‚zz ter Wunſch nad einer Kirchenver-
übrte sur Beſchäftigung damit. Mit der
‚n Bes 16. Jahrh. trat das Studium
ten Vordergrund, weil die Schrift ale
e u. ficberfte Regel des Glaubens in den
ben Büchern bezeichnet u. damit ter tra-
€. ter Kalholijchen Kirche wideriprochen
ıter Yurberifhen Kirche bielten Lu⸗
elanchtben an tem Gruntiab, daß Die
: erzener berechtigter Erflürer vet, ſchon
u. ipäter in ibren exegetiſchen Schriften
anten anf ber grammatijchen u. bilteri-
atboliten u. Schwärmern. Unter ibren
a wurte tie E. geiörtert durch Matth.
lavıis scripturnesacrae. 1567), Salemo
Philologie nacra, 1623, fpäter crainzt
t tur Datbe 1776, u. Bauer 1797);
btriegel (Yaoyuvruare, 1565), Jeacitn
is {Notatio figurarum etc., 1592),
bernntg (Harmonia, nad feinen Tote
ben Yeyier u. Gerhard 16280), Ich. Bu⸗
Ioh. Brenz n. And. im 17. Jahrh.
i ten dogmatiſchen Streitigkeiten u. Bei
adurg ker Melanchibenſchen Schule Pie
ertſchritte, u. nur fie Schritten von Hun⸗
»anras, 1606), Yırcas Oſiander (Bihlia
3), beutich Überfeut), Erasmus Zchmibt
|
|
:85
Bedeutung, ebichen man fa allentbaiben ben dog⸗
matiſchen Ginfiuß bemerkt, der fich bis in bie Mitte
Des 18. Jabrb. in Geltung erbielt, wäbrend bie
Spenerihe Schule tem gegenüber der prakti⸗
fhen E. fi zuneigte. Allmälig aber fing man am,
in ben inneren Bau ber Epraden tiefer einzubrine
gen, u. durch bebräiiche Werterbücher, 3. B. von
Job. Eoccejus (1669), durch bebrãiſche Sprachlehren
von Wasmutb, Opig, Dany, bei. vöſcher; durch bie
neuteſtamentlichen Lexila von Schättgen (1746) u.
von Echleußner (1792), Durch eine freiere Kritik des
Tertes, durch Eeubert (1648), Pfaif (1720), Joh
Gottlob Carpzov, Bengel, Michaelis, Eichhorn u.
Andere; durch neue Bibelüberſetzungen ven Datbe,
Schmidt, Heumann, Michaelisen. And., durch Zu
ſammenſtellung u. Regründung der bermeneutiſ
Grundſätze durch Pieiffer, Rambach, Baumgarten
wurde das Studium der E. weſentlich geförbert. Ang
meiſten aber geſchab dies durch J. A. Erneſti u. Sem⸗
ler, indent jener tie Reſultate der claſſiſchen Philo⸗
logie auch bei ter bibliſchen E. kenupte u. dieſer
durch gränbliche gefchichtliche Forſchung ber hiſtori⸗
ben Erflärung der Schrift ven Weg babıte, Beide
aber dadurch ter E. einen ganz neuen Aufſchw
verichafften, Laß man von nun an, ebne Ritdfidhe
auf die kirchlichen Dogmen, Den wahren Zinn bes
Schriitſtellers nach ben Sruntjügen ber Pbilclegie
u. ter Geſchichte zu ermitteln ſuchte. Dieie Rich⸗
tung, welcher mebr ed. weniger Morns, Keil, Brete
ſchneider u. And. iolgten, wurbe Durch die neuen Bibel⸗
ausgaben ven Simenis, Griesbach, Schett, neuere
lich don Lachmaunſu. Ziichentorf, durch bie lexikali⸗
ſchen Arbeiten von Geſenius, Wabl u. Breiſchneider,
durch Die granmatiichen Studien von Ewald m.
Winer weſentlich unterftünt, u. es erſchienen eine
große Anzabl von Commentaren über Das Alte m.
Neue Teftament. Allein neuere Tbeologen, wie
3.2. vüde u. de Wette, ſuchten Die freie Forichung
auf Bas rechte aß zurückzuiühren, u Marbiinede,
Tweſien, Nitzich u. A. drangen daraui, daß man
ton dem grammatiich u. hiſtoriich eriorſchten Sinn
ter Schriftſtelle aus in den Geiſt Der Schrift tiefer
eindringen u. Pas Einzelne mit Bein Ganzen beB
chriſtlichen Maubens u. Lebens in Verbindung brine
aen müſſe. Tie pbilefonbiihe Richtung ter Zeit
nuchte ſich auch in Der E. geltend zu machen, u. wie
ven Kant die meraliiche Anterpretation empfohlen
wurde, woerach die Zobrift erllärt werben ſollte,
daß ihr Zinn mir Ben prafiiichen Regeln ter reiten
ernunftrelinion zuſammenſtimme, fo fuchte bie
I Segelihe Schule Durch Die E. Die ſegenanuten rele
Herliarung, gegenüber der allegcrifcben
men Idcen ana richt zu Nellen, wodurch der bifterifche
Staudpunkt verlafien u. Die myrbiiche Auete—
gung ins Yeben gernien wurde. Inter Refor⸗
mirten Kiribe, Die in ben Grundſäben über bie
Schriitaäauelegung mit Der Lutheriſchen übereine
ſtimmte, waren die erſten Gründer n. Leiter der⸗
ſelben, Zwingli, Calvin, Ökelampadind u. Bea,
garündlich gebildete Exegeten, u. ibnen ſolgten im
16. Jabrb. vLeo Ruda, Mercier, Caſtellie, während
ins 14. Jabrb. die beiten Buxterie durch gramma⸗
tiſche u. lexitaliſiche Arbeiten tie altteftainentliche
n. Heinrich Sterhanus u. Caftellie die neuteſta⸗
mentliche E. förderten. Für Die Kritik des hebräte
ſchen Tertes ſorgte zuerſt Caprellus ır. jilr die des
Reuen Teſtamentes Tbheeder Veza. Unter Den füle
geuten Exregeten zeichucte ſich im 1 6. Zahrh. Heine
I
rich Bullinger, Martin Bucer, im 17. Jahrh. Mo-
ſes Amyraut, Camero, Johannes Drufius, Friedrich)
Spanheim u. Johannes Piscator aus, während
im 18. Jahrh. Echultens um die Erklärung bes
Alten u. Wetflein um bie des Neuen Teftamentes
fih verbient machten. Dagegen ftellte Johann Hein-
rich Eoccejus gegen bie von Calvin, Beza u. Gro-
tius befolgte Methode der Auslegung ben Grund⸗
in auf, baf die Worte der Schrift an jeden Orte
es bedeuten müflen, was fie nur bebeuten kön⸗
nen, wodurch namentlich die prophetiiche Theologie
in den Vordergrund trat. Doch fand bie hiſtoriſch⸗
grammatifche Auslegung ihre Vertheibiger ın Wa-
renfels, Turretin, Sohann von Mark u. Hermann
Benema. In der Englifhen Kirche waren Bo-
cock u. Lighfoot für bie Auslegung des Alten Teſta⸗
mentes, außerbem aber bie engliichen Parapbraften
. Sammond, Loole, Doddridge, Clarke u. And. durch
gu Umſchreibungen ber Bibel für die €. thätig.
"In nenefter Zeit bat die E. in ber Reformirten
Kirche mit der in ber Qutherifchen gleichen Schritt
gehalten. In der Katholiſchen Kirche wurde
durch das Tridentinum feſtgeſetzt, daß ſich in dog⸗
matiſcher Beziehung die Auslegung der Heiligen
Schrift nach der Anſicht der Kirchenväter u. nach
den Beichläffen der allgemeinen Kirchenverfamm-
Inngen, in letter Inftanz aber nach den Ausfprit-
en der Kirche zu richten bat. Obſchon hierdurch
bie E. eine Beichränfung erlitt, fo haben boch bie
katholiſchen Theologen au in biefer Wifjenfchaft
viel geleiftet. Wie im 16. Jahrh. die Carbinäle
Sadoletus u. Cantarini mit exegetiihen Studien
beichäftigt waren, fo gejchah dies bei. in der Fran⸗
zöſiſchen Kirche im 17. Jahrh. durch Richard Si⸗—
mon, durch Du Pin u. And., u. im 18. Jahrh.
durch Aleranber Geddes in Schottland. In Deutfch-
land fuchten manche Theologen, wie Jobamt Jahn
in Wien u. Lorenz Ifenbiehl einen freieren Stand-
punlt in der €. zu gewinnen, wobei fie jedoch nicht
ohne Anfechtung blieben. Unter den neueren fa-
tholifhen Eregeten find zu nennen: Hug, Kifte-
maler, Gratz, Scholg, Stengel, Allicli, Janſen,
Buder, Ejien, Orsbach, Neinfe, Mayer, König
u. And. Bol. noch den Artikel Bibel VI. u. Meyer,
Belhichte der Schrifterflärung, Gött. 1802—1805,
e
Exeligmos (gr. Ant), Entwidelung einer
Schlachtordnung, Contremarſch, |. d.
Exelmans Ohr. Erelmang), Remy Joſeph Ifi-
bore, Baron E., geb. 1775 in Barsle-Duc; nahm früh-
zeitig Kriegsdienſte, zeichnete ſich 1799 im Neapolita-
niſchen Kriege aus u. wurde Murats Adjutant u.
1806 Brigadegeneral. In Spaniengefangen, wurde
er nad) England gebracht. 1811 befreit, giug er in
Murats Dienfte, kehrte jedoch bald in franzöfifche
zurüd. Er machte nun den Ruſſiſchen Feldzug u. Den
1813 u. 1814 mit. Nah Napoleons Kal fing man
einen Brief von ihm an den König von Neapel auf,
worin er demfelben zur Erhaltung Feiner Krone Olüd
wünfchte; er jollte arretirt werden, entkamjedoch,
ſtellte fiy indeß vor dem Kriegsgericht zu Yille u.
wurde freigefprochen Wei ter Rückkebr Napoleon
wurde er in tie Pairslammer berufen, fübrte 1815
eine Divifion u. begab ſich mit berjelben binter bie
Loire. In Folge derzmeiten Reftauratien proferibitt,
ging er nach den Nieberlanten u. Deutſchland, bie
er 1923 tie Erfaubniß erhielt, nach Frankreich
aurüdzufchren. 1831 erhielt er Tie ihm Durch Lud⸗
Ereliguss bis Exerciren
wig XVIII. genommene Pairwurde role
am 15. Auguft 1849 zum Großkanzler
legion u. am 10. März 1851 zum Ma
Tranfreich ernannt u. ft. 22. Juli 1853 I
Erempel (v. fat. Exemplum), 1) £
Exempla sunt odiesa, Beifpiele anzufüh
büffig. Exempli causa (E. grafla), zum
2) arithmetiſche Aufgabe, bef. wenn d
mit denen man rechnen foll, beftimmte >
Exemplar (v. lat.), 1) Mufter; 2)
nes von einer Anzahl gleichartiger u. '
Werthe ftebenber Dinge, die zum Berka
werten, jo namentlid Bücher, Kup
Exemplariſch, 1) was zum Mufter diene
warnend, abichredend, jo Eremplarifi
@remptarität, Mufterbaftigkeit.
Eremplificiren (v. lat.), durch Beil
tern, belegen; baher Crempfification, :
läuterung buch Beifpiele. Exempliß:
mentl, egloubigte Abſchrift einer Urkur
Eremt (v. lat.), 1) ausgenommen,
befreit; 2) (Exemitl, Esemten), fonft aı
Schulen die Schüler der oberften Klafl
ber ſtrengeren Schulzucht befreit, auf Di
näber vorbereitet wurben. Daher Erimtı
@rention, Befreiung von einer allgen
Andern zu teiftenden Berbinblichteit. Gr:
Klöfter od. Stifter, fonft Vorrechte ber
Stifter, nach welchen dieſelben von ber €
feit der inländifchen Bifchöfe befreit m ı
dem Bapft unterworfen waren. Schon iı
famen einige Eremtionen vor, feit ven
mehr, bei. im 11. u. 12. ungeachtet I
ſprüche ber Biſchöfe u. der Mißbilligung
St. Bernbart. Kaifer Joſeph II. hob
tionen 1781 anf u. wies die Klöſter an dir
ibrer inländiſchen Brovinzialen unter |
Erzbiſchöfe u. Biſchöfe.
xen, Stadt, ſo v. w. Egisheim.
Exenteration (v. lat.) 1) Ausw
Eröffnung u. Entfeerung ter Bruſt⸗ u. !
Exequätur (Exgeguatar, lat.), er ül
Regierung ertheilt das E. wer fe «
accreditirten Hanbelsconful (f. Conful 3
u. bemjelben die Ausübung feiner Yun
ftattet; fie giebt das E. zu rück, wı
Conful einer fremden Macht nicht zur il
benheit benommen bat u. fie ibn daher
nicht mehr anerfennt.
Erequien (v. lat.ExequYae), 1) (röõm
chenzug, Vegräbnißfeierlichkeiten; 2) üı
liſchen Kirche die Meſſen für Verſtorb
meift einige Wochen nach deren Tode geha
xequiren (v. lat.), durch Executio
lung cd. teilung, wozu Jemand rechtii
tet, — B. verurtheilt iſt, beitreiben; ba
rer, ſo v. w. Executor.
Exerciren (v. lat.), 1) einzelne S
kleine Abtheilungen in der Stellung, !
in den Wendungen, dem Marfchiren (B
geu), ben Griffen mit dem Gewebr
Evolutionen (f.d. a.) üben u. fo den Sol
Lihft auszubilden ftreben; zımveilen c
Ubung ganzer Züge, Compagnien, Bat
zur Stärke eined Regiments. Weiu fid
liber letztere hinauefiredt, auch wenn |
auf einen Heinen Raum befchräntt, n
Manöver (j.d.) genannt. Bis etwa
Exercirknochen
ıhrh. wurden biejemigen Diilitäre, welche
em Ginüben ber Soldaten befchäftigten,
Rer ( Zrillmeifter) genannte. Seitbem
Iueblihung ber Golbaten von den Lff-
jeben. % bei dem E. gelehrt wirt,
Prereitiam ; was gelehrt werben fcll, be⸗
’ ement, weiches das Detail
erfchreikt, fich jedoch meift auch anf
tbeilungen, bis zu der Stärke einer
is, erftredt, ſ. n. Reglement. Tao E.
uf einem Play (@rereirplagı, der nach
verſchicden iſt. %äür Infanterie jucht
mlich einen ebenen freien Play, für Ca⸗
en ſandigen, für Artillerie einen mäg-
Octen, Tür Linieninianterie einen ebe⸗
Eirailleure einen moglich durchſchnitte⸗
aus. ta Ztibten, wo große Garnifenen
zumeilen @rerchbäufer gebaut, um in
‚rourpen zu Fuß, auch wohl Kavallerie zu
m er u. in ber Kälte eyerciren
35 größeren militäriſchen Übungen mer-
zuppen im einem @rercirisger vereinigt,
1 Zelte ce. Baraden bie Mannichaſten u.
eben. Die bei Friedensmanẽvern, ſe⸗
Ealnihüfien sc. wermenteten Patronen
Far BeNBt man @rerciryatronen.
‚ Berbärtung bee Zellgemebrs
ernuq von Enedenmalfe, bei bei alten
am vorderen Theile der finten Achjel ale
Ertzündungen im Zellgewebe durch
rs
teion (v. lat.), 1) gelehrte Unter⸗
ne Abhanelung; baber 2) jo x. m Ab⸗
kien , |. Exercitium.
ftinmlat.),I)Übung;2)(Icriptum),
ı Ben Echiilern von Lebrern gegebener Auf:
benteiben zu Hauſe mit Anwendnng von
An, wie Des vexikons n. ter Grammatik,
ere Sprache zu Übertragen; 8) Diilitärm. .,
Bafien u. im Marichiren, f. u. Crer-
(Exereitia spiritwalla).. geiftliche Mikun
& melde ter fromme Sinn genäbrt .
e Leben geförtert werten fell. Schen int
tem Zeiten fegte man im ter chriſtlichen
dergleichen Übungen einen großen Wertb,
ı Bamals ven Geiftlicen u. beiligen Män⸗
s ſelbſt qebalten, tbeils ben Gemeinden
u. fanden bef. in Den Kiefiern eine ſebr
Kufnabme. Im 16. Nabrb. verfante Ignat.
%e Exzerritin spiriualin für Die Jeſuiten,
tem Rapftauerrüdiich beftätigt, von Aleys
als Merlulla aacıseos s. Exerecitia N.
eichrieben n. von Weſiboff neu berausge-
ren. Wäbrend man in der alten Kirche
ı, Die Faſten, die Quateniber ı1. andere
‚age als die geeignetften Zeiten für dieſe
keftietgte, fo werden bier die frommen Der
a auf einen Jeitraum von 8 Tagen ver-
sidnum). Nachdem tie E. eine Zeitlang
tenheig aelomımen u. nur tbeilmerje von
ver Übernahme ihres Amtes in Anwen-
acht werben waren, wurden fie in neuerer
& Ordendgeiſtliche wieder eingefübrt 1.
ir cutb Da, wo feine Klöfler maren, na⸗
a ben Rbeingeaenten, viel Theilnabme.
jse ir., ipr. Eier), der won ber Haupt⸗
& cine ſtarte vinie abgeionterte, untere
bis Exhaliren 7
Abſchnitt auf ven Münyen; entbält meiſt bie Jch⸗
zenabt.
xetaſted, Gatt. der Schlupfweipen, ber Gatt.
Banchus ähulich; Art: E. fornicator, ſchwarz,
Schenlel u. Schienen rotbgelb,; 5—7 Tin. lang.
Ereter (fpr. Eftfeter,, 1) Hauptſtadt der eng⸗
lichen Grafſchaft Devonihire, au Er: Sig eines
Biſchofs, deiien Diöcele außer Dewonibire noch dem
gregten Zbeil ber Grafihaft Cornwall uunfaßt;
St. Beteräliche (Kathedrale im gethifch - normans« -
niſchen Style, 1197 — 1397 erbaut, mit einer
der größten Gloden ven England [Great Tom
ot E. genannt), 12,500 Pfund fehner), außer
rem ncch 19 andere Kirchen, biſchöflicher Falaf;
zablreihe Wehlthätigkeitsauſtaltenn u. milke Stif⸗
tuugen. rüber bedeuteude Gemwerbtbätigleit im
Wellenwaaren u. Serge, ſeit Einfübrung ter Mar
ſchinen aber gefunfen. Saufen, Rhbeberei, Handel;
Schiffe bis zu 150 Tennen gelangen auf dem Ex
bis an bie Stadt; Eiſenbabhnverbindung mit Yrie
ftel, Barnftaple u. Biymoutb; ſebr fruchtbare, an
Getreide u. Toſt reihe Umgegend: 40,700 Em. —
E. ift das römiiche Isea Dumnoniorum, tie Wal⸗
lijer nanıten es Caer-Iak, bie Angelſachſen Eax-
ancester (Ztatt am Ex). Bis ins 10. Jabrb. leb⸗
ten Briten mit Augelfachjen in E. vermiſcht; aber
unser König Adelſtan wurden tie Briten aus E.
vertrieben u. Die Stadi befeftigt, feit welcber Zeit fie
eine ter beiuchteiten u. reichften Handelepläbe Eng⸗
Lands wurde. 26509 wurde Das 1032 aus ten Bie⸗
thümern ven Cornwall u. Irchiton gebiibete Wie»
SUR nech E. verlegt. Wilhelm dem Eroberer ver⸗
sagte E. ter Eid der Treue, werbalb derſelbe von
der Normandie aus die Stadt angriff n. 1067 eins
nabın: Graf Balduin de Molee, zum Vicomte von
E. ernannt, befeftigte Die Statt ven Kenem. Bes
lagert wurde E. in ben Kriege ter Weißen ı.
Rothen Rofe ven Lem Grafen Hugo Ceurmey
von Teevenibire, 149% ven Berlin Warbed u.
bei tem Auiftante Cornwalls gegen Etuarb VL
von ten Enpörern. 2)(Zg —A
Fluß im Staat New⸗Hampfhire (Nordamerila),
miüster in ten Piéecataqua-River; 3) zweite
Hanpiſtadt u. Gerichteſitz ber Grafſchaft Rocking⸗
bam im Staate New⸗Hampfbire (Nerbame-
rifa\, am E., 4 Kirchen, Pbillips's Alademie (1781
gegründet), Baumwollenmanufacturen, Papiere
mühlen; 4000 Gm ; 4) Städtiſcher Bezirk mit
Poſtamt (Pont-townahip), in der Grafichaft Per
nobicot im Etaute Dlaine; 2000 Em.; 5) Ztättie
fher Bezirk mit Poſtamt in der Grafichaft Wa⸗
ibingten im Staate Rbote- Island; 1800 Em. : 6)
Stäbtiſcher Wezirf mit Poſtamt in der Gratichaft
Berle im Staate Pennioivanien, an Der Pbiladel⸗
pbia-Reading-Eiſenbabn: 2200 Em.; 7) Städti⸗
ſcher Rezirk mit Poſtamt in der Graiſchaft Yırzerne
im Ztaate Beunivlvanien, am Suequebanna⸗-River
1000 Ew.; 8) Städtiſcher Yezirk init" Koſtamt im
der Grafichaft Wyoming im Staate Pennſolvanien,
am Zusguebanna-Hiver.
Erfoliation ır. Iat.), Abblätterung: @. ber
Anoden, Abtiätterung der Knochen, Trennung
durch Uraud (Nefrofiar abgeitorbener, Heiner, blät⸗
teriger od. anderer Auecbenitüde, ala Deilereceh
der Natur. Taber @rfotiationd: (@rfotiativ.) tre-
yan. j. u. Irepan.
Erbhaliren ıv. lat), austünften: daber @rba-
latien, Nuddüriſiung.
38
Exbhauriren (v. lat.), aus⸗, erihöpfen; daher
Exrbauſtion, 1) Erſchöpfung 32) ein Verfahren, Grö⸗
Ben, die durch ihre vollſtändigen Theile ſich nicht
vergleichen laſſen, burch andere Größen zu verglei-
Ken, die jene zwar nicht erichöpfen, aber als Gren⸗
zen ihnen unbeftimmt nahe gebracht werben können.
GySauftor, fo v. m. Gebläfe.
Exheim, Stadt, fo v. w. Egieheim.
Erberediren (v. lat.), enterben; Exberedat, ber
Enterbte; @rberebation, Enterbung.
Exhibiren (v. lat.), übergeben, ausantworten.
Sich e., fih auszeichnen. @rBibition, 1) Einreichung;
8) (engl., ſpr. Exhibiſchn), Ausftelung, Aushändt-
ung; baber @rbibitiondfiage (Actio ad exhiben-
um), Klage auf Ausbändigung einer Sache. 8)
«Exhrbltum), ſchriftliche Eingabe bei einer Behörbe.
Exhortiren (v. lat.), ermahnen; daher Erborten,
Ermahnungs⸗, Erbauungsreden. Exhortaterium,
Ermahnungsichreiben. Grhortation, Ermahnung.
Exhumation (v. lat.), Ausgrabung eines
Todten.
Exideuil (ſpr. Effiddtj), 1) (@reibeuin, Stadt
am Loué im Arrondiſſement Perigueur bes franzö⸗
ſchen Departements Dordogne; Hohofen, Eiſen⸗
ammer, Fabrikation von Eiſenwaaren, Gerberei,
Handel mit Wein u. Trüffeln; 1950 Ew. 2) Dorf
im Arrondiffement Eonfolen® des Departements
Charente; 1600 Ew.
Eridia (E. Fr.), Piljgattung aus der Klaffe
Hymenomycetes-Cupulares; —E Arten:
E. auriculae Judae, Holunderſchwamm,
bildet einen ſtielloſen, hohlen, aderigen, geialteten,
ſchwärzlichen, Anfangs gallertartig zitternden, ſpä⸗
ter feberartigen Lappen, wurde fonft u. noch ale
Bollksmittel in Waſſer geweicht gegen Augenentzün-
dung, auch innerlich gegen Waſſerſucht gebraucht;
an Holunderſtämmmen; E. glandulosa, bildet
ergoffene, flache, gelblichbraune, auch ſchwärzliche,
wellenförmige, mit koniſchen Warzen beſetzte u.
daher oben rauhe Lappen; an alten Stämmen.
Exigiren (v. lat.), fordern; eine außen ſtehende
Schuld eintreiben; auch Erigibel, zahlbar, ſicher. Eri-
geant (fr., ſpr. Effiichang), begehrlich, anſpruchsvoll.
Griguität (v. lat.), Kleinheit.
Eril (lat. Exsillem, röm. Ant.), urfprünglich
bie Unterfagung des Allen gemeinfamen Feuers u.
Waſſers (Aquae et ignis ınterdictio), woburd
der mit dem &. Belegte (Interdictus, Exilirte) ge-
gungen war, Rom zu verlafien. Mit biefer Strafe
onnten ſowohl Berjonen belegt werten, welche frei⸗
willig Rom verlaflen Batten u. durch dieſen Bann
von der Rüdtehr dahin gehindert wurben, al® auch
folhe, welche in Rom lebten u. in Folge des liber
fie ausgeiprochenen Bannes die Stadt verlaffen
mußten. Die Verbrechen, welche mit der Strafe
bes E⸗s belegt wurden, wareu beſ. Majeſtätsver⸗
brechen, Gifimiſcherei, Brandſtiftung, offene Ge
walt ꝛc. Der Interdictus verlor alle bürgerlichen
Rechte u. konnte, wenn er in Rom blieb, von Jes
dem getöbtet werben, burfte jedoch, wenn er vor
der Fällung des Urtheils die Stadt verlich, in einem
anderen Staate als Bürger inferibirt werben. Die
Ginziehung des Vermögens zu Aunften Der Ztaate-
Laffe, war uriprüngtich nicht mit ber Strafe des
E⸗s verbunden. Zu Ende ber Repiwlik beſtand Pie
Interdictio faft lediglich in Landesverweiſung; im
Anfange ter Kuiferzeit wurde fie in Depo:tatio u.
Exhauriren bie Exmouth
Relegatio (f. b.) umgewandelt. Daher
be® Landes verweiſen, verbaunen.
Exillaria, 1) Pflanzengattung aus b
der Diatomacoae-Diafomeae-Frustul
flache, freie, lange, fächerförmig aneinant
Stäbe; Art: E. cryrtallina, in füßem u
Waſſer, an Waſſerfäden; 8) Iufuforie, |
fatsinfuforien 8) d).
‚Erilled, Stabt au der Dora Ripari
diniſchen Amt u. der Provinz Sufa; ba
zum Schuß der über ben Mont⸗Genevre
Strape u. 1700 Ew.
Erimiren (v. lat.), ausnehmen; babe
1) ausgenommen; 2) (röm. Recht), Derjı
ber vor den Brätor citirt, von eiiem An
ment), mit Gewalt ob. Liſt an dem Erfd
Gericht gehindert wurde; 3) Jemand, n
bem gewöhnlichen Gerichtsſiande (Forur
rium) aus Rüdficht auf feinen Stand ob
cd. Geſchäft befreit u. einem anderen For
einer anderen Inftanz) untermorfen ift.
mirte Gerichtöftend iſt, als ber Gleichhe
richt widerſprechend, in ben meiften St
gehoben worden. ©. Gremtion.
Ex improviso (Ilat.), unverjehens.
Erin, Stabt im Kreife Schubin des x
Regierungsbezite Bromberg; 2 fatholijd
geliihe Kirche, Klofter, Syuagoge; 246
Erinanition (v. lat.), 1) Ausleerun:
ber Gefäße, zufolge großen Säfteverinftei
niebrigung, fo Status exinanitionis, f
ber Erniedrigung Zefu, |. u. Chriftus IT.
Eriften; (v. lat.), das Dafein; nur Bi
a u. kann von der Vorftellung ein:
an ſich nicht getrennt werben, indem es
einftimmung u. das Sichgleichhleiben aı
felnden Verbältniffen iſt. Eine abfolut
nur Gott u. dem Weltall, Erfierem urj
Diefem verliehen, zugeftauden werten. A
Einzelwelen ift nur eine relative nad |
Zeitbeſchränkungen; eine jelbftändige
man eine Wirthſchaft zu nennen, Deren
nicht aus einer anderen fließen.
xiſteria (gr. Ant.), Feft mit Cpl
bet zc., vor Aufbruch einer Arınee, auch
weiten Reiſe.
@riftiren (v. lat.), fein, bafein, leben,
Ex jure (Iat.), nad den Rechte.
ex (lat.), außer dem Geſetze; voge
mandäto, einem Befehl zufolge.
Ermatriculiten (vo. lat.), ausftreichen
der Zahl der Bürger, Advocaten ꝛc.
Ex mera gratia (lat.), aus reiner (
Exmes, Etadt im Bezirk Argentau d
fiiden Departement Orne; 1000 Ew.
Exmittiren (v. lat.), des Beſitzes entf
treiben; daher Exrmiſſion, Entſetzung aus d
Exmiſſionsklage, Klage, daß Jemand aus!
gefetzt werde, 3. B. von Seiten eines We
gegen einen Miethsmann, wenn derſelbe I
erlaubt, in der gemietheten Yocalität
fenft Gründe den Vermietber berechtigen, t
contract als aufgehoben zu betradyten.
x more (lat ), nah Zitte.
Ermoutb, Stadt an ter Müntung
ten Kaual, in der englijchen Grafſchaft D
cin febr bejuchtes Scebat, außerdem nur
5150 Ew.
Ermoutb bis Exorcismus
tb (fer. Elamautd),; Edward Vellew,
$.1757 iu Dever: nabın 1770 Seedienfie,
mebreren Kriegoichijfen Fabrien nach den
fein u. dem Mitelmecere u 1777 auf
latuſee in Rorbumeila, wurde bier durch
atien des General Vourgeyne gefangen,
brenwoert entlafſen, machte ale Schiffs.
189 Ten Krieg gegen Fraukreich mit Aus⸗
it, mwurte 1782 Schiitöcapiran, focht ven
Lie Franzeſen, nahm das erſie fran-
ig in dieſem Kriege, erbielt 1794 das
über Die weſtliche Geſchrader, nabm
, Bledirte 1749 Rechtiort u. fanı 1802
Unterbaus. 18Iwurtde ei Contreadmi⸗
Ben Flegge u. Commandenr ber Sta⸗
idien, 18IViceadmiral, bledirte dann
wurte 1514 al Lord E. Peer. 1816,
went rer englıfhen Seemacht im Miitel⸗
2 er beauftragt, mit den Varbareslen⸗
mm tes Friedens mit Sarkimen u. Nex-
erternung ter Joniichen Anjein u. Der
ver EHarerei zu unterbanteln. Zunie
gingen cuf Die von ibm geftellten Fer⸗
mm, Meier mußte er jedoch erft durch
sgregeie Tagıı nötbigen u. beſchoß tee»
tafı. Er farb 1843 in Lenden.
fBgelf ine. Ettsmauttgeiti, Vuſen bes
.ceans an ter Wefilülte dee Auftral-
21° fübı. Or. 132" meftl. Yänge 8.
j, geb. 1802 in Wien, ftutirte die
Khaften daſelbſt u. in Pavia, wurde
ter Phileſopbie in Wien, 1531 Fre»
27, 1848 Miniſierialrath im DMinifte-
tentlicben Unterrichts u. farb 1953 in
Mimifterialcemmiilar ter Lembardei;
7 Rominalismus n. Realiemue, Prag
Biuchotegie der Hegelſchen Schule, U.
2 £-fte.: Über Yeibnit's Univerialmii-
1643; Die Yebre ven der Einbeit bee
Seins, ebd. 1545.
ı (lat), anfer Verbindlichkeit.
s (fat), von jeßt en.
ıtha E. Labill.), Bflamzengattung and
ter Umboelliferse-Smyrneae, 5. &l.
; Art: E. heterophylia, in Eyrien.
u8 ıE. Lahill.), Pflanzeugattung aus
ter Santalacrae- Anthoboleae, Mo⸗-
nerie Z..; Sauptart: BE. cupressifor-
°, faum armetider Baum in Neubel⸗
eftem Holz, einen Wtättern wie Cy⸗
Zweige find am Ente merelartig er-
Brüche fteden in dem erweiterten re⸗
ta, Familie ber Langihmwänze (1. d.)
n. ter Krebie.
8, Partung ter Familie ber hechtar⸗
Aofler; 1. Zltegeich.
(gr.), Harnbiaſenverfall.
a (v. gr.), 1) der Ausgang: bel. 2) der
“gang eines Dramae; 8) Lied, beim
# Sher® gefungen; 4) Nachibiel nach
jdie, beitern Charaktere.
Vgl. Atel-
men, ani deren Durchſchnitt die Jabresringe nach
zu ichen ſind.
Erogonium (F. Choi-, Afterwinte), Gat⸗
tung aus ber Familie ter Conv Ivula-eue-Con-
volvulese; Arien in Weſſindien, von Anteren zu
Convolvuluu geiegen.
@rensra (FE. Sow., Schnörkelmuſchel),
feiſile Muſchelgaitung, der Subichrainuicel (Gry-
heat) u. Auſter (Outren) verwandt, durch ben
eitwärts umgebegenen Yudel obr od nierenför⸗
mig, bäufig in der Kreide verlemmend, io: E.
(Vstren) baliotondea Som... im un eren Pläner
von Zadfen u. Föbmen, im Stletbon ÄAorddeutſch⸗
lands, tn Grünfand Euglands u. den entizre.hene
den Schichten Schwedens. E. (VO t vn) Columbe
(Gryphara Columba) Zam. im eberen Quader.
@rotatafoiloi (gr.), 1) außerhalb tes Yezirte
des Seſiele ter Patriarchen (Katakoile eo), au
etwae niedriger Sitzende; 2) ſeit Den 5 Jahrh.
tie 5 Reiſitzer des Patriarchen zu Ceuſtaninopeh,
meiſt Preeboter, ſpärer Dialonen, von hohem
Rang, nämlich: der O conumus mngnus. Sacol-
larius in.genus, Uhartophylax magnur, Char-
toplalax u. Suerellarius,
Erefioniten, Secte der Arianer, 1. d.
(Erolöt v. lat.,, veralict; Taler Erelekciren, nero
alten.
Exrkmis ıyr ), Unterleib ohne Armel; Tracht
ven Zllaren u. geringen Terionen.
Eromologkſis (ar.:, überbaupt Belennmiß;
beſ. Hlanbenabelenmenin.
Cromofle (yr.), Die Ablehnung eines Amtes
mit eitlicber Erbärtung der Gründe.
Grompbälos ar. :, Nabeilvorfall, Nubelbrud.
Eroneiroginud (Froneröns, gr.), nächtliche
Pollutien.
Eroneriren v. Iat.), ven der Laſt befreien;
daber Eroneratien. Enuaſturg
@ropbtbalmie 'v.ar.), 1) Hervortreten bes
Augapiels aus der Auzenbäble, durch acuten ed,
chroniſchen, entzüntliden Zuſtand deſſelben ob.
lrantbaſte Veryrößerumg deſieiben: 2) Augenvorfall.
Erorahel (v. lat.), erbittlic.
Erorbitant (v. lat.\, Ubermaßi], außererdent⸗
lich, ungeheuer. Daher Prorbitang, Ubertrieben⸗
beit, Abenteuerlichkeit.
ESrorciömus (v. gr.), die Handlung bei der
Taufe, wobei durch den Gebrauch einer ſeierlichen
Beſchwörungefermel die Austreibung bes Teufel®
aus dem Täufling bewirkt wird. Erſt ſeit dem
Ente des 2. Jabrb, u. wobl zuerſt in Afrika, jaud
dieſer, mit Unrecht aus Stellen Des Neuen Teſta⸗
mentes (1. Kor. >, 3 u. 1. Tine 4, 20) abgeleitete
Gebrauch, welcher mit ter Abichwörung des Nöten-
dienſies u. mit der Auerreibung Der Tämonen bet
den Anden in Berbintung geſetzt wird, ftatt u.
wird ichon bei Tertullian, Trigenes, Kopriait er⸗
wäbnt. Zei. Auguſtinus wurde der E. bei allen
Täuringen, Die man wegen der Erbiiinte in Der
Gewalt des Zeunds glaubte, in Anwendung ger
dracht Die Neſieriauer baren ihn ab, aber in
der Morgen u Arenbländuden irche wurde er bei⸗
behalten u. wen Den Zetelajt fe m vertheidigt. An
(gr.), 1) Autgang; 2) das 2. Und ‚ der Wömidkarboirichin Nıuche finder er noch fürn
Yo /Iat.), von Amte wegen.
(@regenith, v. yr.', austrärte gewachſen.
ten, Verfteinerungen ven Yaunfäme
lich ſiati. Zwingli war dage ren, vutber u. Melanch⸗
than ateı dafur, u. fu wurde der E in der rutberi⸗
ſchen Ri.de Gebrauch, eben die Symboliſchen
Bücher michrs darüber haben. Denn nach dem Xleis
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Büretır zız Keimıs aunmiellar zer une der
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Paimen a. Zrarzı.
Erosmeie, die con Tuttechet endedie Erichei⸗
nung, cap un eieß mir einer Auiiciang, deñen
eine Slzıe cc einem renden körper, z. B. eier
Yiemerzi, zekiizer rerrz u. Las N in einer Tibs
teren „chuna bafınzzt, sulmaıg leezer wirt, indem
tıy KNatiee in oreheree Zum ät sur ſtarkeren
innz auzeritt, ala bir gelötte Zucht bereim. Dal.
SCit comne ie.
* E. »pe: ja-
⁊ PFredigeẽ
Erofſporium F. Link), Piſanzengattung aus
ker Aaunılız tee Hy phörmycetes-Dematicı, ve.
ara nat zit Heliwinthosporiim gerechnet.
Groftemma !Ek. IIuM“. u . Banyıt . Tilanzeus
qatiungane er ganmite der 7 ubiaceae-Lincho-
puceae-O juchoneae-Kucırnchoneae, Schwillen
CA. a li. I. Octu. .: Zaume u. Ziräucer,
rent ea abet, mit weißen CD. Tetsischen
Wr, walten Liactern, verragenden Staubbeu⸗
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Ermaily Et. Viareell dr. Täza
—— z: ini. zöänreranictu
warten Zereruemeni gas —A N
Sare cine Reise un Beiafinen Lior
Krgezm Szenen, yarı Theil IsU
Imeanenezerid it dae Porlommen ver
in diciem Baieit.
Erpandiren =. 1a:.-, zuitebuen, a
@rvanübel, sceiiaiter. Grpanfible Alı
Eas. Erpantbüitar. Arureonsarli En
Auedernun 322) Adtzerrung dee Tampie
Zar Is 'dıne, 1 0 11. A: di. &rpa:
debnend. Erpanafivfraft , Austeonungelt
parte i:!., zum abe ren Sci
Erpatriatien ır. lat., Vericſſunget
lander, AMiamankerung.
Expectatio . tat. ‘, Erwartung. E. b
rlae. Erwarzung der Entbindung Variä.
den In. ed. 19. December geieiert. EB. Si
v. rc. Yandzscamy.
Erpeetative Methode (Neo, av
Deilverfabren bei Krattbeiten, De ven
lauten u. wo jeder Eingrenj ichaden würde
Erpectiren v. ı, I)erwartcen: 2
ſchait auf eꝛwas baben. Daber Ervectanz
'or
Anwrarijchet, ı Grocctant. welcher ei
Expectoxixen bis Grylobizen
. @rpertisiren, Einem Hoffnung machen,
astichaft auf eimas geben. Erpetativen
gberrete, l.itterae od. (iraliae expec-
, Anmwarrichaften, welche Bipfte od. welt»
⁊patrene auf geiftliche Benefizien, Die erſt
werten icliten, ertbeilten, wurden vom
liſchen Cencilium abgefchafft.
teriren ıv. lat.), fi e., über eine Ange
‚weile Eorgen or. Mißmuth erregt, Las
arten. Zauber Erpectoration, 1) Ertiä⸗
weeinanterfenung: 2) Serzeneergießung:
). ber Auswurj von in den Yungen er»
Echleim, auch wobl Kiter, durch Huften.
zeude BRittel «k.spectoranfYa), innere Wit
e Susmurf befördern, ſchleimige er. jüße
Kiihzenmurzel, Yıiquiritienertract, Feigen
f. ah Arom eitbaltende, wie Fenchel⸗,
un. warmes, wenig reizendes Serränt.
diren ın.iat.), I) ab- u. ausiertigen: 2) für-
enden: 3) geichwind aus ter Welt fcbaften.
geidaring. —— Hülis- Auslunſte⸗
Brzehizat, 1) Ausiertiger jchrijtlicher Auf⸗
stelelle n. dal.; 2) Titel von einem bios
ben, nıdıt beratbenten Witglieb einer Bere
yebehärte; Naher 3) jo dv. w. Hulftarbeiter.
iv, 1) Beförderung, 2) Berfencung ; 3) krie⸗
ung jur Seen. zu Lande; 4) Lo⸗
bie, bei einem Geſchäft nöthigen Schreibe⸗
sblungen sc. beforgt werben. Vgl. Bureau.
Hiren (vn. lat.), 1) vertreiben; 2) enterben;
‚pelleufva, austreibente, bei. 2
Ne Nittel
ediren (v. lat.), audlegen, für Einen be⸗
Daber &;penten Espenaae), 1) Auslagen;
Expemae crimiaales, fo v. w. Criminal⸗-
renabuch, 1) ein Buch, worin tie Aus⸗
ffgezeichnet werden; 2) bei Berichten das
Ketirung der Proceßloſten. Grpenfarium,
wg tes Geridhieleiten
shlstion ıv. lat.), Ausfiellung einer Quit⸗
tttrung im Contobuche.
ment iv. lat), 1) Berfuch, Prebe, fo
mtam crueis, Berſuch, Probe bei tem
Art Scziesurtbeil; 2) bei. ein Rerſuch,
fmltat ſchon befannt ift, jedoch zum Beweis
ber Yebriäpe wiederholt wird; bie Na⸗
ichaẽt ter Alten frügte fich jaſt ausichlich-
phileſophiſche Epeculatien, erit ſeit Ga⸗
haco v. Berulam ſchlug man ben Weg der
ig ein, d. b. man bemühte ſich, tie Wegriffe
Ratureriheinungen nicht als reine We⸗
b fich berans zu ſchaffen, ſondern juchte fie
Icharf ten wabrgenoınmenen Beränberuns
techend zu bilden u. beichräntte fich zu dem
n anf Beobachtungen ker Kribeinun.
sie fie Die Natur jelbit, unter dein Zuſam⸗
: der mannidischiten Umſtände oftmals
Barbierer, fordern benutzte weſentlich das
u Berjuch, wodurch tie Körper kuͤnſtlich
Berbälmijle verſeyzt werden, daß fie nur
rtung einer gewiſſen Durch die Willkür
zimentatere befimmten Zabl von Nräften
m u. bei Bermeidung aller fremtartıgen
auf befrimmte ragen durch ıbre Verän⸗
ketimimie Antworten eribeilen. Eine ge»
wrariung ber Naturericheinungen näch
. Zar ıft dabei netbwendig: Taler Dient
4
fommnuug ber bie menfhliden Sinne unter-
ftügenten Inftrumente zur Kertbilbung der Rate
wiſſenſchaften, dazu Lie weitere Ausbildung bes
Calculs, bem es fogar möglich geworden ifl, bar)
tie Bahriceiniichleitärehnung st. die fogen. Me⸗
tbote ber kleinſten Quadrate bie Grenzen ber
mwabricheinlichen Febler ter im E. beobachtete
Größen zu berechnen. Daber Erperimental, dur
Rerſuche beſtätigt. Erperimentaipbunt, Phyſil, ine
dem fie ſolche Ge anſtellt. @rperimentizen, Bere
ſuche anftellen.
Erpert (v. lat.), erfabren, kundig, ein Sachver⸗
häntiger, bei. ein jolcher, ber zu Layuticuen ge»
richtlich vereibigt if. Erpertiſtren, ducch Sache
berhändige eine Unterfuhung Erpertiſey anſtellen
laſſen.
Expiliren (v. lat.), ausplündern, beſtehlen.
Daber Erpilation, die diebiſche Beſitzergreifung einer
Sache; jo kıpllatie heredltati«, Entwendung von
Erbitüden, |. Diebſtahl. Erpilator, Erbſchaſtädieb.
Expiiren (v. lar.), verſöhnen, befriedigen;
daher Erpiabel, filbnbar, verſöhnlich; Erpiation.
1) Büßung, Sübne; 2) Genugthuung. Erplateriſch,
verſbnend, düßend.
Expiſeiren (v. lat.), ansfiſchen, ausferjchen.
Erplanaria (E. Z.am., Turbinaria ()k., Gem-
mipora Blainr., Flachkoralle), Korallengat-
tung aus ter Urtnung P’hytocorallia, mit blät
terig od. lappig ausgebreiteiem Stamm u. röhren⸗
ſörmigen Jellen mit fjeitlihen Eprößlingen; bie
Zellen münten an ter Cberfläche in größeren ob.
geringeren Abftänten von einanter. Fofſil erfcheins
diefe Gattung fhen im Graumadengebirge, mehr
tere Arten finden fih ım Muſchelkalk, im Aura m.
in Den jüngeren Bildungen, einige leben nody.
@rpleniren (v. lat.), ebnen, erflären, auelegen;
Daber @rplauatien, Erllärung, Erläuterung, Aus⸗
legung; Erplanatoriſch, erllärend, erläuternd.
Erpleiten (v. lat.), anefüllen, ergänzen; baber
Erpiement, Ausfüllungsmittel, @rpietion, Ausfäl«
lung, Ergänzung. @rpletto, ausfüllend, ergänzend;
@rolettowörter (Lapleilra. Erplelivae parlirulse),
Austüllpartilein, Flidwörter, nannte man fonfl
Partileln, Die man ın ver Mutterſprache nicht immer
Durch cine entſprechende erjegen fann, wie dn. Yd,
quidem.
Expletöria actio ilat.), |. Actio.
Grpliciren ıv. Iat.), erflären, Deutlich machen;
Pater Erplicabel, erflärkar, ertlärlich; Erplicatiw.
ertlärend, erläuternd; Erplicativpartikeln, jo v. w.
Ert.ärungepartilein.
Erplicitte Kunction (Math.), wenn zwiſchen
zwei veräuterlichen Größen x u. y eine Gleichung
Fix, y) == 0 beitebt, melde für y ſich nicht auflöſen
läht, od. Tedy noch nicht anigelcit if, ſo beiße y eine
unennvidelte ed. implicirte Function wen x; iſt
dagegen die Gleichung fix, ) —0 für y aufgelöſt
werden, fo daß man bat y == fix), ſo beipt Nie
nunnichr cine errlicirte Function weit x.
Explicit \lar.), riclleicht Abbreviatur für ex-
pliritum «est volumen), Die Bücherrelle iſt ganz
anfgewidelt, d. b. iſt am Ente: Faber: es iſt been⸗
tut, iſt aus, am Soluſſe alter Pandjchrifien u.
Drucke beigefügt, im Begenjag von incipit, bb.
fängt an.
Explicite (lat.), teutlich, ausbrüdlich.
Erplediren ıv. ir.‘, aus⸗, loebrechen, Inalflen.
ch tie unbegrenzt fortichreitende Bırvolls |, Egplobirende Baumwole, ſo v. w. Schieüͤbaumwolle.
42
Exploitiren (v. fr., fpr. Exploatiren), gericht-
liche Aufträge ausfügren; ausbeuten, bemußen.
Exploitabel, verpfänbbar.
Exploration (v. lat.), 1) Ausforfhung, Prü-
fung; 2) bie Unterfuchung von Krantheiten mittelft
der Sinne od. dieſe unterftiigenber Werkzeuge, durch
die fogenannte phyſikaliſche Erplorationsmethode
(Bercuffion, Balpation, Aufcultation), auch von
Wunden durch eine Sonde ( Erploratorium) 2c.;
8) E. während der Schmangerfchaft ob. bei der Ge⸗
burt von bein Geburtshelfer, od. der Hebamme,
durch Touchiren, mittelft eines ob. mehrerer Kinger,
od. der Hand, od. burh Werkzeuge durch bie
Scheide ꝛc., zu erlangende Berfiherung des Zu-
flandes der Geburtstheile, inſofern foldyer auf das
Geburtsgeſchäft Bezug hat, od. ber Lage des Kindes.
Erplofion (v. lat.), Die energifche Kraft, welche
Gasarten äußern, ment fie aus einen gebundenen
Zuftand in einen freien übergehen u. elafliich werben,
od. unter Erhöhung ihrer Glufticität, bef. durch Er⸗
hitung, ebenfo auch tropfbar flüffige Stoffe, weun
fie Gasforın annehmen, 'u. wenn folche durch einen
Widerſtand in ihrer Ausdehnung gebenmt find,
durch Veſiegung dieſes Widerftandes, in Steigerung
ihrer Kraft, od. bei Vermimberuug des Widerftan-
bes. Sie wirken uuf die Körper felbft, welche zu
Leiftung bes Widerftandes unzureichend werben, in
dein Verbältniß, wie ihre Kraft eine überwiegende
if, als Stoßfraft. Das Schießen mit Feuergeweh⸗
ren, Sprengen der Minen, Eruptiouen von Vul⸗
canen 3c., find Een. Daher Erploflonsfläge,, bie
Ebene des oberen Kreiſes des Minentrichters.
Erponent (v. lat. DMuth.), 1) E. einer Bo»
tenz, bie Zahl, welche angibt, wie vielmal eine
gegebene Größe ale Factor gejetst od. mit ſich felbft
multiplicirt roerben ſoll; ber E. wird durch eine
kleinere Zahl rechte Über ber gegebenen Größe ange»
zeigt, -. B.m’—=n.m.n; 55 >C5><5>C5;
2) E. eines Verbultnijfes, der Quotient, wel-
er ſich durch Divific des einen Gliedes des Ber-
bälnifjes mit dein anderen ergibt.
Erponentialgröße (roonentielformel), eine
transfcendente Fuuction (f. Function), im welcher
Potenzen mit veränberlihen Erponenten vorklon-
men, 3.8. ax; häufig laſſen fih E⸗n in Reihen
entwideln, 3. B.:
xt x? + x .
r—|+7 123 13.3 +....ininfin.
Eine Zahl durch eine andere erponentiiren heißt
den Erponenten ber Potenz angeben, zu melcher
die zweite Zahl erhoben werben muß, Damit man
die erfte erhalte. Erponentiaigleihung, Gleichung,
in welcher Erponentialgräßen vorkommen; fie wer⸗
ben, wo e6 angeht, burch Logarithnien aufgelöft;
iſt z. B. ax — b, foiftx log. a — log b, mit
bin x log. b: log a. Exponentialcurve, eine
Irumune Linie, deren Gleichung eine expouentiale iſt;
eine ſolche iſt die logarithmiſche, deren Gleichung
= ax iſt.
Erponiren (v. lat), 1) ausſetzen, einer Ge⸗
fahr ausfegen; 2) eine Stelle eines Echriftſtellers
füdweiie in die Mutterſprache überſetzen.
Erporthäufer, kleine bölzerne Häuſer, melche
ſich aus einander nebmen ı. in einen kleinen Raum
einpaden laſſen, bei. für Auswanderer.
rportiren ıw. lat.), aus einem Yante ausſüb⸗
Erploitiren bis Expropriation
Exvortatien, Ausfuhr; Exvorten, Ausgangẽewa
Exrvorthaus, Handlungehcus, welches ſich vor.
weife mit bein Ausiuhrbandel befaßt, b. b. int
{he Waaren im Auslunde verluuft. Erpen
jo v. w. Ausfuhrzoll.
Expose (fr.), Auseinauberfetung, Darleg
Erpofition (v. lat.), 1) Auslegung, 3. 8.
pesiiYe Infantum, Ausſetzung ber Kinder (|.
2) Austellung; 3. B. Expasitte sanclissYml, ü
Katholiſchen Kirche bie Ausſtellung des Allerheil
ſ. u. Austellung 4); 8) Erklärung, Aus
4) der zweite Theil einer Rede, welcher Lie Aug
Themas u. der Theile enthält, f. u. Rebe;
Drama bie Durftellung der geſchichtlichen Bo
jegungen u. localen Berhältniffe, welche zum
ſtaäͤndniß der eigentlichen Handlung des Dres
wiffen nöthig find, FÜllt gewöhnlich den erf«
des Drama If. d.) aus. Im antiken Drama &
E. mehr die Form einer Erzählung, mit weldge
Hauptperfon od. ein Bote Die Handlung ein
Das moderne Drama furcht Die Abſicht des Die
eine E. zu geben, im Wonvloge od Dialoge}
fteden u. leitet hifteriihe Stüde mit Bollel
ein, welche in charakteriftiichen Zügen den H
grund erkennen laſſen, auf welchen: bie Haupt
tung fi entfultet.
* post (Ex post ſaeio, lat.), nach geſche
at.
Expoſtuliren (v. lat.), 1) fordern; 2) %
babern; baber Eryoftulation, Beichiwerbe, 2
wechſel, Zaulk.
Erpreß (v. lat.), ausdrücllich, eigens. €
Vote, ein eigens atgeichidter Bote. Expressis
bis, mit ausbrücklichen Worten. Erpeeflv, |
nachdrucksvoll. Exrpreſſion, 1) Ausdruck, Du
lung; 2) Farbengebung.
Erprimiren (v. lat.), 1) uusträden; ®)
Farben, od. 8) Worten Durftellen.
Erprodriren (v. lat.), vorwerfen, tabelu
ber Erproßration, eifrige, lebhafte Berrückun
Unrechts.
Ex professo (lat.), 1) offenbar; 2) gefli
ih; daber eine Kunft ex professo treiben
ausſchließend Durauf legeıt. "
Erpromiffion (v. lat.), die in folge einer
Übereinkunft zwiſchen bein Gläubiger u. ı
Dritter (Erpromiffer) erfolgte Befreiung
Schuldners von feiner Verbindlichkeit, wodu
bes Yetsteren Stelle dieier Dritte tritt, alfo
Interceifion u. privativeWlovatien. Der Schu
wird bier ganz befreit, felbft bei nachberiger \
venz des Erpremiffere, u. ver Gläubiger muß
feine Einwilligung in jene Veränderung geben:
ift nicht Die Zuftimmung Des Schuldners u
Erpremittiren, zujagen jür fih od. einen And
Erpropriation (v. lat), Zmangsent
nung), die auften Grund gefeßticher Borjchrii
Beften eines öffentlichen Unternehmens verk
nötbigenfall3 mit gerichtlichen Zwang realifi
Abtretung von Privateigenthum, bei. Gruude
tbum an ten Staat od. vom Staat an, zu
Zwecke privilegirte Corporntienen, Seiellichaft:
andere Perienen. Die Bejugniß des Stautes 3
wird meilt aus einem Dom ninm eminens t)
eigentbum, ſ. u. Eigentbum) deſſelben abge
vermöge teilen ein Zbeil Der CEigentbumobein
als im Staate rubend gedacht u. demgemäß
ven; daher Eroertatel, auefübrbar; Erport cd ; ſelben das Nicht zugeſprochen wird, erforder
Expropriation
ifie des @igen-
teit eis eine unhaltbare erfannt wor⸗
Nicht, nöchigenfalis feine Brivarrechte
ben Beheu zu apfern, berubt im Ganzen
x algemeinen Bũrgerpflicht, weiche ben
Kigt, von dem Bürger Steuern, ben
ı Geldet u. andere Yeiftungen, welche
Iden Ruten dienen, zu verlangen; ibre
uber i Gegenüber ber Ieteren Ber-
pa Auebr aur eine zufällige, durch bie
ı Water der zu befriebigenten flaauichen
MER von keihR gegebene. Am näcdften flebt
Ekälung ter Grundlaſten, bei welcher
eftnbareh Frivateigenhum zum äfient-
hen ymengtmeile aufgehoben wird. Wenn
eiie enter & noch unterfcheitet,, jo bat
na Gran zu darin, daß hierbei Loch nur
z poe Behr des Staates, unmittelbar
m Sehen ven Privatperionen erprepriirt
Zum Rinziiken iechte finden fich auffallenter
von Serkhriien über E. keine Spur, eb⸗
re Huflüieung der großartigen Straßen⸗
» Wauuen bel ber Römer obne einen
m er ausgeübten Zwang
N eriecderlichen Grundeigenibums
zu berte I. In der neueren Jeit if bie
zu weißen Elazten gefetzlich geregelt worden,
nahe Erbauung der Eiſenbah⸗
‚ weile bie Beranlaflung zur Publica-
er gamen Reibe von bald auf eine allge-
eghung N propriationeweſen, balt aber
zen be Unterftügung eines beienberen
e⸗ tet @rproprintionägeiege ge-
& Bin Srengen befiehen die betreffenden
Ama. S— 11, Th. I., Tit. 1 tes
mn Yentreits m. 68. 5s— 13 bes Eiſen⸗
—25. ——æ— Y Oſterreich
er Verſchrift im Art 365 Des
ben Guedbiche, weonach jedes Mitglied
6, mm Falle ed das allgeineine Beſie er-
en A, gegen angermefiene Schaklo®-
Egenthuni einer Sache akzuireten,
Azemeines Geſetz über Een; die betrei-
gen werben bier bei ter Anord⸗
Eeneeifion ber einzelnen Unternebmung
Su Rönigeih Baiern ift bie G. durch
dem IT. Nerbr. 1537 (erläutert von
a, int. 1839), im Großberzegibum
barih ci Gefehe vom 27. Mai 1821 u.
‚ IM Anrfürfientbum Hefien durch
a2 ai 1546, m Baden turd Helen
1335 (ehr ausführlich), in San»
ck nom 8. Eepibr. 1840 u. 6. Auz.
‚Sadfen burd Gefen vom
335 Bei einer dazu gebörigen Verorb-
a Datum georenet; ale eines ter
L beſen C. cgeſetze ft das Sachſen⸗Wei⸗
wm 26. Ronhr. 1555 (über bie zwangs
num für die Werrababn) auszu⸗
eu grantreic beſtand früber ein Ge
rems März 1910, was nech jent
ıj Güftigleit bat; ein neues (Heiet
I Ri Il. An Enaland fine Die
ER Der 5, in den bei ver Cenceſũcnirung
“ Astinen Unternehmens gegebenen bes
ER eriduten, melde terecb durch Die
Verlettende Vezugnahume auf die jchon
e Idee iſt jedoch neuer- ı (Stanılıng ordres) eine
in den früßeren Bille enthaltenen Beſtimmungen
gewifle Gleichförmigleit
gewonnen baben. Belgien bat ein E-ögefe vom
17. April 1835. Ws Dauptgrundiäne, wie fie
fat allen tiefen Geſeen zu Grunde liegen, tönnen
babei feigenbe gelten: a) die E. kann mur auf ben
Grund eines Geſetzes erfolgen; in den conflitutie-
nellen Staaten iſt daher zur ©. Nlet6 tie Zuſtim⸗
mung ber Landesvertretung erforderlich. Indeſſen
braucht dieſe Aufimmung natürlich nicht immer file
den einzelnen Kal erwirkt zu werben, wenn etwa
das Geſetz im Voraus die Kategorien ber Unter-
nebmungen, für welche bie E. geflattet wird, feR-
gefiellt hat m ten Gtaatöbebörten es überlaflen
worden ift, zu enticheiden, ob eine Unternebmu
unter dieſe Kategorien falle. Bon diefer Art i
j. B. das bayerifche Geſetz vom 17. Novbr. 1837;
b) tie E. kann nur da ale zulälfig gelten, wo es
fih um einen gemeinen Nutzen ob. Abwendung
einer gemeinen Roth hankelt, welche auf rem We
freiwilliger Erwerbung des Privateigenthums nit
ed. body nur mit ben größten Hinderniſſen u. Cpfern
erlangt werben Tönnte. Ein kloßes Privarinterefie,
u. wäre es auch das bes Regenten, kann bie E. fo
menig rechtfertigen, als ein bloßes Äffentliches Ver⸗
gnügen. Das citirte baieriſche Geſetz 3. B. läßt
daher, abgefeben von Fällen öffentligen Nothſtan⸗
des (Erdbeben, Wafleregefabr ꝛc), einen Zwang
jur —— nur zu folgenden Unternebmungen
eintreten: zu Erbauung von Feſtungen od. lonſtigen
Borkehrungen zu Larrbespefenfiens- u. Fortifica⸗
tionszweden, zu Grbauung ob. Ermeiterung von
Kirchen, Schulen u. Gpitälern, zu Herſtellung od.
Erweiterung von Gotrtesädern, zu Regelung u.
Schiffbarmachung von Strömen u. Flüſſen, zu
Anlegung, Nbfürzung ob. Gbenung ven Straßen,
Herſtellung ẽffentlicher Waflerleitungen, Austrock⸗
nung ſchãdlicher Sümpfe, Veſchũthung einer Gegend
ver Überfhmemmung, Exdauung von öffentlichen
Kanälen, Echleußen u. Brüden, Erbauung ed.
Vergrößerung von Häfen, Errichtung ven Eiſen⸗
babnen, Aufitellung von Zelegrapben, Vorlebrun⸗
gen von weſentlich nothwendigen fanitäte- or. fidher-
heitepelizeilihden Ameden, insbeſondere auch zur
Schirmung der Kunſtſchätze u. wiſſenſchaftlichen
Sammlungen des Staates vor feuer u. anderer
(Hefabr, fo jedoch, daß überdies in allen Fällen
die betreffende Kreisregierung u , im alle ber Be⸗
rufung, der verfammelte Staatsrarb erft zu ent⸗
[heiten bat, ob das einzelne linternebmen auch
wirklich Dielen Anlagen zuzurechnen ſei u bie zwangs⸗
weiſe Abtretung Dabei wirklich vom gemeinen Nuten
gefortert werbe; ce) bie E. kann von ten betroffenen
Privateigenthümern immer nur gegen velle Gut-
ſchädinung verlange werden. Dies felgt von jelbft
aus Ser gruntfäglich feflzubaltenten Unverletzlich⸗
feit Des Cigentbums u. aus der Unmöglichleit, Die
E. aui alle Bürger gleihmäßig wertbeilen zu lön⸗
nen. Tie Entſchät igung muß das geſammte ver⸗
nünftige u. überbaupt ſchätzbare Intereſſe umſaſſen,
was ter bisherige Eigentbümer an bein Beſitze des
abzutretenden Eigentbums zur Zeit der Abtretun
gebabt bit. Auf ten ſogenannten Liebbaberwert
l'retium affeetionis) wirb daber ber Regel nach
zwar feine Rüidfiht ſenommen, dagegen muß tem
Sigentbünrer nicht allen ter wahre, gemeine Werth
ter Zache nad erreübtiter MWürberung, Sendern
' auch Era derjenigen Scäden gewähr. werten,
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dien: jurSäeriigang Bealizfeaus, ı
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45
» m. zur Unterbringung bes Samens; | recht auffieigenden Wänden am Fuße tes Doning
7,9, 11 im einem mit mei Pflugftergen
Beftell io eingeiehten Scharen, daß bie
ı Ballen fiehenten gerate in der Witte
euraumes geben, welchen Die vordern
es Sefeil iſt initielſt eines Grindels mit
dergeſtell verbuuden, od. vorn am Grin⸗
RR ein mõglichſt bobes, leichtes Rab.
ze find geinöbnlich ven Gußeiſen, rund
wen lanzeitförsnig, od. leilförmig u. ſpitz
d. Der E. ihut weit beflere Dienite als bie
Icert nicht mebr Zeit u. Kraft als dieſe,
Kwei Tuyarbeit, fett aber von großen
2.Durden ab voraus. 2) (Chir.),
Tirpatieneuieſſer.
dixen (». Ist), ausſchneiden.
dathon (v. late), Ausihwitung, Durch⸗
‚ Nöffiger, geriunbarer Stofje (@Prfadate)
te Bentuzurn ter Alutgeiäße auf ber Haut,
kbazt, et. milden ten Geuſeben, uauent:
unten ı\. d.).
‚ wabricheinlih Eallier, aus
dJabatd: e ur.: De bellis civililus Ma-
wepsh ar Sertorii, zuerſt herausgeg. bon
urg w: Scartes histuriae roman., aud)
wit Gellräint
a (lt 1, üngmeibe, f. u. Extispicium.
taelto (kt), mit Still ſchioeigen
„Flande bei Bornbolm, ſ. d.
—— 1) augenblickllich; 2) aus
e Daber Ertemporiren, aus Dein Steg⸗
deꝝ amen derttag ehue Vorbereitung balten,
Schr über ein gegebenes Thema aus bein
Hmaben. Extemperäle, 1) wase ter Reb-
we Berkereitung, aus dem Stegreiie ſpricht;
möbel zur Etleruung jremder Zpracen,
bie Sqholet das nom Xebrer Dictirte fogleic)
verlangten Sprache nachichreiben müſſen.
eR id. lat., 1) ausdehucu, auaweiten;
wersteiten, ſich erjtreden; 3) durch Cinlegen
gen, Tencordauzſtüclen 2. ein Format
wötchnen, [, u. Buchdrucken. Daber @rten-
meeendar: Ertenfbilität, Austebnkarteit:
", Änsteknung, Ausftredung, i. u. Ver
JR Snodenkrucd, @. eine® Begriffe, bie
eines Begriffs auf mehrere Gegen⸗
‚ ausbebnend, ter Austebuung
Kitafer Größe, räumliche Größe, im Gegen:
' . @rtenfor, ein Ausſireckmuelel.
= amfäntiger Rachweid ber Urſachen einer
ef, in Enaland ber ınit Hätfenollfivedung
verbundene perſöuliche Arrcft.
TE (d. lat.), verdünnen, verkleinern,
a; kaber Ertenuation, Verdüunnng, Ver⸗
ı hrihung.
'Bor), äußerlich gelegen. Erterieur
hr), das Äußere, äußeres Anichen.
(d. lat.), vertreiben; daber @r-
as I) Berjagung; 2) (Datb.ı, je v. m.
I (6. fat), äußerlih: daber Exteraum,
Bert, 2) am der Außenſeite. Grternen,
‚sRan, Erternitten. ın Frankreich in Deu
x Infiinen Diejenigen, weiche nicht wwirf-
Sn, Sontern blos Zubörer fint.
ne (früber Anifter- u. Egefler-
bei Dorn im Fürſtenthum Lippe» Deimelt. Box
ihuen bilden 5 Pie Hauptgruppe; in dem größten,
125 Fuß boben n. faft ebenſo breiten, iſt eine Ka⸗
pelle, 341 Auß lang, 13 Fuß breit, 10 Fuß body,
ausgebauen, außen Bilter eingehauen (darunter Die
Kreuzesabnahme); auf dem Gipfel bes zweiten if
eine feinere Kapelle, 18 Buß lang u. 6 — 12 Fuß
breit, man gelangt bahin durch eine Brüde von
dem dritten Felſen. Die E. kommen urlundlich
zuerfi im 11. Jahrh. vor; zu Ende tejielten fanıen
fie in den Befig ber Benedictinerabtei Abtingbof,
welche 1115 die größere Kapelle einrichten ließ, u. da
diefelbe das Grab Jeſu vorftellen fellte, fo wurden
zahlreiche Wallfahrten dahin unternenmen. Nach
der Reiorntaticn fanıen Die E. in Beſitz Des Graſen
Yippe u. ter Gettestienfi in der Kapelle börte auf.
By. Torew, Über bie E., Stuttg. 1923; Cloſter-
meier, Der Eggefterflein, Yeıngu 1824, 2. Aufl. von
Helwing, ebd. 1548; Diente, Lage, Urſprung ıc.
der E., Vünſter 1923; Deaßıstaun, Die E., Wein
1946; Chiefers, Die E., Baberb. 1851.
@rterritoriul (v. lat.), ausländiich, fremb.
@rterritertalität, 1) Verbanntſein aus ben Bater-
laud; 2) die Oualitut von Perionen, nach welcher
biefeiben ter Staategewalt des Staates, in welcher fie
fine, alfo auch ben Eriininalgefegen teilelben, nicht
untertbunig roerden. Dieß iſt ver Fali bei allen regie⸗
renden Herren, wein fie im Auslante find, u. bei
ben angenommenen Geſandten eines Staates für bie
Dauer ibrer Geſundtſchaft rückſichtlich ihrer Verfon,
ihres Gefolges u. des Befautiichaitequartiere. Im
der Zürlei iſt tie E. auf alle Freiude (Franken)
ausgedebnt, welche Unterthauen Der kei ter ‘forte
tur Geſandie or. Conſulu vertretenen Dlächte fund.
Extinction (x. lat.), fo v. w. Eyftiuctien.
Extispicium ırdın. Aut.), Befichtigung ber
Eiuneweide Gata) der Öpfertbiere durch beftinunte
prieiterliche Perſonen «Extlsprees), in Der Ablicht,
um Daraus zu prophezeihen. Beſouders beubarhtete
ber Extiſper die edlen Eiugeweide, wie Herz, Yunge,
Dei, Leber, Nieren, u. ſah auf teren Yaye, Größe
u. jonftige Beſchaffeuheit. Faud er die Erta ger
eiguet, um daraus zu weiſſagen, fo muren fie
Exia argüta, im ertgegenyeletsten alle Exta muta;
ließ fih aus ihnen ein glücklicher Ausgang des
Vorbabens prophezeihen, inbeu fie richtig lagen,
gefund, vielleicht gar doppelt vorbanden waren, fo
biegen fie Exıa bena (E. felle\a): barten fie irgend
einen Dlangel, cd. waren fie frankbaft (Exta place-
larYa, E.trlstıa), fo widerrieth ob. verbot Der Ertiſper
das Vorhaben. Das E. wurde in den Tempeln an
geftelle u. von ten Eingeweiden ein Tbeil den Göt⸗
tern geopfert, ein Xheil zum Genuß der Priefler
gelajlen. Bgl. Augurium.
Ertorquiren (v. lat.), abzwingen, erpreffen;
taber @rtorfion, Erpreſſung.
Extra (lat.), 1) außerbalb, zu ungewẽbnlicher
Zeit, auf beſoudere Veraulaſſung: Daber @rtrafaßrt,
@rtrayug (f, Eiſenbabit) u. @rtrepoft (1. Reit): Er⸗
trabiatt, bei Seitungen fo v. w. auficrerdentlidhe
I Beilage; 2) im Cauoniſchen Rechte bei Citaten Die
De.retalen Gregers IX., abyefürzt, 1. Corpusjuris.
Ertruct ıv. tut. Exiractum), 1) Auszug; 2) Ge⸗
mich verichierener Körper, weldes bei ter Be⸗
banttung bei. von Pilanzen- u. Ibterjtorien mit
intirierenten, flüchtigen Yrnayemittelt u. Dur d vell
Eruppe von 13 Zuntfteinfeifen mit jent- ı ftäntiges er. theilweiſes Verdunſten tes Yijunge-
46
mittels erhalten wird; bef. 3) Arzneimittel, melche
auf brefe Weife hauptſächlich aus pflanzlichen Stof-
fen gewonnen werden. Die &-e find dunfelbraun
ob. jhwarz gefärbt, fie löfen fi gewöhnlich nur
zum Theil wieder in dem Löfungemittel auf, durch
welches fie ertrabirt wurden; es bleibt ein bunfel-
gefänbter Körper zurſick (@rtractabfag, Apothuma).
an bereitete früber bie &-e nur durch Auskochen
mit dem betreffenden Löfungsmittel; jetzt wendet
man bauptiächlich Die Auskochung, Infufion, Mace⸗
ration u. Digeftion an. a) Die AUſskochung wen⸗
der man faft ausſchließlich bei mäflerigen E⸗en u.
bei. zur Ertraction von Hölzernen. Rinden an; es
geſchieht in einem bebedten Keſſel Über freiem euer,
ed. in einem fupfernen verzinnten Deftillirapparat,
od. nah Trommsdorffs Borfchrift mittelft Wafler-
Dampf; bydie Infufion erfolgt fo, daß man bie
zerfleinerten Vegetabilien mit ſiedendem Wafler
übergießt, nach einiger Zeit Die Löſung entfernt u.
tie Operation wiederholt; man wendet die Infufion
and bei. bei wäſſerigen Een an; ey die Macera-
tion ift nur wenig im Gebrauch; man bebanbelt
die Pflanzentbeile mit faltem Wafjer unter öfterem
Umrübren, gießt Die Yöjung ab u. mieterholt bie Ar-
heit; dy die Digeftion, bei alloholifchen, ätberi-
ſchen u. ähnlichen E⸗en angewendet, hat ten Zmed,
bie flüchtigen Yöfungsmittel bei ber Behandlung ber
Begetabilien in der Wärme wegen ihrer Koftbarleit
wieder zu gewinnen. Im Kleinen geliebt dies in
Glaslolben mit aufgefeter langer Glasröhre, in
welcher fih die Dämpfe verdichten; im Großen
wendet man eine Defttllirblafe an. Nach diefen Ope-
zationen u. dem Entfernen ter Löſung wird das in
der Maſſe Zurlidgebliebene durch Ausrrefien ge-
wonnen, die Flüffigleit durch ein Seihtuch u. dann
durch Sließpapier filtrirt. Hierauf folgt Das Ver⸗
dunſten, welches auf manderlei Art, aber immer
bei nicht au bober Temperatur u. fo lange gefchieht,
biß die gewünſchte Confiftenz (@rtractdide, Ertract:
confiftenz) erreicht ift; die fo eingedidten E⸗e nennt
man gewöhnliche Ese; didflilifige, ſyrupöſe E⸗e
heißen flüffige E⸗e (Diefäfte, Extracta Ii-
quida, Mellaginen); zur Trodne eingedanıpfte
nemut man trodne&-e (Extr. siccn). Die mit
Hülfe künſtlicher Märme erzeugten E⸗e beißen
warm bereitete E⸗e (Extr. calide parata);
bie bei gewöhnlicher Temperatur dargeftellten kalt
bereitete E-e (Extr. frigide paruta). Je nad)
dem Lö ungsmittel unterſcheidet man: ar Mäffe-
riges E. E. aqnoaum), wobei der wirffame Be-
ſtandtheil ntweder mit heißem Waſſer durch Aufguß,
od. durch mehrmaliges Kochen, bet offenem Feuer,
mit Dampf od. mit kaltem Waſſer, unter anbalten-
bem Schütteln, ausgezogen u. bie colirte Zlilifig-
feit vorfichtig bei gelinder Wärme eingedickt wirt.
Hierher gebören auch die aus ben Säften frifcher
Pflanzen bereiteten &-e (Extracta e succo paıuta,
E. succi inspiszati); 6) Weiniges (geiſtiges)
E.; gefchiebt mıit Wein (E. vinosum) od. gewöhn⸗
lich mit Weingeift (E. spirituosum), wobei bie
unnüten u. Dad Werberben des E⸗s ſchuell herbei»
führenden Subftanzen leicht mit aufgenommen wer⸗
ken, c) mit Meingeift u. Waffer (Walfer-
Weingeift-E., E. aquoso- spirituosum), zur
Wiedergewinnung des
Deftillation libergetrieben, dann bie Flüſſigleit eben⸗
falls durch Abdampfung eingetidt; feltener werben
angewendet: dy Atherifches E. (E. actheren),
Grtract bie Extrahiren
e) E. mit Ätber u. Alkohol (E. spirit
aetherea) u. ſ) &. mit Eſſi g (E. acetasa).:
gewöhnlich u. mit Vortheil wendet man 2
reitung von E⸗en die Berbrängungsmethobe |
an, fowie zum Zwed möglichfter Eriparniß ei
u. Heigmaterial, u. um das Verbunften zu
eben , mandherlei Apparate conftruirt worben
r vonRomersbaufen (Romershaufeniche
Real (Realſche Prefie), Bonllay, Robiquet,
tron, Payen (Exiracteur à dis on
tinude), Mohr, Antbon u. And.
Extraction (v. lat.), da® Auszieben. ¶
tiondpreffe, Realiche Preſſe.
@rtractiv, ausziehen. Ertractivzucker fe
Slycirrhizin.
Grtractivftoff (Chem.), bie in ben Med
u. pflanzlichen Säften gelöſten organiſchen M
weiche nicht Eruftallifirdar find, keine
fchen Verbindungen eingeben, nicht flüchtig
Waſſer, meift auch in Alkohol, löslich find;
weile alfo wenig charafteriftiiche Cigenf
zeigen, auch nicht won einander getrennt ®
Dargeftellt werben können. Als löslichen Bel
tbeil der Pflanzen fand Boerhave, neben den
damals befannten Gummi u. Harz, einen b
in Waſſer u. Alkobol löslichen Körper, weid
Materia hermaphroilita hannte. Ale Mas
saponaces (Seifenftoff) unterfchieb Scheele
ähnlihen aus ten Citronen bargefteflten
welcher Name fpäter fiir löeliche Pflanzenſt
braucht wurde, deren Löſung beim Schütteln
ten. Vauquelin glanbte einen eigenthlimficen
allen Pflanzen präfermirten löglichen
nehmen zu miljien, den er &. namte; '=
Unterfuchungen zeigten aber, daß ein folder
eriftire. Pfaff unterichied gummiartigen, ba”
färbenten, gerbenden, herben, kratzenden,
bitteren, fcharfen u. narfotifchen &., wahrjd
aber rühren folche Unterſchiede von Beimen
anderer Subſtanzen ber. Die früher ſehr
tende Anzahl der zu den E⸗n gerechneten
iſt immer kleiner geworden, indem es bir
lang, fie rein darzuſtellen u. den entipr«
Familien unterzuordnen.
Ertractor, fo v. w. Nentilater.
Extractum Pbarm.), f. Extract. F
aquosaın, Alcebitier 3). E. angusturae, ſ. M
rarinde u. fo die übrigen mit Zuſammenſe
unter ben bemerlten od. den entiprechenten & «
Mörtern. E. cordıris peruvlant, Ehiuzerhie
ferro-pomatnm, Eiſenextract. E.gratlanae, ©
extract. E. helenii, ſ. u. Alant. E. hellebos
Nieswurzextract. EB. byoseyämt, f. u. Bilſc
E. saturol, Dieiertract. E. valerlanar, Ba
ertract ꝛc.
Extra culpam (lat), außer Schuld.
Ertradiren (v. lat.), herausgeben, aus
überantworten; daher Ertratitien, Ausliej
Aushändigung. Extraditlo aclerum, Sera.
ber Gerichtoverbandlungen.
Ertradoß, tie nach auswärts gebogene
fläche eines Gewölbes. Grtraßefirtes Gewölbe
deſſen Außenflächen, wie bei jreiſlebenden Yu
nach ter Gewölbeform rein bearbeitet ſind
eingeiſtes wird dieſer durch bie inneren Gewölbeflächen (Intradeo) f
bleiben.
Ertrahiren (v. lat.), 1) auszichen; 2)
gerichtlichen Vejchl auswirken.
Estrait d’abeinihe bis Eyb
absinthe, Sorie Liquenr (£ d.), |
rt Schweiz fabricirt.
del \v. lat.), außergerichtlich.
kam (lat.), außerhalb der Yinie.
zos, außerhalb ber Diauern, b. h.
3 (fat), 1) Fremder; 8) (@rtrauerr),
Halten ein agling, ber nicht in dem
hm u, wie z. B. in Fürflenſchulen,
Ciuſchräulungen gebunden iſt; vgl.
Naar iv. lat.), außerordentlich, un⸗
‚y B. Ertraordinare Salaugen, im
Meere Ceſchũtze von außerordenilicher
iboen zebörten: ber fliegende Drache
& Sängerin von 16, der Kasse vulant
Ex vn 4u. der alle von 2 Pfund.
az, ba den Rouiern Soltaten, bie fi
raus tn Truppen ter Bunbeegenciien
exen Dune wäblte. Extraordinarins,
Mer. Äxtrerdinariae authenfreae, Lx-
Na apa |.u. Corpus jurie.
Fen (Biri.ı, wird ein galvaniſches Eee
q ui Focal non vielen überipennencn
ahtwateyı geichluflen u. bringt man
a pa dathiben fo an, daß auch nach
Daun de Exonis ber Trabi nech durch
üben, welher tie Handbaben erfaßt, ge⸗
bleit, fo erhält dieſer im Augenblick
Bmg einen beitigen Schlag. Dieſe Grichei»
BoR peradan enttedt u. felgentermaßen
Somie ein Hanptfirem in einen benach⸗
ale lenfenten Nebendrabt durch Velta⸗
ame Keterfirem iuducirt, u. zwar beim
ber Kent einen entgegengeſetzten, beim
rer iq gleichgerichirten, fo inducirt auch
6 Etxem, welcher eine Spirale durch⸗
EN eignen Drabte Stroönie, indem eine
auf die andere einwirtt, n. zioar beim
Rn ſich gleich gerichteten, wodurch bie
de uridtünglichen ungemein veritürkt
fer Strem daße E., zum Uunterichiede
mem zeireuuten Nebendrahte erregten
Arien,
e Ertreliezetage, Handelsw.), net
een Haienplãtzeuu, wo zum Laden u.
befimime Anzahl Tage nach Ortsge⸗
die Tage, welche ber Schifier länger
Kimmte Zei braucht.
Ten iv. fat.i, ab⸗, ansichmeiien; Ba»
eat. au:eichweifend, ungereinit @rtra
tiradung. Extravaganies, Ibeile bes
nm cunonici, ĩ. d. If.er ff)
Man. far», Erguß von Feuchtigkeiten,
Mutflanı, Matter, Cıter, Harn ob.
lenderten, in eine innere Höhle ct. das
‚tord Bereifung von Geiähen ch. Yes
It Ertravafiren, ven Ztorfen, die auf
Atreren,
Mb, on. m Kammenveik. _
lat, Bas Anferfteeiner Sache; ler
aber @rtremität, I) dad Aukerite: Daher :
| tieren u it 50 Fuß hoch.
U die Außenglieder des ganzen Körpers,
ER. Füße vom Körperſtanm au, jene
iee ale Uuntere &.; auch ven einzel—
"een Knochen, Musfein ie Ende
Ferken pie Füßße, aler auch die Mäbhuen, t
: fränttichen Arcisgejcpledht, geb. 1120 (wahrſchein⸗
das Maul; 2) ter äußerſte Reibfall.
4
Ertriceiren (v. lat.), entwideln, berausiwinben.
Extrinsöcus (iat.), auswärts.
Extrorsum (Exirersus, Bot.), nach au6wärts.
Ertrudiren (v. lat.), aus⸗, binausfloßen.
@rtuberang (@riuberation, Unat.), fo v. w.
Protuberauj.
Extumeſcenz (v. lat.), Auftreibung eines
KKnochens.
Exxuberiren (v. lat.), reichlich hervorkommen.
@rußerent, überflülfig, unnäthig. Eruberan, Liber»
fluß.
Erudenismuß (v. gr., Rbet.), Witerlegung
dadurch, Laß ınan des Gegners Grünbe als un-
bedeutend übergebt u. ſpöttiſch beantwortet.
@rufontianer, Eecte, f. u. Arıaner.
@rulceriren (v. lat.), ſchwären, zum Echmären
bringen; daber Erufceration, Berſchwärung, Rranfe
beit6procch ven Weichgebilden Des Kärpere , welche
fih durch ſchlechte, niehr mit Abieuderung ven
Jauche verbundene, mebr auf Jerficrung der Ibeile
uusgebente u. ſchiver vernarbente Eiterung aus⸗
zeichnen: |. Geſchwür.
@ruliren ıv. lat.ı, vermeifen, f. Exil. Erulant,
Verwieſener.
Exultet ılat., es jauchze), von Auguſtin ver⸗
faßte Oymne, genannt nach ten Aufangsworten:
Exultet jam angelica turba coclorum, welche
am Tage vor dem Charfreitage in der Katholiſchen
Kirche gelungen wird. Erultiren, jauchzen, froh⸗
loden. @sultation, Krobleden.
Exuma, ufelu, zu dei Bahamas- od. Yucapi-
fen Inſelu (Weſtindien) gehörig, burch ben Erume-
Sund von ©. Salvador yetremit; Baumwolleubau.
oe leönem :lat.), aus ber Klaue (ero
fenne man) ten röwen, ſprüchwörtlich für: Wan
erräth Den fich Verſtellenden cd. das Verfappte an
einen Merkmale.
‚nzunguiculatus, nicht mit einem Nagel ver⸗
chen.
Erutftion (Iut.), Verbrennung.
Ex usu (lat.), dem Gebrauche gemäß; außer
Gebrauch.
Erutorium (lat.), 1) Mittel, welches auf ber
Haut leichte Cutzüudung u. Ausfluß von Keuchtige
teit bewirkt, ohne Vlaſen zu zieben, wie Seibelbaft⸗
rinde; 2) auch anterer Hautreiz ale Zugmittel;
vgl. Epispastica.
@ruvien (v. lut.), au@gezogene Kleider, abge⸗
ftreifte Hülle, große Weuteftüde: 1. u. Veute.
Ex voto ılat.), 1) einem Geliibde gemuß; Daher
8) ſo v. m. Votivgemãlde u. Votivtafelu.
Ey, Wörter mit dieſer Anfangefyike, die bier
nicht au finden, |. ıı. Ei.
Ey, bineiiiches Yingenmaß, hält 240 Schritte;
10 Ey machen ein Pu.
Eyach, Nesenfluß ver Nedar rechts; entipringt
| auf dem Schwäbiichen Aura im württembergiſchen
Oberanite Wablingen, gebt durch Hehenzollern u.
mündet nuterbalb Horb.
Ennfiäl Soaflalle⸗Jskutd, Vulkan u. einer ber
höcften Berge im Süder ˖ Viertel von Aoland, füde
tlih wem Hekla: batte 1821 — 1522 heftige Erupe
Eyafiord, tiefe Bude u. Haudelsplatz daran,
im Titer- u. Norderviertel von Island; bat durch
: Den TCinfluß des Meeres cin ziemlich mildes Klima,
Enh, Aibrecht von E , ſtammte aus cinent alten
38
dc) zn Sommersborf in Franlen, war erft Ardhi-
Diafonus in Wilrzburg, Daun Domberr in Eichſtädt
n. Bamberg; wegen jeiner Gelehrſamkeit rief ihn
Bapft Bine II. als Kämmerling zu fi; er ftarb 24.
Quli 1475 u. ſchr.: Margarita poetica (Redelunft
in Beifpielen aus bei beften Schriftftellern) 1472,
1475, Bafel 1495, 1503 u. d.5 Ch einem mane ſey
u nema ein eelichd weyb ober nicht, zuerft (wahr⸗
beinlih Nürnberg) 1472, Augsb. 1475, Blaubeuern
1475, Augsb. 1517 u. 3.; Überfehung' od. Bearbei⸗
tung der plautiniihen Komödien Menächmus u.
Bacchides u. ber Philegenia von Ugolino, 1. Ausg.
1511, Augsb. 1518.
Ehbad, 1) Fluß in Württemberg, ber aus bem
Roggenthal kommt u. bei Altenftabt ſich in bie File
ergießt; 8) Pfarrdorf an der Eybach, im Oberamte
Geislingen des mürttembergiihen Donaufreifes;
mit Schloß; Holzdreher, Tabalspfeifenichniter,
Bierbrauerei; in ber Nähe die Ruinen von Hohen-
Eybach (Ybach); 703 Ew.
Eybar, Martifieden in ber ſpaniſchen Provinz
San Schaftian; Leinweberei, Uhrmacherei, Eifen-
werle, Waffenfabril, Mineralquelle; 2000 Em.
@ybau (Geogr.), fo v. w. Eibau.
Eybenſchüũtz, Stabt, fo v. w. Cibenſchütz.
@ybler, Joſeph Edler von E., geb. 1765 zu
mechat in Nieberöfterreih ; er kam nad) Wien,
erhielt bier 1777— 79 Zutritt in einem Seminar
u. Unterricht in ber Theorie ber Muflk bei Albrechts⸗
berger, wurde 1793 Chordirtetor ber Schottenfirche,
fpäter königlicher Hofmuſillehrer u. 1824 erfler Ka-
pellmeifter; er murbe 1835 nobilitirt u. ft. 1846.
Seine Werke zeichnen fi) durchweg durch Reinheit,
zeligisfe Weihe u. Tiefe aus. Unter vielen find be-
mertensmwerth 2 Dratorien, eine große Anzahl Meſ⸗
ien, ein Requiem.
Eyburger, gute Sorte Nedarmwein.
Eyd, 1) Hubrecht van E. geb. 1366 in Eyd
bei Diaasey im Lilttichichen, Maler; er ft. 1426
ın Gent. 2) Jan van E., Bruder u. Schüler
bes Vor., geb. um 1396 (n. X. um 1370) in Eyd
bei Maaseyck, jeit 1425 Maler u. Kammerdie-
ner Bbilipps tes Guten von Burgund, in beflen
Dieniten er mehrfache Reifen machte, um fremke
Fürjtentächter zu malen. Er ft. 1441 in Brügge.
Beide Brüder u. ibre Schwefter Margarethe haben
fib wahrſcheinlich in Brügge niedergelaflen. Über
ihre nüberen Lebensverhältniſſe iſt wenig befannt,
deſto grüßer aber ift ihre Bedeutung für die Kunft-
geichichte, denn mit der Gründung ihrer Schule
trat der Realismus, das Streben nach treuer Wie⸗
dergabe natürliher Formen u. Farbenerſcheinungen
in das Kunſtleben ein. Wenn auch nicht feſtzuſtellen
iſt, daß Die Gebrüder van E. bie Olmalerei erfunden
haben, ſo bleibt ihnen jedenfalls der Verdienſt, durch
Verbeſſerung derſelben der Technik der Malerkunſt
diejenige Vollendung gegeben zu haben, welche den
Aufſchwung ber Kuuft zur höchſten Blüthe möglich
machte. Jan van E. mar zunächſt ber Gründer ber
Niederländiſchen Malerſchule, weiterhin aber auch
ber Befreier ber Malerei aus hergebrachten con»
ventioneffen Schranken u. einer ber Ermeder bes
Kunftgeiftes, welcher im 15. u. 16. Jabrb. in
Deutidyland, Ztalien u. Spanien feine berrlichfien :
—58— trieb. Neben ihrer realiſtiſchen Richtung
eſaßen bie Gebrüder E. eine durchaus edle ıt. re⸗
ligiös⸗erhabene Auffaſſungoweiſe, welche jedoch we-
niger bei Jan als Lei Hubrecht ſich ausprägte. Je⸗
Eybach bis Eycken
| ner verwandte dagegen noch gröfger
bildung der menſchlichen Geſtalt
haft u. Ardhiteltur, die er zuer
grundes einführte, auf bem bis
ten gemalt worden waren. Sein
fättigt u. harmonisch, in den Lich
den E chatten bräunlich; Zeichnu
dung voller Berftändniß, aber ı
bildet; treffend ift der Ausdruck,
Charalteriftif u. bewundernswü
rung. Hauptwerk: Die Anbetu
ein großes Altarbilb in 12 Abth
vom Jahr 1432, das fein Bruder
vollendet hat; 6 von biefen Bilden
genmwärtig in Berlin. Außertent E
von Brügge mehrere Gemälde f
bie Pinakothek in Münden weric
ge8 (Luca, die Madonna male
aber find ihm zugefchrieben: Das
ziger Bild, das 1507 von be
Paris geführt, von ben Breufje
bracht u. feiner Infchrift infolge 1-
nem Tode) gemalt worden it; d
betung der Könige in der Pinatı
Die um biejelbe Zeit von einem °
malt m fein fcheint. Auch ala Dit
fih bie Gebriiber van E. bervor:
buch mit 59 größeren Bildern, fi
Bedjord gemalt, befindet ſich in
verpool, ein Brevier mit Eyckſch
der kaiſerlichen Bibliothet in Pa
teften Schüler Jane van E. find:
fen, ®erb. v. d. Dleeren, Hugo:
nelli v. Deeffina, Rogier v. d. Y
Bol. Waagen, Hubert u. Johan
vant, Kunftreii durch England u.
garetbenan E. Schweſter u. E
lieb aus Liebe zur Kunſt unverbe
Sejellichaft ihrer Brüter. Adere
ein liebliches Bild von ihr, in 3 |
ria mit dem Kind im Grünen. 4
E., ber jüngfte Bruder der Vor
unbebeutenbfte ber Gefchwifter E
von feinem Bruder Jan begon:
Ypern (jetzt in PBrivatbefit in Bı
desjahr ift unbelannt.
Eyden, 3. B. van E., geb.
Siftoriernmafer, gewann 1835 1
reis Der Alabemie feiner Vater
1537— 39 Frankreich u. Italien,
fellor an ber königlichen Alabemie
in Brüſſel w. fl. au 19. Dec. 1
ber Die monumentale Dialerei üı
u. jelbft ein neues Verfahren jilr
fand, nachdem er in Italien u. T
liche Studien über Die Frescomal
Ansgezeichnet Durch vollenvete &
u, blühende Farbengebung folgte
in Belgien berrichenten Weiſe d
jentern ber itealen Richtung Der
neuen deutſchen Malerei, ı. bat
erwachten Pflege ber hübercn rı
feiner Heimath Den erſten wirkſam
In Brüſſel ſollte er in der Kirche
la Chapelle 3 große Wandgemäl
Mariä, Geburt Chrifti u. Die Re
ligen Jungfrau, an ben Triumpl
Gartens waren fon vollendet n.
Eyderwald bis Exynatten
u im ter Ted ũberraſchte. Am derſelben
Ib 14 Statinekilter von ibm in lebens⸗
Schalen ven gegreifenber Schoönheit u.
des Auttrnd6 in LI ausgeführt.
‚Io 9%. mw. Ardennen.
Breit Suffelk. nördlich ven Ip6-
Yeirilatien ven Zwirnſpitzen; 2800 Em.
(pr. Gimdbh,, Stadt in der (Araf-
Bereit (Zürihettiand), an ter Mündung
mr Al Nerdſee; Bufen, Bäringefticherei ;
Reeretbucht an ber Infel Sonib⸗Uiſt.
Air. Ciſterſch), Vorgebirge an ber
der engtiichen Celonie Taemania cd. An:
WM San Dienciland Auftralien)
Gygetalen), im Nittelalier vie Inſeln um
Senat, |.1. (Grid). I. j
Sygmed igues, he. a) Rebenfluß der
Rhöm, img im franzönichen Tepartemeit
| Drögze bei Kinziıt, fließt an Nyons vorüber u.
m Doymment Vaucluſe bei X’ range.
(i. — — Stadt im Arron
E
Ain kauzöfiichen Departement Bou⸗
— Cmipinnerei, Wellmanufac-
Oygzıeake — grand), Marttileden im
Irrentiiennt I franzöfiihen Teparte-
ment Gerry: 958 in.
—— ter Zahnkiſte Zuinca Weſt
I den Klug Tendo ch. Lance.
en diuß
«lab, 1) geter, geb. 1599 in Antwerven,
and ber zieterläntifchen Schule: Werle in
E nen nenterfaht —— unbelannt.
ehr ‚& 5
If de JA bes Bor. Söhne, Frucht
Eyke von Rebtew, |. Rebtom.
Eilci (E. Latr.. E. Lam.), Gattung ans
* ker Nilben (auch Untergattung ven
1; innlabe niedergebegen, mit bakiger
‚ Zafer kegelfärmig,, brei- bis vieryliederig,
‚An: Breite E. (F. extendens,.
un E far, Hydrachna E. Müll.), vier
‚glänzend, glatt, roth; in Piligeu; E.
: Kadnlara, foscata ei
Ele, ) Deutſch⸗E), Stabt, fürlich am
12 m Kreiſe Roſenberg tes preußiichen
ee Marienmwerter; Tuch⸗ u, Yein-
Fechs- u. Leinmwantmärkte, 2500 Ew.:
3* m Regierungsbezirk Königoberg; bat
— n. 4445, 000 Ew.: 3) (Preußiſch⸗
—— darin, an kleinen Zren: bat alten
Def. Eeminur; 2910 Ew., , welche Tuch, Hüte,
7 Ben — GE. murte 1336 von dem deut
X Amel! won Eilenſiein gearündet: bier
235* 8. Fett. 1307 Schlacht zwiichen Rapo
Riem Ruin m. Preußen unter Lennigien
L s beite Tbeile ichrieben ſich deu Zica zu,
—* eruſſücher Rrieg gegen Fronulreib von
Li. 1856 wurde auf den Sblachtield
—— Gr:ys en Denfmal a richtet. Bal.
en der Sch: i E., Weist. 1308;
An An er <hiuhtkae., Wei. 1908;
ae! Relemann Friet rich, geh. 5. Arr. 1770
* rurde zuerſt Pretiger daieibit, 12043 tUan-
wer in Petddam, 181% Arie der erange
oem den preußiichen Ztaaten, Mitylicd
Taxi, & Ruf. VI.
‚Wer. m. Crangefluß: 2) Stadt in ber -
—— — — m — — —
tes Stasteratbes u. bes Miniſeriums der geiſtli⸗
chen u. Unterrichtsanſtalten n. ft. 2. Febr. 16552 im
Potsdani. Er ſchr.: Betrachtungen fiber bie lehr⸗
reihen Wabrheiten des CEbriſienthunie bei ber lege
ten Trennung von den linfrigen, Tertim. 1803—5,
3 Bde., 5. Aufl, 1545; Prebiyten. Braunfch. 1808,
2 8re; Hemilien fiber tie Barabeln Jeſu, Sale
Isos, 2. Aufl. 1810: Predigten über Bedürfuiſſe
nuniere Derzens n Verbältiniſſe unfere vebens, Selle
1813; Über ten Wertb ber Yiturgie u. Agende im
Ten preußifchen Siaaten, Petod. 1830, 2. Aufl;
Charakterzüge ans dem Leben Königs Friedrich
Wiltelm III., Magdeb. 1812 —46, 3 Bde., wobl⸗
jeile Nusg., ebd. 1847, 3 Abe: mit Hanſtein m.
Dräſecke gab er tas Magazin für Prediger heraus.
Eylimi (Eivma’, um das 3. Jabrh. König
ren Varwitb it: Warte, auf Jütland, Svavas
Vater; fiel nebſt Seinem Citamı Sigmund in ber
Schlacht gegen Lingei, welcher fie bekriegte, weil @-6
Zecter Hierdiſur, als fie zwiſchen Beiden wählen
mußte, vLingoi verichmäbte.
ymeriP, ifelaus, geb. 1320 zu Gerona im
Catalonien, Toeminilaner, murte unter Papſt In⸗
necenz VI. 1:56 zum (eneralinquifiter erhoben
u. fl. 13509 in Gerena. Wen ibm ift das im In⸗
quiſitienepreceß berühmte Directorinm inquisi-
torum, berauegeq. Yarcel. 1503 u. anlegt Vened.
1545, Auszug daraue von Autr. Merellet, Par.
1762.
Eymet (irr. Ehmeb), Stadt am Drept im Ar»
rondiſſenent Vergerac bes franzöfiiben Departe⸗
ments Derdegne: bat Färbereien, Baumwoll⸗ m.
Wellweberei: Iron Ew.
Eymouth, Flecken, I. Evemeuib.
Eymoutiers, Statt, c v. w. Aimeuntiers.
Eynard öpr. Chnabre, J. G., geb. 1775 in
Yoen, ging nad Tem Auebruch Der 'Eerciutien nach
(Kent, wo er ein Banlıeraeibätt bearıindete, war
1814 ala Mefandter Per Republik auf rem Wiener
Congreß, nabm ſich jräter ter Sache der riechen
ciirxiaſt an, reiſte deehalb 1825 nah VKarrd nm. 1827
nach venden, ehne jedew feinen Awed, eine Anleibe
für Griechenland zu errirken, erreipen an fönnen;
die Natienalrerſammlung in Arged ernannte ihr
zum Würger von Athen, u er ſeirſt ging 1829 nach
Griechentland u. ſchoß Prem jußgen Siaate 700, V0u
Fres. ver. Beim Aufſtand anf Kreta 1841 be
mübte cc ſich wieder, Sympatbien fr die Griechen
in Frautkreich u. der Schweiz zu erwecken, damit
dieie ZJuiel mit Griechenland vereinigt würde: aber
vergebene. 1817 kam er mit Per enaltirben Reg'e⸗
rung in genflic, indem er lich weigerte, einzu Wech⸗
jel von Ber arichicden Regiernngeinn Auguſt, von
00,090 RT ausgeſitellt, au zablen, wenn nibt Enge
land Pre deſtimmite Verſicherung geben wollte, Grie⸗
cbentand zunachin wegen Rüdzablung der Schuld
abe mehr au drangen Spiter bencrirt er jedoch
den Wechiel. Er ichr: Letties et dorumenta of
mtesre] tifsauxslive:Bdrenement- de (rdee,
Far. Is]; Vie de la Baro..ne Krudener, ebb.
Ist,
Ennatten, eine farkoliihr Kuriie in Rhein⸗
preußen, wurde [62 m Pen Reichdireinerrenſſand
erbeben u. 1817 ven Prenßen britétigt: 1) Freiherr
Karı Hubert, Sern der 181verſterberen Frei⸗
“ern Adeli, geb Is, ft prenßinder Art llerie⸗
reitzier. 2) Freiberr Karl, bin tes Yır., geb.
1806, Arefiper ven Tripe bei Geilenlirchen, preußi⸗
4
ss Exyne bie
ſcher Fieutenant a. D. u. Landrath bes Kreifes Gei⸗
Ienfirchen; feit 1837 vermählt mit Aloyfia geb. ».
Asbed. 8) Frelberr Auguft, Vetter des Vor.,
Bohn des 1810 verfiorhenen Freiberrn Karl Adolf,
geb. 1798, iſt k. E. Feldmarſchalllieutenant u. Gou⸗
gerneur von Verona, auch provijorifcher General-
Director ber 4. Generaldirection bes Armeeober-
commanbo.
Eyne, Dorf im Bezirk Ondengerde der belgi⸗
hen Provinz Oftflantern; 2120 Ew.; Linnen- u.
aummollenftofifabriten.
Eynezat, Kieden, fo v. w. Ennezat.
@ys, 1) (Narriba), Reich in dem Benin-
Diſtriet Guin eas (Weftafrika), reicht nach Norden
bie zu 10° nördl. Br., wird durch ben Mufſafluß
vom Reihe Borghu getrennt u. im Often vom Ni-
ger beſpült u meftlih vom Reihe Dahome be-
grenzt; Dad Yand ift gebirgig, waſſer⸗ u. wald⸗
rei, meift fruchtbar; die Bemohner find heibnifche
Neger, theilweiſe den Fellatahs unterworfen; 2)
a), bie ehemalige Hauptftabt des Nei-
6, am Fuße einer Kette nadter Granitberge, mit
Maner u. Graben umgeben u.in waldreicher Gegend.
Eyyel, ſ. Eipel.
Eyra (nord. Mytb.), fo v. w. Eir.
Eyragues, Flecken, fo v. w. Airagues.
Eyre (ipr. Ay’r), Graffchaft in der englifchen
Eolonie Siüpanftralien.
Eyrer, die holländiſchen Häringsſchiffe.
Eyfenbardtia (E. Humb. ), Bflanzgengattung
ans der Familie der Papilionacene - Lotene-
Galegeae; Art: E. amorphoides, in Merico.
@yfölden, Marktflecken im Landgericht Gre-
bing bes bairifchen Kreifes Mittelfranten; Schloß,
Krautban; 600 Em.
Eyftein, I Könige von Norwegen: 1) €.
Fretr, Sohn von Halftan Hpitbeen, regierte 700
bis 730. 2) E. J., Sohn von Magnus III., re-
ierte mit feinen Brüdern eyın . 1. Olaf IV.
Be 1103 u. fl. 1122. 3) E. II, Schu von Ha-
rald IV., regierte feit 1155 furze Zeit. II. Kö-
nigven Shweben: 4)E. (Dften) Inglinger,
Nachfolger Adils, f. Schweden (Geih.). 5) €,
Sohn von Harald Hildetand, ſ. ebd. III. Dichter:
6) E.Asgrimfon, Franciscanermönd von Hel-
galel; ſtarb 1361; er jehr. das Epos Lilia, letzte
usgabe mit lateinifcher Überfegung, Kopenh. 1773.
Eytelwein, Joh. Albert, geb. 1764 in Frant-
furt a. M., trat jung in die preufifche Artillerie,
nahm als Lieutenant jeinen Abjchied, wurde Deich:
inipector bes Oderbruchs u. 1794 Dberbaurath,
1799 auch Director Der Bauakademie, 1830 trat
er and den Staatsdienſte n. fl. 18. Aug. 1848.
Berdient machte er fih um die Regulirungen ber
Oder, Warthe, Weichjel u. des Niemen, um Die
Safenbanten in Memel, Bilau u. Swinemilnde,
um bie Grenzregulirung ber Rheinprovinz, Be—
flimmung eines definitiven Maßes u. Gewidtes in
reußen. Er ſchr.: Handbuch ter Mechanik fefter
örper u. ber Hydraulik, 1801, 3. Aufl. 1842;
mit Dev. Gilly: Praktiſche Anweiſung zur Wafler-
baulunde, Berl. 1502—5; Handbuch der Statil
fefter Körper, ebd. 1503, 3 Bde.; Handbuch ber
Beripective, ebd. 1510, 2 Bbe.; Üter die Anlage ıc.
von ländlichen Kartoffeibranntweinbrennerei « Öe-
bäuten, ebd. 1836; Anmeifung zur Auflöjung ber
Höhe numerijcher Gleichen, ebd. 1537.
Gzʒtergon
Eyth, Eduard, geb. 1809 in Heilbro
1923 in das Theologiſche Semt:tar nach Dlaı
1827 in das Theologiſche Stife in Tübinger
1835 Oberpräceptor in Kirchheim, verh
fi dann mit Julie Capoll(von welcher |
in Knappe Chriftoterpe die Bilter ohne !
aus den Papieren einer Unbelannten erjchie
1852 bef. herausgegeben u. auch in das Holl
vom Biarrer Lublink⸗Weddik u. in das
difche liberfet wurden). ©. wurde 184.
feffor am theologischen Seminar in Schöntf
er noch als Lehrer der Gejchichte lebt. E
Griechiſche Gedichte, Hilarolypos, Tüb. 181
fiter u. Bibel in den niederen Gelehrte
1838— 40, 2 Bde.; Harfenkiänge aus dem
Bunde, Baf. 1838; Gedichte, Stuttg. 1843,"
1851; Mnemoniſche Geſchichtstafeln, 184 1
überſetzte mietriih König Odipus des Ge
Stuttg. 1851.
Eyub u. Eyubiten, fo dv. w. Ejub u. ©
Eyvind Ekaldafpilir, altnortiiger
im 10. Sabrb., Urenkel Haralds, am Hof
des Guten, Berfafier des Halonarmal.
Ezearay, Stadt in ber ipaniichen Pre
grofio, mit 2500 Em., die Zöpferei u. We
treiben.
Ezdorf, eine ber Tatholiihen Conſe
gente Örafenfamilie in Buiern; fie ſtamm«
ih aus Thüringen, u. zwar aus Etzdorf &
berg; in Baiern erfcheinen fie erjt im 17-
ie wurden 1684 in ben Freiherren⸗ u. 179
eihsgrafenftand erhoben; jetiger Chef Fr
Joſeph, Sohn tes 1548 verjtorbenem
Joſeph Maria, geb. 10. Febr. 1807 m I
mit Adrianna geb. Gräfin Balbi vermä
Sobn Joſeph ift 1846 geboren.
Ezechiel (Heſekiel), 1) jidifcher
Sohn des Priefters Bufi; wurde mit den
Jojachim u. 10,000 Juden 598 v. Chr. in
bylonifche Eril geführt u. erhielt feinen
am Chaboras. Im 5. Jahre feines Exile
bier al8 Prophet auf u. weiljagte bis zum 2
feines Erile. Seine fpäteren Scidfale fü
wiß. Einer feiner Gefährten fell ibn, n
Sage, ermorbet haben, man zeigte auch ei
gereifen von Bagdad fein Grabmal. Er i
ber großen Propbeten des Alten Teftan
fein Buch enthält eine Reihe von Weil]
von dem nahen Untergange des jüdiſchen
weran fi jeder Hoffuungen einer Bier
lung jeines Volles tnüpfen. Commtentare 1
Rojenmüller, Lpz. 1926, 2 Thle., ven H
Erlang. 1843; u. Higig, Yp3. 1547, bei
3. 8. Volborth, Gött. 1757; mit Daniel v
Derejer, JH. a. M. 1510. 2) E., jüpdiid
ter, lebte nach Ehriftue u. wird von Eın. j
ber 70 Bibelüberjeger gebalten; er ſchr.:
jpiele, 3. B. Ziezayn 25 Aycnıaou Di
and Agypten, in Jamben, nad Ari der
Myſierieu ed. Moralitäten) , Sragmıente, be
von Diorell, Bar. 1609.
Ezelin, j. Ez;elino.
Eziongeber, früherer Name von Alab.
bar el Alaba.
Ezon, Piagraf, Hermanns Sobn; ge
Jahr 1000 tem Kaiſer Otto III. deijen &
Maıhilte im Schachſpiel ab.
Eztergon, Stadi, je v. w. Gran.
Eszelinn da Romano bis Fabel
A
a Romäns, geb. 1194 ob. 1204 in Egna, feinen Bruter Ciramemt, feinen Schwieger⸗
ara in der Marl Zrerilo, von teut- . vater m. feine Schwäger nebſt vielen Grein um.
ſchwang fib durch Tapfereit empor : Bergebens tbat ihn 1252 der Bapft Innocenz IV.
apı der Ghibelimen in Italien. Er
‚afer Friedrich IL im Lembardiſchen
be Dienfie m. erbielt dafür von dem⸗
die Cherflattbalterei von Batua u.
®erona, die Marl Trevilo, Bicenza,
Ka u.feltre on jich, zeigte fich uber
ax trade ſelbſt feinen N ‚&.von
in den Bann; als er fich aber der ganzen Yombarbei
bemächtigen wollte, wurde er in einem Treffen an
der Adda bei Sajlano am 16. Sept. 1259 von ben
verbundenen Fürſten gefangen u. fl. balb darauf
zu Racino im Kerler. Bon ihm banbein viele Bar
gen u. Romane der Italiener. Er war eifriger
Afıroieg. Byl. Romano.
12
werke Sinpenfaut, als Buchſtab ber 6. in
Bheten ter abendlãndiſchen Sprachen, unter
i bat ihn blos tie Arabiſche
ara) Stelle; auch tie Griechiſche
sur, nfemer Stelle ftant das Ban ıt.
wu, tahfter Römer, nach bein griechi⸗
yusı Fk, war nach Quintilian ein
Th de Zr elafener Yaut, ber uriprüng-
ben wäh eenenten 1 ber Griechen vers
Br, ehr dech ſpäter zur Bezeichnung
—— — wurde. In ber Wie»
ven Erde iſt er Seltener, als im ber
Über. bir ibn auch nach einem geichäriten
remet i; 8. firaff : 2) beiten Römern
jiden: a) F 40, F ch. F 40,000;
Bricirangen fo v. mw. 6; 8) als Ab»
“um rimüchen Iufchriften, in Hand»
Ringen für filiun, fecit u. a.; bruuf
anfleheuer u. wieder gefangener Sklaven
br. m. Fugitivus (Flüchtliugh; e) in
ügern jo v. m. Fulio (auf ter u. ber
Member Bcgengräge,; dr im Han⸗
Ftiu (vgl. Tu. AM), er auf Wechſeln
to: ſy anf dem Revers neuer Dlünzen:
ker: Angers; bb) preußiicher: Viagde⸗
jerreich ſcher: Sal in Tyrel; Kr auf
sbe engliiher Übren fo v. ir. füster
:b in tbermometriichen Beebachtun⸗
saörenbeitz 4) (Diunf): a) die 4. bia-
pure cd. Die 6. diatoniſch⸗chrema⸗
I abkrerirt f. = furte ıflarlı; 5)
Recepien fon. mw. fiat, d. b. man bee
1,52. f. pulv., aan bereite jie ala
Fi: flores, Blütben; 7) Cbem.),
erite Zeichen für Ameiicniäure.
„In. Zeimifatien.
Te. äebergh, Kirchipiel in ber Vogtei
mMessihen Amtes CEhriſtian; beftcht
Gemeintden %. u. Zt Yillebanimer;
t2- 60006 Em., melde Waltarbeit,
vderei treiben.
Sea Intel Künen im Amte Svendborg,
am'sen Bucht, vor der naben Meinten
: Gerberei, Hafen, Getreidebandel,
greftentheils mit eigenen Schiffen;
UT, Faban.
Sırtgenfiein), Intel zur Gruppe
Juſeln ed. Pauuotuarchipel (jüdöſt⸗
ia) gehörig.
Faba fat), Vohne, Gotanifh als Art nuter
Vicia; Fabae albae, in ber Pharınacie die Samen
ven P’haseolus vulgaris u. Ph. nanus (f. b.).
Faba bengalensin, Galläpfel auf den Blättern won
Terminalia Chebula, f. d.; F. Cacao. ſ. Cacao.
Faba de Tonka (Tontabebne, Tonkobohned,
der Zunte ton Pipteryx odorata, dient zum
PBarfilmiren des Echnupttabafs. Faha Ignatli (F.
india. F. febrifuga, Iguatiuebeobne), vie fehr
bitteren Zamen ven Strielinos Ignatii =. Ignatıa
amsra, ven ben Philippinen, in ber Wirkung ben
Kräbenaugen ähnlich. Faba Inversa, Erbrechen er»
regente Früchte von Anıpyris foetida, aus Der
Familie der Papilionacene-P’udalyriese. Faba
Libidin), Schoten von Caesalpinia Coriaria (f. b.),
ter Familie ter Papilionacene- Caesalpinieae
angeborente ‘Eflanze; dient zum Färben. Faba
marina, Früchte ven Entada Gigralobium. aus
der Famile Der Mimoseae; die Hülſen find 5—7
Zoll breit, daber Kiefenbüllen genannt: fie find
arıneifräftig. Faba Picburlm (Piiburimbebie),
tie von Nectandra Puchury major u. minor aus
der Familie der Laurineen.
Fabaceas, in Reicheubachſchen Zufleme zweite
Gruppe Der Yeygumineien mit Den Unterabtheilun⸗
gen Vicrene, P’haseoleae u. (rlseinene.
wabägo (F. Zrdeb., Robneulaperi, if Zy-
rophyllum Z., Pflanzeugattung aud ber Familie
ber Zugepbylleen; Art: F. majur D. Don in Cy-
rien, Taurien n. Norbafrita.
abaria (a. Geogr.', ſo v. w. Yurchania.
abätuß, Yucins Rodcins Fab., ans Lanuvinm.
55 v. Chr. Caſars GCuäfter im Trausalpiniſchen
Gallien, ſpäter deſien Legat im Kriege gegen Am⸗
bierix. Auch im Bürgerlriege mar F. dem Cäſar
treu.
wabbrica, Marlifleden in ber päpſtlichen Dele⸗
gatien Viterbe; 1400 Ew.
Fabel -v.ları, 1 erdichtete Erzählung, inebeſon⸗
tere der tbatiächliche Pergang, welcher einem epi⸗
beit ed. dramatiſchen Ecdichte zu Grunde liegt u.
tr. Febergi, Stadt auf der Sürweſt⸗
aleichijam Das Skeleit deſielben budet, im Gegenſath
sur Ausiührung u. Charalteriſuuk der Einzelhei-
ven. In direm Simue ipricht man von Der Fabel
eined Reinzus, eines Drama sc. ſelbſi Dann, wenn
das rehe Mutertal an Thatſachen nicht vem Tich-
ter ſelbſt erfunden, ſeudern durch Die Sage od Ge—⸗
ſchichte gegeben ed. dem wirklichen Leben entnem⸗
men iſt; 2) (bei Ten Griechen Apoleges ed Vuo-
thee, nach jenem, jangeblichen) Erfuuter Aſopes
auch vorzugameije Aſopiſche 5 genannt) Erzübe
%
52 Fabellehre
Inng von einem beſonderen, als wirklich dargeſtell⸗
ten Fall, worin eine Regel ber Lebensmeisheit od.
ein allgemeiner Erfahrungsfa fo anſchaulich ge-
macht werben foll, Da man von der Gültigkeit
defiefben überzeugt wird. Die Hanbelnben find
vorzugsweiſe Thiere, ſeltner Pflanzen, auch können
allegoriiche Perfonen dazu genommen u. auch Dien-
fen mit bandelnd eingeflihrt werden. Individuen
aus ber vernunftlofen Natur wählt der Fabeldichter
bef. deshalb, weil jene einen beſtimmten Charafter
u. Inftinct baben, mesbalb theils alle weitere Cha⸗
ralterifirung der Handelnden unnöthig ift, theils
dadurch in die Handlungen u. Ereigniffe das An⸗
fehen einer Nothwendigkeit gelegt wird. Der aus⸗
drückliche Zufat ber in der %. entbaltenen Lehre
kann vor od. nach der F. ſelbſt fteben u. heißt in
erfierem Fall Promythion, in letterem Gpi-
mythion. Doc ift dieſer Zufa nicht nöthig, ba,
wenn bie handelnden Inbivibuen treffend gemählt
u. nad ihrem Charalter n. Inftinet richtig handelnd
Dargeftellt werten, bie Lehre ſich von jelbft ergibt;
wenigftens in den griechifchen Fen des AÄſopos find
die Epimythien erſt von Dar. Planudes in fpäterer
eit Augelett. Je nachdem man in ber $. die Er»
lung od. die Belehrung als Hauptmoment be>
trachtet, gehört fie zur epiſchen od. didaktiſchen
Poeſie. Der Form nad kann fie in gebundener
od. ungebunbener Rebe, monologifch od. dialogiſch
fein. Der Bortrag in ber F. muß, ber Beftim-
mung berfeiben zufolge, kurz, Mar u. einfach fein.
Die Entftehung ber F. gehört Dem Orient an, u. bie
älteften Fen find in ber indiſchen Fabelfammlung
An lgatantre , für deren Urheber ter Brahmine
iſchnu⸗Sarma gilt u. bie ſich als F-n tes Bidpai
(}. d) erhalten haben. Unter ben arabiſchen Dich⸗
tern leiftete Lolman in ber %. das Vorzüglichſte.
er belanntefte Wabelbichter ter Griechen mar
ſopos (. d.), deſſen Fen das Mufterbild dieſer Dich⸗
tungsart für ſpätere Zeiten wurden. Der frucht⸗
barſie ſeiner Nachahmer unter den Römern war
Phädrus. Als der älteſte deutſche Fabeldichter er⸗
ſcheint ter Stricker in der Mitte bes 13. Jabrh.; nach
ihm kamen Boner zu Anfang bes 14. Jahrh. u.
Burkard Waldis im 16. Sabrb.: im 17. Jahrh.
machte fih Gay in England u. Lafontaine in Frank⸗
reich durch ihre Fen einen Namen. Von ihrer Nai-
vität büßte Die Kabel in Deutſchland manches ein u.
näherte fich dafür der cpigrammatifhen Schärfe u.
fatyriihen Beziebung durch Gellert, Gleim, Licht»
wer, Pieffel u. vor Allen Durch Leſſing, welcher das
Weſen ber F. zuerfi in einer Abhantlung wiſſen⸗
fhaftlih begründete. In neuerer Zeit ift dies Ge⸗
biet der lyriſch⸗didaktiſchen Poeſie nur noch wenig,
am erfelgreichften aber ven dem Echweizer A. €
Fröhlich angebaut.
abellebre, fo v. w Mytbologie.
aber (lat.), jeder Handwerker, welcher in harten
Materialien arbeitete, 3. B. in Holz ıF. lignarlus),
in Sifen «F. ferrarius), in Gold «F. aurarlus) xc.
Faber (lateiniſche Übertragung tes Namens
Schmied), 1) Nicolaus, lebte im 14. Jabrb. u.
war der Grbauer ber berübmten Orgel in Halber⸗
fait 2) Jakeb F. Stapulenſis (eigentlich
acques le Fevre d'Eſtaplee), geb. 1440 in
Eſtaples bei Amiens; wurde 1523 Großvicar beim
Biſchof zu Micaur: wegen freier Denkungsart ent⸗
laſſen, begab er ſich zu Margaretha von Navarra,
wo er 1537 fl. Er ſchr. bei. Commentate u. Para⸗
bis daber
phraſen zu ariſtoteliſchen Schriften, ——
1540 f., ol., überſetzte auch Bücher bei
8) Felix, geb. 1441 ob. 1442 in Zürich, fa!
u den Dominilanern in Baſel u. trat [pl
elbſt in ben Orben ein; 1477 ob. 78 wi
Hauptprebiger im Dominifanerklofter in Ulm
ter Lefemeifter daſelbſt; er bereifte zweimal
u. 1483) PBaläftina u. fl. 1502 in Ulm; e
Eigentlihe Beichreibung der Hin» ı. Wick
zu bem beiligen Lande 2c., 1556; Histora
vorum (zuerft in Golbafl8 Samntlung, Frl
Über ihn fchrieb Häberlin, Gött. 1742. 4)
aus, mit dem Beinamen Wolzanue,ge
[heinlich in Boten, mar autor des bairi\e
3038 Artoviftus u. gebört durch fein mit -
tinus berausgegebenes Wert: Rudimen
cae, Augsb. 1515, zu ben Förderern der “
5) Sobann, war erft Bicar des Bisıhzı
ftany zu Anfang der Reformation, wurde &
pretiger des Königs Ferdinand u. zulet
von Wien u. ft. un 1540; er war beftigez
ber Proteftanten u. arbeitete mit au der
legung der Augsburger Confeifion. 6) 3
geb. 1520 in Eorau; war Rector in Ne
u. 1570 an ben Auguftinercollegium in E
er 1589 (1576) fl. Er war mit Begrü
Magbeburger Centurien, gab bie Saxonia-
Kranz beutih heraus u. fchr.: Thhesaurn .
tionis scholasticae, Fp3. 1571, oft aufgel
Buchner, Lpz. 1688, 1673, Kellarius, eb
1696, Grävius, ebd. 1710, A. Stübel, ebl
M. Geßner, ebd. 1728, 1735, u. am beften
9. Leich, Lpz. 1749, Fol., in 2 Bon. 7)
(Pierre du Four), geb. 1540 in San;
Toulouſe, war daſelbſt Rath u. Parlame
glied u. fl. 1600; er fehr.: Agonisticon
re athletica ludisque veterum gymniei
sicis atque circensibus etc., Luon 1592,
1595. 8) Antoniu8, fo v. w. Fanre 2).
bann, geb. 1566 in Rodach, fiubirte in er
logie, wurde 1591 Rector in Schleufingen
Superintendent zu Eisfeld in Frauken, wo
ftarb; er gab heraus: Melanchtbons Gr,
mit Anmertungen; Avenar® Synopsis gı
ticae hebraeae u. ſchr.: Hiftorie ker I
Bibel; Lexicon graeco-bibliecum (unvo
ein Paffionsbichlein u. a. afcetiihe €
10) Heinrich, geb. zu Lichtenfels in Fran
1533— 47 Rector der Schule im Stift zu
burg u. fl. 15715 er fhr.: Compendiolı
sicae pro incipientibus, Braunſchw. 15-
Introductio ad musicam practicam, &
u.d. 11) Zanagnil, foo. w. Lefebre (Te
12) Johann Gottlieb, geb. 1737 in<
ſtudirte feit 1733 in Tübingen Tbeologie
1744 Bicar in Stuttgart, 1748 Profeſſor
idichte u. Beredtſamkeit an ber Univerſitä
gen, 1750 Brofefier der Moral u. 1755 '
ter Theologie u. Stadtpfurver daſelbſt: 171
er Confiftorialrath u. Abezu Alpirsach, 177
vretiger in Stuttgart u. 1773 Oberbo⸗
Seneralfuperintendent u. Mitglied der
fleätsrifitationsdeputatten n. fl. 1779 in
gen; er jr. u. a.: Theologiae dog
loci V priores, Stuttg. 1780. 18) :
Heinrich, geb. 1722 ın Zrrasburg; m
feſſor der Kechte u. der Schöuen Yite
Mainz, fpäter Secretär bes kaiferlichen
Fabert bis Wahre
ı ven Reiperg, im Frankfurt a. DM. u.
: Ram obne Amt; er fhr.: Anfang
Chönen Wiſſenſchaften, Mainz 1767;
mpen: Binterabente, Kranff. 1781-85,
baſtian: Tag: ber 20. Ian. ; Daher der Kalenbertag
ehr. 1792, 2 Tble. u. überfegte mebrere -
t Dtamen a a. m. 16) Icbann Karl
»b, geb. 1720 zu Sachſenberg im Wal⸗
hen. har 1792 als Pfarrer zu Berndorf
‚ergab beraus: Sammlung qeifl-
Ba, Rate. 1775. 13) Johann Karl
an, ah. Nau m Weimar, farb 1799 als
1 im Gemnenberg: er ſchr.: Hiſtoriſch⸗ topo⸗
ſaũce Nachrichten zur ſächfiſchen Ge⸗
Hide. 1793: Rachrichten von tem ehema⸗
Mercienier- Homnenklofter Sonnenſeld, ebd.
1) Jebaun Erneiſt, geb. 1746 zu Sim⸗
we ia ddoarabauſen, mibmete ſich in Göt⸗
den Gutum ter Crientaliichen Sprachen,
710 Sacher berfelben in Kiel n. fam 1772
ger neh na, wo er 1744 ftarb. Er ſchr. u. a:
Sharan zo Srlänrerung des Talmutiichen u.
wat, Gr iiiu; Historia mannae inter
maos, Bel jiin!.: Archänlegie der Hebräer,
M Hale 1173: Irabiſche Grammatıt, Nena
; Chrenonuskia Arabica, ebd. 1773; Reue
achähche 1. u. 2. Stilck, Yp;. 1774:
über den Trient (aus engliichen
eiheeituugen überfeßgt), 1. Tb. Hamıb. 1772.
besot von J., geb. 1765 in Riga, wurde
uſdiad cmegen u. ging mach Vollendung
xcti nach Frantreich. Vo er den Revolu⸗
wg EERT Lijadette mitmachte u. 1793 von
gelangen wurbe, aber entflob.
"RR er vroieſſor an der Kriegsſchuie in
kim 1805 in fein Vaterland zuräd u.
= Poastıng im Mimifterium bes Aus-
Range, 1516 wurde er ter ruififchen
Mefkatahir u. 1919 al® Staateratb au
Amer Ionzieh geihidt; er jchr.: Notices
Ciert da la France 1606, Petereb. 1807:
“Fr larmee franc., ebd. 1507, teutic
.1305: Bagatelles, ebd. 1811. Gab auch
ı tem Berbschter im Roerdepartement u.
a Conervateor impartiale berauß.
&, Uratem von F., Eobn eines Buch⸗
9%. 1599 in Re, wo er mıt dem Herzog
RER Megen wurde. Ms Militär zeigte
2 felnäyn Aurwige XIV. viel Tapierleit
2 1654 Gieney ıc., 165% wurde er Mar⸗
R 1662 ad Gounerneur in Sedan. Ibm
a Rey ein Eranbbilb errichtet. Gr ſchr.
tdes ducs de Bourgogne.
n lu. Fabius
a d pingiariis lis (nngemwiß, von wel⸗
u, migen 153 0. Ebr.), fette Strafe
ee, Welche Kinder, Ehlaven, Freigelaßne
ed, verheimlichten. Bgl. Deyliug,
gen Fab. le plag., v
a, nimiicher VBorname, vom laternifchen
L
e F. Ret P.), Pflamengattung, ge
cf Debienup, Erzbiſchof von Valencia, aus
le fer Soianacene-Nicotianene, 5 El.
-£; Ren: F. imbrieata, Strauch in
Aanugınuea, in @bili. n. m. a.
Mi luperei (rönı. Kırt.), f. m. Junperci.
hbiänug, ein Römer; war 236251
Res Däriyrer (f. u. Yäpfe) nit St. Se⸗
Babian - Gebaftien.
Fabinds. Die Fabla gens war ein berſthmtes
rõmiſches, patrictiches Geſchlecht, welches feinen Ur⸗
fprung von einem Eebne des Hercules, Auanters
Gntel, berleitete. Die maflenfäbige Mannichaft
defielben, 300 an ber Zabl, sagen 479 v. Chr.
unter Cäſo Fabius VBibulanıs gegen Die Vejenter
u. fanden, in einen Sinterbalt gelockt, alle den
Heldentod. Die Römer ebrten ibr Antenten da⸗
dur, daß fie das Thor, durch welches fie audge-
sogen waren, Porta scelerata nanıten (f. Rom
(a. Geogr.)). Die Kortpflanzung des Geſchlechts
geſchab durch Duintus F. Vibulauus (f. d)), ber
damals ein Kind war m. ben fyeitiug nicht mit
maden fonıte. Die belannten familien beriefben
find Die Ambufus, Auteo, Dorfo, Gallus,
Yabee, Marimus (beſ. D. Kabius Dlar., Rule
lianus u. Gunctator), Bictor, Nuficns,
Sange, Bibulanus, f. d. a. Wal. Du Wien,
De gente Fabia, Yeyten 1856.
Fabius (ipr. Febbios), 1) Fluß im Staate
Miſiouri (Nordamerika), gebildet aus dem nörd⸗
lichen u. füdlichen F., deren erſter anf der
Nordgrenze des Staates entſpringt u. ſũdeöfſtlich
durch die Arafıchaften Scotland u. —* fließt, der
leytere in der Grafſchaft Schuvler entſpringt, ſich
in ver Grafſchaft Marion mit dem nördlichen
Duellenfluß vereinigt u. bald nach der Vereinigung
ſich in den Mijſifippi ergießt; 2) Städtiſcher Bezirk
mit Poſtamt (l’ost-townahip) in der Grafſchaft
Cuondaga im Staate New⸗-NYork; 2500 Ew.;
3) Städtiſcher Bezirk in der Grafſchaft Marien im
Staate Wiifiouri; 1600 Em.
Fabliau (ipr. Fabliob), eine Art erzäblenber
Gerichte cd. Erzählungen in Profa, wie fie in ber
älteren Franzöſijchen Yiteratur vorfemmen, fo zum
Unterſchied von ben eigentlich Igrifchen, d. b. zum
Geſange geeigneten Gedichten genannt. Der Ute
ſprüngliche Inbalt folder Rabliaug bezog fich auf die
Zagesgefchichte, u. Die Berfafler od. Erzähler derfel-
ben bienen Zableoro (Mehrzabl Bebtisre), wogegen bie
eigentlichen Liederdichter Chanteers genannt wur⸗
den. Zu den er gebören audy bie erdichteten Er⸗
zäblungen größeren (ltomans «d’aventure) u. klei-
nexen Umfangs (Contes). Die Bebandlung dieſer
Erzäblungen ıft eine humoriſtiſche, aneftotenbafte
u. greitt nicht jelten durch Veripottung der ibealen
Richtungen Des Yebens u. der Kunſt in das Gebiet
der Satyre u. Parodie binüber. An ibnen äußert
ſich der gelunde Wienfchermeritand, bie tom Stand⸗
punkt der gemeinen Riltlichleit audgebente realie
tie Betrachiung Des Yebens als Gegenwirkung
gegen Den einſeitigen Idealismus nanieuilich des
Ritterihumsen. der Kirche. Samnilungen von Fer
gaben beraus: Barbazan, Bar. 1756, 3 Bde., ueue
Aufl. vermebrt von Meon, Bar. 1898, 4 Bde.;
Bar. 1923, 2 Bbe. ; Jubinod, Bar. 1830 bie 1843,
2 Pde.
Waböve , Berg bes Ungariſchen Erzgebirges im
Kreiie Gömör Des Verwaltungegebieies Kaichau,
4437 Fuß boch.
Fabrateria (a. Geogr.), Stadt der Volfter in
Latium, am Trerus, 126 v. Chr. römiſche Kolonie;
ı jet Falvaterra.
Wabre, 1) Pierre Jean, geb. zu Ente des
16. Jahrb. zu Gaflelnaubary in vanguedoc, ubiste
in Montpellier Medicin =. wwurbe Uca \o Mm
34
Beaterftabt, wo er um 1650 fi.; er fr. u. a.: Pal- |
ladium spagyricum; Chirargia apaſyriea,
Myrothecıum spagyricum, Alehymista chri-
stianusetc. ; feine Werle gefammelt ald Opera me-
dico-chymica, $rif. 1652, 2 ®be., dentſch Hamb.
1713u.1730. 2) Jean Claude, geb. 1668 in Paris,
wurde Mitglied ber Gongregation des Ordtoriums,
lehrte Theologie u. Philoſophie u. ft. 1753; er Über-
feßte ben Birgil u. Phäbrus u. gab Ovids Meta-
morphofen beraus; er war auch Mitarbeiter an
Nichelets Dictionnaire, was ihm den Ausichluß
aus der Kongregation bie 1715 11308, u. ſchr.:
Continuation de l’histoire ecclés. de Fleury
(1414—1595), Par. 1738, 16 Bde. (ebb. 1777,
13 Bde.), u. m. a. 8) Bierre, geb. 1716 in Ta⸗
rascon u. flarb ale Arzt n. Bbofiofog in Paris ge-
gegen Enbe des 18. Jahrh.; er ſchr. Essai sur les
maladıes veneriennes, Bar. 1758 u. 8. (in ben
folgenden Ausgaben ale: Traité des malad. ve-
ner.); Essai sur divers points de physiologie,
de pathologie et de therapeutique, ebd. 1770;
Recherchessur lanaturedel’homme, ebb. 1776;
Becherches sur differents points de physio-
logie, de pathologie et de therapeutique etc.,
ebd. 1783, 2 Bde.; Essai sur les facultes de
Y’Ame etc., ebb. 1785, 10. Aufl. 1787; Recher-
ches sur les vrais principes de l’art de guérir,
ebb. 1790. 4) Bhilipp Franc. Nazaire 8.
N’&glantine (ſpr. F. —A geb. 1755 in Car⸗
caflonne, trat 1787 als Luſtſpielbichter anf u. brachte
mehrere ſeiner Stücke in Aufnahme. Mit Danton be⸗
freundet, ſchloß er fi) dieſem in feinen politiſchen Ge»
finnungen an u. wurbe 1792, als Danton das Ju⸗
zminiftertum übernahm, deſſen Generalfecretär.
on Paris in ben Konvent gemäblt ſtimmte er für
ben Tod des Königs, ftand aber fpäter im Verbachte,
daß er von Ropaliften beftochen fei, u. gehörte zu
denen, welche Robespierre am 5. April 1794, um
* zu behaupten, aus dem Wege räumten. Von
einen Luftipielen hatten vorzüglich Grigig: Le
convalescent de qualite, feit 1.41, u. Les pro-
cepteuros, feit 1799 aufgeführt; Oeuvres post-
humes et meleea, Yar. 1801, 2 Bbe. 5) Xavier,
geb. 1766 in Deontpellier, widmete ſich ber Malerei
unter Jean Eoufton, trat fpäter in Davids Atelier,
gewann 1787 mit feinem Bilde Tod ber Kinter
des Zedekia dem großen Preis der Alabemie in
Barie, ging barauf nad Rom, 1793 nad) Neapel
a. von bort nach Florenz. Hier trat er in freund
ſchaftliche Beziehungen zu Alfieri u. der Tunftlieben-
den Oräfin Albant, weiche ibn 1824 zum Univerfal-
erben einfetste. Die Kunſtſchätze ver Gräfin ſchenkte
er der Stadt Florenz u. gründete 1826 in Mont-
pellier aus feinen eignen Sammlungen ein Muſenm
u. nebenbei eine Kunſtſchule. Bon feinen bifterifchen
Bildern, welche namentlich durch die Echönbeit des
Colorits u. die breite Ausführung berporfichen,
find die befannteften: Der Tod Adels, Milo von
Kroton (für Lord Briſtol gemalt) u. Philoctet auf
Lemnos (in Louvre). Außerdem malte er auch
Laudſchaften u. vorzügliche Portraits; er fl. 1837
in Montpellier. 6) #8. B’Diiwet (fpr. %. d'Obliweh),
eb. 1769, franzöfifcher Philoſoph, der ſich zum
roficiomne neigte; er fi. 1925 u. ſchr.: Hist.
philos. du genre humain, $ar. 1824, 2 Bde.,
u. gab Die geldenen Sprüde tes Pythagoras
beraus. 7) Diarie Jacques Joſephe Bicto»
fganzöfliher Dichter m. Schriftieller, geb.
Fabre bis Fabri
19. Juli 1785 zu Janjac im Departem
erhielt feine Jugendbildung in Lyon u.
nad Paris, wo er feine literariſche TE
gann u. 1811 von ber Akademie mit ei
gelrönt wurde; 1810 u. 1822 bielt er
Vorlefungen im Athenee, fliftete 182
bune des departements u. fl. 29. Me
fhr.: Opuscules en vers et en p:
1506; Discours en vers sur les voy
1807; Tableau litt&raire de la Fra
siecle, ebb. 1810; Les principes de
civile (unvollenbet) ; Gefammtausgabe |
von Sabatier ald Deuvres de Victori
1844 u. 45; er redigirte auch zulett !
thequefrancaise.8) JeanRaymoni
Bruder bes Bor., geb. 24. Juni 1792
rb 1839 in Paris; er ſchr. das Gedid
6&donie, ou la guerre nationale, '
Histoiro du siege de Missolonghi,
La revolution de 1830 et le verit:
republicain, ebb. 1833, 2 Bbe. ; u. war
Bruder Mitarbeiter an ber Zeitichrift I.
u. zulegt Redacteur ber Tribune de:
ments.
bretti, Rafael, geb. 1618 in Ui
Schatmeifter bes Päpflichen Stuhle, Das
lang Rechtsanwalt ber päpftlichen Geſa
Madrid, nah feiner Rückkehr Secret;
bers VIII. u. Auficher ber Archive ber (
u. ft. 1700 ig Rom. Er lieferte gute Us
über bie Tabula ilica u. a. Antigmitä
De aquis et aquaeductibus veteri
Rom 1680 (2. Ausg. 1788); De colu
jani, eb. 1683 (1790), %o1.; Inscriptior
etc. explicatio, ebd. 1699, 2. ug.
Fol. Dit Jacob Gronov führte er ein
Fehde über die Erllärung einzelner €
Livius.
Fabrezan, Dlarktfleden am Orbieu,
diſſement Narbonne des franzöſiſchen De
Aude; Weinbau; 1300 Ew.
Fabri, 1) Dionyſins, ein geborne:
lebte im Amfange des 16. Jahrh. u. iſt
Rechtsgelehrte Livlande. Cr ihr.: De
Sıichtischen Rechte, ym Sticht v
geheten dat Ridderrecht, 1537; E
Procuratorum Proces und Rechtes o
rechter arth und Wise der Ridder
Lifflande ete., 1539. Beibe mit Gloſſ
gegeben von Olriche, Brem. 1773. 2) €
war 1599 — 1601 Kapellmeifter im 2
1603— 1607 an der St. Sohannistirche i
ipäter Muſildirector an der franzöſiſchen
fiche des S. Luigi in Rom; er ſchr.:
sacra iuxia duodecim modorum se!
cinnata, nachgedruckt Yilmmb. 1607.
fano, jüngerer Bruder bes Vor., geb. 16
Mäſtro an der Kirche di &. Luigi, 1697 ;
ria Maggiore n. fl. 1658; er compenirte
Rom 1650, u. Pſalmen, ebb. 1660. 4)
Ernf Shreg, geb. 1755 in Ols, w
Profeſſor der Statiſtik m. Geograpbie in |
Profefior ber Bhilofopbie in Erlangen u
er fchr.: Elementargeograpbie, Halle 1
4Bte, 3. Aufl. 1784 - 1803; Haudbuch
ſten Geographie für Alademien u. Gymu
1784, 2 Abth. 10. Ausg., ebd. 1819, 21
riß ber Geographie für Schulen, ebb. |
Babriane bis Fabricius
SIT, Encoflopäbie ber hiflorifchen Haupt⸗
beiten, Eri 1508, u. m. a. pepuläre Echrif-
herdem gab er heraus: Geographiſches Ma⸗
Defiau u! 176385, 4 Bre.; Reues
Welchen Magadin, 1785—57, m. Magazin
Gregrapsie, Rürnk. 1797, 3 Bde.
län, Cut am Giano in der päpſtlichen
Ben Nactrtata; Viſchef, Kathedrale, 18 Klö⸗
ı den Kirchen Ihäne Gemälde u. Bilbhauer-
* te Fabrilen für Papier, Pergament,
*
, 550 Em.
Driäns,, Gmntile ta F., gebt. um 1370 in
ms, fe nen Alegretto ti Nuzio tie Dialerei
baben u. lich fih ſpãäter in Florenz nieder,
in ter Eakriſtei von ©. Zrinita tie An-
der Heiigen drei Könige (jetgt in der Atatemie
ve) male. Dann ging er nach Orvieto,
w teriges Tem mit einem Frescogemalde
4. Zuasfron zu ſchmũden (1425), von bort
Siene, me über tem Haupteingange des
‚zo pablieo me thronente Diatonna ıMa-
ı ve u al fresco malte u. mehrere
neolle Terikiter anfertigte. Außerten war
och a wei adern italieniihen Stätten
vorjeztecſe in Benebiq, wo er unter andern
ir Könige für den Palaſt Zeno
(jett mu Baliner Muſeum) u. für ben
melat iu Initrage des Raihes ein großes
De, fie Erehlacht zwiſchen Friedrich Warba-
r Des Beicuanern (1177) darfiellend, aus⸗
Ben Pa Martin V. nach Rom berufen,
er für denſelben viele Arbeiten, namentlich
leseien in 8. Giovanni aus, welche indeß
sig tete dad Vild im Dogenpalait erhalten
B 1450 in Rom. Als Forderer fünftleriichen
m. meleriiber Technik hat F. für feine Zeit
gleich greße Bedeutung wie Fieſole. Gr
» der erfien, welcher von ter fteifen Dar-
veife Giottos un. feiner Nachfolger abging
dium der Ratur, anatemilcher u. per-
r Berbälmifie feinen Schöpfungen zu
zre u. bie erfien Verſuche in ber Yand-
rei machte.
a {lat.), 1) Werkſtatt u. Gewerb eines
Dfäicinaarmorum, rem. Ant.), Waffen⸗
15 im Morgenländiſchen, 19 im Abend⸗
deiche waren. In jeder wurde eine be⸗
Baflen gemacht, 3. B. in Antiochia,
Nikomedien Harniſche, in Irenopolis
Die Arbeiter in einer F. biegen Fabri-
aven, tie mit ihren Kindern ın ben
ben mußten; auf Dem Arme mwurben
ennen gebrunbmarlt; 8) F. eceleslae,
e einer Kirche, welche zu Reparaturen
s u. kann auch zur Erhallung be6
es beſtimmt waren.
:, 1) F. Gaertn., Pflanzengattung
ttfie ber Myrtaceae-Leptoxpermeae,
on. L.; Arten: F Inevigata, F. ınyr-
1. neuhelläntiibe Sträucher, ®) F.
hört zu I.avandula /.. aus der Fa⸗
ıbiatae-Nepeteae; 3) F. Srop., ifl
» Neck., aus der Familie ter Papi-
Hedvsarene.
en (v. lat.), fertigen, verfertigen, ver
8. Die Fabrlela gens mar ein römiſches
heichlecht, welches aus den Gernicerlant e
flammte; bei. belannt: 1) Gajns F. nsciune,
ging als römiicher Geſandter nach Zarent, um Die
arentiner von dem Kriege gegen Rom abzumahnen.
wurde aber als Cefangener zurüdbebalıen ; er wurde
Dann 282 v. Ebr. Eonful, mo er Lie Ganıniter
bei Thurii ſchlug; machte 250 unter Lävinus dem
Krieg gegen Pyrrbos mit u. aing dann zu Pyrrhoe
un wegen Auswechſelung der Gefangenen zu unter
banteln. Im Jahre 279 kimpfte er wieter
Pyrrhoe, wo Einer von deſſen Yeuten zu ibıu kam
u. ibm verfprad, tür eine guie Velohnung Pyrrhos
zu vergiften, aber %. fchidte den Verräther en
Pyrrbos zurüd u. ließ denjelben vor feı.en einen
veuen warnen. 278 308 er gegen die Völker im
Unteritatien u. wurde 275 Genfer. Gr ftaıh wegen
feiner Uneigenmügigleit unbegütert, weshalb ter
Etaat jeine Tochter aueftattete. 2) l- uintus, 56
v. Chr. Vollstribun, Freund Ciceros u. Deshalb
ven den Clodianern feindlich angegriffen, ja, al® er
für die Zurüdberufung Ciceros einen WBorjchlag
that, vertrieben.
Fabricius, 1) Theodor, geb. 1561 in Anholt
an der Yfiel, lernte ale Schubmacher, gıng dann
auf die Schule nach Köln u. ſiudirie in Wiütenberg
Theclogie unter Yutber, Vlelanchthon u. Bugen⸗
bagen. Als Yurberaner mußte er in Röin, wohin
er fi dann gewenter hatte, barte Nerjelyungen
erleiden u. fliichiete nah Jülich. Bom Yandgrafen
Bbilipp von Heilen, welcher ib in feinen Sch
nahm, erbielt er 1532 a6 Diakonat in Rafl
Einige Jahre darnach wurde er nach Münſier ge-
ſandt, um die aufrübreriihen Wliebertäuier mr
Ruhe zu hringen , Darauf begleitete er den Landgra⸗
fen Philipp ale Feldprediger in ten ——
giſchen Krieg u. auf einer Reife nach Ufter.eich zu
König Ferdinaud, wurde 1536 Pfarrer in Alleuderf
in Heſſen, 1544 Brofeffor ber Hebräiihen Sprache
in Wittenberg, in bemielben Jahre Paſtor an ter
Nicolailirhe in Zerbſt u. 1545 Superintendent
daſelbfi, wo er auch 1570 farb. Er fchr. u. a.:
Institutiones grammaticae in linguam»anctaın,
Köln 1525; Articulı pro evangelica doctrina,
ebd. 1531; Tabulae duae, de nominıbus He-
braeorum una, altern de verbis, Bajel 1545.
2) Otto, geb. zu Anfang des 16. Jahrh. in Huſum,
war lönigiicher Yanbichreiber in Dithmarſen n. feit
1592 Etabtjecretär in Huſum, wo er 1564 flarb.
Außer mehreren lateiniſchen Schriften iſt bei. ſeine
Pauias bemertenswerth. 2) (Georg, eigentlich
Goldſchmied), geb. 1516 in Chemnitz, ft. 1571
in Meißen ala Rector der Fürſtenſchule; er gab
mehrere klaſſiſche Schriftfteller u. eigne Poeſien her⸗
aus u. fhr.: Res Minnicae. Baſel 1569; Suxo-
nia illustrata, Ypj. 16003 Res Germanicae et
Suxoniae memornbiles, ebd. 1609, 4) Krane
ciſscus, geb. um 1524 in Türen, Daher Marco⸗
burannsbeigenanut, im Herzogthum Jülich, wid⸗
mete fich in Paris unter Adiiau. Zurubus u.
Ramus den klaſſiſchen Studien u. wurde 1550
Rector am Gymuanum in Diljjelbori, wo er 1573
ftarb. Er gab heraus zwei Reten tes ryſias (bie
reichenrede u. Decurde Ersthbos en), Kélu 1554,
Antw. 156%: den Oreſiue, 15615 ſchr.: Com⸗
mientare Ju Cicere's Reden pro Iaogarıo (1562),
pro Funtej -, pro Miltene, de prosincnte con-
»ularıbus; zu den Tuscutaniſchen Tu.ittonen
(1569) u. Den Kerrintiben Velen (397222 eine ine
ieinijche Uberſeruug vın Pintarcho Schrijt: De
ronis, Köln 1564 u. 8., zulet von Gronov 1727;
Annotatione: in Terentii comoedias, %p3.1574
u.a. Bol. 3. T. A. Andreä de Franc. Fabricio
Marcodurano, Heitelb. 1763. 5) (8. be Aaus
gendente), Hieronymus, geb. 1537 in Aqua»
pentente, Schüler u. Nachfolger von Faloppia ale
Brofeffor der Chirurgie u. Anatomie in Padua, fl.
dort 1619; er ichr.: Opera chir., Padua 1617,
Fol., u. ö., zuletzt Lyon 1628 (deutſch Nürnberg
1672 u. 1716); Opera anatom. et physiol., Ley-
den 1723, mit Borrede von Albini, auch 1737, Kol.
6) (9. von Dilden, Sildanus), Wilbelm, geb. 1560
in Hilden in der Schweiz, war Stadtarzt in Bern
nn. außgezeichneter Chirurg u. ft. 1634. Seine meiſt
chirurgiſchen Schriften, lateiniih Frankf. 1646,
Deutich, ebd. 1652, von F. A. Waitz, Fleneb. 1780
bis 1753, 3 Thle. 7) David, geb. 1564 in Eſens
in Oftiriesland, widmete jich neben bem Studiuim
der Theologie def. der Altronomie u. Aftrologie,
wurte 1594 Prebiger zu Refterhafe in Oftfriesiand
u. 1603 Pfarrer in Tfteel, wo er 1617 von einem
Bauer aus feiner Gemeinde erichlagen wurde. F.
fand mit Tycho De Brabe u. Kepler in Berbindbung
u. bat fih Durch Beobadhtungen des Sternenhim-
meis einen Namen erworben. Er ſchr. u. a.: Epi-
stolae ad Keplerum (hantichriftlich in ber Laijer-
lich ruſſiſchen Bibliothel in Et. Petersburg); Ca-
lendarium historicum (1555 — 1613), hand⸗
fchriftlich in der landſchaftlichen Bibliothek in Aurich.
8) Jacob, geb. 1577 in Roſtochk, ſtudirte Diedicin
u. Mathematik, in melcher letzteren Wiſſeuſchaſt er
Tycho Brahe zum Yehrer batie, wurde berzoglich
medlenburgiicher Yeibarzt, fpäter Brojeljor ber ‘Dies
dicin u. Mathematik in Roftod u. ft. 1652 als Leib⸗
arzt König Friedrichs III.; er ihr. u. a.: Urosco-
ia s. de urinis tractatus, Roftod 1605. 9) Jo-
ann, geb. 1608 in Danzig, jtutirte in Roftod,
Leipzig, Wittenberg, Künigeberg, bef. in Leyden un⸗
ter Golius Morgenländiſche Sprachen, lehrte die»
jeiben jeit 1635 in Roftod, war dann lange Zeit
auf Reifen in England, Dänemark, Schweden,
Sranlreich ꝛc., wurde 1642 Brebiger in Roftod u.
1650 Profefior der Theologie u. der Hebräijchen
Sprache bajelbfi u. ft. 1653; er fchr. u. a.: Speci-
men arabicum, Roſtock 1638; Mahomedis testa-
mentum sive pacta cum Christianis in oriente
inite. 10) Bincenz, geb. 1612 in Hamburg,
flubirte in Leyden die Rechte, wurde 1644 Syndi⸗
cu® u. 1666 Bürgermeifter in Danzig u. fl. 1667 in
Warſchau, wo er auf dem Reichstage anweſend war.
Er war Arzt, Jurift, Dichter u. Numismatiler u.
ſcht. Positiones medicae, Considerationes
monetales, Orationes, Poemata, Epistolae,
herausgegeben von feinem Sohne Friedr. F. ale
Vince. Fubricii orationes, epistolse etc., Xp}.
u. Self. 1685. Seine Pocmata, Yeyb. 1632,
2. Aufl. 1638. 11) Johann Lud wig, geb. 1632
in Schaffhaujen, wurde Profefior ter Theologie in
Heidelberg u. ft. 1697 als Kirchenrath ber Kurpfalz.
Er rettete bei der Zerſtörung Heibelbergs Durch Die
Franzoſen die Univerfitätsbibliorhet. Seine Opera.
3ür. 1698. 12) Werner, geb. 1633 im Itzehoe,
war Mufitdirector u. Organift in veipzig, wo er
1679 ftarb; ein fehr fruchtbarer Componift; er fchr.
u. a.: Delicine harmonicae, Ypz. 1056; Geiſi⸗
lie Arien zc., ebd. 1662; Manuductio zum Ge⸗
aß, ebd. 1675. 18) Johann, geb. 1634 in
Fabricius
liberis educandis, Antw. 1563; Historia Cice- |
Dobra in ber Arvaer Geipanzickaft, fin
Jena, Tübingen, Wittenberg Theolegie
Rector in Brzezno u. ipäter in Kaſchau.
bamaligen NReligionöftreitigfeiten fpielte
mebr mutbige, als bejonnene Kelle u. 300
Haß ter Zefniten, fpäter ben jeiner Obri
Er verließ Deshalb Kaſchau u. murte 16
fellor, jpäter Rector in Hermannſtadt u.
Gr ſchr. u. a. tbeologiiben Streitſchrijt
thesibus procmialibus controversiarı
Mathiae Sambar. 1669; Adamas c
veritatis. Kronft. 1674x. 14) Kranci
1663 in Amſierdam, widmete fich Dujelb|
1681 in Leyben dem Stupium der The
bei. auch der Morgenländiſcheu Sprachen
1687 Pfarrer in Valzen, 1696 Preriger
ben, 1705 Profeſſor ter Tbeologie an!
verfität bafelbft u. ft. bier 1738. Er fi
sacerdotio Christi juxta ordinem M
dec, Leyd. 1720; De Christologia N
et Abrahamica, ebd. 1727; Fides ch
patriarcharum ac prophet., ebd. 1730:
omnia philol. theol. exegetica, eb. 174
15) Johann Albert, geb. 1668 in Teipsi:
Brofeilor der Beredtianiteit in Hamburg ı
1736. Er ſchr.: Bibliotheca graeca,
Hamb. 1718 -28, 14 Bde. (4. Ausgabe no:
ebd. 1790— 1509, 12 Bte., Index dazu, Ip
Bibliotheca latina, ebb. 1697 (5. Aufl. el
3 Bde., von Erneſti Ypg. 1773, 3 Bode.
mediae et infimae aetatis, Hamb. 1734,
(6. Bd. von Chr. Schöttgen, ebd. 1746, vos
Padua 1754, 6 Bpe.); Bibliographia ant:
Hamb. 1713, mit Zufägen von Shafebaue
Codex apocryphus N.T. (2. Ausg.), Han
3 Bde; Bibl. ecclesiastica, ebd. 1718, f
auch heraus ben Dio Kaifius u. Sertus Er
16) Johann Andreas, geb. 1696 in D
bei Diagdeburg, wurde 1716 Privatdocent
loſophie in Yeıpzig, dann in Jena, mo er
Deutihe Geſellſchaft gründete, ging 17
Braunſchweig, wo er Brofefjor am Caro!
Rectoram Katharineum wurde, u.ft. 1769 al
am Syumnaflum in Nordhauſen. Er ſchr.: Aı
zur theoretiſchen Philoſophie, Wolfenb. 17;
geln der geiftlihen Beredſamleit, Lpz. 17-
tiſche Bibliothet, ebd. 1745—59, 4 Bbe.; At
allgemeinen Siftorie der Gelehrjanileit, 17
3 Bde.; Conspectus theologiac theti
lemico-moralis, Sranlenhauj. 1766. 1
lipp Konrad, geb. 1714 zu Buubad
Wetterau, er ſtudirte Medicin u. Naturwi
ten, wurde 1738 bei jeinem Bater in But
junct u. 1747 Phyſikus, 1745 Profefjer !
tomie, Phyfiologie u. Pbarniacie in F
u. ftarb daſelbſt 1774. Er ſchr. u. a.: Ides
miae practicae, Wetʒzlar 1741; Primitia
Butisbacensis, ebd. 1743: De anımalı
Weiteraviae indigenis, Heimſ. 1749;
fung mediciniſcher Reſponſorium u. €
berichte, Halle 1772, Enumeratio ne
plantarun horti med. Helmst., Helm
1703 u. 1776 20. 18) Juſt Friedrich Ern
geb. in Diestorf bei Magdeburg, war v
ber Schule in Kloſterbergen, dann Predig
leringereleben u. Morsleben, ſpäter in Neu
eben u. ft. 1784; er ſchr.: Bermiſchte
(größtentheile didattiicher Gattung), Magd
Fabricinsfched Soſtem bis Fabriken u. Mannfacturen
bfe.; Moraliſches Lehrgebicht Über ben
,. 17623, n.c.m. 19) Job. Bottfr.
. 1738 in Jena, ſtudirte daſelbſt feit
Ste u. bakititirte fih 1759 als Docent,
fürſtlich Hobenloheſcher Kegierunge-
Irarh zu Yangenburg, 1766 Syndikns
iniſchen Rirterichaft zu Friedberg, 1778
Baticher Gebeimrath ır. fl. 17995 er
hre Deusiche Erbfelge nach Der Nãbe des
67, el. 20) Jobann Khrifian,
‚enbern, rear Proieſſor ter Cfonomie u.
aſchaften in Kielu.ft. 1908: er ftellte ein
n ter Infecten auf (f. Zabricinaiches
&r.: Geners insectorum, Kiel 1777,
ebt. 1790: Species insect., Ham⸗
2 Pte; Mantissa insect.. Kopen-
‚2 ®tre.; Entomologis systemat.,,
4,41 Dre: Supplementum entomol,,
ema eleutheratorum, Kiel 1401, 2
'brngotorum, Braunſchw. 1903, Svat.
1. ek. 1804, 4 Dre; Sıst. antlia-
1895. 21) Friedrich Daniel, geb.
Gerdien in Der Niederlauſitz, fluktrte
ı leigsig Teeologie, wurde 1797 Prima-
halimyetter in Calau, 1816 Zuperin-
TER u ft. bier 1832. Er fchr.: Reli-
ht far Rinder, %pz. 1792 f., 2 Thle.,
5: Religiendunterridht für Die Jugend,
‚3 2te;, Anleitung zur Vorbereitung
ınden, ebd. 1806; Lefebuch für Land⸗
en 1622, 1627. 22) Karl Aug., geb.
d, Aukirte in Iena u. Goöttingen Theo⸗
1531 Diaconus in Yübed u. fl. 1835:
‘ Eenfirmantenunterricht, , Lüb. 1832;
ir Verbefferung des Kirchengelanges,
Mies Syſtem, nah Iobann Cbriſt.
8.20) genannt. Bor Kabricine mar bie
ser Imiecten faft ausſchließlich auf bie
fe u. tie Flugwerkzeuge gegründet; F.
eſelbe nach ven Freßwerkzeugen ſewebl
az Ordnungen, als in ten Gattungen.
renurgen And: sa) Eleutherata,
icht betedt, Tafter frei (C’oleoptern,
Ulonsta, Unterfiefer von einem
(Selm) betedt ( Orthoptera
—— Unterkiefer an der Bafis
ı mit ber Lippe verwachſen (Neuro-
ügler, mit Ausnahme ter Liibellulae,
1.a.); d3 Piezata, linterliefer ge
oft verlängert (Hlymenoptera, Haut»
Odonata, Unterliefer gehörnt, ge-
‘er (Libellulae, Waſſerjungfern); ſ)
,„ Unterfiefer gehörnt, gewölbt, chne
iopoda); 8) Ör onata, Unterliefer
einem Hafen verſehen (Lungenarachni⸗
‚lygonata, mebrere Unterfiefer, in
egen, meift 6 Tafter (Crustaren iso-
nphiopoda);, D Kleistognata,
ertiefer, im Innern ber vippe u. ben
gend (Crustacea decapoda bra-
sicgwänze); k) Exochnata, meh»
Ir, im Innern der Yippe, von deu
dt (Crustacea decapıoda macroura,
e); D Glosssta, im Munde eine
3 aufrolibare Sung zwiſchen aufgerich⸗
ı (Lepidopters, Schmetterlinge); m)
a, Mand ein Schnabel mit einer ge»
57
gliederten Scheibe (Hlemiptera, Halbdecker, =.
Siphonoptera Zatr.); a) Antlinta. Mund eis
Sangräflel ebne Gelenke (ftachellofe Diptern x.
Luftröhrenarachniten). Obgleich tie Namen des $.
S., da es bei dieſer künſtlichen Eintheilung oft na»
türlihe Gruppen trennt u. fie meit von einander
ſtellt, auch Pie Kennzeichen oft mebreren Ortnun-
gen zulommen, cd. diefelben fich nur bei einer Gat⸗
tung finden, dem Linneſchen baib wieder wichen: fo
bat Fabricius doch große Verdienfte um bie Ente»
melogie, ba er zuerft ie Freßzwerkzeuge als Klaſſi⸗
ficarionsmittel angemenbet u. in dieſen in Verbin⸗
bung mit den andern Urganen eine feſte Grundlage
geliefert bat.
Fabriczy, Samuel, ungariſcher Rechtagelebrter,
geb. 1792, war vormals Ratb fiir das evangeliſche
Kirchert- u. Schulweſen unter tem Euftwaminifter
of. Cotvös u. dann Mitglied der ungariſchen Ala-
bemie; er fl. 185% in Peflb ır. fehr.: Kiemente
Juris criminalis, 1819, u. 1818—4S mehrere Ab»
von lungen, meiſt jnridiſchen Inhalte.
Fabrik, 1) ſ. Fabriken; 2) im Mittelalter
ber Ban einer Kirde, f. Fahrica; ſpäter 3) das
ganze Bermägen u. bie Ginkünfte einer Kirche;
daber Rabrifiands, tie in England zum Deflen bes
Kirchenvermẽgens verwalteten liegenben Gründe.
Wabrifant, Yefiner einer Fabrik (1. d.).
abrifät, dae Erzeugniß ver Fabriken. Man mm-
tericheibet eigentlihe (Ganz⸗) Fabrikate,
d. b. ſolche Waaren, melde, aua Robproducten bet-
vorgegangen, unmittelbar ben menfchlichen Kedilrf⸗
niffen bienen; u. Halbfabrikate, Bd. b. ſolche Fre,
welche erfi einer neuen Verarbeitung, Merbintung
u. Formung unterworfen werten müſſen, um ale
Oegenftand tes Detailhantele Tienen an können.
So gebt 3. B. ans ter reben Baummelle das
Baummellengarn ale Halbfabrikat u. aus biefem
bas Baumwollenzeng ale fertiges F. hervor.
Fabrikation, bie Thätigkeit, welche Rohpro⸗
ducte in unſtproducte verwandelt, f.u. Arbeit n) h).
Fabrikationsmaſchinen ( dabrikmaſchinen d,
Maſchinen, welche bie ibnen übertragene Bewegung
direct zur Erreichung eines yerilien mechaniichen
Effecetes wirfſam machen; fie bewirken eine Form⸗
veränderung ber Körper u. treten entweder zur
Verrichtung gemifjer allgemeiner Arbeiten an bie
Stelle ter fonft gebräuchlichen Handwerkezeuge
(Wertzeugemafhinen), wie Hobelmaſchinen,
Drebkänfe, Schneitemafchinen, Fraſsmaſchinen ıc.;
ob. beziweden bie Herftellung eines beftimmten Fa⸗
brikata (5. imengeren Sinne), fe Maſchien zur
Fabritation der Drahtftifte, ber Nägel, Röhren,
Ketten, Stecknadeln, Kieiterbäfchen, ferner bie
Schraubenſchneidemaſchinen, Epinn« u. Webema⸗
fhinen, Münzmaſchinen, Bapierinafchinen ıc.
Fabrifstiondmüngen (Bandelsmünzen),
in Holland Die Münzen, welche auf Veflellung der
Kaufleute auſsgeprägt werden bürfen. .
abrifblei, das mit einem Webrifzeichen bezeich⸗
nete Anbängfel von Blei an einem Zıüd Tu u.
anderen Babritprotucten, welches die Zubril, aus
welcher das Stild kommt, bezeichnet
Yabrifen u. Manufacturen, find Merkftätten
ob. Etabliſſemente, wo Durch mechaniſche Künſte u.
Handwerke tie Naturerzengniſſe für Den menſch⸗
lͤchen Bedarf od. für Yuzus u. Mede im GSreßen
(labritmäpig) verarbeitet werben. Was zundbit den
Unterfchied der Kamen anlangı, fo ift eine Ma⸗
Jabriken u. Manufacturen
uufactur (v. lat.) ein Etabl’ffement, wo folche | u. billigen Transport des Fabrikats nad |
Arbeiten gefertigt werden, beren Herftellung bei.
durch bloße Menſchenhand cd. durch Maſchinen be-
wirkt u. mozu die Stoffe bef. aus dem Pflanzen - u.
Thierreiche genommen werden; Fabriken (v. lat.
FabrYca). Dagegen find Werkfiätten, deren Erzeug-
niffe mit Hülfe des Feuers u. Hammers od. anderer
Hau⸗ u. Schneidewerkzeuge bergeftellt u. wozu bie
Stoffe vornehmlich aus dem Mineralreiche entlehnt
werben. Der gemeine Sprachgebrauch nimmt aber
Fabrik häufig in weiterem Sinne u. begreift darunter
ein Werk od. eine Anftalt, in welcher durch ten
au lommengeint von Arbeitsfräften (geleitet von
enſchen) Der Dienfchen jelbit, der Thiere, des
Waſſers, des Windes od. bes Feuers mit Hülfe
von Geräthen, Werkzeugen u. Arbeitgmafcinen
allerlei nütlihe Dinge gefchaffen werben. Die
gebt unterfcheibet fi) von ber hanbwertsmäßigen
erfftatt Dadurch, daß in erfter eine Arbeitsthei-
lung unter Menſchen u. Maſchinen ftattfintet, daß
mit größeren bewegenden (dynamiſchen) Kräften
gearbeitet wird, daß bie Lieferung nicht in einzelnen
tülden für den unmittelbaren Verbrauch, fondern
m größeren Mengen zum Wiederverlauf in ber
Regel wenigſtens, u. zur Weiterverarbeitung zu
med vollendereren Gebrauchsgegenſtänden geichtebt :
während das Handwerk, als Gegenſatz ter Fabrik,
nur im Kleinen u. Einzelnen arbeitet, alle Stufen
ber Arbeit bis zur Bollentung mit eiguer Hand
durchmacht u. zum größten Theil für den örtlichen
Bedarf berechnet ift, auch im Einzelnen verkauft.
Bom abritverlag untericeitet fih die Fabrik
dadurch, daß erfter feine Waare außer dem Haufe
arbeiten läßt, auch wohl nur laufen, zurichten u.
aufmachen läßt u. in ten Handel bringt, während
die Fabrik, in ſich gegliedert, ihr Fabrilat aus dem
Rohſtoff, meicher auch ſchon Las Fabrikat einer vorar⸗
beitenden Fabrik fein fan, von Stufe zu Stufe in
abgeichlofienen eigenen Gewerberäumen Bis zur
Vollendung bringt. SJabrikanten können eigentlich
aur bie Borfteher u. Beſitzer letzt geſchilderter Ge⸗
werbsauftalten od. eigentlicher 5. genannt werben;
wiewobl man fo auch Hantwerter nennt, welche,
wenn auch nur in engem Raum u. ſelbſt ohne alle
weitere Hülfe die Naturkräfte mit Majchinen unter
ihrer Leitung arbeiten laſſen.
Die Begründung einer Fabrik geſchieht gewöhn⸗
lich durch einen od. mehrere Unternehmer (Capita⸗
liſien u. Sachverſtäudige), zuweilen auch durch die
Unternehmung einer — (Actiengejellicait)
od. aufden Wege der Aſſociation von Arbestern felbft.
Die Fabrikbeſitzer (Fabrikberren) haben es alsdann nur
mit ber Cheraufficht u. Leitung des betrefienten Ge⸗
ſchäfts zu tbun, mit ber Anfchaffung ber bazu nöthi:
gen Materialien n. der Aufieluug u. Befeltung der
abei beichäftigten Arbeiter, ſowie mit dem fauf-
männijchen Zertrieb der probucirten Waaren; wäh⸗
rend bie Herftellung der Fabrikate Sache ber Arbei-
ter ift. Um ein Fabrikge häft in Gang zu jeten u.
ſchwunghaft zu betreiben, iftaußer einen ber Grüße
bes Unternchmens entiprecdbenten Capital eine ge-
naue Sachkeuntniß erforderlich, Damit rer Fabrikherr
fich ein richtiges Urtheil über feine Arkeitır biiden ur.
mögliche Wehlfeilheit ter Waare, bei innerer Güteu.
für bie Erzielung eines billigen Preiſce der Fabri-
Tate find billige Platerialien, ein Ten Verbälimiſſen
angemefjener Lilliger Arkeireicbuin ere für ſchuellen
Bauptfädhlichften Markte geeignete Lage der |
Das Emporkommen des fabrifmäßigen Bi
ift zunächſt der Raturmifienichaft zu danken,
die Geſetze, nach Denen einzelne Naturkräfte u
genau beftimnmite u. deren Anwendung an
der Handarbeit ber Menſchen u. Zuglrait ber
ermöglichte. Die Kraft des Waflers u. Wiml
Ortlichleiten u. Zufälligleiten geknüpft, ge
nur für einen beftimmten Kreis von Ya
einen Erjat der Thier- u. Menſchenarbeit; zu
wichtiger in biefer Beziehung war tie Gail
ber Dampifraft, melche bie Anlage von Mag
nur an das VBorhandenfein von Waſſer dig
eine bebeutend größere u. conflantere weis
Wirkung hervorbrachte. Mittelbar färkii
Erfindung der Dampfmafchine das —*
durch Erleichterung des Transports ber
ducte u. Fabrilate auf Eiſenbahnen u N
ſchiffen n. die dadurch herbeigeführte Verring
ber Frachtkoſten, welche and das Binnenfar
Vorzüge theilhaftig machte, die ebebem nur d
Waſſerſtraßen verjehenen Gegenten zu Gute ll
Den Vortbeil des Fabrilweſens findet m
ber wohlfeileren Herftellung ber Waare m. b
durch bedingten mwoblfeileren Berlaufspreis, ı
fi) ber Natur der Hanbelsverbältniffe gemäß
lirt, ba die F. nicht gegen Concurre |
find, wie e8 die in Zünfte u. Innungen bach
nen Gewerke waren, bevor tie Gemerkefteih
zu Gunſien der Probducenten im Mi
geroorfenen Berlebreichranten beſeitigt. 9
ber Großbantel ſich auch der Yabrifate, Rat
mie ehedem, auf Rohproducte zu befdgränten
mächtigte u. das große Capital vereinigter €
lanten, welche von Banken u. Erebirinflitutem |
ftügt wurden, durch billige Einkäufe bes
ntaterials bie handivertsimäßige Anfertigung
Maaren vollig unprotuctiv machte,
Umſchwung in Güterleben der Völker and ı
UÜbelftände zur folge. Dahin gehört zunäd
Ruin des Meinen Gewerbes, welchen zu hinde
fangs einzelne Staatsregierungen zu Probibitt
regeln gegen das Fabrikweſen griffen. Aber fü
dadurch nur eine Abſperrung ihres Landes geg
Aueland hervor, die werer Die Conjumenten zu
lonnte, fich der künſtlichen Preisfteigerung tı
lande vollig zu unterwerfen, noch dem Dani
förderlih war, meldes an tem Herlomm
lahınte, da eö feinen Zrieb hatte, fich Die Fort
des Auslandes anzueignen. Eine meitere
Diefer Abjperrung war bie Auswanterum
Capitals u. bejäbigter Köpfe nach den FA
wo Capital u. Talent eine den VBerhältniffen
meflene Verwerthung finden konnten, bie ı
ber wirtbjcaftlihe Nüdgang des Staates |
binträngte, das Syſtem zu äubern, Das Heiner
dem großen verzuzieben, dem Fabrikweſen
zu gewäbren, ja deniſelben allen möglichen Ba
zu leiften, damit dad bisber Verfäuimte nad
werde. Ungleich bebenficher ala dae Verfcht
vieler Heinen Gewerbe find bie Üpelftäu
Fabrikweſens, welche aus der Eniſtehung d
We beiterproletariate in greßen u. gewerbreichen
äußerer Schönbeit, erzielen kaun. Hanpebedinguungen
ten bervargegangen find. Armuth u. Elend,
theild durch ein zwiſchen Den Lehn u. dem in
des Verellerungezuwachjes geftieinerten Freil
netbrendigſten Vebensberäiriifje beſteheudee
dabriken u. Manufacturen bie Fabrik⸗ u. Gewerbegerichte
‚ teile durch Die geringe Sorge ber
ter für Wedhlelfälle bes Yebens, Stodun-
beihättes bei Handelskriſen, Bertienf-
N Rranfbeitsfällen u. im Alter bervor-
ird, haben ſchon früb tie Anfmerkfamteit
rungen u. wohltbärigen Geſell ſchaften er-
x teh ein turchgreiientes Gegenmittel
werden iR. Am wirkſalnften zeigten ſich
umgangen, weiche von den Arbeitern ſelbſt
Ka für die Zeiten der Roth geſichert zu
ſe weiſe in England durch Er⸗
list anlammelten ıı. nicht felten mit
Capitalien ſelbſt ein eignes Fabrik⸗
— deten. Dazu kommt, daß in
d Ya Febritherren im Allgemeinen gern
: ‚ weil ber gutbezablte Arbeiter
eilt, jo dei fich dadurch bie Mebrtoften der
os weher ausgleichen; vgl. Arbeiter. Um
Melia des Intandes gegen tie Concurrenz
Rt erkeürgden Auslandes zu ſchützen, war
I 6 Mappe ter Prohibition, des Ein-
That (nf Eafahr) n. bes Schutzzolle fehr
Io Wi nah em Beifpiele Englante, befien
Bmeke of ver Aufhebung der Schut
or entwidelte, das einteitige
bir F as in immer größeren
. Serathen iR (ogi. ).
XC A Gmpocbringung der In-
Munennen bie Privilegien od.
WEgOpetente, welche bem damit *
brecht an ber von ihm gema
— Berbefierung a. das ausichließliche
— anf eine beflimmte Zeit
sen t einen um fo größern Gewinu von
für ‚ worin eine mächtige Anf-
22* Induſtrielle gegeben ift, fortwäh-
em ner 5. Berbeflerungen zn benfen.
—— hierher auch die Prämien,
Güte für ausgezeichnete Leiftungen
*⸗ IR ob. überhaupt für die Ausfuhr
he AR: fahricirter Artitel ausgeſeht
Bogen laffen, daß fie ſich mit der
* Ablaz an ben fremden Märkten
ix Dieſes namentlich von England
Txpfem wurde auch in Frankreich
br olge unter Eolbert angemwentet.
—* eihung von Ehrenzei⸗
rechnen, die entweder bei.
find, u. nicht allein ten
nm Den auch den Arbeitern verlieben
ne; Melgien), od. bie Intuftriellen
— 83 u. Ehrenzeichen für Ci⸗
Frei find von Einfluß auf bie
eĩ ewerbe die Gewerbe⸗ od. In⸗
e! ungen, f.d. Denn felbfi wenn
Ru ellung fi) nur auf bie in-
& uifle Des Inlandes bezieht, bleibt
er uam an fich, ta tem Beſchauer
E
i chtliches u. möglich vollſtändiges
—8 Tiiten u. Leiſtungen des Gewerb⸗
T.Wenden Landes dargeboten wird;
= Rt höhere Wichtigkeit erlangen der⸗
tieerzeugnifien auch Die anderer
chauung bringen, meil fich fo wicht
z, worin die einze!ne Natien fich
ig
nr
X
um zeichnet, u. welche Runftprobucte |
ı Rechte od) wicht. Zunft» u. Gewerbeirrungen, in
Rxgehoren, ſondern zugleich auch in
ngen, wenn fie neben ten ein⸗
Brung auf die gleichartige Induſtrie ber verfehtebe-
nen Kationen eine Bergleichung möglich wird, alfo
bie gradnelle Berfchiebenbeit ber Yeiftungen deutlich
barane wabrgenommen werden kann Desbalb
find auch dergleichen Ausſtellungen in ber neueren
u. neueſten Zeit häufig veranftaltet worten, bis
England 1851 das erſte Beiſpiel einer Meitaus-
ſtellung gab, welches ſpäter in Amerila (1653 bie
1554) u. Krantreid (1655) Nachabmung fand.
In Beziehung auf das Kabritmeien dem Staat
gegenüber lann zunächſt bie frage: ob e6 für
ben Staat (die Regierung) geeignet fei, %. für feine
Rechnung anzulegen u. zu betreiben, gerateju ver⸗
neint werben, menn man von einigen wenigen Fällen
abfieht, 3. ©. bei ber Anlage von Gemebrfabrifen
für den eignen. Bebarf, od. wo «6 bie Natur bes
Babrifzmeiges geflattet, mit ben menigen Daneben
beftebenten Privatfabrilen (mie es 5, B bei den
lähfliben Biaufarbenmerlen der Fall if), im eine
enggeichloffene Handelsgeſellſchaft zu treten. Sonft
aber Habrifunternebmungen für eigne Nechnung
= beginnen, wiberfpricht bem Weiler des Staates.
uch fann der Etaat, wenn er feinen F. fein Mo⸗
nopol verleiht, die Eoncurrenz mit den Privat⸗F.
nicht befteben, ob. ſolche doch nur befiegen, indem
er das wiribfchaftliche Interefie ber Privaten ver-
let. Der Berluf aber, mit dem er arbeitet, fällt
anf tie Narion. Gelb wenn er ein Monopol be-
bauptet, haben größere Berwaltuugstoflen, Mangel
en Geihid in Annäpfung kaufmänniiher Ver⸗
binbungen, der Umfland, daß das eigne Interefle
ber Agenten u. ein jelbRänbiger Unternehmung
von Seite Diefer bei einer Staatoſabrik nicht im
frage lommt, zur folge, daß der Staat in ber
Regel weit ſchlechter Dabei weglommt, 1 wenn er
die Steuerfraft feiner Unterthanen durch Überlaffung
bes betreffenden Subußriegtpeigee an dieſelben er-
böbt. Indeß kann e6 vorlommen, daß der Staat
als induftrieller Unternehmer auferitt, nicht ſowohl
bes Gewinns wegen als au Gnuflen der Geſammi⸗
beit u. zur Förderung gemeinnägiger Imede, wie
dies bei den Poſten, Ciſenbahnen, Telegraphen,
Bergban auf Gold u. Eilber, auch bei einzelnen fei-
ner beionderen Eoncurrenz ansgeleitten Manufactu-
ren, an welche ſich lünſtleriſche Intereflen uüpfen,
1. B. ter Borcellanmanufactur, ber Fall iR.
Babril: u. Gewer erite, die befonderen
Gerichtebeie, welche aus Sachverſtändigen zuſam⸗
mengeſetzt u. dazu beſtimmt find, die Streitigleiten
zu ſchlichten, welche ſich auf die Fabrilinduſtrie m.
gewerblichen Verbältuifie beziehen. Die Idee ſol⸗
cher Gerichte findet vieifach ſchon im Mittel⸗
alter bei der Bildung der Zünfte u. Gilden ver⸗
wirklicht. Faſt alle bedeutenderen Zünfte firebten
darnach, Der Corporation eine mehr od. minder aus-
edehnte Gerichtöbarteit über bie Mitglieder zu ver⸗
haften, io daß Streitigfeiten der Meiſter u. Geſel⸗
len vor ber offenen Zunftlade von den Dritgliebern
bes Gewerkes entſchieden, aud mobi Fehler gegen
zus u. Sitte, Unregeimäßigleiten im Betriebe des
ewerles u. dergl. gerügt u. befiraft wurden. Mit
dem Beriall ter Zünfte feit ben 17. Jahrh. artete
jedoch auch dieſe Gerichtsbarkeit allmäblig aus. Miß⸗
bräuche, welche dabei ſich einſchlichen, beſ. in ben
auierlegten Außen, wurden Veranlaſſung, daß ſelbſt
Reichegriege dagegen erlaſſen wurden, u. einzelne
Teriuetialverordnuugen beſchräukten die frilheren
fo fern fie einen wahren Rechteftreit enthielten, ge-
hörten feitbem regelmäßig vor die gemöhnlichen Ge⸗
richte; die Zunftgerichtsbarteit felbft ſank zu einer
blos dilciplinaren Auffiht über bie Geſellen u.
2ehrlinge u. etwa zu der Befugniß, auf Wege bes
Bergleicyes Irrungen beizulegen, herab; wo aber,
wie 3. B. in Frankreich u. Preußen, Die Zunfiver«
faffung gänzlich aufgehoben u. mit dem Grunbiage
Der Gewerbefreibeit vertaujcht murbe, verſchwand
fie ginte.
ie Fabrikgerichte neuerer Zeit rief zuerft in
granteig ein Gejeh vom 18. März 1806 ins
eben. Man bit jeboch in Frankreich immer dieſe
Gerichte blos auf die eigentliche Fabrikinduſtrie
beichräntt, während man in andern Staaten fie
auch auf tie Gewerbe überhaupt ausgetebnt hat.
Die Mitglieder des -8 werden durch die Wahl
der Genofien beftimmt. Wenn verſchiedene Indus
ftriegmeige demjelben F. unterworfen werben, jo
vereinigen fich Die Genofien jedes einzelnen Indu-
ſtriezweiges fiir ſich u. wählen ihre Nichter allein.
Das Gericht theilt ficb in ein Friedensgericht (Bu-
reau de conciliation) u. ben Gerichtshof (Bu-
renu de justement). Als Sachen, welche vor bie
Entſcheidung ber %. gehören, werben nur ſolche
betrachtet, welche fich in dem Verhaältniſſe von Ar-
beitgebern u. Arbeitnehmern befinten; 3.8. Pro-
ceſſe Über Nichterfüllung von Contracten rüdjicht-
lich der Arbeit, Zeit, bes Preiſes; iiber Beſchädigung
od. Beruntreuung des Stoffes; Über unrechtmaͤßige
Berabfhiebung, VBerlafien der Arbeit, über das Maß
der Beichäftigung des Arbeiters 2c. Neben dieſen
erichtlichen Geſchäften find den Fen aber auch durch
pätere Gefetze u. durch ben Gebrauch mancherlei
Sunctionen mehr abminiftrativer Natur beigelegt
worden. Es ift ihre Aufgabe, in dieſer Beziehung
über die Sicherungsmittel für das Eigenthum ber
auf die verſchiedenen Probucte der Fabrikation ein-
geprägten Zeichen zu machen, die Duittungsbicher
u. die Abrechnungen zwijchen Fabritanten u. Werk⸗
führern, ebenjo bie Werkftätten zu beauffichtigen,
ftariftifche Notizen Über die Zahl der Arbeiter u.
Wertflätten, über die Berbefierungen, teren bie
Fabrikation fähig ift, über die Mittel, fie zu beiten,
kurz über Alles zu fammeln, was die öffentliche
Ordnung u. Die Induſtrie interefjirt. Wei vorlom-
menten geſetzwidrigen Dandlungen haben fie zur
Conftatirung derſelben mitzuwirken, baber den
Zbatbefland von allen das Fabrikweſen angehenden
bertretungen feftzuftellen u. tie Deshalb aufgenont-
menen Protokolle den betreffenden Tribnnalen zu
üderfenten. Eine eigene Strafgerichtsbarkeit ift ih⸗
nen dagegen nur in beſchränktem DWlafe beigelegt.
Ihre Beiugniß geht in diefer Hinſicht nur fo meit,
daß fie Vergeben, welche die Rube u. Ordnung ber
Wertftätte ftören, mit einer Gefängnißſtrafe bis zu
3 Zagen od. einer Gelbfirafe von 15 Franken be-
ftraien können. Das von dem Schrififiibrer unter-
zeichnete Uriheil Des Gerichtes muß won jedem Be»
anıten der Polizei od. ber öffentlichen Macht voll:
firedt werben. Bei Eivilfachen, welche vor bie F.
Tommıen, bat der Verletzte feine Klage miludlich an-
zubringen, worauf Die Vorladung des Beklagten
erfolgt. Vertretung ber “Parteien wird nur bei
Abweſenden u. Kranken geitattet, Atvocaten find
ie u min Die Verhandlung ſelbſt ift öf-
entlich u. mündlich. Sie wird zuerft ver dem Bu-
reau de conciliation geführt, um eine Verſöh⸗
Fabrik⸗ u. Bewerbegerichte
nung n. gütliche Beilegung zu bewirken;
nicht gelungen, ſo kommt die Sache zur rich
Entſcheidung vor das Bureau general. ;
forfhung der Wahrheit der Barteibehaupin
ben dem Schiedégericht bie gewöhnlichen !
mittel des Eivilproceffes offen. Das Urtheil⸗
ber Unterjchrift des Obmannes u. Des Schrif
verfehen u. muß ber unterliegenben Bartei
24 Stunden zugefertigt werden. Gegen
finden 2 Rechtsmittel ftatt, das ber Apt
u. der Oppofition. Die Appellation gebt
Landesgericht des Bezirkes, wenn ein fol
vorhanden ift, an das Civilgericht erſter
Sie findet aber nur bei Streitigleiten über:
Werth Statt u. muß binnen 3 Monateme
fein. Die Oppofition heißt das Rechten
mit die Aufhebung eines Eontumacialedl
fes nahgejudht wird. Sie muß binnen |
eingelegt werben. Es wirb dann ein ande
min, u. zwar von bein Schiebsgerichte ſelb
fett. Läßt ſich bie opponirende Partei al
zweiten Male contumaciren, fo finder eim
DOppofition nit Statt. Nur bie Opp
Suspenfiveffect, nicht die Appellation.
aber Die Sache den Werth von 200 Fr.,
dann von dem fliegenden heile Caution
werben. Die Einrichtung der F. wie fieir
reich beftebt, ift auch in Belgien u. anbern |
wo bie franzöfiiche Geſetzgebung Gingang
den bat, nachgeahmt werben.
Ähnlich eingerichtet find bie durch Bere
vom 9.. Febr. 1949 ın Preußen d
Gewerbegerihte. Dad Gemwerbegeri et
in einen Vergleichsausihuß von 2 Mi,
u. das eigentliche Gericht, welches bie Sa
lich entſcheidet. Die Bildung des Gewerbe—
erfolgt durch die Wahl ber Genoſſen. Di
gieber bes Gewerbegerichtes miljien aber 1
Theile aus ber Klafie der felbftänbigen
werter, der Kabrilinhaber, Factoren, A
od. Verleger u. zum andern Tpeil aus be
der Gehülien, Werkführer n. Fabrikarbe
wählt werden. Ihre Zahl ift nach Dem |
niſſe 5, 9, 13 od. 17. Die Wahl erfe
4 Jahre. Der Vorſitzende wirb von be
gliedern aus der Zabl Der Arbeitgeber anf
gewäblt. Außerdem wählt noch das Gewer
einen Gerichtöfchreiber , welcher Die Actuaz
fung beftanden haben muß, un. einen Gerid
der zugleich die Geſchäfte Des Erecutors
Gerichtsſchreiber u. Gerichtsbote unterli
Beſtätigung der Regierung, von welcher
Beſoldung für beide feſtgeſetzt wird, wäh
Gerichtsmitglieder ihr Amt unentgeltlich ve
Beſoldungen u. Koſten für die laufende E
führung werben aus ben eingehenden Geb:
Strafgeldern, fo weit biefe aber nicht au
follten, durch Beiträge ber Gemerbetreiben
Gerichtsbezirkes gebedt. Die Beſchaffung u
baltung ber nöthigen Geſchäfteräume liegt
meinten ob, für welche Das Gewerbegericht
wird. Das Verfahren ift mündlich u. ö
Als Nechtömittel tritt an Stelle ber fran
Oppofition das der Wiebereinjehung in Di
gen Etand, welches aber ebenfalle bınnen I
gen einzulegen ift u. mit bei Contumacial
uiffen Statt hat. Außerdem kann der Ne
bie Appellation an das Hanbelögericht, or
Fabrikgold tie Fabronia
R, ın das Kreis⸗ ob. Stadigericht er:
@.
en Te Sorte Blattgold (f. d.).
wMetcte Kaffee.
meiäine, |. Kabrilationsmafchine.
Wengen, tie Culturgewächſe, welche ent-
als Bertzeuge gebraucht werten,
cigarren filr einen pfälger Mnafter nech nicht ale
Kraflarer Mißbrauch von F. betrachtet merken
- ann. Überhaupt werden ausläntilche Hanblungs-
der auf Hurben geftreute u. da⸗
bäufer mit dem Antrag auf Beftrafung meift nur
dann gebört, wenn fie nachmeifen, daß ven Seiten
tes Staates, Dem fie angehören, ebenfalls den aus-
‘ Jänbifchen Fabrikanten gleiche Rechtebilife gewährt
WRerial zu verichtetenarsigen Fabrik⸗
wie u tie fich nicht wobl unter andere
Bee bringen laſſen. Es gebören zuten
geriemen, Tichorie, abat, ;
Zeifenfraut,
fe (Rırtentiftel), Weizenflechtſtroh u. Yu:
Irhte ıc.
Mfdalen, Vementarſchulen für ſolche Kin-
“er im frübefen Alter in ten Fabriken
‚DER. innten zumeilen von Fabrikberren
ichen in ten Jabriten gebalten, find aber
ich von geringem Nuten, da tbeils auf den
PR gu wenig Jeit / gewöbnlich höchſtens zwei
tãgi gcadet wird, theils Die Kinder
augena nmätenten Arbeit zu geiſtiger Ve⸗
mg eh veer auigelegt find. In mebreren
I, ME wo Aabrıfen find, ift Bas Fabrik⸗
mie geordnet, daß entweder ein
chahur tae 11. ot. 12.) beſtimmt iſt,
Pe ẽdilerneniſſe vorausgeſetzt werden,
Id i are dabrit aufgencinnien werden
. Lab eine gewiſie Anzabl Stunden ange⸗
fin, wit lange die Fabritarbeit nur dauern
De inder bis zu einem böberen
re, ald dem zewöbnlichen Confirmatiens;
a M6 zum 16.) ncch eine Unterweiſungs⸗
wie kuchen nüffen; cd. daß die F.
werberzejangerer Prüſung der Kreide
anzdegt werten dürjen (wie im Könige
mic
eigen, die Zeichen, welche ein Fabrikant
m gefertigten Waaren beifiigt, um damit
emurel tafir aufzupränen, daß Die
20 ſeiner JIrbrit u. feiner anderen bervor-
eien. Der Gebrauch ber F. verliert ſich
ke Rinelciter; in neuerer Zeit bat man
dung gemacht, daß ihre Form damals
ter Hausmarte 1j. di) in Übereinftiim-
d. Die neuere Inuftrie Rent fie in ber
hen Teiſe Entweder fine ſie an ten
feteft mittelft eines Waarenſtempels sc.
„ed. fie beſiehen auch nur in einem auf:
erudten eb. lithographirten Zettelchen,
mlehtera Falle ſie gewöbrlicher Eti—
‚Mana: werden. Wegen ter Verbreitung
Kate L ber Erbaltung tes zuten Ruies
ker keirefiente Fabrikant weſentlich
wird. Iniotern ein Fabrikant durch eine derartige
binterliftige Benusung feines 5-6 einen nachmweie-
‚ baren Schaten erlitten haben follte, kann auch dieſer
|
|
|
Schaten im Wege des Civilproceſſes mit einer
Actio Jolı eingellagt werben.
Fabris, 1) Domin. Temiotti von Fr. geb.
1724 zu Manſue im Venetianifchen, trat febr jung
in Ratierliche Mriegedienfte u. wurde 1757 Major
bei tem großen Generalſtabe. In ber Echlacht bei
Maren 1759 zeichnete er fih fo au®, daß er ven
Dann auf tem Schlachtfelde zum Oberfilieutenant
beiörbert wurde; 1771 wurde er Generalmajer u.
1755 (Seneralleitjengmeifter Noch in behem Alter
zeg er gegen bie Türken zu Felde n. fl. 1799. Er
mar auch Dichter. 2) Ginſeppe, geb. 1800, bil⸗
Pete Sich unter Canovas Yeitung zum Bildhauer,
mwurte Mitglied der Aladentie Era. Lucia zu Rom
u. Director des Baticand u. Yaterand. Merfe:
Marmordenkmal tes Bapfles Leo XII. in ber Ba-
»ilica vatıcana, Denkmal Palladios zu Vicenza,
Statue des Et. vucas in der Peterefirche zu Rom
u. des St. Petrus in der Kirche ©. Francesco De
Paula zu Neapel, außertem mebrere Gruppen, jo
Beuus u. Amor, Helter u. Andromache.
Fabritiug, 1) 3ch., mittem Beinamen Mon-
tanus, geb. 1526 zu Berken im Elſaß, ſtudirte feit
1545 in Warburg, dann in Wittenberg unter Die-
lanchthen Theelegie, wurde 1547 Pfarrer bei Zü⸗
rich u. 1557 Pretiger in Chur, wo er ben Verſuch
machte, das Hechſtift Chur zu fäcularifiren (vgl. F.
Dever, Mißlungener Verſuch, Day Hochſtift Chur
zu fieularifiren in ben Jahren 1555-61); er ſtarb
1566 u. fchr. u. a. Poemata, Für. 1556. 2) Zub:
wig von F., geb. 1648 im Fert Oranien in
Braſilien, begab ſich im ruſſiſche Kriegodienſte u.
avancirte bis zum Überftlientenant, gerieih aber
mebrere ‘Male in Wefangenfchaft, aus der er zuletzt
1671 in JIopaban vom belländiſchen Geſandten lee⸗
gekauft wurde; er ging 1677 im ſchwediſche Dieuſte
1. wurde 1679 ſchwediſcher Gefandter am ruſſiichen
Hoie; 1687 wurde er in den Adelſtand erbeben;
ana Berfien, wobin er mehrere Handeloreiſen unter⸗
nommen batte, kehrte er 1700 zurück u. ftarb 1729 in
Ztedbolm. Seine Yebenebeichreibung, Stockhh. 1762.
Fabränt, Angele, geb. 1732 in Dlarrati; Stell»
verteter Des Praälaten Bottari in Ront, wurde 1773
Erzieher des Prinzen Des Großberzogs Leopold von
difiet, deß Andere ſich nicht dieſelben F. Flerenz, kebrte ſpäter auf kurze Zeit nach Rom zu⸗
le das Publicum in Den fallten Glau⸗
R, auch ikre Fabrikate fein aus ter
n Keuere Strajgeſetzzebungen (mie
Prenfiüiche Strafgeſebbuch 8. 200, Das
Adſiſde Az, 312, Hannöveriiche Art.
AR Later beftimmt, Daft, mer Der.leichen -
“€. tergieihen zu Täuichunaen ım
raue, auf Antrag Des verleiten
Mentliher Sırasc zu belegen ſei: Dec
AM dem PRerfeggien auch wirklich eigen⸗
Arfteriftiichea fein, wesbalb fingirte
Ei bie bleße Autiegueg ven vendon ed.
rüd u. fl. 1803 nach mebreren Reiſen als Provebi-
tere der Univerſität in Piin; er ichr.: De vita et
rebus gest. Clementis XII, Rem 1760; Vi-
tae Italorum doctrina excellentium, qui se-
enlis XVII et XVIII. floruerunt, $ija u. Yucca
17743 — 1805, 20 Bde: Laurentii Mecdicei vita,
ebd. 1784, 2 Are; Vita Coami Medicei, ebd.
1785 f.,2 Rde.; Vita Leonis X., ebd. 1797: Vita
Fr. l’etrarchae, Parma 1799; Elogi di Dante
Alighieri. ebd. 1806.
Fabronta ıF. Nchm.). Lanbmecotgattung aus
| ker Famitie der Bryaceae; Arten in Italien, ber
Alert, od. die Bezeichnunnz: Havanna⸗Schweiz x.
62.
Fabrot bis Facetten
Fabrot (Aubreti, Babretus), Charles Annibal, | Stier), lernte als Kaufmann, wurbe 1493
geb. 1580 zu Wir in der Provence, Rechtägelebrter
u. Bolnhiftor, ftarb 1659 in Paris u. gab die Baſi⸗
liken, die Inftitutionen Juſtinians, den Kebrenos,
Chaltondylas u. m. a. heraus.
Fabüla (lat.), Fabel, ſ. d. 2). Fabula romanen-
sis, jo dv. w. Roman. Daher Faburift, Fabeldichter ;
dabuloe, fabelhaft; Fabuliren, erdichten, erlügen.
Sabularia (F. Defr., Korallenbohne,
Betref.), Kerallengattung aus der Ordnung Poly-
thalamıa (Schnörfeltorallen), mit fpiraliörmigen
Kammern, alle Umgänge in einer Ebene, der letzte
ganz umfaflend; jeder Umgang befteht aus 2 Hälf-
ten, weiche in ber Richtung der Spiralachje in Längs⸗
röhrchen abgetbeilt find. Art: F. discolithes
Defr.. im Pariſer Groblaft.
Fabularina (F. Ehrend.), Unterabtbeilung
ter Schnörteilorallen, mit büjchelförmig gehäuften
Keinzellen; hierzu die Gattungen: Coscinospira
Ehrend. u. Fubularia Defr.
Fabulinus (Fasülus, rim. Myıb.), Sprachgott;
ihm opferte man, wenn die Kinder zu fprechen be-
gannen.
burg, Stabt, fo v. w. Faaborg.
abvier, Charles Nicolas, geb. 1783 zu Pont
à Mouffon in Lothringen, wurde 1807 mit mehre-
zen andern Offizieren nad) Eonftantinopel gejandt,
um diefe Stadt gegen die Englänber zu vertheibi-
en, begleitete dann den General Gardane als Ge⸗
Fanbter nach Perfien, trat 1809 als Freimilliger in
das von Poniatowsli beiehlipte polnijche Heer u.
nach Napoleons Einzug in Wien, ala Hauptmanı
in bie faiferliche Garde ein, wurde Abjutant Mar⸗
monts, kämpfte in der Schlacht an ter Mostwa,
wurde Escadronchef, Oberft im Generalftabe u.
Reichöbaron, blieb Napoleon aud nach deſſen Rild-
kehr von Ciba treu, kam deshalb nach ber zweiten
Abdankung Napoleons außer Thätigleit, wurde
aber 1817 vom Marſchall Dearmont zur Beilegung
der Unruhen in Lyon zum Chef jeines Generalfta-
bes ernannt u. ſchr.: Lyon en 1817, ‘Bar. 1817.
Bon einer Anklage des Generald Canuel, Die ihm
Schuld gab, in die damalige Militärverſchwörung
verrwidelt zu fein, wurde er von ber Pairokammer
freigeſprochen; bald darauf wurde er in ber Ber-
tontchen Berihmwörungsfache wieder verhaftet, aber
da man ihm nichts zur Laft legen konnte, in
Freiheit gelegt; er verließ fein Baterland u. be-
gab ſich Über England nah Spanien. Bon dort
ging er 1825 nach Griehenlaub, um mit ben
Griechen für ihre Unabhängigkeit zu kämpfen, er
leiftete den Aufftändiichen ausgezeichnete Dienfte,
errichtete Truppen auf europäijche Art, Tocht gegen
Ibrahim Paſcha, unternahm eine Expedition nach
Euböa, mußte aber, in der Citadelle eingeichlojjen,
capituliren. Er fehrte 1928 nach Paris zurück, be=
gleitete 1529 die franzöjifchen, nad) Morea beſtimm⸗
ten Truppen, lehrte wierer heim, nahm an ber
Julirevolution thätigen Antheil, wurde Chef des
Generalfiabs der Nationalgarde, 1539 Divijione-
general, jpäter Bair von Frankreich, 1818 Geſandter
ber Republik in Conftantinopel, 1849 Mitgliet der
Geſetzgebenden Berfammilung, trat im Sontner deſ⸗
felben Jahres auf kurze Zeit in bäniiche Dieufte ur.
ftarb, nachtem er unter ver kaiſerlichen Regierung
zur Reſerve Übergetreten war, am 15. Sept. 1955
(Tablan), Robert, geb. in London (ob.
u. 1502 Lordmayor u. jt. 1512 in Yondon;
Chronicle (bie 1455 reichend), n. Aufl. 1:
Fagade (Iir., ſpr. Faſahd), die Außenie
Bauwerks, daher Vorder⸗ od. Haupt
nad) der Straße zugelehrte, u. Seiten⸗F.
tere F., bie nad bein Hofe, Garten ob. €
bebeutenteren Straße zugelebrte Seite. 2
metriiche Bliederung ber F. burch Unterbri
des Mauerwerls mit Thüren u. Fenſter
vorſpringende Hallen, reitreppen u. ornan
Schmud, ift Sache ber Kuufl u. des Gel
Sp wie die Grundriſſe von Gebäuten eu
mäßige Bertheilung ber Räume verlangen,
jen die Fen den Zweck ber Gebäude dhara
darftellen, welcher in den Verbältniffen, Fe
Verzierungen ſich ausſpricht; wenn daher
lage von Grundriſſen blos techuifche Geſch
nöthig tft, fo erfortert Die Anlage ber Fen
hen Runftfinn u. ein Verſtändniß ber verſt
Bauformen.
Facardind (les quatre, fpr. lä kat
dengs), vier Inſeln, zur Gruppe der Niebri
jein od. Paumotu⸗Archipel (jüdöſtliches Bo
gehörig, won Malaien bewohnt, 1768 entb
Fachini (pr. Fakkini), in Italien Die La
Facciata (ital., ipr. Fatſchata, abgelfür
die Seite in Handelsbüchern.
Faccini (fpr. Fatſchini), Pietro, geb. :
Bologna; Dialer aus der Schule des Iı
racci; fi. 1602. Werle: in der Drespener (
eine Verlobung der heiligen Katharina u.
mit dem Kinde. Auch find einige trefflich
rungen vom ibm befannt, unter andern ber
Franz von Aſſiſi u. der blinde Bettler u
Hunde, beide nah Ann. Caracci.
Faceioläfi (ſpr. Fatſcholati), Jacob, ge
zu Zoreglia bei Badua; war Brofeffor ber‘
gie u. Philoſophie, Präfect des Seninars
tienbirector der Univerfität in Padua, wo
ftard. Mit Korcellini gab er Calepino'
con VII linguarum, Nizolius Lexicon
nianum u. Schrevels griechijches Wörter!
Neuem heraus u. fehr.: Animadversios
in magnum Danetii dietionarium latir
ebd. 1759; mehrere lateinische Reden u. *
bejorgte audy mehrere Ausgaben einzelner
ten des Cicero u. Iſokrates; befonteres A
erwarb er fih aber Durch die Tbeilnahme
von Forcellini (f. d.) beenketen Thesauru
latinıtatıs.
Face (fr., ſpr. Fahs), 1) Geficht; Daher
menn man den vorteren Tbeil Des Gefid
ſieht; 2) bei Seftungswerten u. Schanzen
Feinde zugemandte Seite, im Gegenjag der
mebr |. u. Bollmerf u. Ravelin.
Facklis (F. Cass.), Pflanzengattung
Familie Compositae-AMutisiaceae-Face
Art: F. apieulata, in Südamerila.
Facentchirm (Mititärw.), fo v. w. Cont
Faeces (lat.), 1) Hefe; 2) Botenjat ; 3)
koth, Ereremente, |. d.
Facefjiren (v. lat.), Beſchwerde, Verdr
urſachen
Facetien (v. lat.), kurzweilige witzige
daber Facetiös, witzig, ſcherzhaft.
Facetten iv. fr.), I0, 5:, 6: cd. mebreck
cheu, weiche auf einem Gegenftand, bejomi
Bag bis Fächerſchwanzkrebfe
ten (egl. Tiamant) fich befinten; ba-
m, eimas mit ſolchen lichen verſehen.
eingeichlohener cd. in einem größeren
Kienterter Urt; 2) (Bauf.), ver Raum
wand, welcher von den Säulen, Yüin-
Au u. Rabmen gebiltet wird; bei Fach⸗
en Kicker ausgemauert werben, 3—I
‚ kei Seichen, die ausgeſtakt werten, aber
Hier Raum zmiichen ten Tacbivarren;
3.Banie, aber Der Raum über Der Tenne
Yen m after eingezäunter Naum,
a nxela Fachreuſen ‚xiiche zu fangen; 6)
Bart, unten kegenfärinigee, nur leder zu⸗
s Z:id Filz, Deren 4 gewöhnlich
R Hate gmommen merken. 7) ter Iwi⸗
m zühen den beiten Reiben Der Netten-
weg meiden ker Einſchlag geicheflen wird;
um Rteriäten beißen TC ber», Die untern
fa&;8) Akı.ı, {. I. oculamentum,
1) Vañerb.), ter oberſte Balken
Behrt; 2} q.alegen, Inſtrument ber Hut⸗
yamı Amis ter Wolle.
‚ad. Aaummellenmannfactu-
Garcia de Solle aniledern u. reinigen;
Se ze eine ebenen ch. dünnen Zuäben,
rdex tea xlitenem Rintiaken.
er, 1 daam, Berätb, bei. in beiten Yän«
era, mm tı9 Refickt genen Die Sonne
er, EM ie vuft zuzuweben lesteres
ſegerea Vinteriücher): beſiebt jetzt
6 3-12 tünnen. — 16 Zell langen, at
zer am men Zpıit Prebbaren, an der ent-
'ogizn Zeit mir einem Lem vierten Theil
eher. eiiza mebr betragenden, verichie-
rerza et. Samalten Stück Parier cd. ſeide⸗
tz ẽ berdetien Zräten «Adcerftaben) ven
ueber, Aienzcin en. Schildkret. Die F.
em? ven ter Adgermacern veriertigt, Die
20% ine zün’tige, im Denticbland eine Freie
machten. Tex Gebrauch des ig a dit ichr
Bm and ca u. Arcıla, we man Sich zu⸗
Balmkliner, jeiter Der Brauen- ı1. anderer
tja bediente. In Griechenland u. Rom
Fit, Rh ielbit durch Die F. (Flabellum,
%, Reiritien Küblung zuzuweben ed.
nazuwreben zu laſſen. Mannich—
baren Attildungen von antiken F. auf
Nutelaltet wurde mr Fen durch
3 2 Geid, Elienbein, Papageieniedern
128 setraben, n. ber F. wurde io allge—
Re unentbebrliches Erierderniß eines
xeenen Franenzimmerd wurde. Mit Der
erelatien kam der x. aanz ab, a.
cter Sein iſt er wieder Kubß einesen
rare anaezegenen Frauenzimmere AU
gr ac
> Om Flatichen: 4) 8ot.:, Nile
‚Reihen ker genreinich viti be Biu⸗
—— — — — —— — — —— —— — — — —— — —
enden iit u. am entgegengeieunten
MAR mebrere beſendere Bumen,
Hi die alle mit ehren vän zenavien in
Ten, daner Macherartig Flabe-la-
tmig Flabelliformis:, wie ein
ER m. geipaltet, wie Die Härter ber Fä⸗
IR, jer wm. BRlätter mocn.
STTenpam, geftriter 1714 von veniſe
söl
Schweden, geb. Brinzeffin von Preußen; anfangs
erhielten ibn nur die Hoſdamen, fpäter auch Herren
am Heſe. Die Deviſe: Ian raison fait ma va
leur, Is division me perd, fland auf einem gol⸗
Denen Eile, über welchen eine Königefcone war;
Tas Schild ſelbſt lag auf einem goldenen Antread«
kreuz, Die 4 Epipen beffelben, fomwie ber Fuß eines
ſenkrechten Vallens von Gold ragten Darunter here
vor. Die Zeit, wenn der Orden wieder einging, if
unbelannt.
Fächerdoſe (Actinoptvchus Ehrend,), Infos
fionstbierben aus ter Ordnung Polvgastrica,
Familie Bacillarıa ; Der Panzer beftebt and je 2 au
einer Scheibe verbundenen Zbeilen; im Inneren
firabienförmige Scheidewände. A. senarius
Ehrenb., teil im Pelierichiefer mehrer Gegenden,
lebend in der Nerd⸗ u. Cfilee.
Fächerflũgler Rhipiptera. Strepsitera Air-
. Familie Der Halbdedflügler, von Burmeiſter
jedoch zu den Käfern u. zwar in Die Familie der
Mortdellina gezäblt; 6 süße, 2 große, büntige,
fächerartig andgebrenete Flügel, an dem Bruftfiie
tern 2 flügeldedariige, boruige, vern Ichnedenarig
germundene Köriorchen (wielleicht zum Anbängen
dienlich, fein Zunnuilfiel, dafür 2 linienförmige,
fich freuzende Yırpenlianpen, jede mit einem Taſier
an fer Wurzel: leben zwiichen Ben Dinterleibärine
gen einiger Weipenarren, wo fie fich auch verpup⸗
ven. Gattungen: Yeipenbremig (Xenos
Ituaci). Fuͤhlhörner in ungegliederte Afte geſpal⸗
ten, Hinterleib bernig, Aiter weich, Schmarotzer
aui Weſpenarien; Art: N. Roxir. X. l'eekii
u. a.; Stielange Xtylopæa). die cine Häljte des
letzteren Küblergitetes nit 5 (Wichern, Unterleib
einzgiehbar: Art: St. An-renne,
Fächer Jerüft (Aal. :, em Yehrgeriift mit beweg⸗
lichen Geruͤñrippen.
Fächerhaut (Vet, Endocarpium), die innere
Auslleitung Ber Fruchtböble u. teren Fächer.
Fächerkorall ine (Fiahellarinv, Gattung Der
Röhrenpolvpen Secichrämme, Amorphozoa)
mie deutlichen Gliedern, aber große blattartige
Auäbreitungen bilden, die aus hornigen, mit einer
Nalfbülle überzegenen Fäden befieben, Arten:
Flabellaria «. Lorallina opuntia, F. pavonis
*. Corallina Flabellum.
Ra erofen, fc v. mw. Tirculirefen.
acerpalmen, Palinen mt ſächerigem Laub,
zum Unterſchied von gefiederten, bei. Boarasıus,
mit areſten bantfärntinen ed. lbappenartig geboge⸗
nen, vielſpaltigen, geigiteten, chen abgerundeten,
nach unten ſich allniählig verschm.iiernten Blättern.
Fächerpflanze :Flabellana Sterulſ, Flahel-
liter Bronyn.. Palnmacitesiabeliatos Schloth.,
vorweltliche Pflanzengattung in Zreintebltenlagern,
init geſtielten, fäcberarugen Sätter::; Arten: F
boras-iformis u. a.: 091 Rairmaerten
Fächerſchwainm ıBburta ken. Gattung Der
Zeeichrämme: Stamm bolzig, Arte aitieriermig;
Arten: B. ventilabrum, B. gross u.
Fächerſchwanzkrebſe (Antseini‘. Famitie ber
Krebie; verlange, meiſt walzt, dad Aruſtſchild
mit Tem Kepf verwachſen. Zbwanz laug, auege⸗
ſirectt, Augen aeitelt, 4Füblrer, 9 Kaar Riefernu.
nieferntiie, Atterjäze unter Det Schwanze theim
Weibchen am HPaltenſder ZEN: die Seitenblättchen
des Schwarizes bilden mit dem mittleren einen Fä⸗
tea Kuga Adolj Friedrich ven cher. Galtungen: Myois, DHy IlIoboma (Vlatttrebe,
)
innere Yühler 2borftig, die biden Augen geftielt,
die Schwimmfilße haben feine Scheeren, das zweite
ußpaar bat am britten Gliede eine gegliederte
orfie, Leib blattſörmig, dünn; Art: Gemeiner
Blattlrebe (1. commune); Pasiphaca, Al-
haeus, Penneus (Stachelkrebs), Crangon
Krabbenkrebe), Palaemon (Sägekrebse),
lorcollann (Porcellantrebe), Thalassina,
l'alinurus (Heuſchreckenkrebso), Seillarus,
Astacun; ſtehen bei Cuvier theils unter der Ab⸗
theilung Spaltfüße, theils unter den Salikoken,
theils unter ben Languſten, theils unter den See⸗
heuſchreclen.
Facherſtäbchen (Meridion Ehrend.), Infu-
—ãA— aus ber Ordnung Polygastrica,
amilie Bacillarıa, der Panzer ıft einfach, zwei⸗
od. mehrfchalig u. keilförmig; bei eintretender un⸗
volllommener Gelbfitbeilung bildet cs fpiralför-
mige, ringförmige Bänder. Die lebenten Arten
find ilberall ſebr verbreitet, fofſil ift M. vernale
Jehrenb., bei Berlin, am Euphrat, bei New-Nortic.
Fächerſtamm, eine Form des Spalierdaums.
Um fie zu bilden, zicht man alle aus ter Krone des
kurzen Stammes ausgehenden Zweige wie bie
Speichen eines halben Rades, duldet aber keinen
aus den Mittelpunkte gerate aufgehenden Zweig,
ale Aſte müſſen etwas fchief liegen. Beim erften
Schnitt wirb Das im vorigen Jahre getriebene Edel:
reis 4 2 08 3 Augen verftugt, Damit der Baum
feine Afte nabe bei der Krone ausfreibe. Die Alte
müſſen an Stärke einander leihen, deshalb
Brcipet man die unteren kürzer u. läßt die oberen
ger.
Facherwurm, ſo v. w. Kabella, aus der Ord⸗
nung der Nöhremwilrner.
Fächerzeher Gedo, Ptyodactylus), Bußblät-
ter nur an ande der Jchen breiter, Der untere Theil
facherjörmig zuſammengelegt.
Facheur uir., ſpr Faichöh, verdrießlich, unwil ˖
lin: daber Aacherie Upr. Faſchri), Verdruß, Unwille,
u. Aachiren, erzürnen.
Fachbolz, geſpaltenes Holz von etwa 11 Ellen
Fänge, 2-3 Zeu Dide u. Breite, womit Die Fächer
der inuern Wunde u, Die Decken anageftalt werben.
Auf daſſelde wird dann Der mit Strob vermiſchte
Lebin aufgetragen.
Fachingen mit Rirlenbach. Dori an ter Labn
im naflanıyden Amte Dies, in Ber Näbe Die Schtöf⸗
jet Raldninſtein Sibaumburga: 750 Cw.;
ier eine allaluch tale Mineralquelle, reich an
Kebleniäme, die, erst ſeit 1746 beachtet, in großer
Menge eAadınger Waſſer, jäbrlich uber Auo,uuo
wide‘ versendet a. anf äbnlıde Weiſe wie das
Selierier Raver denugt wird.
Fachr⸗Eddin, Era Sta, üadptiſcher Emir.
wurde der dem Kreuztuae ricdrickd II. 1227 vom
Sultan Kamel von Agrrten ald Getandter zum
Kater zendaufta beiszd ih auch 1228 Ser Liter
dandlungen wesen ei: am Yaaer dee Ratters. Unser
keinen Crerbeisht erederten Daran De Sarazenen
die Aura Wien u De Stadi Tderige. We 1244
Koènig Yudea IN ven went
dere, wurde ver dam ssppiiäch
den yarte az Sure emiamsnisgiräi, DISKRET
eber vadiren. m oMmeN NT LINIE Wut
den NAT SIND. BITTEN NSTNT
rig ec dad Som der NIOHTIENE DAN der
Fächerſtäbchen bis Facius
Badreufe, Art ber Fifchreufe (f. d.).
damit Du ‚dafür etwas) gichit.
chſer, tie von Pflanzen, be. von
zur Bewurzelung in bie Erbe gelegten Zw
Schößlinge, ſ. u. Reinbau.
Fachſyſtem, die Vertheilung ter Sci
verſchiedene Lehrklaſſen nach ben Fortſchri—
den einzelnen Lehrgegenſtänden; während ua
Kiafenlafem bie Schiller nad ihren ort
in allen Fächern in Klaſſen getbeilt werten.
—* t, Fluß, ſo v. w. Fecht.
achwerk, das geſammte Holzwerk im I
ßeren u. inneren Wänden eines Gebäudes,
greihlam Das Skelett deſſelben bilbet. Je 2
rt der Ausfüllung beijelben mit Steinen o:
unterjcheibet man Stein» od. Lehm⸗F.
Fachwiſſenſchaften, Wilfenichaiten , od
die Bildung zu einem bejonberen ach ob.
nothwendig find, im Gegenfaß zu ben allge
Studien od. Riffenichaften, die bei Jedem,
eine höhere gelebrte Bildung Anſpruch mad
ausgejegt werten. Sie heißen auch Beru
Grwerbömijjenichaften, weil baburd ber '
unterbalt gewonnen wird. Der gemähufiche (
gebrauch vebet deshalb von Brobftutien u.
willenjchaften. Zu ben F. gebören: bie Th
Jurisprudenz u. Medicin, während man |
loſophiſchen Wiſſenſchaften nicht Dazu rechn
F. werden auf den Univerſitäten gelehrt,
ten Schulunterricht gegenüber, bei bem |
male Biltung vie Hauptfache ifl, Die materi—
fung, d. h. Die Untermeijung in ben eigentli
zu fördern juchen.
Faciäl (iv. lat.), mas auf bas Gefiät
bat; fo Baciafarterie, Geficht8arterie ac.
Facies, 1) (lat.), bad Geſicht; daher
hippocratica, Der eigentliche Geſichteausdru
benter u. tödtlich Kranker, ſ. Dippolranid
fit. Facles leprösa, cine Ausſatzkrankheit,
Geſicht knellige Auswüchſe made. 2) Fi
Knochen u. andern Körpertbeilen.
Facĩl (. lat. facıle, fr. ſucile [ipr. |
1) leicht: 2) leicht zu bebandeln; 3) eilig
willig; 4) umgänglich: Daber Facilität,
keit, Leut'eligleit; Zacititiren. erleichtern.
Wacilideg, 1632—65 König von Habeſt
Brih.),
Facio ut des .lat.‘, ich tkue, nıade (
Facio ut
ich ibue \ceav., Damit du ‚auch etwas) tbuj
Conutracidiermen Des römiichen Rechts.
Facit v. ler... dae Ergebniß einer Rech
srt erzibretiichhen Dperatien“, fe: Die <
Sr Reft. des Predtet, Der Suotient, Bi
RPrepernenetzablezu drei andern zc.
Faciuo, 1) Bor:belemene, geh. ü
am Öemaeikben, SENTzeis ogictreng ar '
set biste Ns von Neape, I
De rebas gestis ab Alphors> I. Ne.p”
rum rexe, 2. Au. Diziizs 1308: Do be
nuto Ciodiano a... „imo los: De
Inier Gans er Bri:annos Dei —115
SAITUO NT.S LESS US, Nero
By Dias, N IN DR
STEIIT SI LTM an Sunarı, Ralırı
1762 an Brumssen Ders EB Lori
erotrettsn an Qlmamt um oeer 2
TITAN NN Jr a2 rin Er
Vice, RES DIS; der: Woods, App |
Tadel bie Facon
archi operibus excerpta, quae
ine, 1805; Griechiſche Anthelogie,
<ellen zur Geſchichte der Cultur u.
tbums, ebd. 1805; Collectaneen
L römifchen Altertbırmelunte, ebd.
drich Wild., geb. 1764 in Greitz
Metailleur, machte feine erften
eöten als Rupierfiecher, kam 1783
wo er durch Goethe u. die Kunit-
aterung u. Beſchäftigung fand u.
allon, tem Bildniß des Großher⸗
wer, feine Laufbahn ale Medailleur
% Gcethe veranlaßt, widmete er ſich
welunfl. Er erfand eine dauerhafte
xcatnren u. eine vorzügliche Methode
wel zu bärten, um fie verbem Sprin⸗
g' hd wurde großherzoglicher Hofnie-
Ka mit greßer Flamme brennendes
w:o Holsfadelin, aus zufamınen-
Eyisen ven trodenem, barzigem Fich⸗
mem Stab von Birfenbelz, wel⸗
nm homer jaferig geichlagen iſt; b>
kein, zu I mit einander verbundenen
a betebend; das Wachs wird bei
Fa ber Arı mit Colopbonium u.
wie Bechiacdeln,vom Zeiler,
sdehtfedein, beftebenb aus einem
wwurmn Tocht, Der in geſchmelzenes,
Ge. meine Miihung von Colopho⸗
BURN geringes Wachs getaucht wird;
feln, auf gleiche Art veriertigt, nur
Dedtes ein fichtner cd. iöhrner Holz⸗
num Berg ummidelt wird. Wenn
& ebgebranng find, daß man fie micht
end halten dann, jo werten fie in den
Wellziger), ein Holi, oben mit Blech
mit einer Vertieiung, geftedt. —
ven den Alten bei Yeidkenbegäng-
n Tage, gebraucht, ſo wie bei Hoch
Auritut war bie F. beigelegt ber
kpma, Demeter u. Athene. Auch
then ein Ztägiges Fackelſeſt, ven ten
m &-n io genannt; am eriien Lage
fh der Geburt tes Apollon u. ter
Leto; der zmeite war dem Anten-
ut Glykons gemitmet, ter dritte
⁊mãhlung bes Podalirios u. ber
ers. Ein anderes K-iet (Byrion
e zu Arges ter Hypermneſtra zu
mweihe allein unter ben Dansiden
u Lynkeus verichonte, Der Durch das
u. verabredeter Maßen ihr burch
tlommen verkündete. Die Athener
rften der Feuergötter, z. B. Hephä⸗
6x. einen Sadcellauſ (Yampado-
Betrrennen mit brennenten Wachs⸗
ſchallſtab, u. ter Dazu beruienen wi
(wie in Preußen) bei Bermäblungen erhaiten. Das
Ceremoniel dabei iſt dies: Zuerſt Hält unter Vor⸗
tritt Des Obermarſchalls, mit bem großen Mar-
ichen Gehei⸗
men Rätbe n. Staateminifter, welche paarweiſe mit
weißen Wuchsfadeln u. unter entfprechenter Muſik
geben, das neuwermählte Baar einen Umgang
ım Saal, dann tie Braut mit dem Kenig m. den
Prinzen nach ver Reibe unter demſelben Vorgang
einen gleihen Umgang u. zulegt ber Bräutigam
mit ber Königin u. mit den Prinzeflinnen in gfei-
her Weile. Inlett folgt die Austheilung des
Strumpfbandes ter Braut dur bie Oberhof⸗
meifterin. In ber alten chriſtlichen Kirche beuteten
Badelzüge am beiligen Ofterfonnabend an, daß auch
in ber tiefften Trauer Das Yicht der Hoffnung u. be®
Lebens nicht, ganz erleiden fei. In neuerer Zeit
werben Fezüge auch als Feierlichleit zu Chren einer
Perſon od. zum Antenlen an ein wichtiges Ereig⸗
niß aufgeführt. Namentlich iſt ee in Deutfchland
ein ſtudentiſcher Gebrauch, auf dieſe Weife einem
afatemiichen Yehrer eine Ebrenbezeugung zu erwei⸗
fen. Der Facelzug bewegt fid dabei unter Muſik
tur bie Straßen der Etadt nach ber Wohnung
beffen, dem bie Hultigung zugedacht ift, die Fackel⸗
träger machen bier —* u. geben ihrer Abſicht
in Worten u. im Geſange einen Austrud. Die
Ceremonie endigt gemöbnlich mit tem Verbrennen
der Fen auf einem Efientlihen Plage. Als Emblem
ift Lie aufgerichtete F. Zeichen des Yebene, Lie nie⸗
dergeſenkte zeichen des Tores.
adelbeleudtung, Betrachtung von Kunft-
werten beim Scheine von Macheiadeli, ein bei gre⸗
gen Kunſtſammlungen, 3. 8. des Pio⸗Clementini⸗
ihen Muſeum im Batican u. des Sapitelinifchen
in Rom, in neuefler Zeit auch bei ten Antiten im
Louvre vorlommender Gebrauch. Tier Uriprung
dieſes Gebrauchs iſt unbekannt, gber zu Ende Des
17. Jabrb. war er noch ziemlich nen. Die Vor⸗
tbeile tiefer Beichauung find bef. bie, daß jedes
Zrüd einzeln, abgeichloiien von ben iibrigen, be-
trachtet wird: dann Laß in Dem Fackellicht alle
zarten Nilancen der Arbeit deutlicher werten, weil
aller ftörenbe Widerſchein (mie bei glänzen polirten
Statuen) wegiäft, Die Schatten entichiedener wer:
ten u. Die beleuchteten Theile deutlicher bervorire-
ten; endlich Daß ungünſtig aufgeftellte Stüde da⸗
Durch erft im rechten Yichte erichienen.
Fadeldifteln, io v. w. Kactus, bef. die Abthei-
lung Cereun.
Tadelbolz, 1) Fichtenholz; 2) Holz vom
Zchneeballbaum.
deije d, fo v. w. Abendjagd, ſ. n. Treibjagd.
ckel oe (Din.), fo v. w. Cannelloble.
delkraut, ſo v. w. Verbascumthapsiforme.
ckellauf, Fackeltanz u. Fackelzug, |. u.
Fackel.
den Schildern der Wettläufer auf
zT angebracht waren; es fam Darauf
aſchnellſten lief u. feine F. bie ans
hell. In Athen waren 5 eingeführt;
wurde ein ſolcher F⸗lauf zu Pferde
Einũben u. Auffübren dee Felaufe
ia) war eine bedeutende viturgie.
ten nicht jelten mit dackeltänzen ge⸗
waren auch an Sonftantins b. &r.
mern Höfen, bei. im Wittelalter,
ben fich noch bie jet an einigen Höfen
fen. 4. Aufl. VE
Faden (Seew.), die Zwiſchenräume von einer
Spante (1. d.) od. Rippe zur andern. Auf Kriege
fchiffen beträgt dieſer Zwiſchenraum 8 bie 10 Zoll
u. wirt über Wafler ſowohl ale auch untec der
Dafferlinie mit Hölzern ausgerült, die an Stärte
den Epanten gleihlemmen. Auf Kauffabrern find
die F. weiter u. werden, um Auslagen zu Vermei-
ben, mit Holzſpänen od. gar nicht ausgeiiilit,
Fagon ıfr., ipr. Baßong), 1) Art, daher Faren
de parier (ipr. Faßong d’ parleh), Rebensarı, vie
man nicht jo genau genommen haben will, C
i —RX
mente 3.5 2) Form; 3) Bearbeitung; 4) An-
ſtand, Yebeneart; sans facon, ohne Umſftände.
Faconuent (fr., ſpr. Faßonnöhr), Bilder; da⸗
. ‚Rai tb), der viel Umſtände
gegen Hagonnier (ſpr. Fahonnich). ber viel Umſtände (Nerpamerila) am Battentill-River u. !
wacht; Aageaniren, bilden, umgeftalten, formen;
Faronnirt, gemuftert, geblumt; Baconnerie, Einrich-
tung, Formung, Moteln ber Zeuge.
Faqonnudeln, Nudeln, welche Heine Figuren,
ald Qıerne, Herzen, Kreuze u. dgl. bilden.
Faeſet, 11 Memete Fe Deutſch⸗F), Markt⸗
fleden am Bega u. Bezirk im Kreiſe Kraſſo des
Bermaltungegebietes Temesvar (Ungarn); Sitz der
Bezirkobeberden, Poſtamt; 725 Ew.; 2) Olahe %.,
Walachiſch; F.), Diarktfleden ebendaſelbſt, nörd⸗
lich u. nahe bei dem vorigen; 700 Ew.
Farfimile (tat. Fac simile [Mach es ähnlich!),
Die einer Urfchrift treu nachgebilvete Kopie einer al-
ten Handſchrift, ed. den Schriftzügen eines berübm⸗
ten Mannes nachgebildet. Sammlungen von 15-6
gaben. and. W. Derew, Berl. 1836— 35 heraus.
Facta (lat.), Tbatſachen; ſ. Facetum.
Faction G. lat), Partei, bei. eine politiſche
Partei, weiche der beſtebenden Regierung feindlich
geſinut iſt; ſe Factlon des seise (ſpr. Falkfieng de
ſãbed, Bund der Sechzebner, Partei unter Hein⸗
rich III. in Frankreich, ſ. d. Geſch.). Daher Sac-
tionde (Aactionit), Mitglied einer ſolchen Partei;
Aactios meiteriich.
Factiſch m. lat.), thatſächlich, durch Tharjachen
bewieſen.
wactifiv .v. lat.\, wirlend, bervorbringend; da⸗
r titiva, VRerba, welche das Nusfübrenlafien ı aa L
ber Aactitiv, Ser ni N auch mebl in ein beienderes Qu
einer Handlung durch einen Auderen anzeigen.
Factör cigentlich Factor. lat.), 1) der etwas '
nacht, beterat: daber 2) Hilger‘, ſo v. w. Diepo⸗
nent: cd. 3) Vorficher eines Geſchäfte, einer fur
brit ed. ciner mechanichen Werkſiätte: io Auficher
ven Crienburten. Farbenwerden. einer Ruchdrucderei,
Sdriitaießerei nz 4) det Allecuranzen derienige,
weicber ven Sdirreeigeittbümern, Süterverladern.
end. Cempaarien x. Ordre zur Verñicherung Bere
jeiden erdarten bat: 3) EVaeitory. in Velen derzen:ge.
welcdem man geröbilid die Seſergung kerner Se⸗
saure übertrãgt, eine Art Coemnuitener, man en
Nude: 6) Aucteren. in Der Arzidrical gemeunamer
Same dcs Nvliplicantus u. Multipuice:ere, le
der einzelnen Sueder eined Products; 1, Midirin
ĩ deder dab Fir unzane Usher ge—
ri, Pr Y
rest au Denen anc Ihar'ıte Faelae her:
ceitn,
gessnzen it, ch, Wertungen, mean ca Sermszırız.
gen, ſe Auctsren bed Lebens. dic erigesengitigien
Warurfiiite, dure Seren Allnemienwirlen ala Re:
duct Das Leden Derzergeht,
Kucterei. I Dsananierelas an nemlentü:-
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SEIN ter Yorziete an er Eerlüe
— — —— ·—
Faconnenr bis Fabdaſſy
Afrikas, NNW. von Sierra Leone; ı
Niederlaſſung.
Factory Point (pr. Fãltorih Bor
in der Graffchaft Bennington im Sta:
Berment-Eifenbabn; Marmorbrüche.
Bactorypille (ipr. Fältorimill), ı'
ter Grafihaft Tioga im Staate Rew⸗
amerila) am Cavuta⸗Creek in der Nen
Eiſenbabn; 2) Poftort in der Graffcha
im Staate NRew-Nort, große Färberein
3) Peftort in der Grafkhaft Wyomin
Pennſylvanien, an der Yadamanna-Wı
bahn; 4) Poftert in der Grafſchaft S
Staate Michigan am Nottawa⸗Creek.
Fac totum (lat., Mac das Ganze
bei einer Berion Alles in Allem iſt n. !
ſchäiten derſelben vellfemmenes Bertr:
Factum (lat.), Berfall, Tbat, Ib
Yactüra (Bactur, ital. Fattura), bi
welche ein Kaufmann einem andern zug
Wagren zufentet, Damit der Empfänge
gleichen Des Empfangenen mit der ſchr
gabe fi von der Richtigkeit Der Buchun
ders überzeugen tann. Außer ber ipeci
der Waare u. ibres Preijes enthält Die ?
Das Zablungeziel, wenn das Geibä
comptant abgejchletien wurde. Bei T
ſicherungen untericheiter man ten Aaci
von dem verfiberten Wertbe, Da dieſe
mit einem Gewinnzuſchlag von 10 P
nemmen wird. Alle eınlaufenten «er
fert na Eingang in das Ieurnal, au
eingetragen, um ten Verkanierreis be
dem Facturawertb, unter Aurebmuma
rort« u. anderer Rebenkeſten. iu calcul
Racturiren, eine F. über eine Mauren!
fielen.
Faecülae (Stem.\, i. Ssumeti.
Fäculenz v. lar.‘, Senaes, Unter
Sacultat (œ. lat.», 1) KRäbraten, N
&arultäten. nach Qualen Kritte, weise
tunzen ım leserten Kürner rertiezen:
erseagende m. gar veränderade ı
tberl& vermedrende, tbeila ernäbzenme
ueberrte, enhalierte, zmänderr!e, ca®
s) Reth.. das Product mehrer Racı
en: usmenike Ercgreliten ilen,
4) die vier Abtkeiiunzen, ın mein ein
n:& der ir Dausemtlor Suter (Res
daten) ser’zcı, Sa Ihesioze, Jarer
turmiren'&sirn. Pilsiepbie Aa X
lede ein? eisenz Aacultärdtarbe Die 25
vielet: ına Zwerge isieiend. Die on
urn. De melunvae. Yaarladr
spe. tunkekinn
Wuem.taNid 7.!:2.'. mit man mei
mad San. Merziiien> ermadnten
meulit 2.2. .n Tuimen
up 4:2) Serslmeteeem, 8) @2r8
Wucundifat = !:..
waceundud. Fit 1m Beramıme
m ber wiege, ars: Soden
ame: a ihr ı Po detensisne m.
sr:m. ie DauriärTn ne Tora
fÜp.ve- Arzıera nmetzur fun
Dates, ım S. ven Ruben (A'ctı, {
re nme weßmn
m en .00 nme
1)
De fe
mi.
Jadchen bis Fadenkrebs
en rich, Kaffee, Getreide m. Oe⸗
m, 1, Mtniiden Glastvaaren.
— Erde, welchen der
ir macht.
deren bar
um. MR: 2) aldern, abgeichmadt. Be-
——* — ——
— Sebinde: 3) (Seew.), ein
für a zu tere Zwedce üblichen Maf-
um Berie Tiefe des Kabrwaflere
Dieh_ bie Yänge des Taumwerfes,
cn zz zeneflen; 120 Raten werten
Maut & > der Werih tes Fadens iſt
wen DE stionen einigen Beränte-
a, XIX Allgemeinen wird er zu
wa Meer engliiche F. (Fathom)
rd wer bo iſche, auf Kriegs⸗
‚di 34,10 par. Lin.; e) ber
we) .t 720 par. fin.; 4) ber
JB Dar. Lin. ; e) ber portugic-
53 Paz fin; f) der neapelıta-
ga; & > ber bäniiche (Favn) 834,7
Du V che (Famn) 759,6 par. in.;
se 16 Bar. fin; 4) Holzmaß, an
—— 4 gebrändlich, fo: in Bre⸗
RUE lang n. hoch, u. hat 2— 2!
ge Sremart if es ein Würfel ven
DAINZ m. Königaberg 6 Fuß lang
3 WB Scheitlänge; in Hamburg
von; 3 dh m. 1 Boll bid, u. eu ent-
\ liche Hafer zweifüßiger Scheite
je in fühl, mo er 6 Fuß Y: Soll lang
in Mellmturg T7—S Fuß bei u. lang
a did, in Stettin 6,—7T Fuß body ıı.
33: Gab Scheitlänge. Als Garnmaß
vie Lange eines Hafpelumfange, u. eine
Buhl 6. macht ein Gebind; in Baiern
sipel 4 Fuß. u. 60 %. — 1 Bind; in Ber⸗
Halpellänge n. 40 5. — 1 Gebint: in
jahren u. Schlefien 3—4 böbmiſche
llange u. 20 F. ⸗ I Gebind; in Frank⸗
2 dar. Fuß Haſpellänge 41 A. — 1 Ge⸗
anerer 3! Ellen Haſpeliänge u. tiv F.
ad; in Sachjen 4 Ellen Haſpellänge n.
. Gebmt ; in Äſterreich 2: Ele Haipel-
.1Gebind; 5) tie Jabre des Hol⸗
* Faſern, welche ein Yaum ter Laͤnge
Ringe; 6) (Jagtm.), jo dv. m. Yär-
ker), jo v. mw. Einſchlag: 8) ſo v. w.
ider.), fo d. w. Ballenſtreif, |. u. Bal⸗
tem (Confervacene), nach Reichen⸗
ilie, zur 3. Kl.: Grünpflanzen 1. Ordn.
g, nach Cublicher 3. Familie ter Al⸗
noſpen, die bei ben niedrigſten For⸗
fabenartig zerfallend, bei den übrigen
noipenlager ter niederen gallertartig,
a fabenartig, einfach cd. äftig, unter-
glierert, grün, felten braun, purpur⸗
rbell. Endlicher tbeilt fie in: Zrib. 1
: Hy grocrocis, Leptomitus ; Trib.
er
dendreied, wirb durch einen über eine Wo
gezogenen Faden, indem ein daran befeftigtes Blei⸗
Melk ihn perpendiculär über einer gezogenen
ittagelinie anipanmt, Durch die Verlängerung bes»
jeiben Fadens Über die Rolle, bis zu einem etwa
3 Auf entiernten Punkt anf ter Mittagstinie nm.
dieſe felbft won bier an bis jn dem Bunt, wo das
Bleigewicht auffällt, gebildet. Da das Dreied in
ber fläche des Mittagskreiſes ſteht, fo kann man,
indem man beebadhtet, wie ein Stern burch beide
vom Faden gebiltete Schenkel des Dreieds, bem bie
Mittagslinie zur Bafle dient, gebedt wirt, bie Cul⸗
mination beflelben beobachten.
adeneleftrometer (Phyſ.), |. u. Elektrometrie.
adenflechten (Hyphosporae). 2. Ortn. der
2. RI. Flechten des Reichenbachichen Pflanzenfyftem®.
Fadenförmig (Filiformis, Xet.), dünn u. wal-
zenrund, wie ein Faden.
Fadengehäuſe (Nemathecium), eine etwas
zweifelhafte Bruchteittung mander Algen (3. ®.
bei Sphaerococcus Brodiaei u. S. nervosus), die
ganz aus ftrablig verlaufenten, perlſchnurförmigen,
dicht —— Fäden beſteht.
denkraut, if Filaꝑo.
denhorn, jo v. mw. Spio, ſ. u. Borſtenwür⸗
mer a).
Fadenbornmäde (Erioptera, Nematocers
Meig.), Battung der Müden ; Yübler ſechsgliede⸗
rig, fadenförmig; kei Anteren mit Tipula ver-
einige; Art: Zmweifarbige F. (N. bicolor)
Tadenfafer, 1) (Colydium Fadr.). Gattung
ber Holzläfer, Fühlhörner elfgliederig u. dae End⸗
Inöpfcben zwei⸗ ot. Dreiglieberig, Unterliefer wenig
od. nicht vorſtebend, Yeib Tinienförmig, niederge⸗
drüdt. Dazu Die Untergattungen (tie bei Euvter
meiſt unter Mycetophagus [j. Pilzläfer] u. Lyctus
fteben): a) 3weiſchnittkaſer (Ditoma), Kopf
abgeftutst, Aübler länger, al@ ber Kopf, mit End⸗
fnopf; Art: Aelerbter 23. (B. crenatum), unter
Baumrinden: bei Fabricius unter Lyetus. b I.a-
thridıns, Fübler von ber Größe des Halsſchil⸗
bes (auch mehr), 2 Wied iſt größer ale das J.,
Kepi u. Hals ſchmäler als der Hinterleib; Art:
&eiägte Yatbridıe (T,. nerratus), braunroth,
bebaart, punftirt, Hinterleib braun; in Zchmeten u.
Frankreich; unter Dermestex Far. eo Gilvan-
täſer (Silvanus Zatr.), Die Fübler wenig länger
al® der Halsſchild, 2. Glied nicht länger, Körper
ſchmal u. gleich breit; Art: Einzahniger S (S.
unidentatun, Dermester unsıd.). roſtioth, glatt,
punttirt; unter Baumrinte. dd Meryx, bei la»
treille, Kiefertafter vorſtehend, Halsichild herzför⸗
mig; Art: Runzeliger M. (M. rurosa, Coly-
dıiun rugosum) u. CGolxdium. Füblhörner von
der vänge des Kopfes, Endknöpichen dreiglieberig;
Art: Langer ſy. (U. elongatum). ſchwari, Fühler
u. Beine braun. 2) jo v. w. Cistela Fubr.
Fadenkorallen (nilotti), eine Gattung gro⸗
Ger Korallen, welche aus vivorno in 6 Rummern,
von I—6, in ten Handel gebracht werden.
Yadenfrebd Phasmatocarcin us Tiles.), Gast»
5
tung der Heufchredentrebfe, Kühler vierglieberig, |
Augen geftielt, Kepf lang, mulfig, Bruft faunt
dider al® bie walzenförmigen Glieder des Teibes,
ſcheereuloſe Süße; tm Großen Ocean; Arten: Ph.
discophthalmus (leuchtet Nacht) u. Ph. glaucus.
Fabenkreuz, 1) an Fernröhren bie Vorrichtung,
durch welche bas Zielen nach beftimmter Richtung
Fin möglich wird. Sie beftebt in ber einfachften An-
wendung aus 2 fich kreuzenden feinen Fäden; ber
Eehnitt biefer Fäden gibt den beflimmten Punkt bes
Gefichtsfeldes an u. in weiterer Berbindbung mit
dem optifchen Mittelpunkte bes Objectivs bie Ab»
feblinie ; braucht man in einem Fernrohre mehr als
eine Abieblinie, fo werben durch eine hinreichende
Anzahl Fären fo viele Kreuzpunkte gebildet, als
nöthig find. Die lettere Art wirb namentlich an⸗
ewentet, wenn e8 darauf anfommt, eine Heine
läche in der Mitte des Geſichtsfeldes zu beobach⸗
ten. Dan verwendet zu foldhen Fäden zarte Spin-
nemweben, deren Dide ungefähr Linie beträgt,
od. Blatinadrähte von Fol Stärke. Die
Kreuzfäden werben auf bie Flaͤche eines Metallrin-
ges gelpannt, ber in ber Dcularröhre längs der me»
chaniſchen Achfe bes Fernrohres u. ſenkrecht zu ihr
bewegt werben kann, damit man e8 mit bem vom
Dbjectivglafe erzeugten Bilde in eine Ebene u. in
den rechten Abftand vom Oculare bringen kann.
Abweichung hiervon nennt man Parallachſe des F⸗eb.
2) (Web.), die Kreuzung ber Kettenfäben.
adenlinie, fo v. w. Kettenlinie.
denmifrometer u. Fadenmikroſtop, ſ. Mi-
trometer u. Mitroflop.
Fadenmilbe (Uropoda), Gattung der Schma-
roßermilben, mit einem Faden am After, mit bem
fie fih an Käfern befeftigen; Art: U. vegetans,
an Stugläfern (Hister.).
adenmüden, io v. w. Schnaden, |. d.
dennudeln, ſ. u. Nubeln.
denpilze (Hyphomycetes), nad Reichen⸗
bad 2. Orbn. Ber 1. Ki. Pilze, bei Endlicher 2. Fa⸗
milie ter Pilze; einfache Sporitien auf flodig zu⸗
fammengeftellten Faſerbildungen angebeftet od. in
deren Innerem, oft in ber verbidten Spige (Per-
dolium); Seuctigfeit liebende Pflanzen. Subordo
a) Sepedoniei: Psilonis, Collarium, Sepedo-
nium u. a.; b) Mucedines: Oidium, Tricho-
tbecium, Penicillium, Botrytis, Aspergillus
u. a.; c) Dematiei: Arthrinium, Dematium
u. a.; d) Byssi: Hypha, Byssus, Rbizomorpha
u.a.; e) Mucorini: Mucor, Stilbum u. a.; f)
Cephalotrichei: Ceratiam, Dacrina, Cepha-
lotrichum u. a.
Fadenquadrat, fo v. m. Burdharbts Duabrat-
milrometer, f. d. unter Milrometer.
Fadenraupen , dünne, fabenförmige, beim Bes
rühren fi vorn zufammenrollende Raupen.
adenfchimmel, fo v. w. Faſerſchimmel.
adenjchläge, bie meiten Stiche, mit welden
2 Stücke zulammengeheftet werden, um fie befto
beſſer Aulanımennähen: zu können.
Fadenſchwamm, Seeſchwamm, it Tupha la-
custris
Fadenſchwanz, Räderthierchen fo v. w. Mo-
nocerca.
Fadenſtorpion, [o v. w. Thelsphonaus, |. u.
Scorpion.
Jadenſeide, der unreine Faden, ber bei bem
pein der Seide weggewerjen wird.
Fadenkreuz bis Badenwärmer
Badenfihtig (Babdentgeinig), ein Feh
Zuches, wenn e6 beim Rauben u. Gcheeren
verloren hat u. aljo der Haben zu fehr fichtb:
denftein, fo v. w. Kaltfinter.
adenwurm (Filaria L.), Gattung beı
würmer; Körper rund, elaſtiſch, gleichtid,
Öffnung rund; lebt zahlreich, oft in eine Ar
eingehüllt, in dem Zellgewebe ber Musteln ve
ner Thiere, ſelbſt in Infecten u. beren Larven.
nawurm (F. medinensis, ſ. d.); Rau!
(F. erucarum), zwifchen Darm u. Haut ı
Raupen; F.papillosa, 6 Zoll lang, h
ben Augenfammern ber Pferbe; F.capsu
2-1 Zoll fang, am Schwanze ftumpf m
pitzchen, im Bauche ber Häringe zwiſchen
geweiben, oft in Menge zufammengeballt.
Yadenwürmer, 1) (Nematoiden Rus
milte ber Rund- od. Rothwürmer (Amuls
walzig, bünn, glatt, lang, Mund einfach,
Lippen, Röhrchen, Kappen od. Häkchen verfe-
ohne Augen, Kiemen u. Bewegungsorgane
fanal vom Munde bis zum After (einige =
Erweiterung als Magen); Männden u.
verjchieden; mit Ausnahme von Gordiam
guillula nur weißgefärbte Eingeweite
Dazu Die Gattungen: a) Kadenmwurmg
ſ. db; b) Halenwurm (Hamularia Jim
Leib rund, gleich did, elaftiich, am Diunke
Babden; find den eigentlihen Kadenwines
hulich; Art: Halsbalenmurm (H. ı
preesa, H. Iymphatica T'reut/., Filew
nis bronchialis Rud.), in ven Unmpbbwi
in Lungenknoten der Schwintfüchtigen. e)
topfmurm (Trichocephalus Götz), &
hinten dider, vorn haarduͤnn, Mund faft zu
Art: Menſchlicher H. (Trichoc. hom
Jdispar Rud., Mastigodes), mit langem, I
migem Borbertheil, das Männchen fpiralfdn
Weibchen gerade; im Menſchen fich jehr ver
4 Oryure (Oxyuris) od. Kapper
(Cucullanus Müll.) Körper rund, elaftifd
bünner, Mund treisrund, mit einer Art
Kappe überbedt, Geſchlechtstheilchen eh
Doppelt; tu Fiſchen (meift) cd. in ander
tbieren; gegen 20 Arten: Schöner &. ı
gans, C. armatus Zed.), mit fugelige
daran 2 Hälchen, u.a. e) Yippenmun
(Ophiostoma); f) Spulmurm (Ascı
Rundwurm (Strongylus); h Säj
wurm (Prionoderma);D Gordius,!
ria, aber After unterhalb, nahe am Hi
Männchen Heiner, leben frei im Waflfer ı
im thonigen Boden wie verwirrtes Garn
Saitenwurm (f. d.), Wafferlatb (G. aqı
k) Anguillula (Vibrio Afüll.), eben
Alter oberhalb, nahe am Hinterente, Kö
durchſichtig; wurbe fonft zu ben Infuforien
Arten: A. Huviatilis, in Aufgüffen;, A. aı
ſigälchen, ſ. d.); A. glutinis (Kleiſterälch
(Zwirnwürmer, Yungenwürmer
eine Krankheit des Schafviehs, befällt nur
u. Zährlinge. Die Thiere bleiben immer ı
ter der Heerbe zurüd u. laſſen fich leicht e
Sie haben blaſſe Haut u. bleihe Schleimhẽ
nicht munter u. niagern ab, ber Leib wir
trieben, das Auge matt u. glanzlos u. b
werben ganze Bündel in Schleim gehüllt
mer ausgeworfen. Allmälig triit Dura
Dadenzaͤhler bis Wagel
x. bee veichfidße Auowurf ans ber |
Htilverindge ind felten von Grfelg.
we (Weberglas,
hprover, J.oupe,
las, welches im Wügemeinen
M, vie Beſchaffenheit eines Gewebes
WV
Veter van ber F., gen Tel, geb. 1618
Be;
in Soeſt; erfi Lanhfchafte-, Dann Hlftorien- u. Por-
Leinwand. ' trätmaler, bildete fidh in der Schale von Berker in
te-fl). iſt Harlem, ging 1641 mit Wilhelm von Oranien nah
| Gngland, Rand in Dienften Karle I. von England
u. ald Kammerberr Karies II. eine Biltniffe
11 aus der Zabl der Rüben, die fih : zeichnen ſich durch pbantaſtiſches Idealiſtren aus,
:$ gewifien quabratifchen Raumes im
ven, bie Feinheit deſſelben zu beſtim⸗
inrichtung am diefem Fadenzähler ifl
ameilen ift er eine einfache Ecnverlinfe
u man frei in der Sand hält, ein zwi-
Myigen gefaßtes Maß auf dem Gewebe
tie miiegenten Päden zählt; zumeilen
nittelſt eines verichiebbaren Stiels über
wplarte angebracht, in welche quabra-
I) 83. ıc. eingeſchnitten find, in-
fen man tie Fäden Tann zählt; ot.
next iR mit einem unter bem Olafe an-
aget verlieben, ber mit tem GElaſe ſich
‚wenn eine, die durchlaufende Hi.
Mr Rifrometerichranbe gebreht wird.
human auch bie Öffnungen in ber
a Refszplatte freisrund; dieſe Form
Yorke ver ter quatratiichen, taß ihre
keit ikerall gleich find; ein vierediges
et werden.
(Bebeewört), Inſel des ruſſiſchen Ar⸗
im nörkliden Eismeere, zum
um Jakntek gerechnet; \ etwa 22 Diei-
d Rrilen breit, von Gebirgen keredt
ere, Robben, Bären, Seevögel,
des Gifenbein , entbedt wurde fie 1605.
) Bert u. 8) Hauptort darin in ber
Srevinz Friaul; Mühlen ; 3000 Em.
Niabmen, Eeew.), nad Faden ab-
me der ſüblichen Doluften- ob. Ban⸗
öRlih von Timorlaut.
ht), Rebenflug des ZU im franyd-
ment Oberrhein.
tabt am famone u. Apnelitanal in
fegation Ravenna; Sitz eines Bi⸗
idelle, Kathedrale, Kiäfter, Fabril in
Einigen bier erfunden), Seidenwaa⸗
Dandel (beförtert durch den Kanal
melli); 18,550 Ew.; Raterfladt des
icelli u. des Dichters Strocchi. —
tin der Alten, eine Stadt der Vojer
alpına, deren Bewobner glänzent
d fertigten; ter Wein von F. war
Bürgerfriege flug Metellius Viud,
zz, bei F. ten Carbo u. Nerba⸗
mede F. von den Gotben zerftört;
es zum Exarchat; fpäter Arittem fich
eie mächtige Familien m. Siãdte um
F., m. erſt ſeit 1509, wo es Parfı
a Benetianern abnabm, blieb es
Birchenftaat. 1709 beim Ginfall ber
Das Ferrarafche murte F. Marl befe-
ıduyi, Storie da F., Yerrara 1675.
ernud), Gabriel, geb. in Eremena,
ſchr. Fabulae centum, Rom 1604,
718; Fabulae et carmina varıa,
1793 ıfranzöfiich von Cb. Perrault,
.,„ walieniib von Trombelli, Vened.
1741); 9. gab ben Terenz, Flor.
TR
ındem er namentlid weiblihe Schönheiten ale
Nymphen u. dgl. darſtellte, wodurch er fi tie
Gunſt des Hofes ermarb; nur Cromwell malte er
auf deſſen Befehl mit allen Narben, Runzelu n.
Warzen. Er ſt. 1680 in London.
Faex (lat.), Singular von Faecen.
Faf ila, Sohn —*2* folgte dieſem 737 ale
König von Oviedo od. Auftrien u. wurde 739 durch
einen Bären getöbtet.
Fafnir (nord. Myth.), Qreitmar Sohn, ge-
rieth mit feinem Bater nach Oture Tod durch Otin
über beflen Sühngeld in Streit u. erſchlug ihn,
murde aber von Sigurd getöbtet.
Fagagna, Darlıfleden in ter venetianifchen
Provinz u. norbmeftlich bei Udine; 3100 Em.
Fagan, Chriſt. Barthelemi, Herr von Lugny,
geb. 1702 in Paris; franzefiicher Theaterdichter;
fl. 1755 n. fhr.: Le rendez-vous, La pupille,
Le» originaux su. a. m.; Der Mann von 40 Jah⸗
ren, iſt von Kotzebue bearbeitet, Cpy. 1795.
Yagära (F. L.), Bflanzengattung aus ter Fam.
ter Zanthoxyleae; Art: F. microphylia Deef.
er (Beegr.), fo v. m. ’ arad.
garaftrum (F. (7. Don), Dramen attung
ano ber Familie der Burneraceae; Arten: F. ani-
satum in Guinea, F. capense, u. a., am Kap.
Fagel, 1) Ra fpar, geb. 1629 in Harlem ; wurde
1663 Ratbspenfionär daſelbſt u. 1670 Generalſecre⸗
tãr der Generalftaaten. Beim Einſall vndwigs XIV.
in Holland 1672 wurde er an die Stelle Des er⸗
mordeten de Witt Rarbepenflonär u. hatte großen
Theil am Rimmeger Frieten 1675; er befleidete
Die Stelle ale Ratbepenflenär 1692—87 wieder,
verfaßte bei Wilbelms III. Thronbeſteigung das
berfeiben vorausgebente Mauifeft u. fi. I688. 2)
gro nz Rilol., Neffe tes Vorigen; belläntifcher
neral ber Infenterie u. Feldmarſchalllieutenant
in öferreihifden Dienften, zeichnete fih in ben
Kriegen gegen Ludwig XIV., bei. im Spaniſchen
Erb olgelriege, auf, beiehligte 1704 ein bolländiiches
Corps in Portugal, dann 1709 bei Malplaquet ten
Imlen Flügel der Verbündeten, belagerte 1712 le
Quesnoy u. zog ſich nah tem Utrechter Frieden
1713 nah Flandern zurück, wo er als holländi⸗
ſcher General der Infanterie u. kaiſerlicher Feldmar⸗
ſchalllieutenant 1718 ſtarb. 3) Heinrich, Ba⸗
ron von F., Großneffe von F. 1), bolländiſcher
Stautöfecretär, ſchloß 1794 die Allianz zwiſchen
Holland, Preußen u. England, felgte dem Erbftatt⸗
halter, als dieſer die Niederlande verließ, nach ung.
land u. Deutſchland, fehrte 1913 mir Wilbelm I.
nach den Rieberlanten zurück, unterzeichnete 1914
als Befantter in Lendon den Frieden zwiſchen Eng⸗
land u. ten Niederlanden u. blieb bis 1924 in Eng⸗
land, wurde Bann Miniſter tes Auswärtigen u. i
1638. 4) Iatob, Bruder bee Berigen, mar 1793
—95 nicberläntiicher Geſandter in Kopenhagen ır.
betheiligte fi) 1513 an ber Revolution zu Gunſten
BO Hauies Dranien. 5) Robert, reiberr von 5,
Bruder tes Borigen, ſecht tapfer in den Feldzilgen
1793 — 94 gegen Fraukreich, wanderte mit dem
Bagelia bis: Fahlerang
Haufe Oranien aus, lehrte 1813 zurüd m. wurbe | welches um eine Quarte, m. dad De:
1814 Geſandter in Paris, als welcher er 1852 bis
Anfang 1854 von Neuem accrebitirt wurbe.
Yagelia (F. Neck.), Bflanzengattung au® ber
$emilte der Papilionaceae - Phaseolene- Caja-
meae; Arten am Kap u. in Südafrika.
Fagervik, ECiſenhüttenwerk im ruſſiſchen Gou-
vernenent Nyland (Finnland); 400 Ew.
ggen, Dorf im Bezirl Imſt des tyroler Krei⸗
ſes Innebruck, bat Märkte u. in der Nähe das vom
ach durchfloſſene Kaunfertbal; 300 Em.
ggiano, Fleden im Diftrict Taranto ber nea-
polttaniichen Provinz Terra di Otranto; Bau ven
Getreide u. Suüdfrüchten; 1000 Em.
Fagin, inbifferenter, unkryſtalliſirbarer, bitter
er aus den Buchedern dargeftellter, deren
hädliche Wirkung bebingender ae ee
fih if ee ni befilinhe, mit Wllohol u. er⸗
dämpfen ſoll ee deſtilliren; Alkohol u. Waſſer
ſollen es leicht, Ather nur wenig löſen, concentrirte
Sauren es zerſtören.
i bei Reichenbach Gruppe der Kätzchen⸗
blüthier.
Faginsli, Giov. Battifla, italieniſcher Dichter,
geb- 1660 in Florenz u. fl. daſelbſt 1742; er ſchr.:
‚omedie, $lor. 1734—36, 7 ®be.; Rıme pis-
cevole, 6 Yi e. A *
Fagnäni, Protper, war Advocat in Rom u.
flarb ale — — des canoniſchen Rechts an ber
dortigen Alademie 1678; er war einer ber ausge»
Kinn eißen canoniſchen Juriften Italiens im 17.
ahrh. u. fchr. einen Kommentar über bie Decreten-
fammlu regors IX., Rom 1661, 3 Bbe., Fol.
Sag ‚ Dorf in ber venetianifchen Provinz
erona; hier 1799 Gefecht zwiſchen Framoſen u.
Bagnoled (fpr. Fanjohl), ehemalige reichsun-
mittelbare Herrichaft zwiſchen Gennegeu u. dem
Lande Lüttich, 1770 von Joſeph II. zu Gunften bes
—55 challs Fürſten Karl Joſeph von Ligne zur
rafſchaft erhoben.
Fagonia (F. L.), Pflanzengattung nach Guy
Grescent Fagon (geb. 1638 in Baris, war Brofeflor
der Botaniku. Leibarzt Yubwige XIV., erfter Aufſeher
des Botaniihen Garteus u. R. 1718) benannt, aus
ber Familie der Cygophylieae verae, 10. RI. 1.
Drbn. L.; Arten: F. cretica, F. arabica ı. a.
Bagophrum, Buchweizen, eine von Tournefort
son Polygonum abgejonderte Gattung, enthält
n. a.: F. esculentum Mönch., F. tartaricum
Gärtn., F.emarginatum Meisn. ; |. Polygonum.
Fagot (fr., Rt. 8 oh), Bündel; baber P. de
. F. d' japp —* v. w. Sappenbüntel.
stt (Basson), Blasinftrument mit 8
Tonlöchern u. 10 u. mehreren Klappen, aus bem
Fommer entftanden; beſteht aus 2 übereinander
egenben, zwiefach zufammengezapften, ausgebohr-
ten, ahornen, etwa 8 Fuß laugen Röhren u. aus
4 Stüden. An eine biejer Städe Flügelröhre)
wird eine Sförmige meifingene Röhre befefligt u.
an biefe das Rohr gefledt, mittelft deſſen man das
ment intonirt. Das F. umfaft 3 Octaven u.
geht vom Kontra-B bis zum eingeftrichenen b, ja
manche Spieler blafen noch das zweigeftrichene d
u es. . wird meift bei Blasinftrumenten
u. bei vollem er zur Küllfinnne u. Verſtär⸗
a u erfterein Zwecke bat
Profeſſor der Theologie 1. 1835 Brofelfor
fung bes Baſſes gebrau
man noch 2 tiefer ſteheude F. das Quart⸗F.,
—* um eine —* Pa ſteht
wöhnliche, u.
men ni fill von FAR ihn
werben. Gin Heineres, um eine Duinte £
nennt man Tenor. (Duint-f.,
AH —
eigne i e bei. zum
fanfter Sri. Die Stude für das “ı
bem Bapichlüfiel, die Hohen Noten auch iı
eichrieben. Ci
ſchlüſſel Canonicus U
Berrara ol um 1539 das %. erfunden
. Almenräber erwarb um deſſen
fommnung große Berdienfle.
Fagras (E. Thunb.), Bflanzengattui
* ber Logariacono- Potällone .
rbn. L.; Arten auf ben oflinbifchen In
Fagunlap, Heine Infel, unweit Lam
Archipel der Carolinen (Bolynefien) gehi
us (F. L.), Pflanzengattuug au
—— — de P oly
männli a eli
fällig, Blüthenbülle —— Erw
—15; weibliche Blüthen einzeln, Hüf
2theilig, Fruchtknoten von ber Heinen I
gefrönt, 3 Narben; unreifes Fruch
rig, jedes Fach mit 2 Santen, reife
mig, von ber vergrößerten, verhärteten:
geichlofien. Arten: F. sylvatica, gemı
([.d.); F. ferruginea, in Rorbamerila
castanea, F. pumila ifi Castanea sa
pumila, ſ. Cafianea.
Banblätter (GSabamblatter, Foli
F. Faam), leberartige, ganpranbige, im 1
zweiſpaltige, Rampe, tonlaartig riechen!
von Angraecum fragranas (f. d.), von |
carenen; bie getrodueten Blätter haben
ntlleäfmlihen Geruch ı. werben al& Thee
ber wohlriechende Stoff in biefen Blätter
marin u. berjelbe Stoff, der fid in bem 1
nen, im Melilotus ofhcinalis, im Antho:
odoratum u. in ber Asperula odorata
(Bähin), das Wei der Rı
uche u. Hund.
higkeit, bie innere Bebingung eir
äußerung; um in Thätigleit hervorzutrete
bie $. immer noch einer äußeren Beftim
unterfcheibet fi) dadurch von Kraft als a
zureihenden Grund einer Wirkung. Wi
auf den Vorgang ale das Wirlungsverm
ſehen, jo wird fie richtiger ald Anlage,
Empfänglichkeit bezeichnet. Durch
volltommt u. bei. künfileriſch ausgebilbet
tig
a“ —A fo v. w. Bleiſahlerz, f. u.
bleiglauz, ſo v. w. Bleiſchweif.
Iblenbde, fo v. w. Antimonblende.
lervang, 1) Karl Johann, geb.
Sprengel Stora-Zuna in Dalarne, fd
Landſchaftomaler; bübete fi vorzugem«
Selbſtſtudien u. malte zahl vortreffi
nerien ber nordiſchen Berg- u. Seegegende
ter Anfiten von Stodholm u. Ehriftia
dem Borgebirge Framweis, dem Baleſtre
Donare all, der Feſtung Bohus sc. 8) Ei
Erik, Bruder bes Borigen, geb. 1790; wi
Fahlerz bis Fahne
wife Ge⸗
an ger ae |
Ile; er
ctratdiſcher Rupferglany),
—XRX im Tetrartern u. daron ab⸗
I ‚ temen: auch bänfig derb u. ein-
une M Rabigrau, bleigram cd. eilen-
feines mend u undurchſichtig, bat un⸗
5* wigen Bruch; jeine Härte iſt 3— 4,
bie R fordn u. bat ein fpec. Gew. von
pie umidele es ſchweſelige Bäure u.
m 8 Ihmigt vor dem Lothrohre zu
tier, sen Schlade. Man unterideibet
üten: a) Babier, (Echwarzerz, Kabi-
utiger iſt ſtahlgrau bis eijen-
A Aupier, iſen, Schwetel, Arſenik,
edfiiber;, man verarbeitet es aui
er, zSunberte: Clausthal, Dillen-
9, Pe aneielb u. mehrere Gegenden
AB J iltıgerzi&@ilberfabler;),
ZZ, wenig |pröb, Strich ichwarz,
Wesz> @ilber, Kupfer, Schwefel u.
%: 2 reıberg, Wolſach; c6 wird auf
Bir lichte Weißgiltigerz iſt Derb,
‚Bei u. wenig Gilber, ee findet
pe &= erger Öruben, od Tennan-
bis «- iſenſchwarz, hatrötblichgrauen
‚Kam Xpier, Eiſen, Echmeiel u. Ar-
m Deoruwall u. wird auf Kupfer
in 2 fjablerz(Xupierbiente), blei-
Bo Bruch uneben bis jeinkörnig,
mE Kt Zimt, Kupfer, Schwefel, Ar⸗
mi Blei.
>. ww. Briematoibifcher Antimon-
wweerT (Min).
zetie Von mw. Fablerz.
‚ME Art Leder, welches als Oberle⸗
pen. Stiefel gebraucht wird u. wozu
g. dünne Ochſenhäute nimmt. Die
ga m Tem Kalläfcher, ber Erbfarbe ıı.
gewadt, mit Thran cd. Talg einge»
zur Treten in ber Kappe, ſowie Durch
geſqmeidig gemacht.
ber, 10 d. m. Antimonocher, f. u. Anti-
1,1) (Batn-Bin [Ropparberge-Tän)),
den Ehweren Las chemalige Dalarne,
ven Läne Jämtland, Gefleborg, We⸗
rebte, Zarlfiatt u Norwegen; 5:7 geo-
Zi ihmeriiche) CHt., 151,500 Gm.
idlengebirze reichen niehrere Zweige
De u xrriſſene Geiemafien, aus Örantt,
Ines, Rall- u. Eantften beficheub; ta-
toße, bewehnte Thäler mit ftarter Wal⸗
räſſert wird das Laud ven vielen Eeen,
M,Ruunx., u. Blüffen, worunter ber
Rt betentendſie ift. Für ten Aderbau ıft
Klima nicht günfug, ter Boten ma⸗
u Jeinicht; im ſüdlichen Zbeile baut man
erſte, Safer u. Kartofſeln, ſelbſi Erbſen,
äume fommen fort, u. treibt Vieh⸗
Rorden iſt tie Brodfrucht ber Hafer;
MD außer dem ererwur kenımt wenig
% fiefern allerieı Steinbrüche, Waltar-
Rörennerei, Pottaſchſiederei, bei. aber
1. Hüutenbetrieb, ta die Provinz bas
Werbergweit Schwedens beſitzt
De
71
Bewohner finb bie Dalckarlier (Thahmänner‘. M
uptfledt zwiſchen ven beiten Seen BWarpun u.
ung, regelmäßig gebaut, bat aber nur Helz-
Yäufer; bat die Provinzialbehörden, Berghaupt-
mannſchaft, Bergbauſchule, Lehranftakt für Zbier-
beiltunde, Mufeum, 2 Kirchen, 2 Hefpitäler, Kern.
magazin, Baummwell- u. Flachtſpinnerei, Weberei
von Deden u. Teppichen, Fabrilation von Pieifen,
Gerberei, Räudern von Eped u. Fleiſch; mweillch
won ber Etatt liegt das große Kupferbergwerlk,
das feit den äließengeiten gebaut wird, u. Kupfer,
Gold, Silber, Blei, Birriel, Braunrerh lieiert,
welches in zahlreichen Hüttenmwerlen bearbeitet wirt ;
5200 Cm.
Fahluner Brillenten, werben aus einer Legi⸗
rung von 19 Theilen Blei u. 24 Theilen Zinn ge»
fertigt. Die Yegirung ſchmilzt leicht, u. wen man
ju der Zeit, wo fie fih dem Erflarrungentomenie
nähert, eine facettenartig geicdhliffene ob. polirte
Glasoberfläche darauf brüdt, fo nimmt fie deren
Kernen an u. bat nach ten Grlalten einen Iebbaf-
ten Glanz, ber ſich an der Luft nicht verändert, aber
beim Berühren leitet. Drückt man vertiefte u. im
Brillantform geſchliffene Gläfer darauf, fo gewährt
der Abtrud den Anblid geichliffener Steine.
Faplunit, Mineral ven undeuilicher, wahr⸗
ſheinlich rhombiſcher Kryſtallgeſtalt, meiſt berb,
iſt oliven⸗ bie ölgriln, ſchwärzlichgrün, gelblich ob.
gelblichbraun, feitglänzend, Härte 2—3, Ipec. Gew.
2,5—2,8: beftebt aus Tiefelfaurer Tbonerbe, l.ciele
faurer Magneſia (Eiſenoxrydul, Manganopuruf,
Kalk u. Kali) u. Waſſer; im Talkjchiefer vun Fablun
in Schweden. Der fegenaunte harte F. if braun
n. eine Abart tes Kortierire (f. D.\, wie denn auch
ber F. ſelbſt in enger Beziebung zum Cordierit ſieht
u. mahrjdeinlih nur eine Metamorphofe nad
ihm iſt.
m, Fähmbolz, Faͤhmgeld ıc., ſ. u. Fehm.
ahne, 1) ein an einer Stange (Bebnenkange)
befeſtigtes, jet meiſt in Quadrat geſchnittenes, durch
Karte ed. Bilder ausgezeichnetes Stück Zeug 130
uenblatt): zunãchſt Verſammtungo⸗- u. Schlachtzei⸗
chen ber Truppen. In ältefter Zeit hatten bie Heere
en der &. vielmehr Feidzeichen, an eine Eiange ber
eftigte Zeichen verichiebener Art von Holz. Meralix.,
durch deren Erhebung ta® Zeichen zum Borüden,
durch teren Eenlen Tas Zeichen zum Rüdzug ge»
gern wurde. So gab ſchon bei den Hebräcrn
Moſes, als er das Volk in 4 Heere theilte, jeden ein
beſouderes Siunbild; den Stämmen Inda, Iſa⸗
ſchar, Sebulon einen Löwen, ten Gtänunen Ruten,
Simeon, Gad einen Menſchen, den Stämnien
Ephraim, Manaſſe, Benjanin einen Stier, ten
Stämmen Aſcher, Dan, Napbthali einen Cherub.
Das Heerzeichen der alten Perſer war ein gol⸗
dener Adler auf einer Lanze; jetzi haben die Perſer
Fen mit einem liegenden Tiger, binter welgem
eine Senne aufgeht. Ju ereberten or. übergebenen
Städten wırbe das Nalionalbeerzeichen zum Zei⸗
chen, der Befitznahme aufgefledt. Die Itze chen
der Ag yprtier beſtanden auch in metalleuen Thier⸗,
ſpãter auch Eötterbildernu, Die auf Lauzen beieſtigt
dem Heere vorge ragen mu den. Oſiris ſoll fie ein⸗
geführt haben. Die Griechen launteu w.der Fen
noch Feldzeichen im Heere, nur an Schiffen kommen
Meine Zen als Flaggen ver. Die Nöner fübrten
früber Feitzeihen (Sigma): tie des Romulus
fouen ſehr einfach in einem Bündel Deu, auf eine
72
Den Die Zeichen ber Legionen in einem auf einer
Lanze beſcſtigten Adler (f. Aquila 3); bie.der Ma-
nipeln aus den verſchiedenſten Zeichen, ebenfalls
art Stangen befeftigt, fo einige Über einander ge-
ftellte Scheiben, od. mit jenen abwechſelnde ſchmale
Querftüde, Tafeln, Kaiſer⸗, Feldherrn⸗ u. aller-
band Tbierkilder, Schiffoſchnäbel, Mauermert,
Mauerzinnen 2. Daneben führte man auch Fah⸗
nen (Vexila), Blätter von weißem, rothem, pur-
rurnem Zeug, welche an ciner Onerftange an bie
vanze befeftigt abwärts bingen. Auch wurden Signa
n. Vexilla mit einander verbunden; bie 5. in der
jegigen Form (Flammula), erft fpäter eingeführt,
batten nur die Reiter, fie war von verichietener
Karbe, meift purpurretb mit Gold. Die Träger
der Feldzeichen hießen Signiferi, bie der Fahnen
Vexillarii (Bandiferi). Tas Senten ber Sen
u. Abnehmen ter Bilder auf den Feldzeichen
war ein Zeichen der Unterwürfigkeit. Die By⸗
zantiner führten jeit tem 9. Jahrb. größere
u. Meinere Yen im Heere; die Hauptabtheilungen
batten große Fen, deren Cbertbeil von gleicher
Karbe war, mozu fie aber verfchiedene Zeichen u.
Bilder fügen konnten, die Unterabtheilungen klei⸗
ner bon verfchietener Sarbe. Die Germanen
führten Thierbiider auf ibren Heerzeichen, |. Deutich-
land (Ant.). Die Longobarden hatten ihre Yen auf
dem Garrocium (1. d.). Die Fon ter Deutfhen
im Mittelalter waren, neben den Schildern,
Kennzeichen für fie, daher ihre Karben verfchieben,
fo war Dietrichs von Bern %. weiß u. golden,
Ermrichs F. ſchwarz, gelten u. grün. Im fpäteren
Mittelalter gehörte Die Yanze mit dem Bähnleln zur
Auerüftung des Ritters, daffelbe enthielt die Wap⸗
zenfarbe u. Das Mappen bes Ritters, u. e8 war ſo⸗
wohl tefien Kennzeichen, ald auch der Anhaltepunft
für die Reifigen im Kriege. Die Fen hatten damals
ſehr verfchiedene Geftalt, da Die Blätter mebr-, bis
Szipflig u. viel länger als breit waren. Bei
den ſlaviſchen Böltern werden ven in
erwähnt. Wei den Türlen galt bie 5 als Zei⸗
chen der SOberberrichaft, als melde fie von pen
Khalifen den Stattbaltern als Zeichen ihrer Stell»
xertretung gegeben wurde, eine joldde mar weiß,
eine ſchwarze dentete auf das Recht der Nach⸗
folge. Muhammed führte eine grüue F. Die
Kriegsfahnen der Türken, alle mit bem Halbmond
auf dem Yahnenftod geziert, hatten für bie ver-
fchietenen Heeresabtheilungen verjchiebene Karben,
a. jeder Neiter hatte an feiner Yanze ein Fähnlein
ber Farbe der Abtbeilung, zu der er gehörte. Sonft
ift ihr Hauptfeldzeichen ver Roßſchweif (f. d.). Die
Fen der Chineſen u. Japaneſen find von ber
verfchiebenfien Form; das Fabnentuch ift balb
vieredig, bald Treiedig, bald ausgezadt u. flam⸗
menähnlich, Bald abgerunket; es ift entmeber
mit einer ganzen Seite, od. nur einige Mate mit
Schlingen an dem Fahnenftod befeftigt, od. hängt
oriflammähnlih am oberen Theil des Fahnen⸗
ftode herab; der Fahnenſtock wird oben mit Dra-
hentöpfen, Knöpfen, Sternen x. belegt. Die Yar-
ben ter Fen find bunt, Die der taijerlichen gelb, u. in
den Fabnentüchern find Inichriiten od. Bilder. In
Japan trägt ein Fahnenträger die F. mit bem
Reihswappen in einem auf vem Rüden befefligten
ahneuſchuh, jo daß er Die Hände dabei frei bat. |
ie Turkmanen führten Bas Bilb eines Schöpe
Fahne
Lanze gefteckt, beſtanden haben; ſeit Marius beſtan-
ſes in ihren on, m. nach ber Farbe d
ſchieden fie ſich in Turkmanen vo
Schöps u. Turkmanen vom Weißen
Die Fon der europäiſchen Bolker tre
pen ihrer Fürſten u. die Nationaliarb
mit Inſchriften verſehen, die ſich auf
Krieges beziehen, in dem fie gejübrt
franzöſiſche Kaiſerreich führte feine
Adler, mie auch jetzt feit 19852 wiedt
Stets wurde bie %. al® das Heiligtbu
betrachtet u. ihr eine außerordentl
von den Eoldaten ermieien. Jr (
entbäflten F. ſchwören die Soldaten !
tritt in ten Dienft den Eid ter Tre
u. zugleich, Die %. nie zu verlaffen. T
neue Fon Truppen durch eine ſolenn
welche Durch den Feltpretiger in Geg
radirenden Truppe, gejchiebt, überge
fizier jchlägt einen Nagel, womit ba:
abnenftange befeftigt ift, ein, eine T
ſämmtlichen Eergeanten, Unteroffizie
u. Gemeinen thut ein Gleiches. Die
ſtets mit großer Ehrerbietung kebant
Compagnie nach dem Gefecht, Mtaric
in das Quartier tes Bataillons⸗ oi
commandeurs od. höberen Offiziers
bei die Compagnie aufmarſchirt u.
Hineinbringens präfentirt u. Marjd
gener Fabnenmarſch, Sabnentrupp) 1:
Ein eigener Poften (Babnenwace) E
Quartier, in dem ſich Die F. befintet, ;
fi von dem Feinde abnehmen zu 1aj
ſchimpflich, wer jie im Gefecht verl
bei den Römern das Leben. In neu
bei den Preußen 1513—15) ift es f
geworben, Die Fen nicht mit in die S
men, jonbern ie vor Beginnen berie
ihiden. Leichte Truppen erhalten n
Dir Ausbildung ter Kriegslunft ı
bes geregelten Erercireng hat die 5.
teit befoinmen. Sonſt hatte gemöbn
taillen 2 Dergleihen. Sie bildeten ı
bie Mitten. find in ein eigenes Babne
nenzug) gebracht. Dieſes beftand fc
Fabnenjunkern u. 4 Fähnrichen, Die it
gingen, u. beftebt jet, wo jeden Rat:
%. bat, aus Dem Fahnenträger, welche:
ledernen, an einem Kuppelgehent b
nenſchub trägt, 2 ihm zur Seite gehen
zterem, 3 Unteroffizieren hinter dieſe
Armeen auch noch aus einem vormar
fijier. Die F. gibt beim Avancire
des Bataillons bemfelben die Direct
berfte Glied bes Fahnenzugs ift ı
Schritte ver ber Fronte, u. Das bin
Fabnenzugs frebt immer darnach,
dem erften zu bleiben; Fühlung ıı.
Bauillons ift ſtets nach der F. Wie
Ban, fu bat die Gavallerie Standa!
elbe bedeuten, bie jedoch Meiner find
faunı 1 6i8 2 Fuß im Quadrat balte
blatt haben. Wegen ber Kleinheit ift
geftidt u. mit goldenen or. ſildernen &:
billen befegt; vgl. Yabarıım, Oriſlam
Rennfabne. Auch andere Korperation
gilden, Zünfte, Schulen, Univerfiräten
die mit pafjenten Emblemen verziert fi
ten dieſelben jenft durch tünfttiches <
Fahne ded Propheten bie Fähnrich
ger zu einem eigenen Babneufptel.
athetikchen Kirche find F-n nebſt Kreu⸗
Menen gewẽhnlich. In Siegeln bes
Rdie F. oft Zeichen ber Yandeshobeit,
t fürittigen Herrſchaft ©) (Derald.),
b, def. als Helmfchmud, u. ale Pracht⸗
rithaltern geiragen, cd. binter ben
Li Dei für tie Sn bald mit ten
m or. mit Onadenzeichen bezeichnet.
Begen mit Dem Borbertbeil meiſt nach
w; ter Rand pflegt eingeiaßt u. bie
We ibeftanger) u. tie Zell 'ng, muß
ken. 8) 8. einer Beber, ſo d. m. Wirt 14);
}, er Schwanz von Thieren, wenn er
ain; 3) (Mogelf.), fo v. m. Hainen filr
ven &täd Tuch, welches der Tuchſcherer
wer eht, um ee zu rauben; 7)(Aucher.),
aleinmen, ſondern in lange Spalten
Gmteter, abgezogen, um nech Anterırn-
sakruzızuldönnen; 8) (Muſ.), Zeichen
ſercch ua cine andere Stelle mit demſel⸗
Ara Vaytakt wirt, um etwas Ausgelaf-
ß R.uch in Liedern, um bier m.
er Etrpben anders zu fingen u. zu
an Ehentwirtben tie mit Kreite
TA Imertee Trintzeche eines Gaſtes,
und Dantrige an einem fangen Striche
edes Jrerheten, fo v. w. Mubammehs-
Eyarijhe %., Arctia plantaginis),
wide; |. u. Bärenvogel.
wid, ein mit Stickereien verſebenes
| el Zierrath angebrachtes Band,
ei Oejqent nom hoher Dant.
eine alte, früher bei ber Breie⸗
rent u. in dem fräntiichen Canton
mimmetriculirte, feit tem 1%. Jahrb.
Herrafand erhobene u. jet in Baden
⸗NReiningen begüterte Familie; merf-
I) Breny Ferdinand Waher,
in Freiburg im Breisgau u.
darch fein fühnes, entichloffenee Be⸗
von den Franzoſen belagerte Stadt (f.
& Erbjolgekrieg), wofür ihm von Frei⸗
Ude Eprenbürgerrecht u. vom Kaiſer
leichtadeiſtand mit dem Präbicat von
wurde. 2) Egid, Enkel des Vorigen,
Rene, war ſeit 1795 kaiſerlicher Die
adter in Regensburg u. ftarb 1426; er
ung feine Schriften über Geſchichte u.
8) Freiherr Karl Heinrich, Sohn
‚9b. 1779 zu Freiburg im Breisgau,
badiicher Oberpofttirector u. jührte
in Dentichland ein; feit 1535 prica-
»Baten, mit lnterjuchungen
Gite m. Ratur tes Echirargmaites
harb 16:19. Er fchr.: Die Heilquellen
Baten 1538; Actenflücke über die bar
nalbebeit, Karler. 1419. 4) Freiberr
uder des Borigen, geb. 1763 u. feit
It mit Johanna geb. Gräfin Seilern
at, 1) das Stüld Zeug an ter Fah⸗
u. Sehne; 2) bei Feuerwerkoloͤrpern,
713
wie Patronen, Raketen x., das &tüd Bapi rc,
woraus Me Hülfe gemacht wird.
—32— d, |... Fahne.
a nenfeft Feſt im Königreich Neapel, all-
jährlih am 9. December gefeiert. Hierbei if ber
abonna ale Belhüherin u. Generaliffima ber
Armee unter einen: Zelte in ber Mitte des Mars-
feibes zu Neapel ein Aftar errichter, Lie Garnifon
ſtellt fi in Parade mit ben Bahnen vor der Front
vor ben Zelte auf, ber König muftert tie Truppen,
eine Mefie wird abgebalten u. bei bem Erbeben ber
Monftranz werten tie Fahnen gefenft, die Trap-
pen beugen bie Kniee u. tie Kanonen feuern. Das
5. ift eine jährlich fich wieberhelente Fahnenweihe.
Fabnenfutter (Zebmenüberung), leterner ob.
wachtleinener Überzug für Die Fahne während ber
Aufberrabrung u. auf dem Diariche.
Fahnengaſſe, in einem Lager tie Betgafle,
welde in der Mitte eines Regiments durch bie
ange Tiefe Des Lagers läuft u. an deren einem
de fämmtliche Fahnen aufgefiellt werben.
bnnenbafer, eine Art wildwachſender Safer.
Dnenjunfer, fo v. w. Fäbnrich.
ahnenlehn, größeret, mit tem Heer⸗ u. Ges
richtsbann verſehenes Lehn, j. u. Lehn.
Fahnenorden (Ordre dupavillon), ge
fliftet 11723 für Ben Dauphin (nachmaligen König
Ludwig AV.) u. deſſen Geſpielen u. andere Sẽbue
der Hofcavaliere. Zeichen: ein rothes emaillirtes
Krenz, in ber Mitte vorn eine Fahne, binten ein
jogenannte® Angeau tournant; das Band blaıt
u. weiß gefreift Erloſch beim Regierungeantritt
Yubiwige XV.
Fabnenfcmied, ein Schmied, welcher einem
Zruppentörper auf bem Dlariche od. im Felde bei-
gegeben ift, um bie nörbigen Schmietearbeiten, ale
das Vefchlagen ter Pferde u. dgl., vorzuinebuen,
Mi ahnen chneden, fo v. w. Wahre Fiugel⸗
neden.
Kapıen chuh, ſ. n. Fabne 1).
ahnenſtock Pfarmenſtoch, ein poramidal
anfieigender Gebirgategel an ter Grenze des
Schweizercantoens Glarus u. Schwyz im Roßmatt⸗
thal, 7920 Du hoch.
nenthierchen, To v. m. Achanthes.
Febnenwaqhe u. Fahnen⸗
Fabnern (Groß⸗F.), von Seebachſches Dorf
im Amte Tonna des Herzogthums Gotha; 2 Rit⸗
tergüter, Obſtbau; 600 Ew.; unfern davon Klein⸗
F. init Rittergut; 300 Gm.
Fähnlein, 1) im Mittelalter eine beſtimmte
Zahl zu einer Fabne gehöriger Soldaten; zur Zeit
der Landeknechte bildeten 10—16 %. ein Regiment;
®) tJagewi), fo v. w. Fabne.
Faͤhnrich, der Träger der Fahne. Der F. war zur
der deutſchen Landoknechte eine Charge von are⸗
r Bedeutung, nur ein bewährt tapferer u. zunerläf-
figer Mann erhielt fie Ehre die Fabne des Fähnleins
(j.d.) tragen aubürfen, er ſchritt beiin Sturme voran,
bielt auf ter Flucht Die Fliehenden auf u. batte vor-
zugoweiſe Das Amt, ten Triegeriichen Griſt im Fähn⸗
jein aufrecht zu erhalten. Als tie Yantöfnechre
verſchwanden u. an die Stelle ver Fähnlein Gom-
pagnien traten, erbielt ber jüngfe Offizier einer
ſolchen ten Namen F. u. Die Beſtimmung eutwe⸗
der bie Fahne zu tragen, ob. bieiefbe zu beteden,
eb. auch die Aufficht über bie Kcanlen der Com⸗
74
pagnie zu führen. Gegenwärtig iſt ber F. od. Fab⸗
nenjunter ein Unteroffizier, welcher nach ben Feld—
webel rangirt u. Offiziersafpirant if.
Fahr, Benebictinerfrauenabtei im Schweizer⸗
canton Aargau an ber Limmat, 2 Stunden von
Züri; 1130 von dem Freiherrn Luithold von Re-
gensperg gegränbet u. an das Klofter Einfiebeln
geſchenkt, doch mit beim Vorbehalt, daß die Kloſter⸗
doigtei immer auf den älteften ſeines Hauſes fiel;
1841 mit mehreren von Aargau aufgehoben; 1843
wieberbergeftellt.
Fahrafeld, Herrichaft u. Dorf an der Triefting
u. unweit der Sübbahn im Unter-Wienerwalbkreife
(Öfterreich):; bat Meffinghüttenwert, Baumwollen⸗
fpinnerei, Spiegelfabri u. 500 Ew.
tbaßn, fo v. w. Thalmeg.
rbar (Seew.), ſchiffbar, je nah Umflänben
für größere od. Heinere Schiffe.
ä ae Zägerausprud für Füchſin.
abre (Ir. Bad), ein flach gebaute® Fahrzeug
(nad Art ber Flöße), um auf Flüſſen von einem
Ufer auf das andere zu ſetzen. Wird es nur von
einem Mann regiert u. läuft e8 an Tauen (Bäbr-
fett), welche von einem Ufer an das andere gefpannt
nd, fo nennt man e8 Handfähre. Größere
sn, welche ftatt ber Brüden dienen, wo ein Fluß
eine lebhafte Verkehroſtraße durchſchneidet, find fo
lang u. breit, daß fie 2 bis 3 Wagen auf einmal
aufnehmen lönnen (Bäbrprahme) ; Bi wo bie Aa»
gen nicht in den inneren Raum, fonbern auf quer
ber ven Bord gelegte Ballen geichoben werben,
beißen dabrſchuten. Sole &-n werden durch Ru⸗
der od. Segel bei der Fortbewegung unterflügt.
Neuerdings benugt man auch die Kräfte bes
Dampfs entweber auf ber 5. ſelbſt ob. am Ufer,
um die $. Dampsne bewegen. Eine F.,
welche ſich an einer in der Dlitte des Fluſſes ver⸗
anterten u. über eine Reihe von A—6 Kähnen fort-
laufenden u. daran befeftigter Kette bewegt %. blos
dadurch, Taf der Strom gegen das demgemäß ge-
ſtellte Steuerruber drängt, von einem Ufer zum
anberen in einem Kreisbogen getrieben wirb, nennt
man Fliegende Brüde Meiſt führt zu ber F.
ein eigener Damm (Sabrdamm) von Reißholz,
Steinen, Kies, Ballen, um durch benfelben bei ho-
hem Waſſerſtande in biefelbe ein- u. ausfleigen ob.
fahren zu lönnen. Für die Überfahrt wırb ein
durch Geſetze beftimmtes Bährgeid bezahlt. Oft ift
das Recht, eine ſolche F. zu errichten, mittelſt einer
eigenen Währgerechtigkeit verlichen. Diele Gerech⸗
tigleit hindert jedoch Andere nicht, einen Kahn zum
eigenen Gebrauch zu unterhalten.
Bahren, 1) die Fortbewegung mit Hülfe eines
— (auf dem Lande) ob. eines Yahrzeuges
auf dem Wafler); 2) das Lenken von Zugthieren
von dem Wagen aus. Dies geichieht Durch Erenfen,
die mittelft der Zügel bewegt werben. Vorſchule
aller gut eingefahrenen Pferde muß das Zureiten
fein. Junge, zugerittene Pferde jpannt man zuerſt
zu zweien ein, erſt wenn biefe volllommen ein-
fahren find, Tann man mit ihnen zu vieren u.
echien fahren. Beim % mit 4 Pferden fitt ber
Kutſcher —— auf dem Sattelpferd des dem
Wagen nähften Paares, beim F. mit ſechs bat
das vorbeifte Baar gewöhnlich noch einen Leufer.
Der Kutiher muß die Zügel mit Einer Hand
balten, obgleich er bie andere beugen lann, u.
die Zügel jo legen, daß jebe Bewegung mit ben
geſtraft, am fhärfften aber alle V
| gehen erügt werben. In ber Älteften ;
Fabr bis Fahren
Bingen, bef. mit tem Zeigefinger,
reufe, eine Einwirkung auf das Ma
bes bat. Er bedarf dies, un bie °
Augenblid anhalten (pariren laflen)
um eine gute Kare zu nehmen, b. b
biegen um eine Ede, beim Einfahr
Thorweg u. dgl. einen richtigen Bogen
ben, fo wie beim Ausmeichen u. Ausfal
Kutſcher darf die Pferde beim F. nie ı
gen laſſen u. muß bef. bie Obren ber
obachten u. den Zügel fo halten, daß
mwegung ber Pferde ın der Hand fühlt,
fige durch Zunge geben, Nachgeben be
endlich durch Die Peitſche antreiben, bie
aber im Zügel anhalten u. ihnen wiebe:
wenn fw gehorchen. Unarten, wie Prell
Stolpern aus Nachläffigleit, müſſen mi
erjuche
gewöhnlicher, als das Reiten, ſelbſt im
durch war das Geſchäft des Wageulenker
es. Einen beſonderen Schwung belam
Fahren durch Die Wettfahrten in dem ix
u. Sonftantinopel (f. u. Wettrenuen).
alter galt das F. wenig, da das Reite!
gefhätt wurbe, obgleih das Reicht
einem eigenen Wagen gefahren wur
wurde das F. wieder feit tem 15. Ich
Kutſchen erfunnden wurden. Man üben
ſchäft des F⸗s beionderen Kutichern. 9
land batte ſich bei dem Pferde erzieht
abel bie Sitte erhalten, ſeibſt zu fahren,
aus verbreitete fich feit der Franzöſiſchen
u. noch mehr feit dem allgemeinen Friel
Sitte wieber, felbft zu fahren, u. man
— — — — Übung Ir ri
einen zu leiten. Vorz
ler find * Ruſſen, doch hier —
men, als die Kutſcher, welche 3— 4
hinter, ſondern neben einander fpannen.
den Ienten bie nie einſpãnn
ſogar Kinder. Die ſchlechteſten Kutſch
bie Franzoſen u. Italiener. 8) (Bergw.
bewegen ber Bergleute in ben ®ruben,
Steigen od. Gehen, Klettern od. Krü
Sinjahren od. Anfahren, fih ine
begeben; Ausfahren, baflelbe verlafl
an Etreden ift gewöhnlich feine beſond
tung nöthig; auf Stollen u. Streden,
Waſſerſeige haben, bat man eine %
Bretern (Zebrung, Yaufbreter). Zu
ber Schächte find befondere Einrichrung
lih; gewöhnlich dienen hierzu Leiter
einfache ob, doppelte, ſogenanute Sahrtı
j. u. Fahrt 8); feltener find Treppen
fein gehauen od. mit Ballen gegimmert
lun, wo eine bölgerne Treppe in ein
‚200 Fuß gebt; in Wieliczka befinber fü
beitreppe von 470 Stufen. i ber
Fahrt auf dem Knebel fit ber Be
einem runden Stild Holz, welches an e
Seil od. einer eilernen Kette befeftigt
wegung geht von einem Göpel od. einer
Eine ähnliche Vorrichtung iſt in den un
böhmiſchen Bergwerken, wo an den Se
Ledergurte (Knmechte) angebracht find,
ale Sitz, der andere ale Lehne dient; zu
gen mehrere ſolcher Knechte Über einanı
76 Fahrerbzins bie
G: bereicherte bie Phyſil durch Mebreres. Nach
ibm ift Der Jahrenbettſche Thermometer benannt (ſ. u.
Thermometer), bei deſſen Scala ber Gefrierpuntt
nit 32% anfängt u. der Giebepunft bei 212° ſteht.
Wabrerbzins, Zine, welcher zur Strafe für ben
verſäumten Zinszablungstermin entrichtet wurde.
Wahrgeld, 1) Transportloften bei Perfonen-
beförderung zu Wafler od. Land; 2) (Bergb.), Geld
als vierteljäbrliche Accidenz für Bergbeamte, we⸗
gen bet Befabrens der Grube; fo v. w. Brüden-
zoll; 3) jo v. w. Fahrerbzins.
Fährig (Iagtm.), fo v. w. Fübrig.
Fährige Babe, fo v. mw. Bewegliches Ber-
mögen.
Faͤhriger Wald, junges Holz, welches fo boch
herangewachſen ifl, Daß das Wild die oberen Spitzen
deſſelben nicht mehr abbeigen fann.
Fahrkappe, fo ». w. Berghaube, f. u. Berg-
YHeibung.
Fahrländer, Gebaftian, geb. 1768 zu Gtten-
heim in Baden, flubirte Mebicin in freiburg,
Würzburg u. Wien u. wurde 1792 zum Stabt-
phyſikus nach Waldshut u. zugleich als Arzt bes
Waldvoigteiamtes von Hauenflein ernannt; 1801
fiebelte er wegen politiſcher Verbältniile nach Bern
über, wo er ale praftifher Arzt lebte u. als Diplo»
mat fih große VBerbienfte um tie Schweiz erwarb.
Sr lebte tann einige Zeit zurüdgezogen in Aarau
u. 1820—1828 in Bafel; 1830 wurde er in ben
Sroßen Rath gewählt u. ftarb 19. Febr. 1841.
Fahrlaͤſſigkeit, die Unterlaffung ter pflichte
mäßigen Belonnenbeit u. Sorgialt; über bie recht-
lichen oigen berfelßen f. u. Culpa.
Fahrleder, ſo v. w. Bergleber, 1. u. Bergkleidung.
Faͤbrlichkeitsſtrom (Mounmeh), Fluß, welcher
ander Küſte von Guinea (Weftafrifa) in die Corisko⸗
Bai mündet; iſt ſelbſt für große Schiffe fabrbar.
Fahrloch, kei ber Dampfmaſchine die Offnung
Des Keſſels, welche dem Maſchinenputzer Zugang
zum Innern deſſelben gewäbrt.
Fahrmaus, 1) fo v. w. Maufmurfsgrilfe; 2) fo
9%. w. Erdmaus.
brmutter, bas weibliche Schwein.
Brnagel, jo v. w. Deihielnagel, |. u. Teichfel.
brniß, fo v. w. Fahrende Habe.
brpfennig, fo v. w. Fabrerbzins.
rriemen, Riemen, mit ben fich fie Berg-
Tente an das Geil fchnallen, wenn fie ſich auf dem
Knebel in die Gruben berablafien, in melden feine
Fabrten find.
Fabrſchacht (Bergw.), ber Schacht zum Ein-
ob. Anfabren.
Fabrſchein, ein von einem Bergkeamten aus-
geftellter Erlaubnißſchein, daß ein Fremder eine
Grube befahren tarf.
Fäbrftegel, fo v. w. Fährdamm.
Fabrſtubl, 1) bölgerne Bant, auf welcher ſitzend
ber Echieferteder Thurmfpinen deckt cd. ausbeſ⸗
fert; fie befteht au® einem 4 Fuß langen, mit einer
Lehre umgebogenen Brete u. ıft an einem Eeile mit
——ã— beſeſtigt, mittelſt welchem ſich der Schie⸗
rdecder, od. auch der Manrer beim Abputzen von
@ekäuten, ſeibſt in die Gebe zieben n. berablaſſen
(fabren) kanıı: 2) Stubl, auf welchem Perſonen, de⸗
nen das Treppenfteigen beſchwerlich iſt, aus einem
Sıedwerle in das andere gezogen werben; 3)
Fahrtenabbrücke
barauf Sitzende leicht nach allen Seiten |
wegen lanıı. j
rt, 1) (Seem.), die Geſchwindigke
Lauf eines Schiffes, fezelt es ſchnell, fo ſag
hat frifche, volle miele; glatte
e8 bei friiher Brije u. ebener See fchnell !
fommt; harte F., wenn es am Winte IA
gen bewegte See kämpft; 2) (Landw.), ba
des Aders; 8) (Jagdw.), jo v. m. Röhre:
von einem angefchoffenen Thiere verl
5) jo v. w. Fahrte; 6) Röhre zu einer
tung; 7) (Dactich.), das Teufenmaß non,
acer eufe; 8) (Bäbrte, Bergw.), bie
tungen, auf denen man in die Grube
ben Leitern; fie werben aus getren
(Babrtfchenteln) nerfertigt, zwiſchen welche
jen in 12 Zoll Entfernung durch anti
Löcher in den Schenteln befeftigt werben, |
teren Ausmechjeln werben dieſelben midi
ten befeftigt, mit Ausnahme ber o
ftien. Die ange einer F. ift 12 Ellen, b*:
ben 6 Ellen. In engen Schachten gehe
in gerader Linie fort, indem eine ander
nen Daten in Geftalt eines S (Sarti⸗
hängt iſt; in weiten Schachten wedieiif
auf den Ruhebühnen ab u. find dam a
dabrthaſpen an ben vabrtfröſchchen, k 2
Holz, auf 2 in gleicher horizontalen iuge=
Einftriben von 6 zn 6 Ellen Länge kl
Erleichterung bes Aus- u. Einfteigen®
ten Feen eiferne Griffe (Bahrtffammern, U
Gebrtfemmer) angebradit.
Faͤhrte, 1) ver Eindrud, melden bie €
Klauen der verihiebenen Thierarten im S
Erbe, dem Gras ac. binterlaffen. Beſ. IRI
Rüd- (Mieter-)fährte (menn fie
Ort gemejen find u. zu ihrem urſp
enthalt zurückkehren) ter Jagdthiere dem
wichtig u. unter diefen bef. bie Hirſchfil
d.); bei Raubtbieren beißen fie Spur
Bährtegerecht, jo v. w. erfahren in ter Bewl
einer Fährte, aus melcher ber fährtegemeihl
beim Hochwild Alter, Gefchiecht u. Grüße y
des erfennt. Aäbrtelaut, Fehler ber
indem fie früber bellen, als fie ben
2) (Bergm.), ſo v. m. Fabrt 6).
Wahrtenabdrüde (Perref.), Abbrüde u
tapfen vorweltlicher Thiere, finden fi na
im bunten Sandſtein u. Keuper, wo fir ia
Ih von Bügeln, Schildkröten n. Sauriert,
ren. Die F. ter Eaurier, bie zuerft iq
Santftein von Dumfries in Schottland m
dann an verjchiebenen Orten aufgefunden!
zeigen ſich als Reliefs auf ter unteren ©
Santjteinplatten u. haben ganz das Anſch
Kant. Eie find fo entftanten, taß tas T
eine weiche Tbonſchicht getreten iſt u. bie
denen Eintrüde durch ſpäter fidh Daranf ab
Sandſteinmafſe ausgefüllt wurden. Die
Gattung Chiroſaurus (j. d.) laſſen noch den
merkwilrdigen Gang tiefer vierfüßigen %
fennen u. zeigen, daß bie-binteren Hunte u
: Ker waren, ald Die vorderen. Die 3. vi
aeln, Lie ekenialls im bunten Sandſtein aı
nennt mar Ornitbichniten «Ornithichnite
u. fie ſcheinen mieift con Sumpfvögeln her
Die von Sch im Kalkitein u. bunten S
Stuhl mir Rollen an ten Füßen, fo daß ji ber | von Amerika beebachteten Fußtapfen, bie
Fährtenacker
rien bielt, find, menu ſich dieſe |
igen jollte, jeteuialls nicht vorweli⸗
u, fo vieliach ntan au im dieſer
m Beweis für das höhere Alter dev :
chte bat finden wollen. Denn eben
zenn fie tbonbaltig find u. mit Waſ⸗
g ın Berührung maren, können fo
a, daß fie leicht Sıntriide auizuneh-
s baber man keineswegs genöthigt
ı Gruute die GSyiftenz vormweltlicher
mebmen.
ker, I. u. Ader 1).
Schiffew.), 1. u. Flagge.
‚ Zrenie am Zaume eines Pferde»
har keinen Zügel.
er Eeew.) Toiffbares Waſſer obne
‚oimt Bänke, Klippen 2c.; bei Flüſſen
De Vine des fchiffbaren Stromes.
witem.;, 1) ter allgemeine Name
welde zum Mafiertransport Lies |
Rs zum größten Treideder, ge
aber zur som Der lleiueren Gattung ges
Dier.e. Hängendes Gerüſt.
* eines Örubengebäubdes an
m tie Erlaubniß ihre Verg
ie Orube ein- u. ausfabren zu
‚Ostueh, ach. 1701 in Nadis bei Wit⸗
Bert jet 1192 in Witteuberg Tbeclogie
pe, zarte Sanslebrer in Ungarn u.
neter m Gẽſlnitz; 1792 lebrie er in
ab jerüd, ließ ſich erſt an ber Uni⸗
Ag meter, famı dann 170% ale Yebrer
— in Halle, mar 1801 — Inu |
3, wurde ın lezterem Jahre an
We in Zerbſt beruien ı. fi. 1831 in
Fr äbertegte Platens Republik, Ypz
: Yintare Homnen, Perig 1304 ff.,
belies, Yp;. 1804 ff., 2 Bre.; Aſchy⸗
b. 199 ıc. u. [hr.: Obnervationes
‚eschylum et Euripidem, Annab.
rvationes criticac in Plutarchi
ia. 1319; Lexicon graecum in
291,2 8te.
fr, ipr. Fäblahich,, 1) Schwächung;
ıipr. Fäbleß, Schwaͤche, Obnmacht;
Shen, 2) veichiprägung ber Deünze.
mmalr.), io v. mw. fehte.
wi, geb. 1511 in Trieft, mar General.
Brüfieler Appelbof, 1544 u. jeit
Natienebof, trat 31. Octbr 1552 ale
in Bas Cabinet de Broudere, nach |
t7. Mai 1853 er feine fiühere Stel-
die Gr fohr.: Coup d’ocil histo-
institutions provinciales et com-
Beigique, 1834; Etudıs sur les
nationales, 1512.
fel, fo v. w. Fayö.
due-ban), Etatt in der Annam⸗
achina (Aften) unmeit ter Mündung
as Cbinefiſche Dieer.
‚Br. Falj'). Umſchlagtuch von ſchwar⸗
sg cd. SEerſche, Das in Belgien, bej.
ea ten Vürgerfrauen beim Kirchen»
“m Markt üher deu Kopf bis auf bie
m wrird.
t. räl, Jean Charles de la F., geb.
Kerpen, trat im feinem 16. Jahre im
bie Kairfar 77
den Jeiuitenorten ein u. wurde wegen feiner be«
deutenden Keuntuiſſe in ber Matbemacıl ld Vebrer
nach Döte, danı nach Löwen u. endlich nach Madrid
berufen, wo er den Infanten Juan P’Auftria unter»
richtete, den er auch auf jeinen Reifen nach Italien
begleitete; er fl. 1652 in Barcelona u. fcyr : The-
ses mechanicae, Döle 1625; Theorema de
centro gravitstis pertium circuli et ellipsis,
Antw. 1632.
Fain (fpr. Fäng), Agathon Jean Frekeric,
Barsır von F. geb. 1778 in Baris, wurbe 1796 an
dem Directoriun Chef des Correiponvenzbureaur,
unter dem Gonjulat Divifionachei der Archive, bald
darauf im Staatsjecretartat angeftellt, ı. ale Na⸗
poleon 1504 Railer wurbe, Portefeuille - Secretär.
Später begleitete er ale geb. Secretär Napoleon
bis gu deſſen Abdankung in allen Feldzügen. Der
Kaiier ernannte ihn zum Maitre des requdtes u.
zum Baron u. gab ihm wei Domainen, bie er aber
1514 wieder verlor. 1515 übernahm er alle feine
Kunctionen wieder, wurde vom proviſoriſchen Gou-
vernement zum Staatsfecretär ernannt, fam aber
nah ter zweiten Rüdtebr ter Bourbons außer
Tienft. Nach ter Julirenolution wurde er Generale.
intendant der Civilliſte u. fl. 1836 in Barie. Gr
fchr.: Manuserit de lan IIL. (1794 u. 1795), Bar.
18285; Manuncrit de 1814, ebt. 1323, 3. Ausg.
1925 (deutich Werl. 1523); de 1613, ebd. 1324— 25,
2 Bte. (deutſch Stuttq. 1825, 2 Bde.); de 1912,
ebd. 1627, 2 Bre. (deutſch Ppy. 1527, 2 Bde.).
Faindant (fr., fpr. Bäneang), Faullenzer; ta»
ber Aninlantiren, faullenzen; Satneantife (ſpr. Fä⸗
neangtie), Faullenzerei.
Fair (9. Head, ſpr. Führ⸗Hedb), Vorgebirg an
ber Nordeſiküſte ter Grafſchaft Autrim in der iri-
ſchen Provinz llifter; 1535 Fuß body.
Faira (Kara), Infel, nordöſtlich von Schott⸗
land, zwiſchen ten Orkney⸗ u. den Shetlande⸗
Iniein, Vogelfang, Fiſcherei, Vichzucht; 250 Gm,
Dier litt 1585 Der Herzog von Mebina-Sivonia,
Armiral der jpaniihen Armada, Schifibruch.
Fairbank (pr. Fährbanſ), Städtiſcher Bezirk
(Township) in ter Grafſchaft Sullivan im Staate
Indiana (Rordamerila); 1000 Em.
Bairburn (ipr. Fährbörn), Poſtort in ber @raf-
ſchaft Fayette im Staate Georgia (Nordamerila),
an der Atlanta Ya Grange⸗Eiſenbabn.
Fairfar ifpr. Färfäle), 1) Graffchaft im Staate
Virginia (Norkamerila), 20 OM., an ten Ztaut
Maryland u. den Diftrict Columbia grenzend;
Flüſſe: Potomak⸗River, Occoquan-River, Voten
hügelig, theilweis ſandig, theilweis fruchtbar: Pro⸗
ducte: Mais, Weizen, Rindvieh; Diount:Bernon,
die Reſidenz Waſbhingtons, liegt in dieſer Graf⸗
ſchaft; diceſelbe wird von ber Alexandria⸗Eiſen-
bahn durchſchnitten; organiſirt 1742 u. nach Lord
Reirfar, einem reichen Aruntbefiger in Virginien.
genannt; IN50: 10,692 Ew., merunter 3250 las
ven; Hauptort: Aatrfas-Gourt-Boufe, >U0 Ew.;
2) (Lulpepper-Court-Kouje), Hauptort ber
Grafſchaft Culpepper im Starte Virginia, an der
Crange⸗Alerandria⸗Eiſenbahn, 4 Kirchen, 2 Zei»
tungen: 1759 angelegt; 1000 Ew.
airfar (pr. Kärfite), Thomas Lord F., geb.
1611 iu Denton, ſtudirte in Cambridge u. diente
dann ale Freiwiliger in Holland. Wei feiner Rüd-
kehr nach Englaud wurde er, ale Eeguer Kurio 1,
78°
neral, u. unter ibm commandirte Cromwell ale Ge⸗
nerallieutenant. F. ſchlug den König am 4. Aug,
eroberte ganz England u. nahm Oyford. Ale Kari I.
efangen wurde, bebanbelte ihn F. mit Achtung u.
tte ihn gern gerettet. An ber Aufidiung bes Yar-
fament® dur Cromwell nahm er wider Willen
Theil u. zog in Fondon ein. Den entführten König
holte er bei Canibridge mieber ein. 1650 follte er
ein Commando gegen Schottland, welches fich für
Karl II. erflärte, übernebmen, fchlug dies aber aus.
Nah Cromwells Tode ergriff er für Karl II. bie
Waffen u. nahm York. Er befand fi) 1660 unter
ven Deputirten, welche Karl II. aufiorberten, bie
Krone zu übernehmen, lebte darauf auf feinen Gü⸗
tern u. ft. 1671. Er ſchr. auch Mebreres, u. a.
Dentmwürbigleiten feines Lebens.
Fairfield (ipr. Fährfihld), 1) Herenhutercolonie
in der englifchen Graffchaft Lancafbire; 700 Ew.;
2) Grafſchaft im Staate Connecticut (Nordamerika),
31 DOM., mit einigen guten Häfen; Boten im All⸗
gemeinen fruchtbar; Broducte: Mais, Hafer, Kar-
toffeln; Viehzucht; Gewerbthätigkeit in Baummolle,
Wolle u. Eifen; Dampfichifffahrt auf dem Houfa-
tenic; die Eifenbahnen von New-Mork nad New⸗
Haven u. von Bridgeport nach Albany durchichnei-
den die Grafichaft; 1850: 59,775 Ew.; Hauptort:
Danbury u. Fairfield; 8) zweite Hauptftabt darin
mit Einfuhrhafen, am Long-Island-Sound u. der
Eifenbabn von Nem-Pork nah New» Haven; ver
Hafen (Blad-Rod-Harbour) enthältdie Infel
Wairweathere Island mit 45 F. hohem Leuchtihurm u.
ift nächft dem von New⸗London ber befte bes Staates ;
3700 Ew.; 4) Diftrictim Staate Sild⸗Carolina, 32
AM. ; Flüffe: Materee-River, Broab- River, Pittle-
River, Wateree-Ereel; Boden bügelig u. fruchtbar;
Producte: Baummolle, Mais, Weizen, Dafer, Ba⸗
taten, Gewerktbätigkeit in Leder; Die Charlotten-
Sild⸗Carolina⸗Eiſenbahn durchſchneidet ben Diftrict;
1850: 21,104 Ew., mworunter 14,216 Eflaven;
Hauptſtadt: Winnsborough; 5) Graffchaft im
Staate Obio, 23 OM., vom Hodhoding-River u.
den Little⸗Wallnut⸗ u. Rufh- Creels durchfloſſen;
Boden im S. bügelig, überall fehr fruchtbar n.
trefflih angebaut; Probucte: Mais, Weizen, Hafer;
ſtarke Rindviehzucht; der Ohio⸗Kanal, ber Hocking⸗
Kanal u. die Zanesville⸗Cincinnati⸗-Eiſenbahn
durchſchneiden die Grafſchaft; 1850: 30,264 Ew.;
Hauptſtadt: Lancaſter; 6) Städtiſcher Bezirk mit
Poſtamt (Post-township) in der Grafſchaft So⸗
merſet des Staates Maine, am Kennebeck⸗River;
2500 Ew.; 7) Städtiſcher Bezirk mit Poſtamt in
der Grafſchaft Franklin bee Staates Vermont;
2600 Em.; 8) Städtiſcher Bezirk mit Poſtamt in
der Grafſchaft Herlimer des Staates New⸗NYork;
1700 Ew.; 9) Städtiſcher Bezirk in der Grafſchaft
Lycoming bes Staates Bennfylvanien, am Susque-
banna- River; 1400 Em.; 10) Stäbtifcher Bezirk
im der Graſſchaft Weftmoreland im Staute Benn-
folvanien, am Conemaugh-River; 2600 Ew.;
11) Stäbtifher Bezirk in ter Graffchaft Yutler des
Staates Obio; 25UU Em.; 12) Stärtifher Bezirk
in ber Grafihaft Columbiana des Staates C bio;
2400 Em.; 13) Poſtort in ter Tomnfhip> Bath in
der Orafihait Greene bes Staates hie, an der
Dayton - Springfield - Eifenkabn, 4 Kirchen; 1000
Em.; 14) Stäptiicher Bezirk in der Brafjchaft High⸗
ſand im Staate Obio; 320U Em. ; 15) Städtiſcher
Bairfielb bis Fairweatberd Island
General ber Reiterei u. 1645 commanbirenber Ge⸗
Bezirk in der Grafihaft Huron bes Staates
1600 Ew.; 16) Stäbtifcher Bezirk in der ra
Tuscaramas im Staate Ohio, 1000 Ew.
Städtiſcher Bezirf mit Poftanıt in der Gra
Lenamee im Staate Michigan ; 1400 Em. ; 18)
tiſcher Bezirk mit Poftamt in der Grafihait gr
im Staate Indiana; 1000 Em.; 19) Et
Bezirt in ber Grafldaft Tippecanoe im €
Indiana; 1400 Em.; 20) Hauptort ber Gra
Wayne im Staate Illinois; 1000 Ew.; Bi) £
ort der Graffchaft Teflerion im Staate Jowe
Big⸗Cedar⸗Creek, College, Ciſenbahn na &
1500 Ew.; 22) Städtiſcher Bezirk in der Era
Dodge im Staate Wisconfin; 1200 Em.
Fairford (ipr. Fährforb), Statt am Gi
ber engliſchen Grafichaft Gloucefter; 1600 &
Fairhaven (ipr. Fährhewwn) 1) Stat
Bezirk mit Boftamt (Post-township) in ber
ſchaft Rutland im Staate Bermont (Norbam
1000 Ew.; 2) Stäbtifher Bezirt mit Poſte
der Grafichaft Briftol im Staate Maflachufeti
Atlantifchen Ocean, Bant, Wallfiſchfang; 45
3) Boftert in der Grafſchaft New⸗Haven im 1
Connecticut, am Duinnepiac-River u. ber
Haven « Nem » Yonbon » Eifenbahn, 6 Kirchen;
Em.; 4) Hafen mit ruffiihem Boften auf ber
weftfüfte Der Injel E pitsbergen (nörpliches@ite
iries, fchottifche Elfen (f. d.).
irland (ipr. Fährländ), „orgebirg u
Luce» Bai in der ſüdſchottiſchen Grafſchaft I
Fairlee (pr. Färlib), Städtiicher Bezir
Poſtamt (Post-township) in ber Grafſchaft C
im Staate Bermont (Ntorbamerifa), an Ber
necticut» Bafumpfic - Rivers - Eifenbabn; 70
Bairley: Noad (ipr. Fährlih⸗Rohd), ME
(Theil des Elut-Buicns Des Iriſchen Meeret
ſchen ver Anfel Grent-Cunmbrav n. ber Grau
Air (fürlihe Weſtküſte ven Schottlanp).
Fairmont ifpr. Fährmont), Hauptert ber
ihaft Dearien im Ztaate Virginia (Nordam
am Monongahela-River u. der Baltimore
Gifenbahn, Bank, Dampiſchifffahrt; 1200 &
Fairmount (ipr. Fährmaunt), Städtiſche
zirk mit Poſtamt (Post-township) in der
ſchaft Luzerne im Staate Pennfylvanien (!
amerila); 1100 Em.
airport (ſpr. Fährport), 1) (Horfeben
Poftort in der Tomnfbip - Elmira in ber Gra
Cbemung des Staates New⸗-York (Nordam
am Chemung- Kanal u. ber Chemung » Imei,
der New-Nert« Erie - Eifenbahbn, 3 Kirchen,
reihe MWaarenlager; 1200 Em.; 2) Poftort |
Grafichaft Kate des Staates Obio, an ber |
tung Des Grand» River in den Erie- See;
Hafen mit Yeuchtthurm; 600 Em.
Fairview (ſpr. Fährwinb), 1) Stäbtifcher!
mit Poſtamt (Post-township) in der Gra
Erie im Staate Pennſylvanien (Norbamerifa
Der Erie⸗Cleveland⸗Eiſenbahn; 1900 Em. ; 2)
tiſcher Bezirk Der Grafichaft yert im State‘
ſylvanien, am Susquebannaftiver; 2300 Ent
Fairweather (ipr. Fäbrweddber), 1) (9
tiempo), Rorgebirg an ber. Oftliiite (Atlar
Ocean) von Ratagonien (Südamerika); 2) (2
temps), Vorgebirg an ber Weftfüfte Des
ſchen Nordanierika.
Fairweatbers Island (ſpr. Fährwe!
Eiläud), Inſel, ſ. n. Fairfield 3).
Fais bis
ti6, for. Gübe), Sufel, zum Medhipel |
ı Balmouth (Kanal la Mance).
In, ih 3 ————
— —4 gen thu ih;
her. Kafshr), ı) Unternehmer, tel.
5 mit dem Nebenbegriff der
Para, et dem F. nur a
her ardfäbrung eine® Unternehmens
Kae ven den Anfangs fünflich ge-
Sewinn zu ziehen ſucht; 2) Pläne»
85 dindastrie; 2) Jemand,
ur Sade aneführt, während ein
dap hergibt.
Samen. Gert Friebr., geb. 1523 in
n, 140 — 44 im Zbestogifchen Stiſt
Em Lerli, Yeipzig, Dresten n.
; im Dr ih kei. ber firhlichen DRufit,
u Kr gar Dirigent des neu amt.
* a fifche Kirchenmuſik, ſowie
* “ls men gesrünteten Schule
fer „. !ırfee für Wierereinfübrung
v Üerat.ze tungen in Rürttemberg.
MR e2:- 213 :Shoralmelebien ter
——A— zen 15. u. 27. Jahrh. in
Über ferer , Sturg, i050
Pr.=2 Ten. eiflenberger.
Ad, That, Tharlache, Beichäft.
sen, et cm 19 Beichäft betreiben. F.
fs aſten 2 gti), vollentete Ibarfache,
wedt SET Wern läßt.
efedet m Diſtrict Bovino ber
‚Kreta Sapitanata; 1450 Gm.
kienie · — beim ted Don Betro $.,
yeem Rt ttgreihe Murcia, lebte unter
„il. ser Tafnlien n. empörte fich
„, mare er tür feinen Better inne
gran. Tinter u. andere Pläge ein
mubinmetaniihen Filrſien Ma⸗
Lamas ven Granada in Verbindung,
ze te: Auiſiand raiche Kerrichritte
ap gehe ledere x. au Seiner Pflicht zu⸗
1422 Ge RNusammedaner unter ihrem
ape: bat ir Nureia einfielen, brachte er
17. Pie bie srche Niederlage unweit
Ben Reucri enpörte ſich F. 1457 mit
em vers, Sing, Albama u. a.; wieder
tntamMetszern verkündet, plünderte er
rettila u. andere Orte; darauf ſchickie
Gten Zeneichal Ton Petre X. u.
pertsärtere, Cerregidor von Vurcia,
dic erftürmten Albaceta u. Cieja; F.
serbeit turq mubammedeniiche Siliſe
tm Rurcia ein u. verheerte das Land,
wand.&cr. 1457 geſchlagen: daranf
Me u. fınter genemmen, x. telbit capi⸗
Yerca 2 rurte nach Ziquena gebracht,
ter Xänig Bergeibung angebeiben ließ.
„Eiabt, for. m. Kayoum.
I) Eühente u. Bertelmände in Arabien
Kele durch Weltentiagung u. tur
at Sinnlichkeit ertötten, un der He-
Gen m. religiẽſe Gegenſtände nach
Keil um Aimefen iur ihren Unter⸗
m:2)ien m. D. rwiich.
de, Serzebirg auf ter Seſtküſte ter
Je Kıafa, bei Nanyalafi.
‚al, Asie, ipr. sschlı, Fluß in ber
urhat Teruwall, vereinigt fich mit
— —— — — — —
— —
Falafchað 7
dem Truron⸗Creek u. mäntet in ben Hufen vor
Fala (röm. Ant.ı, bölzerner Thurm bei Be⸗
lagerungen.
Feia ‚ Etatt am gleichnamigen Finſſe, BAlich
von Sierra Leone (Weftafrika); bat 6GU0U Ew., iſt
mit Palliſaden u. Graben befeftigt u. if} die Nefl-
Lenz Dee Regervolla ber Sulimas.
läcer (Pater F.\, italieniider Sero®, (Bott
ber Baumfrüchte; es gab auch eine Göttin Belärre.
Falarrinum (Aaterrine, a. Geegr.), Cirifchaft
der Sabiner in Yatium; Geburtsort des Kaiſere
Lelpafian.
Falaife (fer. Zatäpe), 1) Arrenbiflement im
franzöfifhen Zepartement Calvades, 15 GM;
62,500 Em. in vier Kantonen; 2) Haupiſtadt darin
am Ante; Sieil- u. Handelegericht, Kollege, öffent-
lihe Bibliethet, Rumen des Schleſffes (in wel»
chem 1027 Wilbelm der Eroberer geboren wurde),
Fabriken von Banmwollen, Welten - u. Leinen⸗
waaren, Spitzen, Sitten, Dieflern; Gerberei, Fär⸗
terei, Dantel, namentlich mit Pferden; jäbrlich
vom 10.—25 Aug. in der Vorſtadt Guibray große
Meſſe, von Wichtigkeit für das ganze nortmeftliche
Kanten (limfap 15 Mill. Arce.); 9500 Em. —
23 ſchen Jul. Cäſar bei %. ein Gaftell erbaut
babe, ift nicht geſchichtlich erwieſen; das nachmalige
Schloß, welches Die erſten Serzöge der Normandie
bemebnten, if nicht aus römiſcher Zeit. F. mar
Die legte Veſte, melde die Englänter im Kriege
gegen’ fgranlreich ercherten. Hier ten 10. Decbr.
1174 Friede zwiſchen König Heinrich II. ven Eng⸗
land u. Wilhelm von Schottland, velcher Letztere
in defien Folge feine FFreibeit wieder erbielt. 1450
wurde F. an Karl VII. übergeben.
Falaiſe ipr. Kaiärı, nennt man in Frankreich
das fteile Dicereanier, fo bie Fen ter Mauche,
weiche über 300 Fuß boch find u. fih vom Gap te
la Heve bis jenſeite Calais erftreden.
Falaiſes (ir., ipr. Raläbfe), Serſchen der Nor⸗
mandie.
Falak, Strafe bei den Türken bei geringen
Berbreben, wobei man ten Verbrecher auf Die Erte
ſetzt, ſeine Heine anuibebt u. ihm mit einem Nat
tanch. Beinen ſpaniſchen Robr einige Ztreiche auf
tie Zufjieblen, Den Weibern auf den Dintern gibt.
Falalap, Iniel, zur Gruppe Uljutbui des Ca⸗
rolinen Ardipels (Pelvnefien, gebörig.
—I Stadt au? Mallorca.
alaria (a. Geogri, Stadt in Ficenum; jebt
Falerone.
Falarıca irẽm. Ant.), Maſchine zum Werfen
ten Arantgefcheflen.
Falaſchas Schwarze Auten‘, eigen:büm⸗
licher KVolleſamm im der Provinz Semen, am
Tyanaiee, bei Gondar u. in Den Nordgebirgen der
Provinz Agaomeder in Habeſch, find von abu'ini»
ihem Stamm, ichwarz, belennen ſich aber, tie
mancher chriſtlichen Gebräuche, zu Der lfüdiichen
Religien. rüber batten fie einen errenen Fürſien,
dejjen Reſidenz bie Felienburg Aruba Gideon
war, u. erſt ſeit Dem Kabre Ison, nachdem ibr
Fürſtenſtanm iangebii.b aus dem Hauſe Duvide)
ausgeſterben war, famen fie unter die Botmäßig⸗
fer des Herrſchers don Tigre. Die 9. leben von
Handarbeiten, Bauten, Scomiedearbeit u. find
Burch den Ruf ter Zauberei gerbitt Ben Der
Bibel kennen fie faunı die 5 Bücher Profis, u obe
80
Falb bis Falcke
gleich fie ſelbſt bebaupten, daß ihre Verfahren ſchou | ber Stelzvẽgel; einzige Art: Zioergſtran
zur Zeit Salomos eingewaudert feien, fo iſt es dech fer; 2) bei Bedhftein io v. w. bie.
wabhrſcheiulicher, daß fie erft ſpäter befebrte, nicht
aber wirkliche Juden find.
Falb, 1) von allen farben, bie vericheffen find,
od. fo ausſeben; 2) ein in bas Graue fallendes
Geld; vgl. Fahl.
Falber (Baibinger), 1) Lie Weite Weibe; 2) jete
bochftäinmige Weide, mit bleicher Rinde u. bleichen
Blättern.
Falcade (fr., fpr. Falkahd), Courbette, mo das
Dintertheil des Pferdes füft Die Erbe berührt; daher
Salkiren Iaffen, eine F. ansfilhren.
Fulcadine, eine im Lombardiſch⸗venetianiſchen
Königreihe endemiſche Kranfbeit mit Knochen⸗
ſchmerzen u. Verſchwärung der Schleimhaut, |. u.
Sypbiloiden.
Falcaire, früher ein ınit einem krummen Säbel
od. Degen bewaffneter Soldat.
Fulcao (Salcam), Chriſtevao, portugieſiſcher
Dichter, geb. zu Aufang des 16. Jabrh. zu Porta»
legre in Portugal, war Gouverneur der Inſel Dia»
deira. Seine Gedichte an feine Geliebte Donna
Maria Braudao find zuſammengedruckt mit Denen
des Veruardin Ribeiro, "enina e Moca, ou
Sandades de Bern. Ribwiro etc., Liſſab. 1559.
Falcarta (F. Most. Zıteibolte), Fflanzen-
gattung aus der Familie Ser Un:beiliferae-Am-
minsue, 2. Ordn. 5.81. L.; Kelchrend finfzähnig,
Bluntenbiätter ausgerandet, mit einwärts geboge⸗
nem Läppchen, Frucht länglich, von der Seite ju⸗
ſaumengedrückt, Früchtchen uiit ſünf fädlichen Rie⸗
fen, Die ſeitenſtäudigen raudend; Fruchthalter frei,
zweiſpaltig, Thälchen einſtriemig, Striemeu fädlich,
Blütben weiß; Art: F. Rivini, mit dreizäbligen
od. dreiſpaltigen Blättern, Deren Lappen ſchmal,
fat ſichelförmig, ſcharj gezähnt find, iparrig äſtigem
Stängel, bänfig im Getreide u. an Wegen. Die
ftarfe, mebrenrrtige u. jüßlich ſcharf ſchmeckende
Wurzel u. tas bitterlich gewuͤrzhafte Kraut war ſonſt
als eröfinent u. harntreibend officinell.
Falcätus (Bot.), fiyelförnig. Falcatl, fo v. w.
Sichelvögel.
Falces (Nehrzabl von Falx, räm. Ant.), 1)
fterfe, ſichelförmige Meſſer, au langen Stangen
beieftigt, um bie Taue an ben Segelſtangen ber
feindlichen Schiffe damit abzuſchneiden; aber Na-
ves falcatae, mit ſolchen Merkzeugen ausge—
räftete Schiſſe; 2) Werkzeuge zum Einreißen ven
Maueru bei Belayerungen.
‚Falces, Statt am Arga in ber fpanifchen Pro-
vinz Bamplena, Rein- u. Getreitebau, Bereitung
von Olivenöl; 2500 Ew.
Falcidia lex testamentaria, ®efehver-
ſchlag, vom Boltetribun Falcidius 41 0. Chr. ein⸗
gebracht; beſſen Inhalt |. u. Beneficium legiv Fal-
cidiae; F. quaria, |. ebd.
Falciföri (Betref.), Abtbeilung der Anımeniten,
mit den Arte: Anımonites deprersus, A. hecti-
eus. A. opalinue, Murchisonue, Serpentinus,
radians u. Wulcotti.
Falciform (v. lat.), ficheliörmig; Falelfermis
processus (Anat.), ſo v. w. Falx (Auat.).
leineſlus, 1) bei Cuvier Untergattung ber
Schnepfen aus ber Familie der Faugichuäßel, Vrdu.
ald, 1) Jeremias, Kuvierfiecher aut
jig, um Die Mitte bes 17. Jahrh., lebte i
ris, dann in Kopenhagen, Etrodbolu, 9
daui u. Hamburg, wo er mabhrfcheinlich um
farb. Bon feinen zahlreichen, vortrefflic «
führten Stichen find bie belaunteften: bus
cert, nad Giorgione; die große Kreuzignng
vau Dyd; das Freudenhaus, nah Rubens:
feine Erftgeburt verlaufeund, nach Ziutorett:
hanuee in der Wüſte, von A. Bloentuert. 2) “
eiubard, geb. 1776 in Utrecht, Aa
Amfterdam, mar 1802—06 Geſaubdtſchaft
in Dlabrid, trat 1508 als Generaljecrets =
Departemeut des Seeweſens u. ber Colon
1813 für das Haus Oranien tbätig, w
der Reſtauration Staatsiecretär u. von 18
Miniſter des öffentlichen Unterrichts, ber $!
inbuftrie u. ter Kolonien, rourauf er ala
ländilcher Geſandter nach Yonton ging. JM
Trennung Belgiens ven Holland Iebte er fen
ohne Amt in Haag: ging 1940 als Geſand
Brüfjel u. fiurb Dort 1943. 3) Niels Nike
geb. 1794 in Emmerlef bei Toudern, weh
Profeſſor Der Rechte in Kiel u. 1835 Migll
Schleswigſcheu Stuuteverfanmmfunng , busen
bent er 1535 war; er betbeiligte ſich an den &i
ber neun Kieler Profefioren gegen ten
bes Könige 1546, mar 1545 auch
Conjtituirenten Berjammlung ber Gerjage
trat jedoch bald von ker Oppofiticn gegen:
niglibe Regierung zurüd u. ft. 1850. E
Juriſtiſche Encyliopädie, Kiel 1521, 3. Au
Über bie ftautörechtliche Verbindung ber
tbümer Schleswig u. Holſtein (aus ben Ag
ihen I. F. W. Echlegelsi, ebt. 1516; Das
tbum Schleswig in ſeinem gegenwärtigen F
nifje zu tem Königreih Däneniark u. dem
tbunı Helftein, ebd. 1516; Das jütifche Yom—
1819; Ant. Heimreichs nordirieſiſche Chroni
1519, 2 Bde.; Saumlungen zur nüberee
bes Vaterlands, ebt. 1519— 21, 3 Bde.;
lungen der wichtigſten Abhandlungen zur WM
rung Der vaterländiſchen Geſchichte u. de—
ländiſchen Rechts, ebd. 1819 — 26, 4 Bde.
buch des ſchleewig⸗ holſteiniſchen Privatrechtee
1823 — 18, 3 Üte. 4) |. Fall.
Falcke, N Georg Friedrich, Freiberr
geb. 1786 in Hauuover, ſtudirte in Gettin
Ftechtswiſſenſchaften, wurde 1505 Aubitor-
Juſtizkanzlei iu Hannever, dann in der weft"
Zeit Wiitglied des Gerichtähufes in Nienburg
Subſtitut des Generulprochrators an dem
befe in Hamburg, 1513 Hof» u. Kauzleirath ũ
nvver u. 1520 Mitglied Der Diainzer Com
in der Unterſuchung gegen bie beutichen Den
Inzwiſchen war er 1523 Oberappellationeu
Kelten. 1525 Kanzleibirector in Stade gewor
wurde 1828 vortragenter Rath im Miniſteri
Außern u. 1829 — 30 ftellvertretenver Geſanl
Wien. Er hatte Daun den weſentlichſten Antl
der Ausarbeitung Der baunöverſchen Konfttiu
wurde, in len ggreiberrenftand erhoben, 1833
glieb Der erſten Kammer. Bei der Thronbeſt
Ernſi Auguſis ging F. in dus neue Diinijteriu
u. wurde vertrigender Kath beim Körigen.
nach Scheeled Tede, Geh, Kabinetsiuth. 18
Baldeubagen bie Falczy
etene Entlaffung u. lebte Darauf in ; bieXchre, bis ihn Lemoine als Echüler annahm. Rah
f einem Reſuch in Hanuever f. er
«1850. 8) ij. Falke.
em, Atam, geb. 1697 in bem jächfi« '
oj · Deltzig, bildete fich zu einem be» | Seine Statuen, deren er viele für öffentliche Pläbe,
lenſpieler aus, lebte längere Zeit in :
nn in Jena vom Ertbeilen von Mu⸗
urte 1729 Rammermufilus in Wei⸗
1132 als Yautenipieler zu dem Mark:
Areutb. Gr jchr.: Erſtes Tuhend er-
' geiitliher Geſänge mit Wariationen
« Rürub. 1355; Iwöilf Yautenfeli u.
Sonstine Ja Caınera & Liuto
U, ip.
&. um 1516 in Paris, Schülerin des
ü. ſeit 1934 erfie Sängerin ber Gro⸗
ii, erregte bei einem Meyer opran
Altige Intenatien u. durch ihre ber
‚, bei in ‚Diegerbeers Ipern, all-
Wersirig, bereiile 1637 die Previn⸗
j nach Paris zurüd u. trat 1840
au
Kur ganter Küfle ber algeriſchen
I #5 Ieden im Diſtrict Paola ber
x» ınz Salabria citeriore, 1600
EE xtliben bei Sicilien liegenden
S hut bes Handels angelegt.
(an ikenier), an dem fränliichen
x Düe Fallkeniagd.
ge ürg an ter Nordweſiſpite ber
gie „gen. Oracolo delle Ba⸗
6 im Neapel, Hiſtorienmaler aus
Her Schule, Echiller bes Ribera,
Sulter des Tedtenbundets (Com-
worte) zur Zeit bes Maſaniello,
zer lüämmtlih Maler maren, melde
„ batten, alle Spanier in Neapel zu
as Fit Maianiellos möglichſt zu ver-
Rah dem Tore Maſaniellos lebte F.
in Frantreich u. gründete, nach Neapel
eine große Schule, aus weldyer Sal⸗
ereotzing. Er malte bei. Schlachten⸗
gekenen (Daber fein Beiname u. flarb
Vilder ſind jelten u. geiucht ; ein ber-
fh im Louvre u. ftellt einen Kampf
zrittern u. Sarazenen bar.
(pr. Zablner), William, Naturbichter,
in Ekinburg,; war Matros, priva-
in Schottland u. ertranf ale Zahl⸗
„Rintieniahrers bei einem Schifftiuch
69; er fhr.: The shipwreck,, Yond.
kt 1504; Marine lietionary. ebd.
.1809; als Thbeophilus Thorn
‚he demagogue gegen Wilfes u.
ensbejchreibung von J. St. Clarke
ke tes Shipwreck (vond. 1604 u.
‚ Heine uw. unbewohnte Infel ber
meftlih ven Wie.
ir. ipr. Ballonch), im 16. Jahrb.
ibüp, weiches bei 5 Fuß ränge m.
reiht eine dreipiündige Kugel ſcheß.
dr. Falleneb, 1) Cienne Man—
16 zu Veray in ter Franzeſiſchen
|
ee Le LL———— —— ——
6 Jahren ichuf ex feinen Milon ven Kroten u. 1766
murbe er von Katbarina 1]. sach Betersburg beruten,
um Die Reiterftatue Petere Des Großen zu gießen.
Gärten x. anfertigte, tragen alle ben Stempel des
entarteten Geichmads feiner Zeit. Gr kehrte nach
Paris zurüd u. wid mete fih ten Wiſſenſchaften,
: wurde aber 1753 durch einen Schlagfluß gelähmt
u. fl. 1791. Er fdr.: Reflexion sur la sculpture,
Bar. 1761; Observat. sur les atatuer de Marc
Antoine, ebt. 1771; Werte, Lauf. 1755, 6 Bbe.,
n. Ausg. Bar. 1505, 3 Üte. 2) F., Banquier in
Neapel, grüntete daſelbſt ein großes Haus, mit
welchem Die utapolitaniſche Regierung Anleibege⸗
ſchäſte machte, u fl. 1837 in Neapel. Nach ibm
werben tie neapolitaniſchen Certificate anch Balco-
nets geitunnt.
Falconetto, Giobanni Maria, geb. 1455 in
Berena, widmete ſich Aufange ber Malerei, dann
der Baulunft u. entwidelte ın Batua eine eriolg-
reihe Kunftebärigleit. Dort baute er ten jeßigen
Palazzo Giuftiniano für Luigi Cornaro, die Thore
©. Giovauni u. Savonarola, begann ten Bau ber
Kirche Sta. Maria delle Gracie u. zeichnete viele Ent»
würfe zu Privargebäuten in Padua, Berena u.
Beuerig. Ihm vertanlen jene Stätte die Eiufüb-
rung bes Renaiffancefiyie, der fich hier fpäter zu
reicher Blüthe entwidelte. Er fl. 1534.
Falconia, Broba, römiige Jungfrau um
410 n. Chr., ſchilderte ın Virgilianiſchen Kentonen
(f. u. Cento 5) die katholifchen Dogmen u. des Er⸗
löſers Leben u. Tod, berausgeg. ven Maibom,
1597: von Kromayer, Halle 1719.
Falconidae (Accipitrini), familie ter
abler⸗ u. fallenartigen Raubvögel; Dals u. Kcpf
befiebert, höchſtens bei einigen bie Wangengegend
ob. ein Theil tes Halſes nadt; Augen jeitlib, Zü⸗
gel egend mit furzen Borftenfebern beſetzt; Krallen
a „ſtark gefrümmt, jehr fpisig; Flugvermögen
vortrefflich; ibre Nahrung beſteht vorzugeweiſe in
lebenden Thieren, u. fie können lange hungern. Das
Gefieder iſt nach Alter u. Geſchlecht oft febr ver-
ſchieden. Eie find Tagraubvögel u. zu ihmen gebö-
ven die Anler, die eigentlichen Falten, Habichte,
Buflarde, Milane, Weihen u. Stelzengeier ot.
Secretãte (f. d. a.).
Falconieri, eine florentiniſche Yamilie, von
welcher bebeutendb find: Alexis, einer ber fieben
Florentiner, welche 1233 den Orten ber Eerviten
(f. d.) fifteten. Seine Koufine, Juliana (geb.
1270, geft. 1341), gründete, durch ibn bewogen,
1306 ten Nonnenorten der Eerpitinnen (uud
Tertiarierſchweſtern der Serviten genannt), weldyer
1424 vom Papft Martin V. beflätigt wurde, u.
“in erſte Euperiorin fie wurde.
aleucci vipr. Fallutſchi), Ricolo, auch Nico⸗
laus de Falconiis od. N. Flerentinus genannt, be»
rühniter Arzt, lebte zu Ente Des 14. u. zu Anfang
tes 15. Iabrb. in Flerenz u. fiarb 1411. Er fchr.:
Sermones merlicinales septem, Bavia 14741. 6. ;
Commentum super aj horismos Hippocratis
conpletum a J. B. Theodusio. Bonn 1522; Li-
ber de medien materin. Ben. 1535.
Yaleunrülus Meiſenwürger), Untergst-
tung te Eattiung Würger et. d.n.
Falezy Aalſchi. Kreis zwiichen dem ven Tulowa
bauer, famı zu einem Helzichuiger in ı u Jaſchi in der Pieldau, zahlt 127 Dirfer u. Die
6
tfen. 4. Aufl. VI
gif fie Vetter Beisurıen, Laß ibre Beriatcen 'üca
Jat Zeit Salenes eingearantert ſeien, ie us es dech
wainherzlider, Lab fie ert; ſpater belebrre, micht
ate: wirfiihe Juden ſind.
mᷓalb. 1) xeu allen yarben, tie verichcfien ſind,
ob. fc ansfeben; 8) eın in das Graue jallentes
&is; Fabl.
ralber (Baibinger), 1) Lie Weitße Weibe; 2) jede
bedfzinmige Weide, mis kleider Rinte u. bleichen
Dlänern.
Falcake :ir., fpr. zallaktı, Ceurbette, wo das
Sintertbeil tet Giertes faf die Erte berührt; Daher
Salkicen lafſſen, eine 75. autrübren.
Wulcaktine, eine im Yombartiich-nenetianifdgen
Königreihe endemiſche Kranfbeit wit Knochen⸗
fhmerzen u. Berichwärung der Schleimbaut, f. u.
Sprbileiten.
Falcaire, früser ein ınit einem frunımen Sãbkbel
ct. Tegen kerrafineter Scltat.
Falcao (Balcam), Chriſtevao, portugieſiſcher
Tichter, geb. zu Anfang des 16. Jabrb. zu Porta-
legre in Vertugal, war Gouverneur ter Inſel Pig»
keira. Zeine Eetichte an feine Geliette Donna
Maria Braudao find zuſammengedruckt mit Denen
tes Beruzrdin Ribeiro, Rnina = Moca, ou
Sanrdsdes de Bern. Ribeiro etc., Viffab. 1559.
Falcaria (F. /lost.. Zıkelbolte), Filanzen-
gattuu; aus der Familie Ser Um:beiliferae-Am-
mirsze, 2.Ortn. 5.8. 2.5 Kelchrent fünfzähnig,
Blummestiätter andzerander, mit sinwärts geboge⸗
nem Läppchen, Frucht lãnglich, ve: der Eeite zu-
ſaumeugedrũckt, Frũchtcheu sit Fiinf Täblichen Rie⸗
fen, bie feitenftäntigen rauderd; Fruchthalter frei,
zmeilpaltig, Thälchen einſtriemig, Striemen fäblich,
Blũtben weiß, Art: F. Rivini, mit breizäbligen
od. Treiipaltigen Plättern, Deren Lappen ichmal,
faft fihelförmig, Iharf gezähnt find, iparrig äſtigem
Stängel, häufig im Getreide x. an Wegen. Die
ftarfe, möhren ariige u. jüßlich ichari ſchmeclende
Wurzel u. das bitterlich gzewurzbafte Kraut war fonft
als eröffneup u. barntreibend efficinell.
Falcätus (Bet.), fiyelförnig. Falcatl, fo v. w.
ESichelvögel.
Falces Mebrzabl von Falx. rem. Ant), 1)
ftarke, ſichelförmige Diefier, an langen Stangen
befeitigt, um Lie Taue an ben Segeiftangen ber
feindlichen Schiffe damit abzuſchneiden; daher Na -
ves falcatae, mit ſelchen Werkzeugen ausge⸗
rüftete Schiffe; 2) Werkzeuge zum Cinreißen ven
Mauern bei Belayerungen.
Falces, Stadt anı Arga in ber ſpaniſchen Pro-
vinz Vamploua, Wein- u. Eetreidebau, Bereitnug
von Olivenöol; 2500 Ew.
Falcidia lex testamentaria, @efehvcer-
ſchlag, vom Vollstribun Falcidius 41 0. Chr. ein⸗
gebracht; teifen Inhalt ſ. u. Beneficium legıs Fal-
cidiae; F. quarla, j. ebt.
Falciföri (Petref.), Abtheilung der Ammeniten,
mit den Arte: Amımonites depressus, A. hecti-
eus, A. opalinus, Murchisonae, Serpentinus,
radıans u. Walcotti.
Salciferm (v. lat.), ſichelfẽrmig; Falelfermis
processu» (Anat.), jo v. w. Falx (Anat.).
ſtarb. Son feinen sablreiden,
i
1
L
’
1
ı
h
leinelluß, 1) bei Cuvier Uuteraattung ber ;
Schnepfen aus ter Familie ter Langichuabel, Urdu.
Zalb bis Falcke
der Stelzeẽgel: einzise Ar:: 4
sergf
fer; 2) rei Betten ie nm. ix. Sie.
wald, 1) Secemras, Rar’eziteb:
jig, um tie Viit:e bee IT. Sabes., .
ris, danu ın Kepentazen, Stedbel
baut u. Hauibutg, ide es wabrigeinl:
STTre
führen Stichen fine tie keiziizieien
cert, nab Giersicne: Lie arehe Kreu
van Did: dad preutenbeie, nach Ri
feine Erfigekurt verkeuiend, nach Ziu
Bamies in ver Räte, ven A Alveniueri
Reinbart, geb. 1776 m Urrecht,
Amfertam, war 1502 —u6 Gefaadtẽ
in Matrid, trat 1808 ald Seneralie
Departement des Seeweſens u. der Iı
1613 für das Heus Oranien bang,
ter Reftaurazieu Zrastetecretir u. oc‘
Veiuiſter bes öftentliken Unterrichten, I
induſtrie u. der Telenien, werauẽ &
läntiicher Geĩaudter uch Leuden ui
Trennung Belgiene ven Hollend lebte
ohne Ant in Haag: sit Iso 218 &
Briüfiet u. ſiard dert 1843. 3) RNiels
geb. 1784 1a Enunerlei bar Teudern,
Proieſſer Der Rechte in Kiel u. 19305
Schleewigſchen Ständeverianmmlung,
dent er 1535 war: er berbeiiiste ſich an
ter neum Kieler Prejeſſoren gegen ten!
des Könige 1545, mar 1848 auch
Konitituirenten Bertammiung ter H
trat jeboch bald von ber Oppeſitien
niglibe Regierung zurüd u. it. 1850
JZuriſtiſche Encollopãdie, Kiel 1821, 3
Über tie ſtaatsrechtliche Verbindung
tbümer Schleswig u. Helũuein vaus ed
ſchen J. F. W. CE chlegels‘, ebd 1816:
tbum Schletwig in ſeinem gegenwärti
niſſe zu dem Königreich Daneinark u
thun Helſtein, ebd. 1816; Das jütiiche
1819; Ant. Heinireichs nordirieſiiche dl
1519, 2 Bde.; Zarımlungen zur na
bes Vaterlands, ekt. 1819 — 21,3 2
fungen ter wicrigiten Abbandlungen
rung der vaterländiſchen Geſchichte u
ländiſchen Rechte, ebd. 1819 — 26, 4
buch des ſchleewig · bolſteiniſcben Privanı
1525 — 13,5 Bde. 4) 1. Fait.
Walde, 1) GeergFriedrich, Fre
see. 1786 in Hauuever, ſindirte in €
Necbtewilienidaften, wurde 1805 Au
Juſtizkanzlei in Hannever, dann it Der
Zeit Mitglied des Gerichtehofes in Nie
Subſtitut des Generalprecurators an
bofe in Haniburg, 1513 Sol u. Kauzlei
nvver u. 1320 Dütglied Ber Mainzer
in ter Unterſuchung geyen Die Deutichen
Inzwiſcheu war er 1923 Therappello
Celle u. 1825 Kanzleidirecter in Stade
mwurte 1>2> vortrageuter Rath im Dit:
Außern u. 1829 — 30 ftellversretenver
Rien. Er hatte dann den weſeutlichſte
der Außurbeitung ter baunöverſchen C
wurde, in Len Freiberrenſtaud erheben
let fer eiſteu Kammer. Bei der Tb
ruft Auguſis gig F. in Bus nee Rin
u. wurde vortrigender Rath Seim 5ı
‚nah Scheeled Tote, Geh. Kabinetstui
Jalckenbegen Ne
txbetene Entlefiung =. leru to:anı ı8
Au einem Weind ın Danzere & er:
—
—
A
t. 1850. 2) j. Asık.
.Adam, ach. Its? :2 dern -
En dan di. Deldia. bildere ih an e: en her
— * Kuaikieler aus. ;ebte längere Jen <m
Füche, Kalle in Fena dem Errdeuen rer XR
Im 1.7 1129 Rammeracittut ır Ir
* u ale Yamıenimeler zu den Frei!
wolle, teute. Gr iche.: Erhee Zuger: c:-
ax dältlier GBelänze m:ı Barzznerer
Aueh 158; Am License
5 Sonatine Ja Camera a iL:.i,
Bike BL
er um 1818 ın Parie, Eden Yet
—* er 1834 erhe Sängern te: @:r-
men err eate ter cınem
„sie ntenaten u. tur ure be»
We, be ın Jheuerber:e pen, ai»
Meer: xx 3, beteiſie 185° die $remc-
m nz > $arıe zurud u. az Im
aur_
nzet S an ber Küfle ber algerrier
Nr Xeden im Tifrict Basla ter
Bre nnzʒ Talabrıa cneriere; 1600
ex 1 — tliden bei Sicilien liegenden
nm <= Hub des Handels angelegt.
3 (FF em Ienier), an dem frankiiden
jet > we Falkenjagt.
zerze ID x 13 an ter Rortmefipige ter
gS-
gsi. gen Oracolo delle Sa⸗
yo Tr Neapel, Siflorienmaler ans
er Schule, Schiller bes Ribera.
gret tes Tedtenbundes (Lom-
is Orte, zur Zeit bes Maſaniello,
eret fümmtih Daler waren, melde
Xecte.. zrüntee de
Meʒat⸗ẽE tetea
batten, ale Spanier in Neapel zu '
„nat Fit Maianiellos möglichft zu ver
Rah em Tode Maſanielles ledte F.
pre in Atankreich u. gründete, nach Neapel
Zri, eine große Schule, aus welder Sal⸗
[a bereorging. Cr malte bei. Schlachien-
Briegeicenen daher jein Yeiname. u Rarb
sine Yilder fint jelten u. gelucht , eine der⸗
abet fi im Louvre u. fiellt einen Kampf
reuzrittern u. Earazenen bar.
gr (ipr. Fabtner), William, Naturkichter,
135 in Edinburg; war Mutre®, priva⸗
n in Schoettland u. ertrant als Zabl-
4 Cfintienfahrers bei einem Edifftiucdh
1769; er ichr.: The slupwreck,, vond.
julegt 1804; Marine dictionary. ebd.
u. 1809; ale Theophilue Thorn
he demagogue gegen Wilkes u.
kebensbeichreibung ven I. St. Clarke
gabe tes Sbipwreck (tont. 1304 u.
ra, Meine u. unberrebnte Inſel ter
ordweſtlich ven Diile.
ke :ir., Ipr. Zallonch:, im 16. Jabrb.
Seſchüd, weiches kei > wa Yänge u.
Gerrit eine dreipiündige Kugel Icheh.
spe. galfeuek , I) Gurenue Man—-
17165 zu Veray in zer aranachicen
urbauer, laın zu emem Helzichuget in
ses:fen. 4 9. 81
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Bezer::. Ibm mertanten jene Szadte ed.
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ade: Miüide inmdelie. Er, land
Kelconia, Er:ta, romrie Surstııu um
sion Ihr... iuterse in Firgiuenı' en Jenieren
vo. gene 5 die farbeliiden Teoymen u. der Er⸗
löiere xYebea u. Zeh, bersusser von Ksidem.
1547 : ven Kremader, Sale 1: 1
Falconidae | Acvıpitrinı ,„ wamılıe der
atler- u. iat:enatagen Kaubräse: Vaeu Kepi
befietert, bödfiene Nı einigen die Wangenacaend
ot. ein Theil tea Aaliee nadı: Auser ana. Sue
gelgezeur mit funzen Vorſteriedern beregt. Aralın
rafnıg, Hark getrümme, jebr iridia: Kluarermegen
verizeftuuh: ıbre Rabrung beitebt verzugemcere ın
lebenten Thdieren, u. fie fcınen lange bungern. Dee
Geñeder ıfı nach Alter u. Geichlecht eit jebr ver-
ſchieden. Zie fine Zagraubeögel u zu ıbnen gedö-
zen tie Arler, die eigentliben allen, Habicdte,
Auflarte, IRilane, Beiden u. Sielzengeier ed.
Beiretäre iſ.d. a.).
Faleonieri, eine flerentiniſche Familie, ven
weicher bedeutend ſind: Alerie, einer der ſieben
Flerentiner, welche 1233 den Orden der Serviten
(1. d. ſtiineiten Keine Ceuſine, Juliana (geb.
1274, geft. 1341 ,, grüntere, durch idn bemegen,
1306 Een Nonnenerden ter Servitinnen auch
Tertiarierichweftern ter Serviten genanndd, welcher
14124 vom Papft Martin V. beflätigt mwurte, u.
keiien erſte Superiorin fie wurde.
Kalcucci vier Kalturiche-, Ricelo, aud Nice:
laus te Falconiis ot. N. Flerentinus genannt, be-
rübn:ter Arzt, Ichte zu Ente des 14. u. zu Aniang
Bes I. Sabrb. in Flerenz u. ftarb 1411. Er ſchꝛ.:
Sermones me-lieina.cs septem, Pavia 1474u ö.:
Commentum super aj horismes Hıpjovratis
eompletum a J.B. Theodeno, Benn 1522; La-
ber de media metreria. Wen. 1535.
Faleuncülus Merſenwürier, Untergst
tung der Eattuna Ss .D.
FalezuıRaisn. Nice achten dem ven Tufeima
u Jaichi sm Der Pleitdau, zei 185 Deren
6
82
Baldage bis Falk
Stäbte Farfht m. Huſch, von denen Tegtere Haupt- | Der Falerner ift noch jetzt ein fewrige
ſtadt Des Kreiſes if; anſehnliche Meldungen,
Weinban.
Faldage (ſpr. Fahldedſch), das Recht ber Lehne⸗
berren in England, in Folge deſſen ſie die Trift
über alle unbefriedigte Laͤndereien ihrer Untertha⸗
nen baben. Faidfee iſpr. Fahldfi), das Geld, durch
welches die Belaſteten ſich davon loslaufen.
Faldermannia (F. Bung.). Pflanzengattung
aus ber Familie der Labiatue-Monardeéae-Ros-
marineae; Arten: F. parviflora Schrenk, C. A.
Mey. (Zizyphora tenuior), im 3berien, Songa-
rien; F. taurica Bung. (Zizyphora taurica).
Faldern, 1) einer der vier Hanptftabttbeile von
Emden; 2) (#aldernbeift), einer ber beiden Binnen-
häfen dieſer Stadt.
Faldiſtolium, 1) Galtſtubt), Stuhl, welcher
in der alten chriſtlichen Kirche auf einen erhöhten
Platz im Chore aufgeftellt wurde, von mo ans ge-
predigt wurde; ®) der Tragſeſſel in der päpftlichen
Sapelle zu Rom; 8) (Bardftoot, ſpr. Fahldſtul),
Stuhl, worauf in England ber zu krönende Mon⸗
arch bei der Recognition fitt, |. u. Krönung.
Faleme, ber mefllihe von den drei Duell»
firömen des Senegal (Weftafrika).
—5 (a. Geogr.), jo v. m. Faleſia.
alerli (a. Geogr.), uralte, auf hohen Felſen
liegende Stadt in Etrurien, von Ein. zu den alten
Niederlaſſungen der Pelasger gerechnet, von And.
megen bes Junodienſtes fiir argiviiche Colonie ge-
halten: pie Ew., Faterit ob. Faliſter (nach Ein. waren
Die Faliſter die Umwohner der Statt), ſprachen einen
befonderen Dialekt, u. Umbrer ıı. Sabiner batten fich
mit ihnen vermilcht. In F. waren bedeutende Linnen⸗
manufacturen, u. Die Umgegend lieferte gute Magen⸗
würſte u. zu Opfern gebrauchte weiße Stiere. Außer
Juno wurden noch Minerva ıı. Janus bier verehrt.
394 v. Chr. wurden die Falifler von Camillud be-
ſiegt. Damals ſoll der Kinderlehrer in F. mit feinen
Zöglingen, Söbnen der Edeln ber Stadt, in das
Lager des Camillus gekommen fein u. dieſem ange⸗
boten haben, die Kinder als Geißeln zu übergeben,
Damit er den Faliſtern Dann Bedingungen machen
könnte. Camillus ließ Dem Lebrer bie Hänte auf den
Rüden binden u. denſelben von den Hintern nad
ter Stadt zurfidpeitichen. Daß F. Damals den Rö—
mern unterworfen morden fei, ift Bloße Sage, viel⸗
mebr erhielten fich die Falifler ihre Freiheit u. nah⸗
men an dem italiſchen Rationalfriege gegen Rom
Tfeil; erft 241 v. Chr. wurden fie unterworfen u.
mußten ihre Stadt in ber Ebene anlegen (Aequun
Faliscum). Doc gebieb diefe Anlage nicht, u.
bie jpätere römiſche Colonie, die hierber geichiet
wurde, zog ſich wieder nach tem alten F., das nıın
olonia Etruscorum Falisca ot. Co-
loniaJunonia bieß; jett Eivita Caſtellana, wo
fih noch alte, aus vieledfigen weißen Steinblöcken
ohne Mörtel aufgeführte Mauern, wahrſcheinlich
Refte der älteften Statt finten.
Falernus ager (a. Geogr.), Gebiet in Gam-
Fauten, zwiſchen Cales u. Sinueſſa, um Das Gebirg
Falernus (Maſſicuo), welches von Sinuneſſa aus
gegen Mitternacht u Morgen lief. Hier wuche ber be⸗
rühınte Zalernee Wein (Faleruam vianım, Masei-
cum vınum), ein Duscateller, Der vom 15. Jahre
an am beften war. Die gefchätefte Sorte lieferte ber
Faustianus ager, ber ſich am öftlichen Ab»
bange tes Falernus mons gegen Sinuefja binzcg.
I anjtalt wurde.
ſchr. Die Satyren: Der Menih u bie !
trefilicher Wein, hochroth, auch gelb.
aleftia (a. Geogr.), etruriiches Ha
zwilden dem Arnus u. Umbro, mabr
der Mündung tes Tandfees in Piomdi
len (Myth.), fo v. m. Haleſus.
aletti, 1) Geronime, Brafı
. nano, ans Savona gebürtig, italiemij
des 16. Jahrh., ftand bei den Herzögen ı
in greßer Gunſt u. wurde zu mancher
gebraucht; er ſchr. ein Gericht über d
Flandern; außerdem: Urjachen bes
Deutſchland unter Karl V., Vened. 15;
2) Girolamo, geb. zu Trine in Pien
in den Dienften Des Herzogs Ercole I.
rara zu verſchiedenen Gelanpifchafter
von dieſem zum Grafen von jgrignanı
ft. um 1564 ın Padua. Sein Freund ‘]
tius hat feine Werke beransgegeben: 1)
cambrico (in lateinifchen Verſen) et alı
Ben. 1557; Orationes XII. ebt. 15:
Falg, Kiüftenfluß in Arabien, ımü
Se Golf.
algen (Bäfgen), 1) das Umreißer
peln mit Dem Pfluge; daher Falge, d
Stoppelfeld; 2) das Behacken ber Pfl
Auflockern der Erde um dieſelben.
Faltcuß, Labmagen, |. u. Wiederkeè
Falieri, alte Familie Venedigs, fı
ftajio genannt, gebörte zu ten Pre
welche den erften Dogen wählten, u.
Staate deren drei: 1) Vitalis, Tege
kon 1082—96. 2) Ordelaffo, von
biieb im ber Schlacht bei Zura. 3) Di:
1275, nahm 1346 rühmlich Theil an
gegen Ludwig I. von Ungarn, wurde Di
nifcher Gefandter in Genna u. Wem ı.
Da der Senat ben Barricier Mlichael x
cher feine Gemahlin durch ein Epiaraı:
batte, nach feiner Meinnng nicht ſattſa
ftraft hatte, machte 15. eine Verſchwö
den Eenat, welche aber ver dem Ylırab!
warb. F. wurde mit feinen Complicen
am 17. April 1355 hingerichtet. Sein
das Sujet zu ben gleichnamigen Traue
rens (1521) u. Delavignes (1829) u.
Dogarefia in den Serapionsbrüdern vor
Faliſciſcher Vers (Mer), ſ. u. A
Faliſcus (a. Lit.), ſ. Graiius.
Falifker, pie Bewohner ven od. um?
Walt, 1y dob. Dan., gewöhnl. Io
Sohn eines Periidenmacers, geb. 2%. X
Danzig, ftudirte bis 1798 in Halle u. le
Privatgelebrter in Weimar. Zeit 180F
gen feiner Satyren für fein Yeben fürch
er Die Muſen faſt ganz n. gründete etı
Die Geſellichaft der Freunde in ter!
Hauptzweck war, durch Die Kriege 180
laſienen n. verwilderten Kindern zur
nützlicher Gewerbe behülflich zu fer, u.
als Falkſches Inftitut eine öffentliche
Er ftarb 14. Februc
1795; Die beiligen Gräber zu Rum u.
ebd. 17995 Taſchenbuch fiir Fremde t
n. ter Sutyre, ebd. 1797 — 1Nu3; 9
Tüb. 1803; Ampbitruon, Galle 1904
Johannes an ter Ojtjee, ebb. 1505, u.
Ballaune bie JFalkenfels
Kr |
noch: Beltsfpiegel zur Yehre | Yebrbuch über die Gefunbh ber Iasptwirtb-
38 1626; Ooethe, aus berlönlichen | unbheitöpflege i
triäien
nieht, ebd. 1532, 2. Hufl. ebd. 1636;
en neetle, n. Hufl ebd. 1526, 7 Wbe.;
Rerke, ht, 1819, 3 Bbe.; 8) 1. Kaldı
an ‚Über Batarde ähnliches Geſchiltz,
oo), 1) bei Linne u. Euvier Gattung
Feten igen Tagraubvögel, Kopf u.
), —— an ben Augen voripringen-
Bj ebel tur, bafenfürmig, von ker
' her Hebogen, an ber Wurzel mit
och dr, gelrlmmmte, ſpitjige Krallen;
u Wb füühn, haben Icharies Gefict u.
u 5, % Ber Jugend eın anderes Kleid,
.* bebmiend größer; gerbeilt ın
l. die fi
?
* Sei e iden diee nicht der Fall if;
Irer ẽ t bie Battung nur bie failen⸗
SA, 1 Vo bie eigentlichen iin, OHa⸗
Eei n. habelmeihen or. Diilane ;
a. ZZ ntergattung) ber eigentlichen
fr ScHn nabel beiterieits einen ſpitzi⸗
ERCE 2 en Zchmwungietern am länq⸗
me FI wien baben, 1, u. Edelfallen,
Fr rihlt find. Über Die Aunf-
Hdtz tie eimelnen Theile der Fen
‚E.r®E allenjayd. 4) (Her. Der X.
SED on, u. bei feiner Beſchreibung
AL arrüide: fiebent, bebanbt
ean Tx am Haupte verbunben fl),
u «an den küßen Schellen bar),
te »venn er ein Haltband um
Schlangey, ein im 1b.
ECM Geihüg, deſſen Rebe 13
ante FE zigel von 24 Piund ſchoß u.
zu - Tergieinen.(Ribabo-
us TS E xırmer jchwer, ſchoß eine Kugel
„ymT u Kulıber lang.
Jeb X riedr., geb. 1649 in Hörter,
Verien im Braunſchweigiſchen,
nö ME mittlerer Geſchichte, Paläe⸗
ielomatit᷑ un. jr. 1753. Er ſchr.: Tra-
orbejenses für die norddeutſche Ge⸗
ag, Fl. aber ſcheb er das Chronicon
e UELI, das, ebaleich von Vielen ſchon
zuren, doch 1829 von Wedekind in
nad ener Handſchriſt in der Welſen⸗
z licidel berauegegeben, aber vun Sri
miterleit murte. 2) Ernſt Ludwig,
ia Rudeladt, ſtudirte in Zresten u.
nerarszcılanit, war jeit 1827 praluicher
in Kuteitait, wurde 1840 Repelitor u.
jſifient an zer Thierarzueiſchule in Dieb
pertbiersrgt in Rudolftabe nn. 1549 Pre⸗
‚perber.tanse in Jena. Er ſchr.: Hand⸗
boxelogie mit Berüclſichriqung der Pa⸗
Zkierärzte, Rürnb. 1820; Die Trom⸗
Rinder ꝛc., Tredd. 1831:3 Tie Ertken⸗
rzũglichen Seuchenkranlbeiten der land⸗
ben Hausiãugeihiere, Weim. 1835;
bei nutzbaren Hausſäuge: bieren, \p.
ãrztliches Converiatiorsieriten, Zen.
Torbus bei unjern nubtaren Haue—
1544; Xebrouch über ten Hunseichlag
ankbeiten, ebd. 1849; Lehebuch der
ebt. 1549; Bropäbentif u. encyllepä⸗
sr ker Thierbeilfuure, ebd. 1849;
lihen Hausthiere, ebd. 1850.
Walfenau, 1) Statt an ber Ener m. Hauptort
bes gleihnamigen Bezirls im Kreife Eger (Böb⸗
nen); Schloß (Königsberg), mit Thier⸗ n. Kafanen-
garten; Bergbau auf Steinlohlen, Baummollen-
manufactur, Hopfenban; bildet mit einigen Dörierm
eine Herrichait; 2200 Em. 8) Dorf im Gerichte
amte Auguflusbnrg des königlich ſächſiſben Kreiics
Zwickau; Spinnfabriten, Eteinfoblengrnbe, Schie⸗
fer» u. Kalfbrüde, 670 gm.
Kaltenbeige, jo v. w. Falkenjagd.
Wallenberg, 1) Kreis im preußiſchen Regie
rungebezirt Oppeln, 11 OM.; 37,000 Ew.: ber
Boten meiſt eben, aber unfruchtbar; porn den Vewob⸗
nern jprechen Die meiften poluiſch; 2) (Rieımoß-
H zur Jagd abrichten lafieı, u. ; lin), Sreisflabt darin, an der Steinau; Schloß,
fertigt Töpferwaaren: 2010 Em.: 8) Diarkifleden,
un ter Waldnaab, im Landgericht Tirichenreuth
tee baieriſchen Kreiſes Oberpfalz; Mineralquelle,
mi BRadeeinrichtungen, Schloßruiue; 00 Ew.;
4) Bera tes Elbiandſieingebirges in Sachſen, bei
Neuftadt u. Sebnitz: 174 Fuß hoch; 3) Shleh iu
ter Grafichaft Yippe, bei Horn, von ben Grajen
Dernbard IH. u. Eimen 1. von tippe feit 1236 er⸗
baut, worauf es einige Zeit Refidenz bez Graſen
war; bier bielt (rat Bernbart V. ben Herzeg
Deinrib von Limdurg gelangen. Auf F. wurde
jährlich ein Freijchöijengericht gebalten; j. in Rute
nen: 6) Bern tm Zeutcburger Walde, mit ten
Trümmern einer alte Nurg, ! Dieile weitlich von
dom. 7) (Atran), Fluß in Schweten, entipringe
aus einem See im Aener&borgs -Yaı u. mündet
in Das Kattegat: 0) Stadt an Der Wünl ung beilel-
ben, ım Galınitat vän: bat eiuen fchımer zugäng⸗
lichen Hafen, vachsſang, Aderbau: 17TU0 Em. 3wi⸗
ſchen F. u. Artern wurde die daitkenbergſche Schlacht
geneiert, ĩ. u. Artorn.
Falkenberg, Dieiricb Graf v. F., geb. 1595 in
Livland. war Generalmajor im Heere tes ſchwe⸗
diſchen Kenigs Guſtav Adolf u. zeichnete ſich bet Der
Vertbeidigung von Magdeburg aut, we er auch fiel.
walfenberge,, 1) Dorf in Kreile Titerburg bes
preußiſchen Regierungobezirls Magdeburg; 530 Ew.
Berurtsert des Generals Bülew von Dennewitz;
2) zwei Granitberge bei Fijchbach im Kreife Hirſch⸗
berg des preußiichen Regiernugobezirls Liegniv;
nur einer iſt erſteiabar u. 2021 Rum bech.
Falkenburg, 1) Statt an ber Drage im Kreiſe
Tramburg des preußiſchen Regierungébezirlo Kös⸗
im, Tuch⸗n. Nellzeugireberei, nichbrere milde
Stiiſtungen: 3200 Ew.: 2) Burgruinen bei Trecht⸗
Imgbauien im Kreiſe Zr. Goar Des preußiſchen Re⸗
gierunerezurkes Ceblenz, bei jeranlenhauien in
Schwarzburg Rudelſtadten. im Vezirk Babel des
böbmiſchen Kreſies veippa: 3) (Asifenbef), Burg⸗
trümmer bei Rymwegen in den Niederlanden, au⸗
geblich von Karl dem GSroßen erbaut, war ein Hofs
lager ter fränkijchen Keönige, Dann Reſidenz der
VBurgaraien ven Rymwegen.
Falkenducaten, Auebachicher Schauducaten,
von 1570; Avers: mit zur Veitze gerüſtetem Geier⸗
falten, Revers eine Reiherbeitze.
Falfeneule, ic v. w. Habichtseule.
Falkenfedern, fo x. m. Geieifedern.
Falkenfels, Dori u. Schloß im Landgericht
Diir.eriels des baieriſchen Kreiſes Niederbaiern;
450 Ew.: ebemals Beligung ber inter von F.
Falkenhain bis Falkenjagb
Falken hain —— Familie, ſell von Fallen | Yiger nahmen bie Fallen als Nekfinge in J
bain im Stifte Wurzen ſtammen u. fich in einem
Zweige beteit6 im 12. Jahrh. nah Schleſtien be-
eben, in einem andern Ipäter fi) nad Branden⸗
urg, Pommern, Schweben, dem Elſaß u. Oſter⸗
reich verbreitet haben. Die ununterbrochene Reihe
der %. beginnt mit Balthaſar, welcher 1504 fürft-
lich Liegnitsicher Oberküchenmeifter war; in ber
Mitte des 17. Jahrh. wurden fie in den Freiherren⸗,
1682 in ben erblärdifch öfterreichifchen u. 1689 in
den Beichegrafenfanb erhoben; fie find katholiſcher
Confeffion u. in Ofterreich begütert ; merkwürdig un-
ter ihnen find: 1) Freiherr Friedrich, geb. 1649,
war kurbraunfchweig-lüneburgfcher Geheimerath u.
Geſandter in Wien, trat dann in öfterreichiiche
Dienfie, wurbe Hoflriegerath u. ee
commanbeur u. 1682 in ben Grafenfland erbo-
ben; jeßiger Chef it: 2) Graf Theodor, Sohn
bes 1841 verfiorbenen Grafen Ernft Auguft, geb.
7. Kebr. 1811 u. feit 1843 vermählt mit Ita geb.
von Hauer. 8) Graf Eugen, Better be6 Bor.,
Sohn des 1826 verforbenen Grafen Eugen, geb.
4. April 1792 in Schrems, farb ale Belbgeugmei»
fer, General ver Savallerie u. Capitän ber Tra⸗
bantenleibgarbe u. Hofburgmache 16. Septbr. 1853.
IBenbaube (Battentappe), |. u. Fallenjagd.
lkenhauſen, eine freiberrliche Familie, welche
in Baiern angefeflen ift; fie tamımt von des Marl-
grafen Karl Friebrich Wilhelm von Ansbady zwei
natürlichen Söhnen, Karl n. Friedrich, welche 1747
vom Kaifer Franz J. legitimirt u. in ben Freiherren⸗
fand erhoben wurben. Die beiden Linien beſtehen
sch: A) Trautsfirdener Linie, Gründer:
1) Freiherr Karl, ber ältere der oben genannten
Brüber, go. 1734, war Geh. Rath u. Oberamt-
mann in Cadolzburg u. fl. 1796; jebiger Chef if:
2) Freiherr Friedrich, Enkel bes Bor., Sohn
des 1835 veritorbenen Freiherrn Karl; er iſt preu⸗
Bifcher Oberfi außer Dienft u. unvermählt. B) Wal⸗
—* Linie, un J izeg
jlingerer Bruber von F. )); jeyiger : rei⸗
—* riedrich, baieriſcher —
a f, Burgruine, fo v. w. Fallenburg 3).
d Zr Se Br 5 d
a eite), I. das Fangen bes
kleinern Pi
(große F Beitze), als
PA Enten u. vorzüglih Reiher, durch Edel⸗
alten, ferner ber Rebbühner, Wachteln, Drofieln,
Lerchen, Finken, durch dieſelben ob. Heinere Falten,
Habichte od. Sperber (kleinre add: Beitze),
wo der Falle beſ. abgerichtet iſt, ein beſtimmtes
Wild zu ergreifen, u. wo er mit demſelben nieder⸗
fällt, nu. fo dem. Jäger Gelegenheit gibt, ſich des
Thiers zu bemädhtigen.
II. Geſchichte der $. Die F. ſtammt aus
dem Orient, wo de ſchon ſehr früh bekannt geweſen
zu fein ſcheint. Indien u. China bilbet fie noch
ein fürftliche® Bergnügen. Ein Brief des Könige
Ethelbert von England um 750, in bem er den Bi-
ſchof von Mainz um einige Falten bat, ift das erfte
ihen der F. in Europa. Bald wurde fie bie
Luftbarleit ber Großen, u. Ritter u. Frauen zogen
im Mittelalter mit dem Fallen auf ber Hand aus,
machten Reifen mit ihm u. oft gaben verflogene
Fallen Anlaß zu Fehden; Kaifer Friedrich II.
(farb 1250) fchrieb ein lateiniſches Wert über bie
F. Dan bezahlte gute Falten fehr theuer, u. fie
waren Gegenftand eines eignen Hantele. Cigne
orwegen aus u. brachten fie unbreifirt &
Baltensof zu Kopenhagen, wo fie verſchenkt oks
fauft wurden. Gageträger trugen fie auf € ¶
b. i. vieredigen Rahmen mit Füßen, auf bem
i meift zu 10 Stück .angefeffelt waren, an be
ihrer Beſtimmung. Zu Sallenmwerth, einem
bei Maftricht, wurde die Kunſt der KaltenzäE
zunftmäßig betrieben, eigne Leute holten bie f
aus Norwegen u. verlauften £ toppelweihe
Koppel zu 2 Stüd. Ginheimiiche Falten (S
fänge) wurben babei bei Meiningen, Brenu
Holftein buch eigne Kallenjäger, mit Erla
bes Landesherrn ın eigrien Saikenfängen, bi
einem Wagenrad von Pfählen kegelförmig }
u. mit Rafen belegt waren, gefangen.
ftanden mehrere Stangen, an beren einer eü
jener Falle u. am Boden eine ausgeftopfte 2
auf welche diefer fortwährend ſtieß, befeftig:
ber Falle wurde auf- u abgezogen u. ſchien «a
Taube zu ſtoßen. Stunbenweit eilten Fallen
um an dem Mahl Theil zu haben. Man be
ihre Ankunft durch einen auf einem künſtliche
gel angepflödten grauen Würger u. riibrte,
biefer kreiſchte u. ſich in feinen dabei
Häuschenbaner zurückzog, eine bunte Taub
mitten in Reigen, auf Art eines Heinen Bogchh
eirat u. mit Gras u. Reifig verborgen wer.
x fließ auf bie Taube u. wurde Durch Yu
ber Nee gefangen. allen anzulernen u.
nuten, war eine eigue Kunft, Die Salkenterkumf
Mittelalter war ba Amt bes Oberfallen
ſters eins ber widhtigftien Hofämter.
hatte mehrere Oberfalleniere, n. biefe 8
meiſter u. Salkenwarter unter ſich. Die Jäger
welche bie F. betrieben, ben Bogel auf ber
trugen, hießen Salteniere. Gewöhnlich wa
eigner großer Saltenterhof vorhanden, wo bie |
gefüttert wurben. Seit ber Erfindung des S
pulvers verlor ſich die Luft an der F. nach a.
nur ber Markgraf von Ansbach - Bai
noch um 1791 einige Ballen. So kam bie
ganz ab, u. man dreffirte höchſtens noch bie
Habichte u. Sperber zur Vogeljagb falfenm
neuerdings ift fie aber an einigen großen H%
etwas Dittelalterliches wieder aufgelommen:
mentlich wird fie von bem Bringen der Niebe
bej. im Schloß Loo betrieben. 1841 gingen 5
fen mit ben nöthigen Falfenieren babin ab.
III. Naturgeſchichtliche Beſtim!
— Sec n. Fa ;
auboögel, bie man zur F. t, beißen
vögel ob. Edelfalken ([. db.) En ben A)
ren Edelfallen, die aus dem Ausland ko
zählte man a) den Jeländifhen alten |
ıslandicus), nah ihm kam b) der Wür
©eierfalte (F. candicans) u. e) der Bla
fie wurden für ausländiſche Fallen gehalte
erfterem vermutbete man, Daß er nur eine Mira
Berichiedenheit des Gemeinen Falten (f. u⸗
falfe) fei u. letztre find auch einerlei, vielleicd
man fie ihres Alters wegen, ob. meil ver Gei
aus dem Norben, der Blaufuß aber aus dem ⸗
wenigſtens aus Ungarn ftammen follte, fiä
ſchieden. B) Zu den Wildfängen od. iz
biihen Ballen zählte man a)tden Waz
(Schlecht⸗) Balken (F. peregrinus); |
Zwerg⸗(Schmerl⸗) Falten (F. cassic
HB, ogi
Daligı 5 ben muebien alten: a) den
Sn,
te Fi
—8B fingen. Und den Flußadier (F.
Schwanzfetern Bennen
vage Benn, bie folgente vor-
Am fi Sußerfie eine Shwingfeber,,
am; D en Wannen, die mittleren
kn Fin, Trebern. der Rücen as Dad,
Esnep, 7, BreNägel Halıllauen, ber
tem.’ er Bolodtfih aufeinen Baum,
Ira tfere
—— —* Ses Falken. Sebald der
æxvagen fr, xverden ibm bie
u. Dadurch erzeugte Kinnen, mie Linſen ım R
Gicht, Podagra, Der Gries, wo die Ercremente bari
‘ find u. mo Purgiren bilft. Das Abrichten (Abe
|
tragen)tessallen geſchah ſonſt dadurch, def
man ibn an einen freihängenden Reif anfeſſelte, der
Reif wurde an einer Schnur 3 Tage u. 3 Nächte
lang, Durch einige fich immer ablöiendbe Jäger in
feriwährender Bewegung gehalten, jo daß ber Kalle
nicht fhlafen Feunte. Nach biefer Zeit war er zahm,
hatte Die Freibeit vergeflen, geborchte dem r
n. febrte nach jeinem Willen zu ibm zurüd, aber
zugleich war er dumm u. träge geworden. Später
umterließ man Dies, nahm aber tie ganze äbrige
Treflur wie rüber, nur mit Güte vor u. gewöhnt
fie erfi in Gegenwart bes Wärters Agung zu
Nägel ver- | mebmen, geieſſelt auf ter Rede in einer dunkeln
tme ne zu ſebr durchgreifen kann. | Stube rubig zu ſihen, ſich Die Kappe abnehmen zu
‚ laifen, ſich auf Die Hand zu fegen u. zu fliegen,
q werten Pie erſten Schwungiebern ge:
ya int die eXVXE verlest, jo ift ter Kalte
na @rtrzurck) „ Bis zur Mauſer uniäbiy.
gene Falte Be emmt tie Raufhhanbe
me gabe von flartem Leder, melde
ref ALerxr nice drückt, auf (mirt
yn. rti Wir ven num an nur beim
nen sF gerrommen. Dann werden ihm
ET are?» eineb 14 Zoll langen Rie-
— * re Wlügel u. mit ven Fang
ee u Bel langen Rienien mit
2 ee etz Rangicbellen angebracht
ER - r an Rdn als a
wa nd, vie Füße gefefielt. An
— ME vrie — Feſſeln be—
1 — ibrer Länge Kurz« cd. Yang:
Mr ‚Die Wartung ter Falken mu;
Ale Soda MIR. Cie werben in einer Falten.
ve Echt, UT Neifen ed. Stangen (Reden
—— * welde unten ein Tuch angebracht ift,
— —— en tr ja einmal von Per Stauge
erh nicht verwickle, ſondern auf berielten
jener dinauffleige. Märter find jortwäb
— pen Kalle, damit biefe nicht berabfallen,
een ahftreifen, fich beißen ꝛc. Zum futter
fe Zaubene, Hübner⸗ ct. Rintfleiich,
feeca vorzüglich ber Ieläntiiche Falke. Alle
14 Zuge Merten fie in einem Fließwaſſer ange⸗
or kalt getadet (geichäpfer. Bei Schuce
et. Eheermafer onterläßt man dies Jdolänter
A et mit kaltem Wafler bejpritzt, u bieraur
Gar mau fe auf einem fonnigen Ralenplate treden
- Siter Kalle mit verlegten Federn nit
I Regen faun, jo kemwabrt man das Unbe⸗
terielten mit greater Sorgialt u.
ann eNichreihene od. geknickte Federn, indem
Perla uch Umſiänden einſchiebt, mir Nadein
ARE ER, durch Hauſenblaſe u. Yan in Die Kiele
* an bat fo 9 Zchmunnictern u. den
Mu z, beiten Kiele man abichnitt u.
Eranierſchwanz, ine man jede Feder
fe, aarirge u. Der Vogel flog bis sur Mauer
* Re zuvor. Auch Zuit« u. Fluͤqgeldrüche,
* Man deide mit Heinen Helzſtügeben ſchient,
A geile Im letzteren Fall wirt ter Falle
alles mit Dülfe guter Worte u. einer Flaumen⸗
jeter (Zpiunfeter,, womit man fie freichelt.
Tiefeibe Übung vimmt man nun im freien vor
ode machen, loden,, wo ter alle natürlich
Anfangs an der Schnur if. Kun nimmt man
ibhn in einen Garten u. läßt ibn an einer 30 — 40
Fuß langen Zualeine, tie man an feinen Fuß
befeitigt, angenilödte Tauben fangeu, worauf man
ibn jedesmal ünt. Diejelbe Ubung macht man mit
Kräben u. Elitern Buch, bieuter ibn dann etwas
u. läßt ibn an einer Schnur fliegen, von ber man ihn
ſpäler befreit. Er wird daun auf Die angebundeuen
Krähen ed. Tauben lesgelaſſen, diejelben farıgen =.
immer gebörig geagt, zuriuftebren. Isläudiſche
Fallen iiber san aub un Dausbübnern u. dann au
Reiberu, tie man auf äbnliche Weiie anpflödt. Auf
Haſen übt man son durch Haſenbälge, Die man durch
ine Leine zu pierte im Karriere fortzieht, dann
durch lebendige augepflöckte Haſen ein; auf Trappen
turdb graue Gänſe, jpäter durch Truthenuen auf
übliche Art, lüße ben Fallen auch durch eiyen
ſchon abgerichteten untegitünen. Mit geringen Au⸗
derungen nimmt man Ähnliches mir ben Baum⸗
jalen, Zwerg'iallen, Habicht x. ver, doch iſt
tea mit dieſen u. mit Wildiängen ſchwerer vorzu⸗
nebmen, fie benebmen ſich ſiörriſcher, Dagegen ſind
die aus dem Neft genommenen feiger. Die Wei
wen ſind fiets | größer u. daber auf größeres
Wild zu benugen, als tie Männchen ı Lerge).
Die Fallen verlernen mit jeder Wlaufer das Ge⸗
lernie, werbalb nad Lerielten bie Drejiur wieder
beainnen mauß.
V. Bei ter wirklichen Jagd mit Fallen
wird im feierlichen Jagtzug auegezegen; zuerfi
scıtst ter Janddirector, dann der Fürſt od. bie
Perion, der zu Ebren Die Jagd gegeben wird, mit
sch Geielge, dann kommen die Falleniere
paarweiſe zu Pierd, jeder mit einer ledernen Yalfe-
niertaſche, mit ledernein Vandelier, werin das zur
Aagd RNöthige iſt, m. nut einen Zalfenierkandihub
ven fterlem Herſchleder, danut Der Falle nicht
dur barent, audgerüſtee. Aut dem Haudichub rt
bei jedem ein Falle, der lost meiſt auf einer, mit
Tuch überzegenen Stauge (Blod, ſitzt Hand⸗
vogeſ), ben Kopf mit einer Sted- (Kallen-)
baube verhüllt, bie ganz wie bie Raufchhaube
(f. oben) eingerichtet iſt, nur daß fie an den Seiten
mit Tuchlappen von ber Karbe ber Kalfenieruni-
form verziert n. oben mit bem 2 Zoll langen Buſch
Troſch) von feinen Febern u. Bindfaden, in
— einer Nelke, verſehen iſt. Einige Falleniere
nd ohne Vögel, um ben dug der Falken zu beo⸗
bachten. Einige Cagen mit Reſervefalken folgen.
Auf dem Jag angekommen, tbeilt ſich ber Aus
aus u. ſucht entweder, wenn auf Hafen gebeist
werden fell, wie bei ber Suche, ab, od. menbet
Beitzhunde an, gewöhnliche Stöberhunbe, die
kurz vor dem Jäger ſuchen u. Bögel aufjagen.
Sobald ein Wild auffleht, wird einem Falten Die
Kappe ſchnell mittelft bes Troſch abgenommen
(abgefappt, abgebäubt), u. der falle von ber
Hand gegen das Wild Iongelafien (geworfen).
Er fteigt nım, fliegt in großen Kreilen herum, n.
folgt, fobald er das Wild erblidt, ſchnell. Mittler-
weile if auch ein andrer Kalte abgehäubt worben
u. folgt dem Wild auch. Weide ſtoßen wiederholt
auf Das Wild, [hlagen es mit den Ballen u.
ergreifen es mit einem Griff der Klauen bis es
verendet if. Die Falkeniere ohne Kalten beobachten
den en ſtets, folgen ihm wu ferd u. nehmen
ihm die Beute ab. Erhebt ſich der Falke wieder, fo
wird er durch das Wort Hilo zunüdgernfen. Oft
verfährt od. verfliegt er ih auch u. Dann wirb das
Federſpiel, ein nachgeahmter Vogel od. zwei
fammengebunbene wogelfügel, das zuweilen mit
— (daher ludern, fo v.w. daſ⸗
be werfen), in bie Luft geworfen ob. auch eine in
der Falleniertaſche bereitgebaltene lebende Taube flie-
„od. die Kuhr, ein lebender Vogel, aufber Hand
ttern gelaffen. Der Kalte bekommt gleidy nach dem
nehmen der Beute diefe ganz od. zum Tbeil, od.
ein in ber Fleifhbiichfe mitgenommenes Stüd
Fleiſch Galtenrecht). Selten läßt man einen Kalten
an einem Tage mehrmals fangen, jondern bringt
ihn in bie Cage zurück nm. nimmt einen neuen von
da auf bie Kauft. Die Reiherbei tze ift bie ebeifte
Jagd. Sie geſchah fon meift mit Trompeten» ı.
Paulenſchall. Man brauchte dazu minveftene 1 Is⸗
lander⸗, 1 Geier⸗ u. 2 Schlechtfalken. War ber Jagd⸗
ber dabei auf einem Iagbichlößchen, an welchen bie
Jagd auf alte gehegte niftende Neiber (welche, wenn
fie zu Holze Rogen, Eingänger, wenn fie vom
Hohe gingen, Ausgänger hießen), meift vorbei
ging, fo hieß es Bajlagebeige; wenn man aber
junge Reiher aus Teichen, wo fie wie fchwingenb
aufflogen, Jegte, Sprungbeitze. Der Reiber
wehrt fi ‚ legt ven Hals zurüd, fo daß der
Schnabel ſenkrecht ſteht, n. oft ſchießt ob. ver-
munbet fid ber Kalle hierbei ſchwer. Lebendig ge-
fangenen NReihern legte man auch einen kupfernen
Ring mit der Jahreszahl um den Ständer, u. es
traf fich wohl, daß ſich Reiher mit 3—5 Ringen
fanden. Kraniche u. Trappen beit man mit
Geierfalten, Milanen. Weihen, nad ter Kra⸗
nichjagb bie ebelfte Weiße, mit Blaufüßen, auch)
mit Isländern n. Geterfalfen. Der Milau u. Falke
fleigen oft fo hoch in Die Luft, Daß man fie nicht
anehr fieht, erfier fol fich zuweilen in ter Luft
auf ten Rüden legen, um ſich mit ben Fängen zu
wehren. Die Kräbenbeite wird durch weibliche,
bie auf Elſtern durch mänulihe Schlechtjallen
Betrieben u. die Kraͤhen durch einen, ven einem
Falkenjagd bis Falkenſtein
aſen beitzt man durch bie großern E
nten durch den Schlechtfallen, Rebhü
Wa Gieln bef. durch Habichte u. Sperbe
Bögel buch Thurmfallen u. Sperber.
Rebhühner im Tiras u. Treibzeug in
braucht man den Falken, indem bie Hühne
fie ihn feben, nicht aufftehn, fonberu in ba
zeng laufen.
I. Jagd auf ben Fallen ale S
ſelbſt, durch Schießen u. Ballen, |. Fe
Bomſch u. oben.
—8 v. w Bene:
alkenluſt, Jagdſchloß bei Brühl im
fen Kreife u. Regierungsbdezirt Köln, 1°
Kurfürften Clemens Auguft erbaut, jetzt «
vatlandhaus.
Falkenmeve, fo v. w. Raubmere.
allen - Orden, 1) Galkener Bund).
1379 von vielen wehtfälifchen u. pabert
Nittern, zur Erhaltung u. Erhöhung r
Rechte gegen Fürften u. Städte, Erwerb
lorener Güter durch Waffengewalt, 139
löſt; 2) Ordenvom Weißen %., groß
weimariſcher Orben, ben 2. Aug. 1733 t
| Safer zu Pferbe vorgetragenen Ubu a
"8 Ernft Auguft zu Sachen - Weimar g
rden der Wachſamkeit od. aud ı
Symbol der Wachſamkeit, dem Weißen Sa
ben vom Weißen Falken genannt, bef. zur!
rung dur Zugend u. Meidung bes Laſter
ur Zreue u. Ehrerbietung gegen ben Kailı
eihes Haupt. Er wurde aber ſpäter jelt
ben, u. 1806 lebte nur no Ein Ritter. Anı
1615 wurbe ber Oxben vom Großherzog Ka
von Weimar erneuert u. filr Militär u.
immt. Er bat 3 Klaflen: die erfte von 2
euzen, bie zweite von 25 Commandeur
britte von 50 Nittern gebilbet. Orben
ein goldener weißemaillirter Kalle auf eir
edigen goldenen, grünemaillirten Kreuze
über welchem eine golbene Krone ſchwebt
welchem ein vierediger rotber Stern mit m:
lirten Spiten ftebt. Auf der Rüdfeite ift d
meiß u. der Stern rotbemaillirt u. bat in d
emaillirtem Mittelſchild die Deviſe: Vi
ascendimus. Beim Civil umgibt ihn ein
franz, beim Militär Armatur. Band: |
wird von ber erften Kaffe über bie rechte |
von der zweiten um ben Hals, von ber b
Knopfloche getta en. Die erfte Klaffe tı
auf ber linken Bruft einen filbernen a
Stern; Orbenstag: ber 18. Octbr.
Falkenpapagai, Langihwanzpapagai
rihtbarem Federſchopfe am Nacken, f. Bay
Falkenrecht, j. u. Fallenjagd V.
Idenfperling, fo v. w. Schieie
Slelerge 8
— fo v. m. Fallkenſtoß.
n (Min.), jo v. w. Hieracite
Falkenſtein, 1) Marlifleden bei Pa:
Öfterreihifchen Kreiſe unter dem Manha
Feld⸗, Obft- u. Weinbau; 950 Ew.; 2):
Bergbau auf Silber bei Schwaz im tyrol
Innsbruck; 8) Herrfchaft am Harze im m
Seekreiſe des preußiſchen Regierungsbezirk
burg; ſonſt Sig von eigenen Dynaften, u
Ausfterben Die Landeshoheit au Halberſ
Falkenſtein bie
raiex wcı: Ajieburgfamen; 4) Haup⸗
m: alte Wurg, bier ſoll Eile von
:abbieniriegel geichrieben haben. Auf
auch Kũrqere belaunte Aullate: Des
ser zu Tantenbain, unter weichen
: Bansteite zu verfieben ſein joll;
ie Tidian, wo jonft Goldſand, ven
entdedt, gelunten worten jem fell:
ge von Brengen mit IWeieterf 1540
Lergrafichaft ter Grafen ven Aſſeburg
ten, 5) Gerichteamt im königlich
reile Amidan (Voigtland), mit 12,742
x State u. 16 Dörfern: 6) Amts,
walenkatt tarın, an ver Adipic, ber
a Trügihler gebẽrig: Schloß, Dloufie-
1. Empenlicprelet ıı. Ausnäberei; Ju
er war bier ein berrichaftliche® ed. ſegen.
bergmı; in ter Näbe ter bebienreiche
Rein, Dr Fuß boch; 7) Yantgericht im
nf überrfalg; 31 OR. 6200 Ew.;
Meheatarin: 575 (Zim. : Ruinen bes Berg-
Bde eltern daʒu geborige Gerrichait in.
AR dem Kiürken von Thurn u. Zayie, 9)
nt in didericht Roſenheim tes bairiichen
10) ionft Grafſchaft in bem
ben ie aui ter linken Rheinieite;
:42 $n.; faın durch Kauf an Lethrin⸗
Salkerrib, 1801 au Frankreich m.
Berl. Raiier Joſeph II. reife unter
mienamen eines Grafen von F.; 11)
m, FR Canton Winnweiler bes Land⸗
su tlautern im bairiſchen Kreiſe
d En.; dabei Burgruine F., Stamm⸗
wählen Grafen von ik.; 12) Staais⸗
B Deitiugen, im Lberanıt Heidenbeim
mbergihen Jazttreiiee, mit dem Wei⸗
burg, tem gerfallenen Bergichleß X.
men te Etammichloſſes der Eſel ven
18) {nf Grafihaft im Eclotburnichen
bie Doraſtie batte ten Zi auf dem
it⸗F., vgl. Baliſtall; ftarb Ente tee
«us; de Allctisierben verlam’ien die
1462 au Solethurn.
beim, eine 1664 in ben erblänbifch-äfter-
. 1105 in den Reichaireiherrenftand er⸗
dt in Baden beimiiche Familie, welche
ilter ritterbũrtigen Geſchlechte im Elſaß
‚Razımt; dermaliger Chef iſt: Freiberr
ehn tes 1852 verſtorbenen Freiberrn
1912, it badiſcher Rittmeiſter u. ſeit
2er Ehe mit Auguſie von Wangen ver⸗
8,1) Rob. Heinrich von F., geb.
rt, war Brebirecter in Erlangen: trat
ben Kirche über, murte Hoirath in
an in Antkah u. Schwabach ı.
er fhr.: Antiquitates Nordaa-
af. 1733, 3 Vpe., Rel.; Antiquit.
veteris, Schwab. 1734 bis 1786,
ingiſche Chronika, Grit. 1737— 38;
uabacense, lim 1740, 2 Ya.
nrer, 1756: Antiquit, et meino-
sine brandenb., air. 1751 -- 52,
te des Herzogibumse Yaicın, Mün⸗
Ebie. n. m. a. 2) XRarl, geh. 1WI
zurte 1825 Eecretär bei Der lönig⸗
fin Dreeden, dann Oberbibliothe⸗
leitete 1836 Die Prinzejſin Karoline
Jalkenftoß 87
ya Schann:burg⸗Lipde auf einer Reife durch Rel
gen u. Holland nach Örekkritannien mn. beftichte
dabei Bıria, 1840 aber Rtalien; 1652 wurde er ale
geiſtestrant quieſcirt u. ft. 1855: er jchr.: Tb. Kot:
cinfzle, pa. 1827, 2. Aufl. 1834; Geſchichte ter
geenrapbiichen Entredungsreifen, Tirest. 162 —
1629, 6 Nite.: Geſchichie Bes Jebauniterordent,
ech. 1633; Geſchichte des Lenipeiberrenordens, ebr.
1833; Beſchreibung der MWibliorbel zu Dredden,
ebd. 1539; Geſchichte Der Buchpruderfunft in ibrer
Entſtebung u. Auebildung, vpz. 1540: gab C.
U. Tiedgee Leben u poetiihen Nachlaß, nebit
Elifas von ter Rede Berichten ı. religicien Be⸗
trachtungen, ebd. 1541, 4 Vpe. beraus. 3) Jo⸗
bann Paul ſv. F., geb. 15. Juni 1602 in Pe—⸗
gan, beiuchte bie 1619 tie Schule in Klefter-
Rosleben, ftubirte bis 1522 in Yeipzig bie Rechte,
mwurbe 1824 berbotgerichtsraib daſelbſt u. las
nebenbei juriftiihe Cellegia u. gab Examinato—
ria; 1827 verließ er bie alademiſche Yauitabn u.
mwurte Hef- u. Nuftizrach in Der damaligen vandee⸗
regierung. Nach Auflöfung ter lepteren u. Con⸗
Kituirung tes Yantesiuftizcollegiums u. ter Lan⸗
Desbirectien trat er in letere ein, wurte 1834
Geheimer Regierungeramd im Miniflerium des
Innern u. 1835 Director ber Kreiedirection in
Leipzig, zugleich Wevollmächtigter bei ter Univer⸗
fltär u. Regierungscommifler bei tem Eemitd ber
veipzig- Dreetener Giienbahn; ale feine Rirtlam-
Beit ın Bas neue großartige Erheben ter Eiſenbabn⸗
unternebmungen fiel, fand er ber erfien größeren
derartigen Unternehmung in Deutſchland vorlor⸗
end u. fördernd zur Zeite u. ging im Auftrage
eines Könige nach München, um mit ber dortigen
Regierung den Vertrag megen Erbauung ter GSäch⸗
fijch ⸗ Baieriichen Bahn abzufchließen, ſchon Damals,
obgleich Kamıit noch allein ſtebend, Pertbeitiger bes
Grumtfages, Dafı wenigſiens tie Dauptbahnen vom
Staate gebaut werten mäßten. 1944 murte er
Dinifter des Innern u. bewährte fein Verwal⸗
timgstalent bei. in deu Tbenerangsjahren 1846 u.
1847, woer in Ber Abbülie ber Dteth Wutgezeich-
netes leitete. Auch der Ban ber Göltzſchtbalüber⸗
brüdung wurde ſchließlich nach Lem Princip ausege⸗
fübrt, welches er ls Miniſier des Junern beharr⸗
lich vertheidigt hatte. Schon war er im Begriff den
Kammern ein auf dem Primcip der Cenſurfreibeit
rubentes Preßgeſey (e6 war verber ein ſolches im
Berein mir Breuken bereits ter Hunteeverjanms
lung vorgelegt worden) u. ein Geſey über Einfüb⸗
zung der partamentarifhen Enquete in Sachien
vorzulegen: ale er am 5. Diärz 1949 feine Ent»
leſſung als Drinifter erbat: 1951 ükernahm er ten
Vorſid im Yantesconfiiterium u. im Frübjahr 1953
das Miniſterium Bee Kultus u. öffentlichen Untere
richten u. bat bei ter Verwaltung dieſes Departe⸗
mente zur Hebung tea kirchlich⸗ religicfen Siuncs
weſentlich beigetragen.
Fal kenſtoß (Jagtwi), 1) aus grauem Zwirn
ot. Biudiaden geſtriäted Garn zum Fangen der
Baumfal'en, ſ. u. Habicht ſteſt: 2) Korb von flar
fen Drabte, auf einer Säule errichtet, eben efien,
kann er mir einem Nebe bededt werben, welches ein
Gewicht zuziebt; auf dem Beden des Kerbes wird
erne werſſe Laube in einem Kariy beieſtigt, u. über
derieltes nt dad Ztellbeiz, durch deſſen Yerübring
das Gericht zällt, Das Netz zu Klagen. Der ai inf
jelbe ſtoßende Rautvogel gefangen wird.
3 Falkenthaler bis Balllandsinfeln
Falkenthaler, filberne Schauthaler, mit ähn- | and, weniger gebirgig, der Boben in m.
lihem Gepräge, mie die Yallenducaten. Gekirgen fteiniche, in den Ebenen ber Culn
lkia (F. L.), Pflanzengattung aus der Fa- ! u. fruchtbar; ©) von ben untherliegenten Inf
milie der Convolvulaceae-lichondreae, 6. &l. | die Jaſon⸗(im NW.), Salnages, Anil
1. Ordn. Z.; Art: F. repens, Cappflanze. I Seelömeninjeln (im ©.) Die bebeutenbfi
[firen (Reitk.), |. u. Falcade. Wichtigkeit biefer Infeln fir England kerubti
alkirk, Stadt u. Borough in ber fhettifchen | ibrer geographifchen Lage u. rer Bedeu
Grafſchaft Stirling am Forth- Eiybe- Kanal, von | Stationsplat auf der Handeleftraße von (
welchen: aus fich hier der Union-Kanal nach Edin- | nach ber Wefttüfte von Amerika. — Schon
burg abzweigt; große VBiehmärkte: Hantel mit Ge- | rigo Vespucci fol bie %. 1502 entbedt u. fie
treibe, Baummollen -, Leder⸗ u. Ciſenwaaren; mit | der vielen PBenguinen, Berguinasinjel
den Torftädter Grahanıstoren u. Bainsford 15,600 | nannt haben. 1592 wurde der Engländer
Gw. In der Umgegend reiche Steinkoblenlager u. | Davids dahin verfchlagen; 1593 befubr
große Eifenmerke u. in der Näbe Trümmern bes | find Die Nordküſte berjeiben u. nannte fie
Hadrianwalles. Bet F. am 22. Juli 1299 Sieg | fins- (Maiden-[Iungfern-])ianv.
Ebuarts I. von England iiber die Schetten unter | dem Die nörblihe 1600 von dem Hollän!
William Wallace; 23. Ian. 1746 Gefecht zmiiben | bald de Weert (nad) dem fie Sebalbi «
den zu Sunften Des Prütendenten empörten Schot- | nannt murte), 1633 u. 1684 von Dx2
ten u. ten Engläntern. Eomiey beſucht waren, fuhr 1689 Stro 2
Falkland, Statt in ber ſchottiſchen Graffchaft | durch den Sund u. rannte die ganze Gruss
File: Yeinmeberei, große Biebmärkte, 2500 Em. feinem Gönner, dem Lord Falfland, N
Falkland (ipr. Kablland), Viscount of F., Durchfahrt Falflands-@und. 1796 u. 17PF
ſchottiſches Peersgeſchlecht; merlwürdig find: 1) u | Framofien unter Kapitän Fouquet hier
eins Carrey, Viscount of F., geb. 1610 zu Bur- | 1709 nannte fie ber Franzoje ‘Boron ze
ford in Orfordfhire, trat 1640 11 das Parlament Stadt Dlalouinen, woraus die Spanien
u. nabm 1642 den Pollen ald Staatöfecretär bei | vinas machten. Der Holländer Rogge
Karl I. an; verleumbet, dankte er ab u. fiel 1613 | ibnen 1721 ten Narıen Belgin austraikl
bei Newsbury gegen bie Parlamentetruppen. 2) | griünteten die Kranzofen unter Bougeini?
Lucius Bentind Carrey, Yorb Huntfor, | Wieberlajfung Daielbft, 1765 nahmen Wi
geb. 1503, Yorb Kammerherr u. jeit 1832 Peer, | länder unter Byron von einem Tbeil vow
jepiges Haupt der Kamilie. Fallland Befis u. Kapitän Dlachribe
Falflandeinfeln (von ten Franzoſen Les | aud Anfiebier bierber; Die Franzoſen HE
Malouines [Maluineninjeinj genannt), | 1767 den Spaniern ibren Theil ber F. geg
eine unter britiiher Oberbobeit ſtehende Inſel⸗Eutſchädigung von 603,000 Yiores. 17150
gruppe im Atlantiiben Ocean, an der Züdoftfüfle | die Spanier tie Engländer in ihren Be
von Batagonien (Südamerika); fie befteben au® | ar, aber vergebens; jedoch 1774 verliehen ie
zwei größeren Injeln (ku DPD.) ı. ungefähr 360 | länter tie Inieln von jelbft, weil fie ga=
Heinen Eilanden, Riffen u. Sandbänken mit einem | Vortheil gemäbrten; die britiſche Regierung
Geſammiſlächenraum von ungefäbr 113 DBDE.; | ließ jedoch ihre Aurechte auf Die Kolonie zu
Küften zerrifien u. bechtenreich, Die Einfahrt in ! Yange nachber jchidten tie Spanier wie
bie Häfen aber wegen ter vielen Klippen u. ber | jagungen bin, um won da Einfälle in bie
beftigen Ebbe u. Flutb jebr gefährlich: im Allgemei« | harten Länder Amerikas zu machen; audn:
wen berricht ter Zurjboten vor; Die Gebirge | ten fie Verbrecher aus ibren füramerifanifdh
find nadt u. öde, das Wachsthum von Bünmen lonien dahin. Alm 1810 verließen fie fie
u. Sträuchern wird durch bäufige Orlane verbinte | 1520 nabın fie Kapitän Jewitt für tie
dert, Dagegen gebeiben einige Getreidearten u. an- | tinifhe Republik in Beſitz, melde 1629
dere Gräſer (cbarakteriftifch Das Tuflacgras, eintreife | Commandante de las Malvinas ernannte
liches Biebfutter), Karteffeln, Gemüſe, Flachs u. Ri- gründete ber Deuticbe Ludw. Bernet eine “
ben; von einbeimiſchen Thieren finden ſich wilde laſſung auf der öſtlichen Inſel u. wurde 187
Kaninchen, Robben, Penguinen, Wallfiſche, See⸗EGobernador de las Malvinas ernannt, n
od. Strandvögel, wilde Rindriebberden: Klima | Rechte ver Fiſcherei u. der Jagd u. 30
oceaniſch⸗gemäßigt u. ziemlich gleichmäßig, im Win⸗Steuerfreiheit. Die Colenie beſtand 183
ter bleibt Der Schnee nur ſelten Liegen, dagegen iſt Franzoſen, Spaniern, Portugieſen, Der
der Sommer fo kübl, daß der Weizen nicht gereitt, | Gauchos ꝛc., zuijammen etwa 100 Köpfe, ı
Winde haufig u. ſchnell wechſelnd, Regen bäufig, | mit fremden Schiffen, bie auch ta jagen u.
aber nicht anbaltend, ſonnige Zage Selten, Yırt im ] wollten, ernitlihe Kämpfe: 1531 wmwurte |
Allgemeinen geſund. » Tit- Falkland cd. Soles | von der Amerikanern geiangen abgefübrt u. \
Bat, 17 Del. lang, 10 DIE. Lreit, beitebt aus zwei | lonie zerſtört. 1952 nabmen Die Englände
Halbinſeln, von Denen Tie nördliche arößere ziem— | der Belig von 75. u. ſchickien 1234 einen Kor
lich gebirgig u. felſig ift iböchite Spitzen: Usbern | danten bin. Nachdem man in England lang
2400 Kup, Mount William 1500 Fuß,, aber über | Die Colouiſatien ver F. Debattirt batte, er
die Hälfte nutes Ader« u. Weidelaud befier; Die , man fi endlich IS41 Doch tafilr, u. 15. Jan
ſüdliche, eine gut bewäflerte, nur von niedrigen | landete der zum Gouverneur ter F. beſtimmt
Hügelreihen durchzegene Ebene, Der Voten cken» j uant Mvctv mit einem Detachement Saj
talo der Cuizur fähig: auf ibr der Hafen Porto von Woelwich bier auf Den gang verlaiienen £
Soledad ı Bert-Yenis, Pert Cheiſeulj am Were ! Jwed der Beiabung war ein Deper zu ar
kw Zn: Tine, wo die ehemalige Niederlaſen wo nengliiche Wallfiſchjänger u. Nriegeibif
fung der Franzoſen fi befand. b) Weſt⸗Fall⸗ | nach tem Eup Born geben, cd. von Stillen
Falkmann
bis Fall 80
ant u. Schiffematerial finden, 1848 | ber Luft ber, die fie im Fal durchdringen müſſen,
in Sullivan auf Oſtfallland nieder
iel zur Coleniſation der Inſel bei,
fich auch Das Borurtbeil gegen die⸗
meert bat. al. Bernetti, Journal
sage aux isies Malnuines. Par.
‚ Account of last expedition to
Lın F.. Lend. 1772.
‚ Ihrifl. Ferdinand, geb. 1732 zu
ipreien, war Infirmctor der Brin-
ı. {väter Rikliotbefar u. Directcer an
ım in Dermoiß u. ftarb Lafelbft 1814.
ie Reriuhe, Gött. 1816; Meibe⸗
ükungen für bobere Schulanflalten,
&,n Ausg. ebd. 1823; Nenes Hilis⸗
vde Stplübungen, ebd. 1522, 2. Aufl.
a bereit, eb. 1531, 3. Aufl. 1835: -
t Yaariken Bortragelunft, ebd. 1836 —
uam.
hund ıBeifnergefeliicgatt), f. Falken,
ut.
la inr. Falnera Giländ\, Iniel
ren Omert Graiſchait New⸗Haven,
a, mim. Ioland⸗Sound des Ailan⸗
keand: Pradttburm von 75 Fuf Höde.
u. welcher nach jerten Uuterichteven auch ein relativ
tößerer od. Meinerer il: A die Bewegung eines
allentden Körpers if eine gleichförmig be⸗
ſchleunigte, indem Pie unanfbörlich wirfente Kraft
der Schwere wie eine unendlich große Anzabl nach
unendlich Meinen nm. unter einander gleichen Zeit-
räumen auf einander folgenter Stöße fich denken
läßt, welche in ibren Wirkungen fi zu einander
addiren, fo daß ter Körper zu Ende des Falles
ieine relativ größte Geſchwindigleit (Endgeihmwin-
digkeith erlangt, in jedem Momente feiner Be-
wegung aber überbaupt bie Geſchwindigkeit ber
verflofjenen Fallzeit proportional if; der Raum,
welchen ein frei fallenter Körper innerhalb eines
gewiſſen Zeitabſchnittes durchfällt, läßt ſich megen
der gleichiörmigen Zunabme ber Geſchwindigkeit
nach ber mittleren Geſchwindigleit berechnen, welche
ibm innerbalb dieſes Zeitraumes zukam. Yu An-
iang der erſten Secunde if die Kallgeichmindigfeit
aleich Od, zu Ende derielben bezeichne man fie Durch
pr, dann ift file nach tem unter c) anneflibrien
Helene zu Ende der weiten, dritten, .. Secunbe
‚ glei 28, 3g ..; folglich ift fie innerbalb der gan-
iſß. earıter Araubündtner Niren, bie
We Ni kelienfammes, weicher Das Thal
rt Cſtſeite umgibt, 79/0 F. boch.
rett, ĩ altenet.
Ir m Falichöping), Stätten in
Wan ı Shmeren‘, smiichen bein Ale» u.
90 Em. Bei x. am 21. Februar 13680 |
re Tasen u. Noerwegen für die Königin
sgegen tie ESchweten, ſ. Schweden
IB, farbeliiches Pfarrdorf im preußiſchen
gieranatbezirk Urpein; S50 Gm.
‚gnetihe Inſelaruppe im Winien ven
Remarbıe Attika gebörend.
tie Veweaung, in weicher alle Kür-
inaerer Male, in Folge der Anzie⸗
er Nrũen gegen den Mittelpunkt grö⸗
|
‚ mit einer Der größeren Malle lepy⸗
Die Meeresfliche, etwas abmeicbend, weil die Schwere
jemrien Schnelligkeit aeiricben wer«
ſern fe nicht durch Unterlage cd.
ed. einen überlegenen Trieb zu einer
Bewegung Daran verbindert werten:
wregung. weiche jeder freie Körrer an
ide in Felge der Schwere, d. i der
Aeer@rbe, anstlibrt. Die ven Galile:
a, rücküichtlich der dabei vorlemmen—
t Zableunmwertbe durch pätere genaue
sten Geſepedesreien Fallee,
ihre Schwere herbeigeführten, durch
rien Beweaguug, ſind: ar die Rich⸗
lenken Körprers beißt die fentrette
u. mebrere iſeitlich ven einander ent—
tallen in Richtungen, Die zwar in ge⸗
sen einander parallel icheinen, eigent⸗
ter Arte der Erde au venteratmen, :
wıntialeit, mit wchber michrere
iem m. temfelben Urt, ven aleber ,
ge Erde Fallen, IM eine allen nenne
nierjebieb,, ten mir bemerten, udem
ere, leder guiammenartiisie Körrer
er: Jan.famer zum Beden gelaugen,
dwerere, dicht zuinmmen zedräuete
a), rührt blos ven dem Widerſtaud
zen erſten, zweiten, britten, .. Eecunte burchichnitt-
ib’, 3, 78, .., mitbin find Die Räume, welche
innerbaiß dieſer Zeitabſchnitte nach einander zurück⸗
gelegt werden, den Zahlen 1, 3, 5, .. proportional,
od. die Kallräume ber einzelnen auf einander fol.
genden Secunden verbalen fich wie Die ungeraden
Zablen: e) die ganzen Kallräume, vom Anfang der
Vewegung an bid au einem beſtimmten Dioment,
fintet man, indem man Die Fallräume der auf ein-
ander felgenten Secunden addirt; mın find abe
die Summen Der ungeraden Zahlen fucceifine I, 1%,
9,16, ..; daber Tas allgemeine Geſetz: die ganzen
Fallräume, vom Anfang der Bewegung an gerech
net, verbalten ficb wie die Suadrate ter Fallzeiten:
fr die Aniangegeſchwindigkeit des alles beträgt in
ter I. Secunde im Wittel 15 Par. Fuß, genaıt:
15,99568 15, 624 1044 rheinl.) Fuß ch. 4,0044 Meter.
Sie iſt für jeden Ort der Erde, nach ſeiner Ent
fernung von den Polen u. feiner Erbebung fiber
durch den Umſchwung Ber Erte um ibre Addie fi
vermindert en. in Dem Nerbältmiit Der Entſernumg
ter Körper ron Dem Mittelpunkt der Erbe much er
was in umgekebriem Verbhältniſt der Unatratei
der Entiernunge abnimmt. Für den 09 1552”
ter gecgranbıchen WRreite, ale mwehin Der Sail
mefler dee Erdſphäreides füllt, betrant der An!
raum Der erften Secunde 15,0778 Bar. Fuſt: bet
ruıbenter Erte würde er 15,1127 Bar. Fuß fett.
Tenn em fallenter Nörver behält von dem Wi.
mente ĩieines Falled an Tie Seitenbewequng, wc vi
ibm wegen Bes Umibiwanges Der Orient"
wird alte eigentlich von given Krüiten gericht.
Diele Seitenbewegung Heine mit Der Gniſernun
eines KRöerpers ven Per Erdachie. Kerper, die verr
einer bedeutenden Höhe Fallen, bringeu daber ati“
einen et garöſſeren Trieb zur Seitenbewegnn
mit zu dem all, weichen alſe im Fallen m cta is
von der perpendiculären Linie, die Dieb Tas Zt:
blei beſtunmt ot, m. zwar ünlih ab, wie Venz
berg. Reich durch ihre Aallverfuche um Ate.
welche, ven bedenienden Höhben falten, under Din x
gibt eizse etipas rüliche Abweichurig zetaien, Dar
dtran haben. Wie anf ber Erde alle ſchweren Kits
werben fie auf auberen Himmelskörpern nach bem
Mittelpunft dieſer letzteren gezogen, u. aus aftrono-
miſchen Berechnungen über die Maſſe u. ben Halb»
mefler eines jeden ergibt fich der Fallraum ſchwerer
Körper in der Nähe des Sonnenlörpers, ver Pla-
neten u. des Mondes, So beträgt er, wenn ber
Fallraum auf der Erbe zu 15,1 Fuß beftimmt wird,
auf der Sonne 398,44 Fuß, auf dem Jupiter
40,3 Fuß, dagegen auf Benus 14,95, auf Saturn
15,94, auf Mercur 12,68, auf Uranus 12,7, auf Ce⸗
zes nur 2,85, auf Juno 2,13, auf Veſta D,73, auf
Ballas 0,64, auf dem Mond 2,75 In größerer Ent-
fernung von den Weltlörpern nimmt die An-
ziehungstraft, Total auch der Fallraum allmählich
ab u. zwar umgelfehrt proportional Pen Duabdraten
der Entfernung; diefe Bewegungen offenbaren ſich
in dem Umlanf ber Himmelskörper um einander.
ß B. würde der Mond, welcher ſich in einer Ent⸗
ernung von circa 60 Erdbalbmeſſern vom Mit⸗
telpuntt ber Erbe befindet, in der erfien Secunde
nur um den 3600. Theil von 15 Fuß fih der Erbe
nähern, aljo mürde er erſt in einer Minute 15 Fuß
weit zur Erbe fallen. Da ihm aber vermöge einer
uranfänglihen Geſchwindigleit u. in Folge des Be-
harrungẽvermögens in jebem Moment noch eine
Seitenbewegung zukommt, fo ‚ergibt fich hieraus
feine elliptiiche Bermegung um bie Erbe. Die Ge⸗
ſetze bes freien Yalles mobifciven fih beim Fall auf
vorgeichrießenen Wegen. Se wählt beim all auf
glatten, geraben Flächen, auf Denen ein Körper ber-
abgleitet (am beften al® Kugel herabrollt), u. wenn
Aufenthalt durch Reibung u. Widerſtand ber Luft
außer Betracht bleibt, die Geſchwindigleit während
des Falles zwar, mie beim freien Falle, aber ihre
Anfangsgeſchwindigleit it um fo geringer, je mehr
der Winkel der geneigten mit ber Horizontallinie
von einem rechten Winkel abweicht, denn bie rela-
tive Schwere eine® Körpers, vermöge welcher er
auf einer fchiefen Ebene berabfällt, verhält fich zu
befien abfoluter Schwere, wie bie Höhe der ſchiefen
Fläche zu ihrer Länge. Für Beſtimmung der Ge-
ſchwindigleit aber gilt hier das Gejeg: eın Körper
fällt in jeder Sebne eines Halblreifes, fiir welchen
bie Berticallinie, in der er bei freiem all gefallen
fein würde, den Durchmefler biltet, wenn bie Sebne
vom Anfangs- od. Endpunkte des Durchmefiers
nad einem Punkte des Halbfreifes gezogen wird,
in derſelben Zeit, in welcher ex Durch die Vertical-
Iinie ſelbſt gefallen fein milrbe; Dies gilt ſogar von
ber allerfleinften (verſchwindenden) Sehne, Die man
fib zum Endpunkt gezogen denken kann. Die End-
geſchwindigkeit aber ift dieſelbe, tie er beim Fall in
perpendiculärer Richtung von gleicher Höhe erlangt
baben würde. Aber auch beim Kal auf krummen
Flächen ift die Endgeſchwindigkeit tes fallenben
Körpers tiefelbe, als wenn er perpenbiculär, od.
auch durch Die Sehne berabgelaugt wäre. Wen
aber cin Viertel⸗Kreisbogen aufrecht geftellt ift, Daß
Das obere Ende eine Berticallinie, Bas untere eine
Horizontallinie berübrt (zur Tangente bat), jo ger
langt ein Körper auf biefem Bogen durch den Fall
in lürzerer Zeit, als auf der Sehne dieſes Bogens,
zum tieiften Punkte; Kies ift aber auch ter Wall,
wenn er auf Heineren Bogenftüden füllt, u. immer
it Die allzeit eine fürzere, ale auf Ber Eehne dei.
felben Qogenfiüdes, u. mithin auch kürzer als bie
Zeit, innerhalb welcher er in verticaler Richtung
Ball
per nad dem Mittelpunlt ber Erbe binfallen, fo |
durch ben Durchmeſſer deſſelben Kr
fein würde. Das Verhältniß dieſer
ift aber mathematiſch völlig genau nuı
wenn der Fall durch einen unentlich f
gedacht wird, mo es dann das des Du
4 der Peripherie ift, wa® in Zablen au
gefähr dem Verhältniß 1000 : 755 e
der Cykloide (1. d.) aber fällt ein Kör
durch jeten Bogen in gleicher Zeit, fo:
kürzerer Zeit, als auf jedem anderen !
nen Wege. Diele Beftimmungen fünt
Bewegung von Penteln wichtig. Dei
feitliher Richtung immer aud ein Fa
geichriebenen Wegen, inden Die Yinie
der gemorfene Körper bewegt, bie eine
Iſt ım Kallen durch nacdhgiebige Mitt
durch Die Luft) der Schwerpunkt nicht
Kugel von gleihmäßiger Maſſe) in t
Körpers, fo wird der Körper im Falle:
der Schwerpunft vom Anfang an in
Diceularlinie unter dem räumlichen M
Körpers lag, diefe Richtung unter &
erlaugen ftreben, u. aljo, wenn er vo
lag (mie der Körper eines fallenten M
ſchlagen. Spitige u. leilartige Körpe
gleihförmiger Dichtigkeit immer in
Lage fallen, daß die Spike od. Kantı
menbet ift; Körper mit breiten u. ſchn
wie Breter, fallen ſchräg, meil fie d
Luft durchſchneiden, aber auch, weil
punkt fie zum Umifchlagen auf ent
Eeite treibt, ſchwankend von einer Seit
od. au, wenn der Körper ein relatı
wie ein Papierſchnitzel, brebend, od., ı
denheit ber Form in mannigfaltiger
förmig fi) drebend, u. von der gera
weichend, indem der Wiberftaub ber
mie eine active Bewegungskraft wirft.
ſpecifiſch ſchwerer Körper in Wafler
tropfbaren Ylüifigleiten iſt mehr ein
ein Fallen, weil bier der Widerſtand
daß die Bervegung eben fo, gleich wc
an, in ihrer Beichleunigung verzöger
3.2. beim allen von Staub ot. Al
feihten Körpern dies auch in ber Y
3) von Flüffigkeiten, jo v. w. Sinle
Stand derjelben, dem Steigen entgeg
Tall des Quedfilbers od. Weingeiſtes
rometer⸗ od. Thermometerröhre; 4)
Hlüffigleit, von der Neigung der Fläche
fie —— bedingt.
all (in anderer Bedeutung), 1) (‘
v. w. Gefälle; 2) ſo v. m. Aufziebſchütze;
in Flötzen Klüfte od. Nieren, welche
die Veſchaffenheit u. die Richtung des
ben; 4) (Zalzwert), Das Durchgebe:
durch eine Abtbeilung Des Gradirbai
Raum, welchen das aufgezogene Gewi
bis zu ſeinem Ablaufen durchläuft; 6) (
fall od. Die Falle, einlaufendes Tauw
chem die Raaen, Exgel, Flaggen u.“
gehißt werden. Se nach den verſchied
erbalten Die allen ihre Namen, 2.5
Bramiall; Die Unterraaen od. großen!
leine allen, jendern werten mittelä :
gehißt u. geſirichen; 7) (Schiffob), Das
eines Theiles des Schiffes, 3. B. des A
die moderue Schiffobaulunſt hat diejen
Fall bie
echt, während er im früheren Zei⸗
ei ter ganzen — betrug;
:,ie v. w. Caſus; 9) (Kechtew),
al, 10) (Belrest, Mortuarium),
lebung; 11) Pie Begehung einer
Saligrube 91
Yale, Gruppe von 4 Inſeln im Tcechozkiſchen
Meere, zu den Kurifen (fürli von Kanitichatka,
@ibirien) gehörig ; ven Krufenftern entdeckt.
He (Bälgen, Bergb.), ſ. Fall 3).
Hebene (Martid.), jebe ſaigere Ebene, welche
t außerebeiiche Beifchlaf, durch wei- | fidh durch bie Ballungelinie irgend einer beliebigen
ängerung erfelgt; daher 3m Mall | Gene legen läßt, f. Eitreihungelinie.
sanger werten, zu Fali bringen,
ð | tenmeife Herabfleigen in den tieferen Ton ter Ton-
ſchottiſches Fläherunaß, ungefäbr
b, täuichend.
gel, zur Gruppe Ulea Des Carolinen⸗
Kuwektiches Vol yneſien) gebärig.
Yehannee, geb. 1809 in Hamburg,
uns Revige Rammenten Kanfnıannee,
Atze u. Heidelberg die Rechtswiſſen⸗
Nerauiinten mürttembergiichen Staate-
ls Brivardeocent flir Die Rächer
Mu Gdkihte an Lie Univerfität Tü-
a where 1542 auch zum PBrofefler in
er Facultät u. 1850 zum
baheher nmerriichte. Im Dahr 1946
a ter an dem Franffurter
we Ruhe, me cr zur Partei tes Tinten
1 ghkr: im Aug. dieſes Jabres murke
Rt: 0 Hantele ım Reichemini⸗
zui mu Bat 1519 freimillig aus der Na-
mama u fach, auf einer Meile begrif-
v Der 1855 in Yınflertam. Er fer.:
—— der ee ha
ausgeber der Beitfchrift für
we Elster; aft
me, 1) Bälger, 6 3cll ins Gevierte,
u mit Gifen beicdhlagen, Die in ben
rm au einer Welle auigebangen find,
lerlen könell berablaſſen u. das Ther
(lu. Eind die Bäume durch Cuer-
Ber, daß fie ein Ganzes bilden, fo
elgatter gemanııt. Beim allgatter im
gFarbe n. Zabl dex Ballen argegeben
N Rräbenbütten u. Bogelbeerven fleine
auf welche fich vie zu fangenden Vögel
ov.m. Guillerme.
1) for. m. Rammtiot, |. w. Ramme;
Selen das Tan bes großen Stag⸗
iM Calendula offhcinalis.
2 fer. Faol⸗Lriehl), 1) Fluß im
a Rorbamerika), fäft in den Mibite-
idtiicher Bezirk (Townebip) in ber
ulten im Staate Indiana; 1300 Ew.;
Bezirk in der Graſſchaft Henry im
u: 1100 Ew.; 4) Stättifcher Be⸗
fpeft Madifon im Staate Indiana;
Erärtiiher Bezirk in ber Grafſchaft
iste Illinois; 1100 Ew.
!erbeug, Thiere lebendig od. tobt zu
eren —— ſ. die betreffenden
tüblenb.), das Schutzbret tes Ab⸗
stihen Schloſſern zwei Haken, welche
ten in den Schließhaken einfallen u.
ılten; an Dem unteren if ein Ming
Er
let), Tragichluß, ſ. d. u. Sophiſtik;
Ballen, 1) 1. Fall 1) u. 2); 2) (Muf.), das ſtu⸗
3) Das Ubriehmen der Stimme an Höhe u.
leich; 4) (®Bersb.), von Flächen ob. Linien,
teren tung vom Horizonte abwärts gebt. Nach
tem F. unterjcpeibet man recdbtfinnig- n. mwi-
berfinnigfaltende Lagerflätten, je nachdem
fie nach derſelben Weltgegenb et. nach ter entge-
gengeleiten ihre Neigung zeigen. Nach der Aröße
tes Winkels unterfceibet man faiger fallente
von SO dis 90°, tonnlägig jallente von 60
kis 50°, flach ven 20 bie 60° u. ſchwebend fal-
lende Lagerflätten von 0 Fis 20°; 8) (Ab-
fallen, Seew.), das Schiff fo ſteuern, daß es fidh
ven ter Richtung des Wintes entfernt u. vielen
veller erbält; verfebhrt fallen, auf eine antere
Seite ale man beabfihtigt; in Lee fallen or. ab-
treiben, wenn bı6 Säıff ſtatt in der Kielrihtung
fortzufchreiten, nach der Seite getrieben wird, welche
jener entgegengeſetzt ift, ven welcher der Wind mebt.
Fällen, 1) (Zerftm.), I. Holzfällen; 2) ein Wild
durch Schießen or. mit dem Fangeiſen tätten;
8) (Seew.), den Anler fällen, ihn ausmwerfen;
4) ( Chem.), J. FĩUung; 8) Echeidewaſſer fäl-
len, es von feiner Unreinigkeit befreien, 6) einen
Schacht fällen, ihn tiefer machen; 7) einen
Perpendikel fällen, auf eine gerate Linie od.
* eine andere Linie von einem Punkte außer⸗
16 fo sieben, daß fle mit Lerfelben einen rechten
Mintel bildet; 8) Das Gewehr fällen,.es in
eine berizentale Lage bringen, wo bie rechte Hand
bie Dimnung umfaßt n. Den Kolben an die rechte
Hüfte prüdt, die Tinte den Schaft in der Mitte um-
faßt u. Das Sewebr zum Steß bereit bält; 9) Die
Zähne fällen, von Pferden u. Rintrieb, tie
Zauhne wechſeln.
Ken City (ſpr. Faol'n Sitti), Klippeninſel
in der Nähe der zu dem britiſchen Antbeil der Vir⸗
ee od. Jungferninfeln (Weſtindien) gehörigen
ei Virgin Gorda.
Ken 83 ſ. u. Fallen 4).
Kender Planet bie in ter Aſtrologie ein
Blaner, fobald er im 3., 6., 9. cd. 12. Hauſe ſtand.
ende Mei — eine ſolche nach den
Potenzen einer Größe fortſchreitende Reibe von
Gliedern, bei welcher die Exponenten jener Größe
allmätig abnehmen.
ende Sucht (Med)), ſo v. m. Epilepſie.
Uenia, lintergattung ber Gattung Trauer⸗
igmehfliege (Anthrax), f. d.
Yallersleden, 1) Amt im bannererichen Für⸗
flentbume Yüneburg, an der Aller; 5600 Ew.; 2)
Parftflieden u. Amtefig darin, zmifchen Celle u.
Gifhorn; mit Schloß, einem Artefiichen Urunnen;
1400 Sm. ; Geburtsort des Dichters Hoffmann, da⸗
ber Soffmannvon.
Ogatter, |. u. Fallbäume.
Igranaten (Rriegem.), |. u. Granate.
Fallgrube, 1) Grube mit Holz verffeibet, um
ragung, dallenode, um ben Riegel ; wilte Tiere, bef. Bären (ann Bärengrube),
ichen.
sd. Wölfe (dann Wolfsgrube), barin zu fangen.
92
Erſtere ıft meiſt 8 Ellen breit u. tief m. wird oben
mit Reiſig u. Rafen dünn verbedt, darauf ift ein
Köter, 3. B. ein Honigtepf, angebracht, um das
Zbier anzuloden; Das Thier wird erfchoflen, ob.
will man es lebenbig haben, durch einen mit einer
Kaltbür vermwahrten Ausgang in einen Kaften von
Gifenbleh (Bärentlaften) gejagt, ber ſich dann
durch eine ähnliche Thür ſchließt; 2) (Kriegem.),
ähnliche Grube in, unter Wafler zu feenben, aber
- zu durchwatenden Gegenden.
guter, Güter, welche beim Tobesfall tes
Damit Belehnten an den Herru zurüdfallen.
allböhe, fo v. w. Fallraum.
allholz, vom Winde ausgeriffene ob. abge-
brochene Baͤume od. Afte; bie legteren dürfen ge-
wöhnlid von armen Leuten gefammelt werben;
daher Leſeholz.
allibel (v. Iat.), teiglich, betrüglich; daher
JFallibilttat, Trüũglichkeit, Möglichkeit einer Täu⸗
ſchung; Jalliment (Falliſſement), fo v. w. Kaufmän⸗
niſcher Bankerott; Salliren, Baukerott machen; Fallit,
Jemand, der Banlerott gemacht hat.
Faͤllig werden, 1) für beſiegt in ber Sache
erflärt od. zu Bezahlung ber Kofen, auch zu einer
Straje verurtheilt fein; 2) das Eintreten des Zeit-
punftes, au welchem Die Gegenleiſtung fiir eine
früber enipfangene Leiftung zu realifiren ift od. an
welchem inı Handelsverkehr, wenn keine Störumgen
eintreteu, ein an gewiffe Regeln gelmüpftes Ereigniß
attfinden ınuß. So ſpricht man von fülligen Em
ungen, Wechſeln, von fälligen Schiffen, Poſten ꝛc.
Nindianer (BPawäuftic Eithinyook, von
den engliihen Handeleleuten Gros-Ventres
genannt), Unterftanm der weftlihen Algouliniudia⸗
ner, zur Familie ber Minetares gehörig, um Gebiete
ber Hutjonebai- Kompagnie (Britiihes Nordanie⸗
rita); ihre Sprache hat einige Ähnlichkeit mit ber
der Kalotas: ungefähr 2000 Köpfe.
Vallingboftel, 1) Anıt im hannoverſchen Filr-
flenthume Yüneburg; 11,600 Ew. in 47 Gemein-
den; 2) Dorf u. Hauptort darin an der Böhnıe,
Papterinüble; 700 Em.
Tall ind Boot (Boot benannt, Seem.),
bay Kommando an bie Bootsgaſten, in das Boot
zu geben, um Dafjelbe zu bemannen.
allfafer (Uryptocephalus Zadr.), Gattung
ber Blattkäfer; Kübler neben dem Munde, Körper
walzenfermig eirund, art gewölbt, Kopf unter das
ſchmale Halsjchild verfiedt; auf Gefträuchen, fallen
beim Aunähern an fie wie tobt herab. A) Wiit kur⸗
en, nach Dem Ente zu fanını- ob. jägejörnigen
* Untergattungen: a) Chlamys Anoch.,
ühler köunen ſich in eine Rinne am Halſe legen,
Leib kurz, eiförinig, höderig; Art: Ch. eristata
(Ursptocephalus eristatus), ſchwarz, Haleͤſchild
höderig, mit erhabenen Sireiſen aubländijch; b)
Chlytra, Taſter ſind gleichjörmig, Körper ſaſt
cyliudriſch; Art: C. quadripunctatu; e) Lam-
prosoma, Körper rofl Tugelig ‚ gemälbt, glatt,
Halsſchild kurz; Art: L. bicolor B) Wit Fühlern
lüuger ale ter Xopfn. Haleſchild: dd Choragus
Kırby, Fübler mach dem Ende zu Dider; e) Eu-
ryope, Füblerglied länger ale tas dritte; f)
Gleittäfer bumolpus Latre), Fühler haib jo
lang ale ter Körper, Glieder kugelig, durz, nach der
Spibee wenig verdickt, Kerper eijermig, Halojchild
ſehr gewe:bi; Art: Weingleitkäfer (F. vitis,
Loiaspis vitis), ſchwarz, jeinhaarig, Fliigeldeden 4. .
Fallgüter bis Fallmafchine
blutroth, thut den Weinftöden Schaden;
laspis, Taſter tabenförnig mit fegeifl
glied, Körper eiförmig; I) Gigentll
(Cryptocephalus), bie Fühlhͤrner ı
Länge des Körpers u. fabenförmig, die
walzenförmig, der Körper kurz, ſtark gewẽli
Grüner F. (C. sericeus), golbgrün, g
mit ſchwa Fühlern, auf Weiden u. Lon
1. a. Ko — an a —
all kraut, nze, ſo v. w. Wo
alllehen (Rechtsw.), fo v. ww. Fallgüe
allloch, das ſenkrechte Loch im Hampel
allmafchine, ein Infirument, bie ul
lei entdeckten Gefetze bes freien Fallet M
per (vgl. Fall 2) augenjcheinlich darzuſtellen
ber bediente man dh hierzu einer Ber:
bei welcher Kugeln auf einer jchiefen, m
glatten Rinne herabrollten, wobei bie Be
gung der Bewegung nach bemielben
wie beim freien Fall, das abjolute Ma
ſchwindigkeit aber weit Heiner u. baber :
beobachten ift. Vollkommener ift bie vom
länder Atrocod erfundene 5. In ber BE
horizontalen Fußbretes erhebt fich ſen
hölzerne Säule, welche einige Zolle nom
Punkte abwärts, von U anfangend bis 64
gehend, in Zolle u. Zehntelzolle eing
Fußbret fteht auf einem Fuße ır. |
durch welche bie horizontale Stellung dcc
tes hervorgebracht werten fann. Im bien
Säule wird oben mittelft einer Schrauben
zerne Platte befeftigt, bie eine Rolle Kö
genau centrirt u. überhaupt fehr forgfältt-
tet fein ınuß, weil von der gleichen u.
wegung Diefer Rolle alles atböängt; üben
geipnittenen Rand dieſer Rolle gebt elite
beren Enden un Ihmwacen Meialiſtäben
find, die durch Die Wiitte eines Heinen ız
Zellerhen® m u. m’ geben. Diefe Tellerche
fo, Daß Das eine yor Der Mitte ber Scala hei
faın. Die Gewichte, welche auf dieſe 2
von der Seite aufgeichoben werben können,
aus freisföormigen Scheiben von einem
Durchmeſſer des Tellerchens gleichen Dur
u. find erftlich ſolche, Pie auf beiten Schell
m‘ gleich aufgelegt werben, u. dann zwe
Übergewicht, Dad dem vor ter Scala beri
ten Gewichte beigefügt wirt. Endlich bef
ſeitwärts an der Säule, cd. feuft irgendwo
ein Pendel, welches bie einzelnen Secundel
Um mittelſt dieſer Maſchine zu zeigen,
Fallräume den Quadraten der Zeiten prop
find, legt man zuerſt auf beide Tellerchen eit
Dienge von Gewichtstheilen, ſodann noch
vor der Säule hängende ein ſolches Übe
Daß von demſelben in Der erſten Secunde
einziger Zoll burdfallen wird. Dan fi
das vor ter Säule hängende Gewicht fo
auf, baß feine untere (rlüde genau neben bı
puntfte ſich befindet, u. bält es im dieſer!
weder unmittelbar mit der Band ct. m
Stäbiben feft, welches den Faden gegen ba
andrüdt. Man achtet dann auf die Sch
Secundenpendels, u. im Momente eines
jchloges läßt man das angedrüchte Gewiſ
u. zablt die Schläge des Peudels. Iſt Alı
angeordnet, jo oninit mit dem Ende der |
.. 5. Secunde Das Gewicht nei deu
Balmeifer bis Ballet
zeichneten Theilfirihen ter Scale
* hierdon genau überzeugen, in⸗
Stellen ſuccejſive ein Breichen
eiches das Gewicht gleichzeitig mit
je auftt ifft. Um mittelſt der Ma⸗
melde Geſchwindigleit ber fallende
ı keflimmten Punkte erlangt bat,
Runkte das Übergewicht abgehoben
der Körper ohne neue Beſchleuni⸗
mal erlangten Geſchwindigleit fort»
med wird durch ein burchbredie-
creicht. welches das Haupigewicht
das Ubergewicht, welches für die⸗
Geſtalt eines langen Stäbchens
bert u. zurüdbebält. Ge ſei tiefe
ıtie Säule befefigt, daß fie genau
Hide tes Ubergewichts abhebt, wo
Me deſſelben bei 25 Zoll anlommt, fo
1, dej bie Fallzeit dazu 5 Secunten
Ce ter 5. Secunte iſt die erlangte
it ach ten Geſetzen des freien Falles
a lb Sof, u. wem ber Körper nur
we unbeichleunigt bebielte, To
nee der 6. Eecunde bis 35 Zoll,
u 1.Cume bis 45 Zoll, am Ende
wc gelangen, an welchem
u, nen bajeibft bie undurchbrochene
nerden wäre, das Aufichlagen
de ber 8. Becunte hören müßte. Die
men ae anf mancherlei Weile abgeän-
ı @ ygt aber das Mitgerheilte ſchon,
wosd’ihe F. viel Belehrung dar⸗
fd. w. Kbbeder.
‚IL Phil. geb. 10. Dec. 1791 in
in Tyrol, ſtudirte 1810—12
. Ortentaliihe Sprachen u. Ge-
wa in Landshut Inrispruden;; trat
fieutenant in die bairiſche Infan⸗
ie Schlacht bei Hanau mit, zog mit
a blieb dert bie nach Dem allgemei-
Hufle, worauf er mit feinem Regi⸗
a in Garnilon lag; 1518 nahm er
n. mwurbe Lehrer an der Etutien-
burg, 1621 am Progymnaſium u.
m m Zandebut. 18531 verließ er
treifte mit tem Orafen Oſtermann⸗
„Nubien, Baläftina, Eyrien, Klein-
Uand. 1534 lehrte er nah Mün-
surde 1635 Mitglieb ter Aladenıie
m. 1636—37 befuchte er Frank⸗
j u. Italien u. lebte bie 1840 meifl
voranf er feine zweite Reife in ten
T brachte ein ganze® Jahr in Con⸗
antere in Sriedenland zu. Sei⸗
: WVohnfi bebielt er nah feiner
ı Münden, fette aber fein Wander⸗
7 madte er eine neue Reije nad
ızde 1849 Brofeffor der Geſchichte
Ritzliet der Rationalverfanmlung
so er zur Linken gehörte. Da er im
tem Ruınpiparlament nad Stuli⸗
nad deſſen Schluß in die Schweiz
er interinuftifh quieſcirt, ſpäter
9 Amneftiegefche® rehabilitirt. Er
6 Raiferthbuns Trapezunt, Piünch.
te ter Harbinſel Picrea mährend
'D
|
|
Über tie Gutfiehung ber Neugriechen, ebt. 1835;
iginalfragmente, Chronilen ıc. zur Geichichte des
Kaiſerthume Lrapezunt, Münch. 1843 f., 2 Abth.;
Fragmente aus dem Orient, Etuttg. 1845, 2 Bbe.
(daher er gewöhulih ter Fragmen tiſt genannt
wirt); Dentihrift Äber Golgarha, Münd. 1652;
Das Todte Meer, ebd. 1653.
alineß, jo v. w. Sqlaguet.
Non (fpr. Fallong), dudw. Aug. v. F., geb.
1736 in Nanmur, kam früh nah Wien u. Rubırte
daſelbſt die Militärwiflenichaiten, wurbe 1796 Ca⸗
bet im Ingenieurcorpe, 1797 Cberlieutenant, 1803
Gapitänlieutenant, 1605 Hauptmann im Quartier-
meiflerflabe, 18089 Major, 1509 Chberfllieutenant
u. 1813 Oberſt. In ben Seriegen 1813 — 15 leiflete
F. bie wichtigen Dienfle u. wurde Director bei
ben Gataftreivermeflungen; 1525 wurde er Gene»
Kalmajoz A. f. 1825 in Wien. Cr ſchr.: Hypſome⸗
trie von Oſterreich, 1. Up. (enthaltend: Die Höhen-
beflimmungen in Xyrol, Iſtrien u. auf ten Inſeln
im Golfo da Quarnero). heraudgeg. von Freisauff-
Neudegg, Wien 1831. Auch gibt es von ihm eine
Karte des Kaiſerthumo Ifterreuh.
opio, f. Falopio.
ot-Zaurilard (ſpr. Falloh· Lorilljahr), 1)
Sal. Ludw., geb. 1783, penfionirter Militärarzt,
feit 1856 Präfident ber Lönigliher Akademie ber
Mebicin in Brüfiel, Berfafler mehrer ophthalmo⸗
logiſcher Arbeiten. 8) Kari Wilb. Ant, geb.
1787 im Dans, u. geft. 1842 al6 Geniemajer u.
rofeſſor der Brüfleler Militäratademie; er Ichr.:
raitéẽ des fortifications, 5 Bbe., u. bat fi auch
als Dichter belannt re
Yallonz (ipr. Kal), Frederic Alfrete Pierre be
FJ., geb. 1811; wurde 1846 Mitglied der Deputir⸗
tenlammer u. nahm bier feinen Sitz zur Rechten.
Beim Eintritt der Republik 1848 verließ er fein
politifches Glanbensbelenntuiß, worin er bie Be⸗
wohner der Bendéie vor tem Bürgerkriege warnte
u. biefeiben ermahnte zur neuen Regierung Zu-
trauen zu haben. Zum Wepräfentanten gemäblt,
nahm er tbätigen Antheil an den Verhandlungen.
Bei dem Attentate vom 15. Mai gehörte er zu ten
wenigen Deputirten, welche ſich den Infurgenten
entgegenftellten. Am 20. Dec. 1848 murbe er Mi-
niftee des Kultus u. des Unterrichts u. im Mai
1649 in bie zweite Geſetzgebende Verſammlung ge-
wähle. Im Oct. 1849 legte er fein Porteſfeuille
nieder u. ging nad) Nizza, um feine Gefundheit her⸗
zuſtellen; nahm 1850 Beil am Legitimiftencongreß
zu Wiesbaden u. ging 1851 nad Yaris surüd, we
er zu Gunſten der £egirimität bie Fuſion zu betrei-
ben juchte. Beim Gtaatsfireich wurde er verhaftet
u. erfiärte öffentlich nach feiner Freilaſſung, daß er
bei ber Neumabl zum Xegielativen Körper lein
Maudat annehmen werke; 1555 wurde er Mit»
retacteur bei der Revue de correspondents, u.
1557 Mitglied der Alabemie. Gr ſchr.: Llistoire
de St. Pıe V.. Bar. 1844, 2 Be, u. Ilistoire de
Louis XVI.. Bar. 1840, 2.9. 1844.
Falowfield (ipr. Källemfiebir), 1) Stäbtifcher
Beyırl (Township) in der Grafihaft Crawford im
Staate Bennfylvanien (Morbanerila); 590 (m. ;
2) Siãdtiſcher Bezirk in der Grafſchaft Waſhington
im Staate Pennſylvanien, am WMonongahela-Ri-
ver; 1300 Em.
#allredt, 1) (Aertunrium), fo v. w. Vau⸗
ı, Stuttg. 1830—36, 2 Thle.; ı Ichuug; 2) Tas früher bei. in Schwaben u. Fran⸗
%
fen, Boch auch in nördli deren Gegenden, mie Frieb⸗
land, ben Oſtſeeprovinzen zc., bald ftatutarifch, bald
partieularrechtlich zu findende Recht, woncch der
Nachlaß eines ohne Dejcendenten Verftorbenen im
der Weije getbeilt wird, daß biejenigen Bermögens-
theile, welche von väterliher Seite ftammten, auf
die väterlihen, die von mütterlider Seite ftam-
menten aber auf die mütterlichen Verwandten ver⸗
erbt murben (Jus revolutionie 8. recadentiae).
Fall reep (Seew.), das Tau, welches an beiten
Seiten einer Schiffstreppe befeftigt iſt, damit bie
aus⸗ u. einfleigenden Perſonen fih Daran anhalten
fönnen. Auf F.! Commando zum Antreten ber
Mannſchaft, Die am Bord ale Ebrenbezengung für
die Ankommenden u. Abgehenben gilt. Sadreep
treppe, bie Bordtreppe, bie je nach ber verſchiedenen
Gattung der Schiffe außer Bord befeftigt wird, u.
zum Ein⸗ u. Ausgeben dient. Sellreepgepter, bie
beiden Eifen« ob. Bronzeftangen, bie zu beiven Sei⸗
ten Der Bordtreppen das Fallreep halten. ,
Fall: River (ſpr. Faol⸗Riwwr), 1) Fluß im
Staate Jowa (Norbamerifa), entipringt anf ber
Sftgrenze ber Graffchaft Delaware u. mündet in
ter Grafichaft Jackſon in den Makoqueta⸗River;
2) Fabrilſtadt u. Eimfuhrbafen in ber Grafſchaft
Briftel des Staates Maſſachuſetts an ber Mün-
dung Des Taunton-Hiver in bie Mount Hope»
Bat; 12 Kirchen, 2 Banken, 2 Zeitungen, mehrere
Schuien; große Bammmollenipinmereien, Wollen⸗
mannfacturen, Eiſengießerei, Rheberei, guter, ficher
ver, tiefer Safen: von bier führt bie all⸗River⸗Eiſen⸗
babıı nach Boſton; 12,000 Em. Am 1. Juli 1843
große Feuersbrunſt, welche mehrere Kirchen u. Fa⸗
briten zerſtoörte.
Falltopr, ift ein aus Küchen ꝛc. ſenlrecht au ber
Wand tes Gebäudes heratgebenbes hölzernes ob.
metallenes Robr, durch welches nutzloſe Flüſſigkei⸗
ten abgeleitet werden.
Falls (ſpr. Faols), 1) Grafſchaft im Staate
Texas (Nordamerika), ungefähr 43 OM., vom
Brazos-River u. den Eim- u. Big⸗Creels durch⸗
floſſen; Boden fruchtbar; Producte: Baumwolle,
Mais; Hauptort Milm; 2) Städtiſcher Bezirt
(Township) in der Grafſchaft Wyoming im Staate
Pennſylvanien, am Susquehanna⸗River; 800 Ew.;
3) Siädiiſcher Bezirk mit Poſtamt (Post-township)
inter Grafſchaft Hocling im Staate Ohio, am Licking⸗
River; 1800 Ew.; 4) Städtiſcher Bezirk in ber
Grafſchaft Mustingum im Staate Ohio; 2200 Em.
Fallsburg (ſpr. Faolsborg), 1) Stäbtiſcher Be⸗
zirt mit Pofiamt (Post-township) in ber Graf⸗
fchaft Sullivan des Staates New⸗York (Nordame—
rila) ; 2700 Ew.; 2) Stäbtifcher Bezirk mit Poft-
amt in der Grafſchaft Fiding im Staate Ohio;
1300 Em.
Fallihirm (ir. Parachute), eine ſchirmartige
Vorrichtung, durch melche der Fall von einer gro»
fen Höhe herab fo gebrochen wird, baß ber baran
beieftigte Kürper mit ihr fi) nur langiam zum
Boden berabienft. Der F. gleicht einem Regen:
ſchirm; durch den Fall feibft entfafret fich, megen
Witerftandes ber Luft, eine große leichte Fläche,
geräbntich von Taffet, von 20 u. mehr Bub in
urchmeffer, die dann, in horizontaler Richtung
gebalten, nur ein langſames Durchſchneiden ber
Luft auläßt. Die Idee zu den ren rührt von bem
Luftfchiffer Mongolfier ber, welcher auf dieſe Weiſe,
für den Fall, daR der Luftballon in der Höhe plagen
Fallreep bis Walltreppe
fellte, ein langfames Serablaflen t
w ermöglichen beabfichtigte. Den eı
erſuch mit einem Fee machte Bla
London. PBalfirmrakete, eine Si
bei dem Anffteigen einen Fallſchirm
dem ein Leuchtballon brenut, der 3
ber Gegend dient.
Fallfepwert, eine feit 1853 zuerf
Sachſen eingeführte Sinrichtungsm;
der feanzöftfhen Guillotine. Das v
nifer Kleber in Dresben conftruirte
wicht von 32 Pfund, mit den de
Klotze von 60 Piund u. bat Beim Ni
Raum von 5 Ellen aurüdzulegen. r
des Klotzes mit den beiten Säulen,
das Schwert beraßzufallen hat, nı
minbern, ift bie Mutterführung ni
franzöfifchen Guillorine, m tie Siu
ben Klotz gelegt u. an ben beiten
der Säulen eine glatte Eiſenführn
Außerdem befinden fi) an beiden €
des Klotzes 2 Dieifingrollen, weten
Herabfaflen noch ficherer u. noch m
wird. Das F. ſelbſt ruht auf einer e
Die fih, nm Das Aufzieben zu geftat
nad oben öffnet u. zur anderen F
Auslöſungoſtange bebelartig in Re
Der Hals des Verurtbeilten lomm
ring zu liegen, deſſen oberer Thei
Der letztere wird, wen ber Nachri
zieht, welcher das Schwert in bie Hu
falls mit in die Höhe gezogen. N.
linquent auf Das Aufnahmebret gej
iſt, wird daſſelbe auf einer Brücke ſo
ſchine gefahren, daß die Schultern
ten an den unteren, feflliegenben 3
ringes anſteßen. Wäbrenddem erf
richter den Stricken. läßzt den oberen
ringes etwas herab, erbebt dann d
ftange etwa eine Viertelelle n. läßt
Hand entgleiten, worauf ter Hais:
ſchließt u. das Eiſen herabfällt. De
ſordert ungefähr eine Minute. 9
wurde Das F. auch 1653 im König
berg. 1854 in Baiern eingeführt.
Hallfber, Silber, welches auf,
niedergeſchlagen worden ift.
Falls of Schuylkill jpr. Faolt
Poſtort in ter Grafihaft Philztelr
Bernipleanien, am Ehuyffill-Rixer
Schwefelſänre it. anderen Chemitali
Fallfſtein, Gekirgim Herzegtbum
genindt (Med.), ſe v. w. Fpile
allthür, eine horizontal liege
Keller», Dach⸗, Borenräumen ꝛc.
Fall⸗Topp, ver bötfte Berg in
Kirchſpiel Rättwickin Dalekarlien; d
Fuß boch u. immer mit Schnee be
‚des Sonimerſolſtitinums kann man
Sonne die ganze Nacht bindurch ſeb
Falltrank, Volksmittel gegen ©
durch Fallen, beſtehend in Abkochur
Kräuter, auch Schweizerthee,
wundmittel genannt. In de
Pharmakopðe wird es nuter dem Ra
u. wird vorfehriftemäßig aus 22 Kr
Walltteppe, Treppe, auf ber n
aufs Schiff fteigt. .
Falltuch bis Falſcher Angriff
3dw.!, ſo d. w. Schnappwand.
„=
Walmonth (ipr. Fallmauddb), Biscounttitel der
secipitatio). Operalion, meturch ' Familie Buscamen ven dem Städtchen F. in Corn⸗
wall. Memertensmerib find: 1) Hugo, Sohn des
(Bilungömittei), in cher Geſtalt
einer Anfiffung durch Zuiaß einc®
rag ‘Yräcipitart) ausgeichieden
wr Niekerichlag kann Durch dop⸗
Zerienung entfieben (ichmeieliaurer
. eıner Xöinng von Eblorbarium
m Ratren), od. durch directe Ver⸗
illungemittele mit Der au füllenden
rurch Kchlenfänre gefällt), cd. Durch
Yeiungsmirtele ı x. von Kieielfäure
Kung durch Salziäure), cd. Durch
ng, namentlich durch perdie Körper
e ergamiden Farbſiofie Durch Tbier-
wich. durch bleſe Störung der che⸗
at vichajt ı wenn eſſigſaures Eiſenoryd
x. Bzlu RNiederſchlag.
Inte Rarkſchd.), ſ. Etreichungstinie.
x. ſar w. Ebbe.
wert, dat durch Hunger od. Krankheit
hama Tage nach der Jagd gejun⸗
Une Sitorei
Bde, ẽtew.), ein beitiger Luitzug,
Gem Odugen, Zbalichluchten aus⸗
Ibm mrie Zegel fällt; kann bei. ten
zer gtübrlich werten. Solche Fe⸗e
berfübe ren beben, fleilen Kiften ver.
„en sn, welcher dem Guteberen
des Celena:recht eines Bauernautes
Aberizen Anbaber an einen audern
I, für die neue Bewilligung u. Er⸗
detaren Eigenthams zu eitrichten
ler, vebnwaare.
Apr. Fallmauddb), 1) Stadt in der
bat Cornwall an ter Düntung
ı Kınıl Ya Diane: Hafen von 2
ns u. Zt. Mawes) vertbeitigt; Han⸗
at ter Baaueiboate nach Portugal,
eſtindien: mit dem dazu nebürtaen
09 Em. — Dan alandbt, daß F.
er Alten, eine Statı ter Dumne⸗
in barbarıca, gereeien ſei. Es war
sen der (dröße u. Hüte tea Hafens
Semrich VIII. baute F. acgenüber
tennis. Karl II. machte ten vLerd
fen ven ;g u. 10673 Den Georg Fitz
xaien ven F. Auch ſpäter fübrien
rehe Titel von . 2) Stadt auf
exieinen Antille Antiqua; Hafen
tzen Bat: 3) Stadt in Ber Graf
auf fer Nerklülte ber Großen An-
1685 verſterbenen Eduard von Boscawen, war
ı vermäblt mit Charlotte Gobfrey, einer Richte von
- Darlborengb (ft. 1754); er wurte Groom of the
Beilchambre dei dem Primen Georg von Dine-
mart, 1708 Coniptroller of his Majeatya hous-
hald u. 1714 Mitglied des Geheimen Ratbes. Für
das Bertienfl, bie Pläne des James Painter ver-
euielt zu baben, wurde er 1720 zum Baron Boe⸗
cawen⸗Roſe u. Viscount F. ernannt; 1724 wurde
er Unterſchatzmeiſter von Irland, fpäter Lordwar⸗
ten ter Zinngrnden, Schioßbauptmann zu Gt.
Maws Caſtle u. Recorder ber Städte Tregony u.
Penryn; fl. 1734 in Trefufie. 8) Ebnard, Schn
tes Borigen, |. u. Yosameı.
Falopla (F. Lour.), Bflanzengattung nad ©.
Falopia benannt, aus der Familie der Papavera-
ceae; einzige Art: F. nervo=a, Strauch ın China.
Falopia (Aalopius), Gabriel, aeb. 1523 in
Medena, Schüler Belald, nach ihm Der ausgezeich⸗
nette Anatom in der „eit Der Begründung ber
menichlichen Anatomie ; machte ınebrere anaremtilche
Entdeckungen, bei. in der Tſteologie, u lehrte su Pa⸗
dua Cbirurgie u. Anatomie, wo er 1562 ſt. Werle,
Ven. 1594, 3 Bde., Fol., Frankf. 1600, Kol, n.
Aufl. 1606. Nach ibm find genannt: Falspiſcher
Kanal (Ayuaeductus Fallopni,, Enochentanat in
relienfiüd des Echlürebens zum Darchgang des
Gefichtenerven. Balepiidde Röhren ob. Trempeten
(Tubae fallopianae,. f. u, Genitalien. Patepiiäes
Band (l.igamentum Fillopii), fc v. w. Pouparti⸗
: ter Diünbung des Jlarıba-Pran: .
Ztadt ın ber Graſichaft Dante in
Eckottland ı Britisches Nerdame⸗
; 5) Städtiſcher Aexirk mıt 'Koft-
ship in ber Grafichafi Cumberland
e (Rerkamerifo), an ter Kennebec⸗
abn; 2200 Ew.: 6) Etädtiicher Be»
ı m zer Srafibafı Yarııftable in
stets, am Vinevard⸗Zound: 2700
ert in ber Graficbaft Stafjord ım
‚am Rappahannod⸗River, Baum⸗
sven; 8) Hauptort der Graiſchaft
taate Kentudy, am Yidina- Kiver
i⸗Lexington⸗Ciſenbahn; 4 Kirchen,
se, Trauſitohandel; BUO Gm,
ſches Nand, f. Hauchmuefeli.
ale, Falſerthal, io v. w. Vals, Valſerthal.
alsarius :lat.:, Reriälſcher einer Urkunde.
Salfation, Nertäljhung.
Falſch, 1) was nicht io beichaffen ifl, wie e6 fein
ſoll, cd. was nur den Schein deſſen bat, was es fen
ſell; je namentlich ven Kraulheiten, 3. B. Falſche
Lrüfe, Belle Bauchwaſſer ſucht, i. u. Drüſe ıt.; 2)
(Pfeudo . . . wer ed. was nicht iſt, mojdr er ſich
ausgibt ed. ausgegeben wire, jo von Schriften, wie
Die Zalſchen Decretalen \f. u. Sitdcrus), ed. Perienen,
melde einen Thron prätentixen, 3. 8. ter jalſche
Waldemar, ter jalſche Demetrius x.; 3)
in ter Afbesit iſt F. der Gegenfag ded Natürlichen
n. bereuter eine Verletzung der Naturgefige cd.
Mangel an Hbntichfeit ımit Dein, was e& bezeichnen
tel; 4) (Viuſ., die QOugerie (eigentlich greße
Duarteı, welche 3 ganze Stuken umiaßt El'rito-
nun), 2. B. f—h; 5) die Duiute (eigentich
Meiner, welde aus 2 ganzen ıı. 2 balben Stufen
beitebt, 3, 3. h--f; 6) jede Zarmjaite, verzugs:
weiſe über die E-Zatte Der Vieline, ſog. Tune,
wenn ſie a3 ungleichen Fäden ed. überhaupt un—
dleibiaßig zuſammengedreht iſt, wodurch der Zon
rent wird; 7) jeder unrichtige Teu, ſebald fein
Unterſchied ein beftimmten Initervall, alio wenig⸗
ſreus einen halben Ten beträgt: jede andere mag.
tigleit in Aniebung Der Intonation nennt man un-
reine; 8) bei ten Schäjſern der Anfang Der Schafe
füule.
Falſcher Angriff, bei überfällen, Gefechten u.
bef. bei Belagerungen, ein ſcheinbarer, aber deſto
lebhafterer Augrıff mit nur geringen Kräften, um
bie Aujmerkjamleit bes Bertheidigers zu theilen &
won ben wahren Angriff od. bem Punkte abzuziehen,
we man burchbredhen will. Oft wirb jedoch aus
dem fon 9. durch Umſtände in den wahren über-
gegangen, f. auch unter Feſtungsekrieg.
ſche Bat, 1) Meexesbucht füboRtwärte u. in
der Nähe der Gapflabt (Südſpitze von Afrika), ein
Theil derfelben heißt Simonsbai; 2) Bai an ber
Weſtküſte der Neu-Seelands-Infel Eabeinomaumwe.
Ice Bank, Sandbauk bei Neufundland.
Iiger Boden, 1) (Baum.), fo v. w. Blind⸗
boden; 2) (Uhrm.), fo v. w. Zifferblatticheibe.
de Brut (Bienenz.), fo v. w. Faulbrut.
l Cap Bojador, Vorgebirg an ber
Weſtküſte Afrilas, etwa 26° 25° nördl. Br.
Falſche Enden (Iagbw.), fo v. w. lingerabe
‚ru. Gehöm
T are, Fehler der S fie, wenn
— meinen Banren, —— eatn den
emeinen Strid der Wolle laufen, durchzogen ift.
fer Hals, bei Pferden Hals ohne Schwei-
fung nach ber Bruſt zu.
Ifcher Kohl, fo v. w. Brandfchiefer.
Ihe Kubpoden, fo v. w. Vaccinia notha.
alſcher Larm, Allarm ohne gegründete Ur⸗
ſache; wird beim Militär öfters von den Befehle⸗
habern angeordnet, um die Lente aufmerkſam zu
erhalten u. an ein ſchnelles Verſammeln zu ge⸗
wöhnen.
ſches Licht, das ber in dem Gemälde ſelbſt
angebeuteten u. geforberten Beleuchtung wiber-
fprechenbe Licht, in welches man ein Gemälde ſtellt,
wenn 3. B. das Licht Durch ein Fenſter auf bie
Seite bes Bildes fällt, auf welchem ſich bie Schat⸗
tenlagen befinden.
lſche Meinung, Fehler des Meiftergefange,
ſ. —— 85 zeſang
Falſcher Mond (Nebenmond), an ven Po⸗
len ſichibar während ber Polnacht, Reflex des wahren
Mondes, wenn er in ber Nähe des Horizontes ſicht⸗
—7 Platte, | ifferblattſcheibe
e atte, ſo 9. w. Zi a
— Dcen, fo v. w. Baricellen.
Ijge Rippen, »ie drei unteren Rippen,
welche freie Enden haben u. nur durch Muskeln
mit den übrigen Rippen in Verbindung ſtehen.
Faller Saum, wenn der Rand ber Leinwand
zur einmal verdoppelt u. genäht wird.
einlae Steine, nachgemachte Edelſteine, ſ. u.
Falſches u. wabres Vorgebirge Galſe u.
tene Gay, ſpr. Seh! u. truh Käpp), Vorgebirge an
der Küfte von Sierra Leone (Weftafrila).
wide Waſſer (Geburtsh.), fo v. w. Wilde
Falſche Wirbel, heißen die verwachſenen ob.
verkümmerten Rippen bes Ridgrathe.
Balfe Kurzel einer Gleichung (Math.), fo
v. w. Negative Wurzel.
Falſch geihnitten (Heralb.), mit abwechſelnden
Zincturen getheilt.
Falſchheit, Fehler der Geſinnung u. des Ge-
mũthe, in feinen Handlungen od. Reden etwas ganz
anderes zu erkennen zu geben, ale was man inner⸗
lich fühlt, u. zwar in der Abſicht, Andere dadurch zu
betrügen
Falle Bai bie Fälſchung
alſchi, Stadt, ſo v. w. Falczi.
lſchmünzer u. Falſchmünzerei, f. u
verbrechen.
ga feßen, fo v. m. Pſeudoblepfis.
alichung (lat. Crimen falsi, Falsum
ficatio), im Allgemeinen jebe bösmwillige Em
ber Wahrheit ; im engeren Sinne Diejenige c
ftrafbare Täufhung, welche mittelfi Rad
eine® unechten od. Veränderung eines echten
flandes geichiebt, ber nach den beflebenden |
u. der beſtehenden Bollemeinung einen bef
Glauben genießt. Im Römiſchen Rechte hı
Crimen falsi als ein befonberes Berbreii
ber I,ex Cornelia de falris zunächſt in Bq
bie Teftamente u. Münzzeichen hervor, bafı
Geſetz auch unter dem zweifachen Namen a
testamentaria u. L. nummaria vortowm
der fpäteren gut aber wurde ber Begriffteull
durch an dieſes Geſetz anſchließende Verord
u. bie römiſche Praxis auch auf F⸗en im
anderer Objecte, bezüglich beren ber Staa.
bürgerliche Geſellſchaft Wahrheit zu verfen
Intereffe hat, ausgedehnt, ohne daß baie
immer an eine äußerlich vorgenommene
od. Beränberung zu denken ift (die ſoege⸗
falsa). So kommen als Arten ber %.izr
Achte vor: a) die Milmfälfchung; B
öffentlihen, wie von Privaturfunden
Zeugichaft, wenn Jemand vorfäglich n.
res Wifſſen vor dem Richter in gefiel
unwahre Thatſachen od. Erfahrungen (
verfländigen, bie in tiefer Beziehung De
leichſtehen) behauptet od. feine eigenilich
* vorenthält; d) Unterſchiebung eines
welches im früheſten Alter, wo es jelbſt =
Nachrichten von ſich geben u. ſchwer von
unterſchieden werben kann, für bas Kind
Citern auegegeben wird; e) Maß-, Gewi⸗
Waarenfalſchung; NM Grenzfälihung (Crime
mini moti). Nenere Geſetzgebungen hebe
Kategorien noch durch Hervorhebung gg
öffentlicher Stempel u. Siegel, h) bie |
Waarenſtempeln, Etiquetten u. Fabrikzeiche
von Echtheits zeichen an Gold⸗ u. Silberfedh
mebrt, während bie falfche Zeugichaft u. die
ſchiebung eines Kindes in firengerer
des eben angebeuteten dyaratteriftifcyen
ber F. nicht mehr als %., ſondern als bi
Verbrechen aufgeführt werben. Jede da
ihrem Thatbeftand eine gewinnſüchtige
aus; eine fahrläffige F. eriftirt ale eine a
ftrafbare Handlung nicht. Allein es ift nich
erforderlih, daß ter beabfidhtigte Gewinn
euniärer u. in beflimmten Summen auezul
ber gewelen fei. Die Vollendung tritt (and
bei dem bloßen Betrug, f. b.) nicht erfi ba
wenn ber gewinnjüchtige Zmed wirklich
mworben if, Tontern wenn bie F. nur fchon
gediehen ift, daß daraus eine wirflicde ZA
Anderer entfteben kann, obne daß es ned
Thäters Macht liegt, biefe Wirkung zu verl
Daber milfien aber auch unter bem Begri
Verſuchs 5 manche Fälle geſtellt werden
ſonſt nur als Vorbereitungshanblungen gelte
ten, wie z. B. bei ber Munzfälſchung ſchon
fertigung ber erforderlichen derzir x.
ſuchshandlung zu betrachten ift. Die Strafe
war nach ber Lex Cornelia uripränglid .
:ation des ganzen Bermögens; doch
' arbiträr. Das heutige Gemeine
für willfürfiche Freiheitoſtrafen an.
inde find vornehmtich ig
r Mangel eines materiellen Scha⸗
Mehr bierauf tie Anwendung folcher
ime Enttedung leicht machten. In
ie eg berriht große Ber-
a
en find die Ken in ihnen
t härterer Etrafe — «ls bie
Betrügereien ; unter den en mer»
ſchung 1. hiernächſt Die F. an öffent»
‚ überhaupt en in Verhältniſſen
Rechtes, wie namentlich bie von
en Dienftfunctionen verübten, am
ſt. Tagegen lajlen mande Geſetz⸗
ven, welche nur zu bem Zwecke er-
Isumens an Reilepäflen, Wanber-
Eh wurten, eine ſehr gelinde, zu⸗
mu ame pelizeiliche Strafe eintreten.
\ ordnen mande Strafgeſetz⸗
mung der Unterſuchung auch nur
Bleiegten an (ſ. u. Fabrikzeichen).
bie
(oc fie bunch größere Anftrengung ergwumgen wer-
TE
em fc das Strafmaß nach ber
Tsalle beatfichtigten u. des
Tre Si wobei nicht feiten bie-
en gemacht werden, wie Bei
mu bee —2 ob. wohl gar auf
derwieſen ift. Bgl. von Preu⸗
nme Lehre vom firafbaren Betrug n.
1837; Eicher, Die Lehre vom ſtraf⸗
muuu.ber F., Zür. 1840.
* die heimliche Anmwerbung von
i. Kültärinbividuen einer Macht für
ierſte. Die %. wird ale Berrätherei
bie Anwerbung für ten Feind ob.
—* |
(Cap Falſo), Vorgebirg an ber
Ajel Dayıi; 2) Borgebirg an ter
wrasbai) ven Pucatun ( Merico);
u der Nordoſtlüſte ber fübamerila-
4 anada.
Enevold von %., geb. 1755 in
ar er Aſſeſſer des Hufgerichte iu
er Aſſeſſor tes höchſten Gerichts,
riſtiania u. Mitglied ter interimi⸗
ugecommiſſion in Norwegen; er
OKKkenburꝑe. Forladen datter.
Lußfpiele; Kriegslieder. 2) Chri⸗
6, geb. 1762 in Opelo bei Chri⸗
re ben Retactoren des am 17. Mat
fo nuterzeichneten Gruntgejetes,
mann von Rortre-Bergenhuus ben
x 1815—1522 bei u. vertrat bier
zuntfäße, wurde 1622 löniglicher
1824 Stifteamtmann in Bergen,
ns des en Gerichte in Chri⸗
30. Seit feinem Cintritt im könig⸗
te er feine liberalen Anfichten ganz
cht.: Geſchichte sag unter
re u. beflen männlichen Deicenten-
Karl, Bruter des Ver., war
bes Storthinge u. ft. 1152 ale
non Chriſtiauſtad. Er vertrat eben-
eGSyſtem.
1.), 1) Giſtel, die Kopfflimme,) Ge⸗
Stimme, welche durch
eatien, Berfätichn
einen flötenartigen Mila alt;
ie höcdhten — dae ei
Yalfet, Stabt in der ſpaniſchen Provinz Tarra-
gene; Bergbau auf Blei; 2300 dw. Hier am 10.
oo. 1810 Sieg der Franzoſen über die Spanier.
Falfifieiren ee verfalſchen; daher Basık-
Falsinervius Galicaervig, Bot.), Bei einigen
enpflarzen, à B. Jungermannia albicans u.
. monilinervis, wenn ein Blatt von einen helle⸗
ren, nervenartigen Streifen durchzogen iß, ber aber
nicht Über die Übrige Blattfläche voripringt u. nur
aus ciner Tage mehr gefiredter Zellen beſieht.
Falſirechnung (v.lat. Regula falsi), eine Rech⸗
nungsart, wobei man burch willlürli angenvunmene
n bie verlangte richtire Babl auffindet. Sie wird
ale einfache u. Doppelte F. unterſchieden. In
die einfache gehören ſolche Aufgaben, welche mittelft
eines einzigen Regel-tertri- Gates aufgeläft werten
tönnen. Es fell z. B. die Zahl gefucht werten, bie
erfi mit 6, dann mit 7 multiplicirt ba6 Pretuct
252 gibt. Man nimmt num an, 4 fei 3. B. die ge-
ſuchte Zahl 1.6 — 24, 24.7 m 168. Man hat
nun die gegebenen Zablen 168, 4 u. 252, die man
in biefer Reihenfolge in ven Proportiondſatz bringt:
166 :4 m 252 : x, x Ze u. erhält fo ale
Refnitat: x — 6; es iſt wirklich nah Vorſchrift
6.06 36, 36.7 == 252. ° *
gelfe, fo v. w. Falfe 1).
also bordöne (ital.), 1) tie falſche Grund-
ſtimme, bei. a) wenn der Baß mit ter Melodie in
3 ber Stimmritze hervorgebracht |
im. 4 Wu. VL.
ter Oetave fortfchreitet; b) ein folder Satz, in wel⸗
chem ber Cantus firmus in eine Mittelftimme gelegt,
bie übrigen Stimmen aber in figurirten Noten con-
trapunktirt werden ; €) jeder Satz Überhaupt, in wel⸗
dem Eertenaccorde fortſchreiten; dy wenn auf eine
maxim: viele Syiben u. Üörter gejungen werben;
e) eine Gattung breiftimmiger Compefitionen über
befannte Melodien ber Pſalmodie in ven 8 Kirchen.
tönen, wo gewöhnlich der Sopran ten Cantus fir-
mus, ber Zener gewöhnlich bie Mittelſtimme eine
Quarte tiefer, ber Baß aber eine Serte tieier fang,
außer in der legten Note, wo bie 1. u. 3. Stimme
in der Tonica, die Mittelſtimme aber in ber Quinte
ſchloß; 2) eine in allen römifchen Eapellen gebräuch-
lihe Compoſition ohne beflimmten Rhythmus, in
weicher 4 Stimmen in lauter Confenanzen contra»
punttiih aufgeführt werten, in einer berielben aber
bie Kirchenmelodie bes Cantus firmus liegt; 3)
eine ehemals in Rom belicht geweſene Muſilauf⸗
führung , jo eingerichtet, Daß 4 Stimmen wechſels⸗
weile einen Bere mit Orgelbegleitung jangen u.
dabei willkürlich alle Gattungen von Geſangolün⸗
ſten vorbrachten, wobei jedoch der Baß unueräne
dert blieb.
Falſtaff, Iohn, eine Shalſpeariſche Charalter-
maste, in Heinrich IV. u. den luftigen Weibern von
Windfor Die Carricatur eines Ritters, Meifter im
Eſſen u. Trinten u. im Erfiuden toller Streiche
gruubfaßlo® u. feige, als wigiger u. launiger Schal
bei Grauen fehr beliebt; tritt gewöbnlich als wohl⸗
hefeibter, aber feineeweg6 Ichwerfälliger Ritter auf,
befien ritterliche Außenleite zu feiner unritterlichen
Gefiuuung einen komiſchen — bildet.
W Balfter bie
Falſter, Infel zum bänifchen Stifte Laaland ge-
börig; wird von Seeland durch den Gaabenſeſund,
von Moden durch den Grönſund u. von Raalarıd
durch den Dänfund im ©. u. den Gulbborgjund
im R. getrennt, bildet ein Dreied, deſſen Südſpitze
durch die Dieerenge Notr in 2 Landzungen getheilt
wird, ift nicht ſehr hoch, eben, gefund ıı. gut bewäl-
fert u. gehört zu den fruchtbarften u. fchönften dä⸗
nifhen Inſeln; bei Kippinge eine Mineralquelle;
8411 DM. mit 23—24,000 Ew., lauter Dünen,
deren Erwerb in ftarfer Zucht von Schafen, Rind⸗
vieb, Schweinen, Gänſen u. Bienen befteht; auch
Kalt. Tbon hat F. u. beteutende Eichenwaldung. —
F. war früher ber Sig mehrerer abeliger Familien,
welche Güter u. Schlöſſer bier hatten; ſeit Dem
16. Jahrh., mo die Königin Sophie jene Güter au
ſich laufte, gebört F. der Krone Dänemark.
Falſter, Chriſt. däniſcher Satyriker, geb. 1690
zu Brantersiev in Laaland u geſt. 1752 als Rector
der Domnfchule in Ribe.
Falfterbo, Serftatt in Malınd- Län (Schme- |
fen), auf emer Yandzunge, obne Stapelredt u.
Hafen, bat eine Feuerbale, zur Warnung vor tem
Aulſterboriff, welches ſich 1 Meile weit in bie See
eriiredt.
Falſturwald, auh Burgmalb genannt (weil
tarın bie Burg Sigfrids des Griechen lag), ein
in ber beutichen Heltenfage vorfommenter großer
Wald, melder nad) der Wilfinafaga zmifhen Sach⸗
ſenland u. Dänemark lag. Darin hauſte der Räu⸗
ber Ingram mit feinen Gefellen, zu dem fich ſpäter
auch Heine aejellte; dieſe beraubten u. erſchlugen
die durchziebenden Kaufleute, fo Daß Niemand gern
den Wald betrat. Viterolf mußte nit feinem Sohne
Dietlieb, als fie zur Winterszeit von einem Gait-
mable heimlebrten, ten Wald palfiren; fie wurten
auch von ten Räubern angefallen, erſchlugen al::
Ingrani u. zwangen Heine zur Flucht.
Falsum (lat.), Fälſchung. Daher Falsi crimen,
. v. w. Fälſchung; Falsi exceptlo, Einrede ber Fäl⸗
ſchung.
Falten der Hände beim Gebet (Conjun:tio
ed. Complicatio manuum et digitorum). Tie
ErNlärung der Entftebuug dieſes Gebranchs in der
Kirche wird verfchieben angegeben; Einige leiten ibn
von der Zitte der Gladiatoren ber, welche Die Hände
über die Draft kreuzten od. falteten zum Beiden,
Daß fie fich file Beſiegte erllärten; jo jalteren Pie
Khrijten tie Hände, um dadurch zu erllären, Taf
tie nicht wider Gott ſtreiten, ſendern fi ihm ganz
ergeben mellten. ach Andern werten tie Hande
beim Gebet geiatzer zum Zeichen, daß der Geiſt
nicht zerfireut, ſondern zuianımenzchalten u. Sc
ſammelt iR. Wenn viele Zitte in der criftlichen
Kirche auigekemmen it, wear man nico:; Das frü—
beſie Zeugniß dafilr iſt Rarſi Nilolaus 1. (ft. 86% ,
welcher Das Falten der Hände als ein Zeichen Dafür |
ti, daß wir Anette, Gefngene u. Gebuntene
Crriſi And, bereit sur Streie n. Züchtizung. Uber: |
Re ubeint im dritliden Akzertbun dad Auobrerten
ed. Erichen der Harde beim Gebet weit mehr sie
Das Falien derielben Sitte geweſen zu fein, indem
man dedurch den gekreuzigien Heiland darftellen
wehrte. Dech artcie dieie Sicte bald aus, u. dv»
ren u. Ehrvieſemns tübeln Die ungebührlichen
Veweeungen ter Betenden nachdrüdlich.
‚m kenhatg. ein Orgeltalg, der jo eingerichtet
Faltenwurf
iſt, baß zreifchen feinen Platten mehr als ein
liegt. Nur bei Pofitiven gebräuchlich.
Itenerinit (Petref.). fo v. mw. Plientot
Itentäfer (Sepidium), Gattung «ı
Familie der feiftläfer, 1. d.
Faltentammer, ein aus Bretern befte
Behältniß, in welchem die Zuderhüte auf
werben, um zu unterfuchen, ob fie völlig g
u. zum Einpapieren taugen.
Faltenbiemer (Pleurobranchus), fo
Seitentiemenfchnede.
Itenmagen (Blättermagen), |. u. Ri
altenmüde (l’tychoptera), Gattung al
Familie der Müden.
Faltenmufchel, lintergattung der Gutlum
zarneflappe, |. d.
Itennafe, eine Art Fledermaus, ſ. b.
altenfhwamm, bie Gattung Helvcke
Helvella ınfula u. H. pineti, Pi —
Fam. der Hrmenomycetes-Helvellacei-
Faltenſpindler, Abtheilung der Schwen
Falten an der Spindel, ſ. Columellaria.
Faltenvogel (Philedon .Cur., Mel
| Temm.), ©attung der Singvögel (bei &3
Zahnſchnäbel), Schnabel flark, zufammezm
durchaus etwas gefrünmt, mit fuorpeliger
beſetzte —— an ber Zungenſpit ee
pinſel. Sind aus den Gattungen Merogaf
cola, Sturnus u. Certhia ZL. genummei®-
Ph. (Merops) circinatus, aus Neun
trefflih in Gejang u. Fleiſch; Ph. (Mer
ger, von ben Sandwichsinſein; vie [Bi
Federn braucht man zur Fertigung ber Mu
Faltenwurf, tie Kunftder Anorbnung &
gebung des Gewandes, eine ber ſchwieri
gaben in ber Kunft u. darum ein verzügli
niß für Zulent u. Geſchmack, weil ber Kür
bei von Ratım u. Wirklichkeit nur wenig ud
wird, indem ter Zuiall in ber Regel bie 1
ſprechendſten Formen n. Züge bervorbringk
Aufgabe des Künſtlers beim Anordnen der &
dung iſt im Allgemeinen, daß Der F. Die Hai
tbeilungen ter Geſtalt, Schuiter, Ellenbogen,
Knie 2c. bervorbebe u. daß er tie beabfichtig
wegung berielben bezeichne; daß er nicht mt!
tenmaiten bie Lichtmaſſen unterbreche, über
u. Flächen ſich nicht mit tiefen Einfchuitten
feine Die Würde der Geftalt bebenten große
tien Da babe, no fie ter Enwickelung ber |
ſelber nicht binberlich find. Die Formen nılfk
daber bie Falten feit begrenzt, nicht verfließen
Brüche, d. b. tie Stellen, wo bie erbabenen!
fih begrenzen? um die Verüctung legen, fe
ſtimmt, aber weich ansgedrückt fein u. den
ſchied groben u. sariern Stoffes berückfichtige
größte Reiz Les ars beſtebt im der firengen
bieier Aufgabe unter Anwentung barmenil
nien, Narer in ſich zuſammenbängender F
abwechſelnder Maſſen. Weit genemmen. um
det man nur 2 Zivle des gt, den antiten
baueriichem), u. ten romantiicben (m
iben), der erſte will Die Geſtalt u. BRewe—
wenig ala möglich bededen u. verſteden (f
auch päufig ah astliegente Gewänder), ber
win Geſtalt u. Veresung durch Die Uml
seinen, cd. auch nur andeuten: ber erlere
ſich der Geſtalt ganz unzer, Der andere gewü
beteutente Selbſtandigkeit. Nur dieſer en
Falter bio Falzzange
ämficdher u. verſchiebenartiger Aus-
b den verfchietenen Schulen, fo Daß
Der italienijhe von tembeut-
icheibet, fonbern ter venetiawifche
f&en, florentinifcbenxc., u. zu⸗
Reifterö von tem eines anderen. Der
iſt in ber chriſtlichen Kunſt aud inter
errichend geblieben, obſchon viele Idea⸗
saben, bier ten antiken geltend zu ma⸗
Auebildung des romantiſchen gefällt
ae 14. Jahrb., in Deutichland, wie ed
rt. Tie Malereien der alten Floren⸗
ie keiten Proben; feine höchſte Aue⸗
ste er Durch Rafael. Unter den Spä⸗
ch ten Manieriften, ging der Sinn
wi Selen Des 7-8 ganz verloren.
14 zu einiger Entſchädigung an Die
u Jaubte, etwas erreicht zu babeın,
deleren VBaumwolle untericbeitlich dar⸗
warn man einen Über den Gliedermann
Amt or. einen über Das Thonmoedell
zen mt Treue nachgebilbet batte. Als
sarmeiener, freier Anerbnnung u. ſchö⸗
miztmzleriichen Principien ericheint
Zenreralea Sorneliusu in gleicher Weiſe
erden Anierterungen Thorwaldſen.
‚Nrz.m. Schmetterlinge, baber Tage,
Min: 2) ic v. w. Tagichmetterlinge.
'Anrcalaphus Zadr. ). Gattung
em Ordnung der Nepfliigler:;
laaa gleich rich, gerade, mit dreieckigem
6 tere Taſter, Leib baarig, Sinterleib
ten Übergang zu ten Schmetterlingen;
bartihe 7. (A. barbarus), ſchwarz,
Italii che F. (A. ıtalicus). u. a.
e Monte, Berg in ten Apenninen
‚chlıh von Tslerenz, 5214 Fuß bed;
ıBe entipringen mweftlich der Arte, Oft-
erne.
miltienname der Valeria gens: bei.
lius Balerius F. tererftel’ra«-
us 242 v. Chr., ging mit tem Conſul
atulus nach Sicilien, um genen Pie
dien, u. blieb 2411 als Präter balelbit;
eniulu. fänpfte 23» gegen die Gallier.
großes hölzernes Meſſer, mit Dem Die
eim galten gelegt werten. Aalsftubl
ttafely, lange Zatel mir Fugen, um
:ge darauf in Kalten zu legen.
ereniz, geb. 1704 zu Nemerbuivar,
Brediger in Tien u. Neuiehl, lelrte
„Erätz u. Linz, war 1741-46 um:
water in Rem u. ftarb, in Rubeſtand
in Rebencz. Gr veriaßte poctrihe
en u. ein Traueripiel Konftanztiita
ae; u. proſaiſche Schritten, heraue⸗
exar, Raab 1786 f., 2 Dre, Preob.
eter, beriuszegeben von Bacianvi,
r überiette auch Terell u. a.
v. ır. Kablun.
. Fablunit.
ı, Flecken am Zacce in der päpfili—
Frtñũncne Mirchenſtaaſh: 1900 Em.
„1) Sichel: 2) Aincı, 1. Falces.
serebelll : Inai.;, i. Gebitntäure.
ine Fa.enrd. in Me Yanae gezogene
I Er: 2 za vereinigenden Blechen,
umgebogenen ı. mit cinanter ver⸗
|
funtenen Ränter. Dan nnterfcheibet einfachen
u. doppelten F. Bei dem einfaden %. (nm
für leichte Arbeiten gewöhnlich) werben die Rin-
der der Bleche in einer Breite von 1— } Zoll
einfach umgebogen, in einanter gebaft u. zuſam⸗
mengebämmert, zumeilen auch verlöthet od. vernie⸗
tet; bei tem doppelten F. baft man kie einiach
umgebogenen Ränder in einander u. biegt fie ge-
meinſchaftlich noch einmal um; dieſer F. bildet ent»
mweber eine, gegen tie Blechebene ſenkrechte Rippe
(ftiebender Doppelter 8.) od. ınan bämınert
ibn flach aut das Blech auf (liegenderboppel-
ter %.). Das Aufbiegen ter Ränter geichiebt mit-
telft eines hölzernen od. eiſernen Hammers aufeinem
Amboe ot., bei langen Salzen, auf einer eintantigen
Eiienftange. Zum lUmbiegenu. Zufammentrüden der
Ränder dient eine Zange mit breiten Baden, Die Baly
zange: 3) je v. w. Rinne, 3.8. die Rinne am Hufeifen,
in welche Die Nagellöcher fommen ; ter Zchmiet macht
fie mır Dein FJalzbammer, Der auf Der einen Seite eine
ſchmale, etwas geichärfte Finne bat: 4) Vertielung
an Zhürzangen u. yenfterfuttern, in melde Die Thü⸗
ren u. Fenſter zu genauen Schluß eingreifen, bei
Bretern, die in Nutbe u. Federn gefebt werten, Die
in ter Mitte der ſchmalen Seite gemachte ! Zoll
große Vertiefung, in melde Die Feder paßt. Die
Falze werten einiad od. doppelt mittelft des Waly
bobels gemacht, Teilen Gesäufe aus 2 durch Echraus-
ben zuſammenzuziebenden Tbeilen beftebt, u. deſſen
Eiſen der Breite des Falzes gleichlemut n. fo weit vor
ber Hobelfläche berverftebt, als der F. tief merken ſoll;
B) die drei⸗ cd. vierlantige Vertiefung an beiden Sei⸗
ıen eines Ballens, im welche Die Vreter dee Schräg⸗
betens ct. tie Ztafen zu Yebmteden eingeſchlagen
werten, man baut Die Falze entweder mit ber Art,
nad verberigein Schnurſchlage, ed. man macht fie
mir einem ftarlen Hebel, an welben 3 — 4 ‘Wan
arbeiten müflen: 0) ter innere Aruch eines zuſam⸗
mengelegten Iirudtogens: 7) der cylinderjörmig
umgebogene Rand bei Metallplatten zur Dachte:
dung, we dieſe nicht zuſammengelötbet Worten;
8) (Nupferb.), Der Rand, welcher ein Geſpann
Keſſel zuiaınmenbält; 9) (Jägerſpr.), ſo v. w. Balz2c.,
eben jo Jalzen, Falyeit ıc.
Saljbein, fo v. w. Arieiftreicher.
alzbeinden, ein Inſtrument zum Tculiren,
es ift aus barten Holze od. Kitchen, am Ende u.
an beiten Zeiten abgerundet m dient dazu, Die
Rinde bes Wildlings, Die eingeſetzt werben joll, zu
dien u. Das Auge am Edelrei'e jo weit zu öifnen,
daß es leicht abgeſchoben werben kaun.
Falzboden (liyrm.), bei. bei Reretirubren, ein
Ring zwüchen dem Zifferblatie u. Rundboden, wels
cher das Vorlegewerl einichließt.
Falzen, ty einen Falz made: 2) Gerbeh, das
Fablleder, welches zu dick alt, auf der Fleichieite
duünn zu Ichaben: es geſchiebt diee mit dem Falze,
Jalzeiſen CT. Aatgmeiier, welches zienchneidig iſt u.
an ber einen Zelte ein hölzerneb Heit, au der ale
deren einen Quergriij bat: das Leder wird dabei
auf den Aalıbod geleat, welcher eben platt iit: 3)
ſo v. w. Abiatzen; 4) Das dem Nuten od. Bredn»
ren ter River verberacbende Zuſammenbrecken
ber einzeinen Bogen; 3) je v. w. Fügen: 6) aut ı,
ſe v. m. Valzen.
Falzhobel, ſe v. w. Nutbbebel.
Faliſtock Jeuam.) jo v. m. Faitſted.
Falzzange, 1) (Wetallarb.), 4. u. Sul} 2); 8)
)
0
Falzziegel bis Familienkrüber
(Schubin.), große Zange, deren Kneipen gelerbt find, | richtet. Beide Familine waren ı
| abgetheilt u. führten nad ihren 2
Balzziegel, Ziegel, weldye an ber einen Seite | ſondere Kanıen, 3.8. Villici, Cas
das Peter damit feſt anzuzieben.
einen Ausjchnitt haben u. zu Thür» u. Fenſter⸗
gewänden gebraucht werben.
Fama (lat.), 1) Gerücht; 2) (gr. Offa), Göt-
tin des Ruhms u. Gerüchts; nad) Birgil jüngſte
Tochter der Erde, melche dieſelbe nach der Beſie⸗
gung ber Titanen gebar, um ſich an den Göttern
dadurch zu rächen, daß & die ärgerlichen Geſchich⸗
ten derſelben überall bekannt machen ſollte. Sie
wird geflügelt dargeſtellt.
Famaguſta, Stadt auf der Oſtlüſte ber tür-
Ken Injel Cypern; Hafen, Citadelle, katholiſcher
Bilchof, Ruinen ehemaliger Baläfteu. Kirchen; ! DI.
nördlich Davon bie Ruinen ber alten Stadt Salamis.
8 ift das Arfinoe ber Griechen; zu ber Römer
eiten hieß es Fama Angurta u. wurbe 1191
den Byzantinern von den Engländern abgenommen,
aber nachher an Buido von Luſignan adgetreten,
1372 von ben Genueſern erobert, 1472 an Venedig
abgetreten, 1570 von den Türlen 10 Monate lang
vergeblich belagert, 1571 aber nach 6 Monate langer
tapfertr Vertbeidigung erobert. Jetzt faft verödet.
Famara, eine ber Los⸗Inſeln (be los Idolos),
an der Küſte von Sierra Leone (Weſtafrika).
Famargü, Dorf, fo v. w. Baurmarcus.
Kamard, Dorf zwilchen ter Schelde u. Rhonelle
im Arrondifjement Balenciennes des franzöſiſchen
Departement Nord; 350 Ew. Dabei Camp de
Br Heft eines römiſchen Lagers, angeblich non Cä-
ar ftammend, welches die Allüirten unter dem Prin⸗
zen von Koburg im Franzöſiſchen Revolutionskrieg
den 23. u. 24. Mai 1793 ftürmten.
Famatina, Departamiento im Argentinifchen
CSonföterationsftaate Rioja (Südamerika), darin
Silberbergwerle.
Fames (lat), Hunger. F.
hunger (1. d.).
amelicäo (Billanovade%.), Marktflecken
im Bezirk Barcello8 der Fortugiefiihen Provinz
Minho; 2000 Em.
Fameuſen (fpr. Famöſen), Varietäten ber Gar-
tennelten, getujcht, mit nach dem Grunde des Blat⸗
tes vertuſchter Zeichnungsfarbe, |. u. Nelle.
Fameux (fr., ſpr. Kamch, gewöhnlich Famös),
1) berüchtigt; 2) wunderbar.
Tamieb, Stadt zwiſchen bem gleichnamigen
See u. tem El⸗Azy (Orontes), im Sandſchak Ha⸗
mah des türkiſchen Ejalet Damaſtus ı Syrien); das
alte, von Seleukos Nikanor gegriindete Apamea.
Familie (lat.), 1) (röm. Ant.), im Allgemeinen
Alles, was einer Perſon gehört u. worüber biefelbe
ein Recht bat, alfe ſowobl Sachen, als Menſchen;
daher 2) die unter einem Hausvater Pater tami-
lias) ftebenten Berfonen, wie Frau, Kinder, Sklaven;
dann getreimt: 3) ale Dem Pater familias unter»
worfenen freien Perſonen; auch 4) Die Mitglieder
einer größeren Familie, welche ein gemeinſchaitliches
Eognomen (Familiennamen) führten u. ſich als Agna⸗
ten angehören; 5) die zu einen Hauſe gebörenben
Sklaven; 6) eine Anzabl Berfenen, bie zufanımen ein
gemeinjchaftliches Gewerbe trieben, 3. 3. von dent
Xanifta gemeinſchaftlich unterrichtete Gladiatoren;
7) jete ber 2 Abtbeilungen der ben Curatores
EA zugelellten 720 M.; die eine, F. pub Yca,
F u ſtart, von Agrippa, die zweite, F. Cae-
’ 4 Dann Karl, won Keifer Claudiuso er-
canina, Hunds⸗
|
tores, Silicarii, Tectores, f. d.
Bot.), ein Berein von mehreren E
in ihren Hauptorganen u. meift a
Beren Ausjehen ein gemeinjames
Ausdrud der natürlichen Verwand
gen, Endlicher nennt fie Ordo, u
in Subordo, Tribus, Subtribus,
divisio ein.
Familia caritatis (fat.), f. u
Bamtiliar (v. lat.), 1) vertraut
heimiſch; 8) gemein.
Zamtliaren (lat. Fawiliares).
fünmtlichen Hausweſen Gebörige
3) ſonſt in Spanien Diener der I
Bamiliarifiren (v. lat.), fich E
od. gemein machen. JFamiliarität,
Familie, 1) (Ant. u. Bot.),
(Staatsw.), im eigentlihen Sin
Genoſſenſchaft, welche zwiichen d
deren Kindern ftattfindet, im weit
die Verbindung, welche zwiſchen
eines Hausweſens fhattfindet u. Da
ter des Hauſes mit umfaßt, im ww:
aller Verwandten, melche turch
ſtammung verbunden find (jo v. w.
F. eriheint al8 eine Verbindung,
Natur des Menſchen von felbit geg
nur durch fie eine geordnete Fe
Menſchengeſchlechtes, Die Erziehun.
jenten Generation, Unterhalt u. P
ſchiedenen Lagen des Lebens geni
werden kann. Die daraus entjprin
nifje ergreifen besbalb and) Die gar
des Menſchen innig u. ungetbeil
Rechte, wie die Verpflichtungen Der
gegen einander, injoweit fie ans Der
bervorgeben, ruben nicht ſowohl
Rechtstiteln, fondern find nur ale |
Gejammtverbältnijjes zu beirachti
Band der Familie nothwentig ar
nofjen berjelben erzeugt. Aus viele
das Familienrecht, wenn ed auch für
rechte vom verſchiedenſten Einfluß
für ſich beſiehenden, von Den übri
Privatrecht charakteriſtiſch verich
theil, welcher fih im Einzelnen ü
Ehe (f. d.), der elterlichen, bef. va
(j. d.) u. Der gemiffermaßen ala Er;
teren zu betradhtenden Vormundſch.
Bon der Erhaltnug guter Zucht u.
der Familie bängt zumeiſt Das mor
eines ganzen Volkes ab. Je innige
milienleben iſt, je mehr ſich in dem
Familienglieder zu einander die na
mengehörigkeit ausprägt, um ſo ſi
damit auch auf eine geſunde Gri
ſammten Volkslebens ſchließen. I.
bat ſich von jeher durch eine ſehr wür
der Familienverhältniſſe ausgezeich
liche Schilderung der F., ihred I
Aufgabe hat neuerdings W. H. Rie
(als dritten Theil der Naturgeſchich
Stuttg. 1855, geliefert.
Familienbegräbniß, ſ. u. Be:
Familienbruͤder, 1) Fraucisca
Familiendiebſtahl did Familieufideicommiß
b u. Deutichland, welche ſich im 14.
pſilichen Verordnungen in Vetreif
tung an Cbiervanten u. der Regel⸗
e Sonventualen beugteu u biernach
Sarıftkh Ftankreich u. zum beiligen
en bildeten; 2) io v. w. Minoriten
a.
ebſtabl, ſ. u. Diebſtahl III.
eicemmiß, ein meiſi unbewegliches
sur eine Disepofitien in der Weiſe
sıh eitlärt worden iſt, daß es für
rc gewiiſen Fanulie verbleiben u. in
ierterben jelle, ala Tiefe ielbſt beſteht.
ser Bedeutung iſt tretz ſeines römi—
ia Inſirtut Des Deutichen Rechtes
idekemmiſſen des Römiſches Rechtes
mr; webl zu unterideiten. „br
xein dem 16. Jahrh., als der Zeit
xe dae ültere Deutſche Stammguts⸗-
‚ Stammyıt. unter tem Emfluß des
e Ebrechtes mehr u. mehr in Veriall
mer. Indem Der Adel in Der da-
adlcien Zerfplitterung u. Ver⸗
r iet iine Berminberung feines An⸗
Kar keiriugten Stellung befürchtete,
Wat Fecht dadurch zu mabren, daß er
er za Erbelinng tes Flores der Fa⸗
emattrudinhen Verãißerungeverbot
Am Verbindurg Damit eine Special»
Bee Güter anordnete. Im Grunde
der dieſe VReräußerungseverbote ben
se Zummantéſoſtem Dur auedrück⸗
nr zu jhünen, Denen die rechiliche
je weniger abzuiprechen war, als dem '
ijenangelezeubeiten Das Recht zu auto⸗
dungen zuttand. Tie römiſchen Ju⸗
eiche einestbeils die Wirkſamleit die⸗
ngeeerbete anerkennen mußten, au—
im Bißrerſtand derſelben ſiets nach
men Sucten, um fie in ihrer Weiſe
‚glaubten auf fie Die Grundiätze ber
cemmiñe anmenten au lcınen, weil
ch am erſten einen Bergleichunge-
So entſiand Der Name u. ging bald
ialgeſetzgebungen über, celen das
bt feinem Weſen ach ſich faft ganz
ieines Teutichen Urſprunges erbiclt.
mn auch im Römiſchen Rechte ein
um famuliae erwähnt ale ein Fi⸗
sur Dem Cnerirten auferlegt wird,
ß; einem aus Der Fammie, ber dann
Lerdilichtung baten kann, zu binter⸗
siten Das Deutichrechtliche %. davon
mwiſt, zeigt fich fchon Dorn, daß bei
tete ganz Die Wahl bat, wen er aus
senlen will, u. nur Lan, wenn er
t nicht ausiibe, Der nächſie eintritt.
das Teutichrechtliche 5. ım Weicnt-
nten @runtfägen: tie Errichtung
iebt gewẽhnlich durch eine teſtamen⸗
ung; dech kann fie ebenſegut durch
mit Den Yitgliebern der Familie,
brecht an tem zum F. beftinunten
‚ geibeben Schon friib murte es
reren Bekräftigung tes Actes auch
d. landesberrliche Beſiä:igung ein⸗
gemerurechilich bildet dieſelbe fein
ehl haben aber Particularrechte fie,
107
um namentlich tie Antereffen Dritter ficher zu
fielen, verg.ichrieben. An Sfterreich, Yaiern, Dan-
never, Yraunichireig, Weimar wird die unmittels
bare Einwilligung des Yanbesfürften erfordert, im
Preußen wenigſtens dann, wenn Das F. nach einer
orteüblichen Wertbichähung einen reinen Ertrag
von 19,000 Tbirn. überfteigt. In anderen Ländern
(in Preußen bei Ken, unter 10,900 Tolrn.) ift bie
Gültigleit mwenigitene an die Yekätigung ber oberen
(Rerichreitellen er. an bie Eintragung der Stife
tungsurlunte in Die Öypetbelen- od. Matrikelbucher
gebunden. Tbject Des Fres fännen ſowohl unbe-
wegliche, ala bewegliche Sachen jein; nur miljlen
fie Dein Zwecke des Juſtituts gemäß fo beichaffen
jein, Daft den jeteemaligen Beſiher daraus ein
wirllicder Nuten erwachien u. biejer Nutzen von
ter Sache fc gegegen werten kann, daß Dadurch der
Subſtanz ſelbſt fein Eintrag geſchiebt. Particulars
rechte haben auch webl einen. Vinimalwerth feſtge⸗
jet, welchen das Gut baben muß, wenn es unter
Fideicommißverband gebracht werden ſoll, wie... ®.
in Preußen für Laudqüter wenigſtens 2500 Tblr.
Reinerirag u. tür Geldfideicommiſſe ein Kapital
ven 10,000 Thlen., iu Vaiern Die Errichtung von
wenigſiene 25 Fl. an Grund⸗ u. Dominialfteuer
von Lem kteireffenten Gute verlangt wird, Der
Errichter Tea Fres muß auferbem über Die zum
F. beitimmme Zade ſelbſt, frei verjügen lönnen,
taber er ſich, 3.3. wenn es ſich um ein Yebn-
od. Erbzineaut bandelt, aud ter Zuflinimung bes
vebns» u. Erbzinsberrn verjihern muß, daß ber
Reſitzer Dagegen von Adel fe, iſt, we nicht ein
beſiimmtes Yarndeugeich entgegenſtebt, nicht erfor:
derlich. Der nach ter Sujtung zum Genuſſe Des
Fees berufene Erbe wird, wie alle andern, welche
nach ihm ſuccediren, wirklicher Kigentbünter Des
Fideiconimißqutes, nicht bles Nießbraucher; allein
fein Eigentbumsrecht iſt dadurch beſchränkt, daß er
tag Gut nicht veräußern u. deehalb auch keine
danernden Veſchwerungen, namentlich alſo keine
Schulden, ıinjerern fie nicht zur Conſervirung des
Fees nethwendig maren, auf Daftelbe bringen Darf,
indem Tieje Die Ipärer SEuccedirenden nicht anzuer⸗
fennuen brauchen. Nach tem Äſlerreichüichen Ge⸗
ſetzbuch kann aber ter Fideicommißinhaber ganz
ullgemein mit Genebmigung ber ordentlichen Ber
richtabscherte ein Drittheil tes Fideicommißgutes
verihulten, nur müſſen jäbriich 5 vom Hundert von
ber Schuld wieder getilgt werten. Beräußerungen
kieinerer Pertinentialſtücke find, inſofern dadurch
ter Wer:b u. Die Beſtimmung bes Gutes nicht ver-
asdert wird, ſchon nad gemeinrecdtlicher Praxis
unter Genebmigung Der Familienfideicommißober⸗
aujſi hiobebörde geftatte. Ze lage fie nice sur
Zucietlien berufen find, haben die übrigen (lieber
ter Familie nur eine Anwariſchaft, zu Deren Sicher⸗
ſtellung fie allerdings, weun fie durch Haudluugen
des yantılienfiretcommißinbabera geiäbrdet werden
jellte, Cautienen 2c. beantragen können. Die Zuce
elften jelbſt kann, wenn Der Ztifter Feine befon-
tere Erbjelgeordnung eingefübrt bat, nur nad Den
Hrunträsen der Juteſtaterbiolge erielgen: allein im
ter Regel tritt nach ter Zriftung eine beſondere
Zucceijienserdnung (Paiorat, Seltierat, Primo⸗
genitur, Secundogenitur ac. ein, u. Die bierburdh
ven der Erbſolge Ausgeichloflenen erbalten entwe⸗
der gar Nichts op. doch nur gewijje Renten zu ihrem
Unterhalt. Die Succeffloh gilt Dabei als eine Suc-
102
cessio ex pacto et providentia majorum, b. h.
die Berechtigung bazu wird nicht von bem leisten
Beſitzer, ſondern vielmehr aus ber Dispofltion des
erften Stifters abgeleitet. Der * Beſitzer kann
deshalb auch nicht einmal letztwillig Verfügungen
über das %. treffen, welche ber folgende An-
wärter anzuerfennen genöthigt wäre, auch wenn
im fonft nah dem gemeinen ürbiolgegeieh bie
erpflihtung hierzu obläge. Ginem Abzug ber
Trebellianifhen Quart unterliegen daher bie 5
ebenfalls nicht. Das F. behält feine Eigenſchaft,
fo lange noch eine Perſon vorhanden ift, melde
nach der Stiftung zum Genuſſe des Gutes berufen
if. Erſt ber letzte Berechtigte genieht wieder alle
Rechte der freien Dispofition dee Stiſters, im Kal
diejer nicht etwa auch für dieſe Eventualität noch
befondere Anorbnungen getroffen bat. Über bie
Aufhebung eines F⸗es bei dem Borbandenfein noch
mehrerer Succeſſionsberechtigter geben bie Mei-
nungen auseinander. Blidt man auf bie Abſicht
bes Stifter®, die Dauer der $-e8 zum Velten aller
nachfolgenden Generationen zu verewigen, fo muß
man tie rechtliche Möglichkeit einer —** Auf⸗
hebung, auch mit Conſens aller lebenden berechtig⸗
ten Familienglieder, läͤugnen; Die Praxis u. neuere
Gefetgebungen haben fie aber dann zugelafſen, wenn
eine erhebliche Urfache der Aufhebung od. Abänterung
nachgewieſen wird, alle lebenden Interejienten con⸗
fentiren u. die oberfle Gewalt außerdem ihre Beftä-
tigung dazu ertheilt. Für etwaige nachgeborene
Intereffenten wird zuweilen dabei vorfichtiger Weiſe
noch ein Curator nasciturorum aufgefeilt
politiicher u. vollswirthſchaftlicher Bezie⸗
ung ift die frage über die Zweckmäßigkeit u.
ütlichleit der Fee fehr verichieben beantmortet
worden. Als Gründe gegen die Zweckmäßigleit
berfelben werben bef. angeführt: das im Fever⸗
bande ſtehende Vermögen fei gleichſam als Eigen⸗
thum in todter Hand zu betrachten u. deshalb für
den Staat u. bie Gewerbſamkeit entzogen; fo oft
ber Befitter des Fideicommiſſes (3. B. megen
Maugel® fuccejfionsberechtigter Deſcendenten) kein
SInterefle babe, nachhaltige Verbeflerungen vorzu⸗
nehmen, bliebe taher das Eigenthiim entmweber un⸗
benntt, od. der Inhaber fuche zum Scharen bes
Gutes berauazuziehen, was fi) herauszieben laſſe;
durch F⸗e werde eine ſchädliche Anhäufung des
Grundeigenthums in großen Maſſen begünftigt u.
Damit der Erwerb ber anderen Klafjen ber Wendile-
rung gehemmt; dic Bevorzugung, welche nad) den
befonteren F-ordnungen hinſichtlich der Erbfolge
Statt finde, mwiterftreite ebenfo ber Billigkeit, wie
ber Vernunft; bie eigenthilmlichften Verordnungen,
deren Unzweckmäßigkeit vielleicht fich ſchon bei ber
nächſten Generation offen zeige, müßten notbges
Drungen erhalten werben; tie Fee befärberten die
Ungleichheit ter Stänte, bienten oft zur Schuß»
webr böſer Schuldner u. erzeugten Gefahren für
bie Sicherheit des Eigenthums, indem ein ſpäterer
Nahlomme die vielleicht in befter Abiicht von einem
früheren $-befiger vorgenommenen Beränterungen
immer wieter umftoßen könne. Dagegen wird aber
angeführt, daß ter Stiftung eines Faes cfienbar
ein tief ethiicher Zweck Zu runde liegt, tie Abficht,
inmitten des ewigen Mechiels der Dinge cin Ver⸗
mäaen durch einen Act ber Yiebe auch filr kommende
eteutungsvoll zu erhalten. Dieier
‚aber ben Bogen u. Schwanken in
*.
Familienfideicommiß
ben focialen Berhältniffen ber Gegen
nur auf den angenblidlichen Werth:
Streben gegenüber, eher als etwas zu
bes, als etwas, dem entgegenzutretei
Grhaltung eines geadpteten n. Träftie
wie er in monarchiſchen Staaten eine
keit ift, findet in dem Beſtehen ber
Sicherung. Den Nachteilen, welch
fung einer zu großen Mafle von Gri
in einer Hand allerdings erzengen
leicht im Wege ber Geſetzgebung dur
eines Maximums, das nicht überſch
bürfte, begegnen werben, u. was bie
feit u. Benutzung anlangt, fo ift es el
iheil, wenn größere geichloffene Befitsu
deren Inhaber, wenn fie von demſell
finne befeelt find, wie der Etifter, in
aus geordneten Succeffion eher eineı
finten müflen, das Intereſſe der N
gleicher Weile zu fördern. Eine Un
kann in der Errichtung von Feen für
geichlofienen Yamilienglieder deshalb
weil feines berjelben nah dem geme
auf Erwerb des Gutes ein beftimmt
im Gegentheil ift zu bebenlen, dan
fammenhaltung des Vermögens in Ei
Direct auch den ärmeren Verwandten
tbeile zufließen, als fie bei unmittelb«
bes Vermögens genofien haben würde
theile fir gutmilthige Gläubiger u. Die ı
durch Reoocationsflagen ſpäter eintre
wärter find ba nicht zu befürchten, wi
börige Belauntmadhung der -qualit
tabulation in Öffentliche Bücher geiorg:
find in mehreren Staaten bie Fe g
boben, ja verboten mworben. Dies
Frankreich durch die Gefege vom 2
14. Noobr. 1792, welchen der Code.
Art. 896 folgte. Später wurte zu Su
Napoleon geftifteten Majorate durch
30. März 1806 eine Ausnahme geniaı
vom 12. Mai 1835, ergänzt durch etı
jet vom 7. Mai 1849, bat die Majoı
der aufgeboben. Dem Beiipiele Kranl
die übrigen Staaten, welche das ran
geſetzbuch annahmen, ebenjo unter Ver
cher woblerworbenen Rechte: Württ
Normalverortnung vom 22. April 1%
durch Edict vom 28. Juli 1808. Nad
ter franzöſiſchen Occupation ift inbefi
gebung meift zu den früberen Grumt
getebrt, wie 3. B. für Ofterreich bı
canzleidecret vom 20. Febr. 1517,
durch Verordnung vem 11. März
vom 23. März 1525 (für Berg), Veri
21. Ian. 1937 (für bie Ritterichaft t
vinzen) 2c. Im Hannover erjihien ein
iiber Errichtung von Keen unter Dem 1:
in Braunuſchweig unter dem 25. Mär
neuefter Zeit wurde durch das Frank
ment in $. 38 ber Gruntrecdte die A
Tre für ganz Deutſchland ausgeiproche
jegung ber Art u. Bedingung derielbe
gebung ber Einzeiftaaten überlajien.
tiefe Beftimmung nirgends od. Ted ı
nen Staaten ganz vorübergehend zur
gelangt u. im Gegentheil neuerdings ı
günfttgung ber Errichtung von en hi
Bamiliengemalde bie AZumatıd
m ben eigentlichen K-en find Übrigen® | vieleicht feinen Bortbeil mehr als ben bes Nündels
uRiftungen (Familienſtipendien 2c.).
wird zwar zum Zmede ter Unter-
er Kamiliengencfien ein Vermögen
et der eräugerung geftellt. Indeß,
n F. tieler Jmed nur dae Cbiect er⸗
jrear mit dieſer Beichränlung, aber
entbumsrecht auf den einzelnen Be⸗
jebt. Filter Die Kamilienftiftung ſelbfi
Berien, der das Vermögen gebört u.
achten ala Gläutiger gegenüterfieben.
Entridelung ter rechtliben Vers
veutihen Geſchlechtofideicommiſſe,
, Riltner, Das Fideicommißrecht
rraibiihen Geſetzbuch, Wien 1535;
Lichtenau, Die Vebre von den Fami⸗
m“ u Eeichlechtofideicommiſſen; von
Mräge jur vebre vom Leutichen F., in
Sera tür Togmatił Des beutigen rämie
wien Ermatrechts, Ad. 1, ©. 53 fi.
mgemälde, ic v. w. Kamilienftüd 2).
wugrte, je v. ir. Erbaũter (i. d..
io v. w. Ceniularmünzen;
KRima, weiche ben Namen einer Fa⸗
eiter Yerin haben ; fie find von Brenze
p1 at en 206 v. Chr. von Geld.
„.u, Name.
Papatt, Ubereinlemmen unter verichie-
ixer aner Familie: fie Boımmen bei. un⸗
de mediatiſirten Fürſien ac. ver, be-
ĩde Gebielge in die Familiengüter, Die
2. bie Verſoraung der Familien⸗
elanteberrlihe Beſtãtigung u. gericht⸗
en, wenn auch nicht immer neth«
beterzeit räcblich u. resp. fiir Die me
ren im 14. Artikel ter Bundesacte
macht
tath Conseil de famille), eine in
Franzẽſiſchen Recht eingeilibrie Be⸗
838 Intereiie ter Ptinderjährigen
u. ten Vormündern immer cette-
zren? zur Zente ſteben jell. Der x.
m Friedenerichter, in deſſen Bezirk
prige ſeiren Wonniitz bat, u. aus
wandten od. rerſchwägerten, je zur
er eäteriichen u. zur Hälite aus der
ie der PiinPerjäbrigen genemmeren
wirt zuiamnenberufen au! ten Alte
andten tea Mintergabrigce, Detien
Berüdfichtigenden, m die Mebrerer bringt, bie
durch Reigen u. Natur für ihn am wärmſien ine
terciſirt ſind, u. ven denen Uneigennäßigfeit gu
beiten ıfl. Indeſſen ift Der Diangel an Verantmert-
lichkeit Der Mitglieder deu %-6 ein großer Cinwand
gegen die Volllommenbeit dieſes Inſtitutes, u. ber
Friedenérichter muß ein einſichtevoller u. reblicher
Mann jein, um alle möglichen Nachtheile u ver⸗
büten.
Familienrecht, f. u. Familie.
Familienſtück, 1) ſehr wertbvolle Sache, welche
von einer Familie aufbewabrt wird; 2) Gemälde,
Imeices die Abbildung mehrerer Familienglieder
entbält.
Familientbeater, fo v. w. Privattheater.
amilienvertrag , fo v. m. Familienpact.
amilienwapven, I. u. Wappen.
amiliften, Religienepartei in England u.
Helland, um 1575 durch Heinrich Willas ane
Münfter, einen Freund des Wiedertäufers David
Joris, geftittet. Er vereinigte ſich mit feinen Aue
bängern zu einer Pamilia caritntis (rie—
besiamtlie) Sie wurten Ausichweifungen be⸗
ichuldigt, weil Niklaëe auf die innigſie viebe drang
u. ſich fir einen Geſandten Gettes ausgebend,
lebrie, Meſes babe nur bie Hoiinung, Chriſtus ben
Glauben aepretigt, er aber predige die Liebe. Ste
verloren ſich bald, ala die Königin Eliſabeth 1580
ite verbet.
Family compact (engl , fpr. Fämli tonıpätt),
cn Verein engliıher altariflefratifcher Familien
in Cauada, f. u. Canada (Geſch.).
Kamine, Hafen an ber Oſtküſte ber ſüdlichſten
Salbiniel von Patagenien (Zütamerila): bier er-
richteten 1582 die Spanier das Fort Ciudaddel
Key Felipe: Loch ftarb Die Beiagung ven Jun
bi6 auf 24 wegen Mangels an Yebenemirteln aus,
u. ale 1547 Pie Engländer unter Cavendiih dabin
kamen, nannten fie den Urt Porto F. Hunger⸗
bhafen).
Fammaniätz, Stadt im Fürſtentbum Teetemi
aut Der Japaniſchen Inſel Nipon, weſltüüdweſilich
ven Jeddo: 3000 Em.
Famn iſchwed.), Läugenmaß, jo v. m. gaben, ſ. d.
Wämde, 1) daniſche Inſel von! Ct. nördlich
bei Laaland u. zu dieſem Stiit gebörig; 2) Nırd-
dori anf der jürmeftlichen Küſte mit 100 (Cm.
anderer sntereiienten, cd. auch von
Ter arıetenerichter beſtimmt ten
tag, bat ten Serfiß ı. bei der Bes
Ztimme, :celcbe bei Stimmengleich⸗
Te: F. bet rücſichtlich Der Vin;
dieſelben Hedtite u. “Wrlichien, welche
er Keziebung Die Gerichte ala ober:
he Pebörten taben; er ewahlt
srmünter sen Plind.raabrigen u.
e birgerliben Rechte n:de susuben
sn Bermund einen Rebenvermund
teur, am die Seite st. entrest beite
Fall ıbres Amtee: er tzeiigt Über
ten Lea Vermmögene, cum pin Die
Ken u. Kerinnßerung uureweg—
nun die Stnnie Tea meh
ir nor PmiINandmeat, Ihoridei
ET. in zeccdinatti, wenſer
ii
u aue der Eewalt eines Cinzigen,
— —— ——— — —— — —— m
Famöd (v. lat.), fo v. w. Fameux; Aamofl-
tät, Verruſenbeit, VRerühnubeit; Famosus IIhellus,
Schmäbichrijt; Famesum earmen, ein Schmäh
gedicht.
Famulus lat., 1) Diener; 2) Student er. aut
dere Perion, welcher einem Proieſſor aller band
Dienſte für ſeine Vorleſungen leiftet, 3. B. Den
Studeuten Pläbe in dem Auditorium beſorgt, Dem
Preieſſer den etwa nöithigen Apparat zu den Brio
leſungen berbeiträgt zc.; auf Schulen ein Schüler,
welcher einem Yebrer Ahnliches beiorgt; der, welcher
die Angelegenheit der ganzen Schule bererat, heitzt
F. communis: 3) Gebiilje eines Arzted. Taher An
nulatur, deſſen Art, U. Famulteren, F. jein.
Fämund, Zee im Stile Aarerbuue „uni:
art, Tuütrict Sſterdal, »Veenlen laug, lNieile
breit, ſebr nrirmuiſch, ber nerdlichen a. Wilden
Winden, mit nur wenig anzebauten Were iendeen
eingen Stellen 2-50 Nlapein Tieſe haben. er
entjließe Der Samund gegen Zildejlen darch das
166:
Fanachen bis Fanega
Kirchſpiel Tryſſild unter dem Namen Tryſſild⸗ | Einfluß die Wahl auf Die der Muruſis,
ei nah Schweden, wo er Klara⸗Elf genamit
wird.
Sancsen, fo v. w. Joh. v. Aachen.
nada, Stabt, fo v. mw. Villa do Bom Suc-
cefio.
nagoria, Feſtung am Tamansloi-See u.
ber Meerenge von Kertſch, letzterem jüböftlidh ge⸗
enäber auf ber Halbinfel Zaman im Lante ter
zernomoriſchen Kofalen; Stadt u. Halbinfel Ta⸗
man biefen ehemals auch F.
Fanãl (fr.), 1) Yeuchttburm; 2) Schiffslaterne,
bef. 3) große, am Hintertheil des Schiffs; 4) euer:
zeihen, um bei einem plötzlichen feindlichen Anfall
einer Borpoftenlinie od. der Winterquartiere die
Truppen von demſelben zu benachrichtigen; entwe⸗
der eiu angezündeter Holzſtoß auf einem hoben
Punkt, od. eine Yärmftange, eine in bie Erbe ge⸗
rabene Säule, mit Stroh loſe umlegt, mit Bech
übergofien u. mit Schießpulver beitreut, oben mit
einer umgekehrten Pechfadel u. letztere mit Stroh
od. einer Pechtonne gegen die Näſſe beredt. Eine
Schildwache fteht dabei, die, ſobald fie einen F.
brennen fieht, auch ben ihrigen anftedt. Um bei
nebeligem Wetter aud) Lärm machen zu können, bält
man ein Geſchütz bereit, weiches dann im Fall eines
Angriffs Alarmſchüſſe thut. Bei Tage wendet man
Dampf-Fanale an, welche in viel Rauch geben-
ben Dingen: Yaub, Moos, Stroh u. dgl. beftebeu.
Fanam (Bance, Fanum), oſtindiſche Münze
ber eingeborenen Fürſten: 1) in Gold von ber
Größe einer Linfe als Scheitemünze: a) in Cals
eutta = 4? Egr.; b) in Cananor = 3 Sgr. 11!
Pf.; oO auf der Küfte Coromantel = 3 Ser. 1!
Pf.; c Canteroy⸗F. — 6 Sır. 3, Pf.; öul-
tana⸗F. = 6 Sgr. 2) In Silber: a) in den dä⸗
niſchen Kolonien = 2 Sgr. 3,2 Pf.; b) in Bombai
— 4 Sgr. ! Pf; O in Kananor = 3 Sgr.; 4)
engl. = 1 Sgr. 7,6 Pf.; e) in Pondichery, Dop-
pelte = 4! Egr,, einfahe — 24 (2}) Sgr. 8)
Rechnungemünze u. ungeführ 2 Syr.: a) in Bom⸗
bat 3 5-8 — 1 Mebur; b) in Madras 6 F⸗s = 1
Rupie, 42 5-8 — 1 Sternpagede; c) in Kalikut 5
58 — 1 Rupie, 50 5:8 = 1 Mobur. 4) Golt-
u. Silbergemicht in Pondichery, 7314 5-6 = 1 Seer.
Fanäno, Marktflecken am Panaro im Herzog.
thum Modena, beim Monte Sintone; 2000 Ew.
Banär, in Conſtantinopel das von Griechen be-
wohnte Biertel, nach dem dortigen Veuchtthurm be-
nannt, |. Conftantinopel C) w). Nach ibm find die
Sanarioten benannt, meift reiche griecbiiche Familien,
bie ſich dort anfiebelten, nadhtem Muhammed II. tie
Statt erobert hatte, u. die als eine befonbere Klafie
u. eine Art griechifcher Atel, namentlich feit dem 17.
Jahrh., auf bie pelitifchen Angelegenheiten ber
Türkei großen Einfluß gemannen. Sie zeichneten
fi) im Allgemeinen eben fo durch Kenntniffe u.
durch Bildung, als durch Hang zur Intrigue u.
durch Eigennuß aus u. haben ibrer Nation oft eben
jo ſehr geichatet, als genütst. Seit tem Anfang des
18. Jahrh. wählte die Pforte tie Hoſpodare ter Mol⸗
Dau u. Walachei aus ben Banarioten. Der erſte der⸗
felben war Nitolaos Mavroforbatos, welcher (1709)
Belpobar der Moldau ır. (1711) ter Walachei ward.
iefe bevorzugten Yanariotenfamilien waren vie
der Mavrokordatos, Murufis, Mpfilantie, Kalli-
machis, Sutzoe, Karadſchas, Hangerlis u. Mavro⸗
4; in neuerer Zeit war durch Haleb Effendi's
chis u. Sutzos beſchräult morden, bie
Biesfallfige Berhältniß in Folge der Revol
1821 welentlich fi änderte. Zallony, J
les Fanariotes, Marſeille 1524, 3.4
neugriechiich Athen 1656.
anatisſsmus (v. lat. Fanum). 1) bie
Bekehrungs⸗ u. Berfolgungefucht bervı
religidje Schwärmerei derer, bie nicht
Borftelungen, Begriffen n. Gründen, fon
fein Gefühlen folgen; auch bie politiſch
gungsſucht gegen Anhänger einer anber
nennt man F. Daber Sanatiter, Schwärm
ihre Anfiht mit Gewalt auch Anderen aı
wollen, u. Fanatiſch, ſchwärmeriſch, gla
thend; Janatifiren, zum Fanatismus r
(Died.), darauf beruhende Geiſteskrankhei
Fanchon (ir. ſpr. Fangſchong), Dimi
rancisea, Fränzchen, Mädcheuname. Eir
., ein aus niederem Stande eniporgeli
ebildete8, aber fittfam u. befcheiben g
Frauenzinmer; fo bei. ehetem nad be
wahre Barifer Aneltote gegründeten,
Sranzöfiien bearbeiteten, beliebten Op
Leiermädchen von Kotzebue u. Himmel
in welcher ein armes ſavoyardiſches Fein
bie Durch Gaben reich geworben, dabei ah
geblieben u. ſehr wohlthätig ift, einen SA
vornehmer Familie, ber fi ihr in der M
Malers naht u. bald von ihr ganz bezau)
beiratbet.
Fancy (engl., ſpr. Fänßi), Phanta|
Fancy⸗Urtikel, Modewaaren, verzierte
ſachen. Sancy- Fair (ſpr. Fänßiſfähr), Aus
Verkauf von weiblichen Handarbeiten
Zwecken.
Fancynet (ſpr. Fänßinett), gemufter
net od. Spitzengrund
Fandango, ſpaniſcher u. portugieſij
zärtlicher, allmälig lebhafter werdender
tanz, von einem Paar mit Caſtagnetten,
mit Geſang od. Zither begleitet, getanzt.
er in Moll geſetzt u. hat Tatt.
Fandaroͤle (fr., ſpr. Fangdarohſ), fli
raſcher provengalifher Tanz im $ Talte,
zer u. Tänzerinnen treten paarweiſe an
dem Walzer, u. ziehen fo in gefälligen Zoı
die Etraten.
Fane, Johann F., Graf von Weſtmore
mete fih tem Milttärftande, wurte 171
nıann, diente unter Mariborougb, mı
Oberſt, 1733 Capitän u. Oberft der beritt:
den; in demjelben Jahre zum Baron v. Cı
creirt, fam er unter die Beers von Irlı
dem Tode feines Bruders Thomas, 17:
er ten Titel Graf v. Weftnioreland u. Plat
bauie; 1737 wurte er Generalmajor. 1’
rallieutenant, 1751 General, 1753 K
Univerfität Oxford u. ft. 26. Aug. 1762.
Fankgan. Fanego (portug. Fanga),
u. portugiefifches, in den einzelnen Pror
ſchiedenes Getreidemaß. Auf ten Azcreı
Yırres, ın Brafilien = 115,068 Yitres, i
— 55,563 (ungefähr 1 preußiicher Scheffe
deira == 56,38 Yitred, in Oporto — 69
in Spanien (caſtiliſches Maß) = 55,501
Saragofja = 22,55, in Malaga — 53,94)
maß in Spanien (Banegäda) — 64, 2600
Banfare bie Fangjagd
‘r., fer. Kanglıbr), 1) ein luſtigee
ber ter Cavallecie; 8) Trompeter
r tem Angriff einer einbanenben Ca⸗
aeblaien: 3) ein Jagdſtück auf Der
at in“ Takt; 4) Tufb,, cin un
Aealeitung der Trompeten u. Pau⸗
pic» Lebeboch kei freblichen Feſien.
ir. Ser. Fangiarong', Prabler, Auf
er danfareaniren, aufichneiden; Aan:
ifchneiterer.
i& 'n. fr. Fanfrnluche ſivr. Kanufer-
Stitterfiaate, böſe Free, Mer, nur eine
riat ein Kleid ven Echntericrimrafliüie
ar Ztiefeln von Nufßichalen 1. einen
Tcmblürben u. reitet auf 3 Rinſen.
Aaukaeh, Ümanuan), eine Der mitt-
dien tes Archipels der Schnierinicht
kizaefien‘.
Werne Verrichtung, um wilde Thiere
Sl. role. Fallarube, ſe mie auch Die
@ Ihe; 8) der Stich od. Zchlag, we-
altes Teer gerettet wird: aber @. geben:
ters schticht bei Neben u. gerin«
Ken weten Genickiinger, welchen man
ein Sitel,nechen in das Gebirn fäht,
aßrta Schweinen, die von den Hun⸗
{en veden, indem man ben Hirichiänger
lete Eeise in dad Herz ſtößt, cd. auch mit
ſeren, bt Haien durch cinen Schlag mit
af in das Genid; vgl. Abiedern: 3)
em Suntes; 4) ein mit Garnen ı.
Rebe: Theil eines GBewäſſers; 5) Herb. ',
erdire, 6) Rauchfang, werin Der Ar»
we km Calciniren Des Nebalıe ſich ver»
gelangen wird.
Mt, ion. m Fanega.
Ni, beten im Bade zu Acqui im Zar-
se Kranfen Vedienenden; ie genannt
chamm (Range), welchen fie in einer
mm Geiühen ane den greiien minera—
rschaltern sum Gebrauche beraufbelen.
‚ru Ball'ipdiel
me, )ſce v. w. Gerüſtbaͤnme: 2) ſiarle
Cfnen ter Ibüren an Fangſchleußen.
ie Wañerbe), ſ. Aubne 1.
|
|
|
|
|
m, I) bei Durcftichen tie Ertmafie, |
r Follentung derielben das Einf
era verhindert; 2) bei Hruntbasten
n ten böchſten Waſſeritand überſiei«
1, durch welchen das Waſier wihrend
mäVBaue abgebalten wird; er Leiicht
ſerdichten Wand, welche den ganzen zu
auım u. den für die Arbeiter, Maichi⸗
talıen einſchließt, weranf das inner—-
e Waſier ausgeſchepit wird.
er ch. aus zwei Reiben senkrecht ein—
stäble in jecbs- bis after Ente
inander erri.btet, man verbinden dieſe
er Lange nach durch Holie, der Areite
ngen: der Zwiſchenraum der Piabl⸗
nit Beblen dicht beiſebt u. mit Vebm
chtenweiſe ausgeftampt. Tas durch
aellariig auiſteigende Mailer wird mt
borſäden ed. mit Waſiermörtel ges
dimme werten bei jetem im after
n Dauermwert, ala kei Aritdenpfeilerit,
x. nötbig, we dieſelben wicht mit
nttäften errichtet vcerben.,
Sm...
105
Fänge (Iaytm.), I) die Zähne, beſ. die Ec⸗
zäbne Der größeren Kaubtbiere u. des Hundes; 2)
bei Ranbrcgeln die Füge u. Klauen.
Fangeifen, eſſerne Werkzeuge zum Kangen mil
ber Thiere; deſteht aus 3 in Beleuten fich bewegen⸗
ten Binten mit Safen, die im einer am Ende tes
Mittelſtabes angebrachten breilügeitärinigen Klib-
rung gleiten. Es wirb mit einem Ztrid, Den man
durch das Loch, in ber Kegel links am Diittelitzbe,
zieht, an einen geeigneten (Wegenftant feſtgebunden
u. der Köder aut die Widerbalen geftcdt, wenn Bas
Erien zugeſchoben it Schnappi das Ihıer nach
dem Köder, ſo ſetzen ſich tie Haklen ieferı in ben
Rücken jeſt.
Fangen, I) in ter Gerberci being ellefangen,
fie ın Die Kleienbeize bringen; 2) (Seew.), fo v. m.
fafien, wirt vem Anfer, von der Boy ıc. yefagt.
‚Bangiliege, 1) ſ. Zangenfliege; 2) f. u. Tan;-
fliege.
Hangfüße, bei Iniecten Die zu dem ungen bes
Raubes eingerichteten Vorderfüße, 3.2. bei ben
Fanabeuſchreden.
Fanggarn, ie v. w. Inngarn.
Fang geben, 1. u. Fang 2).
Fanggeld, i. u. Zchiegelt.
Fangbeuihreden, Inſectenklaſſe (Mantides),
Familie Per Gradflügler; die Füße fünfgliederig,
Flügel der Länge nach gefaltet, Flügeldecken leder»
artig, aderig, Taſter furz, jpiv zugebend, Unterlippe
vierlappig, Fübhlbörner meiſt kurz, vielgliederig,
verb u. Haleichild vorftebend, lang, vVanfbeine lang,
die vorderen am Haldbichild ſitzend, find Fang or.
Klappiüſte, Dider u. kürzer, mit Klauen bewagitet,
dienen zum Fangen ter Inſecten u. zum Halten
beim Fraße, Aruit lang, aus 2 Stüceen beſtehend,
Flügel blätteräbnlich; leben von Pilanzen cd. vom
Raub anderer Thiere, legen ihre Kier in eine
anmmiartige Maiie od. in eine evale Hülie einge»
büllt; dazu Die Hattungen: av F. "\lantin Z.),
Kepf rieredig, Füblbörner einſach; Art: Huttear
anbeterinkremmen., M. reltwinsar, il
gelteden gefledt, grün tauıb braun), Verderichen⸗
fel mit einem gelben, ſabuvarz geiäumten Aled, bält
die Verderiüße mie beicnt in die Höbe, lebt im
wärmeren Eurepa, in Wirila, auch in Mäbren,
wırd von ten Türken u. Hottentotten jebr verebrt,
raubt viel, jelbft von feiner Art; br Zpiulepf: A.
(ıEmbusa Zu). ter Ropf verlängert ich obren⸗
fermig, tie Kübler ter Männchen fine kammför⸗
mia; Lie Zeiten des Hinterleibs gezäbnt, die Bor-
derbeine zum ‚sangen eingerichtet, an Den 4 hinter
ren fint Anbänge; Art: Yange Zpibloni-X.
«BE. gongsslodes), Bruſt gewimbert, an ten Ber»
terichienbeinen ein Torn, an Den binteren Alütt«
wen; E. pauperata, u. a.; bei Fabricins unter
Mantis; c) Neg-%. ıMantispa Jllcıy ), Füblhör⸗
ner jabenfermig, eiwas länger als ter Nopi, Vor⸗
dertbheil Der Bruſt ungerantet, Flügel u. Flügel⸗
decken netzförmig um durchſichtig, Beine zum Fan⸗
gen; Art: Land F. (M. pagana), Flilgel rötblich
gelb, weißlich, an Ben Rändern gelbrippig, roftroth
gefledt: M. pusilla, M. pubescens, u. a.; flept
bei vatreille unter Den Neyflüglern.
Fangjagd. Jagd, bei weicher man von Treib⸗
leuten Day Wild in aufgeſtellte lichte Garne treiben
läßt; am häufigſten auf Hochwilden. Sauen, auch
auf Raubwild, wie Wötfe, Füchjc, angewendet, um
dieſe lebendig zu transportiven. Die Dazu nöthigen
106
Bang-Ki bis Fantafie
Netze u. Zeuge (Bauggeug) find von fehr verſchiede⸗ Häger bes Clodius, ftaub bann auf ber Sc
ng. t
wer Einrichtung
gang. Kt, Infel an der Südküſte von China;
gebört zur chinefiichen Provinz Kuan-tung.
Sangleine, 1) (Iagtw.), fo v. w. eine; 2)
(Bangtau, Seew.), das Tauende, welches am Vor⸗
dertheile (Bug) eines Bootes an einem Ringe belegt
it, deſſen man fih zum Schleppen ob. zum An-
binden des Bootes bedient; 83) ftarles Geil, wel-
ches mit tem einen Ende am oberen Theil einer
KRamme, mit dem anderen an ber Erbe ob. einem
anberen Punkte befeftigt iſt. Man bringt mehrere
folder Seile an, um das Schwanken ber Ramme
zu —A kurzer Hiſchſa Ge Bügel
n er, kurzer Hirihfänger ohne Bügel.
androd (Uhrm.), fo v. w. Anſchlagrad.
ngichleußen, |. Schleußen.
naichnur, wollene, ſeidene, filberne ob. gol⸗
bene Sanur, die an der Kopfbetedung u. an ber
Uniform der leichten Cavallerie, namentlich der Hu⸗
faren, befeftigt ift, Damit die erftere, wenn fie vom
Kopfe fällt, nicht zur Erbe gelangt, fondern von
bem Reiter wieber aufgelegt werben fan.
har ſchürze (Bergb.), Turze Ketten an ben
S — welche verhindern, daß bieleißen
beim etwaigen — in den Schacht fallen.
Fangventil, am Orgelbalg ein mit Leber über⸗
zogener Rahmen, welcher beim Offnen des Balges
nah Innen zurückweicht, um Yuft einzulaſſen.
ngwanze, jo v. w. Waflericorpion.
ngwert, fo v. w. Fangdamm.
ngaäbne, fo v. w. Fänge 1).
np eug, |. u. Bangjagd.
nifat (lat.), Weibung, Heiligung.
njeaur (fpr. Fangſchop), Marktfleden im
Arrondifiement Caftelnautary des franzöſiſchen De-
partements Aube; 1600 Em.
Fanna, ein japanefiicher Gott, ter Schußherr
ter Könige. -In den Tempeln wird er dargeſtellt
mit gelber Hautfarbe, um das Haupt ein Heiligen-
fein, über melchem eine Halbınufchel mit einem
Reiskorn verfeben emporragt, das Scepter in ber
Sand in einer Taratablııme ſtehend. Die ihm fich
Nahenden entblößen das Haupt, jchlagen an eine
Glode od. ein Beden u. beten zu ihm, indem fie
das Geficyt mit den Händen bebeden, um ben Gott
mit ihrem Atbem nicht zu verunreinigen.
Fannia lex (rdm. Ant.), eine ber Sumtua-
riae legen, |. d. , .
Fannin (pr. Fännin), Srafihaft im Staate
Texas (Norbamerila), 43 M.; Flüſſe: Sulphur⸗
Fork des Red⸗River u. Bois⸗d'Arc⸗Creek; Beden
fruchtbar mit großen Prairien; Producte: Mais,
Baumwolle, Rindvieh, Pferde; nach Obriſt James
W. Fannin genannt; 1850: 3788 Ew., wortliict
528 Sklaven; Hauptort: Bonham.
Fanning , einzelne Inſel im Auftralocean, ſüd⸗
lid von ten Sandwichsinſeln, 3° 53° nördl. Br.,
220 öfit. Länge von %.; bat eine Lagune in ber
Mitte, viel Kokos, ift aber unbewobnt.
annius, tie Fannya gens, römiſches plebejiſches
Geſchlecht; bekam aus demſelben find Die Familien
fer Cãpio, Duadratusu. Strabo (j.d. a);
außerdem: 1) Cajus, Schwiegerfohn des C. Lä⸗
lius, war 146 v. Chr. bei ber Ereberung Cartha⸗
go's, mo er unter Den Erfien Die Diauern erftieg.
Gr war ter erfie Stoiker in Rom u. fchrieb über |
Kömifche Geſchichte. 2) Cajus, Gegner u. Aus
—
ntoniu®.
nny (engl.), Abkürzung von Francisca.
uny (denny), En im füblichen Afien
fpringt in Birman, fließt in ſüdweſtlicher Kid
durch die Wälder von Tipperab u. münbet bei
Me ominy gegenüber in ben Bengaliſchen A
ufen.
Sana Münze u. Gewicht, fo v. w. Fa
ano, 1) Stadt am Adriatiſchen Meere u
päpftlihen Legation Urbino⸗Peſaro, bat
Kathebrale, 16 Kirchen, ein College mit bem
ten einer Univerfität, Mätchenerziehung
Bibliotbef, Theater, einen wohlerhaltenen, 30
hoben Triumphbogen des Augufins, reflaurirk,
Eonftantin u. Eouftanz, Hafen, Kifchfang, Gel
mweberei, Hantel; 15,000 Em. — 4 it
alte Fanum Fortunae; hierher hide:
uſtus eine Colonie, weshalt ihm ke
Triumpbbogen gebaut murbe; feitben hie
Statt Colonia Julia Fanestris MW
552 n. Ihr. Eieg des Naries Über &:
Später bernädhtigten fich bie Herzöge von 1
F⸗s, u. nachdem es ſich mehrere Diele ve
frei zu machen verfucht hatte, unterwarf et G
Papfte, vgl. Ammiani, Mem. istor,
di Fano, Fano 1751: 2) (Otbonue), a
zu Corfu gehörenden heben Injeln u. RE
ım Ionifhen Dieere, mit Leuchtthurm; WB
Fande, bänifche Infel ın der Nordſee,
SWeKiüfte Iütlands; ift fantig mit viel Se
einigem Weibelant, beträgt ! COM. mit 320
in den Kirchipielen Nörbye u. ——— p
Schifffahrt, Schiffbau, Viehzucht u. Filcheres
u. gehört zum Stift u. Amt Ribe.
anon, 1) im alten Kirchenlatein die Fa
2) das Handtüchelchen (Manipulum) ber Prr
deſſen ſich auch fpäter Die Laienbrüder in man
Klöftern bebienen durften; 8) (Orale), feine
dener Schleier, melchen der Papſt nach ha:
Alba u. bes Gürtels zu einer feierlichen 5
iiber das Haupt hängt, dann zurück über bie
ter zieht u. vorn zufammenmwidelt; 4) der Sch
unter welchem der Subtiaconus die Patben
5) (Chir.), Schiene der gebrochenen Beine,
m einem geraten mit Stroh gepolfterten Gt
der mit einer Binde ummidelt wird. Fl:
F. nannte man cine Leinwanbcomprefle zwij
Schiene u. Bein gelegt.
Fant (v. ital.), 1) Knabe, läppifcher Menſch
(Fänt). ber Bauer im Schadhipiel.
Fant, Erih Michael, geb. 1753, mar Broh
ber Geſchichte in Upiala, keihäftigte ih nah En
jung von feiner Stelle mit ber Herausgabe
Seriptores rerum Suecicarum mellii aev
fi. 1517; erichr.: Kort utkarttillkonung (su
Adolfs historia, Stodh. 1784, 2 Bde.; Ur
till föreläsningar öfver allmänna histor
Upfala 1756— 1800, 5 Tble.; Utkast till fi
ärningaröfversvenska hietorien, ebd. 15u1
5 Dre. .
Fantaiſie, Fuftichloß bei Baireuth, ſ. d. °.
Fantafia, Name für Die Geſammtbeit n.
Gewerbe ter öffentlichen Tirnen in Agupten, w
meiſt von Mehallet el Kebir, einer Urtid it
Nilarme von Damiette, kommen ır die Mi
unter ter Obbut einer Nupplerin beſuchen; mı
ber ägyptijchen Regierung Sieuer zahlen,
Zantahe bie Faquin
ante, |. Bhantafie ıc.
'a. Yand im Golddiſtricte Guineas
he Afrikas; das Voll gehört zum
ſbantis u. berrichte früber ale dab
i ver Geldküſte, durch Kriege aber |
tie Bormäßigleit der Afbantis u.
«il ausgercttet.
verfällig u. bẽchſt träge n. baben
Die F. find aber⸗
e beftebenten Verlebrs mir Euro⸗
eihrine in der Qultur gemacht. Ta
npebnte Land ijt durch ten Prath⸗
zugebeuren Urwald vom @ebiet der
mt u. bat, namentlich in der Küften-
ise Flera von Farren, Palmen, Vam⸗
VDaumen; auegeführt werden Gold,
Irtnüfe.
ital, ipr. Fantotſchini), in andern
RM Belıbinel), tragbares, dedigch
käßten Yartenroerf, mit Tüchern ver-
‚em Liered ofjen, welches ein Theater
den Gerũſt sit ein Menſch verborgen,
euere Puppen, die mit dem
wre dand ſieclen, zum Vorſchein
1 dieſe Weiſe burletke Scenen
A Zuven, England, auch in Deuiſch ˖
lltetbeatere u. ganz Eurepa auf
B ieeichen Orten gewẽehnlich. Vgl.
diadr witter, Yont. 1818.
tem), 1) ſe v. w. Phantom; 8) mit
nes natürliches od. künftliches weibli⸗
am emerinYeternachgebilbeten (Hebär-
merigebe, in welche eine auch je nach⸗
KArude pat u. gelegt wirt, um beim
ter Geburtebülfe Handgriffe bei Zan⸗
Vendungen ꝛc. zu zeigen u. Übungen
n deranfialten: 3) ani äbnliche Weiſe
ı beiserne ed. andere Larven menid-
er, ın welche Thieraugen einnefebt
gekuf rer Eınübung von Augenoperu-
107
ber Dichtkunſt m. Literatur; die franzöflfche Revo⸗
Iution ve ichte ex 1792 durch 10 republilaniſche
Oden; ju Weiland politifcher Umtriebe wegen ver-
bafıet, wurde er nach der Turiner Gitabelie abge»
führe. Nach feiner Befreiung Areifte er in mebreren
Städten Italiens umber u. ging endlich nach Frank⸗
reich ; wurde 1800 Prefeflor der Italieniſchen Litera⸗
tur zu Bila, dann, nachdem er 1807 dieſe Stelle verlo⸗
ren hatte, Secretär ber Univerfitãt zn Carona u. ſtarb
1307. Sammlung feiner Gedichte unter tem Na⸗
men Labindo, Pila 1300, n. 9. Dail. 1523: aud
im Parnasso degl ’Italıanı viventi (1501), 2 Bre.
Fantuzzi, 1) Anton, germicneider, wurde geb.
um 150% in Lrient, beshalb gewöhnlich da Trento
genannt, war ein Echäler Parmeggianincd. Vor⸗
züglich machte er fi berühmt in der von Hugo da
Carpi erfjuntenen Manier, Holzſchnitte mit 3 ver-
ſchiedenen Stücken abzubruden, wodurch das foge-
nannte Clairobſcur erzielt wurde. 1545 ſell F.
ieinen Lehrer heimlich verlaſſen u. deſſen ſämmtliche
Zeichnungen u. geſammelte Kupferſtiche mitgenom⸗
men haben. Von jeinen ferneren Schidialen iſt nichts
befannt, dech iſt es ſehr wahrſcheinlich, daß er mut
tem bald nach feiner Flucht in Frankreich auftan-
heuten Antoine gantole ein u. dieſelbe Per⸗
fen it, teifen Rabirungen in Kupfer dieieite Dia’
nier wie jene Holzichnitie u. ein jebr äbnliches Mo⸗
negramm aufweilen. Das Zetesjabr deileiben füllt
nad 1550. Zu feinen beften Holzſchnitien gebören
Jobannes inter Wuſte, ein figend ſchlafender, nad-
ter Mann, Auguflnen. bie Sibylle, Der Lautenſpie⸗
ler, ſämmtlich nad Parmegyianine. 2) Graf Marco,
geb. um 1740 in Ravenna, begleitete daſelbſt bie
Pölten Ämter, gab tiefe ſpäter auf, lebte abwech⸗
ſelnd in Rent, Fierenz u. Venedig u. fl. 1305 in
Peſaro; er jchr.: De gente Honestin, Ceſena
1786, Fol.: Monumenti Ravennati ete., Vened.
1s0[, 6 ®re; Memorie di vario argomento,
ehe. Inu.
1) Jeb. Baptiſi, geb. zu Turin in j
17. Aabrb., mar Breieiier der Anus
alarit, dann ‘Ereteilier ter Medicin
alerzete den Herzeg Victer Ama⸗
Zseegen im Den Krieg gegen Frank—⸗
ei ter Belagerung von Chorges in
[nu2. Seine Onservationes ana-
ae selectiores, berausgegeben von
‚ Zurın 1939, Bened. 1713. 2) Ice
tee Serigen, geb. 1075 ın Zurin,
5 Yeentiqung feiner mediciniſchen
nad aranfreih, Dellane ıı. Teunch⸗
v jener Rudlebr 1617 Prejeſier Ler
iarb 178 zu Turin, nachdem er
des Königs geiverten war. Cr
wanuduutio al hirtoriam ana-
‚oris humani, Zurin 1694; Lisa.
ebd. 1701; Anatomia corporıa
1711: Opn-cula meilica et phy-
nt 1733: Dissertatioues anato-
Lurin 17455 Commentarius de
quis medicatin etc, ebt. 1717;
ata de antiquitate et pro: casu
ariuin. ebd. 17173 Specunen
a de acutia fehribts miliariis,
Frevanmı, sch. 1755 in Fierenz,
raztetecretar, Baben daun fardinijche
vriemete ſich in jeinen Mujeitunten
Fanum, Münze u. Gewicht, fen. w Fanan.
Fanum laten, I) ter Play eines Templum;
2) ic v. w. Tempel; 3) Oritſchaft kei einen Fa-
num, fc: F. FerenYae, Ort in Etruricn, mit Tem⸗
pel ter Ferenia u. Markt; jege Pietra Santa;
F. bertunae, alter Rame von tgane, 1. d.; F. Martis,
1) Hauptſtadt der Curioſoliten in Grallia lugilu-
nennin: jetzt Mortain, nah Ant. Ment Martin
od. le Faeuei: 2) Ort der Nervier ebendaſelbſt; jett
Famars; F. Veltummae, Tempel auf tem Apeunin,
tabeı die Bundesverianiminng ‚der verbündeten
etruniichen Städte, f. u. Etrurien (a. Gecyr.); jet
Biterbo.
Fun, Stadt an ber Mündung dee Cavado in
dad Atlantiſche Meer, im Bezirk Varcelled der per»
tugieſiſchen Provinz Diinbe ,; 1400 Em. L
Faouet, le ıipr. Faueh', Stadt im Arrontitie
ment Napeleonville des franzöſiſchen Departements
Morbiban, an ber Ele, Papiermüblen, Handel mit
Wein, Dani, Honig, Butier; Felſencapelle zur hei⸗
ligen Barbara; 3000 Ew.
Su preito, j. Gierdano. Luca.
aquin ir, jpr. Faläna, 1) hölzerner Dun,
ac welchem man ar Der meitſchule m Renten mit
ter Lanze ſtößt: 2) Laſtiräger, Cemmiſſienär; 3)
ein Mann aus der niederen Klaſſe, Der auf eine
tar piche nn. geicbinadteic Weiſe elegant ſcheinen will;
4) Schrarle, rLump; daher Zaquinerie, Schurlerei,
Scelmenſireich.
‚fov.w.Satr. oo
abad (Fere habad), Stadt (fonft Haupt»
Nabe) in ber perfifchen eg rap en an ber
Mündung des Terjm in das Kafpifche. Dieer ; theil⸗
weis verfallen, etwas Hanbel.
Farabi, |. Al Farabi.
Faraday (fpr. Farrädeh), Michael, geb. 1794 im.
London, war erft Buchbinber, daun Gehillfe im phyfi⸗
Talifhen Faboratorium ber Roval Institution unter
Direction des Eir Humphry Daoy, deſſen Secre⸗
tör u. Nachfolger er wurde. In Folge feiner wich“
tigen Entbefungen über Legirung bes Stable mit
antern Metallen, wurte er ale Profeſſor am die
Militäralatemie zu Weolwich berufen. Zu ben bes
Deutentften Rejultaten feiner Forſchungen gebört
Die Berwanblung einiger für permanent en
Gaſe in trepfbare Fluffigkeiten, die Erzeugung
von, zu eptiihen SInftrumenten beftimmten Glä-
fern aus Kiefelerbe, Die 1831 entbedte Inductions⸗
eektricität u. Die damit zufammenbängenben Ent-
dedungen auf dem @ebiete der Elektrochemit
Faradayin, ein flüchtiges Probuct der Deftilla-
tion des Kautſchuls. Es findet ſich ſchon bei -+ 33°
ſpee. Gewicht — 0,68, iſt farblo®, unter ftarfer Käl⸗
teentwidelung ftüchtig, 1öft Schwefel, Phosphor u.
Kautihuf auf, verbindet fih mit Ehlor u. Salz⸗
re, wird von Schwefelläure unter Bildung von
chwefeliger Säure in der Hite zerſetzt.
Faradisınud, nenut man die Inductionselel⸗
tricität nach ihrem Entdecler Faraday; daher Ju⸗
duetionsapparate auch Faradiſche Apparate, u. Za⸗
zadifation ob. Zaradiſiren die Anwendung derſelben
zu mediciniſchen Zwecken. Dieſelbe ift ſeit Du⸗
chenne, ſpäter Durch Remak, Baierlacher u. Andere |
völlig methodiſch in die Medicin eingeführt worden.
Der F. iſt als eines der intenſivſten Reizmittel zu
betrachten, welches mehr als irgend ein anderes auf
die Erregung der Nerven wirkt u. einen in ſeiner
Erregbarlkeit geſchwächten Nerven zur normalen
Thãtigkeit zuriidzuführen vermag. Er erlaubt eine
Behandlung einzelner Organe vd. Orgauentheile,
ohne eins ber Übrigen zur titleidenfoaht zu ziehen.
Baierlacher, Die Inbuctionselefiricität in phyſiolo⸗
gijch-therapeutiicher Beziehung, Nürnb. 1857.
Faradſch, el Naffar Zein Eddin Auf
faadat, zmeiter Sultan der Vordſchiten in Agyp-
ten, reg. 1399— 1412.
Faraillon, VBorgebirge anf der Canariſchen In-
fel Lancerota (NWKÜNE von Afrika).
rakh⸗Abad, Stadt, fo v. w. Feruk⸗Abad.
talloned de los Frayles (ipr. Faraljones be
108 Freiles), Gruppe Heiner Felſeninſein in Stillen
Dean an ber Weftfüfte von Neucaliſornien (Nord⸗
amerifa), bewohnt; Robben, Seevögel. Sie dienen
den nad) ber Bai von San Francisco fahrenden
Schiffern als Landzeichen (I,nnı-mark).
Saramıa (F. Aubl.), Pflanzengattung aus ber
milieter Rubiaceae-Peychotrieae-Coffeeue;
rien: ſüdamerikaniſche Sträncher.
ramund, fo v. w. Pharamund.
ruo, Spiel, fo v. w. Pharao.
raen, See, jo v. w. Lowde ah.
aradnes, Indianer im mexicaniſchen Staate
Cohahuila ( Nordamerika), zum Stamme der Apa⸗
* gehörig; theils anfällig, tbeil6 nomatifirend,
r
iegeriſch u. wild, beten Somne u. Mond an.
na, Kanal zwiſchen ber Inſel Gherfo u.
: Yaran bis... Farbekunſt
| Sein im Abriatifhen Meer, verbinbet bi
Goff von Quarnero.
Waray, Infel,. zur Gruppe ber Orkel
Orte Injeln (NDOKUfte von Schottland) 1
‚Barbanna, Hauptort Des Megerreichel
bud in Senegambien (MWeftlüfte von Afrika)
Farbe, 1) (lat.Color). j. Farben; 2) (Pigı
ein farbiger, auf einen andern aufgetragenerd
Die Sn find natürliche, von ber Natur ge
geboten, künſtliche, erftaus andern Körper
zuziebende od. Durch eine bei. Behandlung bei
per bervorzubringende, 3. B. Berlinerbian :
Naturreiche liefern Farben, das Pflanzen
für die Wärber (j. Färbelunſt u. Die verſchn
Farben), Das Dineralreih bef. für Die Sail
ler, für die Paftell- u. Ulmalerei; zu ber A
malerei werden Farben aus allen brei Reha
braucht, vgl. Olfarbe, Wajlerfarbe, Saftfx
(Heratd.), in Wappen der Gegenfab vom
4) (Maler), |. Colorit; 5) das Gröbfe
gemablnen Smalte; 6) re verichieberse
ber Teberbereitung, 3. B. Treib⸗F., G
Rund⸗F.; T)eine der 1 Abtheilungen ei“
farte, deren Blätter einerlei Farbe ob. 1
baben; in ber deutichen Karte Eicheln, Resel
Schellen, in der franzöfifchen dieſen
Trefle, Coeur, Pique u. Carreau; 8) die
| farbe; 9) das in bie fiebende Sohle
Rindeblut, |. u. Salzwerk; 10) bilvlich
Partei, in jo ſern diefelbe an der Farbe m̃
zeichen kenntlich ift.
Warbedrud, jo v. w. Bunttrud od. &ı
brud, j. u. Congreve.
Warbeeifen, ein eiferner Epatel, mit ı
bie Buchbruderfarbe auf ven Farbentiſch
hen wird.
irbefroſch, f. u. Laubfroſch.
arbeginfter, fo v. w. Genista tinetor
arbefunft, 1) die Kunft, einem
eine gewiſſe Farbe zu geben, indem man
in eme Farbenbrübe taucht ob. fyarbe I
ſtreicht, wodurch fi) Färbeftoffe mit dem
ftande chemiſch od. auch nur mechaniſch verl
(vgl. Malen u. Druden); 2) im engern |
die Kunft, wollene, baummollene, Teinene I
dene Stoffe kunſtmäßig zu fürben. Dieb i
befonderes Gewerbsfach, während andere (
als Leder, Borften, Federn, Knochen x.
von den fie verarbeitenten Hanbwerlern g
werden. Die Färberei wurde u. wird zun
Ben Theile auch jegt noch von zünftigen F
getrieben; doch für gemiffe Zweige der Kun
ter ber Beibülfe hochgefteigerter Wiſſenſchaft
Chemie u. Mechanik in großen Anftalten, Fa
zu höherem Austrage gebracht. Die Färber a
nungsgenoffen theilen fih in a) Schmwar
Waidfärber, welche ſchwarz, braun u. mis
blau färben u. in manchen Städten das Färk
Garne, bei. Des leinenen, ausfchließlich hab
ber fie auch Sarnfärber heißen); b S
färber, welche bunt färben, jedoch it in viele
dern diejer Unterfchied aufgehoben. Solche
fürber, welche bie Behandlung ber Blauküpt
rig verfteben, werden Blauer genaunt; e)
dDenfärber, melde nur ſeidene Zeuge f
u. dy Schledtfärber, melde nur mit
ten Karben färben u. nicht zunftmäßig geler
ben. Die Lehrlinge der Färber müflen 3—!
Särbefunf
ie erbalten Geſchenk; Die Färber⸗
ia Meiſterſiück, welhes in denn Au
utüpe u. einiger andern Farben⸗
machen. Die WerMlätte tes Fär⸗
die Reitel, Küpen, Winden. and.
tbize Gerätbe befind lich find, heißt
seftebt ın Der Wegel aus einem bei-
t, gewölbiten Raum, Fußbeden ge»
Foren verſeben. Blauerei if das
in welchern in manchen Färbereien
baejondert ſieren. Tet Tien, worin
eingemauert iſt, beißt zarte»
ingeichiebt mit verichiedenen Nörgern,
Auaz baben, au ſich ed. in Verbin—
seen Kerrern, auf zen pflanzlichen
k galeru warten zu erscuaen. Tieie
vor darbefiffe. Cs ſind ihrer ſebe
ee ñe in pflanzliche, tbieriichen.
Indefktie ein. Tie bauptiäſpli bfien
jer ãzrboife fine Allanna „Urea
a 3a teib mit Reize vielet u. lila; es
Pi“xtr:: Alocbitter färbt mit Beizen ˖
m, Urc cette. grün; Braſilienhelz
‚u, wer tofenreibh, iſchrarz; Cam⸗
Anbei teib, blau, vicle:t; Gelbwurz
L Teramerita, Suchet et. Satran de»
meer“. erangegelb auf Seide; Hall
umz&r:: mir Eiſen; Khineficher
unkenh Iihns nemialata Murr,
uckhänpier;t®elbbelzfürbigeibu.
Eunerice Aucringerbiäureretb; Sir:
gib, icle:t, ſ chr arz mit Beizen; Indigo
ud:e: Niwirtung des Zauerfteilster '
itzaun, unter Zuiäven in Wirkung
r Rebieninditeff'äure, Bilrinfalpetere
Li aui Zeite zu Zchweielgelb u.
zit: Arıpp (Raraıce, Madder, zu
‚ kran, Sieber wichtig in Ber Yan
Kreuzteeren ch. Gelbbeeren zu gel-
a Farden: Yıd, Ziecklad zu reth an⸗
dm
Trlean Arneotto, Racon, Aunetie:,
; Oritille vielett auf Seide: Luer-
zumu. olive auf Baumwolle; afrika
zz sum Färben aui Welle u, Seide;
ertbantis, SZaifnen er reſenretö anf
‚bils cd. Calicturrelz ı Zurtalläure)
Sarpetie raw wort, färbt vermöge
3: Zerratittins gelb auf Wells, Waid
nandigetlau: Wau ge.bi SSeng3ov,
intenta Borida Z.. gelte au Seite.
achten thieriichen Aucbe-
Scheine, ein getrecknetes In'cet,
e Fatben: Purree anue vd enı
dem Kameelharn, Andere meinen,
didte Sait einer Pilanze: Merinie,
mesitutlaus, iſt durch Sechenille u.
; Viurezid, Zerſetzungerreduer der
tfärbkenter Steii aus dem Guano,
aus ter Purpurichteife verwand;.
jattibjten Miueraliaiben für
ei ſind: Antimenerauge fürs
rieniaures Chremervd, ichen grav⸗
erdlan mit gelbem blauſaurein Kali
übremaeib er. bromiaureso Bieieryd
beemerange ed. baſiſch chremiaureo
emaures Zinkoxyd jgen gel: Unra—
neneren Mitteln ſchön blau; Cyarkupfer, Hatcheto
od. Cbeiniichbraun, Breslauer Rrauu, Kupjereiſen⸗
eyanür, eine zarte Zimmtfarbe auf Naumwolle;
Eiſenexyd roſtgelb; Manganbraun, Melybdän⸗
jaures MNolybdäuexyd, Mineraliicher Autige,
blauer Karmin, färbt gelb auf Seite, blau auf
Baumwelle; Iperment glänent aber veränder
lib gelb auf Seite, Welle u. Baunnvelie: Schee—
les Erun, Arſenigſaures Nupferoyuyd yıbtgrasgriie
Farben, jedech ter Geſundbeit gerähriich.
Tas Weſen Des Färbeverfahrens auf Fa—
ſerſieije it Für alle Arten Faſern gleich u. liter
kur Abwandlung in der Arı ber Auefübrang. Die
thieriiche aafer farbe ſich am leichtehen:; Seire leich
ter als Mole, Yarinvc te leichter ala lade. ir
nige Farben Yale Kar tar gewiſie gulernarien. Tie
tbıeruichen Faſern farven ſich ıbrer cigentl ünilichen
Ratur wegen am glänzentitien. Nerere Chemiler
3. R. Breguette, Oolar Meiſier, verſteben cs, die
Raumirolliaſer ie zuzubereiten, Daß ite ſich wie Woile
järbi. Tem Färben müſſen Arbeiten verauegehen,
Tae Warn cc. das Zeug muß zureilen geſengt ter:
zen dtalle ber Seide u. Veinen weyı, ed. es wird ge
ſcheren, Baummelle u. Leinenwaare wird vorber
mittelſi Chlertall gebleicht; zu bellen Farben bleicht
man auch wobl Die Wolle u. Seide mut werner
Zäure. Dann folgt das Färben faft mimer ai eitie
ter Folgenden Merbiren. Man bar zwer Aarcht-
gen, von denen feine den järbenden Körper cititas,
welcher aber durch ihren Zuſammentriit imo Yebs.
gernien wirt; man bat eine Aalen Tea Farde
jteifs, vorbergehent träult man Lay (Mut ce. dar
Zeug mit einem beſondern Ziofl, Der ſogenaunen
Weise »Vtordaut,, Die ſich niit fer Farbeuen
jung zu einer unlöelichen VBerbintuin verelitien
fan. Tiefe Veize läßt man ver dem Fairrenern
auf ter ‚galer jeſt werden; man hat den gr ien
gleich mit der Beize (jeiner BYaleı geniſchten fſaebt
Bas Fey dariu obne weitere weientuge verann
gige Zubereitung deſſelben; man Leonie kam
der Farbung eine chemiſche Veränderungein De
Faſer. Piss järbt einfach mit den Mineralarben
in Leöſfung; pulverſörmige Wiineralfarte, wie z B.
Ultraämariunu. Yale werden sur zweit Ricitede
benußt. Die Zeuge bedürfen einer vergaugigen
Vehandluung mit llebenden Kerpen wie Cineiſt,
Fiorin, Catein ꝛe. Nach gleicher VNetbede mit tw
Vehrzabe Dev pflanzlichen u. thierechen Fatern ge
jarbt Zie weſentlicen Grundzüne ter Farbetunſi
können auih nach iolgender Anerdnung ins Auge
geiaſtt werden, nämlich Die Verbereunng der zu
järbenden Sſtoije, fer es im Zuſtande ungeipennener
Faſern Bea Garues ed, eines fertigen Geweres;
die Wechſelwirkung zwijchen dieſen Kerpern u rin⸗
jacken Kerpern; zwiſchen ihnen a. den Säuren,
ten Salzbaben, Ten Salzen, neutralen, ide zu Ten
Salzen gebirenden, unorgauijchen Verbindaugen,
den organiſchen Pigmenien. Wenige Farvſleife
vereinigen ſich echt mit dem Faieiſteſſe ehe
Dazwuchenkunft eines zweiten Körpert, den man
uneigeutlich Beize Mordant, nennt. Zielauetjad
bien Rerzen find Thonerde, Even, Zinn u. drei
eraunimde serper. Zur Theonerde gebören Alaun,
Cirig'aure Theuerde, Kalialuminat ed Thenu—
erdelali Tie wichzigſien Etienbeizen NED Enen
vitriol Rupiervitriele, ſchweſelſäauree Enenoxrvdel,
eſſiglaures Ciſenerydul, Yalpeterjaures Ciſeneryvd,
ger, mir Eiweiß, ut Rallſibrin u. baſiſch ſchwejeijäauces Eiſenexyd u. Eiſenchlorid.
110
Die Zinnbeize beftebt aus Oxyd u. Orydul, Zinn-
chlorid (Pintſalz). Die organiichen Beizen find Ei-
weiß. Fibrin, Cajein (Käfeftoff), unter DI- n. Kall-
zumiſ une nad Broquette. Diefer u. nach einer
eigenen Methode Meifter animalifiren bie Baum-
wollfaſer u. färben dann mit jeder Pflanzenfarbe.
Da namentlich bet Baummollenwaaren bie nie voll-
fländig niebergejchlagene Beize vor dem Yärben
von bem Zeuge entfernt werben muß, bamit fich
nicht Leicht überflüffiger Farbeſtoff nieberichlägt, fo
wird das Zeug entweder durch ein Bab von Kuh⸗
koth — (Kuhkothen des Jeug®) od. durch eine
Auflöfung von phosphorjaurem Natron, phosphor⸗
faurem Kalt u. Knochenleim gezogen. Das Koth-
bab wird in Fällen auch durd ein Kleienbad erjett.
Gleiche Dienſte thut in einigen wenigen Fällen ein
Ausringen in einem Bad von Kreide mit heißem
Leimwaſſer. Die he AS ESSEN
um nad ter zweiten Methode zu färben, find die
unauflöslichen Pflanzenfarbfioffe Indigo, Safflor
u. Orlean. Nach der vierten Metbode färbt man
Seide u. Wolle orange, indem man fie durch ver-
dünute Schwefelfäure nimmt. Dämpfen ob.
Danıpffarbe ift ein Behandeln des Zeugs (haupt⸗
fählih von Melle u. Halbrwolle beim Drud), mit
Dampf in einem gefchloffenen Raume, wobei das
Bindemittel mit dem Farbſtoff vermiſcht auf das
Zeng gebracht wird.
Nach dem Färben in ber Flotte wirb die Waare
ewaſchen, geipillt u. nach Maßgabe der Natur der
Dale verjchiedenartig appretirt (zugerichtet). Das
uswinden geichieht an einem hölzernen borizon-
talen Nagel (Windenagel), welcher über jede Klipe
u. jedem Farbekeſſel in einem Ballen befeftiat iſt,
ber bei der gefärbten Seibe dienende heißt Kar
vilirftod; geichieht e8 mit einem Hafpel, jo beißt
biefer Sringir- (Bring-) eijen. Das Garın
wird gewöhnlich in eine Anzahl Strähne zufam-
mengebunden (PBantinen) gefärbt; ift Letzteres
geicheben u. bafjelbe getrocknet, jo wird es an einem
aufgerichteten Stod mit Zapfen an ber Seite
(®arnftod) gerade gezogen u. in Orbnun
geſchüttelt. Die gefärbten Zeuge müflen noch *
in reinem, wo möglich fließendem Waſſer abge⸗
ſpült werden. Sachen, deren Farben nicht durch die
Sonne leiden, werden hierauf an der Aufhänge, die
übrigen auf dem Trockenhauſe auf langen Stangen
(Reden) getrodnet u. dann zum Theil appretirt.
Das Ausipülen, Trocknen 2c. der gefärbten Zeuge
wird Nacharbeit genannt. Die erfte Farbe, die ein
Zeug durch Hineintauchen in die Karbe (Blenden;
das Eintauchen Überhaupt heit Nettzen [baber ber
Sarbenteffel, in welchem dies gejchiebt, Netzleſſelſ)
betommt, u. auf Die dann die andern Farben gejetst
werten, beißt Fuß. Damit man benrtheilen karın,
ob ber Färber vorſchriftsmäßig gefärbt hat, ninß
dieſer fo viel Farben⸗(Fuß⸗) roften,d. h. Far⸗
benflecke, laſſen, als das Se Füße hat, damit ınan
beurtbeilen kann, ob daſſelbe gebörig gefürbt fei;
Roſe ift bei 2mal gefärbten Tüchern ein rundes
Zeichen, melches beim zweiten Färben frei gelaſſen
wird, Damit man die Gruntfarbe daran criennen
kann. Wird ein ſchon gefürbtes Zeug noch einmal
getärkt, un bie Farbe deſſen zu erhöhen, od. derſel⸗
ben eine Echattirung zu geben, ed. um gemiſchte
Farben, wie grün, violett ac. hervorzubringen, fo
neunt man dies Nachfärben. Die meiften 5
arben
werden aus einer Fardenbrühe gefärbt, bisweilen
Färbekunſt bis Farben
aber auch aus zwei, z. B. grün aus ei
blauen, violett aus einer rothen u. E
Nähere f. u. den einzelnen Karben, Bla
gl ©. F. Hermbſtädt, Grundrij
Berl. 1807, 2 Thle., 3. Aufl. ebd. 182
Magazin für Färber ꝛc., ebd. 1802-
(1—4, 2. Aufl. 1811—24); Hölterbo|
der Kunſtfärberei, Erf. 1808—24, 5
Trommsdorff, Handbuch ver F., €
1814—20, 5 Ehle.; E. Bancroft, Neı
Fürbebuch, überfegt von 3. A. Bud
1817 f., 2 Thle.; L. B. Bitalis, Leh
fammten Färberei 2c., nach bem Fran
J. 9. Schultes, Stuttg. 1824, 2. Au
W. Berthold, Lehrbuch der Baummoll
nn. Seibenfärberei, Quedl. 1830; Der
Schönfärberei, ebd. 1830; Schraber,
Baummollen-, Seiden- u. Leinwandfär
Berl.1856; Derf., bie Färberei im Kle
Lpz. 1857; Derf., Die Farbwaarenku
1844; Derf., Lehrbuch der Zeugbr
1841—43, 2 Bde.; Derf., Lehrbuch d
berei, Berl. 1844; Derf., Darftellung
[hen Methoden der Seiden- u. Yau
berei, en 1851; Derf., Neueftes Färb
1847; Derf., das Schänfärben ſchafwo—
Lpz. 1851; Bayer, die Kunft zu fäı
1853; David, Handbuch der Seidenſt
1855; Leuchs, Verbeſſerungen in ber!
kation, Nürnb. 1657; Kurrer, Das
Drud- n. Färbekunſt, Berl. 1858.
Farben (Phyſ.), verſchiedene Arten
welche fich nach der gegenwärtig allgeme
menen Unbulationstheorie dadurch ı
daß die Athertheilchen, beren Bibratieı
drud des Lichts Überhaupt auf unfer !
Bringen, in einer Secunde mehr
Schwingungen anefübren. Im jeber x
451 Billionen Schwingungen ber
erforberlih, um rotbes, u. 764 Billio:
gungen, um violette® Licht zu erzeux
alle farbigen Fichtfirahlen mit gleicht
digkeit ungefäbr 42,000 Meilen in ei
fortpflangen, fo ergibt fich Die Länge
Lichtwelle 0,00003541 Zoll u. tie ei
-0,00001488 Zoll. Alle übrigen ven unt
baren F. haben eine zwiſchen biefen Gre
Wellenlänge, fo daß bie größte noch
jo groß iſt, ale die ffeinfte. Nenn Strab
möglichen F. gleihzeitig unfer Auge tr
ben wir den Eintrud des Weiß; fo
Sicht Der Eonne u. Dasjenige, welche
das Licht vollkommen reflectirenden od
ben Körpern herkommt, weiß; Dabei }ı
minderem Mage ıı. in Folge deiien }
menn ber Bas Licht reflectirente Körpe
fehr Heinen, durch merkliche Zwiſcht
trennten Theilchen beſteht, wie Der Z
Waſſerſtanb bei Waſſerjällen. Wenn
unſer Ange berührt, fo baben wir t
des Schwarz, welches alfo genauer
aller Empfintung if. Körper, welche
unmerftich wenig Yicht zurüdmerfen, ı
binturchlaffen, nennen wir Daber fchm:
Schwarz rechnet man noch nicht nuter
entfteben vielmebr erft ann, wenn gene
Arten von Lichtſtrahlen einzeln, ed. Tec
gleichzeitig in umnfer Auge gelangen.
Karben
111
es weißen Sonnenlichte in feine ver⸗brechende Mittel bes Priema mag fein, welches es
gen Ztrablen iſt aber bauptiächlich au?
ie mẽglich, nämlich durch Tisperfion, :
uunz des Lichts beim Durchgange durch
zeformte Nörper; durch Abſorption ger
zablen in vielen Kärpern u. damit in
ſtebender unecllfläntiger Neflegion u.
3; Dur Interferenz bei gewiſſer Me⸗
eflegion; ct. bei der Yeugung; cd. bei
Bien des Lichte.
sbidung (Auıheuzerfireuung) durch Die-
ioptrifche F., nach Goethe), Yeiter
Eennenſtrabl Durch eine mnde Cifnung
Mies Aimmer, fo entflebt auf einem,
mag des Strahls angebrachten weißen
a mies Vild jener
ig ter Ofmung ı. dem Tapier
al au eizem Priema auf, Deffen eine
Iregunatlante) abwärts gerichtet ifl,
ich der Lichtſtrabl, u. Das Bild ter Off⸗
Seat alt ein Lingerer, farbiger, heber
verier Bid gelegener Straf. Tiefer
Yen nen t-3 Aarktın yectrum (Barbenbild)
"ven eutm zue:ft retb, dann cranges
me Mzeiget, dann grün, dann bellblan,
neſti:d z saletst violett gefärht. Die ver-
farfigen Etrehlen untericheiden fich alſo
m reriietene Brechbarkrit, u. zwar ift
wm Kirffien, ınib das am menisften
kicht Sie beiten von ihrem Urfprunge
ritweriſche F. u. von ber gerrähntide
icheirang, bei welcher fie sum Vorſchein
Kegentegenfarben. Endlich bezeich-
a jede einzelne Farbenart ale bomo⸗
Srüm Gezeniat zu dem aus verichietenen
en, weißen ch. betercgenen Licht.
mn jeren dieier getürkten Ztrablen
dem Briema geben, ie wirt er zmar
2. zwar aunebment vom Rothen bis zum
aber nicht weiter in X. zerlegt. Zam«
ser le 7 gefürkten Ztrablen mittelſt
aiafee ın einen Punkt, jo wird tas ve⸗
Sennenlicht mieber bergeſtellt Tiieie
ten F. fin? im Spectrum nicht fcharf
rakgegrenit, ſendern geben durch um-
iancen in eınander über. Durch Auf
ricdiedenen Theile dee Zyectrums kaun
t ber Ratur verfommenten Karben:
zenau nachabmen. Auch Lasten ſich hier-
gen Ränter, die an ten durch ein
rarzeten Nörper ericheinen, erklären.
exucden ericheinen Die priematiiten F.
ct. weniger vermiſcht, weil tie Strab⸗
temmen parallel auftaıllen. Cin reines
zbält man, wenn man ven dem im
einer iebr conceren vinſe entſſebenden
einen Strarl durch eine enae Tniung
1. mit einem reinen Alineglaoerieme
sen, mir Zchreefetleblenitert aetiniien
autinzt. In Dem fo entfiancenen
sam bemerlt man, wie Frauneeier
fie, mebhr als 500 fine u. »wache,
e alle dunkler la Bee übrire Theil Des
I, eistze fear ganz hier waren,
eensnnet an Der (Brenz zureier F.,
er Farbe, immer aber an derielben
amlıben Farbenjelde erſcheinen, das
ffnung. Fängt
———— — — — — — ——— —— —— —
will. Daber kann man ſich dieſer dunkeln Linien
nach Fraunbofer zur Beſtimmung ber Brechbarkeit
ber verſchieden gefürbien Strahlen in verichiedenen
Mitteln bedienen. Tas dicht ter Planeren u. noch
mehr das Der kirflerne, ſowie aflee durch Verbren⸗
nen erzeugte Licht unterſcheidet ſich in dieſer Hinficht
ſebr vem Sonnenlichte. Im Spectrum Des Kerzen⸗
lichts zeiat fih nur Eine, u. zwar febr belle Yinie
zwiſchen dem pemeranzen « u. fchmefelgelben Felde;
in tem des eleftrifchen Yichte mebrere febr belle Yi-
nien sc. Die ſchwarzen Yinien ändern fi u. nebmen
an Anzahl ab, menn man das vicht durch verichie-
dene Körper geben läüßt, bevor man es im Prigma
auffängt. Die Jod: u. Aremflamme erzeugt gleich
weit abflebente Finien, Cbhlorgas gar keine. Die
Strontianflamme erzeugt einen erangefarbenen,
belblauen n. mebrere retbe, durch dunkle Zwiſchen⸗
räume getrennte Strahlen. Wird Schwefel mit
Salpeter verbrannt, ſo erſcheint an der rothen
Grenze Bed Spectrums eine rothe, von dieier Durch
einen dunkeln Zwiichenraum getrennte Linie. Beim
Auf» u. Untergang Per Sonne verichwinden alle
violettenen. blanen F. gänzli aus dem Spectrum,
u. es fommen dafür mebrere dunkle Yinien zum
Borſchein. Diele dunkeln Linien flellen daber nichts
anderes, als vücken im Sonnen» or. überhanpt
Lichtſpeetrum tar, indem tie dem Orte derfelben
entſprechenden Yichtgattungen durch Abſorption vere
Ioren gingen. Die Antenfltät ob. bie erleuchtende
Kraft ber verſchiedenen Farbenſtrablen, d. h. ber
Eindruck, den fie anf das Auge machen, ift nicht
bei jeder Farbe aleih, fondern zwiſchen Gelb u.
range am ſtärkſten u. gegen bie vicletten u. rotben
allmäblig abnebmeur_ Sie läftt ſich durch folgende
Zablen austrüden: Äußerſtes Rotb 32, Mitte deſ⸗
ſelben 94, range 640, zwiſchen Gelb u. Orange
1000, Grün 480, Sellklau 170, zmifchen Blau u.
Rielett 31, Vielett >.n. Die chemiiche Wirkſamkeit
nimmt vom rotben Yichte, wo fie am ſchwächſten ıfl,
gegen das violerte au, ſegar aufierbalb des lehteren
zeigen ſich noch namhafte chemiſche Wirkungen fchnele
ler u. anffallender vor fih, als im retben u. gelben,
Die erwärmende Nrait Der verfchieten gefürbten
Strablen iſt Dagegen im violetten Yicht am ſchwäch⸗
ſten u. nimmt gegen das rothe bin zu, Auch liegen
außerbalb bes rotben Lichte noch Strablen, welche
nur erwärmen, ehe zu desoxvodiren cd. zu leuchten.
By) Farbenbildung Durch Abforption u.
tamir in Berbindung ftebente nıangel-
barte Reilerien u. TZranamijfion (Kat—
optriſche F., nach Meerber. Weil fat niemals
afle Lichtſtrablen zurückgeworfen werten, fo erſcheint
das reflectirte Yicbt Der Körper gewöhnlich geiärbt.
Wir'ẽt ein Körper Dad Licht in Der Dem Sonnenlicht
eigenen Miſchung zurück, fe eribeint er mein, u.
ſeine Strablen laffen fig Durch Das Priöma eben—
jalls in tie 7 F. zerlegen. Wirit er io wenig Licht
zurück, Daß er feinen merklichen Eindruck auf Das
Zeherian macht, jo erſcheint er ſbwarz. Roth.
plau sc. erfbeine ein Kerver, wenn er mir Die
jenizen Lichtwellen vorzugsereiie reflecttet, wel· be
durch ibre Geſchwindigkeit in und die Verſtellung
ven Reth ed. Alau ac. hervordringen. Fällt dad
von einem rotben Never reflectirte vi bt anf eine
weiſze Fläcbe, fo erſcheint dieſe ebenfalls roth at»
färbt. Im retben Felde des Spectrums erſcheint
rothes Papier noch röther, im blauen Felde blaues
412
Barben
Pavier noch blauer; dagegen ift vothes Papier. im |
duntelblauen od. violetten Felde ganz jchmwarz.
Wirft ein Körper mehrere der 7 Yarbenftrahlen zu-
rüd, fo ericheint er in der Farbe, melde bie Ber-
miſchung biefer Strablen gibt. Die 5 Drange,
Grün u. Violett find im Spectrum einfach, Lönnen
aber auch durch Mifchung entftehen. Orange ent»
febt aus Gelb u. Roth, Grün aus Gelb u. Blau,
iolett aus Roih u. Blau. Eine ſolche gemüfchte
arbe wirb Durch das Prisma in ihre urfprünglichen
. wieber zerlegt, bie einfachen arbenftrahlen da»
egen bleiben bier unzerlegt. Die meiften durch⸗
*— Körper zeigen ſowohl durch das reflectirte
icht, wenn man fie anſieht, als mittelft des durch⸗
elaflenen Lichts, wenn man durchſieht, dieſelbe
arbe; manche ſolcher Körper Dagegen, bei. flüſſige,
wie bie Tinctur der Roßfaftanienrinde, des blauen
Sanbelholzes, die Löjungen mancher Manganſalze,
das Selen, das Brom, gewilje Kryſtalle, jelbft
dilungeichlagenes Gold, erſcheinen im reflectirten
Lichte mit einer anderen Farbe, als im durchgelaſſe⸗
. nen. So erfcheint Gold im kurchgelaffenen Lichte
grün. Dan nennt dieſe Eigenſchaft Dichr ois mus
(f. d.). Dit bat auch die geringere od. größere Dicke
od. Dichtigkeit eines Körpers Einfluß auf die Fär⸗
bung des von demielben burchgelaffenen od. reflec-
tirten Lichts. Betrachtet man mit einen jehr dün⸗
nen Stüd Schinalteglas eine Schmale Lichtlinie bes
Prisma, fo ficht man alle F. des Spectrums;
war aber Das Glas dider, ſo entftehen: mehrere
ſchwarze Zwiſchenräume in beinfelben. Ganz ähn⸗
liche Erſcheinungen finden Statt, wenn man einen
Lichtſtrahl Durch Dünneren od. dichteren Joddampf
od. antere gefärbte Sasarten leitet. Subftanzen,
welche geipiffe gefärbte Strahlen vorzugsweiſe zu-
rüdwerfen u. anderen Körpern biefe Eigenſchaften
mittheilen, nennt man Barbeftoffe, Pigmente ob.
ſchlechthin %., obwohl in einen ganz anderen Sinne,
als ben wir bisher mit dieſem Begriffe verbanden.
Wenig Pigmente werfen die %. jo rein zurild, ale fie
im Spectrum erjcheinen, faft fiets werben neben ber
Hauptfarbe noch antere Strahlen reflectirt, welche
dann das Grundfarbenfeld als Sarbenfäume um⸗
geben. Uber tie Art, dieſe Pigmente verſchiedent⸗
lich zu miſchen u. anteren Körpern mitzutheilen,
banbelt tie Färberei or. Färbekunft (f. d.). So wie
man das Durch Brechung zerftreute Licht wieder zu
Weiß vereinigen cd. Durch Aufhalten eines Theils
des Farbenſpectrums gemiichte F. hervorbringen
kann, fo vermag auch reflectirtes, farbiges Licht den
Eindrud von Weiß od. einer gemifchten Farbe ber-
vorzubringen. Malt man die 7 5. in den angege-
beuen räumlichen Verbältnifjen auf eine Scheibe
( Zarbenſcheibe, Farbenipindel) od. einen Kreijel
(Barbentreifel), n. Drebt biele, von der Sonne be»
ſchienen, ſchnell un ihre Achfe, io fließt der Cin-
druck aller %. im Auge zuſammen n. die Scheibe
erſcheint weiß. Fehlt aber eine einzige iyarbe, fo |
ericheint fie wicher farbig. Diejenige Farbe, welche |
einem beftimmter Gemenge von F. zur Ergänzung zu
Weißlichte fehlt, beißt Ergänzungsfarbe (com-
plementäre Farbe, Gegenfarbe). Feblt z. B.
im Spectrum alles Roth, ſo geben die übrigen F.
zuſammen grün; es iſt daher Das Roth tie Com⸗
plementärfarbe des Grin, indem beide gemein⸗
ſchaftlich alle F. des ganzen Spectrums in ſich ent⸗
helten; ebenſo verhalten ſich Orange u. Blau, Gelb
u. Violett zu einander. Zwei auf dieſe Art einander
—
Pr
ergänzende %. nennt man ein Yarbenp
man eine Zeit fang auf ein auf weiß
liegendes Stüd grünes Papier u. ziel
plötzlich weg, fo eeſcheint dieſe jetzt lee
Stelle ſofort roth, weil durch den far
des intenfiven Grün die davon betro
der Retina für diefe Barbe unempfinbli
u. nur noch für Die Übrigen 5. des Spe—
für das Roth, empfänglich ift.
() FarbenbildungdurchLichtir
bei der Reflerion. Es gehören hie
Goethe fogenannten Epop ihen? 1
ferenz verfteht man Die Erfcheinung, daß
artige auf einen Puntt treffende Licht
entweber in ihrer Wirkung verftärfen c
Da nämlich jeder Strahl aus einer
einanber folgender Wellen u. jede Wel
u. Thal befteht, fo werben fi} beite W
einander verflärfen, wenn immer glı
Berge u. gleichzeitig die Thäler eintreff
ten fih aber aufheben, wenn gleichzeit
einen ein Berg, von dem anberen ein T
Wenn nun ein Punlt von zwei weißen,
genen Lichtſtrahlen getroffen wird u.
legen, daß gerate bie rothen Strahle
Interferenz aufheben, fo ericheint er ı
fi) Die orangenen Strahlen auf, fo
blau u. |. f. Hiernach wird folgende t
erfundene Methode ber Interferenz
erzeugung bei Reflerion erflärlich. Läß
eine feine Sffnung beterogenes, d. i. w
mifchtes Picht, Dad man mo möglich vo
einer ftarfen Linfe concentrirte, auf z
fallen, melde fo zufammengefüat find,
jehr ſtumpfen, einfpringenden Wintel ı
machen (wobei jedoch feiner ber beiter
gefügten Ränder im Geringiten voritel
hält nıan in ber Gegend, wo Lie beibeı
Spiegeln zurückgeworfenen Strabten f
ein Blatt Bapier, fu bemerkt man bier
parallefer, beller u. dunkler Streifen,
lebhafteften F. geſcbhmückt find u. in ein
Abſtande von ber Mitte verſchwinden.
fen werten durch die mechieljeitige Ein
beiden reflectirien Lichtbüudel erzeugt;
leuchtende Streif entftcht Durch Strablei
Die Den mittleren zunächſt liegenden S
Strablen, Die ungleihe Wege zuräd:
Da der Streif von jeder Farbe einen a
von der Mitte weg einnimmt u. nach
derholung Die lichten Streifen der eine
den dunkeln Streifen der anteren Farb
jallen, fo müſſen fie vom Dlittelpunfte
undeutlicher werden n. zuletzt ganz x
Hierber gehören auch die Newtonſche
ringe. Legt man auf ein convexes Ola:
Brennweite ein planes u. läßt dann
3.2. rothes Licht darauf fallen, drüc
die beiden Gläſer allmälig gegen eina
ſich ſo davor, daß man das reflectir
obachten kann, ſo zeigen ſich um den
worin ſich bie Gläſer zu berühren ſchei
ſelnd belle, rothe u. dunkle, fait ſchu
bie ſich bei zunehniendem Drucke allmäbl
bis endlich bei Der innigen Berührun—
in tem Mittelpunkte ein ſchwarzer F
Sieht man die Gläſer im durchgehend«
jo findet man auch bier rothe Ringe u
‚8. umgelehrt.. Die
Durägelafen, fine vefie
ectirt n.
im burrehgelaffenen Lichte, weil
Ken, keins durchgelaſſen wurde.
Sicht auffallen, fo entfieben ähn-
Ringe, aber von Mleinerem
fo nimmt dieſer Durchmeſſer bei
dem rothen zum violetten Lichte
fo Daß er fi im rothen zu dem
te verhält wie 14:9. Läßt man
mogenen Lichte Weißlicht auf bie
vo biden ib um ben ſchwarzen
erübrungeftelle der beiten Glaſer
ion ver vericiebenferbigen Ring-
mbenringe,, u. zwar fo, daß bie im
Lichte inenden F. immer bie
derjenigen find, die an derſelben
ketirten vichte zeigen. Diele Farben⸗
aRittelpunfte bis zum Rande im
MW, ale Lurchgelaffenen Lichte in fol-
wfemanter: weiß⸗ ſchwarz, gelb»
—— —— ——
Hussein, vielett«gelb, blau⸗roth,
Sau, Getbarün «' elb, gelb⸗
, grilnerotb, .g nlih-bfan,
d-Mau, -roth. Die Dimenfionen
we ändern fih mit der Veränderung
—* en bie Gläſer. Die Erſchei⸗
im Algemeinen dadurch, daß ein
rahlen, nachtem fie in das obere,
brungen find, an befien unterer
serien wird, ein anderer Dagegen
g durch Den Zwiſchenraum bis zum
em lad zurüdgelegt, an deſſen
8 reflectirt wird u. num vermöge
chiedes mit dem erfteren interferirt.
nfe erzeugen bünne, durchfichti e
inungen, weil einige Stra
ı, andere an ber nnteren Fläche
n. beide fih einander verflärten
nachdem ber Wegunterſchied eine
abe abe Anzahl balter Weglängen be-
Kber ſ. n. Interferenz. Daber er-
. bünmer Geifenblafen ed. Glas»
Filchihuppen, bee Waflere m.
in dünnen Schichten eine dunkle
n, der farbige Uberzug mancher
ſer ob. Metallaufiöfungen, aus
ſich etwas Orvd abgeſchieden hat,
rin ben Sprungen ber Kryſtalle x.
nt — bat e6 mit der Reflexion
treiften Oberflächen ob. von feinen
alls in Folge von Lichtinterferen;
hillerferben entſtehen, die fich
enen nen Stellung des Auges anf ver-
ıdern. Sierber gehört das ſchone
erimutter, deren gefchliffene Ober⸗
hen Flächen ber Schichten, aus
‚ burdichneibet u. dadurch folche
2 das Schillern ber Bartonſchen
‚ matter Fenſterſcheiben, mander
en vieler Infecten x.
fläche verurfacht alle dieſe
—* durch Interferenz
ag iDiffraction) desLichtse,
m 4 Ruf. VL
darben
baum an bie Stelle ber rer | *5— ung
unter dem —— past
des * — ie ie geweien, wir
noch folgente ans. Betrachtet man ein vom ——
licht beſchienenes, hinlAnglich . Heines Ob⸗
ject, + ®. ein vou der
concaven Geite
opf, 1
efebt, pi
% Gonnenbild
von einer Reihe farbiger Bilter zu beiden Eeiten
amaeben. Legt man zwei ſolcher Spalten recht⸗
lig über einander, fo beige fih auf bem Uhr⸗
ar od. Metallknopf ein Ihöne® farbiges
urch einen feinen Nadelſtich in einem Gtan
— ob. Kartenblatt angeſehen, erſcheint *
Sonnenbildchen am Uhrglaſe mit Farbenrin a
umgeben. Wendet man flatt bes Weißlichte rot
richt an, fo erſcheint bie Spalte in ber Mitte vi,
ſeitlich ba —X wird die rothe Farbe durch mehrere,
von der Witte aus allmaͤhlig an Duuteißeit abneb⸗
mende, aber immer von gleicher Breite bleibende
ſchwarze Gtreifen unterbradien. Bei —
von anderer Farbe haben dieſe Streijen eine andere,
für jede beftimmte Farbe gleich bleibente Breite u.
eine andere Gntfernung vom Mittelpuntie: die ro»
then Gtreifen finb tie breiteſten, bie vicletten bie
—— Beim Weißlicht geht bie weiße Mitte
der Spalte an ihren Grenzen aus ben Gelben ins
Rotbe Über; feitlich fieht man Streifen mit lebhaf⸗
ten F. n. a. poat fo, daß der erfie, beiderſeits zunächk
liegente Streif alle F., vom Biolett bis zum Roth,
in ſich enthält, ber jieite, weniger lebhaft gefärbte
Streif des Bioletts entbehrt,, bie fich Diele Karben-
bilder (nad) Fraunhofer Gpectra erſter Klaffe)
nad drei⸗ bis viermaliger Wieberholung u. mit
Iebeümatiger Ansfallung einer Farbe vom Violett
gegen Roth zu, verlieren. Je weiter vom mund
nett entfernt, deſto ſchwächer werben bie F.
ir bie Spalte, deſto bentlicher ericheint Das
nomen. Gine außererbentlihe Farbenpr
tät fi rn (he — weny man das Licht durch
feine beugende Ofinungen, wie durch
u. runde auf das Dbjectiv eines
Me allen läßt, namentlid wenn man zu biefem
Behuf fich eines Bittere aus feinen, parallelen,
eich it von ei abſtehenden Gpalten be»
% B. wenn mau in bünne Goltplättchen ob.
ine ehe Rubichicht, womit eine Epiegeltafel belegt
iR, feine Linien radirt. Stellt man ein ſolches Git-
ter vor das Objectiv eines Fernrohre, mit welchem
man auf eine feine, ſenkrechte palte in einem
vifirt, u. zwar fo, eb bie Linien bes
une mit ber Spalte parallel fliehen, fo erblidt
man in ehe Entfernung zu beiten Eeiten ber
Spalte fehr jchöne Barbenbilver ‚bie, je weiter ent»
feent, deſto breiter werden. Das Farbenlicht biefer
Bilder iſt bei jehr feinen Gittern vollommen ho⸗
mogen, u. mit ben belannten bunfeln Linien ver⸗
ſehen; man nemut dieſe Bilder nach Fraunhofer voll-
tommene ae Be ——— ae minder
es volllommen u.
bildet dann bie unvolllommenen Spectra ziweiter Doeiter
Klee. 2 Durs — Rabizung feiner coucentrilcher Kreife
auf einer bunleln Glasplatte ‚wenn man
bee Sicht er eine Beine: an.
116
Barben
Kt, ringförmige, concentriihe Spectra. Yäßt | nungen, wie bie bei ber Kallſpathplatte
man ben durch die Epalte im Feufterladen fallen.
deu Lichtkeil auf eine fo radirte Glasplatte, die an
der entgegengefetten Seite geſchwärzt ift, auffallen,
fo kann man auch foldhe Farbenbilter dur Re⸗
flegien berworbringen. Aber aud das freie, unbe»
wafinete Auge reicht bei einem jehr feinen Gitter
zur Wahrnehmung diefer Phänomene des gebeug-
teu Yichte bin. Hierher gehört das prachtvolle Far⸗
benipiel, welches man benerft, wenn man durch die
Fabhne einer Vogelfeder, od. durch ein Stüd dun⸗
fein, regelmäßig gewebten, 3. B. feivenen Zeuges
nad einem leuchtenden Punkt fieht; die farbigen
Ringe, melde leuchtende Punkte umgeben, wenn
man durch betbaute od. beftaubte Glastafeln auf fie
fieht, bie Farbenringe, bie den Mond bei centralen
Scnuenfinfterniffen umgeben. Sogar die Mond-
böfe u. Die die Eonne od. den Mond bei nebeligem
Himmel ungebenten Farbentränze lafien fih aus
den Geſetzen ber Lichtbengung ertlären. Das Nähere
bierliber |. u. Interferenz.
E) Karbenbilbung durch Interferenz
polarılirter Fichtfirablen. Obwohl die hier⸗
ber gebörigen Ericheinungen (Entoptiſche F.,
nach Goethe) erft im Artikel Lichtpolarifation ihre
Erttärung finden können, fo wollen wir Tod bie
wichtigften derſelben bier vorläufig anführen. Legt
man ein dünnes Glimmerpläitchen auf den joge-
nannten Tiih Des Polarifationeinftrumentd u. be⸗
trachtet man es Durch ein Nicolſches Prisma od.
im oberen PBolarijationsipiegel, dem Zerlegungs-
fpiegel, fo erfcheint e8 brillant gefärbt u. bie % ver⸗
tauſchen ſich mit den complementären, wenn man
den Zerleger um 900 drebt. Hält man die Glim⸗
merplättchen ſchief, fo ändert ſich bie Jutenſität ber
ärbung u. es gibt eine Lage, in welcher das Plätt⸗
en fo dunkel erſcheint, als der Grund, alſo feine
fihtbare Einwirkung auf bie Lichıftrablen hervor⸗
bringt. Yäßt man polarifirtes Licht Durch ein dün⸗
nes Slimnierplättpen eben u. fängt e® dann mit
einer der polarifirten
platte auf, fo erfcheint Das Plättchen im reflectirten
Lichte mit der einen u. im durchgelaſſenen mit ber
complementären Farbe. Ift das Plättchen bider
als; Zoll, fo bleibt es farblos, ift es dünner, fo
erfcheinen bier immer lebhafte, den ermähnten
Newtonſchen Farbenringen analoge 5. Richtet man
lasplatte parallelen Glas⸗
das Auge auf eine große borizontale Glasplatte fo,
daß es einen convergirenten, polarifirten Lichtbüſchel
von ihr erhält, hält man dann vor das Auge ein
parallel mit der Achfe geichlifienes TZurmalinplätt-
Ken fo, daß ber polarifirte Lichtbüſchel ſenkrecht
Darauf u. die Achſe deſſelben in bie Reflexionsebene
fällt, u. bringt bierauf eine fentrecht zur Achſe ge⸗
ſchnittene Doppelipathipalte mit ber TZurmalinplatte
parallel zwiichen biefe u. bie polarifirente Ober⸗
fläche, fo fieht man eine Anzahl concentriſche, glän⸗
enbe, von einem ſchwarzen Kreuze durchſchnittene
Bortenringe, welche ten Nertontepen ähnlich find.
reht man die erfte Turmalinpfatte allmählig um
180°, fo bildet fi ein weißes Kreuz mit den com»
pleinentären F. ber vorigen. Man erreicht daſſelbe
auch, wenn man bie Kaltipathplatte zwiſchen bie
Beiden Platten einer Turmalinzange bringt. Ahn⸗
liche Erfcheinungen werden durch vide Glasftüde,
die nach dem Glühen ſchnell abgekühlt wurben, im
Polarifationsinftrumente unter ben angegebenen
Bedingungen hervorgebracht. e
zeigen auch die Übrigen einachſigen K
Ausnahıne des Bergkryſtalls; legt ma
jentrecht geyen die Hauptachie gefchliffer
letzteren zwiſchen die Bolarifationeipiege
ihr Bild durchaus lebhaft gefärbt u. Die
jelt in der Reihenfolge der prismatifch:
rend man den oberen Spiegel dreht; bief
zuerft beobachtete Erfcheinung bat zuerfi
Hört u. mit dem Namen Circularpol
bezeichnet. Sie findet ſich, außer beim i
noch bei einigen lüifigkeiten, name
Terpentindl u. Zuderanflöjungen. Brü
ſeulrecht gegen die Achſe geſchliffene
zwiſchen die beiden Platten einer Tur
wobei auch die ſchräg die Platte Du
Strablen zum Auge gelangen, fo erbli
prächtiges Syftein farbiger Ringe. Bor
erwähnten phyſikaliſchen ob. objectiv
erſcheinungen unterjcheiden ſich die pb
ſchen, welche miehr in inneren Verhä
thierifchen Organismus ibren Grund h
F., meihe man au) zufällige, or. :
fubjective %. nennt, entfleben aus be
eines Lichteinpruds im Sebergan ſelbſt.
man einen ftarferleuchteten rothen Kreis
Grunde eine Zeit lang uuverwandt,
dann plötzlich die Augen, fo erbült Dad
ten Eintrud der Erganzungsfarte, d. i
ebenfo, als cb bei offenen Augen ber
plötzlich weggezogen worden wäre. A
weißen Licht erzeugter Schatten von yı
beleuchtet, fo erjcheint er objectiv roth gi
aber ein von farbigem (3.3. rothem) Yı
Schatten von Weißlicht erhellt, fo erſch
jectio mit der complementären Farbe
färbt. Ebenſo, wenn das Licht von a
einfällt. Farbiges Licht, 3.3. das bes l
mels, färbt den (3. B. von ter Sonn
Schatten eines dunkeln Körpers mit der
weißes Licht dagegen einen farkigen <
der cumplementären Farbe. Wirft bie
Sonne ten Schatten eines Körpers au
Band, fo erjcheint dieſer wegen ber
Himmels blau; ift ber Schatten ſehr jch
er unten geröthet erjcheinen, wenn ti
Morgenroihs hier zurüdgeiworfen wird:
reits Uber die Röthe des Hinum
bat. Der Schatten eines größeren G
erfcheint aber bier nicht gefärkt, we—
Raume, melden das Auge volllomme
fein weißes Licht zur Vergleichung in de
u. eine complementäre Faͤrbung darin
kann. Daher erſcheint uns bei heiterem
tiefem Stanbe ber Sonne ein auf ben
worjener Schatten blau. Nach bein lin:
Sonne ericheinen die Gipfel ber mit S
ten Alpengebirge zumeilen violett, we
rothe Licht des Horizonts mit dem blau
mels darauf vermiſcht. Nach Plateau eı
fubjectiven complementären F. nicht di
das Auge für die uriprüngliche Farbe u
wird u. nur noch für bie complementär
pfänglich bleibt, fontern aus einem en:
ten Zuftande, welchen die Netzhaut des
dem Aufbören der unmittelbaren Gin
wilig annimmt. Betrachtet man 3. B
Kreuz auf ſchwarzem Grunde u. fieht m
irecten zerört. D.eie zufälligen %.
den negativen, die wirklichen di⸗
fitiven Sindrud, u. nimmt an,
nem Lichteiubrud afficirte Theil ber
ehents aus diejem pofitiven Zuflande
be ſchwingender Bewegungen in den
dann wieder in den pofittven über⸗
endlich jebe Bewegung aufböre. Doc
4 Ljann einige Zweifel gegen dieſe
n. Daß bei ben gemöbnlichen ſubjec⸗
heimungen auch bie Eriunerung mit-
Ehafigetich durch fein Diploftop.
ulch aus zwei, wie ein Doppelper-
nirten Splintern beſtebt, durch welche
wen auf eine dahinter befindliche breb-
ob, yalb grün gefärbte, erſt eine Zeit-
u, dann getrebte Echeibe feheun. Wein
den keite 3. un. Schaffgotich faud
whimurzer Streif, terbalb aufgrünem,
Sem Orunte liegt, in eine rothe u. eine
myalı, fo mie man weißes, dünnes
Veit Set man in eine meiße
Eiche einen farkigen, in ber Mitte mit
ven Brzitbogen verfebenen Sector eilt,
hein Dreben ter Kreiskogen als ſub⸗
ber Sreistinie. Nach Schafigerich läßt
the im ihre eigene Grgänzungsiarbe um-
eu, B. auf einen in rothein Grunde
uldretben Fled ein weißer Überzug he
daber ericheinen die Hautvenen grin
wublut von rothen Häuten umſchloſſen
iephaner weißer Haut bededt find.
Gen ſich nicht nur im pbofiichen Yeben
en Mertmale für NRaturftoffe, foutern
großen Einfluß aufbas äfhe-
be Gefübl aus. Ter Eintrud dee
des alles Licht verſchlingenden, ſym⸗
enichtung ber Lebensbewegung, ten
: Weiß, welches durch volllommene
ig alles Lichts eutſtebt, Die Farbe der
chuld iſt. Jede Farbe wedt nicht bloß,
nerlt, die Erinnerung an gewiſſe be⸗
ſtände u. damit verwandte Begriffe,
otb die Erinnerung an die Wärme tes
iebe, ſendern die Farbenempfindung
nmittelbar mit dem Weſen gewiſſer
menzuſtimmen. Das Gelb, bie in⸗
., ſtimmt zu Seiterfeit u. Frohſinn,
Zennenglanz ot. ter Glanz Dee Gol⸗
iber eben Desbalb auch mehr ale eine
völlige Reinbeit u. gebt baber durch
ing in bie 5. bes Ehmutes u. ber
Bas Roth, die wärmereichſte Farbe
z, if Bas Symbol jugeublicher Le⸗
e. D range, bie Miſchung aus Roth
wie jeries bie Empfiudnung ber Viebe
erregenb wie dieſes, ohne jebod Lie
er einzelnen von beiten in ſich zu
ztt beunrubigent. Vom Blau fagt
i ein reigentes Nichte, obwehl eine
stem Dunkeln doch nahe. Dagegen
Igemeinen Enpfindung bie Farbe ber
tarn fagen, daß in ihm das Duntel
auftbue, daß es das Syınbol des be⸗
ataufgange im Grunde des Seins iſt.
ı Blau dad Roth, jo entſteht Biolett,
Jarben bie Farbendreick
d erſcheint auf dieſem cin ſchwa bie Farbe der Sehnſuche, des
fällige farbige Sindrud hat bier Den | — Aufſtreben. Bereinigt
228
Beruifkens u. Ext»
fi das Blau mit
Gelb, fo par man im Grün die Farbe bes Hiuſtrebens
aus dem tuufleren völligen Licht, die Farbe
der Sofmung auf eiue bellere Zukunft Branı
aus Gelb, Blau n. Roth zu ungleichen Theilen
emiſcht, if die Farbe der Kraft u. Tüchtigfeit, bie
harte bes Pflanzen u. Thiere tragenden Erdreichs.
bre angemeflene Zufammenftelung ift baber auch
mehr Sache des Geſchmace, ale eine wiſſenſchaft⸗
liche Aufgabe. Aal. Newton, Theory of light
and colours, Zend. 1742; Goethe, Zur farbenlehre,
züb. 1510, 2 Abe. ; Heriel, On light. vond. 1830.
Barben, 1) |. Färbelunſt; 2) Yägerausprud
für Hären ; daher Zurbenyeit, die Zeit, wo das Haar
wild neue Haare belommt.
Sarbenauftrag, tie Weile des Malers, bie
Farbeumafle auf Das Gemälte zu bringen; der 5
fan bid (pafos) od. bünn, frei od. AngRlich,
forgfältig od. nadhläffig, rein od. unrein, glatt ob.
uneben zc. fein. gl. Kolerit.
arbenbild, f. u. Karben A).
tbenblintbeit, fo v. w. Achromatopfie, f. d.
rbenbredung, | u. fkarben A).
tbeubrüße, |. u. Färbekunſt.
Barbendemie(Ihromatotehnif),tie Kennt»
niß ven ter Zufanımenfegung ber Eigenſchaften u.
der Darftelluug Der zum Malen u. Färben gebraudg-
ten Farben.
Barbenclavier, von Louis Bertrant Cafiel
ausgedacht, um mittel des Wechiels u. der Dar»
monie ber farben, die er nad) einer gewiſſen Ab⸗
fufung unter die Taften eines Klavierinfirumentes
vertbeilte, auf das Gefühl, fo wie Durch Die Ton⸗
funft zu wirkten. Blau betrachtete er Dabei als den
Grundton, Roth ale tie Luinte, Gelb als bie
Terz. Blau, Grün, Gelb, Roth, Biolett feliten den
5 toniiben Zaiten c, d, e, g. a, u. Aurora 1.
Kiolant (ein etwas brenuentes Blau) den halb⸗
tenifhen f u. h entfpreden. In ben erböbten De⸗
taven follten dieſelben Karben, nur um bie Hälfte
heller, zum Vorſchein fommen. Den Farben fügte
er nch Pfeifen, welde ten, ben F. entiprecbenben
Zon angaben, binzu, um bie Abhnlichleit zweifchen
Karben u. Tönen noch mehr zu verfinnlichen.
Farbendreieck, eine Jufammenftelung ter Far⸗
beu nach matheniatiich-phyfiihen Princip u. zwar
auf tem Grundſat Teb. Mayers, daß aus Noth,
Gelb u. Blau fich, Durch Piiſchung in verfchiebenen
Rerbältuifien, alle Karben in allen Nüancen bar»
ſtellen laſſen. Fine weiße Fläche, von form eine
gleihieitigen Dreiedes, wird in millfürlid viele eine
zelne gleiche Dreiede getheilt. In die Dreiede ber
3 Winkel werden bie 3 Hauptfarben, iu jedes eine
aufgetragen, in bie übrigen in jedes eine Miſchung
jener garten in einem Verhältniß, das nach Per»
penbileln, Die von den Spiben eines jeden derſelben
auf Lie Zeiten Des großen Dreiedes falen u. von
dem Abſtande der Sntpuntre berjelben von dem
Winfelvreieden beflimmt wird. Wan bat zu glei⸗
chem wed einer Barbentmlematik, auch priematiſche
Vorkehrungen, od. pyramidale (Barbenpuramiden),
wie au bipyramitale aus 2 mit ihren Grunbflä-
hen zuſammenſtoßenden Byramiden. Tob. Mayer
u. Lichtenberg haben ſich bei. in diefer Hinficht vers
dient gemacht. nlich iſt die wo
daſſelbe an einer Kugel gezeigt wird, dargeſtellt im
einer Eigenſchrijt von P. B. Runge, Hamb. 1810,
356
Farbenerde, Erdarten, bie als Malerfarben be⸗
nuyt werben.
Farbenfabrik, 1) Anſtalt, worin nur gewiſſe
Farbeſtoffe, welche die in Maſſe in der Technik an⸗
gewandten Pigmente liefern, verarbeitet werden,
3. B. Blaufarbenwerk, Bleimeiß-, Grünſpanfabrik;
2) Anftalt, worin Die verſchiedenartigſten, nament⸗
lich die feineren, für bie Malerei vermenbbaren
‚Karben bereitet, od. vollkommener zugerichtet wer⸗
den; man fertigt in folchen Fabriken auch Baftell-
ftifte, Tuſche, en Die Fabrilation einzel»
ner Anftrichfarben wird auch wohl in ben chemijchen
Laboratorien von Barbewaarendanblungen beſorgt,
ein Geſchäftszweig, welcher mit ben Droguerieban-
bel vereinigt zu fein pflegt. Peine Paftell- u Dlfar-
ben für Maler werben gewöhnlich von Kunfthand-
lungen en detail verkauft.
* ehung (Malerk.), fo v. w. Colorit.
arbenkolg, jedes Holz, aus welchem ſich ein
technisch verwenbbarer Farbeſtoff ausziehen läßt,
als Fernambulholz, Blauholz, Gelbholz ıc.
arbenkreiſel, ſ. u. Farben B).
arbenkugel, ſ. u. Farbendreieck.
arbenlehre (Chromatologie), ſ. u. Farben.
— fo v. w. Blaufarbenwerkmeiſter.
tbenmefler, 1) Spatel ber Maler, womit die
geriebene Yarbe vom Neibflein genommen u. auf
die Palette gebracht, die Gemälde grundirt wer⸗
ben 2c.; 2) ein von Biot angegebenes Inftrument,
mittelft beffen man durch Fichtpolarifation alle Far⸗
benabitufungen beliebig ne u. durch bei⸗
geflügte Scala nach numerifhen Verhältniſſen be-
ftimmen fann.
5 ———— Handmühle zum Zerreiben der
arben.
Farbenofen, 1) Ofen zur Mennigebereitung;
2) ſo v. w. Blaufarbenofen.
— ſ. u. Farben B).
tbenpflanzen, die Culturgewächſe, deren
Wurzeln, Blätter, Stängel od. Blüthen zur Fär-
berei benutt werden. Zu den in Deutichland eculti⸗
virten F. gehören Färberknöterich, Färberröthe,
Krapp, Safflor, Sumach, Waid u. Wau (f. d. a.).
Farbenproben, Mittel, um die Feſtigleit einer
— in einem gefärbten Stoffe zu erforſchen; man
at deren verjchiedene, das befte ift, fie eine Zeit
fang der Luft, der Sonne u. dem Regen auszufegen,
um zu feben, ob fie unverändert bleiben.
Warbenpyramide, f. u. Farbendreieck.
Farbenreiben, Farben mit Hülfe eines flüf-
figen Bindemittels (Waffer,
riction zwiſchen 2 Steinen (dem Reibftein, einer
fatte von Porphyr, Marmor ꝛc, u. einem Läufer
son Porphyr, Granit 2c., den man tarüber bin-
führt), in möglihft Meine Beſtandtheile aufldien.
Meift verrichtet das F. ein Hanbarbeiter, zumeilen
auch Maſchinen, die getreht nıehrere Läufer drehen.
Far enringe (Phyſ.), durch die Auterferenz ber
Lichtſtra len, welche an ben beiden Oberflächen
einer jer dünnen Schicht zurüdgemworfen werden,
werben farben erzeugt. Hierher gehören die New⸗
tonſchen %., welche entftehen, wenn man ein pla»
nes Gas auf ein converes aufbrüdt, jo wie bie Far⸗
ben, in denen dünne Blättchen, 3. B. Perlmutter,
Geijenblafen glänzen. Auch die binnen Metall
ſchichten, welde man auf galvaniſchem Wege an
ben Polplatten ber Batterie nieberihlagen kaun,
zeigen oft. bie Ichönften Karben u. dieſe tragen von
Farbenerde bis Farbetiſch
Ol, Terpentin) durch
ihrem Entbeder ben Namen Nobiliſch
man auf ein Silberplättchen einen T
faures Kupferoxyd bringt, u. hierauf n
eines Zinkſtäbchens in der Mitte bes 5
Silber beriihrt, fo bilden fih um bie 5
* mehrere concentriſche F., die noch
allen, wenn man das mit der Metall
feuchtete Silberplättchen mit ben Polen
apparates in Verbindung fett. Durch
ber Spitzen des negativen Poles u. bu
mebrerer Metallanflöfungen kann man
ſpiel auf mehrfache Art abändern. |
bieje F. zur Berzierung von Metallw
Ziihgloden, an.
Sachen cala, fo v. m. Farbenmeſſ
rarbenfcheibe, i. u. Farben »).
Wwarbenjeben (Mep.\, 1) (Chror
blepfie), Fehler bes Geſichtsſinnes, in
entweder Alles in einer Färbung erſch
2—3 Sarben unterfchieben werben; 2
Sehen von Färben ohne Beziehung au
genſtände.
arbenfinn, angeblich ein beſonde
ſchärferen Unterſcheidung der Farben.
arbenſpeetrum, |. u. Farben A)
arben|pindel, f. u. Farben R).
arbenftifte, fo v. w. Paſtellſtifte.
arbenwurzel, fo v. w. Färberrö
arber, |. u. Färbelunſt.
arber, ©., Pjeubonyni für 2. Ti
arberbaum, 1) die Pflanzenga
bef. Khus Cotinus; 2) Connarus as
Wärberbeere, ift Rhamnus caths
, Bärberblume (Bärberpfrieme),
tınctorıa,
ärbereroton, ift Crozophora ti
arberdiftel, jo dv. w. Scharte.
arberei, f. u. Färben.
arbereiche, ift Quercus tinctori
arberfledhte, ift Roccella tinct
nora P’arella u. Lecanora ventosa,
arberginfter, ift Genista tinctc
arberfamille, ift Anthemis tin
arberfnöterich, ift Polygonun
arberfraut, 1) (Bärberreiede, 8
Reseda Luteola; 2) (Bärberochfenzu:
chusa tinctoria; 8) (Bärberröthe)
tınctorum.
Barbermooß, fo v. w. Orfeilfe.
Färberröthe (Bärberwury), Lange, ı
nit Seitenfafern befette, in der Dlittı
äußerlich mit blaßbrauner Haut umge
ven Rubia tinctorum, fonft mehr a
atonifche Knochenkrankheiten, Rhadhiti.
fen: färbt bie Knochen ber damit gefüt
rotb ı1. liefert ben Krapp. Die fchl
wilbwachlende, it bie Waltrötbe.
Färberſafflor, it Carthamus tin
arberfcharte, fo v. w. Scharte.
ürberwau, |. Reseda Luteola.
arbermwaid, ift Isatis tinctoria.
‚Sarbeftoffe (Pigmente), im Ad
reinen Zuſtande gefärbt erfcheinenbe,
ber fie enthaltenden thierifchen od. Pfla
dingende, zum Färben zu benutzende Si
j. Näheres unter Färbekunſt.
Farbetiſch (Buͤchdr.), die Tafel net
‚bruderprefle, aufwelcher bie Farbe ausg
Zerbige bis Farfaree falle
ßen auf Der weſichen Hewmiſphäre "Pipin ız. ein
be von den Weißen im Allgemeinen
E ver
Anderen garen! I
(Chinefen) abtammen; alfo alle ber
gen ienfchen, insbeſondere aber des |
beiden
Wilhlinge unter einander fowohl, |
ern), Terzeronen
Ka Onarteronen (von |
), Quinteronen ıc. (bas
). Der Mulatte bat
Race u. duuleſbraune Hautſathe, wäh-
en bez Terzerone in Saar u. Phyſte⸗
wäbert u. bie Haut mur noch
son ben
— —
— Di
ſe. —258 ei ehadtem
— 5 von
umel, Gewuri ıc.
u. Schägel, in in Fiſchen, in einem
fein pflegt.
ei), axabiſches Gewicht, unge
d, Darf im Bart, Eharleroy ber
win nn Rohleninbufrie;
s. fe.), mit ie
25 dienen, ai Far
ae ange —
Um, ein Bad zu 45
, age Dolland an Bader
er), Heine In Juſel am Eingange bes
nd, an ber Küſte des norwegiſchen
er.
Sakorat ber ſchwebiſchen Jufel
——— u Bil; 000 Om.
v. iw
1.
>
* Haar u. die Echäbelbilbung ber
«| führte dieſelbe 130 ol Reuenburg
t ed. mit Blätter» |
fein an ber
sam
ge Karls —— angezettelte re Basen '
a Arie —— von Letzterem zum Abt von &
Charles Auguſte, IM
RE Seagate manen
ment Bivaraie, trat in öftf egedienſte m.
avancirte bie tinann; er flarb 1712 im.
Paris u. ſchr.: e sc., Par. 1755,
2 Bte., Lonb. ne: Reflexions sur les princi-
aux @v@nemens da rögne de Louis XIV,,
mfl. 1734.
tigung von ie u. Geilen, dei mit Roblen,
er I; befuchtes En 3500 Ew.
smeigt Die Seuthampton⸗Goſport⸗CEiſenbahn n
Vortemouth u. Chicheſter ab a
reg fonft fo v. w. Gefährbeeib.
arel (ir, | Guillaume, geb. 1489 in
Gap; murbe 1621 veformirter Brebiger in Meaux,
mußte dieſe Stabt 1523 verfaflen u. hielt fih ım
ber —— Pie u. im — anf, wirkte ſeit 1526 dm
sbreitung ber Reformation u.
%. a in Genf
Gin befonderes er ih durch
ung der Bresbpiericiverfeffune. Er flarb
565 in Neuenburg. Nach ifmı werben von latho-
en — bie Calviniſten auch darelite⸗
—— 1) —— ein), Juſel⸗
pe an der Küfe ber britifchen nie Gierre
eone (Oberguinea); 2) Gruppe von — In⸗
tüfle von Chile.
ven, fo v. w. Sarrenfräuter.
— en) aus ber Familie
—— 5 } ter»
: Thal
Fan bes a Ela,
anie
erweitert m gegen
u Der Bra (m 160 = FL Stunde u.
1 egen 5 Eihm
af Bilener, meiches im kan Ehe le nn Mut Se pr
ze Joble liegt 4100-4300 Fuß
Waremell (eugl., fpr. ——* * —
Wr iin f ch * —
arcewell (jpr. eh), 1) Borgebirg au ber
&lipipipe von © 2 Berge au *
Nordſpihe der — ber Cooke
—— (RER ea): Da
er ane® (Barfen),, wurden eg
Pharm.) Die Blätter bes
arfare), ſind fdleimig m.
u. werden ala ie sogen Graniifen Gupes
"I. R.
118
Fargazd, vie einzelnen Abtheilungen od. Kapitel
des Benbibab.
Fargot, in Belgien ein Ballen Waare von etwa
14 Geutner.
Sarla y Sufe, 1) Manvel, geb. 18. März
1590 zu Sonto in Portugal; fubirte ſchon ſeit jei-
nem 9. Jahre auf ber Univerfität Braga Linguiftil u.
Ghilofophie, wurde 1604 Gefellfchafter des Biichois
von Oporto u. fl. 3. Juni 1649 in Mabrid, wo er
fih längere Zeit aufgehalten hatte. Erſchr. Discur-
sos morales ypoliticos, Madr. 1623— 26,2 Bhe. ;
Epitome de las historias portuguesas, tbb. |
1628, Brüffel 1730, %ol.; Commentarios sobre
la Lusiada, Madr. 1639, 2 Bde. Fol.; Fuente
de Aganipe, rimas varias, ebb. 1644 — 46,
4 Thle. (Gedichte); Asia portuguesa, Liſſab.
166675, 3 Bde. Fol., Europa portuguesa,
2. Aufl. ebb. 1678—80, 3 Bde. Fol.; Africa por-
tuguesa, ebd. 1681, Kol. 2 anoel Geve-
rim be F. portugieflfcher & oriler u. Archäolog,
geb. 1581 in Liſſabon, war Canonilus u. Cantor ın
Evora, wo er 1655 flarb; er ſchr.; Noticias de
Portugal, Evora 1624, 3. Aufl. Liffab. 1791; ber
3. Thl. derfeiben, bie Varios discursos politicos, |
enthält die jehr genaue Biographie bes Camoens.
ae (v. fr.), Boflen, Mährchen, albernes
Geſchwãtz.
riglione della Trizza (ſpr. Fariljone d. T.)
altfeletlippe bei Catania an der Oſtklilſte Si⸗
ciliens.
Farilhao, Gruppe von ſieben kleinen Inſeln im
Atlantiſchen Meere an der Küfte der portugieſiſchen
Provinz Eftremabura.
ga Ion, fo v, w. Pharillon.
rim, portugiefiicher Dann in Sene⸗
gambien (Wafrika), liegt am Rio Grande.
Farima, Provinz auf ber Oſtküſte der Japani-
ſchen Inſel Nipon; bier die Hafenftabt Finge.
arin, fo v. w. Karinzuder.
arina (lat.), Diehl; F. amygdalarum, |. Man-
beifleie; F. hordel praeparala, präparirte® Gerften-
nieht, ſ. u. Gerſte; Farinae emollientes Ph. Gall.,
erweichende Meblipecies, Leinfamen-, Roggen»,
Gerfienmehl gleichviel, zu Rataplagmen u. a.
Farina, Porto, Stadt am gleihnamigen Golf
bes Dlittelmeere® u. ber Mündung des Medicherba
in Tunis; bat guten Hafen u. beträchtliche Gali-
nen, weshalb fie bei ven Tunefen Gbarel Malah,
d. i. Salzgrube, heißt; 9000 Ew. In der Nähe bie
Ruinen von Utica.
Farinäti, Paul, geb. 1524 in Verona, bildete
ch zum Maler unter Pic. Giolfino u. U. Babile.
Er malte bis in fein hohes Alter an vielen Orten
Italiens u. fl. 1606 in Berona. Eeine Compofi-
tionen zeichnen ſich durch Reichthum der Figuren ıı.
Stellungen, durch eine freie, lühne, aber nicht im-
mer correcte Zeichnung aus. Er war einer ber be-
dententften Vorgänger von Paul Veroneſe. Werle:
Die wunderbare Speifung in &. Giorgio maggiore
in Berona, die Taufe Chriſti in S. Giovanni in
Font zu Berona, beite al Fresco, im Berliner |
ufeum eine Darfielung im Tempel, im Belve⸗
dere in Wien ein beitnifches Opfer mit einer qro-
Ken Menge von Figuren. Er radirte auch mehrere
ſchne Blätter in Kupfer, darunter Venus u. Amor,
Johannes auf der Wolle.
Farindöle, Fleden im Difrict Civita bi Penue
nig Philipp
Fargard bis Farm
ber neapolitanifchen Provinz Abru
2500 Ew
Farinelli, 1) (eigentlich Carlo !
1705 in Neapel; Saftrat u. Sänger
reiſen durch Italien, Deutfchland, F
land (mo er mit 5000 Pfb. Sterl
Theater engagirt war) u. Spanien,
durch feinen ihn x
ſcheuden Geſang von einer tiefen ‘
freite, 2000 Karolin Gehalt u. da
Geſchenlen erbielt. Philipp V. m.
zu feinem erſten Minifter, welche €
unter Ferdinand VI. beibehielt. (
feiner Macht in der woblthätigfien $
Nah Ferdinande VI. Tote 303 er
den Geſchäften nach Bologna zurüc
1782. 2) Giuſeppe, geb. 1769
dua, bildete ſich u. a. am Conſerva
wurde 1815 Capellmeiſter in Tun
al® ſolcher nach Trieſt u. ftarb bier
der alten neapolitanifchen Schule
ernfihafte u. fomifche Opern, Oper
ten, mei Meflen, mehrere Oratori
ring, Gewicht, fo v. w. friert
arinöse (lat.), färtemehlbalti,
wie Sago, Arrow⸗root zc.
Farinzuder, fo v. mw. Mehlzud
der Fabrikation bes raffinirten Zu
benden Syrup gemoniten, |. u. Jud
Farkas, 1) Conſtantin, geb.
Brofefior des Naturrechtes, allgemei
kerrechtee u. des ungariichen Pric«
Töniglichen Alademie zu Agram in
Er ſchri: Principia juris publici
garise, Agram 1818. 2) Franz
falva, ungarifcher Lantesadvocat ı.
lich Brunspidiihen Domänen Fuſ
belletriftiicher Echriftfieller. Er ſchr.
Erziehung des ſchönen Geſchlechtes,
söflien, Vresb. 1306 ; Seltenheiten
1807; Der Triumph ber Nacht, ef
erfand er eine Maſchine, Delpbir
Taucherglocke, womit ınan in jedem
Gefahr untertaucdhen u. darin jebe
| lung einnehmen u. Tage lang arbei:
wurde bie Brauchbarteit dieſer Me
in der Militärſchwimmanſtalt erprc
Farken (Seew.), ein Beſen von
bie zwiſchen zwei gleiche Stiide
werben, zum Reinigen bes Schiffel
teentreiber, 1) (Seew.), Sp
Schiff, das ſchlecht fegelt u. hinter
bleibt; 2) diejenigen der Bemanni
fänger®, denen e8 obliegt, bie Yin!
Schläuche in den Raum (f. d.) zu fi.
Farlane, Bollstany in Venedig
fehr ınunter.
Farlo, Dorf am Metaro, in
Delegation Urbino-Pefaro ; Dabei tı
drubal; bier 207 v. Chr. Nieder
drubal durch die Römer.
em (engl., fpr. Farrm), 1) |
Stüd Land, welches von tem E
einen Antberen für eine gewifle Sal
Anbau Überlaffen wird; meiftens
Zaun das Land m. die bazu gehör:
digen Webäube. Ehedem wurde be
turslabgaben, is neuerer Zeit faR n
Barıncr
Id
Sarnefe 119
t; 2) in den Tereinigten Staaten | Iebhafter Handel, Edhifffabrt, 3 Kirchen, Bunt,
a ein Srüd Pant, gewöẽbulich u
ınd, Aderkoten u. Waldung bes
sen Jemand zum Anbau für Held
rerbden worden iſt u von ibm cul⸗
nethwendigen Gebäuden verſeben
wer in England der Pachter, in
Staaten der Eigentbümer eines
dſtũcet od. Landgutes.
Farrmer, Städtiſcher Vezirk mit
township) in der Grafſchaft De⸗
e EC bie Nordamerika); 900 Ew.
le (ipr. Farrmerswill), Gauptert
(Parish). Unien im Staate Yeuie
iz, amd Arkenne-River; Dampf-
m ügr. Farrmingt'n), 1) Städtiſcher
tımt ı Post-township) in der Graf⸗
tim Eraate Maine (Nordanertla,
\eriteiher Bezirk mit Veſramt ın
teraffert ım Etaate New Hamp⸗
Cechece · Eiienbahn; 1700 Ew.: 3)
nt mit Keſtamt im der Graiſchaft
Caxı Sernecticut, an der New⸗Ha⸗
undimbabiı: 2700 Em.; 4) Ziädti⸗
au Erfamı in Der Grafjchatt Ontario
Harder, an der Rochefter-Auburn-
0 Em : 5) Ziödtiſcher Bezirk in
külmen im Etaa:e PBennivivanien,
rer; 1200 Em.; 6) Städtiſcher
Eraiſchait Tioga im Etaate Penn⸗
bo Ex.; 7) Siabtiſcher Bezirk in ter
mabull im Staate Obio: 1300 Ew.;
Bezirk in ter Grafjchaft Oakland
ichigan: 2900 Ew.: 9) Sättijter
flamt in ter Grafſchaft Fulton im
6, an ter Proria ⸗Cquawla « Eiſen⸗
m.;, 10) Hauptort der Grafſchaft
m Etaate Mifjeuri; 500 Ew.; in
Eiien- u. Bleiminen; 11) Poſtert
hatt Ran Yuren im Staate Jowa,
nes River; ber ältefie Ort in ter
Em
River (pr. Karrminzt'in-Rimmer),
reinigten Staaten von Nortanierika.
men, u. Oſt⸗Farmington,
erftere in ter Graiſchaft Verkſhire
ſſachuſetts, der letztere in der Graf⸗
im Staate Maflachuferte entſpringt
Iafſchaft Litchfield im Staate Con⸗
igen; fällt in ter Grafſchaft Hart⸗
te Connecticut in den Conneciicut⸗
ew⸗Haven-Farmington⸗Ka⸗
inen Tbeil ſeines vaufes.
t (Bernleiten). Theil des Fichtelge⸗
iſchen Yanbyericht Wunfiedel; es ift
teberg aus auf der linlen Seite ber
hender, langgetebnter u. oben platter
melden fih ter Nuß hard Muß⸗
en Unprung der Rösla erhebt, von
heuerer Öranirkläde überfäet.
(pr. Farmutieh), Martıfleden
ment Soulemmier6 des franzäfiichen
u. Marne; Getreidehandel; 1300 Gw.
pr. Farrmwill), 1) Poftort ber
Are Ermard im Staate Birginia
',am Appomator⸗Niver u. der Seuth⸗
Aurz-Kihmend) Eiſenbahn: Lage,
Tabaljabrilen; 1600 Ew.; 2) (Bermiand), Station
der Indianapolis-Bellefontaine⸗Eiſenbahn in ter
* Sraffbaft Randelpb im Staate Jubiana.
Farnabe (Rarnabine), Themas, geb. 1575 in
Londen, ftudirte feit 1590 in Orford, ging nad
Epanien in cin Jefuitenccllegium, aus bem er
dann wieder austrat u. 1595 Franz Drafe u. Job
Hawkins auf ibren Reifen begleitete; er ging, nach⸗
tem er in den Wieberlanden einige Zeit ale Soldat
getient hatte, wieder nad) England, wo er zu Mar-
ted in ter Grafſchaft Somerſet eine lateiniiche
Schule anlegte u. fi) zuletst 1636 auf fein Landgut
bei Yonden begab. Zur Zeit der Parteilämpfe in
England bielt er es mit Der Föniglichen Partei u.
wurte teabalb ven den Republilanern hart ange-
feinbet u. ſogar gelangen genomnien; er larb 1647.
Er gab beraus den Perfius u. Juvenalis, Yond.
1612 u. ©., zulett 1720; Senecae tragoediao.
ebd. 1613 u. õ.; Martialie, ebd. 1615 u. d.; Luca⸗-
nus, ebd. 1618 u. d.;, Virgilius, ebd. 1634 u. &.;
Opids Metamorphoſen, ebd. 1636 u. 8.; Terentins,
ebd. 1651; u. fhr.: Index rhetoricus, ebd. 16255
Florilegium epigrammatum etc., ebd. 1624;
Sıstema granmaticum. ebd. 1641.
warnefe, Aleden u. Schloß in der päpflichen
Delegation Viterbo, bat den Zitel eines Fürſten ˖
tbuns; Stammort Der alten Herzöge von Paruia
u. Geburtsort Papſt Baule III.
Farneſe, italienitches Fuürſtenbaue, führt feinen
Urſprung als adelige Kamilie bis ins 13. Jabrb
zurüd u. being damale Tas Schloß Farneſe bei ür-
viete. I) Pietro, war einer ber berühmten Far⸗
were, weiche Den Florentinern Dienfte im Krieg ıı.
in der Kirche leiſteten; er ſchlugtie Piſaner n. ft. 1363;
2) Aleſrandro F̃i, welter als Bau III. 1534
bis 1549 Papſt war (ĩ. u. Paut), erbob die F. durch
8) Pietrovuigi, jeınen natürlichen Sohn, 1545 312
Herzẽgen von Parına u. Piacenz: bieier wurde 1847
von jrinen unzufrictenen linterthunen ermordet;
4) Ottavio, Sohn u. Nachielger tes Vor., fübrte
dem Kailer Ra ı V. ein aus 18000 M. Jtalienern
n. Spaniern beſtehendes Reer gegen ten Schmal⸗
zardiſchen Bund nach Deutichland zu Hülfe;, er nar
ſeit 1.38 mit Diargarethe von Parma, einer natüre
lichen Techter des Kaiters Karl V. vermäblt u. fi.
1566. 5) Aleljandro, ältefter Sohn tes Ber.,
eb. 1546, nabın unter feinem beim, Don Juan
d’Auftria, 1571 Theil an ber Schlacht bei Yepanto
gegen tie Zürfen, wurde 1578 Oberftatibalter der
Niederlande u. focht gegen bie Geuſen, zog 1590
gegen Heinrih IV. u. fl. 1592. 6) Ranuzio].
Ddoardo, ältefter Sohn des Vor., ließ 1612 Pie
Häupter ter edeiften Kamilien, weil er fie ter An
zertelung einer Verſchwörung gegen fich beſchuldigte,
binrichten u. feinen natürliden Schn, Ottavio, ins
Gefängniß werfen, mo derſelbe ſtarb. Neben feiner
Grauſanikeit mar er funftiinniger Fürſt u. Beiör-
derer der Wiſſenſchaften; er fl. 1622. 7) Odoarke,
Schn des Ber., wurde durch feine Eiteikeit ın einen
Krieg mit Spanien u. den Bapit Urban VIII. ver-
midelt u. fi. 1646. 8) Rauuzio Il., Subn tes
Bor., lieg fib ven feinen Günſtlingen leiten u. fi.
16941. Ihm totgte 9) Erancesco, fein 2. Ecbn,
u. nach deſſen Tode 1727, 19) Antonio, beilen
Bruder; biefer fl. 1731, u. da keine männlichen
Nachkemmen vorhanden waren, fo fiel dae Herzog»
thum au ben Infauten Don Carlos von Spauien
420
(nacmafigen König Karl III.), welcher der Sohu
Philipps V. u. ber Elifabeth, einer Tochter des
Herzegs Oboardo, des 1693 vor dem Antritt ber
Regierung geftorbenen älteften Sohnes Ranuzios IT.
war. Aufer tiefen regierenden F. find merkwürdig:
11) Horazio, natürlicher Sohn Pietro Luigis;
vermählte fih mit Diana von Augonleme, natür-
licher Tochter König Heinrichs II. von Frankreich, u.
blieb bei der Belagerung von Hestin 1553. 12)
Aleſſandro, Sohn Pietro Luigis, geb. 1520;
wurde 1534 Cardinal u. Erybifehof von Parma.
Zu verfchiebenen Miffionen bes päpftlichen Hofes
in jener Zeit gebraucht, ſuchte er vergebens ben
rieden zwiſchen gran I. u. Karl V., fo wie eine
eformation ber Kirche zu vermitteln. Er vollen⸗
bete den Bau des nach ihm benannten Farneſiſchen
Balaftes u. fi. 1589. 18) Nannzio, Bruder des
Bor., geb. 1530; Maltejer, Prior von Venedig,
Conithur von Bologna, wurde 1544 Erzbiſchof
von Ravenna n. Cardinal, 1546 Legat in Piſa,
Großpönitentiarins u. Patriarch von Conftantino-
pel; von Julius IIT. wurte er 1561 aus Rom
vertrieben, von Heinrich IT. von Frankreich aber wic-
der in feine Güter eingefetst u. ft. 1565 in Parma.
Faruesiäniflores (Fleurs de Cassie seches),
geite Blüthenköpfchen mit 4 Zoll langem Stiele
von Acacia Farnesiana nad Martius, kamillen⸗
ortig, angenehm, bei größerer Bertbeilung veilchen⸗
artig riehend; aus Weftindien im Handel vorkom⸗
mend, zu Parfümerien u. in ihrem Vaterlande ge⸗
gen Diagenträmpfe u. Appetitmangelgebraucht. Far-
neslana radix, die braune, wie Kıroblauch riechende
Wurzelrinde ber Acacıa Farnesiana, auf den An-
tillen, in Bäberu gegen adynamifche Sicher, auch
zum Gerben u. Schwarzfärben benutt. Farnesiana
JegumYna, tie Fruchthülſen berfelben, von abfirin-
irendent Gefhmad, gegen Durchfälle, Ruhren,
ugenfrantbeitenzc. als toniſches Mittel angemendet.
arnefina (Barnefliche Billa), eine Billa an ber
Lungara in Trafle.ere (in Rom), erbaut von Bald.
Peruzzi (1481 —1636) für den Kaufmann Agoftino
Chigi, berübmt ſowohl turd die zierliche Bauart
nit doriſch⸗toslaniſcher Pilafterglieberung, als auch
durch die Rafaeliſchen Fresken in ber fogenannten
Pſychenhalle, wo nach Rafaels Entmurfe tie Ge-
ſchichte der Bfyche von Giulio Runtano, Francescu
Penni u. Giovamıi da Udine dargeftellt ift. Einen
ber Säle ſchmückte Rafael ſelbſt ınit ter Darftel-
lung feiner weltberühmten Galathea (geftochen von
Diarcantonio, N. Dorigny, Th. Richomme u. v. A.).
Ale die Familie Chigi aus Yolitifhen Gründen
Rom verlaffen mußte, kam tie Billa an den Bap
Paul III. (Aler. Farneſe) u. durch deſſen Nepoten
an das neapolitantiche Königsbaus.
Garnefiiche Flora, Marmorftatue, jetzt im Mu⸗
feum Bourbon ın Neapel, 13 Fuß body. Antik ift
blos der Rumpf, welcher in den Bädern des Cara⸗
calla gefunden wurde. Kopf, Hänbeu. Füße find un-
ter Bapft Paul III. (Alter. Farneſe, daher der Name)
ergänzt; nochmals u. beifer ift fie reftaurirt, als fie
nach Neapel geſchafft werben jollte; hier befam fie
auch einen antiten, doch nicht den urjprünglichen
Kopf. Durch die Ergänzung ift eine Flora daraus
entſtanden, obmohl faum anzunehmen ift, daß ber
antile Rumpf einer Blumengöttin angehört bat.
Winckelmann hält fie für eine tanzende Muſe, Bit
conti für eine Sne Die Gewandung läßt auf
einen römiihen Künftler ſchließen.
Farnesiani fores bis Farneſiſcher Palaſt
Farnefiſcher Hercules, von Gly
verfertigt u., wie man glaubt, einem
Lyſippos nachgebilbet, koloſſale Statı
ihem Marmor, 11 Fuß hoch, Das ſchör
männlichen Kraft, ftellt den Hercule
unmittelbar nach Erbeutung der Hefpe
auf die Keule geſtüht, bie geldenen Apfe
baltend, mit einem ſinnenden, faſt fe
Gefihtsausdrud, von ter gebabten
ausrubt. Die Statue wurde gejun
den Bätern des Caracalla, im Farn
in Rom aufgeflellt u. danıı nah N
Mufeun Bourbon gebract. Die B
Guglielmo della Borta ergänzt, doch
antifen Weine fpäter noch in den Fa
laft gefunden, Andere nach dem Pala
nannte antile Sculpturen im Muse«
find: der Barneftiche Fechter, ter 8
bes Garacalla, die Farneflihe Venus, |
Apollo u, Die beteutentfte von allen,
Stier (Toro Farnese), Amphion u
fiellenp, weiche Die Geinublin des !
an die Hörner eines müthenden St
bie größte och erbaltene autike Grup
von Apellenios aus Tralles u. Taur
bien, beide ber Rhodiſchen Schule angı
Stück ift durch Ergänzung u. durch
nicht Dazu gehörender Figuren entſte
aber im Einzelnen große Schönheiten.
es in des Afinius Pollio Bibliothek,
in die Bäder des Karacalla, wurde
aufgefunden, unter Papſt Paul III. 3
erfte Dial als Hercules mit bem kre
dann aber der eigentlichen Beftinnmun
ftaurirt u. endlich 1786 in ben Pala
bradt, von mo es mit den übrigen
Sculpturen nah Neapel kam.
Sarnefifher Palaft, 1) ein Bo
erbaut von Antonio ta Sau Gallo,
großartigen Berbältnifjen, bildet ein
155 zu 242 Fuß, welches einen von
umgebenen Hof einjchlicht. Die letz!
Michel Angelo an diejen inıpofante
dein er in einem fräftig vortretent
geſims einen jchönen Abichluß gab
raum bie prachtvollen Hallen zufügte
nehmer des Baues war Papſt Pa
deſſen Eifel, der Cardinal u. Kanzl
Farneſe, der Sohn Peter Ludwigs
den Bau zu Ende führen u. von Aun
ten Hauptſaal, die Sarneflihe Gallerie
ihmüden, welchen ver Balaft einen
jeiner Berühmtheit verdankt. Außer
racci arbeiteten unter befjen Leitung
jührung dieſer Fresken, deren Sto
der griechiſchen Mythologie entnomn
Oheim u. die Brüder des genaun
ierner Guido Reni, Donienichino
Bon den antilen Sculpturen, weld
arnefe hier auffiellte, find Die berühn
der Farneſiſche Stier, die Farneſiſd
Farneſiſche Hercules), von ten Köni,
pel, welche nach dem Ausfterben des
neje in Befit bes Palaftes lamen, ba:
Unter den noch vorhantenen Autiken
kophag ber Cäcilia Metella im Hofe vie
2) das Schloß Eaprarolı an der En
terbo nach Rom, führt ebenfalls diefeı
Farnham
eſe, für ben es von Vignela erbaut
eflt ein regelmäßiges, einen runden
Niegendes Fünieck bar u. entbält eine
sten, in denen Zatteo u. Federigo
Roriiben Micmente tes Hauies Far⸗
Schalt Surrey am Wey; alte Kirche,
licheis ven Wincheſter mit Vibliothek
illerie; Gomnaſium, Fabriken von
pienbau, Getreideba:del; Jmeigbabn
5 ter Eiſenbahn ven Leudon nad
1; Geburtsort von Wiil. Cobbet;
erfibire; 60V Ew.
ate ittal.‘, I. Dolce far nıente.
bis Fuͤroͤer
121
Ibeerbereitung, Fiſcherei u. ten Fang ber Eider⸗
gänfe Ichen.
Sarder (Ber-Dr, d. h. Schafinfeln), eine ber
Krone Dänemark angehörige, aus 17 bewohnten u.
y unbewobnten Felſeneilanden beftebente Inſel⸗
. gruppe im nördlichen Allantiſchen Ocean, zwiſchen
Upr. Farnbämm), 1) Stadt in der
Iéeland u. ten Shetlandinſeln, mit einem Ge⸗
fammifläbenraum ven 24 CM.; Küſten zer
riiſen, mit tief ausgeſpülten Yuchten, Uier ſchroff,
biöweiten 1000 Fuß ſenlrecht; im Innern gebirgig
u. felfig, reich an remantiichen Narurichäubeiten,
büftern Thälern, boben Wafferfällenzc.; Boden im
‚ Algemeinen felfig, an einigen Stellen aber mit
I) Torf im Weſt⸗Riding der engeuchen
dicker Dammerde bebedt u. dert fruchtbar, Klima
ı im Werbälmig zur nörblichen Lage mild (mittlere
Sahrestemperatur + 7,5° R.), meil durch bie See⸗
Hands ipr. Farn Eiläuts), Gruppe | luft gemäßigt; Sommer kurz u. fübt (mittlere Some
ein an ter nörd lichen Ttfiiite von Eng⸗
bereugh gegeniiber, gebören zur (Brafe :
Jam; tie Einwobner treiben Fiſch⸗ u.
age In : &arn, Fort u. Leuchuhurm.
joe. w. Farnileiten.
Ne iderelusa, Stanielaw, widerſetzte
ar demiı:s 1567 anf ber Unitariſchen
im dacn ter Anficht des Sacuvinus u.
W ir Soncde zu Zerinne in Kleinpelen
de farzeten zu vereinigen, allcın Die
e bieten bei ter, ten Arianiemus jich
Komıns, es iei in Chriſtus eine von Der
zerihietene böbere Natur geweſen, u.
im daher Die Ehre der Anberung, was
wer iſ. Autnäus) ibm abſprachen. F.
Eanted eine berübmt gewordene Kirche
ke Anbänger vereinigten fi, als er
er 1614 geiterben war, mit ten So⸗
e, Piarrdorf im mweimarifhen Amt u.
&; Ectloß, mit alter Yaurentiustirche,
Em. F. war fonft Herrſchaft, den
von Kirchberg gehörig, u. hatte eigenes
rum u. Kanzlei.
.). 1) fe v. w. Leuchtiburm; taber ;
er £rte, jo P. di Messina, Dieerenge
5 Dieiten lang u. * bis 3 Meilen
igt durch tie Scylla u. Charybdis;
ıadten 2) Gap di F., der Norte
iens, mit Leuchttburm; dabei liegt
ori, mo ber befte ſiciliſche Rotbwein
8) Hafenſtadt an der Mündung tes
. Hauptort eined Bezirko in der per⸗
Algarbien: Biſchei, Kathedrale,
veing i
m Sabo de Stu. Maria), Ha
rt, Fiſcherei, Santel mit Sütirüchten
1; 9000 Em. ; 4) Ztatt am Rıo Jar⸗
at der Mündung in den Amazonen⸗
r brafilianifhen Provinz Para, Yau
Ge u. Gacao u. Hantel damit; 3) ter !
en kommende große Quellſtrom des !
Binue, welcher etwa unter 5” nördl.
RM. Yänge (von Ferro) einmünter u. !
R 16. Juni 1851 auf ter Keije nach
tedt wurde.
1) 5 I., erfler derieg von Spolcto,
er fi. 553. 2) F. II., zweiter Sohn
H von Spelete ſeit 701, ſ. ebd.
u. von dieſer durch den Jarseſund ge⸗
Gw., treiben Aderbau, Viehzucht,
mertemperatur + 12,5” R.), inter mild (der
Schnee bleibt felten länger ald 5 Tage liegen);
zuft febr feucht, bäufine Nebel, beitige Stürme;
eine eigentbümliche Nrankbeitserfheinung iſt Die
Kriim rein nicht Selten iödtliches Schnupfenfieber),
außerdem dommt and Der Scharbock häufig vor; das
PVtineralgeid) liejert Steinlohlen, Achat u. einige an⸗
dere Edelſieine, foſſiles Holz u. Tori; die Flora der F.
weiſt 583 Species auf, Darunter 270 Phanerogamen;
Gerſte, Kartoffeln u. Rüben; von Vieb iſt am mei⸗
ſten verbreitet Das Schaf (daber der Name 75 ' u. bus
Pierd (raſch u. fiher) ; zahlreiche Seevögel (Miöven,
Eidergänſe, weine Naben, wilde Enten u bergl.) m.
viele Fiſche. Die Einwohner 1555: 865 Ser
len) find kräftig u. ftart gebaut, arbeitjam u. aus»
dauernd, offen u. ebrlich, uneigennügig u. gaſtfrei,
nüchtern u. mäßig, Streitigleiten, Mord, Diebſtahl
u. andere grobe Verbrechen ſind höchſit jelten, ebenſo
herrſcht unter ihnen eine außerordentliche Sitten⸗
reinheit u. wahrhafte, innere Frömmigkeit; ihre
Wohnungen find meiſt bölzerne Hütten mit Birken⸗
rinde bedeckt, dieſelben ſtehen entweder vereinzelt am
Strande u. in den Thälern od. in Gruppen (bei. auf
Stromöe); ihre Kleidung iſt einiach, die der Männer
ein duntelfarkiges, wollenes Manms mit blanten
Rnöpien, klaue ed. grüne Weite, furze Beintleider,
Schuhe; die der Frauen ein geſtreifted, knappauliegen⸗
‚ bie an ten Dale gebendes Jäckchen mit engen
rnıeln, weiter, faltenreicher Rod, auf ben Kopf ein
feidenes Diügchen, bie Haare in langen Zöpfen über
die Schultern hängend; eine Yieblingsbeichäftigung
beider Geſchlechter iſt das Schachſpiel; Hauptnah⸗
rungsmittel find Schaffleiſch, Schafmilch, Vögel,
Fiſche u. Gerſtengrütze, Brod iſt eine Seltenheit;
ihre Sprache iſt germaniſch u. nähert ſich am
meiſten tem Isländiſchen; Kirchen⸗, Schul⸗,
Gerichts u. Schriftſprache iſt das Däniſche; Re⸗
ligion luideriſch (39 Kirchen mit 7 Kirchſpiels⸗
Reiſepredigern); der Unterricht iſt mangelhaft,
meiſt Sache des Hausvaters am Feierabend; in
Thorohavn (auf der Hauptinſel Stromöe) bes
lebt eine Bell⸗Lancaſterſchule, worin auch Mäd⸗
chen im Singen u. Spinnen Unterricht erhalten;
HDauptbefdhäftigung ift Bieh- (namentlich
Schaf⸗) zudt, Sammeln ven Giterdunen, Vogel»
u. Fijſchjang (Robben, Häringe, Stedfiiche), der
Aderbau ift nicht von Bedeutung; Lie Induſniz
| beſchränkt ſich auf Wollenmweberei u. Stricerei,
wediſche Inſel in der Cſtjee, nördlich beſchäftigt beide Geſchlechter, tiert Strünzpfe
|
|
(jährlich über 60,000 Paar), Nachtjacken (iährlich
über 30,000 Std). Hand hube, Vützen, grobe
Beune u. dergl. u. Eifbet einen nicht unbebeu-
enden Sanbelsartifel; der Handel ifi Diono-
sol der däniſchen Regierung: Ausfubrartifel
3855 über 63,000 Rigstaler) find: geſalzenes
jaffleiſch, Eiderdunen, grobe Wollmaaren,
Wolle, Zalg, getrodnete Fiſche, Thran u. Wall-
fiſchbarten; Ginfuhrartifel (1855 gegen 290,000
Kigedaler), Getreide, Erbfen, Salz, Hanf, Cifen,
Glas⸗ u. Eijenwaaren, Garn, Colonialartifel,
Leinwand, Holz u. Holgwaaren. Die bebeu-
tentften der Infeln find: Strom öe (die größte
6,5 OM., 1700 Ew.], auf ihr der 2038 Fuß hohe
erg Stalingefield u. Die Stadt Thorshavn, Haupt-
ort der ganzen Gruppe); Ofterde (5,5 QM.,
1100 Ew., mit dem 2700 Fuß hohen Berg Stat-
taretind u. dem Hafen Kongshaun), Syderde u.
Baagde (jede ungefähr 2 OM.), Sandde ı.
Bordöe (jete über 1 DOM.); pas Nähere über die-
felben f. unt. deren eigenen Artikeln. Politiſche
Sintbeilung in 6 Kreile: Stromde mit Nolfde;
Norderde mit Bidde, Fuglöe, Spinde, Borbde, Ki-
ndeu.Kalide:; Ofterde; Vaagöe; Sandde; Syberde;
an der Spitze der Verwaltung fleht ein Amt-
mann (zugleich Commandant) u. ein Landvogt (zu-
gleich Polizeimeifter), beide in Thorehaun,; Mün⸗
zen, Made u. Gewichte die däniſchen, mit eini-
gen geringen Abweichungen wie auf Island (f. d.).
— Die F. wurden zur Seit des normwegifchen Kö⸗
nig® Harald Haarfager entbedt; ber erfte Normann,
der ſich dort niederließ, hieß Srimr Kamban; 1000
n. Chr. wurde das Chriſtenthum hier eingeführt,
n. bie 5. erhielten einen Biſchof, der in Stromde
zefidirte. Seit Ehriftian III. welcher bie Heforma-
tion einführte, ift ſtatt des Biſchofe ein Bropft ba-
ſelbſt. Im Übrigen theilten die F. das Schidfal Nor⸗
wegens u. Dänemarks. Dal. Debes, Natürliche
iſtorie der F., beutich von Mengel, Kopenh. 1757;
orm. Torfäus, Comment. hist. de rebus ge-
stis Faereyensium. ebd. 1695, däniſch von Thor-
Renfon, ebd. 1770; Faereyinga Saga (isländiſch,
— u. däniſch), herausgeg. von K. Chr. Rafn,
. 1832.
Sarondöle (ſpr. Karongbobl”), fehneller, füd-
franzöſiſcher Nationaltanz in $ Zact, die Tänzer
fafien einer das Echnupftud bes andern, machen
ef eine große Ronde u. durchziehen dann, bie
Muft an der Spige, in Echlangenform bie Stra⸗
fen der Siadichen n. Dörfer u. tanzen allerhand
Touren, wer ber %. begegnet, ſchließt fich an; bei.
bei Taufen, Hochzeiten u. Volksſeſten üblich.
Faront⸗Head, Tap der norbmeftlien Küfte
son Schottland in der Grafſchaft Sutherland, öſt⸗
Kb an dem Vieerarm Kyle of Durneß.
Farouche (fr., ſpr. Faruſch), 1) ſcheu, ſchüch⸗
tern, 2) bee; 3) zornig.
Faroupilhas , in Brafilien unter dem Kaifer-
ar republikaniſche Partei.
rquhar (ipr. Farkörr), George, geb. 1678 zu
Londonterry in Irland, ſtudirte in Dubli”, wurde
Schauſpieier, trat ſpäter in engliiche Rriegetienfte u.
1707; ex ſchr. Die Yuftfpiele: l.ove anı! u bottle;
he constant lovera; Sir Hurry Willair u,
a. m., Works, Lond. 1772, 2 Bde, beutich in |
Auswahl von S. Frankenberg, in der Bibliothek
liſcher Luſtjpieldichter, Lpz. 1839, 2 Bohn.
tenbarinfeln, Gruppe von Eilanden u. Fefe
fenriffen im Korallennieer nortöflich ven Neu⸗
Raflaup: fic find unter einander Bı.’ch Rırfe ver⸗
Barondole bis Farrenfrantwurzeisl :
' bunden, mit Gebüfch bebedt u. fiegen une
; 39° fübl. Breite u. 168” öftf. von
Kerro.
Farquhars Bed, Fele mit natürlicher 1
bei Eromarty (f. d. 2).
Part (v. bebr.), Stier; bei. Opferflier.
Farr, 1) Bucht an der Norbküfte der ſchot
Grafſchaft Sutherland, worin der Rarer weil
2) Marktflecen unweit öftlih Davon; 2100 €
Farragindos (v. lat.), aus verfchiedenen &
zufammengefett.
trab, Provinz, fo v. w. Furrah.
arrant, geb. im Anfange bes 16. A
fl. 1585 als Hoforganift in Winfor, er iſt eim
Begrünter der englifhen Kirchenmuſiken.
fi durch reine Harmonie u. ernften Styl im]
Kompofitionen au®. |
Farrar (pr. Färrer), John, geb. 1779 M
eolm, ftudirte in Cambridge, wurde 1805
ber Griechiſchen Sprache am Harvarb-Eolieg
1807 Proſeſſor; unternabm eine Reform ig
phufitalifchen u. mathematiſchen Lehrfache, fegiel
feine Stelle nieder u. ft. 1853 in Eambrigf:
fhr.: First principles of the different‘
integral calvulus, Bofton 1836; Elemesll
algebra (nah dem Franzöfifchen von
Bofton 1818, 2 Bde., u. 3., u. überſetzie Fl
mathematifche u. phyfikaliſche Werte ausbeih
zöftichen von Legendre, Biot u. Bezou.
Farren (Filices), 3. Orbn. ber 3. M fx
pflanzen) Rehnd., 11. Klaſſe bei Endiicher, Lie
fräuter.
—— „Dorf, fo v. w. Burgferrenie
*
baum, it Cynthea arbores.
arrenkraͤuter (Filices). bei Endlicher, 7.1
tes Pflanzenreichs: blärterige Laubpflanzen,
Ihuppigem Rhizom (Wurzelftod) bervortewil
beim Aufleimen meift ſpiralig aufgereideiti
Stamme find Gefäße; Sporangien **
unten, od. am Rande — Gebilde
an die Adern bejeftigt, oft in Häufchen (Sori
jammengeftellt u. mit einer Hülle (Indusrum
fleidet, die fpäter aufipringt Grüne Pfla
zumeilen von bebeutenter Größe u. dann gen
lich mit ne? fih erhebendem em
feimen mit einer
erinnernden Ausbreitun:
Klaffe wird in folgende &
attartigen, an bie
(Proembryo).
amilien getheilt: 1
| podiacese, Hymenophylleae, Gleichenis:
Schizaeaceae, Osmundaceae. Marattincı
Ophioglosseae, an welde ſich dann na
ja (keiden foffilen F. anreiben. Die $. |
ſchattige feuchte Orte u. find in Waldungen,
| fie dort das junge Holz erfiiden u. ſchwer a
rotten find, fchärlich; eingeäfchert geben bie ım
reichhaltig Kali; mehrere dienen al® Arznein
bei. gegen Würmer, die Wurzelfiöcde u. 9
von manden Arten werden gegeilen, zumal t
Süpdfee, 3. B. das Narre ber Reufeelänter,
der Chathea medullaris in Nenfeeland, wir‘
eröftete Marl gegeffen, das einen Mebrigen, ı
— * gummireichen Saft enthält. In
lichen Gegenden bienen einige Arten ale Biehl
Farrenfrautwnrzelöl (O1. radieis 1
maris), das fette DI der Wurzeln von Aspii
iılix mas, aus benen es burch en ot
wiher gewonnen wird; es if Fidflüffig, d
braungsünlich, von ſcharfem Geſchmad u. widerl
Geruch u, wird gegen ben Bandwurm gebram
Barres bie Pafan
artifieden, fe v. w.
Korres.
m Gonzalo O’%., geb. 1753 auf ber :
bei der Expedition nach Oran, focht
123
| (karıınter Aars· Vodaulu, 10,000 Männer), Juden.
Srbraltar w. wurde 1780 beauftragt,
len Frankreiche zu bereifen u. in
en Friedrich II. eingeführte Krıegs-
em. Bei fener Rüdiehr nad Epa-
Director der Kriegeſchule von Port
‚ twar 1793 in die von Colomera
Urmee u. 1795 in kie Armee von
16 Generalquartiermeifter ein; er
Juſpectenr der Infanterie u. 1808
atinand ale Generaloberfi, Director
ı 9. Kriegsminifter angejtellt u. bei
utlungen mit Frankreich vermentet.
zur Regierung gelangte, trat er in
ku warte desbalb fpäter von Ferdi⸗
einer Zisel u. Güter berautt, fo daß er
reich Rieben mußte.
Nen. Sxatt in der engliihen Grafichaft
samen ter Great⸗Weſierneiſenbahn
Irrehi, Rarte Schmeinezucht, Handel mit
Mei, Exed nu. Geireide; 2500 Ew.
mn. Sie tes Grampiangebirges in
Grefbett Perib, 2382 Aus hoch.
wlan (Besäep), Inſein zur Gruppe lilea
ine Krdipele gebörig.
Berkkez, d. i. Land der Perfer), größte
man (Berfien), 5951 OM.; grenzt
bie drerinz Iral⸗Adſchemi, im O. an
16.2.8. an den Berfiichen Meerbuſen,
hofkan; an den Küften arößtenıheile
er zugãnglich; zum Theil Hochebene
ya; Gebirge: Zweige ber Tauriſchen
egrot ( Baltyariſches Gebirg), Darma⸗
e Epiten: Derat, Rahmet, Darab⸗
Sur, viele mit Schnee betedt, mehrere
j⸗Allah⸗Efber nah Isfaban, u. a.);
a (Sindau 10 OM.; Köſchkjerd, 10
5hren, Deſchrun, 7 M. lang, 5 breit:
w,3M.iang, } breit, ſchön u. frucht⸗
ster 4 Baratiefe tee C:rienis, u. a.);
ne Klüffe (Abibunſcher, Anfhuren,
u. a., 3u ungemein vielen Kanälen
Muß Kır(miRabarım), einige Seen
ne Abflug, im Sommer aus rod⸗
irũcllaſſend, mit Zufluß bes Xen.
ren, Derjadſche, 12 Menen laug;
lima an der Küfte beiß u. ungeiund,
beimgefucdht, der Durch jeinen feinen
dich ven Augen ſchädlich iſt; auf der
äßigt u. gelund, das Thermometer
ter 0’ R.; Echnee, Regen u. Xbau
mer beiterer Simmel; ſchwere Ge:
dbeben kommen vor ; durch künſiliche
ehr fruchtbar, bei. Rein, Dicbn
mmmelle, Datteln, Obſt, Wein aus:
men (bef. Refen:, Indigo, Afa jötida,
rauch, Tabal, Safran, Eiſen, Blei.
Biebzucht (Rindeich, Schaie, Pferde,
Khfang (Auſtern, Korallen, Perlen),
antei mir Getreide, Färbekräutern,
enwaſſer, ſeidnen u. baumwellnen
dſtoffen u. a. m. Naturerzeug⸗
pen, Jerboas, Löwen, Tiger, Sväanen,
iſchrecen, Bergbalſam, Wagnejia x.
bner, 1,700,000, fine Tidedite,
sigriedenen ), Turtmanen
Banjarıen, Parſen. Die Regierung bat einen
Beglerbeg aus keniglichem Geblüte Cingetbeilt
in bie Hochebene (Serdfir) u. das Küſtenland (Kar⸗
mafır ct. Deſchtiſtau), ob. auch in 6 Diſtriete.
Daupıfnadı: Schiras.
Farſan, Inſel im Rotben Meere, an ter Weſt⸗
küſte Des Jemetgebietes Abu Ariſch (Arabien), 12
DOM.; Berlenfiiherei, Schildkrötenfang.
arſaug, armeniiche Meile, 25 auf 1 Grab.
ärſel, Gewicht, jo v. w. Farcell.
rſetia (F. Turr. ), Pflanzengattung aus der
amilie ver Cruciferae-Alysnineae, benannt nadp
tem venetianiihen Botaniker Phbilipp Narfett,
15. &l. 1. Ordn. /..; Arten: ausläntiiche Sträucher,
jelten Kräuter: F. segsptiacn, aus Werbairifa,
F. clypeata, in Eütitalten, Griechenland, Klein⸗
afien, F. eriocarpa, in Cypern, F. lunnrioides,
in Griechenland, F. suflrutivosa, in Perfien.
Farflout (Aarfbiout), Stadt in der oberägypti-
ſchen Provinz Dihirtiheb, am Nil, Moſchee,
Krancislanerbeipi;, Koptiſche Kirche; Zuckerſiede⸗
reien, Baumwollenwaaren; 6000 Ew.
rfſiſtan, |. Fars.
arſund, Staperplatz der Vogtei viſter im Amte
Liſter des norwegiſchen Stiftes Chriſtiansſand, an
einem Sunde; eiwa 1900 Ew., Haſen, Tabals⸗
fabrifen, Echiiffabrt u. Fiſchiang.
Fartaſch, Bergebirg mit gleichnamiger Stadt
an ter Eirlüfle (Arabiiches Beer) Der arabıichen
Yandichalt Satramant; Daten, Eummibau.
Farthing (ipr. Farebingh, englische Kupfer»
ınfinze, ! Penny, mit ter Yrıtaunia, Pie irländiſche
mit ter Darfe, eiwa 2° preuß. Fremtin.
Farukhabad (kerelb-Nbar, Kurrude
Abapı, Eratt am Ranges in ter Previnz Ayra
der inbobritifgen Präſit entichait Bengalen, Sei⸗
den⸗ u. Banmwollenweberei, lebhafter Kandel,
56,000 Ew. Bier 1505 Sieg Lerd Lrale'o über Ten
Mahratteniürſt Hoitar.
Farukhſbir, Eroßmogul 1712— 1718, | Oroß-
moquliiches Reich.
Ferukzad, Sohn Mafints, Sultan von Ohasna
1053— 1059, f. Obaenapiten.
Farulla, Iniet, jo v. w. Sherbw.
Farvardiand per. Nel.), tie letzte Hälfte der
Gatabe, d. b. Per letzien 10 Tage bes Jahres, an
welchen die Tobteniete (Gatabe), begangen mer»
den nach tem Glauben, daß an bieten Tagen tie
Seelen der Werfiorbenen aus der Erde empor
fteigen u ihre Augebörigen beſuchen; deohalb wer⸗
den tie Hänſer feſtlich gefhmädt, nm tie Seelen
würdig zu empfangen. Die %. werden ausſchließlich
u Freuden⸗ (Daruns-) feften verwendet. Die Ce⸗
remonien, Lie zumeifi in Recitirungen befteyen,
verridien in ber Regel zwei Prieſter, Der zweile
ale Gehülfe or. Naspi.
Farvardin (peri. Myth.), Ized des 19. Tages
in jedem Menat u. des I. der 3 Frühlingenienate;
er gitt Kraft u. Licht, für jenen Zag ift cin eignes
Gebet: Jeſcht⸗F., vorgeichrieben.
Fas (lat.), 1) göıtliches Recht, fo v. m. Themis;
2) das Rechte, Kılaubte im Gegeuſatz zu dem,
mas pofitio Nechtens if. Per fus et nefas,
Tu: & allerlei Mit el, eriuubte u. unerlaubte.
Fıanın (Phasisnus L.), Gattung be bilh⸗
neraztigeu Bögel, vera Baden nadı m. mil
124
rother Haut, mit dachförmig geftellten Schwanz⸗
febern u. Sporen an den Füßen, zerfällt in bie ;
| fängt, wozu man Schlingen u. Heinere Net
Untergattungen: a) Huhn (f. d.); b) eigent-
liczerg, ſ. unten 2); »Argusfaſan (Argus),
$.d.; dd Federbufhträger (Spicifer), wie
ein Hahn, aber auf dem Kopfe ein Federbuſch,
wie beim Pfau, Eporen ftarl; Art: Sp. ıgnitus ».
Gallus Macartneyi, ſchwarz, Bürzel rotbgolbig,
Seiten weiß u. gelb gefledt; auf Injeln Süpafiene ;
e) Bfauenfafan (Lophophorus), |. d.; N
Satyr (Iragopan), |. d.; 8 Berlhuhn (Nu-
mida), |. d&.; b) Rural (Cryptonyx Temm.,
Liponix Vieill. “, nur bie Augenkreiſe nadt,
der Schreaug miittellang u. eben, keine Sporen,
Danmen ohne Nagel; rt: Cr. coronatus s. Co-
lumba cristata . et Lath., Phasianus cri-
status Sparrm., Männden mit langenı rothem
Buſche zerſchlitzter Federn u. langen Bartborften au
den Wugenlidern, übrigens grün, mit braunen
lügeln, von ter Größe ber Wachteln; lebt auf
tale" 2) Gigenttider Bo Gattung ber
Faſane; Schuabel did, an ber rzel nadt, oben
gemölbt, etwas gebogen, Füße vierzehig, mit Spo-
ren, Flügel kurz, Schwanz lang, zufanımengebrüdt,
teilförmig; Arten: a) Gemeiner F. Kolchiſcher
., Ph. colchicus), das Mänuden (Bafanbabn)
mit Schwanz 3 Fuß lang, 21—3 Pfund ſchwer,
Kopf u. Hals grün, violett fchillernd, Bruft u.
Rüden glänzend braunrotb, mit ſchwarzen glänzen-
den perglörmigen Sleden, Flügel dunkelbraun, gelbe
lich weiß gefledt, am Hinterlopfe 2 Erhöhungen,
bei der Paarungszeit entipringt hinter jevem Auge
ein Federbüſchel, ſchwarz, grüugläuzend, wie ein
Horn, vergeht in der Maufer; Weibchen (Bafan-
denne), Feiner, braunmeiß u. rothgrau melirt.
Barietäten: Weißer F., Bunter F., weiße
gefect, Blaffer %., alle Karben bläller, Hals-
andfafan, Baftard mit dem Haushuhn, Gold-
u. Silberfafan ꝛc. Der Schwunz heißt Spal,
die Flügel Schilder, auch [hildern die jungen
F., die ſich maufern; er ift von den Kaulajuslän-
dern (ogl. Phafis, woher auch ber Name kommt)
nah Europa gebradht worden. Wild findet man
ihn jet noch um das Kafpifche Meer, an ben
füffen Kuma, Terel u. Kuban u. am ganzen
aufafus. Nahrung: Sämereien, Getreibe, Eicheln,
Kohl, Obſt, Möhren, Infecten, Würmer, Schneden,
Heine Froͤſche. Sie baden ſich gern im Staub u.
verlangen reines Wafler zum Trunk. Balzzeit:
Ende März, junger Hähne im Juni, jeber Hahn
bat 2—3 Hennen, kann aber gefangen 6 bebeden.
Die Henne legt nah 3—4 Wochen in ein geſcharr⸗
tes, mit Genift gefüttertee Neft, nach u. nad 18
bis 20, junge uur 6—8 Eier, u. brütet fie in
24 Tagen aus; bie Jungen Jaufen gleich mit Der
Mutter davon u. bleiben bis im Herbſt bei ber
Alten. Der %. ruft bei. im Wuffliegen Kod Kod,
das Weibchen Gock Gödern; er ift ein dummer Bogel
a. unterliegt baber Raubthieren leicht. Dabei tft
- er zärtlich u. wird in Norddeutſchland in Faſane⸗
rien (f. d.) gezogen. Dennoch ift er Jagdvogel, ba
mehrere Gafnnerien milbe find, u. er auch oft aus
ahmen Bafanerien ſich verfliegt u. fi in Hölzer
zipflanzt. Man fchießt bie —* indem man ſie
bei Tage mit dem daſanbunde (einem Keinen Hunde,
welcher abgerichtet ift, ten auf einem Baume
nr 5. durch Bellen anzuzeigen u. um beit»
eben kerumzulaufen, bamit ber herzulom⸗
Faſan bis Faſanenbaſtarde
men u. ſchießen kann) aufſucht ob. ſich bes
an.ben F. beranihleicht; ferner indem ı
Safanfiedge:ne u. Saſantreibzeuge, von b
ſchaffenheit wie das Hühnerzeug, Loch größer,
u. mit größern Maſchen, gebraucht. Bein 3
varf man das Geräufch nicht zu groß ı
damit die F. nicht auffliegen; mau Fell
Garne quer durch das Holz od. durch
ſtehende Getreideſtücle. Seltner werben
mit Falken gejagt (Saſanbeitze). Nah den!
Jagdgeſetzen gehören die F-⸗e zur hoben be
es iſt meift nachgegeben, daß ein Jagdbe
der jelbft Fe hält, auch auf feinem Resä
ihießen darf. In frühern Zeiten wurben
jehr wert) gehalten u. bie einem Kalaneuftag
aud nur einem F. zugefügte Beichädigung
Beleidiger durd Das Abhauen ber —*
geahndet. An den Ecken einer Faſanerie
oft eine aufgerichtere Tafel, mit dem VBilbe:
abgehaunen rechten Hand u. ber Unterſchriſte
der ſtört den Faſanenſtand, wird
rechte Hand. Der F. wird wegen
Fleiſches, das gut geſpickt, gebraten,
dämpft od. in Ragouts u. Fricaſſeen
ſehr geſchätzt. Man reinigt ihn von
weiden u. läßt ihn 6—5 Tage bäug ’
zu zähe. Die beften beutichen %. find B
b) Boldfafan (Ph. pictus Z.), Miuuiei
langem, nach hinten Derabhäugenbem gg
Tederbufche, orangegelben Federkragen mi
balfe, mit feinen Duntelblauen Binben, beril
Oberleib ift glänzend goldgelb; bie wen
Schmwungfedern ſchwarz, gelbbrauu se
mittleren dunkelroth, ſchwarz gefledt m.
teren, wie die Schulterjebern blau, ber lm
feuerroth u. der Schwanz lang, keilförmig,
u. braun gefledt u. geftreift; Weibchen
ſchwarz gewellt, heller um Baude; ce) Gil
fajfan (Phas. nycthemerus ZL.), Mänude
mit ſchwarzen, feinen Linien geftrichelt, Febde
Gurgel, Bruft u. Bauch ſchwarzviolett, Se
lang; Henne bräunlich, bunfel gewellt, beide
aus China, werten ın Europa häufig zur
auf Hühnerhöfen gehalten, find empfi
Kälte, u. bei. erfter jehr zärtlid; d) Ph. vi
color s. Diardi, tofergrülu,, au ber
Blau, Flügel u. Schwanz braun mit bunkelu
den, aus Java; e) Ph. veneratus, mi
grünem, 44 Fuß langem Schwanz, auf bem 1
goldgefhuppt, in China, fehr felten; f) PA
perbus, bem Argusfajan ähnlich, mit
längerm, weißem, ſchwarz u. braun sch
Schwanz, nur aus dinefiichen Tapeten
8) Ph. Sömmeringii, in Iapau; I)
Amherstiae, ſchön, mit rothem eberbı
opalweißem Hal6fragen, mit grünem u. b
Halbmond, aus Ava von der Lady Anıberf
Europa gebradt. 8) Deutſcher F., fo
Birkhuhn.
Faſäna, Marlktflecken am Woriatifchen |
im Bezirk Dignano des äfterreichiichen J
Ditterburg (Küftenland), mit Hafen, Mhebe
fen Steinbrüchen; 400 Em.
Safanenbaftarde, Ablömmlinge von Be
u. Haushühnern; man nimmt dazu 1 Faſaue
1 6—7 Hauspühner, am liebften kurzbeinig
geihwängte,. ob. umgelebrt 1 1.
Bafaneninfel bis Faſch
125
‚u. tbut fie in einen Zwinger: bob | bäufern ob. Brutkammern. Kriechen bie Jun⸗
ten ſich nech nicht mit ibres Gleichen
Die Eier läßt man ven Trutbüb-
. Mar hat auch Baſtarde mit Gold⸗
ten, cd. mit dem Birkbabnue. Die
em nicht zur Forteflanzung; doch
Faſane u. Hausbabn fruchtbar let.
fel, 19) (Xonferenzinfels, Inſel
ng bes ſpaniich⸗ Franzöfiichen Grenz⸗
a in ten Biscaviichen Meerbuſen;
9 Der Porenätiche Friebe geſchloſſen;
le neutrales Gebiet; 2) Iniel, f. u.
taut Frũhlingswalderbſe), iſt Oro-
trauch, iſt Colutra arborescens.
e, ie v. w. Zpienente, ſ. u. Ente.
e cacanengebegey, Anſtalt zur Er-
Faſanen, um ſie zu jagen. Zu einer
derea: ebene cd. nach Zuden gelegene,
ue cag:, arẽßere u. kleinere ieucdte bis
@, Bricdeelz mit Beeremeuche, Wieien,
de, ser gegen dalte Winde: Umge⸗
dehrerter. Diauer, Fallen für Raub⸗
ader ilden F. find ſich Die Faſane, im
drütm, feieft überlajien u. bleiben
£ inter im Freien, man ſorqt nur für
2 des Raubzugo, macht bef. im ine
Be, nãgt Scrge, daß tie Neſier beim
Sieien u. Felder nicht aeftört werden,
er tieielben zurer mit Schnuren unge
das Serreite ch. (Kras um das Net
BaB:, u. ſchießt jo ıcenig ale möglich
en Bezirk. Halbwilde %-u mer»
xdandelt, nur läßt man zum größten
ier ber Faſane durch Rinder, bie
sch die Reintien geben u. Die Neſier
inebmen u. durch Irurbübner aut»
jungen Faianen beichneibet mar die
se. fe erh ſpäter auslaufen, fängt Die
Jeginn bes Winters ein a amterbält
ringern. Die Faſane aus einer wil⸗
ilden F. verfliegen fich leicht, auch er»
be im Winter, cd. geben aus Waſſer⸗
Inzabmen gen benugenan 3--5UU
e unifriebinte Zafanengarten, in denen
um ven s— U Morgen zur Fütterung
eilt in. Yage u. Boden wie oben au⸗
reiten Raſenalleen, Sautvligen, Ge⸗
In ten galanengarten baut ınan ein
m welchem fi die Wohnung für den
menwärter, Aafanenjäger) befindet, zu⸗
immer für ten Vefiger ter F Bor
aus Erfinder ſich Der Jaſanenzwinger,
nit Sand keſtreuter, dünn mit Maus
eingezãunter u. mit einem Netz über»
‚da nöchig mit einem Wächterhäus⸗
litte: in der Umzäunung befinden fich
ızum Ein- u. Audtreiben Der Faſane.
serien nun durch Truthühner aus keit,
n F. gerennenen cd. für dieſelbe ge»
ı gezogen. Jede Trutbeune ſibt für
eigenen bedeckten Kaſten, deren meh-
r Keibe ſteben, Huber» Amizugse)
üden eine Remiſe. Dieſe Käſien tens
Dun gegen Raubthiere, durch den Auf⸗
3, cm Morgen geöffnet werten. In
geſchieht das Brüten in eigenen Brut⸗
|
gen aue, fo blendet man bie briltente Truthenne
die erftien Moden lang, damit fie nicht, wenn fie
mwabrnimmt, daß e@ nicht ihre Jungen find, dieſel
ben verläßt. Den Jungen verfchneiter man aber
tie Flügel, damit fie nicht zu Bald wegrliegen kön⸗
nen Sur Kütterung (Kirrung befommen bie
jungen jsafane Die erfien 2 Zaae Ameiiencier, Bann
das Weiße von gefottenen harten Eiern, in feine
Stücken gebadt, dann den 6. Tag Mar gebadte
Scharfgarbe, Neffeln u. etwas Schnittlauch, wor⸗
unter ſpäter Quark gemengt wird. Am 10. Tage
erbalten fie feinen aufgequellten Gerſiengried mit
etwas Salat u. Schnittkebl unter Pas vorige
Futter. Erſt nah 8 bis 10 Wechen erbalten fie
rebe Gerſte, mitten unter allem Futter zwei Mal
wöchentlich etwas Ameiſeneier, auf das fie jedech
nicht feqleich ſaufen dürfen. Anfangs füttert man
alle 2 Stunden, ſpäter wenn man fie auf die Weide
treibt, Des Tage 4, ſpäter 2 Dial, ſiets muß Bas
Futter friſch angemacht fein. Sind bie jungen Fa—
ſane balb ausgemauſert, fo bricht man ibrem Futter
nad u. nach ab, bis ſie endlich ſjelbſt die gewöbnliche
Nabrung juchen. In der 3. Woche treibt man die
Faſane in Schatten, fie lernen ten Pfiff des Dır-
tenjungen bald kennen. 6 Wochen werten fie in die
Brutkäften, in falten Tagen auch in geheizte Stu⸗
ben getrieben. Bie Mitte October berürien fie
ter Zruthenne ſteis ale Führer, welche Lie verlo>
renen bald wieder berbeilodt.
Wafanfalle, Falle, um Faſane einzufangen, be-
ftebt aus einem großen faftenäbnlichen Gebäue, vor
teilen einer cd. vor mebreren Seiten Garn⸗ od.
Leinwandwände anfallen, wenn die Stellzunge durch
angenonmmene Kirrung abgezogen wird. Äbnlich
jind Fie Goldammerfallen, zum Fangen Der ſcheuen
Geldammern, Lie nur febr hungrig auf einen
Herd cd. in einen Bömſch geben.
Sajäno, Marktfleden in ter neapolitaniſchen
Provinz Terra Bi Bari; 7700 Ew., u. fonft Johan⸗
nitercammende.
Faſanſchweif, f. u. Englifiren.
Fasces (rim. Ant), Aüntel von Staͤben aus
Ulmen- ct. Birlkenbolz, aus teren Mitte cin Beil
(Seeuris) hervorragte, ala Zeichen Der Herricher⸗
gewalt, inebefontere des Narbes über Yeibes- u.
vebenaftrafe. Die F. kamen in ber ätteften Zeit aus
Etrurien nah Rem u. wurden von ten Yictoren
den xenigen, in ter Republik ten Conſulen (f. d.)
12, dem Dictater (ſ. d.) 24, ten Präteren u. Pros
prätoren, außerhalb Der Stadt, nur 6 vergetragen.
Nach Der Verordnung Bes Valerine Pebliccla wire
den nachmals die F. in Rem nur ohne Heile getragen
n. ver ten Volkeverſammlungen gelenkt, ebenſe wure
den tie 75. einer niederen Magiſtratsperien ver
einer böberen geleutt. Nach einem Ziege wurden
fie mit Lerbeer befrängt; bei der Beſtattung ecines
boben Ptagiſtrats cd. Kaiſers unigelebrt getragen.
Faſch (Beti:, bejeſtigte Hafen u. Handelsſiadt
in ter ruiſiſchen Kaukaſudprovinz Ming elien, am
Auefluß des Rioni ins Schwarze Meer; fam 1829
nebſt Auapa u. anderen Küſtenſiädten in ruſſiſche
Gewalt. Dabei die Aafaneninfel.
Faſch, 1) Joh. Friedr., geb. in Buttelſiädt
bei Weimar 16885, war Kapeulnabe in Weißeufels,
bejuchee danu Die Tromas'chule in veipzig, um ſich
jür tie Veuſit gu bilden, giug 1707 zum Studiam
ber Zkeologie über, mas er aber verließ, um 1710
nach Naumburg zu geben, wo er durch feine Com⸗
pofitionen Glück machte. Dann begab er fd) nad)
Italien zu feiner weiteren mufitalifchen Auskildung,
ubirte in Darmftabt unter Graupner Compo⸗
itionslehre, wurde 1715 Eecretär u. Kammer-
hreiber in Gera, 1720 Organift in Zeit u. 1722
Capellmeiſter in An wo er 1759 ſtarb. Er com⸗
ponirte viele Meilen, Paffionen, Motetten, Eon«
certe für nuehrere Inftrumente, 42 Onverturen u.
1 Drcatorium. 2) Karl Friedr. Chriftian,
Sohn bes Borigen, geb. 1736 in Zerbft, that fich
noch jung als Componiſt hervor, fam 1756 nad
Berlin, wurde dort Kamnmermufilus u. 1776
Sapellmeifter an ber Oper, legte dies Amt jeboch
ſchon 1778 nieber. Aus einem 1789 unter feiner
Leitung entftandenen mufilalifhen Berein ent«
widelte fich die Berliner Singalabemie (1792 er-
öffnet). Er ftarb 1800. Bei. geſchätzt ift fein acht-
ftinnmiges Miſerere u. fein 16ſtimmiges Kyrie u.
Gloria. Die meiften jener Compofitionen Yon er
jelbft vernichtet haben.
Fäſch, Sebaftian, Numismatifer, geb. 1647 in
Bajel, ftubirte daſelbſt u. in Grenoble die Rechte,
wurte 1681 Profeflor der Rechte an ber Uuiver-
fität feiner Vaterſtadt u. 1707 Stabtfchreiber da⸗
jelbft u. fl. 1712; er far. u.a.: De nummo Py-
laemenis Evergetae, Baf. 1680. Seine gelehre
sen Sammlungen vermadte er ber Stadt Balel,
wo ſie einen Theil des ftäbtifchen Muſeums bilten.
Bafde, bie an Façaden im Abput gefertigte
Einfaſſung eines Fenftere ob. einer Thür; wird
am beiten von Cement gemacht.
Faſchenſtahl, Stahl, welder, in kurze Stan-
gen geihmiebet u. in Bunde gebunden, zum Han⸗
del gebracht wird.
ge ef, Marttfleden, fo v. w. Facſet.
Faſchinen, 3—18 Fuß lange u. 6—12 Zoll im
Durchmeſſer ftarfe Bunte aus Strauchwert, welche
durch, in gewiſſen Abftändenvon einander umgelegte
Bänder aus Draht od. Weiden (Wieten) zuſam⸗
mengehalten u. beim Waflerbau, beim Bau von
Felbieyanzen u. beim Batteriebau angewendet wer-
den, um lodere Erbe ter Buhnen, Mälle ıı. Bruft-
wehren feft zu halten. Je nach dem Zwecke, zu wel⸗
chein fie dienen jollen, erhalten fie werfchiedene Ab⸗
meflungen, Einrichtungen u. Nanıen. a) Waffer-
F., zum Gebrauch bei Wafjerbauten beftunmt,
find entweder: aa) Stein-%., 10—12 Fuß lang,
1 Fuß ſtark u. 5—6 gebunden , innen mit Steinen
beihwert, bamit fie ins Waſſer binabfinten; fie
werden bei Dammbauten verwendet; bb) Baur
ſchen, benukt zur Belleidung von Bölchungen,
welche das Waffer beipült ihre Yange richtet fich daher
nach der Tänge ber zu belleibenden Böfchung , ge-
wöhnlid) betragt fie S—10 Fuß, bie Stärte 1 Fuß;
gebunden werden fie meift zweimal u. zwar jo, Daß
alle ftarlen Ruthenenden auf der einen Seite liegen.
by Würfe, 6—8 Zoll ftark, von Fuß zu Fuß ge-
bunden u. je nach dem Zwedce tes Gebrauchs ver-
ſchieden lang, oft 16—20 Fuß, zumeift beim Baue
er Belagerungsbatterien angewendet. c) Batte-
rie> cd. Belleidungs-%., meift 12 Fuß lang,
1 Buß did, von Fuß zu Fuß gebunden, werten
zum Belleiden der inneren Brufimehrböjchungen,
Erbprofile ac. gebraucht. 4) Kopf⸗F. find Batte⸗
rie⸗F., un teren Ende das Strauchwerk nicht abge⸗
fäat. fonbern umgebogen u. mit eingebunden wirb.
gaſch Sie Faſchinen
e) Krönungs⸗F., 6 Fuß lang, 8.
dreimal gebunden, dienen zum Kri
grabenbruſtwehren. ſ) Tracir⸗8
lang, 6 Zoll ſtark u. zwei⸗ bis drei
werden zur Bezeichnung der in ge
auszujührenden Laufgräben verwen
F., vom ftärkften Strauchwerl I Fr
ten, um ſie bei Blochhäuſern zur Ei
Wurfgefchofie zu verwenden; ihre Lä
ben, Doch nicht Über 12 Fuß. b) £
det, 25 —3 Fuß lung, 6—9 Zolltid,
mal sebunden, werben bauptjächlich b
arbeit u. zum Ausfiillen von Schanzkö
Zum Anfertigen der %. werben
von je 3 Mann verwendet, von d
das Strauchwerk auf die Faſchin
mit der Würge zujammenprüde
Salhineniehre unterjuchen, ter 3. 9
änder zubereitet u. umlegt. Die
beflehbt aus einer Neibe von 8
Kreuze ſtehen 2—21 Fuß von einan
werden jedes durch 2 Pfähle gebildeı
bie Erbe geichlagen find, daß fie 2
Boden einen rechten Winkel bilden;
fteht aus 2 als Hebel dienenden Hölz
einer Kette od. einem Strid bejeftigt
ſchinenlebre ift eine hölzerne Klammer,
dem Durchmefjer der unzujertigenbe:
die Bänder werden uud geglübtem
Weidenruthen gefertigt, welche über |
u. jo geſchmeibig gemacht (gebäbet)
Knoten, welcher zur Beieftigung te
Ihlungen wird, heißt Schloß od. |
Damit alle F. gleich Lang werden, ſchl
Fuß vor Deu beiten äußerſten Kreu
ein, deren Abſtand genau der Yäuge
den F. gleich fein muß. An Arbei
bei Anfertigung der 35. etwa 4—5
jebes Band. Das Strauchwerk zu d
wobl Laub⸗ als Nadelholz jein, wen
rade Afte hat, am liebſten nimnit m
ben u. Fichten, nur zur Noth abeı
Eichen, Buchen u. Kiefern. Bei der!
Erdböſchungen mit F. (Bafchinenbefi
ſchinirung) legt man bie F. länge ber
den Fläche u. in fo viel Reihen über
e8 die Höhe der Böſchung erfordert.
wird entweher gleichzeitig mit dem X
wehr, od. erft nach Vollendung bei
führt, je nachdein der Bau nicht von
ift ed., wie ineiſt bei Belagerungsa
ben feindlichen euer ausgeführt
Der Punkt, an welchen 2 F. derſel
famnıentreffen, beißt ver Stoß; jet
oberen Reihe muß auf die Mitte eiı
teren Reihe trefien, man legt alſo di
band; bie 5. der unterſten Reihe
werten tes bejjeren Haltes wegen zi
Stärke in ven Boden verſenlt. Alle
gelegt, Taf bie Schlöffer ter Bänd
ber Erde zu liegen. Jede F. wird n
pfäbfen, bie ſchräg durch fie in ben !
gen werben, befeftigt, u. außerdem n
fünfte, fiebente 2c. Faſchinenreihe ned
Die Anker finb aus 2 langen, ftarkı
dreht, werben um bie F. geichlungen
ber zu veruufernten Keibe ins Inn
wehr geführt, woſelbſt fie buch pi
:Bafhimenbuhue tie Jdaſerßoff
Keißigbündel) feßgebalten wer⸗
— ** von Faſchinenbelleidun⸗
kafpinirbrigaben von 8 Mann ab:
e F. 2 Manz langen biefelben zu,
len u. wer 2 Dann end»
sden hinter den F. auf u. flampfen
rartige Abtheilung lan in der Ar⸗
yihrer Übuug 20-30 — zwoͤlf⸗
ı befeſtigen. Auch in der Laud⸗
* F. zur ——s ter Graͤ⸗
ae. t Berfentung der Quellen,
m zu gehen u. bie Ader ver-
. (Baflerb), f. n. Bußne 1).
‚ein Eifen, weldes am äu
Sale ausiäuft u. an einem & fe
t wird, um bei uns ans einer
d mr mit glattem Rüden *
s w. Carneval, |. d.
), 1) Binde, Band, ſchmales Zud,
men das aufgewundene Haar u⸗
«F. erisälis), od. um Beine u.
z Errümpfe u. Beinlleider (P. eru-
F. femoralk) 2c.; 2) (Chir.), Binde
. asclalls, fo v. w. ©piralbinde;
Umeidelung mit Binden, Ber-
br. ), F. eollaris, früber die "Salt-
Briefterrode, |. u. Bäffchen; 4)
Dintertheil deu Schiffes; 8) (Bet),
r —— daber Fasclates,
4.), F. brachlalls, I berarmbinte;
binde; P. renum, NRierenbinte.
ılat.), 1) Bündelden; 2) —
, in dem mehrere gleichartig
ner (Kupfertafeln u. a.) —
— ein endftändiger, dicht
doldiger Blüthenſtand;
* einen * ult zujammengebrängte
ner, Burzelfafern ac. einer Pflanze;
ss (Fascheularla), von Geſtalt eines
fartig, büfchelig, wenn mehrere
u Bunkıe beroorlommen, ob. doch
ebrängt um eine kurze Adıle find,
von Silene Armeria, tie Blätter
veris ——— Asparagus of-
Iurzel von Allium Lepa ıc.; 4)
von Faſern, bei. 5) jo v. m. Mus-
Jekitet, Bund), Maß — 1 Unze,
kter römifcher Gott, Abwehrer bes
Behexens (Fasciaum , Bafcination),
ber Kinder u. der Feldherren als
aeiſten .u. Böſer Blic.
beſorgten re aus Mit⸗
cination eh — Amnlete, ſ. d.
v. w. Bindw
Art der — Lv.
‚bie Berfhwädung, welche Höfer
u ? Kanten erieiben,
Te ne 37*
ee
ö
"Er: — X liton millefolium.
el, Fortpflanzung bes Sana, x nnter
den Thieren ; daher Bafeı j Befdhäler,
n. Gefeigeid (Be >. io ©. w. —
Bafeluieh 3 das Zuchtvich im = enſatz zu
Maftviebe; u. Waieler, eim zunge in ber
Zeit, wo ih ber Deyattumgätrieb
afele iafedie, Bor), io v. w. haseolas.
afeln (Bot.), fo ». iv. Doliche® (f. d.).
aler, 1) Beflanbibeil fefler Körper, bie mes
chaniſch, blo® ber änge nad teen Zufammenbang
baben, fo bafı fle fi in ber Mihtung der Breite m.
Diele leidt trennen lafien; 2) (Fiber, Anat.),
milroftopifches Gebilde, aus benen Pie Gewebe ber
organildhen Körper befteben it. Die durch Aneinan⸗
berreibung jogenanmer Bellen (f. d.) gebildet wer⸗
ben. Je marh Den verfchlebenenn Semiben bat man
Diustelfafern, elaftiiche Ralern, Bindegewebefafern.
Faferapatit, |, ı. Apatit b).
alerareı ont, Abarı den Kaferkalte.
nder (Anat.), I. u. Bänker 2).
: et Dlineral, faferige Abart tee Baryte
2 finder fih auf dem Kurprinz bei
reiber
5532 fe u. im. Anoearpne.
up (aferiger Mypn), Gypeo von faferiger
@truc ri
ute mat ), f. Kibröfe Säute.
u. Bruch.
k Krlasfein) faferige Varietät bes
Kallſpathes.
ertieſel, ſo v. w. Buckel; it,
erknorpel (Anat.), fo v. w. Yantinerpel.
aſerkohle, fo v. w. Mineraliſche Holzlohle.
ermnfcel, fo v. w. Inoceramus:
Baferpilie A 5. Familie des Rei⸗
en DO Delfaferigem-Ge
—
Feaſerſcheiden (Anat.), |. Musleln m. Nerven⸗
ſchneiden.
, 1) Gegetabiliſcher F.), Cellu⸗
10 On, Sauptbeflaubtheil aller Pflau⸗
alle übrigen Beflandtheile dur
tber, Kali, vertünnte Säure u.«.
—2*
—5 bleibt, na
afſer, Alkohol,
Zyloidin ir auch Ecdiehſeſer — durch
Kochen mit SchweſelſAure erſt Gummi u. Zuder,
baum eine eigene, wohl mit der ZJuderfchweielfäure
Beute DeliiSmeieli inne durch langes
Kochen mi ‚ Qumnsfäure, u. bei ſtarter
——— der — ———— verbindet
ſich mit mehreren Metalloroden u. rbenſtoffen,
wird durch Jod nicht gebläut. Der ang von
ihr zu dem Stärkemehi wird tucch die Zelleumem⸗
bran ber Cotyledonen mancher Pflanzen u. durch
die Rärtemeblartige Faſer der Kartoffeln m. einiger
anderen Wurzeln gebiltet. Diele® oid wird
durch Jod gebläut u. gibt wit Befier
228 Bafermurmfifeh
eine Art Kleifter. In Kırpferoryb-Ammoniat iſt es
nah Schweizer löslich. 2) (Thierifher F. Fi—
brin), enthält 52,7 Kohlenſtoff, 6,9 Wafferftoff, 15,4
Stickſtoff, 1,2 Schwefel, 0,3 Phospbor, 23,5 Sauer-
In findet ſich in allen feftmeichen Theilen Des thie-
riihen Körpers, bei. in Muskeln, aber auch im
Blute (vgl. Blut I. A) b), im Chylus, der Lymphe,
pathologiſch in ſeröſen ten, iſt friſch ſchmutzig⸗
au von Farbe, gerud® u. geſchmacklos, elaftıld,
Fabenarti ; getrodnet' gibt on fefte, gelblich
weiße Maſſe, ſchwerer aß Waſſer, gibt bei ber
trodenen Deftillation u. a. Aınnıoniat u. Schwer»
felammonium, verbrennt mit Horngeruch, binter-
läßt als Afche pbosphorfauren Kalk u. Magnefia,
Toblenfauren Kalk n. Ratcon, löft fih in kaltem
Waſſer nicht, turch längeres Kochen zum Theil,
aber nicht unverändert, verbindet ſich mit Schwe⸗
fel-, Salpeter-, Bhosphor- x. Effigfäure, wird von
Salzjänre indigblau aufgelöft, bildet mit Altalien,
Erden u. Metalloryden Fibrate. Das einzige
Kennzeichen des Vorhandenſeins des * in einer
tbierifchen Flüſſigkeit ift feine freiwillige Gerin-
nung. Der F. der Seide u. bes Badſchwammes
u.ber ihr ganz ähnlichen Herbſtfäden(Fibroin),
ben man Dich Auskochen der Seide mit Eſſig er-
hält, unterfcheibet fi von dein Fibrin dadurch, daß
er mit falten Waſſer nicht aufguillt, beim Trodnen
nicht ſpröde wirb u. mit concentrirter Schwefel-
fäure eine im Waſſer lösliche Gallerte gibt. In
Eſſigſäure ift er abfolut unlöslich.
8 erwurmfifch, jo v. w. —
aſerwurzeln, bie äußerfien feinen Wurzeln,
bie den Nahrungsjaft aus ber Erte einfaugen.
Fas et nefas (lat.), f. u. Fas.
Faſhion (engl., fpr. Fäſch'n), Mode, feine Sitte,
kie ten böberen Ständen eigenthümliche Lebens⸗
art; daher Saſbionable (ſpr. Fäſchenäbl), modiſch,
fein, anſtändig, ſtandesmäßig.
Fäſi, ) Johann Konrad, geb. 1727 in Zü-
rich, ſtudirte bis 1749 Theologie, wurde 1764
Pfarrer in Ütiton am Züricherfee u. 1776 in Flaach,
wo er 3790 ftarb; er fhr.: Abhandlungen über
wichtige Begebenheiten ber älteren u. neueren Ge⸗
ſchichte, Zür. 1703 f., 2 Bde; Staats» u. Erb-
beichreibung der heivetiichen Eitgenoffenichaft, ebd.
1765 ff., 1Bde.; Überfegung von Cardene's Ge-
ſchichte von Afrika u. Spanien unter Der Herrichaft
der Araber, ebd. 1770; Abhandlungen iiber die Ge-
ſchichte des Friedensſchluſſes zu Utrecht, Lpz. 1790.
2) Dans Kafparvon F. geb. 1795 in Zürich,
Sohn eines Lortigen Dberjchreibers; er trat in
Schweizer Kriegsdienfte, machte als Tifizier ben
Zug ber Schmweizertruppen 1815 gegen Befort mit,
trat dann Durch Bermittelung des Großfürſten Con-
Nantin in ruffifche Dienfte, ftieg bald bis zıım Ge-
neralinajor u. Inhaber des Regimentes Zytomirz,
zeichnete fich unter Diebitich u. Bastiereitf im Po-
lentriege 1831 aus u. erhielt hierauf ale General:
lieutenant da® Commando in Beflarabien. Bon
da wurde er nach dein Kaufafus verſetzt, um Die
dortigen Bebirgsväller in Ordnung zu halten.
Bafing, fo v. w. Spinnenfiſch.
Fasli (Faffily, Fuslee, Fusly, binboft.,
d. d. berbftlih, Herbſtjahr), ter Name einer über
> ganze ımubammedanifche Indien verbreiteten
ra, nach welcher unter Anterem auch tie Ber»
ordnungen ber Behörden datirt werden. Sie wurbe
*
J.
bis Faßbaͤume
von Akbar dem Großen in ber Abſicht, ei
emeinſchaftliche Zeitrehuung für ganz R
—** eingeführt. Sie beginnt nach Al
immung mit dem Sabre 1555 n. Chr.
ahre 963 der Hebichra, od. Dem Jahre 16
+ 57) Samvat. Das Ausgangsdatum
10. Aswin od. der 10. Septbr. 1555 n. €
Dirt man 649 zu einem gegebenen Faslijal
hält man das Jahr Samvat; addirt man
ob. (wenn ſchon vier Monate bes gegebene
vorüber find) 593 zu dem gegebenen Fasl
erhält man das hriftlihe Datum. Im De
net man abweichend blos 590 zu dem
um das chriſtliche Datum zu erlangen.
eigentlichen Hindoftan der 10. Febrnat
1. Phalgun 1889 (1833 + 56) Gau
1. Bhalgun 1240 (1833 — 593) Yasli.
—I Land, ſo v. w. Fazuglo.
* da (a. Geogr.), jo v. w. Faſuls
aſold Sagengeſch.), ſ. u. Eden Antſ
Faß, 1) vom Böttcher gefertigtes u
in der Mitte bauchig ift; ber unterfle
jelben heißt Boten u. befteht au® mehreren
mengefilgten Bretern, nämlich 1 od. 2 Ri
2 Geitenftüden u. den äußerften 2
Nach dem verſchiedenen Gebrauche bat
Bierfäffer 2c., nad der verfchiebemae
gen fie Tonnen, Eimer, Orbeftenn
ier- u. Weinfäfjer haben in ber Mitte nme
ein Loch zum Eingießen (Spunbdlod) 1
ches ein Stöpfel (Spunb) paßt; an bee
ben ift ein anderes Loch zum Abzieben ber
(Zapfenloch), welches mit den Zapfe
zapfen) verichloffen wird. Das Verfahren bei
den eines Faſſes, |. u. Böttcher. 2) Du
flüffige Dinge, meift für Bier in 4
25 Vifireimer od. 1710,425 Litres, Verlim
jig = 2 Tonnen od. 229 Litres, Braunfä
180 Quartier ob. 101,178 Litres, Kreibun
Schmeiz = 16 (Eimer) Brenten od. 6243
Gera = 6 Eimer, Hamburg (bei franzäfifd
nen) = 4 Oxhoft, Hamburg — 52 €
Leipzig = 2 Viertel, Yübed — 80 Kam
teröburg (beim 200) — 400 Stoof, P
Rein) — 4 Eimer, Wien = 2 Eimer; b)
treide in Aachen = 4 Kopf, Hamburg == 2
Meiſenheim in Hefjen-Hemburg 1 Dtalter «
a 4 Seſter, Lübed u. Roftod 1 Scheffel =
c) filr Kohlen in Grät in Steyermart, bat
berger $. = 5 Wiener Meten.
Fafla (Beſſa), Stadt im Diftrict De
ber perfiihen Provinz Farfiftan, Weberei;1
Faflait, Mineral, Barietät des Augiteb,
bis ſchwärzlichgrün, in glänzenden Eryſtal
gemachien, finder fih im Faffathal n.ami
Faflathal (Eivas), Thal im Bezirk:
des tyroler Kreijes Trient, am Aviſio,
Duellen befjelben 5 Stunden mweit bis gegen
eigentlich ber oberfte Theil des 20 Stunde
Fleimſerthales; es ift nirgenbe über 1
breit u. bef. wegen feiner Dolomiten berät
Bewohner, 3—4000, find betriebfame Demi
wohl fie italieniſch ſprechen; ihr Saupena
zweig iſt Die Viehzucht.
Waßbarme, jo v. w. Hefe.
Faßbäume, Bäume, teren Stämme g
u. zur Bötccherarbeit taugen.
Faßbender bie Hafen
', Mattbiae son F., geb. 1764 in ! Engläntere mit dieſem Lie zrößten Städte Deutſch⸗
1788 Profeſſor Der Reichegeſchichte in
790 als kurtrierſcher Wablbotſchaiter
a. M. u wurde daun wirklicher Hej⸗
eg Karl, der ibn in den erſten Zeiten
netrieges als Verjaſſer einiger publi«
iften tennen gelernt hatte, ernannte
n Reich@general Kriegecommiſſar u.
O1 als Reierenten nach Wien, wo er
u. Tenferenzraih u. Geheimer Rath
1809
Bier, welches vom Faß weg verſchenkt
genſar von Flaſchenbier, das erſt
gezegen u. dann verichenlt wird.
Bester, welche lleine Gefäße machen.
er, gemähnlih Drillbobrer zum An-
AaNer
be, fiegente Brücke, welche auf Tonnen
Gen lust, |. u. Brüde mi pr).
ter, for. w. Topf» u. Echinelzbutter.
a. j ſe d. wm. Halbe Tonne; 8) jo v. m.
ber, |. u. Windelichnecke.
hal, Zub, welcher in kurzen Stücken
a, Fir verpadt u. fo verſandt wirt.
R,lıdaze.;, einen Hunt an tie Leine
I ven fazten, cin Thier baden; 3) in
!älflen, bei. von flüſſigen Tingen :io Bier,
Be) Militärw.', Brod, Rierkeiutter,
päde u. dal, in Cinpiang nebnen: 5)
mt Metall einiaſſen; es wird für jeden
im Saften gemacht, beiten Rand an tie
erelken angerritdt, bieweilen ijt ber
een a jour fs, bei Diamanten
mften Grund tea Kaftens ein Erund
u. Elienbein gelegt, bei grüuen Zteinen
6 Fapier ch. Mare Kreite ıa poudre
en od. unreinen Steinen Folie unter⸗
Zeew.“, ben Wind f., ibn mie ben
gen; 7) ı Berge. ;, einen Zellen, ibn
n Heiner Bienenferk, in melden man
ſchwarm vorläufig iaßt.
jzu. Faßgeſchmack, Krankbeit ter
kegenmittel bänat man in Der Luit ges
sei ın einen beichiwerten Säckchen in
ebt ten Wein nad einigen Tagen ab;
seihen Wein mit geringem Dicft wie⸗
.n. Zierbefe.
ev. mw. Sattelholz.
ınt man das Bier, wenn es von ber
n u. anf Fäſier gefüllt werben kann.
. lat., Rechtew.), ein gerichtliches Ge⸗
Zekenntuiß, teilen Wabrheit nur von
jaftigleit abhängt, 3. B. die Angabe
afteinlemmen.
v. m. Böttcher.
it, Darftellung ber Unterrichtsgegen-
8 bei geböriger Aufmerlfamteit die⸗
selche ber Unterricht beftimmt ift, auch
anmig n. Belebrung dadurch erhalten.
kei. dae Baffungsvermögen ter zu Un⸗
berüdfichtigen, welchee theils in natür⸗
tbeils in gehöriger Vorbildung zu
sfangenten Unterrichte gegründet iſt.
1, ij David, geb. 1683 im Würt⸗
„nahm bei einem Kriegeſecretär Schrei⸗
reiſte denn ala Deuticher
umim 4 Rufl. VI
ecretä umee |
lands v.. Sollante u. ließ fich kieranf in Halle u.
ſpäter ın Yeipzig nieder, me er Unterricht in frane
zöſiſcher u. engliſcher Sprache ertheilte u. 1744 fl.
Er ſchr. Die Damals fo viel gelefenen Geſpräche im
Reihe ber Tedten, 1717 fi. 2) Auguſie von F.,
eb. um 1816 bei Münden, betrat in der per
Macbeth als Yary Macterb Die Bühue zu Auge
burg, fang dann in Münden u.a. O. u. fam 1335
nah Berlin, wo fie für die Hefbühne gewonnen
wurde
Faßſchnecke (Tonnen, Dolinm Zam.), Gat⸗
tung der Schneden, gebiltet aus Arten ber Gat⸗
tung Kinkhorn, deren Schale oval, die letzte Win⸗
bung Baudig, ter Rand durch berablauiende Rip⸗
pen gemellt iit, u. die daher tonnenförmig cd. faft
fugelrund find, Day Zbier bat einen green Fuß u.
Kiffer, Moentierd umterfbieb: a) Eigentliche
Fen(Tonnen,, wenn ber Ausgang tee xäaulchens
abgeſtumpft iſt; Art: Gemeine F. (Tlhorn,
D. vulgare, Huccinum Dolium L. ). Schale
dünn, weiß, Spindel gedreht, von der Größe einer
Fauſt, Schale wird als Schöpilöffel gebraucht;
Helmtonne ıD. [Buccinum] (alea,, blaß
braungelb, ven ter Größe eines Menichenkopfes,
aus dem Mittelmeer, Gemeine 5. (D. mıacula-
tum), Olfaß (D. olearium) u. a.: bb) Reb⸗
bubnseier (Perdices), wo ter Epintelrand
ihneitend if; Art: Rebhuhnsei (ID). Perdix),
fauftaroß, dünn, mit Sleden, ten Rebhubneietern
übnlich.
gapldraube (Bergb.), fo v. w. Dillſchraube.
Faßſchwamm (Kacadıum J’ers.), ſo v. w.
Antennaria Fries.
a fo v. m. Fäßchenſtabl.
dtbaler, zum Andenken an die Reftauration
bes Heidelberger Faſſes 1664 u. 1727 geprägte
Schaumünzen.
Faflung, 1) Gemüthezuſtand, in welchem ber
Geiſt, in einer durch unerwartete Ereigniſſe berbei⸗
geführten Störung, ſeine Freiheit wenigſtens fo
weit wieder gewinnt, um zu Zelbfibeftinmungen
jübig zu werden: 2) jo v. m. Wertiaſſung.
Bafın dpermögen, j. u. Faßlichleit
aft: (Kaften:) bader, in früherer Zeit bie
Schwarzbrodbäcer, f. u. Bäder.
afte (Rauuf.), fo o. w. Ginfämme, f. Kamm.
ftelabend, Volkefeſt in ten medienburgiichen
Döriern in ben erfien chen nad Neujahr, mit
Zanz in einem der Bauernböfe gefeiert.
Saften, 1) die gänzliche Enthaltung vom Gennß
von Nahrungsmittel, iſt in leichten Unpäßlichkei⸗
ten, bei. ſolchen mit Störung der Bertauung, eft
ein Hauptmittel, um bieie zu befeitigen. Ein länge⸗
re6 %. verträgt Der Körper nicht, ſendern gerath
allmählich in einen Krankbeitszuftant, ter mieiſt
ſchen wor dem 7. Zuge zum Tode führt. 2) Ente
haltung von fräftigen Nabrungsmitteln, bei. Fleiſch⸗
jpeifen, u. Beichränlung auf die Notbburft aur Er⸗
nährung, ift nicht nur im Krankheiten gewöhnlich
von der Natur Durch Abneigung egen Speiſen ge⸗
boten, iondern auch ein kräftiges Förderungemittel
für geiſtige Thätigleit, bei. ſür anfırengende Geiſtes⸗
arbeiten, auch um das Gemüth zu ſammeln, wo es
auf Erbebung deſſen aukommt; daher iſt auch F.
eine gewöbnliche Religionsübung. Bei ben In⸗
dern gilt das F. al® eine gottgefällige Handluug
u. macht ſeit den älteſten Zeiten an der Kaſteiun⸗
130
gen ber Fakirs aus. Die Juden kannten in ben
Iteren Zeiten nur das fogenannte große Faften,
jest der Lange Tag genannt, an dem großen Ber-
Bpaung IE: body |päter wurde es gewöhnlicher,
u. im. T. finden ſich mehrere Beijpiele öffentlicher
n. freiwilliger %. Zu Jeſu Zeiten ſchien baffelbe
den Pharifäern verbienftlih. Die — Juden
haben 5 Hauptfafttage (Thanith, Zibbur), Darunter
den Verſöhnungstag, den Tag vor dem Feſte Pu⸗
rim u. 2 Tage zum Gedächtniß ber Einnahme von
Serufalem durch Nebukadnezar u. durch Titus,
auch viele kleine zum Gedächtniß des Todes von
Propheten u. Anderen. Fromme Juden beob⸗
achten ſie ſämmtlich mit Ceremonien, minder or⸗
thodoxe weniger genau. Die Gemeinde kommt
zur Veſperzeit zuſammen, bekleidet mit den Tal⸗
litb n. legt die Tephillim an, betet u. hört aus dem
Geſetz vorlefen. Beiden Agyptiernmar ein langes
F. derer gewöhnlich, welche fich zum Dienfte der Iſis
weihen liefen od. Diefer Göttin auch nur cpfern woll»
ten. Bei den Griechen war, bei. bei ber Einwei⸗
bung in die Eleufinien, tem F. ein bejonterer
Tag gewidmet. Bei ben Römern erwähnt Livius
ein alle 5 Jahre zu Ebren ter Ceres angeortnetes
5. Bei den Chriften kamen vie F. d. 5. die Ent»
baltung von Fleiſch, Butter u. anderen thierijchen
Nahrungsmitteln, bald auf. Die griechiichen u. ka⸗
tholifcher Chriften glauben, daß bie vierzigtä-
gige Faftenzeit, melchefie, u. auch gewiſſermaßen
die Broteftanten, vor Oftern begeben, durch Trabi»
tion von den Apofteln berfommt, denen ſchon Jeſus
verkündete, daß fie nach feinem Tode faften würden,
wahrjcheinlicher war e8 eine Nachahmung des vier-
zigtägigen F-s Jeſu in der Müfte, u. von einzelnen
Schmärmern wurbeber Berfuch gemacht, das vierzig-
tägige Faften Jeſu ganz eigentlich nadyjuabmen. In
der Griechiſch-katholiſchen Kirche wird gro⸗
ßer Werth auf das F. gelegt; weil es geſchickt zum
Gebet u. Gott zur Vergebung geneigt made u. bie
Lüfte des Fleiſches ertörte. Die aftenzeiten, Die
jeder orthodoxe Chrift nad kirchlicher Vorſchrift
beobachten foll, find folgente: a) bie vier großen
Faften: Das Weibnachtstaften vom 15. November
an; das Quadrageſimale vor Oftern; das Apoftel-
faften vom Montag nad Pfingften an bis zum Pe—
ter Paulstage (29. Yunt); u. das Marienfaften,
vom 1. bi8 15. Auguft (Mariä Himmelfahrt); b)
die wöchentlichen Faſten am Mittwoch u. Freitag;
c) die jährlichen Faſten: am Tage Kreuzeserhöbung
14. September; Sohannis Entbauptung 29. Au—
guſt; von Weihnacht bis zum Epiphaniasfeft; in
der Oſterwoche; in der Pfingſtwoche; in der Woche
vor Septuagefima; in ter Woche nach Serage-
fima. Außerdem ift ein F. vor tem jedesmaligen
Genuß des Sacraments angeordnet, u. Bilchdfe
find befugt, bei außerertentlihen Angelegenheiten
befontere %. anzuordnen. In ber Prarisaber werden
dieſe zahlreichen F. nicht gleich ftreng gehalten, u.
Dispenfation ans Gefunbheitsrüdfichten ift leicht zu
erlangen; nur bie Mönche balten mitgroßer Strenge
u. Gewiſſenhaftigleit an ben vorgefchriebenen Faſten⸗
eiten. Die Römifch-LFatbolifhe Kirche hält
ie F., weil fie in ter Schrift zwar nicht geboten,
aber Doch gebilligt u. empfohlen Kind (Matth. 4, 1 ff.
6, 16 fi. 9, 14 R Apoftelg. 13, 21) u. fie zur äl-
teſten Kirchenbifciplin gehören. Sie werten nicht
als ein am fich felbft werbienftliches Werk, fon-
dern bios al® afletiiches Mittel zur Erleichterung
®
Taften bis Faften Efther
der Herrichaft des Geiles über ben K
Übung ber Selbſtbeherrſchung u. Se
nung ꝛc. betrachtet. Sie hatte eherem
vorgeſchriebene Faſtenzeiten: eine vor £
Papft Telesphorus angeordnete (Kie ob:
ten 40 Tage), Die andere von Martimi
nachten u. die 3 von Pfingften bie yı
Beide lehteren find nur noch in Klöſt
Außerdem gibt es noch andere geboten
nämlich alle Bierteljabre (OD uatembe
den Vorabenden großer Fette (Bigili
alle Freitage u., jeboch nicht überall,
abenbe des Jahres. In allen dieſen F.
fih alles Fleiſches (jetoch mit Ausnahmı
u. Wafferthiere, 3. B. ber Fiſchottern) zu
jonft war dies auch mit den Eiern, d
Butter der Fall, der Papſt geftattete dieſ
befonteren YButterkriefen, gegen eine
effen. Die zu genießen erlaubte Speife h
ſpeiſe. Jetzt ift bie Diſciplin der Kirche
Stücke weit milder als ehedem. Junge !
21 Jahren, Schwangere, Säugende, 9
ſchwerer Körperarbeit fich beſchäftigende,
im Felde find zu einem Abbruch von S
verpflichtet; auch in Betreff des Fleiſchge
der Biſchof, in vielen Fällen anch ber $|
erbeblihen Gründen Einzelne dispenſin
bißpenfen). Die bijhöflibe Berortnung
Jahr die vierzigtägigen F. gehalten w
heißt Saftenmandat. Die Broteftant:
die F. zur Zeit der Reformation aus d
ſchen Kirche um ter Schwachen willen m
Doch find diefelben in ſpäterer Zeit ſelbſt
Bolte faft ganz abgelommen. Nur anm
ten ift es noch Gebrauch, zu gewiſſen 3ı
an Buß⸗ u. Eommuniontagen, fich der
Des Tranles ganz od. zum Theil zu enth
Reformatoren ſelbſt ſaben (Augeburger
Artilel 26) das F. für keine Religion
fondern blos, wenn e8 aus wahrhaft fre
finnung gefchiebt, für eine äußere Zud
den Adiaphoriſtiſchen Streitigleiten w
bie Nothweudigleit u. Zuläßlichleit be
geftritten. Die neuere chriftliche Morc
Das F. als Gottesverehrung, ebenio bi
bie in Folge eines Gelübdes gebalten
geftattet ed nur als VBeförberungsmitti
dacht, jebedy ganz nach Jubjectivem Erm
ten Mubannmedanern ift das %.
dienftlihe Handlung u. entweder zu Abb
Verbrechen ct. zu Erfüllung von Ge
freimilliges od. ein gebotenes. Letztere
Monat Ramafan (f. d.) Statt. 3) (dafl
dem Andenken an das Leiten u. Eterbei
ligen 40 Zage vor tem Charfreitage,
Kanzel u. Altar ſchwarz befleitet, an m.
ten das Orgelfpiel gedämpft od. ganz au
überall aber äffentliche Yuftbarteiten, Mui
eingeftellt find, auch Trauungen werber
nicht verrichtet. Im fie fallen die Fat
(Invocavit, Reminiscere, Oculi, La«
dica u. Palmarum) u. in biejer 3ei
Wochentagen (Dienftag ob. freitag) üb
— gepredigt (Saſtendredigt).
w. Faſti.
aſtenblume, ſo v. w. Primula oft
en Eſther, jildiſcher Trauertag
Adar (25. Februar).
Zaftenbauen bi Pain Berzase
auen, bad erſte Behaden der Weinberge.
Gläger, De v. wm. Großer Brachvogel;
Regenpfeifer.
ücher, ſonſt Tolcfiale gemalte ob. ge-
bänge, womit man in ber Faſtenzeit den
bem Hechaltare von ber librigen Kirche
1) (Dies fasti, Dies calenda-
Berzeichniß der Gerichtetage, nebſt den
m sutgeeichneten Berfonen, teren Tha⸗
£e D. I waren: a) F. majores (F. eaplto-
em Capitol aufgeftellte Marmertafeln, auf
i in den P. connmlares Confulate, Dicta-
ege, Ziege u. bie Säcularſpiele, od. bb) in
‚ Die Angabe verzeichnet ftanten,
ühr welches Voil Jemand triumpbirt.
surten im 16. Jahrb. zu Rom mieber auf-
‚u Beben abzgetrudt in Pigbius Annalen
iam.1650, Fel., in Grävius Thea. rom
u. mizeren, Darſtellung des Iabres nach
mtbielten: aa) Dies fantı u. Dies
„ubmmelben ber Bräter Recht ſprechen
An: die Somitial-, Feier⸗ u. Schalt»
un Zriele (F. ramani): bb) tie
kmzie, frie der Yantleute, bie in jetem
ta xnchtenden Feldarbeiten, bie jedem
"urkbmte Gottbeit ꝛc. Die Fasti prae-
WaE em Kalender, ber außer ber Angabe
Fettage, mit den Grünten ibrer
ab Aue fırze Bemerkung der wichtigſten
emrömiichen Ztaate enthält, wiefern fie
lezaneride Haus Bezug baten. Diefe F.
hummanler Di. Verr. Flacene, in Stein
m Frönee aufftellen, wo fie web! bie ins
2% Ihr. Raten. Um 1770 entbedte P.
umebrere Aruchitüde davon, aus welchen
Imieder zulammenietste u. al$ Fastorum
‚reliquine. Rem 1779, ıgel., berausgab.
Seit Tribe -i. D.-, ein peetiicher ‚Keft-
serin bie wichtigſten Ericheinungen am
gegeben u. bie Feſte verzeichnet werben
Sie Entſtebung erflärı wird. 8) Der
dar verbefierte Ralenter. 4) So v. w.
5) Chronik, Annalen, Geſchichtewerl,
Inbalte der eritern F. auch andere Be⸗
umfalient ; je genantt, weil Die alten
zeichichteſchreiber in ter Geſchichte Der
T Jahrestage folgten. So: Faatl sicull,
hronicon paachale. Darnach Fastl
3, Hragment einer Ebronik von Lim⸗
36— 1402, wahrſcheinlich vom Etabt-
Imann (ft. 1400), bis um Jahre 1399,
bein (lebte um 1470, copirt u. mit
ten Jahren 1299, 1317, 1369, 1456
mehrt u. weiter fortaejebt von G. Em-
5) u. Ad. Emmel (um 1500), wegen
Keime u. Nachrichten von aftkeutichen
uch wegen mebrer darin angegebener
ur Zeit wichtig, berausgeg. von J. F.
urg a. b. Yabr 1617, auch 1619, Fol.,
n, Beylar 1720.
din. lat.), langweilig, eflih. Daher
fielye Verachtung.
on ıv. lat.), gegipfelte Zufpigung.
tus (Bot.), gegipielt, wenn Äfle od.
in gleichen Höhenpuntten fich entigen,
ide, Dofbentraube u. Trugbolbe.
131
ſtiſie, Inſel an ser Offüne ber Japauiſchen
Intel Nipen, fürdftich von Heddo gelegen; Ver⸗
bannımgeert fiir Verbrecher.
ſtnacht, 1) eigentlich ter Tag vor dem
4ütägigen, Oſtern vorbergebentden Faſten; 2) dann
die 3 Tage vor bemielben, |. u. Carneval. Daher
Raftnadtöfpiele, die primitive Korm des Leutichen
Lufifpiels, anfangs aus fieinen Späßen beſtebend,
fpäter fi dramaliſch geflaltend ; vgl. Deutfche Li-
teratur IV. Metnachtörier, Reftnachtöbeter, Maf-
nadtöbäbner, verſchiedene Arten tes Zinſes (1. d.).
ſtnet⸗Bock, Meines, hohes, fleiles Felſenei⸗
land im Atlantiſchen Ocean, auf der weſtlichen Sid⸗
fünte der Grafſſchaft Cork in ter iriſchen Provinz
Munfter; bier wurde 1850 ein so Kuß bober, au
ber Baſie 25 Fuß im Durchmeſſer baltender Yeucht-
tburm aus Gußeiſen errichtet.
u 8fo (ital, Muſ.), pruntecll, erbaben.
ädea, Tochter des oftfränfiichen Grafen Ru
beit, ſeit 763 dritte Gemahlin Karla d. GOr. Mutter
Der Theodrade n. Hildrude; verleitete ibren Gemahl
zur Grauſamkeit, wodurch die Verſchwörung der
Zbüringer u. Cftfranten 795 u. bie ibres Stief⸗
ſebnes Pipin 792 veranlafft wurde; fie R. 794.
fitage, ſ. u. Faſten.
aftuöß (v. lat.), fo v. m. Faſteſo.
afüla (a. Meogr.), Statt in Errurien, wahr⸗
fheinlich eine Der 12 Nuntesftäbte, lag auf einem
Hügel, war Sitz bes Dienftes Der Ancharia u. ſpä⸗
ter Bauptwaffenplag des Catilina: Ruinen beim
jegigen Fieſole. Ral. Mamini, Dincorso sopra
l’antica cıtäa die Fiesole, Kier. 1742.
Faſyl⸗Kban, yerfiider Dichter, geb. gesen Ende
Des In. Nabrb., lebte anfangs am perfiihen Hofe
u. ging mit Chostew Mirſe nach Perersburg. Spä⸗
ter in Ungnade gefallen, fand er in Tiflis eine Zu⸗
flucht u. wurde 1847 Yebrer an Der Schiitenſchule.
Er ft. 1552. Won feinem zablreihen Schriften find
namentlich feine fatyrifchen Gedichte von literarifcher
Bedeutung.
Fat (ir., fpr. ab), Geck, Lafle.
Fata ılat.), 1) die Schidfale eines Menichen;
2) römiſcher Yeiname der Barzen, als Regentinnen
des Schidfals (Fatum). Daber Fetäl, 1) berbäng-
nißvoll, vom Zchidial beftinimt; daber Fatales libr,
in Etrurien Bücher, welche Die Deutungen ber Pro⸗
bigien entbielten: Aataliömus, ber Glaube, daß ber
eigene Wille des Menſchen an dem Schicſal nichts
äntern könne; Fatalitt, Anbänger bes Fatalismus;
2) unglüdlich, unangenehm; Daher Watatität, Wis
Lermärtigfeit.
Fatäle, Mebrzabl Falalra (Hatalien), eine Rotbe
frift bei der Appellation, welche nicht verſäumt
werten barf, menn man ber Wohlthat der Appel⸗
lation nicht veriuftig geben will, es find tereu 45
f.u Appellation III. A) a).
yatallı, pſeudonymer Name für Gaftelli, ſ. d. 7).
ta Morgäna, eine von ben Italienern, fo
von einer Fee Morgana bezeichnete eptiiche Erſchei⸗
nung in ber Atmofpbäre, franzäfiied Mirage, beurfdh
Luftipiegelung ed. Kimmung benannt, welche
auf einer Strablenbrechung u. einer Neflerien in
Luftſchichten von verſchiedener Dichtigkeit berubt. Cie
fommt bei. an beißen Tagen u. in großen Ebenen,
baber auf der Zee u. in Sanbmäften ver. Man er»
blidt die Gegenflände, bie fih nahe am or. auch
unter bem Dorizonte befinden, über bemfelben er»
baben, mauchnial in der Luft kümehenk od, wuixe
%
‚132
Fata Horgana bis Fatra
dent Horizonte Tiegenb, in ber a in umgelehr- | Zweifel fo zu erklären. Übrigens zeigt
ter Stellung. Den Seeiahrern erſcheinen dadurch
Geſtade no
fie Darauf zuftenern. Auf dem Lande wird baburd)
ein Gegenftand, 3.B. ein Dorf, fichtbar, das ohnedies
durch einen Hügel, Wald ꝛc. verbedt ift. In ben afri-
kaniſchen Sandebenen erfcheinen entfernte Dörfer im
Waſſer zu ſtehen, in welchem fie fich verkehrt zeigen;
das vorgeipiegelte Waffer aber zieht ich bei Annähe-
rung zurück. Die Ericheinung ift zuerft von Monge
auf ihren wifjenfchaftfihen Grund zurüdgeführt
worben, al® bei Gelegenheit der franzdfifchen Expe-
dition in
Ichöpfte Heer oft durch Die F. M. getäufcht wurde
a. Waſſerſpiegel zu ſehen hoffte, wo es nur heiße
Sandflächen fand. Wenn nämlich bei ftarler Son⸗
nenbite u. ruhiger Luft über dem heißen Erdboden
fi warıne Lufticichten lagern, welche fich nicht
raſch genug mit ben barüber befinblichen fälteren
ausgleichen können, fo werben die von einem boben
Gegenftande ausgehenden, jchräg gegen den Erb-
boden gerichteten Yichtftrahlen, beim Übergange in
bie dünneren Luftfichten, mehr ıı. mehr vom Ein-
fallsloth abgelenkt u. gelangen bald in eine fo
ſchräge Richtung, daß fie nicht weiter in eine noch
dünnere, darunter befindliche, übergehen fünnen,
ſondern eine totale Refferion erfahren u. von nun
an aufwärts fortjeßen. Außer den directen
Strahlen erhält alſo ber Beobachter noch reflectirte
von unten fommende u. erblidt daher unter obigen
Umftänten den Gegenſtand unter feinem wahren
Bilde noch einmal, aber in umgelehrter Stelluns,
als ob es fich hier abfpiegelte. Da tie von ben,
wilchen dem wahren u. bem Spiegelbilbe liegenden
Buntten fommenten Strahlen nicht ind Auge ge-
langen, fo erjcheint biefer Raum leer, u. das Auge
Yält ihn um fo leichter für Wafler, in welchem ber Ge-
en ſchwimmt, da die ſchwachen Luftſtröme bie
uft am Boden in zitternde, den Waffermwellen
ähnliche Bewegung zu verjegen pflegen. In felte-
nen Fällen net unter biefem Spiegelbild noch ein
eites, aufrechtes. Iſt dagegen die Yuft in ber
iefe fälter, als in der Höhe von wenigen Fußen,
wie iiber bem Meere od. Eisfeldern, jo erfcheint das
gelbiegeite Bild wegen unterwärts gehender Strab-
nbrehung Über bem geraden, wie es z. B. ber
Phyſiker Bince in Ramegate oft beobachtete, u. zu« |
weilen erjcheint über biejem verkehrten Bilde, wenn
dieſes von Neuem fich in den höheren Luftſchichten
fpiegelt, ein drittes, aufrechtes. Übrigens fieht man
unter diefen Umftänden auch Gegenftände, tie noch
unter bem Horizonte ſich befinden, der Geſichts⸗
Treis wird alfo bebeutend erweitert, tvas hei See⸗
marker zu allerlei Irrungen Anlaß geben kann. |
enn die Luftſchichten von verfchiebener Dichtigleit
feitlih neben einander gelagert find, jo kann man
neben bem kirect geſehenen Gegenftante durch bie
F.M. aud ein feitliches Spiegelbilb wahrnehmen,
wie dies Soret u. Zurine auf dem Genfer See be⸗
obachteten, deſſen öftliches Ufer nach einiger Zeit im
Schatten lag, während bie Luft Daneben ſchon durch
bie Sonne erwärmt wurbe. Wenn aber die Luft-
ſchichten von verſchiedener Dichtigkeit nicht in ebe-
nen Flächen an einander grenzen, fonbern in unre⸗
gelmagig gefrümmten, fo führt Dies zu allerlei Bere
aerrungen ber Bilder, u. bie zu Neapel u. an ben
fern von Gicilien beobachteten F. M. find ohne
mweit entlegener (unter dem Horizonte |
befinblicher) Länder u. ſchwinden dann mieber, wenn |
gypten bas durch die Sonnenhite er-
jptegelung auch in den Ebenen Nort
öfter, al$ ınan glaubt, bef. wenn m:
dem Boden nähert. Das Zittern De
Entfernung liegenden Gegenflände |
Sonnenfheine u. Windſtille, das dab
Verdoppeln Meiner Gegenftänbe ac. i
eine unvollftänbige Luftfpiegelung. H
auf eine lebhafte Luftipiegelung Stürn
Be Gebirgszug aufder Sunde
ateſh, 1) Kreis im ruffifchen G
Kurst, 105,760 Em.; fruchtbar; Flüſſ
Fateſchka; 2) Kreisftabt an ber Kate
ſcha; 4358 Em.
Fathom (fpr. Fäddhom), englifchee
w. Faden (f. d.).
atigue (fr.,ipr. Fatihk, Satigation)
Beſchwerde; daher Batiguencommando,
ſchwerlichkeit, aber nicht mit Gefahr
Commando, wie Stroh u. Holz holen,
thun; Gegenſatz: Ehrencommando, f. t
1) ermüden, erſchöpfen; 2) künſtlich b
bie Farben f., die aufgetragenen Farbe
einanderreiben u. mit neuen vermiſche
far u. ſchmutzig werden. Satiguant
langweilig.
atiha, die erfte Sure in Koran:
ter Muhammedaner. \
Fatime (Jathemab, Fatima, Fatn
weiblicher Name, eine ein Kind entwöh
Tochter Muhammeds u. der Khadidſt
geboren, 5 Jahre vor ihres Vaters?
Prophet, wurde 623 an Ali, ben Sı
lebs, des Oheims Muhammeds, verhei
demſelben Haflan u. Huſſain u. ft. 6
ihrem Bater in Metina.
Fatimiden, Reihe arabiſcher Fürf
Ai u. Fatime abzuſtammen vorgaben
Khalifen in Afrika mit Mahadi Obe
Regierung kamen; 14 Khalifen hab
hadi Obeid Allah von 910 n. Chr.
jahre regiert u. davon 11 jeit 972 aud
(j. d. [Gefch.]) u. Syrien; der lette, 3
1171 m. Chr. von Saladin verdrängt.
Fatida (F. De C.), Pflanzengatt
genıne ber Lythrarieae - Lager:
rt: F. nepaulensis.
tar (v. Iat.), befennen, angeb
atifeiren (Chem.), eine Art %
welche kryſtalliſirte waſſerhaltige Salze
dem fie ihr Kryſtallwaſſer verlieren u.
tig u. loder werben od. zu Pulver zer
fonder® das Slauberjalz, oblenjaures
ſigſaures Kupferoryd u. a.
atiffa (muham. Rel.), fo v. w. F
atoua (F. Gaud.), Bflanzengat
amilie ter Neſſelgewächſe, Morea:
apan.
Fatra, Theil des Gebirgsinften t
im Berwaltungsgebiet Presburg (Un;
fih in die Kleine F., nördlich im 8
durch bie Waag mit Arva Davon gı
Große F. auf der Grenze zwiſchen bei
tau u. Thurocz; jene ift im Durchſch
u. diefe 3700 Fuß hoch, u. über fie jilbı
von Thurocz nach Liptau; die böd
barin find; bie Hochſpitze 4757 Fuß,
Fatra 5200 Fuß, der Klakberg 4161
Fattatenda bis Zanclgny
4 Sirina 4813 Auf boch. Das Ganje iſt ein Kallitein- |
—* mit ſtarler Rotbhbuchenwalbdung.
133
Faucher ıirr. Feſcheh), Feen, geb. im Gept.
15U4 zu Yımcges, trat febr jung in Die alademiſche
I Settetende, wihriger Santeiopofen aın Gam- Yanibabı, begann 1830 feine publiciſtiſche Wirkſam⸗
Jän (Betrafeitar, {chen feit 200 Jahren Stapelplap
Ziel Rertehrö von Gurcpäern mit dem nern.
ind, Kranı, Maler, 1. Penni (Francesco).
‚ unbemwobnte Inſel, zur Waibingten-
des Mentana-Archipeis (fürsöfl. Polyneſien)
m: gebirgig, Cocoopalmen.
(1tal.), ſo d. m. Kactur.
de ıRvtb.), I. u. Bonn Dea.
E (v.lar.), ſich mit Aibernbeiten abgeben,
j 558 reiben. Daber Satnitat, Abgeſchmadt⸗
beit Eikernbeit.
Istama (lat), Schidſal, |. d.
d ırcöm. Moptb.), fo v. m. Faunus.
bäje , reiches Goldbergwert im fiebenkür-
Kreite Karlaburg,
Leines Gegel unter tem Topiegel auf
x &uffen, um ten zwiſchen dem großen
u Zeriegel bindurch fabrenten Wind aufzufangen.
Geymauu, im der Zinto-Religion ein göttlich
werebrier Hedliger, Bruter des Ienfjo-Dai-T fin,
Cem Seuptumge if Uſa 5. in Bungo.
1‘. gen.
—5* ſpr. Kebburg), Vorſtadt; bie
verzuglichhen 6 in Baris, ſ. d.
Fauces (Ist), 1) Raben; 2) (Ant.‘, in einem
tiihen Wehnbaufe ter Corridor, meicher neben
km Tablnam hin ans tem Atrium in das ('a-
medium führte.
Jerchard (fr., ſpr. Foſchabr, Aauchon), eine
fie mit fidhelfärmiger zweiſchueidiger
. Geuberd (vr. Foſchahr), Pierre, geb. ım 1690,
ber geiuhsete franzöfifche Dentift feiner Zeit, ſtarb
Mi a Pario; er ſchr.: Le chirurgien dentiste,
je. 1123, 2 Be., auch 1746, deutich Berl. 1733.
- Bande Borel (fpr. Fobſch Hereli, Louis, geb.
m Reufchatel, mar erfi Yuctruder; beim
ter Sranzäfiicden Rerolution unterftügte
We revaliſtiichen Beftrebungen mit Wort u.
Shi x. wurbe teshalb verbannt; 1795 unter-
er im Ramen ter Bourbons mit Picbegril,
Bmte verhaftet, knũpfte, ala er wieder freigelajlen
‚ tie Berfläntnifle mit ten Bourbons mie-
kteu, ging nach England, dann mwieber in Aui-
für tie Bourbone nad Paris, mo er wie⸗
verhaftet n. nur auf Die Fürſprache Des preußi⸗
Geankten von ter Strafe befreit u. anf preu-
Gebiet gebracht wurte; 1404 verbreitete er
Preclamationen fürYupmigXV III, aing
Ban mh England, von dort nah Schweren u.
Suter nach London; fam 1414 mir den Ver⸗
nah Baris, ging mit dem Fürften Har⸗
| ach Konten m. kann nach Meufcatel.
3815 fing er über Genf zu Lutwig XVIII. we
em Spion Rapoleons gehalten, in Brüj⸗
gelegt, durch preußiſche Verwendung
it wurde, dann nach Paris u. von
*
— — —— —— — , —— —— — ———— — —
keit, war Redacteur der Temps, dann Des Constitu-
tinnel u. Des Courrier francais. 1942 wandte er
fih zur peolttiihen I lonemie u.murtein ber Revue
des deux ınondes Bertbeitiger des Freihandels-
fufteme. Zu Reims ven ber Oppeſitionspartei ge»
wäblt, trat er 1346 in die Kanımer. Im Februar
1543 einer Ber Hemegungsmänner, mar er Mitun⸗
terzeichner des Antrags, Das Miniſterium in Une
flageftant zu veriegen u.murde in bie confituirenbe
Seriammlung gewäblt. Am 20. Dec. 1549 wurde
er Vlinifter Bes Innern, trat aber in Folge eines m
ter Ratienalverſammlung am 15. Mai 1949 gegen
ibn ausgeſprechenen Zatels zurück, übernahm ur
im Diimifterinm vom 11. April 1951 Dies Porte⸗
teuille wieder: Anfang Tec. gab er abermals feine
Dimifiien, privatifirte ſeitdem u. ft. im Dec. 1554
in Diarieille. Wr icr.: Keforme des prisons,
1836; L'union du midi, 1812; Recherches sur
l’or et l’argent, 1343; Etules sur l’Angle-
terre, 1845.
Fauchet ıipr. Foſcheb), Clemene, geb. 1744 zu
Dorneim Departement Nièeore, war Anfange Groß⸗
vicar bes Erzbiicheis von Bourges, dann königlicher
Hofiprediger u. Abt zu Ventjert, nabm tbätigen
Antheil an Der Revolutien u. beiand ſich an ber
Spitze derer, melcbe tie Waftille ſtürmten; er wurde
1791 conftirntioneller Biihei von Kaloados, in
d. 3. Deputirter Der Geſebaebenden Verſammlung,
dann Mitglied des Nationalcenvente u. flimmte
bier nur für Geiangenbaltung rudwigs XVI.
Dies u. feine Verbindung mit Den Girondiſten war
Die Veranlafiung, daß Die Vergpartei, Die er heftig
angegriffen batte, feinen Ted heilen. Veſchuldigt
des Föderaliomus u. Des Tinverſtändniſſes mit
Charlotte Cortay, murte er 31. ct. 1793 zum
Tode verurtbeilt.
Faucigny tier. Febſinji, ital. Keffigui), 1) Bros
vinz im ſardiuſchen Herrzegthum Savoyen, grenzt
an ten Schweizercanten Wallis u. an Die ſardi⸗
niſchen Provinzen Aeſta, Tarantaiſe, Ober» &a-
voyen, Annecy u. Cbablais u. gebört zu ben böch⸗
ſten Landſchaften in Europa; Zweige der Penni⸗
niihen Alpen geben Durch fie bindurch u. lafſen
bier miebrere ter böchiten Alpenbogen finden, ale
den Montblanc mit Den Gletichern Des Cbamouny-
tbales, Geant, Aiguille⸗verte, Aiguille-Argentiere,
Aignille⸗du⸗Peidi, Mont⸗Vreventeu. andere nebſt
vielen Eisbergen (Maudites); Daupefluß if bie
Arve mit Gifire rechts, denen viele Alpenbäche zu⸗
fließen; auch Seen, wie die Gers, Flaim, Grand⸗
Yarcfier u. a., u. Sumpigegenden von nicht gerin⸗
ger Ausdebnung but Die Provinz. Dieſer Reichthum
an Bergen u. Memäfiern, ſewie der häufige Wech⸗
jel zwiichen Berg u. Thal, wirkt beftiimmend auf bie
Zemperatur, die von + 24" bie zu — 17° R.
fteigt u. fälle. Die Luft ift fehr feucht u. Regen häu⸗
fig. An ven Bergen trifft man die berrlichfie Alpen⸗
flcra, Die Xbäler find fruchtbar u. aut angebant mit
m kmbou, wo er von einem Iabrgebalt ı Getreide, Wein u. Chft; das Ibierreich hat Gem⸗
& Er wurde zuletzt preußiicher Seneraiconiul
u. endigte fein Leben 1529 daſelbſt
Sturz aus tem Fenfier. Leine Mic»
gab er Barie 1815, u. ta fie hiee unter⸗
Sch wurten, Brüffel 1816 heraus.
je v. w. Ziſchen.
uud een
fen, Steindöde, Yuchie, rLämmergeier, Murmeltbiere
auizuweiſen; Das Mineralreich lietert Mühlſteine,
Marmor, Blei, zum Ibeıl ſilberhaltig, Eiſen, Stein⸗
loblen, Kryſtall, Schiefer; auch gibt es Mineral⸗,
Schwefel⸗ u. eiſenhaltige Quellen u. viele Waldun⸗
gen; 342 OM., 105,500 Gw.; ein Theil der Cinw.
134
neibt Bichzucht, viele Inchen ihren Erwerb im Han⸗
bei nadı der Schweiz, Deutichland, Frankreich. Ein-
getheilt ift bie Prowinz in 10 Amter mit 95 Ge⸗
meinden, Hauptfladt ift Bonneville; 2) Dorf barin,
um Amte Bonneville, mit altem Caſtell; 325 Ew.
Faueiguy⸗Lucinge (Ipr. Genf Lüſengſch),
ein altes, der latholiſchen Confeſſion folgendes Ge⸗
ſchlecht, welches in Frankreich u. im Königreich
Sardinien begütert ift u. 1252 in ben Grafenftand,
1696 zu Marquis von Fucinge, 1794 zu Fuͤrſten
von Cyſtria u. 1829 auch zu Fürften von Yucinge
erhoben wurde. Der bermalige Chef: Fürſt Fer—
binand geb. 8. Sept. 1789 u. feit 1823 mit &bar-
Iotte, geb. Gräfin D’Nfoubun vermäplt; fein älte-
fer Sohn, Prinz Karl, n geb. 1825.
Faueilled, les,(ipr. [äh Fohſills), Gebirgazug
in ben franzöfiichen Departements Haute-Dlarne
u. Bosges, gebt im W. ins Plateau von Langers,
im D. in bie Bogejen über; bier entfpringen bie
Suäue n. bie Maas,
Faucogney (Ipr. Fohconjs), Markifieden am
Brenchin ım Arrondifſement Lure bes franzöftichen
Departement Haute-Saödne, am Fuße ber Vogeſen;
Bereitung von Kirfchwafler, Gerberei, Baummoll-
weberei, Bergbau auf Eiſen; 1550 Ew.
Faufiliren (vo. fr., fpr. Fohfiliren), Bekaunt⸗
ſchaften antnüpfen.
Faujafta (F. Cass.), Pflanzengattung nad
Barthel. Saujas de Saint⸗Fond (geb. um 1750 in
Montelimart, Oberauffeher bes Muſeums der Na⸗
turgeichichte zu Paris, fl. 1819; Berfafler mehrerer
naturwiflenihaftliden Schriften), aus der Kamilie
ber Compoaitse-Senecionideae-Senecioneae-
Erechthiteae ; Art: F. pinifolia, in Rauritanien.
Fauja a(F. d’Orb., Betref.), Korallengattung
aus ber nung Polythalamia (Scähaörtel-
toralle), ift fpiralig, reisförmig u. niebergebrüdt ;
Art: F. carınata, in ber Kreide von Majtricht.
von 1) faulig, in Fäulniß übergegangen;
8) ſehr langiam gehend u. arbeitenb; baber Saule
©er, fo v. w. Winbftille, Faule Küfte, vol Klippen
u. Bänke; Sauler Grund, ſchlechter Ankergrund;
Yaufes Shift, deſſen Boben mit Muſcheln, Eeegras
u. Bart bebedt if. Das Schiff macht das Wafler
faul od. mubbert, wenn es den Grund berührt u.
dadurch das Wafler trübt; 3) Zaules Eifen, fo v. w.
Faulbrüchiges Eifen.
ulaffe fo v. w. Lori.
ulbad, feichter Bach, welcher in Nieberungen
mit wenig Kal u. ganz langlam fließt, |. u. Bach.
Saulbaum, 1) Rhamnus frangula, faulbaum«
ähnlicher Wegborn (f. Rhamnus u. Wegborn),
Gattung aus ber Familie der Rhamneen; 2) Pru-
nus Padus, echter Faulbaum od. —
Art aus der Gattung Cerasus T. s. Prunus L.;
8) Saprosma arborea Blum., aus der Fami⸗
lie der Rubiaceae, Baum in Java; das harte
firchgelbe Holz hat, ebenfo wie bie Beeren, einen
wibrigen, ben menſchlichen Excrementen ähnlichen
Geruch; trampfftillendes Mittel.
Ibaummotte 1) fo v. w. Tinea pomo-
nella, ſ. u. Wpfelmurm; 2) T. frangutellus,
Art der Motten; Flügel dachförmig, mit langer
Sranfe, Rüſſel geroft, kurz; Farbe weiß, braun
etüpfelt u. 8 edit: Raupe 24 Linie lang, zer»
igt bie Faulbaumbtätter u. macht fih zur Ber-
puppung ein lüuftliches Geſpiunſt; 8) T. padella
(Hypomonenuta pad.),
ottenart, Flügel oben
|
- Raupe gefellig in
punktirt, auf i
Faucigny⸗Luciuge bis Faulhaber
trübweiß, ſchwarz gefledt, unten branr
in einem Geſpinnſt, gel
aul⸗ u. Obftbäumen.
ulbrand (Landw.), jo v. w. Schm
ulbrüdig (Haberig), von Cifer
miürbe u. von geringer Feftigleit ift.
Faulbrut (Bienenpefl), eine Kri
Bienen, wenn die Brut in ben Zellen
die Fäulniß berjelben einen peftilenzialifch
in dem Stode verbreitet, wovon er ganz
geht. -Zur Berhiltung ber Krankheit müfl
len Bruttafeln entfernt werden.
Saulbutte, ein Gefäß, in welchen b
zur Papierfabrilation genannt werde
Yaule, 1) fo v. w. Fäulniß; 2) (D
w. Munbdfäule; 8) eine Art Brand (f. I
treide; 4) (Baulgebirg, Bergb.), mürbe
5) (Thierarzneif.), fo v. w. Hornfiftel;
Strabis, fo v. w. Strahlfäule; Yäute |
jo v.w. — —
Faule Ader, eine von unterirdiſch
Geräffer entftandene grundlofe Stell
fonft guten Baugrunbe.
ule Braune, jo v. w. Zungenkre
auler Buttgefelle, bei der Papier
ber Zeug, wenn er zu Boden fintt, |. u. P
Fauler Yriede, fo nannten vie Sche
richer) den am 2. März 1444 zu Babe
Öfterreichern gefloffenen frieben, denk
nicht genehmigten u. ihre Bevollmächtig!
ten ließen, ſ. Schweiz Geſch.).
ule Gaͤnge, Gänge, welche, wer
erzführenden Gang treffen, entweder den
werfen, ob. jertrlimmtern.
Faules Gebirge (Faufgebirge), mür
ges Geſtein, in welchem keine nütglichen Fo
uler Knecht (Diath.), fo v.w. Tat
nie Miagd, Vogel, jo v. w. Wiefe
ule& Meer Sieraſch, Ouile
ber weftliche Theil bes Aſowſchen Meere
jem durch bie Yaubenge von Arabat getre
ihm durch die Meeronge von Jenitſchi }
ngend; bildet zerriffene Ufer u. viele
ehr jeicht, nur theilweis mit Kähnen zu
im Sommer fumpfig, bie ganze Umg
end.
Bauler Sag, ein langfam brenneut
werksſatz, wie er z. B. bei den Zündern
nenfchlägen verwendet wird.
Faule Wetter (Bergmw.), die verbo
in den Gruben, f. u. Wetter.
Saulfieber (Febris putrida), eine
ber Fäulniß ähnliche Zerjeung bes 8
dingte Fieberform, |. u. Sieber.
Sau ff, 1) Hierouymus von‘
Hieronyinus von Prag. 2) Peter, jo x
Drespenfie.
Saulhaber, Johann, geb. 1580 in Ulı
das Weberhandwerk, beſchäftigte fich ab
Mathematik, fo daß er bald ale Rechen
Aufjeher über die Maße u. Gewichte in |
flellt wurde. Wegen feiner Berbindung
berüchtigten Alhemiften wurde er 1602 ı
gefangen genommen, ließ ſich indeſſen ni
nen alchemiſtiſchen Beſchäftigungen abbr
ven er nach) wie vor mit greßem Eifer «
war 1619 bei vem Feſtungsbau zu Ulm u
ben zu Bafel thätig, lebte 1625—30 i
ſrtien ıc., ebd. 1618;
., &d. 1625; Ingenieure Echul,
ebd
1633; Canon triangulorum log-
ageb. 1631; Zebntaufend Log»-
1; Academia algebrae,
dung ser Kube, ohne vor-
rägbeit (in Bezug
) nu. 2äffigleit in Be-
wberte Tbätigfeit inter ih. Gin
Schweizercanten
Iren vom Brienzer See 8260 8.
dee F⸗s iR nicht ſchwierig am
Henrich bequeme Straßen hinanf-
son Griudelwald, Die andere von
mect u. die britte vom Giesbach
ans aufder Höhe ift von Anfang
September bewohnt. Die Auefldht
B. geht Über dem größten Theil der
‚ Ing, Uutermalden, Solo⸗
iburg u. Reitenburg.
fo u. w. Faulniß.
ah, fo u. w. Falknere Ieland.
ite der Salzburger Alpen, 8100
atredo, Yaulige Gährung),
organifcher Diaterien bei
Bafter, wobei fich Die Elemente auf
ppiren u. zwar in der Art, daß die
erbindbungen in immer einfachere
lege die Endproducte der F. rein
te nd; die Durch den thieriſchen
ebeneprocek gebilteten Berbindun-
vahei eime Folge von Ummandinn-
ie Überführung des Kohlenſtoffe in
tohlenwaflerftofl, des Waflerftofie
Errdfloffs in Ammonial u. Gal⸗
tiefer Zerſetzungsproceß, au irgenb
yer organiichen Dlaterie eingeleitet,
‚die ganze Mafle ftetig fort, ohne
der anfängligen Urſache, fobalb
ngen bleiben, unter denen
. mglich if. Dieſe Bebingunyen
ſſe Temperatur, welche —
wantt. Bei Temperaturen außer-
gen geht die F. nicht mehr ihren
ng, u. Broftlälte ob. Siedehitze her
anf; 6) Gegemwart von Baljer;
; Zeben iſt befaunt, daß
ninete Gtofie der F. lauge Zeit
dieſelbe aber jegleich beginuu, wenn
at ey Atmoſpbaäriſche Luft iſt
ang ber J. us ;
Pr IESSEISSOELSFEIET- NSIRESIHRINISERISHEEN
3
Rat
&
27
diefem
u. Menynwelt überall
Abamıin, Caſein, lbrin, ferner ß
bien m. thierifchen Excremente. Bu bemerlen
M noch, daß wiele organiſche Subſtau dann in
egung übergeben tünuen, wenn fie mis ſaulenden
in Berũhrung gebracht werden, fo verhal⸗
F
niß
bern u. den fie en faufenden Körper
ten
erment. Alle
Die Role eines
ige in rung zu
rmente find im Stande, alle g ne
zu bringen. Die
befchleunigen,
aber
rhindern od.
gemei bie ;
et (antiſeptiſche) Mittel heben auch bie
äbrung aut, jedoch kann wicht jedes jelche auti⸗
jepni —— . 08. Gäbrung — aufhe⸗
einzelnen e oweiſen u. die nähe»
—— be $. —— —* u. ihre
einen nach Fäces riechenden Stoff u. eine Säure,
weiche in Tyroſin u. Ammonial zeriällt; bei ber 5.
ber Galle entfiehen hauptſächlich Ehsloibinjäure,
Zaurin, Ammoniak u. Sholjäure; bier, ſowie bein
Käfefteff Diejelbeu Brobucte, weiche fi bei der Ein⸗
won Rarter wer — ers — —*
weiter ſortgeetzter J. yeria e ren Zer⸗
ſetungeproducte wieber im einfachere, bie endlich bie
legten, wie ſchon oben bemerte, rein nmerzamſcher
136
Natın find. In Bezug auf biefe lebten Probucte
Fäulnißwidrige Mittel: bis Fauntleroy
| Bedenweite bie Knie nicht zuſammenbꝛ
ter 5. läpt fi im Allgemeinen folgendes jagen: |
Eridftofibaltige Subftanzen zerfallen fo, daß ihr
Stidftoff Ammonial bilbet, ver Koblenftoff Kohlen⸗
fäure u. Koblenmwaflerftoffi, Schwefel u. Pbospbor
endlich Schwefelwaſſerſtoff u. Phosphorwaſſerſtoff.
Stidftofffreie Körper liefern gewöhnlich ala Enb⸗
producte Koblenfäure, Kohlenwaſſerſtoff u. Waſſer.
2) (Med.). In lebenden Körpern fanın eine eigent-
liche F. nicht eintreten, meil fie dem Begrifje des
Lebens wiberfpricht, am mwenigften im Blut, jo lange
daſſelbe fih im Umlauf befindet, dagegen aber wohl
tranthafter Weiſe eine Hinneigung zur F. (Baulige
Krankbeiten). In theilweife dem Leben entzogenen
Körpertheilen aber hat ber Brand, auch der feuchte
Knochenfraß ganz den Charakter ber F. todter Kür-
per n. theilt durch Berührung od. Einſaugung auch
dem übrigen Körper gleiche Neigung, in Fäulniß
überzugehen, mit. Hiernach belommen auch Krant-
heiten befonbere Bezeichnungen, wie jsaulfieber,
faule Boden, — LS unbfäufe, Zahnfäule
u. a. 3) F. des Obſts, noch vor ber Reife ein-
tretend, iſt Folge zu ſtarker Näſſe cd. auch iunerer
Verderbniß, zumal bei Beſchädigung der Schale
son Iufecten od, Inſectenbrut, bie ſich aus noch in
die Blüthe gelegten Eiern entwidelt. Auch das ab-
genommene Obft unterliegt, wenn es nicht getrock⸗
net u. der feuchten Luft entzogen ift, der natürlichen
F., bei. wenn es in Hauien über einander liegt u.
überhaupt in Berührung mit einander bleibt; 4)
5. der Bäume, innere Verderhuiß bes Stammes,
bef. wenn durch Abbrechen ber Afte, od. andere äu⸗
Bere Beſchädigungen an ber Rinte, dem Regen Zu-
gang zu dem innern Holze gegeben worden iſt;
auch andere Baumkrankheiten, bei. durch zu naſſen
Boden berbeigefthrt, verurfachen F. Die meijten
Bäume fterben dadurch ab, indem fie ven innen
faulen, kernfaul, u. bobl werben. Um ber F. vor⸗
zubeugen, muß man bebeutenve Baumverlegungen
mit Baummörtel beftreihen u. wo es gebt, das
guule wegichneiden. RR
ng autnipwibrige Mittel, fs. w. Antiſeptiſche
ittel.
Faulquemont (ipr. Follmong), Stadt im Ar-
rondiſſement Die bes franzöjiihen Departements
Moſelle; Serberei, Hutmacherei; 1200 Ew.; Dabei
der Blaubrunnen, Duelle mit bläulichem Wafler.
Faulſtimme, ehedem das Heine g auf ber Trom-
pete.
Fanlthieraffe (Baulthier-Lori, Stenops tardi-
— Art aus der Halbaffengattung Lori (f. u.
ali).
Saulthiere (Tardigrada Cuv., Bradypoda
Goldf.), Bemilie der zahnlofen Säugethiere
(Edentata), mit behaartem Körper, rundlichem
Kopfe, turzer Schnauze, ohne Schneidezübne, aber
nit brei malzenförmigen Baden- u. einem Edzahne
oben u. unten jeberjeitö; bie ganz in ber Haut ver-
ftedten Zehen find mit großen Theiförmigen, m
ter Rube nad innen u. unten zurüdgeichlagenen
Krallen verfehen; zwei Bruftzigen; leben ım mare
men Amerifa auf Bäumen, worauf fie mittelft ihrer
roßen Krallen gut Nettern können, frefjen Blätter,
Allen feinen Baum eher verlaffen, ale bis er ganz
entblättert ift, figen auf den Bäumen faft Tage lang
unbeweglich, geben mit eingeichlagenen Krallen auf
bern Aukenranbe der Füße, müflen babei fich auf
u flügen, können auch wegen ber
ee — —— — — — — nn —
— — —— ——. — — — — rn — — —
Magen bat mehrere Säcke; fie brin—
Junges. Man unterſcheidet: 4) F.
eben (Acheus Zr, Cuv., Brac
chwanz ſehr kurz; Art: a) Drei;
(Gemeines F., Ai, Bradypus [A
dactylus Cwv., Brad. Ai Wagl., I
dus Wagn.), 19—20 Zoll lang, mit i
langen Borberfrallen, bat röthlidgrane
nadtes, ſchwarzes Geſicht, ift unten
bat dunkelbraune Ringe um die Augen,
den Wangen binziehen u.nach hinten ver
Arme find faft noch eimmal fo lang alt
feine Stimme läßt er nur bei Nacht in
mäßig auffteigenben Tönen hören; hat ei
zähes Leben, daß e8 mehrere Flintenſchi
ten kann; iſt Durch Verfolgung ſehr felter
b) Kapuzenfaulthier (Brad. tridı
Br. euculliger Wagl., Br. guları
eine Art langhaarige, chofolabenfarbige
bedt ten Hinterkopf u. Nacken, Gefict ı
weißen Haaren beflogen u. von furzen flaı
eingefaßt; Oberjeite weißlich u. braun ge
bes Rückens eine dunkelbraune Binde, |
binten verliert u. in ihrem Anfange
orangerotben Fled umgeben ift; *
mittlere Vorderkralle 2 Zoll 3 Linien;
lichen Südamerika; e) Rußbraunet
infuscatus Wagl,), im nordweſtliche
d) Haleband-Ai Geflecktes od.
faultbier, Br. torquatus Illig.),
furzen, wie verbrannten Haaren umge
mit zwei Jeden, ver Schwanz fehl
Cuv.. Choloepus Lug Art: |
(Krüppeltbier, Unau, Ch. didacty
braun, grobhaarig, Geſicht fpigiger; i
als das Ai. Eigentlihe %. findet man
Dagegen find Die Gattungen Megalon
son ıt. Megatherium Cuvier (Me
Cuvieri Desm., das Riefen-$.) ihn
mwandt, Bärenartiges F., jo v. w.
‚ Baulungdgewölbe (Faufungeort),
in ber Papiermühle, wo Die Fanlbutter
Faulweide (Salix pentandra), Be
ans ber Familie der Zalicineen, f. u. 9
Faulx (GZaur, ſpr. Foh), Flächenmaß in
canton Neuenburg, = 2 Poſes & 8 B
Pieds — 54,037 Ares.
aum (Glash.) ſo v. w. Schaum.
aun, 1) Waldgott, |. Faunus;
ein lüfterner Menſch.
auna, 1) (Müytb.), fo v. m. B
2) jämmtliche in einem Laube vorbandı
arten, wie $lora von ben Pflanzen; $)
berjelben.
— (röm. Ant.), ſ. u. Faunm
auntleroy (ſpr. Fabntiereu), Hem
1784 in London, widmete ſich dem He
u. trat ſehr zeitig in das Bankierha
Stracey u. Comp. ein. Hier verübte
ärgſten Fälſchungen, namentlich um bat
ſeiner Mündel, der Söhne eines gewi
über 200,000 Pfd. St. betragend, mit
Unterſchriften (bie er nachmachte, um
lichen Formen ſcheinbar zu erfüllen), ay
zu ziehen. Über 10 Jahre trieb er dies,
er entbedt, n. da er auf einem Zettel ı
3% babe gefälfcht, u. Darımter Die Sum
Faunnus bis Faussebraye
ie dezogen batte, zum Tede ver⸗
Revdember gebenkt. Es ging fpäter
36 F. nur ſcheinbar gebentt u. mit⸗
en Halebandes gerettet, aber ſogleich
züspertirt werden fei, we man ihn
en baten mollte.
nfel Bes Saturn, Sohn des Picus
alter König der italieniichen Abori⸗
Nomrbe Diarica Bater Des Yatinus.
Euander ten Play zur Srbauung
in u. wurde endlich won Hercules
5 feinem Tote wurde er ein meifla-
bei. Pirtengett u. mit Dem griechi⸗
itificirt. Segen feiner Weiiiager⸗
tund u. Betuelus. Mit ſeiner Ge⸗
ı®&. Fatua 1. Bona Dean, zeugte
Kanzen), frummnafige Waldgẽötier,
bringen u. Bocklfüßen; Tiefe galten
Eßer ıı. Mebrer der Heerten u. ala
‚weile wegen ibrer täppiſchen Zärt⸗
en Rımrten überall gefleben wur⸗
tenzett bien er auch Yırpercusii.
Min weibete ibın bie Eiche u. ben Ül-
Rümn. den ‚yamen ten 1%. Febr.
der Tberiniel, we jein Tempel ftantıı
Fr. ar tem Yante die Paunalla; man
mu Rilch⸗ u. Weinſpenden u. bielt
ai: bie Arbeitsibiere lieh man frei
in. die Sklaven fib auf Kreuzwegen
Treuen. Tie Faunen maren ein be
an ter Bildenden Kunſt u. manche
derſelden fine uns erbalten. Dieſe
febr zen einander ab, wie es beileiner
er zriechiſchrömiſchen Götter der Fall
rebl als ſchẽngeformte Knaben von
licher Aumuth überhaucht erſcheinen,
ẽrper, auf Weſen ven niedriger Gat⸗
h der ibieriſchen Natur nähert u. ſelbſt
ı u. Hörnern verunziert iſt. Dae
nbile des Altertbums war der Faun
inter Tripodenſtraße zu Atben mit
Ber:bestes, d. i. ber Weitberübmite.
"in Marmor ſind una daven erbal⸗
ſich eins im Dreddener, ein anderes
nicum deñndet. Äbhnlich dieiem, u.
meinnen Baumſtamm anlehnend, iſt
ide Faun. Andere berüfmte antile
ıE der kaum mir Dem Pintenapfel,
tem Acdben, ber Faun mit tem
n der Münchener Myptorbef: u. der
nn :Wüfte ebentafeleft‘.
v. m. Crang- ltang.
ıt (pr. Feoblmeng, franzöſiſcher
fenkurg:, 1) ebemalige Graffchait
n6 Limburg (zwischen Maſtricht u.
orf, früber Stadt, an der Geul im
mBezirk Maſtricht; die Feſtungs⸗
1672 von ken Franzeien geſchleijt;
fer. Febkjeb), Graficaft im Staate
tamectita), 32 OM.: Fluſe: Rap⸗
er u. Geeſe⸗Creek; Beden fruchtbar;
ſie, Weizen; Rindvieb⸗ u. Schar
eldminen: Gemwerbtbätigfeit in Leder;
liexand ria⸗Eiſenbabn burcichneitet
erganiũrt 1759, genaun: nach Franucis
taligem Geuverneur ven Virginia;
‚ Gw., wernmter 10,350 Sklaven;
—u ein une
Sauptert: Warrenten. Darin auch der Poſtort
Bauqnier White Gulpbur Springe ſpr. Fohljehb
Hueit Sölför Springe, am Rappabannod-River;
Schweſelquelle, beiuchter Badeort.
Faurefmith, auftlübenter Ort mit anſebnlichem
Handel, in der Tranje⸗Rivier⸗Republik im öſtlichen
Eübafrila. '
Yauriel (pr. gebritbli, Claude, geb. 1772 in
Et. Etienne, ftutirte in Tournon u. ſchleß fich ber
Revolution an, er trat in bie Armee, wurde 1793
Lieutenant, gab aber balt feine Entlafiung a. wurde
Mitglied Des Gemeinderatbes in Zt. Etienne. 1795
begann er jeine journaliſtiſche Tbätigleit in Der De-
cade, ficb zu gleicher Seit mit tiergebenten Stu⸗
dien über alten ıı. medernen Zpraden u. Viteratur
beichäftigene; kam furz ver Dem 18. Arumatre nach
Paris u. wurde Polizeibeaniter bei Foucht‘. einer
gutmütbigen Zinnesart entiprach Dies Amt nicht,
weshalb er es nieterlegte, um garıy den Wiſſen⸗
Ichaiten zu leben. Kr trat 1800 m freuntfchaftliche
Beziehung zur Krau ren Ztacl u. Venj. Conftant
u. 303 nad dem Yanbjig feiner Freundin, Der Frau
ren Kondercet. Den bier aus fand er mit vielen
bervorragenten eriönlichleiten ter Schriitſteller⸗
melt nicht nur Frankreichs, ſondern auch Deutiche
lante, Italiens u. Englante in Verbindung u. ge⸗
noß wegen jeiner tieien Nenniniie, feines webl⸗
wellenden ſchlichten Charallers u. feiner treffenten
Kritik die allgemeine Achtung ter jüngeren Gelebr⸗
ten. Nach kein Tote ter rau ven Cendorcet 1522
brachte er zwei Jahre in Italien zu, wurde 1530
BVreiefier der ausläntiichen Yiteratur an der Fa-
cult& des lettres, trat 18:36 in Die Acaddmie des
inscription« u. fl. am 15. Juli 1444. Gr liber-
feste Yuaggeiene Bartbenaie, n. Aufl. 119: Man⸗
zonis Tragödien, 1823;: Neugriechiſche Velkolieder,
Par. sah, 2Bde. ideutich von W. Müller, 125);
ab beraus das alte prowenualifche Gedicht über den
Ieigenfertrieg (C'roisade contre les Albigeo:s),
Bar. 1828; u. fchr.: DBiegrapbien ven Taute u.
?ope te Vega: Hist. de la Gaule meriı sus
la domination des conqudrants germains, ‘Par.
1136, 4 Bde. Seine ven IN32. 33 gebaltenen
Vorträge erjibienen nach feinem Tede gelammelt
ala: Histoire de la poesic provengale, Kar. 1946,
3 Abe.
Fausse alarme (Ir., ſpr. Foſſ alarm), blin⸗
der Yürın. F. attaque (ſpr. Fefi attab), falfcher
ange
aussobrayo (fr., ipr. Foſibräã, Nieber-
wall), Erdtbruſtwebr ver tem Hauptwall int
@raben, Die fib nur wenig ct. gar nicht über
ten Rauberizent erbebt; fie ſoll eine frentale, nie»
tere Bertbeitigung des Hauptgrabens erzielen. Zu⸗
erſt von den Nieterläntern angewendet, mar tie
F. nur durch ibren Wallgang von Dem Hauptwall
getrennt (angebanngene, attadirte x... Hier⸗
bei maren jeboch Lie Vertbeitiger Der 75. durch Tat
feindliche Wurfiener u. Die abgeichofienen Stein⸗
trümnıer bes Hauptwalls ſebr gefäbrbet, auch wurde
die Zturmireibeir Des Hauptwalle veruingert, Dede
wegen trennte man ſpäter Den Hauptwall durch
einen Graben von der A. (abgeſeuderte, Dee
tachirten.? Coebern, Yantabera, Birgin u. And.
haben die F. nicht blos bei tem Hauptwall, fondern
auch bei Außenwerken fiir vertbeilbaft gehalten. In
ker neueften (deutjchen) Befeſtigungsmanier wird
tie 3. durch Deienfiolaiematten erjegt.
Fansse conche bis Kauft
Fausse couche (fpr. Foſſ kuſch), Fehlgeburt. | 1588, 1589, 1591, berauageg. von €
uſſet (fr., ſpr. Foſſä), fo v. w. Kalfet.
uſfigny, Provinz, jo v. w. Faucigny.
uſſiren (v. fr.), krumm bleiben, wenn etwas
es nicht jollte, z. B. eine Klinge.
Fauſt, 1) Anbeutung, wie fich ein Pferb durch
ben Zügel leiten läßt, jo: ein Pferd in die $.
nehmen, es burch bie Zügel fo handhaben, daß ee
gehorche; von der %. gehen, blo® auf Rachlaffen
bes Zügels fih in Galopp jeen; eine ſchwere
8. hat ein Reiter, wenn er den Bügel immer ftraff
anzieht; ein Pferd liegt ſchwer in der F.,
wenn es fich auf das Sehih ftarf auflehnt; 2) fo v.
w. Fauſtamboß; 8) öfterreichiichese Maß, um bie
Höbe der Pferbe zu meſſen, — 4 Zoll.
Kauft, 1) Guſt), Johann, Golbarbeiter u.
reiher Bürger in Mainz, verband fi um 1440 mit
@utenberg, welchem Geld feblte, um defienerfundene
Buchdruckerkunſt zu vervolllommnen, u. gab Beter
eheiffer, welcher bie Buchdruckerſchwärze erfand,
ſeine Tochter zur Ehe. Sie begannen einen Drud
der lateiniſchen Bibel; allein kaum waren einige
Bogen fertig, fo entzweiten ſich F. u. Gutenberg,
u. F. behielt ftatt feiner Forderung bie Druderei,
die er nun in Verbindung mit Schoiffer gemein-
ee trieb. Er reifte mit feiner Bibel nad
aris, verfaufte fie als gefchrieben fehr theuer u.
war fo ber erfte, unter beffen Namen bie Buch⸗
druderei belanut wurte. 5%. fl. 1466. Ganz ver⸗
ſchieden von ihm, obgleich oft mit ihm vermedhlelt
(wobei man den Mönchen bei. Schuld gab, F. wegen
der Echmälerung ihres Abſchreibeverdienſtes ver-
Täumbet zu haben) il: 2) Dr. Johann$., der Sage
nach ein berüdhtigter Schwarzlünftier, wahrjchein-
lich um 1480 zu Knittlingen (Kunblingen) im Würt-
teınbergifchen, nach anderen Angaben in Roba bei
Weimar cd. im Anhaltifhen geboren, fol in Krakau
tie Magie ludirt haben, in welcher er audy fpäter
feinen Famulus Wagner unterrichtete. Nachdem er
bie reiche Erbſchaft feines Cheine verſchwendet hatte,
machte er auf 24 Jahre einen Pact mit dem Teufel,
der ihm einen Geiſt, Mephiſtopheles (f. d.) genannt,
zur Verfügung ftellte. 5. bediente ſich ver Hülfe
deſſelben, um ſich Die Diittel zu feinem wüſten Leben
u. Treiben zu verfchaffen, reifte mit bemfelben um-
ber u. fette bie Welt durch feine Zaubereien n.
Wunder in Staunen, bis ihn enblic Im Dorfe
Rimlich bei Wittenberg (nach anderen Berichten in
einen ſchwäbiſchen Orte) der Zeufel umbradte.
Daß ein Mann, Namens Johann od. Georg Kauft,
ber durch feine Kenntniffe u. Tafchenfpielerfünfte
tem Tolle imponirte, wirklich etwa zwifchen 1480
u. 1540 gelebt babe, ift faum zu bezweifeln, ta er
von mebreren Zeitgenofien (Zritbemius, Diutianus
Aufus, Ich. Manlius x.) erwähnt u. befprochen
wird. Eein weitwerbreiteter Ruf veranlaftte, Daß
feit alten Zeiten umlaufente Geichichten von wun-
terbaren Künſten, welche von Albertus Dlagnus,
Erloif ven Fulda, Simon Magus, Ichannes
Teutonicus, Scotus, Baracelfus erzählt wurden,
durch Lie Tradition bes 16. Jahrb., vielleicht auch
durch bewußte Abfichtlichleit, auf feinen Namen
übertragen u. vereinigt wurten. Gin unbelannter
oberrheinifcher Autor veranftaltete bie erfie Samm⸗
lung ber Zauberſchwänle unter $-8 Namen (Hi-
storia von D. Ichann Kauften, den weitbeichrepten
Zanberer u. Schwarztünfler :c., zuerſi Frij. 1587,
wieder abgebrudt in Scheibles Klofter, Dh. 2,
1846), dierafch nach Niederdeutichland
Lüb. 1558), die Nieterlante u. Er
u. auch in Verſe gefleivet (Kopenh.
wurde. Unter Benubung Diefes I
einer banbfchriftlihen (ſchon vor ber
breiteten) Sammlung ftellte &. R. W
brei Theile Der wahrbaftigen Hifto'
grewlichen und abſchewlichen Sünben
auch von vielen wunderbarlichen v
abentheuren fo D. Johannes Yauftr
ben (Hamb. 1599, 3 Bde.), zuſammen
diefelben mit moralifirenden Anmeı
dem fouft allzu vedenklich erfcheinend
Eingang nicht zu erfchweren. Seitd
17 — das Fauſtbuch längere Zeit
von dem Nürnberger Arzte J. N. P
weiterten moraliihen Betrachtungen
gegen Mißdeutungen verwahrt wur
nach deſſen Tode (4. Ian. 1674) unte
Das ärgerliche Leben vnd ſchreckliche 6
beriichtigten Ert- Echwartlünftlere |
(Nürnb. 1674) erfchten. Diefe Arbeit
öfter gebrudt: Nürnb. 1681, 1685,
1717, 1726, Srtf. u. Lpz. 1726, Rent
die Anmerkungen). Die Grunblage
Jahrmarktevolksebuches bildet Des ba
Welt berufenen Ert - Schwarttiünftle
rer® D. Johann F. mit dem Teufel
Bündniß (Ari. u. Lpz. 1728), im
eine Wieberbolung ter Widmannſcher
effen Anmerkungen u. Betrachtungen
berlieferungen ber Volksbücher befla
zum Theil noch jet eine Reibe von S
ım Volke fort. Als das Vollsbuch F⸗
endet hatte, konnte es nicht fehlen,
Zauberbücher untergeſchoben wurden
hören unter Anderem: D. F⸗s groß
tiger Höllenzwang u. D. Fauſtens M
Wunderbuch od. der ſchwarze Habe, v
erftere 1509, das zmeite in Pyon 146%
fol, obgleich beide unzmeifelbaft im
18. Jahrh. verfaßt wurten. Da die}
blos den Moraliften, fontern aud I
reihen Stoff bot, jo wurde dieſelbe
der Dichtkunſt aufgefaßt. Neben ver
fung ſcheint ſchon am Ende bes 17
dramatiſche Dearbeitung in Aleraubri
worden zu fein, bie für das Volks⸗
theater verwentet wurbe u. Goethe zu
veranlaßte. Diejed noch gegenmärti,
nettentheatern in verjchiebenen Beart
Beliebte Buppenipiel von D. F. wurte
dinge (Epz. 18550) gedrudt. Wgl. ı
Puppenfpiel ven D. F., Beim. 1656.
lich iſt dieſe dramatiſche Form auf
Schauſpiel von Chrifiopb Marlowe
W. Miller, Berl. 1818), der feinen
1587 — 93 verfaßte, zurüczubeziehen
ſcheinlich durch bie engliihen Komik
Dentihland. Außer dem Puppenf)
15. Jabrb. aub ein Stild ven F.
Bühnen gegeben werben fein. Durch
matiihe Bearbeitung ber Hauftlage,
Theil unter dem Titel: D. F., eir
(tp3 1790), umgearbeitet ale: %., ı
Tüb. 1808), erſchien u. den nach
be ber zweite Theil (Stuttg. 183
Baufomboß bis Fauflina
tief philoſopbiſcher Aufiaflung zum | wierte mefienter, verfläßlter Hammer, mil welchem
trichen Auerrud für ben ewigen
tu. Boõſe, für das rubelofe Streben
Menichen erboben. Von anderen
7 Fauſtiage Lürften bervorzubeben
eifterbaftes Bruchſtück: F. u. Pie
n tefien Theatraliſchem Nachlaß,
.Müllers D. 5-8 Yeben, Danb.
Ss Leben, Tbaten u. Hölleniahrt,
1791; des Graten von Schen
Ichautpiel, Augsb. 1791; Schiufs
tiſche Bhantafte, nach einer Sage
Lpz. 1509; u. Klingemanns %.,
p3. 1515; ferner Die Arbeiten
sau, Braun von Brauntbal, Yec-
ich Die Biltente Kunſt nahm fchen
suftiage zum @egenitante, 3. B.
Chriſteph ven Sichem, jemwie ın
boethes Kauft Cornelius u. Nekich.
vr m Auerbache Keller in Leipzig,
Jakre 1525, Nellen einen Spul bar,
zhiftepheles in diefem Yocale aus⸗
M Über 5. u. die Faufiſage vgl.
m Eqruten von Neumann (Wittenb.
346) , ven zwei Anenumen (Gurieuie
x, Tree. u. Lpz. 1702, u. Hiſte⸗
wu. Zeil. 1722), von Türe, Heu⸗
Söhler (Hiſtoriſch⸗ kritiiche Unter⸗
1791:, bei. tie Abbandlungen
ı Rauımers bifterifchen: Taſchenbuch
m Ecmmer (in (Erich u. Grubers
Ext, Br. 42:, jomie Roſenkranz,
wunterbasen Diagus, zum Ber-
ſtichen Kabel, Halle 1329, u. Peter,
aufttage, 1949, 2. Aufl. 1851.
Sbriftorb, geb. 1755 au Roten
war früber Arzt in Rotenburg,
m, feit 1798 Schaumkurg -Yippe-
Rüdeburg, verbreitete jeine Ideen
a Belkeglück eifrig durch Schrif⸗
nGeſundheite katechie mus, Bücdeb.
pꝛ 1802 (auch lateiniſch, böhmiſch
ser Schriit: Wie iſt Ber Geſchlechts⸗
sen in Ordnung zu bringen?
‚ engliih Yend. 1742) trug er bei.
te Kinterfleitung an n. eiierte
Tragen ber Heſen, legte dies auch
Nationalverſammlung in einer
a6b. 17392, vor; er ſchr. für Aus»
tterpeit, Büdeb. 1794, u. ſendete
5 zu Raſiadt, 1798 u. 1800, Fol.,
s Die Kubpeden kelannt wurden,
e allgemeinen Inıpfung derſelben
x eine eigene Beinbruchmaſchine,
heburtslager nebſt Wiege, Büdeb.
‚u.2.a.an. In fpäterer Zeit ift
ze Borfchläge zu Anlegung einer
die genau nah Südoſten Rerb-
u follte, fo daß alle Wobhnungen
le Gärten nach Nerden zu lägen,
ige zu Ginrichtung ven Kornver⸗
ru u Kornpapieren, Hann. 13925,
u. Erf. 1642 in Rüdeburg.
‚ feiner Amboß mit glatter Babn,
uäzufchlichten; bat er eine runde
T Baatambofeiien.
„altes turzes Schießaewebr, Piſtol.
626 Zoll ianger, I! Zoll ins de»
ber Bergmann das Giien in das Seflein treibt; er
bat zwei breite verfläblie Bahnen (Aäufeibabnen) ;
ber eilerne Theil beißt Mänfteleiten, ber hölzerne
Stiel Bäukteibeim. Man untericheider nach dem Ge⸗
brand: Hand⸗, Ort⸗, Keil⸗, Runf-, Fim⸗
mel⸗, Satze, Bohr⸗ u. Schneidefäuſtel.
letzter bat ſiatt der zweiten Bahn eine Schärfe,
rechtwinlelig auf der Achſe des Helme ſtehend, um
Lie haltigen Exlden von den tauben recht genau
trennen au fönnen. Die gewöbnliden F. miegen
6 Pfe., Die Bohrfüuftel zum zweimännigen Bohren
aber 16 Fir.
—— (Kürſchn.), ſ. u. Handſchuh.
uſthobel, gewöhnliche kleine Hobel.
Fauſthuhn (Syrrhaptes Jllig., IIeteroelytus
Vieill.), Gattung aus der Familie ter Sand⸗
bübner, den Welthühnern verwandt; Schnabel
kurz, dünn, gewölbt, Nafenbede befledert, Daumen
feblt, alle Zehen vermadien u. wie der Yauf mit
furzem Klaus: Fügel flach, lang u. ſpitz, wie bei
Zauben ; lebe monogamiſch, füttern aber Die Jungen
nicht u. bemobnen bie Steppenläuter Aſiens; Art:
Baſtardhuhn (S. paradoxus, Tetrao parad,
Pal), oben gran u. ſchwarz geſchuppt, unten
ſchwarz, Flügel rörhlich braun, mit einigen gelben
Fleden u. Ringel am Halle; in der Tatarei.
Fauſtin (v. lat.), der Glückliche, männlicher
Borname.
Fauftin I. (Soulouque), Kaifer von Hayti,
wurte 1737 als Eklav in Petit (Yrava geboren u.
erbielt nach Aufhebung der Sklaverei u. ter ſranzö⸗
ſiſchen Solonien 1793 feine Areibeit. In feinem
16. Jabre trat er ale gemeiner Soldat ınter Defla-
lines in Dienfle, awancirte bald, kam 1811 zur
Savaflerie u. erbielt 1820 eine Dauptinanneftelle.
Unter ber Präſidentſchaft Boyers gebörte er zu deſſen
Umgebung; 1840 wurde er Major u. 1943 Oberſt;
1846 erhielt er als General bie Commandantur von
Portau-Brince u. murte nach Richere Tote, 1547,
Präfident Der Republif. Gin von ihm vorbereiteter
Staarsftreich gegen bie Farbigen fam 1945 im
April zur Ausführung. Um einer angebliden Ver⸗
ihiwörung ter Mulatten rechtzeitig entgegen zu
treten, wurden biefe in einem faft viertägigen Blut⸗
bade theile in ten Häufern u. Straßen nieberge-
ınegelt, tbeila obne alle Korm hingerichtet. Seine
Dachte befeftinte fich feit dieſer bintigen Kataſtrophe;
obgleich ein gegen ten öſtlichen, fpanifch redenden
Zbeil ter Inſel Hayti, gegen bie Mulattenrepublil
San Domingo gerihteter Feldzug, um auch Biefe
zu unterwerjen, nicht glüdlich ausfiel, fo bemäch⸗
tigte er fih Loch 1849 ın Pert-au-Prince ber eber⸗
fien Staategewalt u. wurde 1850 ale %. I. zum
Kaifer von Hayti gefrönt. Eine nochmtalige Krönung
erfolgte am 18. April 1852. Über feine Regierung
u. feine unglüdlicden Kriege gegen Die Republik
S. Demingo ſ. u. Hayti (Beich.). Die Einrichtung
feines Hofes nach franzefiibem Muſter u. feine
Nachahmung der Napeleoniſchen Staatseinrihtune
gen, wobei er e& nur zur einer Carricatur derſelben
bringen konnte, baben ihn in den Augen Der civi⸗
tifirten Welt zu einer lächerlicben Figur gemacht,
wäbrent feine barbariſche Willfürberrichaft die finan⸗
ielle Kraft u. ten gefeßlichen Halt ſeines Reiches
In gänzlich zerrütteten. Seine Gemablin heißt
Zurita.
Fauſtina (db. i. Glücliche), weiblicher Name;
: 440
Faͤuftinopolis bis Favale
1) Aıınia Galeria F., Tochter des Präfecten | Befugniß des Adels, mittelſt tes
Aunius Berus, Gemahlin des Kaifers Antoninus | Gelbftgenugtbuung zu verichaffen. -
Bius; fie ft. 141 n. Chr., im britten Sabre nach
ihrer Dermählung, an ben Folgen ihrer Aus-
fchweifungen. Zu ihrem Gedächtniß murbe eine
Waiſenanſtalt für Mädchen errichtet; die Darin auf.
genonmenen bießen Faustinlänae, vgl. Alimen-
Konrad II. bekräftigte Gottesfriede 10
u. Burgfriede unter Friedrich I. for
nur wenig mildern. Erſt ala Das j
Interregriums, 00n1250— 73, feinen
punkt erreicht hatte, u. ber Geift edl
tarii 2). 2) Annia$. (F. die Jüngere), Toch⸗ | mit feinen Fehdegeſetzen einſchritt, ve
ter der Bor., Gemahlin Marc Aurels, ansichmei-
fend, jedoch in ihres Gemahls Seltftbetrachtungen
ſehr erhoben; fie ft. 175 auf einer Reife zu Halala
in Rataonien (f. Fauſtinopolis). 8) Annta, Enle⸗
lin der Bor., Tochter des Claudius Severus, Ge-
mahlin des Pomponius Bafius, Statthalters von
Möſien, dann des Mörders ihres Gemahls, des |
Kaijers Ad ae ber fe berftieß. 4) F., Wittwe
des Kaiſers Conſtantius IL, warf ſich mit ihrer
Toter Conſtautia dem gegen Balentinian ale Ge⸗
genkaiſer fich erbebenden Prokopius in die Arme,
unterftütte denjelben u. vermählte fih mit ihm.
. Fauſtinopblis (a. Geogr.), Stabt in Kataonien
in Alten, vom Kaijer Marc Aurel an ber Stelle bes
Fledens Halala gegründet, nachdem bier 175 n.
Chr. feine Gemahlin Fauſtina geftorben war. Der
Ort wurde zur Colonte erhoben u. der Fauftina ein |
Tempel gemweibet; fpäter wurden in bemjelben bie
Kaiſer Saracalla u. Heliogabalus verehrt.
Fauftituß, römiſche Gottheit ber gebeiblichen
Vicehzucht u. der Aderiruditbarteit.
Sauftfampf (gr. Pygme, lat. Pugilatus),
Kampf, in welchem fi Die Kämpfer (Pugiles,
Byltä) mit der Hand, bie fie bi8 an den Unter-
arm mit dem Himas (lat. Cestus, Cäftus,
einen ftarlen, rindsledernen Riemen, welcher
ſpäter noch mit Blei od. Eiſenſtücken verſehen
wurde) ummidelt hatten, ob. auch mit ber bloßen
geballten Kauft in das Geſicht u. vorzüglich hinter
Die Ohren fchlugen. Verwahrt waren fie am Kopfe
egen gefährlihe Schläge Durch tie Amphotig |
t winde entfteben.
eine wollene od. leberne, mit Blech beſetzte Obr-
Tappe), wiewohl dennod oft Einem die Hirnfchale
zerichlagen wurde. An einen andern Theil bes Kör⸗
pers ale auf den Kopf zu ichlagen, verbot bas
Kampfgeſetz. Stürzte der Eine von einem Schlag
Ben nieder, jo war er befiegt, u. ter Andere
urfte nichts niehr gegen ibn unternebmen. Bei
dem einfaden F. war auch fireng verboten, ben
Gegner niederzumwerfen; dagegen gab es einen mit
Ringen verbundenen $., Panlration (bie Käm-
pier Banlratiaften). Die Fauſtkämpfer pflegten
den Apollon um Beiftand beim Kampf anzufleben,
weil berfelbe einft ben gegen bie Götter freveinben
Phorbas im Fauftlanıpfe erlegt hatte. Gemwöhnlicher |
war ber. auf ben griechifhen, als römijchen Xamıpfe
plätzen. Als Vorbild aller Zauftlänpfer galt Boly«
beufes (Bollug).
Fäuſtling, 1) (Kürſchn. u. Strumpfw.), f. u.
Handſchuh; 2) ein breijähriger Karpfen zum Sat.
Fauftpfand (lat. Pignus), ein bemegliches
Werthſtück, welches als Pfand fiir ein Darlebn dem
Feuftgläubiger (Creditor pignoratitius) überliefert
it, f. u. Pfand u. Gläubiger.
uftpinfel, der Binjel der Maurer.
auftrecht (Jus manuarium), bie feit ber Au⸗
legung fefter Burgen, bei ber Eriegerifchen Hcheit
des Mittelalters u. ber Unnolllommenbeit u. Kraft⸗
Iofigfeit des damaligen Rechts, fih im 8. Jahrh.
bon Habsburg, der viele Raubichlöf
abzuschaffen; zwar erbob es nach fei
Haupt noch einmal gegen die Golden
allein die Bildung des Schwäbilchen
ber Ewige Yandfriebe u. Die von Ma
ebene KanınıergerichtSorbniung 149
bien ein Ende. Bon da kamen
Anwendung bes F⸗s nur einzeln vor,
im den Grumbachſchen Händeln, u. |
Ende des 16. Jabrh. gänzlich auf. F.
‚meine Gejchichte des $-8 in Deutſchla!
Fauſtriemen, bie Trobbel des P
Savalleriejäbel.
Fauftfage, f. u. Fauſt 2).
Waujtjäge, fo v. w. Handſäge.
Fauſtſaßz, Fiſchſatz aus ung
auftilus, Hirt, Gatte der Acca
auftus, 1) F., Biſchof zu €
Jahrh. berühmt Durch feine Bertheibi
nichäismus; gegen ihn ſchrieb Auge
Viſchof von Rhegium, geb. in Eng
Klofters Lirinum, vertheibigte geg
die ſemipelagianiſche Anſicht, die er
in ſeiner Schrift: De gratia dei
| mentis libero arbitrio. Er ſt. um
Fa ut, f. u. Solimifation.
. Faute (ir., ſpr. Foht), Fehler, X
mieux (fpr. Foh d'miö), in Erme
Beilern.
Fauten (Seem.), die Furchen ob.
die auf der Oberfläche eines Taues
—— (v. fr., fpr. Fotolj), fo!
autfracht, Bergiltung, welche
fordern hat, wenn ber Betrachter !
nicht zu ber contractlichen Zeit an B
n. das Echiff ohne dieſelben abfahren
trägt gewöhnlich das Ganze der bebu
Hebt der Beirachter den Contract a
Schiff angefangen bat zu laden, fo
eine geringere F., meift bie Hälfte,
zu zablen.
“ Fautor (lat.), Gönner, Beförbe:
Beforderer des Berbrechens, |. u. (
delictum.
Faupille (ſpr. Fohwill), Markt‘
rondiſſement Yvetot des franzöfiichen
| Seine -inffrieure; 1400 Em.
Faux (lat., Schlund, Bot.), die
einem röhrenförmigen Pflanzentbeile,
mwachjenblätterigen Blumenfrone, bi
Saum übergeht u. Die oft eingefchnit
bei ber kugel⸗ u. glodenförmigen
cd: mo der Saum zurüdgeichlagen il
| rad» n. präfentirtellerförmigen Blum
Faux (fr., ſpr. Foh), falſch, un
F. pas (ipr. Foh pab), Febltritt.
a Heine ſpaniſche Ruderſchal
aväle, Marktflecken am Sinno in
ausbildende, 6 Jahrhunderte hindurch währende negro der neapolitan. Provinz Bafilic
Favanconrt bis Favolus " 141
rt, ſ. Berneb - Kapanccurt. engliſchen Grafſchaft Keut; 4000 Ew.: bier einige
zleden in der ſicilijchen Previnz Gir· Pulpermiiblen.
rebigen Schwefelgruben u. 300 Gm. Favöte linguis (lat.), enthaltet eucb profaner
—* lade (ipr. Fawabr d' vanalad). Webe! rief der römiſche Prieſier beim Beginn bee
ean, Baron be F., geb. um 1769 Opiero.
eur im Be;irf Mohr, wurde febr | Faveur itr., fpr. Fawẽhr), 1) Gunſt, Gewogen⸗
entsatrccar in Paris, 1792 Com⸗heit; 2) Gunſt, wenn Waaren od. bie Actien ge⸗
Civilgericht in Iſſoir, 1795 u. 98 , fucht find u. dadurch im Preife fleigen. Daher
dann Mitglied des Rathes ber Fünf | Baveurtage, fo v. w. Reipecttage.
fidirte nach ber Revolution vom 18. ı Faviäna (a. Geogr.), römiſches Caſtell in No⸗
ige Zeitim Tribunal, fam 1808 ale | ricum, unmeit ber Mündung ber Enne.
Kaffationehof, trat im Geſeygebenden Faviäna actıo, tie Rlage, melde nach römi-
Kaiſerreich auf, wurte 1913 Staats» | fhem Recht dem Patren, wenn ihm ter reigelaf-
der er 1317 von der Reftauration bee | fene zwar im Zeftament zum Erben eingejett, aber
‚uf. 1931 in Paris. Er fchr. u.’a.: ; ben ibn gebührenten Pflichttheil Durch doloſe Ver⸗
du code virvil ete., Bar. 1902, | äußerungen unter Lebenden gefehmälert batte, auf
ie civil «les Francnis etc., ebd. 1304, | Revocation dieſer Veränßerungen eingeräumt war.
pertoire de la nouvelle legislation | Cine unbegrüntete Praris hat Diele Klage als Actio
|
|
|
|
ter. 1823, 5 Bde. quasi-Faviana auch anterıt Pilichttbeilsberechtig-
ier. Fawahrd, 1) Cbarles Simon, | ten gegen übnlide deleſe Veräußerungen einräu⸗
Bariz, mar Director einer Schaufpieler- , men wellen, wogegen die neuere Doctrin fich er»
die ten Narichall ven Sacjen ins gelb | Märt bat.
Rach Faris zurüdgelebrt, widmete er Favier iſpr. Fawieb), franzcfiiher Tirlomat,
wußte Theatermuſikeu. war der Ere | geb. zu Anfang tes 18. Jahrh., murke, erſt 2u Jabre
Koxenäss. Er it. 1792 u. ſchr. u. a.: | alt, Generaliecretär ber Etrünte von Yanquebec,
ı T’epreave, Ninette & la cour ıbier- | mußte dieſe Stelle aber wieder aufgeben u fintirte
6 Erttihen am Hcie), La belle Arsene Geſchichte u. Politit, wurde Eecretär bei ber iran⸗
Meifner, £r; 1778); La rosiere de ! zöflfhen Geſandtichaft in Turin u. wurde fpüter gu
m. a., gefammelt, Par. 1763, 5 Vte.; , verjcbietenen gebeimen Eentungen von dem frane
Pe. 1809, 3 Bde.; er fchr. auch Lie zöſiſchen Niniferium vermanbt, ınnfte aber flüch⸗
ten u. begab fi nach England u. Holland, we ihn
Prinz Heinrich von Preußen kennen lernte, ınit dem
er in geheimen Briefwechſel trat. Ber Anbalt diefer
Briefe wurde Beranlafiung zu feiner nachmaligen
Berbaftung in Samburg; er wurde in bie Baftılle
te: La France delivree u. Alphons.
Juſtine Benoite, geb. Cabaret
'3d, geb. 1727 ın Avignon, Gattin
zeg mit ibrem Gatten als Mitglied
zigal ven Sachſen mitgenommenen
rurpe nach Flandern u. kehrte, ale fie
ebten Zutringlichleit des Marſchalls
rwebren kennte, nach Paris zurüd.
ın. Echauipielerin an der italieniichen
‚trug fie zur Verbeſſerung des Theater⸗
t, intem fie eine tem Charalter der | 2 Ute; Le pocte reforme etc., Amſterd. 1748;
Gen angemefiene Coflumirung burd- | Mdmoires secrets de Milord Bolingbroke,
| gebracht u. erhielt nach feiner Kreilaffung auch feine
112 ın Paris u. jhr.: Die Bezauber⸗ aus dem Engliiden, Tond. 1754, 3 Bde.: Doutes
nflellumg wieder; Ludwig XVI. fegte ibnt einen
Jahresegebalt auf, u. er fl. 1754. Erjcr. anonym:
Essai historique et [ofrime sur le gonver-
nenient present de la Hollande, vond. 1748,
u. Hannchen. et questions sur le traite de Versailles, ebd.
se. Fadiden, Inſel im Golf von Georgia, | 1778; Lettres sur la Ilollande, Haaq 17%0, 2
Infel Quadra Vancouveur (Meftlüfte | Bde.; mit Hinzuiügung ſeines Namens: Keillexions
Rertamerila: u. tem Feſtlande ge- | contre le traité de 1756; auch redigirte er nit
ehört durch Schenfungsurkunde ter | Roufleau, Freron, Arnaud u. Suarb das ‚Journal
iv Compagnie an u. ift zur Eultur | diranger. Gin Theil feiner pelitifhen Schriften
efammelt ven Zegur unter dem Titel: Politique
de tons les cabinets de l’Europe pendant les
regnes de Louis XV. et de Louis XVI. 1793,
Waben, Pot), Pflanzentheile, vie
ale ten Pienenmaben gleichen; daher
fieinmwabig) u. Fariaus (maben- | 2
regelmäßigen ediyen, nur durch dünne Favignana (ſpr. Fawinjana), 1) die größte der
e getrennten Vertieſungen verſeben. Agatiſchen Inſeln an ter Weſtküfie Siciliens; 250Q
‚a. Geogr.), Stadt im Ciepadaniſchen Ew., welche den Bau von Wein u. Südfrüchten,
eritalien), am Anemo; mit Linnen⸗Zucht von Ziegen, Schafen, Federvieb, Kaninchen,
. Gaenia, f.d. hunfiſchfang u. Sarbellenflicherei betreiben; 2)
„Marktflecden u. Hauptort des glei» ! Hauptort auf der Rortlüfte mit Anterplat ; Daneben
126 in ter farkiniihen Provinz ber | bie beiten Foris San Leonardo u. San Gia-
krieirt Eiſenaaren, Eeitenzeuge,teter ' como.
zo, Chf- u. Weinbau u. Viehzucht; Favlla, f. Fafla.
Favissae (ren. Ant.), cifternenähnliche Bebält-
u (fer. Kamernäh), Stadt an ber Lan⸗ | nifie auf dem Sapitel, worin heilige, unbrauchbar
zenkifiement Befcul des franzöfiihen gewordene Gerätbſchaf:en aufbewahrt wurden. '
t8 Saute-Saune; Kandel mit Wein vn (tän), ion. m. Karten (f. d.).
Gerberei; 1650 Ew. , avaluß, 1) F. Fr., Vilzgattung auster Klaſſe
om (ipr. Kämwerehäm), Stadt in ber | Kymenomycetes-P’ileati-Agaricıni; Arten aus-
ke.
142
milie ber Hymenomycetes-Pileati-Polypcrei.
Favonia (Munplofe, Acotyla Latr.),
Strablthiergattung aus der Familie der Quallen.
Favonii portus (a. Geogr.), Hafen auf Eor-
fica; j. Borto Favone. .
Favonius, 1) Marcus, römifcher Senator,
wurde 53 v. Chr. Adil n. 50 Prätor. Als Eäfar
im Jahre 49 gegen Rom anrüdte, verband er fi
mit Pompejus, deſſen geinb er früher geweſen war,
u. blieb bis zu deffen Tode fein Anhänger. Nach
Rom zurücdgelehrt, wurbe er zwar von Käfer be-
guebist, feste fih aber mit Brutus u. Caſſius in
erbindnng, weshalb er nad Cäſars Ermordung
aus Rom gemiefen, in ber Schlacht bei Philippi
von den Triumvirn gelon en genommen u. hin⸗
gerichtet wurde. 2) Romiſcher Name des Zephyros.
Favor (lat.), Gunſt, Begünftigung; F. defen-
sienis, alle vie Erleichterungen u. Hülfen, wmelche
im Eriminalproceß einem Angejchultigten zu feiner
Entfhuldigung zu Gute fommen, 3. B. daß dem
Angeſchuldigten zu möglichſt vollftändiger Ausfüh-
zung feiner Bertbeidigung immer das lettte Wort
gebührt, daß er feinen Bertheibiger frei wählen
darf u. a. Im Inquifitionsprocejje bildete man,
geſtützt hierauf, auch ben Sat and, daß man bei
dem Entſchuldigungsbeweiſe bie Regeln über Er-
langung ber Gewißheit nicht fo ftreng zu nehmen
brauche, als bei dem Anſchuldigungsbeweiſe. Allein
bie neuere Doctrin hat biejen Ent verworfen.
Ähnliche Begünſtigungen hat auch im Civilproceſſe
ber Bellagte gegenüber dem Kläger, wie z. B. ber
Sat: In dubio pro reo (im Zweifel ift für ben
Bellagten zu enticheiten), barthut.
a (v. fr.), günftig, holt.
voretthen, dünne Loden, bei rauen an
beiden Seiten der Stirne.
Favorinus, 1) %., geb. zu Arelate im legten
Viertel des 1. Jahrh. v. Chr., findirte in Rom,
Griedhenland u. Kieinafien u. lebte dann in Rom, wo
er die Gunſt des Kaiſers Habrian genof u. eine Rhe⸗
toriſche u. Philoſophiſche Schule eröffnete; er ſchr.:
Anournuvrsvuare, Ilarıodarn ioropte ıc.,
von denen nur noch Fragmente übrig find in Yabri-
cius Bibliotheca gr.. 3. Bd.; Febensbefchreibung
von Marres, litr. 19853; 2) fo v. m. Phavorinus.
Favorifiren (v. fr.), begünſtigen; Yevorit,
Gunſtling; Savorite, erflärte Geliebte eines Für⸗
ſten; Yaverite- Sultanin, biejenige Gemahlin bes
Großſultans, welche demſelben ben erften Sohn ge-
boren bat.
Wavorite, 1) (Alte %.), Luſtſchloß in der Peo-
poltftabt bei Wien; 1683 von ben Türfen zerfiört;
dabei der Augarten; 2) (Neue %.), Suftichloß auf
der Wieden bei Wien, jet Thereſianiſche Ritter⸗
alabdemie; 8) Luſiſchloß Des Großberzogs ven Ba-
den bei Raftabt, 1725 von ter Wittme bes Mark⸗
grafen Ludwig Wilbelm erbaut; vgl. Beuſt, Favo⸗
rite, Raft. 1856; 4) königliches Luſtſchloß in einem
Walte bei Ludwigsburg ım miürttembergifchen Neo
darkreife; 5) früher Schloß vor Mainz, jet aber
abgebrochen.
Favoritisſsmus (v. fr.), tie Schwachheit, fi
son denen beberrichen zu laſſen, welchen man bei.
gewogen ift
Favoſite (Farosiies Zam.), Gattung ber Boren-
torallen (f. d.).
Favras (Ipr. Fawrah), Thom. Mahe, Marauis |
Favonia bis Favre
landiſch; 2) F. Palis. (Polyporus), aus ber Fa⸗
! $ | Revolution Offizier in der Schweizerga
von F., geb. 1744 in Blois, war zu Aufl
Brinzen Ludwig u. fol mit dem Prinzen d
gemacht haben, bie conftituirente Berfez
aufuldjen, ben König, deſſen Bruder, auf
u. fich jeleft zum König zu machen; aber vg
wurde er von Pafapette verhaftet n. am M
1790 gehenkt. Der Prinz Ludwig längnele |
feine Mitwiffenfchaft, aber (ale Ludwi
zur Regierung gelommen, bemilligte er
eine Benfion.
vrat, Franz Andreas von F., geb
Schleſien, mar int Siebenjährigen Kriege!
mann u. abancirte zum preußıfchen Ge
Infanterie u. Gouverneur von Bla, Faf
bis 1796 ein Commando in Polen u. 1
war noch flärker als Auguft ber Starke; —
Mémoires por servir à l’hist, de
depuis 1794 jusqu’& 1796, Berl. 1799.
ndre (|pr. Zawer), 1) Pierre, gb. 3
Pilfaret in Savoven, hütete Anfangs be
wurde fpäter zum Geifllichen befimmt z.}
feit 1527 in Paris. Als Ignaz Loyols mi)
fam, um ven philoſophiſchen Curfus‘ze.
wurde ihm %. zum Repetitor gegeben; Sp
bedte ibm u. deſſen Stubengenoſſen, AJ
Fr. Xavier, ten Plan zur Gründung e
Ordens; Beide fchlofien fih ihm au
15. Aug. 1534 in ber Abtei auf Demi
mit noch Drei Anderen ibr Gelübbe ab.
wohin fih F. zur Peflätigung bes UM
Loyola gewandt batte, wurde er x
logie, ebenfo fpäter in Parma; 1541 war
Regensburg geſandt u. verbreitete in De
wo er-1544 das Iefuiter- Collegium in KR
u. Spanien ten neuen Orden. Erf. 1546
Man bat von ibm einige Briefe, die mit dei
Caniſius getrudt find; fein Leben befdzcd
Orlanbini in der Historia societatis Je
1615, Fol., bef. gedruckt Lyon 1617. 2) Ant
reiberr v. Peroges befannter als Antı
aber, er. 1557 in Bourg en Breffe, fl
aris u. :
urin, wurde vom Herzog Emm
von Savoyen zum erften Präfidenten bes
von Savoyen ernannt, war großer Rech
u. Staatsmann u. ft. 1624 in Cham
ihr. u. a.: De erroribus pragmaticoı
interpretum juris, Lyon 1658, 2®be.; Cor
in pandectas, ebd. 1659— 63, 6 The;
Fabricianus, ebd. 1661; Conjectura je
ebd. 1661; gejammelt als Opera jurid
1658 — 63, 10 Bbe., Fol.; er war auch!
3) Peter Kranz, geb. zu Anfang des 19.
von katholiſchen Eltern zu St. Barthelemii
ton Waadt, wurde Priefler zu Laudun in
languebec u. begleitete ala Secretär u. Bei
ben Biſchof von Halifarnafius, Franz be la!
der als Vifitator nach Cochinchina ging, ı
Unmejen ber jeiuitifchen Miſſionäre, welche!
nifchen Gebräuche mit dem Chriſtenthum ver
wollten, zu fteuern, auf dieſer Erpebitio!
Biſchof machte ihn in Cochinchina zum Prol
ber füblichen Provinzen, Beide aber Ienntei
gegen die Jeſuiten ausrichten, ber Wifchof fl
u. %. fab fich genötbigt, 1742 nach Frankr
rückzulehren. In feiner Heimath brachten
Jeſuiten babin, daß %. alle priefterlichen Yun
nterfagt wurden; er fl. um 1783 3u Affen ı
Yan Bis
aR
e la Baume à la Cochin-
ı wieber i in Breibeit Are 1934
vor dem Paire-
u bolitich 1848 ernannte
pam General — im Miuiſte⸗
un. am 11. Mai d. I. wurde er
e Deo Auswärtigen. Als er im
Isaftituirente Berfammiung trat,
teuf. Im Imi 1851 wurde er
Mr Reoifion der Berfaflung ge- |
iger mebrerer An —3*
ch dem Staateſtrei
* wieder
67 vertheidigte er
— u. 1858 Sen u
Bei der Wahl 1858 she
1 —* von ber Oppofition auf⸗
gegen den a erungscanbibaten
ĩ —— edner u. tüchtiger
Cabvaignace Tobe ald das Haupt
na Oppofitten in Frankreich.
eine chroniſche Hautfrankheit, fo
—* 1) Guy, geb. 1570 in
dienfle, trat von ber Bro»
tasbeliichen Kirche Aber u. über-
| mailen Si ulververf[hmwärung
rlamentebaufe an⸗
ber bresmenten Lunte vor den
wurde er arretirt u., nad
acht worten war, hinge-
ıb ve, XI. Noch jet wird
an Die Eutdedung ber Berſchwo⸗
br, als age — 3
* biyarı anfgepußter Stro
. beißt, unter bem Ruf
PA t un. enblid ins =.
— 1721, —
n. ſt. daſelbſt 1777; er war
je auch Anakreon, Bion andere
u ns jeng-® des
enjend⸗
—— Anıted: an Far iR
Gelten, a‘ nee n. Sie fi
ı Bauen; 4000 Fuß
en auf ve Oſſtuſte von Bert»
tüfte von Ielanb.
rompete), ſprich⸗
nden, wurbe
eurieudes sur la visite |
dadb herbe Y
en a —— der von
— IR 2. — Baia den 6
1807; Fri Bohren
ebb. is1s; — PN Koriemaji NE
Aphorismen), Bien 1820 (n. U
eg, Lange
Se ze. ende Upr. X Fesmilne
— et wie durch ee.
von 1928— 32 feierte fie ihre größten Tri
am Théatre de Madame in Paris, bem
berigen Gymnase dramatique; fie
1833 od. 1834 mit San Bolnys, ann
— Bühne, u. nahm mit ihm bal
ein Engagement am Théatre francais *
Behr Jeder nad 92 Yabrenen des G —
u. in ihre eigentliche Sphäre,
ci 8) ihr eb), rer eergmig, 96.
807 in New⸗York, widmete ſich —
an Teak te fich aber bafb mehr auf fee.
an binge) en, ——— —
nach ſeiner =
— 1837 ale 2 ae
De Dip übern FE 1848-40 als
der 324
n. In ai wir-
55— ich⸗
eit des Duello. Bon en alte if Ulric, or
The voicesba&bebeutenbfle. 4) Jo fepd,geb. 1813
in Ku, bildete fi) auf der Düffeltorfer Mlabemie
pa? rienmaler, ging zu feiner weiteren Aus⸗
nach Paris n. trat 1840 mit Kam &imfon
u. Delila ale Künfller auf. 1844 wu
um im Nathbaus zu Giberfelb die Ur —* ber
alten Deutſchen bie zur ne t zu malen.
Bon feinen fpäteren Gemälden or
find
befannt: Romeo u. Julie (1846), Bretihen m Ge
fängniß (1847). Wud mehrere Srnrebifder rühren
von E. ber, barımier ber Sonntag en 1854).
Fayal, "Jurfel, sur mittleren Ormppe der
(Norbweiitüfe von Afrila) gebörig, 2,5 OM.; Reile
Küfen, mur an ber Siidoftjelte eine weite Bucht
mit SR} ; febr frudibar an Getreide u. Süd»
fellhten; Walbungen von Ulmen, Eſchen, 8
nien ır. Morten ; Schweinaudt, viele Kami
Kanarienvögel it. mt Innern gebirgig (bis zu
3000 Fuß bob), mit dem Thal u. See von Cal⸗
beira; lebbafter Handel mit Europa; 24,000 Ew,
— w. Neger; Hauptfſtadt: sn.
valit, ein ſchla enäbnlicheß Mineral
geünlichichtwarger ob. pechſchwarzer
rchfichti. fett» bis metallglänzenb,
Gesicht if 4,1, feine Härte 6—7; 8 t
Weſenllichen —— — Gifenarybui u.
SCH uf Der Anfel
vd herbe —* "Fühter), Uncere, geb. 1617
gr ee
444
verdankte Rubens. feine künſtleriſche Ausbilbung.
Er dehnte fpäter feine fünftlerifche Thätigleit auch
auf Lie Baukunſt aus u. fl. 1694 in Mecheln. Nach
feinen Plänen wurde bie Liebfrauenkicche in Mecheln
erbaut, beren Hochaltar von feiner Hand herrührt.
Statuen u. Büften, auch Grabtenfmäler von F.
finden fih haufig in Belgien.
. Faydit (fpr. Fähdih), Gaucelm, geb. 1190 zu
Uzerche in Haut-Vienne, trieb fi ala Troubabour
nit einer öffentlichen Dirne herum, ging nach- Ita-
lien an den Hof des Grafen Bonifactus von Mont»
ferrat, machte 1212 mit diefem ben Krenzzug mit
n. ft. 1240. Eeine Gebichte, in denen er bei. jeine
Liebe zu Maria von Bentabour, Tochter Boſos II.
u. Gemahlin Des Grafen Eblas von Ventadour,
befingt, ftehen in Raynouard, Choix de podsies
origtmales des Troubadours, Bar. 1816 ff.,
Fayence (ſpr. Sajangs), Marktfleden ini Ar-
rondiſſement Draguignan des franzöftfchen Depar⸗
tements. Bar; Glas- u. Fayencefabrif; 3000 Em.
Fayence (fpr. Fajangs), ein weißes Steingut
mit einer bedenten dinnhaltigen Bleiglafur. ie
wurbe bereits im 16. Jahrh. zu Faenza in Italien
(daher ter Name) verfertigt u. bildete die Grunde
‚lage der Majolika (ſ. d.), mit bunten Verzierungen
edelſter Zeichnung, welche auf das Geſchirr zu machen
ſelbſt große Künftler nicht unter ihrer Würde hielten.
Die F. ift nicht jo gut wie Das jetige feine weiße
Steingut, aber befier ale gewöhnliche Töpferwaaren.
Die F. wirb zmeintal gebrannt u. finbet bei ben
lafirten Kachelöfen Anwendung... Das Eteingut
Bat pie alte F. ganz verdrängt.
Bayenceblau, in ben Zeugtrudereien blaue
Mufter auf weißem Grunde, bie mittelft Indigo
abgedrudt werben.
ayette (fpr. Faijett), 1) Grafſchaft im Staate
Pennſylvanien (Nertamerila); 37 OM.; gebirgig..
durch Zweige des Alleghany⸗Gebirges (Laurel⸗Hi
od. Laurel⸗ inge im Often, Ebefinut-Ritge in Ir»
nern) ; Flüffe: Dionongahela-River, Youghioghaur⸗
Kiver, NRedftone, Dunlap's, Indian u. Jacob's⸗
Sreets; Boden fruchtbar, im Nordweſten Ader-, im
brigen Weiteland ; Broducte: Korn, Weizen, Ha⸗
fer: Rindvieh⸗ u. Schafzucht; Eifen- u. Steintoh-
Ienlager;; Gemerbtbätigkeit in Wolle, Hof, Eifen u.
Leber; Danpfiifffahrt auf bem Monongatela; or-
‘ganifirt 1783 u., mie bie übrigen gleichnami-
gen Grafichaften nach dem Marquis Lafayette be-
nannt; 1850: 39,112 Ew.; Hauptftabtr Unione
town. 2) Grafſchaft in Staate Virginia; 36 OM.;
ebirgig (Gauley u. Sewell Mountains); Flüffe:
Kanawha od. New- River, Gauley-Niver, Diea-
dow⸗River (Grenzfluß gegen Norbofen); Boden
fruchtbar; Probucte: ais, Weizen, Hafer,
ARindviebzucht; Eifenlager; bie Covington - Obhio-
Eiſenbahn durchſchneidet bie Grafſchaft; 1850:
3955 Ew., worunter 156 Sklaven; Hauptort:
Fayetteville. 8) Grafſchaft im Staate Georgia;
22! OM.; vom Flint-River, Wbitervater, Line⸗ u.
Aofe-Creets durdfloffen; Boten eben u. nicht Iedt
Intbar Producte: Granit n. Eifen; Baummolle,
ais, Weizen, Hafer, Bataten; die Macon + We-
ern- u. Atlanta« 2a Grange- Eifenbahnnen durch⸗
chneiden die Grafſchaft; 1850: 8709 Ew., worun⸗
ter 1965 Sklaven; Hauptort: Fayetteville; 4)
Grafſchaft im Staate Alabama, an den Staat Mij-
fiffippi grenzend ; 42 OM.; vom Sipſey⸗River ı.
Fapdit bie Jayette.
in Mecheln, widmete ſich der Bildhauerkunſt u.
dem Luxrapatilla⸗Creel durchfloſſen; Be
u. fruchtbar; Produete: Mais, Baumr
ten; 1850: 9681 Ew., worunter 12
* Hauptort: Fayette-Sourt-Houfe; 5) ©
Staate Teras; 49 DOM.; vom Eolo
durchfloſſen; Boden fruchtbar, Produ
wolle, Mais, Reis, Indigo u. Tabal
Steinkohlen; 1850: 3756 Ew., wor
Sklaven; Hauptort: La Orange; 6) €
Staate Tenneſſee; 23 OM.; vonden Lo
MWolf-Rivers durchfloſſen; Boben frud
angebaut; Producte: Mate, Bataten; I
Schmweinezucht ;die Diemphis-Eifenbahn
bet bie Grafſchaft; 1850: 26,719 Em.
15,264 Sklaven; Hauptflabt: Somm
Grafſchaft im Stuate Keutudy; 14 DO!
Kentudy-Kiver, Elkhorn⸗RKiver u. Hickn
Boden bügelig, fruchtbar u. gut ange
bucte: Hanf, Mais, Weizen, Hafer;
Schweine, Pferde, Baufteine, Dampfid
den Kentudy; die Youisville- Teringt
Maysville- Covington » Eiienbahnen du
Die Grafichaft; 1850: 22,735 Ew.
10,889 Sklaven; Hauptflabt: Lerington
[haft im Staate Ohio; 19 OM.; von
u. Deer⸗Creeks durchfloſſen; Boden
ügclg. im Norden u. Weften eben, i
ruchtbar ; Producte: Mais u. soeheni|
vieh⸗ u. Schweinezudit; die Cincin
ton» Zanesvile - Eifenbahn Durchichneib
Ihaft; 1850: 12,726 Ew.; Hauptitadl
ton; 9) Grafſchaft im Staate Inbisna
vom Whitewater⸗River burchfloffen; 2
lich eben n. fehr fruchtbar; Produete: 9
zen; ſtarke Rindvieh⸗ u. Schweinezucht
der Whitewater⸗Kanal u. die Hamiltor
fenbahn durchſchneiden bie Grafſchaft
1818; 1550: 10,217 Ew.; Hauptftadt
ville; 10) Grafſchaft im Staate Illinois
von Kaskaskia⸗River durchfloſſen; Bı
fih eben mit ſchönen Waltungen u
Producte: Mais, Weizen, Hafer, Kartı
nen; NRindvieh- u. Schweinesucht; d
Central⸗Eiſenbahn durchſchneidet vie
1830: 8075 Ew.; Hauptort: Vandalia
ſchaft im Staate Iowa; 33 OM.; v
River durchfloſſen, deſſen Hauptarme f
einigen; Boten bügelig, größtentbeilt
tungen u. Prairien bededt; Probucte: |
jen; 1850: 825 Ew.; Hauptort: Wef-
Städtifher Bezirk mit Poftamt (Post-tc
ber Grafichaft Kennebec im Staate M—
Emw.; 18) Städtiſcher Bezirk mit Kofi
GSraffhaft Eeneca im Staate New No:
dem Caynga⸗ u. dem Geneca-Eee;
14) Hauptort der Grafſchaft Sefferfon
Miffiffippi; 1300 Ew.: 15) Städtiſcher
Pofamt in ber Grafihaft Lawrence
Ohio am Ohio-River; 1200 Ew.; 16)
Bezirk in der Grafſchaft Hillsdale im
chigan; 1000 Em.; 17) Städtiicher B
Graffhaft Vigo im Etaate Indiana;
18) Hauptort ter Grafihaft Howard
Miffouri am Bonne⸗Femme⸗Creet; 38
demie, College, Bank; 800 Ero.; in dei
Steintohlenlager u. Kaltfteinbrüche; 19)
Bezirk mit Boftamt in der Grafichaft 2
Staate Wisconfin; 900 Ew.
Fayette bie Fe
@eneal. u. Biogr.), f. Lafayette.
e ilpr. Faijettwill), 1) Hauptort ber
ste im Staate Biryinia (Nordame⸗
s unmeit daven ein fteiler Felſen von
e Hawt'e Neſt cd. Mardhall's
25,2) Hauptſtadi der Grajſchaft Cum⸗
te Nerd⸗Carolina, am Cape⸗Fear⸗
r ſchijjbar wird: lebbaiter Handel,
ten, Terpentineldeſtillatien, Yaum-
mren: 7000 Em.; in Der Umgegend
kmwaltungen, wurde 1831 größten⸗
e Keuersbrunft zerſtört; 3) Daupt-
haft Fayette im Staate Georgia, 2
hulen, Buchdruckerei, Freimaurer⸗
‚in der Umgegend reiche Baumwol⸗
4) Hauptert der Grajſchaft Fayette
ibama; 600 Ew.; 5) Hauptort ber
ibingten im Staate Arltanias; 3 Kir-
Eulen, Handel: 1400 Ew.
m, 2 Inſeln, Cften.u Weſt⸗F.,
wächipei (Polyneſien) geberig.
raniie Injel an Der Nerdküſte von
Erdcert daſelbſt, mit 1200 Em.
Murcia Joſeph Marta, geb. 1754 in
kirder chriftteller, Ichr.: Leaquatre
ıParssse, Bar. 1805 fi., 16 Bde.;
Cerelli. Tartini, Gavinid«, Pagnanı
1610; Papanini et Bariot etc.,
gab mi: Alcr. Etienne Choron beraue:
ebistorique des musiciens, artisies
morts et vivans, ebd. 151U f., 2be.
Medinet [Medineb) ei F.), 1) Kaſche⸗
Agypten, durch die Thalſchlucht el
n Rilthale in Verbindung, iſt durch
vom Nil abgeleiteten Joſephslanals
nerturch jebr fruchtbar, namentlich
o, Lltäumen, Baummolle, eigen,
en, aus teten Roſenwaſſer gemon-
ıe Yantichaft bat einen großen See,
derun u. ift reich an Altertbiimern:
smauern bes Zee Mörié, das Yaby-
auptert des Diſtrictes mit 1500 Ew.
Beneffe, Deri im Vezirk Sharleroy
;revinz Heunegau; Cifenjabrilation ;
la Have), Antonius, mit dem Bei⸗
06, geb. entmeter zu Tün in Yotbrin-
zau:Dunin ter Provinz Crleanois;
ullebrer in Genf, wurte 1577 Pre:
siepbie u. 1554 ‘Profefier Der Theo»
ltademie in Genf, gi 1586 mit
Scheguium nad Mompelgard u.
nab Bern u. fi. 1615 in Genf. Gr
Joſephus jüdiſche Geſchichten, Gent
idius, ebd. 15%2, u. jchr.: (Geneva
1604; De vita et obitu Theodorı
606; Kommentare zum Briei an Die
1608; zum 1. Brief an Zimotbeue,
eeiger Salomonis u. mehreren Pjal-
w. Febieli), Markiflecken in der eng⸗
wir Ztaffert, Baumwollenweberei;
er beginnt Der Fagelepfanal, welcher
zung ter Kanäle von Ceventry ı.
Faztiey gebildet u. mit Dem Wyrler⸗
tem Grand-Zrunt- Kanal öfılic) bei
unten ıft.
zen. 6, Aufl. VL
145
| . Yageli, Themas, geb. 1498 in Sacca anf Gi-
cilien;, war febrer der Philoſephie in Palermo, wo
er 1570 ſtarb: er ſchr.: De rebus siculis, Pa-
lermo 1555, Fol., ebt. 1560, berautgegeben von
B. M. Amico u. Etatela, Catana 1749—53, 3
Bre., Fel., italieniib von Remigio, Vened. 1574,
Palermo 1628, Fol., 1819, 3 Bde.
zendas, tie Finanzkammer in Portugal.
310, Bartolomeo, |. Faciue 1).
Fayna » Agafl (türk.), ſchwarzer Verichnittener,
|
|
|
welcher das Zerail, den Schatz u. die rauen ber
!
Aſſaky⸗Sultanin beauffichtigt.
Fazoglu, goltreihe Landſchaft an ter Süb-
grenze von Nubien, auf beiten Zeiten tes Blauen
gi it gebirgig: 1939 bat Mebemer Alı ven
gypten tie funftgerechte Ausbeute ber Geldlager
angeordnet ıı. feittem find europätiche Ingenieure
bier für den Ricelöuig von Ägypten tbätig.
039, James, aus einer vertriebenen Hugenot⸗
tentamilie engliiher Abkunft ffamment, geb. am
12. Mai 1796 in Genf; er gebörte ter demokra⸗
tiihen Bartei an u. gründete 1926 tas Journal
de (ieneve, ging aber furz ver ber Aulirevelutien
1330 nad Baris, wo er mit Armand, Carrel, Ma-
raſt, Caraignac, Gedofroy u. Anteren in Rerbin-
tung trat. Da Das von ihm 1831 gegründete
Tentenzblatt La revolution de 18:30 nicht ten
von ihm gebofften Erfolg hatte, verließ er Paris u.
ging nab Genf zurüd, um bier als pelitiicher
Schriitſteller für eine Neform ber Verfaituug im
bemofratiichen Zinne zu wirfen. Die ven ihm ber-
ausgegebenen Blätter Europe centrale u. Asso-
ciatıon de 3. Mars dienten dieſem Zwecke. In
ber Revue de (reneve griff er die Genfer Art-
Nokratie u. 1545 Den Sonderbund an, Io daß
ım folgenten Jahre, als bie Regierung in Genf
Bartei für ten Sonberbund an den Zay legte, ker
Sturz bes Großen Rathes berbeigeiübrt murbe.
Er trat in den Großen Rath u. mar im Junuar
1547 Berichterflatier bes Entwurfs für bie neue
Berfaffung Genfs. Noch in dieſem Jabre wurte er
Vorſitzender im Generalratb. Da er ſich mir fei-
nen Cellegen über tie Verebeilung ter Ariegsfoften
gegen die Eonterbuntsmitglieter u. audere Dinge
nicht einigen dennte, nahm er im Februar 1348
feine Entlaſſung, wurde aber im December wieder
ewãhlt. Aufang 1349 wurde er zu politiſchen
Muſienen nach Paris verwandt. Die Zcleifung
ber Feſtungswerke Genfo, ſchon früher ven ibm an⸗
geregt u. befürwortet, kam 1550 zur Ausfiülhrung,
u. ein Stück ebemaliges Schanzenterrain wurde
ibm als Natienalbelehnung zum Geſchenk gemacht.
Bei tem Umſchwung ber politiihen Zuſtaͤnde im
Nonember 1553 blieb er u. feine Partei in ber
Minkerbeit, bie Lie rabicale Partei 1855 mieber ar
Bas Staateruder fam. Zeiten fand er ald Prü-
fitent wieter an der Zpige ber Genſer Regierung
u. wurde 1856 in den Schweizeriſchen Ztänderatb
gewäblt. In Felge des Conflicts, in welden ber
Kanton 1858 mit ter Eitgenofienjchaft megen ber
auf franzefiihes Antringen angeordneten Auswei⸗
fung gelitiiher Flüchtlinge aerietb, ging F. nach
. Baris, wo er bei Napoleon III eine Audienz batte.
ı F dur, barte Tonart, mit eincm L vorgezeichnet,
| fo daß der Ton h unı eine balbe Ztuie erniebrigt
wirt.
| Fe, 1) (Ferrumm). bemiiches Zeichen für Eiſen;
| 2) Waiuſ.), Tonubezeichnung, |. u. Solmiſation.
10
146 Be bis
6 (Santa FE), 1) Grafſchaft im Gebiete New⸗
Merico (Nordamerila), ungefähr 100 OM., im
Weſten vom Rio Orande begrenzt, im Süden ge-
birgig; Broducte: Mais, Weizen, Schafzucht; 1350:
7713 Em.; 2) Hauptftabt darin u. größte Stadt
bes Gebietes New» Merico am Rio Chicito ob.
Santa» Fe-River, am Fuße des Snow-cappeb-
Mountain; lebhafter Handel nah Miffouri; Umge⸗
gend fandig u. treden; 5000 Ew.; 8) Dorf ım
Staate Merico (Nortamerifa), in ber Nähe ber
Hauptftatt Merico, Staatspulvermühle, Mafjer-
leitung nach Merico; 4) &. SE de @uanaruato, |.
Guanaruato; 5) &. FE de Antioquia, Stabt im
Departamiento Sundinamarca ber fütamerifani-
fchen Republit Neu- Granata, am Cauca; 20,000
Em.; ehemals Hauptftabt der früheren gleichna-
migen Provinz von Columbia; in ter Umgegend
reihe Mais» u. Zuderplantagen; 6) ©. Fe de Bo-
gota, |. Bogota; 7) Staat ber Argentinijchen Con-
föberation; 1930 OM.; gremt an Entre-Rios,
Cordova, Santiago u. Buenos-Ayres; Flüffe: Pa-
rana, Salado, Ennetio; 32,000 Ew.; 8) Haupte
flabt darin, am Einfluß bes Salato in ben Pa⸗
rana; Handel, Fiſcherei, Schifffahrt; 5000 Ew.;
9) S. Fe de Bajada (Parana), Hauptſtadt des
rgentiniſchen Staates Entre Rios, am Parana;
15,000 Ew.
Fea, Carlo Domenico Francesco Ignatio, geb.
1755 in Pigna bei Oneglia ; wurde Geiftlicher, flüch-
tete 1798, durch bie Revolution auch ın die Politik
verflochten, beim Einrücken ber Franzoſen nach Flo⸗
renz; wurde nach feiner Rüdtehr nah Rom, 1799,
von den Neapolitanern, bie ihn filr einen Jacobiner
hielten, verhaftet, bald aber befreit u. zum Comis-
sario delle antichitä u. Bibliothefar des Fürften
Chigi ernannt u. flarb 17. März 1836 in Rom. Cr
u; einer ber bebeutenbften Archäologen u. bat bie
iſſenſchaft bei. vurch bie von ihm geleiteten Aut»
rabungen um Rom bereichert. Er gab heraus
af. Dienge’ Werke, Barma 1807; den Horatius,
Rom 1811; überſetzte Windelmanns Geſchichte ber
Kunft, Rom 1783 f., u. ſchr. Noten zu dem Bianco-
nifhen Werte über bie alten Circus, namentlich
ben des Saracalla, 1789; I’integrita del
teon rivendicata a M. Agrippa, Rom 1807,
2. Aufl., ebd. 1820; Frammenti di Fasti conso-
ları, ebd. 1820; Miscellanea filologica, critica
e antiquaria, ebd. 1790—1838, 2 Bde.
Feale, Nebenfluß tes Shannon in der iriſchen
Provinz Munſter; entipringt auf den Mulloghare⸗
vile Bergen in Cork, bildet Tann bie Grenze zmijchen
den Grafſchaften Limerik u. Kerry, geht über in letz⸗
tere, nimmt bier den Galy auf u. heißt von ba bis
zu feiner Mündung bei Millſtreet Caſhen.
ear (pr. Fihr), jo v. w. Cape fear.
earn (ſpr. — John, geb. 1767; war frü-
ber Seemann, ftand dann im Dienfte der Sftin-
diſchen Compagnie u. lebte zuletst in London, wo
er 1837 ftarb; originelier u. fcharffinniger Meta⸗
phyſiler; er fchr.: An essay on human con-
scioussness, Yond. 1812; A review of the first
principles, ebd. 1813; First lines of the hu-
man mind, ebd. 1820; Anti-Tooke, or an ana- |
Iysis of language, 1924—27, 2 Bte.
Fearnley (pr. Fernli), geb. 1802 zu Frederiks⸗
alb in Norwegen, bejuchte Anjangs tie Cadetten⸗
ule, follte ſich dann tem Kaufmanneftande wid⸗
Pan- |
Fecamp
ber Landſchaft wählte u. feit 1821 in Kı
feit 1823 in Stodholm feine Studien ı
tam fein bedeutendes Talent erfi zur E
als er 1828 in Dresden unter Dahls Le
Bon Dresden ging er nah Miinden
Rom u. kehrte über Baris u. Lonton
Norwegen a feit 1840 wieder.
thätig, ſtarb er dort 1842. Seine Bi
wegen der Wahrheit des Colorits u. d
Auffaffung der Natur in derſelben fe
Einige feiner Landſchaften hat er felbft
Feather⸗River (ſpr. Fedb'r Riww
derfluß), Fluß im Staate Californien
rika), entſpringt in der Grafſchaft Butt
Grafſchaft Sutter von ben Grafſchaft
Placer u. fällt in den Sacramento⸗Rive
regelmäßige Dampfidiffiabrt zwiſchen
u. San Francisco; führt in großer M
Bei, le, f. Leiebre.
obris (lat.), Sieber. In Rom t
F. als Göttin, melche das Sieber abwe
von den 3 ihr gemeibeten Tempeln fl
Palatinus; in Denjelben brachte man d
Dar, welche bei ben ARE ange:
ben waren. Daber Febrifügem, Fiebe
briliſch, fieberhaft.
Kebronius, Pſeudonym für Nikole
Februar (v. lat. Februum ſſ. u. Febr
Hornung, weil die Hirfche in ihm u
erhalten), ter von Numa dem römifd
(von 10 Monaten) zugegebene Ietgte I
Decemvirn gaben ihm die 2. Stelle gle
Jannar. In ihm wurde, nach tem
Kalender, in die 28 Tage, die ihm zı
ren, aller 4 Jahre ein Zag, u. zwar ı
Tage, eingejhaltet, welcher jedoch mit d
nur als Ein Tag, Bissextilis, g
bat nur alle Jahrhunderte 3mal 5 Sı
18. Jahrh.: 1728, 1756 u. 1754; im
1824, 1552 u. 1580; im 20. Zabrb.:
u. 1976. Allegorijch wird ber 5. ale Fra
mit ungewöhnlichen Kopfpuß, den Ro
Gürtel aufgefjhürzt, eine Ente in den £
bei ein Krug in der Luft, woraus Waf
fluß läuft, zu Füßen auf einer Seite
auf der anderen ein Fiſch.
Februarrevolufion, die Revoluti
Sebruar 1848, welche ber Herrichaft Lo
in ne ein Ende machte, f. u. Ft
ebrüus (Reiniger), römiſcher!
Pluto cd. Bater Des Pluto. Mau fi
Rom die Februalia vom 18. bis 20.5
Siühnungsfeft. Reinigungsmittel (Fei
bend in Veh, Schwefel ıc., wu
\ heilt; dieſe zündete man an u. Durchrät
bie Häufer. Am Ende tiefes Feſtes je!
ralla, eine Tobtenfeier, we man den \)
brachte, um biefelben zu jühnen.
Febure, le, |. Leicbure.
Woöramp pr. Felang), Stubt im Ar
Le Havre tes jranz. Departements Sein
am Kanal la Manche; Börje, Handels
nen» u. Baummollenmanufacturen, E
rings» u. Stodfiihjang; Handel mil
hen; befeftigter Hafen, gute Rhede; ©
Confuln; 11,000 Ew.; eine Zreeigbabı
Havre⸗Eiſenbahn führt hierher. Hier a
mon. griff aber zur Dialerei, in welcher er das Fach
1597 große Feuereobrunſt.
keees bis Fechtkunſt
‚fox. w. Faeces.
.1) Herrichaft im Landgericht Stadt⸗
aieriſchen Kreiſes Unterfranken, jet
Betbmann gehörig; 2) Dorf darin,
ſtbau; Syy Em.
|
147
fangen Linien auf, fo daß fich bie fogen. Fineartaf-
I tik ausbildete; bie ber neueren Zeit verdankt ihr
„ altes freiberrliches Geſchlecht, deſ⸗
er Laudenbdach am Main (jet 1315
)w Sommerau waren, wesbalb fie
: a. fränkihen reiheritterichaitlichen
erlebt waren; 1522 wurde Owald
Reıheireiberrnftand erbiben; jetiger
iberr Triedrich Karl Iciepb,
„30 verfterbenen Freiberrn Joſeph
799 u. tet 1955 in zweiter Ehe mit
e. Maverbeven vermählt.
Zert im keburgiſchen Amte Neuſtadt,
a, Alabajter- u. Marmorbrüche;
Gukan Thector, geb. 1901 zu Groß⸗
ex Rrederlauſitz: ftudirte in Yeipzig erfi
Entſteben ten NRapcleonifchen Kriegen. Rah ihr
mirb Die Infanterie in geſchleſſenen u. aufgelöflen
finten u. in Colonnen, bie Cavallerie in Yinten, bie
Artillerie in größeren ob. Meineren Abrbeilungen
vermentet. Die intanterie bat ibren Schwerpunkt
in Dem Feuergeiecht; Das Element ber Sarallerie ıfl
tie Bewegung, der entichiefiene mutbige Anfall;
der Artillerie iällt die Alirfung in ter gerne au.
Die Sarallerie kann weſentlich nur durch tie Cfe
fenfioe wirten, tie Infanterie u. Artillerie find
gleichzeichickt für die Offenſive wie für die Defen-
fice: }. u. Geiecht.
Fechten, 1) fc v. m. fimpfen; 2) tie Fechtkunſt
(j. d. mit Raprieren einüben; 3) Austrud ker
Santmwerlaburichen für Almoſen erkitten.
echter (Aut. :, fov. w. Giadiator u. Athlet. In
der Runftgeicbichte fennt man unter Meiem Namen
u te. Yarurmilienfchaften u. mmurbe
Ber ter Vboſit Daielbfl. Er gab unter
men deraud:
we Pacızcnanalvien :c., vpz. 1829;
deu des Elettromagnetiemue, ebL.
meram ter neueften Entdeckungen in
aider Sbemie, ebt. 152U— 35, 3 Hre.;
ı ber neueiten Gnteedungen ın ber
Chemie, ebt. IN30— 33, 2 Wbe.;
ungen über die galvaniiche Kette, ebd.
nerum ter Experimentalphboſik ıc.,
Are : Uber Das höchſte Aut, ebd. 1846;
er dad Seelenleben ter Pflanzen, ebd.
Aceftz ct. über tie Tınge ee Him⸗
enieits, etd. 18531, 3 Rde.; Uber die
ebd. 1855; Proieſſor Schleiden u. der
»5f.: unter dem Pſeudonvm Dr. Mi⸗
dat der Dont aus Jodine beſtebe,
Anfl.: Panegvricue ter jetigen Die-
jeickichte, ebt. 1332; Stapeliamixta,
rgleıchente Anatemie der Engel, ebt.
nmel zegen tie Chelera, eb. 1637;
veben nach Lem Tede, erd. Int;
ilder Der zweiten Yerparger Kunſtaue⸗
1833, Gedichte, ebd. 1811: Rier Pa⸗
“46; Räsbrelküichlein, ebd. 185%, 2.
er:e auch lleberienungen von Y. Ro-
ıbungen über die Erweichunqg tee
. 1824; Viet's vrebrbuch ber Experi⸗
ect. 1825 f., 2. Aufl., 5 Are: von
steuch ber Chemie, erd. 1825 f., 6
rũndete u. redigirte endlich Das phar⸗
entralblatt, ebd.: Las Centralblatt
egie, ebd. u. Bas Hauelexikon.
) Getreide einernien; 2) Weintrau⸗
in; daher Pecfung, 1) Ernte; 2)
deinb., 8, Richter.
R, ſe v. w. Faecht.
die Art, in welcher bie verſchiedenen
ıgen des Heeres ficb zum Rampfe ert-
mb Des Gefechten verbalten. Die F.
denen Seiten eine weieuntlich verſchie⸗
Die der alten Römer u. Griechen
te Zuiammenſetzung der Legionen u.
ngedeutet: nach der Erfindung des
3 trat das Fußvelk großen! heils in
Reinltate der bie jetzt
drei berühmte antike BRildwerke, nämlich ten ſogen.
Borgberiſchen Fechter ıf. d.), den fallen⸗
den u. den fierbenden F., obwohl alle drei dieſe
Bezeichnung mit Unrecht tragen. Der fallende
Fechter iſt eine Nachbildung des berühmten Die
ſcuswerfer ven Moren in Museo Capitolino zu
Rom. Mennet von Reſançon, weicher den Torie
reflaurirte, bat Daraus mit Unrecht einen fallen»
den Gladiater gemadt, intem er ber Rechten ftatt
Des Diſcus einen Schwerigriff gab u. dem lin⸗
fen Arm einen Schild zuiügte. Der ſterbende
Fecht er ebenialle im Sapiteliniihen Muieum teilt
einen barkariichen Krieger, vermuthli einen Sale
lier, bar, welcher ſchwer verwundet bıngefunfen, tie
rechte Hand auf die Erde, tie linke auf Das rechte
Bein ſiützend, Dem Tote nabe ift. vetzteres ıfl, mas
tie Naturwabrbeit anlangt, eins Der vorzüglichſten
Riltmerfe, welche aus tem Alteribum auf und ge»
kommen fint. Die meifterbatte Reftauration de&
Terſo wirt tem Michel Angelo zugeichrieben.
wehter Joch), I) for. ıw. Phoraena orca,
Blutzkeri, Bootékopf, Nortiarer :). Delpbin), 2)
(Alügelihnede, Strombus pugYıus). im Dittele
meere, beit ‚xechter, weil fich ter Hintertheil des
Fußes lebhaft bewegt u. bin» u. berichlägt.
vrechtereibechfe (Waloten vulgaris s. Agama
Calotes . i. u. Agamegı.
Fechtkunſt, tie Kuuft, Hieb⸗ u. Stoßwaffen ge⸗
ſchickt zu gebrauchen, ſewobl zum Angrifi, ale zur
Vertheidigung. Man bat daraue, daß im wirk⸗
lichen Heer meiſt in anderer Weile verfabren
wird, als beim Erlernen ber F., berleiten wellen,
daft dieielbe wenig praftiich fei, dech bat man dabei
überſeben, daß der weſentliche Nuten ber F. in der
ſchnelleren Entwiclelung jener moraliſchen Eigen⸗
ſchaften beitcht, welche im Verein mit der völligen
Serricbeit über alle Bewegungen des Körpers 1.
der Waffen, ten Sieg iiber einen minder auggebile
Beten echter unzweiſelbait maden Schon tm Ale
‚ tertFum, mebr noch in der mittelalterlichen Zeit des
Nittertbums, ſtand die F. in bobem Anichen, die
Erfintung u. Anwendung Ber Feuerwafien raubte
ibr daſſelbe. Erfi zu Ente deu 15. Jabrh. kam Die
F wieder zu Ebren u. fand zumäcit in Italien
wiſienichaitliche Behandlung, bald auch bei ten
Aranzeien u. Zpaniern, 100 Jabre ſpäter auch bei
den Deutſchen. Tie neuere F. erfüllt in Bas Fech⸗
ten mit Scitengewehren (Zteß- u. Siebwafjen),
10*
448
mit bem Bajonnetgewebr u. mit ber Lanze. Das
Sehen erfolgt gewöhnlich in Gängen, nach deren
Berlauf ein Moment der Rube zur Erholung ein-
tritt; es wird von Bechtmeiftern, meift auf beſonde⸗
ren Fechtboͤden erlernt, mobei der Körper Durch ver-
ſchiedene Geräthe, Fechthandſchube, Brufiftüde, Hau⸗
ben, Binden u. a. m. gegen Berlegungen geſchützt
wird.
I. Stoßfechten. A) Das Stoßrappier
($leuret), womit man das Fechten auf ben Stoß
erlernt, befteht in einer 32 Zoll langen, vierfanti-
gen Klinge, vorn anftatt der Spitze mit einem
eifernen, mit Leder umwundenen u. überzogenen
Knopf (Ballen); u. tem Gefäß, letzteres aber
aus einem Griff, durch deifen Knopf die Angel ber
Klinge durchgeht u. eingenietet ift, u. Dem, mit einer
Barirftange verbundenen, tellerartigen, etwa 3 bis
4 Zoll im Durchmefler baltenden Stichklatte od.
einem einfachen Bügel. Die Klinge wird in 4 gleiche
Theile getheilt: das 1. Viertel, vom Stichblatte an
gerechnet, ift Die ganze, das 2. bie balbe Stärke
(beide zufammen Barirung): das 3. Viertel iſt
die halbe, das 4. bie ganze Schwäche. An ber in-
neren Seite ber Klinge liegt man mit bem Gegner,
wenn die Klinge nad) Des Gegners rechter, an ter
äußeren Seite aber, wenn fie nach des Gegner
linker Seite zu von deſſen Klinge gelperrt iſt. Das
erfte Anlegen ber Klingen an einander heißt Bin»
den. Die Stelle, mo beide Klingen einanter be
rühren, heißt bie Menfur; fie ift eng, wenn man
mit der Stärke der eigenen Klinge die Schwäche
des Gegners berührt; natürlich od. mittlere, wenn
die Mitten beider Klingen fich berilbren, ob. wenn
die ganze Schwäche die halbe Schwäche tes Geg-
ners berührt. Geht man aus einer weiteren in eine
engere Menfur, fo beißt dies: in die Menſur rüden,
od. avanciren; das Gegentheil heißt: bie Menfur
dresden, ob. retiriren. Die Stellung tes Körpers
(Auslage) beim Stoffechten nach deutſcher Art
ift: der rechte Fuß vor ben linfen gejett, ver Ober-
leib vorgebogen, fo daß die Schwere bes Körpers
auf dem rechten Fuße ruht, bie linke Hand verwen⸗
bet vor bie Bruft gehalten, der rechte Arm gerate
auegeftredt; nach franzöflicher Art dagegen ber
Oberleib nicht vorgebogen, der rechte Arm leicht ge-
krümmt, die Fauſt etwas höher als tie Hüfte, die
Klinge etmas gehoben, ber linke Arnı ift aufwärts
über die Schulter erhoben. Das Stoßrappier faßt
ntan feſt am Griff an, aber doch fo, daß nicht
durch zu feſtes Halten Die Bewegungen ber Kauft
gehindert werben; ben Zeigefinger legt man etwas
gekrümmt längs ber einen Seite der Parirflange,
den Daumen aber ſetzt man an Die andere Seite
derſelben, ſenkrecht mit dem Stichblatte, welches er
noch berühren muß. Die Franzofen legen fich oft
auch in Hochquart mit hoher Fauſt u. tiefer Klinge
(Cercle) zur Ouartfinte aus. B) Die Bewegun-
en, in welchen geftoßen u. parirt wirb, finb:
econd, wo bie Knöchel der Hand oben, Die Fin⸗
ge unten liegen; Terz, ganz wie Second, nur
aß bier tie Kauft tiefer liegt, als bie Klinge, mit
welcher der Arm beinabe einen rechten Winkel bils
bet; Duart, wo bie Knöchel ter Hand unten, bie
Br oben liegen; halb Terz, balb Quart
HalbQuarth, das Mittel zmifchen Terz u. Quart.
Um tin Gegner ınit der Spittze ber Klinge zu tref⸗
fen, ift ein Stoß erferderlich, nämlich ein VBortreten
des teten (Ausfall) u. Fe'iſtehen bes linfen Fu⸗
Fechtkunſt
fies, wobei ber rechte Arm u. das linke Knie
Das rechte Knie aber noch mehr, als in ber
gebogen wird. Der Stoß muß ſtets währe
Durchgebens, indem man fi) mit Der Klinge
dem Stichblatte Des Gegners herumbemwegt, 9
werben. Er geſchiebt großentheils nach eine
3 Zoll im Durcmeifer haltenden Stelle ber
da, wo fih das Armgelent von ber Ba
C) Die Stößefelbft werben eingetheift in FIRL
od. degagirte, mit Umgehung ber jeintfichen 4
fefte od. einfache, melche, indem Arm u. Klug
nahe einen rechten Winkel bilden, an ber Mi
Gegners, von der Stärke nach der Sch
ftoßen werben; f. unt. 6); Attafirföße,
flüchtigen Stöße am anwendbarſten find; fe
ineine Durch Die Page des Gegners ſchon v
od. in eine ſolche Blöße getban, welche man
verichafft hat; u. Nachftöffe, melde all
einer Parade folgen, u. wozu fefte Stöße m
rerem Bortheil angewendet werten; Temp
(Stöße A tempo), fefte Stöße, welche, indecm̃
Gegner ftößt, gethan werben u. zugleich u
u
5
bienen, vgl. unten. Iinregelmaßige(
Stöße, die nicht rein geftoßen merten, M
Theilen gehen, wohin eigentlich feine *
tet werben, z. B. nach ben Füßen. D)y De
(nicht gedeckte Stellen des Körpers),
Gegner uns nad feiner rechten Sein uk:
Ben äußere, die nach der linken Seite **
den oberen Etößen obere, die zu ben unters
untere Blößen. Die Blöße fei, welche fe will
kann fie, nach Maßgabe der Tage des Aruch
enge, od. eine weite kin; in bie erfiere |
in bie letztere fliichtige Stöße gethan.
ftellte Blöße, um den Gegner zu gemiffen
zu verloden, beit Chiamate. E) Die
Durch welche man mittelft der Klinge eine
bes Gegnes von ſich abwendet, heikt Bard
die Ausübung dieſes Abwendens Pariren. D
raten merben durch tie Stöße des Gegut
Dingt, flets mit der vollen Stärte ber |
ausgeführt, u. wenn möglich, mit einem
ftoße verbunden. Eingetheilt werben Die *
in: kurze od. einfache, gegen fette Stöße
cond-, Terz. u. Duartparaben, innere,
hohe u. tiefe), u. in mweitläuftige, gegen
girte od. fintirte Stöße (Zirlel- u. Cavation
den) ; Die Barate kann von einer Volte, d.eh.
Biertellprung feitwärts, begleitet werben, w
der Barirende fi eine ftarte Blöße zum U
auf ten Gegner ſchafft. Wenn man tie SH
Geguers fo parirt, daß feine Klinge länge be
nen binabgleitet, ſo heißt dies Ablaufeı
Klinge. F) In der F. bat jede Wemegun
Gegenbemegung (Contrelection).
Gegner wenig od. gar keine Blöße gibt, je
man fich dieſelbe zu verſchaffen ſuchen. D
ſchieht a) durch das Stringiren, Streichen
der feindlichen Klinge, um eine ſeitliche Abwe
derſelben zu erreichen; b) Durch Das Batt
Schlag auf die feindliche Klinge; cd dun
Winden um tie ſeindliche Klinge, wobei mu
ber Stürfe des Gegners Schwäche erfaßt u
ganzen Zirkel beſchreibt; 4) durch Fintet
man den Stoß, ben man zeigt, nicht tbut, ſo
wenn ber Gegner ſich hierdurch zur Parade hi
leiten laſſen, mittelſt einer ſchwungartigen
gung ber Klinge wieder zurüchlehrten. im d
Fechtkunſt
ſtẽßt. Dies beißt eine einfache
scprelte entfiebt, wenn man aus
kermegung mieber in Die zuerſt ge-
ebt u. dert leßt. Die Finten tbeilt
nere, welche in einer von dem Geg⸗
erventeten, inneren Salbquartparate
yaben; u. bb) außere, melde ans
gangenen äußeren Quartparade Bes
ringen. Cine Art ven Finten find
nättigen.
jartige Bewegung ber Klinge nur bie
e vom Stichblatie des (Megnere, gebt
u. ſtößt er, Die Zrreichfinte if
Peynere Schwäche nach feines Stärke
Strich. Tie befte Art, Tinten zu pa»
Breiten nad benielben, inten: man
des Gegners nachgebt. Entwafinen
ten: fann man ben Geaner a» durch
wiher der Zchlag (Battuten Te zu füb⸗
er die ganze Schwäcde der feintlichen
ts ed. ba Purchb Yigiren, einen ge
Terkieb, Der mit voller Kraft die
440
ttonsfinte, innere Quart, ob. Geconb geſteßen.
In Ouart verfallen, Ouart conpee nachgefichen;
E. E.: innere Quart od. Second gezeigt u. Quart
coupee od. jegleih gegen das Xerfallen Quart res
| vers gefieen. Mit ter Cavation in Second ver»
Man mar tie erfie on.
fallen u. Zecond unter ben Arm nachgeſteßen;
C. v.: Zeconb unter den Arm ınit ber Kavation
ed. Terz gegen Die Cavation. Coupeeftöße
(coupirte Stöße) nennt men, wenn man aus
Hochquart od. Hochſecend in untere Quart cb.
Secend, am Stichblatt des Gegnere verkei, über⸗
gebt u. ſtẽößt: daber Coupiren, dieſe Bewegung
machen. er Second unter den Arm. Vläße:
wenn ber Gegner an der äußeren Zeite mit eva
boher Klinge in Second liegt; gedoßen, indent
Die Kauf etwas geienft wird, fo daß ber Stoß
etwas ven unten geichiebt, Paraten: mit bald
Quart ausgebeben, Quart fercte nachgeſteßen;
EP: einiache Secentfinten, Zecond über ben
Arm geſteßen. Mit verbangener Secend, Ouart
“über den Arm nachgeſtofſen: C. v.: einfache Se⸗
ven dei Geaner® Klinge an der äuße⸗
cht ed. indem man auf den Geg-⸗
ugt, in wit ter linken Hand an ter
m fee nm ibm ben Tegen mit tem
der Gent drüdt. Das Avanciren,
mer nur mir einer Parade geſcheben
wm man die Klinge des Gegnere ſtrin⸗
fach, wenn man bles ten linken ruf
sanegt, doppelt, wenn man den
serber vorſetzt u. Dann erfi Den linken
tirtrenift, menn man Den rerbten
L dam Pen linken in Die gebörige Eut⸗
Mer. Traverſiren beißt, wenn
hamerilit, welches kei fer Terz vor-
eltiziren beißt, ben linken Fuß fo
arechten iſchlagen, daß man mir Dem
er traverfirt hat, wieder in cine gerade
Cenniviren, ten Gegner durch
e ſeitwärts eine Blöße zu entleden
e Sröhe jelbſt nun find: a) Flüſch⸗
: aa) Quartu. Second über
Bleße: Wenn der Gegner au der
‘ ker Klinge mebr links ale rechte
ze geftehen, intem ber Degen um
zen berzimgebt ır. über temielben in
ng auf ten Gegner ſiößt; Paraten:
sarırt, Terz nacgeftenen; Centre—
be äußere Finte, flüchtige innere
m. Auf tie innere Seite carirt-
t fercie nachgeſtoffen: C. Y.: ein-
jsrattendfinte, X-nart über den Arın
Mir bech Zecent parirt (in Frech
Yen), Secend ımter dem Arm nach⸗
&.: enweder eine Finte aus T.uart
Secend unter den Arm, ed. ſogleich
rfallen Terz geſtoßen. Man verfällt
Sanstien in Euart u. ſtößt Quart
C. 2.: Quart coupee mit geſloßen.
u. Second inwendig. Blöſie:
mer an ber änßeren Seite der Kliuge
js linte liegt. Sie wird geſteßen, in⸗
Quartlage gerade bineinfläft; Para⸗
derſelben binaui ſtößt.
art parirt, Quart jſercce nachgeſtoßen;
e einfache Finte, Quart cd. Second
n geſtoßen. Wach außen cavirtparirt,
Ichen: C. 2.: immere, einfache Cava⸗
condfinte, Second über den Arm geſtoßen. Mit
der Cavatien in boch Secend, Second unter den
Arm nad; C. L.: Secend unter Lein Arın mit od.
Terz gegen Lie Cavation. Mit tiefer Fauſt u. beber
Klinge in Second rechts andgewunten, Cart cou⸗
pée nach: €. ’.: Second unter Den Arm gezeigt,
um des Gegqners Klinge hernrngegangen ı Terz
geſteßen, cd. eine Finte uns Secent in Conart im.
OQuart coupe geſteßen. An Second atlunfen alten
n. Second unter ben Arm nachaeftegen; C. %.:
Zecend gezeigt, übergebeben u. dennech Zecend
unter den Arm geftchen. dh Quart ceupde.
Blöße: wenn ter Gener an Ber inneren Seite ter
Klinge mit etwae brber Fauſt in Ouart liegt, ges
ſtoßen; Paraden: mit halb OQnart ausgebeben,
Quart revers nah; Er: Onart coupe nur ges
zeigt u. in Die mit dem Ausbeben verbundene Alle
Onart über den Arm geftegen. An Second ablaus
fen laflen u. Second unter den Arm nad; C. L.:
Cuart couple nur gezeigt, ilberacheten ı. Second
unter Den Arm gefteken. In Secend andacwun—
ten, Quart couple massgeftehen: C.v.: entweder
Quart couple gezeigt, übergebeben u. dennoch
Quart couple geſteßen, ed. um des Gegnerse Klinge
gegangen u. Terz geſteßen. Mit verbangener Ser
cend, Quart über ten Arın nad; C. d.: Quart
coupee zur gezeigt, in C.uart überzebeben, C.uart
itber Den Arm geſteßen. bb Feſte Stüpe: aa)
Terz. Blöße: wenn der Gegner an ter äußeren
Seile ter Klinge mit etwas tiefer Fauſt in halb
Quart et. in Quart liegt. Sie wird geſtoßen, in⸗
dem man mit der ganzen Stärke der Klinge die
ganze Schwäche des Gegnens an der äußeren Seite
in Terz packten. dann mit tiefer Fauſt u. Leber
Klinge, die Klinge des Geunere niederdrückend, auf
Paraden: in Secend ab>
laufen laſſen u. Secend unter den Arın nah; C. v.:
Terz gefrichen, Second unter den Arm gefleßen.
Nach innen cavirt-parirt, Ouart fercke ach; C. 2.
Terz nur gezeigt u. mit der Cavation Quart Über
ten Arm geflogen. Mit angezogenem Arme im
Quart parirt, Terz nach: C. Y.: Terz nur ge⸗
firiben, flüchtige innere Cnart ch. Second ges
fteßen. bb) Suart forcée. Blöße: wern der
Gegner an ter äußeren Seite Der Klinge mit etwas
tiefer rauf in halb Quart od. in Quart lieut. SIE
wird geftoßen, intem man bie Klinge bes Seguere
180
Fechtkunſt
an ber einem Seite in Quart padt u. mit hoher | Schulter u. ben Arm; bb) obere T
auft u. tiefer Klinge bineinftößt. Paraden: mit
b Quart u. Quart forcke, od. Quart revers
nah; ©. L.: von ber Klinge abgegangen, Quart
über den Arın groben. Nach außen cavirt⸗parirt,
Terz nach; C. L.: Quart forcee gezeigt u. mit der
Cavation flüchtige innere Quart geftoßen. In hoch
Duart verfallen, Quart forcee nad; C. L.: Quart
forcee gefirihen, Quart coupee geftoßen. Mit ber
Eavation in Second verfallen, Seconb unter ben
Arm nad; C. 2.: Second unter den Arm mit ger
floßen, od. Terz gegen die Eavation. oc) Quart
revers. Blöße: wenn ber Gegner an ber äußeren
Seite ber Klinge mit etwas hoher Fauft u. tiefer
Klinge in Duart liegt. Sie wirb geftoßen, indem
man die Klinge des Gegners an ber inneren Geite
in Quart padt u. unter dem Arme befjelben mit
tiefer Fauſt u. hoher Klinge binaufftößt.
. Hiebfechten. A) Das Kehren beffelben
geſchieht mittelft bee Säbels od. Saurappiers, eines
gweiicineibigen, eraben, jedoch ſtumpfen Degens,
in ein siodenlörmi es Gefäß (Glocke) mit einer
Parirſtange in einen Bügel od. auch in einen Korb
mit Sförmigen Seltenftangen eingelaffen if. Dien-
iu u. Eintheilung ber Klinge wie beim Stoßfechten.
) Die Bofition(Pofiturlage) ift fo, daß der
rechte Fuß etwas vorwärts u. etwa um eine Elle
feitwärts vom linten zu ftehen kommt, ber Körper
vorgebogen, der rechte Arm vorgeftredt, ber linke
auf den Rüden gelegt ifl. Die Auslage ift bei
weiter Menfur eine bobe, d. h. die Klinge liegt
ziemlich in Verlängerung des horizontal ausgeftred-
ten Armes, nur bie Spite ift etwas gehoben, Bügel
u. Korb beden die Hand. Die hohe Auslage-ift zu
Pferd allein anmwenbbar, baber beim militärijchen
iebfechten üblih; bie verhängte Auslage
Spitze bes Schlägers nad unten) fett eine enge
Menſur voraus u. iſt meift bei Studenten in Brand
C) Die Bewegungen find diefelben, wie in dem
Stoßfechten, nur daß bier noch Prim hinzukommt,
wo die Knöchel ber Hand nach der linken, die Finger
nach der rechten Seite zu fteben. D) Ein Hieb if
ein Schnitt, womit man ben Gegner treffen will.
Jeder Hieb wird mit dem Handgelenk, nie aber mit
dent ganzen Arm gemacht. Die Säbelhiebe werben
mit leicht gefrümmtern Arm geführt, weil Die Klinge
vom Fechter nachgezogen werden muß, um zu ſchnei⸗
ben. Wird Über bie Klinge des Gegners gehoben,
fo muß man weder zu früh, noch zu ſpät, ſondern
währenimbes Uberhebens in bie Bewegung changiren,
in welcher man bauen will; auch muß die Schneide
ber Klinge immer genau nach dem Gegner gerichtet
fein, damit man nicht flach haue. Der rechte Su
wird erft mit dem Hiebe zugleich vorgefettt. Nie
darf man fich verbauen, d. b. fo bauen, daß ber
Gegner eine Biöße erhält, welche man nicht jogleich
wieder beden fann. E) Die Hiebe find kurz od.
voll, lettere mit Bogen gehauen, am wirkſamſten;
außerbem unterſcheidet man einfache, fintirte,
Nah - u. Doppelbiebe. Die einzelnen Hiebe find:
8) Untere Siebe anderäußeren Seite der
Klinge: aa) Prim, gebt nach der unteren Seite
bes Arms, in der engen Menſur nach ber Brufl;
bb) Terz, in bie rechte Seite, cc) Terz,
nach dem rechten Beine(äußererKniehieb).
b) Obere Hiebe an der äußeren Seite ber
Klinge: aan) Halb Terz, halb Duart (Win-
?ofanazt), auf bie Mitte des Kopfes, auf bie
rechten Seite bes Kopfes; cc) Terz,
ten Seite des Oberarme; dd) Te
Borberarm u. ber Hand (Kingert:
tereHiebeanberinnerenÖöeite
aa) Duart, nad dem Ulnterleibe;
nah dein rechten Bein (innerer
cc) Polniſche Quart, nad ber
des Arms u. nach dem Unterleibe.
Hiebe an der inneren Seite t
aa) Obere Duart, nad ber fin!
Kopfes; bb) Duart, nach ber Bruj
linken Seite des Oberarm; cc) Ou
Iinten Seite des Vorderarms u. ber.
Hieb wird durch die Yage der Klinge
bes Gegners, u. die mit berfelben
Blöße beitimmt. F) Dus Pariren
ift ein Linſegen der Feun u. Klinge i
welcher ber Gegner haut. Es muß n
ber Klinge immer mit der Schärfe, jo
lich u. mit geftredtem Arm geicheben, ı
ber Klinge des Gegners entgegenichl:
den fteile od. verhängte Paradeı
legtere begünftigen den Nachhieb.
die Hiebe folgendermaßen: 6) Auf
folgt ein Nachhieb. a) Die außen
Hiebe: aa) Prim, mit quer vorgefi
Nachhieb: Terz nach der rechten Sei
nach der Schulter od. am Arm; bb)
rechte Seite od. nach dem rechten Be
hangener Second; Nachhieb: wie |
b) Die äußerenoberen Hiebe: ı
auart, mit etwas tiefer Fauſt ır. bı
Terz; Nachhieb: obere od. untere O
untere Terz; bb) Terz nach der red
Kopfes, des Oberarına od. des Vorde
der Hand; Bariren u. Nachhiebe: wie I
auart. €) Die inneren, unteren
Duart, nad dem Unterleibe u. na
mit verbangener halb Second, halb
hieb: Winkelquart. Mit verhangener :
hiebe: entweber obere Duart od. Pri
Terz, u. zwar mit tiefer Kauft u.
Nachhieb: obere Quart; bb) Polnt
mit halb Terz, mit tiefer gauf u.
Nachhieb: obere Quart. 4 Obere
Nach der linken Seite des Kopf
Fauſt u. hoher Klinge mit Quart; Ne
od. untere Terz, od. untere Quart;
Bruft u. dem Arm, mit no fü
bober Klinge mit Duart; Nachhiebe
E) Um ſich Blößen zu verſcha
man an: a) Das Bordanen, eine
ift ein von der Schwäche nad) ber S
ners geführter halber Hieb; C. L.:
Klinge etwas ſinken. b) Die Finte
die Bewegung eines Hiebes, gebt ak
Gegner parirt, wieder über u. har
Blöße. Die Eintheilung ber Sinten
Stoßfechten; C. L.: nach jeder Beweg
gegriffen. €) Kreuzhiebe entfteh
Gegner eine gginte parirt bat n. man
tenäbnliche Bewegung macht, überh
neue Blöße baut. dy Die Streichf:
ber Schwäche nach ber Stärte bes Ge
ter Drud; ©. L.: wie bei ben ein!
e) Die Zirkelhiebe, wo man um
einen ganzen Zirkel befchreibt u. banı
Fechtkunſt
ven welcher man antyjegangen iſt;
ebt unter Ber Klinge durch u. hemmt
ben Sirkeibieb. fh Diebe mit dem
ıer wird ter rechte Ruß binter den
u. ter Unterleib jo viel mie möglich
. %.: unten fintirt u. den obern Dieb,
n ſellte, in ein Pariren vermanbelt.
geu 286 Zempo fint ſolche, welche
te Siebe des Gegners getban werben ;
inneren Zeite mit geienkter Fauſt u.
mit balb Terz, an ber äußeren Seite
est. Eopabondiebe, zmei auf
ente Zirkelbiebe, tie mit eittem an
te, ven welcher man auegegangen ifl,
wbe verbunten fine, ©. L.: wie bei
Wenn das Fechten ſchulmäßig erlernt
an ſich in den Stößen u. Hieben, ohne
il die vorgeſchriebene Reichenfolge be⸗
ztrafechten,. Es iſt bier auch das
sen erlaubt, wo man auf der Menſur
Led. dreiwiertel Krei® um ben Gegner
mim eine Alöße abzugewinnen. Der
it Reben u. wendet ſich nur ein wenig,
gun,um dem Gegner flets das Ge⸗
pr
u auf Stoß u. Hieb zugleich
treſechten, eine Combination beider
je zachdem Stoß od. Hieb leichter an⸗
L serauserfichtlich wirkſamer iſt, kann
den Waffen ftattfinten, iſt aber feiner
glett balber längft verworfen worten.
gesten mit der Yanze ift ein
ie Länge der Lanze macht ıbre Hand⸗
—— ſchwierig: gleichwobl ge⸗
talle die ſtete Verbindung von Stoß
imgekebrt Van fübrt volle Stöße,
den des Armes aus ter Auslage, u.
Eröße, durch Heben des Arnıes in
'jenfrechten genäberten Richtung, au,
lich gegen einen dicht antringenben
Durch Schwingen ber Lanze in hori⸗
ung, wird Dedung nad rückwäris u.
: erzielt. Im Allgemeinen lann man
sen, daß bie Yünge ber Lanze ben
brauch jebr beeintraͤchtigt u. daß ihre
ung im einfachen Stoße mit Anlauf
bie Geſchwindigleit des Pferdes bie
Bes betingt.
jounetfedhten wird ſeit etma 1840
namentlich deutſchen Infanterien
trieben. Den erſten Anſtoß dazu gab
auptmann von Selmnig, weicher ein
Eyſtem tes Bajonnetfechten® regle⸗
uf, das zuerſt faft allgemein Annabıne
ußen folgt man jeit mehreren Jahren
bes Hauptmann Notbfiein, in Han⸗
Lieutenant von Yinfingen. Auch bei
fechten lann, wie bei „en Fechtüͤbuu⸗
nur in dent gründlichen Betreiben
ſtens geſucht werten. Die Stellung
fechtens ift mit beiden Füßen rechıe
ander, der rechte Fuß bieibt auf der
ber linke ift einen Fuß weiter vorge»
erferper dreht man ın bie Richtung
Bea, Die Kniee werden leicht gebogen.
wird ven ter rechten Hand am Kıle
ter Iınlen am linterring umfaßt, der
an ten Schenlel bes rechten Beiues,
bis Fecko 151
| die Bajonnetipige if zur Kepfhöhe des Gegners er-
boten. Statt dieſer Etellung rechts kdann auch
Stellung linke genemmen werben, wobei bie
rechten u. linken Fuͤße u. Hände ihre Functienen
nur wechſeln Die Stöße werben ausgefübrt, in⸗
dem man ausfällt u. das Gewebr mit dem Arm
kräitig vorſchnellt. Wenn der Körper um ben vor⸗
eiegten Fuß nad vorn herumgeworien u. mit Bie-
en meiten Ausiall ein Stoß verbunten wird, fo
nennt man benielben Wurfftoß. (ntgegengeisut
find verfürgte Stöße, anmentbar im Getränge,
bei melden Der Nolben noch binter die Auslage zu⸗
rüdgenommen u. nicht ausgeiallen wird. Im Ge⸗
enjag zu dieſer Wtetbote gıbt es nad von Roth»
Hein nur Stöße eben u. unten (legterer ein de⸗
gagirter) mit beiten Händen, wobei der U
dur einen Schritt vermärts eriegt wird; es ſoll
bierturch auch körperlich wenig kräftigen Leuten ber
Stoß erleichtert werten. Die Baraben werben nach
oben, rechts, lints u. unten ausgeführt, indem man
das Gewedhr ber feintlihen Waffe entgegenftäßt, ıı.
war entweder mit der Lauf⸗ od. mit Der Ladeſiodk⸗
— * letzteres nach von Rothſtein, damit ber Lauf
u. die Viſirung geſchont werden. Als Vorbereitung
zum Contrafechten übt man außertem das Stoßen
nach aufgebängten Bällen, damit ein fiherer Stoß
erlernt wird. Der Infanterift wird im Contrafech
ten gegen einen Jufanteriflen od. gegen einen Ga
valleriften geübt, lehteres in ter Weife, daß ber
Lehrer auf einer Erbebung fleht cd. auf einem höol⸗
jernen Pferde fint u. von ba aus Gäbelbiebe m.
Lanzenſtöße führe. Ale Echutimittel gegen Ber-
legungen bei dent Ginüben werten ein Küraß, ſtarke
Handſchube u. Hüte mit Masken angelegt, die Ba-
jennerfpigen erhalten weiche Lederknepfe. Vgl. Tbie
bault, AcaHddınie de l'épée, ou recıet du ma-
niement des armes à pied et A cheval, Paris
16285; Dieyer, Beichreibung ker freien Kunft des
— 1670; A. F. Kahn, Anfangegrünte der
„Gött. 1734, n. Aufl. mit einem Auhange Über
Die Kunſt auf den Hieb zu fechten, Helmſt. 1761;
Gründliche u. vollſtändige Anweiſung in der deut⸗
ſchen F. auf Stoß u. Hieb, Jena 1798; J. A. x.
Roux, Theoretiſche u. prakltiſche Anweiſung zum
Hiebfechten, Fürth 1803; J. W. Rour, Anleitung
zur F., Jena 1607; J. G. J. Venturini, Die
auf Stoß u. Hieb, n. Aufl. Hann. 1809; Ya Moile
fiere, Art den armes, Par. 1915; J. A. 8. Rour,
Die deutiche F. ıStoßfechten), 2. Aufl. Lpz. 1517;
A. Yüpicher u. Ir. Gömmel, Theorie der F., Wien
1820, Pönig, Die Fechtlunſt auf den Stoß, nad
ten Grundſaͤhen Led Hauptmann von Selmnitz,
Dread. 1921; Werner, Die F. auf den Dieb, Lpj.
1825; 3. Fougere, Die Kunfl aus jebem Zwei⸗
fampt lebend u. unverwundet zurüdgutebren, aus
bem ——* epz. 1829; Otto, Syflem ber
Fectkunſt, Olmiltz 1352; Fehn, Fechtſchule; Seid⸗
ler, Anleitung zum Fechten mit ten Säbel u. ER
raflierbegen; Nadoſy, Equitationeſchule; Zeim
Praltiſcher Unterricht ın ber Bajennetiehılan
Bern 1633; Yinfingen, Handbuch des Bujonneie
fechtens, Hann. 1354; Retbfteiu, Anleitung ya
Bajonnetiechhten, Berl. 1853.
Feciales (Tim. Ant.), f. Fetiales.
Fecit (lat.), bat es gemadt; Zignatur nach
einem Namen, 3. 9. unter Kupierflihen.
Fecko (Autilope montana Küpp.), eine zu
ben Heinfleun Arien gehörende Antilope in den Ge⸗
132
von Doggera, bei Gondor u. in ben Thälern ber
Kulla; ın die Untergattung Neotragus A. Sm.
gebörend, aljo die Männchen mit Heinen, dünnen,
birgegegenben des Fazoglu, auf ben Hocebenen | * „ärtere | ß
o Er ‚ nicht zu verwechſeln mit dem Fuß au
Peeula bis Feder
gung bervorbringt; das flärfere Ende ter $. |
oppelfetern bei Kutichen, wo ee cin €
Eifen ift, welches zwiſchen die en gelegt wir
aufrechten, pfriemigen Hörnen; übrigens ohne womit dieſe Durch einen Bolzen an ten Kutſchl
Thränengruben, mit rundlichem Kopfe, fpitiger
Rafe u. kurzem⸗Schwauze.
Fecüla (lat.), 1) Bodenſatz; 2) (Chem.), Satz⸗
mehl. Sonft hielt man verjchiedene, aus mehreren
Pflanzen, fo mie Bas Stärkemehl, mit dem fie auch
im Wefentlichen übereinkommen, bereitete Arten in
ben Officinen vorrätbig; 3.0. F. arl, von der
Aronsmurzel, F. bryoniae, ven ver Gichtrübe, F.
bippocastanl, von ter Roßkaſtanie, F. marantae (F.
saglitarjae), j. Arrom-roct, u.m.a. Daber Feculant,
befig, trübe.
unditag (lat.), f. Föcnnditas.
dawihs, ter 5. Grub ter muhammedaniſchen
Secte der Aftaffinen, |. D. _
Febdahn, Feldmaß in Agypten = 44,591 Ares,
Das alte Maß 59,29 Arc.
Fedderjen, 1) Jakob Friedrich, geb. 1736
in Schleswig, ftutirte 1755 — 58 in Jena Theolo⸗
ie, wurde 1760 Cabineteprebiger Des Herzogs von
uguftenburg, 1566 Hofprediger in Ballenftädt,
1769 Brekiger an der St. Johanniskirche in Diag-
deburg, 1777 Dompretiger in Braunſchweig, 1758
Hauptpafter n. Propſt Des Altonaiſchen u. Pinne⸗
bergiſchen Confifteriums in Altona u. ſtarb 31. Der
cember 1795. Gr jchr.: Antachıen im Yeiden ı.
auf dem Sterbchett, Magdeb. 17,2; Unterbaltun«
gen mit Oott in bejonderen Fällen u. Zeiten, Halle
1774, Nachrichten son Leben n. Ende gutgejinnter
Menſchen, ebd. 1776—55, 5 Thle.; Beitpiele Per
Weisheit u. Zugend aus der Beichichte, ebb 1777
—17%0, 2 Tble.; Das Leben Jeſu fiir Kinder, ebd.
17775 Lehrreiche Erzählungen and der biblischen
Geſchichte für Kinder, ebd. 3. Aufl. 1758. 2) Bor
rend, geb. 1767 zu Huſum in Schleswig, frudirte
in Kiel Jurisprudenz, wurde 1705 Stadtſecretär
in Huſum, ſpäter Harbespeigt im Amte Tondern
u. ftarb 1841. Anonvm nabın er an Harms’ Tbe-
jenftreite Zbeil u ftellte fih anf deſſen Zeite in fei-
ner Schrift: Sendſchreiben an den Herrn Conſiſto—⸗
rialrath Bovſen 2c., TZondern 1516; außerdem fchr.
er: Tas däniſche u. fchleswig=boffteiniiche Bapier-
geit, Altena 1309; Gedanken über das Jus publi-
cum in Beziebung auf das Herzogtbun Schles⸗
mwig, Ten. 1319.
Fedderwarden, Pfarrdorf an ber Südweſtſeite
tes Jahde · Buſens in Der oldenburgiſchen Herrſchaft
Kniephauſen; Pferdemärkte; 1020 Ew.
Fedderwarder:Ziel, Hafen im Amte Burhave
des oldenburgiſchen Kreiſes TCoelgöune; 1924 er»
öffnet.
Fedegoſorinde, eine Art Caſſienrinde, wahr-
igeinlich von Cassıa occidentalis od. C. hirsuta
u. ©. falcata (j. u. Cassia).
Weder, 1) Vogelfeder, ſ. Federn; 2) bei man⸗
dem Wilt der Schwanz; 3) die Nüdenfloffe beim
Haifiſch u, anderen feiner Gattung; 4) die Borften
auf Dem Rüden der wilden Schweine; 5) der ber-
vorftebente Knochen an den Rückenwirbeln; daher
Bederfhuß, ein Schuß, burch ben dieſer Knochen
verlegt wird; 6) ein Stück gut gebärteten, efafli«
ſchen Stabls, welches durch feine Elafticität einen
Druck anf eiwas (Drudfeber) u. eine Bewer
bejeftigt werten; bei größeren Dlafchinen batı
auch Drudiebern von Holz; 7) ein runbes €
Metall am Säbelgriffe, wodurch Die Klinge
der Scheibe feftgebalten wird; 8) ein zugejpi
Pflock, womit die Pochleder, RBocdjäuten u. M
sujammengebalten werten; 9) (Bergb.), fe
Bletz 1); 10) (Tiſchl.), Der 4 Zcl bobe, 2
breite Borfprung an ber ſchmalen Seite Des
welcher Beim Zuſammenfügen in Die Nuthe
anderen paßt; 11) (Bauk.), fo v. w. Wi
12) der fchneivente Theil der Pflugidars.
(Jagdw.), jo v. mw. Yangeijen: 14) (Mi
jo v. m. Schmeinsjeder; 15) Riß, Spalte
Edelſteinen.
Feder, 1) Johann Heinrich, geb. 17 KM
Yangenau bei Yangenftein in Sranten, fubieie
Halle u. Gießen Aurisprudenz, wurde 174 Cam
tär der Deutſch⸗Ordensballey Hefien u. Ruf:
in Nürnberg; er ſchr.: Hiftoriich-Diplomatiier:
terricht u. gründliche Deduction von be
Deutſchen Ritterordeus, u. insbeſonderede
Balley Heſſen Immedietät, Exremptiorz
ſamen, Frankf. 1751 Fol., 2. Aufl. |
Fol.; Entdedter Ungrund derjenigen G
gen, weiche gegen Des toben Deutichen Ruedi
löblicher Balley Hejlen moblhergebrachte
tät 2c. fürgebracht werden, Frankf. 178,
2) Johann Georg Heinrich, geb. 1
Schornweiſach bei Baireuth; wurde 1765
ſor am Öymnaflıım in Keburg, 1768 Pre
Philoſophie in Göttingen, 1797 Director des F
gianums in Hannover, 1802 Hofbitlietbelar
1821. Er ſchr.: Der nene Emil, Erl. 17
n. A. Minft. 1759; Unterſuchung iiber ben
lichen Willen, Lemgo 1779—93, 4 Bre.,&
1735 ff.; GOrundlehren zur Kenntniß Des
lihen Willens u. der Geſetze Des Rechtsverban
3. Ausg. Gött. 1789; Eopbie, Kurfürfiz
Hannever, Hannov. 1810; u. gab mit Mein
aus: Philoſophiſche Bibliothet, Gött. 17
Selbſtbiographie, 1825, herausgegeben von
Sohne 3) Karl Aug. Yudm., geb. 1790 in
tingen, wurde 1519 Privatbocent in H
dann Lehrer der großherzoglich heſſiſchen
vndwig u. Karl, 1820 zum Hofrath, bi
Geheimen Hofrath u. Geheimenrath,
Director Der Hofbibliotbek in Darmſtadt
u. ftarb daſelbſt 1856. Er fchr.: Observ
crit. in auctores !graecos atque latinos
beib. 1918; In Agamemnonis Aeschylei
epodicum primum commentatio, ebb.
1) (Mich.), geb. 1753 zu Öttingen ım W
giſchen, rear erft Kaplarrı am Juliushoſpich
‘Rrofefier der Theologie in Aiirzburg, wurhe b
Univerfitätsbibliothelar, 1795 Profeflor n. HM
giicher Cenſor, 1798 geiftlicher Rath, nach ver *
Urganijatien ber Unwerfität (1504) Oberki
tar u. 1811 penfienirt. Cr überfetste Mebrerefl
den Kirchenvätern, verbeſſerie Braune
des A. UN. T. u. gab Mayazin zur Beförhe
bes Schulmefens, 1791— 1797, 3 Bbe.; But
theologijche® Magaziu für katholiſche Gei
1708 4 heraus.
—
Federalaun bis Feberbarz
(Zederfelz, Reramobalit), ſo v.
and :ipr. Keberäl Eiländ), Infel,
Ircirel gehörig (Polynefien).
tb ( Feterafyeh), fo. w. Faſergyps
Bot., io v. m. feberig.
I rgelb.,, Ring in der Mitte einer
er ten Klappen ftebt u. verurfadht,
ihre Federkraft an ber Klappe bes
Zuflug tes Rbein im badiſchen
:, münbet bei Derlanden: an tem»
Juni 1839 Geiecht zwiicen ben
ppen u. Den badiſchen Inſurgenten.
nel, Zviel mit den Aeberbail (Vo-
tem Kader geihlagen wird. Der
ie Ereße u Ferm eines balb durch⸗
mertieg, iſt ven buntem Leder u.
ren geſtorit: damit er dem Racket
len die coridexe Seite dardieie, iſt er
kanmenäche mit Taubenfedern im
Ti Racket Dagegen ift ein eva
b. 1JIn breites, 1 Soll dickee, bölzer-
Dertiena nait kurzem Handgrifj, un⸗
er Ferm eined ungariſchen Steigbü
Del; Ant vöcher gebebrt, die innere
Yalınen Ochienſebnen ct. Rindedär⸗
gäberhride u. das Helz mit reder
it dieſem Kader wird nun Ber Feder⸗
suehreren Perienen geichlagen, u. es
ın, ıbn immer jo zu ihlagen, Daß
Miripieler mieber erreichen u. wie⸗
nanen, damit er immeriort ın ter
erde. Dies Zpiel lann im jersıen,
ab im Herumgeben geipielt werten
leicdte Rörperbewegung, u. iſt Daber
ach ter Mablzeit, avmnajtiich aber
ef. Diäccben, zur Auabiltung Des
n tie Bewequngen veichtigkeit u.
Im, su empieblen. Beſ. in Fraulreich
br beliebt u. gebörte im verigen:
zu ten Beluſtigungen der böberen,
mie aud in Deutichland, in neue-
2 abeter:men.
Las Bart am Tbürſchloß, melches
Ken (Rot. , i. Pinnula.
mittelſtarte Zorie Dee Eiſenblechs.
en, Lünfttiche Zlumen aus Häntce,
x. vertertigt.
u, ein Bolzen chen mit einem Kcy',
n ter Zpige, mt länglichem Ye,
erner, wie eine Feder geſchmiedeter
ſorſtecker durchgeſcheren u. Dad Her⸗
dolzen verhindert wird.
l(Theiler), an ber Tbeilſcheibe
‚iM die Vorrichtung, mittelſt welcher
ige Bertbeilung ber Zpirallinien im
tGewehrlãuſe bervorgebracht wird.
j, 1) ein Büſchel Federn, ber auf
ander Vogel wählt: 2) Buſch ven
en das Militär ch. uniſormirte Coi-
Sur, Helm od. Czalo tragen. Tie
gebleicht i. u. Federſchnücder),
äuielt, nach Erforderniß geiartt n.
wa Stab von Fiſchbein gebunden.
ie nach ter Mede u. dem Rang bes
ı tazı Strauße, Reiher⸗, allen»
(Geier⸗), Habn- u GBänfefedern; bie Federbüſche
ber Solbaten fint meift einfarbig, mei ob. ſchwarz,
jumeilen auch rotb, für Cifiziere baben fie zumeilem
(bei. ſonſt) unten, für Alnteroffiziere oben einen an«
dere gefärbten Ring. „Lebt find faft allgemein Pie
äbnlich gearbeiteten, mittelft einer eigenen Borrich-
tung glatt geiengten Saarbiliche fatt der Feder⸗
küfche eingeiübrt, u. nur tie Federbüſche auf Den
Hüten ter Offiziere find noch von ſchwarzen ch.
weißen Sabnfetern gebunten; 8) (Federbuſchbündel,
Serald.), eine aus mebreren Reiben, jete von 3
fetern, gebuntene Figur: häufig Helmſchmuck dc6
rbeiniichen Adels.
Federbuſch Löwenſchweif), ift Phlomis
leonırun.
Federbuſchpolypen (l’lumatella, Halcyo-
nella Zeams), Gattung aus ter Ordnung ber
Keimkorallen, aus ter Abtheiluug Der Brvozoen
(Mecstbierer; Belvren in verbärtet bäntigen Röh⸗
ren; ibre ungleich Tanzen Fübler bilden um ven
Mund einen buſeiſeniörmig umgebogenen Irichter ;
im Süßwaſier, an Prüblen ꝛc.: Ih staenarum,
die nicht veräftelien Röbren buſchig gebäuft, 1 Zell
lang, mit fünfediger Plünkung, ſchwammäbhnſiche
Mailen bildend, aut der Untericite won Steinen x. ;
H. «Tubuların et Plumatella rep-
tanr), veräftelt, kriechend, 1—2 Sell lang: IT.
vapraneıl'rixntadellamnmeeder. Relrpen«
fted kugelig, frei Ichwimmend, mir Pelvpentragen⸗
ten Höckern, fiebt, mut biegen Augen, wie eim
Schimmelfleckh aus
Federbuſchreiher, kei CTuvier Untergattung von
Reiher, Die Silverreiber befaſſend; ſ. Meiher.
ederbuſchträger, |. Faſan ſe
Federchen Rot, P’lumulaı, 1) das Federhaar
eines der ſeitlichen Härchen, bei einem fcderigen
Zbeile; 2) das Alattiederchen, welches zwiichen dent
SZSamenlapren Des Keimen fich erbebt T. Keimı.
Tederdedel "br. ı, jew. m. Federbaus.
Federeiſen, Anftrunment, wemit Die Büchien⸗
macher Den SCleßziedern die richtige Form geben.
Federerz, ie v. w. Haariörmiger Antimenglanz,
ſ. u. Anumen Pin «Ci bhe,
edereule, je v. w Federmette
| ederfliege Voluceila‘, ſ. u. Rlumenfliege A)
ar nu m:
Federfuß, fe v. w. Trommieltaube.
Federgras -Stipa pennata). Art aus der Gat⸗
tung Piriemengras (Stipar in Der Familie Der
Gramineae-Stipaceae,
Federgups, fe v. m. Faſergvps.
Federhahn, ie v. mw. Auerbabı.
wederbafen, 1) kleines Inſtrument ven Eiſen,
welches dazu dient, beim Auseinandernehmen u.
Sujamımenwgen eines Gewebrjchloſſes die Federn
deſſelben zuiammenzudrücken. In Form u. Ein
richtung verſchieden, beftebt Das Inſtrument meiſt
aus einem unbemeglichen n. einem durch eine
Schraube beweglihen Hafen, bieweilen aber auch
nur in einer Tleineu Klaämmer obne Schraube;
2) Jagdw), eıne lleine eiierne Rlammer, mit
weicher beim Nufiteien des Lellercifend die cher
srücdgebalten wird.
wederbärte, I) ter Grad der Härte eines Kör⸗
pers, bei welchem feine Elaſticität am ftürfften
wirlt; 2) jo v. m. Elaſticität.
Federharz, 1) jo v. mw. Elaterit; 8) fo v. w.
Kautſchul.
1354
Keberbarzbaum bis Federmotten
Federbarzbaum, 1) Oſtindiſcher F. it Ta- | von feinem 1842 verftorbenen Brut:
bernaemontana elastica u. T. squamosa; 8) | mehrere Kinter.
Weſtindiſcher F. ift Siphonia elustica.
Federhaſpel (Jagdw.), eine Winde, auf welcher
es aufgewidelt find.
derhaus (Uhrm.), Das Behältniß, in welchem
ſich die Uhrfeber bewegt; es beſteht aus einem cy⸗
Yindrifcyen Ringe, auf welchem eine runde Platte,
der Seder« od. Zederhausdeckel, eingeſprengt ift.
Bederbausrad, bei lihren, welche keine Kette u.
Schnede haben, ein Rab, welches mit dem Feder⸗
baufe eineriei Welle hat u. die Bewegung der %e-
der dem übrigen Räderwerke mittheilt.
ederheber (Orgelb.), fo v. w. Weber ange.
ederbornkafer (Prilinus), |. u. Bohr fer d).
derhut, 1) ein dreiediger Mähnerhut, zwi⸗
{hen ben Klappen mit Stranßfebern belegt, die
etwa % Zoll über Die Krempe hervorragen; 8) ein
Hut, mit einer Franſe von den Rückenhaaren dee
Bibers verfehen, welche Bere vorftellen; 8) Da-
menhut, der mit Strauß-, Marabu⸗ od. anderen
Federn geſchmückt ift.
Feder ici (ſpr. Federitſchi), 1) Camillo (eigent⸗
lich Giovanni Battiſta Biaffolo), geb. 1755
in Poggiolo di Gareſſio in der Provinz Mondovi,
widmete ſich den Rechtswiſſenſchaften, wurde 1814
Richter zuerſt in Goſon in der Provinz Aſti, dann
in Moncalieri bei Turin, ging dann zum Theater
über u. fi. 1803 in Turin. Von feinen dramatiſchen
Stüden find zu ermähnen: I’ avviso a’ mariti;
Le scultore e il cieco; Enrico IV. al passo
della Marna; La bugia vive poco (deutſch von
Vogel: Gleiches mit Gleichen); feine Opere tea-
trali, Florenz 1794—97, 10 Bde., Beneb. 1807,
10 Bde.; Turin 1808, 5 Bde. 8) Bincenzo, geb.
1764 in Peſaro; ging, nachdem er ſich auf bem Kla-
vier eine große Fertigleit angeeignet hatte, 1780 auf
Neifen, erft nad Livorne, dann nach England u.
Nordamerifa u. wählte von bort zurüdgelehrt
London zu feinem Aufentbaltsorte. Bier beichäfe
tigte er fich mit ber Compofitionslehre, Lehrte um
1785 nach Italien zurück, fchrieb 1790 feine erfte
Dper, l’Olimpiade, lebte von 1792— 1802 wieder
in London, dann wieder in Italien, wo er 1809
Brofeffor des Contrapunktes am Conſervatorium
in Mailand wurde u. 1827 ftarb. Bon feinen
Eompofitionen find nur wenige gebrudt; er ſchrieb
eine große Anzahl Opern, barımter La Zenobia,
La Sofonisba, La conquista delle Indie, Ifige-
nia de Aulide,
Federig (Plumosus, Bot.), wenn Haare, Bor-
ften od. baar- u. borftenförmige Theile ihrer Länge
nah mit feinen abftehenben Haͤrchen been: hm.
Seberige aufenwolte u. Federige Schicht⸗
wolke, f. u. Wolfe.
Federigotti (Boffi-f. von Ochſeufeld).
Die Boſſi waren urfprünglich eine edle mailän-
diſche Familie, deren Glieder 1440 nach Roverebo
überfiedelten u. die Schifffahrt auf ber Erich
ſchwunghaft betrieben. Nach ter Bermählung eines
der Boſſi mit der Erbtochter bes Haufes F. nabm
die Familie diefen Namen zu dem Stammnamen
2. erhielt 1717 bie Betätigung ihres alten Adels mit
dem Brädicat von Ochſenfeld u. wurbe 1790
in ben Reichegrafenftand erhoben, welcher 1827 ale
erbländifch-öfterreichifcder betätigt wurde. Jetziger
Chef it: Graf Anton, geb. 17. Ian. 1797, Lchus«
ber k. k. Por in Roverebo, er ift unvermäßlt;
Federfammeafer, fo v. w. Dril
"Täler, Melyrides a).
Federkammſchnecke, ift Valvat.
der at der Mondichneden (|
berfegel (Uhrm.), fo v. w. Fe
ederkeil (Bergb.), fo v. w. BI
ederkielfifch, jo v. w. Igelftich
ederknopf, Pflanze, ift Lagoe
Federkoralline, Plumularia L
fentoralline ):
derkork, fo v. w. Gallertſchw
derkraft, ſo v. w. Elaſticität.
Federkrankheit, Leiden der Xu
hühner, entſteht bei den Tauben
Erhitzung; fie werben an mehrere
magern ab u. fterben. Mittel: mau w
Chlorkalk, gibt reine mit etwas €
Saufwafier u. ftärfendes Futter.
biihnern zeigt fich die F., wenn die J
Maufer durchmachen; es erjcheinen
große weiße Fledchen auf ber Haut;
nenichein u. gutes Be finb bie bi
——— iſt Myriophyllum
Federlappen (Sagbm.), dünne te
Feberbilſchel od. andere hellfarbig
j. ®. Papier, gebunden find; fie m
ranbern aufgeftellt (Berlappen, &
damit das Wild nicht aus dem $
das auf das Feld gegangene nich
jurüdtebre, od. Damit dieſes Wechſe
Orten geſchehe, wo ſich San angefl
ederleinwand, |. u. Barchent
ederling (Philopterus), nad) |
der Läuſe; Bühler fünfgliebrig, an b«
fadenförmig, Klauen der Hinterfüf
Thiere nähren fi von ben Fede
rt: P. communis (Ricinus em
dem Goldammer.
Federmaß, Infirument, wodurch
Uhrfeder gemeſſen werben lann, u
Schwere der Unruhe zu beſtimmen.
Federmeſſer, Meſſer mit 12—
ſchmaler Klinge zum Federſchneiden
züglich in Solingen, Sheffield u. 2
bricirt.
Federmilben (Analger), bei 9
ber Milben; Mundtheile ale Knöp
Kopfe, 2 Fußpaare nad vorn, bie ı
auf ben Federn ber Vögel; darum
A. pinnatus, A. chelopus, u. a.
Febermofait. die Kunfl, aus gel
Natur bunten Federn Bilder zufi
indem man bie Federn auf Bapier u.
od. in einen Stoff einmwebt.
Federmotten (Pterophorites ]
lung der Nachtichmetterlinge; Körpe
Oberflügel lang, alle 4 Flügel ber
fpalten, die einzelnen Lappen febı
Zinn! unter Phalaena alucita, bei
Lichtmotten, heißen bei De Geer Ph.
lae. Dazu die Gattungen: a) Seder
— Geof.), bie ganz beſch
ürzer ale die Länge des Kopfes, 8
Ipinnt fih nit ein; Arten: Künffel
dactylus), ſchneeweiß, bie any
die untern 3 Federn; Einfeber (
Federmuff bie Febern
nförmigen Flũgeln: bb Orneodes
after länger ale ter Kopf vorſtebend,
iſt jebr ſchuppig. dae letzte nadt, die
fich ein: Art: Sechtfeder (O.
), Flãgel grau, ſechejederig; auf der
‚en Muf, welcher auswendig mit
m Federn bededt ift.
1) vie Hautbedeckung ter Nägel.
Körperfiellen, meiſi Zeben u. Yauf,
ie Geier u. Trutbühner, der Kopf u.
e Halfes, find unbeñedert Yeichtigfeit,
laſticitãt iſt ibr allgemeiner äußerer
re Grundlage alerfieif u. tbiertiche
weilen ähneln fie, mie beim Kafuar,
fie werden ftera ẽlig erbalten, mwezu
Steiß eine beiontere Litrüfe haben,
tem Schnabel trüden, tieien Bann
achtialeit zieben u. tie Feder damit
Lie Federn dienen ten Vögeln zur
L Erwärmung, zur Bewirkung tes
a Echmuck. Zie fine theile Unter⸗,
»td. DTeckfedern, erfiere ſind die erfte
wRr weiber tie Jungen geberen wer⸗
e ſe deh lebr bald befommen, während
zer cer nachwachſen, u. auch perie⸗
wie werten (VDdauſer, |. d.), um ſich
„ Wär gekiltere, erietgen zu laflen. Die
St Haargebilde, ja an einzelnen Stel⸗
RB fe den Sauren ot. Borſten ganz
8. tie Schnurren cr. Bartborſten
‚od. Die Augenwimpern, ber Kinn⸗
iers, Pie Vorften am nadten Halie
u. anderer Bügel. Die erften u.
‚ welche ber Bogel gewöbnlich mit auf
t, m. die nur fadenariig u. weich
umen genanıt. Sie baten fehr
len n. Meine ct. gar keine Knötchen,
yaufter Epite ter nech in ter Haut
eigentlihen Federn u. fallen ab,
H entwideln. Flaumfedern, eit
nen genaunt, find die ergentiichen
& zuerſt entmeideln u. ſpäter meiſtens
iedern bedeckt ſind; fie befteben aus
ırzen, an ter Aajis geidhleffenen
mebreren ven deſſen Endpunkte au®-
ieterten, fnotigen Aften. Tie Fah⸗
iämmerfebern entipringen einzeln
mit ten Cherfetern am Kopfe,
ıpie faſt aus berfeiben elle; fie ba-
innen, flarren Kiel u. marlleien,
en, febr ihlanfen Schaft, ſehr feine
. furze fabenförmige Ztrabien, obne
Häthen. Die Ober⸗ ot. Ded-
6 Eentourfetern genannt, be
Au. Fahne. Ter Kiel ift gleichſam
or. die Achſe Der Feder u. jein un-
wißt Spule, fein oberer Schaft; bie
teinne hornartige Röhre, Die an ber Ba⸗
Autchen geſchloſſen ift, welches in einen
inter, der aus vielen durch Scheide⸗
sfienen Zellen beſteht u. gewöbnlich
enannt wird, übergebt. Der Schaft
Rüdieite gemäbr:tich platt u. von einem
Epule überzogen, innen von ſchwam⸗
em Zellgewebe gebildet, unterfeits mit
urche. Die Seitenflächen der Schales
at u. tragen die nich zwei Zeiten
155
gerichteten einzeiligen Afte, tie zufammen tie
nabne bilten. Diele Kite fine ſchmale, unten
eiwas &reitere, lange Plättcheu, tie mit ibren
Fächern platt ob. rinnenförmig an einankerliegen
u. an ten Rändern mit Heinen Faſern (Ztrablen)
beiept find, Lie au wohl wieder Kafern (Wim-
pern, ed. Häkchen tragen. Die Hälchen der vor-
deren Ztrablenreibe greifen in bie bıntere Reibe
des folgenden Strahles u. fo halten die Strablen
einander fell, fo daß tie ganze Fabne eine zu⸗
fanımenbängente Fläche bilter, die im Ztande ıf,
eine Luftſäule nieberzutrüden. Ven den Ded-
febern nennt man Lie langen, ftarlen an ten
Kuochen der Hand, tie Shmungietern cd.
Schwingen ber erſten Erknung: tie am Vor⸗
berarıne find aber Lie ber zmeiten Ordnung;
am Xberarme finen bie Schulteriebern, bie
auch Dedfetern ter 1. 2. u. 3. Neibe genannt
werten. Der Daumen trägt noch einen befonteren
Tbeil, den Ed- od. Afterflügel. Die großen
flarten Ferern am Schwanzende nennt man
Eteueriebern. Die übrigen Federn find Ded-
fetern des Cber- u. Unterrüden®, legteren gegen⸗
über bie VBürzelfetern, daun Lie F. der Kcble u.
te® Vorderhalſes, ter Stirn, tes Scheitels u.
Hinterkopfes, des Nadens, jo wie des Jügels, d. b.
ter Stelle zwiſchen Schnabel u. Auge. Dıe Dede»
jedern können durch beſondere Diuelein, welche bie
Muskelhaut bilden, berwegt u. oft fogar ganz aufs
gerichtet werben. Der Vogel kann fie aber auch
wieder nieberlegen u. dann mit dem Schnabel
wieder glatt Rreichen, u. meiftene, bei. bei ben
Shmwimmpögeln, find fie fo fettig, daß fie fein
Wafier annebmen. Die F. wachſen ſebr fchuell;
alle Xögel verlieren wenisftens einmal im Jahre,
— im Frühjabre zur Paarungszeit, bie
edietern (fie maufern); viele baben aber fo»
ar eine Doppelmaufer, im Krüblinge u. Herbie.
Sährend Des Federwechſels fine tie Vögel kränllich
u. Eingoögel hören dann auf zu fingen; bei der
Topreimaufer werten bie F. Des Ichenern Sem⸗
mexlleides mit weniger ſchönen F. Des Herbſt⸗
od. Winterkleides vertaufcht. Auch nah Alter u.
Geſchlecht äntert die Farbe der F. eft ab, u. nıan
nennt das Federlleid der Jungen das Jugendkleid.
Der Farbenſchmuck hängt Übrigens von ter Ein⸗
wirlung des Lrichtes ab, u. daher find fie meiſt nur
auf der Außenſeite ſchön u. mannigjaltig gefärbt,
u. Rögel der heißen Himmmelöftrihe baben das
buntefie Gefieder. Einzelne F. zeichnen ficb auch
wobl durch befonbere Feinbei u. green Glanz
au® u. beißen darnach bald Seiden- cd. Atla®-,
bald metalliſch glängenbe, bald Ebeljtein-
u.Schuppenfebern. Bei manden Bögen find
die 5. auch mit einem feinen, reifartigen Aufluge
betedt, fo 3. B. beim alten gemeinen “Pelilan, beim
rauen u. Rüflelpapagei. Eewödbnlich find Lie
Kafern ter F. dicht an einanderliegend; fteben fie
weit von einander, ſo nennt man die letzteren
weitgeſchlitzt. Zuweilen verlängert ſich der Schaft
über die Fahnen hinaus u. endigt dann entweder in
einer hornartigen Spitze ot. einem bormartigen
Plätthen, fo iſt 3. B. erfteres bei ten Stachel⸗
ſchwalben, letzteres bei dem Seidenſchwanze der
Fall. Zumeilen trägt bie rule nicht ein fondern
zwei Ecyäfte, jeder mit feinen beiten Fahnen, ie
3.8. bei den Straußenpögrin, Faſauen ıc.; mund»
mal find die FJ. gauz plattgetrüdt, nur weg am
156
feinen, wie 3. 3. an den Flügeln beim Pinguin,
od. wie Hornfpäne, 3.8. bei einem Pfefferfrefler,
dem Pteroglossus ulocomns auf dem Scheitel, u.
fo fommen noch manche andere Abweichungen vor.
Wie bei den Säugtbieren gibt e8 auch bei ben
Bögeln Albino’8 od. Kaferlals, fo z. 3. bei den
Krähen, Schwalben, Sperlingen ꝛc., bie tann
weißes Gefieder u. rotbe Augen baden. Bei
manchen Bögeln, 3. B. Schneeeule, Schneebuhn,
Schneefinten, Schneeammer, färbt fih das Win-
terfleid auch ganz weiß, doch find Die Augen
dann nicht roth. Berlängerte Feberpartien ba-
ben oft einen befonberen Namen. Dahin gebört
der eigne Federſchmuck mehrerer Bögel am Kopf
od. Halfe; als: Bederbufg (Haube), längre F.,
meift auf Dem Scheitel, der Stirn od. dem Hinter-
topfe, von vielfältiger Form; Federkreis, wenn fie
im Kreiſe ſtehen. Nah den Stellen, dig jelche
Feberbildungen einnehmen, od. auch nach Abnlich-
keit, bekommen fie auch befontere Namen, vie
Schleier (bei Eulen), Sederohren (bei Chreulen),
Loden, Schnurrbart, zwiſchen den Schnabel
u. den Augen, Badentragen, Badenbartıc.
Die Flaumfedern tragen beſ. zur Erwärmung
des Vogels bei, find ſehr leicht, u. werben, fo lange
fie noch in Verbindung mit bem Körper yınd, durch
bloßes Reiben elektriſch. Die %. find ein be
dDeutender Handelsartikel, bei. al8 Bettfedern
(f. Bett). Den größten Hantel mit Gänjefebern
treibt Polen, Lithauen, Preußen, Medienburg ꝛc.
über Königsberg, Danzig, Memel, Eibing u. Ham⸗
burg. Über den Handel mit Schreib. u. Strauß
federn, ſ. b. Wichtig iſt noch ber Hantel mit
Rebhuhnfedern, die ftart nach der afrilaniichen
Kliſte geben, wo fie Die Neger zum Put anwenten.
Auch Hahn-, Geier», Neiber- Marabuts- u. Pa-
rabiesvogeliebern fommen viel in den Handel; er-
ftere liefert Italien, bei. Venedig; fie dienen zu
ae auf Hüte. Mützen. 2) Inder Heralbif
nden fih F. feltner im Schilde, meiftene ale
Selmfhmud, wobei Zahl u. Farbe angegeben
werben muß; dabei ift zu bemerfen, baß bie
Straußfebern meift bie Farbe tes Schilds u.
ver Figur haben, die Bfauenfeder (Bfauen-
mwerel) natürlih grün u. bie Habnenfedern
ſchwarz find. 8) Beim Wild bie Rippen.
Federn, 1) Federn fahren laſſen; 8) fi ch f., fo
v. w. Mauſern; 3) — einen Vogel ſo
ſchießen, daß er nicht ſtürzt, ſondern nur *
verliert; 4) eine gerade Geftalt anzunehmen ſuchen;
5) fo v. w. Brellen.
Federnelfe (Dianthus plumarius), auf dürren
Anhöhen u. in fandigem Boden wild machiente
Gartenblume von Tieblichem Geruch, fich bef. Durch
die am Rande fein zerſchlitzten Blumenblätter aus⸗
zeichnend; vermehrt fich ſtark durch Ableger u. dient
Daher bei. zu Einfafjungen für Rabatten. Man bat
mehrere Spielarten, bei. auch gefüllte.
derpofen, jo v. m. Schreibfebern.
derreinigung8mafchine, Arparat zum Ent»
fetten, Entflauben, Lockern sc. der Bettfebern. Die
Federn werben vorher rein gewaſchen, halb getrods
netu. dann in die. gebracht, in der fie unter beſtän⸗
bigem Umbreben der Wärme eines regulirenden
Feuers fo lange ausgefet werben, bis fein Dampf
mebr zu ben Öffnungen bes Cylinders der Maſchine
berausdringt. Die Federn werben dadurch jehr
Federn bis Federverhärtung
Rande gefafert, fo daß fie wie Hornplättchen er⸗
feiht u. flsumig u. verfieren allen üt
u. andere ſchädliche Auhängſel.
Federrüden, 1) beim Damm- u. %
Niidgratb; 2) j. u. Ziemer 2).
Federfalz (Min.), 1) jo v. w. Haar
v. w. Eifen» od. Zinkoitriel, wenn fie
od. Eifloreicenz vorlommen.
Federfchließen (eigentlich Federnſch
Fahnen der Gänfejetern vom Schaft:
un darans Federbetten zu machen.
Federſchmuck, Dan die zum 9
bef. Strauß-, Diarabufedern; eine Ze
ben auch ganze Raradiesvdgel als Kop
mwentet. Daber Federfhmüder, —
welche Federn bleichen, indem ſie dieſel
fochen, mit Waſſer beſprengen u. an
bängen, fie Dann ſchwefeln, färben, ihne
Anjehn geben u. Daraus Federbüſche u.
fertigen, auch Straußfebern appretiren ı
Federſchnake, fo v. m. Chironoma!
ber Familie der Stehmüden.
Federſchnecken, einige Faßſchnecken,
lium olearium u. a.
ederſchraube, ſo v. w. Federhalen
ederſchütze, ſo v. w. Feldjäger 1).
ederſee, im mürttembergiichem 1
der größte Zee des Binnenlandes;
beträgt 2 Stunden, feine Fläche 811
Namen hat er von ben Feder⸗ ob. Woll
an u. in demſelben wachſen; er liegt an
Waſſerſcheide; bie Ufer find flach u. fi
größte Tiefe Des Sees beträgt nur no
Pre (Min.), fo v. w. Strah
ederſpiel, 1) (Jagdw.), ſo v. w. F
2) jo v. w. Federwild; 3) ein nachgema
od. nur zwei zuſammengebundene Bogelfl
in bie Höhe geworfen werben, wenn ma
daß ſich ter Beitzvogel verfliege, um i
zurüdzuloden, |. u. Sallenjagb; 4) S
man aus einem Haufen unter einan
fener, 4—5 Zoll langer, allerlei $
darjtellenter Spielfachen bie einzelnen
einer Feder ob. einem Häkchen megzune
ohne die übrigen Stitde zu bewegen.
—— „ſ. u. Federn 1).
ederſtahl, feiner, wegen ſeiner E
Federn verwendbarer Stahl.
Federſtäuber, 1) ein Büſchel Feder
hölzernen Stiele, Gläſer, Taſſen u. dgl.
Staube zu reinigen; 2) Gederſtieber),
welche mit Bettfedern handelt.
Beet ‚fo v. w. Pfauenſtein.
ederftift, der Stilt in der Taſch
welchen bie Feder beim Aufziehen gewi
—Xãcſ ‚ fo v. w. Federbuſch.
ederuhr, Uhr, deren bewegende X:
ſpannte Feder iſt.
Federverhärtung, Krankheit ver T
ſteht durch Unreinlichkeit in der Wohnu
an Bewegung in der freien Luft, übern
gutes u. reizended futter. Die Kro
traurig, hängen ben Schwanz, frefjer
werben aber dabei immer türrer u. ı
Hinterleib wird Durch Anſchwellung ver |
ftärler, es ſetzen ſich Geſchwüre an L
därme, die ſich verhärten u. ber Hint
ſich ſo aus, daß ihn die Kranken kau
können; Hülfe iſt nicht möglich.
Federvieh bis Fee
zabmes Geflügel, ale Kübner,
auben, in Wirtbichaften des Flei⸗
Federn, od. aud Tea Verqnügens
unterbalten. Die Sucht deſſeiben
r GSröße ter Wiribſchait richten.
ım, fie zu jebr auszudebnen, Denn
großer Städte brinat fie einigen
sftipieligftien iit Die Unterbaltung
ster u. deebalb ſollie ter Reſtand
x Zeit möglıdit gelichtet werten.
db auf dem Hefe, Abends in ben
rt. Das F. Sell nicht Aftergetreide,
n beſten Kern erbalten; manche
mzenſtoffe find für das F. Giit,
ihnern das Kraut des Fingerbuts
en Enten Zucker, den Gänjen Pe⸗
raut des Mohns, allem F. bitiere
Maſtfutter ſind: gekochte Karteſ-
ı 5. mar Albrecht Dürer; 2) Kunflüd, mit der
| eıngetaudt, !
erbien in Zalzwaſſe
1; Wallnüſſe in
e Knechen u. Getreideihroete: um
bt ſchmackbaiter zu machen, miſcht
mgrer Tem Abichlachten Beim Fut⸗
delzlebdle bei. Reim Arilten iell
e cianes Bebältniß u. Sein eigues
man et Seine Cier legen u. dieſelben
win Reiz auebrüten kann. Die
m Brutibier unterzulegenden Gier
der Größe deſſelben; außer dem
ten wendet man auch das künſtliche
rũtẽfen if. d. an. Die Febervich
zuem, geſund, räumlich, trocken,
Fee bei. eingerichtet u. Brutthiere,
Jzemplare, müſſen ven einander
‚ie Sralle jür Bruttbiere u. junges
. marın fein u. gegen Mittag ch.
Um tie Dlarter ven ten Feder⸗
yalten, beſchlägt man die Eden u.
elzwerk des Geflügelhauſes mit
ibt den Veden rund berum an der
Fuß ef u. 10 Zell breit aus,
Vertiefung mit Meinen Keltfleinen
ber das Zteinpflafier ct. tie Yebm-
eingequellt u.
‚To dv. m. Federmotte.
eine Vorrichtung, welche auf den
Elaſticität berubt u. durch welche
en angehängten Yaften gefunden
nm elaftiicher ftäblerner Bügel, der
n weniger Diafle hat u. fich nach
dt, iſt eval gebogen, fc daß Pie
jufammentreiten. Das eine tiefer
ten in einem Scharnier beweglichen
durch eine Ofinung bes antern
nbelafteter &. zum Antangepınlte
n tes Ovals angebrachten Scala
ze bat eben eisen Ring zum Auf
n einen Saleır zum Anhängen ber
ft. Debnt ſich ter evalgebegene
‚ fo ſteigt der Zeiger ander Seala
Trals in die Hebe, u. da Die Zrala
steperfienal eingerichtet iſt, je gibt
selber Der Zeiger ſieben bleibt, Bas
zehängten Yait.
(Caruneuln pennaceai, mwaljen-
bewegliche, austchubare, mit Feder⸗
rlängerumg ber Haut au der Schna⸗
ber Vögel.
157
ederwechfel , fo v. w. Mauſer.
ederweiß , ſonſt fo v. w. Albeſt.
derwell baum Ubrmi.d, ſo v. w. Federſtiit.
derwild, wilde Vögel; die eñbaren beißen
‚tus Erei-, Raubvögel Raubgeflügel. Auer-
babın, Trappe, Birkbubn, Rebhubn, aus ıı. Ente
ybören zum großen %., bie kleinern ven ber
rofiel an jum kleinenF.
Federwind, Werkzeug, tie Richtung des Windes
genau zu unteriuchen; beftebt aus einen Stüde
Kork, worin ein Baar Federn fieden, u. weiches
auf ſtehendes Wafler geſeht wird.
derwolße, io v. w. Cirrus 3).
ederzange, Zange ker Krgelbauer zum Cin-
ſeyen ber Bentilfebenn.
Federzeichnung, 1) eine mit Kräben- ch. andern
—8 susgeführte Zeichnung. Lie erfertert eine
efte u. geilbte Hand. Der größte Dteifier in der
Feder ausgeführt, 3. B. ber chriſtliche Glaube, bie
| 10 Gebote fo niedergeſchrieben, daß fie einen
Chriftuetopf ıc. formiren
Federzins, Zpertein, die bei ber Yehnserneue-
rung für bie Ausfertigung des Yebnbriefes, cr.
Federvieh, welches ais Jine dem Qutsherru ge⸗
geben wird.
Gederzirkel, 1) (lihrm.), ein Zirkel, deſſen
Schenlel oben nicht durch ein Geminte, ſondern
durch eine Feder zulammenhängen; cine Echraube
ift in ber Mitte in dem einen Schentel feft gemacht
u. in Dem andern beweglich; durch eine Schrauben.
mutter kann daher ber eine Echenlel näher an den
andern geſchraubt werben; 8) fo v. w. Bogenzirlel.
Wederzüngler P’reroglossus //lig.), Gaitung
ter Eägeichnabler (der Kletternegel u. Untergattung
von Tukan bei Quvier); Schnabel länger u. nicht
fo Bil wie ter Kopf u. von Lichter u. fefter Dlafie,
mit gezäbnten Rändern Der Kinnladen; Zunge
ſchmal u. ungefietert; Farbe der Tberſeite nicht
ihwarz, fentern grün, braun, grau ac.; Art:
Aracari (P. Aracari, Khumphastos A. L.),
grau, am Bauche gelb, am Sintertbeile reth, an
Kopf, Kür! u. Schwanz ſchwarz, in Braſilien, u. a.
ER a (F. Mönch.), Fiflanzengattung aus ber
familie ber Valerianea«, 3. RL. 1. Xrtn. Z;
Art: F. cornucopiae, in Südeuropa, rotbe Blu»
men, Zierpflanze; F. olitoria, Rapünzchen, |. d.
Fedoffejewskäja, Kojadenfieden im choperſchen
Bezirke Des Doniſchen Kofadeniantes mit 4100 Ew.
Fee, nach der über Gallien, Britannien u. bei,
Irland verbreiteten Bollsfjage weibliche Weirn,
welche mit den Elfen nah verwandt waren. Die
Fen bemobnten bei. Bas Yuftgebier u. fliegen auf
Wollenwagen berab; fie lonnten fi ibren Geliebten
zeigen, fuchten beren vertrauten Umgang u. ver-
ihmanten u. verbargen fib nab Gefallen. Die
kerübmteflen ſolcher — * find Eſterelle, Maliure,
Meluſine. Der ſpätere franzöſiiche Aberglaube
nabm gute (ſchöne) u. böſe häßliche) F. (zu letztern
gebürte bei. Karabofia u. kanferlüich:, Die eft im
Gegenwirkung ſtehen, an, flellte jie ala nuſterbliche
Wahrſagerinnen u. Zanberinnen, dech wit be-
ſchränkter Macht u. Willlür tar, Pie zum Theil
Schutzgẽttinnen einzelner Menſchen waren, u.
über melde alle eine Zeenlönigin berrichte. Die
Fen Ipielten eine bedeutende Rolle in ben Ritter-
jagen u. Yabliaug u. machten bie Maſchinerie der
remaniiſchen Peeſie des chriſtlichen Ritierihnmo
158
aus. Die Phantafte fhmüdte ſolche Sagen
u
deenmaͤbrchen aus, d. b. poetifchen, meift — |
abaefaßten Erzählungen, in welchen der Held ber
Geſchichte aus dem Unglüch, inmelches er geräth, Durch
eine F. gerettet wird. Sie wurden nad Sagen
Des Deorgenlandes, Bei. Arabiens, wo fie ın den
Dſchins u. Berins längft beſtanden n. in Taufend
u. Einer Nacht eine bebveutende Rolle fpielen, u.
wo es ein eignes Dſchinniſtau (Feenland) gab, bei.
durch Troubadours vermehrt u. beide Ideen mit
einander vermengt. Vorzüglich gehörten in Frank⸗
reih unter Ludwig XIV. die Yeenmährchen zur
Moveunterbaltung, ja e8 erfchien 17866, in 37 Bon.,
in Baris u. Genf, ein Cabiuet de Fees. Solche
Seemährchen erzählen auch von Beenpaläften ıı. Been-
ſchloͤſern, als von Fen erbaut u. bewohnt. Auch in
Deuiſchland ſpielten die Fenuährchen im 18. Jahrh.
eine bedeutende Rolle, find aber jetzt zu Kinder⸗
erzäbfungen herabgeſunken. Vgl. Mythologie der
Ben u. Eifen, aus dem Engliſchen von Wolff,
eimar 1828, 2 Bde.
Feta (F. B. St. V.), Untergattung von Tri-
chomanes, aus der Familie der Hymenophylleae.
—— bei dem Dammwild das Rückgrath.
eenfelſen (Roche aux fees), Felſen unweit
des Dorfes le Teil im Arrondiſſement Vitré des
franzöſiſchen Departements Ille⸗et⸗Vilaine; beſteht
aus 12 Felſenſtücken, aufemengelebt in ein Biered
von 60 Fuß Fänge, 12 Fuß Breite u. Höhe, im
Innern mit 2 Zimmern.
Feenloch (Pertuis des fées), Felſenhöhle bei
der Stadt Ioffelin im Arrondiſſement Ploermel
des franzöfifchen Departements Morbihan.
eenvogel, Untergattung ber Würger, |. b.
eetaube, eine Art Feldtaube, f. u. Taube.
Fegatella (F. Hadd.), Gattung aus der Fa⸗
milie der Marchantiaceae.
Fege, 1) das Reinigen einer Sade; 2) Korn-
fieb zur Getreibereinigung (ſ. d.).
Fegefeuer (Purgatorıum), nad dem Glauben
ber Römiſchkatholiſchen ber Läuterungs⸗ u.
Reinigungszuſtand der Seelen nach deren Trennung
von dem Körper. Diejenigen Berforbenen nämlich,
welche zmar frei von ſchweren Bergehungen u. int
Stande der Gnade geftorben, aber doch noch mit
eringen Fehlern behaftet find, od. frühere nicht
Dinlängti gebefiert u. abgebilßt baben, follen Die-
fer ihrer Unvolllommenheit wegen, ber blos ten
ganz Weinen verheißenen Seligleit noch nicht
würbig, aber doch auch Der nur den ganz Böſen ge-
drohten Verdammuiß nicht ſchuldig ſein u. daher
noch jenſeits zeitliche Strafen leiden u. durch ſtufen⸗
weiſe Läuterung u. Reinigung zum Genuß der ewi⸗
gen Seligkeit vorbereitet werden, u. das Gebet der
Gläubigen auf Erden ſoll den in dieſem Reinigungs⸗
zuſtande befindlichen Seelen nützlich u. heilſam
ſein. Zur Bertheidigung dieſer Lehre wird ange⸗
führt, daß die Idee eines ſolchen Mitielzuſtan⸗
des zwiſchen volllommener Würdigung u. gänz⸗
licher Verworfenheit, ſo wie der Gebrauch der Opfer
u. Gebete für Verſtorbene, ſich bei den meiſten Völ⸗
fern des Alterthums finde u. in der Heiligen Schrift
indirect ausgeiprochen werde (2 Dlatt. 12, 43. 46.
Matth. 12, 31. 5, 25. 26. 1 Cor. 3, 11—15. 15,
29), and allegirt man viele Stellen der Kirchen»
väter dafür u. jagt, daß bie verfchiebenen Meinun⸗
gen Einzelner fiber die Beſchaffenheit u. Dauer des
” ‚fandes, bie roben u. finnlichen Vor⸗
Bea bis Fehde
Atellungen darliber, bie ärgerlichen Miß
auf Rechnung Der Kirche zu bringen wär
weder gelehrt noch anerfanut, ja fih a
cil zu Trient (Sess. XXV) kräftig ba
babe. Die Prateſtanten erlennen
an, ba in den angeführten Wibelftellen
von dem F. die Rede fei, da der Lehre v
andere Bibelftellen (Matth. 7, 13—2:
24—46. Marl. 16, 16. Luk. 16, 6. 22,
6. 18.20. 15, 2.) widerſprächen u. ba db
vor der Trennung der Oriechiichen Kirch
tholiſchen nicht beftanden habe, erft zu ©:
Zeit entftanden jei. Nach den ehren ber |
katholiſchen Kirche it das F. ein V
wo die Halbreinen durch zu büßende Si
die vollkommene Seligleit würdig gen
aber esift lein mug zadaprnnoıor (Reini
fonbern nur SAlyıs ıds uno ovread
Gewiſſenspein), jeboch verbunden mit
durch bie Hoffnung auf die auch noch
tende Seligleit. Die Lehre von F. wı
Sceitungsgründe ber Griechiſchen vo
niſchen Kirche. Vgl. Lorch, Das Dogma
[hen Kirche von dem PBurgatoriuu, |
1517; Rebner, Das Fegefeuer, ebd. 18
Begebammer, ber zum Losklopfa
ſteins in den Salzpfaunen bienende $e
Fegen, 1) reinigen; 2) Getreide
Korufiebs reinigen; auch gibt es dap
dere Diaichine, Begemüble, f. u. Ger
Salzpfannen von Salzſtein befreien; 4)
ven Hirſchen n. Neben, das Baft ubjchla
Kühen, nad) dem Kalben die Nachyeburi
6) den Bienenftod, das Gewirk im M
(Hegezeit) ausjchneiden.
Fegeopfer, Sühnopfer, mit melde
beidniiher Anficht den Zorn ber Gött
ben u. bie Schuld einer ganzen Sta
Staates zu ſühnen glaubte. Man bei
ſchlechte, aus der menſchlichen Geſellſch
ßene Individuen, welche, wie das Auskel
worfen werben. Daher Paulus 1. Kor
u. Die übrigen Apoftel damit vergleit
verachtet wurden.
Fegeſchober (Salzw.), kleine Pfar
in die Soole geſetzt werden, ehe dieſelbe
ſich alle noch übrige Unreinigkeit darin
Feger (Föger), Stephan, Bildhau
zu Imſt im Oberinnthal, lebte in Ju
er auch um 1770 ſtarb. Von ihm ſin
Statuen in der dortigen Kirche bei St.
Nepomuk. Beſ. geſchickt war F. in €
nerer ienſtande aus Holz u. Elfenbe
Tegfel, der Unrath u. Die zerbrod
bei gewiſſen trodenen Waaren, Die be
abgejondert werten.
Geh, 1) Gebey, vie elle ber ruflilch
hen; in Nüdenftüde (Zebrüden) u.
(Fehwammey) getbeilt, ı. dieſe zerfalle
verſchiedene Unterabtbeilungen, bef. nac
2) je v. w. Eichhöruchen.
Fehde (Faida). 1) Feindſchaft, Un
Krieg zwiſchen Brivatleuten, beſ. 8) die
deutſchen Adels im Peittelalter. Senn
einen eignen, 3 Tage zuvor geſandte
(Abſagebrief) angekündigt. Jeder
Freie hatte das Recht, einem Audern F.a
GGebderecht), u. der Befchdete kounte f
Feher⸗Egybaza bis Fehlgeburt
Bebrgelb, bas er dem Befehten- | zugetweife wählen muß, bamit afebaun in biefen
wen. Lie %. gab das Redt, ten
Leute zu töhten, ‚gefangen zu neh⸗
mit Feuer u. Schmert zu ver»
ebaupt allen möglihen Scharen
x turfte an fen Zonntayen, in
in den Faſten, an beben eten,
Bigilien, feine F. jein bei Strafe
u. Der Confiecation dee Vermö⸗
ofriede. Die geichlefienen Yand«
jegen ſchüten, aber erſt ver Ewige
nbete fie für immer.
3a, fo v. w. Egybaza.
‚je v. mw. Eifenbütchen.
er. m. Rauchbändler.
den, fo v. w Felbach.
uf, ſĩ. n. Dede.
undleie Abweichung von der Re⸗
pas anders ift, ala es ſeinem We⸗
a ſein iellte; dab. Aeblerbaftigkeit;
ıgel: 3) (ach), Die größere cd.
mg eines erbaltenen Reſultate ven
ken Reiultate. Der F. eniſtebt aus
Bdärie ter Sinne u. Der Inſiru⸗
Wer wıchtin, Lie Grenze dee mögli⸗
Bekschtung zu beflimmen, über
wa tie Beobachtung selbft nicht
g genau betrachtet werten kann.
tb erbalten, ſobald man ten ſoge⸗
130 kefürcbeenten F. u. den wabr⸗
selbe beide man ber ter Beſtim⸗
veinlichſten Werthes des geſuchten
Beebachtung zugleich mit erbält,
at. Bl. Methode Der kleinſten
Tbetlungsiebler F. der
it der megen der Unvollkemmen⸗
3e gemachte F. bei ter Zbeilung
alatsihen od. aſtronomiſchen Are
Bröfe ıft verichieten, je nachtem
ı jebr jeinen Meſiungen beflinmt
ben größeren aſtronomiichen In⸗
bei ten Meridian⸗ u. Veriikallkrei⸗
ce neueften Zeit von Repield, Er⸗
werden, überſchreitet dieſer Thei⸗
webl „, Secunde. Wenn die
Antiruinents nicht fein genug iſt
Augenmañũe nech abicbäigen muß,
Ableſene enziteben; Ba aber auch
n getbeilzen Inſtrumenten immer
ſchädung nach bießem Angenmaße
inn überall ein ſelcher x ftazıfne
ntert ıbn 3. B. bei Peritiankrei⸗
nhtrumenten dadurch, daß man in
im yu° ven einander entfernten
ifea Berniers ch. Diifreikcpe au⸗
direct gemeſſenen Stüden bie nie ganz zu vermei⸗
benden 75. ten möglich geringen infup auf bie,
aus ihnen berechneten Ztüde ausüben. Hierdurch
wird ganz bei. Lie Geſtalt der zu müblenten Drei»
ede betingt, u. man muß alfo auf tiejen Bunte bie
größte Rüdfiht nebmen. Übrigens üben gleich
teße F. in ven gegebenen Srüden eines Dreieds
eineswegs dann auch in allen Dreieden gleichen
Einfluß auf Die, aus tiefen Ztüden berechneten
übrigen Stüde; 4) Febler einer verlauf-
ten Sache, momit ?iejelbe zur Zeit des Con⸗
tract® ſchen behaftet war, geben dem Käufer nach
Borſchrift des in das heutige Gemeine Recht
übergegangenen Edictum aedılitium das Recht,
entweder auf Aufbebung tes Geſchäfte (Actio
redhibitoria, binnen 2 Dicnaten) od. auf
Dlinterung des Preifes (Actio quantimino-
ris, binnen 65 Monaten) zu klagen. Lie F. müſ⸗
fen verborgene, d. b. fie dürien nicht fo efien⸗
bar fein, Daß fie ver Käufer bei jorgfältiger Anficht
der gelauften Zache fefert entterfen lonnte. Dage⸗
gen bilter e3 fein Erferderniß, daß der Serfäufer
fie gerade gefannt cd. fi für Fehlerfreiheit aus⸗
Prüdlich verbindlich gemacht babe. Wäre ties ter
all, jo würden Dem Käufer außerdem Die gewöbn⸗
lichen Gentractsfiagen zufteben, welche nicht der
furzen Verjährungetrift unterliegen. Die deutſchen
Barticularrechte abe aber in Abänderung des
Gerneinen Rechte meift bie Pflicht zur Gewäbr ber
beimliden Mängel jebr beſchränkt. So laſſen ei-
nige nur bei fogenannten Hauptmängeln bie Actio
reılhibitor:a gelten, zu melden ter Pferdekäuien
3. B. dann nur gerechnet wird, wenn das Pierd
Kätig, flaarblind, hartſchlägig et. vem Rot bebai⸗
tet war, andere haben bie Krift, binnen welcher
die KRantelungsflage nur angeftellt werten tarf,
auf weſentlich fürzere Friſten in Baiern beim Vieh⸗
bandel 14 Tage, ın Heilen, Württemberg, Naſſau
4 Wechen) berakgelent.
Fehlgeburt (Abortus). ver dem Ente ber 16.
Schwangerſchaftewoche eriolgente Geburt, wobei
bie nicht Lebenafübige Frucht meiitentbeild in ben
unverlegten Eihäuten, bald in einigen Stunden,
bald erfi in einigen Tagen, feltner erft nach einer
ed. einigen Wochen ausgerrieben wird. ie erfolgt
am bäufigfien im 9. u. 4. Menat Der Schwangere
ichaft. Vorausgehende od. begleitende Eriheinungen
“find bel. Froſt, Schwäche u. Hiniälligkeit Des Kör⸗
anf die geeignete Weiſe aus die⸗
ı Bas Nittel nebmen zu können.
hen Auigaden iſt es ſebhr wichtig,
en Einfluß méglickſt ficher beur⸗
ven zu Lönnen, ben Die umeremeide ,
uch Becbactung Meitung; gege⸗
nes I reieds auf Die aus Deitieie
any abgeleiteten, übrigen Stucke
mer eAcbler ber Dreicde, Aecbler:
rede. Auch laſjen ſich bieraus nech
bleiten, nach denen man in jedem
sale die Direct zu vermeſienden
an dieſe beliebig wählen Inn, vor:
rers, Neigung zu Tbnmachten, wirlliche Thnmach⸗
ten, Kreuz⸗, Kelik⸗- od. wehenartige Schmerzen,
Abgang ven Schleim, wäſſerigen Flüſſigleiten, ſpä⸗
ter von Blut, eft in dedeutender, zu langwieriger
Schwäche iühreuder Dienge aus ter Geburt. Die
Urſachen ſind körperliche od. geiſtige Ericbiitterungen
n. Anſtrengungen vwerichtetener Art, ſchwächliche
Konftitutien, Krankbeiten u. Lageiebler der Gebär⸗
muiter, fieberbafte n. entzündliche od. audere beitige
Krankbeiten, tbeils mechaniſch, tbeils dvnami'ch die
Abtreibung der Frucht bewirkende Miitel Abor⸗—
tromittel', ala beitige Purganzen. Jalappe, Ace,
Helleberud, ſerner Safran, Sadebanm, Verlebun.
gen u Erichütterungen der Gebärmutter, Stichde in
tie Eibäure, Krankbeiten u. Pißbildungen bir
erde u. ibrer Aubänge, eine duich öftere en
erlangte Anlage zu neuen. Verbütings. u. Heil⸗
mittel der F. fint verzügiich dörperliwe u. geiftige
Rube, einfache, nicht erhitzende Tiät, berizentale
160
Berbeflerung ber geftörten Lage der Gebär«
mutter, innerlich kuͤhlende u. krampfſtillende Mittel,
bei beftigem Blutfluſſe blutfiillende, bei eingewur⸗
zelter Anlage ftärkente Mittel, insbeſondere das
Eifen u. die eilenhaltigen Mineralmaffer, Talte, be].
Seebäder. Vgl. Abtreibung ber Feibesfrucht.
Fehljagen, Befätigungsjagen, bei welchem das
vermuthete Wild nicht gefunden wird, fondern nur
geringere®. .
Fehlrippen, die unterften kurzen Rippen eines
Thieres. 3
ehlſchlüſſe (Philoſ.), |. u. Sophiſtik.
ehlſchnitt, 1) wenn ein Schnitt von ber Zeich⸗
nung abweicht, od. davon etwas wegnimmt; 2)
wenn beim Ausfleifchen eines Thieres ein Schnitt
in das Fell kommt.
Fehm, 1) Haufen; 2) Haufen Hofz, eine Klaf-
ter breit u. hoch; 8) bie Früchte der Eicheln u.
Buchnüſſe, in fo fern fie zur Schweinemaft gebraucht
werben; für die Erlaubniß bierzu wird an einen
Forſtbeamten das Febmgeld entrichtet u. Über die in
die F. getriebenen Schweine u. das dafür bezahlte
Geld ein Berzeihniß (Bebmregifter) gehalten, um
die Schweine nicht zu verwecjeln, wird ihnen ein
Zeichen (Bebmmal) eingebrannt; mehr f. u. Maſt;
4) Saufen Heu od. Getreide, f. Feimen.
Fehmarn (Behmern), Inſel mit Leuchtthurm
(Marienleuchte) zum Herzogthbum Schleswig ge-
hörig, liegt in der Oftfee, an der Norboftipitge des
Herzogthums, von welchem fie durch den Sehmer-
fund getremmt if; 2 OM., 8600 Ew., von denen
1800 auf die Stabt Burg kommen; bügelig, waſ⸗
fer- u. holzarm, fehr fruchtbar, die Bauart der Woh⸗
nungen, jo wie bie Gericht8- u. Gemeinbeverfaffung
find eigenthümlich. F. ohne die unter felbftändiger
Verwaltung ſtehende Stabt Burg bildet ein Amt
(Landihaft). — %. bieß im früheren Mittelalter
Bemern, auch Imre u. Ambre genannt. Seit älte-
fer Zeit gebörte F. den Orafen von Holflein, welche
auch eine Feſtung Glambed (Glabeck) auf der Süd⸗
feite angelegt hatten, die aber in den Einfällen der
Dänen 1416 u. 1420 unter König Erich zerfiört
wurde, doch nahmen bie Infulaner Rache dafür u.
ſchlugen u. zwangen ihn zum Rüdzug. F. kam 1550
in dem Flensburger Bertrag an bie Fine Gottorp
u. mit Holftein-©ottorp 1767 u.1773 an Dänemarf.
Fehmelwirtbfchaft (Plänterwirthſchaft),
Die Waldbehandlungsart, wo man ven Forſt Überall
mit Holz von jedem Alter im Befland zu erhalten
u. put Befriedigung der Holzbedürfniſſe nur die
ſtärkſten u. die im Abſterben begriffenen Bäume
einzeln herauszunehmen ſucht; entgegengeſetzt der
ee pc
ebmgericht, 1) (peitige Behme, Hein«
liches Gericht, Judicium secretum), in älte-
fter Zeit fo v. w. Criminalgericht; 2) im Mittel»
alter heimlich gehegtes Geriht. Die Einrichtung
bes %-8 war während beffen größter Blüthe (im
14. u. 15. Jahrh.) folgende: Das %. beftand aus
Wiljfenben(Sciti,Sehmgenofien, Vemenoti),
dieſelben mußten ehelicher, chriftlicher Geburt u.
ohne Makel fein u. verpflichteten ſich Durch einen
feierlichen Eid, das Geheimniß des Gerichts zu bes
wahren u. Alles, mas ihnen von Berbredhen od.
fonft vor das F. Gehörigen belaunt wiirde, ihm an-
zuzeigen. Die Aufnahme dieſer Wiſſenden follte
nur auf Rother, d. d. weftjäliiher Erbe (da⸗
den Preis
ihm, wo fie ihn fanden, Die Erecution
Eehljagen bis Fehmgericht
ee Bermeidung prefienber Kleitungsftüde, Ader- | her Freibann aufrother Erbe
laffe,
ſches Gericht) geſchehen; der Wi
einen Anderen vorſchlug, mußte für
keit bürgen. Bald breiteten ſich bie:
anz Deutſchland aus; fie erlannten
Seien (der ſogenannten Loſung), u.
(angeblich über 100,000) im Reich
Ausführung bes Sprudes des ©
wortlih. Aus den Willenben wur
fhöppen (Freiſchöppen, Bansı
welche das Gericht bildeten. Sie f
richt im Kreife auf Bänlen umber (
richtsſpannen). Ahnen beigegeben
bote. Der Borfiter hie Sreigra'
erhöht faß, Tagen Deich u. Strid (b
Gericht eines Freigrafen hieß Fre
Ort deſſelben Freiſtuhl, ber Ep
richtsbarleit Freigrafſchaft. Me
fen ftanden unter vem Stublberr:
Landesberr des Gebiete® war, in
. befand. Oberſter Stublberr w
der meift bei der Krönung in Aad
men wurbe), od. wenn biefer nicht 9
ber Erzbifchof von Köln, als Herzog
Die Fe wurden bef. in Dortmunt
Arensberg u. an anderen Orten geb
nur in Weftfalen gehegt werben. D
auch Freiftühle in Niederfachien n. a
ten Deutſchlands, 3. B. in Baden.
a) öffentlich Offene Freigeri:
unter freiem Himmel, in Gegenmi
gehalten fir bürgerliche Streitigkei
Schuldſachen, Grenzſtreitigkeiten 3
keinen anderen Richtern hatten Recht
Schwerere Verbrechen eines Nichtw
zuweilen mit vor das öffentliche Ger
wortete ſich der Beklagte nicht gehör
fie b) vor bie heimliche Acht
Gericht) gebradt, mit 7, fpäter
Daffelbe bei Nacht in Wäldern, H
u. dergl. gehalten, urtheilte blos übe
würbige Verbrechen, Keterei, Za
Mord, Nothzucht 2c. (Behmwrogen), |
ren in ſchwarze Mäntel tief u. u
mummt. Der Berbredher wurde ſtets
Nichtwiſſende binnen 6 Wochen 3 T
jende binnen dreifacdyer Friſt. Die !
vurch Anbeftung einer Schrift an fei
der Nübe derſelben, an melde ter
fie überbrachte, drei ſtarke Schläge 1
brei Cpäne, zum Zeichen, baß er
abhieb. Der Geladene fand in beftir
auf beftimmten Kreuzmegen Wiffent
Gericht geleiteten. Er konnte fidy jel
od. fid durch Eib reinigen, welche
fläger durch einen Eid mit Gibesbeli
konnte; wider dieſen vertheidigte fich
mit 6 Eideshelfern (iberſiebente
u. wenn auch dieſe Vertbheidigung
von 14 Perſonen überwogen wurde,
helfern. Dies war ber höchſte Bew
unmittelbare Freiſprechung zur F.
der Angeklagte nicht od. wurde er
verurtheilte ihn werfehmte, hielt
über ihn) das Gericht; er war dan
egeben, u. e8 war biei
ihn an einen Baum, nicht an eineı
Fehmgericht bie Feierlich
„ibn, fedte er ſich zur Webre, ſonſt
u. das Mordinſtrument, meiſt einen
reten Deich, zum Leichnam zu legen,
azudeuten, Daß Lac A. jene Tẽdtung
3 28.4 Schöffen konnten, wenn fie
yer über ter That ertappien ıbant-
), ibn fogleich ſelbſt, chne Urcheil um.
. Ber von den Wiſſenden dem Ber:
en Wink feiner Berurtbeilung gab,
m Tode beftraft. In Der leiten Zeit
te ber Verurtbeilte auf mebrere Art
dachten Urtbeil entgeben; fo iuchte er
bern um Gebör nach ot. er appel⸗
aiter, welcher Geleit gegen das F. gab,
Al auf 100 Jabre 5 Moden 1 *
deifilive, reiche unmittelbare Perſonen,
ellem:sene Landeebebcit beſaßen, ı.
auch Juden u. Weiber konnten nicht
vertlagt wetden; auch war nur dann
Len erlaubt, wenn ver einem ordent⸗
rien Recht zu erlangen fand.
ung tes X. ift dunkel; Einige u. das
ken ihn bie auf Karl den Greßen zu-
wear u als erſten Zweck gelegt, Die
zehn zum Heidentbum zu verbin-
abie Geicidete finder biervon keine Spur.
Ger it, daß ea beim Sturze Heinrich
182; eııftand, mo ein Theil von deſſen
Ben u. Weſifalen, an Köln fanı; te:
we bie Recbtepflege Dort wie in ganz
m raurigem Zuftand u. ſuchte dieſelbe
F zu Beben. Wit tieien Umſtänden
23e überein, daß Engelbert, Erzbiſchof
16-—25:, Ber erite Freigraf geweien jet.
zen lich Tie Kaiſer, melche die F. unter
sayınen, Derielten, um mächtige Große
Am 14. u. 15. Jabrb. war tie Vacht
Höchſie geitiegen, u. bei Der Unord—
Xermaltung der Juſiiz batte es da⸗
fr wohlibät:ge Wirlungen: es artete
e u. gab zu aroßen Wiigträuchen An—
Städte, Fürſten u auch Eidgeneſſen
ı 1460 Bereine, nach denen das F. in
er Verbundenen keine Watt heben,
we Sprüche executirende Wiſiende ala
aft werden ſellte. Eine etwas ver—
htung erhielten tie Fae durch Die Re—
eiche Erzbiichef Dietrich in Keln 1137
pitel im Areneberg anfieten ließ u.
ſerliche Beſiätigung erbielt. Div Fe
ih indeſſen cft dem Kater, bar. wenn
Wiſſender war. Einmal luden fie for
edrich III. (ft. 1493 ver ihren Stubl,
hränkente weitere Refurmen vorneh—
Tine austrüdlihe Aufbebung tee x 6
ter Umfang ibred Wirkungekreuner
ı. nach Durch Deren Verwandlung in
richte beihräntt, u. Lie Kinfibring
ten Yankirietens u. der neuen Crumi—
ig vermiichte entlich die leuten Z put»
nebümlichen Berfabrens. 1565 wurde
tannte 55. bei Zelle gehalten. Dech
(re F., in mildere u. gereßlichere For—
Kid zum Jahr 1792 unter dem Schutze
rt. Es war eine Art Dinggericht ge
: einen I berireigraf in Arenabery, der
3rafen, welche namentlich Die Fürſien
Weſtfalen u. ber Freiherr von Hörka präfentirten,
unter ficb hatte. Der fette Oberfreigraf mar der
penflonirte Sofgerichteafieffor Engelbartt, ter in
Wörl 1535, 80 Jahre alt, flarb u. der Diefee Amt
ven feinem Zchwiegerwater, Hofrath Yoctefepf in
Wörl, in deſſen Familie dieſe Stelle iiber 100 Jahre
lang war, erhielt. Auch in Italien ſoll es ähuli
Gerichte gegeben haben. Bgl. Freher, De secretis
judiciis olim in Wertphalia usitatin, Regeneb.
1762, Hütten, Das F. des Mittelalters, Ypy. 1793;
K. P. Kopp, Über tie Rerfaffung ber beimlichen
Berichte in Weſtfalen, tt. 1794; Th. Berd, Ger
ſchichte Ber weſtiäliſchen F., Bremen 1814, 2 Bde.;
P. Wigand, Das F., Hanau 1425; Uſener, Die
Frei⸗ u. heimlichen Gerichte Weſtialens, rt. 1932;
Gaupp, Von Kebmgerichten mit beſonderer Rüd-
ſicht auf Echlefien, Breel. 1857.
Fehmbolz, ie v. mw. Fadenholz.
Be, f. Feimſtätte.
ebrbellin, Start am Jufammenfluß bea Alten
u. Neuen Rbin im Kreiſe Tftbavelland des preußie
ſchen Regierungebezirks Petedam, Torfjräbereien;
2000 Ew. Hier am 19. Juni 1675 Sieg Led Nur-
fürſt Friedrich Wilbelm ven Brandenburg über Die
Schweden unter Wrangel. Denkmal der Schlacht
an ber Landſtraße bei tem Dorfe Linum. Daber
Bchrbelinstbaler, auf dieſen Sieg geſhlagene Thaler
von 20 verſchiedenen Geprägen.
Fehring, Vlarkifteden au ber Raab im ſteyeri⸗
ſchen Kreiſe Grab; 500 Em.
ehrücken, ſ. u. Feb 1).
ehſchnitt (Her.s, io v. m. mit Zinnen getheilt.
ehwamme, ſ. u. Febh 1).
eid, Joſ., geb. 1807 in Wien, bildetre ſich zum
Landſchaftsmaler n. iſt namentlich Meiſter in der
Tarfrelung des Baumſchlags. Mebrere ferner Bil-
ter befinden fib im Belvedere in Wien: u. a.:
Waldgegend mit badenden Nympben, Walbland-
ſchait amt einer Eiche im Mittelgrunde, Landſchaft
beim Heranziehen eines Gewitters.
Feien, fo v. w. hexen, Zaubern, ala Werk einer
Fee, i. d.
s Feiergeld, 1) Geld, welches ber Aungmeiſter
vom Handwerk erbält, weil er Vieles iür dafſelbe zu
beierzen hat u. dadurch in feinen Arbeiten geſtört
wirt; 2) (Heid, welches ein Meiſter an Das Dunde
wert zablen muß, wenn er einen Geſellen mebr atı-
nimm, als eizeittlich erlaube iſt; Dies iſt Den
Scheitern am Feierabend, 14 Tage ver den heben
Herten, geftattei, Liber Acterabendögefel.
Feiergeſell, Feierburſche, ein Handwerks⸗
buriche, welcher außer Arbeit iſt.
Feierlich, was Die Seele zur Andacht ſtimmt,
inden eo dieſelbe von den materiellen Intereſſen
des tãglichen Yebens ablenkt, um fie in die Hetrach-
tung Dee Ewigen u. Grbabenen zu verfenken. In
der Denfit erfertert es ernft u. langſam fertichrei»
tende Pelodien, einfache, nicht verwidelte, aber
tief ergreitente Darmernie, Tie budende Kuunſt ver⸗
mag das Fee nicht zu !chiltern, Da fie ea nicht mit Ge⸗
fübten u. Stimmungen an thun bat, jentern mit
Neslitäten, deren Tarſtellung indeß durch Gedau⸗
kenvernuttelung Dem Gemüth eine jeierliche Stim⸗
mung au geben vermag. Am unmittelbarſten kann
der Landichaitomaler den Eindruck Ted eu hervor⸗
briugen, welchen die Natur bei gewiſſen Beleuch⸗
tungen, nameutlich wo fie in ihrer vellen Urſprüng⸗
Erefen von Waldeck, ter Graf von | lichleit erſcheint, hervorruft.
Kshen & uf. VI
11
ertage, fo v. w. Kefttage, ſ. Feſt.
feln (Keibeln, Niveln), 1) die Speichel»
fen der Pferde zwifchen Hals u. Kopf unter den
Ohren; 2) Pferdekrankheit, eigentlich eine Krampf-
tolit, die aber die älteren Thierärzte von ben F. ab⸗
feiteten, welche fie daher auch durch Einjchneiden 1.
theilweife Wegnahme berfelben (Beifeinbrechen), od.
indern fie die Drüfe mit einer Zange faßten u.
quetichten (Beifeinzwiden) zu heilen glaubten. Se
felnfiſteln, Speichelfifteln ber Pferde, Folge vernach⸗
läſſigter Entzündungen jener Drüſen ob. obiger
Mißhandlungen.
Feig, 1) u. Ge 2) (Bergb.), vom Ge⸗
birge, mürbe u. fich abzulöfen brobend; 3) von
dem Gezimmer in Schadhten, faul (Seiggezimmer).
Feigboßne, 1) die Pflanzengattung Lupinus;
2) fo v. w. Vicia Faba, beide aus ber Familie ber
Bapilionaceen.
Feige, 1) Johann, geb. 1748 in Zeit, wid⸗
mete fi ter Muſik, zeichnete ſich als Sänger n.
Biolinfpieler aus, kam 1766 als Baſſiſt an das
Theater zu Strelig, an welchem er ſpäter als Direc«
tor fungirte. Seit 1780 fam er ala Violinvirtuos
in Aufnahme u. ft. zu Anfang des 19. Jahrh. Er
componirte bie Operetten: Die Kirmiß u. Der
Flüchtling. 2) Gottlieb, geb. 1751 in Zeit;
anfangs für die Muſik beftinmt, trat er 1771 in
preußiſche Militärdienſte, ohne jeboch feine mufila-
liſchen Studien aufzugeben, verließ den Dienft 1786
u. machte dann als Violinvirtuos erfolgreiche Kunft-
reifen durch Deutfchland u. nah Rußland. Bon
1806 bis zum Tilfiter Frieden ftand er als Hautbeift
in einem sKüraflierregimente, wurde 1810 erfter
Biolinift am Theater zu Breslau u. 1813 bei bein
Blücherſcheu Corps Stabstrompeter. Rah dem
Srieden nahm er feine frübere Stellung in Breslau
wieder ein, mo er 1822 ft.
Feigen, 1) die jogenannten Früchte bes Feigen⸗
baums (f. d. 1); 2) Indiſche F., Opuntin, eine
Cacteengattung; 3) Baratiesfeige, die Frucht
von Musa parndisiaca (f. d.); 4) einige Schneden
von Feigengeftalt, 3. B. Bulla ficus (Spanifde
F.) Murex arvanus (gegadte %.), Murex
perversus (fintfeige). j
Feigenbaum, 1) (Ficus carica, Gemeiner
.), baumhohe od. auch bei uns niebere Art von
icus, in Afien u. Südeuropa verbreitet, ift, völlig
u ahien, 16—20 Fuß hoch, 4—6 Fuß im
Umſang; jedod in mehr nördlichen Gegenden u. in
Gürten cultivirt, nicht leicht Über S—10 Fuß hoch.
Rinde: rauh, aſchgrau, höderig; Holz: weich u.
ſchwammig; die jungen Zweige grün, bie Blätter
von der Größe einer Hand u. darüber, auf rund»
Iihen rauben Stielen ſitzend, ebenfall® rauh, bie
unteren berzförmig u. ungetheilt, die mittleren mit
3, Die oberen meift mit 5 Yappen; in ber Deimath
bleiben fie auch im Winter fteben. In den Blatt-
winkeln figen auf furzen Stielen bie birnförmigen,
durch den, die Blütben ı. die Samen einichließen-
den Sen gebildeten Feigen (aljo leineswegs
die Kriüchte), in melden am Gipfel in mebreren
Reihen übereinander liegende Echüppchen eine un⸗
merkliche Offnung zu einer inneren Höhle laffeı, in
welcher die Blüthen, dem Lichte entzogen, ſich aus⸗
buden, während gleichzeitig ber Fruchtboden ſich
vergrößert, weich wirb, jeine vorher grüne Farbe
äudert, Süßigleit belommt u. als Feige reift, wo
dieſe dann auch ben fcharfen milchigen Saft verliert,
162.
b
Feiertage bis Feigenbaum
mit dem fie, wie alle Theile bes Banme
reif erfiillt war. Die Blüuthen find tk
liche, theil® weibliche, theils Ziwitterblüth
liche Blüthen finden fi nur auf dem f
Wilden F. (Caprificus), von Heinem
lichem Wuchfe, ter nicht cuftivirt, in |
aber zur Caprification (f. d.) benußt ı
den (nit eßbaren) Feigen deſſelben u
ion die älteren Griechen, in Bezug auf
fication: a) Kornites, im Auguft f
in denen die Feigengallweſpe fich erzeu
gelt auesichliipft, worauf fie abfallen;
titires, bie jpäter im Sabre fich bil
welche jenes Infect feine Eier legt, un
überwintern; cd) Orni, bie im Mai fid
viel größer werdenden, in welche jenes
kriecht, um feine Eier zu legen, u. mit
danı bei der Gaprification auf den 3
übergetragen wird. Diefer trägt aber a
sur Fortpflanzung dienlihen Samen. i
blüthen, neben blos weibliche Blüthen eı
Feigen. Die Fortpflanzung geichieh
leger od. durch Samen, aus welchem
durch Farbe, Größe u. Geſtalt verſchiet
arten (in Frankreich Über 100) der culti
gen entfteben, bie jedoch alle unter 2
lungen zu bringen find, nämlich we
grünliche, od. röthliche, violette u. b
TCultur des F⸗s ift feinen großen Gi
ten unterworfen. Bei und wird er ga
Kübeln, im Winter in Kellern, Gewölbt
in Häufern gegen ven Froſt verwahrt,
wo nicht zu ftarle Fröſte zu fürchten fint
im Lande übermintert, wo er reichlicher
mal wenn man ibn mit mebreren ande
menfet. Der Baum jet zweimal in
Teigen an, im Frühjahr, wo dann Die ;
Scommerfeigen, zu Johannis reifen
hannis, die bei günftiger Witterung ned
berbft als Herbftfeigen reifen; doch
Reife allmäblig, jo daß man von mehrer:
ziemlich den ganzen Sommer hindurch:
erbalten kann. Die frifhen Feigen,
Reife, in der fie ſich leicht vom Baume
von zuderfüßen Gejchmad, gebören zu
deſten Obſtarten, werben noch in füpfid
ten reichlich u. täglich genofien, obylı
Genuß Ungemwohnte ſich leicht den Ma
verderben. Getrodnete Feigen
find ein verbreiteter Gegenftanb bes.
werben nicht nur, bef. in ſuͤdlichen Geger
genoſſen, jondern find auch in Apotheken
men. Die beiten find Die Levantiſf
Smyrna u. bem Archipelagus, melde
u. gelb find u. einen jchleinug ſüßen, at
benigartigen Gefhmad haben; vie beft.
in Schachteln u. Kifthen, geringere in F
dinäre ald Kranzfeigen auf Schili a:
uns. Letztere liefert bei. Salamata in D
eigen von Korfu beißen Fraccazza:
niiche od: Genueſer fonımen ben Yevant
lich gleich, lettere gebdren mit zu den I
bejondere Art berjelben find die Schwa
en. Die Feigen aus Dalmatien u. fl
cheidet man in graueu. gelbe; fie n
Benetianer od. Triefter Feigen
Die Sicilianer u. Calabrefer Feigen ſind
ten Korbfeigen; Marſeiller er. P
Feigenblatt bie Feile
»ises) ſind weiß, fang, rund u. vielett, | Diät, abführende u. Natreinigende Mittel er er
m Sorten. Hierher gehören tie Bio-
en od. Moilfonesu.Bellounes,
‚ inmwendig roth, von dünner auige-
u. rund; ferner lange Herbfibar-
zlavettes, viclett, inmentig roth
2 deutihen Seeflätten Romtatſche
igen von Creoſſe et. Seyroles; Spa⸗
lencia u. Malaga; Portugieſiſche von
emmen eigen aus Dlalta, Neapel,
eppo, Cypern, Sardinien (bei. von
. Balma u. Teneriffa. Die Pha⸗
n6-}! eigen kommen aus Ägopten
Nach der Art, wie fie verpadt fine,
Rorb-, Rosmarin», Yaub- u.
. Die Güte ter getredneten eigen
brer Arie u. Züge ab; man muß
ſeben, daß bie Früchte gut getrednet,
im. füß, von außen nicht angelaufen cd.
m. In warmen Yäntern lafien lich
u feigen nur bis zum Monat Mai gut
x dem Anſange ber beißen Wiiterung
a Gärung u. nehmen einen widerlich
kai In Teutichland kann man fie
ei, au UÜblen Orten länger cerbalten;
sen ſe rer an Güte. Wegen tes reiche
teiseen Zucler⸗ u. Zchleimfieiice, dein
L werden tie als uährende, erweichende,
wende Mittel, als Zufag zu Aruitcbee,
Mid gemeicht, ale ermeichente Wiittel
jven Geichwüren, bei. am SJubnilerich,
i) Die Pflanzengattung Ficus; 3) in
ger Yaum, |. Asmattba.
tt, 1) Blatt des Keigenbanme ; megen
en Form in ter Ornamentik gern ver-
zum Berbergen ter Geſchlechtetheile
en, namentlich kei reſtaurirten Antiten
2) weibliches lieb tee Rerbirilter.
tus, eine in Zartinien üppig wu—
ssart, dient zur Anlage von Yeden;
erten ten Schweinen gefüttert, Rünnen
Zpiritusbereitung verwendet werten.
vıRas el Tine, ter weftliche Tbeil
nigen Yandzunge, welche ten Halten
1a Agvpten) umſchließt.
tel, 1. Opuntia.
fer, fo v. mw. Yaubrögel u. Bescafigue.
weipe (Beigenbobrer, Feigenſtecher),
pe.
fe, Art Confect von den beften Feigen
ien, Pinien, Piſtacien, Gewürzen, ge⸗
Bein, in Form eines Käſes zuſammen⸗
Raus Spanien u. Portugal.
zmer (Bergb.), ſ. u. Feig.
Gemütbezuſtand, in tem man libel,
. Echmerjen auf eine tatelnswertbe
Segenfag: Mutb.
L(Sycosis. Aartfinne), an ten be
len tes Geſichte, vorzüglich am Kinn
u. an ben Näntern tes hebaarten
apillitis), faf allein beim männlichen
ertommenter Ausichlag, einzelue cd.
Rein bildent, weiche in braune Zchorie
im 14 Tagen abbeilen, leicht aber auch
‚mehr tuberculäs werten; Folge ſchlech⸗
n Ztörungen der Bertaunng, ſchlechten
a; erheiſcht einfache, mehr vegetabilijche
anfangs ermeichende, fpäter Salben von Zink, weis
Bem Duedfilberpräcipitas x.
Feigwarzen, 1) (Condylomats, Feucht⸗
warzen), marjenartige Hautauswüchſe in Folge
ſopbilitiicher Erkrankung, ſ. u. Lruſiſeuche; 3)
(Zbierarzneil.), trauthafie, empfinbungsiofe Aus⸗
wüchſe ven Feigenform. Sie ſteben a) an der
Haut GFleiſchige F.), mein an Füßen, Augen,
rippen, Schlauch u. können abgebunden, wege
geägt cd. abgeſchnitten werden; b) an Sebnen
(Sebnen⸗F.) von äußeren Unreinigkeiten, welche
die Haus anfreften, men in ber Feſſelgegend
(Aefiel-.), fie tbeilen fih in Zweige u. Fäden,
leihen tem Blumenkobl, entleeren eine tcharfe,
belriechende Feuchtigkeit u. fine in der Negel
Felge von Huiwaſſern; e) am Horn des Hufes
(dorn-%.), von Unreinigleit am Ruß, ſelbſt
von zu langen Steben im Stalle; baben in ihrem
Fortgauge Hinken Bes Pferdes zur Folge; Die Horne
F. befinden ſich entweder blos am Sırahl (gute
artige %.) u. können ebenfall® abgeichnitten od.
mesggeitst werten, oit erfi nach Ausreigung ber
Zoble; ed. fie befallen auch Die leifchjehle, das ge⸗
rieite Aleiih Der Ferſe u. dat Duartier, ja den hin
ren Theil tes Huiknorpels (bösartige F.),
dieſe find felten gut zu beilen.
Feigwarzenkraut, iſt 1) Ficnria renuncoloi-
des; 2) Chelidonium majun, das große Schöll⸗
trant; 3) Scrophularıa nodosa.
Feigwurz, Lie Termentillwurzel.
Feijo (ipr. Feibbo), 1) Diego Ant., geb. 1780 zu
Itu in Brafilien, war Priefter u. 1921 Deputirtes
ter Provinz Zt. Paul bei Ten portugiefiihen Core
tee, Demolrat, 1526 —31 Abgeortneter u. Fübrer
der Oppoſition bei der erfien brafilianiichen geſetz⸗
gebenten Berrammlung, beantragte Die Abıchaffung
tes Cälibats, trug viel zum Sturze Tom Petros
u. zur Revolution vem 7. April 1831 bei, änderte
aber als Juſtizminiſter feine politiſchen Aufichten,
indem er ſich für die conftitutienelle Monarchie enteo
ſchied u. nabm nach 14 Monaten feine Gntlafiung;
1633 murte er Zenator filr Die Provinz Rio m.
1535 der erfte Regent von Brafilien (1. d., Geſch.)
* 1937. Seitdem lebte er ale Privatmann. 2) |.
eio.
Jrltoeen (Metallarb.), fo v. m. Vogenteile.
eile, ein ftäblernes Werkzeug, beſtebend and
einen Stück Stabl, deſſen Chberflihe durch Ker⸗
ben od. ſchräge Zäbne ſcharf gemacht iſt u. von
den Gegenſtänden, worilber fie hingeſtrichen wird,
Späbne abreißt (Wellfpähne, Feiulicht, Aeilſtaub).
Die Kerben od. Einſchnitte der F. nennt man
ten Sieb. Ginbiebige Fanſenthalten nur
eine Reihe paralleler Cinfchnitte, bei zweibie⸗
bigen kreuzen fich dieſelben. Der erſte Dieb beißt
der Grund» od. Unterbiek, ber dieſen freuzene
ten ter Krenz⸗ od. Überbich. 1. Kintbeie
lung: 4p nach ter Größen. Beſchaffenbeit
bes Hiebes: Arm-%., Stroh⸗F. (die gröbe
fen), leere mit Ztrob ummidelt, Daber ter Name,
Baſtarde cd. Ror⸗F. wmittelgrebe), Dalbe
ſchlicht⸗F. (mittelieine), Schlicht⸗F. feine),
Fein-Sdlidt-, Schlicht Schlicht 7. (feine
feine. By Der Geſtalt nach: Pierfantige,
Klage (Aueſtrich Ar, Meſſer⸗F.), melde nur
auf einer flachen od. breiten Seite gehauen find;
Dreiedige (04-51; Dvale Bogelungen
ſehr dicke, wit 2 gleich gefrlimmten Flächen heißen
Karpfenzungen); Halbrunde, Runde
(Rattenihwänze);Gebogene (Riffel⸗Fen),
zum MAbfeilen runder Körper; Schattir- ot.
Schattirte F., deren Hieb fo ift, da man mit
denfelben vor- u. rüdwärts ftreihen faun; An»
ſatz⸗F., Blatte, VBierfeitige $-n, wovon 2
Seiten breit, bie 3. ſchmal, die 4. aber nicht gehauen
iſt; hierhergehören die Platinen -%., zum Abfeilen
der Uhrböden ob. Platinen; Ausfhweif-%.,rund,
um eine Ausichweifung zu bewirlen; Trieb⸗F.,
halbrund, nur auf der flachen Seite gehauen, zum
Ausfeilen der Ubrgetriebe; Zapfen-%., platte,
nur auf einer Seite gehauene F., mit ſcharfen Eden;
Wölb- od. Wälz⸗F., halbrund, auf der flachen
Seite gehauen, zum Abwalzen der Zähne eines
Rades; Bogen-$., dünn, in einen ftählernen
Bügel geipannt; mit derfelben werden ſchmale, tiefe
Einipuitte gemadt; Gabel-%., ſpitzflach, von
den Gilberarbeitern u. Meſſerſchmieden gebraucht,
um Räume zwiſchen ben 3 u. 4 Zaden einer Gabel
auszufeilen; Einftreich-%., zum Hervorbringen
ſchnialer Eiufhnitte, 3. B. in Schraubentöpfen
en ton B; Perl⸗F., mit einer
hmalen gehanenen Hohllehle, um Heine, zur Ver⸗
terung dienende, halblugelige Hervorragungen(Per-
en) auf Metallarbeiten hervorzubringen; Schei⸗
benförmige %. drehen fi um ihre Achie, dahin
gebört der Spitring ber Nadler zum Spiten
er Stednabeln, Übergang zu den Fräſen, |. d.
U.Die&igenfchafteneruer guten $. find gehö⸗
rige Härte, richtige Form, Reinheit Des Stahles,
bellgraue Farbe u. Gleichheit u. Negelmäßigkleit tes
Hiebes, fowie hinreichente Tiefe beftelben. Brobe:
ein federhartes Stahlſtück Darf beim feften Hinftrei-
n über bie 5. feinen merkbbaren Eindruck (weißen
trich) geben. Fen werben jett in Deutfchland fo
gut wie in England gefertigt, doch zieht man noch
einige englifche Sorten vor. Uhrmacher⸗F. liefert
bie Schweiz fehr ſchön.
III. Die Handwerker, welde vorzüglich Y-n
verfertigen, beißen Seifenbauer ; fie bilden nur an we⸗
nig Orten eine Zunft, lernen >—6 Jahr, belommen
Gelchent auf ver Wanderſchaft u. Tiefern als Dteifter-
ſtückeinige F⸗n u. einen Spigring für Nabler. Zudem
Berfertigen der F⸗n gehört A) das Schmie-
den; als Diaterial dient Cement⸗ od. Stobftahl u.nur
u ten Heinen Gußſtahl; der Amboß ift 150 — 200
Sin Ichwer n. bie flache Bahn deſſelben 12 Zoll lang
u. 6 Zoll breit; die Hämmer haben eine etwas abge-
rundete Bahn. Die vierlantigen, flachen u. runden
Fen bilbet der Feilenhauer aus freier Hand, die
dreiedigen u. balbrunden in dem Einfchnitt eines
Geſenkes, welches auf der oberen Seite mit Stahl
belegt, aus Eijen geſchmiedet ift u. in einen Salz
der Amboßbahır eingejhoben wird. Das Schmieden
erfordert für jede g bie größten ausgenommen,
2 Higen; in ber erfien wird ber Körper u. bie
Spitze der F. gebildet u. in ber zweiten gefchieht
das Ausſchmieden der Angel, das Richten ber gm
wenn bdiefelben noch Krümmungen u. andere Un-
rTichtigfeiten zeigen, das Auficlagen bes Fabrik⸗
feinpels x. Um die gefchiniedeten Fen recht weich
zu machen, werden fie noch ausgeglüht u. dann
laugſam abgetüplt. B) Das Ausarbeiten ge
ſchieht a) durch Abſchleifen auf Eteinen von
3—4 Fuß im Durchmeſſer u. 6—8 Zoll Breite,
welche in Waſſer laufen u. ſich in ber Minute etwa
eile
100 Mal umdrehen; das Schleifen
zieben) wird erfi ber Duere, dann bi
verrichtet, u. bie Fen in Kalkwaſſer
das Roften zu verbintern. Was dad
b) Durch Abfeilen anbetrifft, jo ift e
wieriger, aber die Arbeit wird auch gen
dem SHauenmwirbbieF.aufdenHauaı
der aus einem Stüd geichmiebetent
welches auf einem Holzklotze aufliegt, d
felben wird in den Beilenhalter, ein ı
Holz, geftedt u. dieſer auf das Knie
einem darüber geihlungenen Riemen
gehalten. Das Hauen geichieht mit Mi
mer, es wird bei der Augel angefangen
Gel nach jedem Hammierſchlag fortgerä
terlage dienen entweder eiferne (Dauc
bleierne (Haubleie), letztere dann, ı
liegende Fläche der F. ſchon einen Hie
bat. Sft ver Grund hieb fertig, fe
über denfelben ber Kreuzbieb gem
aber an den Einfchnitten des Grundhiet
mit einer flachen F. abgeſtrichen, d
größtentheil® entfernt; dadurch werd
ben Kreuzbieb entfteyenten Zähne .
Edige u. runde Feu werben bei dem?
Einfhnitt des Haueifene gelegt, «u
zu den runden u. halbrunden %-ı eine
ausgeböhlter Schärfe haben. Teil
find mehrfach erfunden u. verfucht, aber
der aufgegeben worden, benn es fehlt!
das feine Gefühl beim Hiebe, Der nad!
Feilenform in jeder 5. ſehr wechſelnd ge
muß. Biele Sn müſſen mit einem
werden u. Died macht fich ſchlecht. DJ
erfordert beſ. megen Der feinen Spike
viel Vorſicht; die Fen werben beshal
Überzuge verfchen, der aus verlchle
Horn (auch Knochen, Piertebufen od. K
Zöpferthon, Ofenruß, Kochſalz u. etw
zuſammengeſetzt iſt. Alles wird fein g
Bierhefen angerührt u. die Fen bam
dann werben fie auf Eijenftäben, bie
Eſſe ar der Feuermauer angekradt für
jpäter im euer erhigt, dunkelroth gl
Gefäß voll gepulverten Kochfalzes gefte
bleiernen od. hölzernen Hammer ger
wieder ind euer gebracht u. langſam
ber Spitge nach unten, in eine tiefe,
wafjer gefüllte Butte geftedt. Die Ar
wöhnlich nicht gebärtet. E) Das R
Einölen; bie Fon werben gleich nad
in verbünnte Schwefeljäure gethan,
ber Oberfläche befindliche Überzug wi
Zrommel od. Walze, deren Umtreis
od. Karben beſetzt ift, u. fi in ei:
gefüße umdrebt, Durch Anbalten ber $-
denen Richtungen, entfernt; das Troc
auf einer geheizten Eiſenplatte. Die
noch warm in Baumöl, oft mit Terpen
etaucht, dann läßt man fie abtropfe
de in Papier. F) Das Aufbauen
nur bei großen vortheilhaft; ber all
gänzlich meggeihufft u. Die Flächeg
Die F. wird deehalb durch Aueglühe
auf einem großen Schleiffteiie abgeſchli
beſ. bei lleineren, der Hieb durch Abfei
bei größeren Fen bedient man ſich ver
bie, einer großen Arm⸗F. ähnlich, ı
Belle bie Fein
ee u. au jebem Gnte ein bölgerne® | tenbe Werkzeug if eim meifelähnlihes Stablſtuck,
yınen mn. Härten gefchieht, wie oben
ide %-n, weiche nıcht mehr auf-
ı fönnen, vermwenter man durch
bichleiſjen zu anderen Werkzeugen,
Behrer, Srabflihel, Schaber ıc.
ung der %.; die feinflen Fen wer⸗
1. Schmiebeeileu mit DI gebraucht,
rien u. Meifing. Vollommen gu-
ſchwer, ber Keilfirich muß regel-
t gerübrt werten; das Arbeiteftüd
ubſtock zuweilen umgeipannt wer⸗
genflänte laßt man zuweilen mit
Trebbank ablaufen; lange ſchmale
ın mit ber quer aufgelegten ſy. längs⸗
m fi) ter Feilenbieb beim Arbeiten
‚man ibn mittelft einer ınejfingenen
te wieder aus. Are F⸗n lafien fich
en dadurch wieder fchärien, Faß mar
it Lauge auskecht u. Bann in mit
ſchwach angeſäuertes Waſſer legt
‚ten Zhmugp mit ber Drahibürſte
dich mis Scheidewafier 4— 7 Minn⸗
xuter rein mit Waſſer ſpült, dann
mehrmals Lies wiederholt u. endlich Die
seit, troctnet u. eindit.
as} Gattung ter Kammmuſcheln (ſ. d.),
nosa s. O)-trea Z,. fo genannt, meil
se Ruſchel rauh, wie eine Feile ift.
kerbaum, iſt Ce ropia pelıaın.
Chirus Steller), Gattung, den
ilsobio: verwantt; Rörper lang,
anf, Kopf Mein, Maul Nein mut
an ber Saite viel Poren; Auient-
r ven Kamtſchatka. Arten: Acht⸗
Ch. octogrammu-); Sechoſtrei⸗
hezagrımmun), fonft bei l,abrax.
af, 1. u. Aufcultatien 2) B).
t. 1. u. geile III.
safchine, |. u. Zeile III. C).
(Beirei.), io vd. w. Giraptolithus.
beim il.ima Brug. (ilaucun Poli),
ıitermuicheln (der Kammmuſchelu);
bieitig, ſchiejeijörmig, an den Seiten
mein mit ftaheligen Querrippen;
. ungleib; wDieerihiere; bei Yinne
er De — —
Art: Gemeine F. (l.. Radula |
ma. (sl. capillatun). ſchön weiß,
Schuppige %. (1. syunmosn),
r gerrüdt, fehr raub; 1.. glacia-
n Erüd hartes Holz, oben mit Ker-
Zachen darauf abyufeilen.
.w. Kerficert, |. u. Gottesurtbeil.
, I) cin Heiner Echraubeflod von
ne merallene Segenftänte beim Ve⸗
zu befeftinen; wat er einen langen
er Stieltloben; Der %., welchen
zum Ginfpannen ber Unrube ıı. Rä⸗
‚bar ſtatt des Koriee nur einen zu⸗
vun Rein u. beißt Rerflioben.
L:ihmiere iſt ein hẽlzerner Schraub⸗
auf einer meiſiugenen Kugel ſtebt,
ı nach allen Seiten richten zu lönnen.
‚lor.m Seullelben.
ne, eine Maſchine zur Bearbeitung
e verrichtet die Arbeiten, weiche jenjt
üe ausgeführte werben. Das ardei⸗
welches mit großer Geichwintigleit Über das zu
bearbeitente Metallſtück bin- m bergezogeu wird
u. von bielem Epähne abſchabt. Doch find die An
nicht febr in Gebrauch gelommen, weil man die⸗
felbe Arbeit auf beffere, rafchere n. mobifeilere Weiſe
ausführen kann mis ter Metallhobelmaſchine
für horizontale Arbeit von gewiſſer Länge; ber
Stoßmaſchine für berizontale Arbeit filr fur
Yänge u. Rundwerk. Ziele letztere Maſchine arbei-
tet aber nicht mis fetlartig auigehauenem, fondern
mit meißelartigem, rafch gebentem Werkzeug. Außer
ten Scebelmaidinen bat man für krumme Flächen
Die fogenannten kräsmajchinen mit fchnell um-
laufendem Schneidzahn cd. Schneiträbchen. Endlich
mente man anſtati ter geile oft auch Schleifmaſchi⸗
nen (mit Zandfteinen) an. Die F. wurde ſchon
Inin von v. Reichenbach zur Bearbeitung von Dief
fing angemenket, 1531 wurde fie von Überhäujer
welenticch verbefiert u. jpäter, zuerſt 1840 iu Eng⸗
laut, auch zum Gebrauch für größere Arbeiten, bef.
zur Bearbeitung vou Guß⸗ u. Schmiebeeifen, an⸗
gementet.
Feilmoſer, geb. 1777 zu Hopfgarten im Brixer⸗
thale in Tyrol, mar Priefter u. vehrer der Exegeſe
des A. u. N. T. am Benedictinerſtift Fiecht in Tyrol,
wurde 1906 Profeflcr ber Trientaliſchen Sprachen u.
der Eregele in Innebrud, 1520 PBrofeflor der Theo⸗
logie bei ber katholiiben Facultät in Tübingen u.
fi. 1531; er fchr.: Ginlettung in tie Bücher des
M. T., Innebr. 1510, 2. Aufl. Züb. 1930; Die Ver-
fegerungelucht :c., Rottw. 1520, u. a.
Feilfpahne (Relinaub, Aeltict, Weitfen, Abgang
vom Metal, der durch das Beſeilen entftebt.
Keimen (Fehm, Miete, Schober, Die⸗
men, Triften), ‚großer Haufen Strob, Heu ob.
Getreide, daher Stroh⸗, Heu⸗, Betreide»
F. Heu⸗F. werden auf den Wieſen, Getreide⸗F.
auf dem Felde errichtet, wenn bei reichlichen Ernten
auf den Futterbͤdenen. in den Scheuern nicht Raum
genug iſt. In England u. in neueſter Zeit hier u.
da auch in Deutſchland fegt man F., um dadurch
den Scheuerraum zu eriparen. Jede Getreiteart
fann in & gebracht werden, es wird aber gemöhn-
Ich nur Hafer u. Roggen dazu genommen. Bei ber
Mahl des Ortes vermeiter man Vertiefungen,
ihlägt in tie Mitte einen Pfahl u. bezeichrtet ten
Umjang mit einer Schnur. Zur Grundlage nimmt
man Raps- ch. Yangfırch u. Ichichtet Den F. fc über
einander, daß er nach oben fi etwas verjüngt.
Von der Seite wird der F. mit einfachen Stroh⸗
ibanben beiegt. Hauptjächlich fommen zwei For⸗
men ter F. ver: eutweder bie Form eines Hauſes
mit zmweileitigem Dach; cd. Lie form eined unten
eingesogenen, oben ftumpfen Kegels. Deu’. wer⸗
ten auf dieſelde Weiſe wie bie Getreide⸗F. aelett.
Um tie %. gegen Mäuſe zu ſchühen, ziebt man rings
um fie einen ewas Überbängenden Graben. Man
bat auch Betmengerüfte, bölzerne Gerüſte, auf wel⸗
den ter F. errichtet wirt, damit er midht durch
Waſſer leide; zumeilen find fie ınir einem beweg⸗
lichen Dach, durch welches F. von jeber Höhe beo
tedt werben, verjehen.
Feimgericht, fo v. w. Febmgericht.
—2BB fo v. w. Richtftätte.
Rn, I) was auf eine beitimmite, aber nicht
fiarte Weiſe wirt. Um feine Eiudrücke wahrzu⸗
166
uchmen, bebarf es einer Schärfe bes Geiftes m. ber
Organe, ba hingegen das bem einen entgegenge-
feßte Grobe auch bei geringer Geiſteskraft em-
pfunden u. aufgefaßt wird; 2) kaufmänniſche Be⸗
eihnung von Waaren guter Qualität (f.), von
* die beſſere Sorte wieber mit Feinſein (ff.),
bie beſte als Feis · fein ˖ fein (fif.) bezeichnet wirb; 3) ald
Eigenſchaft von Perſonen Handlungshäuſern), ſo
v. w. durchaus ſolid; daher feines u. feinſtes Pa-
pier, Wechſel, auf welchem nur feine u. feinfte Fir⸗
men figuriven, bie aljo leicht zu biscontiren ftub.
4) Bei Gold u. Siüber, legirt ob. von Zufähen
rein; f. Feingehalt.
Fein, 1) Borg geb. 1803 in Helmfläbt, flu-
dirte 1822— 26 in Söttingen, Berlin u. Heidelberg
die Rechtswiſſenſchaften, wurde in München Mit⸗
redacteur der Deutfhen Tribüne u. 1832 wegen
feiner bier entwidelten politifchen Anfichten aus
Baiern gewiejen. Nachben ihm 1833 uuch in ver-
fehiedenen anderen Ländern Deutſchlands ber Auf-
enthalt verweigert worden war, begab er fich nach
Baris u. von bier 1834 — Zürich, wo er einige
Monate bie Redaction der Neuen Züricher Zeitung
übernahm u. dabei für die Grüudung deutſcher Ar⸗
beitervereine thätig war, was ihm Berhaftung u. Aue⸗
weifung aus Züri zuzog. Bei feinen nachherigen
Aufenthalt in Bafelland wirkte er vorzugsweiſe Hr
die Sache des Jungen Deutſchland, weshalb er endlich
auch bier u. aus bem ganzen Echweizergebiet ge-
wielen wurde. In Paris fand er ebenfall& feine
bleibende Stätte, er reifte nach London, von ba nach
kurzem Aufenthalte nach Chriftiania u. 1844 wieder
nad ber Schweiz. Jin Dlärz 1845 war er Theil⸗
nehmer am Freifchaarenzuge gegen Yuzern unter
Ochſenbein, wurde gefangen, an bie farbiniiche
e gebracht u. an die öfterreihiihe Regierung
abgeliefert. Im Mai 1846 wurde er von Wien
nah Trieſt transportirt u. bier mit ber Weifung
nah Norbamerifa eingefchifft, binnen 3 Jahren
nicht von dort gurüdzufehren. Er bielt fich erft in
Philadelphia, daun im Innern von Pennfylvanien
n. in ben weftliden Staaten auf; 1848 lehrte er
nad) Deutfchland zurüd, betbeiligte ſich nur vor-
Übergehend an der Beweguug u. ging dann nach
Lieſtal, wo er früher das Bürgerrecht erworben
atte u. 1852 eine Fortbildungsanſtalt für Jüng⸗
imge gıündete. 2) Eduard, Bruter bes Bor.,
geb. 1813 in Braunſchweig, ſiudirte in Heidelberg
n. prafticirte feit 1834 als Advocat in Braun:
ſchweig; feit 1838 ftubirte er vou Neuem in Berlin
n. Heidelberg u. trat hierauf zuerft am letzterem
Dite 1842 als Brivatbocent auf, murbe 1844 Pro-
fefior in Züri, ging 1845 in a Eigenſchaft
nad Jena u. 1852 von da nach — ale Bro»
feffor ber Bandelten. Er ſchr.: Das Hecht der Col⸗
Iation, Heibelb. 1842; Chreftomathie von Beweis-
ſtellen zu Puchta's Lehrbuch der Panbelten, Zürich
1845 ; Beiträge zur Lehre von der Novation u. De⸗
legation, Jena 1850; Das Recht ber Kodicille,
Erfaug. 1851.
Feinam, Heine Mäuze in Surate, etwa 7 pren⸗
Bilde Pfennige.
Feinblau, eine bunkelblaue Farbe auf Seide,
dem Königeblan Ahulich, welche Durch ein Bab von
Cochenille vor der Küpe erhalten wird.
‚ Wein brennen, das Blidfliber durch nochma⸗
liges Schmelzen von aller Unreinigkeit befreien.
Fein bis Feio
Send: f. u. Beinbfeaft.
nd, Barthold, geb. 1678 '
tieirte, nach einer Reife durch Ft:
eine Zeitlang als Advocat in Da
in ſchwediſche Dieufte u. fl. 17
Dänentart geſchrieben batte, ale
in Rendaburg; er ſchr.: Deutſch
1708; Das Lob der Gelbfucht,
veröbete Haus Ialob, Hanıb. 170
großen Regenten, ebb. 1711; Kar
den, Stade 1707, u. a. m.
Feindſchaft, das Beſtreben
od. Rache Böſes zuzuſugen; die
od. der höchſte Grad berkziben,
perjönlichen Vernichtung des Geg
findet, beiit Todfeindſchaft.
Feine, Bartei der Denuoniı
Feines Korn (Waffent.), |.
weine Mark, tie Mark rı
Goldes im Gegenſatz zur Raub
Feingebalt (Korn), nenn
titüt reinen Edelmetalles, weld
girung befjelben mit einer gerir
befindet. Um das Berbättniß,
reine Edelmetall zu der Beim
lich Kupfer) ſteht, auszutrüden
des Probirgewichts (ſ. d.). D
war in Deutſchland früber bie
welche bei Silber in 16 Loth, bı
rat getbeilt wurde. Bei Golb⸗
ift die Angabe des &- 8 nad) |
noch gebräuchlich u. fo zu verfte
nlötbiges Silber n Yoth reines
nLoth Kupfer, 1 Diurt nlaratic
reines Gold und 24 — n Kari
(vgl. Darf). Nach dem 1857 at
ſchen Münzvertrage wird ber 9
dem, bei weiten größten Theile
in Ofterreih und Preußen nach
welches zu dem Ente in Tauſt
beinefien. Danach enthalten 30
reines Silber, wiegen aber 33}
Mafle aus Silber u. „, Kupfı
wird ber F. ber Vereingoldmü
England bevient man fich des Tr
Karat bei Gold u. 12 Unzen bei €
reich des Kilogramme == 1000 !
F. ber Münzen anzugeben. Bgl.
buch, Berl. 1857.
eingold, jo v. w. Brandgol
einforuig, |. u. Körnig.
einfupfer,, jo v. w. Garlur
einfchnabler, fo v. w. Mot
— ſo v. w. Brandſil
einſtreckwerk, Walzwerkine
Feio, 1) Joſt Bictorino Barre
gal 1783; wurde 1820 Oberſt!
Antbeil an ber portugieſiſchen Rev
manberte 1823 aus, lehrte gwar 1
aber um 1828 von Neuem auen
bis 1834 bei. in Hamburg auf u.
ung Dom Miguels nad Liſſab
Deputirter der Cortes ward ı. je
äußerfien Linken einnahm, verfaß
ſche Artikel u. rebigirte Die Wod
vimento; 1837 wourbe er wieder!
tes u. lebte dann auf feinen Gute
den Salluſt, Bar. 1825; Livine,
Keira bis Feiſtſonntag
167
‚ Ben der Tyrannei, ı. Bom für- | Eigentliher F. (Pimelia Faor.). Kinn frei,
a Wifienfchaiten; auch gab er bie
neen® u. des Gil Vicente, Hamb.
2) |. Feijo.
idt im ber portugiefilhen Provinz
von Oporto in einem anmutbigen
3 Attantifchen Meere; PBapiermüble,
w.
»Aves, Marktſleden im Diſtrict
giefiſchen Provinz Beira; 1600 Ew.
„hebe, bewaldete Inſel zum Archi⸗
en Pelynefien) gehörig.
c, fett, bei. vom Wilde; 2) Wild⸗,
13 Qubmwig , geb. 1502 zu Bensheim
rahe, praftiiher Arzt u. Accoucheur
t nambaites Verdienſt um die Ge⸗
ſchr.: Über die Kopigeſchwulſt Der
Rainz 13349; Uber die Heilquellen
».d. Hẽhe, ebd. 1842; Bericht iiber
ver Geburtehũlfe im 3. 1542, Erl.
* 1) Ander., geb. 1646 zu Kitz⸗
z bielt die erſte Kunſtanleitung in
misen feinem Pater, Benedict F.,
‘aner, von dem ter Hodaltar ın
Er. 1674 begab fi Andreas nad
e 1676 Hofbildhauer wurbe u. 1735
ken Kirchen Münchens befipen Kunſt⸗
n, das Borzüglichfte darunter iſt das
ms in der Theatinerkirche, eine in
Gruppe. 2) Simon Benedict,
.„ Freecomaler, geb. 1695 zu Kitz⸗
I, ſtudirte Anfangs bei Rottmayer
‚tam an tie Alatemie nach Wien,
Rartenberg in Tyrol, mo er aud
untag, der leiste Sonntag vor ben
shi, weil da noch alle Speifen ge-
dũrſen.
u. Feiſtjagen, ſ. Feiſtzeit.
„Joachim Francçeis Philibert, geb.
trat 1807 in die Eeolmilitaire von
in, machte den ruſſiſchen Feldzug von
irde 1613 Kriegegefangener mit dem
wral® Gourien St. Cyr; 1514 trat
nscommanteur in das 3. Regiment
e. Während ter 100 Tage comman-
ataillon der Nationalgartde im De-
one u. Loire, erbielt 1521 bas
4 Recrutirungsbatailone für bie
iente 1523 bei ter Arınee von Spa
en Greignifien von 1530 mar ber
t Chef des Generalſtabes ter Natio-
Jaris u. Bann Commiantenr des IV.
mieregimente. 1539 zum General-
, infpicirte er alljührli tie Gens⸗
eb 1851 in Paris.
(Pimeliarine). Zunft aus ber Fa⸗
nfäfer (der Schwarzläfer bei Cuv.),
klügelteden meift verwachieu, üble
marsig or. Das Endglied eiwas ver»
m Kepfrande emgeiligt, Füße ſtark,
a Korderſchienen; ‚reiten ſaule Stoffe,
kein; bei Linne unter lenebrio,
gecheilt in Lie Untergattungen: 8)
- Kühler gegen das Ente unmerklich bider, Leib iheilo
pefredt, theile breiter, Arten: l'. bipunctara,
’,.coronstau.a.b)Kührläfer(Hegeter Lair.).
Fühlbörner fadenidrng, Kinn groß, halbrund, Kopf
tiefliegend,, Leib eiförmig, hinten zugeſpitzt, Hals⸗
ſchild vieredig; Art: Geftreifter %. (11. »trintus,
Blapsst.) ſchwarʒ;: aAgtläfer(Tentsria Zatr.},
Fühlhörner fadenförmig, mit einigen kugeligen
Endgliedern, ber Leib langeiförmig, Die gewölbte
Bruft faſt kreisſörmig; Art: T. interruptn,
ſchwarz, glänzend, Klügelteden etwas geftreiit; bei
And. unter Akıs. dd Schwellläfer (Mouluris
Latr.), Fühler nad) dem Ende zu verbidt, Tas
Haleſchild bald rund, der breitre Dinterleib eiför-
mig, Art: Geſtreifter Schwellkäfer (M.
strinta). mit 6 rotben Zireiien auf ten Alügel-
teden; aus Airila. Tieie u. vorige Gattung wer⸗
den auch als Ulntergattung von limelia betrachtet.
e, Spiyenläfer (Akın Fudr.). Kübler zuiam-
mengebrüdt ohne Endknöpfchen, Yeib läuglich oval,
oben flad, bie Flügeldecken verwachſen. Getheilt
in Die Untergattungen: aa) Breitläfer, Kinn
quermonbförmig, Leib erhaben geläumt, Salsipild
balbfreisiörmig, Art: Kurschora ciliata, aus
Aria; bb) Spigentäfer (Akis), Kin bhersför-
mig, faft vieredig, Bruft ſchmäler, berzförmig, hin⸗
ten abgeftugter (auch mobi Treisiormig); Art: A.
collaris , biejem faft gleih Elenophorus Ifegerle.
hr Adelostoma, Körper jchmal, länglich, Hals⸗
ſchild vieredig, hinten etwas berengert. DHNÖN-
fäfer (Tagenia Latr., Stenosis /erbat ). üb-
ler faſt durchblättert, chne Anöpiden; Leib lang,
ſchmai; Art: Fadenförmiger NRöfttäfer (T'.
hliformis), aus SEuropa. bb Psammetichus
Latr., Fühlerglieder kreifelförmig, 3 länger ale
bie folgenten, Kopf u. Haleſchild länglichoreredig.
h Krüppelläfer (Scaurus Fabr.), Haleiüd
linienförmig, lete® Glied verlängert, ei⸗ u. fugel-
förmig; Art: Sc. sıriatus. k) Scotobius
Germ., Halsſchild breiter al6 lang, am Rande
gebogen, aus EAmerila. h Baltentäfer (Se-
pıdıum Fabr.), Hüblhörner fabenförmig; 3. Glied
bedeutend länger, Kinn Mein, kurz, breit, herjſör⸗
mig, Leib länglich, eirund, Haleſchild far för-
mig, Plügelteden verwachſen; Art: Dreifpipi-
ger Kaltenläfer (S. tricuspidstum) im war-
men Europa u. in Afrika. mw) Trachinotus
Latr , üblerglievder walzenfärmig od. verlehrt
fegelförmig, Halsſchild rund, erhaben. mn) Die
bierher noch Au gählenven Gattungen: Erodius,
Zophosis u. Nyctelia, f. u. Budelläjer; tie von
Andern bier aufgeftellien Blaps, Asida u. Mia»o-
ampns, f. u. Zrauerläfer; Chiroscelis, f. u.
ttentäfer.
ifrig, 1) Marktfleden an der Mur, im
ſteyeriſchen Kreiſe Gray: filberhaltiges Bleiberg⸗
wert, Eiſenwerke, Rupferbammer, 2 Gifenbän-
mer, Senſenſchmiede; 700 Ew. 8) Dorf in Thal
ter Wocheiner Save in Krain; Zollamt, Eifen-
gruben, Hebofſen, Drabt, + u. Hammerwerke, War
gelihuieten; 3) Nibenfluß der Save in Krain;
eutipringe in Ben Rariiichen Alpen u. mündet bet
Luſtihal; 4) Nebenfluß der Raab; enifteht im ſteye⸗
riſchen Rıeiie Gratz auster Weißen u. Schwar⸗
zen F., nimmt in Ungarn bie Yafuig auf u. mündet
bei Zt. Gotthard.
Feiſtje natag, f. Feiſer Sonntag.
168
bei Hirſchen der Auguft u. September; daher Zeit:
jagen, das Jagen zu diefer Zeit.
Feith, 1) (Everard), geb. in Elbourg im
16. Jahrh.; ging wegen ber Burger gen Unruhen
in feinem Vaterlande nach Frankreich, mo er Grie⸗
chiſch lehrte n. verſchwand in Rochelle; erjchr.: Antı-
quitateshomericae, heransgeg. von H. Brumann,
Senden 1677, zulett von Stöber, Strasb. 1743.
2) (Rhynvis), geb. 1753 in Zwoll, war Bür⸗
germeifter n. Einnehmer bes Admiralitäts- Colle-
iums bafelbft ıı. ftarb 1824. Er ift mit Bilter-
But MWieberberfteller der holländiſchen Poeſie n.
ſchr.: Het Graf, Amfterd. 1792; De Ouder-
dom, ebd. 1802; Oden en (sedichten, ebr.
1796—1810, das Zrauerfpiel: Lady Johanna
Gray, ebt. 1791: Inez de Castro, ebd. 1793;
Mucius Cordus, ebd. 1795; Brieven over ver-
scheiden Önderwerpen, ebd. 1784—94, 6
DBde.; Brieven aan Sophie over den geest van
de Kantiaansche wijssbegeerte, ebd. 1806.
Feiveln (Thierarzneit.), fo v. m. Feifeln.
Fejoͤr (Georg v. F.), geb. 1795, Prepft, flarb
1851 in Peſth; er war einer ber gelchrteften Un⸗
garn ber neueften Zeit n. fr. u.a.: Aborigines
et incunabula Magyarorum; NMemoria Ste-
hani Katona; Bevezetes & Philosophiära;
odex diplomaticus Hungariae ecclesiasti-
cus et civilis, 1529—44, 40 Bde. 1850 trat er
in emigen Broſchüren mit ſolchem Eifer für Die ge-
ſchichtlichen Rechte Ungarns auf, daß dieſelben con»
fiscirt wurben.
Fekete, Nebenflluß ver Aluta im fiebenbürgi-
{chen Kreiſe Maros⸗Vaſarhely (Barom-Szel).
Fekete⸗Ardo, Marktflecken an ber Theiß im
Kreife Beregh⸗Ugocſa Des ungariihen Bermal-
tungsgebietes Kaſchau; 1050 Ew.
Feketetoͤ, Marktflecken im Kreife Süd⸗Bihar
bes Verwaltungsgebietes Großwardein (Ungarn),arı
der Grenze von Siebenbürgen; Poſtamt, 600 Ew.
Feki⸗DOrden Gekiſado), in Japan, 1150 von dem
blinden deti für Blinde geſtiftet u. von dem ſehenden
Kakekigo treu verwaltet. Der Kaiſer von Japan
fuchte nach dem Tode des Feli ten Kalekligo filr jeine
Dienfte zu gewinnen, aber diejer wollte einem Feind
Felie nicht dienen, riß fich baber beide Augen aus u.
fendete dieje dem Kaifer. Zur Erinnerung diefer That
Riftete nunder Kaifer ſelbft einen. filr Blinde, die er
breitete ſich ſchnell aus u. ift Über das ganze Reich zer-
freut. Die Mitgliever bleiben im weltlichen Stande
u. ernähren fich zumeiſt von Mufilmachen bei Hofe
ob. bei Weierlichleiten. An der Spitze fteht ein Ge⸗
neral (Oſiolf), deſſen Refidenz immer in Diialo |
iſt u. der tie Geſellſchaftskaſſe führt; ihm zur Seite
fieben zehn Räthe (tie Eim-Ra), unter melde
wieber in ben einzelnen Provinzen Brovinzialpäter
(Kengios) geflellt find. Die Kleibung ift weltlich,
aber nah Rang u. Mürbe verjchieben, fo tragen
8. die Mukwans (d. h. Das niedre Voil unter
ihnen) keine Hofen, während bie Kengios Jange
Hoſen haben,
Fel flat.), die Galle.
laniche, fr ». w. Falaniche.
länir, Stadi auf der Oſtküſte ber ſpaniſchen
Injel Mallorca; Viehzucht, Weinbau, Braun
weinbrennerei; 6000 Ew.
Feiſtzeit bis Felb
Feiſtzeit, Zeit, wo das Wild am feiſteſten if, |
Felapton, ber 2. Schlußmodus
wo ber Oberjat allgemein verneint
allgemein bejaht, der Schlußſatz beic
Felatbs. Bolt, fo v. wm. Foulah
Felbach (Behivay), Marktflecke
Kannſtatt des württembergiſchen Ne
Feldbau, Viehzucht u. vortrefflichem
terer vorzüglich in ten ſogenannten
daher Fellbacher Laämmier; Fabrik
Wein; 3000 Ew. Im Jahre 17
bier _da8 Hauptquartier Des Eı
von Ufterreich.
Felbe (Beiber, Seldinger), Weid
alba.
Felbel, fammetartiges Zeug, I
(Wolle, Kämelhaar, Baummolle) u
nengarn;- wird zum Unterfutter,
Kragen (bef. von Mäuteln), Diügen
braucht; e8 gibt einfarkigen (bei. ich
ten 2. Der Seiden«%. dient jetz
abmung der Filzhüte (Keibeihüte,
Winter⸗F. eine Sorıe febr Dichte
des Pelzwerkes zu Futter gebrautt.
Selber: Zauern(Beiber- Tau
joch in Tyrol, ein Theil ter Tauerr
jeiben führte ein beſchwerlicher Sau
nad Mitterhill in Salzburg; auf t
das Felbertbal, worin Der Felberbach
einen Waſſerfall bildet, den Felberſ
in den Inn mündet.
Felbiger (Joh. Ignaz), geb. 17
wurbe 1758 Prälat, verbeferte
Schulen Sclejiens, wurte 1774 |
taldirector des öſterreichiſchen Schu
dort bie Tabellenmerbore 1Belbigı
ein, gab viele Schulbücher u. Kate:
u. fl., jeit 1732 entlaſſen, als Prepj
fiftes in Presburg 178.
Felch (Aeiben), Fiſche, fo v. w.
Feld, 1) ter Ibeil Des Yander
Pflug bearbeitet wird, in Gegenjapv
ben u. Helzungen. Der Werid deſſelb
befieren od. ſchlecbteren Beichajfenb
ber Lage nad) Der Himmelegegen
von Wirthſchaftsgebäuden at; vgl.
2) ein ebener Theil Der Erdoberflaͤd
außerhalb der Städte u. Dörier;
eine zur bergmännifchen Nutzung ab
Landes; in jo fern ed noch nicht bet
es unverrittes, unerfchürfte
Gewerkſchaft zum Bebauen verlie!
bei Berzgimmerung eines Schade I
ſchen 2 Jöchern; 7) (Bauf.), jo x
eine etwas vertiefte, mit jchmaler (
edige od. frunmmlinige Fläche, an
decken) u. Wänden (Aelderwäuten?,
lung od. Gypebewurf cd. nurgemal
lungen auf den Spierbretern, meld
unterfhieten fint; 10) an eine :ı bi
der Raum zwiſchen den Reifen; |
heil eines Ranıına; 12) (Wuchb.),
auf dem Nüiden eines Bücherdande
(Zomus-) F, auf melden ter Bi
Bändezahl angegeben iſt; 13) (Her
worin eine Wappenfigur erfcheini
deſſelben muß beim Blajeniren zue
den; 14) Yanges F., ifi der ver!
Kanonenrohre; 15) jo v. w. Geſid
Felda bis Feldeintheilung 19
Avers m. Revers einer Münze in- | tril, 1841; er gab auch ben Cornelins Regos, Hei
vaſſung od. Umſchrift; 17) eine Ab⸗delb. 1528, beraus.
eſichtopfeifen ber Orgel, wenn fie in | —A ſ. u. Befeftigungstunft.
teben. eldbeifuß, Untergattung der Fflanzengattuntg
itzchen im weimarſchen Kreis Gife- | Artemitia, ſ. d. a.
jt im füblichen Tbeile des Kreiſes auf Weldbeil, ein von ben Trupren getragenes
üntet öftlich von Vacha in bie Werra. | Beil, das zum Helzfüllen, zur Bereitung des Bi⸗
‚Tv v. w. Kleinblätteriger Aborn, |. | vouacofeuers u. zu üblicher Venutzung bient.
heitabernfäure, von Schnerr im Safte | Feldberg, 1) Amt inı Großerzogchum Diediene
6 unterjdhieten, wahrſcheinlich mit | bury- Ztrelig, 35 Ortſchafteu; 2) Dartifleden
itiſch. darin, am Weldberger Bee; Anıtefig; 510 Ew,;
r, iſt Rumex acetosella. 3) der höchſte Berg des Schiwurzmaltes im badi⸗
efe, Apparat von Arzneimitteln, wele : fchen Tberrheinkreiſe, nördlich bei Todtnau; ber
12 rüdente Truppen mit fi führen. , ſchwer zu erfteigende Gipfel bat 2 Stunden im Um⸗
n3 beiergt ein Feldavotbeker, Die Bc- | fang u. wird zur Weite benugt, mo er holzlos iſt;
bi nach Der Beldpharmafopde. iſt 465U Fuß hoch; 4) zwei Berge res Taunus in
‚'. u. Feldſyſteme. Naſſau; ter Große F, der hechfte Puntt tea Tau⸗
erie, I. u. Artillerie I. A). nus, ifi 2606 (27249, Fuß becb, mit tem Brune⸗
Rart:fieden an der Raub u. Haupt» | hildenſtein, einem greßen Cuarzielien; auf dem
eamizen Bezirkobauptmannſchaft im | Gipfel ftebt ein dreiſeitiger Ztein, tie Grenze
ie Gratz: 800 Ew.; hatte ehemals | naſſauiſchen, befien-benikurgiihen u. franffurter
Rus, Tabor genannt. Gebietes bezeichnend, das bier zulannenerifit; Der
‚Te v. w. Brachpieper. Kleine F., liegt von Ba ſüdweſtlich nach König⸗
nA, die zum Backen bes für eine | ftein zu a. it 2495 (2523) Fuß hoch. -
en dredes in ein Korps erganifirten Feldbett, Bettgeſtell, welches fich bequem zum
nt den nötbigen Buddien u. Geräth⸗Transport zuſammenlegen läßt; zum Gebrauch für
egebört zu Dem Magazinweſen einer | Offiziere im Felde.
‚möhnlichh von einen Proviante eldbiene, fo v. m. Waldbiene.
izt u. beftebt aus QBadmeiftern eldbinde, jo v. m. Schärpe.
"über mebrere Xfen), Oberbädern Iphlatterfchwamm, fc v. m. Ihampignon 2).
remen Cien) u. Seldbädern, Bäcker⸗ Idcapelle, bei ten Katholiken tie zum Go:»
ert em gehören nech Maurer zur Er- | tesdienft während des Kriegslagers nötbigen Dinge,
Ifen, Beidbadöten, zur F. Die %. | ald Jeldaltar (tragbarer Mitar), beilige Gefüge 2c.
ih ter Armee 3—5_ Dil. entfernt, eldeichorie, ıft Cichorium Intyhus.
fiehn Bleibt, ſogleich Ofen auf u. fer- eldeompaß, fo v. wm. Bouſſole.
en Bredbedarf iür das Heer. Keen eldeyprefle, it Ayuga Chamaepitys.
? im 14. Jabrh. bei ten Kriegen elddiebftaßl, f. Feldjrevel.
von Enzland ver, ben bfeibenten elddienft, 3) im mweiteften Zinne aller Dienft,
egte aber erit Karl V., als 1546 der | der von den Truppen zur Erreichung des Kricgy-
€ Krieg ausbrach; am bäufigften fa- | zweckes gerban werten muß; öfter beichräntt man
im 17. u. 38. Jabrh. zur Anmen- | jetckh dieſen Begriff u. veritebt darunter 2) im
Kriegen feit ter Franzöſiſchen Revo⸗ engeren Einne vorziigli Den Vorpoſiendienſt, danu
e mian ſich jedoch jaſt ausjfchließlich auch ten Dienſt auf Märichen, im Lager, bei
nsivftems zur Beiharjung tes ‘Pro- | Transporte zc.
: 4512 fübrte Die jranzöfiiche Armee ee aseihen, ſ. u. Kriegsbentmüngen.
He nach Rußland wieter &-n mit fich. elddreffur (Jagdw.), Die Drefiur des Hübner⸗
gefelgert worten war, Daß Fen un- | Bundes ıf. d.), welde der Stubentreflur nachiolgt
» war man offenkar tın Irrthum, ala | u. im freien Felde zur Abrichtung für bie Jagd
enigften® find fie gemiß unentbehr: | vergeneımmen wird.
n, teren Schauplat wenig cultivirte Seite Fluß, fo v. w. Felda.
ebaute Läuder find, ed. in allen Fäl⸗ eldeintbeilung , befteht darin, daß eine ganze
r Krieg an einzelnen Punkten fichen | Flur mit regelmäßigen Flurwegen durchſchritten n.
die Armeen noch heute, wie ehetem, | allen Grunkjtüden eine iulche Form gegeben wird,
ung von Fen angemiefen fein. Laß fie auf zwei entgegengefepten Zeiten an Feld⸗
tie. To v. w. Batterie 2). mege ſtoßen, buß unregelmäßige Formen ver
fo v. w. Aderbau. Ader ganz wegfallen, daß tie Zabl ter Aderflüde
j(Felix Sebaſtian), geb. 1795 in | möglihft vermindert wirb u. umfaſſende Flurwege,
urde 1820 Lehrer in Donauelchingen, | Graben u. Raine bejeitigt werden, daß Abzugt⸗
x am Lyceum zu Raftatt, Ipäter Di- | gräben auf Koflen Ler Gemeinde bergeftellt u. bie
eum zu Heidelberg u. 1850 Diitglieb | neuen Flurwege auf das befie hergeftelt u. unter-
zii badnijchen Oberfiutienratbes. Gr | halten werden. Der Yauf ber alten Grundflücke,
Aulen): Griechifche Bruminatit, Hei⸗ wenn dieſe nicht natülrlicb abgegrenzt find, wird
Aufl. 1545; Lateiniſche Grammatik, | nicht ſeſtgebalten, vielinehr bie Zabl der einzeluen
; Kleine lateinifhe Gramnıatil, ett. | Aderfilide nıöglihft vermindert. Die Befiger meh⸗
552; Kleines Iateinifches Wörterbud, | rer Parzellen in berfeiben Lage u. Flur werten
‚3. 8. Deitelb. 1845; Griechiihe | möglich Jufammengelegt; Theilung einer auf den
,5.9., ebd. 1851, u. Auswahl aus | Weg flogenten Parzelle kann in der Breite des
aorphoſen, ebd. 1835; Deutiche Wer | Grunpftüdes fo lange geiheben, als dadurch dem
170
Nachbar kein Schade erwä
aber, in Folge welcher das Grundſtück nit noch au
wei Sciten an Flurwege ftoßen würde, darf nicht
attfinden.
Feldequipage, alle Gegenflände ber Kriege-
auerilflung, deren ſowohl ganze Arıneen ale auch
einzelne Perfonen im Felde bedürfen. Dahin ge-
hören der Tornifter, das Koch⸗ u. Trinkgeſchirr,
Beile, Schaufeln, Haden, die Proviant-, Batronen-
n. Krankentvagen mit Zuggeldirr; oft auch Zelte
u. beren Einrichtung an Tiſchen, Stühlen, Betten.
Felder, Franz Karl, geb. 1766 in Möreburg;
war geiftlicher Rath u. Pfarrer in Waltershofen bei
Leutkirch, auch ein Jahr lang bifchöflicher Commiſſär
u. Regens des Priefterfeminars in Möreburg u. fl.
1818; ergab das Kleine u. das Neue Magazin für
katholiſche Religionslehrer, 1806—12; Literatur⸗
eitung für katholiſche Religionslehrer, 1810—16,
— u. ſchr. auch: Gelehrten- u. Schriftfteller-
lexikon der deutſchen katholiſchen Geiſtlichleit, Laudsh.
1817—22, 3 Bde., von Weitzenegger fortgeſetzt.
AR fo v. w. Adererbie.t. u. Erbfe.
Ideferfee (Beldeferfee), Bergſee bei dem
Dorfe Beldes (init Schloß) in Krain, 1 DI. laug,
4 DU. breit; in demſelben fteht eine waldige Inſel
mit einer Wallfahrtslirche; er fließt ab zur Wochei⸗
ner Save.
Feldetat (Beidfup, im Gegenſatze zum Friebens⸗
etat, ber Zuftand von Truppen auf bem Kriegefuße.
Idfin?, fo v. w. Selbiperling, |. n. Sperling.
eldflaſche, Trinkgeſchirr der Soldaten, eine
ne von Blech od. von Glas u. mit Korb über-
uchten ob. mit Leber überzogen, welche an einer
Schnur od. an einem Riemen über ber Schulter
gelragen wird.
Felbflöte, 1) fo v. w. Querflöte; 2) fo v. w.
Bauerflöte; 3) eine Orgelftimme, ſ. u. Orgel.
——— fo v. w. Feldtaube.
eldfortification ( Feldbefeſtigungskunſt), ſ. u.
Befeſtigungekunſt.
eldfrevel, jede boshafte od. muthwillige Be⸗
ſchãdigung ob. Entwendung, welche an ben auf dem
Felde ſtehenden Früchten begangen wird. Das ge⸗
meine. Criminalrecht enthält darüber die Beſtim⸗
mung, daß, wenn Jemand bei Tage etwas Unbe⸗
deutendes an Früchten auf ben Felde entmwentet,
er nur bürgerlih, nach Ortsgewohnheit beftruft
werben fol. In gleicher Weile beſtimmen auch die
neueren Eriminalgefetzbücher für die Entwenbungen
von gauz geringen Ouantitäten, bef. wenn es bubei
auf numtttelbaren Genuß abgefeben ift (Munbraub),
nur polizeiliche Strafen, melde auch meift nur auf
Antrag des Beftohlenen eintreten ſollen, worliber
bie Feldpolizeiorduuugen gewöhnlich das Nähere
enthalten. Bebingung tft indeffen babei no, daß
keine erſchwereuden Umſtände vorliegen, als melde
bef. die Verübung zur Nachtzeit, Gebrauch vou
Sichel u. Senje, Gewaltanwendung ꝛc. betrachtet
zu werben pflegen. Liegen aber bieje vor, ob. er⸗
reicht der Werth der Beſchädigung einen höheren
Betrag, ob. wurbe die Entwendung nicht blo® zum
unmittelbaren Genuß, fondern vielleicht zum Ber:
kauf, Anfamndung eines Vorrathes u. dergl. be-
gaugen, fo tommen bie gewöhulichen Strafen wegen
tebflabl®, zuweilen fogar mit Rüdficht daranf,
daß die Feldjrüchte nicht immer genau bewacht mer-
den lönnen u. besäutb unter ben befonberen Schutz
Felbequipage bis Feldgottesdienft
s eine ſolche — | bes
Geſetzes geftellt werben müfl
Schärfung zur Anwendung.
eldgalopp, der natürliche Galı
des, welches links anfpringt; ba
galopp, wo es rechts anfpringt.
(dgarbe, iſt Achillaea Mille
Idgeflügel, Vögel, bie ſich auf
halten u. brüten, ale Rebhühner,“
hen ıc.
Beldgendarmerie, Abtheilung
weiche einer Armee zur Handhabu
polizei in das Feld folgt.
Idgerathe, jo v. w. Adergeräl
—58 ber Heinen Jagd tı
eldger tigkeit, 1) der Ge
einer Felduiark; 8) das einem F
Servitutredt.
Bela t,fo N w. er
geichlenpe, fo v. w. Fel
EN 1) früher, vor G
Uniformen, Erfennungswort im Tre
en riefen Alala, Alula; bie Röme
(ſchlag⸗ſchlagl); die alten Deutichen fı
bitus (j. d.); bei den griechifchen K
Ehriftebortheil (Chriſtus Hilft):
fahrern deus vult (Gott will es)
deus! (hilf Gott!); bie Franzoſen
joyedeSt.Denys, die Spanie
die Engländer SenctGeorg,®i
Dreißigjährigen an Gottmit
ten rufen noch jet Allah Esmil
die Hauptftadt des Landes, für bie ı
., oft hatten auch die befonberen
eeres beſonderes F. u. Die ganze
meinschaftliches. Die Franzoſen erm
jest durch en avant! u. die Au
Böller rufen Hurxah bei ihren Ang
| in Kriege ob. bei Übung des Felvdi
fonenname, welchen die bes Nuchte «
nenden Truppenabtheilungen, fo wi
len u. Borpoften zum gegenfeitige:
zeichen haben. Das F. wird jedem
daten gegeben, dagegen bie Buro
ein Ortoname) nur ben Gefehlshabe
Boten. Un jene wird im Kriege
den Borpoften aulommente Soldat
Truppe gefragt, um dieſe ur ber
einer Abtbeilung. Ein brittes Erken
noch die Yofung, gewöhnlich ein D
wenn bieje® zwiſchen ben fich beyeg
lungen gegeben ift, nähern fie fich ein
. mit leifer Stimme zu geben, da;
lichft vor Leu Feinde geheim gehalteı
Mit F., Parole u. Loſung wird in
Tage, wenn man ſehr nahe vor dei
auch öfter u. wohl in einer Wacht €
wechſelt.
Weldgefchüß, leichtes Geſchütz, w
artillerie führt; 6Pfünder, 8«, Yo u.
u. opfündige Haubitzen.
— worne, ſo v. w. Feldſch
eldgeftange, ein auf freiem Fell
——
Felbdgewaltiger, früher Pcoſuß
Feldglocke, jo ». w. Galgen.
Select Affe, fo v m. Gehörnt
elbgotteödienft, Gottesbienft i
einer Truppe gehalten. Die Solda
Seldgratificatien bie Jeldtuchen
tegimentsweile in tiefen Colonnen ein |
m gehörigen Zwifchenräumen, in befe
‚Zrommein od. mit einem befonberen
ıgeltprebiger ein Feldaltar errichtet if,
sch dem Ritus der Armee den Gottes»
Die Truppen babeu bierbei das Ge⸗
‚ bie Fahnen ſtehen zu beiden Eeiten
te Muſikcorpe vertreten die Stelle ber
eiten den Gelang.
Kcation, eine Summe Geldes, bie
ı u. Beamten in mehreren Heeren ge»
mit dielelben fi Dafür bei dem liber-
an Friedensſtande zu tem Kriegsetat
hen Ausrüftungsgegenftänte beichaf-
tmann, ein veralteter Austrud, ehe⸗
tlich in Den Armeen ber Deutfchen Kai-
‚ber eberften Vefeblohaber ber Armeen.
eng, ein Hebezeug, das bie Artillerie
führe, um ſchwere Laſten zu heben u.
. 88 beflebt aus tem Geftelle, der
u Flaſchenzuge u. ift fo conftruirt, Daß
ma bie gewöhnlich zu bewegenden Laften
Baneıı.
Am. w. Voyelberb.
RR, der cherfie Befeblebaber eines Hee⸗
ich Vertreter ber böchſten Etaatb-
tere ſowobl als gegenüber tem Feinde.
Adie mit Gewaltmitteln durchgeführte
sarah die Stellung tes F. den Staats⸗
speenfübrer in ſich vereinigen.
h, Art der Dattung Lithoſpermum, f.d.
Friedt. Aug., geb. 1800 in Ciberfelb,
eidelberg Theclogie, wurde 1825 Iu-
riger in Nymwegen in Solland u. 1830
ꝓperfeld im Wupperthale, wo er 1846
: Ehriftlihe Gerichte, Barmen, 1840,
‚ Berg in ter Nähe von Jöhſtadt,
m bem Meere.
em aus hoben Bäumen beſtehendes
. den Kelbern: beficht es mehr aus
beißt es Fetdbaſch, Lrönt eu einen
zt Liefer Aeldkeyf.
‚1) Perdix Jiriss., Gattung ber
eigentlihen Kübner; Schnabel kurz,
Burzel nadt, ſtark nebogen, Naſen⸗
ibieffen, Kopf befiedert, Warzen um
Hmanz niebergebogen, kurz, Füße un-
m paarmeile, frefien Getreide u. Ge⸗
er theilt fie in Francoline u. eigent-
rg, Untere in a) Coturnix (Wach⸗
poren, gleich langer erfter u. zweiter
; Urt: Gemeine Wadtel (Cor.
as. Teirao coturnix 2. ).f. Wachtel;
Rebhuhn), erſte Schmungfeber fürs
peite, obne, ot. Dad Märchen mit
m, Schnabel u. Beine grau (Sıarna
sth; Arten: Gemeinesch.@raues
’. cinerea s. Tetrao Pertdix L.),
(P rufa s. rubra), Steinhuhn
saxatilis), f. Rebhuhn; e) Fran-
rancelin), mit längerem, ftärferem
r außgebreitetem Schwanze u. meifl
Zporen; Gemeiner Srancolin
0. Tetrao Francolinus L., Fr,
s. Fr ceylenensis u. a.; 8) im
n ſo v. w. Rebhubn.
171
Feldfäter SGlurſch A 9), der von Obrigleite
wegen um Schutz der Feldflar beſtellte Mann, |. =.
polizei.
eldjäger, 1) ehemals bie Begeihnung für bie
mit Blichſen bewaffneten u. beſonbers für ben Felb⸗
bienft errichteten Gorp6 von Scharfſchützen, 3. B.
Tyroler F., pfalybaieriiches Feldjägerregiment. 2)
Reitende F., in Preußen ein 1740 von fyrieb-
rich d. Gr. errichtetes Eorps, weldhes tie Beßim⸗
mung bat zum Courierdienſt verwenbet zu werben
n. fi lediglich aus Forſtleuten recrutirt ; in Würt⸗
temberg übt ein ähnliches Korps ben Armeepolizei⸗
dienft
—58 ſ. u. Kamillen. ei
anzlei, fo v. m. Kriegelanzlei
(dkerze, fo v. w. Rönigelerze.
(dfefiel, Geſchirr, worin im Felde gelocht
wird, gewöbnlich ein mit einem el u. Denkel
verfehener blecherner Topf, welcher auf dem Tor-
nifter mit Riemen befeftigt wird.
Feldkirch, 1) Bezirk des tyrsler Kreiſes Bre-
gem; 8,08 OM., 39 — 40, u00 Ew.; 2) Stadt u
esirlsort darin an der YA, einſt der Schlüſſel Iy-
rol® von biefer Seite, überragt von dem alten
Schloß Schattenburg; Sig eines Weihbiicdhofs,
Kapusinerfiofler, Oberjalgfacterei, Gymnaflum,
Hauptſchule, Hofpital; Kabrilation von Band,
Baummollenzeugen, Holjwaaren u. Kirichmwailer,
Maihhinenbauanftalt, Rupferkammer, Blodengie-
Berei, Weinbau, Speditionshandel; 2300 Em. Bier
am Paß von %. im Franuzẽfiſchen Revelntiene-
hrieg, am 23. März 1799, unentſchiedenes Gejecht
zwiſchen den Franzoſen unter Ondinet u. Maſſena
u. den Oſfterreichern umer Bote u. Jellachich; am
15. Nov. 1505 Gapituletion des öfterreichiiden Ge⸗
neral® Wolfelehl mit 6000 M.; 3) (Beidkirden),
Marktflecken am Tiebelbad in Kärnten, Eifenmerte,
Bad, Lorffiih, Flachsban u. Flachthandel; dabei
Auinen des Schloffes Dietrichſtein.
[dElippe, eine Art Nothmünjen (ſ. b.).
Idfnoblaud, ift Alliam Scorodoprasum.
Id£oßl, 1) (Brassica campestris), eine Kohl.
art, od. nach And. nur eine Barietät von Br. Rapa,
ewõhnlich Eommerräbfamen genaunt (f. u. Näb-
men ; 2) it Raphanus raphanistrum.
Feldkrähe, 1) fo v. vo. Rabenträhe; 8) (Corrv.
frugilegu:), fo v. w. Saatkraͤhe.
Idfraut, iſt Fumaria officinalis.
eldErefle, fo v. w. Wieſenkreſſe.
Idfreuze, bölzerne od. fleinere Erucifige, die
in latholiihen Ländern an Kreuz⸗ u. Feldwegen
ſtehen u. vor denen vorübergebente Männer unter
Entslößung ter Häupter, Frauen unter Kniebeu⸗
gung ſich beireuzigen.
(dEruder Höhe, einer ber höchſten Punkte
bes —— —* Ne in ber
gro oglich Heifi rovinz Cherheflen. _
Erg Kochapparate ber Soldaten im
Felde. Sie lamen zuerſt iu den Revolutionslriegen
vor; ber Graf Rumford hatte hierzu eine befondere
Art vierediger Rochkefiel confruirt, bie auf einen
Rofte lagen u. zur VBereitung der Speiſen für 250
Dann benußt werben konnten. Nach einer neuen
Erfindung Rumforte konnte aud im Fahren ge-
tocht werben. Untere %. find die von Kuromaly
für die preußiſche u. die von Bincenz ball’ Aglio,
Menagetraim genannte, für die öſterreichiſche
Armee conftruirt.
172
Feldkümmel bie Feldpoſt
Feldkũmmel, 1) (Thymus serpillum), ſo v.w. [
Feldmaß, das Längenmaß zur Bi
Quendel; 8) (Carum carvi), Gemeiner Künme Duadratinhaltes von Ländereien, f. ı
Feldkunſt, Maſchinen, durch welche das Wafler
ans den Gruben geſchafft wird; dazu gehören
Pumpwerle, Roßkünfte, Paternofterwerle, Feld⸗
gelang 2C.
F dſtangen, fo v. w. Kunſtſtangen.
ldlaboratorium dient dazu, um das bei einer
im Felde ftehbenben Armee nothwendig werbende
Ernftfeuerwerk zu fertigen. In einzelnen Staaten
beftehen zu der Anlage ber Feldlaboratorien foge-
nannte Raboratoriencolonnen.
[dlager, fo v. to. Lager.
eldlattich, ift Lactuca scariola,
Feldlaufer, fo v. w. Feſtſchnäbler.
—A ſ. u. Hoſpital.
eldlerche, 1) jo v. w. Gemeine Lerche; ®) fo
v. w. Brachpieper.
Idlilie, iſt Lilium Martagon.
Idlogen (Freimaur.), Logen, die (wie noch
bei der preußiſchen Armee in dem Feldzug 1813)
während der Kriegszeit von beſtehenden Logen für
die ins Feld rückenden Mitglieder geſtiftet werden.
Sie haben keinen beſtimmten Ort, doch übrigens
gleiche Verfafinng wie andere Logen. Bei ber fran⸗
zöſiſchen Armee haben viele Regimenter eigene Lo⸗
gen (Negimentslogen), bie mit den Regimen⸗
tern ihren Ort wechſeln.
Feldmann, Leopold, geb. 1803 in München von
jüdiſchen Eltern, erlernte bie Handlung, widmete
fi aber vorzugsmeife der Literatur. Da fein erftes
Zuftfpiel, der Sohn auf Reiſen, 1835 mit Erfolg
über die Bühne ging, entfchieb er fich völlig für bie
ſchriftſtelleriſche Karriere, bereite den Orient u.
war als Belletrift an mehreren Journalen thätig;
1841 wurde das gengunte Luftipiel mit Beifall an
der Wiener Hofbilhne gegeben. Bon nun an nabm
er feinen ftetigen Aufenthalt in Wien, mo er als
Zuftipielbichtee bald ein Liebling des Publilums
murbe. Seit 1850 wirkte er al® Dramtaturg am
Nationaltheater an ber Wien u. fhe.: Höllenlieber,
1835 ; Driginalluftfpiele, Wien 1845—52, 6 Bde.,
neue Folge, Berl. 185556, 2 Bde.
Idmanndtren, ift Eryngium campestre.
Idmandver, Manöver, zu weldhem ein gro»
Bes Terrain benntzt wird.
eldmarbder, jo v. w. Baummarder.
Idmarf, tie Fläche fämmtlicher, einer Ge⸗
meinde od. auch einem Landgut angehörender u.
von einer beflimmten, mit Bäumen, Martfleinen,
Gräben ıc. bezeichneten Grenze umfchloffenen Grund⸗
flüde; die Gemeinde bat auf ibr das Weiderecht.
Zumeilen findet man bei einem Dorfe mehrere Sn,
die außer ber Fruchtfeldmark meift von zerftörten
Dörfern herrühren. An manden Orten Deutich-
lands u. der Schweiz herrſcht noch bie Sitte, all-
jährlich einen Umzug, der Grenze der F. entlang,
u halten, damit von der Ortsobrigleit ber unver-
nderte Zuſtand derjelben conflatirt werde.
Idmarfdh, |. u. Marich.
Idmarihall , ber höchſte militärifche Grad,
oft mit beſonderen Vorrechten u. Auszeichnungen
verbunden, 3. B. Befehle nur unmittelbar von dem
Monarchen zu erhalten, nicht aus dem Dienft ent-
lafien werben zu können u. a. m. Veldmarſchall
ttentenant, in ter öfterreichifchen Armee ein General,
welcher dem Generaflieutenant od. Divifionsgeneral
ber andern Armeen entipricht.
Feldmaud, 1) Große F., fo
mans (Mus sylvaticus), f. ı. Maut
F. (Hypudaeus arvalis), |. u. Wul
Zeldmäufe (Arvicolae Lacep.
eine Abtheilung der Nagethiere; bazı
Gemeine Feldmaus (Hypudaeus,
Echimys u. a.), Schlafmaus (My
ſter u. a.; fpäter unter die Haupl
(Maus) u. die Untergattung ber Wüb
eldmeifter, fo v. w. Abteder 1)
ldmeſſer (Geometer, Ger
man Perfonen, welche fi mit ber !
Feldmeßkunſt beichäftigen.
Feldmeßkunſt (Praktiſche
Niedere Geodäſie), ehrt, wie m
der reinen u. angewanbten Mathemo
u. Größe von einzelnen Theilen ber
beftimmt werten kann. Die Relultat
werben auf Papier zu einem Bilde v
ches bem gemefjenen Tbeile der Erdob
ift, u. man nimmt dabei auf atmıini|
nomiſche Zwecke befonvere Rücſicht.
u. Weile des Verfahrens hierbei |. Ar
Geodäſie.
Feldmeßzirkel, ein Geräth, bar
Meſſen von Entfernungen im ſchnell
VBeihillfe anderer Perjonen geftattet
Winkel nur vifiren läßt u., währen
braudt wird, ale Stod dient. Di
bat ganz die Geftalt eines Zirkels.
Feldminze, ift Mentha arvensi:
[dmobn, ift Papaver Rhoens
Idmüblen, Handmühlen zum
Gerreites im Felde. Sie tommen j
Bigjäbrigen Kriege vor, u. nch N.
bei der großen Armee 1812 folche M
Rußland. Jetzt find fie außer Gebra
eldmünzen, eime Art Noethmün
eldmufit, fo v. w. Kriegsmuſik.
eldnelke, ift Dianthus deltoi
carthusianorum.
Felboberft, 1) fo v. w. Oberft; 2
neral der Kavallerie.
Idpappel, ift Malva rotundi:
eldpfau, fo v. w. Kiebit. |
eldpolizei, bat den Zmed, di
Diebereien u. Beichädigungen zu
dazu bienende Seidhüter wirb gemöl
Zeit ber beginnenden Ernte bis nar
Beendigung derfelben angeftellt, doch
Feldhüter für beftäntig, u. dieſe m
leich die Flurordnung mit aufrecht
* müſſen ſich vom 1. Apr
ortwährend in ber Flur aufhalten, u
pflichtet ſind, haben ihre auf eigene !
beftehenden Anzeigen volle Beweiskr
Feldpoſt, die zu Beftellung ber 2
Daten u. von denjelben an Verwandte
Kriege errichtete Boft. Meift geben all
frei. Sie werden bie an den Kriege
meber mit der gemöhnlichen Bot befi
erfi dort Durch Eftafette an Die Corps
Courieren zur VBeftellung mitgegebei
bat jete Divifion einen Seldnoftfecre
meecorp6 einen Seldysfimeiller. Be
Sefkubet ſich der — —
* meiſt bei jeder
inijions- [Brigade-) pre-
liche Geelforger. Gewohnlich führt
bei den Katholiken Feidſuperior) die
e F. u. das geifliche Weſen bet einer
‚wurden 742 auf dem 1. Concil zu
u. dort item £ daß
el, iſt Valerianella olitoria.
it Fumaria officinalis.
es an e der —
„iſt Delphinium consolidum.
wW. Klatſchroſe.
bie Rübe.
A Authe ale Längenmaß für Fel⸗
fon. w. Feldlattich u. Rapunzchen.
‚Stadt, unmeit der Nordbahn, an
a Mähren, im Bfterreihhiichen Kreife
qherdaberge, Hauptert einer fürftlich
nSerrichait: Klofter u. Hoſpital ber
Brüter, fürftlides Schloß nebſt
rien, Weinbau; 2500 Ew.; 2) Dorf
‚jo v. w. Felsberg.
*. Scabiosa arvensis.
ede Berletzung bes Feldes n. ber
* ae ee eine gute Po⸗
Die F. werden
Se, —— .B. Feldmaäuſe,
Raupen, Heu reden x. ey
— u. boshafte Menſchen du
alle, als: Hagel, Uberſchwemmun⸗
Gutsoerpacdhtungen muß im Pacht⸗
at werben, in wie weit bei F., na-
Bild, Überfhrmemmung u. Krieg,
38 zu fortern befugt fein fe.
u, leichte, meift nur aus Erde be-
gungewerte; zur Berflärfung u.
a: — en Punktes n. dgl.
ihrer Form a. Beftimmung Fie⸗
‚ Sunetten, Sternſchanzen, Brüden-
Enfer u. Linien; vgl. Befefigungse-
fo. 9. w. Barbier.
e, f. u. Kanone.
e, eine ſahrbare Schmiede, um im
n Marſche die Reparaturen u. nothe
* ſogleich verfertigen zu kön⸗
m Hinterwagen befinden —**
Amnboß u. ein rn mit aD
Beertzeuge u. Auewech⸗
Batterie n. jedes Cavalleries
F. bei Ira
fo u. w. Uderichnede.
‚ verpflichtete Perfen, welche ald
‚@erichtes zar Taxation ven Grund⸗
Ihgabe von Gutachten ald Sa
tilleriſten das Feldgeſchũ
ten, fo ungen vie 5 — —
Bi u, lichtgrün, Inanı - n. ia; ©
MM
⸗ obd. Laub⸗
—
in *25 e —5*
VFelbſchritt, ) A unre⸗
Sehri von Natur hat
u. von der Weide mitbringt; er wird in der Reit⸗
babn durch ta6 Laufen an ter Longe zum einem re-
gen | . chul ſchraͤtt umgewanbelt; 8) fe v.
Beldfgügen, war ehemals a —*
unft beſtand.
enerwerker alle Se Sa da — —5*— u.
unition anfertigen, bie Büchienmeifter muß⸗
ten N n. Belagerungsgeichiit betienen.
[dfeäwamm, fo AR w. Champignon 2).
Idfee, See im Amte Schönen bes babenſchen
Oberrheinkreiſes, am öftlichen Fuße des Felbberges;
er iM 13 Morgen groß, bat fchreärzliche® Wafler u.
ſehr ante Tahsloreiien. fein Abfluß, der Seebad,
flieſit oſtwärte zum Zititee.
db wel in Sınapia arvensis.
Welbfiedhe, jo v. m, Ausjägige, f. u. nt Y
Feldipatb (Ortbotlas), 1) fehr verbrei
Mineral, Eruflallifirt theile in furzen hombifehen
Säulen ı. Tafeln, theile im kurzen fechefeitigen "
Säulen mit bäufiger Swillingebiltung. De Kry⸗
ſtalle ſind eingewachſen ob. zu en vereinigt; zu⸗
mellen eriſcein er derb, in fein⸗ Bis gro rnigen
Maffen, bat unebenen, mufchefigen or. fpfitteri Ivan nen
Bruch m. Glas⸗ od. Perimutterglang; feine "
iR — 6, fein fpec. Gere. 2,5; bie en bes
fehr verfchieben, er ift farbloe, gelblich, grau — 2
at, am
eſteht aus
far (Adular-.), Wii glängend, farbfo® od. licht
efärbt, oft du g, hat zumeilen einen fchönen
tſchein (Mon kein); findet ih im Granit n.
©neuß in der Danphind, in den Alpen, am Monte
Somma bei Neapel (FisRein, Eisfpath), am
Beſuv x.; ur von brei ber größten Adulare bee
ndet fi im Mufeum der Ulabemte ber Wiflen-
haften in Petersburg; $) Sonnenflein (Avan-
turin«%.), weiß ob. roth gefärbt, befitt einen eigen-
tbämlichen ae na welcher von
fleinen ri ber ae (ten Eifenglangblätichen
— der . g von Archan⸗
am Bailalſee, auf
riftiania in Norwegen;
„Begmatelith), ver verſchieden *
ärbt, —* undurchſfichtig, in Dru
ob, eimeln au — Kroftallen, ber, einge»
fprengt, mit blätterigem Gefilge; ngrünen
5. ane Gibirien nennt man Wmazonenflein,
ben farbenfpielenden aus Frederilsvarn in Norwe⸗
gen Mikr okl in. Der Gemeine J bildet die Grund⸗
maſſe vieler Afterer Geſteine, nementlich des Gra⸗
nite, Gneußes, Borphure u. Gyenits; bei.
—* findet er zu un —
iſcho n im Fichtelgebirge, a agatorrt,
— ie Ein, an
ben Ufern des Deiavare in la»
17% Feldſpathgeſtemne
jiger$.(Sanibin), graulichweiß, gran, bie Kry-
falle oft ſehr riffig, glasglänzend u. durchſichtig bie
durchſcheinend; er tritt häufig ale. Gemengtheil vie-
fer Yaven, ber Trachyte u. Phonolithe auf; e) Feld⸗
ftein (Keintörniger u. Dichter F.), derb,
hornfteinartig, verfchieden gefärbt, felten ganz rein;
bildet die Grundmaſſe der meiften Porphyre (Feid-
Tpatbporpbpre), des Granulits u. m. a. Gefteine.
Der Monbftein, Sonnenftein, Eisftein u. Amazo⸗
uenftein werben zu Schmudgegenftänden verarbei«
tet, ber reine F. dient al6 Zufat zur Porzellanmaſſe,
zur Berfertigung von Glaſuren u. Email; der ver-
witterte F. liefert einen fruchtbaren Boden u. dient
als Kaolin zur Fabrikation des Porzellans; auch
wird ber F. als Zuſchlag beim Schmelzen gewifler
Erze benugt. 2) Aufgelöfter $. ift fo v. w. ver»
mitterter 5. od. Kaolin; 8) Blauer F., fo v. w.
Blaufpatb.
Zeldfpathgefteine, Gebirgsarten, in deuen
Feldſpath Die Grundmaſſe bildet, dahin gehören:
Öranit, Granulit, Syenit, Oneuß, bie meiften
Vorphyre (Feldipathporphyr), Laven (Feldſpath⸗
laven) 2c.
Veldſperling, fo v. w. Bergiperling, ſ. u. Sper-
Ling.
Feldfpinat, ift Chenopodium bonus Hen-
rıcuS.
Feldſtecher, ein Heines aber ſtark vergrößern-
des Beripectiv.
Feldſtein, 1) ein Stein mittlerer Größe, mie
er auf dem Felde gefunden wird, ohne zır beachten,
zu welcher Gattung er gehört; 2) jo v. w. “Dichter
Feldſpath.
—RXS 1) fo v. vo. Feldgeſchütze; 2) Signal⸗
ſtücke der Trompeter bei ber Kavallerie. Nach ber
Dlanier Des Blaſens unterfcheidet man: Abbruch,
in langjamerem Tempo das Commando zum Ein»
steden des Seitengewehrs bedeutend, u. Ruf, in
ichnellerein Tempo, je nach ber Zahl der Wieder⸗
velungen der Tonfigur von verſchiedener Bedeu⸗
ung. Nach der Höhe der zu blafenben Töne wer-
den die %-e als hohe u. tiefe Boften unterjchieben.
Feldſtuhl, ein leichter Stuhl, welchen Difiziere
im Selbe bei fich führen; das Geftelle ift ein dop⸗
peltes Kreuz, welches zufammengelegt werben kann,
u. ftatt des Polſters if ftarles Leder aufgenagelt.
Idfucht (Meb.), fo v. w. Ausſatz 1).
(diuperior, f. u. Feldpretiger.
eldiyfteme (Ackkerſyſteme, BWirth-
Thaftsijyfteme), bie Cintheilung des Aderlan-
des einer Wirtbichaft zur zweckentſprechenden Dün-
gung u. Fruchtfolge ob. zur befieren Benutzungs⸗
weife. Dieje Eintbeilung ift verichieben nach Yage
u. Beichaffenheit des Bodens, Abiat ber lanbteirtbe
ſchaftlichen Broducte, Verhältniß der Wieſen zum
Aderlande, Mangel ob. Überfluß an Arbeitern; fer-
ner tritt der Unterfchieb bei den einzelnen F. darin
hervor, ob man Brache hält od. ob eine alljährliche
Benugung bes Aderlandes ftattfindet, ob Das Vieh
im Sommer gereibet od. in dem Stalle gefüttert
wird, wie die Früchte auf einander folgen u. wie
fie angebaut werten. Hiernach entſcheidet es fich,
ob bauptfächlich Getreide u. nur wenig Yutterge-
wächſe, od. beibe in gleicher Ausdehnung od. ver-
ihiekenartige Marktfrüchte mit verfchiedenen Fut⸗
tergemächlen in zweckentſprechendem Wechſel ange-
baut werden. Auf diefen Grundſätzen beruhen bie
verfchiebenen Arten ber J., bie man, je nachdem
bis Jeldſyſteme
bei ihnen Körner- od. Futterbau vor
Körner» u. Futterbau zweckmãßig mit ei
bunden find, in Felder⸗, Koppel- u. Jı
wirtbfchaft unterſcheidet. So verfchiet
5. find, jo müflen fie doch nach gewi
gungen zufammengejett fein u. folg
derungen genügen: a) der Boben mı
Fruchtbarkeit nicht nur erhalten, fonber
dem geringften Koſtenaufwand noch ge
ben; b) das F. muß der Beichaffenbeit
angemefien jein u. den böchfimäglichen
liefern; c) das Berbältni des Anbaus
gewächjen zu ben verfäuflihen Früchten
das F. geregelt fein nach ter Tauglich!
dens zum Anbau bes einen ob. anderen
nach Maßgabe des größeren Reinertrag
Aderbau od. der Viehzucht, nach de
feii von außen wohlfeile Yuttermittel ;
nah Maßgabe tes Bedarfs an Ding
Pflanzenart muß durch das F. ben für
fien Stanbort erbalten; e) das %. muf
meſſene u. reichliche Ernährung bes |
fihern; ſ) die örtlichen Verlehrsverhäln
in Rüdfiht auf Arbeitscapital u. Abfa
ducte gehörig berüdfichtigt fein; g) bi
bie Arbeiten auf bie verſchiedenen 9
möglichft gleichmäßig vertbeilen; by da
aus den einzelnen Theilen ber Virchig
ganifches Ganze bilden, ohne jedoch di
rung unmöglid zu madyen, welche bie ;
niffe möglich machen follten. Man tbeill
A) In ZFelderwirthſchaft. Diefelbe &
Umlauf 1 Jahr, in dem das Feld brache
dur Pflug u. Egge tüchtig bearheitet r
e8 zu der folgenben Winterfaat geſchickt gi
Sb tie nad dem Brachjahre auf einund
Früchte in Getreide od. anberen Gemäch
ift Ten Man beftimmt die Daı
lauf nach Der Brache u. hat Danach Di
Sechs⸗, Achtfeiderwirtbichaft. Die Fri
manım Brachſchlage anbaut, nennt man!
u. eine ſolche Wirthſchaft jehr uneigentli
wirthſchaft mit Bradebefönme:
rend Doc Die Bearbeitung des Aderlan!
gentheil vom Brachehalten iſt. Die F.
lih mehrjährige Felderwirthſchaften.
Größe des Brachfeldes, das alljährlich
wird, wird bie Dreifelderwirtbfchaft zın
Keunfelderwirtbichaft, wenn } ob. & de
fümmert werden. Je nach der Zahl
theilt man aber die F. gewöhnlich ein
Drei, Bierfelderwirthfchaften. a) Zw
wirthſchaft. Das Weſen berfeli
barin, daß mit Winter- u. Sommerge
mäßig abgewedjelt u. den Sommergetz
eine Düngung zu dem Wintergetrei
wird. b) Die Dreifelderwirthſch
theilt fie ein in die reine u. in bie
aa) die reine Dreifelderwirtbfd
ihrer urſprünglichen Geftalt, außer ı
niger cultivirten Ländern, nur felten
Nah dieſer hält fie das erfie Jahr
Brache, baut im zweiten Winter- u.
Sommerhalmfrudt u. läßt Dann die !
berlebren. Dadurch entftehen die 3 flete
ber wechſelnden Paar Brad, Winte
merfeld. Regel iſt, daß alle 3 Zahre bie
büngt werben foll, was ober nur dann
Feldſyſteme
m Ackerland eine große Fläche von
en vorbantden iR um genug Futter
sehrrendigen “Düngerprotuction zu
s befommen.“ Kur in ſehr feltenen
ie reine Dreifeirermirtbichaft einen
en Reinertrag, u. desbalb Lonımt
re jelten vor, jondern iſt Ib) Durch
erte Dreifelderwirthſchaft
pirchbihaft mit belömmerter
ingt werten. Das Weſen derſelben
B ?Larin, daß jämmiliches Ader-
ser eingetbeilt if: Brach⸗, Win-
verfeid, dech wird ter Brachſchlag
rößten Theil mit Brachfrüchten, wie
1, Rüben, Kerftebl. Qülſenfrüchten,
en arırsaut. Der Weidegang auf
fälle weg, es iſt Lafiir Zonmer-
6 Rindviebe eingeführt Kaltes
kalter, nafier Beben, wodurch reine
zur, Belaſtung Des Bodens fün-
Itermirsbichaft nethwendig machen ;
$ ft fie ater nicht, weil bei ihr zu
u ja werig tiehvurzeinde u. breit
En canebaut werden u. dadurch der
her wirt, verunkrautet u. erbärtet.
serwirtbichaft bejitebt Darin, daß
Idenand in 4 Aelder od. Schläge:
kraog, Sommerung, Minterung od.
geheilt ıfı; fie ſiebt der Dreifeider-
st beiemumerter Brache mach.
ppel- ı Zchlag- od. Wedlel-)
unterſcheidet ſich dadurch, daß man
zung tes vLandes zum Fruchtbau u.
regeln:äßig wechielt, wozu ſämmt⸗
Grunkftüde in verſchiedene Abthei⸗
eilt werden. In Holſtein friedigt
mit Fällen u. lebendigen Hecken
L nennt fie Koppeln, jont aber, bei.
‚Edlüge. Jeder Schlag od. Koppel
e ven Jabren zur Weide u. Grae⸗
ch) darnieder u. wirt taın wieder
bre um Fruchtbau Benny. Bei einer
Haft können nörhigenfalle natürliche
bien. Eie erfordert aber große vand⸗
rung berjelben von allen Servituten.
iniſche Koppelwirtbichaft be-
ehzucht, beſ. Rindviebzucht, mehr ale
un; im neuerer Zeit ändert man dieſes
‚nad Art ber zructmecielmirtbicaft
'dienburgiihe Keppelwirth—
je fih mebr tes Getreidebaues u. be⸗
bzucht nur als ein Förderungemittel
Schläge ſind in Binnen- (Haupt-) n.
läge) eingerbeilt, außertem baben bie
u Wirtbichaften noch einige kleinere
en: Hof-, Reben, Haus: ct. Kleelop⸗
Nach ver Beftimmung bieier Schläge
auch Wieſen⸗ Weite-, Ader-, Bruce
‘ Schlagerbnnungen ber bolſieiniſchen
iſchen Birıbice ten variiren zwiichen
12. Ulle Jahre wird ein Zclay,
Beide diente, aufgebrochen m. mit
befkellt,, fo Daß aljo tie Retatıen
dauert, ale Schläge verbanten ſind.
(de Koppelmwirihichaft begün⸗
eideban, ernährt den Biebftard im
äftiger Weite, im Winter mit nahr⸗
u. begäuftigt namentlich die Haltung
eines anfehnlichen Schaſviehſtandes, indem bei ihe
ein ganzer Schlag mit Kartoffeln angebant wird.
6) Die Egartenwirtbichaft od. Ebegar⸗
tenwirthſchaft. Die Zahl der Schläge (3—12)
für Das Getreide gegen jene ber Futterſchläge if
bald größer, bald Heiner, bald gleich groß, je nach⸗
dem Klima u. Boden Lem Getreide od. dent Gras
mebr od. weniger zufagen. Bel. in ben böberen
Yagen if die Hälfte des Umilauis dem Grasbau,
die Hälfte Dem Getreitebau gewidmet. Bon der
Keppe; - od. Schlagwirtbfchaft unterſcheidet fich Die
nur in Hebirgögegenten in einer Höhe von 2000
Fuß über der Dieeresfläche vorlommende Egar⸗
tenwirthſchaft dadurch, daß bei Liefer feine Vrache
ehalten Tas Land öfter gedüngt u. daß fie auf
ieinen Flächen betrieben wird.
D) Die Grasmirtbfhaft, kommt meif nur
in den böberen Bebirgsgegenden vor, mo Markt⸗
jrüchte nicht mehr geteiben, u. beflebt darin, daß
jänmiliches Land abmechjelnd zu Wieſe u. Weide
benutzt wird.
E) Die Fruchtwechſelwirtbſchaft unter
ſcheidet fi von der Felder⸗ u. Schlagwirtbſchaft
dadurch, daß weder, wie bei jener, Brache in großer
Ausdebnung, noch, wie bei dieſer, ein regelmäßiger
Wechſel von Erae u. Früchten eingebalten wirb,
fondern Laß kei ibr eine zmedimäßige Anfeinandere
felge Der Früchte ftattfinter, fo Daß moınöylich nie
zwei Gewächſe gleiiber Art, am mwenigften 2 Halm⸗
früchte hinter einauder angebaut, fontern zwiſchen 2
Halmfrüchten cine Süllentrucht, Futter⸗, Knollen» od.
Ribenpflanze eingeſchaltet wire, Die fich tbeils mebr
aus Ammefpbäre u. Untergrund ernäbren, tbeild Dem
Boden weniger von denjenigen Nabrungsſtofien ent»
sieben, Die fiir Halmfrüchte dienen, tbeils den Hoden
in einer ſelchen Beſchafjenheit surüdlaifen, dan eine
Halufrucht mit Voribeil felgen kann. “Der Frucht⸗
wechſelwirth vertäbre felgendermaßen: a) unter
Berückſichtigung Dee Umfangs der natürlichen Wie»
fen räun er den Futteru. Ztrobpflanzen fo viel
Fläche ein, daß ber Bedari an Futter u. Stroh bin«
reihend gebedt ifl: by um ben erzeugten Dünger am
zwedmäßigſten au werwenten, bringt er in friſch
gebüngten Boden Bilanzen, welche Stickſtoff zur
Bildung ihrer Erzeugniſſe bedürfen u. daher in ſol⸗
cher Stellung am beſten gedeiben; ſpäter baut er
Halmfrüchte, Kartoffeln u. Rüben, welche vorzü
Ih Stärkemehl u. Zuckerſtoff bilten. e) Damit
eine Düngung möglichſt lange nachhält, ſchaltet er
zwiſchen Den Halmfrüchten tieiwurzelude u. breite
blätterige Pflanzen cin, weiche theilt die Vodentkraft
(henen, theile Den Voden pbhyſikaliich verbeſſern.
d) Um an Arbeit möglichſt zu ſparen, läßt er Früchte,
welche einen ſehr lockeren Boden verlangen, nach ſol⸗
chen folgen, welchi ten Boden in einem ſolchen Zu⸗
ftande zurüdiaffen; ferner nach Pflanzen, weiche ven
Boden verunkrautet. erhärtet, ausgeitrecknet zurüde
laſſen, ſolche Gewäcdie, welche jene Febler verreſ⸗
fern. e) Da manche Pflanze nach gewiſſen anderen
gut gebeibt, fo richtet ber Wechſelwirib die Frucht⸗
tolge auch hiernach ein, tie Beſchaffeuheit, in miele
cher tie Vorfrucht das Feld zucüdiäße u. die Zeit,
welche fie zur Werbereitung für bie nachfelgende
Frucht verlangt, berüdfichtigend. Notbwendige Be-
Dinguungen gu einer felbwirchfcaft find: Inte:
fchränttes Bejigebum, jreı von allen Belaſiungen,
frairooller, tragiähiger Boden, wohifeile Arbeit,
binlänglidyes VBerriebecapital. Der möglich gıögte
176:
RReinertrag unter ben verſchiedenen Wirthſchafts⸗
verhältniffen wird Durch keine andere Benutzungs⸗
art volllommener u. ficherer erreicht, als durch die
Fruchtwechſelwirtbſchaft. Beichaffenheit des Bodens
u. locale Verhãltniſſe bewirken aber eben fo, wie bei
den anderen Spftemen, große Verſchiedenheit in ber
Sruchtfolge u. Eintheilung der Schläge. So gibt e8
einen 4—15felderigen Umlauf. Bieljchlägige F., wo
2 Halmfrüchte nach einanter, wohl auch Sommer-
braden vorlommen, nähern fich ſchon ven futter»
bauenben Felderwirthſchaften. In den feltenen glitd-
lichen Lagen, wo ein unerſchöpflich fruchtbarer Bo⸗
den ob. zu jeber Zeit Dinger in hinreichenber
Menge wohlfeil zu taufen ift, fann man
7Freie(Fauſt⸗) Wirthſchaft führen. Sie
bindet ſich an keine beftimmte Fruchtfolge, ſondern
ergreiftden richtigen Augenblid, benutzt Die gebotenen
Umſtände ſachgemäß, richtet fich nach den Kräften
Des Betriebs u. ben Erforberniffen des Marktes u.
Abſatzes, fett aber große Intelligenz voraus. Die
Vorzuͤge dieſes Syſtems beftehen Darin, daß es die
Nachtheile der anderen F. vermeidet, völlig unum-
ſchränktes Gebahren erlaubt u. bei verflänbiger
Ausführung den höchſten Ertrag gibt. Sie geftattet
bie Anwendung aller neueren Erfahrungen u. Ber-
befierungen, vermag jede Feſſel eines Nebenbe-
trieb8 abzumwerfen, fich ſelbſt von der Biebzucht ganz
unabhängig zu machen; fie nimmt keine Rückſicht
auf ven Wechfel zwiſchen verbejlernden, fchonenden
u. ausfaugenden Gewächſen, fordern baut mehrere
Jahre hinter einander auf demjelben Feld viefelbe
Fruchtart fort, welche bie lohnendſte iſt. Am vor-
theilbafteften ift Die Fauſtwirthſchaft da zu betreiben,
wo ein großer Düngerzuihuß von außen fo wohl⸗
feil zu beichaffen ift, wie er nicht im inneren Be⸗
triebe erzeugt werben kann, aljo in der Nähe gro-
fer Städte, Fabriken, Atdedereien, des Meeres.
Guano, Knochenmehl u. antere cencentrirte Düng-
mittel geftatten aber auch jonft überall Die Ausfüh-
rung diejer Wirtbichaftsmeife, bei welcher der Boden
nicht erſchöpft, der Werth der Wirtbichaft nicht ver-
ringert, bie Rente nicht herabgebrüdt werben barf.
Auch kommen Übergänge von einem %. zum an⸗
beren vor. Am häufigften kommt ter Übergang von
der Dreifelderwirthſchaft zur Fruchtwechſelwirth⸗
{haft vor, er ifi aber weit ſchwieriger, ala ber UÜber⸗
gang von der Koppelwirthſchaft zur Fruchtwechſel⸗
mirtbfchaft. Ohne einigen Rückſchlag in der Nente ver
beiden erften Sabre ijt ein Übergang allerdings nicht
zu bewirken, derjeibe ift aber ziemlich zu vermeiben,
wenn man den llbergang jo ſchnell als möglich macht.
au auf bit ed hbauptjächlich anlommt, find:
röße der Ader- u. Wieſenfläche, Tage ber Grund»
ſtücke, natürliche Beihaffenheit Des Bodens, Eultur-
u. Düngerzuftand befielben, Berbältnifi bes Nderlan-
Des zu den Wiejen, Düngerbebarf, bejtebende Wirth⸗
ichofteverbättnifie Bal. 9. Schubartb, Über Felb⸗
wirtbfhaftzeinrichtungen 2c., %pz. 1804; W. U.
Kreyifig, Ckonomiſche u. phyſikaliſche Beleuchtung
der wicdhtigften Feldbau⸗ od. Wirthſchaftsſyſteme
Europas ac., £p3. 1833; v. Schönberg, Zuſammen⸗
ſtellung u. Vergleihung einer Dreifelderwirthichaft
u. breierlei Wechſelwirthſchaften, Lpz. 1836; Dieb,
Zeitgemäße Anderung in ben beftchenten Wirth-
ſchafisſyſtemen, Brünn 1836; Bode, Einführung
ter Schlagwirtyichaft ftatt der Dreifelderwirthichaft,
‚2p3 1835; Schweitzer, Pre ic hr ng
ebd.1839; Schmalz, Anleitung zur Kenntniß u.
Feldſyſteme bis Feldwachen
wendung eines neuen Ackerbauſyſtem
Berolla, Neues Ackerbauſyſtem, Baden
Schreiber, Grundzüge zu einer Theor
ſchaftsſyſteme, Anclam 1846; Linfon,
zum Übergange aus der Dreifelder
die Fruchtwechſelwirthſchaft. Norbi
Heife, Der Achtfelbermwirthichaft Ni
tbeile, Neu-Ruppin 1847; Göritz, Di
berg üblichen Feldſyſteme. Tübing. 18
Die Aderbaufpfteme mit ihren verjchie
felgen, Lpz. 1845; Schüb, Beurtbe
tiſche Benutzung ber Frudtmecjelii
1849; Hahna, Praltiſche Anleitung
einer Fruchtwechſelwirthſchaft, Prag
Grundzüge zur Feſtſtellung eines 7
fiems, Prag 18515 Hlubel, Die 7
jterne, Prag 1851. |
er fo v. w. Gemeine Tauf
eldteich, ein Teich, ber einen T
res über troden gelegt wird, um b
landwirtbichaftiicher Production zur be
Feldtenne, Vogelherd (f. d.) mit et
zum Kangen Heiner Bügel.
e Sehpmian, it Thymus Serpi
eldtifch (Geod.), jo v. w. Mef
eldfon, die Tonart Es dur, ®
mufit u. deren Inftrumente meift auf:
gerichtet find.
ldtreiben, ſ. u. Treibjagd.
elduhr (Uhrm.), fo v. w. Jagdul
eldwachen, diejenigen Abtheilun
poſten, welche am —— nach de
vorgeſchoben werden. ie ſollen
welche im Lager, Bivouac u. in Ca
ruhen, nicht allein gegen unvorher
griffe fiher ftellen, fondern auch das
fie ber in einer gewiflen Entfernun:
lihen Einwirkungen entziehen, die Be‘
eindes nach allen Richtungen bin bei
Stärle u. Aufftellung befjelben Nach
ben; Hleinere feindlie Abtheilungen
weilen ob. Boch mit ihren rückwärt
Unterftügungstrupps (Repli’s, Piqu
aufhalten, bi8 bie rubenben Truppen
tig gemacht haben. Das Terrain en
weit die %. vorgefchoben werben müſſ
unter 4000 Schritt; ebenfo wird bi
der einzelnen F. von einander durch t
beit des Terrains bedingt u. hierdu
ihre Stärke, die etwa — der 6
bis 60 Mann liegen dürfte. Im frei
Gegenten wird Kavallerie, in durch
betedtem Terrain Infanterie zur F.
Punkte für vie Aufftelung der %. wi
ſolche Urtlichteiten, wo fie von Feind:
u. im Falle eines Augriffs nicht zur je
len werben können, man poftirt fie al
Heine Gehölze, une, Aufmürfe, ni
Gebäude; in Übrigen hängt ihre Aufl
ab, daß fie nicht weiter als 6— Yu
den Boften, welche fie ansjegen, entfi
fen. Zwiſchen den einzelnen F. u. n
muß eine freie Communication ftattf
Zur Erreichung des oben Era
. ftellen dieſelben Boften aus u. jendeı
Die Beften find immer Doppelpofte
Beobachtung nicht unterbrechen wir
Mann aus !rgendb einem Anlaß nach!
Feldwächter bis Felgenhauer
elrcften ſtellt man fo auf, daß fie
Umſicht baben, obne felbft geſeben
n: Die —— Poften von
ich darnach, daß Nichts ungeſeben
ıchhichleichen kann. Bei Tage ftellt
oppelroften (Vebetten genannt,
riften fint) am liekfien auf Höhen
177
| verfehietenen Früchten nad} gewiffen Regeln, |.
ritt von einander auf, bei Nacht
a ten Fuß ter Hüben zurüd u.
s einander. Außer dieſen Doppel⸗
F., wenn es notbmentig ift, ned
b+ 1. Avertiffementepoften aus, u.
& ter Poflen vor dem Gemebr
ften. Die Batronilien, melde
jeſandt werten, follen theilweiſe bie
Bchten u. die Berbintung mit den
bt erbalten, man nennt dieſe Xifi-
heilmeiie fellen fie über Lie Poſten⸗
ea, um Nachrichten vom Feinde
je nennt man Schleichpatrouillen.
Jliigee Patrouilliren ſichert in der
sale deſſer ſelbſt als zabireiche Po⸗
ich außerbalb ber Poſtenkette ein
Herblickt werden kann, od. ſonſt
ie von Wichtigleit iſt, io wird der⸗
Kants turch eine ſogen. ſtebende Pa⸗
Die Formen, nach denen ſich die
alter baben, ſind in ten Armeen
re Beſtinmungen vorgeſchrieben,
a läßt ſich nur fügen: beftändige
nach dem Feinde bin ift die Haupt⸗
Hirten die Poſten Nichts in tie Po⸗
sen lafien, was nicht zuvor an bie
enterfucht worden ift, bei Nacht
zurũdweiſen, was nicht Loſung u.
geben vermag. Die etwa nöthigen
‚ went Lente die Pofienkette paſſiren
"durch einen vorgeſend eten Exami⸗
ũhrt. Bol. Vorpoſten.
&, Vogel. fe v. m. Wieſenſcharrer.
eiſter, fenft jo v. m. Major.
ter erfte Uinteroifizier bei ter In⸗
Banallerie Badhtmeifter), welcher
ich der Rofle verlieft cd. namentlich
mt zugleich ein genaues Verzeichniß
. z. anteren Dienfle, gibt täglich
von bem Zuſtande ber Compagnie
ann m. lorgt für Die innere Ord⸗
em inneren Dienfi der Compagnie.
allen Armeen ein vorzügliches An⸗
ven CAfizierbegen mit ben Porteepee.
als gegenwärtig war die Stellung
t ber Yantölnedhte; Damals lag ihm
? m. gelammte — u. techniſche
ob.
ein Weg, ber zwiſchen Feldern
en, von 2 Ort⸗
von 250 Schritten, un
je Meile; vgl. Stadium.
et, if Cichorium Intybus.
Keldinfteme.
gernjepat fo v. w. Fruchtzehnt, |. u. Zehnt.
ldzeichen, 1) tie Merkmale, an denen bie
einer Partei augehörigen Truppen einander erfen-
nen, ba Lie Uniformen wegen ber öfters überein⸗
ſtimmenden Karben dazu nicht hinreichend finb; fo
bie Cocarden, bie Federbilſche u. bei ben Offizieren
Schärpen, Borteöples u. Hutcerdous. Die F. ent»
iprechen mei den Rationalfarben (f. d.) in jebem
einzelnen Etaat. Oft haben einzelne Armeen noch
einzelne Zeichen, bie fie im Felde ald F. anlegen.
Dergleichen finb bei den Ofterreichern ein grünes
Reiß auf ver Kopfbetedung, bei den alliirten Ar»
nıeen im Feldzug 1614 in frankreich weiße Bin⸗
den um ben Arnı. Sonſt trug bie ganze ſchwediſche
1) fo v. w. Salix arenaria; 8)
».”.
„ ba wegen Räffe zur Wiefe
Armee aud im ne weiße Armbinden. Fahnen
u. Stantarten find Die F. ter Corps.
Feldzeugmeifter, bieß in früheren Zeiten ber
Nefeblebaber der Artillerie, gegenwärtig beſteht ber
Name nur neh in ker öfterreihiichen Armee u.
entipricht dem General ber Infanterie od. der Ar»
tillerie der anderen Arnıeen.
ldzirkel, fo v. w. Drebfatte.
ldaug, Die Zeit, welche tie Arınee mäbrenb
eines Jahres wirklich in Felde unter den Waffen
zubringt. &s wird Demnach jebes Jahr Dem Sol⸗
baten filr Einen %. gerechnet, wenn auch bie ebe⸗
mals durch bie Wiuterquartiere entſtehenden Zeit⸗
abfchnitte bei Der jegigen Art Krieg zu führen nicht
mebr Statt finden.
— Smebaillen, ſo v. m. Kriegsodentmunzen.
Idzwiebel, iſt 1) Ornithogalum luteum;
2) (sagen arvensis.
Fele cavaline (ital.), fo v. wm. Cavalinen.
Felegyhaza, Statt u. freier Markt im Kreiſe
Jazygien un. Kumanien tes Wermaltungegebietes
Peſib⸗Ofen (Ungarn), Hauptort des gleichnamigen
Bezirks; Latbolifche® Untergymnafium, Realjchule,
Pofſtamt, Anbau von Getreide, Wein, Obft u. Ta»
bat, Viehzucht; 14,350 Ew.
Feleili (Yuleli), Arm des Inbus (Vorder⸗
indiſche Halbinfel, Afien).
Felge, 1) (Stelm.), bie krummen Hölzer, aus
weichen ter Kranz eines Mübl- ob. Wagenrades
zuſammengeſetzt if; Birken⸗, Rüſter⸗ u. Roth-
buchenholz ift am beften dazu. Um bie Zapien-
löher in die Fen zu bobren, werben fie auf ber
Belgenbant beſeſtigt; 2) (Hutm.), ein bölzerner
Kranz um ben Karbenteffel; die gefärbten Hüte
werben Darauf gelegt, Damit bie Farbe mieter in
den Keſſel laufe, 8) (Seew.), am Eteuerruber ter
Kreis von Metall od. Holz, welcher tie Hebeln er.
Epeichen verbindet; 4) (Fleiſch.), fo v. m. Wurft-
bügel; 5) (Yantıw.), fo v. mw. Falge; 6) eine Turn-
übung am Red, bei welcher der Körper auf die das
Red umfpannenden Hände gefiligt if u. mittelſt
eines Schwunges nach vorn or. hinten hinüber fich
um das Red herum bewegt.
Felgen, 1) ein Rad nıit Felgen verfehen; 2)
(Landw.), fo v. w. Kalgen.
lgenhauer, fo v. w. Stellmacher.
Igenbauer, Paul, Sohn eines proteflanti-
ſchen ——— zu Putſchwitz in Böhmen, Niubirte
in Wittenberg Theologie, er vernarf bier alle
menſchlichen — n, außer der Mekicin,
rühmte fich göttlicher Offenbarungen m. glautte an
einen Aſtralgeiſt. 1623 lebte au,
178
1635 —49 in Beberkeja bei Bremen, 1657 in So⸗
lingen eingeferfert u. lebte nod) nach 1659 in Ham-
burg. Er bat viele ſchwärmeriſche Schriften hinter⸗
laſſen; vgl. Chiliasmus.
libe, Stadt, fo d. iv. Philippopel.
slibien (ipr. Feliwiäng), 1) Andre, geb. 1619
in Chartres, ftubirte daſelbſt u. in Paris die Rechte,
wurde 1647 Gejanhtichaftsiecretär in Rom, wo er
fih hauptſächlich auf das Stubium der Kunft legte,
1666 Historiographe des bätimens du Roi,
1673 Antilenbewahrer u. Secretär der Baualade-
mie u. ft. 1695; er fhr.: Traite de l’orıgine de
la peinture, Par. 1660; Entretiens sur les vies
et les ouvrages des plus excellens peintres
anciens et modernes, ebd. 1666 u. d.; Confe-
rences de l’acaddmie de peinture, ebd. 1669;
Description sommaire du chfiteau de Versail-
les, ebd. 1672; Principes de l’architecture, de
la sculpture, de la peinturo etc., ebd. 1676 ff. ;
Description des tableaux, statues et bustes
des maisons royales, ebb. 1677. 2) Iean
Brangnis, Sohn des Tor., geb. 1659, mwurbe
dhatmeifter in der Acndemie des inscriptions
n. ft. 1733 in Paris; er fehr.: Recueil historique
de la vie et des ouvrages des plus edl&bres
architectes, Bar. 1687; Plans et descriptions
de deux maisons de campagne de Pline, avec
une dissertation sur l’architecture antique et
gothique, ebb. 1699; Description de la nou-
velle eglise des invalider, ebd. 1702. 3) Mi-
bel, Bruder bes Bor., geb. 1666 in Chartres,
war Bencdictiner u. ft. 1719 in Paris; er ſchr.:
Histoire de l’abbaye royale de St. Denis,
Par. 1706, Fol.; jeine Histoire de la ville de
Paris bat nad jeinem Tode Yobineau vollendet
beransneg. Par. 1755, 5 Bde., Kol.
S. Felice, Marttfleden im Herzogthum Mo⸗
bena, jüdöſtlich bei Mirandola; 300u Em.
Belice, Fortunatus be F., aus Neapel gebürtig,
wo er Profeſſor mar, fam um die Mitte bes 13. Jahrb.
nach Bern u. trat bier zur Rejormirten Kirche Über;
ſpäter ging er nach Pverbun, wo er bie Buchbruderei
anfaufte u. dieſelbe bedeutend vergrößerte. Im jei«
nem erlag erfchienen die großen Werte: Ency-
elopedie ou Dietionnaire universel raisonnd
des connaissances humaines, 1766 ff., 42 Bbe.,
u. Dictionnaire universel raisonne de la ju-
stice naturelle et civile, 1777, 16 Bbe. Er ftarb
in ben 90er Jahren bes 18. Jahrh. In Bern gab
er bie literarijchen Beitichriften beraus: Excerptum
totius Italicae nec non Ilelveticae literaturae
u. Estratto della letteratura European, 1753
— 66; inYvertun Tableau raisonnd de l’'histoire
litternire du 18. siecle, 1779, 1782 f.
Felicia (a. Geogr.), Stadt in Germanien; j.
Olmütz od. Fulnak, od. an dem Zuſammenfluß ber
Dar ıı. Taya.
Felicia (F. Cass.), Pilanzengattung aus ber
Familie Compositae-Asteroideae-Asterineae-
Asrtereae-Euastereae, 2. Orbn. der 19. Kl. Z..;
Arten: ftrauchartige, capiihe u. fübatrilanijche,
jenft zur Gattung After gezäblte Gewächſe.
welicianer, — u. Felig 11).
St. Felicien (ipr. Säng Felifieng), Marktflecken
im Arrontifiement Zournon bes franz. Depart.
Ardeche; Seitenipinnerei, Tuchweberei; 2200 (Em.
Feliciſſimus, Diatonzu Carthago im 3. Jahrb.,
war in den Rovatianifchen Gtreitigleiten über bie
.
as
Felibe bis Pelis
Wiederaufnahme ter Gefallenen
fie Friedenslibelle vorzeigten, mi
veranlaßte fo ein Schiema. In t
wählten 5. u. feine Anhänger
Biſchof, Kortunatus.
Felicitas (lat.), Gtüd, &tüd
fonification dargeftellt als Matro
Getreidemaß u. Sriedensftab; ihr
ftand in ber fünften Region.
Felicitas Julia, der römiſch
fabon, |. d.
Feliciter (lat.), 1) glüdtich: 1
zu! Daher Selicitiren, begliidwün
tion, Glückwünſchung.
Felicudi Gelicuri), eine der 2
nördlich bei Siceilien, zwiſchen Al
it 2 Meilen lang, 1 Meile bre
1200 Ew., bie ſich vom Getreide
bau näbren.
Felin (fpr. Seläng), 1) früher
gewicht in Brüfiel, 1%. — 8 As, S
2) ebenfo in Paris, wo 10 F⸗8 —
= 1 Once waren.
Felina , Familie der katzenarti
Zehen, eine Art ausgenommen, mi
Krallen, Kopf mit kurzer, runder €
raub, Bart von Schnurren; befl
Gattung Kate (Felis), die m un
geftreifte (Tiger), dunkel gerinz
(Bantber), kurzihwänzige mit X
n. in ſolche mit nicht zurlidziehbar:
pard, Jagdtiger) getheilt werben 1
Felinski, Alois, geb. 1773 in
rer der Beredtiamleit u. Poefie, fp
Lyceum zu Krzemieniec ıı. fl. 1821
natusconsulta sous le rtgne
bieski; Barbara (eine Tragödie)
für das polnifche Theater Crebillo
genekie, Alfieris Pirginie u.a. ©
Mari. 1816—21, 2 Bde., 2. Xı
Selipe (Belibo), fpanifch für B
. Kelipe, 1) Stadt am Alba:
ſchen Provinz Valencia; Kitabelle,
weberei, Bapierjabrilation; 15,00
ort des Malers Ribeiro (Eipagno
ift erbaut von Philipp V. an ber
von ihm zerftörten Zativa; 2) Yo
8) (8. 9. de Benguila), Stabt mi
Fort im Negerreih Benguela ı
Weſtküſte von Afrika); 4) Meine 3
verbiihen Inſeln (Weftküfte von
5) Injelgruppe an der Südweſtküſt
im mericaniichen Staate®uanarua
auf einer Hochebene von 6000 uf
Aufiria), Stadt in der Provinz (
publit Qenezucla; 5500 Em.; 8)
im Departamiento Magbalena de
Granada; 9) Departement der Br
in ber Republik Chile; 20,000 G
ftabt darin an der Münbung bes
Aconcagua; 6000 Em.
Felis (fat.), 1) fo v. w. Kat
Geſchlecht Kate, wozu Löwe, Cagıa:
Luchs ⁊c. (ſ. d. a.) gehören. Koiftle |
tung finden ſich zuerſt im Tertiärge
aber in den dilnvialen Schichten.
Kaup, war dem lebenven Löwen &
diluviena Xaup, dem Gaguar äfı
Selitto bis Felix
179
ntiqua Cur., von ber Größe u. | tum, Vened. 1515, Baſ. 1524; auch beforgte_er
r&: F. arvenensis Croizet Jo-
aguar: F. brevirostris Cr. Job.,
es Yuchtes; F. cultridens Aaup,
Ur. Jub. F. ogygia Kaup, ähn-
ituviana: F. apelaea, dem leben-
bnlich, aber größer ala Diefer.
rtrnleden am Calore im Diſtrict
eapclitaniihen Provinz Principato
cm
er Glüũckliche; männlicher Torname.
2 IT. Römer: 1) Antonius od.
ligulas Yiebling, 53 n. Chr. Statt»
iz, Das unter ihm in ber größten
: befand, tie er mit der höchſten
irren trachtete. Panlus prebigte
GSemablin Drufille, einer Toch⸗
I u. Der Kleopatra, aber durch bie
die künftige Rechenſchaft erichredt,
an Erangelium nichts wiflen. Bei
aus Aubäa mar er mit einer An-
Mmüdung betrobt, Doch verwendete
x Tallas für ihn. 2) Marcus
\ Rimucius Felix. TI. König von
5., T. Karl Felix Jeſeph. TIL.
25 T., ein Römer, wurde 269 Bapft
Martorertot, f. u. Päpſte (Geſch.);
im ein Fragment eines Briefes an
ichen —2* Maximus, drei andere
we Srieie ſind unebt; Tag: 30. Pai.
ikenus in Rem, wäbrend bes Exileé
erius 355 — 59 von den Arianern
365, ſ. ebd.; ihm zugeſchriebene
dt. 6) F. II. (III), ein Römer,
‚T. ebd.; Brieie u. Decrete von ihm
Coneilia. 7) %. III. ıIV.), aus
526530, f.ebd. 6) 4. V. (IV),
deus (1.2.9) Graf u. Herzeg von
— 49 Gegenpapfl ven Eugen IV.
‚f.ett. IV. Heiliger: 9) Et.
Zta. Regula in einen römiſchen
sch Gallien gejantt wurde. Da fie
n meigerten, tie beibniihen Ge⸗
then, u. durch Pie graufamften
azu zu bewegen waren, wurden ih⸗
x abgeihlagen. Da dies an Per
fein ſoll, wo jett Zürich fteht, fo
heiligen tiefer Stadt u. ter bei-
äufter geworden. Ihr Tag ift ber
Im großen Siegel tes Cantons
ie neben einem dritten Märtyrer,
mit Den Köpfen in ben Hänten.
La. Geiftliche: 10) Caſſius F.,
des Alliepiates. Er gilt für den
unter Dem Namen tes Caffius
:a erhaltenen Schrift: Naturales
s quaestiones 84 circa hominis
orbos aliquot (eine Sammlung
en ss. mebiciniihen Problemen),
einiſch, Bar. 1541, von Ch. Geß⸗
„Sat. Krk. 1541. 11) F., Biſchof
Satalonien in ber zweiten Hälfte
:tifter Der Aboptianer (|. d.); feine
u Ielichamer. 12) F. Prateniis,
n Brate in Toscana, Cohn eines
mach feines Vaters Tote Chrift u.
müa n. ſt. 1557. Er ſchr.: Pral-
‚seo ad verbum fere transia-
bie erfie rabbinifche Bibel, mit Vorrede Leos R.,
Deneb. 1518, 4 Thle.
Felirx, Eliſabetb Rachel, gewöhnlich mit Hin-
mweglaffung ihres Vaternamens Mile. Nadel
genannt, geb. am 24. März 1320 zu Mumpf im
Schmeizercanton Aargau ven armen idraelitiichen
Hauſirern, verlebte ibre erfie Jugend in Der äußer⸗
ftien Armuth in ter Zchmei u. tem füblichen
Deutihlant, fpäter in Yyon, mo ihr Bater dent⸗
[hen Sprachunterricht ertbeilte u. fie ſelbſt mit
ihrer älteren Schwefter Zarab auf ten Straßen u.
in ben Kafteebäufern fang, was fie auch jräter in
Paris, wohin die Familie 1830 308, fortſetzte.
Hier wurde Charen, Director der Schule für
Kirdenmufit, auf fie aufınertiam m. nahm fie in
diefe Anſtalt auf. Ta fie jedoch weniger Anlage
sur Sängerin, ala zur Zrbanipielerin zeigte, te
vermantte fi Charen für ibre Aufnahme in Die
Declamationsfchule von Pagnon Zt. Aulaire, Mit⸗
glied tes Theatre Francam. 1836 trat fie zum
erftien Diale als Hermiene in Racines Andromaque
u. als Scubrette in Molieres l’hilosophe marie
auf einem Heinen Theater auf. Zu ibrer meiteren
Ausbildung beſuchte fie dann das Conſervaterium
u. erbielt 1537 ein Engagement am Théatre du
(symnase, Auf Nermentung des Schau'pielers
Samſon, ter ibr Talent zu mürdigen mußte, fam
fie 1535 an dae Theätre Francais, wo fic
mit ihrem Tebut ala Camille in Corneilles Les
Horaces einen ungewöhnlichen Triumpb feierte.
Ihrer äufieren Erſcheinung nach keineswegs ſchön,
war fie auf der Bühne eine durch Würde u. Hobeit
imponirende Figur. Ihr gewaltiges Sprachorgan,
melche® fie mit einer großen veichtigkeit handhabte
u. mit feiner Berehnung von ter Ruhe tes Ge—
mütb6 bi zur höchſien Yeitenichaftlichkeit zu ſteigern
vermochte, anı liebften aber durch grelle Übergänge zu
überrafcbenten Effeeten verwandte, verbunden mit
einer Tebbaftigleit Der Darfielung im Mienen⸗ ı.
Geberdenſpiel, welche tie Arenze bes bieber filr
erlaubt Gehaltenen weit jikerichritt, riß Das am
ftarfe Nervenreize gemöbnte franzöſiſche Publicum
zu einem Entbufiaamus bin, welcher bald aud in
die Nachbarländer verpflanzt wurde. Anmutb u.
echte Meiklichleit ag nicht in ibrer Natur, wesbalb
ihr Spiel auch nur ſolchen Rollen angemeflen mar,
in denen das Weib, Iosgerifien von ihrer uriprilng-
lichen Beſtimmung, männliches Weſen anninimt u.
entiweber auf däme niſche et.auf beldenmäßige Weiſe
ibre Perſönlichkeit zur Geltung bringt. Der Rich
tung der Zeit entſprach dieſe Weiſe ibres durchaus
naturaliſtiſchen Spiels, welches, jede alademiſche
Regel verſchmäbend, der Subjectivität freien Lauf
ließ. Sie verfiel dadurch in das der Convenienz ent
gegengeſeyte Extrem, indem fie ihre Rolle aus dem
ewebe ber Dichtung losriß u. dieſe zu dem bedeu⸗
tungsloſen Rahmen ihres eigenen Spiels machte.
Ihre bedeutendſten Rollen waren die antiken Heldin
nen ber franzöſiſchen Klaſſiler: Corneille, Racine ı.
Veltaire. Lie Wieberbelebung biefer Figuren Der
Haffüichen Zeit, weiche Rachel F. anf eine gentale Weiſe
zu Ztande brachte, inden fie tenfelben eine remanti⸗
Ihe Natilrlichleit verlieh, war filr bie dramatiſche
Dichtkunſt in Frankreich von erfichtlihen Kelgen, in-
fofern bie Maffifche Richtung Über die remantılıbe
das Übergewicht gewann u. viele junge Tbcatertich-
ter, unter anberen Benfarb, bernd angeregt wur⸗
180 Felle bis
Fellenberg
ben, bie Weife Corneilles u. Racines nachzuahmen. geſchmadloſe Sloden, welche ſich
Manche dieſer Stüde wurden nur in der Abficht ger
ſchrieben, daß bie Rachel darin auftreten möchte, eine
Gunft, die fie den Romantifern im Anfange ihres
Ruhms entichieben verweigerte. Das erfolgreichfte
Stüd, welches Seribe jpeciell für bie Künftlerin
fhrieb, war Adrienne Lecouvreur. In biefem
ſowohl, wie in ihren anderen Hauptrollen, trat fie
auch auf den bebeutendften Bühnen Deutjchlands,
Englands, Rußlands u. Nordamerikas mit großem
Berfallauf. 1840 wurde fievon Theätre Francais
befinitiv engagirt, mit einem Öehalt von 60,000 Fr.,
u. blieb in dieſer Stelung bi8 1856. Bon einer
Kunftreije aus Nordamerila 1856 nah Paris zu⸗
rüdtebrend, erkrankt u. verftinmtüber die Triumphe,
welche Adelaide Riſtori auf dem Theater erntete,
ging ſie zur Herſtellung ihrer Geſundheit nach Agyp⸗
ten; kränker als je, kebrte ſie im Herbſt 1837 nach
Sranteeich zurüd, bezog eine Billa in Cannet bei
oulon, um in bem milden Klima ber Diittelmeer-
füfte den Winter zuzubringen, ftarb aber daſeibſt
am 4. Jan. 1858 u. wurbe auf dent Kirchhof Bere
Lachaiſe zu Paris begraben. Vgl. Janin, Rachel
et la tragedie. Bar. 1858.
Felir, 1) (8. de Caraman), Marttfleden im
Arrondiffemient Villefranche das franzöfiihen De-
partements Haute-Garonne; 700 Em.;2)VBorgebirg
an ber Oſtküſte des Kiüftenftriches Abel od. Soma⸗
lis (Oftafrila); 3) Vorgebirg an der Weftküfte ber
Injel Madagascar; 4) Stadt in der brafilianijchen
Provinz Goyaz; 5) Meine Infelgruppe im Stillen
Dcean, ber nörblichen Weftlüfte won Chile gegen-
über; 6) Hauptinjel biefer Gruppe.
Felix meritis, alademiſche Geſellſchaft in
Amfterdam (f. d.). j
Felizzano, Fleden m. Hauptort bes gleich
namigen Amtes in der farbiniichen Provinz Alef-
fantria; 2200 Ew.
Bella (Fölh, eine der 16 Zipfer Kronftäbte im
Kreile Zip8 des ungariichen Berwaltungsgebietes
Kafbau; 1450 Ew., Deutiche, bie fih von Ader-
u. Flachsbau, Viehzucht u. Gewerben (bef. Yein-
wandbmeberei) näbren.
Fell, 1) behaarte Haut eines Thieres; 2) Lie
Haut Heinerer Thiere, welche nicht abgeftreift wird;
83) die gegerhte Haut Meinerer Thiere (3. B. Kalbe,
Schafe, Ziegenfell); werten nach Dechern von 10
Stüd od. Dutzend verhantelt; 2) (Anat.), fo v. w.
Lederhaut.
Bell, Rechnungsmünze auf den Faröer Iufeln,
1 F. — 4 Schilling tän. Cour. od. etwas über
13, Sgr., 20 elle = 1 Gulten.
Fella, 1) Nebenfluß Des Tagliamento, entipringt
in Kärnten u. mündet in der venetianijcben Pro⸗
vinz Udine bei Venzone; 2) Sap an ter Meftküfte
ber neapolitaniſchen Provinz Calabria citeriore.
Fellabrunn (Nieder⸗F, Marttfleden im
Bezirk Stockerau des öſterreichiſchen Unter⸗Man⸗
hardsbergkreiſes; 780 Ew.
Fellach, Dorf im Bezirk Völlermarkt (Kärnten);
bat Kupferbergwerk, Bleiminen, Eiſenhämmer u.
drei Sauerbrunnen von ftarlem Gehalt an Kohlen⸗
ſäure, nebft Ogbeeinricptungen.
Fellab, in Agypten u. Arabien die Landbebauer,
im eh zu den nomadifirenden Beduinen.
Fellanfäure, nach Berzelius entfteht dieſe Säure
aus dem Bilin bei der Faulniß ber Galle; fie bilbet
weiße, in ber Wärme leicht ſchmelzbare, geruch⸗ u.
wenig, in warmem Waſſer ı. Alfo!
Fellatah (Felan), Volk im In
das von den Fulahs anı oberen €
u. nach den Sudan eingerande
fih durch eine ter kaulaſiſchen Ra
ſichtsbildung, Durch meift glatles
lich belle Hautfarbe aus, tft von '
bau, jebr Eriegerijeb u. bängt fan
an. Die F. finden fi) durch das
Haufla, Bornu, Waday bie D
verbreitet, füblich von Timbuktu
den Grenzen des Reiches Dabom:
bi8 Egga u. in der Landſchaft A
lebten ſie als Landbebauer u. Vieb;
denen Staaten ber eingeborenen !
fie wurden durch Bedrückungen au
ſich zu Anfang dieſes Jahrh. u.
mit Hülfe ihrer großen Reiterſch
ſehnliche Reiche zu errichten, cin ı
Sauptftadt Saccutu in Hauſſa,
von jenem theilweife abhängiges,
ftadt Rabbah am unteren Nixer. ;
vom Scheich Othmann (Danfot
von Malanı Denba geftiftet;
für Propheten Gottes erklärt u.
Streitkräfte Dadurch ſehr vermebri
empörenben Stlaven die Freibeit
war es ihnen gelungen, Hauſſa
Yarriba mit Glüd anzugreifen u.
ftatt Bornus zu erobern. Als
aufgeben mußten, wandten fie fid
nabmen Adamaua u. zum großen
Ichaft Nyffa u. ſetzten durch zahlrei
züge alle no unabhängigen Staat
ten des Niger bis hinab nad E,
Seitdem iedoch ter Scheih Bell
dem Danfodio gefolgt war, geſto
Macht der F-⸗s wieder abgenonm
heimische Völkerſchaften baben n
von Borun ibr Joch abgeſchüttel
raubend in ihr Reich eingebrochen
catu vorgedrungen, die Bewohner
ſich empört u. frei gemacht u. ſoga
Rabbah zerftört.
Kt Marttfleden, fo v. w
le: Fahrt (Seew.), ſ. u.
Felleiſen, Behältniß, in welch
Handwerksburſchen, ihr Gepäck
meift von Leder u. mit grober Lei
werden von Täſchnern, Kürjchner:
wohl Riemern gemadht.
Fellenberg, Phil. Eman. vı
27. Juni 1771. fudirte in Tübi
Philefopbie u. Politit, wurde mx
das Patriciat gerichteten Zeitung:
genommen, entflob aber, wurde
Preis auf feinen Kopf gelegt. E
nah Amerika auswandern, wurt
rufen u. von ber Republit Bern al
Frankreich geihidt, um bort ge
drüdungsverfabren ber franzöfif
treten. 1799 kaufte er Bulbof u.
feinen Erziehungsftaat Hofwyl, in w
nach eine emenichufe, mit welcher
haft verband, eine Kehranftalt Fü
|
—
En
Keller bis Felmer
lenie, eine Kleinkinkerichule, eine | Bald zum Difizier befördert u. ging 1909 zur Linie
ir Schullehrer u. eine Realſchule
at er wieder in den Großen Ratb
1, wurde Diitglied des Erziebunge- .
tes Nerfafiunzararbes u. 1833
Bern u. it. ten 21. Rev. 1841.
en ter fhreiseriichen Yantmirtb-
07;
Landwirthichaftliche Alätter
an 190917, 5 Hite.; Der Brei ,
nascurs, Bern 18:33.
Laver von F., aeb 1735 in Arüffel,
rit in den Jejuitenerden, wurde
urg n rüttich u. ging dann nach
in fein Sarerland zurückgekebrt,
enten Jabre KPrediger ın Nivelle,
Seit ter Aufhebung ſeines Or—
ãẽeiate er ſich theils mit Schriit⸗
bte er auf Retiſen: 1786 — 89 war
: Emr£rer gegen Die firblichen Re-
tert 11. in ten öfterreichiichen Nie»
t 1726 lebte er in Vaiern an Dem
ũncheẽe von Frevſing n. fl. I802 in
⁊ hat theild anenom, tbeils pſeudo⸗
ierde Reval, tbeile unter ſeinem
men ſebt viel geichrieben, jo daß
aut mebr als 120 Bde. belaufen;
sehisme philosnphique, Lütiich
197. 3 Qre.: Journal hirtorique
gemb. 1774—44, 70 Ute; Dis-
rs sujets de religion et de mo-
2 Ere.: Dictionnaire historiqne
itt. 1781, Abe; Ieeclamations
b. 1787, 17 Bre.; Dictionnaire
. ebd. 1792 —U4, 2 Be; Obseı-
giques sur la jurisdietion des
jues, la communication in »n-
articles de ce genre, ebt. 1714.
3, Yılte. IS02.
. Helletäna), Stadt an ker Crenſe
ent Aubuſſen tes franzcliihen T.e-
te: Zerpichfabriten, Bapiermübten,
3000 Em.
berig gar, wie der Kürſchner bie
irchdorf mit Schleß im Landgericht
kateriicherf Kreifes Schwaben; un
en Theil Juten, die bier Synagoge,
2a. Schule haben.
luß im Amte Bernau tes ruffiichen
Livland; ſpeiſt Den Fellinfchen Kanal,
ernau, bie Narowa u. ten Peipus
ben u. Rigaer Deerbufen: 2) Kirch»
ſchen Kreiies im ruſſiſchen Gouver⸗
; 3) (eAbriih Willandi⸗ cd, Wil⸗
we daſelbſt ohne Verwaltungokreie;
m einem See; mar zur Ordentzeit
m u. hoben Ringmauern umgeben;
Yehanmislicche, mebrere Schulen,
e Anftalten, ein adeliges Kräulein-
ei, mehrere Jabrmärfte. Dicht dabei
1224 vom Ertensmeifter Volgnin
-1217 u. 1222 die Eftben befiegt u.
yert hatte; wurde 1600 ven ben
rt u. 1602 von denſelben geiprengt.
tige Blicke in Lie Geſchichte ber Vor⸗
zuen 1837, 1539 n. 1540.
ah. Georg, geb: 1781 zu Pedau
tzat 1508 im bie Landwehr, wunrde
— ee — — ee TFT — —— — — — — —
über; er wurde 1613 Briyateatjutant, 1914 Ober-
lieutenant u. Conferiptionerevifor zu Indenburg
u. 1315 zu Abelöberg in Krain a. fl. Ini6. Gr
ihr. u. a.: Abgerillene Ecenen aus ber Geſchichte
der Menichbeit, Grätz 1508; Foydolf, Der Graf
ven Flandern iheroiſche Oper), Die Grafen von
Zela (Schauipiel), Inguo ( Zrauerfpiel); Die
Schilderung ter Grotte von Atelöberg (eine Ge⸗
ichichte Des Nrieges zwiſchen Oſterreich u. Frank⸗
reich Bis zur Schlacht bei Ajpern) u. mebrere Ge⸗
richte. Poetiſche Echriften, herausgeg. von Kumpf,
Kagenf 1819 — 21, 2 Bde.
Fellinfäure, organiſche harzartige Säure; ent»
flebt durch längere® Kochen ber Cholſäure u. ber
Chelalſjãure mit Waſſer.
Fell Kogel, Berg in den Kärntniſch⸗Steyerſchen
pen, zwiſchen Mur u. Drau im Bezirl Neumarft
des fteveriihen Kreiies Arud.
‚ einer, 1) Coloman, geb. 1750 zu Biſſorf in
Tfterreich ob der Enns, lernte bei Jakob Schmuzer
in Wien tie Kupierftechlunft, fach mebrere Blätter
nıb Martin Schmidt, Joachim Standrart, Dietrich,
Yairefle u. And. in eier mit dem Grabſtichel u. Der
Radirnadel gemiichten pitteresten Manier. Auch
ntachte er einige Reriuche mit Steintrud. Im Klofter
vambach befleivete er Das Amt eines Seelſorgers,
Ziifisölonemen, Mufit- n. Cborkirecters u. fl.
daſelbſt 1818. Als fein beſteg Watt gilt Die Ve⸗
ſchneidung Chriſti. Er ſchr.: Uber die Art u. Weiſe,
mie man eine Kupferſtichſammlung anlegen u. ord⸗
nen fell. 2) Ferdinand, geb. 1799 in Kran»
furt a. M., ſtudirte Die Rechte u. lieh fich als Ad⸗
vecat in jener Vaterſtadt nieder. Seine Vorliebe
für künftleriſche Thätigkeit veranlaßte ibn indeß,
1825 nach München zu geben, mo er Die Alatemie
bis 1831 beinebte. Tarnach wählte er Stuttgart zu
feinem Auientbalteort. Seme künſileriſche Laufbabn
eröffnete er mit 10 Aluftratienen zur Geſchichte
der fieben Schwaben, teen bald eine ar.jgere Reibe
ven Zeichnungen für Illuſtrationdzwecke ſolgten.
Für den Kaiſerſaal in Frankfurt malte er Konrad I.
u. Friedrich den Schönen, für die Kirche in Yury-
berg mit Pilgram das Hanptaltarbild Maria ınit
dem Kinde, Jebannes, Perrus ı. Paulue.
Fellows (engl., ſpr. Fellobe), 1) Genoſſen,
vorzugoweiſe Mitglieder gelehrter Gejfellichaften u.
wiſſenichaftlicher Vereine; 2) diejenigen Mitglieder
der Colleges anf engliſchen Univerſitäten, welche
zuiammen die Verwaltang Des Cellege führen u.
fatiir aus dem Vermögen deſſeiben ibre CEinkilniie
beziehen. Daber Fellonsblp, Mitaliedſchaft, Antbeil
an den Pfründen einer geſebrten Stiſtung.
Feſllows (ipr. Acllebsı, Charles, Engländer,
machte ISIS u. 1839 eine antiquariſche Reiſe nach
Kleinaſien, ging IS41 u. 18433 abermals filr Das
Aritiicbe Muſeum dabin u. umterluchte bef. Yolien;
ven leßter Reife IS41 zurüchtebrend, brachte er
reiche antiquariihe Achiße nach Yonton. Er ſchr.:
Journal written during an excursion in Ania
minor, Lend. 1839; The Xanthian marblen, 1542.
Felmer, Da:tin, geb. 1720 in Hermannſtadt,
ſtudirte 1746 in Halle, ging Dann nach Wien, wurde
1750 Yebrer am Gomnaſium in Sermannftadt u.
1758 Mector daſelbſt, 1766 Stadipfarrer u. fl.
1767. Er fr.: Primae lineae M. Principatus
Transsyivanine historiam illustrantes,
17850, u. a, Schriften zu Siebenbürgene — 2 —
182
Felonie (lat. Felonla), 1) im Lehnrecht bie Ver⸗
letzung ber in Folge des Lehnsverhältniſſes obliegen-
ben Verpflichtung, welche bes Lehns verluftig macht,
ſ. u. Lehn; 2) im englifhen Strafrecht bald Be⸗
eihnung für jedes Verbrechen, welches mit Con⸗
Scation des ganzen Bermögens bedroht ift, bald
auch für alle J——— Verbrechen, welche nicht
Verrath (Treason) begründen u. nicht blos Mis-
demeanors find, d. h. blos Geld⸗ od. Gefängnif-
ftrafe nad) fi) ziehen; 3) im Allgemeinen fo v. w.
Arglift u. Hinterlift.
Vels, 1) Iacob, geb. 1730 in Linden, ftubirte
in Jena bie Rechte, wurde 1752 Rectsconfulent
in feiner Baterftabt, u. fl. bafelbft als Bürgermei-
fter u. Steuerberr 1773; er ſchr.: Erſter Beitrag
zur deutſchen Reichstagsgeſchichte zc., Lindau 1767;
weiter Beitrag 2c., ebd. 1769. 2) Johann
ihael, geb. 1761 in St. Gallen, ftubirte feit
1782 in Oöttingen Theologie, wurde 1756 Lehrer
ber Lateiniſchen Sprache am Gymnafium feiner
Daterftabt, 1794 Profeſſor der Theologie, 1795
Prediger in Pinfebühl, 1801 Pfarrer in St. Gallen,
1803 auch Mitglied des Großen Rathes im Canton
St. Gallen, 1822 Delan des Eapitels St. Gallen
u. Mitglied des Schulrathes u. ber Schulvifitation;
er ft. 1833 u. fchr. u. a.: Liber bie Verbeflerung
ber öffentlichen Töchterfchulen, Berl. 1791; Dent-
mal ſchweizeriſcher Reformatoren, ebd. 1819. Bl.
Dentmal, dem Profeflor der Theologie 3. M. Fels
gewibmet, &t. Gall. 1833.
eldarten, ſ. Gebirgsarten.
elöberg, 1) Amt im Kreife Melfungen ver
kurheſſiſchen Provinz Oberbefien, an ber Edder u.
Schwalm; 6500 Ew.; 2) Stabt darin, an ber Ed⸗
der, mit Trümmern eines Schlofjes; 1200 Ew.;
3) (Beidöberg), Dorf im Schweizercanton Grau⸗
bündten, Bezirk Im Boben, in Alt- u. Neu⸗F.
geiheilt, beide am ſüdlichen Fuße bes Calanda,
welcher erfteres mit jeinen überbängenten Fels—
maffen zu vernichten droht. Verſchiedene Felsftirze,
welche feit 1834 erfolgten u. namentlich 1842 u. 43
bedeutende Selemafien im Thale abjegten, waren
die Urfache, daß viele Bewohner des Orts nad
Ems auswanderten, während andere Neu⸗F. an-
legten. Die Maſſe des Geſteins, welche dem Herab⸗
ftürzen nabe ift, wird noch auf 100 Mill. Kubikfuß
geſchätzt. Trotzdem ift Alt-%., melches bisher von
den 1850 u. 56 wiederbolten Feleftürzen unbeſchädigt
blieb, noch immer bewohnt; 400 Ew. Inder Nähe
ein von ben Fluthen des Rhein halbzerſtörtes
Schloß; 4) Berg, ſ. u. Felſenmeer.
Felſen, 1) fo v. m. Gebirg; 2) das taube Ge-
ftein, Das in den Pochwerlen von Erze geichieden
u. dann auf Haufen, Felfenhatden, geichiittet wird.
welfenamfel, fo v. mw. Steinbrofel
Feljenantilope, fo v. w. Gems.
ee Fiſch, f. u. Gerres.
welfendbeden (Rock basins). ſchüſſel- ob.
becherförmige Vertiefungen auf ber Oberfläche von
Granitblöcken, wie man fie 3.8. in Cornmall u.
Derenfbire findet. Cie baben mitunter 3 Fuß
Durchineſſer u. 2 Buß Tiefe u. oft eine ganz regel»
mäßige runde Form. Dan bielt jie fonft für Kunft-
werte aus der Druitenzeit, jetzt nimmt man aber
an, daß jene ausgeböblten Stellen früher mit einer
Geſteinmaſſe angefüllt waren, welche der Verwitte⸗
zung weniger Wivderſtand leiſtete, als die umgebende.
Felſenbein (Anat.), f. u. Schädellnochen.
land ausbildete.
Felonie bis Felfing
— —— ſ. u. Geh
Felſenbogen (Felſentbore), Höb
Berge od. Felſen gleich natürlicher
ziehen u. an beiden Enten zu Ta
daß fie großen Tborengleichen; fo ;.
tbor in der Sächſiſchen Schweiz, Di
Island, Die Bafaltthore auf dein C
elfenbod, fo v. w. Steinbod.
elf — „Inſel, ehemals |
nade, vom Kammerfecretär Sch
berg am Harze verfaßt; erſchien un
Wunderliche Fata einiger Seefabı
Julii Alberti, eines geb. Schottlät
von Eberhard Julio, dem Drud
Gifander, Nordh. 1731 — 43, 4
änderte Ausg. Halberft. 1772, auch
burg, ein fittlih unterhaltendes 2
C. Antrö), Gotha 17598 — 90,3%
Se enfifg (Acanthurus), St
elfengebirge, 1) Gebirg mit :
ben; 2) fo v. w. Rody Mountaine
Felſenhuhn, Singrogel, Art di
nalin, ſ. d.
Felſenkeller, Keller in Felſeng
kühler als in Erbe angelegte u. ta.
zum Aufbemahren von Bier; Daher
ſ. u. Bier.
Felfenmeer, Schlucht mit zah
Granitblöden Über u. neben eina
ſüdöſtlichen Abhange des zum hen
Felsberges bis zum Thal binabziehe
berzoglich heſſiſchen Provinz Ste
Stundeu öſtlich von Zwingenberg.
— —— (Bungarus 3;
boa Onpel.), Gattung ter Viper
Rückgrat geihildert, Bauch mit gı
Kopf ftumpf, mit großen Platten
giftig; Arten: Blau > (B. coer
hoa c., Boa Iıneata), oben bi.
Punktbinden, unten weißlich; aus
ringelte %. (B. annuları», I
Schn.), mit breiten, gelben u.
blauer Schmwanzipite; in Bengaler
Felſenſchnecke, ic v. m. Murex
ſ. D), bei. M. saxatilıs.
Felfenihwalbe, jo v. w. Alpe
Felienftranblaufer, |. a. Str
welfenitraud, iſt Azalea pro
wel Ientempel, in felfen ausg
finden fi) vorzugsweiſe in Inbien
größten unter dem Namen bie Wi
(f. d.) bekannt find.
Yelfine (a. Geogr.), der alte 9
nia zur Zeit der Etrufler u. Bojer
Felfing, 1) Johann Konra
Giehen, war Hoftupferfteder in:
Dajelbft 1519; er lieferte mebrere
in punftirter Manier. 2) Joh.
1800 in Darmftadt, Sohn des Bı
in der Kupferftechertunft unterricht
Paris aus u. etablirte in Darmfl
druderei, welche fi Durch ihre ı
fingen einen Ramen erwarb. 3)
dee Bor., geb. 1502 in Darmſtad
; Anleitung feines Vaters Pie Kupf
welchem Fache er ſich jpäter unter
Von Mailand I
Florenz, um die Manier Rafael I
Felfit bis Fenchel
lãngerem Aufentbalt in Rem u.
er ſeinen dauernden Aufenthalt in
Preieſſer an ber Lortigen Runit-
:e 1932 nach Tarmitadt zurüd, mo
Deflupferftecher lebte. Den ſeinen
ben, welche fih ebenſowobl durch
»ebiegenbeit ter Technik, ala auch
Ziebergabe t bes maleriihen Eifecis
nz in ten C I riginalen, audzeichnen,
eften: Chriftus am Olberg, nu
zent ven der Mailänter Alatemie);
ima, nad Correggio; Der Violin⸗
faei; Mädchen am Brunnen, nach
sie beit. Familie, nach Turrbed:
nadt, doch machen ſie leinc Zllaven u. baben nie⸗
mals mit Zlaven gebandelt. Sie find Heiden u.
beivebnen, eiwa 50,000 Köpie ftarl, 50 —Tu Dörier.
Feluy, Terf im Beuirt Sharleren Der belgiſchen
Previnz Hennegau; 2375 Ew.: Ylaufteinbrücbe.
Felvinez C berminsi si, Darkileden am vares
im Vezirk Tborda Des fiebenbürgiiden Nreijes
Klauſenburg; 1450 Ew., Zyeller, Walachen u. an⸗
jäſſige Zigeuner, die Alerbau u. Vicbzucht treiben,
war Dauptert Des ebeinaligen Arauyoſer Zruble.
Felvinczy, Aleranter, geb. in ber zweiten Hälfte
bes 17. Aabrb. im Felvincz, ftudirte zu Leiden u.
Gröningen Theelegie, wurde um 1666 in Kaſchau
Prefeiier u. lebrte viele Jabre Pbileſorbie, Thee⸗
nah Kauibach; Die Yorelev, nach
\, fon. m. Feldipatb.
m, Torf im Bezirk Medias tes
Kreiſes Hermannſtadt, un Gebirge
einen Salzbrunnen u. ein Schwejel⸗
fer, angeziinter, bremmt.
we, Bergſiadt im Kreiſe Szathmar
mgebictea Greßwardein (Ungarn:;
Ge, Silber⸗ u. Kurierbergmerke,
115200 Ew. Die Ztati erbiclt ibre
19 ur König Ludwig L, von
— I. wurden fie bejtätigt.
zent 'Chber-Meßenicif ,,
artıfleden im Kreiſe Abauj⸗
riißen Vermaltungsgebiets Kaſchau;
Er. ı Deutichen, die Senſen u. an⸗
ge verfertigen.
, Derfin Siebenbürgen mit Zauer-
ãbe der merfmürtige Berg Büros.
ev. m. Kelvincz.
> ©. w. Bergfturz.
I. a. Taube.
at.), Rindsgalle.
Felt'ny, Statt in der eneliſchen
yumkterland; öffentliche Bibueihet;
i ſchöner Park.
„Fleden, je v. w. Halbthurn.
r Seltria), Stadt u. Hauptort eines
nerda in ber venetianiſchen Proviuz
rale, Biſchof, 12 Kirchen, Theole⸗
Gymnafium, Waiſenhaus, Deipi-
sit tem 15. Jahrb. keftebente Yeib-
innerei, (Herberei, Wacheèbleiche,
e, lu. Ken; 6090 Er. Son
: ben Zitel ale Herzog von F.
zeogr.), 1) Meine Stadt in Kenetia
. Belte: 2) Oriſchaft in Rhätien;
Iuicl,
rabiens Küfte.
zaften, Wafterfälle tes
w Meilen von ber Mündung Ted
zeug des Miltelmeeres, ten alten
‚ aber kleiner.
1u6), Voll im füdlichen Sene⸗
ı Ufern bes Vintainen. im Walde
manja; baben tieichwarze Maut
Saar, eine ten Hindug abaiite
u. find von ſtarlem Körperban.
mit Eurepiern in Verlebr, aulien
nortmweftlih im Berfiihen -
_ der Ztingel an der Hafis ftielrund,
Zentenal
‚ felbit auch verwildert ver.
ıtelent, find ven ihren NRachraru
Bfeile wegen gefürchtet, gehen faft | Azeriſcher Italienijchery &. (F.vulgare, F.
logie, die Griechiche u. Hebräiſche Sprache, dann
wurde er refermirter Prediger in Debreczin; er
ichr.: Hauresiologia, Debr. 1653.
eme, Femgericht, ſo v. w. Febingericht.
semelwirtbichaft 1 zerfiw.), jo x. w. Fehmel⸗
wirtbichait.
Femern, f. Febmarn.
Femına (lat.,, 1) ran; 2) bei Thieren das
Weibchen. Taber Fenincas. weiblich, was Dem
gilt entipricht, eb. nur mit ibm verfeben iſt;
Feiniuluum, Das weibliche Geichlecht eines Wortes,
ein Nomen weiblichen Geſchlechte; Feinininl genärls,
weiblichen Geichlechts.
Feminalıa ıröm. Ant.), Rinden, womit man
bie Scheulel gegen die Kälte umwand, eine Art
Reinkleider.
Femine 17. delle), kleine, unbewobnte Juſel an
der Nordküſte Siciliens, nordweſilich ven Palermo.
Feminell, eine Trogue, die für ſchlechteren
Safran gilt, aber größtentheils aus Blättern der
Calendulu oftieinalis beitcht.
Temundfee, je v. w. Fämund.
Femur ılat.), 1) Cberſchenlel; 2) Schenkel⸗
tnochen. Tauber Femerälis, was fich auf ben Tber⸗
ſcheulel bezieht; Femoralıa, ſo v. w. Feminalia.
„Münze u. Gewicht in China, ſo v w.
Cenderin j. d.d.
Fenaroli, 1) Camilla Polar d'Aſti, italie
niſche Dichterin, geb. zu Aniang Des IS. Jabrb. in
Brescia, lebte daſelbſten. fl. 1760. Ihre Gedichte
hat der (Araf Romali beraudgeg. in Den Autoro
jresciani viventi. 2) Fedele, geb. 1732 in
Lauciano, biltere fich für Muſik unter Turante in
Neapel, wurde Vebrer Des Generalbaſſes am Kon«
ierpaterium Sta. Maria dı loreto, fpäter an dem
della pieta de Turehini u. ft. 1818. Gr bilbete
viele ansaegeichnete Schüler u. fhr.: Iegolo per
i principlants di cembalo.
Fenchel, 1) (Foenivulum vulgare a. ofliei-
nale), Wartung aus der Kamilıc der Peltenanräbie; ;
Alattlappen
lincalpfriemlich, verlängert, Tolten Preisen Dia
zwanzigſtrablig, ebne Hülle, Binmenbtätter ruudlich,
einwärts gerollt, gelb; Frucht jaſt ſtielruud, in zwei
Theiljrüchichen ſich trenneud, „weiche ſüni ſtumpf
neſtielte Rieten u. einſtriemige T Tbälchen haben: auf
Achen am Adriatiichen ecte u. auf einigen Hü—
geln ım Yittoraie, tu Unterfteyermatt, der füdlichen
Schreiz u. den Tberchaß, and in England ı.
am Naufajus. Ei wird aber auch in Deutichland
anf Feldern u. in Gürten angebant u. lomnmit Dar
VKarictkiten: Süßer
5. (F. dulee), mit großen weißen Zanın, u.
184 Fenchelfalter
azoricum), mit ſehr kurzem, fleiſchigem, zartem,
4—5 Zoll breitem Stängel. Der F. verlangt einen
tiefen, bumofen Boden; den einjährigen Samen
fäet man im April in ein Öartenbeet u. verſetzt
Dann bie Pflanzen, wenn fie 3— 4 Zoll boch fint,
1 Fuß weit von einander entfernt, am beften in
Reihen, bamit man ihn fpäter mit Schaufelpflug
u. Pferdehacke bearbeiten kann. Trockene ı. ftrenge
Fröſte wirken nachtheilig auf den F. ein. Im Herbſt
muß ınan die noch nicht ganz abgeftorbenen Stängel
abjchneiden u. im Frühjahr bearbeitet man das
enchelfelb. Im zmeiten u. dritten Jahre trägt ber
. ben meiften Samen. Die Dolden ſchneidet man
nad u. nach ab, fo wie fie reifen, was man an ber
gelben Farbe erkennt, u. hängt fie zum Trodnen an
einen Iuftigen, fonnigen Ort u. reibt dann ben
Samen aus. Nach dem britten Jahre artet ber F.
leicht aus. Der F. wirb bei. bes Fenchelſamens
(Semen foeniculi) wegen gebaut; dieſer ift grau⸗
gelb, eiförmig, auf der gewölbten Seite geftreift,
von anisartigern, füßem, gewürzhaftem Gelhmad:
enthält Schleim u. viel ätheriiches OL, wirb hin u.
wieder ins Brod gebaden, od. grün auch mit klei⸗
nen Gurken eingelegt; bei. als ausmurfbeförbernd
u. blähungtreibend, zum Pulver; od. al® Zufat zu
theeartigen Aufgüffen u. Decocten verwendet, auch
mit Zuder überzogen; Bencheltiqueur über ihn ab⸗
gezogen. Das durch Deftillation Defjelben gewon⸗
nene ätheriiche Fencheloöl (O1. foeniculi) ift —*
od. gelblich, angenehm ſüßlich, von 0,997 ſpec. Gew.,
gerinnt unter 100 zu einer feſten Maſſe, aus welcher
durch Auspreſſen das Fenchelſtearopten (f. d.) erhal⸗
ten wird, welches ſchwerer als Waſſer, in dieſem ſchwe⸗
rer löslich iſt, als das Eläopten. Nach C. G. Lehmann
wird auch das aus den Samen vom Gemeinen Dill
Anethum graveolens) Fenchelöl genannt. Durch
Zuſammenreiben von 1 heil { mit 12 Teilen
uder wirb ber Fenchelölguder (Elaeosaccharum
oeniculi) hergeftellt. Durch Abziehen von Waſſer
über Fenchelſamen wird Das häufig angemwenbete,
nad F. riechende u. ſchmeckende Fenchelöl aufgelöft
enthaltende Fenchelwaſſer bereitet. Noch dienen bie
jungen Keime als Beiſatz zu Salaten, auch die
klein geſchnittenen Blätter mit Eſſig als Gewürz.
Vom Italieniſchen F. werden in Italien die Stängel
wie Edivien gebraucht u. mit Mehl, Eiffig u. Pfeffer
als Salat verfpeift. 2) Chinefiicher od. Mos⸗-
kowitiſcher %., jo v. w. Sternanis, f. u. Anis 2).
Fenchelfalter Genchelvogel), fo v. w. Schwal-
benichiwanz.
en Aholz, ſo v. w. Saſſafrasholz.
enchelſtearopten (Benchelfampber) — Cꝛ20
His O3 ift identiſch mit dem Stearopten aus dem
Anis⸗ u. dem Sternanisöl u. hat dieſelbe Zuſam⸗
menjegung wie das Cuminöl u. das Esdragonöl;
es ſchmilzt bei 18° u. fiebet bei 222°. Durch Kor
hen mit Allalien wird es nicht verändert; mit
Salzſäuregas bildet es eine Verbindung C2o IIıa
O3 + CIH. Bent man Fendel- ob. Anisdiften-
ropten mit Salpeterfäure behandelt, fo bildet fich
Aniſylhydrür, f. d.
Feunchelwurzel, heißt wegen feines Fenchelge⸗
ruches das meiſt aus der Wurzel genommene ef
cielle Holz des nortamerikanischen Baumes Sassa-
fras ofGcinalis Nees.
Fenders (engl., fpr. Fenders), in ber See⸗
ſprache Stüde von alten Tauen ob. aus altem
Tauwerle geflochtene Miatten, bie man an bie
bis Fenelon
Seiten der Schiffe hängt, um Be
verhindern.
Fendi, Peter, SHiftorien- u. Ge
1796 in Wien, bildete fich auf dert
mie, wurde 1818 Zeichner u. Kupfer
Taiferlichen Münz⸗ u. Antitenlabinet,
ben Director von Steinbüdhel auf ı
Geſchäftsreiſe nach Benedig u. Salzb
Er erwarb fich bei. einen Namen al
Dentmälern bes Altertbums, zeichn
lihe Antiten des Wiener Antilenca
50 Platten derfelben iu Kupfer; a
grapb leiftete er Borzügliches. Mehr
ven ibm illuftrirt, u. a. das von Dit
berausgegebene Prachtwerk: Bienen
quariſche u. maleriſche Reife ꝛe. ©ı
hard u. Emma, ein Mädchen vor eı
gewelbe (im Wiener Belvedere), K
die Schilpwache, Die Pfändung u. a. ı
Feneberg, Johann DPtichael, geb.
dorfim Allgau, wurde 1770 in Landet
Zefuitennovize, ftudirte Dann in Ing
mit Sailer innig befreuntet wurde,
Profeſſor am Gymnaſium in Regen
in Oberdorf Frühmeßprieſter, 1785
Gymnaſium in Dillingen, 1793 ®i
im Allgäu, 1805 Pfarrer in Böhrin
ft. 1512. F. bat geiftliche Lieber gebi
ler, Aus Fenebergs Leben, Münd. 1
Feneketlento (Grundiofer €
Moraft bei Dotis im Kreife Komori
tungegebietes Presburg (Ungarn).
Kenelon, Francois veSalignact
geb. 6. Aug. 1651 zu Fendlon in £
1675 die geiftliche Weihe. Seine Bi
Thätigleit, bef. bei der Aufficht über
tiichen Converriten u. bei der Belehri
notten an der Küſte von Saintongı
wig XIV., ihm 1694 die Erziehung
ber Herzöge von Burgund, Anjou u
vertrauen u. 1695 zum Erzbifchof vo
ernennen. Bon Bofjuet wegen relig
gen (er war ein Freund u. Vertbeib
vou Guyon, f. d.) angegriffen, wurd
tet feiner Bertheibigung in ven Exp
maximes des Saintes, Bar. 1697,
in fein Bisthum verwiefen u. feine ©
damımt; er fl. 7. Ian. 1715. F. n
für Verbreitung eines wärıneren tieft
jen Lebens. Seine Berlihmtheit ver
vorzugsweiſe feinem zum Zwed bee
richts gefchriebenen Werfe: Les a
Tel&maque, zuerft Par. 1699, bat
Beziebungen auf damals lebende
wig AIV. mißfiel u. noch vor Veen
brüdt wurde; erft 1717 vollſtändig
men, erlebte es ſeitdem fortwährend :
u. tft noch jetst eine der beliebtejten I
welche in andern Yändern den frauzöſ
unterricht zu Grunde gelegt werben.
meiften europätfchen Sprachen überfe
ferner: Demonstration de l’existe
Bar. 1713; Dialogues de morts
Directions pour la conscience d
1734 (worin 5. zuerſt die Ibee eines
1. Bolt beftebenben Vertrags auefpr:
Sarbinal Fleury unterbrüdt, 1774 aı
wige XVI. wieder aufgelegt). Werl
©.
Feneſtella bis Fenſter 185
I! Schwalbach et ses environs, 1824; Geſchichte
Je Werke, Deutich, Ypy. 1781, 1782, |
he religiöfe Schriften, Deutih von '
Ausg, Verſaill. 1817—21, 241
tegensb. 1937—39, 4 Bte. Ihm
Cambrav in der Kurbebrale ein
:t u. 1%40 au Berigueng feine Bild»
- gl. Namiay, Hist. de la vie
23, deutich Coblenz 1626; F. v.
& Yebenstgeichichte, a. d. Franz. von
b. 1811—13, 3 Tble.
Tajus, römiſcher Dichter u. Hiſte⸗
uftus m. Tiberiue, fl. 21 n. Chr.;
che Annalen von ber Königezeit bie
der Republik. Unter feinem Na⸗
bo: De magistratibus Romuno-
7, mit Albricns herausgegeben.
lat.;, 1) Fenfter: daber Fenestra-
elalter eine Abgabe für Das Recht,
ter verlaufen zu türfen. 2) (Anat.ı,
Pemestra rotunda u. Fenesira semie-
‚8)Bct.), Samennarbe, ſ. Hilum.
Riinr. Feneftrangſch, Stadt an ber
suhiement Zariebeurg bes frauzö⸗
mens Meurtbe, Yeinmanbbleichen,
Wetten; 1500 (Em.
wigefenftert, Bot.), miteinemch.
ven ziemlich regelmäßigen Yöcern
u od. dech durchſcheinenden Flecken
Keralle, fo v. w. Gorgonia.
„Fleckenen. Hauptort des gleichna⸗
1Cluſfone in ber ſardiniſchen Pro⸗
1310 Em. Yiegt zwiſchen zwei Mer-
S., u. daraui ſtarle Feſtung, tie
auzoſen zur Dedung der ſaveyiichen
1705 von Saveyen erobert, im
ı an dieſes abgetreten, 1734 von
eſetzt, bald wieder geräumt, Dann
ft unübermwintlih gemadt, 17:6
‚ag von den Franzeſen eingenom⸗
murte. Ce war zur Seit des fran-
ichs u. nech jetzt Staategefängniß,
rieder bergeſtellt; nördlich dabei iſt
Gebirgepaß nach Frankreich.
' an der Tora⸗Baltea im Rezirk
Ken Previnz Aoſia; bat Nupier-
m
>. 1) fumpfines Grundſtück; 2)
tur Gräben treden gelegt wor»
Regpelmeite. Daber Fennen, Vieh
d. einem Zeihrüden graien lafien.
t, geb. 1739 an Norwich, Friedens⸗
rin ter Graiſchaft Nerfelt; ftarb
erham. Seine Iriyinalbriefe, ge⸗
Deinrih VI, Eduard IV. u. Ri⸗
1757, 2 Ute, enthalten interei-
er jene Zeit.
ieriicher Vezirk mit Poftamt in ber
on des Ltautes New⸗NYorkMord⸗
menango-Creel; 174 Em.
Fenneberg, 1) 9. Sbriftepb
775 zu Rirhbeim in Tberbeſſen,
als Badearzt 1849 in Schwal⸗
jeumal für die VBäder u. Geſfund
lants, 1794 j.; Dad Schlangen-
iſchenbuch für Gefuntbrunnen u.
ss Schwalbach u. jeine Beiltugen-
jtere m. feine DHeillväfte, iB24;
— — — — — — — — —
— — — ——. — — —————— — — — — — —— — —
Schwalbachs, 1936; Über Nachkuren, 1836; Das
Gebet Des Herrn in lefängen, 1516; Winterblu-
men, 1519. 2) Freiberr FJ. v. F. geb. zu Trient,
witmete fich der militäriihenYaufbabn, nahm 1343
als Offizier feinen Abſchied u. verließ, durch eine
Schrift Über die öſterreichiſche Armee mißliebig ge-
worden, 1547 fein Vaterland, berbeiligte fich 1548
an dem Aufftunte in Wien u. floh nach der Ein⸗
nahme der Stabt- Antange Mai 1849 murbe er
Thbercommanbant ber Vollemebr in der Pfalz, ge
rieth aber wegen einer verunglüdten Unternehmung
gegen bie Feſtung Landau mit Der reveluticnären
Regierung in Conflict u. mußte fein Commando
aufgeben. Gr tebte Tann in ber Schweiz u. ging
von danach Noerdamerika, wo er zu New⸗York feit
1951 eine deutſch⸗amerikaniſche Wochenſchrift, At⸗
lantie, herausgab. Seit 1555 beim Polizeigericht
in New-York als Dolmetſcher angeſtellt, wurde er
185% als geiſteskrank in ein Irrenhaus gebracht.
Er ſchr.: Geſchichte der Wiener Octobertage, Leipz.
1549; Zur Geſchichte der rheinländiſchen Revolu⸗
tion, Züri 1850.
Fennern, Fluß in ten ruflifchen Oſtieeprovin⸗
zen, entipringt im Kreife Weigenflein in Eſthland
u. bildet in dem Kreife Pernau (Yivlarıd) durch Ber»
einigung mit ter Nawaſt bei Zorgel die Pernau.
nni (a. Geogr.), f. Finnen.
nnich (Bennichgras), iſt Panıcum crus palli.
enns, kleiner Fluß in der engliichen Grafſchaft
Rerfelt.
gend. Fluß, fox. mw. Fannv.
nrir (Aenrieulfe, nord. Myth.), ein Wolf,
Sohn Lokis u. der Rieſin Angerbedi: Da er nad
alten Weifjagungen ten Aien Unbeil drehte, jo
Inchten dieſe ihn unſchädlich zu machen; vergebene
aber banden ſie ihn mit ten Bändern Leding u.
Dromi, er zerriß fie, aber Das von ben Zwergen
in Schmwarzalienbeim gemachte Vand Gleipnir,
welches er ſich anlegen ließ, nachtem Tor, ber ihn
fütterte, ibm zum Pfande ſeine Hank in den Rachen
gelegt batte, band ibn unzerreiglich, u. er biß Dem
yr tie Hand ab, Ba er ſich von bernielben betrogen
ſah. Auf ber Inſel Lyngve wurde er nunan dem
Felſen Giẽl ed. ren Hügel Siglimir, im See Ams-
partner, befeftigt, mit der Nette Gelgia unten an
tie Erde nebunten u. ibm ein Zchivert fo in ben
Rachen gefieckt, daß das Heft im obern, Die
Klinge ım untern ftand. Aus Lem aus feinem
Racen fliegenden Schaume eutflant der Fluß Don.
In Ber Götterbämmerung befreit, verfchlingt F. die
Sonne u. tödtet Muapelle Söhne, wird aber von
Vidars Spieß getöttet.
Benfaler ınerd. Moth.), tie Mohnung ber
Frigg, 1. d.
Fenäffor, Meerenge an ber Weſtküſte bes
norwegiſchen Stifts Bergen, welche die Inſeln
Börinães Tenu. Sand ven der Inſel Foſen ſcheidet.
Fenſter, tie Offnung in den Umtaffung®-
manern, Durch melde der innere Raun eines Ge⸗
bändes erleuchtet wird. Tie Oröße der F. rich-
set fih mach dem Zwecke, ten das Gebäude hat,
unbedeutende Sebäute erbalten kleinere, wihtigere
aber größere F.; eben fo it das Berbältnig ber
Areite zur Höbe ven Dem Charalter bes Gebäudes
abhängig; die beften Verhältniſſe find für Wohnge-
bäude 2:7, 1:2, die höchſten gleih ber Diago-
nale des Berhäfunifiee 1:2, in kind u. =
186 Fenſter
Sälen xc. ſtellen fich indeſſen bie Verhältniſſe höher, | ſchwächere Mauer zwiſchen dem Lichten
u. werden 6—10 $. breit, 12—30 F. hoch, wäh- | boden; fie it 1—14 Fuß dick, 23 -3
rend fie bei gewöhnlichen Wohnhäuſern nicht unter
3 Fuß, bei Imtwirtbichaftlihen Gebäuden aber
noch jhmäler find. Man unterſcheidet: vieredige
F., deren Sturz magerecht liegt; Bogenfenfter,
die durch einen Bogen geichleffen od. übermölbt
find; Kirhenfenfter & ob.); Kellerfenfter,
welche tie Breite der obern, aber eine geringe Höhe
haben, Oberlichtfenfter, bie-über die Thüren
angebracht find; Sudfenfler, Heine, in Thüren
od. TH angebrachte $.; ferner Bal⸗
confenfter, die keine Brüftung baben u. bis zum
Be reihen; Venetianiſche (Engliiche)
„ bie an jeder Seite ein ſchmaleres Jediges, durch
ſchmale Pfeiler getrenntes F. baben; bie Engli-
hen Aufichiebefenfter find in Rollen tur
Gewichte fi bewegente F.; Griechiſche F., de⸗
ren Gewände nach oben zu etwas ſchmäler wird;
Dachfenſter, welche zur Erleuchtung des Dachbo⸗
denraumes dienen u. entweder von Holz od. Zink
od. Weißblech angefertigt werden. Ihre Form iſt
im erſteren Falle gewöhnlich viereckig, fie erhalten
dann ein eigenes Heines Giebeldach, milſſen auf
2 Sparten aufftchen u. beißen gewöhnlih Dach⸗
nafen; find fie bogenförmig u. auegeichweift,
fo nennt man fie Fledermäuſe u. wendet fie ge-
wöhnlich bei landwirthſchaftlichen Gebäuten an;
auch beißen fie Dachluken, u. zwar fortlaufende,
wenn fie durch Die ganze ränge bes Daches geben;
Shfenaugen, wenn fie zirlelrund find, Kapfen⸗
fter sc. Die Dachienfter von Blech or. Zink, ge
wöhnlich halbrund geichleffen, find bie beften zur
bloßen Erleuchtung des unbewobnten Botenraums;
fie befichen aus zulammen gelötheten Metallplatten
u. werden auf ten Dachlatten befeftigt. Damit
Tas Waſſer von bem Dache algeleitet werde, ift an
ten Seiten des Dachfenfiers ein Blech Abweiſe—
blech) angebracht. Ein 5. ver ct. in welchem
ein Drabtgitter angebracht ift, beigt Trabtjeniter;
tergi. werben bef. in Speiſe⸗ u. Norratbelammern
gebraucht, um liegen u. anderes Ungezieter abzu⸗
webren u. doch friiche Luft zu erbalten. Hinſichtlich
tes Offnend der F. unterfheitet man Gewinde
fenfter, deren Flügel an Halpen büngen u. an bie
F⸗ſchmiege anichlagen; fie Tchiebefenſter, wo
ich ein Tbeil eines Flügels in einer Nuthe ver» u.
rüdwärts johieben läpt; Auisziebfenjter, beide»
nen Die untere Hälfte mitteljt Gegengewichten u.
federn in einer im {Kutter angebrachten Nuth hin»
auf u. binunter geihoben merten kann.
F. maſſiver Mauern entbalten cine fcinerne,
über die Mauerfläche hervoerragende Aenfterverkiei« -
bang Einfaſſung), beſtebend aus ber Unter |
lage, der Fenſterſedibanke Den auf dieſer ſenkrecht
angeirichen. In nexeiter Zeit fernigt ı
fiebenden Einfaliungen, enflergewaänte, iiber Die:
ier ein wagerecht liegendes ct. begenförmiges
Vebedungefiüd, Aenflerflurz. der zuweilen nech
ein üdbderdeckendes Geſims, Aentervertadung, er⸗
bält. Die Breite der Gewände, ter Soblbankeu.
des Sturzes beträgt, wenn fie wer Der Mauerfläche
verſteben u. mit Glieterungen verziert find, Z—!
Per Vreite der & efinung. Werden diese Stücke ven
eichenem Holz gefertigte 1. in die Mauer ciiigeicht,
jo beit died ein Acnttergerat. Bei Hetzwanden
werben fie durch die Wandſäulen u. Riegel erießt
Zuſammen deißen dieſe Einfajlungen das endtei
— —
wird oberhalb mit einem Bret von |
dem Seniterbret, bebedt; der Fenfterau
fterfchmiege) in mafjiven Mauern,
rung der F⸗öffnung nad innen ud. aı
durch mehr Yıdt im Zimmer zu e
Benfteranfchlag, der zur Befeſtigung bei
das Glasfenfter Dienende 3—4 Zoll
iprung der Gewände, Des Sturzes u.
Der innern Dauer; ber Fenfterfchaft (8
der Raum zwiichen 2 Fenſteröffnunge
fchläge, jind alle an einen F. erfordert
ferarbeiten, welche daſſelbe ſchließen, d
jammenbalten u. dieſelben am Sutter bi
Erfüllung bes erfteren Zweds dienen
ber, Anziehfnöpfe, Senfterriegel, Ba:
Espagnoletſtangen; zum zweiten bie
od. Eden; zum Dritten die aufgejegten
bänter mit dem Hajpen. Die Fe⸗pbeſch
von Eiſen od. Mefjing gemacht, gewehn!
nur die Anzichlnöpfe, die Ruder an den
ftangen, auch zumeilen Die Fiſch⸗ cd. A
von Mefling. Zu ten eigentlichen
ftern gebören Das Fenfterfutter (Zenfter.
fterzarge), Der hölzerne Rahmen, welch
einzelnen Hölzern «(Benfterichenfein) |
Mauern mittelft Bankhalen u. Dubeln
ſchlag (j. ch.), bet hölzernen Wänden
Tbürfutter am F⸗gerüſt befefligt wir
F⸗futter hängen die Zenfterflügel mittel
bie fih an ben im futter befindlichen
wegen, öffnen u. [ließen lafien. Die
gen am bejien mit doppeltem Falze in |
werben durch Die Fenſterſproſſen, 1—1!
auf beiten Zeiten abgeſchrägte Ztübe
Zbeile geiheilt. Die Glasjgeiben fig
Falze (Eslaenuth) Terielben u. werbei
mit Fenſterkitt, einer Miſchung aus dı
Kreide, befeftigt. An Dem unten Cu
Das F. einen Wetterſchenkel, Der in en
aenten, abgerundeten, unterbalb ausge
bejiebt, Die Dad Eindringen des am F.
ten Waſſers in Die untere Fuge ver
meifliigeligen Fen erbält Das Kutter y
Mittelichenkel, der aber immer hinter
balb man ibn an Dem einen Flügel bej
Aufſchlagen einrichtet; bei vwierflügel
indeſſen ein ſolcher zum Anſchlag Der |
aus nötbig; er wirt am Futter beie|
einen Wetterſchenkel. Ift ın einem F.«
u. ein wagerechter Mittelſchenkel angel
den beide zuiammen Das Aenftertreuz
ter a. Die Flügel Der 5. werden ven E
aber venverchenbelze Se’ertigt u. tüchti,
rabrien ganz von Erren, welde die
tbeile Der Dauerbaitigkeit, u. wegenet
neren Spreſien u. Schenlel, gröẽßerer
ſeich vereinigen. Die Verzierung Der
ſich mebr auf die Einirſſung Der äußei
de Gewände, den Sturz. die Soblbanl
die Hauptſtecverle mit den am meiſt
F. verſiebt: indenen it auch Dad Glar
nichiacher Verzierung ſädig, Die bei
in den verſchziedenen, durch Soroſit
erzeugaten Formen, bei balblreisfermig
seele. Dic Benferbräftung iſt dic un I— 13 ih.
Fan rei verer ed. geringerer Anerdn
Beufier bie Fenſterfriaut
|
e verfehlebenften Formen ber &-ver- | mit welchen Baud an die Fenſterbreter genageit
ĩ ae ik Beorbänge taran aufzufteden
enſtern. Die Häünſer der Römer | Fenſterrecht (Rechtsw.), 1) im Ailgemeinen bie
ten F., ba bie — | Redytegrunbiäte über Anlegung von Fenſtern, bei.
f. d.) gingen u. | nah ten Räumen ter Nadhbargrundftäde him;
üröffn ' 2) Bejeichnung für bie tem einen Grun
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aloufien. Faß nirgends | wiey. B., dab dadurch das nachbarliche Orundſtuct
traße; daſſelbe iR noch jet | jeden Augenblick Aberſehen werben fan, entſtehen.
), fo». ı. Urbeiteloch; 2) | maverwehzt, fidh bei feinen Banten fe einzurichten,
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—— — 2 Seien mit tie» bebiich beichränten. Diefe VBeichräntungen nn
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i Achuer yu werden So nach
utes Zinn. en bat orbinä Er Diasten . bau Recht zu Bel re Nachbar
in bas Oru ck deo Andern nde
— ——— fine Genfer bene; mad Nabern
| Senfterrahmens fehhält. das Recht, zu fordern, baß er feine anderen Feuſter
De, f. u. Vorſetzer. baue, als welche nöthig ind, am ſich Licht ju ner-
1, ae re ts weder | Mk Gnkerag vom Banana u aa m Oi
beſeſtigt find, um fie vor dem Gin- | form angelegt werben bärfen; od. aber auch das
Mecht, wonach ber Machbar nicht zu nahes
e, |. u. Zangenflizge. Anbanen dem Nachbar das Licht ber vor
ee, | hanbenen Fenſter verbauen darf. Bei dieſer Berfchie-
ſo v. w benheit lann daher im nen Falle nur bie ge⸗
2,1) ein von Rarfen runden | nauere Erforſchung ber —— od
sen Stäben, welches vor ben Fen⸗ ſetzee enticheiben. Vgl. , Das Fenſter⸗
wände eingelaflen ob. n. t, 2. Aufl. Berl. 1840.
ben gegen Einbruch zu ;8) Ber, fe v. w. Borreiber.
Den Senftern, um Genkerenlen, 1) fo v. w. Fenſtertiſch; 2) fo
ben zu verhindern. v. w. Honlenn.
‚f.. Glas. i äule, Jenſterſchaft u. Fenſterſchei⸗
mer (Bin), fon. w. Frauenglas. Ben, |. m. 2
— 55 — ana), Aut (.b), os
‚.® 2 ‚ ce .b),
. eiferne u. ber Warsitie der U
u ze Sicherheit ob. zum Abhalten
Basen
eblaben); od. fie In wer auf ber ſich den Haute näbert.
Riegelu befehigt (Ber» — ea lpIn EL Emma ie
mestien), |. u. Gplunen; 2) (Epei
miz vumben Röpfen,: —— Hirt Bm Bonung Epaize, Sand fee
i
$ Be:
188
filbergrauer led; webt ein Meines berizontalee
a Binleln; gemein.
fterftaar (Dieb.), biejenige Form bes granen
Staares, wo die Trübung der Yinjentapjel fenfter-
rahmenartig fich geftaltet hat, |. u. Staar (Veed.).
erfteuer (Bentertare), Steuer für die An⸗
zahl Fenſter eines Gebäudes, bei. in England, mo
fie von Pitt eingeführt wurbe, aber fett 1851 ablam.
enfterteletkop, ſ. u. Fernglas 2).
nfterzarge, fon. w. Fenfterfutter, ſ. u. Fenfter.
nton (pr. Fenton), 1) Ebuard, geb. in
Nottinghamſhire; nahm Seebienfte u. begleitete
1577 Martin Frobiſher auf feiner zweiten Reiſe,
um eine nördliche Durchfahrt zu fuchen. An feiner
Entbedungsreife nad der Magelbaniihen Dieer-
enge 15862, wurde er von einer ſpaniſchen Flotte
gebindert. 1598 focht er gegen bie ſpaniſche Ars
maba u fl. 1603 in Deptford. 2) Elijah, geb.
zu Shelton in Stafforkibire; erhielt, da er fich wei⸗
gerte, dem Könige Wilhelm den Eid der Zreue zu
leiten, feine Bfarrftelle u. errichtete 1705 eine
Schule in Kentihire; er fl. 1730 als Secretär ber
Lady Trumbull, deren Sohn er erzogen batte, in
Gaft-Hampftead» Part bei Dakham. Cr ſchr.: Ge⸗
Dichte, Lond. 1717; das Trauerſpiel Mariamne,
ebd. 1723; u. nahm Theil an Popes Überfeung
der Odyſſee.
entre (ſpr. Fentreß), Grafihaft im Staate
Tenneſſee (Nordamerika), 16 OM.; vom Obeys⸗
River durchfloſſen; größtentheils eine Hochebene ber
Gumberland -Mountaims mit fhönem Weibeland;
Producte: Mais, Hafer, Rindvieh, Bauholz, Stein»
toblen; 1851: 4454 Ew., worunter 148 Stlaven.
Hauptort Jamestown.
Fenus (Iat.), fo v. w. Wucher.
Fenyes (ipr. Fehnjeſch), Alerius, geb. 1807 zu
Cſokaj in Ungarn, fludirte Die Rechte u. wurbe 1829
Advocat; dem Presburger Reichstag 1830 wohnte
er als Abjentenlegat bei u. lebte feit 1836 wifien-
ſchaftlich —— in Peſth; 1848 wurde er Chef
der ſtatiſtiſchen Section im Miniſterium des In⸗
nern u. 1849 Präſident des Nationalgerichts, blieb
jedoch nach Unterdrädung der Revolution unver⸗
folgt. Ex ſchr.: Magyarorszagnak’s à hozzä
kapcsolt tartomänyoknak mostani allapotja
statistikai 's geographiai tekintetben, Peſth
1839 f., 6 ®be.; Magyar. statistikaje, 1842 f.,
3 Bte., 2. Aufl. 1944 (deutich 1843); Magyar. lei-
rara, 1847, 2 Bde. (1. Theil deutich von Horn:
Ungarn im Bormärz, Lpz. 1851); n. gab einen Alle
gemeinen Hand» u. Schulatlas, Peſth 1845, heraus.
Benydfalva (ſpr. Fehnjöfalwa, Gerhard sau),
evangeliſches Pfarrdorf im ſiebenbürgiſchen Kreiſe
Hermannfladt, Poſtamt; 760 Em.
Senzlia (F. Benth.), nad E. Senzl (Botaniler
u. Euftos am Botanifhen Diufeum in Wien) be»
naunte Pflanzengattung aus ter Familie Pole⸗
moniaceen; Art: F. dianthiflora Benth., in Ca⸗
lifernien.
eo, Sranc., geb. 1699 in Neapel, widmete fich
der Mufit unter Gizzi u. Pitoni, wurde 1740 Des
Erfteren Nachfolger an ber dortigen Muſilſchule u.
fl. 1752. Er componirte die Opern Ipermneftra,
Arianna, Arface u. Andromeda, außerdem mehrere
Pſalmen u. Mefien.
Weobör, ruffiiher Name für Theodor. Bei. be
lannt 1 Czare von Rußland: 1) %.1.Imwe-
Fenfterflaar bis Ferandin⸗
bräunfich grau, auf dem Rüden cin faſt viereckiger, |
nowitſch, Iwans II. Sobn, gu
ſchwachſinnig, regierte durch feinen S
ris Gudenow, 1534—98, |. Ruffifche®
2) F. II. Boriſowitſch, Sobn ve
denow, geb. 1598, folgte dieſem 10
Zeit, indem er won bem falfchen Dem
u. ermordet wurde, |. ebd. 3) F.
Alerei Diichailowitich, geb. 1657, re
1682, wo er ohne Nachkommen ftarl
Großen zum Nachfolger einſetzte, |. ebl
ler: 4) 5. Iwanowitſch, geb. u
müdifcher Herkunft, kam bei einem
Kofaden 1770 in ruſſiſche Gefangenſch
jerin fchentte das Kind ber Erbprinz
den, welche es in Karlerube erziebe
früh entwideltes Künſtlertalent bilbeı
Melling u. Beder aus, worauf $. |
in Rom fortfetste; dort trat er in näh
zu Lord Elgin, ben er nach Griechenl
um die Barthenonfculpturen zu zeichn
dann iiber London nach Karlsruhe 3
1806 Hofmafer u. fi. 1632. Sein
Werk ift das gran in grau gemalte |
ber proteftantifhen Kirche zu Karlorn
dirte er die Kreszabnahme 3.9 Dante
Keodofte, 1) Kreis ım ruififchen €
Taurien, öftliher Theil der Krim m
infel Kertſch; mehrere Salz⸗ u. Süßſe
quellen, ziemlich unbebaut; 2) Kre
im 13. Jahrh. von den Genuejen ge;
jo blühend u. beoölfert, daß man es
tinopel der Krim nannte, an der Oftli
5 Kirchen, 1 Kreisfhule, Muſeum, ge
fen, Seebäder, UÜberreſte alter Mau
agogen, worunter eine ber Karaiten,
Duarantaine, Zollanıt; 4700 En.
von F., fo v. w. Dieereuge von Jeni
Feodrow, Waſſilii Fedorowitſch,
1823—27 in Dorpat, begleitete 18
deſſen gelehrte Reije nach dem Ara
nom, brachte 44 Jahr auf einer Wei
fibirien zu, Deren Ergebniß trigenome
mefjungen, geograpbifche Beftinumun
ten von 79 u. der Yängen von 42
tehrte Ende 1837 nach Dorpat zurid ı
fefjor der Aſtronomie an der Univer
Unter feiner Yeitung wurde dus wi
jervatorium in Kiew erbaut, deſſer
wurde. Er ftarb 1855.
Feotas (ipaı.), |. Glaubensfolbat
Wer, Eap an der Küfte ber algieri
Conftantine.
Ferae (lat.), f. Raubthiere.
Serababad, Statt, fo v. w. Fara
Ferajuolo, Nuncio, genanıt de
geb. 1661 in Nocera de Pagani, Schi
Giordano, Yanbidafısınaler; er ft. 17:
Ferak, bei den Muhammedaneru
ſonderung von Gott, die größte St
dammten.
Feralia (röm. Rel.), ſ. u. Bebrun
Feran, Injel un Stillen Ocean
weftfüfte der Zufel Duadra u. Banı
tiſches Norbanıerila).
Serandine, eine Art Burail, be
roher od. gejottener Seide, ber Einſt
Molle, Kameelhaaren, leinenem Gaı
wolle iR,
Ferandini bis Ferdinand (Saifer)
Giovanni, Cemponiſt, gebürtiq aus
tier des Antenie Biffi, kam in jrnber
tünchen, wo er fih ale Sebceibläier
ezeichnere, Tann Mufiltirecter u.
ı u. Rath tes Kurfürften wurde u.
ater jenen mmfilalijdyen Pretucten
uen bie
'ria, 1737; Artasesse;, Catone ın
tino, 1756; Diana placata, 1758.
Johann Kari Chriſtopb, geb.
a in Sadien, mwidınete fi in Jena
. ber Pbiloſophie u. Theologie u.
x ter Moral, Yogil nn. Dietapbufil
wo tr 1786 flarb; er ſchrieb: Ber-
eimft. 1770; Uber tie alademiſche
br. 1770: Über Die guten Sitien auf
d. 1771; Über bie Sorge tür die Ge⸗
tatemien, ebb. 1772; Über bie alar
wit, ebd. 1779, u. am. 2) Job.
1743 ın Karläfrena; wurde 1763 bei
2m Ztedbeoln angeftellt, 1774 Pro-
Mm Vlietau, 1753 Profejlor Der Na⸗
u detereburg, trat 1796 in preußiſche
1 amt einer Reiſe in Bern; er
6 Eieliiblant, Prag 1773; Weir
Bmraizeichichte von Böhmen, Berl.
rinng tes Luedfilberbergwerls zu
+4; Über tie Gebirge in Ungarn zc.,
d. a. 3) Chriitian Karl Fried⸗
we. 1761 zu Melz in Diedienturg»
me Seit 1777 in Bere u. Göttingeu
Stzatemilienichaften, wurde fpäter in
Sensjecretär, 17%6 Yegatiendrarb,
e Piplomatiiche Yaufbahn auf, zog fich
ben Güter zuriid u. beſchäftigte ſich
‚er flarb 1935 in Striggow bei @ü-
Berjuch, tie medienburgifche Kep⸗
auch in der Mark Arantenburg an-
fd. 1793; Ren richtigen Anichlägen
Reubrantenkurg 1794; Grundzuüge
mung der Yautgüter im Mecklenbur⸗
1796; Uber Ebe u. Cbelcjigleit in
cher Hinſicht, ebd. 1746: Liber land:
Contracte u. Deren Kautelen, Roflod
3 Tble. %. ift auch Verfafler des
en Vaterlandsolieder, von E. A. F.
as PBıanoforte componirt, ebd. 1622.
beim, geb. 1766 in Jwidan, ſtu⸗
in Leipzig u. Wittenberg bie Rechte,
Bürgermeifter in feiner Vaterſtadt,
erfieuerrath im Finanzminiſterium
17 Trrecter der Generalverwaltung
1819 ale Geh. Oberfinanzrath zum
Rath u Diitglied des Dkinifteriume
„ Der Gewerbe ernannt; 1528 trat
b. Er fchrieb: Beiträge zur Kennt»
blichen u. commerciellen Suflantes
: Monardyie, Bert. 1929; Neue Bei⸗
2.
Dünfte, Wetter, in einer Grube, bie
on tes Schwefels u. durch Aus wit⸗
Ssublimaten entſtehen; 2) fo v. w.
».w. Blut, Leben, Leib, Tod; daher
.w. Eriminalgerichtöbarteit, u. Bere
zivandte.
Rönige von Schottland: 1) 5. I., re⸗
!, wurbe wegen willkürlicher Regie
m erımorbete fi) 636 im Kerler. 9)
| &. II., reaierte 670— 688, |. Schottland (Geſch.).
Opern: Berenire, 1730; '
LT ———— —— ———— — — — Le — nn —
Beräfen (Herald.), fo v. w. Beffroi de vaır.
Ferchland, Dorf an der Elbe im zweiten Kreile
Jerichow bes preufilchen —— Mag-
debura: Demaine, Körfterei, Schiffmähle; 510 Ew.
Ferculum (rim. Ant.), 1) großes Bret, worauf
die Schüfieln in Das Speiſezimmer gebracht wur⸗
ten; daber 2) Schifiel, Bang des Gaflmabis; 8)
Zragbabre, worauf Götterbilder bei Proceffionen
getragen wurden.
Ferdinand, deutſcher männlicher Vorname,
wabhrſcheinlich eigentli Bernend od. Werinand,
der Wafienkühne. Merkwürdig find: I. Re⸗
nierende Fürſten: A) Kaifer: a Deutfdhe
Raiſer u. Könige: 1) F. J. Sohn Philippe I.
von Saftilien, jüngerer Bruder Kaiſer Karla V.,
geb. 1u. März 1503 in Alcala de Henares; erhielt
um Zbeilungevertrag zu Morme 1521 die beutichen
Erbländer ſeines Vaters, jedoch obne die Nieder⸗
lande, u. erbte nach dem Tode des Königs Ludwig,
ale defien Schwager, 1527 noch Böhmen u. Un-
gar. Er wurde nach feine® Bruders Karl V. Ab⸗
banlung 1556 zum deutſchen Kaiſer gemäblt u.f.25.
Juli 1564. Er mar ein Gegner der kirchlichen Refor-
mation, u. von energiihem Cbarafter, unterwarf er
ſich da8 aufrübrerifche Böbmen (f.b. Geſch. VI.) mit
Waffengewalt. Um Deutſchland (f. d. Geſch. XI. n)
machte er ſich durch die Reichsmünzordnung verdient.
Den Religionsfrieben erhielt er aus Politikeu. gegen
feine Überzeugung aufrecht. Gr mar ber Stifter ber
dentihen Yinie des öfterreichiihen Hauſes u. feit
1521 vermäblt mit Anna, Tochter des Königs La⸗
diſtaw ven Ungarn u. Böhmen (fie fl. 1547); von
feinen 15 Rintern überlebten ihn 3 Söhne (Maximi⸗
lian, fein Nachfolger inı Reich, Ferdinand, Yande
raf vom Elſaß |[i. unten 50) u. Karl, Herzog von
Steyvermark) u. ı Töchter. 2) F. II., Entel des
Borigen, Schu bes Erzberzoge Hari von Eteyer-
mark u. Marias von NWaiern, geb. 9. Juli 157% im
Grätz; folgte ſeinem Vater in Steyermark, Kärn-
ten, Krain u. Görtz 1590 unter Bormundſchaft des
Erzberzoge Ernit, Bann nah 1595 unter Sailer
Aubelf II. Defignirter Nachfolger des Kaiſers Mat-
tbins, wurde er 1617 König von Böbmen, 1618
von Ungarn u. 1619 Regent von Öfterreich u. deut»
iher Kaiſer. Er war ein Feind ber reformatorijchen
Beſtrebungen, non Charakter berrichfüchtig u. miß⸗
trauiſch u. trug den größten Tbeil ber Schuld an
dem Auebruch des Dreißigjährigen Krieges ıf. d.
IL.— VI.) u. an ber SJerrüttung des Deutichen Rei⸗
es (f. Deutſchland XI. (). Er fl. 15. Febr. 1637
u. mar vermäbhlt feit 1600 mit Maria Anna von
Baiern (fl. 1616) u. 1622 mit Klecnore von Man⸗
tua, n. batte von erfter 4 Kinder: Ferdinand (ale
Kaiſer F. 111), veopold Wilhelm, Biſchoj ven Stras⸗
burg, Mariane, vermäblt an den Kurfürſten Marxi⸗
milian J. von Baiern, u. Cäcilie Amate, vermäblt
an Wladiſlaw, König von Polen. Eeine Geſchichte
ſchr. Hnrier, Schaffh. 1450— 53, 6 Bde. 3) 3. III.,
Sohn bee Borigen von beffen erfier Gemablin, geb.
20. Juli 160% in Öräß ; wurde ſchon 1625 als König
non Mähmen u. 1627 als König von Ungarn ges
frönt, erhielt nah Wallenfteins Ermordung 1634
ben DOberbefehl liber das Heer, gewann 6. Sept.
1634 die Schlacht bei Nörklingen u. vertrieb bie
Schweben aus Sütdeutfchland. Gr wurde 1636 rde
miſcher König u. felgte feinem Bater 1637 ald Kater.
chlefien u. wanlelmũthig verfolgte er bie Po⸗
190
litik feine Vaters im Kriege gegen Frankreich,
Schweden u. die proteftantijchen S.tände, bie er fich
endlih nad langen Friedensverhandlungen 1648
ur Beendigung des Dreifigjäbrigen Krieges (f. d.
I. bis Ente) genöthigt jab. Er ft. 2. April 1657.
F. mar breimal verbeirarbet; 1631 mit Marie
Anna, Tochter des Königs Philipp III. von Spa⸗
nien (ft. 1646); Dann jeit 1648 mit Marie Yeopol-
dine, Tochter des Erzherzogs Yeopold V. von Ty⸗
rol (ft. 1649); u. jeit 1651 mit Eleonore, Tochter
des Herzogs Karl II. von Mantua, n. binterlieh
außer ten römiſchen König %. IV., ver jchon bei
feinen Yebzeiten ftarb, Leopold J., feinen Nachfolger,
beide von der erſten, u. Söhne u. I Tochter von ber
zweiten Gemahlin. 4) F. IV. Franz, ältefter Sohn
bes Vorigen u. Maria Annas von Spanien, geb.
1633; wurbe 1646 zum Könige von Böhmen, 1647
zum Könige von Ungarır gekrönt, 1653 zum römiſchen
König ermäblt u. gekrönt, er ftarb aber noch nor ſei⸗
nem Bater 1654 an den Poden. b) Kaifervon
Öherreid: 5) 5.1. (al8 König von Ungarn u.
Böhmen F. V.) Karl Leopold Franz Joſeph
Erejcentius, Sohn bes Kaiſers Franz I. n.
befjen zweiter Gemablin Maria Tberefias von Si⸗
eilien, geb. 19. April 1793, Träntlich als Kind ır.
Yüngling wuchs er in regem Intereife bei. für Ge⸗
werbe u. Künſte beran, wurde 1530 zum König
von Ungarn gekrönt u. fuccehirte feinem Vater
1835 in ſämmilichen öfterreichifchen Staaten, wurde
1836 als König von Böhmen u. 1938 als König
von Lombarbei-Benebig gekrönt. Am 2. Dec. 18.418
legte er, ta feine Ehe kinderlos biieb, zu Gunften
feines Neffen Franz Joſeph die Krone nieber ı.
hätt ſich feitbem meift in Prag auf, f. Ofterreich
Geſch.). Er ift jeit 1831 vermählt mit Anna,
Bocter bes Königs Bictor Emanuel J. von Sur-
inien.
B) Könige: a) von Aragon: 6) F. J. der
Gerechte, zweiter Sohn tes Königs Johann 1.
von Gaftilien u. Eleonorens von Aragon; Intant
von Kaftilien, fchlug nach feines Bruders Heinrich
bes Kränklichen Tode die ihm von ben Stänten
angetragene Krone aus u. theilte nur mit der Kö⸗
nigin die Vormundſchaft über feinen Nefien Jo⸗
hann II.; er wurde nach dem Ausfierben ber Kö⸗
nige von Aragon mit Diartin, ald Sobn von befien
Schweſter, 1412 nach zmeijührigem Interregnum
von ben Ständen zum König von Arugonien ge-
wählt u. fl. 1416; f. u. Spanien (Geſch.). Er war
vermählt mit Xeonore d'Albuquerque. 7) 5. IL,
fo v. w. Ferdinand 16). by Bon Böhmen: 8)—
12) ſ. Ferdinand 1)—5). 0 Bon Caſtilien:
13) F. J. der Große, Sohn Sandos III. von
Yavarra; erhielt 1035 als Erbe Caſtilien, ercberte
Yeon u. einen Theil son Portugal ı. ftarb 1065;
ſ. u. Spanien (Gelch.). Er war vermählt mit
Donna Sandia, Tochter bes Königs Alfons V. von
Leon. 13) F. Il., der Heilige (ald König von
Spanien 5. III.), Sobn Alfons IX. von Yeon u.
der Berengaria von Laftilien, geb. 1199; er murte
nach der Refignation jeiner Dlutter 1217 König von
Kaftilien, 1230 Durch bie Wahl der Stände Rachiols
er ſcines Baters in Leon; er eroberteXeonn.ft.1252,
ber feine Regierung |. Spanien (Geſch.). Er if
ber ität Salamanca. 1671 ca-
©tifter der Uni
nt re Er war mit Beatrice
# 1337 mit Johanna ven Pon⸗
Negierung egeſchichte
Ferbinand (Könige)
ber Erzbiſchosf von Toledo, Don }
nes. 15) F. III. (F. IV.), der
Echn Sandos IV., Königs von Le
geb. 1285 in Sevilla; folgte feine
Anfangs bis 1305 unter Bormundfd
ter Diaria von Molina. Über fein
Spanien (Geich.). F. ft. 1312 in 3
wird, von 2 Brüdern, die er wegen
Mordes ungebört von ter Stabtm
zen laffen, binnen 30 Tagen vor (
ftubl gefordert, die Nacht vor Abl
mins (daher fein Yeiname). Er war
Tochter des Königs Dionys von '
mäblt. 16) %. IV. (F. V., ale Kür
%. II), der Katbolifche, Soh
von Aragon, geb. 1452; vermäblte
der Erbin von Caſtilien u. Yeon, 31;
nad) ihres Bruders Heinrich IV. de
den Zobe 1474 mit dieſer König
folgte num auch 1479 feinem Bater
bereitete jo die jpätere Vereinigung
Einer Monarchie vor. Uber jeine u.
lin glorreihe Regierung, unter we
tugal gefochten, Granada erobert, bie
aus Spanien vertrieben u. Amerifa e
u. Navarra bis an die Pyrenäen erob
Spanien (Geſch.). F. ftarb 23. Jan.
Schloſſe Madrigalejo in Eſtremadur
Iſabellas Tode (1504) zum zweiten
mit Germaine Gräfin von Keir, 2
Kinder blieb. Aus der erften Ehe
Sohn, Johann, welcher vor ihm ftar
von denen bie zweite, Johanna, ten
lipp von Oſterreich heirathete, beif
(als Kaijer Karl V.), 5-8 Rachiol,
jüngfte, Katharina, war an Heinrich '
laub vermählt. Prescott, Gejchichte A
(deutſch, Yp3. 1812, 2 Bre.). 4 8
F. J. Sohn Alfens VIIT., geb. 113
1152 zum König von Leon u. Salicieı
jeinem Vater, während jein älterer 8
erhielt; über jeine Regierung ſ. ©:
F. ft. 1188. Nachben: reine She mil
Zochter des Königs Alfons I. von 9
etrennt worden war, verinäblte e
Thereſe, Tochter von Nuñes de Yaı
1180 flarb, 11801 mit lirraca Pop
Sohn Alfons IX. folgte ihm. 18) ;
nand 14). e Bon Neapel: 19)
Sohn von Alfons V. von Aragon, n
neapelitaniihen Parlanıent zum P
labrien u. Throntolger erllärt, u. n
Claivimont, Nichte Des Herzogs vor
mählt, nach dem Tode feines Pate
Neapel Beſitz u. erhielt vom Bapfı Piı
nung damit. Doch konıtte er nur Ne:
er ft. 1494; |. u. Neapel. Er war
mit Iſabella, Tochter Triſtans voı
jeit 1476 in zweiter Ehe mit Ichamı
Könige Johann II. ven Arayon;
ftammte jein Rachfoiger Alfons II. 2
des Borigen, Sohn von Alfons I]
feinem Vater, welcher Die Krone n
&arl VIII., König von Frankreich,
nach Ischia fliehen; er wurde zwar w
ftarb aber jchon 1496, f. Neapel (Gi
vermählt mit feiner Tante, Johann
Könige Ferdinand L, von bes ex fei
Ferdinand (Könige)
4104
. IIT., fo v. w. Ferdinand 10). 22) | friedenen Sicilianer beharrten indeß bei der Revo⸗
dinand 29). ſ) Von Portugal:
e»ntil (ber Artige, Zierliche),
ige Peter I., geb. 1340 in Coimbra;
nem ®ater u. fl. 1353; über ihn |.
ſch.). Gr beiratbete 1372 Yeonere
xerber an Porenzo PAcunba ver: |
er teinen Sobn binterlich, jo endete
chte burguntiihe Danneftamm, u
Jearriz, vermäblt an König \cbann I.
nach ibr aber sein Stiefbruder (Zobn
afire Jobann, befliegen den Thron.
ſt Franz Anton, Sehn tes Frin-
von Koburg⸗Koharv, geb. 29. Oet.
ite ſib 9. April 1536 mit Maria II.
nigin von Vertugal, Witime Des Her⸗
en Yeucbtenberg, u. wurde zum Priu⸗
al u. Derzeg von Oporto, IS37 nad
ines älteften Zchnes, Ton Pedro de
um Zitularfänig von Pertugal er
ise. 18534 nach dem Tede jeiner Se»
ter Regent Des Landes bis zur Hroß⸗
‚Krenprinzen 16. Zept. 18505 1. Bor-
.p Ben Zicilien: 25) x L,ie
wel. 26) F. II., ſo v. m. Ferdi⸗
DAEII,;. Ferdinand 21. 28) F. IV.
berder Sicilien F. I.) Anten
kann Revomuk Eerapbin Ja—
tet, dritter Sebn Karls III., Kö—
anien, u. der Prinzeſſin Amalie von
12. Jar. 1751, erbielt 1759 von fei-
elcher Spanien erbte, ten Tbron von
nahm 1767 von einer vormuntichaft«
haft die Regierung, deren Zeele feit
mablin Maria Kareline wurde, wäb⸗
perjenlihen Neigungen lebie. Nach
‚ des Franzẽſiſchen Kevolutionelrie-
gertinand ter erfien Cealitien u.,
m Frieden qezwungen worden mar,
en Koalition gegen Frankreich 179%
Sinrüden ter Franzoſen aus Neapel
ebrte aber IVO zurild. Bei der zweiten
arels durch die Franzoſen 1806 ging
sach Eicilien, we er fib unter eny-
Rellte; überließ IN09--11 die Regie»
Zehne Kranz, 303 1815 wieder in
vereinigte 12. Tec. 1616 Neapel u.
tönigreich beiter Sicilien, al® befien
fig Kertinand I. nannte. Tie Rer
IS20 zmang ibn zur Einführung der
aſſung ven 1812, welder er fich jedoch
rreichs 182eniledigte. F. ft. 4. Jan.
r feit 176% vermählt mit Kareline,
aifer6 Franz 1. von Literreib, ven
ter u. 7 Söbne batte. Als dieſe 1811
lution u. erflärten den König u. feine Familie int
Mai des Thrones verluftig. Indeß wurbe 7%. im
Mai 19.419 Derr ter Bewegung, nahm alle Dem Li⸗
beraliamus gemachten Concefjionen zurüd u. jübrte
iertan ein ſcharjes Regiment ein. Am 8. Techr. 1556
wurde von einem Zoltaten Milano ein mißglüdtes
Alientat gegen lein Yeben gemacht. Er mar fett 1532
‚ging er eine merganatiſche Ebe mit |
en Prinzeſſin ven Caſtara ein, die er
on Floridia erheb. 20) x. II. Rarı,
nigs Franz I. u. ter Iniantin ven
ia Iſabella, Enfel tes Vorigen, geb.
in Balerme, trat INtO nad dem Tode
bie Regierung an. Cr war anianga
Reformen geneigt, ſpäter aber traten
iihen Gefinnungen immer mehl in
and, ale erneute Autjtundeverjuche
nen die Rube des Landes gefährdeten.
a von 1645 zwang ibn am 24. Jan.
om zu eriheilen. te damit nicht zu⸗
in erfier Ebe mit Maria Chrifline von Sardinien
(ſt. 1836 u. iſt in zweiter Ehe feit 1537 mit Iherefe,
Tochter tes Erzherzegs Karl von Lfterreih, ver-
mählt. Aus erfter Ebe ſtammt der Kronprinz Franz.
bBonZpanienCafilienu.teon:80)%.1.,
je v. m. Ferdinand 19). 81) F. IL, fo v. w. Fer⸗
dinand Is). 32) 5. III., ſo v. m. Ferdinand 14).
33) 5. IV., fo v. w. Ferdinand 15). 24) F. V.
der Durch feine Heirarb mit Iſabella von Caftilien
Gründer der eigentliben ſpaniſchen Monarchie
wurde, fo v. m. Ferdinand 16). 35) F. VL, der
Weiſe, Schn Pbilipps V. u. Mariens von Sa⸗
voyen, geb. 1712 in Madrid; trat 1746 Die Regie»
rung au, ſ. Spanien (Weidh.), u. fl. 1759 blödfin⸗
ig in einem Klofter zu Villavicioſa ohne Kinder.
36) F. VII, geb. 14.Cct. 1794, Sebn Karte IV. u
Marien Leuiſens von Parma, feit 1758 Prinz von
Afturien (Rrenpriny). Deitiger Gegner des Mini-
ſteriums Alcudia, murde er 2%. Tct. 1907 wegen
eines an Napeleon J. geriebreten Briejes für einen
Raterlandeverrätbererflürt. In Folge Des durch die⸗
ſen Act entſtandenen Aufrubrs zu Arauinezuls. März
1805), Bantfte fein Vater ab, u. Napolcon jwang F.
130% zur Tbronentiagung genen eine jährliche Rente
von GU0,000 france u. wies ibın dae Schloß Valan⸗
cay zum Aufenthalt an. Aus dieſer Perbannung fam
erin olgeeinee Vertrags vein 11. Dec. 1313, tratim
März 1514 Pie Regierung von Spanien ale Königan,
ftie Die Verjaſſung ven 1812 um u. ließ eine biu-
tige firchlich » politiiche Reaction eintreten, wodurch
jogar die Inquiſition wiederhergeftellt wurde. Die
Revolutien von 1520 zwang ibn die Werfaflung
ven IN12 anzuerlennen u. brachte ihn in bie Ge⸗
malt der Certes. Durch die Invafion einer frane
zöſiſchen Armee unter Den Herzog von Angouleme
u. der iranıichen Glaubensarniee 1323 murbe bie
Verfaſſung wieder abgeichafit, F. aus ber Gefan⸗
genichait ter Cortes befreit u. ın Die ‚zülle feiner
Macht wicter eingeiegt. Da ihm indeß auch Die kle⸗
rifal reyalijtijcbe Partei unbequem wurte, fo fab
er ſich zwiſchen tie beiden äußerſten Parteien geſtellt
u. mußte bald ter einen, bald ter anderen, um fie
gegenieima in Schranten zu balten, Conceſſionen
macen. Ten 29. März 1530 ſtieß er das kısber in
Spanien befolgte Saliſche Geietz um u. ließ 1833
ſeiner Techter Iſabelle huldigen, worauf fein Bru⸗
der Don Carlos, welcher die nächſten Auſprüche
auf die Thronfolge batte, nach Portugal ging. Zu⸗
gleich regte ſich deſſen Partei mit Verſchwörungen
gegen den König, welcher 29. Sept. 1333 ſtarb; j.
Spanien (Wei... F VII. war vermäblt zuerſt
1862 mit Anteinette Thereſe, Ferdinande IV. von
Sicilien Techter, die 1806 linderles ſtard; in 2.
Ebe 1816 mir Dlaria Jſjabella Kranziela, Tochter
Des Königs von Pertugal (fl. ISIS); in 3. Ehe jeit
1819 mit Brinzeffin Joͤſephe, Tochter bes Prinzen
May von Sachſen, ala dieſe aber auch 1629 farb,
in 4. Ebe in demſelben Zahre ınit Prinzeifin Marie
Chriftine von Neapel. Bon Ungarn: 37)—41)
192
Ferdinand (Andere vegierende Fürften)
C) Andereregierente gürften: a Fürſt | 52) F. I. von Gonzaga, Cohn von
von Anhalt: 42) 5.
Io Erdmann von Anhalt Pleß, geb. 25. Juni 1769,
olgte 1797 feinem Vater in Pleß, organifirte 1806
ein Corps gegen die Breslau belagernten Franzo⸗
fen, Baiern u. Württernberger,, richtete aber, bei
Kanth gejchlagen u. im verfchanzten Yager von Glat
überfallen, wenig aus. Er juccedirte 1818, nach bein
Tode feines Vetters, Ludwigs von Anhalt- Kdıben,
biefem im Herzogthum Köthen, trat 1925 mit ſei⸗
ner Gemahlin auf einer Reife zu Paris zur Katbo-
lichen Religion über u. ft. 23. Auguft 1930; |. An⸗
balt (Geſch.) III.) e). Er war vermählt feit 1503
mit Luiſe, Tochter des Herzogs Ludwig von Hol⸗
ftein» Souberburg- Bed, u. nach teren baldigen
Tode in 2. Ehe 1816 mit Sräfin Julie von Bran-
tenburg, natürlicher Tochter des Königs Friedrich
Wilhelm II. von Preußen (ft. 1848). b) Kur-
fürft von Baiern: 48) F. Maria, Sohn
Maximilians I., geb. 1636; Fofgte jeinem Bater
1651, Anfangs unter Vormundſchaft, u. ftarb
1697. Über feine Regierung f. Baiern (Geſch.).
Er war vermählt mit Henriette Adelaite, Tochter
des Herzogs Victor Amadens von Savoyen. c)
Herzöge von Braunſchweig: aa) von B.⸗
Bevern: 44) 5. Albert J., Sohn des Herzogs
Anguft von B.- Wolfenbüttel, geb. 1636, ftiftete
1666 nach feines Vaters Tode die Yinie B.Bevern
u. fl. 1687; f. u. Braunſchweig (Geſch.). Er war
vermäblt mit Chriftine, Tochter des Landgrafen
Friedrich von Heſſen-Eſchwege. 45) F. Albert IL,
zweiter Sohn des Vorigen, geb. 1630; folgte jei-
nem Vater 1687 in Bevern u. 1735 auch jeinenn
Schwiegervater Ludwig Rudolf in B.- Wolfenbilt-
tel, ftarb aber bereits am 2. Sept.d. 9. Er war
feit 1712 mit Antginette Amalie, Tochter des Her-
dog u, Rudolf von B.-Wolfenbilttel, ver-
mäblt. bb) Bon B.-Wolfenbüttel: 46) 5. Al⸗
bert, fo v. w. Ferdinand 45). 47) Kari Wil-—
beim F., |. Karl. dd. Herzog von Breisgau:
48) Karl Anton Joſeph F., geb. 1754, Sobn
franz I. u. Dlaria Thereſias, Bruder tea Kaiſers
Yeopold II., Generalgouverneur in der Yombarbet,
vermählte fich 1771 mit Marie Beatrice von Efte,
Erbin von Modena. Durc ben Frieden von Lü—⸗
neville erhielt er als Entſchädigung fiir Modena
den Breisgau u. bie Ortenau als Herzogtbum; er
verlor es im Presburger Frieden an Baiern u. ft.
1806; vgl. Breisgau. e) Yandgrafen von
Eifaß: 49) F. J., fo v. w. Ferdinand 1). 50)
5: II., zmeiter Sohn des Vorigen, geb. 1529,
olgte nach dem Tode feines Vaters 1564 in ter
Yandgrafihait Ober⸗Elſaß u. der Grafſchaft Zurol
u. ft. 1595. Er war feit 1550 mit Philippine Wel⸗
fer (ſ. d.), u. nachdem biefe 1580 gejtorben war,
1582 in zmeiter Ehe mit Anna Katharine, Tochter
des Herzogs Wilhelm von Mantua, vermäblt; über
feine Söhne aus erfter Ebe |. u. Burgau. 51) E.
Karl, Sohn Yeopolds IV., geb. 1625; folgte ſei⸗
nem Bater 1632 unter der Bormunbichaft jeiner
Mutter Claudia von Mebici; während Diejer Bor-
mundſchaft wurde wi von den Schweden befetst
u. fam 1634 durch den Pariſer Vertrag an Die Krone
ankreich, bei welcher es auch im Weſtfäliſchen
rieben gelafien wurbe; |. n. Elſaß (Geid.). F.
. 1662 linderlos; er war feit 1646 vermählt mit
a von Medici, Tochter Cosmos II. von Too»
eans. ſ) Graf n. Herzöge von Önaftalla:
Friedrich, Sohn des Für- , Martgraf von Dlantua, u. ber Iſabe
geb. 1507, Bicelönig von Sicilien,
Graf von Guaftalla n. fl. 1557 nad
bei St. Quentin; ſ. Guaftalla (Seid
vermählt mit Jiabella, Tochter des Heı
von Capua. 53) F. II., Eulel des Bo
Cäſars J.; folgte 1575 feinen Bater,
Herzog u. ft. 16305 ſ. ebd. Er wart
Bictoria Dorian. 54) %. III, Ente t
Sohn von Eäfar II., geb. 1615; folgte
Bater minderjäbrig u. ft. 1678; f. ef
vermählt ınit Margarethe von Eſte,
Herzogs Alfred III. vun Modena. g)
von Hejien- Homburg: 55) F.
Friedr., jüngfter Sohn des Laudgraf
Yudwig,geb. 26. April 1783, war k. k. Geı
vallerie, folgte feinem Bruder Guſtav
184535 |. u. Heflen-Homburg. Er ift un
mit ihm ftirbt das Haus Houiburg aus.
von Kurland: 56) 5. Kettler, v
des Herzogs Jakob, fübrte jeit 1698
ſchaft für ſeinen Neffen Friedrich Wilhe
1711 nad dem kinderloſen Tode befie
gierung ſelbſt ergreifen, aber Peter der
Kurland für Die Herzogin Witte, |
Nichte, mir rufſiſchen Truppen bejeßen.
gerirte fich %. als Herzog, lebte aber ı
im Anslante u. wurde 1726 von ben!
Ständen abgejett; |. u. Kurlarıd (Ge
1737 ın Damig. h Herzog von Mı
F. Sohn Des Herzogs Bincenz L., geb.
in den geiftlihen Stand u. murbe 160
nach tem Tode feined Bruders Fran
wurde er Vormund jeiner Nichte Dia
dent er 1615 den geifllien Stand ve
wurde er 1617 jelbft Herzog ven Wi
1626; j. u. Dlantua. Er war vermäblt
Retina, u. nachdem dieſe Ehe getrı
war, mit Katbarine von Medici, Tocht
herzogs Ferdinand I. von Toscana.
von Parma: 58) F. Sohn des di
Philipp von Spanien, geb. 1751, vı
erzegen; trat 1765 die Regierung ven !
cenza u. Guaſialla an, vermäblte fic
Diurie Amalie Antonie, Tochter des K
von Oſterreich; verlor feine Staaten i
Intion, erhielt fie aber durch Bouapaı
jt. 1502; ſ. Barma (Geſch.). h Sr
von Toscana: 39) F. J. Sohn Co
1049; wurde 1563 Cardinal, legte ube
Würde nieder u. folgte feinem Bruter }
Bergiftung ibm Schuld gegeben wuri
pello), in der Regierung; er jt. 1609;
Er war vermäblt jeit 1559 mit Chrijt
des Herzogs Karla III. von Yothringen.
Entel des Borigen, Sohn von Coen
1610; folgte feinem Vater 1621 unter
ſchaft feiner Mutter Marie Magdalent
reich u. Großmutter, übernahm Die
1628, nachdem er bereits 1624 die Er
Urbino, Victoria, geheirathet hatte, fel
mild u. ft. 1670, |. Zoscana. 61) F. J
Johann Baptift, Sohn tes Groß
pold, geb. 6. Mai 1769, Äbernahm nad
Zode, als fein Vater keopold Kaifer
Regierung, verlor fie aber, nuchben er b
gegen Franlreich 1793 bei u 1795 bi
Ferdinand (Nicht regierente Fürfien)
193
durch ten Yüneviller Frieden 1SU1, | das Commando in Schwaben: ibm beigegeben war
1503 auf kurze Zeit Zalzburg als | ter
t, verlor dies durch den Preeburger
erbtelt dagegen Würzkurg als Kur⸗
at 1906 als Greßherzog den Rhein»
breit durch ten Rartier Frieden 1814
T. Seit 102 Witiwer von Yonife,
Sicilien, vermäblte er fih 1221 in
jaria, zmeiter Tochter des Prinzen
bfen: er fi. 18. Juni 1824. Sem
IL felgte ibm. Vgl. Toscana.
:egierente Fürſten: a) Prin-
tern: 62) F., Herzog von Yaiern,
zege Albert u. Annas ven fierreidh,
t 15656 zegen bie Zürlen, zog ſeinem
‚ Rurtürften von Köln, gegen Bas
Sin zu Hilfe, ereberre 1581 biefe
60%. Er war feit 15% mit eine
echter, Marie Pertenbed, m.eruana-
„wie Zähne aus dieſer Ebe erbielten
Ben een Murtenberg. bb Briuzvon
ig: 63) F., vierter Sohn tes Herzogs
I. ven Braunichmeig, geb. 11.
tarw als Obriſt in preußiiche Dienſte
hit beiden eriten Schleſiſchen Krie⸗
Bien ons. Im Ziebenjährigen Kriege
be Schlacht von Prag, erbielt 1757
Häber das verküntete Heer in Weſt⸗
he frenzöſiiche Armee u. entiwidelte
den:liches Feldberrntalent, indem er
m Rdein u. Niederiachſen behauptete,
kei Krefeld u. Minden gewann u.
kem für Friedrich den Großen glück⸗
ge &ca Krieges beitrug. Wach Dem
t er wegen eines Mißverſtänd niſſes
dem Greßen einen Abſchied u. Ichte
Schleſie Bechelte bei Brannichweig.
er ſich auch mit Eiier Der Maurerei.
bern Conrent ter ftricten Obſervanz
zum (Prei;meifter gewählt, beriet 2
dken nad Rraunſchweigeu. Wolien⸗
d einen nad Wilhelmebad, mo er
2. Zert wurde er auch zum Groß⸗
ixtiniſten gewäblt. Er flarb 3. April
fte. al. Ferdinand Alcites, Ger
chweig u. Yüueburg, Braunſchweig
ebed, Herzeg F. von Braunſchweig,
e) Prinyvon Dänemark: 64)
‚jüngfter Zobu des 1803 verfterbe-
ı Krietrih ven Tänemark, VBruter
m Königs Chriſtian VIII, gch. 22
rurte 1234 Semmantirenter über
n, Falſter u. Yualand, Mitglied Des
L am 26. Jar. 184% von feinem
önig Friedrich VII. zum Erbprin-
remark ernannt u. führte als icl-
im Gebeimenratb. Als er ſich 1855
jafſung zu unterzeichnen, wurde er
metionen emtboben. Am lu. April
er jerdoch die Verjaſſung des Landes
uf Cemmandeur tes eriten (Keneral-
ı Seeland u. ten Heinen Inſeln. Gr
mit Karoline, Tochter Des Könige
ben Zänemarl, vermäglt. bat aber
d) Erzherzog von Oſterreich:
Foſeph von Ehe, geb. 1761, zwei⸗
inands (f. d. 46) von Breisgau, er-
ẽſterreichiſcher General ter Cavallerie
oifen. & Nufl. VI.
eltzeugmeifter Mad. Nach ven Unjällen an
der Denau zug er fih nach Böhmen zurück, focht
bier Mu; gu tapfer gegen bie Baiern u ihn Wrede
ten 4. Zei. ber Iglau: der Preeburger F Friede been⸗
digte ſein Wirlen. Weniger glüdlıc war der Feldzug
ven 1309, wo er mit 36,000 Bann ſterreichern
in Las Gerzegipu Warichau einrücte, indem ibm
12,000 Polen u. Zabien in ter Schlacht ker Rasıpn
viel zu ſchafien madtaı, u. ebwebl fh Warſchau
ergab, er ſpäter Tech ven Peuiateweli genöthigt
wurte, fih aus ben Herzegthum Waricban zuride
zuziehen u. auch einen Tbeil von Galizien mit
Kralau dem Feinde zu überlafien. 1815 beiebligte
er die efterreicyiiche Reſerve u. fübrte dieelbe über
ten Ahern u. nach Luneville. 1916 eryicit er das
Generalcomniando in Ungarn, wurde ipiter k. k.
seitmarjhall u. Dikttär- u. Civilaeuverneur im
Galizien u. ft. 5.9. Nov. IS im Schleß Ebenz⸗
weiler bei Gmünden. 66) F. Dar, Sobn bes
Erzberzoge ru Karl u. Bruder Des Nuilers
Franz Joſepb, geb. 6. Juli 1832, wurde 1857 Ge⸗
neralgeuverneur des Yembarttic - Senettantihen
Königreichs u. wermäblte ſich 1857 mit Marie
Charlotte, Tochter des Könige Yeopold von Del
gien. e) Herzog von Lrleans: 67) F. vu
lipprudwig Karl Heinrich Jeſepb, j.
leans. f Jufauten von Portugal: 48* n
Schn Jehanns J., geb. I4n2, Greßmieiſter Des
Avizerdens, ging | 13° mit feinem Vruder Heiunrich
nad Airika, belagerte Tanger ebne Erfelg, ileß
darauf mit ten Mauren unter der Hering ſerie⸗
ben, Taf ihnen Ceuta zurüfgegeben werten jellie,
u. blieb jelbſt ala Geißel Lernen. Weil aber Die
Diauren gezen die übereinkunit mebrere e gefaugene
Portugieſen ermordeten, jo galt Heinrich Centa
nicht zuꝛück u. F. wurte in Fez eitgetertert u. fl.
dajeibſt 1443. 68) F., Herzeg von Yueu, Sehn
Eduardo u. Eleenorens von Aragen, Krofmeiiter
des Chriſtus⸗ u. Jagoordens u. Cennetable von
Portugal; begleitete 1171 feinen BRruder Aliens V.
nah Airilann. ft. 1472 in Cantebriga. Prin⸗
zen von Preußen: 70) ſ. Anguſt 20. 71)
Ludwig Fa ſ. vrudwig Ferdinand. b) Prinzven
Sachſen-Keburg: 72) F. Georg Auguſt,
Herzog zu Keburg; Gotha-RKebarv, britter Sehn
des Herzeqe Franz, Bruder des Herzege Einũt III.,
geb. Zu. März 1785 in Rob urg; trat in öſterrei⸗
chiſche Pilitärt ienſte, wurde Feldnaricbaut tuie
naut u. Inbaber tes it. Heufarenregimente Sr.
u. verheirathete ſich 1816 mit Der Frnzelfin Maria
Anteinette Gabriele von Kebary. Er lien ſeine
Kinder vertragomäßig in der Natbeliichen Religion
erzieben n. trat 1818 ſelbſt zu derſelben iiber. 1826
erbte er die großen Veſitzungen jſeines Schwieger⸗
oatere u. erbielt Das ungariſcbe Judigenat. Er ſt.
27. Aug. 1551 in Wien: ſeine Kinder ſind: ber
König von Portugal, Ferdinaud vi. eben 21, die
Prinzen Auguſt geb, 1818 u. Leopeld ı geb. Sa),
u. Eruszeiltu Kictoria 'gch. 1922, DPrinzvon
Sardinien: 73) X, Herzog von Venua,
zweiter Sebn des Koenigs Karl Albert u. Bruder
des Könige von Sardinien, geb. 15. Nev. 1822,
vermählte ich 1550 mit Prenzeß Eliſabetb, Tochter
tes Könige Ichann won Zacien, u. ft. ain 10. Febr.
1555. k) Prinzven Zicılien: 7) 5,Dere
jog von Lalabrienu. Prin; von arent,
wurde
Sohn deso Könige Friedrich von Neapel:
194
1501, als fein Vater von ben Spaniern u. Fran-
zofen vertrieben wurde, zur Übergabe in Zarent
genötbigt. Ferdinand der Katholiſche ließ ihn gegen
Die Übereinkunft nach Spanien führen u. unter dem
Vorgeben eines mit Frankreich gepflogenen Brief⸗
wechſels verhaften. 1516 bot ihm, dem fpäter Frei-
elaflenen, die Junta bie Krone von Aragon u.
aftilien an, er fchlug fie aber aus u. ft. 1559 obne
Kinder. I) Infanten von Spanien: 75) $.
de la Cerda, f. Cerda 1). 76) F. Cardinalin⸗
fant, Sohn Philinps III. von Spanten, geb. 1609;
ing 1633 mit einem Heere nad) Italien, um bie
treitigleiten mit den Genuefern u. dem Derzoge
von Savoyen beizulegen, wohnte 1634 der Schlacht
von Nörblingen bei u. wurde dann Statthalter in
den Nieberlanten. Er ft. 1641; f. u. Niederlande
(Geſch.). m) Erbgrofiberzogvon Toscana:
77) 5, Sohn des Großherzogs Yeopold IT., geb.
10. Juni 1635, feit 1556 mit Anna, Tochter Des
SFönigs Johann ven Sachſen, vermählt. n) Prinz
von Württemberg: 78) 5. Wilhelm, Her-
zog von Württemberg-Neuftadt, jüngerer
Sohn des Herzcge Friedrich von Württemberg⸗Neu⸗
ſtadt, focht in kaiſerlichen Dienften in den Jahren
1681 —87 bei. gegen bie Türken u. Sranzofen, ging
mit däniſchen Truppen für Wilhelm III. nad Ir⸗
land u. diente dann den Holländern gegen bie ran-
gelen. 1698 befebligte er Die polniſch-ſächſiſchen
ruppen in ber Ulraine, ſowie 1699 u. 1700 bie
Dänen in Holftein u. ft. 1701 in Sluys.
III. Erzbifhöfe von Köln: 79) F., Sohn
des Kurfürften Wilhelm V. von Baiern, geb. 1577;
fiudirte in Ingolftabt, wurbe 1596 Coadjutor des
Kurfürſten von Köln u. 1612 Erzbiſchof u. Kurfürst
daſelbſt, Biſchof zu Lüttich, Münfter, Paderborn u.
Hildesheim; ft. 1650; |. Köln (Erzbistbhum, Geſch.).
80) F. Auguſt Maria Joſeph Anton Graf
Spiegel zum Defenberg u. Canſtein, Ery-
biſchof zu Köln, geb. 1764 in Canſtein, wurde 1752
Domberr zu Dlünfter, begleitete 1790 ten Kur-
fürfien Marimilian Kranz zur Kaiferlrönung u.
wurde 1790 Dompräbentarius zu Osnabrück, 1792
zu Hilbesheim, 1791 Prälat, 1799 Domdechant zu
Münfter u. Propſt int Collegiatftift zu Dülmen;
1806 trat er in Das Quratorium Der Univerfität u.
mwurte Bermwalter ber Erzdiöces Münſter u. 1825
Erzbiſchof von Köln, wo er mit aufgellärteın Geijle
fegeneareich fir Kirche u. Wiffenfchaft wirtte; er fl.
1535; |. Köln (Erzbistum, Geſch.).
Ferdinand, portugiefijhes Fort in Angola
(Meitafrika).
Terdinanda (F. Lag.), Pflanzengattung aus
ber Samilie Compositae - Senecionideae-Heli-
antheae- Heliopsideae; Arten in Merico.
Ferdinandea (Nerita), Infel im Mittel-
meer, zwiihen Eciacca auf Sicilien u. ber vulca-
niſchen Inſel Pantellaria; fie entſtand, nachdem
ein, ſeit dem Juli 1831 auf einer Korallenbank
(Banco Nerita) ausbrechender Vulcan gegen
Ende Auguſt wieder aufgebit batte; fie war gegen
4 italieniſche Meilen im Uinfang; bie Neapolitaner
a. Engländer (bie Letstern nannten fie Hothams-
od. Grahams⸗Inſeln), beſetzten fie gleich nach
ihrer Entftehung, doch verſchwand fie ben 12. Jan.
1832 wieder; 1533 ftieg ber Bulcan von Neuem anf.
, Gerdinandi, Epipbanias, geb. 1569 zu Miſagna
im Königreih Neapel, ftubirte 1583 in Neapel erft
Philoſophie u. Diathematik, dann Medicin u. lehrte
Ferdinand (Erzbifchöfe) bis Fere
1594 nah Mifagna zurück, we er
Arzt lebte u. 1638 ftarb. Er fchr.:
medica et philosophica, ®en. 1
proroganda, Neap. 1612; Centum
Ben. 1621: Aureus de peste libellı
a fo vd. w. Cuba 2
erdinand : Nordbahn, Eiſenb
über Lundenburg nad Olmiütz u. üb:
Oderberg mit ben Nebenlinien Yunde
u. Wien«- Stoderau; eröffnet 1839.
Ferdinandsberg, Berg des Un
Kreije Innshrud (Tyrol) bei Hall; -
Ferdinandshof, Dorf in Krei
des preußiichen Regierungsbezirte 1
erpebition; 750 Einwobner.
Ferdinandsorden, 1) (Real ord
dinando e del merito), ſiciliani
Militärorden von Ferdinand IV., Ki
lien, am 1. April 1500 geftiftet aur
der Iintertbanen, befonder® des Adel
lien, zum Gefühl der Ehre u. des wa
Er beftebt aus 3 Klaflen: Greoftre
tenreu. Ritter. Zeichen: ein aus 6ge
lenbündeln u.6 filbernen Lilien gebilte
einer Königskrone gededt. Born bai
Ferdinaud (ſ. d. 14), darum ein dun
worin die Deviſe: Fidei et merito (be
Berbienft) mit goldenen Buchftaben,
Ferd. IV. inst.anno 1800; Bank: |
rotber Einfaffung. Die erfte Klaſſe!
Bruftftern ganz mie Die Vorberjeite d
Orden des St. Ferdinand, |
tärorden, von ben Generalcortes bes!
Entfernung des Königs Ferdinand \
nien, am 31. Auguft 1811 zur B
gezeichneter militärischer Vertienfte
Ferdinand VII. nach feiner Rüdtch
19. Juli 1815 neu organifirt. Er
Großkreuze, Generale mit befonderer
Generale, Offiziere mit befonterer |
Auszeichnung u. Difizieres Zeichen
weigemaillirtes, Sfpitiges Kreuz mit
jafjung u. goldenen Kugeln; im ge
ſchilde das Bild bes Patrons, bed
(f. d. 14), um daſſelbe ein blaner 9
Devije: Al merite militare (dem M
fteht. Die Inhaber, welche fi durch
ten ausgezeichnet haben, erhalten ı
auch eine Benfion.
Ferdinandftein, Berg der Säch
in der Nähe der Baſtei, ber eine ſch
ben Wehlengrund u. mehrere Felsp
Serdinandüfa (F. Pohl), P
aus ber Familie der Kubiacene-
Eucinchoreae; Arten in Braſilieu.
Ferding, jrüber Eilbermünze ir
— 1 Albertuötbaler, 1%. = 6 Fl.
gerdulf jo v. w. Fardulf, |. d.
erduft, ſ. Firduſi.
Fere (ipr. Fähr), 1) J. Cham
Schangp'noahs), Marktflecken im !
Epernay des franzöſiſchen Deparie
Fertigung von Sackleinewand, 23
25. März 1914 fiegreiches Gefecht D
Hecre über die Corps Der Marſchäll
Mortier; 2) 8. en- Zardenois (jpr. |
noah), Stadt ebentajelbft am Ourcy,
ment Chateau» Thierry bes Depart
Bere bis Jeria
Kon feinen Nadirungen if eine folge von
| Landſchaften vorzüglich X Bot r
Rellipinnerei, Fertigeng von Mü-
fabrif; Handel mit Sant Getreide,
a.; 2500 Ew.
. fo v. mw. La Fere.
ſchick), Stadt ım türkifchen Ejalet
—4000 turtiſchen u. griechiſchen
auptmoſchee. In der Nahe Mine⸗
armen Bädern.
das lange, ſchleppende, von den
yängente Oberkleid ner Türlen, nach
ru. fliegent, cd. jeſt u. erwãrmend.
„Stadt (Gonſt Haupeflatı) in Der
nz Malenteran ı Alten), an ter
-cdjin in das Kaſpiiche Dieer; theil-
bene Ruinen, etwas Dantel.
Stephan, Viltbauer, geb. 1792
sach in Ungarn, Alanya Zchleiter,
ter die Wiener Alademie beiucht
Tberwaldiens Schüler u. erbielt
erzeg Palatin eine Penſien von 400
ten Auftrag, ein Tenkmal des
ie Toreraus zu fertigen. 2) The—
be Tichterin, ach. 1830; ericheß ſich
Sau Szechenvd.
I.am. Ant, Art leichter Truppen,
Kerer,, nach Anteren gufieltaten,
‘ten Zchteuterern auf den Flügeln
Treüen.
latiniiche Göttin, vielleicht mit Diana
"en Dein am Fuße des Albaner
‚re man Verſammlungen u. Jahr⸗
& Einigen je v. w. Ferenia.
tr, ta. Hecgr.), 1) Ziadt der Her—
wurde in den Zamniterfriegen u.
Dannibals verwüſiet u. fpäter von
An ten nahen Zach Aerentina hiel
bre Veriammlungen: jett erento,
ten Mauernu der aus der römiſchen
1 Rurg. 2) Stadt in Etrurien zwi
niichen Zee u. dem Tibris; ſpäter
ipium cd. Celonie: aus ibr ſtammte
Railers Otho: jeyt Aerentine, Stadt
1 Telegatien Froſinene; Sitz emes
drale: 7509 Ew.: mit UÜberreſten
tes Theaters u. von Felſengräbern.
3. Becar.), Oriſchait in Apulia in
renza.
ereb), Cap nörd lich am Eingang Des
yon im franzciiften Tepartement
dijſement Yorteaug, für tie Schiff⸗
ffat.), 1) Trage; daher Feretriuß,
ıetter, weil ibın Die ben feindlichen
encımmienen ISaflen auf einem Fe-
acht wurden; bei. 2) Tedtenbahre;
ıs, Yabrrect, ſ. d.; 3) Sarg.
akt, ſo v. w. Pfirt.
t im unteren Nubien (Afrika), Abu
ber am Nil, bat einen Beinen alt
entempel.
ten am Segura in ter fpantidhen
te (Murciay; 1200 Ew.
jee Paula, geb. zu Wien 1689;
r beutiben Schule: farb 17.40 in
ete in Oſtade's Manier ländliche
u. Landſchaften vorzüglich mit Rui⸗
€ Roelenturgs. Werlke in der Dres⸗
1. im Wiener Belvedere, ſonſt ſelten.
rgani, |. Al Fergani.
giönt, Pernhartin, römiſcher Thier⸗ u.
Seeſiũd maler, blübte um 1710.
Fergus, Könige ven Schettland: 1) F. J. an⸗
geblich erfier König ven Schottland. f. d. (Geſch.).
2) F. IT., regierte 404 — 4230, |. ebd. BI. IIL,
regierte 764 — 767, ermordet, ſ. ehe.
ergus, Nebenfluß tes Sbannen in ber Graf.
ſchait Klare ter irifchen Provinz Munfter.
Bergufon (ſpr. Ferguſſen), 1) James, gebo-
ren 1710 zu Keith in Banffſhire in Schottland:
bütete in feiner Jugent die Schafe u. erlangte bet
tieier Gelegenheit Kenntniſſe der Geftirne, jo daß
fein Serr bewogen wurde, ibnı eine wiſſenſchaftliche
Bildung zu geben, 1744 laın er nach Yonton, wo er
feine aftrencmiichen Zateln berausnab, u. farb 1770.
Hauptwert: Antronomy, mit Julägen von Mackay,
Tone. I809, von Kircbboi, Verl. 17843, 3. Aufl. 1793.
2, Adam, geboren 1724 zu Yogierait in ber Graf⸗
ſchait Perth in Schottland, widmete fich feit 1739
zuerjt in Zt. Audrewe, dann in Edinburg Den Na»
tur» u. Ztaatswilienicaften, dann der Theolegie.
In Edinburg beſchäitigte er ſich in der pbiloſopbi⸗
ſchen Weſellichaft (The specularive roviety, Der er
als Vitglied angebörte), viel mit ber Pbhiloſephie.
1742 wurte er Feldprediger u zog mit in Den Krie
gegen Fraukreich, 1757 wurde er Informator bei
Yord Bute, 1759 Proieſſor ter Naturmiijenichaften
in Edinburg u. 1764 ‘Yirefefjor Der Vieralphileſo⸗
pbie Dajelbit. Zeit 1781 batıe erfich in Ten Privat»
ftand zurüctgezogen u. ft. 1816 ın Zt. Andrews.
Er icbrieb Ersay on thehistory of civil society,
Yonden 1767 (Beuth von Jünger, Leipzig 17685;
Institutes of moral philo-ophy, Yonten 1769;
(teutich wen Greve, Leipzig 1772), Observations
on civil and politieal liberty, venden 1776;
Ilistory of the progrens anıl termination of
the roman republie, Yonten 173; Edinburg
1799; renden 1805 «teumfce von Wed, Yeipzig
1754 ff), 3 Bände; Principles of moral and
political science, Edinburg 1792 (teutih von
Schreiter, Zürich 17059. 3) Robert, geb. 1751
in Edinburg, ſtudirte Daielbftn. in Zt. Andrews u.
ftarb 1774 im Irrenbauſe. Gr ſchrieb Gerichte im
ſchottiſchen Veltedialelte, zucıfd Pertb 1774; ber-
aus ıcgebenvon Dav. Irving, (Maagem 1799, Edin⸗
burg Isos; 3) Zir Renald, Bıiuber Des 1841
geſtorbenen Pelenfreundes Robert F., war Cberfl
des 79. Inianterieregimento, zeichnete ſich bit Der
Einngabuie Der Capftadt, in Spanien, we er 1810
Kommandant von Cadix war, u. 1814 ın Hollaud
aus. Er war Woigmitglied Des Parlaments für
Mottingham, u. fi. im Aprıl 1341.
Ferguſon, Städtiſcher Rezirk (I'oat-townahip)
in Der Grafichaft Centre im Staate Penniylvanien;
Nortamerila), 1700 Ew.
Ferguſonit, Mineral, ven braunſchwarzer bis
pechichwarzer Farbe, hat balbmetalliiden Glanz, iſt
undurchſichtig, ſpröd, Härte 5—6, ſpec. Gewicht
5,8, beftebt aus tantalſaurem Cerervdnl, Atter⸗
erde u. Zirkonerde nie wenig Zinn, Uran u. Ciſen;
finder fih in C.uarz eingewachſen am Kap Farewell
in Grönlant.
Feria, Ztubt am Guatajira in ber fpaniichen
Provinz Badajez (Eſtremadura); ooo Ew.
13
18
Keria bis Fermanagh
Serie, Don Gomez Alvarez de Figueroa y | Mihaelis-%.); nur kurze Zeit zu
Cordova Herzog v. F., geb. 1587; er murbe
Geſandter bei Bapft Baul V. u. bei Maria von Me-
bict, 1616 Bicelönig in Balencia u. 1618 Gouver⸗
neur von Diailand. Als folcher befehligte er bie
Spanier gegen die Graubündtner, gegen den Her-
og von Savoyen u. Frankreich, 30g 1633 dem Kai⸗
Me niit 14,000 M. nah Schwaben zu Hülfe, ward
aber nach Elſaß gebrängt, verlor fein halbes Heer
durch Seuchen u. Strapaten u. flarb 1634.
Feriae (lat.), 1) (rdöm. Ant.), Seft- od. heilige |
Ruhetage, mo Teine Öffentlichen u. Privatgefehl te
betrieben werben durften. Sie waren A) F. pubIY-
eae, u. zwar a) F. legiiimae, die regelmäßigen, feit
alter Zeit beſtehenden Staatefefle: aa) F. stalae,
welche ſtets auf beftimmte Tage fielen und im Ka-
lender verzeichnet waren; bb) F. conceplivae, welche
2 auch jährlich, aber nicht an einem beftimmten
age gefeiert, fondern beſonders von den Prieftern
angefagt murben, dazu gehörten 3. B. bie Ferlae
Lalisae, f. Latinae feriae; b) F, imperalivae,
welche für einzelne beſondere Fälle 5 wur⸗
den. B) F. privatae, welche von einzelnen Perſonen
od. Familien, z. B. bei Geburtstagen (F. nativae),
bei Todtenfeiern CF. denicales) 2c. gefeiert wurden.
2) (Kirchenm.), eigentlich Tage, zur Ehre Gottes
od. eines Heiligen gefeiert ; Babe eriales Iibri, in
ber alten Kirche bie Bücher, worin die Feſte Der
Märtyrer aufgezeichnet waren; 8) feit Papft Syl-
vefter I. alle Tage der Woche, fo daß ber Sonntag
Ferla prima, ber Diontag F. secunda :c. geitannt
wird, ſ. u. Woche. Daher Feriale officium (Serial.
offictum, Tagzeiten), bie in ven Brevieren ent⸗
baltenen Gebete, welche ber latholiſche Geiftliche
au den Wochentagen u. zu beſtimmten Stunden
beten muß.
Ferihaneze, Marktflecken am Bucfica im fla-
voniſchen Kreife Efjeg, nordweſtlich bei Naſchitz;
11,000 Em.
Ferid, 1) 3. Chyrchab (b. h. F. der Löwentödter),
* in den Gebirgen zwiſchen Perſien u. Indien;
emächtigte ſich nach dem Tode des Königs von
Behar 1438 der höchſten Gewalt, griff Bengalen
on u. beſiegte ben Großmogul Humajun; er ft.
1445; |. Indien (Gefch.). 2) 3.-Edbin- Atthar,
ſ. Atthar.
eridun, fabelhafter ng don Perſien, ſ. d.
rien, 1) ſ. Feriae; 2) (Kechtsw.), Tage, an
welchen kein Gericht gehalten wird, Feiertage des
Geſchäftslebens. Dazu rechnet man namentlich die
Sonn⸗u. Feſttage u. die Zeit ber Ernte; auch die
Tage während der Meſſe ob. eines Jahrmarkts
(Markt, Meß-Ferien); durch dieje wirb in
der Regel ber Lauf der Verjührung u. ber Kriften
nicht unterbrochen, während berfelben follen auch
feine gerichtlichen Handlungen vorgenommen wer»
ben, mit Ausnahme berer, bei benen Gefahr im
Berzuge ift, vorzüglich Criminalfadhen; 8) für an-
dere Behörden u. auf Univerfitäten u. Schulen bie
Zeit, in welder die Situngen u. öffentlichen Vor⸗
träge außgejegt werben. In Rom waren regelmä⸗
fig Schulferien (Feriae scholarum) an den Satur-
nalien u. Ouinquatrien; außerorbentliche bei öf-
fentlichen Feftlichleiten; in den ländlichen Schulen
waren bie 4 Donate von ben Iden des Junius bis
zu ben Iden bes October Ferien. Jetzt dauern bie
3 auf Univerfltäten mehrere Wochen zu Ente jebes
emeſters, zu Oftern u. zu Michaelis (Ofter- u.
a. Pfingften; die
erien auf den Sch
gewöhnlich 3—4 Wochen zur Zeit be
(Hundstags-f.) od. im Septembe
), kürzere Zeit an ben hohen Feſtta
olksſchulen finden fie bei. zur zeit der
Ferik (türk.), mititärijche Würde, ber
general entfprechend. Beriti-babrie, ſi
miral.
Ferina tussis (lat.), Keuchhuſten.
Ferio (Log.), der 4. Schlußmodus in
wo ber Oberſatz allgemein verneint, t
befonders bejaht, der Schlußfatz beſond
Ferifon, der 6. Schlußmodus in ber 3.
Duantität u. Onalität des Mobus Fei
a I
Mayor in Dekdan, Hiftoriker in der Di
Jahrhunderts; ſchr. perſiſch: Geſch. voı
(oon 975—1605), engliſch von Dom,!
beutih 1772.
eritat (v. Iat.), Wilbbeit.
eriters, Infelgruppe, fo v. w. 91
ritor (a. Geogr.), Fluß in Lig
Biſagno.
, Nebenfluß des Dſchub in
erfel, 1) (Berten),, ein junges Sd
Schwein; 2) (Suculae, Aftron.), Die?
erke Haha Krankheit ber Fe
in einem Ausſchlag an Augen und Ma
ren u. auch auberen Sörperftellen, be
brauner Schorf erjcheint. Die Augen fü
zeitig entzündet u. von Schleim verkieb
lung gibt man der Sau ein Abführmitte
berſalz in Waffer, reinigt bie Ferkel
ftumpfen Meſſer von ten Schorfen u. I
Grund der Haut mit Rahm od. Si.
Get, e, fo v. m. Sommereiche.
erkelinſel (Gog Istand), Anfeli
Ocean an ber nördlichen Weſtküſte ber ;
dainfel Sumatra, 13: MI. lang, hat viel:
Ferkelkaninchen u. Ferkelmaui
Meerſchweinchen.
erkelkraut, iſt Hypochäris.
erkelmonat, der Januar.
erkeln, von Schweinen, Zunge wı
erlah (Ober. u.Unter:$%.), &
Drave, bei Klagenfurt in Kärnten, im
abrilation von Eijen- u. Stahlwaare.
ewehren, Drabtzilge ; 2000 Em.
Ferlind, italieniſches Gewicht, in Bo)
As, in Ferrara = 36}, in Mobena=3
Ferlus, Raymond Dominique, geb
ftelnaubary; Director bes College zu
—— 1840; er ſchr: Explication dı
eircul. de Denderah, 4. Ausgabe 182
ben Horaz, Juvenal ı. a.
Term, 1) feft; 2) ein vollig abgerid
hund; daher Fermete (franz.), Feſtigk
heit, Gebiegenbeit, Derbheit.
Fermän (türk.), 1) Befehl vom Gi
Namen tes Sultans ausgefertigt. Ci
das größte Anfehen u. wirb vor dem L
Türken ftets ehrfurchtsvoll an die Sti
Jeder Paß u. jede andere im Namen t
abgefaßte Ausfertigung führt ten Nam:
Mongolifchen Reiche u. in Jubien fchrift!
niß, Handel zu treiben.
anagb (Ipr. Fermanao) 1) (
Fermat bie Fernambukholz
srinz Ulſter; 24, CM. grenzt
drone, Monaghan, Cavan u. Ver
‚ Commangbt); theilweis gebirgig
3 großtentheils ſumpfig, von dem
te, den Heineren Seen Melvin u.
n Garmefluß bewäſſert: wenig Ader-
x, Gerſte Rarler FFlachsbau u. Rind⸗
meberei u. Fijcherei; 1901 115,976
Exw.: Hauptſtadt:; Ennislillen am
Sãdtiſcher Bezirk Township
jt Inniata des Staates Pennſylva⸗
rila, am Juniata⸗River.
erre De F., geb. 1590, mar Geometer
:atb ın Teniouie u. ſt. 1665; er Ihr. :
mathematica, Toulouſe 1674, 2
matd Lehrfäge von den Yolygonalyab-
'ganze) Zahl ift entmeter eine Trian⸗
iM aus 2 od. 3 Triangularzablen
K:jete Zabl iſt eine Pentagonalzabl,
ſelchen zuſammengeſetzt. Eben fc
wit ten Hexagenal⸗, Heptagenal-
u Pelvgonalzablen. F. iſt ben ver-
za ihultin geblieben, u. auch neure
haben icichen nech nicht umiafjent
u pirate, f. u. Epirallinie.
!Cscona. L'orona), das Sermeilen
emes vorgeſchriebenen Tone über die
bezeichneuden Note. Das Zeichen
liungszeichen iſt =. Die Yänge
il aber in ter Regel beliebig. Bei
tiucht ınan ib, um Gleichförmig⸗
ingen, über tie Tauer Diele Aue-
intaen. x n lonımen nicht nur am
renftüde über tem Schlußaccorde,
iufig in der Mitte vor, wo eine Art |
ineritt. Zuweilen findet dabei auch
Karenz irgend einer Ecleftimme
men Fer in der Diitte von Augen
traft Der Erimme durch einen jol-
t wieder zu famımeln, cd. um au!
; Leite feterlicher vorzubereiten. Gier
en zugleich eine Aufbaltung.
Aäbrungeftoff), jeder in Zerie-
- Körper, welcher im Stande ift, ir-
Gäbrung fübigen Körper in Gäh⸗
a; f. m. Fäulniß u. Eäührung. Ber
». w. Gäbrung.
fi Kirchgich.', fo v. w. Appmiten.
» (Cbem.), bie bei ter Gäbrungq
ven entflebenten flüchtigen I le, meiſt
in Amflerbam. u. zuletzt in Maſtricht. Gr fchr.:
Histoire naturelle de Ia Hollande @quinoxiale
ou de Surinam, Amſterd. 1765; Description
generale de la colonie de Surinam, ebt. 1769
(deutich von Martini, Verl 1775), Tableau histo-
rique et politique de l’etat ancien et netuel
de la colonie de Surinam etc., Maflr. 177°
ıbeunih ven Canzler, Gött. 178).
Fermo, 1) vormale Marl, teren Geſchichte ſ. ır.
Zpeleto (@rich.); jent 2) Delegation im Kirchen⸗
ftaat ; grenzt an die Telegationen Wlacerata, Atcctt,
Kamerine u. an Das Apdriatiihe Dieer; im We⸗
ſten gebirgig turch Zweige Der Apenninen: Flüſſe:
Ebiente, Touna, Yera, Alo, fließen alle zum Adria—
tiichen Meere: Producte find Getreide, Seide, Maik,
Honig, Vieh, Fiſche; 15 O. M., 104,000 Ew.: 3)
Hauptſtadt darin, unweit Des Meeres; bat Erz⸗
biſchef, Kathedrale, eine 1529 gegründete, ſpäter
aufgebebene u. IN24ernenerte Univerſität, Seminar,
Zbeater, Arbeitebaus, Meinen Ecebaien (Berte
Bifgernmo), mit Aueiubr in Getreite, Zeide u.
Belle; 14,100 Ew. In ter Näbe Yantbaus Dee
Herzogs von Montfort mit Gemälde» u. Wild-
bauergallerie. — F. bieß fen Firmum, es laq
in Picenum u. batte beim Hafen ein fettes Schloß,
Castellum Fiırmanum; im 1. Pumiichen
Kriege jochten Lie Firmani anf Zeiten der Römer
gegen Hannibal: nachber wurde eine römıide Co⸗
lonie hierher geiübrt; 544 n. Ebr. ven Tetila er-
obert. Im PDiittelalter war F. ter Sit eier Mark
(. ch. 1, u. 1559 wurde Da® Erzbisthum errichtet.
Ruinen von Firmum unmeit FF. Ziele Stadt iſt
Geburteort dee vactantius. Wal. Gontieri, F. an-
tico e moderno, Rum 1692; Catalani, Origini
ed antichità Fermuane, ebd. 1775.
Fermor, Wilbelni, Graf von F., geb. 1704
in Pleilem; nahm 1720 ruffifche Tienfte, zeichnere
ſich 1736 gegen Lie Türlen u. Schweden aus,
wurte 1743 Kommandant ven Wilmanſtrand, er-
bieit 1746 die Autlicht iiber Das Yaumceien u. lei-
‚tete den Bau des kaiſerlichen Palaſtes in Peters⸗
| bura. 1755 beiebligte er an Apraxius Stelle ale
General tie in Preußen einfallende Armee, wurde
. bei Zorndorf geſchlagen, dann Durch Den Feldmar⸗
ſchall Soltilew 1754 erfegt, bebielt jedoch unter
Soltikow ein Conimando u. fecht mit bei unners-
m angenebmem Geruch. Es erbält -
Zlättern ven Quercus BRobur ein
mnend ſchmeckendes u. angenehm
von 0,195 fpec. Gew., das Fer-
uerci. Ein anteres, das Ferment-
rei minoris, bat einen weniger an«
ich, es rekncirt Silberſalze; Flerlın
fert en LI von ſcharfem beräuben-
Die %. finb weſentlich verſchieden
Deſtilation ber friihen Pflanzen ges
n.
: ſpr. Fermieb), in Fraulreich Be⸗
cht⸗ ed. Meierbofs (Former: Fermier
. fchenerall,, fo v. w. Generalpachter.
Borf, er wurte ven Peter III. 1763 von Der Armee
entiernt u. von Katbarına II. zum Etattbalter von
Emelenit u. Mitglied des Eenats ernannt m. fl.
auf feinem Hure Nietau 1771.
Germofelle, Etatt anı Tormes u. Duere in
ber ſpaniichen Provinz Zamera; Feſtungewerlke,
Yeinmeberei; 4000 Cm.
Fermoy, Statt in ber Grafichaft Cork der iri-
(den Provinz Munfter, am Rlackwater; Zcijenfie-
berei, Brauerei, Papiermüble: 6300 Em.
Fermunter Alpen, Gebirgsſteck im Schwei⸗
zercanton @raukündten, ein Theil ber Zeloretta-
gruppe im Unterengadin, nach einem angeblich in⸗
mitten ter Gletſcher vieles Gebirges liegenden, aber
- von vielen Geelogen angezweiielten Felienlegel
r. Rermang', Philippe, geb. um 1730 '
war anfangs Erbauipieler, ſtudirte
icin u. ging 1754 nach Eurinanı, wo
sweilse; nach feiner Rüdtehr lebte er
Sermunt benannt, ſchwer u. nur von Wal Zuft
aus zugänglih, von wo ein Paß, Permuntpeg,
8638 F. hoch, nah dem Ochſenthal in Tyrol führt.
‚ Intel, fo v. w. Farn Island.
mbukholz, fo v. mw. Brafliienhulz. Ber-
nambuflad, fo dv. w. nnedhter Florentinerlad. Ber-
namdufretb, fo dv. w. Brafllin. Gernamduftincter,
Fernambuko bis Fernando
durch Digeflion bes F⸗holzes ınit Wafler erhalten; | 1604 in Abyifinien, wo er 30 Jafı
dient, wie das Damit gefärbte Papier (Bernambut:
Yapier), als reagirendes Mittel auf Altalien, durch
welche fie violett gefärbt wird.
ambuko, fo v. w. Pernambuco.
an:Eavalldro, Marktflecken in ber fpani-
{hen Provinz von Ciudad⸗Real; Oliven, Wein,
Spartum, Honig; 750 Ew—
Fernandez, Stabt im Partibo Rioverde tes
wericanifchen Bunbesflaates Potoſi; 3500 Ew.
andez, Infel, fo. v. w. Juan Fernandez.
ander (Bernandes), 1) Alvaro, portu-
giefifcher Seefahrer, begleitete feinen Obeim Zareco
1446, als er bie Milndung des Senegal u. das
Grüne Borgebirg entbedte; er felbft entvedte 1447
den Rio Grande; 2) Yuan, begleitete 1446 An-
tonio Gonzales auf feiner Entbedungsreife an ber
Küfte von Afrika, blieb, ale feine Tanbeleute nach
Portugal zurüdtehrten, unter den Aſſanſadji⸗
Mauren zurüd u. bereifte, von biefen als Shane
verkauft, mit feinem Herrn mehrere Diftricte. Bon
den Portugiefen befreit, begleitete er 1448 Diego
Gilhomen wieder nach Afrika, ftieg allein ans Land,
aber ein plötzlich entſtandner Sturm zerriß ben
Unter feines Bootes n. er verfcholl ſeitdem. Er ift
ber erfie Europäer, ber in das Innere von Afrika
eindrang. 3) Dionyfio,geb. 1422, Portugiefe ;
entdedte um 1445 ben Senegal u. ſt. 1480. 4) Al -
varo II.; lebte im 16. Jahrh. u. befand ſich mit
auf dem von Dom Manoel de Souza de Sepulveba
befehligten Schiffe San⸗Joao, welches am 24. Juni
1552 an ber Küfte von Ratal Echifibruch litt, er
allein rettete nach unfäglichen Leiden fein Leben n.
Bat die Geſchichte dieſes Saifferune u. feiner Ret-
tung beichrieben in dem Werfe: Historia da muy
notavel perda do Galion, U (srao-Joao, Liſſab.
1554, u. der portugiefiihe Dichter Heronymo be
Corte⸗Real bat das tragiihe Ereigniß in feinem
Epos: Naufragio de Manocel de Souza de Se-
ulveda, Liſſab. 1494, gefeiert. 5) Diego, geb. zu
nfang des 16. Jahrh. in Balencia in Spanien, ging
mit dem fpanifchen Heere nach Peru u. machte dort
den Belbing egen ben Aufrübhrer Geron mit. Nach
feiner Kid br nad Spanien machte ihn Sanboval,
der Bräfibent des hoben Rathes zu Indien, zum
Hiftoriographen. Er ſchr. außer der Geſchichte jenes
peibauge noch Primera y seguuda parte de
historia del Peru, Sevilla 1671, Fol. 6)
Yuan, geb. zu Cartagena 1538; entbedte 1571
die Juan Fernandez⸗Juſeln, 1574 bie Infeln St.
Felix u. S. Ambrofiv. Sein Plan, eine Eolonie
auf den entdedten Infeln anzulegen, fcheiterte; ex
farb 1597. 7) Pedro F. de Guadalupe, fpa-
niſcher Maler, blüthe au fang bes 16. Jahrhun⸗
dert, wo er bie Kathedrale zu Sevilla ınit Gemäl-
ben jhmüdte u. das bortige Tabernalel in esto-
fado ausführte, einer Manier hölzerne Sculpturen
zu bemalen u. zu vergolben, jo baß fie ein email-
artiges Ausſehen erhielten. Die Art feiner Malc-
rei läßt in ihm einen Schüler tes Cofla von Ferrara
vermutben. Gr lebte noch 1526. 8) Lodovico,
eb. 1550 in Liffabon, war Jeſuit, ging 1570 ale
iſſionär nach Oſtindien, wo er 1590 an bie Spite
der Milfion zu Vaçaim geftellt wurte. Auch auf
ben Moluften richtete er Milfionsftationen ein; er
R. 1603 u. fdhr.: Annune literae e Moluccis,
1603. 9) Antonio, geb. 1566 in Liffabon, wurde
Jeſuit u. Mifftonär, zuerf in Oflindien, daun feit
er fl. 1642 in Goa u. fhr,: Abhand
Religionsirrthlümer der Athiopier, (
der Landesſprache; Unterricht für B
Ambariieer Sprade; Rituale rc
thiopifcher Sprache, ebd. 1626; R
giro (Dſchindſchiro) mit Fekur Egzz
bes Kailers von Athiopien, im Zah
van der Aa Sammlung von Neilen
1707, 2 Bde.). 10) Alero, geb.
Maler, blüthe zu Anfang des 16. I
1608 nad Sevilla berufen, um den
bortigen Katbebrale mit drei Gemäll
den. Diefe Dialereien fielen die Sta.
St. Joachim, Mariä Geburt u. Maı
dar. 11) Zorge Aleman, Bruber
‚ fpanifcher Bildhauer, arbeitete ınit fi
an ber Ausihmüdung ber Katbebral
in welcher die Sculpturen des Haup
ber prachtuollften und großartigfien
Art, von feiner Hand herrühren. 12) |
geb. 1605 in Madrid, Maler, Schüler
cio Corducho, war am ſpaniſchen $
ſchmückung des töniglichen Palaſtes beit
malte er im Kloſter be la Bictoria p
Joachim u. Anna, u. das Begräbniß |
v. Baula. Er radirte auch unt. and.
Corduchos Gefprächen über Malerei
18) Juan Patricius, jefwirifcher
Paraguay, fi. 1672 u. ſchr.: Hiſto
über die Miſſion bei den Chiquito
ſpaniſch Madrid, 1726, deutſch Wien
niſch ebd. 1733.
Fernandezia (F. R. et P.), P
(benannt nach dem ſpaniſchen Botar
ciu® dernandez) aus ber Kamilie
deae - Vandeae; Arten: Schmarof
Bäumen u. an Felſen in Peru.
Fernandina , Poſtort in der Gra
bes Staates Florida (Nordamerika),
—ã — (ſpan.), fo v. w. Ferd
ernando, 1) (Ila de Leon
ber fpanifchen Infel Isla de Leon, 2
Cadir, in beffen Befeftigungemerfte fi
als deſſen Vorſtadt fie faft gelten ka
Ponte de Zuaz über den Kanal San‘
Feſtland verbunden, hat Seecabetten]
ofpital, Handel; 15,000 Ew. 2) (G:
& Seftung der Stabt Yigueras in
rovinz Gerona, an einer Hauptitra|
reich ; gehört zu ben ſtärkſten Feſtunge
ift erbaut unter Ferdinand VI. 3) 8.'
Anjel aus der Gruppe der Öuineainh
ungefähr 74 Meilen lang, 43 breit; 5
durchziehen bie Infel, von denen bie bi
einen Kraterberg, ben Clarence⸗Pic,
faft Burchgebents aus vulkaniſchem
hende Boden ift fehr fruchtbar u. mi
Urwaldungen großer Bäume (barammt
hölzer), bis zu 10,000 5. Seehd e beb
Bäche ftürzen in tiefen Sch.uchıen «
Meer hinab; das Klima ift in den höhe
ſund, an ver Küfte ungefund. Die Bew
nad) Anbern nur 4000), die Thier⸗ u
nd weientlih verjchieben von dene
fe. Gewonnen wird in großer Ben
sel u. Palmöl. Sllaverei hat bei be
mie Rattgefunben. Obgleich wegen bi
Bernau bis nn
Rieberlaf
eben vi Infel std zen 102 6 ir
] u
den Bigermänbungen
gute Station finden.
der Juſel iſt die wichtige:
larence Cove, u. an einem
offenen Waflerbeden, das
abgibt. Bis jum Jahre
ik ber Bortus eſen. Da-
x. 1627 ward fie von
Sa eich erfl 1841 Die Spa⸗
ılıh aufgaben, 4) 9. de Guabe-
ricaniihen Bunbesfaate Chia⸗
‚8) Fluß im mericaniſchen Bun-
.s; 6) befefligter Hafenplag im
ifden Republit Sofa Rica; 7)
n an der Mündung bes Por-
ure, in der Brovinz Apure ber
Republit Venezuela; Handel,
e Storenge, Inſel im Atlanti⸗
m
it
ceoinz Golchague
m Republif Chile; 70,000 Emw.;
R, am Eingukrirka; 12,000 dw.
—— —*
ten, wurbe 1816 Zögling ber
ven, ı war inbeß gendihigt ſich
rbeiten zu befchäftigen, bie ihm
erten ; er erwarb fich dadurch ei
uwrwifienfchaften, bei Chemie,
miſchen Schule in Wien. Rad
thrt, erfaub er eine cgenthäm,
stil, weide I. Schnort zu ar
hiſtoriſchen Gemälte im lo
noenbete ; wurbe Conſervator in
1. &r fhr.: Über Kenntniß
farben, 1834; Lebr- u. 1. ganı-
naeh 1843; Lehrbuch über
——
u.
hei Hilchenbach im Kreife
— Regierungsbezirte Arns⸗
‚ 100 Ew.
— Pflamengattung (be
ızte Jean Bernel, geb.
Jaris ale Leibarzt Deinriche I, fem
vr Rubisceae- ——
.ELl. 1. Orden. L.; : FE.
vata, F. oduncalata, 8 Bäume
2
w tatholiſche, ans den Nieder⸗
ich v. Barmwit geheißne
« Schiefien, weile im 17.
—5 erhoben —8
Namur lie genden Siamm⸗
ı Namen aunnahmen. 1748 mit
be wurde. Mertwürbig: 1)
zany, geb. 1597, war Gene
n. Oberihoffciegereth,, wurde
652 —— des Furſtenthue Oroß⸗
ogan, AN iin in Schlefien m.
— —
orbnen
1817; weder er, noch fein —— Scan,
geb. 1821, if verbeirathet.
? m in Tyrol der Ramıe für Gletſcher
Berner), Dorf im Srrondiffem ent Ger
bee franz fen Departements — in ; viele Uhrme-
der , Topferei, 1000 Ew.; oß mit Bar-
tem, Boltaire's, des Bhilofophen von Ferney,
Aufentbalt von 1761—1777, lange Zeit im
der gräflichen lie Cudé, am 1835 Durch 8
in ben Befig eines Frivatmannes Grigelet; 1848
faufte e6 vom diefem ber Barifer In welenbänbler
David. Grigolet, welcher das Schloß ſeibſt be⸗
wohnte, hatte das alte Mobiliar unter Siegel auf
der Mairie niederlegen laffen; Davib bat alles
— in den Stand ſetzen lafſen, wie es zu Bol-
taire'e Zeit Hr Hm &-
Terngefühl, Wahrucehmung von feruen
genfländen, ohne baf ein Eins nadhweisber iM,
—*2** ſelbige vermittelt wird. Bel Thieren muß
aus —— ei 8. augeflanten wer
cheint es in eignen Ber
*5* u * die man —98
puung bezeichnet. Erſcheinungen
——— magnetiſchen en Sal Aub hiccher m m
laſs, 1) eine einfache Toncavfinfe für
entweder als Lorgnette, od. gewöhn⸗
ide in Britenform (f. Vrille) gebe auch 2)
eine Eonverlinfe von großem Durchmeſſer u. gro»
fa 8: Brennweite; fie And d ungenrähntich u. ſchwer
Tjcirnhaufen batte eins von I rhein⸗
en Buß Durhmefler u. 32 Auf Brenn»
weite, mit ber er eine, 1% Meile Gtabt im
das Geſichtofeld faffen u. beutlicher erblicken
als durch ein damaliges Ferurohr. Auch en nel! —8
denft einer 2 Fuß fangen, 1}
converen Hastafel, von 30 $ı —*
d i beiben ellen
weit Pänfer bensli erbiiche, Kun der
an un Sera ein are rieleftop
n
(Tiieseo —* fenestrale). 2 n Tafdenpere
fpectin; 4) überhaupt fo v. w. .
rn, Anton —— . 1814 in
rt, wibmete fi der Bilbkun Bei Stigl⸗
mayr in München, te bie e bertige
u. das Atelier
Wien, wo er mit der Aberfchene
olge beffen * — der Ausführung bes
Denfwais fir ben Enger Karl beauftragt,
det er Fr vo
Sanig (Dürr- u. Maria⸗
ber Mur im feyerifchen Kreiſe
Niederlage ber Türken.
), 2 Dörfer am
rat; bier 1532
ſich der Malerei
—— — re
— ei nr u Io a Baia
Ferurohr
lefopbie nach Jena; er war 1804 - 1807 Biblietbelar | mifche Fee; dieſe beſtehen aus en
ber vermittweten Derzogin von Weimar u. ftarb Dert
4. Dec. 180%. Er ſchr.: ItalientichesSprachlebre für
Deutſche, Tüb. 1504, 2 Vre., 2 Aufl. 18155, Rd«
miſche Etubien, Zürich 1506-1803, 3 Bde.; Über
ten Bildhauer Canova, ebd. 1806; Yeben Ludovico
Ariofto’s, ebd. 1809 ; Francesco Betrarca, herausge-
geben von ?. Hain, Yp3. 1818; u. gab heraus: Ra-
colta di autori classicı Italianı, Jena 1807,
10 Bde; Windelmanns Werte, 1. Theil, Dresd.
1808 5, Taſſo's Befreites Jeruialem, Jena 1509,
2 Bde. Seine Lebensbeſchreibung von Johanna
Schopenhauer, Tüb. 1810.
ernrohr, Inftrument, welches vermittelft in
einem Rohre angebrachter Yinjengläfer ed. Hohl⸗
fpiegel, Deren Achien in einer geraten Finie liegen,
Dazu dient, entfernte Gegenftänte tem Auge fchein>
bar näher zu rüden, ot. auch ſolche fichtbar zu ma-
chen, bie mit bloßen Augen ganz unlennbar bleiben
mwürben. Da Alles bier auf angemefjene Stellung
der Gläſer gegen einander ankommt u. bieje® nach
Berichiedenheit der Entſernung ter Gegenftänbe,
auch für kurz⸗ u. weitfichtige Augen, eine abwei⸗
chende ift, fo nıuß das Rohr nach Bedürfniß ver⸗
längert u. verlürzt werten können. Dies gefchieht
durch 2 od. mehrere in einander einzufchiebenve
Röhren, jo daß ein langes %., wenn man es bei-
legt, in einen nur Heinen Raum zufanımen gefcho-
ben werten fann. Die zuerft beinahe gleichzeitig von
bolläntischen Brillenmachern u. von Galilei erfunde⸗
nen. bolländiſchen u. GalileiſchenFee beftan-
den aber nur and einem converen, dem zu beſchauenden
Gegenſtand zugekehrten Glaſe (Objectivglaſe,
Objectiv), u. einem concaven, dem Auge zuge-
Iehrten (Ocularglafe, DOcular), bie fo ge
ftellt werten, daß tie Strablen, weldhe vom Ob⸗
jectio berfonmen, durch das Ocular aufgefangen
werben, ehe fie fi zu einem Bilde vereinigt
aben u. zwar, daß Lie Kntjernung des Ocu⸗
lars von tem Breunpunkt des Objectivs nur we-
nig größer ift, ald bie Zerſtreunngsweite Des Hohl⸗
aſes. Weil aber tie fpätere Verbeflerung des
«8 weit Genügenderes gewährte, jo ift biefe Ein⸗
richtung ber Fee jetzt gm aufgegeben u. nur für bie
von Heinerer Form, Taſchenperſpective, mit
nur 1 Auszug u. Feldſtecher, noch beibehalten.
Die lehteren —* ewöhnlich mit mehreren, auf ei⸗
ner kleinen Drehſcheibe befindlichen Ocularen verſe⸗
Pi mittelfl teren man bie Stärke ber Vergrö⸗
erung verändern kann. Diefe holländiſchen F⸗e
baten hauptjächlich den Nachtheil eines ſehr
Heinen Geſichtsfeldes, welcher mit Nothwendigkeit
Daraus folgt, Daß die aus Dem Ocular austreten-
ten Strablen bivergiren. Das Gefichtsfeld ift nur
die Mantelfläche eines Kegel, vefien Bafis bie Pu-
pille ift u. deſſen Spite im Mittelpunkt des Objec-
tivs liegt. Eben deshalb vertragen fie aber auch nur
ſchwache Bergrößerungen, böchftens bis zur 3Ojachen.
Die Bergrößernng eines ſolchen findet man, inbem
man bie Brennweite des Objectivs Durch bie Zer⸗
Pe maeineite bes Oeunlars dividirt. Jet unter
cheidet man: A) Katoptrifhe Fee (Reflecto⸗
ren), we ein Spiegel ale Objectivglas bient, mehr
ale Spiegeitelejtope (j. db.) untericieben;
B) Dioptriige Fre (Refractoren), durchſich⸗
tige @läfer, wo bieje bie ſcheinbare Annäherung
od. Bergräßerung der fernen Gefichtegegenitänve
R, theiten ih wieber in: a) Uſtrono⸗
Dbjectiv- u. einem, ebenfalle erbat
glaje, welche um Die Summe ihrer B
einander entfernt find. Die Bergröße
ift gleich bem Quotienten aus beiben
Kepler gab es an, ber Bater Schein
e8 zuerft für aſtronomiſche Beobacht
ihm erfcheinen alle Gegenftänte um
Bortheile aber find, daß e8 ein gri
bat u. das Auge nicht genau an de
angerüdt zu fein braudt. Man pfl
Dcular nicht eine einfache Converlin
Spftent zweier, gewöhnlich das K
Dcularanzumenden. Die dem Obi
bente von beiden beißt das Collectiv—
Zweck, mit ben Objectiv gemeinichai
des Gegenftandes zu Stande zu brin
das entferntere Ocularglas vergrö
wird. Dies Campaniſche Ocular Eu
theil eines Doppelt jo greßen Gefi
gleiher Vergrößerung u. befeitigt
er Lupe unvermiibliche Barbenzerf
Größe des Gefichtsfeibes ift bie
Mantelfläche eines Kegels, deſſen
anfebnlich große Collectivglas ift n.
im Mittelpunkt bes Objectios lieg
die Unvolllommenbeit ber verteb
fung ter Gegenftände durch Ausei
ber Gläſer u. Ginfegung eines zmeite
ſes zu beben verjudt; aber bie At
Lichtftrahlen wird dann zu groß. Di
durch ben Brennpunkt des Ocular
Mittelpunkt des Objectioglajes, beif
tionslinie. Um bie aftroncıntjchen
nenbeobadytungen zu gebrauchen, le
Rauch geſchwärzte Oläſer (Dampig
jelben. Herſchel empfabl Dazu 2 feb
Gläſer, wovon eins mit Rauch angela
bunlelblaues Glas u. ein blaugrünee
geihmärzted. Man bebient fich ftatt
des ſchwarzen Glimmere. Um tie
trachtung terreftrijber Gegenftänte
lebrung der Bilder zu vermeiben, ift: |
(zuerfi von Anton Maria de Rheita
ben) in Gebrauch gelommen, das a
Gläſern beftebt, an tenen die Br
Objectiv- u. des dritten Oculargle
erften n. zweiten Oenlarglaſes mit
punlten zujammenfallen. Sie fine
mifche Fee zu betrachten, von benen
vordern Gläjern gebildete bei. bie
bewirkt, das aus ben beiden bint
aber das Bild umkehrt, alfo wied
Meift tann ein Erd⸗F. burh Mey
Deulargläfern in ein aftronomijd
werden. Da das Licht durch bie 4
etwas geſchwächt wird, fo gibt jene
Helligkeit, als vieles. Man hat ne
mehrere Berbejlerungen an ben Erb
zubringen gefucht, indem man 5 ob.
einjette. Seit Erfindung der Spieg
gewähren fie feinen Vortbeil mehr ı
ndequemlichleiten verbunten. Um
alles unorbentlich zerftreute Licht ab
entweber auf das Objectivglas eine
(Beredung), in der Mitte mit ein:
nung verieben, gelegt, od. am ber
ftelle beider Brennpunkte oft eim fd
Bernrobr 201
Diapbragma, QAlentung) | läßt ſich, wie bereits angegeben, aus (Arche ter
eſien Stelle man auch Bebuis aftrc» |, Vreunmeiten der Yinien berechnen, doc fan man
nen eit feine gatenfrenzeaue | fie folgenkermaßen unmittelbar mefien. Man blıdt
ig einander durchkreuzenden Saas» | gleichzeitig mit Dem eımen Auge durch das F. nach
sen ie anbringt, Daß Lie Ebene Dies | einem entfernten Mapitabe ı1. mir Tem antern te
ser Achle tes «6 ſenkrecht zu fteben | bemafineten Auge nad bemielben: fe erbält man
-emeter. Die runde Offnung ım , zmei ſich dedende Bilder von verichietener Grohe u.
° Bientung (Apertur) macht, je | man kann leicht zäblen, wie viele Abtbeilungen des
8 Alp deutlicher, je größer, teite ! Heinen Bildes auf eine Abıbeilung des nrößeren
aus richtige GSröße terielben viel | konnen. Bei fiärker vergrößernren f-en läßt man
lend trug bei Gelegenbeit eines | Die aus Tem Teular treienden Strablen auf einen
Hera Nebauptung, daß die Kroftall» | Heinen Sömmeringſchen Spiegel fallen u. projicirt
abricheinlich fe zuiammengeſedt fer, | bierdurch Das Bild Des entſernten u. vergrößerten
bt ebne Farbenzerſtreuung breche, Daßitabes auf einen naben Diafftab, meiden man
auf tie Yınienglärer über, indem er | gleichzeitig direct betrachtet. Die Güte eines Fee
erena!as u. ein cencaves zlintglae | ıjt aber nicht allein von ter Stärke feiner Bere
ımmeniekte, Laß tie Trarbenzer- | größerung abhängig, weil bei zunebmenter Ver⸗
zen drrrch Lie tes zweiten, wie beim | größerung leicht Das aui eine größere Fläche fich
Priöma, aufgebeben murte. ft | veriheilente richt zu ſchwach wirt, um die Gegen⸗
ein Trittes Yınjenglas nerbig, un | flände Deutlich erfennen zu laſſen, jendern auch
jemajte tes 7-8 zu erreichen. | von feiner Helligkeit. Menn en F. den Ge⸗
ns u. Reichenbach vercelltemin- | genfland nicht vergrößert, wie e3 bei Fixſiernen
ihren ſehr u. theilten es als Ge⸗der Fall iſt, je wur man offenbar ten Gcgenftand
meter, Fraunboier u. Antern mit, | jo vıel mul heller jeben, als die Fläche Der Pupille
Beser:ciseuren große Masichnelzen | iu Der Fläche Tea Thjectivglaſes enibalten iſt, meil
1@is3 vollkemmener barflellten, ale | fo viel mal mebr Strahlen teın Auge zugeführt wer⸗
& verınchten. Ben Guiant bar | den. Vergrößert nun aber das F. den Gegenſtand,
Daguet in Zelotburn geerbt, ter | fo wird Das eingefallene Licht auf eine greßere
ür CEriiker aut liefert. Seitdem | Fläche vertheilt u tie Helligkeil jedes entzelnen
aller guter F⸗e adromattich, D. i. | Punktes um jo viel mal ſchwächer, als Das. adras
a zufammengejegt, Lie nicht ge» | ber Vergrößerung beträgt. Iſt deninach a der Durch⸗
ie ſenſt, Las durchiallende Licht meſſer des Objectivglaſes, b der der Pupille n. m
trahlen gebroden werde, wodur a! ; :
ichen —*8 Medien betrach⸗ bie Vergrößerung, fo wirt che die Hellig
t einem jarbigen Saume eingeſaßt feit bes Fos austrüden Man kann ſich aber leicht
jetech reines Crown- u. lintglae | Davon überzeugen, Daß dieſer Werth nie größer ale
en ſchwer ;u erbalten iſt, jo machte | j werten fan. Endlich if noch von der Voutkom⸗
e Veriuche, u. Reb. Blair jucbte | menheit ter Gläſer cd. Spiegel die Kia:beit abbän⸗
anarıiche, d. i. keine Abweichung gig, mit der die Bilder bervortreten, u. welche um
u mithin auch ee) aus einer, mit | yo größer iſt, jemebr tie ſphäriſche u. chrematiſche
zu. Zalpeterjäure veriegten Deafie | Aberration vermieten ıft u. alle unerzentiich ge⸗
um die ın en achromatiichen Lin⸗brochenen Strablen abgehalten find. Aus allen er
bemerfichen narbenipuren völlig zu | gibt fi dann das Daß ber iegenannten raum⸗
'r erreicht man nach neueren Erfab» | Eurcrringenden Kraft tes n-s, vermöge wel
arlewo, dieien Zwed, wenn mand cher man gewiſſerniaßen weiter in die Dinmmelaränme
Schireielfchlenitefi aefüllte Linſe portringen fanıt. Würde 3.8. Der Zirius Iomal
rennweite bes I bjectina anbrıngt, | meiter von uns entiernt fein, ale er es iit, fc wür⸗
ammenfügt, teren 4 A berfläden | den mir ibn 192 — luomal chwächer erbliden;
at, daß nicht nur die Yarbenzer- | ein Fernrobr aber, deſſen raumt urchdringende Kraft
en auch tie ſphäriſche Abneibiung | = 10 wäre, mürbeibn dann mit eben ber Yichtftärte
. 2a aber auch Tergleichen aplanar | zeigen, als wir ibn gegenwärtig mit bloßen Augen
:ößerem Maßſtabe zu verjertizen, | jeden. Die raumbuckhbringenten Kräfte zweier
if, jo bat aui vitixews Berihiag, | Fee verhalten fich alfo wie Die Duadranvurzeln aus
„biectivglas am ten ‚seen Elia aus | ihren richtſtärken. Der Ausdruck Kraft eines F.
erjertigen u. zur Aufperung Perazare | ı ven Herſchel bem Nlteren eingejührt werten.
ine Flintglaslinſe von viel heinerenm | Dur Verſuche fand er, daß 3. ®. eın F. von zwei
einiger Untiernung davon anzurin⸗ Ku Brennmeite u. vier Zol Offnung eine raum⸗
Intifche Fee veriertigi, melde, bet | purchbringende Kraft == 13, ein 10füßiges pie
eilbeit u Bequenilickeit, an Achte» | geiteleilop von 9 Zoll Offnung eine raumdurch-
sehen Tollont ichen gleichlenmen. | vringente Kraft — 20, Der große 40füßige Reflector
brauch von Zen ıjı es ein Vor⸗ von 43 Sol Offnung eine raumturbtringende
othwendige Vedingung, DaB Die zu | Kraft — 192 hate, bie des unbemafineten Auges
egenfänte wehl erleuchtet fint, weil — 1 gefett. Um mit jebem Auge Durch ein F. leben
ne ber Vergrößerung, bie fie gewäh⸗ | „2 können, erfand Rheita im 17. Jahrh. das Bin»
&leit des Gegenſtandes vermintert | geularteleitop (Binoculum), 2 &- neben
* in nur mattem Lichte ganz der⸗ | einander auf einem Stativ fo befeftigt, daß man fie
Stärke der Vergrößerung nach einem Gegenſtand richten m. mit jebem Kuze
jmeutation, Amplification) | durch eins ſehen Lan. ie gewähren ein fehr I
— — — — — — — — a en ——— —— — — —
ber außer Gebranch.
Das F. ruht auf einem Sernrobrgeftell (Sta⸗
tion), einer Vorkehrung, um bem F. beim Ge-
brauch einen feften Stand zu geben; daſſelbe be-
ſteht mwefentlich aus 3 beweglihen Füßen, einem
ebenfalls beweglichen Mitteiſtück, welches, wäh⸗
rend die Füße ausgebreitet ſtehen, in perpendi⸗
eulärer Richtung dem Fee den Stützpunkt gibt, u.
einer auf biefem beweglichen Unterlage des %-%,
morauf dieſes ſelbſt befeftigt ift. Zufolge biefer Ein⸗
rihtung, Die nach befonderen Zwecken wieder ihre
Eigentbüntlichkeiten hat, kann das F. in jeber nöthigen
Höhen. ſowohl nad) einem verticalen als horizontalen
Halbkreis in jede Richtung gebracht u. darin erhal»
ten werben. Eine parallattifjhe Aufftellun
eines j5-6 nennt man insbefontere eine jolche, burd
welche es um eine der Weltachje parallele u. eine
darauf ſenkrechte Achſe beweglich if, jo Daß man mit
ihm unmittelbar Die Poldiftanzen u. die Stunden»
winkel der Geftirne mefien kann, fo wie ber um eine
verticale u. eine darauf ſenkrechte Achſe bewegliche
Höbentreis bie Höhe u. das Azimut meſſen läßt.
Die Fee find, wie jet fiher nachgewieſen ift, um
1698 in Holland erfunden worden (G. Moll, On-
derzoek naar der eerste Uitfiinders der Vern-
kykers, Amft. 1831). Seitdem Balilei Durch beten
Hülfe 1610 die miebiceifchen Sterne entbedte, find
durch diefelben (bis 1857) 44 neue Planeten, 4 Tra-
bantenſyſteme (das der 4 Jupiters⸗, der 8 Saturntße,
der 6 Uranus», ber 2 Neptunsmonbe), 2 Ringfuftente
(um Saturn u. Neptun), bie Phafen der Veuus,
unzählige Kometen, bef. bie innern (planetarifchen)
mit genau berechneten lUmlaufszeiten u. Bahnen
aufgehunden; ferner der uns beobachtbare Firftern-
himimel mit feinen Tauſenden von Nebelfleden,
Sternhaufen u. Doppelfternen nnenblich erweitert
u. bie reine Theorie vielfach beftätigt u. fortgebil-
det worden. Den während Galilei die Jupiterd-
trabanten mit Tmaliger Vergrößerung entbedte u.
dieſelbe nie über 32 fteigerte, tonnte 170 Jahre ſpä⸗
ter W. Herſchel eine 6500malige Vergrößerung an-
wenden. Sole Steigerung glaubte man Anfang®,
ba es nur noch Refractoren gab u. bie mit ber Bre⸗
hung verbundene Karbenzerftreuung eine flärlere
Krümmung der Linjenflächen nicht zulich, nur anf
dem Wege ber Bergrößerung des Durchmeflers
der ‚Dejectingiäer u. ber Verlängerung ber Rohre
erreichen zu Lönnen, u. fo erichienen in ben Zeiten
von Huyghens, Auzout u. Caſſini Fee von 122—300
Fuß Focallãnge welche eine Vergrößerung bis 600
verſtatteten. Die Unbequemlichleit dieſer rieſigen
Längen, bie unvermeidliche Krümmung ber Röhren
a. bie Schwierigleit der Aufftellung fetzten weiteren
Fortſchritten auf diefen Wege bald ein Ziel. Da
ermöglichte Dollonds Erfindung der achromatifchen
—F 1755 von Neuem bedeutende Fortſchritte.
enn menn ein früberes F. erfi bei 200 Fuß
Länge eine 320fache Bergrößerung erreichte, fu lei⸗
ſtet ein achromatiſches daſſelbe Ichon bei 7 Fuß.
Bald jedoch gewannen duch W. Herſchel, ber
die von Newton erfimbenen Spiegeltelellope
weientlih vervolflommmete, biefe bie Oberhand.
Sein erſies F. diefer Art war ein Sfüßiger Reflec⸗
tor, burch welchen er bis zu 9Y3Umaliger Vergrö⸗
kerung gehen Tonnte, u. 1781 ben Uranus ent-
Darauf brachte er noch andere von 10, 15,
m Stande, mit welchen er 6500fache Ber-
Fernrohr
baftes Bild, find aber unbequem aufzuftellen u. da- |
rößerumg erreichte. Endlich verfert
Pifige Nieſenteleſtop, beflen Hoblſpie
Höhe u. 42 Fuß Umfang hat, womit
erblidte, von denen das Licht nach fei
2 Dill. Jahre braucht, um zu ung zı
alfo 600,000mal weiter von uns ent
der nächſte belannte Firftern (a &e
Artigues, der das bisher in größeren
barftellbare Flintglas lieferte, wur!
fractoren nochmals möglid, mit d
zu wetteifern, u. Fraunhofer conſtri
fractoren, denen er mittel® eines
parallaktiſche, ten Sternen folgent
gab. Wenn nämlich ein folches F.
finmteu Orte, 3. B. auf einer Ster
ben bleibt, jo gibt man ihm flatt eine
horizontaler u. verticaler Bewegun
lich ein parallattiiches Stativ, das fi
deutenben Dimenfionen u. ſehr beträ
größerungen no mit einen Uhrwen
um die Beobachtungen fehr bequer
maden, ein Bortheil, defien tie S
entbehren. Die größten Yuftrumente
die der Dorpater u. Berliner Sterr
Bar. Zoll Öffnung u. 134 Fuß Foc
von Merz u. Mahler für Bullomwa u.
Norbamerifa gefertigten, von denen |
Par. Zoll Offnung u. 21 Fuß Brennn
dem in Oct. 1847 der zweite Neptun
wurbe. Ein Riefenrefractor von 46 $
n. 19 Zoll 124 Lin. Objectivöffnung
aufgeftellt, war 1856 im Parc astro
institut technomantique in Pari
Fr. zu verlaufen; feine Xeiftungen {
von Fraunhofer u. von Merz noch n
Die berühmteften Reflectoren ber
find der von Laffell, der durch fein {
von 2 Fuß Offnung u. 20 Buß 9
Zuli 1847 den erften Neptunsınont
der bes Lord Rofle in Parſoustow
beffen Riefentelejlop von 6 engl. Fuß (
Off u. 50 engl. Fuß Länge viele
gelöfte Nebeiflede in Eternihmwärm:
u. für die Zulunft die Erwartungen d
noch aufs Höchfte jpannt. In nenefl
Wirkung der adhromatifchen F⸗e durch
piſche Ocular (ſ. d.), erfunden von Ke
lar, beträchtlich erhäht worden. Bei
weiche ſtarke Bergrößerungent befitgen, ı
letzteren das Geſichtsfeld —* verklein
ſchwer hält, mittelſt eines ſolchen Re
Gegenſtand am Himmel unmittelbar
den) ein lleines F., dem großen parall
welches ſeiner Beſtimmung wegen de
nannt wird. In der neueſten Zeit
dialytiſches F. von 11 Fuß Brennwei
Obiecetivöffnung für den Sultan ange
Ausgezeichnetes Teiftet. Man erbält je
lichſten Fee aller Art aus ven optiſch
von Lerebours u. Secretan in Paris,
Mahler (früher Fraunhofer u. Utzſchne
hen, von Piöfl in Wien, von Kelln
in Bezug auf an aftronomijchen W
zeugen angebrachte Fee auch von Pift
ın Berlin ꝛc. Ein Verzeichniß ver 9
die öfters Veränderungen erfahren, |
ältere in Der Borrede zu Lalandes Af
neuere in Schuhmachers Aftronomifd
halt au fendten Orten . Pia’ yums,
— m. a. Noch — ad
Die Bettungen A —— meh e ner
chus, Steropus =. m — Oier ·
— AP — Bon, . '9-
amilie; 8
—, *5 ſJ. u. —5
ttin eine®
un 5* u aa de⸗
55— des 4
L von 53 be erkrautte. Ge⸗
hinterbr die 7* > —
fig von einem gemeinen ÜBeibe von un
Rrantbrit ſelbſt — —— Ser: mehr
‚I. Königenwon Berlien: 1) ©.
3 nz ar — —58 ans -
naſtie 5— ehr er; regierte
Yahıre — If; u Höyle u Shäye ehe
begerb, Kenig vom
—488,, |. Perfien 4 H. GSal⸗
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355
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„ Mörder bes Khalifen Omar,
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aByE
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Hall:
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eig
bu HYafub), Oberrichter von Zebid,
e vie weißen Bllithen nah Anis rie- nunn I D 3 8
oßen, ein rörbliches, ſßes, geb. zu Ray Gäiras 1328 (1329); Re
—— —— Früchten. 8 — * rabien m. Indlen
yo dem arabiichen ähn- u. durch große Gelehrjamteit feT6R die Tas
erwarb
u brauchbares Gummi. .
Feroniai), 1) bei Bonefi (Batreine) | Meriane m. ver; er 1414
it ap —— 1817, 3 Bpe., türtifh von “d
83
Baarıs
‚3 Gtunben vom linten U
e ee a kenne 21. Dee. 1845 das
ben Briten untex
Ferozpore bis Ferrara (Beich.)
Bot; 2) Etabt an ber Straße von Meerut nah | 1817, 4 Bte.; I’hist. des trois
ubarunpeor, im Diftricte ber letzteren Stabt.
Ferozpore, 1) Diftrict im britiſchen Cis⸗Sut⸗
ledſchgebiete in Oftinbien, in Sirhind, mit gegen
17,000 Ew.; 8) Haupiſtadt bes Diftricts, eine
Stunde vom linken Ufer des Sutledſch; 6000 Ew.;
roßes Fort, hriftliche Kirche ; britiicher Waffenplatz
Ar jene Theile Indiens; Die Stadt wurde von Feroz
Toghlul gegründet; 3) Stadt im Diftrict Goorgaon
Der nordweſtlichſten Provinzen, an der Straße ven
Delbi nah Alwar, hefefligt; 8000 Em.; Bazar,
Eifeninduftrie, bis 1836 Sauptort eines Lehnfür⸗
ſtenthums (Iaghir).
Ferrabosco, Domenico Maria, italienifcher
Mufiter um bie Mitte des 16. Jahrh., war 1547
Singmeifter an ber Batilaniichen Sapelle, dann Ca⸗
pellmeifter in Bologna. Er componirte mebrere
Motetten u. a. geiftlihe Diufitftüde, darunter das
lied: Jo mi son giovinetta,
Ferracino (ſpr. Ferradſchino), Bartolomeo,
go 1692 zu Solagna bei Baſſano, Erbauer ber
rüde von Baffano, ter Ubr des St. Marcusplatzes
in Benedig u. bes Gewölbes im großen Saal zu
Padua; außertem conftruirte er viele Maſchinen,
fo u. a. 1749 eine, welche unter Anwendung ber
Arhimediihen Schraube das Wafler 35 Fuß hoch
brachte. Er farb 1777 in feinem Geburtsort; in
Baſſano hat man ihm ein Denkmal errichtet.
Ferracutius, fabelhafter Rieſe in Syrien, er-
Segt von Roland, |. d.
Verradini, Ant, geb. 1718 in Neapel, Iebte ge-
er 30 Jahre in Prag u. fl. 17795 er componirte
owohl für das Theater als jlir die Kirche. Von
jeinen Werfen ift das Stabat Mater im Drud
erhalten worden.
Ferrädo, ſpaniſches Getreidemaß, deren 4 auf
1 Fanega (ſ. d.) gehen.
rrah, 1) ( 5: Rud), Fluß in Afgbaniften,
münbet in ben Steppenſee Jareh od. Lukh; 2)
Stadt an bemjelben; 3) Provinz, fo vo. w. Furrah.
Ferrand, 1) Iean, geb. 1586 in Puy, war
Jeſuit u. Lehrer ber Theologie u. fl. 1672 in Lyon.
Er ſprach Die Behauptung von ber durch göttliches
Wunder bewerfftelligten Vervielfältigung ber Reli-
quien ber Heiligen aus u. ſchr.: Disquisitio re-
liquiarum, Leyden 1647; Vita Fulgentii Fer-
randi, ebt.; Epinicion pro liliis aureis Fran-
cise etc., ebd. 1663; Epinicion secundum etc.,
ebd. 1671, u.m. a. 8) Bevays, geb. 1735 zu
Caſtres, trat unter Das Militär u. wurde Brigade⸗
genen, als welcher er 1792 bei Gemappe einen
beil Des Heeres befehligte; er wurde dann Com⸗
mandant ven Mons u. vertheidigte 1793 Valen⸗
ciennes; unter ter Regierung des Directoriums war
er Befehlshaber eines Armeecorps in Belgien;
jräter wurde er Präfect bes Departements Nieber-
maas u. ſtarb, in den Privatſtand zurüdgelehrt, 1805
in Planchette bei Paris. 8) Antoine, Graf F. geb.
1751 in Paris; Parlamentrath daſelbſt, wanderte
nad) Ausbruch der Revolution aus, kehrte zwar 1801
uräd, aber ohne ein Amt anzunehmen, wurte 1814
air, Staateminifter u. Seneralbirector der Boften,
nach der zweiten Rüdtehr ber Bourbons Mitglieb bee
Comites zur Undarbeitung ber Berfaflungeurkunbe
u. ftarb 1825; er ſchr. B’esprit de l’histoire, Bar.
1802, 4 Bde, 6. Aufl. 1826; La theorie des
revolutions rapprochees des principaux dve6-
nements, qui en ont 66 l’origine eto., ebb.
ments de la P’ologne (Kortfetune
res Polniſcher Geſchichte), ebd. 1!
Testament politique, ebd. 1830.
für Eduard Schulz.
trandine (Hplgem.), fo v. w.
errandus (Litgſch.), ſ. Fulgenti
errära, 1) ehemaliges Herzogtb
ſ. Ferrara Geſch.); 2) Yegation Dee
grenzt im W. an die Legation Bolog
dena, in N. an bie Lombardei u. 3
durch den Po geichieben), im D. an |
Meer u.im ©. an bie Legation Rave
tentheil® niedrig u. fumpfig, bef. nach
gen des Bo zu, wo die Sümpfe von C
von vielen Flüffen (Panaro, Po ti
di Goro, Po di Volano, Rene, Sar
Po di Primaro) u. Kanälen durchſchni
zen ungejund, aber fruchtbar an Ge
Dliven, Hanf, Flachs, Ceite ı. rei
land, daher die Viehzucht ſtark betrie
trächtlich iſt auch Die Fiſcherei: 49
229,000 Em. in ben 2 Diftricten $.
Hauptſtadt darin, am Po di Volano
filiokanal; hat Erzbiſchof, Karktinallı
tion@behörten, Citadelle (mit öſtert
fagung), Kathedrale von 1135 mitt
Papſt Urbans III., die Kirche S. F
Benedictinerkirche mit dem Grabmal
vielen anderen Kirchen u. Klöſtern; e
Albert geftiftete u durch Niclas IIT. 1
zur franzöfifchen Zeit aufgebobene, fei
bergeftellte Univerjität für Diebicin u.
halt. militärifche n. andere Schule
Baläfte, barımter der Palazzo Du
Mauern u. Graben umgebenes Cd
Sig der Fürſten von Efte, jest des Car
Diamantenpalaft (Ereole-Qilla), P
giftro, wo bie Academie Ariostea
gen bält, Piazza Ariostea, mit X
viele milde Stiftungen (Annenbeipits
Gefängniß), 3 Bibltotbelen mit alten
Arioſts, Guarinis ı. Taſſos, Botani
Schauſpielbaus; Seibenmeherei, Fiſ
mit Getreide, Wein, Fleiſchwaaren;
Darunter Über 2000 Juden. Geburts
rini, Tibaldi, Tofti, Bentivoglie u.
lern. Im der Näbhe Luſtſchloß Bel
Schauplatz ber Liebe Taſſes zur Eleon
Ferrara (Geſch.). F. iſt das Foru
lange ein bloßes Dorf, wurde es erſt 61
Mauern zur Vertheidigung gegen die
umgeben; zur Stadt wurde es erſt
des 7. Jahrh. unter Papſt Vitalian
gehörte zum Exarchat u. ſtand auch
Beziehung unter Ravenna, fpäter kar
cana. Unter den Vornebmen %-6 m
relli, Nachkommen SHeinrich® bes
Baiern, durch Reichtbum u. Einfluß
n. Friedrich, Sohn Ludolfs von Saı
jeit 1092, wo fih E. von ber Herrſch
gräfin Mathilde iosgeſagt hatte, in F
Guido Salinguerra IL, ber jein
Herricer folgte, machte fih 1118 zum:
3 verfchönerte %. u. beförberte ben j
ohn (gegen 1150) ſchloß an ber Epit
finen mit Kaifer Heinrich VI. einen Ber
von bemfelben al® Herr von F. aner
Ferrara (Geſch.)
erderbliche Zwiſt zwiſchen den | Sobn Riclas III. u. Gruder Verſes, folgte dieſem,
te aus: Angebörige tes Yentern
vertbeitigte feine Staaten mit Hũlie von Mailand,
ich Pie junge Gräfin von Adelard, Florenz u. Neapel gegen die Venetianer, erlangte
» älteſten Zobnes von Torello, u.
TI. ven Efte zur Gemablin. Ealin-
Salinguerra II. Torello, wurde
Pedeſia ermählt, allein er mußte
VI. von Efte F. verlafien. Bon
ı tie Kämpie smiichen ten beiten
smecleintem Glide auch nad
e (1212) #ert, deſſen Bruder
Ele 1221 Salinquerra II. aus
fer kebrie inteß bald zurüd u. re
rierlich, ec er Bann von tem Mark⸗
in F. belagert u. gefangen wurde;
Schn Giacomo Teorelio verließ
feinem ÖOrchvater nach Verena.
rte bie 1264 über F., worauf fein
L ver Eite zum Podeſta ern äblt
1 3203 deſſen Sebn Azzo VIII.
8er 1368 ſtarb, verſuchte Salin—
mela, Sobn Giacomose, der ſich
ge: von Bologna, Forlien. Imela
& Jed zu bemächtigen; zwar wurde
ir anerkannt, konnte fich aber
balten. Nach Azzos VIII. Tore
‚Mr Zchn eines natürlichen Seb—
III., nach feines Srofiwatere Wil⸗
agen denñelben bemächtigt, Azzos
tm den Parſt um Kiülfe gegen ibn,
selten lebubar werte. Raum aber
F. beietzt, fo ferderte Fulco bie
5 zu nebmen; dies geſchab, doch
etianer am 23. Aug. 1309 von den
%- geickligen, n. ter Papft fegte
nm Neapel als Kicar nach F. We:
btigen Statthalter deſſelben eiheben
317 einen Auiſand u. wäblten Ne»
III., Söbne des Bruders von
es VPlartgraien Aldevrandin II.
deſten, u. Diele geſellten ſich nech
Kitas J. zu; der Parſt erkennte
n, ſondern erxcemmunicirte ſie u.
on Interdiet. Erft 1332, nachdem
ke ats Yalallen unterworſen hatten,
sernielben alt Vicare eingeietzt. Ant
2 1352 Altcerantin III, Zobn
5] Niclas II., Altorrantıns III.
Altert, der weite Wruter Als
‚1343 Kiclae III., Alberts Zchn,
Azic von Eſte Lemunte, um negen
rung zu ftiten, ın deren Folge
ieben mußte, dech fübrten ihn die
‚egneier u. Flerentiner zurüd. Aus
* er fih teren Verbindung gegen
142% wurde zu 15. er Friede zwi—
. Mailand geichioiien. Als Beſchuͤ⸗
chaften erneuerte Niclas 1492 die
ꝛx geſtiftete Univerſität zu F. 1441
atürlicher Seon Lienel, unter wel⸗
11450 zu F. Der Friede zwiſchen
ig Alfens ven Sicilien zu Stande
eibm fein Aruter, ter prachtliebende
Raifer Friedrich IIT. 1449, wegen ber
Aufnabmıe, Die er bei ibm geiunden,
ı Dictena u. Regzio machte: 1471
in Lehnsherr, Papſt Pauit II., auch
Herzog vou F. Hercules L,
nach einem ungünſtigen Frieden 1484 die Neutra-
tät, lebte Dann tem Glücke feines Yandes, ten
Künſtenen. Wiſſenſchaften. Sein fkreund u. Mini⸗
ſter mar Bojardo, Araivon Scudiane, au Arioft
lebte an feinem Sofe; er ftarb 1505. Aliens L. fen
Sohn, felgte ibm; deſſen zweite Gemahlin war feit
151 Lie berüchtigte Yucrezia Borgia. Alfons I.
war tapfer, ftaatsliug u. Freund der Künſte. Sein
Bruder Hippelyt (geb. 1479), ber mit ihm wirlte,
war Erzbiſchef von Gran, feit 1439 von Capua,
Narbonne u. Mailand u. Biſchof zu F. u. Modena,
er wurte 1493 Karbinal» Diaconus u. laiferlicher
Bicar in Italien, vertbeitigte feinen Schwager,
Franz Zierza, gegen Frankreich u. mußte Deshalb
nah Deutfchland fliehen. Nach Italien zurüdge-
febrt, trat er zur franzöſiſchen Partei, unterſtützte
feinen Bruder Alfons I. im Kriege gegen ten Bapft
u. Venedig u. erfocht 1509 ſelbſt einen großen Lie
am Po gegen bie Benetianer. Papſt Julius II.
nöthigte ibn, nach Ungarn zu geben, von wo er erft
nach Yeod N. Erwählung zurückkam; er ft. 1520 zu
F., nachdem Leo X. Hippelyt u. Alfons in tie Enge
getrieben u. mit Lem Kirchenbanne belegt batte.
Hippelvt, ausgezeichnet als Staatsmanu ıı. Krie⸗
ger, mar leidenſchaftlichen u. wilden Charakters.
Seinen natürlichen Bruder Julius, der ſein Ne⸗
benbuhler bei einer con Beiden geliebten Dame war,
ließ er die Augen aueſtechen, weil dieſe von jener
einſt Shen genannt worden waren. Der Gemiß⸗
bandelte verichmor ſich, ald Alfons I. dieſen Frevel
ungeabudet ließ, mit ſeinem Bruder Ferdinand,
um Aifons zu entthrouen u. ſich an Hippelvt zu rä⸗
hen. Tie Berſchwörung ward jedech enideckt u.
beide Brüder büßten das Attentat: mit lebenslangen
Gefänguiß. Papſt Hadriau VI, Der 1521 auf
Yeo X. folgte, bob ten Bann auf, allein fein Nach⸗
tolger, Siemens VII., bielt ibm Podena vor u.
ſuchte ibn auch Der iibrigen Ztaaten au berauben,
u. erft tie Eroberung Roms durch Kaiter Karla V.
Truppen 1527 icaftte ibm Rube. Alions I. ſtarv
1534, u. fen Sehn Hercules 1]. felgte ibm.
Tıefer war sin treuer Anhänger Karls V., wußte
aber, als Schwiegerſohn Ludwigs XII. fi immer
in gutem Sinvernebmen mit dieſem zu erbalten.
Sein Sohn Alfons ll. folgte ihm 1559; pracht⸗
liebend u. ſtolz, bewarb er ſich mehrmals um Die
poluiſche Krone nn. begünſtigte Künſte u. Wiſſenchaft.
an ſeinem Sofe lebte Tafſo, bis dieſen feine unglüde
liche Yıebe zu ber Prinzejlin Eleonore ins Mefängnift
brachte. Mit Alfons farben bie Herzöge von F. in
ibrem legitimen Stamm 1547 aus. Der Kapf
Clemense VIII, ohne Riiditicbt auf Sälar, Ben Schr
ven Alfene, eines natürlichen Sobnes ven Alfons J.
u. den von Alfons 11. deſignirten Nabjelger, zu
nehmen, 307 F. u. Die geiitlihen Yeben ale erle⸗
tigt ein, u. Cäſar beqnügte fih nit Motena u.
Regio: F. bildete ſeitdem einen Beſtandtheil Des
Kirchenſtaates. 1735 erbob Tlenens XII. da8 Das
ſige Risthum zu einem Erzbietbum. Im Juni
1796 wurde F. von den Franzeſen eingenommen,
trat am S. Oct. zum Tiopadaniichen Bunde u. biieb
um Frieden von Tolentino Der Tisalpiniſchen Ne»
publit. Als dieſe 1804 Die monarchiſche Form alt»
nabm, kam F. zum Königreich Italien m. erit IS14
durch ven Frieben von Paris u. deu Wiener Kongreß
206
wieber en ben Kirchenſtaat zurüd; am 24. Mai |
. von ben Oflerreihern unter Klenau
enommen. Nach ben Beflimmungen tes Wiener
ongrefies, bie ben Ofterreichern das Recht der Be-
fagung dans les places de Ferrare garantirteit,
hielten die Ofterreicher feit 1814 bie Eitadelle von
5. beſetzt In den Unruhen 1847 in dem Kirchen-
ftaate verlangte Ofterreich zur Sicherheit feiner in
der Citabelle liegenden Truppen die Erlaubniß zur
Beſetzung der ganzen Stadt. Ungeachtet Dies Ber-
fangen von dem päpftlichen Statthalter abgeichla-
gen murbe, bejettte Oſterreich dennoch am 13. Aug.
d. 3. die Stabt, zog aber, nad) langen Verhandlun⸗
gen, feine Befagung Ende d. I. ın die Citabelle
zurüd. Auc im Febr. 1819 beſetzten bie Ofterrei-
* unter Coronini die Stadt, aber nur vorüber⸗
end.
3 Ferrära, la, Dorf an ber Etſch, im Diftrict
Caprino, ter venetianifhen Provinz Berona, am
Monte Balto; Geburtsort Jul. Cäſar Scaligers.
Ferräri, 1) Gaudenzio, geb. 1484 in Valdugia
im Kreiſe Novara; Hiſtorienmaler, bildete ſich in
Mailand, vorzüglich nach Leonardo da Vinci. Darauf
war er in ber Werkſtätte Peruginos ſeit 1502 be⸗
ſchäftigt, ſchloß enge Freundſchaft mit Rafael, ben er
nad Florenz u. fpäter 1508 nach Rom begleitete. Bon
Rom begab er fi nach Barallo, mo er ſchon 1504
in der Wallfahrtskapelle ein großes eigentbilmliches
Gemälde ausgeführt u. die Wände mit Fresken ge»
ſchmückt hatte. Er war bort mehrere Jahre be-
ſchäftigt, namentlich in der Kapelle S. Margherita,
wo er die Geſchichte Ehrifti in 21 Bildern dar»
ftellte;, dann folgte er ber Aufforberung Rafaele,
ibm bei der Ausmalung der Billy Farneſina u. des
Vaticans zu unterflügen, u. vollendete mıt ®iulic
Romano u. Pierino dei Vaga bie Dort angefange⸗
nen Werle Rafaels. Seit 1524 nahm er feinen
bleibenden Aufenthalt in Barallo, 190 er eine unge»
mein fruchtbare Thätigleit entfaltere u. eine Schule
ritnbete, ans welcher bedeutende Künſtler, wie Ce-
are Luini, Andrea Solari u. A., hervorgegangen
find. Bon 1532—35 arbeitete er an ben Fresken
in der Kirche S. Eriflofero in Vercelli, feit 1542 an
denen der Kirche Sta. Maria belle gracie in Mai⸗
Sand (Geißelung u. Kreizigung Chriſti); bier ftarb
er 1549. F. war ein Ellettiler, welcher mit Leich⸗
tigkeit fih die Manier feiner Vorbilder aneignete,
ausgezeichnet in Der Behandlung ber Farbe, correct
in der Zeichnung u. meifterbaft in ber MWiebergabe
ber Leidenihaft. Das Streben nad Originellem
verführte ihm aber mitunter zu Übertreibungen u.
Ungereimtheiten. Merle, außer ben fchon ge-
nannten, im Berliner Mujeum bie Anbetung bes
Ehriftusfnaben, in ber Brera in Mailand Das
Martyrium ber heiligen Catharina, Kreuzabnahme
Chrifti u.a. 2) Bartolommeo, geb. 1497 in
Mailand, 1542 Mitftifter u. erfter Gencralfuperior
ber Barnabiten (f. d. 1); er fl. 1554. 3) Franc.
DBernarbin, geb. 1576 (77) in Mailand; ging
im Auftrag Fr. Borromeos nah Spanien, um
Bücher für die Ambrofiana in Mailand zu kau⸗
fen, wurde 1642 Cherbibliothefar an bieler Bi⸗
bliothet u. fl. 1669; er ſchr.: De antiquo epi-
stolarum ecclcsiast. genere, Mail. 1612, Ben.
1615; De ritu sacrarum ecclesiae catholicae
concionum, ebt. 1615 u. 20, u. 8.5; De veterum
acclamationibus et applausu, eb. 1627. 4)
Giovanni Bartifta, geb. 1584, Jeſuit, fl. 1653;
1799 wurbe
Ferrara bis Ferraria
gab mit Guido Reni ı. P. Veretti
wert Flora, Rom 1633, auch Amf
1664 heraus, ſchr. auch Hesperider
Fol. (Drangeriegemäcdfe enthaltend)
vie, Neffe von F. 3), geb. 1607 in 9
Anfangs lehrer der Beredtſamkeit an
{hen Collegium, jeit 1634 Profeflor
Griechiſchen Sprade in PBatua u. |
Er ſchr.: De re vestiaria, (2. 9
1654, bazu Analecta de re vestiari
Electa, ebd. 1679 u. d.; Origines
licae, ebb. 1676, Fol.; Opera vur
1711, 2 Bbe., von 3. X. Sabricius h
6) Guido, geb. 1717 in Novara; I
mehreren Eollegien in Stalien Hum
Auflöfung bes Ordens trieb er vorz
ſchichte u. fl. 17915 er jhr.: Oper
Mail. 1791, 6 Bde. (darin De bello
De bello italico; De bello belgic«
gestae auspiciia M. 'Theresiae us
1763; Vita V imperatorum [Brown
bashy, Serbelloni u. Yaubon] german
Caroli Emanuelis Sardiniae reg
principatus forma, Lugano 1750;
antiquitate, monumentis Inaubrun
1765, 3 Bbe.; Opusculorum collet
1777. 7) Antonio, f. Antonius IE
vanbattifta, geb. 1732 in Tre
ſtudirte in Padua im Seminar, w
Lehrer, 1771 Studienpräfect u. fl. 1
ſich als Dichter u. Schriftſteller dur
ſiſche Latinität ausgezeichnet u. ſchr.
Jacobi Facciolatı, Pabua 1799;
strium virorum seminarii Patavir
Vita Pii VI., ebd. 1802; Dialo
existentia, ebd. 1817; De naturs
ebd. 1917. 9) Zac. Sottfr., geb. 1
redo, erlernte erfi bie Kaufmannjcha
um ſich Der Mufil zu widmen nah N
u. von dort nah Paris, wo er 1791 Ac
am Theätre Feydeau murbe N
des Revolutionskrieges wandte er fid
virtuos nach ben Niederlanden u. ı
Yonbon, wo er fi dauernd nieberl
Compoſitionen fürs Theater befaßte;
Vlitte Des 19. Jahrh. u. ſchr. ein %
Studium der Muſik u. eine Art Se
Fond. 1530, 2 Bde.; componirte m
darunter: I due Svizzeri, Le V
pita, I’Eroina di Raab. 10)
meo, Bildhauer, geb. 1750 in De
feine Ausbiltung von feinem Che:
Terrari-Zoretti, ſpäter von Cano
8. Sehr. 1844. Er reflaurirte den E
wen auf ber Piazzetta in Venedig
Statue der Picta für Den von Candove
erbauten Zempel. 11) Luigi, Se
eb. 1810 in Benebig, widmete fich ur
—* Vaters der Bildhauerkunſt u.n
vas Atelier thätig. Werke: Marm
Lotos pflückenden Nymphe, David da
Sieg über Goliath, marmorue Grupp
für Veunedig. Ein Theil Der Arbeiten
mal Canovas in Sta. Maria glorioj
Benebig rührt von feiner Hand ber.
Ferraria (F. L.), Pflanzengattu
rari 4) benannt, aus Der Familie be
Ordnu. Z.; Arten; F. ferrariola, we
Ferraris bis Ferrerius
ab, beide am Vorgebirg der Gutengeſedlicher Kraft für gam Portugal beliehenen Co-
?avonia, ift Tigridia Pavonia. ſ. d.
Jelepb, Graf von %., geb. 1726 in
n öfterreichifche Kriegadienfle, wurte
asıer, 1767 Generaldirector der Ar»
eltmaridalllieutenant u. 1775 Gou⸗
zIherzegt Diary; beiehligte 1793 eine
19 gegen bie Franzoſen, ſchiet Dann
en Zienfte, wurde 1795 Hoffriege-
u. 1501 Felpmarſchall u. fl. 1307
zab beraus eine Karte ter belgiſchen
5 Blättern, Fortjetzung ber Caſſini⸗
n. eine Karte von Frankreich in 69
in ten Meſcheen die Auslehrer, aus
Kaime Güſter,; fie find bei. in
ngeicben.
ırzebirg an der Küfte der franzcfilchen
:m Algier MAirila).
Vergebirg auf ber Südoſtſeite von
mwons 'a. Geogr.n, Gebirg im Oſten
na laesariensis; j. Dichurbichura.
w, Marktilecken ım Diſtrict Campo⸗
zer-ni'iten Provinz Meliſe; eiſen⸗
xee: ʒ Ouelle; 2400 Em.
tergebira auf der Südteſtküſte von
Franzeñſiches Weſtindien).
pr Ferrena, Anteine, geb. 1603 in
ta Agen, ſiarb 1769 ale Profefler
u. Sbirursie am Jardin des planten
annt Burch mebrere anatomiſche Ent»
ter nach ihm nenannten Ferreinſchen
u. Nieren) u. Berreins Seiten (|. u.
1) Stadt im Diſtrict Beja Der
Previnz Alemtejo, mit Caſſell:
n ebentaielbft, am Zezere, im Bezirk
revinz Eſtremadura.
Antenic, geb. 1528 in Liſſaben: vor—
cter, abrite bie Klafſiker mit Ee⸗
ft. 1564: er ſchr.: Pocmas L.usita-
98: Traner'piele (tarunter Ines de
ı ter berübmteften) n. Yuftipiele : Der
war tie erfte Charakterkomödie in
ra a, Liſſab. 1771.
Borges, cz, ach. 176 in Oporto,
dafelbſt, ın Der jranzinichen Seit Me-
eur, 1211 I bergeridisatvccat, daun
Municipollammer, nabm an der
sum Ztur der Regentibait Zbeil u.
ie Rerelution ven 1820, wurte 1821
ter Zertammlung ber Corte u Se⸗
u.a. auf Aufbebung der Inquijitien |
auf kam er in den Ztaatsratb, flüchtete
land, als 123 die neue Verfaſſuug |
arte. Die cenſtitutienelle Charte Dom
ibn ıns Raterland zurüd, jedech ging
ser nad Yonten, als tie genen Tem
ibm eingeleitete Reaction mißglückte,
ıh Tom Pedroe Reſtauratien aber:
1. wurde Pröfitent tes Handelsgerich
telle er 1436 , faft ganz erblindet, nie⸗
fr. ein Reperterium ber beftcbenben |
u. ter Relolutioncn ter Weincom⸗
ı 2tn.; Institutiones de medieina
e. 1532, u. ben von Dom Febro mit
dex comm-»-rcial.
Ferreira de Lacerda, Bernarta, geb. 1595 in
Oporto, widmete fih ter Muſik u. Tiehrfunft u
ſtudirte fogar Philoſephie, Tbeolegie u. Marbema-
til, fo Daß fie zu ibrer Zeit ale eine Frau von gro-
fer Welebrismleit galt; fie mar vermäblt mit
Fernão Korrea de Zoufa u. fl. 1644. Sie jchrieb
die Epen: Espanin libertada, Yillab. 1615 u. 1673,
2 Tbie.; Ritmo latino, u. das beichreibente Ges
ticht: Soledades de Bucaeo, ebd. 1634.
Ferreira de Vaſconcell os, Jorge, einer ber
| älteften dramatiſchen Dichter Portugals, war zu An-
fang Des 16. Jabrh. in Coimbra od. Monte nıör o
Velbo geboren, war Schreiber im Finanz u. Colo⸗
nialtepartement u. fl. 1565; er fehr. tbeild anenym,
tbeil® unter dem Namen Joüo te Eſpera em
Deos: Comerlia Fufrosina. Coimbra 1560, 2.
Ausg. von Fr. Reiz Lebo, Liſſab. 1616; ſpaniſch
von Quevedo, Matr. 1631; Comedia Ulyr»ipo,
2. Aueg. von Yobe, Yiffab. 1616; Comeilia Aule-
grafia, herauegeg. von Antonio de Noronha, sd.
1619, u. ten Roman: Triumfos de Sagramor,
Geimbra 1554, 2. A. unter dem Titel: Memarıal
das proezas dos C'avall«iros de segunda Ta-
vola Redonda, Liſſab. 1567.
St. Ferroͤol, Terf in Arronbiffement difin-
geaur des franzöſiſchen Departements Haute⸗Loire;
Bleiminen, Papiermühlen; 1190 Ew.
Ferrer, Don Joaquin Maria de F., geb. 1777
zu Pafages in Guipuzcea, murde 1795 Aflecie bes,
von feinem Bruder Don Krancieco $. in Aue
noa-Ayres gegründeten Handelebauſes, febrie 1808
nah Zpanten zurüd, wo ibn die höchſte Zunta in
wichtigen Selbangelegenbeiten nad Quenos-Ayres
fantte, blieb bier im Tienfte ber Regierung bi6
1815, we er nah Madrid fan, arbeitete ſeit 1820
für Lie Conftitution, war ale Deputirter 1822 Mit⸗
alied, dann Präſident ter Corted in Sevilla u. Cadix,
flob nach der Reactien nach England, ging von dort
nach Frankreich, we er in Paris ſorgiältige Ab-
drüde mebrerer fpanifcher Klaſſiler, wie Dee Ton
Quixote, veranſtaltete, febrie nad Der Amueſtie der
Königin Chriftine nach Spanien zurüch, wurde
1834 Mitglied Der Cortes für die Provinz Gui—
puscea u. gehörte ale ſolcher der Oppoſitien gegen
das Miniſterium an, wurde Deputirter bei den con⸗
ſtituirenden Cortes u. trat jeit 1837, nachdem Ca⸗
latrava feine Timiffion gegeben baute, ale Gegner
der nachfelgenden Miniſter auf: 1839 ging er aus
Geſundheiterückſichten nach Südfrankreich, kebrte
nach Tem Sturz ter Mederados nach Spanien zu—
rũct, nabm IS40 an der Revolutien gegen die Re
nigin Cbriſtine Theil u. trat unter Kepartero ins
Miniſterium. Zeit 1842 trat er vom pelitiſchen
Schauplatze ab.
Ferreras, Yuan te F. geb. 1652 in Labañeza,
war Pfarrer in Talarara, ſpäter in Madrid u. ſtarb
1735; er war Mitarbeiter an dem fpanifchen Wẽr⸗
terbuch Ber Alademie a königlicher Yiblictbelar u.
ſchr. u. a.: Synopsis bist, de Espana, Madr.
1700—1727, bie zum Jabr 1589, deutich ven S.
3. Baumgarten, Zeiler, Pb. E. Bertram (tortger
ſeyt bis Iu4S), Dale 1754--1772, 13 Be.
Ferreriusſs, Zt. Riucenz F., geb. 1357 in Va⸗
lencia, Dominicaner. Mit Beter de Yunta, dem Car⸗
dinallegaten des Papſtes Cleiieus VII. lebte er in
Paris u. jpãter, alo diejer alo Benedict XIII. Papſt
wurde, an beffen Hofe in Avignon, verließ ihn aber
nachher u. Lurchreifte Frankreich, Italien, Spanien u.
Großbritannien, überall mit großem Beifall prebi-
end. Er ſoll 8000 Sarazenen u. 35,000 Juden be»
ehrt u. über 100,000 Reber indie Kirche zurückgeführt
baben; 1415 war er als Benedicts XIII. Abge-
ordneter auf dem Coneil in Koftnit, trat aber bald
zur Gegenpartei befielben; er fl. 1419 in Vannes
u. wurde 1455 canonifirt; fein Tag 13. März.
Seine Werke gefaınmelt 4 Bde, Valencia 1491.
beere, it Berberis vulgaris.
erret, Paß über bie Penninifchen Alpen auf
der Grenze des Schweizercantons Wallis u. bes
ſardiniſchen Diftrictes Aofta.
Ferreti, Zaccaria, geb. 1479 in Vicenza, ſtu⸗
dirte in Padna u. wurde Benedictiner in Monte
Caſſino; bier jeboch vielfach angefeindet, trat er zu
den Rarthäufern über, wurde aber mit Gewalt wie-
ber zurlidgebracht u. floh 1506 nah Rom; 1511
murde er Secretär bes Concils von Pifa u. 1519
Bifhof von Guarbia im Neapolitanifchen; 1520
ing er als päpftlicher Nuntius nach Deutichland u.
Bo en u. fl. in Rom um 1525. Er ſchr.: S. Car-
thusiensis ordinis origo, Mantua 1509; Pro-
motiones et progressus S. S. Pisanı concilii,
inchoati anno 1511, nec non acta et decreta
eiusdem synodi; Apologia sacri Pisani con-
ceilii moderni, Piſa 1511, $0l.; Acta scitu dig-
nissima Constantiensis concilii, Mail. 1511,
Fol.; Decreta et acta concilii Basiliensis,
Bafel 1511, Fol., Par. 1512; Vita S. Casimiri,
Krafau 1520; Hymni novi ecclesiastici, Rom
1525, 1549.
errette, Stabt, fo v. w. Pfirt.
erretti, Gabriel, geb. 1795 in Ancona, begann
feine Laufbahn unter den Waffen, ging aber bald
zum geiftlichen Stanbe über u. gelangte in kurzer
eit zu den höchſten kirchlichen Würden, wurde vom
Leo XII. zum Bifhof von Rieti ernannt,
fam bald als päpftlicher Nuntius nach Neapel,
wurbe 1839 Cardinal u. Erzbifhof von Fermo,
von Pius IX. aber ale Bifher von St. Peter nach
Rom berufen u. nahmals zum Staatsfecretär u.
erften Dlinifter des Heiligen Stuhles erhoben, be»
förderte als ſolcher die Verbefferungsplane des
Papſtes, ging im Ian. 1848 als apoftolifcher Legat
nad Ravenna u. Ferrara, trat aber vor den fpäte-
ren Erjhütterungen im Kirchenftaate von dem po⸗
litiſchen Schauplage ab.
Ferrez (Pointe de F.), Alpenfpite in Sa-
voyen, 11,090 Fuß bo.
Ferri, eine Familie in Ofterreihiih-Schlefien
u. Padua, 1709 in ben däniſchen Grafenftand er»
heben, welcher ihr feit 1819 in Ofterreich wieber-
olt beftätigt wurbe; jetiger Chef: Graf Franz
Maria, Schn des verftorbenen Grafen Johann
Yofepb, geb. 9. Juni 1781, feit 1823 Wittwer von
Julia, geb. von Facchini; fein älteſter Sohn Jo⸗
jep 5 it 1814 geboren.
Ferri, Ciro, geb. 1634 in Rom, bildete fi zum
Maler unter Pietro da Cortona u. war an mehre»
ren Arbeiten dieſes DMeiftere, namentlich an ben
Freslen im Palaft Pitti in Florenz, betheiligt; er fl.
1689. Hauptwerl: Fresken in Sta. Maria mag-
giore zu Bergamo. Seine Olgemälbe find felten;
in der Dresdener Gallerie befindet ſich eine Dibo u.
neas, in ber Binakothel zu München eine Ruhe
Serreöbeere bis Ferrieden
auf ber Flucht, im Belvebere zu Wien
Bärtner der Maria Magdalena erfche
Ferriar, John, geb. 1763 in Cbı
Mebicin in Edinburg u. lebte als pı
in Manchefter, wo er fpäter Spitala
arzt wurde; er fl. 1815 u. fhr.: Me
ries reflexions, Lond. 1792—98, !
Aufl. ebd. 1810—13, 4 Bde.; Ane
medical properties of the digitali
Manh. 1799; Bibliomania, Fond. 180
towards a theory of apparition, el
Ferrideyan (Chem). ein von Viel
mene®, eifenbaltiges, breibafifches Ey:
deſſen Metallverbinpingen er bie Berb
Eifencyanids mit andern Cyanmetalle
es befteht aus 6 Aauivalenten Cyan
Eifen od. aus Fes Cy6 == Fea Cı2 !
(f. Berrocyan); fein chemiſches Zeichen
ift noch nicht ifolirt Dargeftellt worten.
Waſſerſtoff verbindet es fich zu Ferrided
fäure (Wafferftoffeifencyen
Eifenblaufäure), Cſdy + 3H
+ Fer Cys; diefe entfteht durch Zerfel
rideyanmetallen (f. unten) durch Wafi
od. verbünnte Sauerftofffäuren u. Ak
Löſung in luftleerem Raume über Sı
fie bildet eine bräunliche od. rothgel
maſſe, it in Waffer leicht 1öslich, r
Inmedt jauer u. herbe u. zerfetst fic
it Metallorgden verbintet fie ſich u
bildung, meift in der Art, daß ant
3 Aqutvalente Wafjerftoff 3 Aquiv. I
ju Serridepanmetallen, von denen bi
Allalimetall ſchön rubinroth find, mit
ftallifiren n. leicht löslich in Waffer |
Erd- od. Schwermetallen find meift u!
in Waller löslihen Ferrideyanmetal
Eiſenoxydulſalzen einen dunkelblauen
mit Eiſenorydſalzen eine klare dunkelbr
Unter einander u. mit anderen Salz
zuweilen Doppelſalze. Ferridevanamm
2H«—N + 6 aq., fryſtalliſirt in fd
Prismen, melde fih in Waffer leichı
erhält es bei der Eimwirfung von Chlı
chanammomum. Verridcyanbarpums ,
unlöslich in Wafler, durch Sättigen v
rem Baryt mit Serritcyanwaflerstoffi:
Berridepanblei, Cfdly 3 Pb, kroftallifi
rothen Kryftallen; man erhält e8 dure
von Ferrideyankalium mit falpeterfaur
Ferridepancalcium, Cfilx 3 Ca + 1
feine, rothe Kryſtalle, melche fih in
löſen. Ferridevaneiſen Eiſencyani
iſt das Turnbulls Blau. Ferridevan
linmeiſenchanid, Rothes Cy.
lium), Cfdy 3 Ka, iſt Rothes Blut
Blutlaugenfalz. Zerridcvankupfer, Ci:
ſchmutzig gelblihbrauner Niederſchlag
ſteht, wenn man die Auflöſung eines
mit Ferrideyankalium fällt. gerrit
Cfdy 3 Na + 2 aq., ber Kaliumver!
lich, kryſtalliſirt in rubinrothen, an de
ßenden Prismen. Werridepanfiiber, (
pomerangzengelb, löslich in Ammoniak
rideyanzint, Cfdy 3 Ze.
Kerrieden (Ober-%.), Pfarrke
gericht Altdorf Des bairiſchen Kreiſes D
380 Ew. F. war früher eine Stadt, d
Berrier bis Ferrochan
| m Klin Meticin, fam 1775 nah Wien, wurte
. 1792 Fbyfilus u. 1793 Regierungsrarb u. ft. 1809
n ihrer Anhänglichleit an Friedrich
ılerien ließ.
Kerriebi, 1) Anger, geb. 1513
abirte Mebicin in Diontpellier n. _
Rarie:; mit dein (Aronfiegelbemab-
trand reifte er nach Rem, lieh fich
ır ale praftiicher Arzt in Toulouſe
Ss. Er bar fib nicht nur als Arzt,
Aftreleg u. Matbematiler belannt
De diebus decretoriis, Yyon
somniis, ebt. 1549; Des juge-
. sur les nativitez, ebd. 1550;
1. Teul 1553, n. &.: De radice
54; Vera methodus medendi,
Avertiasen.ent a Jean Boldin,
Rincent, f. Ferrerius.
xerriübr), 1) La grande u. La
Törter kei Diaubeuge im Arron-
es des fran:chiiben Departements
aruben, Hechöfen, Eiſenbämmern,
antitriücen, ravence- u. Töpfer⸗
2: Joe u. 1200 Em.; 2) la F.,
dim Arrendiſiement Greneble des
rextements Jiere; Steinkoblengru⸗
Me 1200 Ew.; 3) A. aur Etangð
m, I ori ebendaſelbft, im Arron⸗
rar dee DTepartemente Orne;: Glas⸗
m; 4) 3. fur Rille (jpr. F. für
m ebentatcieft, an ber Rille, im
Edreux tea Tepartements Orne;
beien; 356 Em.
sr. Ferriähte, Vartflecken am Ried,
nt Mentergso tes iranzöſiſchen De»
t: Gerbereien, alte Abtei: 1800 Em.
r. Ferriähre, Charles Elie Dargnis
Roitiere, nahm erſt Vilitärdienfte,
sem Schleß Plaricv bet Mirebean
2ienne, mar 1780 Teputirter deu
sur bei ben Meneralftsaten u. Bann |
ftitutienellen Serfammlung; er joy
nach Dixriey zurüd a. ft. 30. Such
lErnoires pour servir a l’histoire
°» eanstituante et (lv la revolu-
Zar. 171,5 Pre: Le ıdeisme,
A. 1709, 220: De letat des
Poren, IT. m. ben Reman:
Fionr, etd. 1788, 2 Are. (Beutich
Aerl. 1795:.
6 Kirman Varietät des Nafalea.
Städtiſcher Bezirk mit Peſtanit
in der Graiſchait Addiion im
:{Nertameris. am CEbamplainiece
ne Burlingten Gifenbabn, ven ! |
res Ammeniaf, Flüchtiges Bintlaugen⸗
pfleiſen; 2200 Em.
o), die weſilichſie Der Canurilchen
ſtküſte von Mrıtar, 3,8 CD: em
i8 zu Joe Fuß anffteigentir Feld;
große Vetriebſamleit der Bemohaer
1; Viebzucht, Getreide m. Mein
; Hauptort: NPalverte. Zeit rud⸗
die Gradlegung veranlafite, nabım
1. Meridian an: in neuerer Seit
inter jedech gewetniich nach Mreei
7° fl. von Ferren, Pie Frauzoien,
s 120” öſtl. von Ferre) als Aus-
Teutihen Werten iſt nech meiſt
R.
al Jeſ., geb. 1749 in Bonn, ftukirte .
kon. & Null. VL
en ee —— — — — —
in Wien. Er ichr. u. a.: Bon tem Gehlra iche ter
fatten Väter, Wien 1751; Bon ter Anftedung ber
epibemiichen Krankheiten, Xpg. 1782: Ephemeri-
des medicae, Wien 1792; Sammlung aller &a-
nitätsverordnungen im Erzberzegtbume Oſterreich
unter der Euns, während Der Regierung Des Kai⸗
ſers Arany IL bis Ente 1797, ebt. 1745; Danıı bis
1506, ebd. 1407.
Berrocyän (Chem.), non Liebig angenemmenes,
aus 3 Aquiv. Cyan u. 1 Aquiv. Fiſen (j. d. 1.) f)
cd. aus Fe 3 Cy =- Fe Us N3 == Cfy tefteben-
des, zmeibafiihes Haleidradical, welches noch nicht
iſolirt bargejtellt werden u. nur in Verbindung
mit Waſſerſteff u. mit Metallen belannt if. Es
verbinter fih mit 2 Aucınen Waſſerſteff zu Ferro⸗
Danwaflerftöfffäure ( Maijerftoffeiiencyaniir,
Gifenblaufäure),Civ-F 2 Ho Fe Ga Xa
2H=2Cyıtl 4 FeCy. Dan erbält fie durch
Serfegung ven Kerrecvanmetallen mit Waſſer⸗
ftoffiäuren cr. vertünnten Zaucrfteflfäuren; io
durch VBebanteln von Ferrocvanblei mit Schwefel⸗
wafſerſteiß et. von Ferrochanbarvum mit dere
düunter Schweieliäure u. Abdampien ber Ydiunnz
im luftleeren Ranme ed. Fällen mit Aber u. Zrode
nen ter Dlaiice über Schmeteliäure. Rein fiellt man
fie durch Xermiicken einer comcentrirten Yolung
von Ylutlangenialz mit rauchender Salziänre, Auf»
idien des Niererichlags in Allobel u. allen mit
Arber ber. Zie bilder ein weißes cd. gelbliches kry⸗
ſtalliniſches Vulver, warzenjörmige cr. bilicbelför»
mige Nroftalle, iſt leicht lͤrlich in Wafier u. Allehol,
ohne Geruch, ven ſaurem Geſchmack u. wirkt nicht
giitig; ſie treibt Kebleniäure, Efſigſäure n. Oxal⸗
jäure aus ihren Verbindungen; an der Yrit gericht
fie fib leicht u. verwandelt ſich ın eine blaue Viaffe;
erbige gebt fie unter Entwickelung von Blaufäure
in Eiiencvanür ber. Metalloxode verbinden fi
unter Waſſerbildung mit ibr, intem das Metall
an tie Etelle ded aueſcheidenden Wafieritefis Der
Zäure tritt, zu Aerrocvanmetallen, ven denen die
Der Alfalien u. alfaliicben Erden meint Icstich in
Waiter, mit Nroitallwaiier kroſtalliſirdar u. von
jalzig bitterem Wenbinad find; fie wirken nicht gif⸗
tig; Tie Der ſchweren Metalle ſind meiſt unlöelich
in aller, dieſenigen, deren Metallexvde in Am⸗
monial töolich find, löſen ſich ebeniallo darin auf.
Die löelichen Acrrecdanmeralle geben mit Eiſen⸗
ervt ſalzen einen blauen, mit Kupieroxvbialzen
einen re:bbraunen Niederſchlag. Sie bitten oft
mer einander u. mit anderen Salzen Doppelver⸗
bindungen: Zerrocvananımenium Eiſenblauſau⸗
jalgı, Cfv 2 XIIS A nq., durch Zerlegung
res Ferrechanbleied mir kehleniaurem Ammoniatk
targeitellt; weiſte ed. geldliche, durchſichtige, lujt-
beſtändie, in Waiſer leicht lösche Krvſtalle, vo⸗
merph Lem Ferrechankalium, budet mit Salmiak
ein Deprehailz, weites in großen, gelben, luitbe⸗
ſtäudigen Kroitallen swichtent. Aerrocyanbarpum,
Uſx ? lia ag, durch Imeiien win Verliner
Alan mir BRarvtwniier darzuſtellen: Meine, gelbe,
rbombeidale Briamen, ſchwer löelich Aerrocnenblet,
Cr 2 Pb, Fällt beim Vernnichen eines löelichen
Bleualzes mit Acırorvanlalium ala weißer, etwas
gelblicher Niederichlag zu Beten, iſt nach dem Trock⸗
nen waſſerfrei. Sierochancalcium, Ciy 2 (a +
14
210
12 aq., kryſtalliſirt in blaßgelben Priemen, welche
Ferrol bis Ferſen
Hier am 4. Nov. 1805 Seegefecht
in Maffer 1881: find ; man erhält e8 dur Sättigen | fiihe Eontreabmiral Dunoir le Bel
von kohlenſaurem Kalt mit Ferrocyanmajlerftoff-
fäure od. Kochen von Berliner Blau mit Atzkalt u.
Waſſer. Berrocyandrom: a) Chremferrocha-
nür, Cfy 2 Cr, ein gelber Nieberfchlag, erhalten
durch Fällen einer Auflöfung von Chromchlorür mit
Ferrocyantalium;b)Chromferrocnantid,3 Cfy
A Cr, ift grün u. bildet fih wahrſcheinlich, wenn man
{chroefelfaures Chromoxydlali mit Ferrocyandalium
u. Salmial miſcht u. abtanıpft. Serrocyaneifen: a)
Eifenferrocyanür, Cfy 2 Fe, weißes od. gelb-
ih weißes in Waſſer unlösliches Pulver, wird dar⸗
geftellt durch Erbigen von Berrocyanmaiferftoffläure
unter Luftabſchluß, od. indem man friich getälltes
Berliner Blau mit Waffer anrührt, bie Flüſſigkeit
- mit Schwefelmafferftoff jattigt u. unter Abſchluß der
Luft längere Zeit ftehen laßt; es färbt ſich an der
Luft au, erbittt gebt e8 unter Entwidelung won
Stidftoff in Sohlenftoffeiien über. Mir Yerro-
cyanlalium bildet e8 ein Doppelfaß, das Ferro:
epaneifentaltum, Cfy 2 Fe + Cfy 2Ka, wel
ches als weißer Nieberfchlag bei ber Deftillation
ven Blutlaugenfalz mit Schwefeljäure entſteht; b)
Eijeuferrocyanid (Eijencyanürcyanıd),
3 Cty + 4 Fe, ift Berliner Blau, |. d. Ferrecyan-
kadmium, ift weiß u. in Ammoniak löslich. Serro⸗
epankalium (Kaliumeijencyanür,&yaneifen-
talium, Gifenblaufaures Kali), Cfy2 Ka
+ 3 aq. tft gelbes Blutlaugenjalz, ſ. d. Berrocyan:
kobalt, Cfy 2 Co, ift gelbgrün, wirb kein Erbiren
dunkelgrün u. löft fi) in concentrirter Schweiel-
fünre mit rother Farbe auf. Ferrochankupfer: a)
„Kupferferrocyanid, Cfy 2 Cu, ſchön reihe
brauner Wiederichlag, erbalten Durch Vermiſchen
einer Löſung von gelbem Blutlaugenfalz mit Kupfer»
ſalz; ift unlöslich in verdünnten Säuren, Durch con-
centrirte Schwejellüure wird cs grünlich weiß;
b) nupferferrocyaniür, Cfy 4 Cu, entſteht
mwabrjcheintich durch Füllen einer ſalzſauren Löſung
von Kupferchlerür mit gelbem Blutlaugenjalz; es
ift weiß u. wird an der Luft braun. Ferrocyan .
magneflum, Ciy 2 Mg + 10 aqæ., fruftallifirt in
ſchwach geiben, nadelfürmigen Kryftallen; man
erbält es durch Sättigen von Ferrocyanwaſſerſtoff⸗
jüure mit Magnefia. Berrocpanmangan, Cfy 2 Mn,
ift weiß ed. ſchön bellroth. Serrocyannatrium, CiY
2 Na + 12 aq., der Kaliumverbindung ganz ähn-
li. Ferrocvannickel, ift bellgrün u. in Ammoniak
mit hellroiher Farbe löelich. Ferrochanqueckſilber,
in weiß; man ſtellt es durch Vermiſchen von gelbem
Blutlaugenſalz mit Quecdfilberoxydulſjalzen ed.
Zuedfilbererntfalzen ber; im erſten Falle erbält
man die Verbindung Cfy 4 Lig, im letzteren Cix
2 II. Ferrochanſilber, Cſy 2 Ag, ein weißer Nie⸗
derſchlag, welcher ſich an der Luft blau färbt, löslich
in Ammoniak. Ferrochanwiomutb, Vplgeiß u.
in Waſſer unlöelich. Ferrochanzink, Ofy 2 Ze, iſt
mein, ebenſo Ferrochanzinn, Cfy 2 Sn u. Cfy Sn.
Ferrol (bei ben Alten Artobrica), Etadt u.
Feſtung der ſpaniſchen Provinz Cerunna Salicien),
au ber gleichnamigen Bai des Atlantiſchen Peeres;
der größte u. bejte Kriegabajen Spaniene, der Durch
die Forts San Felipe, Ya Palnma u. San Martin
vertbeitigt wird; gehörte früber zu ben Drei, jegt
aufgehobenen Seedepartements, hat Secafademie,
Ediffiahrrs- u. Pilotenſchule, Zcearjenal, Tauſchlä-
gereien, Segeltuch⸗ u. Yeberfabrilen; 20,000 Em.
lichen Admiral Stropan ergebe:
wurde. von ben Sranzofen unter €
Ferronays (ſpr. Gerronäh), 1)
Augufte gerron, Graf del
1791 aus, kehrte mit dem Herzog
nach Frankreich zurück, wurde Di:
1815 Pair, 1817 Botſchafter am
1819 außerordentlicher Geſandter
1828 Miniſter Des Auswärtigen ı
ſterium Billele, bewirkte, daß ein f:
den Griechen zu Hülfe geſandt mı
Rotichafter in Rem, Tantte abe
1830 ab u. ft. 1842 in Rom. 2) j
F., Sohn des Bor, if Bertra
Chambord (Heinrich V.). Bon ib
ein Manifeft iiber bie Legitimität.
gerronibre ifr.), fon. w. Feren
errucei (jpr. Ferruticht), Au
aus Fiejele, geb. um 1460, war ein?
Maini in Rom, erwarb fich bald ei
Ruf als Künſtler, fo daß er nad.
ihmüdung der Salvatorkapelle vor
Neapel berufen wurde, we er fürt
nand I. verſchiedene Arbeiten ausl
darauf in mehreren ttaliemiichen <
Piſtoja, mo ſich noch jetzt ein vortrefi
ven ibın in Der Kirche S. Ducepo |
Fieſole, wo er das Dojjale im Dom
relief ſchmückte. Nach Florenz ber
1512 Tbermeiſter aller Bildhauer:
mes Zta. Maria del Fiori, fiir we.
hen Er. Andreas, vier Ellen hoch
feinen letzten Yebensjabren befaßte
weije mit Holzichnigerer ıı. ſchnitt u
in der Kirche ta. Felicita in Fl
Architekt war er thätig u. bildete
Schülern, darunter den Baumeiſte
ſt. 1522 in Florenz.
Ferruginös (v. lat.), eiſenba
daber Ferruginösa, eiſenbaltige Ar;
bluiſtillende Wirkung haben. Feru
haltigleit.
Ferrum (lat.), Eiſen: F. arse
ſaures Eiſen; F. chlorätum, Cblort
F. oxydatum, Eiſenoxyd; F. 01. ace
res Eijenervd ꝛc.
Ferruminiren (vo. lat.), zuſe
erlitten; daher Ferrumination, Zui
des Eiſens, Anlittung.
Ferry, Gabriel, pſeudonvm für
Fers, Ferfiicher Name ter Sc:
Ferie, Nebenſluß ter Weichſel
ßen; eutipringt im Regierungsbe:
mehreren Seen bei Behrend, wir
flößbar u. minder im Regierung
werder bei Mewe.
Ferſe, 1) (Calx). ber binter
Theil tes Plattfußes, an den ſich
anjeßt; 2) Ter Theil Des Strumpie
bededt; 8) die hintere Runkung ı
4) (Uhrm.), ſo v. w. Unrubflobe
jo v. m. Färſe.
Ferſen, 1) Otto Wilbelm,
geb 1623 in Revral, trat in jeine
Ühteetifihe Kriegsdienfte u. zeichne
gegen die Dünen aue, worauf er
ziR
Fertiliſtren (v. lat.), befruchten;
tat, Fruchtbarkeit.
Fertit, d. i. Land ber Heiden, Geſammtuame
für die Landichaften im Innern Nordafrikas, melde
füdlih von tem im Süden Kortofans gelegenen
Nubalande fih ausdehnen u. Die Staaten Binga,
Banda u. a. umfaſſen follen. Das Land ift noch
änzlich unbekannt, Doch ſoll daſelbſt in den Bergen
* viel ſchönes Kupfer, theilweiſe auch Gold ge⸗
wonnen werben.
Ferto (altt.), 4 ber Mark; daher Fertenales de-
eYmae, Abgabe von !. der Früchte.
—— fo v. w. Ferekh Abad.
eruer (perſ. Rel.), 3. Klaſie geiſtiger Weſen in
der himmliſchen Welt, unſterblich u. ewig, kämpften
ſchon vor der Schöpfung der Sinnenwelt gegen
Ahriman. Sie find eigentlich die Ideen ter ür—⸗
gottheit (Zeruane Alberane), tie als folche Realität
erhalten, Daher jedes Mefen, auch Ormuzd, feinen
F., jein Urbild, al8 den reinften Ausfluß der Gott»
beit, hat u. alles Entfteben u. Geborenwerden Offen-
barungen eines neuen %. find. Der Aufenthaltsort
der 5. ift bie reine. Lichtwelt des Ormuzd; bier
ſchimmern fie in Fichtglanz u. ſchweben zum Schuße
der Gerechten berbei, welche ihre Hilfe anrufen.
Dan betet zu allen Sn, bef. zu vem F. Ormuzds
u. Soroafter®.
eruga, Stabt, fo v. w. Fruga.
erüla (Chir.), jo v. w. Schiene (Ehir.).
erüla (F. L. d; Pflanzengattung aus ber Fa⸗
milte der Umbelliferae- Peucedaneae, 15. Kl.
2. Ordn. L.; Arten: F.asa foetida, in Perfien
peimiih, Mutterpflanze des Stinfafande, |. Asa
oetida u. Stintafand; F.communis, in Sid»
europa; das leicht ſeuerfangende Mark dient ale
zunder; F. ferulago (Ferulago galbani-
era), in Südeuropa, mit mannshohem, äfti-
far mit Dark erfülltem Stängel, milchender,
Fertiliſiren
daher Fertili⸗
ark riechender, gegen Wechſelfieber anwendbarer
urzel; F. dene ica, mit einen, wie Stigfafanb
riehenden Milchfaft, Mutterpflanze bed Saga⸗
penum; F. sylvatica, in Volhynien, Podo-
lien, Galizien, Die lange, aromatifche, citronenartig
riehende Wurzel wird, gepulvert, gegen Wechſel⸗
fieber angewenbet, BE
—* ägo (T. Koch.), |. u. Ferula.
sruffac (pr. Serüffad), 1) Jean Bapt.Ponis
d'Audebard, Baron de %., geb. 1745 in Elfrac,
war 1778 Hauptmann bei ber Artillerie, nahm aber
1790 feinen Abjchieb n. begab fih im folgenden
Jahre zur Armee des Prinzen Condé, 1801 fehrte
er nach Frankreich zurüd, wo er feine conchyliolo-
iishen Studien fortfeßte, u. ft. 1815 auf dem
chloſſe de la Garte bei Lauzerte. Sein großes
Wert über die Conchylien wurde nach feinem Tode
vor feinem Sohne vollendet u. herausgegeben ale:
Histoire naturelle generule et particuliere
des mollus«jues terrestres et fluviatiles, Bar.
1819; außerdem fchr. er noch: Essai d’une
methode conchyliologique, 1507. 2) Andre
Etienne Juſt Paſchal d'Audebard, Baron
de F., Sohn des Vorigen, geb. 1786 in Char-
tron, machte die Feldzüge in Deutſchland u. Spa—
nien mit, wurde Unterpräfect von Oleron, nad)
Napoleons Abſtctzung Bataillonschef im General⸗
ſtabe der Nationalgarte, 1818 Lehrer an der Geue⸗
ralftabsfchule, ſpater Oberſtlieutenaut u. Oberſt
bis Feſch
ſchichte der Mollusken ſeines Vaters
tice hist. sur le siege de Sara
1523—31 das Bulletin universe
et de l’industrie u. die Revue en
1826 bi8 1533 beraus.
Feruffacia (Beruffina , Petrer.),
pboftoma.
Fervaques (ipr. Ferwach), M
Zoucques, im Arrondiffement Pifi
zöfiichden Departements Calvabos; }
Leber u. groben Wollgeugen; 1150 C
—* eiren (v. lat.), heiß, zorni
erveur (fr., Ipr. Ferwör), Cife
Fervent, hitiig, brünſtig.
Fervidor (fr., ſpr. Ferwibohr) ,
midor.
ed, Königreich, fo v. w. Fez.
es (türk.), ſ. Feß.
es, die 5. diatoniſch⸗chromatiſ
wenn der Ton f dur ein b unt ein
erniedrigt ift; mit dem Tone e zuſan
se (Bafa, Faza), Stadt in berg
vinz Farſiſtan, ſüdöſtlich von Schu
Woll⸗u. Baumwollenweberei, verid
ten; prächtige Obſtgärten mit Roſen,
prelien, Bau von vorzüglihem Tabal
Feſapo (Logil), ter 2. Echlufr
4. Figur, wo ber Oberfat allgemein
Unterfag allgemein bejaht, ber €
verneint.
Fesca, 1) Friedrich Ernft, geb. 17
burg, entwidelte ſchon frübzeitig ſein
liſches Talent u. trat 11 Jahr alt zue
virtuos auf. Seine eigentlichen S
Muſik machte er in Leipzig, wurde
des Theaterorcheſters, ging dann zu
Oldenburg u. von bier 1808 als So
königliche Kapelle in Kaſſel über. |
löjnng be Königreichs Weftfalen ı
nah Wien u. ven Lori nad Karları
großberzogliher Concertmeifter 18
cemponirte 20 Quartette für tr
inftrumente, ferner Cnintetten (&
ausgabe in Paris), Symphonien
Cantemira u. Omar u. Leila, mebrer
Lieder u. a. 2) Nlerander Ern
Borigen, geb. 1820 in Karlsruhe,
Berlin als Klaviervirtuos u. Com
1841 Kanımervirtuos des Fürften G
ftenberg u. ftarb 1849 in Braunich
ponirte mebrere leichte Sulonftüde fi
Opern Dlariette, Die Franzojen in
Lieber mit Piancofortebegleitung.
—— — ‚Stadt, ſo v. w. Fecar
escennim (Fescennia, a. ©
Stadt in Eirurien, am Tibris, von
od. Pelasgern angelegt, betin jeßigen
lana. Daber ftammmten Die Fescenn
Yieber, Die in rbytbinifchen Wechſelve
Deren Anhalt Spettreben u. lafcive &
womit tie Jugend bei Hechzeiten |
In Rent wurden fie mit orcheftriich
gen verbunden u. als eine Art tbe
promptu'se gebraucht. Bon ihnen m
tyren Den Übergang zu Dem regelmäß
Drama.
Feſch, Joſeph, geb. 3. Jan. 1763 in
u. fi. 1836; aufer ber Kortjegung der Naturges | eincd Schweizeroffizierd in genueſij
Zefelen bis Feßler
x Wittwe von Ramolini, Muitter |
aparte, Anfangs Geiflliher, dann
esscemmiflär, wurde, ale Napo⸗
‚ jein Neffe, zur Herrſchaft kam,
von Lyen, 1803 Cardinal u. fran⸗
ter in Rom, begleitete 1805 ten
s u. wurde 1505 Großalmoſenier
u Senator. 1806 begehrte ibn
t Dalberg zum Ceatjuter u. Nac-
tarclert geitattete dies nicht, meil
ale Anbanger Des Papſtes gezeigt
3 Tagegen 1810 das Erzbidihum
tıe in Ungnade zu Lvon bid 1814,
sm ing u. jeinen Platz im Meil.
ter einnabm. Wach Per Rücklehr
er nad Paris, wurde Pair, ging
black von Waterloe wieter nad
ter i&m cin päpſtlichee VBreve auf
seurkeiiichen Keyierung tie Aus⸗
6 ale Erzbiſchei von Yyon untere
zu einer Derzichtleiftung nicht zu
a 1325 zmar den Furctienen, aber
Btkuım enziagte. Seitdem lebte er
23. Diai 1839 farb. Er binterlich
hammern ftarfe Gemaäldeſammlung,
en irm ala Kriegecemmiſiär gelanı«
Rem 1845 verſteigerrwurde. Seine
551 nach Alaccie gebracht.
elchier, ein Maler Der eberdeutſchen
Z&tschten u. Belagerungen aus der
im mitzeralteriihen Coſtume, 3. U.
tom, in Der Pinakethel in Dlünden;
eiſtadt.
dellene, dicht anliegende, ſchirmloſe
der heutigen Griechen, Zürfen ı.
len, von rotber Farbe, gewöhnlich
dener Quaſte, die jedech kei koſt⸗
3 turch eine reiche ſilberne cd. gel⸗
d. Der F. wird, wenigſtens be
pen beiden Geſchlechtern getragen,
ange der Grieche an dieſer Tracht
1Verliebe, daß, wenn er etwa im
Strebbut trägt, unter demſelben
it. In ter Türken ıft daſſelbe für
ten u. iegar beim Heere ſtatt des
m Jahre 1326 vorgeichrieben.
‚ 1) wemit envas gebunden wird;
er Riemen, an welchem das Süfte
dird; 3) ein Ricmen von Hirſche ot.
Iben man dem Veitzvegel beim Abe
derſelbe auftie Veige getragen wird,
zt; je nachdem dieſer Riemen kurz
zt er Kurzfeſſel ed. Yangfefiel. ı
‚bei Thieren mit Hufen der kurze
8, zwiſchen ben Köthen u. dem Huſe
lent, welches eine jreiere Aemegung
:, aus ben Jeſſelknochen, dem runde
eten (am Sinterfuß längerem u.
am Borderfuß/ Knochben zwiſchen
Krenenben, u. ben ibn u. lchtre
213
gefeffelte; wenn er fih zu fehr zurüdtehrt, Inry
geieffelte; wenn Bas Gegenibeil Ratıfinder, rüd-
wärtsgefelfelte (durchtretende); wenn er
gerate aufwärts flebt, gerataus-, wenn er fich
vermärts beugt, vormwärtögefefielte Pferde.
deſſelwund werden Pferde, weun fie in Den Halfter⸗
ſtricken, od. auch Zugſträngen u. Standbäumen ſich
ſchleifen u. reiben.
effel, Orden ter Ritter von der gold—
nen u. der Schildknappen von der ſilber⸗
wen F. geftiftet ven Herzog Jobann von Bourbon
am 1. Jan. 1415; Dauptzmed war Waffen» u.
Frauendienſt. Tie Diitglicter, Deren Zabl fich nur
auf 16 belanfen ſellte u. Die Burch Ztimmenmebr-
beit von dem ganzen Ordeneperfenale gemählt
wurden, beſtauden aus Nittern u. Knappen ven
edient GHeſchlechte: als Abzeichen trugın tes Sonn⸗
tags Die Ritter eine Joldne, die Kappen cine filberne
Geſangenfeſſel am linfen Fuße. Aue zwei Jabre
tant, um ten Damen ihre Aufepferung für fie
durch Die That zu beweiſen, unter ihnen ein Kampf
auf Tod u. Yeben ſtati. Terjenige, welcher untere
lag, warte Refangener des Siegers, cd. mußte
dieſem fein Ordenszeichen abgeben. Der Orden ging
nach Dem Tode bes Ztiiters, welcher als Kriegs.
gefangener in England flarb, wieter cin.
effelfeigwarzen , |. u. Feigwarzen 2) b).
feine chwüt, ie v. w. Maute.
lex (CAlxtes Maogl. . Gattung der Fröſche,
mit halben Schwimmhäuten an ben Füßen, ſicht⸗
barem Paufenfell, ganz angereadiener Zunge u.
warziger Haut, wie ba ten Unten; Art: Eier»
tragentern.(A.ubstetrieans:, bläulichaſchgrau,
ſchwärzlich gefledt, unten weißlich, 14 Joll lang;
das Männchen ſchlingt ſich Die von Weibchen ge
legte Eierſchnure um Die Sinterbeine, riecht damit
in Erdlöcher u. gebt erft, menu Die Jungen aus⸗
frieden künnen, ins Waſſer; in Frankreich u.
Deuiſchland, 3. B. am Rhein.
Feßler, Aanaz Aurel, Sebn eines Gafımirths,
geb. 1756 im Czurenderf in Niererungarn (nach
And. in Presburg:, wurde 1773 in Mödliugen
Kapusiner u. kam 171 in Das Kofler in Wien.
Hier fegre er insgeheim Joſepb II. von ter Hirte
in Keuntniß, welche ber Orden wegen geringer
Vergeben gegen Ginige feiner lieder übte. Ten
deshalb angejfeindeten F. uahm Joſeph II. in
Schutz u. mucte ibn 1783 zum Preſeſſer ber
Crientaliſchen Sprachen u. ter Hermeneutik bes
A. T. in Lemberg. Er wurde nun Freimaurer;
1788 wegen ſeines Trauerfpiels Sidney in einen
fiſcaliſchen Proceß verwidelt, entfleb er nach Bree⸗
lau, lebte erſt bei Dem Buchbändler Korn, dann
als Erzieher beim Erbprinzen von Carelatheu trat
1791 zur Yurberifchen Coufeſſion über; er ging
nah Berlin, wo er ald Conſulent für tie farho-
liſchen Angelegenbeiten ter pelniichen Rrovinzen
einen Gehalt bezog u. nebenbei ſchrijtſtellerte, bei.
aber ſich der Freimaurerei in ter Yoge Roval⸗Portk
widmete u. Die Rituale u. Statuten Terielben rejore
serbintenten Bändern u. Muskeln | mirte. Mebrere Güterkäufe u. der Krieg ven 1906
kenochen ift dem Bruch unterwerien | bi6 1807 flürzten ihn in Verlegenbeiten; 1509
ich), wenn das Thier einen falichen
: Feffetmustein bewegen ben Feſſel⸗
nr Vorderſjeſſel ii es ein Aus
eugemuslel, für ten Sinterfejlel
dieine Beugemusleln. Pierbe, bei
ertuß zulang if, nennt man lange
wurde er in Petersburg Prefeſſer Ler Philoſophie
u. der Orientaliſchen Sprachen bei der Univerſität,
ab dieſe Anſtellung jedech, ven einem griechiſchen
—* des Atheiduus beichiultigt, Lult wieder
auf u. wurde Correſpondent bei-ter Geſeycom⸗
miſſion. Gr ging nah Wolsk, im Saratowſchen
214
Eonfiftoriafbeifitter, 1834 F Aufgebung des
Saratower Konfiftoriums, Kirchenrath in Peters-
burg u. ſt. 13. Dec. 1839 in Petersburg. Er ſchr. u. a.:
Marc Aurel, Bresl. 1790—92, 3 Bde., 3. Aufl.,
ebd. 1799, 4 Bde; Ariftides u. Themiſtokles,
Berl. 1792, 2 Bde., 3. Aufl., ebd. 1818; Mathias
Corvinus, Bresl. 1793 f., 2 Bde., 2. Aufl , ebb.
1806; Attila, ebb. 1794; Eunomia, eine Zeitichrift
des 19. Jahrh., Berl. 1801—1805, 5 Jabrgänge;
Schriften über Kreimaurerei, Berl. u. Sreib. 1801
bis 1807, 3 Bde.; Verſuch einer Geichichte ber
fpanifchen Nation, ebb. 1810, 2 Bde.; Geſchichte
ber Ungarn, Lpz. 1812— 25, 10 Thle.; Chriftliche
Reben, Riga 1822, 2 Bde; Liturgifches Handbuch,
ebd. 1823; Nüdblide auf meine Tujäbrige Pilger-
ſchaft (Selbftbiographie), Bresl. 1324, 2. Aufl.
1851; Rejultate memes Denkens u. Erfahrene, als
Anhang zu den Rückblicken, ebd. 1826.
maier, Johann Georg von F. geb. 1775 in
Staufersbuch in Baiern, ftudirte feit 1794 in Ingol-
ftabt tie Rechte, murbe 1799 Profeſſor des bairiſchen
Staats» u. Fürſtenrechtes Dafelbft, ging 1800 bei
Berlegung der Univerfität mit nach Landshut; 1804
wurbe er Landespirectionsrath in München, 1808
Rath bei der Regierung bes Iſarkreiſes, 1810 Kreis-
rath in München, 1815 Oberfinanzrath u. 1817
Rath im Minifterium der Finanzen; fett 1826 in
den Ruheſtand verfett, fl. ev 1828. Er ſchr.: Ver-
ſuch einer pragmatifchen Staatsgeſchichte der oberen
Pfalz, Münden 1799—1803, 2 Bde.; Grundriß
bes bairifhen Staatsrechtes, Ingolftabt 1801;
Grundriß der biftorifhen Hülfswifienfchaften,
Landshut 1802; Gruntlinien zum Staatsrechte
von Baiern, ebd. 1803; Gefchichte von Baiern,
ebb. 1804.
Feffonta, römische Gottheit, von Ermatteten
um Erguidung angerufen.
Feſt, 1) jo zulammenhängend, daß es nicht
ohne Mühe getrennt werden Tann, ſowohl mit
einem andern Körper, al8 auch ber einzelnen Theile
eines Körpers unter fich, daher Feſte Körper (im
Gegenfate ber flüffigen), bei welchen ter Zufam-
menbang ber einzelnen Theile ftärfer ift, als daß
u durch ihr eignes Gewicht losreißen können;
9 onft Titel der Edelleute, nur noch bier u. Da im
anzleifiyl üblich, wo ihn auch Bürgerliche von eini-
gem Rang erhalten; 8) (Seem.), ber Punkt, an wel⸗
em bei Zauen, die durch Blöcke gefcheert find, das
eine Ende feftgemacht ift; 4) Commanbomort, in der
Marine fo v. w. Halt! bei jeder Kraftarbeit gebräuch⸗
lich; der Unterſchied zwiſchen F. u. Halt od. Gut liegt
nur darin, daß das erſtere eine Pauſe, letzteres das
Ende in der Arbeit bezeichnet. F. in Verbinduu
mit einem Segelnamen, z. B. Margſegel feſt, iſt
das Commando zum Beſchlagen od. ſchließen des
betreffenden Segels; 5) Boͤrſenausdruck Geſter
Kauf), bezeichnet den Abſchluß eines Lieferungs⸗
Fihittes, von welchem weder der Käufer noch der
erläufer zurücktreten kann; 6) überhaupt Be-
zeichnung ſolcher Geſchäfte, bei welchen die Waare
in das volle Eigenthum des Käufers übergeht u.
ven diefem nicht, wie es hei Lieferungen in Com⸗
müften cd. Conſignation (im Buchhandel à Cen-
dition) der Fall ift, fei e8 ganz ct. zum Theil,
auritsigegeben od. zur Dispefition geftellt werben
ann,
Feßmaier dis Feſt
Gouvernement, wurde 1820 Superintendent in
Saratow u. bald darauf evangeliſcher Biſchof u.
Feſt (v. lat. Festum, Dies fe:
Erinnerung an irgend eine Begeben
denbezeugungen od. gottesbienftfiche
begangener Tag, an welchem gewöbnl
arbeit ausgeſetzt wird (daher Feie
machten von jeher einen beträchtlic
Gottesdienſtes aus. Die Anordnung
beſ. bei den Griechen, theils die
Gottheit, theils die Anrufung der
dargebrachten Dant, theils Die Beleb—
thümlichen Sinnes, z. B. durch di
feier verdienter od. ſonſt wichtiger P
überhaupt Freude, Geſelligleit, Ein
tigung bes Körpers u. Gemüths zur
balb auch, oft Spiele mit den Felt
waren. ber die Feſte der Völler d
u. der neueren Zeit, |. bie Artikel
ligion u. Mythologie berjelben. |
Chriftliden Kirche wurden feh
gefeiert; außer bem Sonntag u., |
bes 1. Jahrh., dem jüdiſchen Sabba
fien das Ofterfeft u. der Todes
Charfreitag), feit dem 2. Jahrh. das ‘
Weihnachten wurde erfi im 4. Sa
ner; als zur Zeit ber Chriſtenverfolg
tyrer fi einen Namen madten,
Gedächtniß, Doch feſtlich erſt feit be
begangen, auch die Gedächtnißta,
figen u. bef. der Maria feierte r
dem 5. Jahrh., u. biefe Feſte nah
Menge ver Heiligen u. mit den verſ
tigen Lebensverhaltniffen der Maria
ziehungen zu Jeſu bei. feit dem 1
Zahl jehr zu; im 7. Jahrh. wurbe f
lectiofeft für alle Heilige gefei
9. Jahrh. auch das F. der Engel
das F. aller Seelen, im 13. Jahr!
leichnamsfeſt; auch anſtößige F
Narren-u. Efelsfef,gabesinve
Aufkommen der vielen dt begrür
ausgedehnte u. beſtimmk Feſtpraxis
ſchied ahynachder Artder Einſül
de praecepto, deren Feier durch kirchli
F. consuetudYnis, die durch Gewohn
1Hönis, bie au® freier Andacht eing
bynah dem Range: F. primarla
Feſte erfter u. zweiter Ordnung, jene
licher, letstre weniger feierlich began
mit öffentlichem, folennem Gottesdi
nur mit Chorgebet u. bei ter Mefie <
minleaha (Sonntagsfefte), Heiligenf
dem nächft vorhergehenden od. nachfol
tag gefeiert werben; F. ad libltum
werden können, aber nicht müffen,
bei manden Mönchsorben gebräuchlid
ber Zeit: aa) F. annalya, tie das
mal vorkommen od., mit Aufhebun
dienſtes in den Dorfkirchen, nur in!
efeiert werden; bb) F. Immobilya, uı
Kefe, die jedesmal auf denſeilben
fallen, 3. 2. Weihnachten auf ten 2
5. der Geburt Jeſu auf den 1. Iarıuc
bira, bewegliche Feſte, die nicht
tenjelben Kalendertag fallen, ſond
Oſtern richten, welches Feſtes cuclifd
eine beſondere Feſtrechnung bat (. u.
dieſen fallen Oſiern, Pfingſten u. das
auf einen Sonntag, das Feſt der Kr
Feſt bis Feſtenberg
Himmelfahrt Jein ſtets auf den
Nach den Perſonen, denen,
laſinngen, werbalb ſie ge—
ı: aa»F.Sabnaoıl, Lie boben,
Fo.ted ot. zum Gerächtniß mid
nente in der Geſchich?e Jein, fo
ırt Set !F. nativitatis Chrieti), »
F. ter Beitnetung (F. circum-
eichneidungefeſt: F. ter Namens-
ainis Christis. ſ. Jeſu Namens⸗
niae. ſ. Epiphaniasieſit: F. evan-
wo Jeſius ſein Yebramt antrat,
enn:ag nach Oſtern: F. transtigu-
nı
Zerfärungeieit; Gründenunerſtag,
ent .Festum azyımorun:,\.d.a.;
:F. translationis D.1. F. ter '
amtirte F. pallll, Lie böbern Feſte, an tenen ber
Erzbiſchoj Tas Pallinum träge, F. in albis. wo bie
Geiſtlichen in weiß, F. In cappls, wo fie in Kappen
eben x. Die Ketermateren boben ten größten
Tbeil ter seite auf, u. in Ber Broteftantiiben
Kirche werten, außer ten greßen Feſien,
melde mit Ver- u. Nachnittagsgeuedtienft ges
feiert werten, Weibnadhten, Oſtern u. Pfingſten,
tie früber aus 3, jegt an den meiſten I rten nur
nob aus 2 Feiertagen befleben, terner Neujabr,
Charireitag, Himmelijahrt Cbriſti, Trinitatis⸗ u.
Epiphauiasieſt, nur noch einige Marienieſte, Das
Jobannis- u. Michaeliieſt geieiert. Die letztern
heißen kleine cd. balbe Feſte u. werden nur
mit Vormittagdgettesdieuſt gefeiert ch. find auf
ı Christi, Simmeliabrtefeft; bei. ,
fi :).d. F. armorum Christi, F.
m dominicae passionis ), ben
r Stterectaee: F. inventionis lt.
eracıe, Rreujeterfintung u. Kreu⸗
b. u. m. a.; bb) des beiligen
enternstes,, 1. Bfingiten: ce) der
it F. trinitatia;, ſ. Zrinttatisfeft;
el. bei. Des Erzengels Michael, ö.
e)ter Diaria (Festa beatae
sriae , deren größere fin: Ma⸗
sstum nativitatia Marıa«), des
F. nominis M.)\, Marti Em⸗
Inceptionis M,), Mariä Verkün⸗
mnciationis M., fonft in traut
narun!), Mariä Heimſuchung (F.
), Mariä Reinigung PF. puritiea-
ypapantes, F. occursus), Mariä
. ascensionis M. od. F. assumtne
rbarum), dieſe u. tie zablreichen
er Maria ij. u. Marienfeſte; Pl der
teltageı; jeder hatte ein eignes F.,
sie Griechiiche Kirche das Feſt aller
ım apo.tolorun), j. u. Apoitel 2),
che Kirche tas F. divisionıs
f. Apoſteltheilung; gxd anderer
I Der beiligen Aeibichte: Je—
ıter&, Joſephs, der Varia VPag⸗
) u. A.; bei. aber b der Hei»
ctorumı, nicht nur fiir einzelne
er Schugpatrone eines Yanıdes u.
neern auch in dem Feſte aller
De stammen, auch fiir die, welche
brt werten, j. Aller Heiligen; zum
elen im Fegeiener, ſ. Aller Seelen;
ter, i.t e) Mach Clerikern,
leiteten, 3. B. Festa cautorix, welche
dnete, F. decani. F. prepositl, we
feet das Hechamt fingen müſſen.
u. Weiſe, wie fie gefeiert wurden;
iſt verſchieden je nach der größern
ten Bedeutung des Geieierten, u.
en, Brevieren x. vorgeſchrieben.
t nebſt Ableſung der bezünlichen
nitte mar Die Hauptiache an den
auch wurde aus ben Legenden ver.
——
nach ber Zahl Der Pſalmenu.
» umterichteb man F. novem. duo-
norum et lecılenum: bb) nach der
et angebraunten Wachker—
c. cereorum, Wo 3 x. braten;
feitung, in welcher ber Cleriler
ten nächften Senntag verlegt. Auch ıfl an ben
meiſten Orten das Reformatiensieft ii. d. anf
einen Senntag verlegt, wäbrend es an andern als
großes „x Ten 31. Tetbr. gefeiert wirt. Grün—
tennerstag sit ein balber Feiertag: auch wird
das Kirchweibieſi firchlich begangen. Der Tag
vor ten großen selten, bei Den Auten ber Rüſttag,
heißt in Per Ebrtitlichen Kirche der beilige Abend,
er fol als Berbereitung dienen u. met wird am
Abend dieſes Taged Das F. eingeläutet, indem
in verichietnen Bullen eine Zeit von I Stunde
ausgejüllt wird; ſeltner nach dem Nachmittages
gottesdienſt des legten Feiertags das F. wieder
ausgeläutet. Auch in Der Katbeliichen Kirche
ſelbſt wurde in Berückſichtigung, daß durch Die
allzugroße Menge Feſie die Arbeitstage fehr ver⸗
ringert waren, zuerſt durch Papſt Urban VIII. u.
für Iferreib 1753 durch Beuedict XIV. bie
große Auzabl von Seften, bei. ter Heiligenieſte,
beichränft u. einige Feſte auf balbe berabgeiegt
u. von Clemens XIV. 1771 ganz caflirt :Dis«
penfirte Feiertage). gl. Hoſpinian, De festis,
Bent 1675, 3. Ausg.; Augufti, Tie Feſte Der Cbri⸗
fin, vpz. 181720, 3 Bde.; Nidel, die Kelle ber
Katholiſchen Kirche, Mainz 1335, 2 Ute; Leo
Allatius, Lie Seite ber Griechiſchen Kirche, Köln
1649.
Feſta, Conſtanzo, gebürtig aus Florenz, kam
1517 nab Rem uw. trat ald Zänger in Die päpft-
liche Kapelle; er ft. 1515; Kontrapumttift, bat bei.
ein Te Deusm compenirt, dad noch jegt bei Papſt⸗
mablen u. am Fronleichnamefeſte geſnngen wird.
eftabert, Marlifleden, fo v. w. Keftubert.
eftbrüder,, fe v. w. Kaluubabrüber.
efteyclus, Zeitraum, der nach einer beſtimm⸗
ten Reibe von Jahren mit einer Feſtesfeier zurück⸗
kebrt, je 3. 8 ter Zug ber beipbilchen Theorie
nah Zempe, allemal das 9. Nabr, der F. kehrte
alje das 9. Jabr, nach Berlauf von S Jabren wieder.
Feſte (Vergb.), 1) Eeſtein, welches fich fehr
ſchwer gewinnen läßt; 2) jo v. w. Vergieſte.
Feſtegeld, iſt Lau Lebngeld Der Bauerleben.
Feſte Hand, Börſenauedruck, uneigentliche Ve⸗
zeidbnung tür Inbaber von Actien, welche dieſelben
nicht auf den Pixrkt bringen.
Feſte Dufen, find R.unpftiide, welche nicht in
fremde Hande übergeben Dürfen, fentern bei der
Familie bleiben milden.
Feſtenberg, 1) Herrichaft im Kreiſe Wartenberg
des preußiſchen Regierungebezirls Breolau: zur
Staudesherrichait Geſchüts gehörig: 2) polmiich
Twardageorad, Stadt darin, mit Sitten, 2
Marliplätzen, Dreijaltigkeitelirche, Synagoge,
216 Feſter Punkt
Tuchweberei, Wollſpinnerei, Tabadipinnerei, Bren-
nerei; 2500 Em.
Feſter Punkt, 1) (Mechan.), fo v. w. Unbe⸗
weglicher Punkt, ſ. u. Beweglich; 2) (Meßk.), beim
— ein Punkt, der durch aſtronomiſche od.
geometciſche Mittel feſt beſiimmt u. auf ben Plan
aufgetragen iſt.
a keit, f. n. Cohäſion.
og (v. lat. u. gr.), Feſtverzeichniß.
estin (fr., ſpr. —3 — 1) Feſt mit allerhand
Bergnügungen; daher Feftinjagen, ein Prunljagen;
2) Gaftmabı ‚zur feier eines Tages angeftellt.
Festina lente (lat.), Eile mit Weile.
eftination (v. lat.), Eile.
estino (ital.), Mastenball.
eftino (Log.), ber dritte Schlußmobus in ber
zweiten Figur, mo ber Oberfat allgemein verneint,
der Unterſatz bejonbers bejaht, ter Schlußſatz be⸗
ſonders verneint
Feſtities von Tolna (fpr. Fefititich), eine ka⸗
tholifche, in Ungarn weit verbreitete u. reich be-
güterte Familie, welche 1749 in ven Orafenftand
erhoben wurde ıı. in mehreren Linien blüht. I. Al⸗
tere Hauptlinie: A) Erfte Linie; jetiger
Chef: 1) Graf Taffilo, Sohn des 1846 ver-
orbenen Grafen Yatislaus, geb. 2. Juni 1813,
ift öfterreichiicher Generalmajer u. Brigabier; er ift
unvermüäblt. 2) Georg, Bruder des Vor., geb.
1815, ift Cherftlieutenant in der Armee u. jeit
1849 vermähft mit Eugenie geb. Gräfin Erdödy
von Dionyoroteret (geb. 1826); fein ältefter Sohn
Taſſilo ift geb. 1850. B) Zweite Linie, jekiger
Chef: 3) Graf Nicolaus, Rittmeifter a. D. u.
in zweiter Ehe feit 1526 vermäblt mit Victoria
geb. von Wolteniperg. II. Jüngere Haupt-
tinie: A) Erfte Linie, jeiger Chef: 4) Graf
Karl, Sohn des verftorbenen Grafen Joſeph, geb.
1794, öfterreichiicher Rittineiſter; iſt vermählt mit
Branziete geb. Sräfin von Sermage; fein Sohn
igmund ift 1821 geb. B) 3mweite Linie, jebiger
Chef: 5) Graf Bincenz, Schn bes 1826 ver-
ftorbenen Grafen Ignaz; ift vermählt mit Fanny
geb. von Wenlheim.
Fostivi(Buntilügelige Danger), Abthei⸗
Iung der Zagfchnetterlinge, H Danaer.
Fefinitt (dv. lat.), Feſtlichkeit.
estivo (ital., Muf.), feierlich.
land, fo v. w. Kontinent.
[ogen (Freimaur.), brüberliche Zufammen-
Künfte zur Feier ausgezeichneter Tage, bei. des Johan⸗
niefeftes u. Des Stiftungsfeftes, od. auf außerordent⸗
liche Veranftaltung, als Dank» od. Ehrenfefte zc.
achen, 1) anbinden, veleftigen jo 3) jonft
unter den Soldaten verbreiteter Aberglaube, daß
es gewiſſe Mittel gäbe, fich gegen feintliche Kugeln
zu Adern: auch Paſſaner Kunft genannt, weil
ein Scharfrichter in Paſſau 1611 feſtmachende,
thalergroße, mit unbelannten Wörtern unter ge⸗
heimen Proceduren beſchriebene Papiere ausgetheilt
u. zu verſchlingen gegeben haben fell; 3) einen Mar⸗
ker f., temfelben auf der Spur fo lange nachgehen,
bis ınan feinen Aufenthalt weiß; 4) eine Sau T., von
Dunten, eine Sau feithalten; 5) \Scem.), von Se⸗
geln, fie jchlichen; 6) von einem Taue, e8 mir einem
Schläge belegen; 7) von Schiffe, |. Bertäuen mit
Landfeſten; 8) Die Kanonen an Die innere Bordwand
jorren (. d.; 9) Macht feſt! das Commando, um
das Kanonenerercitium einzuftellen ob. zu beenden
bis Feſtung
Feſtons (fr., ſpr. Feſtong), ne:
men(Qlumenfchnur), Laub
Früchten (Fruchtſchnur) u. a. v
od. Kunſt dargebotenen Gegenſtände
weder wirklich aufgehängt od. an Gebä
Stein ıc. nachgeahmt werben; letzte
Mode. Daher Fetonniren, mit Quirlaı
Seftfchnäbler (Pressirostres
pestres Illsg.), bet Cuvier u. Illig
Stelzpögel; bei Goldfuß der Stelzen⸗1
Walbfühe ohne ob. mit ganz furyı
Schnabel mittellang, etwas flarf; i
tungen Trappe, Didfuß, Kiebitz,
Aufternfiicher, Laufer, Schreioogel.
Feſtſetzen, 3. 3. auf dem Glacit
gebedten Wege einer Feſtung fich eis
Sammelplat errichten, um von bemf
tere Unternehmungen gegen den Blat
Feſtſpiel, 1) ſeſtliche dramatiſche
durch irgend ein feſtliches Ereiguiß, Ji
tage, Vermählungen, Jubiläen verd
ſpieler u. dgl. veranlaßt; beſ. in der;
des vorigen Jahrh. gewöhnlich, me
auch beſſere Dichter, jo Schiller n. @
gung ber Kiüufte) gaben jolche Fee ;
Spiele bei Voltefeften.
Feſttag, fo v. mw. Feſt. Daber I
Geſetze, das Verbot des Arbeitens
Tefttugen betrefiend.
Feſtubert (ſpr. Feſtübähr), M
Arrondiſſement Bethune des franzofif
ments Pas de Calais; Leinweber
1500 Ew.
Feftüca (F. L.), Pflanzengattun
milte der (iramineae-Festucacea
Bluͤthen lanzettlich od. lanzettlich⸗p
dein Rüden ftielrund, mit od. ohne h
Nero, ſonſt Alles wie bei Poa; bi
ift fein gewimpert, wodurch fie fich
odium unterfcheibet ; Arten: F. elut
chwingel), eins ber beften Futtergr
an Bergen, bei. den Schafen gedeihli
ift Glyceria Auitans Gorſtſchwi
bra, auf dürren Plägen, auch zur F
id; F. patula, eine in Algier |
Schwingelart, wird zwei Mat um I
u. Septeniber, geerntet. Die fpinnb:
zur Papierbereitung, zur Berarbeitun
jenbaaved, welches tem thieriſchen ge
eine Juſecten auflommen läßt, ıt. 31
von Geweben u. Seilwerk. Der kleb
Pflanze läßt fich zum Yeimen bes Pay
Festucac&ae, Tribus ter Gräie
Syſtem.
Feſtucaria (Monostoma. Gim:
Gattung ber platten Eingeweidewürr
Festum ilat.\, Felt, f. d.
Feſtung, ein Durch die Leflänbige
kunſt fo befeſtigter Punkt, daß er fel
feine Vertheidiger auch gegen eine f
macht auf längere Daner behauptet
I. Eintbeilung der Feſtungen.
Vertheilung in einen Yante tbeilt me
Grenzplätge, nabe den Grenzen
Plätze, im Innern des Landes; nad
Awed der Sen für bie Kriegefilhr:
unterfeiden: Sperrp ätze, meld
eine Operatiouslinie verlegen ſollen
Feſtung
217
rrainbinderniſſen angelegt, an Ge⸗ | einen auch den Verluſt tes anteren zur Folge bat, u.
utenden Flüſſen, bie nur an wenigen
eritten werten können. Depot⸗
nen eine Armee ihre Dlazazine aller
ſichert; fie liegen auf ben voraus⸗
peraticuslinien der Armeen. Get
denen bauptiächlich Pie Beſtimmung
einer Feldarnee ale Stütz⸗ u. Angel⸗
n, ſobald dieſelde auf die Vertheidi⸗
eu iſt; ſie müſſen auf den entſcheiden⸗
n Funtien angelegt fein u. durch ibre
eutung eine entichtelene Amiehung
Raueüden; gerübnlich ſchließen fie
Stadte ein u. liegen au bedeutenden
ihrer Eröße unterſcheidet man ‚seen
zes, Feen zweiten Ranges ac.
eſiſtellung dieſer Bezeichnungen feine
enze gezegen werden kann, ie iñ es
wnebmen, daß eine F. erſten Ranges
Frenten u. einen anfang des Haupt⸗
HM Schritt, eine F. zweiten Ranges
‚gan Schritt Umfang ꝛc. bat. In
we eriliche Lage unterſcheidet man:
“Duten-x-en:c. Die geſammten
web bilden jein Feſtungenetz.
lererieiben. Tie Vertheidigung
Htebt mit Jeſtungewerken, dieſe ber
hin: ar ben Wall, der, nach ken
senztllen» ct. Capennierſyſtem ange⸗
wjiedes Platzes bildet u. das Junere
adliche Feuer ſichert; u. b) in dem
als wichriges Annäherungkbhinderniß
Natertsl zur Anſchüttung Des Walles
tügt wird die Bertbeitigung durch
.B.), tie auch zugleich das feindliche
m all abbalten, u. durch iſolirte
rt6, welche auferbalb bes Geſchütz⸗
dalles einzelne wichtige Punkte feſt⸗
chtigſten Außenwerle find: Graben⸗
egarden, Ravelino, vLünetten, Re⸗
ite, Detachirte Werke, Hern⸗ u.
. Außerdem gibt es noch oO Ver⸗
n ter Feen, nämlich Abichnitte,
lerien, Cavaliere, Kaſematten (De-
a7, welche legtere eine bedeckte Ver⸗
einer F. erſt ihre wabre Stärle gibt,
ebl taſemattirte (Montalembertiche)
ine etageniörmige Vertbeidigung ge⸗
HE zu Außenwerlen benugt werden.
ıer ein gutes Svſtem, Contreminen
oeuvres, fo trägt dieſes viel dazu
deſto längere Vertheidigung meg-
Die Verbindung mit Anßen unter⸗
Voternen u. Zugbrücken, Rampen
Im im Retbfall nach ter Einnabme
nech balten zu fönnen, wird oft bei
arelle angelegt; Nie Brücken tedt
rüdenlöpfe u., wo tas möglich,
Iberjhmwenunungen bes Borterrains
rel gegen tie Annüberung des Feiu⸗
entliche Bedingung für die Haltbar⸗
fine zahl reiche beinbenſibere Räume
jung der Vertbeidiger n Berwundeten
r Vorrätbe u. Wer'ſtätten aller Art.
Anlagerderſeſtungewerke ſind
rundiäte: a) alle Werle miiſien mög⸗
fein: vb» Die einzelren Werke münen
: befigen, damit nicht Der Veriuſt des
fie mũſſen fich gegeniettig kräftig unterftünen; c) Die
Werte müflen ben Feind nörbigen, ichon in grefier
Entfernung vor dem Haupwwall ten lanajameıt,
regelmägigen Angriff zu mädlen: d) vie Werle
müſſen bet der geringfien Austebnung ben greßten
imeren Raum gewäbren ı. ihre Erbauung Darf
nur möglichſt geringe Koften verurſachen: er fie
müffen eine möglichſt fräftige Ofienſive aeftutten n.
durch Abſchnitte u. Retuits tie Vertheidigung cd.
Wierereroberung ſelbſt dann noch ermöglichen, wenn
ber Feind fchen in fie eingedrungen ift; MP die Werke
Biirfen nicht von “Kuntten außerbalb der F. über⸗
höht werben u. müſſen ftarf genug fein, ım dem
feindlichen Geſchühieuer mäglichft lange miterfieben
zu können; g) Die Manerbauten dürfen Den: Directen
feuer des Feindee nicht ausgeſetzt fein; by nicht
Regelmäßigleit der Yinien, fontern Benutzung der
Vortbeile tes Terraine enticheider über die Anorb«
nung Der Werke; hbdurch Amuäberungebinternifie u.
durch Entziebung Des zur Deckung unenchebrlichen
Erdbodens muß Ten eiibe Die Feſtſetzung im Vor⸗
tecrain erichwert ſein: kr zablreiche, zur Vertheidi—
gung eingerichtete Hoblbauten verleiben zwar große
Stärke, find aber keſtipielig; hmöglichſt kräftige
Vertheidigung tes Grabens iſt eine Haupiſache.
Die Ausbeutung dieier Arunbfäße but im Laufe der
Zeiten bei Anlage Der Keen zu verſchiedenen Fermen
gefiihrt: dem Yafttenärivften, nach welden der
Wall aud- u. eingehende LWintel biltet, bie in ibrem
Wechiel eine beftiinmte Ordnung zu genenfeitiger
Beſtreichung Seiolgen: Dem Zenaillenivitein, im
melchern ebenfalls aus- u. eingebente Winkel vegele
mäßig mit einander abwechſeln; u. Dem Caponnier⸗
ſyſtein, nad melden Ler Grundriß nur aut
irringente intel bat u. die lungen Yinien ıbre
Reſtreichung hauptſächlich ven Kapennieren erhalten.
IV. 3wecku. ſtrategiſche VBerbältnifie
ber Feſtungen. en baten, ſtrategiſch betrach⸗
tet, einen effenſiven cd. dejenſiven Zweck. Erſter iſt,
daß mehrere derſelben mindeſtens 33uſammen) eine
Baſis bilden, auf Die ſich eine offenſive Operation
gegen den Feind gründen läßt; letzter. daß ſie ein Land
gegen feindliche Ciujälle Deden, den dieiüeitigen Hee⸗
ren Anlebnungspuntie geben, fefte Stellungen noch
mebr verjtärfen u. gefchlagenen Armeen Sanmel⸗
punkte u. Zeit gewäbren, fich wieder in kampijfäbi⸗
gen Stand zuriepen. Um Beides zu können, müſſen
lie fo viel wie möglich an der Arenze u. an pafien-
ten Punkien, an Yankftraßen, Gebirgspällen, Des
beuches aus dem Gebirge in Das Platte Yand ıt.
vornebinlich an ſchiffbaren Flüſien cd. wichtigen
Straßenknotenpunkten liegen u. bierdurch der dieſ⸗
ſeitigen Armee die Communication auf dieſen
ſichern, wäbrend ſie dieſelben dem Feinde webren.
Die gegenfeitige Entfernung Der F. in einem well
angelegten Aeftungsforem Bari in ebenen, leicht
practicablem Zerrain nicht über 2—3 Tagemärſche
betragen. Hinter ter eriien Yinie von rent muß
tech eine zweite u. Dritte folgen, u. Diele müſſen fo
angelegt fein, daß Die Platze zweiter Linie binter
ten Zwiſchenräumen ter eriteren liegen. Dadurch
entſtebt zugleich Ber Bertbeil, daß zwei bintere Plüge
nt einem verteren ein Dreied bilden, zwiſchen dem
fich eine Armee gedeckt aniſtellen kaun. Der Feind
wagt, wenn Die een gebörig beiett find, viel, wenn
er zwiſchen zwei Feen durchgebt, ebne jebe mit einem
überlegenen Corps beebachten zu laſſen, obgleich
218
Feſtungsachat bis Feſtungskrieg
dies in ben neueren Kriegen weit häufiger vorge« | li ob. mittelſt eines von dieſem
kommen if, als in den früberen. Kleine Keen, mit
einigen 100 Mann Beſatzung, können dagegen, fo
feft fie oft find, wohl als Verwabrungsorte von
Schaͤtzen, Archiven ıc., ob. als einen Paß ac. ſchlie⸗
Bend, angefeben, aber nicht als firategijche Punkte
betrachtet werben. Nur große Ben mit ftarten Be⸗
fatungen befigen bei ber gegenwärtigen Kriegfüb-
rung niit fo großen Armeen, wie fie durch Anuuhme
des Konicriptions- u. Reſerveſyſtems den Staaten
ne Verfügung fteben, uch Bedeutung, indem
he, wenn es ber Feind wagt, zwiſchen ihnen durch⸗
zugeben u. fie nicht mit ftärferen Corps, als bie
Beiakuug ift, bloclirt find, Ausfälle machen, ſich
wit den nächften Bejatungen verbinten, wenn der
Krieg im eigenen Laude fpielt, Die Bewohner des
platten Landes injurgiren u. ven Feind im Rücken
bebrohen künnen. Wenn tie Nicprberldfichtigung
dieſer großen Plätze den Feinde mithin unmöglich)
ift, fo ift gleichwobl ihre Wegnahme nicht nur
fhwierig, meil tie Ausdehnung eine vollſtändige
Umſchließung nicht zuläßt, ſondern erbeiiht auch
ungemein zablreiche Streitkräfte. Wenn man baber,
auf bie Erfcige in ten Napoleoniſchen Ariegen ger
fügt, zu ter Anficht gelangt war, $-en feien über⸗
haupt nicht nothwendig, da ihre Bedeutſamkeit in
ber heutigen Kriegführung geſchwunden jei, jo war
das nur in fo weit richtig, als man unter Feen bie
große Dienge ber damals beftehenten Tieinen Plätze
verfiand, nicht aber fo RR mie fie die Neu⸗
zeit geichaffen bat. Deren Wichtigkeit, bisweilen da⸗
durch noch erböht, Taf fogenaunte befefti..te Lager
unter ihren Schutze angelegt find, wird ſtete auer⸗
tannı werten müflen.
Feſtungsachat, Achat mit zadenförmigen Zeich
nungen, äbnlich ten Keftungsmauern.
Feſtungsarreſt, in einigen Etaaten bie gelinbe
Korm der Keftungsftraie, bei welcher den Ge-
fangenen zu gereifjen Zeiten eine beftimmte Freiheit
gewährt wird
Keftungsartillerie, bie Geſammtheit ter zur
Bertbeitigung ter Feſtungen beſtimmten Geſchuͤtze
mit ihrem Zubehör u. ibren Bedienungsmannſchaf⸗
ten. In der Regel bildet dieſelbe ein ſchon im
Frieden organiſirted, beſonderes Corps, cit jedoch
wird abwechſeind ein Theil der Feldartillerie dazu
perwentet, 1. Artillerie.
Feſtungsbaukunſt, |. u. Befeſtigungskunſt u.
Befeſtigungemanier.
Feſtungsbauſtrafe, tie härtere fkorm der Fe⸗
ftungeftrafe, wobei fie Gefangenen meift zu Arbeiten
bein Seftimasbau vermender werten.
Feſtungsgarden, in Teutichlant, nadı allgemei⸗
nerem Gebrauch tes Geſchütes, tie geworbenen
Mannſchafiten, die ſtatt der Burgmanmen die ſtän—
dige Vejabzung der Feſtungen u. Burgen zu bilden
beſtimmt waren.
Feſtungsgeſchütz, das zur Vertheidigung einer
eſtung beſtimmte Geſchütz, welches zum großen
Theil fir dieſen beſtimmten Zweck auch eigenihüm—
liche Einrichtungen erbält, vgl. Artillerie u. Geſchütz.
Feſtungskrieg, 1) der Krieg, in jejern er ſich
auf ten Ängrifi m. die Vertheidigung beieftigter
Platze erfiredt. T. Jedem Angrefi einer Feſtung gebt
eine Aufferberung ber Feſtung curd een
ven cinem Trenipeter begieiteten Tifister, Der fich
"7 "erpeften als Parlamentär milter, mins
Schreibens, voraus. Dieie Aufferd
oft jeieft, wenn ber Angreifenbe zur fc
es nicht in Der Notbmwenbigfeit Per X
Hauptarmee liegt, die Feſtung ernftlid
u. ſich Der Angreifende nur mit der ®:
der Feftung begnügt, indem er fid
fihtöfreiie der Feſtung zeigt, fie mi
Cavalleriepoften umgibt, Die fich ine N
zuridzieben konnen, u. das Haupter
Seite hin aufftellt, wobin er fich in: $
zurüdzieben will, um ben Rückzug
fibern. Ein guter Conimandant lehr
ferberungen jeft u. beftimmt ab. Di
einer Keftung können in verfchieh:
ausgeführt merben, felten jedoch wird
fer Fermen zur Anwendung kommen
man Durch Die Anwendung mebrerer E
Ziele zu gelangen ſuchen. Die Art
Vertheidigung richtet ſich nach ber Fı
griffes.
A) Die Blockade. a) Maßregel
greifenden. Dan unternimmt fie,
ftung zu groß, von Natur u. Kuuſt 3ı
einer zu ſtarken Garniſon verieben ift,
Belagerern an Belagerungsgeräth ob.
u. Geld zur Belagerung fehlt, mern de
fonft übles Wetter Die Belanerungsarbı
ih machen, ot. wenn Die Feſtung von
ftrategiichen Einfluß ift, Daß es nicht
tbig ıft, fie in Die Hände zu belfomnıeı
gut, ven Feind von Ausfüllen abzubal
ſem Zmede erfolgt zuuächft BieBeren'
fhließung). Starte Abtheilungen {
Cavallerie, auch leichtes Geſchütz, rüd
Platz vor u. werfeu die feinblichen Bor
Die Beichaffenbeit tes Terraius u. de
kundet, n. fetann 120,0—2000 Schr
näber an ber Feſtung eine Kette Infa
poſten, je 100— 200 Schritte von den
ſernt, möglichſt verbedt u. gefichert fc
fie Die Zugänge zur Feſtung vollkom
Offizgiermacen von je 39 — 40 Man
fer Poſtenlette zum erſten Soutie
alle Sicherungsmittel ber Vorpoſten,
Seitenpoſten u. dergl. aufgeftellt.
Schritte noch weiter zurück ſtehen ve
Strecke 1 bis 2 Bataillone als zweite
daß 4—6 ſolcher Abtheilungen die Fı
ben. Gröoßere u. kleinere Verſchanzu
anigeworien, um dieſen Abtbeilunge
punfte gegen die Ausfälle ter Belager
Das übrige Belagerungscorpé canto
rückwärts nelegenen Dörfern od. ſteh
Yager n. bildet fo die Hauptunterftil
muß die Communication der Pofte
trupps durch Brüden, Wege u. derg
balten jein, damit nicht ein Theil des!
corps einzelu angegriiten u. überw
Gewöhnlich iſt das Blockadecorps mitd
die Feſtung auszuhnngern. Gm
alle Wege, auf denen ber Platz Zu
kann, aut das Strengſte geſchloſſen,n
wie es beſ. früher ſehr bäufig geſchab.
Beobachtungecorps in der Näbe fiel
gerroffen werden, Daß dieſes nicht eur
Zefagerungscorps überfallen. wegſch
Konveys mit Lebeusmitteln u. Mur
Feſtungskrieg
219
am. Ededem umichloß man die Fe⸗patreuiſlen macht, mit ibm zugleich in tie Feſtung
mit Contravallationelinien eb. mit
enten Berichanzungen, welche Aruft-
|
en nad der Feſtung au batten, u.
en Angriffe eines Entiagcerpe durch
melimien, mit Denen man das ganze
zen umgab, 11. deren ‚xrent nach der
ri&ter waren. Dit der zunebmenden
er Feuerwaijen jebech ermwieien ſich
nmer weniger audreichend, mußten
eiſe auch immer mebr an Umſang
ser bei ibrer Anlage die Arbeitelräite
tan fab dedbalb ven ibnen ab u. be»
vb Auffiellung eines Beobachtungs
raigen Ertatzverĩuche zu vereiteln.
In tee Vertbeidigenden. Der
ompletirt ver Eintriit ter Wlodate
‚ fiert ih gegen Auebungern Durch
ennement Ravitaillirumg, Verpre—
#6 Donate bis 1 Jabr, indem er bie
ı@etreite, Vieb, geiatzenem Fleiſch,
Arzneien :c. durch Rauf, Lieſerungen,
Lzulegt Ausfouragirung der umlie—
&x. zuſammenbringt u. in möglichſt
tiumen verwabrt, ſorgt in Berg»
tes Trintwaffer, mo me&alih aus
aua Ciiternen u. auch im Allgemei-
zu Bezablung ber Truppen u. zu
irnifien. Alle überflüfige Einweh⸗
durch Ausmeriung ber Fremden u. Er»
Bürger, ibre reife, Weiber u. Kin⸗
ichen zu bewegen, entfernt, die Zu⸗
angebalten, fich auf eine gewiſſe Zeit
iren, u. wer dies nicht kann u. will,
egewieſen.
ertall. a Maiiregeln bes An—
Durch einen Gewalimarſch nähert
fer plörlich dem Plage u. fucht mit
anen überraichene in denſelben eine
ed mit Hilfe ven Leitern Leiler⸗
es chne dieſe an ſchwachen Stellen
auch über tie ſchlechtbewachten Brü—
rie Tbere. Nur wenn die Beſatzung
er VBewachung nachüſſig iſt, kann der
en, Einrerſtändurſſe mit Den Bes
gar mit der Beéſatzung erleichtern
ven, u. ala Lie günftigite Zeit für
ın man die Nacht cd. ftarfen Rebel
be; genauejte Locallenntniß iſt dabei
ige Bedingung. Während tie In—
n fih in forcirtem Marſche dem
ftreifſen kleine Carallerieabtbeilun—
m zu verhindern, daß irgend eine
e Feſtung gelange. Der Angriff ges
i bıö drei Buntkten auf ein gemein»
nal, 3.2. auf einen Ztundenichtag
u. dergl. Meiſt if von dieſen An—
er ker wahre, doch iſt die Reſerve bes
1, wenn es bei dieſem gelingt cinzus
en wahren zu verwandeln. Die Co⸗
mit den Arbeitern an der Spise, in
fe an Bas Glacis der Rellung beran,
Palliſaden, überrumpeln die Wacben
Waffenpläte u. ein Thor möglichſt
. erſteigen auch webl mögliſt ſtill
Anen das Tber von Innen. Auch
acht Verſtecke, um, wenn der Feind
teorfichtig bie gewöhnliche Morgen⸗
|
einzutringen, od. man wenter allerlei Kriegsliften
au, um ſich eines Tberes zu bemüchtigen. Der
kleiuſte Zufall kann inteifen dergleichen Üterfälle
vereiteln, bisweilen ſind dieſelben auch dadurch ge⸗
ſcheitert, daß ein nicht genügendes Zuſammeuwirken
der ichon engetrungeren Angriffscelonuen ftatt-
fand. bb Megen den llberfalt fichern a beiten:
tie Zturnireibeit der Feſtungswerle u. zreße Wach»
ſamkeit bei Bewachung berielben (bäufige Allarmi-
rungen, zablreiche "Batronillen, welche tag Außen⸗
terrain weitbin durchſtreifen, jrätes Sffnen u. zeiti⸗
ges Schließen ter Thore ꝛc.). Energie u. zweck
mäßige Vertbeilung ter Streitkräfſte im Innern
ber Feſtung können aber auch dann noch ben Ans«
griff vereiteln, wenn ter Feind ſchon an einzelnen
Punkten in tie Werke eingedrungen ift, wie z. B.
1814 in Bergen cp Jcom.
C)Beibießung Rombartement.ar Maf-
regeln des Angreiienten. Durch Bewerfung
des Feſtungeinnern mit Geſcheſſen aller Art (Bem-
ben, Sranaten, glübenden Kugeln, Raketen‘ will
man greßen Schaden anrichten u. dadurch Ten Com⸗
mantanten Der Feſtung zur llbergabe derſelben zwin⸗
en. Das Veorbanteniein zabtreicher jchiverer Ge⸗
ſchüpe iſt Daher die Grundbedingung. Ch die Bes
ſchießung ven Erielg fein kann, bängt weſentlich
ven der Beichaffſenbeit der Feſtung ab, bisweilen
auch ven Ten Zuſtande Der Veribeitiger u. deren
Nerbältiuiß zu Den Bewebnern. Zind in ber Fe—
ftung auercichend bembenſichere Räume zur Unter:
bringnug ven Truppen u. ‘Diaterialien verbanten
u. bat ter Weieblahrter nicht Rücſicht auf dee
Sckonung des Plabees zu nehmen, je dürite in
ter Regel die angerichtete Zerſtörung Der einzige
Eriolg des Vombardements fein. Iſt dagegen Pie
Feſtung Mein u. obne genügende bombenſichere
Räume, ed. um'chlieſit die Feſtung eine greße,
reiche Stadt, deren Schonung dem Gegner am
Herzen liegen muß, ſo kann die Beſchießung am
ſchnellſien zur Einnabme fübren. Zuweilen eriolgt
ein Rembardement auch nur, um ala Vorbereitung
zu einem gewaltiamen Angriff zu dienen Daraus
ſchen ergibt fib Die Netewendigleit, bei Einleitung
des Bembardemeunts auf Überraſchung u. Zuſam—
menwirkung aller Kräfte zu ſeben; die verwend—
baren Geſchütze ob größeres od. kleineres Kaliber)
u. Die durch Die vage der Feſtungewerle bedingte
Auiſtellung Derielken, enticheiten über die Entfer—
nung, ans welcher die Beichießung vorgenommen
wirt, je geringer dieſe Entfernung iſt, deſto kräfti—
ger kann natürlich die VBeſchießung fein. bb Wegen
Beſchiezung ſichert ſich der Vertbeidiger,
wenn die Feſtung nicht durch bombenieſte Kaſemat-
ten u. weit vorgerüdte, ten Pan Der feindlichen
Batterien bindernde, ieſte Außſenwerke Daran! eins
gerichtet iſt, nur jebr unzureibend: iaſt ſtets weich,
wenn es dem Feinde Ernſt iſt, die Verbrennung ber
Stadt u. der Magazine gelingen. Um aber dech das
Mögliche zu tbun, muß alled vröſchzeräthe in Stand
gelegt u. verdeppelt, Ste Einwebner in militäriſch⸗
erganifirte Yöichrem agnien geitheilt, nich: bemben⸗
fefte Magazine u. dgl. ie aui 1? Au Höbe abgetragen
u. dad platte Dad, un cs beunrbenieſt zu macheu, mit
einer Toppellage Valken ir einer Yane Miſt u. Erbe
überdeckt werden. Anzerdem werden Kammern
zum ſicheren Auiſen'ſbalt der Keſatzung wäbrend des
Bombardements in ben all gegraben, andere
220
Feftungöfrieg
bombenfreie Räume durch Beſeſtigen von Ballen | ber Beſatzung, ſowie bie gute Ausrüſt
unter einem Winkel von 50 Grad an den Wall ge⸗
wonnen. Dem Feuer des Feindes antwortet man
entweder gar nicht od. man bewirft deſſen Batterien
mit Bomben, aus womöglich in bedeckten Batterien
aufgeſtellten Mörſern; Kanonenfener wird dem
Feinde bei der großen Entfernung ſeiner Batterien
weniger ſchaden, kräftige u. überraſchende Ausfälle
werden dagegen ein wirkſames Mittel ſein. Das
Geſchütz ſichert man durch Traverſen gegen Rico⸗
chetfeuer ob. fährt es lieber von den Wällen einſt⸗
weilen ab. Das Straßenpflaſter wird aufgerifſen,
damit bie Bomben ſtatt abzuprallen u. mehr zu
ſchaden, in die Erde drangen u. Dort crepiren.
D) Brusquirter (gewaltfamer) Angriff.
a) MafregelnbesAngrceifenden. Dieier An-
ariff gleicht dem Uberfall, nur daß ihm Blodade u.
Einſchließung, häufig auch ein Bonibardenient, be⸗
reits vorangingen, auch die Laufgräben oft ſchon er-
öffnet n. mehr cd. weniger weit gebieben find, u.
daß er nicht ſowohl durch Überrumpelung des Kein-
Des, ſondern durch Die, offen am Tage, auf einen
Punkt gerichteten Gewaltmittel, ten Erfolg herbei-
führen jell. YTebbaftes Feuer aus allen verfiigbaren
Batterien unterftügt Das Vorbrechen der in ben,
zunächſt an Der Feftung liegenden Logements aufge»
ftellten Infanteriecelonnen. Ausfallftufen u. dergl.
milffen Das rafche u. geortnete, auf ein gegebenes
Signal gleichzeitig erfolgende Vorbrechen ter Co⸗
lonnen ermöglichen. Feſte Orbnung u. raſche Be-
wegung, ſowie Gleichzeitigkeit beim Angriff, ſichern
den Erfolg am meiſten; Arbeiterabtheilungen be⸗
gleiten die Colonnen, um Hindermiſſe zu beieitigen
n. Die Feftießung auf ben genommenen Werten her⸗
zuftellen ; geſchickte Benutzung der Heinften Terrain»
falten u. Unebenbeiten, welche Schu gegen das
feindliche euer gewähren können, werden bieweilen
ven in ter Regel fehr großen Verluſt beim gewalt-
ſamen Angriffe zu verringern vermögen. b) Die
Vertbheidigung der Feſtung gegen den ge-
mwaltiamen Augrif it ähnlich wie bein Überfall,
nur daß bierbei in den meiften Fällen, weil die An⸗
ſtalten des Feindes bei hinreichender Aufmerkianifeit
beinerft werten müflen, fchon beſondere Gegen.ine
ftalten getroffen werben können. Sobald der bevor»
ftebende Sturm erkannt ift, werben ſämmtliche Bat⸗
terien gefechtsbereit gemacht, bie etwa von den
Werfen zuridgezogenen Geſchütze werben wieder
eingefübrt, Die Bebienungsmannfchaften u. reichliche
Munition in der Nähe gebalten, bie yur Verthei⸗
tigung beftimmten Truppen werten auften Allarm-
plägen aufgeflellt u. bie einzelnen Werke erbalten
verflärfte Beſatzungen, melde Dem erften Anlauf
bes Feindes Widerftaud Teiften follen; nenn thun⸗
lich, werben andere Truppenabtheilungen bereit ge
balten, um burd einen Ausfall ben ſtürmenden
Feinten in bie Flanken zu fallen. Das euer der
feindlichen Batterien ermitert man nur ſchwach,
um die Wirkung der Geſchütze bef. auf die Sturm-
colonnen richten zu können; dem etwa eingedrunge-
nen Feinde werfen fich Die Vertbeitiger mit bem
Bajennet entgegen, Per geworfene Feind wird leb⸗
baft verfelgt, um ihn zu verhindern, fich in größter
Nähe wieder fefzufegen, od. auch, um mit ihm in
feine Logem⸗via einzubringen u. dieſe zu zerſtören.
E) 7 ke od. regelmäßige An-
gi srumg wirb angemenbet,
ne ie Stärke u. Wachfamfeit
ftung weder von ber einen noch von
der vorigen Angrifisarten einen Erfo
lafien. Wenn aud nicht am ſchnellſten,
ber förmliche Angriff am ficherften zum
Grundidee jeter Belagerung iſt: ven i
Puntte in den feintlihen Wällen eine
Stande zu bringen u. dann durch biefe
zu flürmen. lm aber eine Breſche ob
einen Eingang in den Hanptwall zu er
man fi) dem Plage nähern. Dies kann j
der Wirkung der feinblihen Waffen m
Daber Schritt für Schritt geicbeben. 2
den vier zuerft genannten Angriffsarten
fall den gilnftigen Erfolg bedingt, fuc
dem förmlichen Angriffe Durch ein metl
geltee Verfahren fi) des Gelingens zu
ie Sormen, mit Denen man dieſes 3
chen verſucht hat, find in ben verfchieter
ber Geſchichte nach ter Geftalt der Yef
nach ter Wirkung der Maffen u. nach di
nen Anſichten über Kriegfübrung verf
geweſen. Methodiſch enwickelte bie Kun
lichen Angriffes zuerſt der Marſchall Va
des 17. Jahrh.), u. ven Coehorn u. Co
mobifteirt, gilt dieſes Syſtem bis auft
Tag nod ale Mafftab od. muf doch a’
fionen über etma anzunehmende DVerbef
Grunde gelegt werten. Jede Belager
in 3 Perioden: bie erfie umfaßt den 3
Vorbereitungen filr Die Belagerung u.
rung des Belagerungecerps nach Außer
beginnt mit der Eröffnung ber erfien
endet mit dem Vorgeben aus ber dritte:
Die Dritte umſchließt Die Zeit vom Feſtſe
Glacis bis zur Einnabme der Feflung.
bereitungen. a) Die erfte Perioded
beginnt damit, daß Die Feſtung beren
wird, um fie von aller Berbindung mi
zufchließen. Die Berennung erfolgt dur«
garde tes VBelagerungscorps, welche in
lung den Namen Berennungscorp
Wo die Cernirung nicht vollſtändig aus
ben kann, mie bei ſehr großen Platzen
feftungen, welche man nur von der Yaı
greifen bie Mittel hat (Siliftria, Sebs
falten ſich Die Verhättnifie für den B
ſchwieriger, weil der Belagerte Durch d
friſchen Truppen, Tebensmitteln, Mimi
an Bertheitigungsmitteln, eine erhöhte?
fühigteit befommt. In ber Regel beft
rennungscorps zu einem großen The
vallerie u. reitender Artillerie; es nal
Feſtung möglichſt fchnell u. verborgen ı
bald es angelonmen ft, Borkebrungen, ı
Ausfälle aus der Feſtung zurüdweiten, |
verhindern zu können, daß Verſtärku
Keftung gelangen. Die tem Korps |
Generalftabs- u. Angenieuroffiziere |
feinem Schute Recognoſcirungen an, t
front wird beſtimnmt, Die zweckmäßig
für Die Artillerieparts, die Materialien
Yazaretbe, bie Bädereien ꝛe werden
(fämmtlicy außerbalb der Tragmeite de
Geſchutze) u. joweit thunlich, fofert dur:
von Schanzen ın. Ankringung ven Hi
mitteln gegen feindliche Anfälle ficher
Materiahten zu Faſchinen, Schanzkör
Sehungüfrieg
„ werben herbeigeſchafft u. das Lager | ger Bang vorgetrieben, an berem Enden bie Ki⸗
närichen, gewöhnlich 3—4 Tage nad
truppen eintreffende Belagerunge-
geRedt u. ihtet. Die S
gecorpo muß natürlich nach der
elagernden Feſtung richten ; gemöhn-
man, Laß ter Belayerer 4—5 Mal
dieſes Berbätmiß erreichen). Auch
I» Kaliber ter Geſchütze des Artillerie-
ach ber artilleriftiihen Ausrüflung
jeſtimmt werden; bei einer großen
ummt man wenigſtens 200 Geſchütze
ers an, bavon $ Kanonen u. 3 Wurf»
Munition für jedes Geſchütz 1000
n übrigen Erforberuiffen für bie Be⸗
sen: Fahrzeuge aller Art, Borrathe-
mzzeug, Hebezeuge, Handwerlsozeug
atoriengerãthſchaften, Bettunge- u.
für tie Vatterien, Minirwerk⸗
brend ber Zeit, daß tiefe Vorberei-
m, ber Artillerieparf, Die Depots, das
kret orten find, haben bie Recog⸗
Fortgang genommen (oft nur bei
man bat fich über Lage n. Stärte
Ißßerfe ter gewählten Augriffsiront
m unterrichtet, ber Angrifjepunft ift
bernach ter Plan zum Angriff ent-
u. Gine geſchickte Wahl bes geeignet-
unktes ift von großem Belang, häufig
klingen ter Belagerung davon ab
Sgert eine unrichtige Wahl bie Ein-
Rachdem eudlich noch bie Rich⸗
dehnung der Laufgräben, ſowie bie
ichſt zu errichtenden Batterien durch
chnet worden ſind, ſchreitet man mit
re erften Parallele zum Beginn des
ngriffes. 6b) Vorbereitungsan-
Bertbeitigers. &okald ber Aus⸗
ieges —8 werden die Feſtun⸗
heidigung ausgerüſtet (armirt,
icht). Man läßt nämlich alle Werke
nterfuchen,, alleb Schadhafte an den⸗
rn, nötbige neue Werke anlegen, Lu⸗
ibenfeſten Bloclhãuſern an ter muth⸗
zriffefronte bauen, Abſchnitte u. be⸗
Hände daſelbſt errichten, Heine Pul⸗
niegen, bie bedbedten Wege repariren,
ge mit Blodhäufern verfehen, ben
en Weg an ber präfumtiven Angriffe-
palliiatiren, an anderen pafienben
mögli rund um den bebedten Weg,
ringen, Sturmpfähle an der Escarpe
termauern veriehener Werle eingra-
ob. an anderen Stellen Zamboure
zien anf langen, ter Gnfilabe durch
bef. ausgeſetzten Linien u. zu tes
keiten tzes Schub anlegen zc.
Rofematten in ten Flanken feh-
Caponnieren an ten Schulter-
egt, wichtige nahe Punkte außerhalb
urch detachirte Werte od. Blodbäufer
edlungen ganzer Fronten durch Über-
n amgeorbnet, bie fie bewirlenben
k, bie Minen revitirt, ı. wenn feine
ıb, an ben ausipringeuten Winkeln
w. Navelins, wo man ben Angriff
m Graben aus ein 12—15 Fuß lan-
nenlammern Mleeblattfärmig angelegt werben. Da-
bei forgt man für ken. Steleroepaifaben ‚, Ba-
ſchinen 14000 Etüd für jede Baftion), Schanztörbe
(150 ebenio) m. dergl. Alle Dinge, 600-1200 Fu
vor der Feſtung, binter denen ber Feind Batterien
| anlegen od. Arbeiter verbergen könnte, werden zu⸗
üffe, ale tie Beſatzung (jebodh nur :
glei entfernt. Diefe Maßregel erfortert auch des
Abbrechen (u. wenn der Feind unerwartet naht,
ſelbſt das Abbrennen) der Vorftädte, bas
Wegichlagen ter Bäume, Hecken u. Bülche, das
Demoliren bee Gärten, das Rieberreißen aller
Mauern vor der Feſtung, Ausfüllen der Bertiefim-
en sc. Die activen Gtreitmittel, Truppen n. Ge-
hüge, werten verflärkt n. in Wereitichaft geſetzt.
Die Stärle biefer Mittel if fehr verſchieden, je nach
der Beichaffenbeit des Plates, nach feiner Größe u.
Bichtigleit, wohl auch nach den verfiigbaren Kräf-
ten. Bauban nahm auf jede Baftion 5600 Hann
an, ebenfoviel auf ein Hornwerk, 150 Mann anf
eine vorgelegte Reboute, excl. Artillerie u. Bion-
niere, fo bob bie Beſatzung eines Gcchsedes etwa
5000 Mann, einer Feſtung erfien Rauges 10 —
12,000 Daun betragen würbe, wenn
Korte vorhanden find, einige taufend Mann mehr.
Die Neuzeit bagegen bat Pläge gefchaften (Min,
Koblenz, Mey, Mainz, Ulm, Polen, Königsberg,
yon, Paris), welche weit zahlreichere Belakungen
aufzunehmen beflimmt find. Die Zahl ber 6
geſchütze richtet fich nach dem Umfange u. der Ein-
richtung Der Werke, an Munition werben für jebe®
Geſchüth 1000 Schuß gerechnet; zweckmäßig ift
es ſtets, wenn bie Feſtung möglichft reichlich mit
Geſchühen verfehen ift, u. zwar von allen Kali⸗
bern. Nach ter Zahl der Seihlige beſtimmen ſich
dann bie übrigen Ausrüftungsgegenftände, ale:
Fahrzeuge, Dlaichinen, Befhilzubehör, Batteriebau-
material, Handwerkozeug, Vorratheſachen, Pferde
u. Mannſchaften. Dieſe ganze Ausrüſtung zerfällt,
wie auch die Armirung, in zwei Theile, in die ge⸗
gen ten gewaltſamen u. bie gegen ten ſörmlichen
Angriff; Die erftere befett alle Werke der Feſtung
enüigend ftark, um ben Feind zu zwingen, fich bes
Förmlichen Angriffes zu bedienen ; bie zweite verflärtt
die vom Feinde gewählte Angriffefront zur Ver⸗
theibiguung gegen den förmlichen Angriff. Wie es
tür den Angreifenden Hauptziel war, ſich ber Fe⸗
ſtung in ber kürzeſten Zeit w. mit ben geringften
Opfern zu bemädhtigen, fo ift e8 bie Hauptaufgabe
für den Bertheidiger, alle Mittel u. Streitkräfte der
Art in Wirkfamfeit zu ſetzen, daß ter Gegner unr
mit dem grömögfie Anfwand von Zeit, Men-
ſchen u. Kriegebebarf aller Art füch des Platzes be-
mächtigen kaun. Sobald die Nähe tes Feindes eine
Belagerung erwarten läßt, wird die Feſtung in
Belagerungeftand verfett. Bon diefem Mo⸗
ment an ift ber Commantant ber Feftung unum⸗
ſchränkter Here über Alles, was zu beren Gebiete
gehört. Auch bie Gejammtzabl ber Einwohner tritt
unter feinen unmittelbaren Befebl u. muß fidh =
benjenigen Dienftleiftungen verftehen, welche
nothwenbig befunten werden, Wachdienſt int In-
nern, Dienft in ben Daguzineu, Yazarethen, bei ben
Löoſchanſtalten x.
Bb) Eröffnungder erfien Parallele bis
zum Burgeben aus ber britten Parallele.
ar Der Angriff: Viefanfgrüben, b.i. die Are
beiten, durch welche die Belagerer gebedt vor dem
Feſtungskrieg
Feuer des Feindes ſich ber Feſtung nahen u. Die Bat- | bis 7—9 Fuß, oben bis 15—17 9
terien u. anderen Angriffomittel vorbereiten, werben
nun mit ber erfien Barallele außerhalb der
wirkſamen Kartätichichumeite, alſo —800 Schritt
von dem Glacis der Feſtung entfernt, eröffnet.
Nur einer unachtfamen Befagung gegenüber, ob.
bei begünftigenben Wetter- u. Terrainverbältniiien,
wird man näher an tie Feſtung berangeben können.
Die Länge ber Parallele richtet fih nach ber Aus-
dehnung der angegriffenen front, u. außertem muß
fie mindeftens fo weit nach rechts u. links verlängert
werten, Laß von ihren Endpunkten aus alle Linien
der Angriffsfront enfilirt werden können, alfo auch
deren Courtine; davon, daf fie immer ziemlich par-
allel nıit den Linien geführt wird, weldhe man zwi⸗
ſchen den ausfpringenden Winkeln der Feflungs-
werfe zieben kann, bat fie ihren Namen erhalten.
Sleichzeitig mit Der Parallele wird die Herfiellung
der zur geficherten Berbindung mit ben rüdhwärtigen
Depots u. Lagern dienenden Communicationsgrä⸗
ben in Angriff genommen; bieje werben ftets auf
ben Capitalen der angegriffenen Front u. zwar in
ſchräger Linie gegen bie Feſtungswerke fo vorgeführt,
Daß fie von dieſen aus weber Direct, noch in der
Flanle beihoflen werben können, fie durchſchneiden
die Kapitallinien beshalb meift zidzadförmig u. ihre
Berlängerungen müfien noch am Fuße tes Glacie
vorbeiftreihen. Ein Daupterforberniß für die Be⸗
ünftigung biefer erfien Arbeiten ift ihre Gcheim-
at, deshalb unternimmt man fie meift in einer
dunkeln Naht. Die in ben Depots vor Anbruch
des Abende verfammelten Arbeiter erhalten dort
das nöthige Schanzzeng u. jeber eine Zracirfaichine.
Nachdem esvöllig dunkel geworden iſt, werben fievon
den mit ber Leitung bes Baues beauftragten Inge-
nieuroffizieren möglichft geräufchlo® vorgeführt u.
auf der Tinte der erſten Parallele u. denen ber Com⸗
municationsgräben fo angeftellt, baß jeder Daum
feine Faſchine, mit den Nachbarn rechts u. line im
Zufammenftoß, vor fich nieberlegt, wodurch die
geſammten Linien gleichzeitig tracitt werden u. je
dem Manne feine Urbeitsftrede vorgezeichnet wird.
Auf ein Zeichen beginnt ſodann Die Arbeit; jeder
Mann gräbt fich vor der tracirten Linie >—4 Fuß
tief u. 4 Fuß breit in Die Erde ein u. wirft ben Bo⸗
den nach Der Feſtung zu als Bruſtwehr ter Parallele
auf. Wenn mit Anbruch des Tages tiefe Arbeit
vollendet ift, hat man eine gegen das euer ber
Feſtung deckende Linie germonnen. Um dieſe Arbeit
gegen einen Angriff ter Beſatzung ficher zu ftellen,
rückt gleichzeitig mit ben Arbeitern eine ber Aus⸗
Dehnung der Arbeiten u. der Stärke ber Garnijon
entſprechende Truppenzahl zur Dedung vor. Dieje
Truppen ftellen vor ter ganzen Linie ber Arbeiter
Boten u. Wachen aus, an geeigneten Punkten wobl
noch Unterſtützungen für bie leßteren; bie Reſerven
aber werben binter ter Baralleie u. auf ten Flügeln
derſelben aufgefiellt. Unternimnit nun ber Be—
lagerte cinen Ausfall, fo jellen tie Dedunastrup-
pen tenfelben mo möglich jo zurückzuweiſen juchen,
Daß dadurch bie Arbeit nicht unterbrochen wird.
Damit im Notbfalle auch Die Arbeiter felbft fich zu
vertbeibigen vermögen, haben fie meiftens ihre
Gewehre bei fib u. legen fie während ter Ar»
beit nahe binter ter Parallele nieter. Zobald ter
Morgen graut, ziebt fich die Betedung in die Der,
pots zurid, andere Arbeiter erfeten tie Nacht«
arbeiter u. erweitern bie Parallele auf ber Sohle
machen die Bruftwebr 44 Fuß hoch.
webr erhält einen 14 Fuß breiten ı. el
Auftritt u. ift fo eingerichtet, bag m
Bruftmehr binausfteigen kann, auf ber
die Parallele meift jchief abgeftoßen.
der Parallele wird, um dem Regen Ab
fen, etwas nad binten geſenkt u. an
Stelle ein fieiner Graben, ber Das Ma
emacht. Damit zur PVertheibigung
Baralleie größere Truppenabtbeilun.
untergebracht werben können, werden
geräumige Plätze (Waffenplähe) a
Endpunfte (Flügel) ter Parallele
gern an bedende Gegenſtände an, mı
möglich ift, legt man auf benjelben vu
douten (Flügelredouten) mit zwei
zwei Ipigigen Winkeln ar. Zum Schu
auf den Flügeln aufgeftellten Abtheil
terei wirft man, ſoſern bedente Gege
len, fogenannte Schultermehren (Epaulı
Wenn tbunlich, werten in ter erjten
lei in der erfien Nacht Batterien ang
Polen jein: Ricodhetbatterien, el
Punkten, auf denen bie Parallele vo
lingerungen aller Hauptlinien ber a
Front u. ber Collateralmarle gefchnitter
die Bertheidigungsmittel auf den Wa
zerfiören; Enfilirbatterien, an bt
Enden ber Parallele, um bie ganze 4
in bie Flanke zu nehmen; Wörter!
an bei. günftigen Punkten ber Barallı
Innere der feinblichern Werfe, ſowie be
Gebäube ber Feftung, Magazine, Kal
demerfen. Eobald tie Batterien im B
u. armirt ſind, eröffnen fie alle zugleid
meil eine einzelne feuernte Batterie feh
das Gejammtfeuer der Feftungsartille
jein würde. Alle dieſe Arbeiten ber erfl
der Communicationen nad rückwärts
gehörigen Yatterien, nennt man Die (
der Laufgräben u, man rechnet vw:
ab, in welcher ibr Bau begonnen wur
ginn ber eigentlichen Belagerung. Sol
Parallele vollendet ift, erhält fie eine
ſatzung, welche täglich abgelöft wird,
grabenwache (Zrandheewace), welt
gang der Belagernng auch die weiter
Arbeiten beſetzt. Dieſe Yaufgrabenmarc
anzen Stärke des Platzes betragen u
fall Des Belagerten zurückweiſen; ibre
Abtheilungen jteben auf den Waffen
Reiterei hinter ten Eranlements auf
ftets gefechtskereit. Die Batterien babı
mit Nachdruck fortgeſetzt, bis ſich ei
Eindruck auf den Vertbeidiger zeigt,
von Feſtungsbatterien ihr jyener eutwet
ſtellt od. dech beträchtlich ſchwächer ann
ſchreitet der Belagerer zur Anlage bi
Parallele: dieſelbe ſoll ſoweit von
ungefähr gleichlauſend mit ihr angelegt
fie 3— 400 Schritt von ten Spiven!
Weges entfernt iſt; ibre Anlage erfolgt
ber Nacht u. zwar mit ber flüchtigen S
Gleichzeitig mit ibr werten Die Wa
welche wen ibr rückwärts nach der erfi
führen, in Angriff genommen. Die A
Lage dieſer Verbindungen Approche
Feſtungs krieg
denſeſben Principien, wie die von
ich der erſten Parallele fübrenten: fie
förmig je auf ten Capitalen ter An⸗
zgeiührt, daß Pie einzelnen “ile
yauxı der Zickzackse, wenn man fie
ikt, mindeſtens 25 Schritt an ten
n Winkeln Des Alscie verteiftreichen,
diesen aus nicht enfilirt werden kön—
dere Alt greift iiber den müchft binte»
Haten Crochet: von 15 — 25 Schritt
rerurch Den Kabrzeugen bie Möglich⸗
eichene u. Umienlens verfchaflt wird.
pprochen werden mit der füchtigen
übrt. Gegen Die Facen der Baſtienen
ns ter Anarine rent, alle ın deren
;, nerten ın der zweiten “Parallele
‚arrerien angelegt: dieſe illen mit
ı Yınien ten Namrf direct aufnebmen,
u. Geiibiige binter denſelben zeritören.
ı der eriten Parallele iegen entweder
ten Stellungen aus das Feuer jort,
2, wenn fie tbeilweiſe ven den De
en maetirt Nine, in tie zweite Parallele
a Annalme nad Tell Las vereinigte
aten — Das directe Geſchüßz⸗
man sum Schweigen bringen, ic
ferner u. Bis zu dem Augenblicke, in
rlanten der QVaitienen bei weiterem
Angrtiifs in Tbätigkeit treten können,
dem feindiichen Wurf- u. Gewebr⸗
babe. Wenn rieſes Ziel erreicht iſt,
rorechen von Reuem u. zwar eben⸗
it:zen Sarre vergetrieben, um Die
‚etenm anzulegen, welche, nur aus
len zu teten Zitten der Approchen
legt werben, um zwiſchen Der zwei—
Perolcie eine Peſitien zu geminnen,
die ierne wen Arbeiten gegen das nun
irkenne Kleingewebrfener des Feindes
werfen rermögen. Wenn der Ver—
sven ca erlaubt, werden in den Halb⸗
serie ven hieinen Wöriern eitabrirt.
ſerndlichen Werle idie Halbrarallelen
mir eira 950 Zcrin vom Hacie-
alle iern. ven Lauigratenarbeiten nit
pr gan Alain, nur !chten geſtat *
uſtände die Anwendanng Der balben
Sarre werden nette Zub
ın Fuße Dis Glaͤcie vorgetieken,
2t wie die früheren, nur daß die Aſte
woerden u. Hoster Immer Ile
reg müiſen. Sind De Apprecken
aus beranaejube t, fc verbindet man
iander durch eine neue, Die Tritte
ebentsQa mit der velen Zarpe alle
serken Mörſerbatrterien in der—
aus denen man den gedeften cl,
läge an Ban, jewie alle Puntie
sen ie ‘2, aui denen der Feind nah
zit: rt. wirit.
Ste pamg der Lauigräben tritt file
z:rertir Zeinuntkt, in wweldent er
: SH IR: rc tn Thiärigkeit zu ſetzen bat.
wirt ande für ibn Die Hauptwafie
Sertkeitiger überlegened Geſchübjeuer
arifr enwenden kaun, muß ed auch
ter
orten kann, muß Dagegen Bas Ma—
———— — — ——— —— —— —— — —— — — — — — — — — — — —
des gedechten Wiges auigeſtelit: biereile:
Überlegenbeit tes Seid: uibieuers.
zie geicheben: wetitllberlegenbeit
terial gebedt werben. Doch durch eine paſſive
Vertheidigung allein wird man den böchſtmöglichen
Miderfiand nicht zu erreichen vermögen, es muß
eine geſchickte u. frärtige Ofjenſive Damit in Ver⸗
bindung gebracht werten. Dies geichiebt durch A u 6-
fälle. „te weiter der Feind nech entiernt ift, mit
um fo größeren Zruppenmaiten lönnen tieielben
unternemmen werden; je näher er berangelkemmen
it, deſto mebr ift ter „nersbeitiger in ter GEitte
mwidelung aus ſeinen Werfen beraus beſchräukt.
Man unteribeiter taber große u. kleine Ausiälle.
Die großen Ausfälle, oft aus allen Truppen⸗
gattungen beitebend, jallen in tie Zeit der Reren—⸗
nung u. der Eröffnung der Lauigräben; ibr Ziel iſt
Die Jerfiärung Der feindlichen Tepers u. Magazine,
Die Berbinterung od. Zrörung des Baues ber eriten
Parsllete u. ihrer Batterien, Die Zeriterung Kieler
Werte, wenn fie Icben gebaut find. Am dieſen
großen Ausfälen fchnell u. entſcheidend begegnen
zu fernen, verliebt ter Velagerer feine Raralicie
mit Ausfalléſtuſen. Tielleinen Ausfälle
finden bei. in ter ipäteren Zeit ftatt, um Das
Vorrceiben der Arprechen mit der völligen Zurre
zu verzögern, einzeine Theile derſelben zu zer—
ftören, ebenſo die Eingänge etwa angelegter Bee
lagerungaminen einzuwerien, Geſchůͤtze zu ver⸗
nageln Meiſtens unternebmen mebrere Reine Abe
theilungen zu gleicher Zeit ſelche Ausiälle, u. mit
ibnen geben Arbeiter ver, melde die Zerſtörungen
bewirken. Sebald ter Pelagerte auf irgend eine
Were Kenntniß daven erlangt bat, Laß Der Feind
bie Lauiaräüben zu eröfinen beginne, werden veucht⸗
kugeln cd. Raketen gewöorien, um bei Deren richt
die Anſtalten des Feindee erkennen zu Rennen: die
Reſchüße werten ſedaun aut Die Arbeiter gerichtet
u. vorzüglich mit Kartatichen gefeuert. Mit Aıte
bruch des Tages wird ſedaun Bas Feuer bei. auf
die Punlte gerichtet, auf Denen Die Arteiten nech
feine velldäntige Zedung gewahren, ſewie dabin,
we die Barterien gebant werden. Tamım Te ven
Feinde gewählte Angrreieite befannt ft, werden
and im Innern Der Feſtung die nethigen Gegen—
anſtalcen veareften; Heipiräter u, Pagazike, melde
in der Näbe ter angegrißenen Front liegen, werten
wornöglich nach mehr aefickerien Theiten dar eſtung
verleg:, ca werden Traverſen eibaut, Bleundungen
u. bededte Geichützſiände bergeſtellt, Nee Maga-
zine angeieat, Redui:dn. Abichnuite errie Dich Kanne
zur geitiitien Unterbringung ter iür Die Verthei—
diau: ıg bereit zu bltenden Truprren cingerichtet,
die Wälle werden ſtärder mit Geichür beige, leichte
Geſchüre werdet in Den verſpringenditen arte
gebt man
aunch ven dem EGlacie aus Pen jeindlichen Ardeiten
mi: ümeiichen Yanfyräber Contreapprechei)
eutgegenen ind an Deren Er den a: era zu er—
richten. Wenn der Feind ſeine Batteien arnirt
bat, ſo erjolat eft mm Vortheil ein greſer Audiali,
weil durch denielben leicht Unerdnung unter Den
zum Trarevert Der Geichüpe nötbigen are
Mannſchaiten berbeineführi waren Lam u. dit'er
Meiment wiel-itbt tas Vernagein der eh IT er—
möglicht: Ber Vertecidiger bebält in dieiem Faile die
Hat dagegen der
Feind dad Feuer gie ſeinen Aauerien begenuen,
fo müſſen tie über Want jeueruden Geichnbe went
ten Wällen zurückgezogen werten; die neo zurüc⸗
bleibenden Geſchütze comentriren ihr euer auf
221
einzelne feindliche Batterien, namentlich bewirft
man diefe aus Haubiten u. Dörfern. Wenn ber
Feind die zweite Parallele anlegt, kann num ſchon
das Gemehrfeuer ber im gebedten Wege poftirten
hüten erfolgreih mit in Wirkfamteit treten. Im
brigen bleibt das Verfahren des Vertheidigers,
ſowohl mit feinem Fener als mit großen u. Heinen
Ausfällen annähernd Dafjelbe. Bei dem Vorgehen .
des Feindes aber zur dritten Parallele werten bie
Heinen Ansfäle tie eigentliche Seele der Verthei⸗
digung, das Kleingemehrfeuer erreicht feine kräftigſte
Wirkſamkeit u. aus Steinmörfern bewirft man die
Arbeiter mit einen Hagel von Geſchofſen, nament-
lich die Battericarbeiter.
Ce) Die dritte Periode umfaßt bie Zeit
vom Borgeben aus der dritten Parallele
bis zur Einnahme der Feſtung. a) An»
griff. Aus ber dritten Barallele geht man nun
mit neuen Approchen auf ben Capitalen aller Werte
ber Angriffsfront, ſowie auch auf den Capitalen ber
eingehenden Waffenpläte bes gebedten Weges vor.
Dies geichiebt ebenfalls mit ber vollen Sappe, aber
wegen ber Nähe der feindlichen Werke nicht mehr
in Zickzacks (biefelben würden zu kurz werben müj-
fen), ſondern mit bei. deckenden Sappenarten, mie
Schlangenfappe, Würfelfappe 2c., u., wenn ber
Hein gut anfgeftellte Wurfgefchlige im gebecten
ege bat, fo kann man genöthigt fein, Die be»
dedte Sappe mählen zu müſſen. Wenn viele
Approchen bis auf die Mitte Des Glacis vorgetrie-
ben fine, ohne daß inzwiſchen bie Geſchütze ber brit-
ten Parallele ter Vertheidiger gänzlich wor gebed-
ten Wege od. Doch biß hinter tie Abfchnitte u. Re⸗
duits deſſelben hätten vortreiben können, fo errich-
tet man Trancheecavaliere, erhöhte Werte,
von benen aus die Linien bes gebedten Weges en-
filirt werben können. Unter dem Schutze biejer
Merle werben ſodann Die Approchen bis ie 24 Fuß
an die Feuerlinie des gededten Weges herangeführt,
u. Darauf legt man eine Traverjenfappe längs der
Crete des gebedten Weges an, eigentlich eine vierte
Parallele, welche man bie Krönung od. das Cou-
ronnement bed Glacis nennt. Ber dielen Be-
fagerunugsarbeiten, die ſchon an fich wegen des aus
roßer Nähe u. concentriſch wirkenden Gewehr⸗
euers ber Feſtungswerke, fowie wegen ber leichten
Ausfihrbarkeit der Heinen Ausfälle, nur mit gros
Ber Gefahr ausgeführt werben können, wachſen Ge⸗
fahr u. Beichwerlichleit noch beteutent, wenn Die
Arbeiter mit ungünftigen Bodenverhältniſſen zu
kämpfen baben. Dies ift in hohem Grabe ber
Fall, wenn das Glacis z. B. jehr fteinig ift od.
vor der Belagerung mit Bäumen bemacjen war,
deren Wurzeln überall Die Arbeiten bemmen. Hatte
aber tie Feftung fogar ein Minenſyſtem, welches ſich
unter dem Glacis verzweigt, jo wird dadurch eine
neue u. größere Schwierigfeit entgegengeftellt, bie
nur durch daſſelbe Mittel, daß man ebenfall3 Mi⸗
nen anlegt, zu überwinden ift. Fehlen jedoch dem
ebecen Wege die Verftärfungen u. ift Die Be
atzung ſchwach, vielleicht felbft muthles, jo kann
bismeiten, aber auch da gewöhnlich nur mit großen
BVerluſte, dieſes Feſtungswerk durch Sturm erobert
werten, indem entſprechend ſtarke Infanteriecolon⸗
nen unter ben Schutze der Nacht and der dritten
Parallele vorbrechen u. ben getedten Weg, bie Ber-
tbeitiger vertreibend, bejeen. Während dem wer-
fobann bie Communicationen narh dem Cou⸗
Feſtungokrieg
ronnement u. dieſes ſelbſt durch bie flue
tracirt u. ausgeführt. Sobald genügende
gen Gewehrfeuer erreicht iſt, zieben ſit
en aus dem gedeckten Wege wieder
—* zurück. Iſt nun, auf die eine
dere Weiſe, die Krönung des gedeckter
lungen, ſo werden in derſelben die B
baut; Contrebatterien, gegenüber
welche man früher nicht direct beſchi—
(z. B. die Flanken der Baflion), um bie
findlihen Gefchüte, deren Feuer bef. be
benübergang gefährlich if, zum Schmei;
gen, Brejchebatterien, gegenliber
der Escarpen, welche man in Brejche le
Baftions- u. —— Je me
ſich Geſchütz erhalten hat, vorzüglich ı
angelegte Dejenfiocafematten beſitzt, u.
er von Ausfällen u. von dem Wurffeue
macht, deſto ſchwieriger ift per Bau Diefe
im Couronnement auszuführen. Die
biefer Batterien erfolgt mit den ſchwerſte
bie Geſchütze beginnen ihr feuer gleichzeit
durch Scharten. Wenn die feindliche E
Mauer bekleibet ift, jo legt man fie mit!
anderen Falls mit Öranaten, die, indem |
als Deinen wirlten, in Brefche. Biswei
Angreifende wohl auch Minen bis unter
lichen Wall vorgetrieben u. verfucht bu
Brefche zu erzeugen. Mit ber Eröffnung
der Batterien des Couronnements wirt
ber Bau des Grabenniedergang:
fcente) begonnen, nieberjteigente
Minenbau od. mit der bebedten Sappe
deren Eingang fi in ber Krönung
welche im Graben, bei einem trodener
Sohle, bei einen naffen auf deſſen A
ber Brefche gegenüber münden. Iſt
Contrebatterien gelungen, biejenigen C
Feindes, welche ben Graben beſtreiche
ganz od. doch zum Theil zum Schmeig
gen, jo ſucht man noch ver dem Zufl
der Breſche von der Mündung der Dei
Herftellung eines getedten Graben
ges zu bewirken. Diejer Grabenüberg
rect auf Die Stelle ter Breſche losgei
ber Graben ein trodener ift, mittelft
Suppe, Die ihre Bruſtwehr nach Der E
von welcher aus Der Feinb eine nieder
ftreihung bat; wenn der Graben naß
eincs Faſchinendammes, zu ben Das M
die Deſcente zugetragen wird u. ber gl
Bruftwehr aus Flechtwerk, Mollfüden u
zumeilen bat man ben Grabenübergan
die Anlage von einem Floß hergeſtellt.
ter Grabenübergang am Fuße der Bi
u. die lettere von ter Brejchebatterie
genügend breit bergeftellt ift, werben t
tungen zum Sturme getrofien. Die;
beftinmten Colonnen werben im Co
in den Appreden u. in ber dritten Par
ftellt, fiir jede Breſche eine, nebit de
Sappeure verjuchen in der Nacht in Di
gelangen u. dieſelbe gangbarer zu ma
mit den Geſchützen geichehen konnte.
ſtimmtes Zeichen geben dann bie Trug
von Arbeitern, Durch bie Defcente u. ül
benübergang vor, erfteisen Die Breſche
ihnen begegnenven Witerftand mit be
Feſtungskrieg
225
ex Breiche feſt, inbem die Arbeiter ' vollenbet u. bie Brefche geöffnet, fo beginnt ber
se aufflellen u. füllen u. fo dedende
richten, von benen aus ber weitere
za un Werke vorhantene Abichnitte
ernommen, cd. auch ten zur Wie⸗
Breſche anrüdenten Rejerven der
ꝛicher Widerſtand geleiitet merken
Abſchnitte od. Reduite in Werle
jelegt, fo wird zu ihrer Wegnahme
ergeben mit förmlichen Laufgräben,
iner Art Parallele, das Erbauen
Breichelegen u. Sturm nöthig, bis
ven find u. das Eindringen in die
cht iſt. Befindet ſich in der Feſtuug
ſe muß gegen dieſe die Velagerung
innen.
theidigung. Während bisher bie
a Felge des überlegenen Geichüt⸗
gerers beſtändig im Nachtbheil war,
ben Vorgehen des Angriffs uns der
Lage melentlich. Der Vertbeidiger
ven der umfaſſenden Stellung dee
lann im Gegeutbeil dieſen vielleicht
bedroben; bie Arbeiten bes Angrei⸗
Elacis werten das Feuer einer
Hatterien zum Tbeil miadfiren u.
möglich nene Geſchützauiſtellungen
mzu nebmen, uanientlich auf den
n. Dies kaun eine Überlegenbiit ter
es Vertbeidigers herbeiführen, die
d, mein bie Feſtung Kaicmatten-
ste bie jetzt intact geblieben fint.
Augreifeute feine Arbeiten im wirl
«u. Werticalfeser auetfilbren u.
* find Die I ffenflounternebmungen
e6 zu fü:chten, weil die Unter
: bes Angreifenden weiter entfernt
Beſchränkibeit des Raumes nur
ven. Der Gang ter Veſtheidigung
uuächſt wirt Den Arkeiten des Au—
‘en Glatie durch lebbaft unterbal-
u. Gare’ nieuer von allen Werken,
griffsterraiu wirlen fonnen, ſowie
d. wieder in Wirkſamleit treteuren
ıfematien, Flanken u. Facen, ein
erniß entgegengeflellt, das durch
Ausfälle nech weſentlich verſtärkt
ie Arbeiten des Feindes gleiche!
fine, daß er Die Erbauung der
uronnement beginnt, werden alle
fmittel auf Diele Punkte gerichtet,
ung dieſer Arbeiten möglichſi zu
Dielen Batterien erlangt der Feind
legenbeit des Feuers gegen Die ivın
n Feſtungstheile, es hei deun, daß
aus Kaſenlatten entgegengeſtellt
Die Beſchaffenheit tes Grabens
die gegen den Grabenübergang zu
ßregeln. Bei einem trodenen Gra⸗
twieterbolte Überfälle der Sappen⸗
es Gewehr⸗ u. Wurifeuer, ſowie
ver Brandgeſchoſſen die Arbeit am
cſtellung be6 Übergangs über einen
sereiten Brandgeſchoſſe das größte
fi$ im Graben durch Schleußen
uöpre erzeugen, fo zerftört oft
nften bie gefammten Arbeiten bes
en. Iſt endlich der Grabenübergang
fon. 4 Aufi. VL
Kampf auf der Breſche. Bei einem zwednäßigen
Gebrauche ter Bertheitigungsmnittel u. einer weiſen
Aufiparung derſelben, um fie im entſcheideuder
Moment mit aller Energie zu gebrauchen, if die
Feſtung mit Vollendung Ler Breiche noch feines»
wegs nerloren, ihre VBertbeitigung muß nur um
jo hartnäcliger fertgefiibit werten. Hinter ber
Breſche ſtellt man Schlügen auf, welche vor Alleın
die feindlichen Arbeiter hindern follen, Diefelbe gang»
bar zu maden; dann jucht man durch mancherlei
Hinbernißmittel bie Breſche feibft nech ungangbar
au machen. Pean bewirft fie init Pechlräuzen, Pech⸗
ſaſchinen, Handgranuten, Sturmſäccen u. dal.; 1an
bält ſpaniſche Reiter zum Schließen Ler Vreſche
bereit. Überwindet aber der Feinc Lieie Hinberuiſſe,
gelingt es ihm Die Vreſche gangbar zu machen ch.
ſich mit Sappenarbeit uuf derſelben feitzujegen, To
fine verher unter ker Brefiye angelegte Fladter⸗
mine erfelgreich anzıneenten, m Lie feinklichen
Deckungen zu zerftören. Schreitet endlich Ler Feinb
zum Ziurme, fo eiticbeider ber Kampf mit der
blanfen Waite. Venß auch bierbei ter Vertbeitiger
weichen, ſe ziebt er fi in das Reduit od. hinter
ten Abichnitt im Innern tes Werles zuriid u. fucht
tur Geihüpfeuer von ba aus zu wirken, bis er
mit dem Berlafien auch diefer Poſitionen genöthigt
iſt, entweder zu capituliren od. ſich in Lie Cita—
delle, wenn eine ſelche vorhanden iſt, zurückzuzieben.
Erſt ſeit 40 Jabren, ſeit die Muhammiedauer u.
Spunier das Annere ihrer Stäbte auf das Helien-
miltbigfte vertbeitigten, wird ber Kückzug in Die
Sirutelle nicht al® Die letgte Zuflucht betrachtet, fon-
tern es gilt nun tie Bertheitigung des Ins
nerenter Ztädte Vornehnlich Lie von Sara⸗
goſia 1805 u. 1509 gab Las Vinſter einer fulıher
Vertheidigung. Die Spanier beguüyten fi Bert
nicht, nur die Wale als Berrbeitiguugenel zu
betruchten, ſendern webrten lich auch nech nach Letten
u. ter Abichnitte Erſtüriauug, die ſieinernen Ge⸗
bäude, Kirchen, Klöfter, ala ieſte Puntte vertheidi⸗
gend, Traverjen u. Varrikaden in den Straßen auf⸗
werjend, von Strage zu Siraße, von Haus zu Hau
ſich zurückziehend, von denen jelcs von ben Augrei⸗
ſenden mit Kanonen eingeſchoſſen u. Die Trün. mier
mit Sturm genommen werden mußten. Selbſt der
Miunenbkrieg wirlte Dabei, inden Lie Vertheibiger bie
Keller benupten, um Die von den Augreiientcu be⸗
ſeyten Pankie zu zerſtören, Lie Augreifenden aber,
um wen Vertheidigern beſetzte Häuſer in die Luft zu
ſpreugen. Tft wurden einzelne Htuctoerle, ja eiu⸗
zelne Zimmer zum Gegeuſtand bes Aanipfes.
Abgeieben daͤron, buß auch Lie Belagerungen ſol⸗
(her Feſtungen, wie Lie find, für welche Vauban ſeinen
Augenf in ter dargeſtellten Weile euticidelt bat,
ſpüter wiederbolt mit Dlotificatienen betrieben wor⸗
ten ſind, 3. B. daß bin u. wieder anjtutt Ler 3 Par⸗
allelen ned, eine 4. u. 5., in auberem Fulle auch Kur
2 Parallelen angelegt worten find, ſo werten aud
bie Beränterungen, welche Las vorige, mehr noch
Das jegige Jubrbuudert in Len Heeredverhäliniſſen,
in ben Waffen u. in ber Befeſtigungskunſt herbei⸗
gefübrt haben, ten 75. wefentlich berühren. & L aber
kann neue Foeruien u. Witte ſewobl beim Angriff
als bei ber Vertbeitigung, u. welche, zur Auweu⸗
bung fenımen werten, bafür yibt es noch feine Er»
fabrung. Die wichtigften Momente, welche dadei ın
Betracht zu ziehen ſein werden, I: a) Die gegen.
226
Feſtungskrieg
wãrtigen eſungen find faſt durchgehends von viel | größerer Stärke, an die Stelle ber früß
größerem Umfange, als früher, u. find noch meiſteus
mit einem Kranze betadhirter Werke umgeben, bie
erobert werden müffen, ehe ınan gegen den Haupt-
wall vorgehen kann; außerbem find die Fronten der
Befeftigungen länger geworben n. mehrere berjelben
liegen oft faft in geraber Tinte neben einander. Das
Umfaffen mit einer zufammenbängenten Parallele
wird Daher in Zukunft eine Arbeit fen, welche oft
die Kräfte iiberfteigt, man wird ſich mit Anlage von
Paralleienftüden begnügen milffen. b) Die großen
Plätze werden, nad) Frliberem Maßſtabe, ungewöhn⸗
lich ſtarle Beſatzungen haben u. in Folge beffen auch
ſehr große Ausfälle machen können; dieſen Ausfällen
muß man entſprechend begegnen können; hierzu
werden meter bie Ausfallſtufen noch die Waffen-
plätze der früheren Parallelen genügen. c) Voll⸗
ftäntige Einfhliegungen bürften bei der Ausdeh⸗
nung der heutigen Feſtungen u. bei ber Stärke von
beren Beſatzungen künftig unmöglich fein, meiſt
wird ber Belagerer auch feine Überlegenheit an
Kräften in dem Maßſtabe von früher befiten; man
wird daher bem belagerten Plate bie Communi—
catton nach Außen zum großen Theile laſſen müfjen
u. fih begnügen, feine Kräfte nur auf einen Punkt
zu richten u. fich bei dieſent Angriff auf ben Flanken
rein defenfiv verbalten. d) Durch bie Bervolltemm-
nung der Artillerie, namentlich die Einführung ber
Ehrapnels, ift die Kartätſchwirkung eine viel weitere
geworben, unmöglid kann daher die 1. Parallele
außerhalb der Kartätſchwirkung angelegt werben,
man wirb im Gegentheil bie Laufgräben fo nahe
als möglich an der Feftung eröffnen müfjen u. Die
dabei nothwendigen Berlufte Durch überrafchenbes
Auftreten, durch Anwendung von Scheinangrifien
u. AÄhntiches, zu verminbern fuchen. e) Die gegen
wärtigen Feſtungen find ungleich ftärfer mit Artillerie
verjehen, als bie frliberen, ſowohl Dem Kaliber als
der Zahl nad; der Augriff derjelben wird daher
nicht nur bedentend mehr Opfer erbeifchen, fonbern
auch verbälmißmäßig mehr Diittel verlangen, ı.
trogtem werden in feinem Momente der Belage-
rung bie Feftungsgejchlige ganz zum Echweigen
gebracht werben Können, namentlich weil die aus—
gevebnte Anwendung von Hohlbauten mit Mauer:
werk, welches gegen den birecten Schuß aus der
Ferne Dedung bat, geſchützte Aufftellungen ber Ge-
ſchütze gewähren, gleichwohl eine beftäntige Wirkung
auf das freie Feld geftatten. Die völlige Eappe
wird daher künflig nicht mehr anzumenten fein, man
wird, wenn auch mit größeren Opfern, fich der flüch-
tigen Sappe bedienen, od. aber, wenn das unmög⸗
li ift, mehr als früher die Minen u. wiederholt ben
gerwaltfamen Angriff gegen einzelne Werke anwenten
müſſen. Wegen ber vielen bebedten Räume enblich
u. zum Erſatz bes Ricochettfeuers, melches gegen
fafemattirte Geſchütze ohne Wirkung ift, wird man
fh in großem Umfang des Wurffeners bedienen.
ſ) Die großartigeren u. wirkſameren Dlittel, welche
dem Bertbeidiger zu Gebote ftehen, merken auch
deſſen Verfahren betingen. Ausfälle in ſehr greßem
Maßſtabe, wobei es nicht blos auf Zerftörung ber
Belagerungsarbeiten, jondern felbft auf eine Nieder⸗
lage des Feindes abgefeben fein kann (Komorn),
find möglih. x) Wenn vetachirte Werke fehlen, fü
wird man fich nöthigenfalls das Terrain dazu er-
Tämpfen u. dieſelben noch mährend ter Belagernng
errichten (Sebaftepol) ; biefe Werle treten, nur mit
approchen. I) Durch Anwendung ber
Zündung kann die Minenwirkung vi
Berechnung unterliegen u. viel weiter
wall ins Borterrain hinausgeleitet wert
bahnen im Innern der Feftung werte
dung aller Punkte mit einander erle
ermöglichen, in hunger Friſt auf jedem
bie beträchtlichften Streitfräfte n. Gefd
vereinigen.
Sehr felten ift es bei einer Belager
fommen, daß die Hülfsmittel Der 2
vollftändig erfchäpft worben wären; r
abgekürzt od. in einen brusquirten
ewanbelt, der höchſtens mit einem €
Däufiger aber mit einer Capitulatio
entweder Diangel an Streitkräften n. $
niffen, od. anbere, vielleicht politi
bergabe nothwendig machen. Meift f
die Verhandlungen megen berjelben 5
Feinpfeligleiten auf; ber Belagerer fi
ter Belagerte durch Aufftedung ber w
Schlagen von Chamade ꝛc. biefefbe an
einen Offizier in die Feſtung, od. ein
Beſatzung kommt aus derſelben heraut
der Belagerer. Bedingungen find
Fall (wenn ſich die Feſtung noch lange
das Belagerungscorps Mangel leibet, |
fich tapfer gewehrt hat): freier Abaug ı
an einen fiheren, von ben Truppen d
gers befetsten Ort; im meniger günf
ter Beſatzung in ihre Heimath, gegı
ſprechen, in Diefem Kriege od. eine >
gegen Die Truppen des Eroberer& de
dienen, was ter Commandant ı.
meiſt mit ibrem Ehrenwort befräfti,
günftigen alle Gefangenfhaft. Se
Ergeben auf Önade u. Ungna
Alterthum u. Mitelalter oft Statt far
find in ten Karliftenfriegen 1833 Bi
gleihen Fülle vorgelonımen. Den
wird in Der Capitulation meiſt Ber;
Geſchebenen, Schuß ter Religion, R
wanderung ꝛc. ansbebungen. Alle
müſſen kurz, Mar u. beutlich aufge
drũcklich beſtimmt werben, Die zweifelt
zu Gunften der Beſatzung zu deuten. !
jener Kapitulation wird Das nächſte (zu
Zbor von den Belagerern befegt, Die
rätbe, Karten, Pläne, Minen, Zorrs
werben damit beauftragten Offizieren
die Beſatzung ziebt Durch ein Thor, eb
gangbare Breſche vorhanden ift u. Die
dies geftattet, Durch Diefe, nach ten ;
Bedingungen, meift nit allen Kriegsei
den Spiel, fliegenden Sehnen, die Kug
mit den Kauonen, die fie, im Fall des fi
mit fich führt (meift auf 1000 Manr
mit brennender Lunte, ab, um fich
Maffen in tie Heimatb zu begeben ob.
cis das Gewehr zu ftreden. Wenn d
gen unginflig lauten, ftredt fie ohn
dag Gewehr u. wird nad Umſtänden g
behandelt. Ein guter Commandantver
feine Lebensmittel mehr bat od. dem Ka
in wenig Tagen entgegenficht, ſelb
ſchlagen durch ben Feind, wenn
pen nicht durch eine lange Belagerum
Beftungäfrieg
227
Durbidlagen von Truppen. Außer | glücklichen Kampf ed. Durch aubbrechende Seuche:n
Xelagerten nachtbeiligen Ente ber Be⸗
H Sturm u. Gapimlatien, kemmen
:e für denſelben vor, jo Aufhebung
ng durch firategiiche Greigniile, die
n Abzug nörbigen, tur Mangel an
im platten Yante, Wegnabmie eines
‚ve, ungünftige Witterung, greße Nälte,
inter ten Belagerern. Dieſer ziebt
dñtze aus den Batterien u. ſchafit fie
enut cd. zerſtört dieſelben, bie übrigen
rbeiten, bie Vorräthe, welche er nicht
vermag, m. aiebt, wenn er Die Bela
n cine Blockade od. Beobachtung vere
ab. Ebenio erfelgt zumeilen der Eut⸗
Feſtung, inten ven außen ber bie
t ũberlegener Macht angegriffen u. ge⸗
en. Indirect erfolgt ber Entſatz durch
reſter Convove, durch Hineinwerfen
wen Verſtärkungen von Truppen u.
bie Keitung, durch eine Tiverfion auf
R mwichtinen Funft u. dal. Die Ber-
digleit, d. b. Die Fähigkeit, fich gegen
weder Artillerie, Mannichaft, Geld n.
rt zur Yelagerung binlänglich bat,
m Folle zu halten, keünt man bei nach
ſcher Art, ſelbſt bet nach Corn ontaigne
Isen in Voraus, Sie iſt bei Plätgen
betachirte Außenwerte, ſtarke Lunetten
18, Baflermanövres u. ohne Abfchnitte,
Lage anzunchmen u. fleigt, je nachdem
fangen mebr ot. weniger vorbhanten
#9—65 Tage. Um fie zu finden wird !
Zagebuc ter fupponirten Belagerung |
m. mac ter Analogie anderer Bela⸗
immt, wie viel zu jeder Parallele, zum
Gtacid, Coureunement, Breichelegen :
ergang Zeit gebraucht wirt. Die Ke-
ı biernady am längften halten kann, ift
te. Natürlich bringen Naturereignifie,
im Krieg oft vorfemmente Zufälle
nberung hervor, doch kann Dies nicht
ommen, wohl aber ſumpfiger od. felfi-
vor ber Feſtung. Naturfeſinngen auf
‚m Eünpfen or. bat., ſind ſelcher Be⸗
t unterworfen u. werben auch nur ſebr
iffen, wenn auch nicht immer ibre Gr-
: mau gewöhnlich meint, abfolut un⸗
Artillerie od. Echnellibela-
isweilen ebenfall® zur Anwendung ge-
namentlih von den Engländern ami
hen Halbiniel, if nur auwendbar ge-
lter Urt, teren bobe, aus der Ferne
fbare Diauerbauten leicht von einigen
mmirt mit Geihägen ſchweren Kalibers,
t werten lönnen.
ichte. A) Das Altertbuım fennt keine
mngen ale mit Maueru umichloſſene
noch durch eine natürliche Befeſtigung
äbte; baber war auch ter F. ein ein⸗
Keinb zog vor eine Stadt u. ſchlug ver
:Zager anf; bie Einnabme fonnte ge-
ı bie Belagerten ausgehungert wurden,
dem Belagerern gelang, durch Liſt ob.
ie Stadt zu dringen. Die Belagerten
Hölle auf bie Be gut, um dieſelben
; wenn nun bie Belagerer durch un⸗
|
als die greßen Z.ätte Griechenlands mit Aus.
in ihrem Heere zu fehr geicbreächt wurden, als ta’;
fie ferner auf Die Ereberung der Stadt hefien fen
ten, cd. wenn fle ibre Feldherren verloren batıen,
fo zogen fie ab, wie Dies. B. bei Der Belagernug
Jernalems durch Sanberib ı. Holoferned geſchab.
Aus ältefter Zeit ſind bei. die Relagerungen zweier
Städte, u. zwar beide in Aſien, befannt: Die BYa-
bulena durch Kvros u. die Trejas durch Die Arie»
chen. Von erſter erzäblt Heredot, daß Kyroe, nach"
dent er ach dem Erſcheinen vor der Stadt den Ba—
byloniern ein Treffen geliefert, fie beſiegt u. binter
ibre Rauern zurückgetrieben harte, eine regelmärige
Belagerung begann; Da aber die Städter reihen
Borratb an Lebendmitteln hatten u. an ein Ausbun⸗
gern nicht zu deulen war, fo ließ Nuros ben Euphrat
abdämnien. Und wäbrend er dazu ben am wenig—
ſten brauchbaren Theil ſeines Heeres verwendete,
poſtirte er Die tapferſten Trupren an den beiden
Enten ter Stadt, wo ter Eurhrat eitte u. and
fträmte, mit den Beiebte, ſebald Der Fluß binlänglid)
feicht Sei, Den Eingang in die Stadt zu erzwingen.
Ze gelang es den Periern Babolen zu erobern,
an einem Tage, we die Städier durch die Feier
eines ihrer Feſte noch bei. ven Der Sorge für Di.
Vertheidigung abgezogen waren. Vor Treja zogen
die Fürſten aanz Griechenlaude; fie ſchlugen ein
Yager vor Troja auf; die Ireer machten täglich.
Ausfälle n. kämpften in Einzelkämppien. So am:
es 10 Jabre fort, u. erfi durch die bekannte Yıll
mit dem bötzernen Pierde gelang ca einer Yırzabı
riechen in die Siadt zu kemmen, welche daun Dei
Ihrigen die Thore önneten.
l) Ju Eriechenland jeleit gab es bis au den
Feriertriegen feine beieſtigten Städie, ſendern Die
größeren hatten Akrepelen, durch Natur feite Theile,
wel-re blos durch Yift cd. Überrumpelung od. Ver
ratb eingenemmen werten kennten. Alſo gab €6
auch damals keine Belagerungekunſt. Selbſt dann,
nabnıe ven Zparta: mit Mauern umaetben werden
waren, ennwideite fich tie Yelagerungetunft lang
fam, u. Städte, wie Athen, wurden immer 1od-
mehr durch Hunger u. Verrath ala durch Tie Kriege
funft der Velagerer geuemmen; nur eitwa klein.
Grenzſtädte wurden durch Finſchueßung m
men. Nach dem Peleponueſiſchen Kriege aber be
gann die Ausbildung wie Der Beieſtigungs⸗ſo dei
Belagerungèelunſt u. Damit Des Geſchützweſens. Di:
Römer waren in tieienm Punkte ganz Schiller der
Griechen. In ältejter Zeit keunten fie gegen bie
Bürger ter Nachbarſtädte auch nichts mit Gewalt
ansriciien, u. batten dieſe Die Welagerung den
Semmer bindurch anegebalten, je waren fie wenig.
fiens für diesmal gerertet, denn mit Gintritt Des
400 v. Ebr. fonmt cin Beiſpiel bei Veji vor, Wo
bie Velagerung den Winter über fertgelept wurde.
Geichübe wurden bei Den Römern erft feit den Pu⸗
nischen Kriegen augewendet: aber ald Cälar 40 v. Chr.
| Winters wurden Belagerungen aufgehoben. Grit
|
|
| Maifilia belagerie, batten die Städter bedeuten⸗
dere Geſchüße als Die Remer, u. um Alerandria
zu belagern, 49 v CEhr., ließ er alleutbalben ber
any Afien u. Griechenland Vaſchinen bringen.
Die Abjichten anf Die Eroberung einer feindlichen
Statt wurden entweder burch eine bloße Blodade
(Obsessio) ch. durch eine förmliche Belagerung
(Oppuguatio) ju erreichen geſucht. a) Bei ber
15?
228
Obsessio waren Die Werke bes Feiudes gewöhn⸗
Feſtungskrieg
mit Steinmaſſen (Metellae) aufgefi
lich folgentermaßen eingerichtet: gegen bie feindliche ı ber Teijeften Berührung auf bie Aufflı
Stadt bin wurde eine Verſchanzung aufgewor-
fen (Circumvallatio, PBeriteihismos);
ebenjo parallel mit derjelben eine andere nad) ber
äußeren Seite bin (Contravallatio, Apo-
teichismos), um nit etwa von einem Ent.
ſetzungsheere überrafcht zu werden. Die Were ber
Belagerer nad) der Stadt bin beftanden aus einem
Mall od. einer Dauer, welche außerhalb der Schuß⸗
weite aufgeführt u. mit Bruftwehren (Loricae) u.
Binnen (Pinnae) u. in gewiſſen Zwiſchenräumen
mit Thürmen (Turres) verjehen wurden. Bor
tem Walle war ein Graben gezogen, ber mit Pal⸗
lijaden (Cippi) verfeben wurde; wo e8 ging, aud)
noch ein zweiter, ein Waffergraben. Bor ben Grä⸗
ben wurden in Geftalt eines Quincunx bie fogen.
Lilia angelegt, d. h. tricpterförmige Gruben von
3 Fuß Tiefe, aus welchen ſpitzige Piähle wenig ber
die Erde vorragten u. welche mit Laubwerk u. Neifig
bededt waren; jodanı überallhin Stimuli, d. h.
Sußangeln, welche an Heine, flach in die Erbe ge-
segte Hölzchen befeftigt waren, geftreut. Auf gleiche
eiſe wurbe auch die Kontravallationslinie einge
richtet. In dem Raume zwiſchen ber Circum- u.
Contravallationslinie lagen zahlreiche Castella,
porn wo nad) ben bedrohten Punkten ſchnell Wider⸗
ſtand u. Hülfe entſendet werden konnte. Solche Be-
lagerungswerle finden fi ſchon 430 v. Ehr. vor
Platäd. Dies war bie getwöhnliche Art ter Blockade
(Vbressio), u. bie Feinde lamen Damit gemeiniglich
zum Biel, nämlich die Übergabe zu erzwingen, ba
dadurch Zufuhr u. Entſatz abgefchnitten, gewöhnlich
auch das Trinkwaſſer abgeleitet od. verderbt wurde.
Die Belagerten ſuchten dagegen zunächft tie
feindlichen Belagerungemerfe im Entfteben zu hin-
dern; fie legten Gegenwälle an od. Durchfreuzten tie
Werke der Feinde —* es 415 v. Chr. die Syralu⸗
ſaner gegen die Athener machten), jo daß dieſe fich
erjt Das Terrain zu ihren Werfen erobern mußten.
Hatten aber die Feinde den Bau ihrer Werke be-
gennen, jo machten die Städter häufige Ausfälle
a. zerftörten die Erdarbeiten u. verbranmuten bie
Hoizwerle. Wenn dieß den Belagerten gelang, u.
bieje fi) binlängli mit Proviant verfehen hat⸗
ten u. wenn dazu die Verbündeten derſelben die
Üder verheerten u. ben Belagerern die Zufuhr
abſchnitten, jo mißlang die Blodabe, u. fie ınuß-
ten abziehen od. ſich vielleicht jeibit ergeben. Die
andere Art beftand in dem fofortigen Angriff
auf eine Stabt. Diefen verfuchte der Feind ges
wöhnlich, wenn die Maner nicht allzu viel Wider:
fand verſprach; e8 wurben bie Thore mit Brech⸗
eijen (Vectes) erbrochen od. mit Diauerbohrern
(Terebrae) Löcher in Die Mauer geftoßen; od. auch
bie Mauern mit Leitern (Scalae) erftiegen, Um an
bie Mauern zu kommen, wurden eine Schildfröte
(Testudo) aus ben Solbaten-gebiltet, indem
tiefe Die Schilder Über den Köpfen zufammenhielten.
Dagegen warfen bie Stäbter Steine u. Balien auf
bie Stürinenden; u. war es ben Feinden gelungen,
bie Leitern anzulegen, fo faßten die Städter bie
Gmporfteigenben mit gezahnten Zangen (I.upi) ob.
fließen fie mit gabelförmigen Spießen (Furcae) ı.
warfen fie zurüd, goflen auch heißes Waſſer u. fie-
dendes Pech auf die Stürmenben. Selbſt wenn bie
Vertheidiger von der Maner gne waren, ſo
waren zuweilen zwiſchen den Mauerzinnen Körbe
ürzten.
Gegen ſtark befeſtigte Städte muſ
Oppugnatio, förmliche Belagern
werden. Dabei kamen hauptſächlich
Angriffswerken vor: der Sturmbod,
rung u. die Errichtung von Wällen mi!
Anwendung des Sturmbods (Kr
ſ. d. welcher in einem Geftel aus 2:
zwiſchen benen ein dritter bemegl
wurte; biejer war 80—100 Fuß la
der Mauer zu, mit langen, biden ei
verjeben u. hinten mit ſchweren Gen
Mit diefen Ballen, zu deſſen Bedie
Daun gehörten, wurden nun St
Stabtinauer gerichtet, um dieſelbe
mit krummen Eijen (Falces) wurbe
wordenen Steine herausgerifien. 3
ichleuberten gegen die Mannſchaft
Steine u. gegen biefen ſelbſt Yeı
wurde liber den Sturmbod ein €
studo arietaria) gebaut u. mit m
Deden belegt. Um die Stöße des S
ſchädlich zu machen, ließen bie Be
mit Saud gefüllt od. Deden an ber
od. fuchten den Ballen mit Schling:
Mitteln zu fangen u. fo den Stof
Belani dennoch die Mauer eine Brei
ben Belagerten hinter berjelben eine ni
Wenn die Belagerten eine günftige |
ben jiegenben Feinden zuerbalten wi
ten fie fich ergeben, ehe der Sturmbo
Die Untergrabungber Stadt
entweber durch Die Chelidone D
Brechſchildkröte, eine hausähnliche
einem ſchrägen Dach, welche mit de
an bie Mauer bewegt wurde; ob.
rygımata (Cuniculi), Minen,
Belagerungslinie aus gefiihrt wur
augenblidiiche Einftürzen der Dlaue
wurde bieje erft mit Ballen geftü
aber dann angebranıt. Auch wur
un bie Stadt geführt, u. dann bra
drungenen aus u. öffneten den Ihr
vie Thore. Gegen die Minen macht
ten Oegenminen, u. oft entipann
irdiicher Kampf, od. der Feind wur
aus jeinen Vlinen vertrieben. Die I
mata, Aggere»s) mit Thürn
Turres). Die Dämme, breit u. vı
mit der Stadtmauer, aus Erden. f
tet, wurden von ter Belagerungsti
der Dauer geführt, ihr Zweck war
in bie belagerte Stadt zu gewinnen
diger von der Dauer zu vertreibe
gerungsmajchine zu beden u. ber
fihern. Dagegen fpannten die Belag:
od. erhöhten Durch neue Aufjäe non !
wertihre Mauern. Dagegen errichte
Belagerer auf vem Ende feines Da
von denen aus er dann bie ganze
berrichte. Die Belagerten bewarfen d
Brantpfeilen (Sihoi pyrphoro
Falericae) u. ſetzte dieſelben im
ten fie mit den Dämmen dur Min
6) Nachdem jeit dem 4. Jabrh. v.
geſchütze (Tormenta) an Zahl
Feſtungskrieg
tarft worden waren (Catapultae u.
.Ru. von denſelben anßer in ben Feld⸗
ch Bei Belagerungen Anwendung ge⸗
: fe begamı ſich eine beſondere Kunſt
t rer Aefeftigung u. Belagerung : Po»
nerft bei ben Griechen zu entwickeln,
rn Römern angenommen en. weiter aue⸗
e. ar Die Befeſtigung. Antie Stelle
achen Stadmanern traten nun Erd⸗
hen zwei Mauern, von denen die ußere
le die innere, wurde em 30—40 Fuß
IRußrider WatlıMurun-aufgewer
t ber Vreiche in der außeren Mater Tag
6 Feindes nech nicht nerbirentia war.
ig eben (Unrnana:marte breit, Dh
ger u. tie Maſchinen genügend ‘lat
Mauern waren, wie ſchon früher, in
errichtet: denn ſe konnte der ſſürmende
zichierernen Seiten geiaßt werten. An
der Alinfel waren ın Zwiſchenräumen
uuß Thürme(lurrées). runder.
dedia, et ſiere Art bei. widerſtanddiähig
wrmböde, letztere namentlich geeignet
der Courtinen; verſeben waren ſie
ſchon früber üblichen Scharten für
n, jetzt noch mit größeren Ofinungen
‚Fenestrae» für die Wurtmafdi-
zu bewegliche Läden (Kalnmmata),
indlichen Geſcheſſe nicht eingewerien
ten. Die Tbore an ſich waren von
Feuer durch Eiſenbeichlag, gegen die
uch tie feſteſten Thürme geſchützt. Ver
en Außenwerke (Propupna-
5 weiche, wenn ein Ausfall zurücdge
sen war, tie nachrückenden Feinde von
gen in tie Statt abgebealien werten
ren Die Feinde aber ja bie zum Thor
fo wurde ein ſchweres, in Zeilen a.
en gebentes allgatter(Cutaracta)
lim ren seind aber von ker icfor:
jrehen Annäberung an die Statt al»
en werten Feltingennch®orwerte
im ata) angebracht, welche eutweder
d. in Palliſadirungen Charaloſeid)
Im bie Dauer ſelbſt waren allerhand
är ben Feind angebracht, wie Denn auch
ften obengenannten Mräben vor den
us mit Wafler gefüllt, tbeile mit Pal⸗
ag nicht fehlten. b) Die Belage-
elagerer , welche es nun gegen feltere
un u. größere Mafchinen aufzuftellen
en ihrerfeite auch auf ftärfere Schutz⸗
zittel Denen. Die Schutz mittel,
Dede tie Mannſchaft an tem Walle
jegen den Keind focht, waren: Plutei
irme von Weibengeflecht u. mit Fellen
x Geſtalt eines balbfreisförniigen Ause⸗
rei niedrigen Rätern ob. Wollen Le-
Vineae (l.b.), leicht gebaute Helz⸗
a — — — — — — — — —
hoch, 7 Fuß breit u. 16 Fuß lang,
Dach aus Wretern ob. von Weiden
bon brei Seiten mit ſolchem Flechtwerl
Selen u. naflen Kiffen (Centones)
gejchützt; Ehelonä Choftrites,
Bten (f. m. Testudo), je 25 Fuß
e, auf Hibenn bemegbare Bieierhäu⸗
t einem bi® auf bie Erde reihenten
chen, weiche bis dicht an die Dlauern | aı
229
geſcheben wurden, um bie Seldaten zu beden, welche
die Gräben auefüllten u. das Terrain ebneten, um
die Geſchütze aufzuſtellen; Musculi (Testu-
dines fnasariae). dem vorigen äbnliche, aber
nietrize Gebäute, um offene Gräben od. audy lie
nen zu graben. Kine beientere Art ven Chelene
ed. Testudn ıf. D.) war jetzt ein gleiches Hau,
unter welbem ter Zturmbed bing u. geſchwnngen
wurde. Das nambaiteite Angriffamittel waren
die anf ten Tänımen (Amgeres) aufer ter Schuß⸗
meite errichteien oed. zuſammengeſepten u. au! Den«
feiben nad Der Stadtmauer vorichtebbaren Thürme
tTurresamhulatorıne,. Ibre Couſtruciien
iſt nicht genan bekannt, nur fe viel weiß mar, Daß
fie auf einrer Baſie aus zwei Paaren rLangſchnellen,
zwuchen denen Die Räder lagen, aus Helz errich:et
waren, tn einer Höhe von gewöhnlich 10 — 180 Feß
1. aus 19-20 Ziedwerten Stege, Tabulata)
beſtebend. Sie wurden mit Vogenſchüren, Schleu—
dern u. ten Wurfmaichinen beſetzt, batten auch pä⸗
ter in dem unteren Stock eft noch ten Zturmbed.
An bie Mauer wurden ſie mit Winden cd. anderen
(unbelannten) mechanijchen Dlitteln gerüdt. Abu⸗
lich war die ven Temerrios Peliorketes erfuntene
Helepclis, nurftärfer, weil fie Die größten Wuri⸗
inafchinen anfnebeu fonnte. Bon den Tbirmen
wurden auch Rrücken Sambykä, @pibatbra,
Sanmbuene) anttie Mauer gebracht, welche ent⸗
weder in Zeilen bingen u. als Fallbrücken au? Die
Mauer heripacslten, ed. in gerader Richtuug aus
dem Ibu. ne binanezeiheben murtentix sten),
Ariiden wurden anch ſelbſtändig angewendet: eitte
meter bei einem Angriif von Der Seeſeite, indem
man zwei Schiiſje verband u auf teren Det Tag
untere Eude der Brüchke feftitellte, Bay andere an
Taxen auf Die Mauer niederließ; ed, bet Yurarınen
zu Yande, we Lie Yenter mit Dem ruhe auf einem
Unterbau rubete, waänrend Day andere Eude von
Zeiten gebalien wurde, Die über einer auf Der
Unterlage beieſnaren Leben Stange gingen Sen
ſelche Brücken werien Die Velagerten greße Steine,
ed. riſſen die Ztürmenten mit Dalen berunter, cr.
warfen auch Netze nah ihuen, worin ſie ſie ver—
ſtrichten u. jo in ıbren Rewegungen bemmten. Vei
Augriffen zur Zee bediente man ſich auch nech der
von Archimedes erfundenen Corvi ch. Manna
ferreae ıf. u. Corvus 21, eiſerner Haken, womit
tie Schiffe von der Dlauer aus gefaßt u. aufgeboben
u. raſch wieder nietergeworfen wurden. Um ein
zeine Leute auf bie Dauer zu heben, ed. in Die tee
tagerte Stadt einen Einblid zu gewinnen, berien-
ten fich Lie Belagerer des Krahn (Tolleno). einer
dem Brunnenſchwengel ähnlichen Hebemaſchine mit
einen Kerb od. Kaſten an dem einen Ende zur
Auinabme eined Soldaten. Auch die Belagerten
brauchten dieſe Maſchine, um ſchwere Maſſen ſenk⸗
recht auf die Feinde u. Deren Eturmbod zu werfen.
D) Eine meientlihe Anderung in der Velage⸗
rungelunft brachte Die Erfindungber euere
gefbüge hervor. Man brauchte die Geſchilte
zunächſt, um bie Mauern ber Städte u. Schlöſſer
zu zerirünmern, u. zwang fo bie Qertbeibiger,
tie Wauern durch Erdwälle, been das Geſchütz
weniger ſchadete, zu erſetzen, od. dieſeiben durch
eine Erddecke, wie ſie die Uruſtwehren der Außen⸗
werke u. das Glacis bildete, gegen bie zerſtörenden
Kugeln zu decken. Als man aber das Eeſchütz
zur Vertheidigung ber Feſtnuugen anwendete,
230
Erdaufwürfe zu deden, u. es entitand fo der Angriff
durch die Tranchee od. Sappe. Anfangs war diefer
ziemlich unregelmäßig. Dan grub fi, nachdem
man fich durch Contra- u. Circumvallationen
gedeckt, in einer langen Linie ein, ſicherte deren
Flügel durch Redouten u. legte die erſten Batterien
in dieſelben. Später weiter vorgelegte Batterien
verband man durch Laufgräben mit dieſer Linie,
bante auch dort Redouten, ging im Zichzack od.
Schlangenlinie auf das Glacis vor, dachte jedoch
nicht an Verbindung derſelben. Die Türken wen-
beten bie Erbmalge an. Sie gruben ſich nämlich,
jo vor Kandia, in einer bebeutenben Entfernung
von ber Feſtung u. in großer Ausbehnung in ber
Dreite, gleich einer Parallele, in die Erde ein u.
warfen Die Erde nach ber Feftung zu auf. Später
gingen fie nun, indem fie bie Erbe immer als
Dedung von fih vorwärts meiter fehaufelten, auf
tie Seftung 106 u. warfen endlich bie gewonnene
Erbe in ben Graben ber —R füllten ihn ſo u.
ſtürmten den Platz. Außer einigen Beiſpielen in
dem niederländiſchen Kriege (1578 vor Deventer,
1592 vor Steenwyh) fanden fie indeſſen, in dieſem
Menichen koftenden u. wenig Verbindung rückwärts
ewährenden, den Ausfällen fehr ausgeletsten Ber-
ahren, Teine Nachahmer. Vauban änderte das
biöberige Verfahren in ber Mitte bes 17. Jahrh.
u. richtete ben Agiiſ auf die im Ganzen noch bis
in die neuere Zeit befolgte Art ein. Beſ. zeichnete
er ſich durch Erfindung der Parallelen aus, bie er
1673 vor Muftricht zuerſt anmwenbete u. inbem er
1697 vor Ath zuerft 3 Parallelen anlegte. Sein
Augriffſyſtem wurde in ben 1. Dritttbeil bes
18. Jahrh. durch Cormontaigne, le Febre u. andere
franzöfiiche Ingenieure berbeifert u. der zu Vaubans
Zeit gewöhnliche Trauchcecavalier durch Haubit-
batterien erfetzt. So iſt es denn ſeit 150 Jahren
geblieben, doch iſt die Kunft bes F. ſeit der Mitte
des vorigen Jahrh., wo ſie die Franzoſen beſ. in
den Niederlanden (1742—45) praltiſch ausübten,
außer einigen großen Belagerungen, ſo von Schweid⸗
nit, Dresden, Gibraltar, Toulon, Mainz, Öaeta,
Danzig, Ciudad Rodrigo, Badajoz, Saragoffa ı.
einiger anderer [panijcher Feftungen, Antwerpen ıc.,
jelten praftiih angemenbet worden. Neu war nur
bie Bertheidigung ber inneren Stadt in Saragofja
u. einiger anderer jraniiher Städte 1808—13,
benn felbft der Angriff der Franzoſen auf Die
Citadelle von Antwerpen u. der brüsquirte Angriff
von Gonftantine, bat nichts Neues gebracht; bie
Bertheidigungen von Siliftria u. Sebaftopel im
legten ui »tiirfifchen Seriege aber haben ven
glänzenden Beweis geliefert, Daß die bei Weiten
ſtärlſte Vertheidigung einer Feſtung in ber ener⸗
giſchen Verwendung ihrer altiven Streitmittel liegt
u. wenn bei ihnen auch kein neues Syſtem des
Angriffe zur Anwendung kam, fo iſt es doch möglich
geweien mandherlei Erfahrungen zu machen u. zu
erkennen, daß das alte Syftein ber Belagerungen
dem heutigen Stante der Hilfsmittel nicht mehr
entipricht. Vgl. über ben F. der Alten: Aueas
Tattitos, ZTolıoepxnrıxa (ſ. u. Aneas 3), Die Werte
von Onoſander u. Begetius (f. b.), fo wie Heron,
Bilonoiixe, u. Philon, /Tepl Belonorixwr (|. b.);
tipfius, Poliorceticon libri V., im 3. Bde. fei-
ner Werle; Folard, De l’attaque et de la de-
fense des places des anciennes, im 3. Vde.
Feſtungskrieg bis Fete
wurden die Belagerer genöthigt, ſich ebenfalls durch |
bed Abrégé des commentaires de
l’histoire de Polybe; Köchly u. R
chiſche Kriegsschriftfteller, 1. Bd. Lpz
den 5. der Neuern: Bauban, Mem.
d’instruction dans la condaite et
fense des places, Leyd. 1740, deutſi
u. von G. A. von Blair, Bel m
Bauban, Trait€ de sieges, Berl.
Potsd. 1747; le Blond, Eldments ı
des sieges, Par. 1743; Bauban, ”
defense des places, berausgegebe
Par. 1795; de B. (Bousmarb’s), E
la fortification, Pattaque et la ı
places, Berl. 1798, beutich, von Koi
2 Bbe., 3. Br. als Fortfegung deutſch
zell, nebft einem Anhang über bie Bel
Werke nad Noizet de St. Paul, Heil
Defien Memorial de Cormontaign
taque des places etc., Berl. 1603;
ber Bertheitigung fefter Pläge, am
zöfiichen überſetzt von R. von L., 1816
Befeſtigungskunſt, begründet auf Ar
theidigung, Berl. 1832; Aſter, D
geftungefriege, Dresd. 1835; Augoy
ertbeidigung feter Pläte, Verl. 18
Geſchichte der beftändigen Befeſtigungs
Lpz. 1854; Sonntag, Der Feftungel
ber neuften Sriegfilßrung.
Feflungsftrafe, 1) in einigen St
Arreſt auf einer Feſtung GSeſtungsau
Verbrecher von gewiſſem Stande ſu
hausſtrafe u. Jeſtungsbauſtrafe, zu
brecher niederen Standes verurtheilt
ben. Sie ſteigt von 3 Monaten bie a
Meift haben die Gefangenen Erlaubn!
Stunden innerbalb beſtimmter Gre
zu geben; fie genießen auch wohl n
noch größere Freiheiten. Sie wir
Gefangene Miene macht, zu entip
gänglines Einſchließen u. bärteren %
2) Die Strafe, weldhe zum Seftungeh
Gefangene (f. Baugefangene) erleibe
eftungsiverke, j. u. Feſtung.
seitus, 1) Borcius, Yaubpflege
folgte dem Felix im Amte; er ließ t
Apoftel Paulus nad) Rom abführen. 1
Verwandter bes Bitellius, Legat d
C. Calpurnius Pilo in Afrika; ließ d
er nach dem Throne getrachtet, td
während des Krieges zwifchen Bitellin
ftet8 ber fiegenden Partei. 3) Sert
jus, römiſcher Grammatiker von
wahrſcheinlich aus der ſpäteren Kail
einen Auszug aus dem Buche bes Ui
De signilicatione verborum mad
wert ift verloren gegangen, auch Die ı
Auszugs des F., doch ift ein aus [ch
ter noch kürzerer Auszug des Bau
(f. d.) noch ganz vorhanden. Herau
Auszüge zuerſt Dlail. 1471, Fol,
Par. 1651, Elerc, Amft. 1699, Otfr.
1839. 4) |. Avienus.
Fetahil, ein Mittelweſen im gnof
der Johannisjünger, welches entfta
der Geiſt des Lichtreichs in dem
ſpiegelte, u. das die Sternengeiſter
tanbrunnen, Sauerbrunnen
öte (fr., ſpr. Fehi). fo v. io. Fi
Belfa bis Feto
231
kete, türl.), 1) a6 Urtheil Bea “Diuftt , u. ber äſthetiichen Grundgeſetze ber Diufil gerichtet
ten Rechtefällen, 2) tie Belräftiguug ı
ils durch den Großrezier. Dergleichen
na gefammelt, fie gelten neben dem Ko⸗
rab sc. als Geſetzbuch. Petfa-&mini, Der
tb u. Gebülie bes Mufti, melcher ter
ſtebt, mo die 7%. autgefertigt merken.
uttib), 1) 3. Ali, ſo v. w. Fathi Kban..
ſthan, Verbündeter Tamaſps u. 1720
Schah Bertreiber der Afghanen aus
d. (Geſch.). 8) 3. Ali @ah, geb. 1752,
erfiihen Königs Aga Mubamnied⸗Kban,
von Edirad u. nad feines Oheims
11795 828 König von Perflen; iiber
ung. Perfien (Geſch.).
), Stabt in ber Grafſchaft Tipperarv
Provinz Munfter, bei Caihel; 2900 Em.
Sominico, mit bem Beinamen Mau:
b. 1559 in Rom, Siftorienntaler, biltete
@igeli, begleitete feinen Gönner, ten
henzaga, nach Dlantua, wo er bei. Giulio
intirte. Colorit kräftig, mit dunkeln
ef. 1624 in Benedig. F. ſchuf in feinem
meine große Anzabl von Gemälden, von
min tafı allen größeren &ullerıen einige
m Drestener Muſeum: Die Rüclebr
men Schnee u. andere nach ben Gleich⸗
ſti gemalte Bilder, Der beil. Sebaſtian,
x ber heil. Agnes; in ter Muünchener
: Tankreb, Herminia; im veuvre: Tao
(geitchen ven Xbomalfin, Zcotin u.
sie Melancholie, Der Schutzengel (geſio⸗
upeiue /.
z, von Ruma od. erſt von Aucus Mar
m eingeſetztes, aus 20 Mitgliedern be:
rieftercollegium, deilen Vorſteher l'a-
atus bieß; tie F. wurden aus ten vor-
amilien gemäblt u. batten Kriege anzu—
Frieden abzuichliegen. Wenn Das RC
von einem anderen Beifbelcidigt worden
3 eine Deputation von (gewöhnlich vier:
Arenze des Landes Lejielten u. ferkerte
ng, u. wenn dieſe binnen 30 Tagen
em war, fo kundigten fie feierlich teu
nbem fie eine Yanze in das feinbliche Ge
ı (Clarıgatio). Später, als bie
ı weit waren, geſchah tiefe Ceremenie
ber Bellona in Ron. Bei Friedens
‚achtete ter Pater patratus eın Zchn ein
iem Diefier u. marf dann daſſelbe mit
as über den Friedensbrecher weg. Zum
r Unzerleglichleit trugen die F. das Sap-
ge Kräuter, welche auf tem Kapitelinm
waren, in den Hänben od. un die Schläie.
Borgebirg u. Hafen am Gingange des
Bolo an ber Sftlüfte von Wittelgrie-
(o. fr.), 1) Einem Feten geben; 2)
mertfamfeiten erweifen.
I) Srancois Joſephe, geb. 1754 zu
Jelgien, fam 1500 ins Couſervatorium
wurde Boieldieus Schiller im Klavier⸗
kegab er ſich auf Reiſen nach Deutſchlaud
am bie muſitaliſche Production in beiten
ber lennen zu leinen. Durch eine reiche
06 ber Gorge für feinen Uuterbalt
lebte er gang feiner Neigung, welche
e anf bie Erforihung der Gedichte
war. Der tbeilweile Verluft ſeines Vermögens be-
ſtinunte ibn, ſich 1811 im eine einfame Gegend in
ten Ardennen zurüdzuzieben, wo er feine philo⸗
ſephiſch⸗muſikaliſchen Studien ſortſetzte. Drei
Jabre ſpäter nabm er eine Stelle als Urganift u.
Profeſſor an der Mniikicbute zu Douav an u. wurte
1818 Proieſſer am Conſervaterium zu Paris, mo
er jeiner neuen Unterrihtsmetbote Bahn brach ır.
1827 die Revue musicale gründete; feine ſoge⸗
nannten Sifteriihen Concerte, ın denen einzelne
Stücke aus verfchiebenen Pericten ber Diujilge-
jhisbre anigefübre u. nebenbei Borlelungen gebalten
wurden, janten in England u. Deutichland Nach-
abmnng u. Boifall. Außerdem befaßte er ſich mit ber
muſilaliſchen Cempoſition für Pas Theater u. Zn»
frumentalconcerte, Doch hatten feine Opern keinen
bauernten Erfolg. 1533 ging F. ald Qapellmeifter
des Nönigs u. Tirecter des Cenſervateriums nach
Brüſſel, in welcher Stellung er einen fegensreichen
Einfluß auf die Hebung bes muſilaliſchen Geſchmacks
ausübte. Er ſchr. u. a: Alcıhode diementaire
«d’harmonie, Bar. 1824; Traite de la fugrere, ebd.
1225; Traite de 'nccompagnement de la par-
tition, ebd. 1329; Solfeges progressifs. ebd. 1327;
(QJuels ont et# les meriten des Neerlandais
dans la musique, Amft. 1929 : Breisichriit, La
musique mise à la portee de tout lo monde.
Bar. 1530; Biographie universelle des musi-
viens et bibliographie generale de lamusiqgne,
Krüſi. 1323441, 5 Bde.: Manuel des principes
de musine, ebd. I847; Traite du chant en
choeur, ebd. 1337; Manuel des jeunes compo-
sueurs, Par. 1324; ſetzte Sumpbenien, Meften,
Cantaten ac. u. 7 Üpern, ven denen L’amant et
le marı ıı. 1,a vierlle Die bekaunteſten find. 2) Eb,,
Sehn tee Bor., geb. 1516 in Bouvignes, zmeiter
Ribliotbelar an Der Staatsebibliothet in Brüſſel,
Mitglied Der beigifchen Alatemie u. Kuuftlritiler
ter Independanee.
Fetiſchismus (ven dem nad dem nigritifchen
Norte Feitico, ein Jauberding, gebildeten portu⸗
giejiichen Fetisso, etwas Gebeimnißvolles, Magi⸗
ſcdes, Bezaubertesö, Die Art Des religiöſen Cultus,
ſinnuliche Gegeufiäude, Fetiſche, anzubeten, welche
dem Menſchen durch ihre Nähe od. Berübrung
MNachtheil u. Schaden, od. Segen u. Bortbeil
bringen. Der F. ift die niedrigſte Stufe ber hiſto⸗
riſchen Religienen u. lommt nur bei ganz rohen
Böllern, namentlich in Alrila, vor. Es gibt na⸗
türliche u. künſtliche Fetiſche, 3. B. Theile
ven Pilanzen u. Thieren, als Felle, Federn, Klauen,
Steine, Klöpe, Pfähle ıc. Die Fdetiſchdiener pflegen
zwar ihre Fetiſche nach ihrer Weiſe gut durch Speiſe
u. Trank; wenu dieſelben ihnen aber nicht ihren
Willen thun, fo mißhandeln fie fie auch, werfen fie
auch weg u. zerſchlagen fie. Der Name F. kam
durch Breoſſes (Du culte des dienx fetiches,
Dijen 1760, deutſch ven Pifteriue, Stralf. 1785)
in bie Religionsgeichichte.
Fetislan, Statt im türkiſch⸗ſerbiſchen Bezirk
Paſſarowitz, an ber Donau, nabe am eiſernen Thor,
mit liberreften einer von Trajan erbauten Brüde.
Wetlar, eine ber norböftlichen Shetlands⸗Infeln
Norkofttüfte von Schottland: ; Eiſen, Kupfer, Ziun,
Viineralquellen; 300 Gm.
Feto, Borgebirg der Weſiküſte ber ficififchen
Provinz Zrapani, nordweſtlich bei Mayara.
232
Fett, f. Kette.
Fett, 1) von Gewächſen faftig; ©) reichlichen
Dünger od. pflanzenernäbrende eheite bei ſich ba»
bend; 8) dick, breit, daher ein fetter Bug; ein fetter
Binfel, ein fett gehaltenes @emälde, in welchem bie
Karben reichlich aufgetragen find.
ettammer , Bogel, 1) fo v. w. Gartenammer;
2) jo v. w. Zaunammer.
Fettan (Bettan, romaniſch Vtan u. Vtann),
reformirtes Pfarrdorf im Bezirk Inn des Schweizer»
cantong Graubündten, 5070 Fuß Über dem Meere;
500 Ew. In der Nähe die Valpuzzaſchlucht mit
einem Sauerbrunnen u. einer Tropfſteinhöhle.
ttäther, f. u. Fettſäure.
ettbälge, die Balgtrilien in ber Haut.
ettbafen (Cbem.), organiiche, fticftofffreie
Bajen, melche in Berbintung mit ben fogenannten
fetten Säuren bie Kette bilden; fie find meiſt noch
nicht ijolirt dargeſtellt worden; ſondern nur in Ver⸗
bintung mit Säuren od. al8 Hydrate befannt, in»
dem fie, durch eine ftärfere Baſis aus den Fetten
auegeidhieben, fogleih durch Wafferaufnahme in
das Hybdrat übergeben. In biefem Zuftande haben
fie ihre baflicden Eigenichaften verloren u. können
fih nicht od. höchſt ſchwierig u. nur unter Wafler-
abgabe wieder mit ben fetten Säuren zu fetten
vereinigen. Die am bäufigften als bafiiher Be⸗
ſtandibeil der natürlichen Fette auftretende Fett⸗
bafig ift das Glycervloxyd (Xipyloryd); im Wall-
ratb finder ſich das Cetyloryd, im Vienenwachs
das Dieliffiloryb u. im chineſiſchen Wade das Cero⸗
tyloryd.
Fettbol, Mineral von brauner Farbe, findet
fih in verben Stücken; bat ebenen bis flachmuſch⸗
ligen Bruch, ift ſehr weich u. undurchſichtig u. fühlt
ſich fettig an; fein ſpecifiſches Gewicht iſt 2,2; es
beſteht aus kieſelſanrem Eijenoryd u. Waſſer. Fund⸗
ort: Halsbrüde bei Freiberg in Sachſen.
Fettbruch (Steatocele, Chir.), falſcher Bruch,
ſ. Bruch 2) A), durch ſpeckartige Maſſen gebildet.
Fettdruͤſe, Drüſe, welche die Vögel am Ente
des Rückens haben u. worin fih ein DI famnıelt,
welches fie zum Einjchmieren der Federn brauchen ;
mein fie fich verftopft, entfteht tie Darrſucht, ſ. d. 3).
Fette, I (Chem.), im Thier- u. Bflanzenreiche
ſehr verbreitete, ftidftofffreie, tohlenftoffreiche Ver⸗
bindungen ber fetten Säuren (ſ. d.) mit eigenthüm⸗
lichen organifchen Bajen, ben fogenannten Fettba⸗
fen (j. d.). Im reinen Zuftande find fie weiß, durch⸗
iheinend, ohne Geruch u. Geihmad, ohne Neaction
auf Bflanzenfarben, bei gemöhnliher Temperatur
bart (Talg), weih (Butter, Schmalz) op.
flüſſig (fette Ole, Thran); durch flarle Ab-
tüblung, bei. der altobolifchen Löfung, können fie
in weißen glänzenden Schuppen od. Blättchen er-
halten werden. Eie find unlöslih in Wafler u.
ſpecifiſch Leichter als biefes, LB8I ch in Alkohol, Arber,
ätherifchen fen u. Schwefelloihlenftoff, werbrennen
mit leuchtender Flamme, befigen eine eigenthüm⸗
lihe Schlüpfrigfeit u. verurjachen auf Papier od.
Beug eiuen burchjcheinenden Fleden, welcher durch
Ermwärmen nicht verſchwindet (Unterſchied von ben
ätheriichen Olen); fie finb nur im luftleeren Raum
tbeilweis ohne Zerlegung beftillirbar. Sie abfor-
biren den Sauerſtoff aus ber Luft u. fönnen, wenn
fie ſehr vertheilt find, fo viel in ſich aufnehmen,
daß fie fih entzünden; biefer Fall tritt — ein,
per @-"e op. Baumwolle, welche zum Abwiſchen
Fett Bis
verſteht man aber unter
Bette
von Fett an Mafhinentheilen gedient
Zeit an der Luft liegt. Hierdurch find
fah Brandunglüde in Fabriken entf
ber trodenen Deftillation liefern bie F
der F., theils fettartige u. brenzliche Pr
bei gewöhnlicher Temperatur flüffigen
Akcol od. Akrolein u. eine Reihe Kohle
Werben fie plößlich ſtark erhigt, fo ı
Kohlenwaſſerſtoffe u. eine theerartige
tbeer), welche in der Thierheillunde unteı
Philoſophenöl (Oleum philosoph
wendet wird; auf glühende Körper gebr
fie ſich in Kohlenoxyd u. ölbilpendes G
beruht die Anmendung des Fettes zur
des Leuchtgaſes, f.u. Gasbeleuchtuug. A
in bei Weitem ven meiſten Fetten, ıı
bafis das Yipyloryd (Ofycerylogyb, =
auf, deflen Hybrat das Glycerin, =
if. Bon dert fetten Säuren fomnten ı
Margarinfäure, Stearinfäure u. Ole
welche in wenig Fetten ganz feblen n
relative Dienge bie feftere od. flüffige
derſelben bedingen. Die bei gewöhnlich
tur feften %. hat man im Allgemeinen
genannt, die fliifigen dagegen Dtei
tearin Das
licher Temperatur fefte flearinfaure Liy
ches in vielen Thierfetten vorfommt,
| aber oleinfaures Xipyloryd, das flilifig
Thierfette u. Pflanzendle. Manche
an ber Yuft zu einer "fen Maſſe, bie
trodnende Ole; andere trocknen
beißen nihttrodnende od. fette
felfäure in geringer Menge verurfacht i
die Bildung von GElycerinſchwefelſäu
jheidung der fetten Säuren; in grö
angemenbet, nerbintet fie ſich auch mit
zu neuen Körpern, welche Durch Wafler
ſäure u. (nach Fremy) in Metamargaı
margaritin-, Hodromargarin⸗, Metole
leinfäure zerfallen. Der Schwefeliäurt
fih übrigens zum Reinigen der 5. (f.
Salpeterfäure wirft im verbinnten
Schmefeljäure; concentrirte erbigt fid
jo daß bisweilen Entzündung eintritt. ı
u. Jod zerjeßen Die $., Phosphor, Zd
ien löſen fi ohne Veränderung darin
unorganiſche Bajen zerlegen bie 5. in
fi dieſelben mit ber fetten Säure ver
— frei machen; bie entſtanden
alze nennt man Seifen, Pflaftı
Bafis Bleioryd ift. In Der Regel erfo
feifung leicht durch Kochen bes Fett
wäfferigen Löſung von Ätzkali, zumeil
aber eine altoholijche Löfung anwenden,
feifung vollftänbig zu bewirten, z. B.
teötentett: od, mit Kali ſchmelzen, wie
cin. Einige F. können nicht verfeift r
nennt fie daher unverfeifbare F. D
werben ber %. berubt auf einer tbei
fegung derſelben in Bettfäure u. Gly
Proceß wird in der Kegel burch fi z
buminöfe Materien eingeleitet, welche
balten, u. gibt fich durch einen unangı
ruch u. kratzenden Geſchmack zu erl
Zerlegung der %. in Säure u. Baſi
durch —2*— paufreatifhen Saft u.
| Betten durch überhigten Waflerbampf |
Kette
233
M. A) Im Filangenreiche find tie | nem Zuder gefüttert werben, Mache zu erzengen
itet, gewẽhnulich finden fie ſich in ge
ntbeilen angebänft, bei. in den Zus
te bei den Truciieren, Urticeen, Pa—
Imygtaleen, zumeilen im Fleiſch Der
kei ben Oleracecn, feltener in Den
te ſind theils flüſſig, tbeils feſt; am
ten ſich Margarin, Olein u. Tlin.
et find auch Lie Wachsarten im Pflan⸗-
ſtebt 3. 8. ber Überzug der fogenanıt |
Pilanzen aus feinen Wachékörnchen,
eſentlicher Veſtaudtheil des Norles u.
6, ſowie maucher Milchſäfte. Einige
alten je viel Wache, Daß man es im
ſchieden, ebenfomwenig die Bilbungeftätte ber
is gewinnt: es ſcheint aber nicht mit '
achs identiſch zu Sein. Aber Die Ail-
wſielogiiche Bedeutung Der F in den
ur wenig bekannt; fie entſteben wabr⸗
lo aus Koblenhodraten, theils aus
n u. ſcheinen bei ter Keimung eine
e zu spielen, wie Das Stärkemebl.
rreich. Wichtiger als für das Yeben
find vie 5%. fir den tbieriichen Orga⸗
e finden fie fich, theils in SJellen ein⸗
eile frei, in allen feften u. flüſſigen
nasweilt ift dae Fett im Bindegewebe
ı Panniculus adiposus ber Haut,
auchbẽelble, in den Angenböhlen, am
en Fuß'ieblen u. den inneren Flächen
ı Die ANieren, in den weiblichen Bril-
enmartx. Von Den tbierilchen Flüſ⸗
m fettreichſien die Eiflilffigfeit, die
Fiter, dann der Cbylus, am ärmften
ig Tertfrei ift normaler Harn. Wäb⸗
beit ift ber Organiomus meift reich '
e mit eintretender Geſchlechtoeĩunction
höheren Mannesalter findet wieder
e Fettablagerung ſtatt, u eiſt im hehen
windet es wieder. Der weibliche Or⸗
meit reicher au Fett, ald der männ⸗
ſchen die runderen Formen bes weib⸗
5 binteuten. Von Einfluß anf Die
n thieriſchen Körper ift ferner die Ge:
Rusteltbätigleit, welche der Junabme
serlich ſind; daber werden angeftrengte
bei reihlicher Nahrung mager, auch
dem Dlaftvieh beehalb wenig Me:
patbologiicyen Zuſtänden finten Fett⸗
bei. in ber Teber, Milz u. ten Nieren,
m gelähmten Diuskeln ıc. ſtatt; Lei
ſich eine bebeutente Vermehrung des
ıte. Ein großer Theil des im tbieri-
mus angebäuften Fettes rührt direct
⁊, ſei es vegetabilticher ot. animali⸗
g her. In neuerer Zeit find, nament⸗
as, Bouffinganlt u. Liebig, zur Be⸗
er Frage zahlreiche Verſuche angeſtellt
36 burdh Die Nabrung anfgenemmene
‚ ten tbieriichen Körper binreichend
wgen, cd. ob in demielben auch aus
angeftoffen Bett erzeugt würte. ſtran⸗
er glaubten aus ihren Verſuchen das
men zu miüflen, wäbrend fich Viebig
e für die Anficht entichieben,, daß eine
— in Feit ſtattſinde, wofilr auch bei.
IM „Gundelach u. And. ſprachen,
vergeht, def Bienen, weiche mit rei⸗
|
|
anderer in ten Okganiemus ge⸗
im Ztante fint, n. durch wiederholte Berfuche auch
an anderen Tbieren bat ınan fich zur Genüge über»
zeugt, daß unter Umſtänden auch fett innerhalb
Des tbhieriſchen Organismus gebiltet werde. Aber
melde Stefie vorzugsweije im Stande find, fi in
Fett umzuwandeln, ıft noch nicht acc ent⸗
. im
X rganianmına mit Beftinimtbeit ernuttelt; turch zahle
reihe Beobachtungen ift es aber höchſt wabrſchein⸗
lich gemacht worden, daß bie Kohlenhydrate (Zucker,
E:tärtemebl ac.) u. Proteinfubftanzen (Eiweiß ıc.)
einen weſentlichen Antbeil ander Fettbildung nebmen,
ja, daß fie vielleicht allein in Berübrung mit tbie-
rischen Säften in Fett umgewandelt merken können.
Tie Reiorption der mit der Nabrung aufgenunts
menen F. erfolgt bauptfählich durch bie Chylue⸗
gefäße, jedoch nebmen auch bie Blutcapillaren
einen Zbeil befieiten auf. Der Nuten, ben das
Fett für ben tbieriihen Organiemus bat, ift ein
vielfacher: es dient einestbeils zur Ausfüllung ber
Zwiſchenräume, welche die Muskeln, Knochen, Ge⸗
ſfäße u. Nerven Übrig laſſen, bewirkt eine größere
Beweglichkeit Der einzelnen Organe u. Organen
tbeile u. gibt dem ganzen Körper Rundnung, andern⸗
tbeils ſchützt es, als ſchlechter Wärmeleiter, den
Körper vor zu großer Wärme u. Kälte u. erbält in
temfeiben immer eine gleichmäßige Temperatur.
Ben großem Einfluß iſt Das Fett bei der Bildung
ter Zellen u. Gewebe u. liefert durch feine langſame
Orxydatien einen weientliden Meitrıg zur Ent⸗
widelung ber tbieriichen Wärme; ea nimmt Antbeif
an der Gallenbildung n. ift iiberhaupt einer der
tbätiaften Vermittler ter thieriichen Stoffmeta⸗
morpheſe.
III. (Technol.“ Die F. dienen zu mancherlei
Zwegen: ale Nabrungemittel, zur Beleuchtung
als Xi in Yampen u. ale Kerzen, zur Fabrilation
ron Leuchtgas, zur Bereitung ven Zeilen u. Pfla⸗
ftern, von Zrurteridieärze 1. irniffen, im der
‘Malerei, zu Maſchinenſchiniere ac. Zu ibrer Ges
winnung muß man die Zellen, in beuen fie eine
neichlejien find, zerinrengen; Dies geſchieht bei den
Pilanzenietten Durch Drud von Preiien u. Stampfe
müblen. Gewöbhnlich trodner man erft bie Pilnnzene
tbeile ır. preiit fie dann bei möglichfi niederer Tem⸗
peratur aus; das erhaltene UI läßt man durch
rubiges Stehen ich Nären, wobei ſchleimige u. albu⸗
minöſe Steffe mit dem Waſſer zu Moden ſinken.
Am Rücſtand (Olkuchen) if noch viel freit ent⸗
baften, man benutzt ibn mit Vortheil zur Vieh⸗
fiüütterung, bier n. ba auch zur Brodbereitung. Ge⸗
wöhnlich bedient man ſich der Schwefeliänre zur
Reinigung der Pflanzenöle: man miſcht 1—2 Proc.
davon mit dem erwärmten XI, ſchüttelt es mit
warmem Waſſer, dann mit eımas Kallkwaſſer u.
läßt es einige Tage leben, bis ſich das DI aeflärt
bat. Dann kann man es noch, wenn man e& farbe
los erbalten will, Durch Lbierfeble filtriven. Zur
Reinigung von Perndt bat man auch Gifenvitriof
vorgeſchlagen. Von Pflamendten finden befonters
Das veinöl, DTliveneẽl, Rapsöl, Dantelöi, Kobl⸗
ſaatöl, Senföl, Erd mandelẽl, Ricinusẽhen. Nußöl
Anwendung; von ſeſten Pflauzenfetten fonınen wor:
Cacaobutter, Balımbutter, Muskatbutter, Cocoe⸗
talg, Sheabutter (dient in Weſtafrika ſtatt der Kuh⸗
butter), Lorbeerol, chineſiſcher Pflanzentalg (vom
Stillingia sebifera ; in China bereitet man daraus
234 Kette bie
Lichte) 2c. Diele feften %. gewinnt man durch Aus⸗
prefien unter Erwärmen od. Durch Auskochen mit
Daffer. Die thieriſchen F. werben meift durch Zer⸗
Hleinerung bes Zellgewebes u. Ausjchmelzen ge-
mwonnen; auch bier wentet man Echmefelfäure an,
welche das Ausſchmelzen außerordentlich erleichtert,
doch muß man ſehr vorſichtig dabei verfahren, weil
man durch zu viel Schwefelſäure einen leichtflüſſi—
gen Zalg erhält, ber zur Tichtfabrilatien weniger
—8— Hi Bei manchen Fetten, 3. B. Leberthran,
genügt ſchon ein bloſes Ausprefien.
Kette (Baul.), fo v. w. Dachfette. Daber Zet-
tendach, ſo v. w. Italieniſches Dad.
Seite Henne, die Pflanzengattung Sebum
(f. d.), bei. Sedum Telephium. Daher #ette-
Vennenfalter, Schinetterling, Art des Argusfalter,
f.d. A) a) cc).
Bette Säuren (Bettfäuren, Lipogene Säu-
ren), alle fette befteben aus einer Verbindung von
Lipyloryb mit Säuren; die Stearin-, Margariit-
u. Dl- (Dlein-) fäure find die am häufigften vor-
kommenden biefer Säuren. Man erhält viele Kör-
per, die man mit bem Namen ber Fen ©. bezeich⸗
net, durch Berfeifung ber Fette mit Kali od. Natron
u. Berfeung ber entftandenen Kali» od. Ratron-
verbinbungen mit verbinnten Säuren. Durd
Preffen ſucht man bie flüſſigen fn ©. von ven
feften zu trennen u. reinigt bie leßteren durch
öftere® Kochen mit heißem Allobol. Man theilt
bie fen ©. ein in flüchtige u. fefte; Die flüchtigen
find bei gewöhnlicher Temperatur tropfbar flülfig,
farblos, haben einen intenfiven Geruch u. Ge⸗
ſchmack, find 1ö8lich in Waſſer, Allohol u. Ather u.
laſſen ſich unzerſetzt beftilliren; bie feften f-n ©.
find bei gewöhnlicher Temperatur fe, weiß, kry⸗
ſtalliniſch, unlöslich in Waſſer, löslich in kochendem
Alkohol u. in Ather; in der Hitze ſchmelzen fie u.
laſſen fi nur im Iuftleeren Raume unzerſetzt beftil-
liren. Alle fen S. baben das Eigenthilmliche, daß
ihre Hydrate als Körper zu betrachten find, in denen
4 At. Sauerfloff mit einem dem Slbildenden Gaſe
golymeren Koblenwaflerfieff (Cn Hn) verbunden
find. Die bis jetzt befannten Säuren biefer Gruppe
find: a) Flüchtige f. SE.: Ameifenfäure = Ca He
+ O4, Eifigiäure = Ca Ha + Os, Metacetonfäure
— Cs Hs + Os, Butterfüure = Ca Hs + Os,
Baltrianfäure = (10 Hıo + O4, Capronſäure
== (12 Hı2 + Os, Onantbfäure= Cıa Hs + Os,
Kaprulfäure = Cie Hıs + O4, Belargenfäure ===
Cis Hıs + Os, Caprinfäure = Cao H2o + Os;
b) Feſte f. S.: Margaritinfäure == Ca3 H22 + O1,
Sauroftearinfäure = Caa H2a + Os, Cocinſäure
= (36 Has + Os, Moriftinfäure= Cas IIas 4. Os,
Setinfäure = Cso IIso + Os, PBalmitinfänre —
Usa Hss + Os, Margarinfäure= Cs Hsa + O4,
Etearinjäure = Css Ilse + Os, Bebenfäure —
Cas IIa2 + Os, Cerotinfäure = C5ı H54 + Os,
Meliifinfäure = Cso Hso + O4. Mit ter Zu.
nahme des Atomgemichts diefer Säuren fteigt ber
Siedepunkt, u. zwar aufje 2At. CH um 19" (Kopp),
ferner find die mit geringerem Atonıgewicht bei ge«
möbnliher Temperatur flülfig, mährend fie mit
Zunahme deſſelben bidflüffig, weich, ſchmierig u.
aulegt feit werten. In Bezug auf ihre chemiſche
Conſtitition laſſen fie fich al8 mit den Alloholrati-
calen gepaarte Oralſauren anjehen; fo z. B.: Eifig-
fäure = Ca O3 + Ca Hs + HO (Metbyl-Tral-
füure + Waſſer), Metacetonfäure — Ca O5 +
Fettgand
Cı Hs + HO (Atbyl- Cralfäure +
Außer den genannten Säuren bat m
Heine Anzahl Säuren unter bem Wamıeı
Fettfäuren zufummengefaßt; ihre
jegung ift verfchieben von der ber feiten
Bettfäuren, fie nähern ſich denſelben jet
phufitaliichen u. chemiſchen Eigenſch
rechnet zu ihnen: Damalurfäure = (
Damoljänre= Cæs H24 Os, Olfäure
Döglingfäure = Css Hse Oa u. Eruca
ölfäure) = Car Has O4.
Beer Sonntag , fo v. w. Feifter
ette Schriften (Schriftg.), Schr
fih durch bie größere Breite der ru
ben gewöhnlichen magern Schriften be
bes auszeichnen. Iſt der Unterjchieb
fetten u. magern Schrift nicht fehr aı
nennt man erftere balbfett. Eine ei
fetten u. halbfetten Schrift ift Die Egypı
Fette Zeichen (Aſtrol.), bie erfte
bes Widders, Stiers u. Löwen.
Fettfedern, bein Geflügel vie Fed
bem Hintern, welche angeblich ausger
müſſen, wenn ſich Maſtvoögel gut müßt
Fettfell, 1) (Pinguccula), Hein
gelbe, linjengreße Anjchwellung in be
tes Auges, bie ohne weitere Beſchwerde
lang dauert, doch durch das Mefler
losgefhält werden kann; 2) Tele, ı
Settigleit zwifchen Haut u. Fleiſch, lal
gut zu Bergament verarbeiten.
ettfiede. ſ. u. Fleckausmachen.
ettfloffen (Zettfinnen), ſ. u. Flof
ettflofjenwelfe (Mystus Artedi
außer ber ftrahligen Rüdenfloffe ned «
baben; bazu die Gattungen: a) P
(.2); D Bagre, f. u. Pimelode:
(Synodontis Cuv.), nadt, Schnauze
tere Kinnlade mit zufammengebrüdte
migen Zähnen, auf biegfamen Stielche
afrikaniſchen Gewäffern; Art: S. clar
Schal) u.2.a.; d) Agenciosus.
Pimelodes gleich, tod chne Bart
Hornwels (A. mılitaris), mit zwei
tem Kopfe u. a.; e) Doras (f. b.).
Be echt ſo v. m. Fettichabe.
ettgans (Aptenodytes Z.),
Zauder (Shwimmodgel); Flügel gaı
Schmungfebern, die Dedfebern wie gel
ſchuppen, Schnabel gerade, ziemlich ı
ſchnabel gegen Die Spike bin etwas h
auf ein Drittel feiner Länge mit Feder
Die Naſenlöcher fteben, von benen Bi
eine Furche läuft; Füße ganz kurz u.
als bei irgend einem anderen Vogel
vorwärts gerichtet, Schwimmfüße br
Schwanz; lebt gefellig im Silpmeer, €
ins ofjene Meer (oft 100 Meilen), ru
ten Flügeln, ıft Bid an ben Hals im |
aufs Yand nur um zu niften, wirb febı
gattungen: a) Betttaucher (Aytenod
Schnabel lang, düun, zugeſpitzt, bie
befietert, mit einer Furche nach be
Art: Großer Ketttauder (A. p
ſchaarenweiſe Auf den Falllaudoiuſeln
u. Dal., von der Größe ciner Gans, Ge
ſchwarz, von einer citronengellen Liul
tie dadurch ſchön ausſehende Halthe⸗
Fettgar bis Fettuogel
u. bgl.; bis 30 Pſd. ſchwer, ſchiefer⸗
235
ber ſchweren Metalle biſden unlseliche Verbindungen.
weiß, Fleiſch ſchwarz, tech efbar: | Der Bettfäureätber (Acttfaured Atbolorvd, Ca 115
Catarrhactes Brisson), Zcnabel | O + Cıo His Os, bilver eine dlige, farklefe Ktifig-
slammengetrüdt, fpitig, vorn etmas
ſtaſenfurche geht nicht bis zum Rande; '
Jaarige — (Springende F.,
na), chen ſchwarz, unten weiß, an |
:8 Hinterkopfes ein weißer ob. gelber .
ringt bieweilen aus tem Waſſer; auf
ı Injeln ber Erte; Größe einer Ente;
in Erklöher, ey Bloffentaucer ;
Briss.), Schnabel gerabe, zufammcn- '
ter Wurzel unregelmäßig geturct, !
vorn hakenförmig; Art: Capſcher
emersus, Aptenodytes deier:n),
unten weiß, Schnabel u. Füße braun,
: Ente, niftet in niebrigen Felſen, be
Flügel bisweilen zum riechen.
Reber, welches mit DI od. Fett ge-
wulft (Bettgewäde, Lipoma, Stea-
Balggeſchwulſt.
ſo v. w. Wurſtgift.
, jetiäbnlicher Glanz eines Minerals.
keit, Die beit — 9" tryſtalliniſch erftarrt, über 100°
fieret u. unverändert überbeftillirt; er riecht ange-
nebm melonenartig.
Fettſchabe, Art Yichtmotte, f. u. Aglofla.
wettichmelzen, fe v. w. Diarrbie bei Pferden.
Be mänziged Schaf, |. u. Schaf.
M Fettſchwefelſaͤude, jo v. w. Glycerinſchwefel⸗
äure.
Gehe „ſo v. m. Elaͤolitb.
ettſtellen, Stellen tes Ackers, mo ſich das
Getreide durch kräftigen Wuchs auszeichnet. Am
meiſten fommen tie F. auf mager gebaltenen Fel⸗
dern, bef. in trodenen Jabren, u. auf Haferfeltern
vor. Urfachen find: es hat ein Düngerhaufen an
biefer Strelle gelegen; ein Hamſter od. Maulmurf
bat daſelbſt gewobnt: in ter tieferen Erdlſchicht ift
- beflerer Boden or. bie Stelle iſt tief aufgelodert
‚ bie tieifte fetthaltende Schicht ter '
serhaut liegenden Lederhaut, f. Haut;
atgeſchwulſt, muttermalähnliche Fett⸗
Haut, angeboren ob. ſpäter entſtanden.
t, ſ. u. Feit.
ſo v. w. Schabkäfer.
ꝛ Die am wenigſten mit erdigen Be—
yermengte, daher wenig Schlacke lie
er, eine weiße Fettmaſſe um ben Darın
kheit, eine Krankheit ber Seidenwür⸗
ber biejelben anfgebunfen werden u. ein
nes ch. gelbliches Anfehen bekemmen.
t, bie Pflanzengattung Pinguicutati. td...
beim Dachſe ein Yoch über Dem Yiter,
mänte mit Kettkrüfen befegt fine ; beim
tder Dachs jeine Schnaugein dieſes Loch.
en, ſo v. w. Labmagen.
nen, Silsermüne, fo v. w. Albus.
en, Knoten, Fadenenden u. andere
a, welche beim Weben in dem Tuche
izen, Pflanzen mit fetten, dicen, ſaf⸗
n, bei. Craffulariaceen, Sedeen, Fi⸗
ſtens Alpengewächſe.
e (Brergölfäunre, Sebaciſche
kcidum sebacicum a. pyroleicum
Hs Os + HO, entflebt neben Ca-
‚aprylfäure Bei
ze, fo wie aller Olſaãure entbaltenten
e bei ber Deftillation erhaltenen Pro⸗
ı mit fiedentem Waller erichöpft, das
kalten Die Eiure in glänzgenten Nadeln
o& Umtfrpfiellifiren werben bie Kroftalle
«u. geihmadios; fie ähneln febr ter
„ Diefe Säure ſchmilzt bei + 127”,
Itmiren u. entwidelt babei einen fehr
om Huſten reizenden Geruch; fie läft
fiedendem Waffer, ſchwer in kalten. -
ver, flädtige u. fette Ole löſen fie leicht
a fie die fettſauren Sale; bie
I8len fich teicht in Waſſer,
(östlich, hie Oxyde
ien bifbet
laliſcher
a Erdſalze
er Deftillation ter |
— — — — — u — —
worden, wodurch ſich die Wurzeln der
mehr ausbreiten fännen.
Fettfucht, 1) (Obesitas), zu häufige Fett⸗
erzeugung, allgemein ch. bef. unter ben Bauch
beden als Aertbauh (Obesitas abıominalis), auf
einer krankhaften Richtung Der Ernährung beru-
bend, veranlaßt Durch eine befentere Anlage, phleg⸗
matiſches Temperament, Unthätigleit Des Körpers
n. Geiſtes, zu vielen Genuß, vorzüglich animaliſcher
Speiſen u. geiſtiger Getränke, vieles Schlafen,
übermäßige Tbätigleit der meiſt auch vergrößerten
Yeber, betrifft am meiſten das ſpätere Mannedalter
u. führe oft zu Waſſerſucht. Mittel dagegen fub:
fleißige Bewegung, kalte Fluß⸗ op. Seebäter, large
Koft, Gewöbnung an vegetabiliiche Nabrung, Waſ⸗
jertrinfen mit eerfiehtigem Zuſatz von Eſſig, fort»
gefenter Gebrauch ven Abfübrungsmitteln, Der Jo⸗
dine, Doch nur unter ärztlicher Hand, bei vormal-
tender Erſchlaffung, Schwäche u. Neigung zu Waſ⸗
ſerſucht ſtärlende Diittel. Die meiften Beripiele von
ungewöhnlicher F. (ſogenannte Fettriefen) hat Eng⸗
land anufzuweiſen (Er. Krigbt, fl. 1750 im 30.
609 engliiche
flanzen
Jabre, mo fund; Eprones, fi.
: 1775, 57 „Jahr alt, wog 649 engliihe Pfund).
Auch kommt Die F. ale Mißbildung bei Kindern
ver (iiber 200 Pfund Gewicht bei Mädchen von
10 — 11 Jabren). 2) Line Kranfheit Der Etuben-
etttaucher, Art ter Fettgans (. D.).
ttteich, Der Teich, in welchen man bie Karpfen
zum völligen Auswachſen bringt.
Fetttheer, Probuct ker trodenen Deſtillatien
der Fette; feine Jufammeniegung ift verſchieden je
nah ter Natur Der Fette u. Der Temperatur, bei
welcher bie Deftillation vorgenommen wurbe, |. u.
ette.
Fettthier, 1) ſo v. w. Klippenthier; 2) ſo v. w.
Fettſchabe, ſ. u. Agloſſa.
ttthon (-Miner.), fo v. m. Bolus.
ttvogel (Hachtpapagai, Steatornis
IIumb.), Gattung ber ſperlingsartigen Vögel, den
Ziegenmellern (Nachtſchwalben) ähnlid;, Schnabel
von halber Ropfslänge, an ten Seiten zufammen-
gebrildt, an der Spige gebogen, obere Kinnlade
Doppelt gesäbnelt, Mund bis hinter die Augen ge-
fpalten, Süße kurz, Klauen glatt; Fraß: bartes
' &efäme; Art: Garipifger $. (St. caripensis),
in Sudamerika im Thale Caripe bei Cumana in
— beſteht in tem Allzufettwerden derſelben.
236 Fettwaaren
ben Deden ber Felſenhöhlen, gefellig, in einer Höhe
von 50— 60 Fuß niftend. Um Johannis werben
die Nefter mit Stangen berabgeftoßen u. das Bruft-
fett zu gutem Speiteöt u. Schmalz benutt, Das
Daraus gewonnene DI heißt Guadbaro-DI, ba
ber Zogel in feinem Baterlande Guacharo heißt,
wie eine ber Höhlen, wo er lebt.
Settwaaren, alle fettige Hanbelsartilel, ale:
Butter, Sped, Thran, Talg, Dle ıc.
Fettwachs (Adipocire, Leihenfett), fet-
tige Suhftanz, melche fich in Leichnamen durch Ein-
wirkung bes Waſſers bildet, fo z. B. wenn man bie
— längere Zeit einem ununterbrochenen Strome
iſchen Waſſers ausſetzt, od. durch längeres Liegen
in feuchter Erde, beſonders bei Anhäuſung mehrer |
Cadaver auf feuchten Kirchhöfen, od. in den Mace⸗
rirtrögen ber Anatomien. Im reinen Zuſſtande iſt
es weiß, burchicheinenb, fettglängend, kryſtalliniſch,
unlösfich in Waſſer, löslich in Ather u. kochendem
Allohol, aus welchem es fi beim Erkalten in try
Irre Blättchen ausicheidet. Es befteht haupt-
ählih aus Dargarinfäure u. andern feften Fett
fäuren, denen etwas Kalk beigemengt ift. Es wurte
zuerft von Fourcroy an einem auf bem Kirchhofe
des innocens in Paris ausgegrabenen Leichname
beobachtet. Vgl. Johnſon, History of the progress
and the present state of anımal chemistry,
Lond. 1803.
Fettwolle, 1) tie feine, bei. weiche, einfchilrige
Wolle der Schafe, bie zum Einfchlag feiner Zeuge
ebraudt wird; 2) Wolle, tie noch ihre natürliche
Fettigteit befitst.
Fettwurſt, Blutwurft, deren Füllung nur menig
Blut u. Fleiſch, aber viel in ziemlich große Stüde
— — Fett entbält. Dazu werten gewöhnlich
er Magen u. die dickſten Gedärme genommen.
fugu, Injel, zur Mentanagruppe gehörig.
otus (lat.), fo v. mw. Foetus, f. Einbryo.
— (türk.), ſo v. w. Fetfa.
eucheres (ſpr. Föſchehr), Sophie, geb. Clarke,
n. And. Dawes, eine Engländerin, ſpäter an ben
Herrn von Feucheres verheirathet, Maitreſſe bes
Prinzen Condé u. nad) Angaben ber Familie Roban
ſchuldig an beffen Tote; fe fl. Ende 1840 in Lon⸗
don u. ihr Nachluß gab 1542 zu einem fcanbalöjen
Precefie Anlaß, f. u. Condé 11).
Feucht, Marttfleden im Lorenzforft im Landge⸗
richt Altdorf des baieriſchen Kreiſes Mittelfranten ;
Weißbierbrauerei, Bienenzucht; 700 Ew.
Feucht, Ialch, geb. 1522 zu Pfullendorf in
Schwaben; fl. 1580 als Weihbiſchof u. Pfarrer
von St. Veit in Bamberg. Seine Schriften fint
größtentheils aſcetiſchen u. polemiſchen Inhalts (ge
gen Ofianter).
art Sagt.) fo v. mw. Feigenblatt.
euchtbret (Buchdr.), Bret non der Größe eines
Papierbogens, auf melde bie Haufen gefeuchteten
Papiers geftellt u. mit bem fie zugebedt werben.
‚ Seuchten, 1) bei der Pulverfabrifation, Wafjer in
bie Stampflödher gießen, in melden Schwefel,
Calpeter u. Koblen geftampft werten; 2) (Jagdw.),
vom Wilde, den Urin laſſen.
Feuchtersleben, Ernſi Freiberr v. F. geb. den 29.
April 1806 in Wien, fiubirte Medicin, wurde 1844
Decan ber mediciniſchen Facultät u. 1847 Vicedire⸗
ter der nediciniſch⸗chirurgiſchen Studien in Wien,
erhielt 1548 unter dem Dinifterium Dobiboff tie
Stelle eines Unterſtaatsſecretüre im Minifterium
bis Fendale
des Unterrichts u. fl. 3. Sept. 1849. Er
bichte, 4. A. Stuttg. 1846; Zur Diäten!
18.4. Wien 1857; Die Gemwißbeit ı 2
Heilkunft, auch unter dem Titel: Arzte u.‘
Wien 1839; Lehrbuch der ärztlichen &
ebd. 1845; Beiträge zur Yiteratur-,
Lebenstheorie, ebd. 1841, 2 he. (Veb
Sämmtliche Werke herausgegeben von |
ebd. 1851 —53, 7 Bde.
Feuchte zeichen, in ber Aftrolegie bie
Wage u. ver Waflermann.
euchtfliege (Tetanocera), Unterg
Gattung Oscinie, |. u. Lippenfliege.
Feu tglied, Jägerausdruck * dat
Glied der Jagdthiere, kei. ber Hirſche
Feuchtigkeit, 1) Waſſer od. wäſſeri
auch Alkohol, ſofern er durch Anhängen
dung mit feſten Stoffen tritt; 2) Diele g
als Eigenichaft an ſich troduer, od. ber‘
fähiger Körper. Das Feuchtwerden tredı
an der Luft berubt auf ter Geneigtbeit, i
ber Luft anzuziehen. Die Feuchtigleit ifl
der gemöhnlichften Zerſtörungsmittel feſt
inbem fie, bef. bei höherer Temperatur, €
ra zur Folge bat, u. bieje wieder
übungen (Schwänmnt, Schimmel, 9
weiche ebenfalls zerfiörend einwirken.
Feuchtigkeitsmeſſer, |. Hygrometen
euchtfafer (Ilydraena), Gattung!
der Walierläfer, ſ. b.
Feuchtkammer, Aufbemabhrungeort'
teten Bapier#, | u. Buchbrucken.
Feuchtſack, beim Wild Harnblafe.
Feu are Landw.), fe v. w.
Feuchtſchwamm, Pilzgattung der!
Hymenonmycetes-Polyporei, mit Der
lius lacrymans.. welce jhimmelartig
Holze der Gebäude entfteben.
Feuchtſpäne, zwei hölzerne Leiften,
der Buchdrucker das Papier faßt u. durch
iebt.
Feuchtwang, 1) Landgericht im baier
Mittelfranken; 5; OM., 15,500 Ew.;
Be darin, an der Sul; Sitz des li
ateiniihe Schule, Hofpital; fertigt Da:
Leder; dabei das Eifenhammerwerl E
2350 Ew.
Feuchtwangen, 1) Konrad v. F.,
auf Burkhard von Schwenten ale .
tes Deutihen Ordens; er nahm 129
der Eroberung von St. Jean d'Acre
dann in Venedig, unterbrüädte 1295
ftand ber heidniſchen Preußen gegen be
ftarb 1297 aufeiner Reife nah Böhmer
2) Siegfried v. F. folgte 1309 auf (
Hobenlobe als Hochmeiſter, verlegte b
bes Ordeus nach Marienburg, eroberte P
u. ſtarb 1312; |. über beide unter Preuß
Feudale (Mehrzahl Feudallay, Lehn,
F.debYiam, Lehneſchuld. F. jus (Beubdatrı
recht. Feudäles litörae, Lehnbrief. Feu
Lehnsſache. Feudalls curla Lehnhof. I
‚ eunla, Lehngeld. Feudalissuccessie. Lehn
dalberrſchaft, jo v. m. Yehneherrichaft. 3
fo v. m. Lehnsivflem. Sendalweſen,
Feudalismnd, Das Streben nach Einführ
baltung bes Lehnsweſens. Seubeitkt, Red
ber fih vorzüglich mit dem Studinm bei
Feudenheim bis Feuerbach 237
teubatität, Lehneverhältnift. Peuball- | fo v. m. Feuerherd; 2) (Schiffem.), Laternen. mit
ten die farholiichen Biſchöſe bei ibrem t welchen die Schiffe des Nachts fignalifiren, daher
tem Bapfte leiften müſſen. Reutata- ! Weuerauffieden, Laternen auihängen; ein Abmiral«
lſaun, ber Belehnie. | ſchiff führe 1 %.; 3) fo v. w. Leuchtthurm u. Feuer⸗
im, Pfarrderf im Amte Ladenburg baak; 4) Fſ. im Holz, eine Art Fäulniß im Holze
Unterrbeintreiles; 2060 Em. der Schiffe, wobei einige Stellen weiß werten u.
n, Piarrdorf bei Erntebrüd in Kreije , dann faulen; das %. im Holze beginnt meiſtens
des preußischen Regierungobezirks | mit rem Fuchſe (j. d.), ten men an ber rothen
025 Em. Farbe u. einem Schwammgeruch im Holze erleunt;
Fendista, Feudorum libri, Feudales 1.), | 5) (Chir.), fo v. w. Brenumittel, ſowohl eigente
rj. ns Juris, ſ. d. I. n) n). Iıhe, f. Kauterien, als Toptea F., ſo v. w. A
zergipitze, ſo v. w. Fieudo. mittel; 6) Heiliges F. (Med.). ſo v. w. Antonius-
j. rebn. I feuer; 7) Thierarzneit), mit Beiſätzen, gemeiner
as gleichzeitige Auftreten von Märme : Name mebrer Thierkraukheiten, als Heiliges F.,
Felge chemiſcher Preceſſe od. man- Kaltes F. „raufendes (Wildes) F., ſ. d.
eintretender Veränderungen in dem Feueranbeter, fo v w. Parſen.
tande ter Körper. Bgl. Flamme u. Keueranzeiger,, eine Mafchinz, welche ben Ort
Dar Jeueranmachen gebört unter | angibt, we die Feuersbrunſt ift, deren Feuerzeichen
Erfindungen des Menſchen u. lein man wabrninmmit. Sie beſteht aus einer Platte,
:edt worden, Das nicht Feuer zu er⸗auf melcher eine große Speciallarte aufgeklebt iſt,
ne. Die Natur bietet in einzelnen : od. auf welcher man Lie Richtung ber am Tage
zündenden Blipfirahl, in Erupiionen | fihrbaren, benachbarten Urte aufgezeichnet bat. Mit
n, in an ter Luft fih entzündenden, einem gewöbnlichen Ziepterlineal wird man aufeiner
len, ed. durch antere Selbſtentzün⸗ſolchen Hatte die Richtung einer Feuersbrunſt auch
sene Nermittelung bes Menicheu ar. | bei Nacht genau beitinnmen können. Um bie Ente
echiſber Divtbe harte Prometbeus das | feruung u. alio ten Punlt des euere zu beftimmen.
töbre vom Himmel entwendet u. ben | confiruirte Jahn in Leipzig einen F. Diefer beruht
wacht. In einem orphiſchen Gericht | auf tem geometriicen Princip, daß Die Yage eines
er Kunſt getacht, durch einen Kryital | Punktes im Raume von dem Beobachtungspunkte
Urennglafee) Kienbolz anzuzünden. | aus durch 2 Coordinaten beſtimmt wird, durch bie
ene beilige F. Der Bella mußte ichon | Ricbtungslinie u. ten Tiefenwinlel. Der Apparat
Zeit durch eberne Hoblſpiegel wieter | beftebt Daber aus einem borizontal geflellten Rich⸗
rben; auch die Sonnenjungfrauen ber tungolreiſe mit Gradtbeilung, in deſſen Dlittel-
beten auf gleiche Art Das verlofhene | punkte eine in ibm drehbare fenfrechte Säule iſt.
en⸗F. Tas Feneranſchlagen mıt Kie- : Wit die er Sänle zugleich Drebt fi) eine auf dem
rbe von Plintus dem Pyrodes zuge , Richtungekreiſe auflienende Regel, welche Die Rich⸗
jelbe erwähnt auch die Feuerbereitung tung mittelſt ter Gradtheilung angibt. Am obern
ander geriebened Holz; beide Arten . Ende ter Säule ıft ein Tieſenquadrant genannter
sie Amerikaner zur Zeit ter Entbedung Viertelokreis, ebenfalls in Grade eingetbeilt, ange⸗
teilt u. erzeugten eo, intem fie entweder bracht, um deſſen Diittelpunte ſich ein Nachtfern»
(rten Hölzer aufeinander rieben u. Die rohr in Der Ebene Des ſenkrecht ſiebenden Tiefen⸗
nit febr trednem Gras od. Blättern quatramten auf« n. niederbewegen läßt. Zugleich
t. laufend Lem Luftzug ausjegten, od.ite | mir tem Fernrobr bewegt fich ein Zeiger längs der
‚013 quirlartig auf ein anderes einmir- | Zbeilung Des Tiefenquadranten u. gibt ſomit bie
3g1. Feuerzeuge. Das F. ift bei vielen | hübere ed. tiefere Stellung des Fernrohrs, d. b. den
würdigſte u. berriichfie Symbol ter | Zieienwintel, an. Wenn nun ber %. für immer
rt u. Begenftanb ber Berebrung (Aeuer- | auf derſelben Stelle beieftigt iſt n. man bei Zage
olatrie), jo bei. in tem Parfismus. | vom Zburme aus mit ihm bie Richtungelinien u.
en >iejer Religion waren das Heiline ı Tieſenwinlel aller in der Imgegend des Thurmes
mpeln der Befte, bei Griechen u. Rüe | liegenten Oriſchaften u. Tonftigen Punkte, allo deren
(bft in tem Tempel Jehovahs bei ten | Yagen im Raume, genau befiimnit u. in cin Orte
r in ben katholiſchen Kirchen die Ereige | manual eingetragen bat, fe kaun umgekehrt mittel®
nnt wird. F. mar auch bei allen alten | tes 8 a. Urtenanuals ein bei Tage od. Nacht
Symbel der Reinigung der Seele u. ausgebrochenes Feuer binfichtlih Des Ortes, mo €6
Mittel, an Dienfhen das Irdiſche u. | it, bit auf 2 Ztunten Entfernung genau beftimmt
; 3erfiören u. göttlich u. unfterblih zu | werben.
in Dem Mythus von Temcpboon ı. WTeuerarbeit, Arbeit, mo man mit Hülfe des
yn der Berbrennung bes Heralicd auf | Feuers etwas verfertigt; bef. bei Metallarbeiternt
Darum venrden auch bei vielen alten | Da8 Schmelzen u. Yörben (vgl. Bankarbeit); daher
e bei fen Römern u. Germanen, die | Aeuerarbeiter. welcher tiefe Art Arbeit verrichtet,
—
r Verſtorbenen verbrannt, Die letzie un. — ‚ f. Feuerverſicherung.
ng. Endlich deutet au fie Sage eueraflel, jo v. ww. Cieliriſcher Scolopender.
en Weltbrand in den Religionen In⸗ euerbaaf (Blüfe, Seew.), ein Feuerſignal
n8, Standinaviens, ja ſelbſt das eae- | an geſäbrlichen Stellen in Se
holiſchen Chriſtenthums auf Ähnliches. Feuerbach, Pfarrdorf in Oberamte Stuttgart
kommanbomwort zum Abſchießen ter | bes würtienibergiſchen Medartreifes, 2755 Gw.;
e beim Militär. Wunnmwollenivinnerei, beide Fabrik, in ber
tedyuilches Bedeutung), 1) (Hättenw.), | Yiähe Ciſenbahuſtation mit gretzem Zuunel,
238
Benerbad , 1) Johann Peter v. F., geboren |
1761 in Metlar, Sohn eines Strumpfwirkers,
ftubirte feit 1752 in Odttingen die Rechte, wurde
1789 Confulent in dem ſchwäbiſchen Rittercanton
Kocher, 1806 Dceupationscommiffär in Ehingen,
1808 geheimer Yegationsrath bei dem mürttember«
giihen Cabinetsminiſterium, ſaß 1815 mit auf bem
Wiener Eongreß, wurde in demſelben Sabre Ge-
fanbter am Bundestage, 1820 wirflicher Mintfterial-
Director im Departement ber Auswärtigen Angeles
genbeiten u. 1821 Mitglied des Gcheimen Rathes;
er fl. 18. Ian. 1825. 2) Paul Joſeph Anjelm
Ritter v. F., geb. 4. November 1775 in Krauffurt
a. M., ftudirte feit 1794 Rechtsphilojophie in Jena
u. begann daſelbſt als Privatbocent Borlejun-
gen zu halten, wurde Mitarbeiter am Spruchcol⸗
legium u. 1801 Profeſſor des Lehnrechts; 1802
folgte er einem Rufe nach Kiel u. 1804 nach Lands⸗
but, wo er Profefior des Civil- u. Criminalrechts
wurde. Hier in unfriebliche Verhältniffe mit einem
feiner Eollegen geratben, gab er jeine Brofefjur auf
u. fand 1808 einen neuen Wirkungskreis als ge-
heimer Referenbar bes baieriſchen Juſtizminiſte⸗
riums, melches ihn mit ber Bearbeitung eines neuen
Strafgeſetzbuches für Baiern betraute. 1808 Ge⸗
heimer Rath geworden erhielt er den Auftrag auch
ein Civilgeſetzbuch für Baiern zu entwerfen u. nahm
ſeit 1810 Theil an der Ausarbeitung der Conſtitu⸗
tion. Indeſſen wurde ihm auch dieſe Stellung durch
den Neid ſeiner Gegner verbittert, welche 1813
Veranlaſſung nahmen, ihn wegen einer gegen Na⸗
poleon gerichteten Schrift bei dem Miniſterium u.
dem Könige in Mißeredit zu bringen. Infolge deſſen
wurde er nach Bamberg als Vicepräſident des
dortigen Appellationsgerichts verjegt n. bald darauf
erhielt er ſeine Ernennung zum Präſidenten des
Appellationsgerichts zu Ansbach. Im Jahre 1821
bereiſte er den Rhein, Belgien u. Frankreich, um
das franzöſiſche Hecht aus ber Prarie kennen zu
lernen. Im Intereffe des Rechts nahm er fich
au der Sache Kaſpar Hauſers an, Tieß ſich
aber dabei zu manden unvorſichtigen Außerun-
gen binreißen. Schon lange änfeınb ftarb er 29.
Mat 1833 in Frankfurt a. M. Er übte durch feine
Schriften u. feine Wirkſamkeit einen bedeutenden
Einfluß auf Die Entwidelung des Rechts, namentlich
bes Strafrechts. Bon feinen uriprünglich lebhaft
vertheibigten Theorien, welche Das freie Ermefien
ber Richter zur Feftftellung des Strafmaßes beein-
träcdhtigten u. eine rigorifiiihe Anmentung ber
Strafe bebingten (bie fogenannte Abſchreckungstheo⸗
rie), fam er in fpäteren Jahren, Durch die Praris
belehrt, zurüid u. arbeitete beshalb eine Reihe von
BVerbefierungen zu feinem Strafrecht aus. Sein
großes Unternehmen einer Darftellung der Uni⸗
verfalgeichichte des Rechts blieb unvollendet. Gr
fchrieb: Über die einzig möglihen Beweisgründe
egen das Dafein u. bie Thätigfeit bes natürlichen
—5— Lpz. 1795; Kritik des nat. Rechts, Altenb.
1796; Antihobbes, od. über Die Grenzen ber bür⸗
gerlichen Gewalt u. das Zwangsrecht ber Unter⸗
{banen gegen ihre Oberherrn, Erf. 1798; UÜber das
Verbrechen bes Hochverraths, ebd. 1799 ; Uber Die
Strafe ale Sicherungsmittel vor künftigen Be-
feidigungen bes Verbrechers, Chemnitz 1799, Re
viſion der Grunbfäte des pofitiven peinlicden Rechte,
Iena 1799, 2Bde.; Lehrbuch des gemeinen in
atſchland gäftigen p Stechte, Gieß. 1801,
Feuerbach bis Feuerblende
14. Aufl. herausgegeben von E. J. A.
ebd. 1847; Civiliſtiſche Verſuche, ebd.
des Kleinſchrodſchen Entwurfs eines y
ſetzbuches für bie baieriſchen Stante
3 Bre.; Über Philoſophie u. Empi
Berbältniffe zur pofitiven Rechtswiflen]
18504; Merkwürdige Criminalrechtsfäll
2 Bde., 3. Aufl. ebd. 1839; Strafgeſe
Königreich Baiern, Mind. 18135 8
iiber das Geſchwornengericht, Landéh
Offentlichkeit u. Mündlichkeit gerichtlic
lungen, Gießen 1821 — 25, 2 Bde.;
Darſtellung mertwürdiger Verbrechen
2 Bde., 3. Aufl. Frankf. 1849; Kle
vermifchten Inhalts, Nürnb. 1532, :
auch mit Harfcher von Almenbingen ı
beraus: Bibliothek ber peinlichen Rech
u. Geſetzkunde, Gött. 1800 ff. Sein?
jein Sohn Ludwig F., 73.1352, 2:
Anjelm, ältefter Sohn bes Vor.,
Jena, ftudirte jeit 1817 in München,
beiberg Theologie n. Philologie, wurd
am Gymnaſium in Speier, wo er ſein
riſche Thätigkeit auf dem Gebiete ber ?
chäologie begann. Bon hier ging er I!
fefior der Philologie nach Freiburg 1.
7. Sept. 1851 fl. Er ſchr. u. a.: Da
Apollo, Nürnb. 1833, 2. Aufl. Stutt,
Nachgelaſſenen Werke gab feine zmeite
riette F., u. 9. Hettner, Braunſchw.
beraus (1. Bd. enthaltend: Neben
Briefe u. Gedichte; 2. u. 3. Bo.:
griehicen Plaſtik; 4. Bd.: Kunſtgeſ
handlungen). 4) Luͤdwig, Bruder
geb. 1804 in Ansbach, ftudirte ſeit 18
berg Theologie, feit 1525 in Berlin
wurbe 1828 Privatdocent in Erlanı.
aber nah einigen Jahren ins Priva
um ganz feinen jchriftfiellerifchen Arkı
Nur kurze Zeit Docirte er 1914 öffe
Univerfität in Heidelberg. Er ift ein:
vertreter der Aungbegelichen Schule.
danten fiber Tod u. Unfterblichleit aus
eines Denkers, Nirnb. 1830; Abäla
Ansb. 1533; Uber Pbilofepbie u. Chr
Beziehung auf ten ber Hegelihen P
machten Vorwurf ter Unchriftlichteit
Geſchichte der neueren Bhilofophie, et
2 Tole.; Pierre Bayle, ebd. 1835;
dem Gebiete der Pbilofophie, ebd. ‘18:
fen des Chriſtenthums, Ypz. 1841, 2
Das Wefen der Religion, 2. Aufl. 1841
Lpz. 19857; Sämmtliche Werte, 1846-
Anfelm von 5-8 Leben u. Wirlen
2 Bde.
euerbade, fe v. w. Feuerbaak.
euerballen (Kriegsw.), ſo v m.
euerbau (Feuerftellung, Hüttenw
Weiſe der Conſtruction eines Friſchfe:
Feuerblas, keines, leicht gebaute:
zeug der Schweden, mit leichten Kanc
bafien bejest.
euerblattern (Dieb.), fo v. m. |
uerblende (Dtin.), bildet byazin
tafelförınige zu Billbeln vereinigte, b
baft glänzende Kruftalle; ihr ſpecifiſch
4,3, ihre Härte = 2; entbält Silber,
Schwefel; findet ſich bei Freiberg u.
Fenerbock bis Feuerfeſt
ſo v. w. Brantked.
je, fo v. w. Arabiſche Bohne, f. u.
je, diejenige Vorrichtung bei ber Ge⸗
feifitien durch Feuerſetzen, vermöge
ufgeichichtete Holz ſeine Flamme an
ſpielen genöthigt wird. Gewöbhnlich
mfentes Geftelle.
) (deuerderm), iſt Cratacgus Pyra-
te, fo». w. Pyrotechnik u. Pble-
t (Relinionem.), ſ. u Feuer.
PD, in ter Aſtrologie ter gemein»
r Stimmelszeichen Widder, Löwe u.
pe Beichen).
Zchneite, welche fehneitende Wert:
breiten bekommen, u. melde nach⸗
a wird.
r, ſ. u. Eimer.
jo d. m. Schornſtein.
„gewöbnliches Taſchenfſpielerkunſi⸗
ı ten religiöfen Übungen ter Der⸗
rlemmend.
‚Tev. w. Schleierkauz.
T, Werkzeug zum Anfachen des
Federn ed. Holzſpäbne, welche fä⸗
einem bölzernen Stiele beieftigt find.
T, Schmetterling, |. u. Argusfalter
1) tiiriiches Altertbum:, fo v. w.
lo v. w. Sturmiaß.
‚ Art ter Gartennelle, ſ. d.
n, am fürlihen Bol won Roß ent⸗
ı
ift, mas bei Einmirfung von Keuer
fib nicht entzünter u. feine Form
nicht verändert, falld jene Einwir⸗
einem rate u. in einer Tauer ge-
felbft Die teneriefteften Körner ibre
rm, fchmelzen od. ſich verillichtigen.
Weit Ter Nörper ift daber flet® eine
mebr ct. minder abgeftufte. Es ge-
ewiſſe Körper in allen praftifch vor-
illen teuerfeit find, u. Demngemäß auch
‚ötpern gemachten nüblichen Dinge.
teterislien, fo Mauerſteine, Chamotte⸗
ınziegel, Lienziegel, ſchmelzen nicht in
ke. Sie werten aus feuerfeftem Thon
von gebranntem feuerfeflem Tbon-
sulverten Porzsellanicherben bereitet.
müjten ebenfull® jeuerfeft fein, man
euerfeften Thon u. Graphit. Auch
te Schmeiztiegel aus Platin. B) Für
ufe: 3) zu feuerfeltem Unfrich dient
8 (f. d.) in Auflöfung. Cs verbin-
ıt bie Verbrennung, uber das leichte
So wirken auch Salzlölungen, Be⸗
inkchlorid, geſättigte Auflöſung von
Baſſer mit gelbem u. Mehllleiſter,
zung con Hammerſchlag u. Ziegel⸗
mafer, worin Alaun aufgelöft, od.
', fetter Then, gepulverter Gypo,
Regelmehl, Hammerſchlag, zerhadte
berhaare u. Ochſenblut. Das ſoge⸗
ret'ſche Mittel gegen die Ent⸗
s Brennen mit Flamme gegen bie
Bist eo sicht), ſoll aus eiuer Löjung
ven borar- od. pbesphorfaurem Ammontaf be⸗
fteben, mit welcher die Sachen, Zeuge, Bapier,
Strob, Hely ac. geträntı werben, dieſe Tränlung
verbintert ſelbſt nach dem Trockenwerden die
Entflammung u. fürbt die Siefije nicht. Wirk
lich teuertejted Papier cd. Zeug kann nur aus
Afbeft Dargeftellt werten. Schon av: Yullac bat
phoephoriauren Ammoniak als Zidyerbeitemittel
gegen Feuer vorgeſchlagen. b) Fenerfefte Geidichraͤnke
u. Geidkiſten werden aus Eiſen mit doppelter
Wandung gebaut, wozwiſchen ein freier Raum
bleibt. Wlan füllte dieſen Zwiſchenraum zuerſt mit
nichtleitenden pulverigen Maſien aus, ı. 3. niit
EZcbieter » ot. Talkpulver, Alche, gebraunten Tbon
u. geitehener Delzfeble, auch mit Zand. Die Wir⸗
fung war nice fräftig genug, denn die Hibe bei
einer beitigen Feuerbrunſt Brinat bis ins Annere
u. jerftärt wenigſtens Die Mertbpapiere, Schriften
1. Yüder, ment fie auch nicht Bas Meiallgeld
ſchmilzt. Später nabm man zur Küllung der Tor-
pelmantungen Zägemebl od. Knochenpulveren.
träntte ſelches mit einer allaliichen Atiiifigkeit, Die
bei Einwirkung einer Gluth von außen, im In—⸗
nern Tunft u. Feuchtigkeit erzeugte u. fo den In⸗
- halte Des Zchranfes ed. ber Kiſie ſchützte. Tieſe«
| irgenb ein Alkali gelrauct werden.
Mittel verbeſſerte man durch Lie Anwendurg von
geſteßenen Alann u. fein geſiebtem Gypopulver
als Füllungematerial. Vorgängig erbigt man die
keiten Maſſen in einem eiſernem Zepf bi8 zum
Schmelzen, wäbrend nian Die Dlafte forımäbrend
rührt. Dann gießt man ſie in eine eiſerne Pfanne
zium Ausküblen, körnt ſie darauf gröblich u. wendet
fie an. Anſtatt Alaun kann auch ſchwefelſaures
Kali, Zulmial, unreine Pottaſche, Salpeterſau⸗
red Kali, Zora in Stücken, Perlaſche ed. ſonſt
Vor der
Dunſlentwicklung dieſer Stoffe (bei Einwirkung
von Feuer) Das Innere ver Wandungen zu Ichliten,
damit fie nicht roſten, vwird ein fiarfer Firnißan⸗
firich gegeben. ©) Aeuerfefte Gebaude errichtet man
. entmeber ganz von Stein ch. ganz ven Eiſen cd.
: man die Deden mit Klachtdgen u. belegt den
von beiten in Werbintung. Am erfien Falle wölbt
un“
boden mit Platten od. Cementauß. Das Dad
wird ebenialle gemäibt u. mit Cement abgedechkt,
dieſer entlih mir Mailer u. Wetter abbaltenden
Anftricben verfebn. Thüren u. Fenſterrabmen wer⸗
ten von Eiſen gemadt. Der Eiſenbau lommt ver
bei Schuppen zur Unterbringung von wertbucllen
Haaren, fo mie bei Hänſern, melde für Anfier-
Iungebebufe verfchiftt werden u. wicht viel Stau⸗
ungoͤraum in Anſpruch nebmen iellen. Das eiferne
Haus wird gröftentbeils ans Blechplatten mit
Doppelmandungen (Mauern', um Hitze u. Kälte
abzubalten, unter Zubillfenabme von emzelnen
Eiſenſtangen u. Helzlatten, um die verbundenen
Platten zu fteiien, gebaut u. laun nad Erforderniß
zufammen- u. auseinandergefchraubt werben. Die
Innenmänte werten mit Papiertapeten Überzogen,
bie Deden, Tbüren u. Fußböden bemalt. In Stein»
Gifengebäuben werden ın der Regel bie flachgewölb⸗
ten Deden von eifernen Trägern (Ballen) u. von
eifernen Pfeilerngetranen. Das Dachgeiparre ſammt
ber Bedachung ift gleichialle von Cifen, ebenſo Thü⸗
ren u. Fenſtergewaͤnde. In einem folchen Gebäude,
bauptfächtich für große Speicher n. Fabrilzwede au»
ewendet, mag auch ber Inhalt brennen, bie Um⸗
flungen hemmen die Verbreitung bes jener. \
240
der Negel findet man in ben bergüglichten folcher
feuerfeften Gebäude Waſſer in Röhren durd) alle
Räume fo geleitet, daß Schläuche, im Fall des Aus⸗
bruchs eines Feuers, im Innern geöffnet werben kön⸗
nen. Bei foldyen Bränden, unter möglichfter Abſper⸗
rung bes Zutritts der äußeren Ruft, it Das Bucher⸗
{che ener Tg mitte wirkſam (|. Feuerlöſchanſtalten).
uerfink, fo dv. w. Branbhänfling.
euerfieden, (Med.), jo v. w. Roͤtheln.
euerflafchen, dünne Gtasflafhen ınit 2—4
fo. Bulver gefüllt, deren Hälſe feſt verftopft find
u. in die Zündjchnurenden führen ; fie werben auf
feindlihe Schiffe mittelft Striden_gefchleubert, um
biejelben anzuzünden.
—— — fo v. w. Cucujo.
euerfolge, die Verbindlichkeit der Bewohner
einer Drtichaft auf gegebeie® Zeichen von einer
ansgebrochenen Feuersbrunſt zur Löjchung berjel-
ben fich au ftellen.
Feuerfontaine, papierne Hülfen wie zu beit
Raketen erft mit Thon, dann mit einlöthigem Ra⸗
ketenſatz gefüllt, worauf ver Thon durchbohrt u.
der Zünbfaben hindurch gezogen wird. Sie wer-
den gerabe od. ſchief aufgeftellt u. geben jo das Bild
eines brennenden Springbrunnene.
Feuerfuchs, ber ſchön rothſchillernde gemeine
Fuchs (Canis vulpes) in Kamiſchatla.
uergarben, 1) Feuerfontainen mit größern
Hüllen u. breiterm Feuerſtrahl; 2) mehrere Feuer⸗
fontainen auf einmal; 8) jo v. w. Girandole.
Feuergefecht, das Gefecht in ber Ferne mittelfi
ber Gewehre u. Geſchütze, im Gegenfage zum
Gefecht mit der blanken Waffe.
vergeifter, ſ. u. Elementargeiſter.
uergeld (Seuerſchilling), jo v. w. Herdgeld.
uergewehr, |. u. Gewehr.
vergewölbe (Ziegeibr.), die hoben, oben ge
wölbten Zwiſchenräume, welche zwijchen ben im
Brennofen eingeſetzten Ziegelwaaren gelafien wer⸗
ben; mit dieſen ſtehen kleinere Kanäle (Feuerka⸗
uäle) in Verbindung, fo daß die Hitze den ganzen
Dfen gehörig durchdringen kann.
Feuergieke, Gefäß von burchlöchertem Mei-
fingbleche, in welches ein Feuertopf von durch⸗
löchertem Eiſenblech, mit glübenben Kohlen ange-
füllt, gefegt wird, woran man fi im Winter in
gebeizten Gebäuden ober im freien bie Füße wärmt.
euerglude, fo v. w. Bflaumenipiuner.
uerhafen, ſ. u. Beuerlöjchanftalten A) b) an).
erbaut (Seew.), Luckendeckel von rohen
Thierfellen, um bie untern Schifferäume gegen
Feuer zu hüten.
Feuerbemd, mit Schweiel-Pulver 2c. geträntte
Leinwand, die man an die Seite eines jeinblichen
Schiffes nagelt, um fie dann mit einem Piftolen-
er e zu entzünben.
uerböhe, die Höhe ber inneren Kante einer
Bruftwehr über die Krone des Bankets.
——— Fa |. u. Feuerpolizei »).
euerhbunde (Branpeiien- od. Areun-
böde), die Rofteiien in ven fen ber Dampfer.
Seuerbüter Bergb.), Arbeiter, welcher auf das
beim Feuerſetzen angemachte Feuer Achtung gibt.
Beuerinjel (Iiha de Fogo), Infel in ber
©ruppe der Inſein des Gulinen Borgebirges an
ber Küfte Weftafrifas, faft nur ein einziger, unmit⸗
telbar vom Meere auffeigender Kegeiberg, von
dem man feit 1680 weiß, baß er ein noch thätiger
Feuerfint bis Feuerkroͤte
Bulkan ift, welcher 1785, 1799 u. 184°
brüche von Lava hatte. Die Inſel hai
Boden n. erzeugt gute& Getreide ı. !
vorzüglihen Tabak; fie ift ſchwer zu
aber zwei feine Häfen ı. etwa 6000
jol fie dreimal fo viel Einwohner geh:
Teuerfäfer, 1) Pyrochroides
tbeilung der Fliegenläfer (ber Trach
Tracheloptora bei A.), Fühlhörner f
od. fammförmig, faft fo lang als
Lippe zweiſpaltig ob. ausgejchnitter
ohne horuige Bäbne, Leib lang, flad
förmig, Halöſchild viereckig od. rıml
Pflanzen. Sind auch getheilt in: a)
cher F., ſ. u. 2); p»Einbhornkäfer (
teufäfer, Notoxus Geoff., Anthi
Fühlhörner fadenförmig, vor den A
fügt, mit walzig - fegelförmigen G
jeben, Lippentafter eubigen fi in e
miges Ende, Leib länglich, Hals u.
fer; mehrere haben auf dem Halsſchilt
Arten: Gemeiner Einhorntäfe
noceros), roflfarben, auf den Flügeln
zer Punkt u. dgl., bildet bei Envie
Gattung ber Antlıiicida, mit ber I
Scraptia, Steropes, Notoxus. r)
(Calopus Fadr.), bei Euvier Untei
Oedemera;, Füblbhörner fägeförmig, |
Kiefertafter beilförmig, Leib lang, Id
ſchild länglich vieredig, Art: Säqg
Sußläfer (C. serraticornis), bran
behaart. dy Scraptia, Fübler faveni
ber mwalzig u. im vorbern Angenwink
bie Tafter vorn beil- od. halbmondför
der Leib länglich; Art: S. fusca. ©)!
(Dendroides atr., Pogonoceru
Körper linienförmig, Halsihilb kugeli
lang; nur eine Art, in Canada. 2)
Fabr., Fühler füge- od. fammtörmi
oval, Halsſchild faſt rund, Beine ftarl
gelzother F. (P.rubene), ſchwarz
ecken, Hals u. Kopf.
Feuette e, eine Art Steinmörſer
euerkeſſel (Bergb.), Keſſel voı
der mit angezündetem Holze od. mit $
Schadt gelaffen wird, um die böfen 8
blinnen u. Das Einftrömen frifcher Luft
a a lar fo v. w. Brandlitt.
uerklappe (Baum.). 1) blechern
einem Rauchfange, theil um tie W
ſchnell entweichen zu laffen, theils u
zu dämpfen, wenn bie Eſſe brennt.
Feuerknaul, tnaulartig gewunden
die in Pech getaucht iſt u. zum Inbrau
Feuerkraut (Epilobium arg
Schmalblätteriges Weibenrö:
der Familie Der Oenothereae-Epilo
Feuerkreuz (gaeliih Crenn Tarig
Schotten ein hoͤlzernes Kreuz, deſſen S
gebrammt u. in das Blut einer gelchla
getaucht wurde, ald Sinnbild der Berb
nabenden Feindes, wurde ale Zeiche
meinen Heeraufgebote® gebraucht u. j;
Häuptling aus durch Die Hände alle
ber “Dörfer. _
Feuerkröte (Bombina Ok, ]
Aerrem), Gattung ter untenartig
chen vorn meiſt bünner, Paulkenſe
Fenerkrücke bio Fenerloͤſchanſtalten
ft, Stimme laut, Muntöffnung groß,
e padet>, nicht ſchnurenförmig; Arten:
%. (Bombina ignea Ok., Bombina-
Moerr., Rana bombina L.). hinten
mt, Körper eiförmig, unten glatt, oben
&, unten pemeranzeniartig; Aufent-
npfer, auch im Fließwaſſer, Meinfte
Infe, 14 Zoll lang; ibre Stimmie lautet
en; in fa ganz Europa, in ſtehenden
fließenten Gewäflern. Breitbau-
e (Bufo brevipes Blas., B. pachy-
‚B. ventricosus Daud.), Hüße hurz,
. Schentel in Haut verborgen; 24 3.
o gefärbt, aber die Flecke anders ver⸗
p bergigen Gegenten 3. 8. im Harze.
ide, eilerner Stab, vorn mit einem
reijen zum Anfchüren bes Feuers.
geln (Fhyfit), plöglih am Himmel
a. mit großer Geſchwindigkeit fih fort-
chen Sternſchnuppen vergleichbare
eteore, aus tenen oft unter börbarem
teine u. Eiſenmaffen niebergefallen find,
I.
wa Tierra del Fuego), eine aus
tz. über 20 Heineren Inſeln beſtehende
der Südſpitze von Eilbamerila; wirb
be durch Die Magelhaens Strafe (Eftre⸗
eihaens) getrennt, bie ſich 60 - Meilen
Jap tel Gepiritu Santo (öſtlich) bie
zilares (wehlich) in vielfachen Krüm⸗
ken Inſeln, Klippen u. Bänlen hin⸗
Eie murten 1520 von Magelhaene
srten daher auch Magelbaens Ar-
ant. GEeſammtflächenraum über 1500
ganze Archipel it gebirgig (Mount
5500 Fuß bed, Meunt Yarwin 6400)
m u. Klippen zerriffen, fchwer zu ums
eter einen öden Anblid dar; der Welten
u. reicher an Schluchten u. Abgrün⸗
Eften. Klima bei weiten rauher als
chen Graben auf ber nörtlichen Hemi⸗
ıfige Nebel u. Regen; beitere Tage
nmmmer (December bis Aprif) felten; im
lich ſtark bewalket, im Oſten lümmer⸗
uch® ; bie Flora von %. ift eigenthüm⸗
ur wenige fangen (meift antifcorbu-
bfe u. Mooſe) mit Patagonien u. ben
en, bagegen eine größere Anzahl mit
en gemein; im Allgemeinen Bereichen
Pllanzen vor, Sellerie, Läffelfraut
je find bie einzigen eßbaren Gewäce;
ft Die höhere Yauna: von Land»
det fi nur ker Hund, von Land»
der Geier u. Habicht; Inſecten fehr
gen ift bie See reich an Wallfiſchen,
Seelbwen, Ecevdgeln aller Art, zahl»
ithieren, Hilden x. Die Eimmohner
ſcherähs (b. i. Freunde) genannt;
ver amerilanifhen Race an, zählen un⸗
Seelen, unterfcheiden ſich weſeutlich
dianern, find Heiner als diefe, meiſt
los, von unterjegtem Koerperban, roft-
at, breiter Naſe, wulſtigen Lippen, gro⸗
tieftiegenden Augen, langem ſchwar⸗
Smukig, mißtrauiſch, tüdifch, auf der
Ztufe der Cultur fiebend. Die biden⸗
in des 5-6 find: König Karls⸗Sildland
es ganzen Aripele), South“ Dejolation
Lexdon. 4. Nufl. VL
241
(fehr raub), Clarence⸗Island, Staaten⸗Island ı öfl-
lich, tes Engläntern gebörig, 12 DOM. groß, durch
bie Ve-Diaire- Straße von Känig Karls Südland ges
trennt), Die Hermitengruppe (Güdlich, auf ibr Cap
Hoorn, die ſüdlichſte Spite von Amerila), ferner
die Öruppen ber zwölf Apoftel, der Evangeliſten u.
e. Die bie verichiebenen Infeln u. Inielgruppen
trennenden Kanäle find San Sebaftian (cd. Men⸗
mouth) Barbara u. Magdalena.
Beuerlanze, Hülfe, mit einem langfamen Satze
gefüllt, an Stangen zu fteden u. zur Vertheidigung
von Breſchen angementet.
uerlarm, ‘ u. Feuerpolizei R).
uerleiter, f. u. Feuerlöſchanſtalt A) b) bh).
uerlilie, f. u. Yilie.
verlinie, 1) bei Truppen im Gefecht bie
Fronte berfeiben; 2) (Crete), die Yinie, melche
durch das Zuſammenſtoßen ter Arufimebrfrene ıt.
ber innern Bruſtwehrböſchung eniſtebt: beim Bar.
von Feldwerken wird bie 7%. zuerft abgeftedt, dann
alle anderen Yinien nad ihr, fie it mithin bie
Sonftructionslinie.
Feuerlöfchanftalten u. Feuerlöfchmittel.
Zur Auslöfchung einer Keuersbrunft u. zur Hülfe«
leiſtung der bei einer Feuersbrunſt gefährbeten
Perſonen u. Sachen gehören zunächſt: A) gewiſſe
Gerätbſchaften, u. zwar: a) zunächſt ſolche,
weiche die Löſchmittel berbeitlihren od. entbalten;
von dieſen ſteben aa) Feunerſprigen (f. d.) eben
an; dann bb) tie Aeuerfäffer (Sturmiäifer),
gegen 4 Ruß Höbe, unten gegen 3 Fuß im
Durchmefler babente, nad cben fhmäler werdende
Fäſſer, Pie auf Knien ruben, ed. mittelſt zweier
auf ven Kufen angebrachter Ztänter n. zweier eiſer⸗
ner beweglicher Zapfen in der Mitte beweglich ſind.
Sie dienen zum Herzuſfahren des zur, Zpeifung der
Seneripriben beſtimmten Waſſers. Abnlich find bie
ädertienen, Waſſergefäße auf Rädern. co)
deuereimer (Vöſcheimer), Eimer von Leder ob.
von Haufgewebe zum Waſſerberbeiſchaffen mit der
Band, mit einer Handbabe; de) die FAeuerpatſche
(VLöſchwiſch), ein Stück Yerer od. grobe veinwand,
od. ein mit vLeinwand ilberzogener Velen an einer
Stange, welche benetzt u. mit Dem bei Beginn ber
Feuersbrunſt auf Den glimmenten ob. ſchwach
brennenden Gegenſtand geichlagen u. fo das Fener
edämpft wird. b) Beuergerätbe, welche ibeils zur Er⸗
eichterung ber Arbeit beim Löſchen, theils m Men⸗
ſchen u. Sachen zu retten, dienen, bat man eine ſebr
große Zabl erfunden: aa) Fenerbaten, einfache od. dop⸗
pelte, große, eiferne Hafen an einer, 10—15 Ellen
langen Stange, womit man bei einem Arante Ges
bäube niederreißt od. brennente Balken aus bem
Feuer ziebt n. jo Dem euer die Nahrung nimmt;
bb) Beuerleitern, aroße ſtarke Yeitern, um damit
in od. auf ein brenmendes Gebäude zu formen;
mezen des Keftfiehens find fie unten mit ftarten
etiernen Zpigen beichlagenn fratt ber oberen Sprofle
haben fie eine bewegliche Matze, um fle leichter an
einer Wand in bie Höbe icbieben, u find oben mit
Halten werfeben, um fie an Wänden u. dal. anhalen
zu fünnen. Maicinenleitern find Leitern anf
einen Wagen, die zu verſchiedenen Höben gehoben
werden können, ohne daß ſie an ein Gebäude ange⸗
lehnt zu werben brauden. co) Der Rettungée⸗
fad, ein ftarker, Tauger Sad won Hanfzeng mit
oberem Reif u. Ofen zum Seileinhängen; in dieſem
Sack werben Perſonen u. Baden Fu bremeuder
242 "
auch dd) ter Rettungsſchlauch, ein 15—20
Ellen langer, etiva 18 Zoll im Durchmeſſer halten
der Haufſchlauch, ber oben in der De
eingehalt u. von Untenſtehenden ſchräg gebalten
wird. Durch dieſen Schlauch können Sachen. au
oberen Stodwerten binabgleiten, vorzüglich aber
Perſonen, Kopf voraus, chne alle Gefahr binunter»
rutfhen. ee) Das Nettungstuch ift eine vier-
edige, große ſtarke Segelleinwand, bie von 8 ed.
12 Menſchen unten ausgeipannt gehalten wird, fo
daß Leute von vberen Stodwerfen darauf herunter
{pringen können, ohne Schaben zu leiten. M Au-
dere Rettungsmafdinen find einer Bogelftange
ähnlich. An dem einen Ende Des Balkens, welcher
in bie Höhe gezugen wirb, hängt ein großer Korb,
in welchen die Menjchen aus dem oberen Stodwerf
fteigen. Noch andere beftehen aus einer bobeu
Säufe, deren ein Theil fih aus dem andern her-
ausichiebt, ober neben tem anderen in bie Höbe
Schlagen läßt, am oberften Theile ift eine Gallerie
angebracht, in melde tie Menſchen fteigen. Die
Halten» cd. Steigleitern find leichte, etwa 15
Fuß lange Leitern von zähem Hol mit nur Ginem
Baume in ber Mitte ber Sprofien, die zu beiben
Seiten des Baumes herausftehen. Chen an ber
Spitze ftebt ein langer gezähnter Hafen minfelrecht
hinaus; dieſer wirb beim Steigen über bie Senfter-
brüftung gelegt. So fteigt der Retter von Stock⸗
wer! zu Stockwerk u. hakt fih, um nicht rückwärts
zu fallen, mit feinem Leibhaken an eine Sproffe feft.
Man kann mit ibnen auch feitlich liegende Senfter
con außen erreichen.
B) Beim Löſchen feleft ift die Hauptſache:
Ordnung, Geſchwindigkeit u. unbebingte Unter-
ordnung des Willens der Menge unter ven Willen
u. die Einfiht eines Einzigen, damit Die vorbau-
benen Kräfte nicht zerjplittert, fordern gegen Einen
Punkt gewentet werden. Am beften i es hierbei,
wenn eine geglieterte Löſchmannſchaft (Feuer-
ehr, ſ. d.) tes Feuerlärms harrt u. mit bereit gebal-
tenen Pferden, Sprigen u. fonftigem Löjchgeräch
auf ben bedrohten Punkt eilt u. dort das euer
in dem erfien Augenblid unterbrüdt. Inzwiſchen
ift dieſe Einrihtung nur in einigerniaßen volkrei⸗
en Städten einfübrbar, wo es nicht an Berjön-
lichkeiten u. an Geld jeblt, folche Feuerwehren ein⸗
zurichten; wo dies nicht der Fall iſt, muß man fich
auf bie Thätigkeit der Ortsbemobner u. der ange⸗
ftellten Spritenleute verlaffen. Die Bewältigung
eines Feuers hängt inzwifchen nicht nur von ber
Natur u. Beichaffenheit ber Löſchmitiel u. Löſchge⸗
räthe, Ger Gliederung ber Feuerwehren, fondern
rt von der Umſicht, Einfiht u. Entichlof
enbeit ab, mit welcher dem euer entgegengetreten
u. bie Bemwältigungsmittel in Anwendung gebracht
werben. Dazu ift es nöthig, baß bie Direction ber
Löichanftalten in ben Hänten eines, mit völlig Dic-
tatorifcher Gewalt, ohne Verantwortung befleideten,
umfichtigen u. energifchen Mannes liegt, welcher
träftige, wirklich beifente Maßregeln tal ergreift.
Das Nächſte neh vor Eintreffen tiefes Ober⸗
befehlshabers auf der Brandſtelle muß fein, bie
euersbrunſt in dem Entftehen zu erfiiden. Jedem
ürger ınuß e8 zur Pflicht gemacht werben, hierzu
das Mögliche beizutragen. Sehr oft werben bren⸗
nende Eſſen die erfte VBeranlaffung bes Feuers
fein. Sind biefe gewiß fenerfeft, fo läßt man fie
Feuerloͤſchanſtalten
Gebãuden beruntergelaffen. Au dem Ende dit |
brennen u. beobachtet mır bie Räunıe
fie geben, wenn fie doch etwa fpri
fie einen Schieber, fo ſchiebt man
zieht, wenn fie weit find, einen mit
od. Kappen vollgeftopften naſſen S
fie, wodurch Das Feuer erflidt wird.
gen in den Schornftein, Auzünden
unter demfelben u; bgl. bewirkt Gl
nun aber das Feuer weiter um ſich
Oberbefehlshaber beim Löſchen nach ri
fäen verfahren. Dus Löſchenen
wirft nämlich nur dadurch, daß ein E
brennbarer Körper mit einen ande
Feuer anninınıt, bevedt wird. Lehmi
jchleimiges ob. ſalziges Waſſer (let
noch dazu bei ftrenger Kälte ſchwerer
zenes), löſcht daher, weil e8 nach be
"den breimenten od. dem VBrante aut
per mit einer das euer nicht näh
überzieht, das Feuer weit befjer, als:
ftopft aber auch Lie Sprigen leichter
halb wenig benutt werben. Weil nur
Waſſer auf einem brenuenten od.
ausgeſetzten Körper balb verdunſtet, fı
wenig, wenn e8 unmittelbar auf kı
nenden Körper gebracht wird, gar nic
es in nicht ausreichender Maſſe in |
eingefprittt wirt, wo das Wafler t
vielmehr anfadht. Nur große Diafie
fie Dampfiprigen zu werfen vermöge
—* unmittelbar gründlich. Am be
euerherd ruhig ausbrennen zu laij
aber ta, wo bie Flammen noch m
men fd, nit einem Kranze von W
alle brennbaren, aber neh nicht br
genftände fortwährend betedt, To ı
lich zu umgeben, mas be. durch
Innere des Gebäudes geleitete u. 1
girte Schlauchſpritzen wird bemwerki
können. Viele VBerjuche find gemacht
Teuer mit größerer Wirkung zu I
mittelſt Waſſers gejcheben fauı, u
raſch u. fo zu löſchen, daß es mic
bremmt. Dan bat vorgeihlagen, aı
dem Waffer beizumifchen, fo ©
1848 falzfauren Kalt, auch Alauu u
Shen 1740 bat man mit gutem G
dene Salze in Waffer: Eifenvitrie
Kreite, Kalk zum Feuerlöſchen benut
Monge ſetzten Kochlalz hinzun, Mauby
aſchewaſſer, John Moore Thon⸗ od.
Waſſer au, Robert Smith ſchwefelj
niak. Es iſt gewiß, daß alle dieſe
löſchen, als Waſſer, u. das Wiederanb
löſchten verhindern, aber ſie verderbe
u. können daher nur in Ausnabmie
dung finden. Auch hat man Wiit
haft geftellt, obne Feuerſpritze Brä
Geofirey empfahl ſchon 1722 Dazu
von 1 Pottajiche, 2 Salpeter, 1 Kodhja
fel zuſammenzuſetzen u. in Die Butt
tiefe Dadurch zu erſiicken; Beuund ri
in gejchloffenen Räunen mit verpuff
pulver zu daͤmpfen, Cointraux em)
breunende Stellen zu werjen, von Fo
Aſche u. Sand, d'Arcet gerulverten x
ſogenannte BucherſcheFFeuerl
(1858), urſprünglich bie Erfindung
Beuerlöfchanflalten bie Feuerpolizei
legen, unter bem Namen Leſchpa⸗
ebt aus 15 Theilen falpeteriaurem Kali, |
Schmeielpulver u. 1 Teil Holzkoble.
ı Toten verpadt u. in ibnen angezündet, : (ſ. d.) von retbem cd. bläulich-rerbem Anfehen ;
wenn ſich berjeibe in geichleifenen Räu⸗
t, durd reichliche Bulvertampfentmwider
röſchdeſen weiten i16 Feuer gemerfen.
igene Verſuche find mit ter Löſchung
|
‚ zlertings in geichiefienen Räunıen, !
sjjertampf ſchon 1525 von Belle
werten. Philipps (1849) erzeugt koh⸗
a8 u. Waſſerdampf in einem Apparate
3 neuer bamit fehr kräſtig.
3emübungen, bie Feuerkbrunſt ſich nicht
reiten zu lafien, muß bie winbabmwärts
te Schritt vor Schritt vertheitigt werben,
ben verbantene, od. bei jeder Feuers⸗
b Bas Feuer ſelbſt, Durch Berbilunuug
dadurch bewirktes Herzuſtrömen ber
mderen Zeiten erzeugte Wind gerade
Jlammen am meiften treibt, Diye u.
igt u. tie VBertbeitigung ber noch nicht
Eebärde am ſchwierigſten macht. Ge⸗
gilt es aber, die Löſchkräfte zu verei⸗
snen auf Einen Punkt zu wirken u. bie
tennenden Häuſer Durch vieles Sprigen
Bei Zeiten muß man zum Einrei«
edrebter u., wenn bie Flamme fie er-
jeuer wabricheinlich fortpflanzenter Ge⸗
ten. Namentlich muß dies Einreißen
irten Tächer treffen, damit ker Fuß—⸗
Perenräume cffen gelegt u. gehörig
ten kann. Das Einreißen iſt zuwei⸗
Sprengen mit Pulver beichleu-
t, weldes von dem Keller aus geichicht.
zu dieſem Zprengen meift tie Edbänier
ters, um fo bie anteren Däufer beilel-
ı nım ten Zwiſchenraum u. Die Hinter⸗
sten mit Zprigen erreichen laun, gegen
diten ter Flammen zu fihern. Bei Häu⸗
te ſebr tiefen Keller haben, u. bei ſolchen,
ſchen bremenden Häuſern cd. bei flar-
ier ſebr gerübriih wäre, tie Sprengla⸗
: Hänier zu bringen, wendet man auch
:en ıamı beten Zwölipfünder) an, um
set et. geiährdeten Häuſer einzuichießen.
ve Z-itartiere brennen, je iſt die Urſache
ı, daß die Flammen über Strafen, bei.
eng a. winkelig find, binüberfpringen.
meinen, muß Das Hauptaugenmerk Fed
jein. Es geiebieht bei. wintatweirts ı.
n Tie Straße fo eng cd. Las Feuer
daß in tiefer Straße fein Menich vor
uern u. feine Sprritze zur Vertbeitdigung
cht brennenden Seite aufgeſtellt werden
ı Bedt dann die Dächer der nicht breite
te ab, beſetzt dieſelbe möglichſt Dicht mit
leiter Schläuche von Schlaudipriken ıı.
‚ fich Fenereimer reihenten Menſchen
ißt aus jetem Fenſter u. eben io viel
die Außenſeite Der Häuſer gießen u.
in ten jenjeitigen Höfen aufneftellte u.
e Sprigen wirten, daß die Häuſer ganz
r geftiellt werten. If aber alles verge-
tman ſich nech vielleicht durch Sprengen
eertbeidigten Häuſer, was die vielleicht
angene Hänſerreihe einſinlen macht, wo
Luftdrud oft die Flammen auslöſcht.
——— — m — —
243
werluft, ic v. w. Sauerſteff.
euerluft, jo v. w. Brandſtiftungstrieb.
vermal, 1) (Blutmal:, ein Muttermal
2) Rebtem.‘, ein Arandmal durch Arantmarfung.
Feuermalerei, 1) tie Kunſt, Farben mit Safe
bes Feuers auf verichietenen Steiſen zu beiefligen ;
tie Sauptgattungen ber %. find Emaille, Porzel-
lan» u. Glaeëmalerei, |. d. a.:; 2) tie Kunſt, bie
Wirkung ber Keuerbeleuchtung in Gemälden wieder
zu geben, wozu bie Maler dieſes Faches Feuers⸗
brünfle aller Art, fewie Scenen am Herb», Kar
min, Feldfeuer sc. Lei fradele ch. Nergenicein
mäblen. Peter Areuabel u. Bau Zchalfen find in
älterer Zeit, M. Miller u. Oldendorp in neuerer
Zeit die berübmteiten Maler dieſes Faches.
Seuermafern (Bier. i, ſe v. mw. Rötbeln.
euermauer, 1) io v. w. Brandmauer; 2) fo
p. w. Schornſtein.
Feuermeſſer, fe v. w. Pyremeter.
Feuermeteore, ſ. u. Meieore.
Feuern (Wiilit.', ſ. u. Schießen.
aeg ‚it Lychnis calcedonica.
eueropal :Min.), Varietät Bes I pal, iſt bya⸗
sintbretb, reingelb bis boniggelb, durchſichtig u.
ſtark glänzend; femme derb u. eingeiprengt u. in
Trümmern vor; Fundort: Zimapan.
Feuerordnung, ſ. u. Feuerpelizei.
Feuerpfanne (Walllampe;, große, mit Harz
od. Pech gefüllte Kiaune, Die zur Erleuchtung des
Wallesen. des Grabens dient.
Feuerpfeil, jo v. w. Braudpfeil.
Feuerpiquet, ein Theil der Wachtmannſchaft,
der nach einer ausgebrechenen Feuerebrunſt ſogleich
an tie Brandſiätte marſchirt, um Dort zum Abiper⸗
ren des Raumce u. zur Erhaltung der Ordnung
verwendet zu werden.
Feuerpolizei, tie Anſtalten, welche die Behörde
trijjt, um eine Feuerobrunſt zu verhüten, cd. die⸗
ſelbe, wenn ſie doch entſteht, ſchleunig zu dämpfen
(f. Feuerlöſchmittel, Fenerwebr). Die F. wird A)
durch eine Feuererbnung geregelt. Diele verordnet
meift: a) tie Maßregeln zur Nerbiltung von
Fenergefabhr, demgemäß aufgefübrte Gebäude
jo jeuerjeſt ıT.D. 3) c) zu bauen find, als es ihr
Swed geſtattet, Laß fie mit Ziegeln, Schiefer,
Merall, ſogenaunter Steinpappe u. dgl. G. u. Dach)
u. nicht mit Streb, Robr cd. Schindeln gekedt
werten, die Schornſteine obne Holzwerk aufgerübrt
werden u. auch mindeſtens 3—2 Fuß ven allem
Delze ı. anderen leicht brenubaren Dingen entternt
bleiben, 3 Fuß über dem Giebel in die Höbe ac»
fübre u. gebörig geiegt werben. Auch jeuerieſte
Anſtriche empfichle ſie (1. Feuerfeſt m) ai; ſorgt,
daß alle Derde, Vadöſen, NNerkitätten, mo mit
Fener hanıbiert wird, an ungefährlihen Orten u.,
je weit es möglich if, parterre angebracht find. Sie
verbietet die Auibewabrung greßer Quautitäten
jenergeiährlicher Sachen, wie Pulver, Knallſilber ꝛc.
innerbalb Der Wehnhäuſer n. befieblt, ſeuergeſähr⸗
liche Beichäitigungen, wie Firnißſieden, Hanjſtör⸗
reu ꝛe. nur im Freien vorzunebmen. Wie erlaubt
die Verfrachtung ven leicht entzündlichen u. ſich
ſelbſt entzündenden Waaren, wie z. B. fettigen Ab⸗
gängen von Faſerſtefi, Zündbütchen u. Zündbölzchen,
Pulver sc. nur unter gewiſien Vorſichten. Außer
tiefen Vorſichtomaßregeln fucht fie b) durch deuer
ſchug ben Feuerebrünſten möglich! vorzubengen (.
246 u
Fcuerpolizei
Feuerwehr). Die Feuersbrünſte entſtehen aber: aa) | abrufen bes Ortes ob. ber Gegend, m:
durch Selbſtentzündungen, bei. wenn pflanz-
liche Stoffe, Rartoffelfraut, Stroh, Dinger, Säge⸗
fpäne, Berberlohe u. nanentlich Rübſen, auch Häute,
Wolle, Hauf, Baummolle (namentlich fettige Ab⸗
gänge von Nafchiuenipinnereien), gebrannter Kaffee
n. beflen Surrogate, aubere ‘Thier- u. Pflangen-
kohlen, auch Kalium u. Natrium zu Berlinerblau,
dicht u. feucht auf einanber liegen u. fo in Gührung
grratsen, ferner wenn Steintohlen (auch Braun-
bien u. Torf), weldye Schwefellied enthalten,
ſtark augefeuchtet werben. Auch bb) das Entzünben
Yon leicht feuerfangeiden Segenfländen durch Budel
au den Geufericheiben, ſehr bauchige Waſſerflaſchen
u. Trinfgläfer, die ſämnitlich unter eigenen Umſtän⸗
den als Breungläfer wirlen, bewirten oft Feuers⸗
brünfte. cc) Durh Brundbftiftung. Vorſichts⸗
maßregeln gegen jede Brandftiftung zu treffen, ift
uumöglich, doch ift bie höchfte polizeiliche Aufficht
auf in ber Rubertätsperiobe begrifiene junge Leute,
indem ſolche oft in biefer Zeit einen Drang Feuer
anzulegen fühlen, anf fremde arbeitslofe Geſellen,
von Baugewerken :c., nötbig. dd Dur Ber-
wahrlojung Um biefem gemöhnlichften Anlaß
von Feuersbrünften vorzubeugen, unterfagt bie
Feuerordnuug in Echeunen, Ställen ob. Höfen,
Räumen mit Feuerungsmaterialien od. Hobel⸗
fpänen 2c. mit brennenden Licht ohne Laterne um-
ber zu geben od. daſelbſt Tabak zu rauchen, in ber
Nähe von Scheunen Feuer anzunadhen ob. zu fchie-
Ben, od. Feuerwerkle abzubreunen, fie duldet keine
andere als blecherne od wenigſtens mit blecheruen
Boben verjehenen Laternen, empflehlt bie höchfte
Borſicht mit der Aſche (def. mit ber Aſche von
Braunkohle), u. deren Aufbewahrung in Kellern cd.
—— Räumen, metallene od. töpferne Unter⸗
etzer bei Nachtlichtern, das Vermeiden Holzſtöße,
Torf, Braunkohlen od. bgl. hinter ben Ofen od. in
ber Küche an Orte zu feten, wo eine brennende
Kohle dieſelbe erreichen kann, Vorſicht beim Braten
mit Sped (obgleich dieſer allen augeftellten Ber-
fuchen jufoige nicht fliegt), Ol, Talg u. im Entzun⸗
bungsfall Dämpfungeverjuche nicht mit Waſſer, ſon⸗
bern vielmehr durch Zubeden zu machen zc.
B) Dieüber Die Seuerloſchanſtalten gefetste Behörbe
(Beuerlöfchemt,Beuerlöfchherren, Feuerloͤſcheommiſſion)
jorgt au, daß auf die Feuerordnung gehalten wird,
u. ftellt baher zuweilen (meift vor Eintritt des Win-
ter&) durch bei. dazu beftellte Beamte eine Beuer-
ſchau (Beuersifitation), b. h. eine Unterfuchung, wie
bie Yeuerorbnung gehandhabt wird, an, welche
barauf zu fehen bat, ob die Löſch⸗ u. Schutzgeräthe
in jebem Haufe vorhanden u. an Orten, wo fie
zu Händen find, anfbewahrt werben, u. was ber-
gleichen fonft jede Feuerordnung beſtimmt haben
mag. Außertem find befonbere Leute (Seuerwaͤchter,
meift mit den Nacht» u. Thurmmächtern biefelben
Perſonen) beftellt, auf die Entſtehung eines Feuers
zu achten, u. bricht ein ſolches im Orte aus, fogleich
Lärm (Feuerlärm) durch Stürmen mit ven Öloden,
Beuerireien (Kenner) Keuerjoh!), Trommeln
u. Blajen ber Garnijon, wenn eine ſolche im Orte
ift, u. durch Blaſen u. Schnarren ber Radıt- ıı.
fonftigen ter zu machen. Wirb ein Fener in
der Umgegenb bemerkt, fo wirb bies fgnatifirt
derch Stopen in ein Fenerborn (ein kegelförmiges,
tðonendes Horu mit einen ben fohnarrenden,
u Ton hervorbringenden Jung
Da® Feuer ift, durch das Spradrehn
feden einer rotben Feuerfahne od. b
aterne nach der Gegend bin, wo e8
weileu fignalifirt naau ba® Feuer au
hohen Punkten aufgeflellte Laärmlauo
Lande aber, wenn die Yeuersbrin!
als 2— 3 Etunden if, tur St
Ort, to bie feuersbrunft ift, fd
wöhnlich ot. erfährt ihn durch ben au
augebrachten Feueraunzeiger (ſ. d.).
bung ber. elettriihen Telegrapbie
Seuertelegrapbicen geführt, wodurch,i
niit einer bejolbeten od. freitoilligen,
berteu Feuerwehr (f. d.) der Lärm u.
ben das Feuerichreien, das Stürm
Trommeln in den Ortichaften verur
jeitigt it. Ein fehr volllommener
befteht in Boſton in Korbanıerifa
reren Jahren. Er zerfällt in ben St
Lärmapparat; beide haben ih
Drabtleitungen. Der erflere gibt tie
einen —* aus irgend einem Th
an die Hauptfeuerwache; durch ben
rat werben bie Yärmıgloden in verſchi
ber Stadt von der Hauptfeuermacdhe ı
Drud eine einzigen Singers, ohn
tunft von Wädhtern u. Glödnern an;
ber Stadt vertheilt befinden ſich g
nannte Signalkaſten. Won jeden
kann die Nachricht eine® Feuers in
ſchaft wittelft des einfachen Dreben
in der Hauptfeuerwache u. von bier
jebe einzelte Feuerwache telegrapbirt
Nunımer zeigt dort Überall ben DO:
dus Signal ausging. Die Zeit von
eines Feuers an bis zu befjen allgem
barung von allen Thürmen u. Feue
nalftundorten) beträgt nie mehr al
Zie Drubte ſinb über die Häufer
laufen immer zwei Drähte zwiſcher
orten in verfchievenen Richtungen,
ein Drabt verfugt, ber andere in R
Falle eines Feners geht man au ke
nen Signalkaſten, von dem ein Ber!
melcher in fchmiebeeifernem Robr läu
über befindlichen Stroinumlaufträbt
Kaften ift verihhloffen, aber mau
Schlüſſel zu finden ift, auch haben k
Nachtwächter Schlüflel bet fich.
Kurbel u. beim. jebesmaligen Umdt
Numnıer des Bezirks, in melden t
gebrochen iſt, n. die Nummer bes €
Hauptfeuerwache mitgetheilt; zugleid
ſer eine Glocke an, um den Braud
merkſam zu machen. Ninmt man an
vom Kaften 5 im Bezirke 3 gemeltet
drückt der Infpector die Tafte 3 fei
nieder, bie Drabtleitungen bewirken
der Nummer 3 auf alen Thürmen,
Verbindung fleben, fo lange ule ti
Tafte in Abſätzen nietergedrüdt ts
ber Infpector auch einige Drabtfe
Thätigteit ſetzen n. nur nach gemiffe:
legraphiren. Uber ber Juſpector brük
(in ben gefetten Fulle) auf eine zu
u. in bemjelben Augenblid wirb in
e), durch Her» | laften fünfmal heil gepfiffen. Die
Sen Ge bis Fenerpeitz
5 wächften Signal⸗ melde aus Naleten ob. auderen Feuerwertokbrvers
euerlärm vom
- - ür jeben — leb-
—
aph in Berlin At mit feinen
** Schloß, d
oſton werten ſaͤmntliche
fieben
hama, |. u. Coho Dr) ragt, welche
raefectus vigilum Randen
runft gemelbet werben mußte u. |
anflalten leitete. Bei
!
5
H
—V
3
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5
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L)
hi
E
Kaifer — aus
Eau
Ir;
2
&iien
if.
langſam zur Erbe fällt.
— 1) Schießgewehr, „= weichem urit
Pulver geſcheſſen wirb; bei. 2) Das Infantertes
nemwebr; Dh -alte deutſche Büchie mit Radiſchloß.
euerrddcden, ift Arlonis autumnalis.
werrotb, f. 1. Roth.
uerfänle, nad 2, Die. 13, 21 ne 4, 14, 44
egleiteie bie Dirarliten mach ihrem Auszuge and
upten am Tage eine Wolke, des — eine
1 ale Wegmeiler, bie; mens fie Jagerten, über bes
— ruhte, u. in welcher Yehonah ſelbſt ge
genwärtig mar:
Treueröbrunft, Feuerlöſchanſtalten u. Feuer⸗
ibe, any u fo d. w. Feuerwalze.
polizei,
I 11, jo b. m. Feuerzeichen.
Urt
* jo.n; im. ODrauder.
lem, 1) große un mit Bäßen,
melde vor bad Kamin, ob. auf dem Herde vor da
Feuer geſetzt wird, um bie. Hitze des rg Se
kalten, 2) Theil de Gemehrfeglofles,
Fruerfchro ter, io wu: ı. GHirſchkäfer (Lucanus),
!. u. Schröter m Hainluſer.
nerſchwalbe, J jo v. w. ee Segel⸗
kbmalber 8) fo v. w. Rauchſchwa
mm, der rohe Da od. Buchen⸗
rbiwamım. Gr wächſt au ben Eichen u. Buchen als
vödrerihwamm (Bolotus igniarius u. B. fo-
mentarius 4); in menden Ländern wirb auch
ber Eiheublätterihmwanm (Agaricus quer-
uerſchwamiun verarbei
ben Schwamm —
einmal.
geringe gelb ob. braun;
ſchwarz färbt man ihn wit Abjub von Erlenrinde u.
er od. Blauholabiuhe m. —— De
. wird in Deutichland für dem beften ge-
eißer Se a One au me
entzünbli gemacht; kommt aus
Frankreich. Blätteren Bapierihmamm wirb
papterartig aus dem rohen Gchwanm zubereitet n.
“> — ſogar zum Beſchreiben u. Bebruden ver⸗
udet. Der F. — SIE en gebraucht.
er he En 5. Branbieken,|. u. Brand16).
rw.), 1) Yeuerfontainen als
um eine befeftigt, an-
rebt; 8) fo dv. w. Fenerrad,
e En
8, 1. Bullen.
— ——* mittelſt ber man einen
Waflerkrahlauf einen brennenden treibt,
um denſeiben dadurch auszulsſchen. Die älteren
Ulmer
balten;
Shlertali I
eines Krei
ne
|. wenn es Meta *
vermag od. doppelte Drucko ert᷑ angebracht ——
beißen darnach einfache u. Deppeifprigen
Die Kolben⸗ ob. Zu —
werte werben von — Ari > nnd
einem eileruen
iR Dust O8: :
246
arbeiten Tönnen, enbigt fidy biefelbe in eine eiferne
Gabel, an welcher hölzerne Quergriffe befeftigt find.
Die Stiefel fangen das Waſſer aus der damit
gefilliten Spritzenkumme ein, u. ber niederge-
brüdte Kolben treibt e8 aus benfelben burch das
Steig- u. Ausgußrohr, deren okerer, nad
allen Richtungen beweglicher Theil Branprohr
Heißt, als einen Strahl 40—80 Fuß body. Diefes
Gteigen wird daburch vermehrt, daß an der Guß⸗
röhre ein enger Mün dungsaufſatz (Munbftäd)
angeihraubt wird. Bon der innern Geftalt deſſel⸗
ben hängt e8 ab, ob ter Waſſerſtrahl lange zu-
ſammenhält; verengt er ſich koniſch, wie man es
ſonſt einrichtete, fo Divergirt ber Waſſerſtrahl Aber
das Kreuz u. wird bald zu Tropfen. Es if daher
gut, wenn ter Mündungsauffah Anfangs ⸗
driſch iſt, Dann ſich conver verengt u. von dieſer Ver⸗
engung bis zur Mündung wieder nie wirb.
Bei einem zu weiten od. zu engen Nünbungsauf-
ſatz gebt der Waſſerſtrahl nicht To hoch, doch wirft
ein weiterer Auflat mehr Waſſer. Um bei bren⸗
nentem Stroh, Heu u. ähnlichen Gegenſtänden
nicht das Anffliegen bes Feuers zu bewirken, bebient
man fi eine® Braujearfjages, ähnlich bem
einer gewöhnlichen Gießtanne, boch mit größeren
Löchern. Um bie Qußrögre nach allen Himmiels⸗
gegenden u. nad jedem Grad der Höhe richten zu
tönnen, muß das Steigrohr 2 Gelenfe haben. Die-
fer Theil heißt Wenderohr. Ber den einfachen
Spritzen fet ber Waſſerſtrahl fo lange aus, als der
Kolben im Stiefel fleigt u. letster neues Waſſer
faugt, u. aud bei ben Doppelipriten wird der
Balferfirafi auf kurze Zeit unterbrochen, woburd
viel Wafler verloren ‚ welches das euer nicht
erreicht. Daber hat man bae Compreſſionege⸗
fäß der 5. (Winpteffen), einen großen, weiten
Kylinder von ſtarlem Kupferblech angebracht, ber
durch eis gelrüpftes Rohr mit deu Stiefeln verbun⸗
den iſt n. das ausgeprefite Waſſer zunächſt auf-
nimmt. An der Seite deſſelben iſt das Steigrohr
angebracht, u. hält man dieſes während ber erſten
Kolbenftöße oben ze⸗ ſo ſteigt das Waſſer in den
Windkeſſel u. brüdt bie darin befindliche Luft be⸗
deutend zufanmes, welche nun, vermöge ihrer Ela⸗
ficität, einen ununterbrochenen Baflerftzahl ber-
austreibt. Die Spriten ınit einem Windteflel beißen
baber Gußfipriten, bie ohne Windkeſſel Stoß-
od. Abſatzfpritzen. Alle biefe Spritzen heißen
Rohr⸗(Standrohr⸗) Spritzen. Da man aber
in engen Gaffen od. in Hintergebäuben mit ber
Eprige oft nicht ganz nahe an das Feuer heranfah-
ren kann, auch um dem Feuer innerhalb der Ge⸗
bäude gehörig anlommen zu Lönnen, fo bat man
bie Einrichtung getroffen, daß an den Windkeſſel
od. an das Steigrobr ein Schlaud ob. eine
Schlange angefchraubt werben taın (Schlaud-
ed. Schlangen Iprigen) Der Schlauch ift unge-
führ 14, — 2 Zoll im Durchmeſſer weit, von ohne
Naht zuſammengewebtem Hanf, befleht aus einzelnen
Stüden von 20—30 F. Länge, von benen jete® an
ber einen Seite mit einem kurzen Meſſingrohrſtück,
worauf entweber ein Schraubengewinde, ob. im
Junern ein Muttergewinde befindlich, verfehen ift,
jo baß bie einzelnen Schlauchftüde zu einem Schlaud)
von beliebiger Länge wafjerdicht verbunden werben
tönuen. Un die Ken mit dem nötigen Wafler zu
verjehen, hat man ten Zubringer. Dies ift em
Fhlan, weicher mir den Gprigenftiefel in Berbin-
Feuerfprige bis Fenerſtein
| bung ſteht u. mit dem andern Ende in m
gehängt wird, wodurch ſich die Spritze fe
ſihige Waſſer einſaugt. Bei entferntem 2
eine Vorrichtung, wo man mit einem
Druckwerl od. einer Spritze das Waſſer
einen Schlauch der arbeitenden Spri
Die Fen werben meiſt auf Wagen od. €
ſetzt Fahr⸗ od. Kufenfprigen); !
den auch auf einem tragbaren Geſtel
Auf einer Heinen Fähre (Brahıme) erri
tzen heißen Prahmſpritzen. Dieſel
wenn in Städten, wo ſchiffbare Flüffe fi:
unfern vom Ufer breunt, in bie Gege
ebracht u. das Waſſer mittelft Schläu
unkt der Feuersbrunſt geleitet. Die ll:
gen find Die Handipriggen, Doch nur
eines erft entſtehenden Feuers braucht
zum Theil von Holzu. ganz einfach,
Kiyftieriprigen. Bei einer andern Art
erne Stiefel unten ein Ventil u. wirt
Ts mit Wafler gefiellt, der hölzerne
auch ein hohler Eylinber, bat oben ei
aung u. unten a —— Bei en
oppelfprigen fin ren fo zuſa
daß, wenn in 2 Röhren ber Kolben ſpi
3. der Waſſerſtrahl in bie Höhe getı
Auch hat man Handipriten mit eine
Stiefel u. einem Schlauche, melde bi
Standfprigen heißen u. ın ein
Waſſer geftellt werben. Der Bauarteı
fprigen gibt es ziemlich fo viele, als
bauer gibt, ba jeder derſelben Anberu
Viele haben ſich Mühe gegeben, ſowobl
Sprigen turch benfelben verwantte D
Drebtoiben u. Schwinglolben zu erſetz
fonderlihen Eriolg. Die rotirenten ı
engliichen Erfinderu, von Repſold ın
Anderen find zurüdgeftellt worten.
Cylinderſpritzen bleiben die beften. Di
getriebenen Sn, Danıpffeueripi
ganz wie Locomotiven conftruirt; fie
Ba fer bis 200 8. hoch u. können in e
5 Diinuten in Bewegung gelelgt merteı
von F-n find bef. in Nordamerila fehr v
in Deutichland hatte man bie erſte
Fen treibt man oft mit ftehenten Dan
wo es paßt in großen Fabriken u.
Die F. (gr. u. lat. Siphones) war fche:
befannt, u. Ktefibios (f. d.) um 150:
als Erfinder genannt. Dieje %. war ei
mit zwei Stiefeln. Die Remer Iı
Schlauchſpritzen. In Deutſchland kom
im 16. Jabrh. ver; 1655 verfertigt:
bergl. in Nürnberg u. 1699 kamen *
Gebrauch. In England kamen fie
in der jetzt gebräuchlichen Form erſt 171
J. K. Guͤtle, Über Ginriptung, Bau
der F⸗n, Nürnb. 1796; 3. E. Silberſch
lungen von Priliung ter F., Halle 180
Hagemeifter, Abhanklung von $n, :
H. L. Maaß, Anmeijung zur Berfertigu
Yen, Hauuov. 1826, 2. Aufl.; Henneber
zum Gebrauch u. zur Pflege der Sn xc.,
gene abl, f. u. Feuerzeug.
uerftatte (Beuerfielen), 1) fo
2) jo v. w. Brandſtätte.
Feuerftein (Flint, Slintenfei
machus), Barietät tes Quarzes, iſt
Fenerſtein bis Zeuerverficherung
ih, wachagelb, ſchwarz, bat flach⸗
Kruch, tft matt, durchicheinend u.
inent, gibt Funlen am Stahl; findet
Knollen, Platten, in Yagern, ale Ge⸗
ı ber Kreite. Um die Sıeine in For⸗
lagen, die fie bei bein Gebrauch baben nurte 1
247
Feuerftein, Gebirasftod zwiſchen Unterwalden
u. dem Amt Entlibuch des Schweizercantons vu⸗
zern; 6700 Ku bech.
Keuerftein von Fererſteinsberg, eine tathc»
liſche Familie in Tfterreich, ſtammt aus Wregenz,
757 ın ten jrreiberren: u. 1793 in Den
ven fie non ber Kreite beireit u. Lann | Grafenſtand erbeben: das noch einzige übrige Glied
m 1—2 Bir. (Antbrüce, mit ebenen '
lagen. Diefe Anbrücde werten num,
efimmung, ale Slintenfleine,
d. Musketenſteine, mit dem (2%
aus gutem Stahl verfertigten, au ber
sit einer abgeſtumpten Spige, an ber
ner 2— 3 Yinien langen, abgeſtumpf⸗
perjebenen u. au einen 7 —5 Zoll
befeftigten) Epit- od. Schiefer⸗
1—3 5. fange, 1 —1? 3. breite u.
2; Yinien bide Schieferflüde geiral«
chieierſtücle werten nun in wieredige
nge nach geipalten; bies geichiebt mit
enbammer (befiebenb aus einer
bweren ftubleruen Scheibe, tie am
zgeſtumpite Schneide bilder u. in der
en 6 ZcU langen Helm befjeſligt iſt,
Let. Ereineijen (einem aus nicht
abt geiertigten, 7 Zoll langen, 2 Zoll
iiermigen Anftrument, das aber an
zugeſchärft if u. bei ter Arbrit 2 bie
ı einen Holzklotz, wit der Schueide
agelaiſen ift;, inben der Arbeiter das
mi tie Schneide tea Sreineilens balt
cheibenbauimer gelinte Schläge Darauf
erkaltenen Stücken, deren man meb⸗
ter Zange des Schieferftüde, erbäit,
enſelben Werlzeugen nun weiter zuge⸗
mi. Gin guier Aıbeiier lann jeden
tũct Echieier ſpalten, aber nur 500
en. Ein Senglemerar gibt höchſteus
ıtem * ber Diajie Abfall iſt, Ter au
“rd. rüber war tie Vereuung ter
Eebeimniß der Franzeſen; fie war⸗
tement Cher in der Gegend von Vic»
cerfertig:, u. ed war bei Tedeéeſirafe
ren Brüchen, wo fie geiunden mwur-
ı Vergebens jchidten Die preußiſche,
u. a. Regierungen zu Anfang tes
tmiffäre dahin, um bie Bebandlung
nnen zu lernen. Eie ſahen dieſe zwar
ber zu wenig Mineralogen, um eine
ung Steine nachzuweiſen, u. erliärten
rnfieine in anderen Ländern für un
inzenſieinen. Erſt Jeſeph II. erhielt
ung eines Preiſes ven 300 Ducaten
edung von Flintenſteinlagern Nach⸗
ben in Tyrol u. bald wurden in.
listen, rain, Salzburg 2c übe :
u. Flintenſteine bereitet. Tie ver
ntenfteinfabrifen im Frankreich find
2r Aignan, Ceuffy, Viennes, Ye,
Durch Einführung ter Fercujfione-
fer cbemiſchen Feuerzenge bat der
nei ſehr gelitten.
Früher tenugte -
tige Se auch zum Glaeſchneiden, u.
rn Des Alterıbins, ſewie noch jetzt bei
pielt ber F. eine wichtige Rolle, ta fie
ı ihre Zträtärte, Waffen u. allerband
erfzeuge fertigen, deren man ncd) viel«
Arabnialen verſfindet.
it: Graf Anton, Sohn Des veriterkenen rufen
Anten Frauz, geb. 28. Juni 1799, iſt öſierreichi⸗
| fer Tberſt u. feit 1846 Witwer von Eliſabeth
geb. von Zturmer.
Feuerfeinpapier, eine Art Polirpapier, f. u.
Papier.
Feuerſtern, Pflanze, |. u. Lychnis.
euerſtrafe, I. Verbrennen.
uerftube, Feuerſtuͤbchen, ic v. m. Feuergielke.
Feuertaktik, tie Vorichriiten der Taktik in Ve⸗
zug auf tie Fernwirkung der Truppen mittelſt Ge⸗
webreu. Reiche.
Treuertaufe. 1) die Zaufe, mit welcher Jeſue, nach
Johaunes Vorberſagung Matth. 3, 11), tauien
würde; iſt nach Ein. von ben Wirkungen des beit.
Geiſtes anf die Apchtel, nach Mut. ven tem über
die Juden an verbängenten Gerichte, nach And.
won der Bluttauie der Mlärtorer zu veritehen. Am—
broſius Dachte an eine Laufe ter Heiligen am Ente
der Reit; 2) ter Bund mir dem Teufel, Der nach
ber Eage ınit Feuer tautte, wäbrend Chriitus 1.
die Seinen Das Waſſer ale Bindungemittel an fich
brancbteit.
Feuertelegruph, j. u. Feuerpelizei n).
Feuertbaien, Warkiflecken im Bezirk Audel⸗
fingen tee Schweizercanteus Zürich, nabe an ter
Schatibauſener Rbeinbrüde, ISeinbau, Pejtbureaur
770 Em.
Feuerthor, Thor an der Nortfeite Des jeruia-
lemitiichen Tempels, in Der Näbe des Verbefs ter
Seiten, zwiſchen dem Ober⸗ u. Kpiertbere. Mau
gelangte durch Dieiea Thor in die inwendig vor Lee
jeiben liegende Kenerlammer.
weuertburm (Seew.), fo v. m. Leuchttburm.
weuertenne, Tonne, mit Pech u. verſchiedenen
Fenerwerletẽrpern geiüllt, wird zur Vertbeidigung
ter Vreiben u. Zerſiörnug feindlicher Werke an⸗
gewendet.
Feuertoyf. ver Erfindung ber Bombe (1. d.) ein
Tepi mit drennenden Stoffeu, welcher mit einer
Balliſie gegen den Feind geſchleudert wurde.
Feuerung, i. u. Heizung.
Feuervergeldung, |. u. Vergoldung.
—— Die Verſicherung gegen
neucrö,eiabr bilder ben hauptſächlichſten Zweig des
Aſſecuranzgeichäites u. bezieht ſich auf Immebiliar⸗
u. Mebiliarvermögen. Der Schutz, melden ber
Verſicherer dem Verſicherten gegen Neueregeiabr ge⸗
wabri. erſtreat ſich nach dem jetzt allgemein üblichen
Gerrauch auch auf diejenigen Gegenſtände, welche
in Felge der Ydich- cd. Rettungsverfuce, alſo nicht
tire.t vem euer, beicbäbint ed. wertbles werden.
Jedech pflegen viele ssenerwerfiherumgsgeiellichatten
Veſchädigung durch Reiten nur zu vergäten, wenn
tie Kerzun,g auf Anordnung ed. mit Zuſtimmung
eines Agen!en ber Geſellſchait vergenemmen wurde.
Dagenen gewabri die F. deinen Schuß gegen Fener⸗
ſchäben, weiche in Felge kriegeriſcher cd. tumultua-
riſcher Ereigniſſe od. durch Eruptionen u. Errbeben
beramlaßı werden. Gbenio werben bie durch Er⸗
plofienen eutſtehendeu Beſchäͤdigungen von einige
248
Geſellſchaiten nicht vergütet, wohl aber Diejenigen,
welche ver Blitz berbeiführt. Baares Geld u. Wertb-
papiere u. Dinge, welche nur einen Affectionswerth
befipen, rflegen in Der Regel als Verficherungs⸗
rifico® nicht angenommen zu werben; auch erftredt
fih bie Vergütung ber Geſellſchaften nur auf bier
jenigen Gegenſtände, Deren Vorhanbenfein vor Aus⸗
Bruch des Brandes ber Berficherte nachweiien kann.
Gine mehrfache Verfiherung ein u. deſſelben Ri⸗
ficos bei mehreren Geſellſchaften iſt geſetzlich nicht
geſtattet, um böswilliger Brandſtiftung zum Zweck
einer Vermögensvergrößerung vorzubengen. Da⸗
gegen ſteht es dem Verſicherer frei, den Werth eines
Kiſicos zu theilen u. die Theile einzelnen Geſell⸗
ſchaften zur Verſicherung zu überweiſen, wobei jede
derſelben im Unglücksfalle nur für ben fie betreffen⸗
den Theil des Schadens auflommt. Auch kann ber
Berficherer fir einen Theil bes Riſicos Selbftoer-
ficherer bleiben. Bei großen Rificos, vorzüglich Fa⸗
britanfagen, pflegen bie Tenerverfiherungsgejell-
fhaften durch Ritdverfiherung einen Theil des Ri⸗
ſicos anderen Gefellfchaften zu übertragen. Der
biswillige Branbftifter geht feines Anrechtes auf
Vergütung verluftig, nicht aber Pritte Perfonen,
welche durch Brantfiiftung zu Schaden kommen.
Die Höhe der Prämie richtet fich nach ber Beſchaf⸗
fenbeit Des Verſichernungsobjectes felber u. nach ben
äußeren Umſtänden, melche Die Sicherheit deſſelben
vor Feuersgefahr beeinträchtigen. So bedingen Ger
baäude aus Fachwerk höhere Prämien als maſſive
Bauwerke, ebenfo der Betrieb von Gewerben, melche
die Feuersgefahr entweder durch das Vorhanden⸗
fern leicht entziinblicher Stoffe od. durch beiondere
Heizungsanlagen vermehren. Sfelirt liegende Ge⸗
bände zablen deshalb auch geringere Prämien ala
ſolche, welche durch Die Nacbarichaft von MWobn-
gebäuden od. Kabrifen einer größeren Gefabr aus-
geietst find. PVerficherte Gegenſtände, welche nad
einem anderen Lecale transpertirt find, bebalten
ben ihnen gemwäbrten Echnk nur, wenn die Focal-
veränderung mit Zuſtimmung des Verſicherers ge=
ſcheben ift. Bgl. Affecuranz IT. R).
Feuerverſprechen, angeblibe Kunft, einer
Fenerabrimft obne die gewöbnlichen Loͤſchmittel Ein⸗
balt zu thun, indem man Gebete (Feuerfegen) tar:
über fpricht n. Dabei mancherlei Formalitäten ber
obachtet, 3. B. um das Feuer berumläuft cr. reitet.
Benerbogel (Baltimore» Pogel, Xan-
thornus s. Cassicus Baltimore‘, ®ogelgattung
aus ter Kamilte ber Staare in Nordamerika.
Feuerwache, eine Wache zu Verhütung einer
Feuertbrunf; fo beſ. in Theatern u. äbnlichen Or-
ten, Die nach geentigter Vorſtellung das Haus durch⸗
fucben muß, ob nicht ein Yicht brennen geblieben,
ein Feuer nicht ausgelöſcht fei.
Seuermn en, for. m. Schießwaffen.
terwalze (Pırosoma J’er.), Gattung ber
Seeſcheiden (der ſchalen⸗, kopfloſen Meichtbiere bei
Euvier); um eine hohle fingers⸗ ch. fpannenlange
Walze or. Kegel (anf ber einen Zeite nur offen)
figen eine Menge Tbiercben in Kreiſen; das Ganze
ſchwimmt frei, Da die Tbierchen gemeinichaftlich ſich
aufammenzieben u. nachlaiſen; die After öffnen
fich in Die gemeimichaftliche Räbre ; Teuchten bei Nacht.
Arten: Atlantiſche F. (P. ailanticum), kegel⸗
ſörmig, die Thierchen mit pfriemenfermigem Ente,
finden fih in den tropiſchen Meeren ungemein häufig,
glängen in ber Ruhe gefblichgrilu u. geben bei ben
Benerverfprechen bis Fenerwehr
| Bemegungen ein wunderbare Karben
roth, Brün, Blauzc.; Rielen-%.(P.
einige finden fi) auch im Mittelmeer
— ‚fo v. w. Feuerfäche
erwehr, die Gliederung eine
fonen einer Ortſchaft zu einer Körpe
Amede, bie perfönlichen Dienſte bei }
In thun. Diefe Olitderung ift febr v
afgabe ber Größe u. Lage ter Or
Höhepunkt ihrer bürgerlichen ct. g
Ausbildung. In den größern Städte
kommen einexercirte u. befeldete Sch
ftellt, tie man Bompiers (Sp
nennt. Städte, melde eine ſolche M
erbalten können, haben menigftens ei
Mannſchaft als %., welche auf ge
fignal zum Feuerdienſt fich zu ftell
ift. Zur Beihülfe find bie Bürge
deren Gehülfen, Fabrikarbeiter, Han!
Knechte ꝛc. in beſonderen Abtheilunge
Ober⸗ u. Unteranfuhrern verpflichtet
nung wird in ber Regel fo getroffen: ı
rotte ob. deuerſchaar, zur Vebienunc
beftebt aus Schloſſern, Schmieden,
ähnlichen Handwerkern, bie wieber Ei
fprige in den Sprißenmeifter,
Eprite befehligt, deren Wirkung beı
Bau genau kennt u. in dem Augen
Stedungen möglichſt abzuhelfen weiß
tobrführer, welder das Stantı
nach Befinden ven Schlauchrohr
Schlaudhmeifter für den Zubrin
Mannſchaft, als die Sprite u. bie
dürfen, getbeilt it: b) Gewerfsr:
niere, Einreißſchaar), zum Eir
ans Zimmerleuten, Maurern, Sch
dgl., welche mit Arten, Brecheilen, £
an Hafen ꝛc. bemaffnet find; e) tie W
(Zubringungeaktbeilung) bilden gen
ger, fie bejorgt die Herbeiſchaffun
m Eimern u. Sturmfäflern u. Die {
des Löſchapparats; dy die Wachſcha
in den nicht brennenden Straßen, bı
Die Ansgänge des Orts, mo es brı
bei. anf das Flugfener, meldes v
Das feuer in tie Höhe, vom Winde
benen brennenten Stroh, Getreide
anlaßt wirt, damit dieſes nicht von !
fergt Dafür, daß die Luken in Dächern
gefchlofien werten, damit fi Das $
durch weiter verbreite, achtet Darauf,
fteblen werte u daß feine Unordnunge
läßt auch, um Steblen u. bauprfächli
dränge jtet8 verbimtene Unerdnung
Niemand als tie F-mannfchaft zum
Dieſe Abtbeilungen uünterſcheiden fich di
eine Armbinde, Tocarde u. dgl. von eiı
Farbe von einander. Sie tragen auch
u. ſchützende Kepfbedeckungen von e
Schnitt. Außer dieſen Abıheilungen
©) eine Rertungsichaar; fie füb
tnnasgerärb u. Malchinen bei fi (f.
anftalten. Mebrere Siädte zeichnen fü
mäßige Einrichtung ven Ken aus, fc
Sarre 1851 wurde dert die F. ing Lel
macht, abgeieben veu ber erfien Ausga
richrung, über 100,000 Thlr. jährliche U
u. Termalsungsloften nöthig. Gie
Fenuerwehr bie
Beuerwerkölärper
239
:ankbirecter, einem Branbinfrector, 4 | 1831; Handbuch der Pariſer Fenerwehr, bearbeitet
en, 40 I berfeuerniännern, 150 fkeuer-
360 Spripenieuten. Die Mannſchaften
tunen Dienſt u. 24 Stunden Rube, in»
ı Zkeil ber jetesimal Nubebabenten bie
Theater u. Beranligungeorte beziehen,
igen Vorfichtsmaßregeln zur Verbiltung
B zu treifen u. zu übermaden. Zu ber
mer tie Dannichaft zur Bedienung filr
, nänılich 44 Rebrmeifler n. 220 Drud- .
ie Kleidung tes gewöbnlichen Feuer⸗
ne blaue Tuchjacke mit Scheß u. Ver⸗
zraue Tuchbeſen, Zwilligbofen u. Jade
ben, Feuerkappe von ſchwarz laclirtem
von Schunck, Braunſchw. 1856.
Feuerweihe, tie katboliſche Kirche weiht das
zum Anzünden der Yampeı u. Kerzen zu verwen⸗
dende Feuer am Sennabend vor Oflern. Außer⸗
halb der Kirche, gewöhnlich in ver Vorballe terfel-
ben, wirt aus Kieſelſtein Feuer geichlagen, damit
ein Holzſtoß, von dieſem eine in Drei Spiten aus-
gebente Kerze (Triangel) mit tem dreimaligen
Ausruf: Lumen Christi! (Das Licht Ehriflit) u.
von derielben bie Übrigen Lichter angezündet.
Weuerwer?, 1) Verkintung mebrerer, in ge-
willen Abtbeilungen zufanımen gezündeter Kunſt⸗
feuer, um irgend ein freudiges Ereigniß damit gu
bi8 tief über ben Naden hinunterreicht. ! feiern. Je nach dem Ort, wo fie abgebraunt merben
ib trigt ber Feuermann einen 4 Zoll
tungegurt aus Rindsleder, woran fich
er Rettungshalen, eine Fangleine im
yanbbeil in lederner Tajche, ein Nagel⸗
follen, kann man folche untericheiden,, welche ibre
Wirkung in der Luft zeigen follen; folche, melde
biefelbe auf der Erte zeigen, u. foldhe, welche auf
ben Wafler angezündet werten. Außer befonderen
iblerner Schuh befinden. Der Feuer⸗ Yiguren, Namenszügen, Kronen, Eonnen u. vergl.
nicht über 40 Jahre alt fein u. muß in ! foınmen Dabei bef. zur Wermentung Raleten,
gebient, eine vierwöchentliche Probezeit
Schwärmer, Feuchtfugeln, Buntfeuer, Cascaden,
„bei feiner Anſtellung einen Eid durch Räder, Tourbillons, Girandolen, Feuerfontainen
abgelegt baten. Die geſammte Mann⸗
f 15 Feuerwachen vertheilt, welche fich
exen Stadttheilen befinden. Auf jeder
em iſt eine große fahrbare Sprihe nebft
ıod. Steigleitern, Rettumgejad u. eine
(f. u. Yeuerläichanftalten) vorhanden,
ebienung ein Sberfeuermann mit vier
ern u. dem nöthigen Geſpann gebören.
ner es 5 Brantinfpectienen; jede ber-
it eine Maſchinenleiter, einen Utenſilien⸗
agen, 5 Rädertienen u. einen Trans⸗
Dazu gehören die nötbigen Feuer⸗
5 Spritzenleute, welche ſich von 2 Uhr
5 4 Uhr Morgens bereit halten. Im
e ber Stadt liegt endlich die Haupt-
» Perfonenmagen, einem Waſierivagen,
nern, 37 Eprigenleuten n. 20 Fener⸗
Bricht nun in irgend einer Straße feuer
Sieht Die erfie Meldung von tem be-
‚onftabler cd. Wächter, tie fie von ker
iſtation erhalten, wo fie ihren Standort
em nüchſten Wachtpoſten ber F. Diefelbe
ms; bie Fahrzeuge werden mit Bliges-
annt ⁊c. u. in 1}, fpätefteris 3 Minuten
tig. Die Telegrapbenhauptflation gibt
beren Feuerwachen wondthig Nachricht,
faſt gleichzeitig ſämmtliche Feuerwachen
a dem Orte bes Brandes u. dem Um⸗
ven in Kenntniß geſetzt. Die Comman⸗
mit einer Pfeife geseben, bie wei fchrille
‚orauß fich viele Signale zuſammenſetzen
e ähnliche Ginrigtung beſteht in Leipzig
illigen Beitritt von Zurnern zu einer
rwehr neben ber ſtädtiſchen F., die aus
Mebt, welche ihre Arbeit als Feuer⸗ u.
te neben anderen Geſchäften auefilhren
ı fi ale Wachtſchaar die.Bürgergarbe
(garde) geſellt. Bgl. Fenerpolizei. Eve⸗
buch Für alle Statt- u. Landgemeinden zc.,
runbfägen bes Pariſer Sprigencerp6 be-
ı Betri, Ilmen. 1829; Köliner, Echuß,
ife i dlinb. 1826;
Ent one
ng, Rettungsanflalten bei — Um
run, Genertuetg> u. Häifänuch, Spy
u — — — — —— — br — — Ú — — —
De D — —
n. Feuergarben, Feuerregen, Irrwiſche, Kanenen⸗
ſchläge (1. d. a.) u. dal. mebr. Ein F. wird meiſt
in 2 od. 3 Acte getheilt, two bie in jedem enthalte⸗
nen Feuer tbeils zugleich, tbeil® in faft unmerflichen
Zwiſchenräumen gezündet werden müſſen, weil ein
zu langfamer Gang der Darftelung, anftatt ter
beabfichtigten freben Etimmung, nur Langeweile
bervorbringt. Die großen Koften der X-e (zumeilen
25,000 Zbir. u. mebr) baben in ber leßtern Zeit
fie faft ganz aus Dem Gebrauch gebracht u. fie were
den gewebnlich nur noch im Kleinen zur Welufti-
gung ber Nengierigen u. ter Augend gegen ein
Eintrittogeld zegeben. Höchſtens kommen fie noch
bei ganz großen Feierlichkeiten filrftlicher Familien
u. bei Artillerien ver, melde fie aus eripartem
Fulver zur Übung ſelbſt verfertigen u. fie desbalb,
weit fie fein Arbeitslohn zu zablen baben, weblfeil
been tdunen. Ein F. muß überraſchen u. durch
eine Wirkung erbeben, nicht aber ſich in kleinliche
Spielereien verlieren, wie es bie chineflichen m.
italtenifchen Fee thun. In China fpielen die %-e
eine große Rolle, u. Die Chineſen haben es in den⸗
felben zu großer Wertigkeit gebracht; 2) fo v. w.
Ernſtfeuer.
Feuerwerker, 1) bie Verfertiger der Kunſtfener;
fie waren in der frilhern Zeit zünſtig u. machten
fie am meiflen unterrichtete Klafle der Artilleriften
aus, weiche zugleich ben Gebrauch ter Mörfer m.
Minen bantwerlemäßig gelernt batten; ſ. u. Are
tilerie III.; 2) NArtillerieunteroffizier, entfpricht
tem Sergeant ter Infanterie.
Feuerwerkerbündel , fonft ein Bündel eiferner
Schläge, welche, mit Pulver u. Bleikugeln geladen,
aus Kanonen 6 wurten.
Fenerwerkerknoten, eine dreifache Schlinge,
womit alfe bei der Feuerwerkerei zu bindenden Be⸗
genftände befeftigt werden.
erwerferfunft, Kunſt, Ernfiiener u. auch
alle zu einem fjenerwert gehörigen Stücke anzu⸗
fertigen. J
Feuerwerkötörper, tie Munition u. alle bie
Gegenftände, welche aus beftig brennenden Mate⸗
rialien für den Kriegsgebrauch ed. zu Yuflieneriwer-
fen bereitet werden u. durch ihr Wreimen in Wirk
ſamteit treten jollen. Zur Bereitung berjelbei wird
‚250
Zeuerwolf bis Fenillants
ber Seuerwerköfag, ein inniges Gemenge von brenn« | in Gebrand ; ihre Anmenbung ift geger
baren Deaterialien, in tem fiir einen beftimmeen
Zweck geeigneten Berhältniffe verwendet.
Feuerwolf, bas in ſtark geheizten Badöfen, ob.
aud an andern Feuerſlätten zuweilen plöglich er-
folgende Ausbrechen ver Flamme durch Das Ofenloch.
Beuerwolte ‚1. u. Keuerzeichen.
euerzange, 1) große, eijerne Zange, Deren
Schenkel ın der Mitte durch ein Gewinde vereinigt
werben; die Kneipen find von verſchiedner Geſtalt;
fie dienen Dazu , Das Eiſen zu fallen, in das euer
zu bringen u. in bemjelben zu regieren. Um das
Eifen recht feft halten zu können, ift an ben Griffen
eine Klammer (Spannhalen), mit welcher bie
Griffe zuſammengepreßt werben; 2) ähnliche Zange,
Doch viel Heiner, um Koblen aus ben Feuer zu
nehmen, od. das brennende Holz zurecht zu legen;
find bie beiten Schenkel nur durch einen claflifchen
Bogen vereinigt, fo heißt fie Feuerkluft.
uerzeichen, 1) bie Beuerwolte hei Nacht,
Rauchwolle bei Tage, welche eine ferne Feuers⸗
brunſt andeutet,; 2) Zeichen Dur Anbrennen von
Holzſtößen, un Signale zu geben; vgl. Fanal.
Feuereug; 1) Apparat, um glimmenbe® u.
helles Feuer zu erzeugen. Bei ten Alten gefchah
dies durch Ancinanserkhlagen zreeier Kiefelfteine u.
Entzünten eines Schwainmes durch ben fo erhal»
tenen Funken. Die Römer nannten ein folche® $
Ignıtabulum u. ſchrieben die Erfindung deſ⸗
felben tem Pyrodes zu (ſ. Feuer); auch erzeugten
fie Feuer durch Aneinanberreiben zweier tredener
Hölzer. Zu Numa’s Seiten wurde das erlofchene
heilige Feuer der Tefta durch metallene Hohlfpiegel
entzünbet ; auch bie Griechen lannten biefe Art Feuer
anzuzünden, denn Archimetes foll bei ber Belage⸗
rung von Syrakus bie feinblihe Flotte mirtelft
Fe Brennipiegel verbrannt baben. In Grie-
chenland beftand das gewöhnliche F. (Pyreion)
aus einen beblen Holze (Eechara) u. einem andern
(Trypanon), welches in dem erfteren fo lange ge⸗
rieben wurde, bis es ſich entzüntete; man nahm
Dazu bei. Yorbeer-, Epben- od. Maulbeerholz. Diefe
Art von F. fell von Hermes erfinden worben fein ;
nach dem homeriſchen Hymnus auf Hermes fcheint
berjelbe das Feuer durch Reiben von Eiſen auf Holz
erhalten zu haben. Auch im Mittelalter betiente
man fich noch als F. zweier Hölzer, von benen das
eine glatt war u. das anbere, wie ein Hobel geftal-
tet, auf dem erfteren gerieben wurde; auf ganz äbhn⸗
liche Weile erzeugen bie Wilden euer. Epäter
famen tie Fre in Gebraud, wo durch Entgegen.
fhlagen eines gehärteten Zeuerfiabl® gegen einen
harten Stein (Beuerftein) u. Auffangen der unten
auf Zunter cd. Schwamm berfelte zum Slimmen
ebracht u. durch einen mit Schwefel überzogenen
aumwollenen Karten (Schwefelfaden) Helles
Feuer erzeugt wurde. An die Stelle Diefer Fee tra⸗
ren die ſogenannien chemiſchen Fae, welche gegen
Ende des 18. Jabrh. von Frankreich nach Deutſch⸗
land gebracht wurden; ſie beſtanden aus einer mit
Aſbeſt gefüllten Flaſche, welcher mit Schwefeliäure
angeſeuchtet war, u. aus den eigentlichen Zündhöl⸗
zern, deren eines Ende mit Schwefel u. dann mit
einer, meijt mie Zinnober gefärkten Miſchung ven
&lerjanrenm Kali, Schwefel u. Yeim überzegen war.
Bei der Verübrung biefer Miſchung mit ber Schiwe-
feljüme entzündete fie fi. Seit ter Dlitte tes
4. Jahrzehndes kamen die Streichfeuerzeuge
|
allgemein u. ihre Sabrilation ift zu ein
Induſtriezweig herangewachſen. Liber
denen Arten u. die Bereitung der Streich
Andere, wiewohl nur wenig in Gebr
mene Fe⸗e ſind: das elektriſche F., w
ſtoffgas mittelſt eines eleltriſchen Funke
wird u. in einer Flamme ausſtrömt; Fi
Bafel erfand fie 1770 u. Ehrmann ır
machte fie zuerft 1780 befannt. Die p
hen F-e befteben in einem boblen (
einem luftdicht ſchließenden Stenpel
ſchnellem Hineinftoßen bie eingeſchloſſer
erhitt, daß ein Daran befefligter Zunbeı
men gelangt. Das Phosphor⸗F., m:
berubt, daß Schwefelhölzchen, in ein m
gefülltes Fläſchchen getaucht, beim $
etwas Phosphor mit beransbringen,
dann an der Luft entzündet. Die Ann
—— — —
— — — — —— —— —— — — — — —— ——— —— — —
Waſſerſtoffgaſes in pen Döbereiner]
tin⸗F⸗en berubt auf ter von Döbe
emachten Entteduug, daß ein gegen fei
Platin (Platinſchwanim) geleiteter Str
ftefigas jenes zum Glühen bringt u. fi
entzündet; 2) ſcherzweiſe eine Heine u. '
nifirte Buchtruderei.
Feuillade (ipr. Fölljad), 1) Srancı
buſſen, Vicomte De la F., geb.
früh in franzöfifche Kriegspienfte, zeidh
Marechal de Camp 1651 —55 in ben 9
aus, machte dann 1661 unter Dion
Krieg gegen bie Türken n. 1664 in bei
den mit, führte 1668 300 Freiwillige 1
nern nach Candia zu Hülfe, folgte, 3
dem König 1674 in bie France Tomte
ins u. die Citabelle von Befancon n.
ganze Provinz, wurde 1675 Marſchall
reich, erhielt 1676 an ter Stelle bes:
Orleans das Generalcommanbe in
wurbe 1678 Vicelönig von Stcilien,
verneur ber Dauphiné u. flarb 1692.
der Etelle des Hotel Senneterre yı
Place des victoires an, in ber Mitte '
le eine bronzene Fußſtatue.
b’Aubuffon, Ducbelaf., Schu!
geb. 1672, franzöſiſcher Marechal de Can
belagerte 1706 Turin u. floh nah &
welde ter Herzog von Orleans u
Marfin verloren, mit biefen nach Fraul
Er ch 1725 obne Nachlommen
in uutage (ir., ſpr. Fölljaſch), fo
er
Feuillantine (fr., fpr. Fölljangti
QAlätiergebadenes.
Feuillants (ipr. Sölljang, Fulia
Itanjer), Kongregation ber Ciſterzie
1577 von Jean te fa Barriere für fı
von St. Benedicts Regel, 1556 als fell
Sirtus V. gebilligt, 1595 in ben Sa
gemiltert, ber Frantreich u. Stalieı
1630 in tie franzöſiſche u. in bie it
Kongregation St. Bernbarb
Tracht: weiße Kutte ohne Scapulier, (
binten bis auf bie Waden ſpitz hinabl:
puze weiß, Dazu auf ber Straße ein w
Hut. Barriere hatte nach gleicher Regı
Kicflerfrauen gleiches Namens zu
geftiitet, welche fich weit, über
Fenillea bio Feyerabend
aber aufgehoben wurden; ſeit der Re⸗ | fällige Echreibtweife, welche mehr bie flüchtige Un⸗
Frankreich wurden wieder
16 gemacht. Die
u. davon erbielt der 1791 von La⸗
ete Club, welcher dort feine Verſamm⸗
ben Ramen. Die Mitglieder deflelben
äßigten Richtung an u. mußten
talekinern das Feld räumen. Daber:
», fo v. w. Das politiiche Denten u.
) gemäßigten Anfichten.
(Sreillee, F. L.), — —
dem Franciskaner Louis Fenillée, aus
der Xhandirobeae, aus der Klaſſe ker
bie; Diöcie, Pentandrie; Arten: F.
a, hochranlende Pflanze in Weſtindien,
tänbigen gelben Blumen, großen ova⸗
‚erafiih wirkenden Früchten, bie fla-
ol breiten Samen (Semina Nhanili-
außen braungelb, innen gelb, bitter,
ı febr wirfjames Gegengitt gegen Gift-
serling, Kräbenaugen, Mandhinelle u.
ben Klapperſchlangenbiß. F. trılo-
Bütamerifa, Brafilien, ebeufalls ran-
ven Eamen wirb ein weißes, bem Talg
‚pam Prennen ſehr brauchbares DI od.
Bu.
‚Yenis, Krancislaner, geb. 1660 zu
6 Brovence, bereifte 1700 ben Orient,
sah Beflintien, 1709 nah Chili u.
Ainbien, Bar. 1714, 2 Bbe.; das über
„ebd. — bau von Huth, Rürnt.
worte (fr. fpr. Kl Wort), dunkel
Blätter. q j
ze
mm (fr., {pr. Göllitong), eigentlich Blätt-
—— Der Unterfaltungsiec-
r g Ni ec»
et iR, theils Erzählungen, ke.
durch ben Jahrgang hinburchlaufenbe
thäft, theils wmerhvürbige Greignifle,
iber Perjenen, Literatur, su —
€ 8
—3 —
ãchſt von ben Franzoſen aus u. begann
tifen abe gab riebens-
Reftauration ber Bourbon. Um bie
reflanter m. mehr gelefen zu machen,
en übrig bleibenden Raum mit pilan-
augen, zu denen in Paris vorzugsweife
jue scandaleuse ben Gtoff herleihen
e noch größere Ausdehnung gewann
ı Ente des 4. Jahrzehnte, wo es Mote
efer durch fpannende Romane u. No⸗
: Zeitung zu fefleln; ein Umfland, ber
au ber uebibung ber induͤſtriellen
et beitrug, ta renommirte Belletriften
i
Berfuche |; terbaltung bes Leſers als eine künſtleriſche Abrun-
F. hatten em Klo- | bung der Darftellung bes Stoffes im Auge bat;
Beutäctoni®, ein Schriftfieller, der für das F. einer
Zeitung ſchreibt, ob. deſſen Echriften feuilletoniftifcg
abgefaßt find, d. h. von der ſtrengen Durchführung
einer Grundidee abſehen.
Feuillette (ipr. Folljett), altes franzäfifches, na»
mentlich für Burgunder gebrauchtes Weinmaß u.
Te Muid pariler Maß od. 134,11 Litres.
nieres (fpr. Föliähr), 1) Manalfes de
Pas, Marquis de F., geb. 1590 in Eaumur;
erhielt, noch ungeboren, von Heinich IV. die Penfion
feines bei Jory gebliebenen Vaters, trat jung in ben
Militärdienft u. flieg fchnell zum General. Vor La
Nochelle gefangen, trug er durch Überrebung viel
zur Übergabe tiefes Plages bei, wurde nach Guſtav
Adolfs Tote nah Deutihland gefhidt, um das
Bündniß Schwedens u. Frankreichs mit den dor⸗
tigen proteſtantiſchen Fürſten zu erhalten, befehligte
1637 mit Beruhard von Weimar eine franzöſiſche
Armee gegen bie Kaiſerlichen, belagerte 1639
Thionville mit 5000 Mann, verfuchte auf Befehl
des Könige fich gegen einen Eutſatz von 14,000
Mann unter Piccelomini zu halten, wurde jedoch
— verwundet u. ſtarb gefangen 1640 zw
Thionville. Gr ſchr.: Lettres et negociations
d’Allemagne en 1633 et 1634, Bar. 1753, 3
VBre. 2) Antoine de Bas, Marquie de F.,
Entel des Borigen, geb. 1648 ; trat 1667 in Dienfte,
wurde 1688 Brigabier n. a fih als Partei⸗
gäuger 1688 bei einem Streifzuge von Heilbronn
is vor Nürnberg aus u. wurde teebalt Marechal de
Camp; er wirkte 1669 mit zur Schlacht von Staf⸗
farbe, zur Groberung von Sufa, Carmagnole x.,
bielt 1691 mit 3000 Mann zu Speierbach die ba⸗
diſchen Truppen auf, wurde 1693 Generalliente⸗
nant, biente als folder unter Zurembeurg u. Bile
leroy bis 1697 in Flandern u. flarb 1711. Er
fhr.: M&moires, Amflerd. 1731, 3ulett Bar. 1770,
deutſch 1786; wie feines Großvaters Schrift, eine
treffliche Duelle der Zeitgeſchichte.
tig (Her.), fo v. w. Beſeelt.
urige Beichen, ſ. Feuerdreied.
ur (fpr. Bohr), Stabt an ker Yoire, im Ar⸗
rondiſſement Moutbrifon bes franzöflichen Depar-
tement® Loire; fumpfige ımgefunde Gegend; 1800
Ew. Hier 1452 Friede zwischen Karl VII. u. dem
von Eapoyen.
versham (ſpr. Fihwershämm, ee
urole
Faversoh am ſſpr. Fehwerehämm), ſonſt
vum), Martiflecken der engliſchen Grafſchaft Kent;
roße Bulvermühlen, Aufterfifcherei; "4600 Ew.
ier wurbe 12. Dec. 1688 König Jakob II. auf der
Flucht vor Wilhelm von Oranien aufgebalten.
Fevos (a. Geogr.), fübliher Nebenfluß bes Pa⸗
bus in Gallin cispadana, jet Braita, nad An»
Deren ber u 7— ehe —
vre, le (fpr. &' fähwr), |. Faber u.
Bern a A baher Bertömu® fo v.
w. Cretinismus.
Feydean (fpr. Fadoh), ein gegen Ende des 18.
Jabrh. berühmtes Theater in Paris, In
namentlich komiſche Opern aufgeführt wurden.
hend, eine im 16. Jahrh. in Frankfurt
a. M. ae Kamilie, —— era na
iteratur u. bie Doll
erwerben haben. Der wide
| —— Berbicaf
252
tigfte unter ihnen it Sigmund F., geb. 1528,
Der bebeutendfte deutiche Verlagebuchhändler feiner
Zeit, welcher, ſelbſt ein geihidter Holzſchneider, eine
Dienge mit Holzichnitten iluftrirter Werle heraus⸗
gab. Er ftarb 1590.
Feyjdo y Montenegro (pr. Feijoo i Monte.
negro), Fr. Benito Ieronimo, geb. 1676 in Car»
damiro ım Bistum Orenfe in Spanien, wurde
1690 Benedictinermönch, ſtudirte in Oviebo alle
Facultätsreifienfchaften, wurde fpäter Profeflor
ter Theologie in Oviedo, Abt bes Benedictiner⸗
Nlefters von S. Vincente daſelbſt, dann Ordens⸗
general u. Ehreurath bes Könige Ferdinand VI.
Er ſtarb 26. September 1764 in Oviedo u. ſchr.:
“T'eatro ceritico universal, feit 1726, welches er ſpä⸗
ter als Cartas eruditas bis 1760 fortfette; es
find 15 Auflagen von biefem Werk erfhienen, bie
befte Madrid 1780—81, 17 Vhe.
Feyde, jo v. m. Fapde.
Fez, 1) Königreih, nörblicher Theil des Sul-
tanats Marolko, aus Dlittelmeer grenzend, vom
Gebirg Atlas (Zweig Alcat, Matagarda) durch⸗
zogen; Flüſſe: Muluvia, Sebu, Buregreg (Bu⸗
razag, vom Atlas, mit dem Bieru u. Concru, ins
Atlantiihe Meer) u. a.; 5543 OM., 3,200,000
Einw., darunter die Azaguen (Hirtenvolk). Tbeilt
fih in 10 Provinzen (13 Präfecturen): F., Beni⸗
taflan, Schewoja (Schavia), Temesna, Hiaina,
Schaus, Angad, Errif, Gart, EI Garb. —
Das Reich F. war früher von Mauren (ſ. d.) be
wohnt u. gehörte zu Dauritania Tingitania. Uns
ter ber rämiſchen Herrſchaft wurde es zur Pro-
vinz Hiſpanien geichlagen. Zur Seit ber Böller-
wanderung drangen die Vandalen bierber u. ſa⸗
Gen bier bi8 zur Eroberung Nordafrikas durch bie
Araber, bie dem nordweftlicen Theil ten Namen
Mogreb Achay od. Sous (Suſe) gaben, u. zwar
5 bie Sous- el Adnay (das nabe S., im Gegen.
at zu Sous el Achay, dem fernen S., d. i. Ma⸗
treffe): es ſiand erft unter ben Khaliien; 789
grüntete Edris in Temesna ein neues Reich,
deſſen Hanptſtadt Walyly ward; feine Nachfolger
Edrifitend, melde die Ommajaden in Spanien
als Oberherren anerlannten, erweiterten Das Reich,
u. fein Sohn Edris baute KUS tie Statt F.;
825 jelgte ibm Mubammed; die Ebrifiten wurden
aber von ben Ghomeriden in Ceuta u. anderen be⸗
nachbarten Fürften ſehr beträngt u. mußten 925 $.
verlaſſen; F. kam nun abwechſelnd unter tic gerade
in Maroflo herrichende Dynafıtie, bis 1070 Die Al⸗
morariten ſich bes Reiche bemächtigten u. daſſelbe mit
Marolko verbanten. Das Weitere f. u. Darolto
(Geſch.). 2) 1888), eine Hauptſtadt bes Sultanats
Marofto, am Wad ul Diſcheahari (Perienfluß),
ſchönſte Etabt ter Berberei; theilt ſich in Fas
Belli (Ali⸗F.) u. Fas Dſchedid (Neu⸗F.)
od. Medinat al beida (die weiße Stadt, ſo ge⸗
nannt wegen ibrer weißen Häuſer); die Stadt liegt
in einem ſchͤnen, mit Blumenfeldern, Fruchtgärten
u. Gehölzen von Citron⸗ u. Granatbäumen be⸗
dedten Thal u. ſoll 85,000 Em. baben (nach And.
ar 40,000), werunter 10,000 Nuten, 10,000 Ber⸗
berer, 4000 Neger, bie übrigen Mauren n. Araber;
Sultandpalaſt, Feſtungswerke, ſchöne Häuſer, ge
räumige Heie emit Garten, Waſſerbeclen, Fiſch⸗
teicben), 100 (ſonſt 700) Moſcheen (jede mit War,
die ſchönſte, Ei Karubin, mit 300 Marmorſäulen),
wiela Badehäuſer, Aber 200 Karavanſerais (Fon⸗
—
— — — —
Feyjoo y Montenegro bis FF., I.
daques), jedes mit 50— 100 Zimmer
Schulen; der Handel iſt bedeutend, an
ländiſchen Waaren ; Die Fabrilkthätigkeit
trefflide Maaren aus Seide, Wolle
Schmudfaden, bei. berühmt find bie na
benannten rotben Müten, bie Bantoff
pie, bie Sättel u. tie Juweleuarbe
Handwerk: hat fein beſonderes Duarti
Nähe berühmte Schwefelbäber (Viſch
Atlasipige Zaimbe. — Die Stabt F.
von dem Fürften Edris gegründet; al
Neih von den Almoraviden in Marı
wurbe, wurde auch bie Reſidenz dahin
die Meryniden, deren Baterftabt F. wa
1480), refibirten wieber bier, u. Abu \
el Manfur ließ 1276 am anderen lifer |
Dibeabari die Neuſtadt zum Unterici:
Altftadt (Fas Belli) erbauen. Auch
(1480 — 1550) reſidirten in F., aber d
Dynaftien verlegten die Hauptſtadten
Marofto.
3 (türk), fo v. w. Feß.
ezele, Melch. fo v. m. Feſele.
Fezzän, Reich in der Wüſte Eaba
an der Sühgrenze von Tripoli, umfaf
DOM., hat das Bebirg Soutab (Schwa
20 Meilen lang, bis zu 1500 Fuß hoch
Zibefti u. a. ; zum großen Theile gut be
fruchtbar, Doch febr hei, im Winter aı
geſund, bei. für tie Augen u. die Brul
Sandſtaubs; Broducte: bef. Raubthi
vögel, Strauße, viele Scorpione: Südfr
tel, Getreite, Wein u. Waffermelonen,
u. Salz. Die Einwohner, 70— 50,
Miſchlinge (auch viele Araber), nicht fe
farbig bie ſchwarz, wobnen ir elenden Hi
Ah Ichlecht, treiben meift Handel (Kara
Epebition), wenig Handwerle (Schmiel
u. Goldwaaren maden), haben etwas Ui
Diubammebaner, abergläubiſch, tbeileı
(Mameluls), Gemeine u. Sklaven. Di
liegt in den Händen eines erblichen &ı
ber Tribut an ten Paſcha von Tı
(450 Unzen Goltftaub jährlich) u.
refitirt. — 8. ift das Pbazanta
welches von Garamanten bemobnt war
unternahmen im Anfang des 1. Jal
unter Corn. Balbus einen Zug nad I
u. unterwarfen das Boll u. die Sıä
Cillaba. Am 7. Jahrh. riffen es bie Aı
im 12. Jahrh. waren Germah u.
Hanpterte, im 14. Jabrh. Zuilah, !
zablte Zribut nach Kaneın; im 14. Je
es die Ecberifs von Marolko, kann fa
Baia von Zripoli, der jährlich ein
Einiammlung des Tribute nah F. fd
bemüchtigte ke der Bey Mubamimet
ber [ben oft ald Tributeintreiber bier
der Hauptſtadt Murzuk, tödtete die re
milie, unterwarf ſich die uniliegenden
brachte bein Paſcha dreiual mehr Zı
früberen Zultane, wedhalb er auch in
nate von den Paicha beftätige wurde,
Fezzara, Salzſee bei Bona im nör
rien (Afrika).
FF., ff., 1) (Finissimo), ſehr ſe
ren, vgl. Gein; 2) Fortissimo, Ru
nämlich fingen ob. [pielen; 8) fo v. m.
FM bis Fiber
Eolfeggiren der Ton f.
e, leden im Amte Gavi ker farbini-
ı3 Novi, in rauber Lage auf tem Yigu-
ni; 1000 Gm.
r., ſpr. Siafr, Voiture de place),
Rezeihuung des äfientlichen Diietbjubr-
des ãhnlich wie bie in Deutichland ge-
Dreſchtken (f. d.) eingerichtet ift; auch .
‚Tele nennt man F. Die Fabrpreiſe
ten Trofchlen für einzelne Zeuren (a
od. für eine beflimmte Zeit ı& l’heure)
eier Tarif erleidet je nach der Zabl der
L ber Bierte eine beſtimmte Dlodifica-
n wäbreud ter Nacht merten höber be⸗
Name F. rührt von dem erſten Unter⸗
253
Kidllar, die hoben Schneeberge auf tem Kid»
lengebirge (zwiſchen Schmeten u. Norwegen, 6000
bie 50009 Fuß body); die Herbergen darauf heißes
Flilftugon.
Fiamingo (ber Alamlänter), Beinanıe, welchen
niebrere nieberläntiicbe Maler in Jialien erhielten,
fo Kerl, Salvart Riviera, Du Quesney u. a. m.
Fiamma, Galvano, geb. 1253 in Mailand, trat
daſelbſt um 1297 in ben Predigerorden im Kleſter
tes beiligen Euſtergius; fein Todesjabr iſt unbe⸗
tanut; er jehr.: Manipulus ſlorum, sive Hlisto-
ria Mecdinlanensis ab origine urbis ad annum
eirciter 1346, u. Opusculum de rebus gestis ab
‚ Azone, Luehino et Johanne Viceromitibus
er Miethwagen, Nicolas Sauvage in
:elen Haus wegen des daran angebradh-
des Zt. Fiacte, Hotel de F. genannt
einigen Städten Deutichlaube unter
ı Dreichken u. Fiacres, melche leßtere
Dreſchkenreglement u. den Troſchlen⸗
en find.
wre :.ipr. Sang Fiakr, Fiacrius), Sehn
Engzen IV. von Schottland; ber Ibron-
end, zing er mit feiner Schweſter Si⸗
ad, in bie Gegend von Dleaur ır.
Bald Eremit; erft. 670; Tag: 30. Auguſt.
a, Santelsagenten in Canton (Kbina),
Beſergung für die Rüdfracht fremder
mehmen.
zeſ., geb. 1749 zu Toblomit in Böhmen,
: Serridhaft als Yeibeigener u. Tiener
wo ex feine Mußeftunden verwantte,
er Diufil auszubilden. Als er fich auf
me ziemliche Yertigleit erworben batte,
siner Herrſchaft, bie ihn unglimpflich ber
urde aber eingeholt u. ing Geiängniß
indeß fein beteutentes Zalent Shen alle
rfennung gefunben batte, wurde F. aui
Beiebl feiner Haft entlaffen u. für frei
"ging nun 1777 nah Münden, wo er
ung in ter kurfürſtlichen Setcapelle
abr fräter nah Salzburg u. von dort
Bien. Dert machte er, von Mozart ein⸗
uderes Sid durch fein Spiel auf Ten
u. erbielt eine Anftelung ala Kapell-
Grafen Besboredlo, mit welchem er
burg überſiedelte. Zeit 1792 na
zurückgelchrt, wurde er fürftlich für
r Kanımermufilus in Tonaueichingen,
> farb. Er componirte Sinfonien u.
:mebrere Inftrumente, auch Cuartetten,
netten.
pigiänlchen ber gethiſchen Strebepfeiler
zierung ber Weinberge, an beren Flan⸗
alls vorfommen, befteben aus 3 Zriiden,
ben Leibe, welcher aus jenem aufſteigt,
fen (ven dem alten Worte risen. aui⸗
.to rise), ber ppramitalen Zujpitung,
uß in einer Kreuzblume beftebt u. deren
zihnlich mir Krabben verziert find.
„Odoardo, Maler u. Kupferäger, gel.
leana; bildete fi in der Schule Tinto—
uedig m. ft. 1635. Ven feinen Wättern -
kannt, Die beiten darunter Die Hochzeit
y Zintorette, der beilige Zcbaftian nach
Er gab heraus: Eeiſiliches Trachten⸗
g. 1626, 2. Ausg. 1656.
— —
ab anno] 1328 usque ad annum 1342, beide
berausgeg. von v. A. Muratori in den Seriptores
rerum ital.; außerdem Cbrenilen iiber die Stadt
Mailand u. den Predigerorden, welche in Biblie⸗
thefen Italiens handſchriftlich auibewabrt werben.
Fiäno, Flecken rechts an ter Tiber eberbalb
Rom, 1600 Em. Bier fell im Alterthum nach
Einigen das Fanum Feroniae. nah Anberen Ca⸗
peua geſtanden haben; jpäter ein Herzogthum Des
Hauſes vudoviſio.
Fiandna, Marliflecken au der gleichnamigen
Bucht des Quarnariſchen Golies, im Bezirk Albona
bes öſterreichiſchen Kreiſes Mitterburg GSOſtrien);
Dafen, Handel mit Kaſtanien, Dafer; S50 Ew.
Fiard, Jean Baptıfte, geb. 1763 in Diien,
wurde Jeſuit u. Regens im Kollegium zu Alencon,
u. nach feiner Prieſterweibe Vicar in Tijen u. fl.
16818. Er glaubte an den Teufel, an Seren u. Zau⸗
berer u. leitete von dieſen alles Unheil ab; er ſchr.:
L.ettres inagiques ou Lettres sur le diablo,
Bar. 1781; Inatruction sur les gorciers, ebd.
1:46; Le mystere des magndtiseurs ct des
somnambuler d&voild, ebd. 1815.
TFiarenana (Atregue), eine Der iruchtbarſten Pro⸗
vinzen von Madagascar, im ZW. ber Inſel, bat
mebrere greße, von Wallſiſchjängern haufig beiuchte
Naien, ift dünn bevölkert aber reich an Vieh, Schilde
patt, Aaummolle, Indigo, Seide, Wachs u. Gummi.
Fiasco (ital., d. i. Flgaſchey, 1) Weinmaß in
Toscana == 2,227 Litres, OElmaß daſelbſt == 2,088
Yırrcd. 2) Atasco machen, Yarılerett machen: 3) von
Zbeateritiicen, durchiallen.
Fiat :lat.ı, ca werde! es geichebe! es Bleibt ba»
bei! F. justitia, pereal mundus, Sprüchwort, Ge⸗
rechtigkeit geſchebe, möge Me Welt darüber untergebei.
Fiatole (Atatela Cur.). Fiſch, ſrüber ale Gate
tung ter Stachelfloſſer Familie der Makrelen) auf⸗
geitellt, ſpäter ale Art des Geſchlechtes Dedfiſch;
Art: F. Gtromateus fiatola)., graulich, ſilbern,
gelb Längsgeiledt; woblſchineclend, im Dittelnieet.
Wibbia, eine ter Spitzen des Zt. Gottbardé⸗
rerges, von Heſpiz in 2% Stunde gu erſteigen;
S4J Fuß boch; gewäbrt cite weite Gebirasansſicht.
Fibel w.tat. Fihuin), 1) riffel, weil mit jelchem
auf das zu reſende gezeigtwirde daber d)ſe v. w. gie:
mentarleiebud, Yerbecuidboi D.:. In ueuerer Ze
find dieſe Inn, deren Inbalt ich Senn aut Das ABE
auf Buchſtabirübnugen u. Yardititife in Seren it. v
Preſa mit Zugabe des Eimalenis beichränkt
nad dem Zyften des Anſchauungdunterrichte un
Abtiltungen befanmter Gegenſtänte verſeben We
den, um das Verenlernen yu erleühiern, BAT an‘
iber, Zäugethier, 1) ſo v. W. .
a (Zibeth aus), Ganung der ſchwimmiui
254
gen Wühlmänfe; oben u. unten jeberfeit6 3 Baden»
zähne, von den Seiten zufammengetrüdter, bünn
bebuarter Schuppenſchwanz, halbe Schwimmhäute,
mit einem eine Art Bifanı abjenbernten Drüfen-
beutel; die Canadiſche Bifamratte, grau—
braun, 1 Fuß lang; leben in Badöfen äbnlichen
Bauen an Flüffen Norbamerilas von Wurzeln,
vorzüglih Calmus; Fleiſch eßbar, Pelz u. Haar
geſucht, letzteres wie Biberhaar benutzt.
Fibern (Fibrae), 1) bie einfachſten Theile, in
welche ſich bie meiften organiſchen Körper (Thiere
u. Pflanzen) medanifch zerlegen laſſen, ohne ihre
Form ganz aufzugeben. Sie find fabenartig neben
einander gelagert u. laſſen fich leichter von einander
in ber Yängenridtung trennen, al® quer durch⸗
gerilien, u. ter Bau felbft zeigt fich als fibrös.
Haller glaubte Den ganzen organifhen Bau, bei.
des tbieriichen Körpers, aus einfachen, mit Der ma«
tbematifchen Linie vergleichbaren F. ableiten zu kön⸗
nen; allein ale Bemübungen, einfache F. darzu⸗
Stellen, find vergebli. Man hat vielmehr die fibröſe
Form nur als bie eine, wiewohl bie allgemeinfte
Grundform ber organischen Körper anzufehen, welche
fih jedech zumeift auch als aus Zellen entftanden
nachweiſen läßt. Vorwaltend Fibernferm zeigende
Theile find Knochen, Muslein, Gefäße, Nerven;
Boch werben in dem von Bichat u. mehreren Neuern
aufgeftellten fibröſen Syſteme dieſe als Theile von
ausgezeichneten Charaktern daven ausgeſchloſſen u.
darunter nur ſolche befaßt, die bei einfachem Bau
fi leicht ın 75. zerlegen laſſen, wie tie Knochenhaut
u. m. a. Häute Doch macht tie Natur zeichen
ſolchen fibröſen Hänten u. andern (feröfen, Schleim⸗
bäuten, f. b.) feine jcharfe Abicheibung, u. mehrere
Häute bilden Übergänge als fibrös⸗ſeröſe cd. fibrös⸗
ſchleimige Hänte. 2) (Bet.), |. Pflanzenfaſern.
Fibia, ſo v. w. Fibbia.
Fibig, Johann, war Profeſſor der Naturgeſchichte
u. praktiſcher Arzt m Mainz u. ft. daſelbſt 1792;
er ſchr.: Beſchreibung einer nach dem Norden ge⸗
machten Reife, Frif. 1790; Handbuch Der Minera⸗
logie, Mainz u. Frankf. 1787; Einleitung in bie
Naturgefchichte des Pflanzenreihe, Main 1791;
Bibliotbel der gefammten Naturgeſchichte, Frankf.
1759— 91, 2 Bde.
Fibis (pr. Fibiſch), Dorf im Kreiſe Temes bes
Verwaltungsbezirks Temesvar (Ungarn), bei Orczy⸗
Dorf; bat 2 Mineralquellen u 2300 Em.
Fibonacci (fpr. Sibenatiei), Leonardo, Mathe»
matiler, welcher zu Ende bes 12. u. Anfang tes 13.
Jahrh. in Pifa lebte u. fich bef. mit der Rechnung
mit arabifchen Ziffern befchäftigte, um Deren Ver⸗
pflanzung in dag Abendland er fich große Verdienſte
erwarb; 1220 gab er Practica geometriae u.
1228 feinen Abbacus zum zweiten Male heraus.
Fibra (Safer, Bot.), 1) ein dünner, faden⸗
förmiger Theil der Pflanze überhaupt; 2) die aus»
gebehnten Gefäße ter Geſäßbündel in den Baſt⸗ u.
Holzringen; 8) die zelligen Fäden, welche das
Echmammgemebe (Mycelium) od. bie ganze Pflanze
bilten, alfo te v.mw.Floccus, Flocke. Daher Fibrosns,
faferig, d. b. aus getrennten ch. leicht trennbaren
Faſern beftchent, od. reich an Faſern, auch wohl jo
v. w. aus vielen Fibrillen beſtehend. Fibrilla, Zafer, -
ſtehung ter Reichsftatt Frankfurt a. X
Die letzten feinen fadenförmigen erzeigungen od.
Verlängerungen der Wurzel, welche ter Wurzel tie
Nahrung zuführen. Fibrillesus, zaferig, d. h. ſcheinbar
nur aus Zaſern beſtehend.
Fibern bis Fichelin
Fibrin (Fibrine), fo vw. w. Kaferf
Bibrinfage, ein aus einbeimiſchen Gerre
wie aus Närfeftoffbaltigen Subſtanze
Nahrungsmittel; wird in Milch, Be
din gelocht, beſ. ven Kranken gı
tbroferrit, faleriges Mineral,
ſchwefelſaurem Eifetoroe u. fommt üı
bes Copiapits in Copiapo in Chile ve
Fihroin, Hauptbeftanttheil der
fogenannten Herbſtfäden u. des Bad
es iſt in reinem Zuſtande weiß, an
zent, nicht elaſtiſch, ohne Geruch u. ©
Iöstih in Wafler, Alkohol, Äther u
löslich in concentrirten Mineralfäurer
lauge, wobei es fich zerſetzt. Nah M
Zufammenfegung Cs9 Hsı Ne O1
ſchwamm ift das F mit Jod, Echmi
phor verbunden. Man gewinnt es bı
Auskochen Der Seide od. Herbſtfäden
u. Dane Eifigläure.
ibrolith (Min.), fo v. w. Buchbo
Fibüla (lat.), 1) Schnalle, Seite
Band u. ähnliches; 2) (Anat.), Das Wa
Fußknochen; daher Fibularis, was dara
ibularia 1) (Clypeaster), fo v
j. u. Augeligel; 2) (Betref.), f. u. Echini
ibulation (v. Iat.), |. Infibufatie
icäna (a. Geogr.), ein alter Ur
zwiſchen Rom ı. Oftia, [hen unter M:
mit Rom vereinigt.
Ficaria (a. Geogr.), Hafen auf |
Figari.
Flrarta (F. Haller, Pfennigkr
zengattung aus ber Familie ber Ram
Ranunculeae, Polyantrie, Bolygyı
F. ranunculoides (Ranunculus fica
im Frühling gelb blühen, mit Hein
berzförmigen, buchtigen, Tanggeftielt
mit Bruttknöllchen in den Blattachieli
abfallen u. da fie wie gequollene G
anejeben, vie Beranfafluug sur Sa
treiteregen gegeben haben; auf Ä
Waſſerrändern; die Wurzel hat Heir
warzen gleichente Knollen u. eine Cd
der Haut Blaſen zicht; fie war, wie au
als Kleines Schöllkraut (Cheli
nus), ehemals officinell, als antifcorku:
Die Blumenknoſpen, in Eifig gelegt ı
rettig u. Gewürzen eingemacht, gebe
gat ber Kapern. Die zarten Blätıcı
Gemüſe, auch als Salat genoſſen mer!
land werben fie mit Wein, Zucker u
madt. In Gärten ift Die Yiilibe oft g
Ficardlo, Dorf am Po im Diſtric
ber venetianiichen Auer Revigo; Flu
bel mit Getreide, Vieh, Wein, Seide;
Fichard, Ich. Karlv. F., genannt
Eyfened, geb. 1773 in Frankfurt
1797 in ben Stadtrat Dajelbit, wurde
og fih aber noch in dieſem Jabre v
haften zuriid, um ganz jeinen bifterif
leben zu können, erblintete ſpäter u.
ihr.: Frankfurter Archiv für ältere be
tur u. Geſchichte, 1S11—15, 3 Are
gide (fr., Ipr. Fiſchy eine einzelne
Fichelin (ſpr. Fiſchläng), Getreide
lis — 33,8 Litred.
Fichet bis Fichte
xx. Fiſcheh), 1) Guillaume, geb. im
15. Jahrh. in Paris, ſtudirte auf ber
. wurte bafelhfi Lehrer ter Theclogie
tor berfeiben: 1471 ernannte ihn Papft
ja feinem Kämmerer n. Pönitentiarius
n Totesjahr if unbelannt. Gr berief
rften QBuchbruder Ulrich Gering von
ich Paris an bie Sorbonne u. ſchr.:
Bar. 1471. 2) Alerander, geb. 1558
rmane in Savoyen, wurde 1607 Jeſuit
x Lehrer im Collegium zu Lyon, ſpäter
er war ein berühmter Kanzelredner u
x ſchr.: Chorus poetarum classico-
1616; Arcana studiorum onnium
#bibliotheca scientiarum librorum-
‚ordine tributarum universalis, ebb.
de la Mere de Chantal, ebd. 16412,
‚fo v. w. Brighella.
ke. fr., fpr. Fiſchiren), Bohren, ein⸗
I) überhaupt das Pflanzengeſchlecht Pi-
ah bie darunter als Kiefer, Tanne,
Ergesbaum befaßten Waldbãume; 2) in
en Leben fäljchlich bie gemeine Kiefer u.
eZame; 8) tie Gattung Eigentliche
1, Föhre, Pinus Link. ), aus der Fa⸗
ıbistinene, Monöcia-Monabelphia L.;
Fiaukfäten der männlichen Zapfen unten
‚, Etaubbeutel mit gefonberten Fächern,
ãntigen Kamm eutigendb, bie Zapfen
eiblihe Zapfen einzeln, mit gepaarten
en an ter Spitze verbidten u. edigen
auffigent; Ruß meiſt geflügelt, ge-
e ber vertidten Spige ber Schuppen;
b um bie Zeige ſiehend, wodurch bie
indriſch find. Arten: a2) Gemeine
8, Roth⸗ od. Schwarztanne, Pi-
tris), bles in nörtlichen Gegenden von
Aften Eis zum 60 Grat; Natelm zu
ner Scheibe, bellgrlin, ſchmal, vierieitig,
‚zugelritt, fleif, ſtechend, am Ente et-
n gebogen, tie Blüthen ericheinen
ob. Anfang Juni; bie männlichen glei-
Insbrechen einer Ertbeere; bie anfäng-
arbe wird ſpäter — u. bie männ⸗
e fireut gelben Blüthenſtaub aus; Lie
Aüthen, von ben männlichen getrennt,
feit tem vorigen Jahre an den Zpiten
‚ ale Beine bräunliche Knoipen ta u.
t ben männlicgen in etwas größeren,
ingeipitten, röthlihen Kätzchen von ber
rachberigen F., erſt röthlichen fpäter
3cH langen, 14 Zell breiten Bichten-
sr; dieſe hängen an den Zweigen nicher-
iſen im October u. November, ebgleich
Arzlichen, mit breiten, gelbbraunen Flü⸗
en) Bichtenfamen erſt in ben warmen
es folgenten Jahres auefliegen laſſen.
e bes Stammes iſt braunroth u. be⸗
menbem Alter des Baumes immer
. Holz weiß, leicht u. ſehr harzreich.
en fa Fen mit helleren Blumen (aus
es Baumes) u. mit weißgrauer Rinde
fie übergiebenben a Steinmoofe).
oflanzung geidieht durch Berjün-
'an läßt bei der Schlagführung nur fo
Io I. ER ſiehen, ale bie Behul⸗
256.
tung u. ter Schuß ber jumyen Pflanzen erforbert;
je reihliger Der Samen geratben iſt n. je meniger
man von ber Beraſung bes Bodens n. von Froſt
zu beforgen bat, deſto mebr Bäume bleiben fiehen
u. umgelebrt; hauptſächlich läßt man die Samen⸗
bäume fieben, welche ten meiften Samen haben u.
dem Winde am beften mwiberfieben kännen. Wenn
möglih, werben bie Eräde auf dem Beſamunge⸗
ſchlage im Fruͤhjahr vor tem Aufgehen des Samens
—5 wo von Froſt od. Unkrant nicht viel zu be⸗
orgen iſt, ta kann der Anfang mit ber Wegnahme
der Samenbäume ſchon im nächſten Winter ge⸗
macht werden, außerdem iſt noch ein Jahr damit
zu warten. Bei Rodung der Städe der Samen⸗
bäume muß der junge Anflug geicbent werten: ber
Samen muß auf ben vorher mürb gemachten Bo⸗
ben fallen. Zeigen ſich 1—2 Jahr nach ter gän
lichen Räumung tes Schlages leere Stellen, ß
werden dieſe durch Pflanzung ausgebeſſert. Vei der
Schlagführung hat man beſ. Rückſicht auf den
Windzug zu nehmen. Ferner durch Fichtenſamen,
ber aus ben zapfenartigen Samenbebältnifien (Fich⸗
tenzapfen) bei Sennenwärme von ſelbſt ausiällt,
od. von alten Fen aus Zapfen, bie man in einer
warmen Etube auf Echublaten, die chen gegittert
find, gewinnt, Boch ift erſter befier, er funn me
rere Jahre aufbewahrt werben. Dan ſäet tie F.
im Epätberbfi ob. befier im Krübjahr, bebedt bie
Samen etwa 4 Zcl hoch mit Erde, wo fie bei der
Herbſiſaat im erden Frühjahr, bei der Krühlingee
faat nach 3—6 Wochen aufgeben. Die Saat lan
entmweber auf bem fireifenweife bearbeiteten Voten,
ed. inRinnen, od. in Yöchern, ob. auffleinen Blätgen
geliehen, od. man kann ten Samen fleden.
ter Bollfaat braucht man 3, bei ker Streifenfaat 7,
bei der Plätefaat 5, beim Stecken J Pfund ent«
flügelten Samen auften Morgen. Mau kann aud,
um den jungen Pflanzen einigen Schuß je ber»
ſchaffen, Qirlen- od. Kiefernfamen mit einfäen, bie
Birken or. Kiefern finb aber herauszunehmen, ſo⸗
bald fie anfangen ter F. nachtheilig zu werben.
Die Pflanze wächft erfi langfam u. wird meift erſt
im tritten Jahre über S Zoll bed; vom 6.—8.
Jahre an wächſt fie ſchneller, leidet aber bie tahin
viel von Eonnenbrand u. Unkraut. Man ver.
pflanzt bie gefäten Pflanzen in einem Alter von
3—5 Jahren in Entfernung von je 4—5 a u.
befetst große Blößen büfchelmeife zu 6—10 Pflan⸗
zen mit Ballen. Bei nicht zu mweiter Entfernung
von einander werten &-n 80—130 Fuß u. darüber
hoch; fiehen fie aber weitläufig, fo wachſen ihre Afte
mebr jeitwärts (merben, wenn ihre Zweige den Bo»
den berühren, Raube Fe⸗n). Zie lichen gebir-
giges, fleiniges n. fanbiges Land; in fettem Boden
wachen fie zwar fchnell (in 60— 70 Jahren bis zur
vellen Hihe), aber ter Stamm gibt mürbes Holz
u. wenig Harz, iſt roth u. fault bald in ber Mitte,
In naſſem, torfigem u. trodenem, ſandigem Boden
gedeihen ſie weniger. Die Erfahrung hat gelehrt,
daß Fichten⸗ u. Tannenwald binnen 80 Jahren
gegen 3 mehr Holz liefern als irgend eine andere
Holzart, u. ihr Anbau ift daher faft allenthalben
ſehr zu empfehlen. Alter bis 250 Jahre; am
beiten werten fie in einem Alter ven 60 — 150
Jahren gefällt. Weil fie ſehr kurze Pfahlwurzeln
aben u. blos durch ihre ſtarlen Nebenwurzeln ge»
alten werben, fe leiten fie durch Sturmwind teilt.
br größter Feind iſt außerdem ber Borlenläfer m.
256
die Fichtenraupe. Die
Holz (Bichtendeiz). Auf magerem Boben völlig
ausgewachſene Fen mit engen u. inwendig durch⸗
aus weißen Holzringen geben ein gutes Baubolz,
welches als Ballen hröfere Laften trägt als Eichen-
hola; dech nimmt man es bei bumpfig u. feucht lie⸗
enden Gebäuden nicht gern zu Schwellen. Große
Stänıme geben Maftbäume. Aus jungen u. ſchwa⸗
hen $-n macht man Hopfenftangen u. Latten; Fich⸗
tenfcbindeln dauern 18—25 Jahre. Aus ben flär«
teren Bäumen macht man Sägeblöde, um Breiter
daraus zu ſchneiden, welche ben Vortheil haben,
fich leicht u. fein bhobeln zu laſſen. Als Brenn-
Holz hitzt es fchnell, Doch nicht nachhaltend. Beine
Brennkraft ift viel geringer als die bes Buchenhol-
308, indem 1000 Kubikklaftern Fichtenholz erſt ben
Hibeffect von 650 Kubiffiaftern Buchenholz haben.
Der Kubiffuß Fichtenholz wiegt frifh 574 Pfund,
balbtroden 44 Pfund, ganz dürr 31 Pfund. Die
Kohlen davon Gichtenkohlen) fteben denen ber Kie-
fern nad. Auch wird es zu Gefäßen, Eimern, Gel»
ten, Schachteln u. zu leichten Hausgeräthen, auch
zu muſikaliſchen Inſtrumenten (al® Refonanzböpen)
benugt. Aus den Wurzeln maden bie Lappen,
nachdem fie fie durch Kochen vorbereitet haben,
Stride u. Körbe, aus der feinen Rinde leicht zu
transportirenbe Kühne. In Schweben wirb ber im
Mai unter der Rinde befindliche markige u. füße
Splint gegeſſen; bei fehlendem Heu dienen bie Na⸗
deln mit Hafer den Pferben zur Winterfitterung.
Die aus den Fichtennabeln gewonnenen Faſern
eben die fogenannte Walbmolle (f.b.), Die als Haar⸗
urrogat zu Möbelpolfterung, zu Matraten ꝛc.
allein ob. mit Roßhaaren vermifcht zur Sicherung
egen Mottenfraß benutt wird. Sie faun auch ge-
ponnen u. zu Geweben benutst werben, u. ihre bal⸗
lamiſche Ausbinftung ift heilfräftig. Daffelbe gilt
auch ven dem aus ber Waldwolle gewonnenem
Die, das innerlich u. äußerlich gebraucht, bei. bei
Rheumatismus, Gicht, ödematöſen Geſchwülſten zc.
ſich heilfam zeigt. Daher wird auch der Abſud von
ben Nadeln zu Heilbäbern gebraucht, ſ. Kichten-
nabelbäter. Aus den Stöden, nad Abhauen
bes Stammes u. ter Wurzeln, wirb durch Ber-
brennen, wie aus ben anderen gemeinen Rabele
böhern, Theer, Ruf ꝛc., auch Fichtenbarz (letz⸗
tere® auch durch Aufreißen) gewonnen, dient anch
zur Bereitung von Pech u. Colophonium. Ein
ſtarler Baum liefert jährlich bis 30 Pfund Pech,
doch nicht ohne Nachtheil für feinen kräftigen Wuchs
Aus bem Harz wird audy ein ſehr tauerhajter, je-
doch fehr fangfam trocknender Firniß (Sichtenbarz⸗
firnitz) bereitet, der auf hölzernen Gefäßen ſelbſt dem
kochenden Waſſer widerfiebt. Auch fließt von ſelbſt
ein an ber Rinde verdidendes Harz (Gemeiner
Weihrauch) aus. Die Bichtenfproffen werben wie
bie Kieferiprofien gebraucht u. dienen auch als
Surrogat bes Sopfens zum Biere. b) Amerg-
Iiäte (Zwergfiefer, Krumnı- ob. Kniebolz,
»inus Pumilio), auf Moorboden im Rieſengebirge,
in ben Karpaten u. auf den Alpen Mitteleuͤropas
Oft wird bie verkümmerte Gemeine F. mit ihr
verwechſelt; ihre Zapfen find flumpfer als bei
jener, auch find Die Schuppen flachelfpigig. e)
Strand-F. (1. Pinaster), häufig in Südeuropa,
nabe ber Meerestüfte; liefert ben fogenannten Ter
pentin von Borbeaug. d) Pinie (Pinus Pinea),
ein ſchöner, fhlanter, 50-60 Fuß hoher Baum,
- Ber Baterlande- u, Freiheitoliebe
Bichte
.nätt bei. durch ibr |
ber mit feiner regelmäßigen, bofbenarti:
ten italienifchen Yandfchaften einen eigen
Charatter gi; feine Zapfen find über
eirund, bid, mit harter, fafl geflügelten
die gegeflen werden u. baber kouimen and
in den Handel. Fünf ſcharfe nadeliörm
in einer Scheide haben: e) Die Weynu
(P. Strobus). aus Nortanıerila, bäuj
cultivirt (uach Lord Weymouth Lenaı
100 Fuß hoch, mit glattem, weißlich
Stamme, hellgrünen, dünnen Blättern,
weiblichen Blůthen, walzenrunden, an
gekrümmten, herabhängenden Zapfen, die
Jahre im September reifen; ihr Holz iſt
äbe, weiß u. nutzbar; aus der Rinde
rübjabe ein helles, wohlriechendes Harz
belliefer (P. Cembra), auf höherer
des wärmeren Europa u. in Sibirien,
tiefer. Nordamerikaniſche, bei uns a
Arten find noch, außer ber Weihrauchski
8) Weiße F., megen weißer inte (
., P. canadensıs), ift, wie I) P.
.americana, in Nordamerika eim
zügliche Holzart, kommt auch bei uns
wegen ihrer ſchlanken Zweige, welche
Sabre gewöhnlich bogenartig berabhäi
Zierde in Luſtwäldern. D Schwar
nigra), auch in Nordamerika, mit ft
Rinde; verträgt gleichfalls unfer Klima.
Griechen u. Römern war bie %. (Pitt
ber Artemis u. ben Poſeidon beilig, de
Iſthmiſchen Kampfipielen bie Sieger u
fränzen befränzt wurden. Mit Fichten!
fränzt wurde auch Ban, ber einft bie X
tys (Fichte) geliebt hatte, u. Die Faune. 9
lich hatte die F. Bezug auf Geſchlech
kommt auch wegen ihrer Schlanfheit a
des Phallus in dem Kybele- u. Wa
vor. Übrigens braudten die alten !
digtendon zu Fackeln u. zum Schiffeba:
alliern fcheint bie $; verehrt morbei
hriftliden Zeit ter Bann deshalb m
weſen zu fein, wie er deun auch im A
ein Baum des Verraths u. Unheils ger
Fichte, 1) Joh. Sottl., geb. 19.9
Rammenau in der Oberlaufis, ging,
mit Hülfe eines Gönners, bes Freiherr
tig, in Jena, Veipzig u. Wittenberg Th
dirt hatte, ald Hauslehrer nach Züri,
Peſtalozzi befreundet wurde, von bortn
berg, u. erbielt 1793 einen Auf ale P
Philoſophie in Jena. Hier entwidelte eı
tbitintiche8 philejopbifches Syſtem (f. unt
Niethammer das Phileſophiſche Ieurnalt
gen eines Aufſatzes in dieſem Journalübe
unjeres Glaubens an eine göttliche Weltor
furfürfttich ſächſiſchen Conſiſtorium bes
angeflagt, nahm cr 1799 feine Entlafl!
öffentlichte zu feiner VBertheibigung bie !
qn das Publitum wegen ibm beigemeijener
Anßerungen (Tüb. 1799). Er wandte
nad Preußen, nabın bis zum Ausbrud
zöftjch-preußijhen Krieges in Berlin fetı
balt u. wurde 1506 Profeſſor in Erlan
der Schlacht kei Iena ging er nad |
um dort Vorleſungen zu halten, w. nad
ben zu Tilfit Tehrte er nach Berlin zurück
—*
Fichte
ter von ben Frauzoſen beſcetzten Refi-
feine Berübimten Reren an tie Beutiche
alten, mit Denen er das teutiche Natio⸗
ieder aufzurichten ſtrebte. Mit regem
tügte er die Bemühungen der Patrioten,
errichaft ein Ende zu machen, u. ſuchte
feine Vorleſungen über ben wahrhaften
Ruth tes Poltes im Kampfe gegen bie
|
|
ve Herrſchaft zu entflammen. Er hatte die
Sturz Napoleons zu erleben, ſtarb aber
am 27. Jan. 1814. Wichtigfle Schrijten:
rKritik der Cifenkarung, Königsb. 1792,
Grundriß ber geſammiten Wiſſenſchafit⸗
1794, 3. Aufl. 1802; Vorlefungen über
tmmg Des Gelehrten, ebd. 1794; Grund⸗
zurrechts, ebd. 1796— 97, 2 Tble.; Sy-
‚stenlebre, ebd. 1795; Anweiſung zum
tReltgienslebre), Berl. 1806; Die Be-
ed Menichen, ebd. 1800, 1. Aufl. 1833 ;
ı über Tas Mejen tea Gelehrten, cbt.
m an bie deutiche Nation, ebd. 1808;
Kherizichre in ibrem ganzen Umfange,
Te Thatſachen tes Yemußtieins, Stuit⸗
‚Se Ziaatslchre 1620, Nachgelaſſene
radaeg. von I. H. Fichte, Bann 1334
e: Zummtlihe Theile won J. H. Fichte,
Rerl. 1915 fi, 5 Ve; Pepulärphilo⸗
briiten, berausgeg. von J. H. Fichte,
7Bre.; Religionepbiloſophiſche Schrij
eg. don J. H. Fichte, Berl. 1847; Vrief
Edheling, berauegeg. von I. H. Fichte
Schellinag, Stuttg. 1956. Vgl. Kıchtes
utgeg. ven J. H. Kite, Zutzb. 1330;
iches Fichtebüchlein, Lpz. 1656. — Die
zetragene Wiſſenſchaftelehre machte in
iloſephiſchen Schulen eine Zeit lang
em fie darauf ausging, an Lie Stelle
eirca letzien Jahrzehnten bes vorigen
altend fich geltend machenden Kantichen
pftems3 zu ıreten, tie dariu vermißte
uſtellen u. die Vernunft in Hinſicht des
Preblems, wie unſere Verſtellungen
enfiänden zuſammenhängen, zu befrie⸗
ng ven einer uriprünglichen Thatband⸗
ibjects aus, wedurch das Vewußilſein
uirt wird. Wiſſenſchaft ift nach F⸗s
ẽrkenniniß durch einen oberen Grund⸗
den Gehalt u. die Form Les Wiſſens
fimmt; Wiſſenſchaftelebre die Wifſen⸗
e bie Möglichkeit u. Gültigkeit alles
legt u tie Möglichkeit der Grundſätze,
bern Gehalte nach, die Grundſäye ſelbſt
en Zuſammenhang alles Wiſſens nach⸗
ganze Syſtem beruht auf folgenten
:0) A — A; ben Zufammenbang be»
De A u. X im Ich geſeht fine, fo kaun
iren: Ih kin Ich (Sa der Eiuflim⸗
Gates); b) das Ich iſt nicht Nichtich
egenſates); c) das Ich fetzt dem theil⸗
a theildares Nichtich entgegen (Grund⸗
indes). Beide find in dem abſoluten
daſſeibe, als durcheinander gegenieitig '
geſegzt; hierin liegen folgente 2 Zäyr:
ı fih als beſtimmt durch ein Nichüch,
e ber abjeluten Thätigkeit (intelligen⸗
18 Ich fett ſich als befimment ae
ies führt zum praltiſchen Theil ber
Lesifen. 4. Wu. VI
Unit — — — —
257
fimmente Ich ift frei, unenklih, unabhängig, Die
einzige wahre Realität, ba hingegen das Ich ale
Intelligenz, Durch ein Nichtich determinirt, endlich,
bejchräntt iſt. Der Hauptgedanke tes Syſtemö iſt:
Das Ich iſt abſolute Thätigkeit, Alles, was außer
dent Ich wirklich iſt, iſt ein Product bes Ichd durch
Seten, Euntgegenſetzen n. Gleichſeßen (Beſchrän⸗
tung'; Bas Sch iſt Zubject-Chject. Dieſes Syſtem,
welches alſe auf einen tranbicendentalen Idealiomus
binaudlemmt, zeichnet ſich nun zwar durch Scharf⸗
ſinn, ſtrengſie Einheit u. Conſequenz aus; es Lebt
viele Schwierigleiten, aber erzeugt auch neue; bei.
ſetzt es an die Stelle einer Unbegreiflichleit eine ans
bere, noch größere, u. macht dieſe zum Erlklärungs⸗
grund. Nach ten Grundſätzen Ber Wiſieuſchafidlebre
ſuchte F. nun auch einzeine phileſephiſche Tigcivlie
nen zu begründen. Ju ter Moral juchte er durch
das Gewiſien ten Elauben an die Wirklichleit der
Sinnenwelt, an eine ven Ber eiſteren unabbängige
intelligible Welteu. eine überſinniche Ord:nunng Tore
ſelben, ſewie die Diöglichleir des Pandermd iü einen,
durch tie That zu realiſirenden SJived zu bearün⸗
ten. Tas Princip Dev Meral beſieht hiernach in
dem nothweudigen Gedanken ber Intelligenz, ihre
Freibeit nach Dem Begriiſe ter Selbſtändigleit une
bedingt zu beſtimmen, d. 1. ten Gewüen unbedingt
zu felgen. Ed Leftimmt Bas Zollen. Die Tugend
beſtebt in der velligen Übereinſtimmung mit ſich
ſelbſi. Dar Naturrecht erliärt Tas Nechtüverbälte
niß, ed. die Wechielwärlung jreier Weſen u. dedu—
cirt daſielbe al. nerbieentisge Bedingung Tea Selbſi⸗
bewußt'eine. Em Urrecht wird gelängnei; alles
Recht bezieht ſich nur auf Gemeinſchait; Taber müſ⸗
ſen vernünjtige Weien einen Staat zuiammen⸗
treten. Tie Veſtimmnug Deo Staates iſt die Ver⸗
wirklichung des Vernunurechts In ieiner ipäteren
Darſtellung uennt F. dae Ideal ded Staated die
Verwirkuckurmg Bea Reiches Gottes auf Erden, eine
Soreberribafz, Fegründet auf die are Einſich:, daß
Ser er Cienen iſt u. ericheinen jell in der Wenſch—
beit. Uberbaupt iſt co Aufgabe Der Gegenwart, Der
Einſicht tes Vernunjibegrijiee Alles zu unterwer—
icn; daher die Ferderung einer allgemeinen Bolls«
erziebung nt. ciner ſiebenden Gelebrtenichule. Tao
meiſte Auiſeben erreate Fas Religienorbiloſepbie,
indem er Kett unmittelbar für Die moraliiche Weite
ordnung erklärie, zu deren Annahme Dad Ich durch
das Bewußliem kemnie, daß ca in ſeiner freien
Thätigkeit durch den Begriff der Pflicht gebunden
ſei. In Dieter moraliſchen Ordnung werte durch
Sittlichkeit ach Seligleit (nicht aber Güchſeligkeit)
berrirtt. Turch mehrere bieraus, nicht ober Ans
firid ven Paradorie, abgeleitete Sätze zeg F. ſich
den Voerwurf des Atbeiemus zu. Lech weichen ſeine
ſpäteren Darſtellungen weſentlich ven jenen frübe—
ren ab, u. es erſcheint bie Wiſienichaitolehre in ibrer
neuen Geſtalt mehr realiſtiic ale idealiſtiſch, indem
F. Darin, ſtatt von der Tbäligkeit des Iche, von
tem abſeluten Sein Gottes ausgeht, was chlecht⸗
bin durch ſich ſelbſten. lauter Yeben, u. Teen Vild
ed. Schema tie Welt u. das Bewußiſein jei, je Taß
aljo die ebjective Natur die abtelute Schranke Jür
das göttliche Leben bilde. Zu den vorzüglichſien
Anhängern Ber Fichteſchen Phileſophie Gichtianer)
gebören Forberg, Riethannner, Reiubeld, Scad,
Air, Viehmel u. A.; doch fand fie auch vielen
Widerjpruch, beſ. von den Kautianern. 2) Im⸗
manuel Hermann, Sohn ben Borigen. geh. -
258
18. Juli 1797 in Jena, ſtudirte in Berlin Philo⸗
logie, machte aber die Bhilofophie zu feinem Haupt»
ftubium. Indeß beftimmte ihn feine Abneigung ges
gen das in Preußen herrſchende philoſophiſche Syftem
Hegele zum Schulfach überzugehen. Er wurde 1822
Lehrer am Eymnafium in Saarbrücken, dann Di⸗
rector am Gymnaſium in Düſſeldorf, 1536 Profeſſor
der Philoſophie in Bonn u. ſeit 1842 in Tübingen.
Er ſchr.: Sätze zur Vorſchule der Theologie, Stutt⸗
gart 1826; Beitrag zur Charakteriſtik der neueren
Philoſophie, Sulzb. 1829; Fichtes (ſeines Vaters)
eben u. lite rariſcher Briefwechſel, ebd. 1830 —31;
ber Gegenſatz, Wenbepunft u. Ziel pentiner Phi⸗
loſophie, Heidelb. 1832—36, 3 Thle.; Die Idee
der Perſönlichkeit u. der individuellen Bertbauer,
Eiberf. 1834, 2. Aufl. Lpz. 1855; Die Ontologie,
Heidelb. 1836; Die fpeculative Theologie, ebd. 1846
—47,3 Thle.; Syſtem ber Ethik, Lpz. 1850—53,
2 Bde.; Dntbropologie, ebd. 1856. Außerbem fchr.
er mehrere lleinere Abhandlungen, darunter: Die
Republik im Monarhismus, Halle 18485 Grund»
ſätze für die Philoſophie der Zukunft, Stuttg. 1848,
u. a., meift abgebrudt in der von ihm begründeten
Zeitſchrift für Philoſophie u. ſpeculative Theologie,
Bonn 1837—48, 20 Bde. fortgejetst mit Ulrici u.
Wirth 1848 ff. Sein religids-philofophifches Sy»
ftem nennt er den concreten Theismus, welchen er
bem Segelihen Pantheismus gegenüber ftellt.
Fichtta (F. C. H. Schultz 2 Pflanzengattung
aus ter Familie Compositae-Cichoraceae-Hyo-
serideae, auch als Untergattung von Microseris
Don.; Art: F. —— in —*
Fichtel, Johann Ehrenwerth von F., geb. 1732
in Presburg, ſtudirte daſelbſt u. unternahm meh⸗
rere Reiſen, um ſich in der Mineralogie zu ver⸗
vollkommnen; er ft. als ſiebenbürgiſcher Gubernial⸗
rath 1795 u. ſchr.: Beitrag zur Mineralgeſchichte
von Siebenbürgen, Nürnb. 1750, 2 Thle.; Mine⸗
ralogiſche Bemerkungen von ten Karpaten, Wien
1791, 2 Thle.; Mineralogiſche Aufſätze, ebd. 1794.
Fichtelberg, 1) bie höchſten Spitzen bes Fichtel⸗
gebirgs od. 2) das ganze Gebirge; 8) Sächſiſcher
., böchſter Berg des Erzgebirges in Sachſen, bei
Oberwieſenthal; bie nördliche Kuppe 3721 Fuß,
bie ſüdliche 3663 F. über bem Meere; 4) Dorf an
Der Fichtelnab im Landgericht Kemnath bes bairi⸗
fen Kreifes Oberpfalz; Hochofen, Eijenhammer;
450 Ew.
Fichtelgebirge, Gebirge im bairiſchen Kreile
Oberfranken, welches feiner Lage u. Geftaltung nad
ben Mittelpunlt Deutſchlands bildet, Da es eine
Hauptwaſſerſcheide zwiſchen Rhein, Donau u. Elbe
iſt; der nördlichſte Punkt deffelben iſt das Dorf Mis⸗
lareut, der weſtlichſte die Radſpitze oberhalb Kro⸗
nach, der ſüdlichſte der Rauhe Kulm bei Neuſtadt
u. der öſtlichſte Sanct⸗Anna, ſodaß es gegen 55
geographiſche QM. überlagert; hängt weſtlich mit
dem Speſſart, nordweſtlich mit der Rhön, nördlich
mit dem Thülringerwald, öſtlich mit dem Erzgebirg
u. dem Böhmerwald zuſammen, gibt feine Flüſſe
nad den 4 Weltgegenden (nah W. ten Main, nach
N. die Saale, nach DO. die Eger, nah ©. die Nab)
zu den Gebieten bes Rhein, der Elbe u. Donau ab.
Das ganze Gebirge bat das Anfehen eines plateau-
artigen Maffengebirges, doch laſſen fi) darin brei
Gruppen untericheiben, eine centrale u. zwei äußere:
Die eigentliche centrale Maſſe fteigt öftlih von Bern
in einer faft ftetigen, 1 bie 14 Beile langen, bewal⸗
Fichten bis Fichtelnab
beten Böſchung zu den höchſten Kuppen,
ſenkopf von 3135 F. u. dem Schnee
3237 F. Höhe, empor, welche durch eine ti
bie Seelohe, getrennt werben; in biefer €
am fübäftlihen Ende ber mäbrdhenteich
eine Bruchſtrecke von 100 Schrittlängen.
Breite. An diefe Hauptmafje, un. zwar.
den Schneeberg, ſchließen fich bie beiden
birgsfetten: in norböftficher Richtung f
miſchen Orenze die Walbfteiner, auch ſchle
liche Kette, welche den Kleinen u. Große
(2606 F.), pen Eprechtſtein (2436 $.), |
u. Großen Kornberg (2550 $.) u. a. Ku
ſich endlih in bie Fläche bes Selberw
breitet u. als Liebenfteiner Wald im
binabjentt, nörblich Dagegen filh an bie !
des Frankenwaldes Bi tlandes fi ı
füdliche od. Weißenfleiner Bette in ſũdoſt
tung, in ber dem Schneeberg zunädit
leiten (3316 F.), dann ber Tobtentopi, '
2668 %., bie hohe Mäte (Me), bie ;
Köffeine (2862 F.) u. andere Kuppen ſtehe
ſüdlich ſchnell u. fteil zum Plateau ber
abfällt. Zwiſchen dieſen beiten Gebirge
Die innere Vergebene bes %-8, eine we
Fläche, die eine mittlere Höhe von 1%
dem Meere bat. Der Kern befteht aus €
cher die — Spitze einnimmt, ihn um
u. Glimmerſchiefer, im SW. bunter &ı
NW. Thonſchiefer; im fürlichen Theil di
finden ſich auch Bafaltlegel. Die einzel
bilden runde Kuppen, die ſtark mit Ri
waltet, oft aber auch bis zur Spike an
man findet mancherlei Beeren, bei. rel
Holz genug, viel Kupfer u. Eijen, auße
Silber u. Zinn. Das ganze Gebirgélant
wohnt: Straßen führen über baffelbe
iiber Meißenftabt nach Gefrees ur. teı
Wunſiedel nah Amberg; im norbreefli
wird es auch von ber fächflich-Bairifcher
überſchritten. Vgl.: Helfrecht, Ruinen, |
u. Schlöſſer auf u. an tem F., Hof 179:
Berfuch einer geographiichen minerale
ſchreibung bes 7-8, ebd. 1799 f., 2 Bde
Umfichten anf bem Ochſenkopf am %.
bach 1511; Goldfuß u. Biſchof, Phyſilaliſt
Beſchreibung tes F⸗s, Nürnb. 1817
Sommerer, Das Alerandersbad n. fein
gen, Wunſiedel 1833, 2. Aufl. ebd. 1838
Taſchenbuch für Reiſende in das F. Hof!
deſchel, Führer im F., Wunſiedel 185
Fremdenführer durch das F., Bamb. 1%
Fichtelit, nach Fichtel genannte Su
in einem Torflager bei Redwitz in Baier
in ber Structur ziemlich umkeränbert
ſtämmen, gefunden wurde; fie finbet |
Sahresringen ausgeichieten, ericheint 1
tigen, farblofen, perfmutterglänzente
prismatifchen Nadeln, bie meter Gern
Ihmad beſitzen. Die Verbindung if
Waſſer, ſchwerer als Alkobol, fchmilzt bei
ſtarrt kryſtalliniſch; fie läßt ſich unver:
beftilliven u. ift leicht löslich in Ather.
Fichtelnab, Fluß im bairijchen K
pfalz, Hauptquellarm ber Nab; entftebt
gebirge am Fuße des Ochſenkepfes, flie
u. vereinigt fih bei Neuhaus mit be
a. nimmt bei Wildenau bie Haibenab a
Sichtenblattlaus bie Fieinus
laus (Aphis pini), ſ. u. Blatt-
weſpe (Rienlägewefpe, Ten-
.u. Eögemelpe.
entäfer (Bostrichus pinastri,
>erda), f. Borfenläfer A) b) Ba) e).
Snabel (Wichtenhader, Corythus
Hakenkernbeißer.
!eıl.asiocampa s. Bombyx pini),
'pinner 1).
+, 1) (Rines), Inſel im Güt-
a gelegen u. zum @eneralcapitanat
2) (Tppreflfeninfel), Inſel
teucaletenien (ſüdweſtliches Poly⸗
ffen u. Klippen umgeben, gebirgig
ß boch, Urgeſtein).
:, ſo v. w. Fichtenberkenkäfer.
beißer, ſo v. w. Halenkernbeißer.
ſſchnabel, ſ. Kreuzſchnabel.
e (Tinea pinetella), Art ber
ügel gelb mit 2 Eilberfleden, in
n iebr jhäblich.
ntafer (PPytho), fo v. w. Drud-
erfüter.
[bader, bereitet durch eine Ab-
chtennadeln ed. Zufaty bes fogen.
hiennadel⸗) ertractes zum Bade⸗
n ibrer arematifhen u. bautanre-
beife willen filr beſonders heilſam
rumatiemen u. Yahmungen; es find
darauf gegrüntete Seilanflalten,
‚ entflanten u. auch in antern Bä⸗
tteift des Ertractes F. bereitet; f.
Nuß aus ben Zapfen ber Zürbel⸗
aus tem Samen ter Fichten mit
It, dann warm gefchlagenes, vor-
ent fowcbl ale Brenne, al® aud
bie Elluchen gemähren ein gutes
en, Raupen, welche durch Abfreſſen
Schwarzwäldern gefährlich werden;
ie Raupen vom Fichtenſpinner, beſ.
Nonne, der Fichtenſchwärmer, der
d. a.) u. bie Larve der Fichtenſäge⸗
igeweſpe), beſ. der beiden erſtern.
Schaden iſt ungeheuer, oft machten
em Umfang von 20 EM. 5 Mill.
ben. Gegen bie Termüftungen ber
durch Abbrennen der angefreflenen
Rauchern, Durch Sieben von breiten
t, durch Abſchaben des Mooſes von
wodurch wenigſtens Puppen ver⸗
durch Ableſung ber Geſpinnſte u.
‚gl. zu ſchüten geſucht, aber ſelten
e Ratur ſetzt dieſen Verwüſtungen
dter, Schlupfweſpen u. a. Raupen⸗
: ihnen gewöhnlich kommen, dae
ärmer (Sphinx pinastri, Herse
mearımer; R füge ganzraudig, grai,
‚ nahe ſtehende Striche, am Bauche
reiß gefäumte Gürtel, erfcheint im
Raupe lilla, grün u. gelb; im
ten, Kiefern, Tannen, wirb biefen
gel, iR Monotropa hypopitys.
Fötenfpinner, 1) Lasioeampa pini Schrk.
byx pin), Spinner; Flügel grau, unge⸗
zähnt, bie cberen an der Wurzel roftrotb, mit einer
braunen gezäbnten Binte u. einem weißen Fleck:
ericheint zu verſchiednen Iabresgeiten, vermebrt ſich
ungeheuer; Raupe filbergrau, retbhaarig mit brau⸗
nen, blauen u. andern Seichnungen; übermwintert;
frißt Die Maitriebe, bef. der Kichten, weg, wodurch
bie Bäume eingebn, u. richtet dadurch ungeheure
Vermüflungen an. 2) Kleiner %. (Bombyx
pityocampa), Art der Spinner; rlügel grau, mit
3 dunflern Etriden u. braunrotben Rieden am
After; zerfiören ebenfalls bie Fichtenwälder; die
Raupen 1! Zoll lang, auf bem Rüden grau, fuche⸗
rorbhaarig, unten granlich, weiß, mit-16 Füßen,
friedden im Auguſt aus, überwintern genteinichaft-
li, überziebn —* u. Tannen mit einem ſeiden⸗
artigen Geſpinſt, morımter fie fib verbergen u.
regelmäßig ein⸗ u. ausziehn, werten durch ihre
Haare geiäbrlich; vgl. Kichtenruupen. 3) (reo-
metrapiniaria, Spanner: ter Schmetterling
bat fammfdrmige Fühlhörner, Flügel braun, gelb»
gefledt, unten mit 2 braunen Binden, Raupe auch
anf Fichten, richtet meniger Schaben an.
chtentanne, jo x. w. Gemeine Fichte.
chtentinctur (Tinctura pini comp. s. Es-
sentia lignorum, Pharm.), wirt tur Digeftion
ven 3 Tbeilen Kichteniprofien, 2 Tbeilen Guajat-
holz, 1 Theil Saftafrasbeiy u. 1 Theil Wachelter-
beeren mit 36 Zbeilen Alkohol erhalten u. gegen
Gicht n. Rbenmarismue angewendet.
tenwefpe, f. u. Sägeweipe.
tenzerftörer,, Art Bortentäfer, ſ. d. F) e\.
ichtianer, Anhänger ber Fichteſchen Pbilcic-
pbie, ſ. u. Fichte 1).
Fichtner, 1) Kari Albrecht, geb. 1505 in
Koburg, begann 1820 feine tbeatraliihe Laufbahn
in Freiburg im Breisgau, wurde 15323 nach Wien
berufen, mo er im Theater an der Wien debutirte
u. 1924 am Hofburgtbeater engagirt murte. Beſ
ausgezeichnet in Converlationsftüden, tbat er fich
auch in jeinen Leiftungen in der Tragödie, nament⸗
ih ald Den Garles, hervor. 2) Eliſabeth,
Tochter tes k. k. Sofichaufpielers u. Regiffeure
Kobermein, geb. 1509 in Wien, betrat 1522 das
Hofburgtbeater zum 1. Diale ale Pottchen in Ketze⸗
bues Brukerzmwift u. ift feit 1830 mit dent Vorigen
verbeiratbet. Sie fpielt bei. naive Rellen u. leiſtet
auch in ber Tragödie Verdienſtliches.
Fin (ir., Ipr. Fiſchü), kleines breiediges Hals⸗
tuch für Krauenziminer.
Fieinta (F. Schrad.), PBflanzengattung aus
ber Familie ber Cyperaceae - Fuireneae-Fici-
nieae; Arten zablreich am Cap.
Fieinus, Marfilius, geb. 1433 in Florenz:
Philoſopb, lebte in Cosmo's v. Mekicı Haute, mit
dem Studium bes Plato u. dem Unterricht Pietro's
u. Giovanni's v. Medici beſchäftigt, lehrte an der
von Cosmo geſtifteten Akademie bie platoniſche
Pbiloſophie, erbielt 1477 bie Prieſterweibe u. bie
Aufficht Über zwei Kirchen, wurde 1434 Canonicus
an ber Katbetrale in Florenz u. fl. 1. Oct. 1499.
Er ift durch feine Überiegungen Des Platon (1563
—68), Plotinos, Jamblichos, Broflos u. Anterer
u. durch einige Schriften Sauptbefärberer bes
Platonismus, ven er bei. vom Standpunkte der
Neuplatonifer, vermiſcht mit Ariſtoteliſchen Kehren,
auffaßte u. für das Chriſtenthum an pemunen (use,
260 ME bis Fiction.
er ſchr. Theologia platonica, Ilor. 1482, 2. ausgeführt fein; beſchrieben m. gedentet
Ausg., Fol., zuletzt Baſel 1546; De religione | fteb (1847), E. Braun (1850) u. $
christiana, Bar. 1510, zufegt Bremen 1617; De ! (Gött. 1850). j
vita, $lor. 1489, Bat u. 8.5; Epistolae, Ben. | Ficquelmont (ſpr. Fickelmong), eine
1495 u. ö., u. a., geſammelt als Opera, Ven. 1516 ! liſche, aus Lothringen ſtammende, je
u. ö., Bafel 1561, 2 Bde., Par. 1641, Fol.; Le⸗ gene, von ber jeit ber 2. Hälfte bei
bensbeichreibung von Schelhorn im 1. Bd. ber lieder fih nah Oſterreich Übergefic
Amoenitates lit. | 1) Graf Joſeph, geb. 1755 in St.
Fick, Jobann Georg Chr., geb. 1763 in Sattel- | 1777 im öſterreichiſche Kriegsbienfte,
grund im Bairentbihen; Lector der englilchen | italienifchen Feldzug mit, wurde in ber
Sprache u. feit 1819 Profeſſor der Philofophie in | Magnano, 5. April 1799, ſchwer vern
Griangen ; er ft. bort 1521. Er überjekte viele geo- | am 17. Märzb. I. 2) Graf Karl Lu!
graphiſche u. hiſtoriſche Schriften u. Reifebefchrei- | 23. Mai 1777 in Dienze in Lothringen
bungen aus dem Englifhen, u. ſchr.: Engliiche | im öfterreichiiche Dienfte u. nahm an te
Sprachlehre, Erlang, 1793 (23. Aufl. von 9. Fich, gegen frankreich mit Auszeichnung The
ebd. 1852); Engliiches Leſebuch, ebd. 1800, 10. Aufl. in Febr. 1313 zum Generalmajor ern
non H. Fid, 1952; A complete english-german | im Sept. befjelben Jahres erhich er t
and german-english dietionary, Erf. u. Hamb. | Titel eines Geheimen Raths. %. ging
1802, 2 Bde. (2. Ausg., ebd. 1822 f.), u. m.; | außerorbentlider Geſandter an ben
Elementarſchriften zur Erlernung der engliichen | Hof, 1820 al8 folder an bie Höfe von
Sprade; außer biefen: Nenes Handbuch für Nei- | Lucca u. 1821 nad Neapel; mit vu
jenbe jeber Gattung, 3. Ausg., Nürnb. 1820;
Zeitfaden ber Statiftil des Konigreihs Baiern,
ebd. 1511; Hiftorisch-tepegrapbifchsftatiftifche Be⸗
jreibung von Erlangen, ebd. 1512; Geographifch-
ftatiftifche Beſchreibung aller Staaten u. Nationen,
Nürnb. 1817, 2 Thle., u. m. a.
Fider, 1) Chriftiane Dorothea Sopbie,
geb. Nier, geb. 1769 in Eibenftod im Sächſiſchen
Erzgebirge; ft. daf. 1832; Erfinderin der Tam⸗
beurirnabel. 2) Sranz, geb. 1782 in Nofowig
in Böhmen, wurde, nachbem er feit 1805 Lehrer an
ben Gymnafien in Komotau, Saaz, Gitſchin u.
Dimüt ‚gewefen war, 1823 Profeſſor ber litera-
rifchen Aftbetif u. Kunftgeihichte an Der Wiener
Univerfität; er fchr.: Anleitung zum Studium ber
griehiihen u. römiſchen Klaffiter, Wien 1821 bis
1825, 3 Bde. 2. Aufl. ebd. 1832; Aftbetil, ebd. 1830;
Literaturgejchichte der Griechen u. Römer, ebd. 1835. Doroth
Fickler, Joſeph, geb. 1808 in Conſtanz, erft | Tieſenhauſen n. hatte eine einzige Ted!
Kaufmann, verwaltete dann ein ſtädtiſches Amt, mit dem Fürſten Clary von Altringer ı
wirfte er in gleicher Stellung von I‘
wurde 1536 Rebactenr ber Seeblätter u. betbeiligte | Erfchr.: Auftlärungen Über Die Zeit v
ruflifchen Hof, wurde 1530 Feldınarjda
u. 1531 Inbaber eines öſterreichiſchen
regiments. Während einer Reiſe nee 5
ternich 1839 wurde F. zur libernahmu
legenheiten nach Wien zurücberufen u
Staats = u. Eonferenzminifter u. Chej
jection im Departement Des Auswärtig
am 3. Mai 1843 avancirte F. zum '
Cavallerie u. erhielt in dieſer Stellu
wichtige Miſſionen, 3. B. wegen ber E
Krakaus in die öſterreichiſchen Staaten
Am 21. März 1848 trat er als ver:
Minifter in das Departement bes 9
das er jedoch u. zugleich feine öffentli
am 4. Mai wieber auigab; er zog fid
Privatleben zurüd u. ft. 6. April 1557
Er war vermählt mit Dorotbea geb.
fih 15.18 an ber Revolution u. ferberte in feiner Zeit- | 618 4. Mai 1548, Yp3. 1550; Dentſchlar
ſchrift u beſ. auf Der Volksverſammlung zu Achern u. Preußen, Wien 18531; Lord Palmerſi
zur Rebellion auf; er wurde am 8. April 1848 auf | u. Der Continent, Wien 1852, 2 Bde.;
dem Babnbofe in Karlsruhe verbaftet u. 1849 vor | Seite ber orientalifchen Frage, ebd. 155-
den Alfifen in Freiburg beſchuldigt, fih an Dem | Politik u. Die Donanfürftentbiimer,
Plane, ten Großherzog gemwaltfam zu entfernen u. | Zum fünftigen Frieden, ebd. 1556.
bie Republik in Baden einzuführen, betheiligt zu Fietilien (v. lat.), Thongefäße.
haben, aber von biefem Gericht freigeiprohen. Er | Fictio unitatis inter patrem
wurde Darauf in den Landesausſchuß gewählt u. | bie juriftifch angenonmene Einheit zn
war Mitglied der renolutionären Regierung (1. Ba- | u. S
den, Geſch. V. C) e). In einer Miſſion nad Würt⸗
temberg gegangen, wurde er dort verhaftet; Ende
1849 bier freigelaſſen, ging er in die Schweiz u. im
Herbft 1550 nach Konten.
Ficoĩide (Petref.), fo v. m. Berfteinerte Feigen.
Ficoidt᷑a (F. Dillen.), Untergattung ber Pflan-
zengattung Aizoon /.., aus ber Familie ber Por-
tulaceae-Aizoidene (f. d.). nium u. die Fictio legis Corneliac,
Ficoroniſche Ciſta, Ciſta, welche 1742 in ber Fiction (v. lat. Fictio), 1) «F. ja
Näbe von Paleſtrina aufgefunden u. nah Franc. | eine gejetliche Borfchrift fich gründen
be’ Fieorini, ihrem erſien Befiter, genannt u. | paßeine Handlung od. ein Ereigniß wi
jest im Collegio Romano aufgeftellt ift. Die ! obgleich diefe jactifch nicht vorbanden
auf ihr eingegrabenen Zeichnungen ftelen Scenen | Thatſachen werben nun unbebingt al
aus der Argonanteniage bar u. follen nach einem, | angenommen u. ſelbſt der Gegeubewei
vormals dem Hortenfius gehörigen u. inbefien Tuß- | der That nicht exiftiren, hebt das juri
culanum aufgeftellten Bemälbe bes Griechen Kybias | berfelben nicht auf; 2) fo v. w. Exbick
. Sohn.
Fictio legis Corneliae, im Rör
bie auf eine Lex Cornelia ſich grün
lie Annabıne, daß ein in feintliche
ſchaft Verftorbener in dem Augenbli
jet, wo er gefangen wurde, woraus
leitete, Daß Das Teſtament eines fo:
aufrecht zu erhalten fei; vgl. E. Safe, Z
. Wienlen bis Fibelcommig
Besgr.), alter, von ben Aborigines
: ım Sabinerland, öſtlich von Fi⸗
rinlich beim jetigen Genzano; bie
entana via bieß einſt Fleuleensis
R,
iftfleden am Argento in der römi⸗
Orvieto; 1800 (Em.
ı Pflanzengift zur Bergiitung von
f. Pfeilgift.
.), Pflanzengattung ans der far
ae, Polyganie, Diẽcie Z.5 aus:
einen fleifchigen, faft ganz ger
tboden, anf welchem menige männ⸗
ıt dreitheiligen Kelchen, bänfiger
jtbeiligen, auch neunmibeifigen Kel⸗
t jebr zahlreich (über 1301, F.ca- :
rreigenbaumuf.d.); F.svcomo- '
erfeigenbaum (Zylomore),
m, bis auf 30 Fuß im Durchmelier
zen, eßbaren, Doch fchwer zu ver-
n u. fall unverweslichem Hohze,
eiſt die Mumienſärge u. andere
ptier bereitet wurden: F.benja-
dien, mit eßbaren Feigen; wächſt,
iea u. F. bengalensis, au
als ſolche aufgefübrt werben; er
erbängente, murzelichlagente Afte
261
au@gebreiteten, in einanter verſchlungenen u. ver⸗
* wachlenen Aften, mit milder Mil) u. geniesbaren
Blättern.
Ficus (lat.), 1) bie feige; 2) Feigwarze; 3)
Feiamaal des Kopie.
icus indica, 1) ſ. Ficus: 8) Xrt ven Opun⸗
tin, einer Sacteengattung; 3) fo v. w. Piiang od.
Baratieafeige (Musa paradisiaca).
Ficus Naovia, Baum im alten Rom, |. m.
Xceius 1). F. ruminalls, beilig gebaltener Feigen⸗
kaum am Palatinifchen Berge, ta, wo Remulus u.
Remus die Wölfin füugte; fol 540 Jahr alt ge
worden fein.
Fid (Sem), Kegel von hartem Holz um bie
Duchten eines Taues zu trennen, ſ. Spließbern.
Fida, Fürſtenthum auf ter Japaniſchen Iniel
Nipon, waltig: Hauptert: Ofarra.
Fidalgo, pertugiefiih, fen. w. Hidalgo, ſ. u.
Ada Fi.
Fidanza, Aohann ven F., jo v. w. Yonaven-
tura 1).
Fidüris, Fluß in Klolien, der alte Evenos,
mündet in den Meerbuſen von Korintb.
Fiddemin, ſchönſtes Dorf im Favoum in Mit-
telãagvpten (Airila), bewohnt zum Theil von Kopten,
Be, letter iſt der eigentlich Va⸗
obgleich viele Arten bei. F. indica '
zlihe Mälter: ein felher Baum |
ıBien bat 60 Hauptftämme u. fein
Mittag 1500 F. im Umfang; von
es eft nech umfangreichere Exem ⸗
et ſich z. B. eins in Der Provinz
zum Tbeil von Muhammedanern; in der Nähe bei
ſchöne Oliven.
Fiddes, Richard, geb. 1871 in Hunmanby in
ortjhire, ſtudirte in Cplord Theologie, wurde
farrer in Haleham in Yorkfbire u. 1712 Garnijon⸗
prediger in Hull, melde Stelle er aber nach bern
ser Aurr genannt, das einen lin
350 Haupflämne von 2000 F.
äumte von mehr als 3000 Heinen
In feinen Schatten ſollen 5 Regi
ie lagern fönnen: F.racemosa,
dicker Yaum, in Oftindien, beflen
ser Wurzel tbeilenter Stanım, ge⸗
u. wie bie Afte mannigfaltig ver⸗
ten Aſien ſenken ſich viele Schnüre
‚ meiche Wurzel Schlagen u. nene
. Tiefe Bäume merden an öffent:
ngepflangt, um al& fchattiger Ber-
u Lienen, u. febr in Ebren gebalten.
zu Schnitzwerk, ter Baſt zur We
elblichen Bariers iZultanepa-
Alrtelm, Lie berunter hängenden
zindwerk benutt, aus ter Rinde
Mebrere ter genannten ı. a.
mmiungen ansländiſcher Pflanzen
eligiosa, ſchöner, ven ten In⸗
lich Buddab unter feinem chatten
ehaltener Banm, vgl. Aswatiba:
Kautſchuk liefernd, unter dem Na⸗
aum bei ung oft in Gewächſbäuſern
gen; F.septicn, böchſt ätzenden
tenb, in Oſtindien; F. nuricu-
Cochinchina wegen feiner Früchte,
Eiftg eingelegt werben, cultieirt;
‚„ auf Madagascar, wo man bie
rien Blätter zum Boliren von Holz
nutt; F. infectoria, in CA
nctoria, in Auftralien zur Fär⸗
Rumphii(F.conciliorum),
digem Stamm, jeher weit feitwärts
Lob der Königin Anna 1714 wieder vwerler: er
lebte nun von Schriftiellerei u. fi. 1725; er Ichr.:
Theologin speculativa et practica or Syrtem
of the divinity, Lend. 171% ff., 2 Bde.; Fify-
two Sermons, ebd. 1720; Life ofthe Cardinal
Wolsey, ebd. 1724; Treatise general of the
morale, ebd. 1724. m. a.
Fiddichow, Stadt an ter Cher, im Kreife
@reifenbagen des preußiihen Negierungsberirfe
Steitin; kurfürſtlich beiftfches Rittergut, Fiſcherei;
2450 Ew.
iddri, See, ſo v. w. Fittre.
ideicommiß (lat. Fıdeicommirsum), eine
fetgtreillige Verordnung, durch welche der Erblafier
(Fidelcommittens) feinen: Erben «PFiderlarlus, At-
duclarerbe) od. einem andern von ibm lettrillig
Bedachten aufgibt, das Ererbte entweder ganz vd.
eme beitinintte Quote davon, od. auch mur eine
einzelne Sache cd. eine beſtimmte Summe nach
feinem «des Erblafiere) Tede einen Audern «Fidel-
commissarlus) herauszugeben. Im Gegenſan au
dem Legat, als Der altcivilen Korn ter Bermächt-
niffe, bildet Das R. im Mömifchen Rechte den Re:
präfentant ber freieren Rechtsentfaltung. Tas F.
konnte ohne alle Form, auch für foiche, welche ber
civilen Erbrechte unfübig waren, errichtet werden,
erbielt indeflen in tiefer Weiſe auch erfi unter Der
Kaijerzeit Klagbarfeit. Später verlangte man auch
zur Gultigkeit der free, daß dieſelben entweder in
Teſtamenie ed. in Codicillen errichtet fein mußten,
u. fiellte fie fe ben Yegaten immer mebr gleich, bie
Pur Juſtinian eine völlige Derihmeltung beider
Arten von Bermächtnijfen (F xnecquatio legatorum
et Adeienmimissorum) ftattfand. Über das neuere
Recht vgl. Vermächtnißß. F. beredi praesenil In-
juwelum (von Ginigen aub Oralfibeicommiß
genannt), heißt ein Bermächtniß, welches der Crb⸗
deſſelben dem bamit Beſchwerten felbft auftrug.
In ſolchem Falle kann nach einer beſondern Beftim-
mung bes Römiſchen Rechtes ausnahmsweiſe, auch
wenn der Auftrag ganz formlos erfolgte, ber Ver⸗
mächtnißnehmer doeh das F. einllagen, wenn er,
nad vorbergeleiftetem Calumnieneid dem Belaſie⸗
ten den Eid zuſchiebt. Bei dem F. In id quod super-
erit (db. h. dem Vermächtniß deſſen, mas ber Bela-
ftete übrig laſſen werde) barf ber Fiduciar 3 Bier.
tbeile nach Belieben, das 4. Biertheil aber nur im
Tall der North verbrauchen.
Fideicommißgut, jo v. w. Stammgut.
Fidejubiren (v. lat.), Bürgichaft leiften, fich
verbürgen, Fidejuffv, Berbürgung zu Eines Gun-
en; idejussio, jo v. w. Buͤrgſchaft; Fidejuffor,
ürge.
Fidel (v. lat.), 1) treu, redlich; 2) heiter, luſtig;
daber Fidelität, Treue; Luſtigkeit.
Fidöles, 1) (lat.), Gläubige, Benennung ber
Ehriften überhaupt, im Gegenfat ber Ungläur
bigen (Infideles); 2) ın ber erfien Zeit bes
Chriſtenthums bef. die, melde ala Katechumenen
die Taufe erlangt hatten u. nun an bem ganzen
Gottesdienſte Theil nehmen buriten; 8) (fpan.), in
Südamerika Indianer, die fi unterworfen haben,
im Gegenſatz ter Bravos,
Fidelis, Kortumatus, Arzt, geb. in St. Pritippe
b’Agirone in Sicilien; ft. 1630 ; erfter Hauptichrift-
fteller über gerichtliche Mebicin; er fchr.: De rela-
tionibus medicorum, Balerıno 1602, Lpz. 1674,
1679; Contemplatio medicalia, Palermo 1621.
Et. Fidelid von Sigmaringen, eigentlich
Marcus Roy, geb. 1577; fein Vater Johann
Roy war Schuitheiß u. Bürgermeifter von Sig⸗
maringen; Marcus ftudirte bis 1603 bie Hechte,
bereifte 1604— 10 in einer Gefellichaft abliger junger
Leute al8 Deren Begleiterisrantreih, Epanien, Ita⸗
lien u. Deutfchland u, wurde 1612 Aumalt in En-
fiebeim; ba ihm aber bie juriſtiſche Praris nicht
zuſagte, ging er in demfelben Jahre in das Kapu⸗
zinerflofter zu Freiburg im Breitgau; er wurde
ala Prediger u. Beichtvater nach Altorf im Canton
Uri gefantt, 1619 als Guardian nach Rheinfelden,
1620 ach Freiburg, 1621 nach Feldlirch. Als bie
Propaganda 1622 den Kapızinern bie Miſſion für
Graubündten übertragen hatte, murbe 8. Vorſtand
berjelben, aber am 24. April 1622 bei Seewis von
zebelliihen Bauern erfchlagen ; er wurbe 1746 heilig
gelproden; fein Fefttag ber 24. April. Vgl. Placid.
Sigel, Geſchichte bes heit. Fidelis von Sigmaringen,
1623; Fr. Lucian. Montifontanus, Lebensbeſchrei⸗
bung bes heil. F., Conſtanz 1674. .
Fidelissimus rex (fat.), t. i. Treuefter König;
Titel Des Königs von Portugal.
Fidelitatis juramentum (lat.), Gib ter
reue.
Fidelit6 (Ordre de la F.), ſ. Orden von ber
reue.
Fidemiren (v. lat.), beglanbigen, geſchieht bei
Protolollführungen dadurch, daß, wenn nach been⸗
digter Verhandlung das Protofoll vorgeleſen u. al®
richtig anerlannt worden iſt, dieß ber verrflichtete
Protolelfjührer am Schlufſe ausdrücklich bemerkt
u. mit ſeines Namens Unterſchrift bekräftigt.
Fidenä (a. Gergr.), eine altlateiniſche, von
Alba aus gegrindete Stadt auf einem Berge
zwiſchen dem Tibris n. Anio in Etrurien; ſchon
Fideicommißgut:: bie Fidieh⸗Fabiaſſi
laſſer in ber Weiſe errichtete, daß er bie Erfüllung |
737 0. Chr. wurden bie Fibenates von‘
665 u. 663 von Tullius Sofitins, 569
quinius Priſcus, 503 von Yucretius T
u. 497 von T. Largius befiegt; nad ibı
zu ben Vejentern wurde 436 ihre Etabi
mercus Amilins erobert u. zerflört, zw
bergeftellt, war aber fpäter nur ein unt
Flecken; 27 v. Chr. wurde bier eim An
gebaut, welches aber bei dem erſten Gel
ftürzte, wobei 20,000 (nach Einigen ſog
Menſchen beſchädigt worden u. umgeke
ſollen. F. lag auf dem Felſen beim jegi
Giubileo.
Fidentia (a. Geogr.), Statt u. Ri
(Iulta %.) in Gallia cispadana zwiſd
u. Blacentia. Bier 82 v. Chr. Sieg t
gelbheren über die Truppen tes Mi
orgo S. Donino.
denzianifche Poefte (Pedantesc
in der Italieniſchen Yiteratur jene Art t
ter Boefie, wo lateiniſche Wörter mit ibı
gen italienifirt wurden; fie erhielt ben 9
dem Spottliede Camillo Scrofa’?, wori
fpannten Lieder des Fidenzio Ölottecrofi
wurden.
Fidepromissio (lat.), tie ſolenne
mittelſt einer Stipulation, bei welcher
biger fragte: Idem dari fidepromittis
det mit Der Sponesio bie formelle Büı
älteren Remifchen Rechtes.
Fideris (Fibris), veformirtes Pfarrd
zirk Oberlandquart bes Schweizercant
bünbdten, auf einer Anhöhe über ber Laı
legen; 460 Ew. Nahe babei liegt der g
Badeort in ben von dem Fideriähadge
ten Raſchitſchthale, 3251 Fuß über bem
Bad enthält eine kohlenſaure Duelle.
Fidos (lat.), 1) Treue, Pflichtniãßigl
würbigfeit; fo F. cenjugalis, cbeliche
graeca, griechifche Treue, ſprichwörtlich
brüchigkeit, weil unter den Griechen, bei
faliern u. Rolrern, auch ben Pacetanı
Meineid fehr gemein war. Allegeriid ı
bargeftellt mit_verichlungenen Händer
Turteltauben, Abren u. Mohnbäupter;
Numa einen Tenpel in Rom; 2) Sau
j. Bona fides; F. carbenarla, Köbleı
publica, öffentlicher Glaube, Das Berti
bes Einzelne, od. Gerichte, Eollegie
ihrer Anftelung u. Beftimmung durch
genießen u. in gewiſſen Fällen in An
men können.
Fides, Aftereid, wurde am 5. Ocibr
Luther zu Bilk im Sterubilde der Fiſche
hielt als bildliches Zeichen das Kreuz
Sonltiche Zablenzeichen ET). 5. ſtebt zu
tis u. Amphitrite. Die mittlere Entft
ter Sonne beträgt etwa 52 Dil. gı
Meilen u. die Ilınlaufazcit 3 Jahre 361
Fidibus, ein Streifen Bapier, Die 9
damit anzuziinten. Es ſoll (nad Eber
bus fratr) ihus (für vergnügte Brüre
wie ein zu einer geheimen Tabalegeſel
ladender auf einen Zettel fchrieb, ver m
Bieiienanzünten achraucht murbe.
Fidicülae, Varterſchnüre. |. u. Te
dieh-Tabiaffi, Fort, eine halbe
Schumla gelegen.
Fidiren bie Fidſchi⸗Sprache 263
[at.), tramen, vertrauen. | Staaten unter einzelnen Hänptlingen vereinigt, die
e⸗F., Gyepüfüzes), deuticher | tem König von Rewa (König ber Fidſchi⸗Juſeln)
Kreiſe Eiſenburg Des Verwaltunge- | auf Birilevu zindbar find; ımit ben Engläntern fie
arg (lingarn); bar berrichaftliches | bem fie nicht in gutenm@internehmen; proteſiantiſche
rer, in welcher guier Käſe erzeugt | Milfionäre (namentlich Wetleyaner) baben das Chri⸗
ıereien: 575 Em. ſienthum gu verbreiten geſucht, bis jet aber noch
eine Intel an ter Küfte Bes norme- , mit menig Erfolg; tie Geſammtzabl der Rewobner
:önbre-Vergenhuus, zmiichen Böm⸗ | wird auf 200,u00 Seelen geihäbt. Die 4 grö⸗
r⸗Oe; bier bielt ter erſte nerwe⸗ | Beren Inieln find Vitilevu (Ambau), bie wich⸗
f; 2) Gemeinde (Hof u. Kirche) im tigſte u. bebeutentfie von allen; Vannalevu
:den befielben Amtes; bier 963 | (Sanbalmeceh, Talanova), Yalemta u. Kan-
der König Halen blieb. tavu (Diomufla). Der F.⸗A. wurde 1643 ven
pel, Fidichi⸗Archipel. Zasmau entdedt, Tpäter von Bligh, Maitlaud,
Marian, mir feinem meltlichen | Wilfen u. a. auigeiunden (179 u. 1792) u. wird
8, geb. 1736 in Wien, trat nach feit 1794 öfters von eurepäiſchen SHanbelsichifien,
dien in Bas Hofkleſter ber Auguſti⸗ ' d:ı nenerer Zeit namentlih von Zidnev (Neu⸗Süd⸗
4 Treiefier, 1759 Priefter, lebrte | Wales, Aufiralien! u. ten Vereinigten Staaten ven
Ariechiiche Literatur u. fl. 1802 in | Nordamerika aus beiucht.
Geſchichte Ber ganzen öfterreichiichen Bidfhi:Spradhe, Sprache ber Fidichi⸗Inſeln,
terlichen Tieriiei beiderlei Geiblech⸗ weicht in Steifen. Form vieliach ven anderen poly-
—Ss, 4 Thle. in 9 Ad. 2) GaAiet · neſijchen Sprachen ab u. ſcheint mehr zu den Ne—
abroſ., geb. 1737 in Wien, trat geripraden ber Südſee zu gebören. Sie bat bie
Studien in ten Orden ber Auıgır |, Vocule a, e, i, 0, um. Lie Tonſonanten b, e. d. f.
u. lebrte Tbeolegie u. Geiſtliches g. j. k, Im, n, P- 9, rs, v, w, y, von Denen c
Univerſität in Bien; 1767 en.wich wie das meiche engliſche th, q wiengg, b. d, g wie
damburg, we er ur Goangeliichen . mb, nd, ng, bie übrigen wie im Englifihen ausge
Hierani wurde er Hofpretiger au | fpredden werben. Es eyifirt ein boppelter Artikel,
DPiedienkurg u. dann Zuperinten» | ko (o) ver Prenemen perf. u. Nomen propr., na ıa
an, legte jeecch tiefe Stelle bald | vor Zubflantiven u. Pronom. pofl. Die Noemina ſind
ft. 1780 in Altona. Er ſchr.; Der | nady Genus, Numerus u. Caſus unveränderlich;
169,3 Are; Antipapijnichee Jcur- | das natürlite Geuns wird durch Hinzufügung von
9,7 Zble.; Geichichte u. Beichrei- | tagane manulich, alewa weiblih, autgetrüdt,
nien ter rämiichen Kirche, 23.1777. | ber Genitiv Durch ein vorgeſetztes i (ni), ker Klurat
hmetterling, Gattung der Spanner, | Burdh ein vergeſeres ver, doch guet es befontere
inn, mit abgeruntetem Kopie, Füh⸗ | Wörter, um eine beftimmte Diebrheit gewiſ'ier
t, Tzfter kurz, wollig, Kopf nicht | Dinge audzudrücken, 5. B. niu eine Koloenuß,
truft wellig, Hark; Slüsel ganzran» | buku zwei, buru zebn, koro hundert Kelesiiüfie.
eichnet, Hinterflügel eft anders ger | Die Atjectiva haben feine Fermen für die Zteigr-
rrerflünel, greb; fliegen bei Zuge; | rungegrate; fle werben ibrem Subſtantiv fieis
aria. F. plumaria, F. piniarıa, | nachgeſetzt. Die Zahlwörter fint: 1 dua, 2 run,
F. plumistaria. 3 tolu, 4 va, 6 lima. 6 ono, 7 vitu, S waln.
fon. m. Fideris.
ipelagud Fidji-od. Piti-Ar-
zrinz Rilliamd-InTeln), In—
| 9 ciwa, 10 tini. Orkinalia werten daraus derch
| ein vorgeſebtes en gebilter. Die perſönlichen Fre»
n 1° | neming haben vier 3Jablen: Zingularie, Tualit,
ittferen Relvnefiend, 15° 40° bis Triclis u. Pluralis, auch bat Die erite Perion ir:
Areite, 1950 bis 199" EN. Yänae | Ber Mehrbeit kefonvere Formen, je nachdem ker
' 4 größeren u. ungefähr Zyu Meine» | Angeretete mit inbegriiſen ift (inel.) cd. nid:
jend, von Kcrallenriffen u. Klippen | (excl.), 3.2. Zing. an ih, iko Pu, koya er: Dual.
7 zu umſchiffen u. gefäbrlie Yan» ! kedaru (inel.), keiran (exel.) wir zwei, kemu-
5 u. gebirgig (bis zu 4000 Zun', | dran ier zwei, ran fe zwei, Trial. kedaton
anz vultaniichen Uriprunges, nech | (inel.). keiton texel.ı wir drei (wir Merian,
. befannt; Beben außererdeuitih ı kemudon ibr Erei, iratou fie drei; Plur. kerla
ation reich u. üppig: Producte: | (inel.), keimam: (exel.) wir, kemuni ihr, ira fie.
Higer Handelsartitely, Cocespal- , Die Pofleifiez eriheinen bald ale Zuffige, beit als
te, Zuderrobr; Schweine, Hunde, ielbſiändige Wörter: lepteren Falls baben fie ver-
e Bewehner bilden den Übergang : ichicdene Fermen, je nachtem von Dingen im Afl«
(Auftralneger, zu den Malaven, n. | gemeinen ct. zen Eſſen cd. Trinken Die Nee it,
ter Miſchung beiter Velkoſtämme 3. Pan gu nein on Allgemeinen), a qan wein
zu fein; fie find bellfardiger als (fen), a meru mein ‚Irinlen!. Tas Verbum
ser kunfler als tie Bewobner Ber vr entweder Intranſitivum cd. Trauſfilivum ed.
felgruppen, greß u. kräftig, kriege» Paffioum, 1. Das Trauſicivum bat deppelte Ferum
uſam, Menſchenfrefſer, mizbandeln Für Meziekun:g auf ein eſtininitet cd. undeſnmtes
enen auis furchtbarſte, tẽdten die , Obhject, z. R. vakscakrı sreekien, caka were, im
jenn die Wirren der verſterbenen Garten arbeiten, eat ayzna were, den Garten be⸗
ei fine fie gelebrig u. gbidt, Nas | arcciten; Parienn: vakavi, Bearbeiter werten.
tigung von Booten, Waffen, Ge | Urrigzus iſt das Verrum nach Medus, Tempo,
ergl., treiben Aderbau u. Vieb⸗ Rumeruo u. Pearnmuneränderlich. Es gibt viele
liche Häuier; fie leben in Heineren | Atverbien u. Erpletirparuteln, dagegen if die
264
Sprache arm an Präpofittionen u. Konjunctionen.
Hinſichtlich der Eonftruction ift bemerkenswerth,
Daß das Subject gewöhnlich am Ende des Satzes
en Der Anfang des Baterunfers lautet: tama i
eitou mai lomalagi, me vakarokorokotaki na
yacamu, d. b. Vater unferer im Simmel, daß gebei-
ligt-werbe ter Name-bein. Grammatik u. Wör-
terbuch ven Hazlewood, Nena (Feejee) 1850—52.
Fiducia (lat.), Vertrauen, Zutrauen; daher St
duciar, Siduciarerbe (Flduciarlus, Fiduclarius heres),
f. u. Ziteicommiß; Fidaclarlus pater, ſ. ı. Eman-
cipatio.
idũcit! bei Studentencommerſen bejahender,
beifallender Zuruf der Verſammlung auf den Smol⸗
lisruf des Präſidenten.
Fiducität (v. lat.), gutes Vertrauen.
-fidus (Bot.,⸗ſpaltig), als Anhängsſylbe,
d. b. nicht über die Mitte hinaus getheilt, beſ. von
Blättern, mit ſpitzigen Buchten, die etwa bis zur
Mitte gehen, u. ſpitzigen Lappen, die nach der Zahl
letzterer dann zwei⸗, Drei» u. mehrſpaltig (bi-, trı-,
multihdus) beißen, od. wenn die Lappen an beiden
Seiten des Hauptnervs fteben, fiederfpaltig
(pinnatifidns), wie 3.8. Die unterften Blätter von
Scabiosa snavenlens.
Fieber (Febris). I. Krankbeitszuftanb od.
Spinpteme einer krankhaften Veränderung im Kör⸗
per, welche fih gewöhnlich Durch bejchleunigten Puls,
Hitze, wohl auch mit Froft im Wechſelſchweiß er-
böhte Ausfcheidung von Kohlenfänre durch die Lun⸗
gen u. von Garnftoff durch Die Nieren fund gibt.
Nach vielen Schwankungen in ben Anfichten iiber
bas, was Fieber ift, hält man jetzt das Fieber flir
eine Eteigerung des Verbrennungsproceffes tm
Körper, erzeugt duch eine vorübergehende Läh⸗
mung im Rückenmarke u. einigen von bemfelben
entipringenten Nerven. Die Syiebererfcheinungen
laſſen bald nach (Remiffion), bald fteigen jie wieder
(Sracerbation), entigen zuweilen mit vermehrten
Ausicheitungen, ben jogenannten kritiſchen Auslee⸗
rungen (Kriſis). Die F. bilden bie zubfreichfte u.
wichtigfte Aetheilung aller Krankheiten, der Ge-
funbbeit m. Dem leben zwar oft verberbfich, in man⸗
hen Füllen für heiljam (Febris depuratoria) gel-
tenden. ſchwere Folgen abmwehrend, balb acut, bald
chroniſch, bald urſprünglich für fich beftehend (idio⸗
pathifch, efientiell, von Danchen geläuanet), bald Fol⸗
gen u. Begleiter anderer Krantheitezuftänte (ſym⸗
ptomatijch), bald einfach, bald ınit andern F⸗n ver-
widelt, bald fporabifch, bald epidemiſch od. ente-
miſch, bald gnt⸗, bald bösartig, anftedent ob. nicht
anſteckend, bald typiſch, bald akypiſch, balt ftattonär,
Bald nicht ftationär, dem Jahres» ch. Jahreszeiten»
wechſel folgend (Feebres annuae) od. nicht, hin⸗
fihtlih des Verlaufs anhaltend, fortbauernd u.
nur am Morgen Schwache Nachläſſe bildend (Febres
continune continentes), od. deutlichere Nachläffe
Bilbenb, nachlaffend (F. continuae remittentes),
er. völlig fieberfreie Zwiſchenzeiten (Apyrexien) dar⸗
ſtelleud, Wechſelfieber (F. intermittentes).
IT. Die hauptſächlichſten nur ſelten einzeln fehlen⸗
ben Fieberzufäle find: Verſtimmung des Gemeinge-
fühle, Abgeſchlagenheit mit einem eigentbilmlichen
Krankheitsgefühle, Die Empfindung von Broft u. dar»
auffolgenter Hide (Fieberfroft u.Fieberbige), beſchleu⸗
nigter Puls (Fieberpule) u. Durft (Zieberdurft).
Der Berlauf der 5. iſt vorzugsweiſe ver andern
reiten durch gewife Zeiträume, Krantheitee
Häueis bie Fieber
ftadien (f. Krankheit) ausgezeichnet, bı
ten, des Tsroftes, ber Hitze, der Kriſis
valefcenz. Das F. endet entiweber in |
ebt in andere Krankheiten od. in ben?
älteren Sumoralärzte nehmen einen e
heitsftoff, Stebermaterie (Materia fel
ria peccans) an, welche durch Las
gelocht u. Durch die Krifen aus dem |
ftoßen werde.
III. Die Äußeren u. inneren Be
gen der 5. liegen im Wechſel der Jal
wohl in dem regelmäßigen, als auch
gelmäßigen, in Veränderungen u.
der Äußeren Laft, im Wechfel ter T
örtlichen u. Himatiichen Einflüſſen, M
tagien, Störungen ber Verbauung ı
nährung durch Übermaß od. ſchlech
beit ber Speilen u. Getränte,
niffen der Verdauungséſäfte, piv
rungen, Anftrengungen u. Erichütten
meinem od. örtlichen Überfluß von ẽ
tenden Entleerungen von Säften,
Blutes, Berlegungenn. Störungen ei
Organifation manderlei Art, Wunde
tungen der Ab- u. Ausfonderungen,
gen Anftrengungen ber Körperlräfte,
IV. Anlage an F. geben das!
genbliche Alter, hervorſtebende Reizba:
u. Nervenſyſtems, fo wie Des Gemül
cher Körperbau u. Störungen bes Er
ceſſes mancherlei Art.
V. Die Gefahr der F. bängt
von dem Zuſtande ber Kräfte, der Cr
Kranten, ter Schwere der das F.
krankhaften Veränderungen im Körpe
ſchenden Krankheitscharakter ꝛc. Sch!
find insbeſondere: Meiner, ſehr ſch
trockene Zunge, anhaltende Delirier
mit zu übermäßigen od. klebrigen ır. |
Ben bebedte Haut, erſchöpfender Du
dere Ausleerungen, Mangel ber Kr
mäßiger Verlauf
VI. Da die Natur in wenigen Ar
Heilthätigteit kräftiger entwidelt, als
gilt für Die Behandlung derſelben
neu, daß bei geregeltem biätifchen Be
leichtern Fällen ihre Kraft allein zur
reicht. Bei Neigung zu Entzündung
ben, bei. Durch Die Antiphlogiftifch
(j. d.), im Falle großer Hinfälligkeit d
bei. nervenſtärkende ‘Mittel, wobei j
beachten ift, in wie fern ber Zuſtand w
[heinbarer, auf bloßer Untertrüdun
fett einzelner Organe ot. Spfter
Schwäche obwaltet. Im Beginn ber
bisweilen durch eine kräftige Ableitur
mittel, od. Bemwirlung eines tüchtig:
die Krankheit in ber Wurzel abzufı
Zeitraume der Kriien find bef. dieſe
zu verfolgen. Bei ſymptomatiſchen
örtliche Affection vorzüglich Rückfi
Allgemeine Mittel gegen Das F. (Ziel
e8 nicht. Die diätetiſche Pflege bat f
Körpers u. der Seele u. Abwehr aller
enden Einfluſſe, Entfernung eines gı
uffes, eine 15° R. nicht überfleigen
ftänden eher kühlere Temperatur Det
ein nicht zu warmes u. ungewohntes
Fieber
n meiſten Fen bedarf ber Kranke keiner
er leichten Nahrung au leichter Sem- . Ö
r, Schleim⸗ u. Obſiſuppe, ch. Waſſer⸗
am &etränt, deflen Gebrauch nıan dem
ar nicht im Übermaße, geftatten ann,
265
| ſyſtems iusbefonbere anbeutet, daher auch in feinem
beften friiches Wafler, Zuder-, Brch-, '
mbeereflig-, Citionen-, Simbeeriaft-,
fir, E:uerbenigwafler, Meinfteinfäure
tartari in Waſſer aufgelöft, Abkechun⸗
ſt. ven Hafergrütze, Reit, Althee, Hirſch⸗
ne Eetrãnle, beſ. Thee aus Fliederblu
ällen, Lindenblütben ſind nicht als all⸗
zudern nur für Die Beförderung der
e taugliche, in mäßiger Weiſe zu genie⸗
änle zu empfeblen. Kräftigere Geiränle
saffen nur für den Zeitraum der Mieter:
Mere, 3. 9. Wein, früher höchſtens bei
ıer Nervenkait.
atder Cintbeilung ber F. iſt theile
saralter, tbeils auf die bei Denfelben ob-
mlihen Affectienen ungeortneter Zp« |
geiner Tbeile tie Entzündung als ſolche
men, Rũckſicht geneminen werten. Cie
a2 große Klaſſen geſchieten werten:
lean:eugeieyte F.
rfache Orund⸗) F.: 0 Entzün—
ter (Hitßziges F., Gefäßſieber,
Febrir intlammatoria), einfaches, ent
5. ebne bervorſtechende Entzüntung ei
tes Körpers, welche dieſes F. zwar auch
‚tabei aber niehr als ſymptomatiſch er»
ant bald mit einem mäßigen, bald mit
n Frofie von kurzer Dauer, auf welchen
kente Erennente Hitze folgt, mit letbaj-
6 Geſichte, großem
‚nicht übermäßig beſchleunigtem Pulſe,
urſt, ſſarkem, har» | den. Gt ner
Kriſen, fendern mebr allmählig obne bedeutende
ange auf maunigfaltige Weiſe von ber Ginfad-
heit des Verlaufs eines gewöhnlichen #8 abweicht
u. wedurch Das Leben immer mehr ob. weniger be-
Prebt wird. Im früherer Seit wurde es überhaupt
vorzüglich aa) ale bösartiges F. ıF. ınaliena),
bezeicnet, in der neuern als Lyphbäiesi.ı Typbus),
obſchon letzterer Ausdruck auch in engerer Beziehung
G. unt. »;f)am) gebraucht wird. Die hauptſächlichſten
Kennzeichen tes Nervenfiebers ſind: ſchlaffer, blei⸗
cher, eingeſunlener Ausdruck des Geſichts, maties,
ſtaubiges u. glanzleſes Anſehn ter Augen mit einer
bräunlichen ct. Schwarzen Kıufte überzogene Nafen-
ẽffnungen, Lippen, Zahnſleiſchen. Zunge, ſchlaffe,
zufammengejunfene Haliung tes Körpers, unrubhie
ges Umherwerfen, häufiger Wechſel zwiichen Dar-
nieberliegen u. Aufregung ber Kräfte, geringes od.
falfches Geiühl ter Schwere ter Kraukbeit, Wider⸗
ſpruch in den einzelnen Zufällen, bald große
Empfindlichleit, balt Abſtumpſung ter Zinne, Ein-
genemmenbeit, Schwindel, Schwere tes Rupie, Ber
täukung, Zelirien, unruhiger Schlaf er. Betäu⸗
bungeſchlummer, Gridlafiung u. Kraftleiigleit in
allen Bewegungen, Zittern der Glieder, krampibafte
Gricheinungen von verjchiedener Art, Schluchzen,
Zchnenhüpien, Flockenleſen, fpäter Läbmungen ein«
einer Zbeile, ſehr erſchwerte Sprache u. Suimme,
frequenter, lleiner, weicher, aber jebr veränderlicher
u. unerdentlicher Pule, treckene, brennend warme,
bisweilen auch fühle Haut, klebrige, alte Schweiße,
trodene, brauue ob. ſchwarze riſſige Junge, oft auch
Meteoriomuse, Durchiall, Schwammchen, Decubio
tus, Petechien, Frieſel. Die Dauer der Krankheit
beträgt 2—3, ſieigt aber auch oft bis zu 6 Wo⸗
feurigem Urin, mit einer Epedbaut bung
als eine ber gefährlichften (formen, bisweilen un⸗
Blute, Terjhlimmerungen am Abent,
Nachläſſen am Diorgen, überhaupt re» .
Rerlaufe. Das Entzuͤndungefieber ent-
reift ſchen mit dem 7., felten erfl mit dem
ich Schweiß u. kritifchen Harn, bisweilen
ch Naſenbluten, u. tödtet für ſich nicht,
tur Übergang in andere F. ot. Entzün«
feiner milteflen Form verläuft es vor-
Rintern ald Eintagsfieber (Epbe⸗
don in einem od. höchſtens 4—5 Tagen.
vorzüglich bei jungen, wohlgenährten
Berfonen, gejellt fih aber aud) oft
En, vorzüglih im Anfange derſelben.
t antiphlegiftifde Mittel, Aderlaß ıc.
nochus (Synochus) od. tas Aſtbe⸗
fäßfieber, zwiſchen dem Entzün⸗
erven⸗ u. Fauifieber mitten inne ſie⸗
ichft ſich an das vorige auichließent,
derminderte Energie des Tebensprecei-
ere Störnug im Zuſtande ber flüjjigen
Körpers zeigend, ohne daß jedoch das
weſentlich, wie beim Nervenfieber, mit-
me Ausartung ber Miſchung ter Zäfte,
ınlfieber, fiatt findet, von mehreren Arz-
ein gratmeife von ben andern Grund⸗
chiedenes, durch inbivituelle ed. öriliche
nlage mobificirtes F̊. angeſehen. ©) Das
eber (Febris nervosa), vorzüglich
am eingeführte Benennung eines —*
m Zufäßlen ein Unterliegen ter xebens-
verhaupt u. ber bes Gehirns u. Nerven⸗
hen. Geueſung erfelgt feltener durch regelmäßige
kritiſche Beſtrebungen. Zap Nervenfieber tödtet,
erwartet. Am bäufigſten erfolgt ter Ted durch Er⸗
ſchepfung der Kräjte, vrähmung, Entmiichung der
Säfte, Schlagfluß. Cs verläuft bald acut, bald
chroniſch, bald mit vielfach wechſeluder Aufregung
ter Nerventhätigleit (F. nervosa versatilis),
od. mit anhaltentem aufjalentem Darniederliegen
ber Kräfte (F. nervosa stupida), od. offenbart im
ſchlimmſten Grate einen lähmumgsartigen Zuſtand
F. nervosa paralytica). bb) Das chroniſche,
langwierige, ſchleichende Nervenfieber
(F. nervosa lenta) erſcheint immer nur ſporadiſch
bald in Folge des acuten Nervenfiebers, bald ande⸗
rer das Nervenſyſtem zerrüttender Leiden. Die Cur
des Nervenfiebere bietet große Schwierigkeiten bar,
da die Natur heile jelbft weniger Dafür thut, ale
bei vielen audern Fen, theils auch dem Arzte weni⸗
ger Anleitung dazu gibt. Ta daſſelbe jehr ojt mit
einem entzündlichen, gaftrijchen, ſchleimigen, galli-
gen, fatarrhaliichen, auch rheumatiichen Zuſtande
als erfiem Haupiftatium beginnt, fo it dieſem ge⸗
mäß im Anfange zu verfahren. Schwaͤchende Ein-
griffe geſtatten das Nervenfieber entwerer nicht, ob.
nur im Anfange u. in vorfichtigen Maße, nament⸗
ih auch bei örtlihen Affectiouen, bei. Aderläſſe,
Blutegel, Brechmittel, antiphlogiſtiſche Mittel.
Haupianzeige bleibt aber, die Kıäjte zu ſchoneu u.
u heben. Als bie wichtigften Mittel hierzu galten
Inf bie fogenannten reizenden Nervenmittel, Bal⸗
brian, Serpentaria, Angelica, Aruica, das fläche
tige Ammonium, bernfleindfhaltigee flüchtige®
266
Das fchleihenbe Nervenfieber erheiſcht aber Berüd-
fihtigung der es veranlaſſenden Zuſtände, vorziig-
lich eine ftärfenb nährente, leicht verbauliche Diät,
Mein, China, Eifen ꝛc. b) Das Faulfieber
(Febris putrida), felten primäs, meift fecundär,
in Kolge anderer F. u. Krankheitszuſtände entfte-
hende —** die ſich durch eine der Fäulniß
analoge Zerſetzungen. Entartung des Blutes u. ber
dadurch bedingten Affection des Nervenſyſtems an⸗
deutet. Eigentbümlich ſind ihm große Schwäche u.
Entkräftung, Veränderlichkeit u. Widerſpruch ber
Symptome, entſtelltes Angfehen bes Kranken, hef⸗
tige, beißende Hitze, die ſich unter der aufgelegten
Sand vermehrt u. ein höchſt widerliches Gefühl
hinterläßt, kleiner, weicher, veränderlicher Puls,
große Schwäche, Petechien, Meteorismus, übelrie⸗
chende colliquative Ausleerungen, namentlich Blu⸗
tungen, Durchfälle, Neigung zu Brand, Schwämm⸗
chen ꝛc. Urſachen find: lebenoſchwächende u. zugleich
die Blutbereitung ftörente Einflüſſe aller Art, heiße,
feuchte, durch Tanlige Subſtanzen verumreinigte
Luft, Genuß von fauler, verberbener Nahrung,
Anftedungefteffe (anftedenbes %.), zurüdgehaltene
Ansleerungsftoffe, brandige Geſchwüre u. a. m.
Jınmer iftes eine Das Leben böchſt bedrohende Krank⸗
heit. Die Bebandlung ift tbeil® vorbeugen, theil®
therapeutifch, indem ınan bie Urſachen u. Alles, was
Das Fieber unterbalten u. verniehren kann, hebt,
den eigentlichen nervösfauligen Charakter u. feine
Complicationen berüdfichtigt, Die bringenbften u.
gefährlichften Symptome beſeitigt. Sauptmittel
find Die antifeptifchen, ala Mineralfäuren, Tchlen-
jaures Gas, ftärtend zufammenziehente Subftan-
zen, bei. Chinarinbe, Khtin reizende Mittel u. a.
Die fammtlichen hier aufgeführten Grund⸗ u. Car⸗
Dinalfieber treten nım entweher rein u. ilolirt auf,
ob. fie werbinten fi) mannigfaltig unter fich od.
mit ben folgenden Sn u. felbft mit örtlichen u. an⸗
dern Leiten, 3. B. Entziintungen.
B) Zufammengefepte $.: a) Das gaftri-
ſche %. (Febris gastrica), ein mit franthaften
Abſenderungen der Verbauungsfäfte, Anſammlung
derſelben, fo wie ſchlecht od. nicht vertauter E peijen
u. Getränke ꝛc. im Magen u. Darmlanale u. mit Yei-
ben biefer Theile überhaupt verbuntenes, anhaltend
nachlafiendes 5 mit folgenten Arten: aa) Sabur-
talfieber (F. saburralis), vorzugemeije ven,
im Magen u. Darmlanale angefammelten Unrei-
nigteiten herrührend, cd. damit verkunten, äußert
fih durch Mangel an Eßluſt, Witerwillen gegen
Speijen, vorzüglich Fleiſchſpeiſen, üblen, faten,
bittern, ſauren cd. fauligen Geihmad, ähnliches
Aufſtoßen, fchleimige od. kleiſterige Beichaffenheit
des Mundes, weißgelblich cd. bräunlich belegte
Bunge, ftarten Durft, Verlangen nad) tüblen u.
auren Getränfen, Efel, Neigung zum Erbrechen,
wirfliches Erbrechen, Kollern im Leibe, Abgang
ſtinlender Blähungen, Verſtopfung od. Durchfall,
drückenden u. ſpannenden Schmerz in der Magen⸗
gegend u. im ganzen Unterleibe, mit Auftreibung
——* ſchmutzig bleiche Geſichtsfarbe, mit da⸗
zwiſchen erſcheinender dunller Röthe, Kopfſchmerz,
mit überlaufender Hitze abwechſelndes Fröſteln,
weichen, frequenten, unordentlichen, bisweilen auch
langiamen Puls, trüben, lebmlgen Urin. Dieſes
F. enticheiber ſich vorzliglich durch Erbrechen u.
Durchiall, u. die Hauptmittel dagegen ſind deshalb
Fieber
Anmionium, Ätherarten, Bein, Campber, Moſchus. |
auch Bredimittel u. bie mildern, To
| jigen, kühlenden u. auflöſenden Akjul
by) Das Gallenfieber (F. bilio
aus übermäßig vermehrter Abſonderu
franfhaft veränderten Galle, nimmi
entzündlichen Charakter an u. gibt fid
durch eine bunffe, eimen ſchmutzig }
gelblihen Grund deigenbe Rötbe tes
vollen Buts, ftark brenuende Hitze,
rube, Kopfſchmerzen, bisweilen Del
baft jpannenden ob. brennenden Dru
in ber Magengegenb u. auch im ganz
u. Auftreibung deſſelben, Bittern (
feiches Aufftoßen, Erbrechen von gal
eiten, Berftopfung, feltner gallige
großen Durft nach fauren u. fühle
gelblih od. gelblichbraun, auch ſchwã
bisweilen auch reine Zunge, dunkelb
trüben ob. gelblich gefärbten Urin, bit
lihe Hautfarbe, tritt vorzüglich im
u. Herbft bei großer Hitze nach Diätft
kältungen auf n. enticheibet fich vor;
—28 u. Durchfall. Brech⸗ u. !
mittel ähnlicher Art wie beim Sabur
die Hauptſtützen der Eur. eo) Das
fieber(F. pituitosa), erfcheint meift a
(1. oben A) b) vorzüglich im Frühjahre
durch eine bleich ſchmutzige Geſichtsfarbe
ten, ſchwachen u. unregelmäßigen Puls
breunende od. auch mäßig warme u.
feuchte Haut, mit zähen Schleim be
Mangel an Appetit, häufiges Aufft:
fleifterigen Geſchmack, Spannung in
gegend ıı. im ganzen Unterleibe, Übelle
von Schleim, Berftopfung ob. Neigın
fällen, katarrhaliſche Affection ber Brı
zu Schwämndhen; dauert gegen 3
dariiber. Schleimige Ausleerungen bu
u. Stuhl, reihlihe Scheiße, oft auc
ſcheiden die Krantbeit gewöhnlich u. ge
tung für die Behandlung an. Leid
Nervenfieber über u. bildet baber of
Hälfte ) Atrabiläres F. (F. atr.
eine achte Meläna u. mit Ausichwik
galliger Stoffe im Verdauungékanal
cd Gekrösfieber (F. mesenteri«
Yocalleiten ter Gefröstrüfen verbu
üglich bei Kindern vorlommendes F.
eber (F. verminosa), f. u. Wi
er, Schwämmchenfieber (F. aj
Schwämmchen. N Abbominalne
(F. nervosa, Typhus abdomiı
Schleimfieber (Gaſtriſches F
fieber, Sporadiſcher Typbus,
ſches Nervenfieber), eine eigenthi
züglich in der neuern Zeit nüber u. o
beobachtete Form des Nervenfiebers,
in Verbindung mit einem Leiden der
des Magens u. Darmlanals vorkon
meiſtens mit den Symptomen eine
insbeſondere eines ſchleimigen F⸗s, iſt
sen int Unterleibe in den untern Seit
eiben, entzlindlicher Reizung ed. wi
zündung ter Schlemhaut Des Unterlei
mit Entzünbung u. Verſchwärung beri
bauttrüfen, vorzüglich in untern Thei
barms (Tleitis pustulosa), mit Dur:
biutig ift, ac. verbunden; bb) jedes mi
Fieber
Urt verbundene Nervenfieber. g) | verbanlen ihre Entflebung dem Sumpfmiatma u.
er (Kalte F., Frieren, F. in-
beftebt aus einzeinen Fieberanfällen
. mit einer jebesinal mitten inne
rfreien Zeit (Apyregie), ift autge-
in ber Regel ſtärleren u. länger
R, ale er bei anteren Fen vorkommt,
efrige Hitze folgt, die in einen allge-
re Stunden anbaltenten, fauer rie-
eG übergebt u. werauf auch ein
L Hegehmehlartigen Betenfag bilten-
jejesibert wird, womit ter Arante
de eines erträglichen Wehlbefiudene,
: felbft bisweilen feine Geſchäfte ver-
rüdkehrt. Das Wechielfieber iſt bald
8. F. intermittens quetiliane ı,
unben, bald Preitägigee F. (F. i.
nuurtens. Tag, balbviertägigee
rmana). mem nur den 4. Tag ein
find daher auch an feuchte w. ſumpfige Gegenden
gebunden. Eie find bei firenger biätetifcher Hal⸗
tung fein fo gefährliches, bisweilen auf anbere
Kranfbeirszukänte fogar webltbãtig wirfentes, aber
obne Trazwifchentreten der Kunſt jebr leicht lang-
. wierig werdende u. ſehr zu Rückällen u. zu
. Zu ten Abweichungen gebören bie _
Becdielfieber, 1.2. bat Doppelte .
Das fiherfie Fiebermittet (Febrifugum) bleibt die
fälle, u. bad Doppelte treitägige (F. ı.
jelfieber (F. quotidiana dnplex). wo
lex). ro alle Tage ein Kieberanfall
wi ſich die um den anderen Tag er-
den, ct. mo um ken anteren Lay
lle auftreien ıF. i. t. duplicata',
'piertägige Mechieljieber (F. ı. quar-
‚wo amj., 2., 4. u. 5.
von denen der I. u. 4. u. der 2. n. 8.
d. alle 4 Tage 2 Anfälle erfcheinen
licata). Eine von ben fchlinmiften
ıa s. Jlemitritueur) tar, welches
ınımentrefien cines anbaltenten 15-6
ettägigen Wechicifieber zu Etaute
4 man mit kiejem Namen auch ein
ägigen Wechſfeilfieber zujanımentref-
ges od. ein doppeltes dreitägiges be⸗
uf eine ähnliche Weiſe kann auch ein
bieifieber mut einem anbaltenten zu⸗
(F. amj-hemerinn), od. ein vier⸗
tartaeophya). Grbalten Dabei tie
. Bas UÜdergewicht (F. ı. subcon-
iden dieſe F. leicht geiübrlich. Das
ſcheint vermüge ſeines typiſchen Rer⸗
zunächſt in Dem Nervenſyſteme wur
ſche Krankheit, die jedoch ſebr innig
Verdauungewege zuiammenbängt u.
r Dauer immer zu einem kacheltiſchen
ft zu Krankheiten ter Unterleibsein⸗
»ntlich Auſchwellungen ter Milz u.
en) führt. Die Auiälle erſcheinen
g, balt unregelmäßig (F. i. erra-
nal rüber (Ispus anteponens‘.
Zage An- |
| zünkliches, Bald fatarrhaliiches ob. auch nervöſes F.
|
|
er (T. postponen»), u. debnen ficb '
fo aus, Laß das Ente res einen mit
Bea anteren zuſammentrifft (F. ı
Sie haben zwar in der Regel einen
meilen aber auch einen entzündlichen
Ibarufter, bisweilen treten einzeine
tepfihmerz, Schlaifucht, Apeplexie,
binzu F. ı. enınitata), bie jchr ge:
n können ıE. i. perniciosu). Auch
eb. Kranlkbeiten, tie dem Typus ber
olgend auch gleiche Heuart mie fie
tebalb verftedie Wechſeliieber
genannt werden. Die Wechſelfieber
Nachkrankheiten geneigtes Yeiten. Schutz Dagegen
gewährt hauptſächlich das Vermeiden des Sumpf⸗
miaenia, n. Die Entfernung aus dem Bereich deſ⸗
ſelben trägt nicht nur weſentlich zur Heilung bei,
fontern nacht fie bieweilen auch allein möglid.
Mer daſſelbe nicht meiten faun, muß fich vorzüglich
tur firenge a. fräftige Diät, Vermeidung ber
Ertältung, Des Aufenthalte im Freien anı Morgen,
Abend u. bei Nacht u. den Gebrauch bitterer aroma-
tiiher Magenmittel bagegen zu ſchützen ſuchen.
Tie eigentliche Cur erheifcht ſowobl während der-
ielben, als auch längere Zeit nachber ein ſtreng
geregeites diãtetiſches Verbalten. Sie wird ge
meisiglich mit Brech⸗ u. Abilihrmitteln begennen.
Kbina, bei. in Der Korın bes ichmefeliauren od.
ſalzſauren Chinins. ) Rbeumatiſches F., 1.
Rheumatismus. ) Katarrhalfieber, ſ. Ka-
tarrb. A) Erautbematiſches F., ſ. u. Haut⸗
ausjchläge. 1) Schlafiieber (F. soporosa se-
num), dem Greiſenalter eigentbümliches, bisweilen
aber auch kei Kindern vorkemmendes, bald ent⸗
mit anhaltenter Echlafiuche ale tem Haupilenn⸗
te x zeichen, gebt leicht in Schlagflug über. m) Kind»
bas balbtreiiigige Wechleifieher (F. .
bettfieber, f. u. Kindbetierin. wm Ruhr, f. P.
eo) TZupbus, ſ. d. pp Petecbialfieber, f. Pe—
techien. q) yeft,f.d. r)Engliſches Schweiß-
fieber, J. u. Engliſcher Schweiß. > Gelbes F.
ſ. d. Sumpffieber (F. paludora, Marſch⸗
jieber, Malariaı; dies aus dem Sumpimiabma
eutſtebende, vorzüglich junge u. kräftige Perſonen
u. ſolche, Die in Der Gegend, wo es berricht, fremd
fine, beimmjuchente u. ihnen mebr ala Andern Ge⸗
fahr bringende F. beruht auf einer eigentbümlichen,
zum jauligen Zuſtande binneigeuden Beſchafienbeit
tes Blutes, Anbäufung deſſelben int Unterleibe,
iſt ſelten entzündlich, meiſt aſtheniſch, im ichlimm⸗
ſten Grabe ſelbſt faulig, neigt ſich immer ſehr
zum Wechſelfieber u. tritt entweder als ſolches
auf, ot. auch als anhaltendes, od. als aus beiten
gemiſchtes F., 1. oben). w) JZabnfieber, f. u.
Zabnen. v) Wildfieber (F. lactes), am 2.
bis 4. Tag nach der Entbindung öfter eintreten.
tes, leichtes u. ſchnell vorübergebendes F., meift
an ten ftärlferen Eintritt ber Milch in Die Vrüſte
efnüpit. w Hektiſchet 5. (F. hectica, Jebr-
ieber, Auszebrendes od. Schleichendes
5), %. mit tangfamen Verlauf, in einzelnen An⸗
fällen auftretend, mit auffallendem Schwinden Der
srüfte u. großer Abmagerung, ſich bald an eine
tredene, nicbt weſentlich mit Ausleerungen ver⸗
bundene Abzehrung knüpfend, bald aus allgemeiner
er. ertliher Schwache, Mangel an Nabrungaftofien,
Säiteverderbniſſen, Kacherien, übermäßigen Ver⸗
brauch der Nervenkraft, cd. Unbrauchbarkeit, ine»
teiontere Wereiterung u. Zerſtörung einzelner Or⸗
aane berrübrend. Zeichen befielten finb: nad
leichtem Fröfteln in ter Haut auftreteuies, ver⸗
mebries, mach n. nach zu brennender Dige, Aufaugs
verzügli in den lebhaft gerötheten Wangen, bem
Wärmegefühl nah dem Mittagseflen u. in ben
Abenbflunden, mit befchleunigtem, härtlichem u.
ungleihem Pulfe, worauf gegen Morgen ein kleb⸗
riger, nach u. nach profus mwerbender Schweiß;
folgt, u. der Krante ih im Ganzen leidlich befindet,
auch guten, felbft verflärkten Appetit bat. Dazu
geſellt ſich auffallenbe Abmagerung; das F. wird
mehr u. mehr anhaltend, bis enblich colliquätive
Schmeiße u. Durchfälle den Tod herbeiführen, ohne
daß der Kranke bis zuletzt Gefahr ahndet. Die
Behandlung befteht in Mäßigung bes F-6, Be⸗
ſchränkung der übermäßigen Ausleerungen, Stär-
fung der Verdauung, Träftiger, nährenber, aber
leicht verbaulicher 9 ebrung, dem Gebraudh ber
Mil, des Molkens, ber China, des Islänbifchen
Mofes x. x) Entlräftungsfieber alter
Leute, bei Alten bald in Folge von entzündlichen
Zuftande der Schleimhaut des Magens u. Darm-
canals, ot. von Marasmns der Verbauungsorgane
entftehenbes F. mit großer Hinfälligleit, Schmerzen
im Unterleibe, Üblichfeit, Würgen ob. Erbrechen,
trodener Haut, rother Zunge, meift natürlichem
Pulſe, Berftopfung, endet Ei burdy töbtliche
Schlafſucht. yy Wundfieber, |. u. Wunden. »)
Eiterungsfieber, ſ. m. Eiterung. aa) Spei-
elfieber, Begleiter eines heftigen Speichelfluſſes.
bb) Mercurialfieber, entfteht durch ftarke, län-
get fortgefetgte Einwirkung des Queckſilbergebrauchs.
ER. Morton, nn tolgain, Lond. 1629, 2 Bbe.;
Th. Sydenham, Methodus curandi febres, Am-
fterb. 1666 ; Th. Glaß, De febribus, Wien 1786;
I. €. Keil, Erkenniniß u. Eur ber $., 3. Aufl.
Halle 1826, 3 Bde.; 5 G. Boiffeau, Pyrstologie,
4. Ausg. Par. 1831; 4. F. Chomel, Die F. u. Peft-
Trankheiten, aus dem Yranzdfiihen von Becker,
%pz. 1822; Baumgärtner, Über bie Natur u. Be
banblung ber NA Franff. 1827, 2 Bde.; Knolz,
Syftematifhe Eintbeilung der F., Salzb. 1827;
Brown, Med. essays on fever, Lonb. 1828;
J. R. Biſchoff, Gruntfäge zur Erfenntniß u. Be⸗
bantlung ber F., 2. Aufl. Wien 1830; Blau⸗
fin, Nouvelle Eure raphie, Bar. 1838; ©.
Mugna, Della fe bre, Babıra 1844; Heidenhayn,
Das F. an fih u. das typhöſe F., Verl. 1845;
Deipeh, De In fievre, Par. 1847; Stäger, Das
F. u. bie neueften Fiebertheorien, Mitan 1957.
eber, allegoriiche Gottheit, f. Febris.
ieberklee, ift Menyanthes trifoliata.
teberfraut, it 1) Scutellaria galericulata;
%) Erythraea Centaurium (Taufenbgülten-
nn 8) Pyrethrum Parthenium.
gi erfuchen, ſ. u. Sieber 2) g).
ebermoo8, ift Cladonia coccifera Floerk.
n. Cladonia pyxidata Sprgl.
Fiebernuß, Samen von Strichnos Ignatii,
f. Ignatiusbohne. Siebernuß von Undalufien, iſt
Conohoria Cuspa.
Fieberrinden, bie Rinben ber die Gattung
Cinchona bifbenden fübamerilanifchen Bäume,
weil fie megen ber in ihnen enthaltenen tonijch-
bitteren Allaloibe gegen das Fieber angemwenbet
werden (vergl. Chinarinbe).
eberweide, fo v. ro. Bruchweide, ſ. u. Weide.
eberiwurzel, ift Gentiana lutea.
et (gem hnlich Viecht), Benebietinerfiofter
im Kreife Unterimm- u. Wippthal in Tyrol, hieß
früher St. Georgenberg n. lag 14 Stunde höher
Bieber bis - Fielding
Handfläen u. Fußſohlen fleigenbes, vermehrtes —
im Gebirge. Auf dem Georgenber
992 eine Wallfahrtslirche, Die von
Edelmann aus Aiblinger in Baiern, ı
fol; um ihn, Der bier ale Einfiebler Iı
* eine Genoſſenſchaft, welcher 112
egimbert von Brixen bie Regel
gab; 1284, 1450, 1637 u. 1705 bra
ſter ab; nad dem letzten großen B
verlegte Abt Coleſtin das Klofter na
Bau wurde 1744 vollendet.
Fiedel, 1) fo v. w. Bogeninſtr
Fiedeſbogen, fo v. w. Biolinbogen, f.
2) fo v. w. Bioline, mit dem Rebe
ichlechten Inftrumente®; daher Fiedler
fer), ein in Schentwirtbichaften, n
Dörfern, zum Tanz auffpielender Ge
minalr.), ein einer Geige ähnliches
welches im Mittelalter dazu biente, S
Hände zu ſchließen; 4) Marterwertzeug
Fiedelbohrer, fo v. w. Drillbohr
rer B).
Fiederblättchen Gieberchen), find
Blaͤttchen eines gefieberten Blattes, |.
Fiebern, 1) (Glaf.), fo v. mw. $
2) (Inftrumentnt.), fo b. w. VBefiebern
jo v. m. Ausfiedern.
Fiedler, 1) Ferd. Ambr., fo
2) Johann Gottfried, geb. 170
ſtubirte Jurisprudenz, wurbe 1733
1770 Landſyndikus m. fl. 17765 er ſch
lection derer den Statum bee Maı
Oberlaufitz betreffenten Saden, Baı
4 Bde. 8) Ouftan, geb. in Bautze
Göttingen u. $reiberg, bereifte bergmäı
Norwegen, Rußland u. Sibirien u. in
griechiihen Regierung Griechenland
Seine Neifebefhreibung, Lpz. 1840,
entdedte die Blitzröhren, ſ. d.
5 „Hafenſtadt auf Nipon (Ja
ek, ſo v. w. Riemenwurm.
iek, 1) Lei Pferden ſo v. w. Horn
Rindvieh ein Eilergeſchwür an der Spi
vgl. Klauenſeuche.
Fieke Giekchen), weiblicher Born:
melt aus Sophie.
Field, John, geb. 1782 in Dubli
tuos, Schiller von Elementi, weldye
feine Kunftreifen durch Frankreich, 2
Rußland nahm. Als Elementi in P
reifte, blieb F. dort u. machte mit fein
ungewöhnliches Gluck. Seit 1822 leb
kau, fpäter in london, von wo er Al
u. die Schweiz nach Neapel ging. H
in Folge unmäßigen Lebensgenuffes i
Krankheit, kehrte 1636 nah Most:
flarb dort 18375 er fchr.: Exercices:
auf engliſche u. ruffiiche Volkslieder
Air du bon roi Henri IV., 16 !
7 Eoncerte, 4 Sonaten u. einige Mei
Pianoforte.
Fieldia (F. Gunningh.), Pflanze:
der Familie ber (Gresneraceae - Euc
Art in Neubelland.
Wielding, 1) Henry, geb. 22.9
Sharpham-Park in Somerfetibire, Sı
neral®; ftudirte Die Rechte, verließ a
Mangel an Unterfiütung bie Univerfi
ging nach London, wor, bef. 1727 — 30
Fielfraß bis Blesii
Jübre arbeitete. Durch eine reiche | Fieranten (v. itel.), Kaufleute, welche Meſſen
rbefierten fi &-6 Derangirte Ber-
ein Haug zur Verſchwendung ver-
wieder in eine troftlofe age. Srä-
fein Glück ats SC chaufpieltirecter,
rat u. Tageäsſchriftſteller. Anbei
e Lebensweiſe brachte ibn ſtets in B
ten, bis er endlich 1750 Friedent⸗
slejeg murbe u. nun als Reman⸗
trat. Der Roman mar das Gebiet,
ſeine peetiſche Kraft volldantig ent⸗
u. wenn von ſeinen Luſtſpielen u.
ite Anzahl faſt ganz vergeſſen if, ſo
ine Romane in immer neuen Auf-
Rüchermarfte u. find fiterarbifteriich
lelung dee bumorifiiihen Remans
cutung. Zur Wieberberftellung ſei⸗
Beinndbeir reife F. 1754 nach Yilr
am s. Ct. deſſelben Jahres flarb.
fien: Tom Thuml u. The Mock-
temane: Joseph Andrews, Vend.
(tentich Yp;. 1794, von F. v. Ortel,
2®tre.,;: Tom Jones, Yend. 1750,
|
hrm Bote, Lpy. 1756—55): Ame- -
2 identich v3. 179715 Journey forın :
3the next. beutih ven H. Döring,
2.; Eiinmilihe Werke, Yond. 1767,
12 Abe, Erine. 1767, 5 Bre. Vgl.
ebensbeichreibung britiicder Dichter
arbeitet ven H. Döring, Ypy. 1926.
ab, Schweſter des Tor., geb. 1714:
(Biere) beziehen.
Bieter (Opbidium imberbe), f. u. Schlau-
genfiſch.
Fierding, Gewicht auf Joland — 40 däniſche
Pfund; zuweilen aber auch nur zu 10 däniſchen
funden.
Fieren (Abfieren, Eeem.), das Nachlaſſen
eines geipannten ob. firaff ſtebeuden Taues.
ierfen, Diünze, fo v. m. friert.
Fieschi (fpr. Fieeki), genuefiiche Familie, welche
ibren Urſprung im 11. Jabrh. nabm u. tie Graf⸗
ſchaft Lavagna befaß. Beſonders bekannt: 1) Bio»
vanniYuigibe'f., Grafvon Lavagua, ge
wöõbnlich Ztedcu, geb. 1524 (15251. Kiferrüichtig auf
tie Dorias, bei. auf Giovanni Doria, Neiien von
Andrea Doria, fliftete er, nach mebreren miñßlun⸗
genen Berjuchen zum Zturz des Staates, eine Ver⸗
ſchwörung, um fi zum Oberherrn zu machen. Aut
1. Januar 1547 bemächtigten fi die Verſchwore⸗
neu ter Darfena; F. eilte auf das (Meichrei Der
Beotsleute berbei u. wollte eine Galeere befleigen,
alleın er fiel ine Meer u. ertrant. Sein Icd ent»
mutbigte die Verichworenen; bie Kantilie %. wurde
verbannt u. ihre Palaſt niekergerilien. F. war ver»
beirarhet mit Eleonore, Tochter des Lorenzo Cybo
1. ter Ricciarda Malufpina, Erbin von Maſſa⸗
Carara. Schiller benubte bie Nerihirdrung %-3 zu
jeinem Irauerfpiel: Fiesco. Val. Genua Geſch.).
- Nicht won diefer Familie war 2) Jofepb or. Jo⸗
ath u. ihr: Adventures of David .
Ie., 1752: The Cry, Lond. 1750,
legte Fenophons Memorabilien dee
ſe v. w. Rictfraf,
riebx. Gottl. Heinrich, geb. 1749 in
e Medicin in Dresten u. Witlenberg
afriicher Arzt in Luckau, wo er 1520
br.: Erinnerungen, Vorichläge u.
Etaate keifere Wundärzte zu bilden,
erfuch einer Sekammenverbeiierung, '
ker Lie Hanptauche unierer unaliid»
d. 1798: Die Hauptauelle Der Fehler
rerziebung, ebt. 17:0; Veriud enter
Belebrung für das gebildete weiblichhe
r tie Mutterpflichten ꝛc., ebd. 1799
gZee.; Archiv ber gerichtlichen Arznei⸗
sp, 1522.
euch, ſonſt Bruch in tem 1. u. 2. Je⸗
eije des prenßiſchen Regierungetesirtg
CE |
Ecfoniftentorf u. Demäne, im Kreite
200 Ew.
enflußj ver Rhone; entipringt in Sa⸗
erge Chervin bei Tbönee, nimmt ben
anccniere u. ben Cheran auf u. mün-
baun Baptifl, geb. 1469 in Mantuag,
Tichter n. fi. 1539 in feiner Vater⸗
: Commentaria ın artem definiti-
ete., Want. 1515; Coena, de her-
ibus et «le ea meclicae artis parte.
ıs ratione consistit, ebb. 1515, 0. 0.
‚, eine prefaifbe Erzählung aus Dem
⁊ ſeit 15% ın Deutichland befanıt ıc.
m Kerlingiichen Sagenkreiſe: fie fin⸗
. Hagen Buch ter riebe, 1839.
jepb Girard, et. auh of. Maria (der Name
F. ıft wahrſcheinlich ein angenommener), geb. 1790
in Murato anf Corſica, im Bezirk Vaſtia. Aufangs
Schäfer, nabm er 1808 Dienſte in einem toecani⸗
ſchen Bataillon, kam in die corſiſche Legien in Nea⸗
pel, machte mit dieſer den Feldzug 4872 in Rufe
land mit, trat im April 1813 in neapolitaniſche
Dienfte, erbielt dort 1514 den Abichieb, kebrte dar⸗
auf nach Corfica zurüd, engagirte fich beim Regie
ment Provincial Corso u. erbielt nach ten 100
Tagen 1915 feinen Abſchied. Bald darauf trat er
in Bas Korps tes Generals Franceschetti ein, wel
ches Durat wieder zum Throne von Neapel verbel«
fen jellite. Teswegen gefangen u. zum Tode ner»
urtbeilt, aber ala iranzofiicher Untertban begnadigt,
lebrte er nach Corſica zurück, wo er Ente 1315
wegen Tictftable ins Geiängnift kam; 1826 ent»
laſien, arbeitete er bis IS U in den Tuch⸗ u. Decken⸗
‚ faorılen zn vedeve, Vierne, Yyon u. Clermont, ging
danu nach Paris u. wurde auf fein Anſuchen ber
‚3. Vereranen-Intereffizier-Eompagnie einverleibt.
Bis 1754 troden aelegt. Au ibın _
Später erhielt er eine untergeorenete Staatdauſtel⸗
hung u. leble in wilder Ehe mit einer rau, Laſſave,
die er im Suchtbaus fennen gelernt butte, ſeit Cude
1334 aber mit deren 15jäbriger Tochter. Seit
1534 verlor er feine Auftelung, wurde gcbeimer
Peltzeiagent u. bekleidete zuicht eine Stelle in einer
: Mapierfabril. Zein abenteuerliher Sinn lien ihn
auf die Idee verfallen, fich Dur Ermordung des
Königs einen Namen zu verſchaffen. Gr verband
ſich zu bein Ente mit Pierre Morev, einen Zattler,
u. Theodor Florentin Pepin, einem Krämer; viele
mictbeten für ( ein Zimmer auf ben Boulevard
du Temple, wo F. eine Höllenmaſchine aus 22
Gewebrlanuien beftebend, anfertigte. Ten 28. Juli
1835, wo vouis Philipp, um Die Nationalgarde zu
muftern, auf dem Boulevard du Temple vorbeis
| riet, wurde das Nitentat ausgeführt. Mehrere Per»
270
fonen (Nationalgarden, Offiziere, Weiber u. Kinder
ber Zufchauer) murben rend getroffen, Darunter
ver Marihall Mortier, der König felbft aber nur
an ber Stirn faſt unnterflich geftreiit. F., felbft
durch 5—6 ſpringende Gewehre ber Höllenmaſchine
verletzt, wurde jogleich verhaftet u. am 16. Febr.
1536 mit feinen Mitverſchworenen hingerichtet.
ießeo, ſ. Fieschi 1).
ieföle, Stadt im toscanifhen Compartimento
Florenz; bat Bifchof, Seminar, Kathebrale, Kapu⸗
inertiofter; 2800 Em. — %. war das Fälnlä der
Iten; von bier holten bie Römer gewöhnlich ihre
Augurn; Catilina hatte bier feinen Hauptwaffen⸗
platz; von Attilia zerfiört, wurbe es wieder aufge-
baut, aber wieder zerfiört 1010 von den Floren-
tinern; noch weitläuftige Ruinen ber alten Stabt.
Fieſole, 1) Giovanni Angelico da %., |.
Angelico. 2) Andrea dba $., fo v. w. Ferrucci.
3) Mino di Giovanni da %., geb. 1400 in
— Bildhauer; erlernte die Kunſt bei Des. ba
ettignano in Klorenz u. war abwechlelnd bier u.
in Rom tiluftferifch thätig; er fl. 1486 in Florenz.
Seine Arbeiten zeichnen fich durch Sauberkeit u.
Weichheit in ber Ausfilbrung ans, doch hat er auch
manches banbmwerfemäßig gefertigt u. war zu ma⸗
nierirten Überladungen geneigt. Werke ın ber
Kirche ter Badia in Florenz das Monument Hır-
908 von Andenburg, bie Madonna zwiſchen zwei
Heiligen (Altarfculptur), im Dome zu Fiefole
Grabmal bes Biſchofe Leonarto Salutati. 4) Sil⸗
vio Coſini da F., geb. 1502, Schüler bes Fer⸗
rırcci in ber Bildhauerkunſt, unterftütste Michel
Angelo bei ber Ausführung mehrerer Arbeiten in
Florenz, namentlich Der Grabmäler von Lorenzo u.
Giulio ti Metici. 1528 fertigte er den Altar bes
Domes in Pifa u. war fräter in Genua flr bie
Prinzen Doria befhäftigt. Zuletzt lebte er in Mai-
land, two feine Arbeiten namentlih im Ornamen⸗
tenfache große Anerkennung fanden; er ſtarb da⸗
felbft 1547.
Fieſtel, Dorf im Kreife Lübbecke bes preußifchen
Regierungebezirte Minden; Schwefel» u. Eijen-
ſchlackenbader.
eudo, ſo v. w. Feudo.
oͤvoe (ſpr. Fiehweh), Joſephe, geb. 1767 in Pa⸗
ris; urſprünglich Buchdrucker, widmete fich ſchrift⸗
ſtelleriſchen Arbeiten u. war ſchon als junger Mann
eifrig bemüht, für ein Original zu gelten. Anfangs
der Revolution ergeben, war er einer der erſten,
welche am 9. Thermidor die Sectionen zum Schutze
bes Convents gegen Robeepierre aufboten. Seit-
dem fpielte er ben Ropaliften, wurde als folcher
verbannt, kehrte aber 1800, wo er ein Schriftchen
zu Gunften ber Napoleoniichen Beftrebungen ver-
öffentlichte, nach Paris zurüd, wurde vom erften
Conſul 1502 mit einer biplomatifchen Sentung
nach London betraut u. trat in ben Staatsdienſt ein.
Er murte bann Director bes Journal d’Empire
u. kaiſerlicher Ceuſor u. erhielt 1810 eine geheime
Viiften nah Hamburg. Nach ter Neflauratien
ging er mit Oftentation zu den Royaliften über u.
ſchloß ſich der äußerftien Rechten an. Als er inte
einfab, daß man fich feiner nur als Parteimerlzeug
betiente, trat er 1823 ohne Weiteres zur Oppofi-
tion über, wurde Mitarbeiter bes Journal des
debats u. bes National u. ft. 1539. Als Jour⸗
naliſt zeichnete er fih burd feinen Sarkasmus u.
feine Bonmots au. Er ſchr. bie Romane: La dor
‚Sieben bis Fifen
de Suzette, Bar. 1791; Frederic
Le divorce, ebd. 1805; Six nourvell
u. a.; ferner Lettres sur l’Angle!
flexions sur la philosophie du X
ebd. 1802; Des opinions et des ii
Jant la revolution, eb 18155 Corı
politique et administrative, ebd
15 Thle.; Nouvelle corresp. polit.
ebd. 1828; Causes et consdquence
ments du moi de Juillet 1830, eb.
resp. et relations de J. Fi@vde aı
parte de 1802 a 1813, ebd. 1837.
Fife —J — Grafichaft im für‘
land, 22,35 OM.; grenzt an bie Rı
Grafichafter Perth, Clackmannan n.
NW. gebirgig (bie Lomoub- Hille m
Lomond 1721 Fuß u. Cafl-Tomond 13
im SO. flad u. fruchtbar; Flüſſe: €
res Thal, Howſof Fife genannt),
ſämmtlich in Die Nordfee mündend;
Boten im Allgemeinen fehr fruchtbar
baut; Producte: Weizen, Gerfte, H
Kartoffeln, Bohnen; beträchtliche Rint
Sifeſhire⸗Nace ift berühmt), Schafe, Pfr
Kaninchen; ſtarle Fiſcherei; Steinle
Blei, Kupfer, Zink, Marmor, einige E
mentlih Karneole u. Achate am Zap
Duftrie in Leiten (Damaſt), Tuch, G
fiebereien, Qierbrauereien, Schiffebau
Kohlen u, Leinwand; 1851: 153,01
Graffchaft enthält 61 Kirchfpiele, 13107
een, 1 Univerſität (St. Andreme'
titglieber ins Parlament; Haupiſta
ife am Eben; bie wichtigfte u. voll
ift Dunfernline.
Fife (ipr. Feif), Grafen von 8
Familie, gegründet von Mackuff,
neth II. von Schottland zum Lohr |
gegen die Pilten zum Than von Fifi
bob. Dierfmürbig: 1) Machbuff, &
von Shalfpeare verherrlicht, wurde v
mäßigen König Lonmore, den er geg
pator Dacherb vertheidigte, zum Gi
(um 1061). Diefen Titel, melcher
Jahrh. nicht getragen wurde, nahm
auf 2) William Duff de Broc
mit Eifer der Nebellion von 1745 ent
1763. Sen Sohn 3) James m
Aderbau u. opponirte dem Miniſter
mes, Grafvon., Bicomte Ma
des Bor., geb. 1776, wohnte dem Co
ea wiewohl ohne officiellen Auftra
einem Water 1811 in Titel u. Würkt
Intereffe Englands in Berlin u. I
Spanien gegen bie Franzoſen tbätig,
bet Ocaña, Talavera u. dem Anori
garda aus, wurde dafür von ben Co
neralmajor u. Lorblieutenant von X
nannt u. erbieft 1527 Die Beersmürbe
Titel ift fein Netje 5) James Duff
jeit 1846 vermählt mit Agnes Georgi
Hay.
Fifen, Provinz auf der zum Japaı
gebörigen Inſel Kiu-ſiu; gebirgig, mel
(Unfen cd. Unga, in befien Krater
Ehriften geftürzt wurden, tie ihren (
abſchwören wellten), Campher⸗ u. |
Seidenzucht; Hauptſtadt: Sanga.
Tife Need bie Figur
Gap ber Iftipige ber fchottifchen
bat gefährliche Klippen.
rt te, Hafen an ter fürmeftichen
ca, im ED. von Sartene.
tifche Perſon, weiche Beaumarkhais
übne bradte u. in Le barbier de
nariage (de Figaro, vielleicht nach
Novelle, wahrſcheinlicher aber nach
ig, dramatiſch behandelte. Sie er-
- großen Beifall u. wurde in vielen
m Barkier ven Sevilla von Reffini,
es 5. von Mozart bebantelt. Eeit-
: fpanifche Varbier, als Topus ber
der Inmigue u. Gemanbtbeit.
wgebirg ter MAKuüſte Sardiniene,
ꝛe Golie von Terranova.
‚a, fe v. w. à la pyramide, f u.
.Fiſchach, 1) Arrondiſſement im
Ppartement Let; 331 OM., 90,000
men: 2) Hauptflabt Darin, fonft feft,
# 2 riedensgerichte, Aaummollen-
Handel mıt Vieb, Wein ıı. Getreide;
. verdankt ihre Entſtehung einer
m: 1301 tauſchte König Philipp ber
m Abt tie Gerichtöbarfeit über tie
seem tie Abtei um bie Mitte tes
arifirt werten war, wurde F. 156
stten belagert u. 1576 von denſelben
1622 durch ten Gouverneur Eully
en; damals wurden bie Feſtunge⸗
F. iſt Die Vaterſtadt Champolliens.
tengeſch.), fo v. w. Kindeln.
lat.), befeftigen.
Latreille Schlupfweſpengattung der
od. Pteromalına, Fühlbẽrner lör⸗
ſich verdickend, beim Weibchen 13-,
14glieterig, Ginterleib gujammen-
g eldımiz Art: F. scutellaris,
artıfleden am Arno in der todcani⸗
‚orenz, Lateiniſche Schule, Türierei,
Gerreite-, Wein⸗ u. Xibau;
Iat.), Erdichtetes.
Bat an ber Nortfüfte von Jamaica ;
Iſtküſte ber Inſel Zt. Chrifteph.
;x. Figeira), Yuiz, geb. zu Ente bes
lmobovar in Portugal, trat in den
r ging 1606 ale Milficnär nad
: in Bernambuco Torficher des Ie-
I wurte u. an ber Spitze ber portu⸗
nen am Marañon ftant. Er febrte
igal zuräd, um neue Miffienäre zu
er auf ter Rüdreife nach Braſilien
es Marañon 1613 von ten Wilken
Srieb: Arte de grammatica da
8%, Liſſab. 1687.
Foj (fpr. Figeira d. F.), Stadt
g Les Mendego im Bezirk Coimbra
m Prorinz Beira; hat einen fichern,
iglichen Hafen, Handel mit Baumẽöl,
c.; 6500 Em.
Quillem, ein Zroubateur, geb. in
zur Zeit des Kreuzzugs gegen bie
8 Binhos, Martıfleten am Aifo,
ır ter portugieſiſchen Brevinz Eftre-
au; 2500 Ew.
— — —
ließ König Ferdinand IV. hei F. in ter
18. Jahrb. eben; biefelbe wurte 27. Ror. 1194
273
Biqutras, Stabt In ber ſpaniſchen Provin Ge»
rona, fabricirt Papier u. Leder; in ter Nähe wird
ſchwarzer Marmer u. Gifen gegraben; 7400 Ew.
Dabei tie flarfe Feſtung Caſtelle te S. Fer⸗
nande. — Die Feſtung Caſtello de S. Bernante
itte bes
von den Aranzofen genommen; 14. Juli 1795 Nie⸗
terlage ter Franzoſen durch Die Spimier bei %.,
1509 erhielten die Franzeſen bie Feſtung durch
Bertrag u. behaupteten fie bie zum Frieden. Am
11. Jan. 1644 capitulirte fie an tie Truppen ter
Regierung. Weftlih von F. liegt bie kleine Feſte
la Muga.
Figuerda, 1) Francieco te F. geb. um
15409 zu Alcala De Senaree in Epanıen, ftnbirte
daſelbſt, murbe aber dann Soldat u. machte Die Kriege
j in Italien mit, ging 1579 mit dem Herzog Den
— — —
Carlos te Aragon ale Geſellſchafter nach Flandern,
kehrte fpäter in feine Vaterftadt zurüd n. ft. daſelbſt
um 1620. Seine Gebichte, in denen er zuerft ita-
lieniſchen Geichmad in bie ipaniiche Poefte brachte,
gab heraus Ton Luis Tribaldos de Tolete, Yif-
taben 1625, wieder abgedruckt in Ramon Fernan⸗
te Sammlung, Madr. 1755 u. 1804. 2) Cri⸗
ſtoval Suarez be F., geb. zu Ente des 16.
Zahrb., jchrieb ten Zchäterroman La constante
Amarılis, al. 1644, 3. Aufl., Matr. 1791; fer-
ner Hechos del marques D. (sarcia Hurtado
de Mendoza 1613, überießte auch Guarinis
Pastor fido, 1602, 2. Auft. 1609.
EAN Goldfalz, ſ. u. Gold.
igulus, Publius Nigidius, war 64 v. Chr.
unter Ciceros Conſulate zur Entdeckung ber Cati-
linarifben Verſchwörung bebitttlich, wurde 58 v.
Chr. Präter n. nahm im Bürgerkriege Die Partei
des Pompejus, mweehalb ihm nachher Cäſar bie
Rückkebr aus dem Exil verweigerte, er ſtarb 45.
Seine Gelebrſamkeit eritredte ſich ſaſt auf alle Ge⸗
biete dee Wiſſens; bei. batte er eine große Vorliebe
zum Myſtiſchen u. Spitzfindigen; Cicero nennt ihn
ten Rieterberfteller ber Putbagereiihen Bhitejephie.
Er ſchr.: Commmentarii grammatici, de extis,
de augurio privato, de diis, de sphaera et
barbarıco, de anımalibus, de hominum na-
turalibus. Fragmente feiner Schriften in Rutger-
fing Variae lectt. Ngl. M. Herb De P. Nig.
Figuli studiis atque operibus, Xerl. 1845.
gülus (T öpfern ogel), Gattung ber Zing-
tägel aus ber Familie ber Myotheridae, mit fur»
zer knorpeliger Zunge, 10 Schwungfedern in ben
abgerundeten Ztilgeln, die vierte bis fünfte die längſte;
Weißlehliger Töpfervogel (Schwarze
bäcker, F. albogularia, iſt zimmtbraun mit weiß⸗
licher Keble, 5 Zoll lang, in Braſilien; bant auf
Alumen in ber Räbe der Därier ein bebedtes, bad-
efenartiges Neſt vor Erde.
Figur (v. at. Figura), 1) (Matb.), jeber fslä-
chenraum, der zwiſchen graben cd. krummen Linien
enthalten u. durch dieſelbe begrenzt iſt; je nachdem
bie Grenzen gerade ed. drumme Linien ſind, unter⸗
ſcheidet man geradlinige u. krummlinige
Fen; beſtehen bie Grenzen aus beiden Arten von
Yinien, fo heißt die F. gemiſcht. Die geraden Li
nien heißen, inſefern fie die Greuzen einer F. bilden,
Seiten. Es ſind wenigſtens 3 Seiten nöthig, um
eine geradlinige F. zu dilden, eine ſolche heißt ein
Dreied. Dan unterjcheibet nun meiter sach ber
7 *
Anzahl ber Seiten vierſeitige Sen od. Vierecke,
fünffeitige od. Fünfecke 20.; Vielede (Polygone)
od. vieljeitige ren find folche, melche mebr als
4 Seiten haben. Nah dem Verhältniß der Seiten
unterſcheidet man ingrablinigen Fen gleichfeitige
u. ungleichfeitige, nach ber Gleichheit od. Un⸗
gleichheit ber Winkel regelmäßige od. unregel-
mäßige; im einer regelmäßigen od. regulären F.
müffen alle Seiten u. Wintel gleich fein. Jede gerad
linige F. kann durch Diagonalen in fo viel Theile
zerlegt werben, als die F. Seiten hat, weniger zwei.
Dies gibt ein leichtes Mittel ab, Ten zu meſſen.
Schon eine frumme Linie reiht hin, eine krumm⸗
Iinige F. zu bilden, wie man dies beim Kreife u.
ter Ellipje ſieht. In der analytiſchen Geometrie
kommen noch andere Arten rummliniger $-en vor,
bie beiben genannten find jeboch bie wichtigften;
2) jede Zeichnung, welche zum Berfiändniß eines
mathematischen Beweiſes od. einer Auflöfung beige-
fügt wird; 8) Darftellung ber menfchlichen Ge⸗
Bu 4) (Kartenfp.), fo v. w. Bild 6); 5) (Schachſp.),
o v. w. Stein ob. aud Offizier; 6) (Her.), was
fih inn Wappen findet, außer der Tinctur in ben
Sectionen. Die Fen find entweder Ehrenftüde od.
gemeine Figuren (f. b.); 7) Zeichnung, wie in ei-
nem vorgejchriebenen gefedigen Zanze fih Tanz⸗
paare um andere bewegen follen.
Figur (lat. Figura, gr. Schema), 1) (2og.),
bie verjchietenen Geſtalten, welche ein Schluß durch
die verihiebene Stellung Les Mittelbegrifjs an⸗
nimmt, ſ. Schluß; 2) (Gramm. u. Rhet.), Die
verſchiedene Geftaltung der Ausbrudsform ter
Nete durch Veränderung des Gewöhnlichen. Man
unterjeitet: A) Grammatiſche Figuren, u.
zwar a) wenn einzelne Wörter entweber ungewöhn⸗
lich gebrancht werben, mie bei ter Antimeria, Enale
lage, Sypallage, Syneſis, Antiptefis; od. ungewöhn⸗
lich geſtellt werden, wie bei ter Auaſtrophe, Tmeſis,
Hyſteron Proteron, Pareutheſis, Synchyſis u. dem
Anakoluihen; b) wenn ganze Gedanken wegen grö⸗
Berer Anſchaulichkeit verändert od. beſonders ange⸗
ordnet werden, wie bei dem Pleonasmus, der Ellipſe,
Syllepſis, Figura azu xonoc, dem Synezeug⸗
menon, Zeugma, Hendiadys, Hyphen. In uneigent-
lichem Sinne reden Die alten Grammatiker auch von
etymologiſchen Figurenu. verjichen Darunter
bie einzelnen Abweichungen, welche in einem Worte
Figur bis Figurirt
ändert wirb, doch fo, baß ber Sr
ven ter gemöbnlichen Form vorkemmen, wie went |
Buchſtaben u. Svlden am Anfang, in Der Mitte,
am Eude binzutreten, wie bei ter Prosiheſis, Epen⸗
theſid, Paragoge, Ziplaflasmua; cd. wegfallen, wie
bei der Apbaͤreſio, Syukoepe, Apokope, Synäreſis;
ed. verändert werden, wie bei der Diäreſis, Anti:
tbejid, Metatbeſie i. d. a); B) Rbeterifche F.,
im algemeimen Sinne künſtliche Wendung u.
nderung Bea natürlichen Ausdrudet, um der
Mere nicht nur Die erforderlihe Deutlichkeit für
den Verſtand, jendern auch Anſchaulichkeit für Die -
Vbantafic a. Lebbaitigleit für dad Gejübl zu ver⸗
leihen (val. Bildlicher Ausdruck). Solche een
find: a» wenn Wörter u. Redensarten mie !
anderen vertauicht werden, welbe zu dieſen in
einer natürlichen u. Leicht zu enideckenden Ver⸗
wandtichaft Neben; cin ſeiches umtergefteltes Wert
beißt ein Tropus. Davon nuterichtidet ſich die
F. im engeren Sinne jo, Daß bei dieier entweder
dem Subiectebegriffe ein verſiunlichendes Prädicat
beta: od. tie ganze Rylifiiche Umgebung ver⸗
|
in der eigentlichen Bedeutung fleben
gegen bein Tropus ber eigentlide Si
in einen uneigentlichen verändert wi
onymia, Hypallage, Syneldoche, Hu)
fion, Metapher, Prosopopöie, Antith
Eupbemismus, Frage, Ausruf, Ironit
derung ter Sätze: aa) durch Ermeii
Rebetition, Barapbrafis, Pleonasmus
Erpofition, Dejcription, Diftribution,
fation, Amplificätien, Epitbeton, Bei
niß, Gegenſatz; bb) burhd Verkürz:
lipfis, Krafis, Apofiopefis, cc) bur
tigung, bei Antitbefe, Wortipiel, 9
Paraboron, Sentenz; Od Beränderu
li) der Orbuung, bei Inverfion, Grat.
pfis, Präterition, Suſpenſion, Correct
fion; od. bes Zufammenbanges ot.
Tolge, bei Aſyndeton u. Bolyiyubeten
verbältniffes der Glieder, 3. B. bei Paı
Figur (Muf.), 1) überhaupt irgend
von Tönen, bie ſich um einen Ton beri
einem Tone zum andern geitaltet; !
a) bie feftgeftellten, vhythbmifchen$
Sertole, Septimole, Synlcpe, stacca
b) die melodiſchen $>en: ber Bor
pelſchlag, Zriller ıc.; ©) bie har
⸗en: Die Arpeggien; d) bie rh
sen: crescendo, decrescendo, &ı
Parentheſe. Da bie Fran an ihrer Er
Gere Mannigfaltigleit u. Beweglichl
Aufihwung u. Hervorhebung ber —
bewirken u. ausdrücken können u. folle
3) F. (figurirt) auch fo v. w. Au
funftvolle Verzierungen (Läufer, Ro
laten), u. wird dem Einfachen, Ungeli
gegeugeſetzt.
Figurabel (v. lat), geſtaltbar, bil
Figurabilität, Bildſamkeit, Die Eigenſo
per, eine Geſtalt anzunehmen.
Figuralgeſang (Figurirte uf
figuratus, Canto figurato
mehrſtimmige Geſang überhaupt, gle
Stimmen gegen einander Noten ver
ungleicher Geltung baben, od. ob fie cı
gearbeitet find, im Gegenfate zu be
planus, welder blos Melodie cbni
Kinleitung war; 2) fo v. mw. Eunfte
Geſang, entgegengeſetzt Dem eiufad
j. Figur 3; Figuraimuftt, Siguralgef;
Inbegriff Der Inſtrumente.
Figuranten, 1) im Ballet Perfer
Soles, ſondern nur truppreeiie ta
Ausfülung ter Zwiichenräume befle
2) überbaupt auf der Bühne Rumme '
Figuration ıv. fat), Belebung ei
ner Piuitftiite Durch Figuren.
Figurativ (ve. lat.), bildlich, vorbi
igurband, Bend mit bunten Bil
wigurine v. lat’, 1) Meine gefchn
ch. gegofene Figur; 2) Heine Nebenfi
ſchaften.
Figuriren (v. lat.). 1) geſtalten,
Auijeren mechen, eine Relle ſvielen.
Figurirt, verſchönt, verziert, ſ. Fi,
Aigurirte Varmenit, Mufit mit mel
gebenten ed. Nebenftguren.
Figurkete Zahlen bis Filangieri
h
@tieber u man
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254
158
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ls: der
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afft.
3 Buriiche
aan fie her act Hafen *
wie Schrift, Zahlen.ıc.,
— aus Bilbiichem
Bere 5. Biguirte ve
Bi
der
Lyxceum zu Cul ‚, 1803 ⸗
3 —* u. ne
aa var argument
ber
u. 5*
— Riem
Be Ge En er
vm be er
. 18075 Bei-
baierifchen
Orieni Name tes
| erra en), Er wi
Yesoinz Himeris; werbintet bie Us
—— —
Ew.
), in Frankreich
patiem u. Segeln, hinten
Wire feie in 2lc.66 ale “
efei= Besilen. 4 Bull.
l ‚ber p Zwirn⸗
mũhl a —— Salbe wel
nachher, mit einem a nigt, doppelt
—— (. Town, & traut), M
ilzk
* aus ber y der Compositae-
cionideae-Gnap — "Helichrinene, 19. A.
2. Ordu. L.; Arten: F.germanica, ſparnen⸗
land , weißfilsi g, Blüthen in achſel⸗ u. enbftänbigen
Knäueln, auf trodenen —* n. Adern, fenft ge⸗
gen Durchfall gebraucht; F. arvensis, mit
rechtem, rifpenförmigem Stängel, ee
Blättern, Bluthen gedrängt am Ende, ſchuhhöch,
ganz wei mein — — F. montans,
fandigen
la gramm (> lat. * 2); Dfe». w. Si
Zeichen im Papier
Felt, * —* am des im Suftenat
Marolko (Arie) wohnenben Berbervolles ber Inm⸗
jraben; nach ihn hat ber Diftrict Tafllelt feinen
Filamentum (Tfat.), 1) ———
Stanbbentelträger, Bot.), der untere, faben-
förmi ie ob. verbreiterte Theil, welcher ben Staub⸗
beutel trägt; baber Pilamentenne ( larls), Rau»
fadenförmtg, fabenförmig o b. fähig, d. 5. einen Fa⸗
ben barfiellend ob. aus freien Fären beſtehend; 2)
(Anat.), Fibern, fo Filamenium nervorum, ine
File jweige
— * (ſpr. Filandſcheri), 1) Saectane,
— be et Fälar Araniello, geb. 1752 in
Neapel, war Antanye Soldat, bann Furiſt u. Ber⸗
theidiger zeitgemäßer Reformen; er wurde 1787
zum neapolitaniichen Finanzrath ernannt ı. war im
biefem Poften offener Gegner Actons; er ſt. 1788
u. f(hr.: La scıonza della — *
1781—1808, 8 Bde. (faft in alle Spr
deutſch von Lint, Aneb. 1784—93, 8 —
wieder von B. EConſiant, Baris 1822, % Be.
Bol. 3. Tommaſl's Gedächtnißſchrift auf F., aus
bem Italieniſchen von F. Münter, Ansb. 1790. 2)
Carlo F, Oexrzog von Taormina, geb. 1784
Cava (im Königreich Neapel, kam ge
tanfreich, trat 1803 ale Souslieutenant im bie
anzöfliche Armee ein, focht unter Dortier im
Hannsverſchen, 1804 in den Niederlanden, wurde
1605 Lieutenant u. zeichnete fi namentlich bei
Aufterlig aus. 1806 ging er nach Reapel z u.
wurde 1809 Ordonnanzoffizier des —— Sof
bon Epanien. Wegen eines Duelle wieder
Neapel zurüdgefchidt, wurbe er 1811 Oberft, 181
Generalmajor, erbielt 1914 als Adjutant Murats
Verwendung in biplomatifhen Sendun gr r
Wien, Barie u. Mailand u. zeichnete ſich 1915 bur
die Erflärmung, der Brüde Über den Banafo ame,
tweranf er Senerallieutenant wurde. Nach ber Rüde
fehr bes Könige Ferdinand wurde %. zum Mitglieb bes
oberflen Kriegerathes ernannt, bei ber Reorganifa-
tionder Armee 1922 aber außer Aetivität gelebt. Erſt
1831 fand er wieder Anſtellung u. ſeitdem mehrfache
Berwendung bei der Organiſation ber Armee. 1848
erhielt er das Commando der gegen bie Auffländi-
ſchen der Infel Sicilien beftimmten Truppen, er
nahm Meſſina, lieferte im Frübjabr 1949 Ken Hırfe
ſtändiſchen eine Reibe Gejechte, gewann Katanla n.
Palermo u. ftellte tie Rube wieder ber.
König verlieh ihm den Titel eines Dt von
Taormina.
18
—AA Filareti bis Filieaja
Filareti, Alabemie der F., Alademie in
Ferrari. |
Filargnomon, bie neuefle u. befle Art. von
Gnomonen, bei ber man das Sonnenbitd auf einer
ſenkrecht ſtehenden Wand auffängt 1, bie burdh bie
Mitte ber Kleinen, freisjörmigrir Dffnung gehende
Mittagsfläche mittels eines Veraßbängenben Fabend
bezeichnet. Die Einrichtung bes F, ift: Mau befe-
—* oberhalb eines nach Mittag zu gelegenen Fen⸗
v3, ſenkrecht auf bie Meribianebene, eine Def
fingplatte nahe parallel mit der Weltachſe, bohrt in
diete Pfatte ein Loch von „5; Zoll Weite u. iäpneibet
an dem obern Theile dieſes Lochs eine Kerbe ein,
durch welche ein, oben auf der Platte —
Metallfaden alsdann durchgelafſen wird. Dieſen Fa⸗
ben zieht man im Zimmer, ber Richtung ber Mit⸗
tagslinie parallel, nach der gegenüberftebenden Wand
bin, an welcher eine gegen ben Meribian ſenkrechte
Schraube angebracht wird, die in einer Kerbe ben
Metallfaden aufnimmt. Hierauf Iyanıt man ge
dachten ſenkrecht hängenden Metallfaden durch ein
verhältuigmäßig ſchweres Gewicht u. bringt ihn
in bie Mittagslinie. Endlich ftellt man hinter bem
Faden eine weiße Tafel auf, um das Vorübergehen
bes Sonnenbildes vor bem ſenkrecht aufgefpannten
hr beobachten zu lönnen. Die bei jedem F. er-
orberliche Mittagslinie muß bereits genau beftimint
u. egogen fein.
Sliarie, f. Sadenwürmer. ,
larmoniet, Alademie ber %., Alabemie in
Berona.
Filati (Buntes, Philati), Stabt im Lima
Delvino des türkiſchen Ejalets Rumili, nahe bem
Kanal von Korfu; Citronen-, Ml⸗ u. Tabakbau;
4000 Ew. =
Filatorium (v. lat.), Mafchine zum Abwinden
n. Zwirnen ber Seibe.
latrien, Zeug aus Floret u. Seide.
Ider, Gefilbe, welche auf der Höhenfläche,
oberhalb der Weinfteig bei Stuttgart, von Baihin⸗
n bie Neuhauſen hinüber liegen, fich alfo von dem
KONHfall bes Schönbuche gegen das Nedarthal
abjenten u. bei. durch den trefflichen Kopflohl (au- ⸗
derkraut) berühmt find, den fie hervorbringen.
Filefield, Gebirg in Norwegen auf ber Grenze
der beiden Stifte Aggerhung u. Bergen, Theil bes
Langfielbgebirges.
Filehne (polnisch Wulen), Stadt an ber Nee
im Kreiſe Czarnikow bes preußiſchen Regierungs-
bezirts Bromberg; Tuchmeberein. Spitenfiöppelei,
Schloß, iſche u. katholiſche Kirche, Syna⸗
goge; 3500 Ew., darunter 1200 Juden.
Filek (Fület, Fil a kova), 1) Bezirk des Krei⸗
ſes Neograd im Bermwaltungsgebiete Presburg
Ungarn); 8) Marktflecken darin, hat Poſtamt,
rancistanertloſter, Mineralquellen, in der Nähe
eine Tropffteinhöhle u. baut gutes Obſt, beſ. Apfel;
1570 Ew. — $. hatte ein ſeſtes Schloß, welches
die Türlen nad der Dlitte bes 16. Jahrh. eine
nahmen u. von ba aus bas Laub verwüſteten;
27. Rovember 1593 wurden hier bie Türken von
ben Ungarn unter Tiefenbach gefchlagen u. %.
von Letzieren wieber erobert; 1605 wurbe F. von
Stephan Bocslai, Fürſten von Siebenbürgen, 1610
von See A or, — von 8 F ge⸗
nommen, von Ragoczy beichoflen, 1682 an
bie Iufurgenten n. Türten Kbrrgehen; 1683 echielt
| König Johann Sobiesfi von Polen
dem Kaijer geleiftete Dienfle,
Filet (fr., for. Fileb), 1) Gemebe
wie Die Gage gewirkt, aber mit größe
2) Gewebe aus Zwirn (Filetgmien), wi
od. Seide; man knüpft den Faben fo zu
zwiſchen ben Knoten Mafchen übrig
Größe ber Maichen hängt von einem rı
ben Stüd Hol; ab, um welches ber F
Untnüpfen geihlungen wird. Man br
letſtricken noch eine Filetnabel, b. b. ein
Ina: ed, Silberftäbdhen, Ran ka;
eipalten ift, um den Faden bar
— * Verzierungen auf den —2
‚ger; daher Blletenftempel, fo v. w.
ein ſtreifenförmig ausgeſchnittenes €
bei. bei ben Nieren bes Hirſches al
Städ Fleiſch; oberhalb der Nieren fir
unterhalb Derjelben bie Heinen 5-®, bı
liches aus ber Lenbe losgelöfes Stil
(Filet de beeuf), welches, weil es frei
ift, gern als Braten (Xenbenbraten) o
Filetto, Narkfleden imDiftrict Ep
etto,Ma
litaniſchen er Abruzzo citeriore;
Filie (lat.), Tochter, wie Filxes,
her Zilial, 1) im Verhältniß der Kind
tern; 2) von einem Andern —
untergeorbnet u. von ihm abhängig;
(Tochtertirche, Filla ecclesia),
feinen eigenen Pfarrer hat, ſondern de
einer andern Kirche (Mutterkirch
gung übertragen Bi Atale, ein vos
mãnniſchen Geſchäft abgezmweigtes, au
Orte befindliche Ctabliſſement (Biltal
Jaublung, Filialbauf), welchem ein
führer od. ein Theilhaber des Gef
Klar Fluß, f. Filijas.
liation (v. lat.), 1) die rechtm
mung; daher Siliationdprobe, bie
Aufftellung jo vieler Ahnen ale
werben; Biliationstert, die Auffä
würbige Nachmweifung der elterlichen
u. ftandesmäßigen Verehelichung jebe
nentafel aufgeführten n, vgl.
pflichtung der Kinder gegen ihre
Gehorſam der Intergebenen gegen die}
4) (Biliolttas), re weichen
cilien den latholiſchen Kürften beilege
Filiba, türtiihes Dorf im Lira €
fiichen Ejalets Numili, mit den Rui
Statt Philippi.
Filiba Bilajeti, jo u. m. Macek
Filibe, 1) Lima im weſtlichen Th
ſchen Ejalets Epreneb, zmii de
Deipotogebirge, von ber oberen Ma
Nebenflüfien durchflofſen, zen
(Neid, Obſt, Getreide, Tabat,
2) eins ber 4 Müdirate, in weiche bai
if; 2) fo v. w. Philippopel.
Fi teäja, Vincenzo da F. geb.
renz, lebte nach beenteten Studien i
Berhältmifien auf einem Lanbgute,
auf Sobieslis — Wiens erwe
Unterftügung von ber Königin Chrifti
ben u. tem Großherzog von Flore
Senator u. Gonvermemertefer
Bolterra, dann in Piſa m..R. 176
: Mis bie Mille
0 —— 2 Bbe.; Ben. 1720,
PH bes Enblicherfchen Syßems,
n Hã (Sori) infammengefellt
Me — Indusium) —
ne,
‚ fehr bobe Pflanzen; Keim mit
Wreitung, Borleime (Proembrya).
eilt Endlicher in folgende Familien:
a, Hymenophyliese, Gleichenia-
aceae, Osmundaceae, Marattia-
»glosseae; dieſe Kamilien
es ganzen Syflems au.
IX fo v. w. — —
Micttes), verfleinerte Farrenkr
Eheil riefenmäßige) —
ı, Poly * Adiantum u. a.
Brongniart getheilt in bie Gattun-
pteris (Anngenfarrn, Blatt
u), Neuopteris (Wedel gefie-
mblich, — ee in Odon-
np geftebert, then ohne Mit⸗
aben Adern), Peeopteris
h lattabern fächerförmig >
sris
Findſch, FusderN), Dorf bei
bes —— Ka *
Eanerbrunnen, welche wit Erfolg
braucht werten; 210 a
fe, fo v. w. Felicub
e ſtlaſſe — Barden (f. d.).
er.
Ipr. AN 1) Sieben für Drabt-
et für Orgeln.
—*8 u bänn wie ein
Bett (Btiigrem, Siligran), Bold»
aus feinem Drabt, un in
Bsp gtterartigen rzierun⸗
Kuöpfen, Futteralen, Na⸗
ſchloͤſſern n. dgl. gebraucht werben.
Fluß im Lima Bolt des an
stabija (Mleinaflen), eutipringt
N Dagh, fließt erſt nord 9—
egen orben m. mandet in bas
; font Billäos; 8) Stadt an ber
. * Dorf des Landes el Taka
Oſtſeite des Atbara (Afrika);
F gg von der Stadi
iafım am Rothen Meere.
Dt ein Zeug aus Kammmolle.
t.), jo v. w. Filiation 4).
Akademie der %., Mabemie in
‚näml
er nee au! Dem
I 580 30 ben rien D
* in das —— *
gt wurde Are darnach
— ausging. Die griedifche
Er [.u. Heiliger *
870
Hliyendeilgwärmme , Urt ber ibberiäwär-
mer ([. b.).
Ule, Urt von F.
„nt en —
Filipendülus hei 8 perlſchnur⸗
— rzein ob. Wurzel⸗
Stellen mu ji Ruollen od.
Zwiebeln land, ſo daß dieſe wie ander ereihet
am.
liyept, Aler., fo v. w. Botticei.
Iipewöte * Loſadenlecen im zweiten Be⸗
n Koſadenlandes, am Den, mit
760 em. ‚me V 20. Juli ein Sahrmartt Rattfinbet.
l 1) Baßlano, geb. — u Ferrara
(eng Site, d. 4. Bitter, genannt, weil er große
fe mit dem Duabratnebe bed Berliemern
Mi bildete fi in Rom inter Michel Angelo
Haupwerk: Das jüngfte Gerit im
Dom zu errare 8) Domin. Ant., war Lehrer
ber Italieniſchen Sprache zu Nürnberg u. Wien u. ſt.
daſelbſt 1817; er fhr.: Italieniſche Sprachlehre,
Nürnb. 1796, 11. Aufl 1823; Italieniſches Leſe⸗
bu ‚er Sallen 1801 1,5. Aufl. 1525; Museo
Italiano di scelta lettera, Wien 1818, 3 Bbe.;
Italieniſch⸗ beutfches “ ea italienifches Wör-
terbud, ebb. 1817 f., 2
{lipyine, ſo $. w. Aa (ber Füngere).
lippo, 1. Fra Filippo Pippi.
ilippo, alte miatfändifhe Siibermilnge unter
ber S:pamilchen Herrihaft geprägt, circa Thlx.
©, Filippo d’Argiro, 1) (Itliher Waprium),
Bergfleclen am Dittarmo ht ber fieilifhen Provinz
Catania, auf hohem per. 33 tz bat eegiekige
Schieefe {gruben ; 7150 &w 1) At en im Diftrict
@erace ber neapolitanifchen revinz Calabria ulte-
Dat: II; —— — agn — F.),
orf im loecan n Siena, mit fchwefeligen
Duellen von 39° R. Bärme i
lipponen !ippowaner), ein ans ber
m durch die Tataren vertrichener, unter Jo⸗
feph TI. nach der Untowina eingewanderter Bolts-
fiamm, dort die Därfer Dragomirna, Yontinaalbe
1. Rıimsut bemopnenb yon 10 ‚000 Röpfe ſtark;
ven
Fil a: "rate im reife Seyny bes
— Gouvernemente Angnftowo; 800 Ew.
Filipſtad, Heine Stabt in viftabelän Schwe⸗
den), von Karl IX. im Jahre 1611 erbaut an
1800 Ew., bie mit Stangeneifen handeln; Te
Jahrmartt im September. In ber Rüde 5
Hütten u. Eiſenwerke.
Filiren (v. fr.), 1) ſpinnen; 8) das Einfleden
eine® Kartenblattes unter Die andern, | neiben;
baber 8) betrügen; 4) (Muf. I ER Ton fo lange
halten, als es der Athem erlau
liſtäta, Gattung der Ta
Fe (lat. ), Sohn |. d. — *— Petri, Titel,
vom Bapft einem Yürften ertheilt, ber bem apoſto⸗
liſchen Stuhl a brungen wibmet.
Filius ante patrem, Pflanze, iſt Colchi-
cum ———
a (F. Geil et Perot), Pflenyengattung
ante * Gamitie Mimoseae- Acaciese; Urt: F.
suaveolens.
Fille (fr., fpr. A Be. F. de —
a Serra
276
ler cute, Tlaw. led; Dorf im Kreife
Gömdr des — —— Kaſchau (Ungarn),
Eifenhimmer, Arbeiten in Helz; 580 Ew.
Filles (fr., Mehrzahl von Fille), Nomen;
baber F. dienx, f. Gottestöchter; F. ( ) de Ja
mistricerde, fo v. w. Regulirte Klofterfranen bes
3. Orbens bes St. Sram, ſ. u. Bußorden 6).
F. de St. Aure (Orbentw.), }. n. Sta. Aurea. F.
de la erolx, f. Krenzestöchter.
Fillmore, Millarb, Sohn eines Karmers im
Staate New⸗York, geb. 1801, lernte das Tuch⸗
macherhandwerk in —— County, wurde 1820
Schreiber des bortigen Richters Wood u. nach 2
Jahren Attorney u. etablirte fich zu Buffalo in ber |
Graffchaft Erie. 1529 zum Abgeorbueten ber Graf-
ſchaft in das Nepräfentantenbaus von nn
gewählt, zeichnete er ſich bald jo aus, daß ſeine
timme tonangebenb war, 1832 fan er zuerft in |
den Agel u, trat auch bier bald einflußreich auf,
namentlich in ber Finungeommilfion; 1841 ſchied
er aus bem Congreß; 1849 wurde er zum Biceprä-
fidenten der Vereinigten Staaten Norbamerilas ge»
wählt. Als ber Präfident Taylor im Juli 1850
ſtarb, trat F. im bie Präfidentichaft ber Vereinigten
Staaten ein u. führte bas Regiment bis zum März
1853, f. u. Norbamerilaniiche Freiftaaten.
Fillmore, Sraffchaft im Gebiete (Territory)
DMinnefota Korbamerita), an ben Staat Jowagren-
end, ungefähr 75 OM.; e: Mii iver
(Genf gegen NO. de — *
iola⸗River (Grenzfluß NW.), Root-River;
Boden bügelig u. fruchibar Frobncte: Mais, Hafer,
Rartoffeln. Nach rd Sullmore (f. b.) genannt;
Einwo ergeht noch nicht im Cenſus von 1850;
Hauptort: Minnelota-Eity. |
Fillmore Eity, Hauptort ber Millarb u. des
gefammten Gebiete® (Territory) Utah (Nordame⸗
rila) am Nuquin, einem Zweig bes Nicollet-River.
Filoche de ſpr. Filoſch), Gewebe aus Seide
ob. Leinen; daher Silochirt t.
Filoli, eine aus 8 Inſeln beſtehende Gruppe
des Santa⸗Cruz⸗Archipels (ſübweſtliches Polyne⸗
ſien) von Malayen bewohnt.
ta. Filonẽna (Philomena), Jungfrau u.
Märtyrin unter Diocletian, wurde 1831 heilig ge⸗
{pr u. ihre Reliquien im Dorfe Mugnand bei
ino auf Sicilien verehrt, Vgl. Kurze Nachricht
von St. F. Freib. 1834,
ilojelle, Flocſeibe.
iloti, Stabt, jo v. w, Filati.
ilottt (itaf.), geoße Korallen Nr. 1—6.
Filon (ir, Ipr. Filub), Spigbube, Schelm;
baber #ttouterie, Spitbüberei.
ilpyen (Orgelb.), von Pfeifen, ſich überblafen.
ld, Fuß in Württemberg, entfpringt bei
Wielenfteig im Donanfreije, bilbet das angenehme
Fusthai u. MHllt bei Plodhingen in den Neckar; 2)
jonft Janbooigtei, mit ber Hauptſtadt Göppingen.
ils, Münze, jo v. w. Fels.
Filfand Injel ber Oftjee weſlich bei Oſel, zu
Tivlanb gehörig; vom Fiſchern beisohnt u. angeb-
lich nie von einer auſtedenden Krankheit heimgejucht.
filtriren (Filtratie), Durdgieen einer, un⸗
aufgelöfte Theile in — ob. gröberer Geſialt in
* ——— —X* — — ec
Slüifigteit zu tzenmen. m. die ðluſſtateit vaſlig ar
“el
Filler bit Filttiren
darzußellen. Um dies auszuführen, Er
a) das Siltrirbret, eine Platte vom Hol;
gut, mit einer runden Offnung im’ ber
Einfetsen des Filtrums, welches auf |
efäh gelegt wirb; b) das Fürtrum jelbft,
tüffigfeit gegoffen wirb, meift aus «
trihterförmig zufammengebrochenen,
Papier (Kilteirpapier), auch aus Leinwe
Tuch (Filteirtach) gefertigten Epibbeute
Filtrirbüite, Filtrirhut) beflebend. #
Zwede bedient man fih zum F. ausſi
ungeleimten Papiers; bei analvtijchen
das Schwedbiſche eg rege
u.
Schweden gemacht wirb u. beim Berl
wafler, wel RR irten WVafler
faft gleichlommt. Bortheilhaft ift es,
papier — laſſen, weil es dab
u. von den Flüffigleiten leichter durchor
Starte Säuren, welche biefe Filtra
filtriet man durch geſtoßenes sine,
fein; es wirb durch einen tridhterför
(Sutrirkorb) ob. Stitrirtriihter (von Gla
fiern wi
ben. Auch zur Rei bes Waflers ı
ger das Seewaſſer) trinkbar zu mache
ei. unter Benutzung von Kohlenpulve
maffe, von großem Nuten; hierzu bier
trirmaſchinen nach verſchiedenen Au
Engliſche Filtrirmaſchine iſt ei
oben von nur roth gebranntem, m
gefertigt ift, wodurch das MWafler |
gereinigt in einem anbern barımtı
Gefäße jammelt. Eine ſolche Filtri
auch ber fogenannte Ylltrichrumnen.
— um Durchſeihen trüben, ü
den afers zu häuslichem Gebr:
tpeilt ein Faß burch parallele Sche
brei Abtheilungen; in bie oberfte git
zu filtrirende Waſſer, bie zweite en
Thierlohle zwiſchen 2 Saubfchichten,
Wollenzeug eingelöhlagen. ie unterfl
nunmt das filtrirte Waſſer auf u.
obern Theile mit Offnungen verjehen,
Luft einziebt, während das Waſſer a
lern Astelung aufeine am untern Be
Scheibe auffällt, damit das Waſſer bie
Quft wieder aufnimmt. Gin an ber Sei
Abtheilung — Hahn dient
bes Waſſers. Sollen Flüſſigkeiten hei
ben, 3. B. alloholiſche Loſungen, au
ihon bei gelinder Abkühlung bie bi
Subftanzen ausſcheiden, fo bebient n
une “ — Plantamour vorgefd
parates, w aus einem boppelran!
nen Trichter beſteht; er kann mit Waſſ
BEE
Filtrirftein
parat wird ber Gfastrichter mit
t.
eh
Itrtzfandftein), Sanbflein neuerer
mer jo loder = ufammenbängen,
f geichüttete Wafier mehr ob.
durchlafſen. Yundort: an ben
», anf ben Sanariihen Inſeln,
wird an einigen Orten zu Ge⸗
ur Reinigung des fchlechten
t.
Gaben.
ren in eimanber gefchlungene
bünme Körper; 2) folder Stoff
ſ. Rolle durch Filzen, woraus
en, Stiefeln, Schuhe, Strümpfe,
um (inlegen in die ledernen
Kleider gemacht werben, welche
ymügen ıc. beißen. Einen ve⸗
. verfertigt Albert aus bisher
m Zwecke angemwenbeten Pflan«
tbaaren, Flaum⸗ u. Blüthen⸗
1, Kätzchen u. Abren von Arundo,
Griopberum. Die einen lönnen
thieriſchen Stoffen, die anderen
j. vermentet werben. 4) (Hüt⸗
Hamm; baber der Herb, auf
mn wird, Suzberd; 5) (Bot.), fo
id auf tem Böhmerwalbgebirge.
Haare einer Fache jo in einan-
8 fie jet zufammenhalten. Dies
Ipfernen Platte (Bilzplatte), un⸗
enfeuer unterbalten wird. Zuerſt
latte ein angefeuchtetes, leinenes
dieſes Die Sache, widelt u. legt
enen Richtungen zufammen u.
zit ber Hand darauf. Hierdurch,
Austünftung bes Filztuches m.
er Platte jchlingen fih die Haare
men, melde Berbintung ipäter
im warmen Waſſer tes Wall-
cd. Weil nah tem Zuſammen⸗
von 2 Baden dieſelben umge
legt man ein Eriid Papier, ven
n; tiefer verbintert, baß Die
leben, u. wird hernach wieder
2) auch von anderen Haaren,
1enmwirren; 3) vom Tuche, wenn
ljãäden fich bein Walten gehörig
mideln; 4) einen Bewurf mit
iben.
mit feinen, bicht in einander
en Haaren Überzogen.
‘ 0.
Art Laus (f. d.) mit fehr Meinem
furzem breiten Hinterleibe.
Malz, welches ven ber Zeit an
n wird, wo ter auegetretene
m Kömern bemerkbar ift u. ſich
Kerhum vorbereitet, ſ. Bier⸗
inb Raupen (f. d.) mit lurzer,
yaarıng, aus ter Abtheilung ber
ngelmurm, Aphrodite), See⸗
beilung ber Borſtenwilrmer.
J. 3) Franſe; daher Fimbriae
Oippecampusfuß n. Gehirn;
Fr
bis Bin 277
lIoviſchen Trompeten, ſ. u. Senitalien ;
2) Fire Korsmald bel.
ria, römiiche Familie ber Flavia pons.
— JG ajusFlaviusß, ſchwang
fi) von niederem Stande empor n. wurde 101 v.
Chr. Conſul; in der Provinz, welche er nachher
verwaltete, erlaubte er fih harte Grpreflungen,
weshalb er von den Provinzialen angellagt, aber
in Rom freigefprechen wurbe; er war auch ein
guter Rebner. 2) Coins Flaviue F., Anbän-
er bes Cinna, dann 86 v. Chr. Legat des Val.
laceus im Mith van Kriege; 15. betste bie
Eolbaten gegen den Feldherrn auf, 12 denſelben
55 v. Chr in Nikomedia ermorden n. wurde ſelb
Feldherr; er ſetzte den Krieg glücklich gegen Mi⸗
thridates fort, trieb denſelben aus Pergamum u.
belagerte ihn in Pitane, wo er dann durch die That⸗
lofigteit des Lucullus entlam. Daranf mütbete er
gegen die Anhänger bes Sulla, aber ale 84 Mitbri»
dates mit Sa Grin geſchloſſen batte, 309 Sulla
gegen F.; feine Truppen gerließen ihn, er floh nad
y Bergamum n. ließ fih im Aſeulaptempel von einem
Sklaven erſtechen. 8) Flavius %., Bruber bes
Vorigen, nahm unter Norbanus 52 v. Chr. Theil
im ae gegen Sulla u. flarb Durch Meuchelmord.
riaria 1) F.Juss., St. Hilair.. Schwan-
nia en Pflanze engattung aus ter Kamilic ber
Malpigbiacene- eiostemones; Arten: F. cu-
jabensis u. elegans, in Brafilien; 2) F. Nec⸗
net Marchantisceae.
ftölts (F. Verl), Pflanzengattung aus
ber — ber Cyperaceae- Fuireneae-Fici-
nieas, 1. Ordn. 3. KL. L.; Arten: größtentheils
auslänbifche.
„nme Stabt, fo v. w. Fiemes.
immel, 1) ein 8—10 cl langer u. 1—2
ol breiter" eijerner Keil zum Lorftufen (hiefriger
ände; er wird mit einem ſchweren Hammer, dem
20 — 30 Pfund ſchweren Stmmelfäuftel od. gimmei.
pauſcheil, in das Geſtein getrieben, 2) ein ſchwerer
Dammer; 8) ber meiblide Hanf; daher Fimmeln,
ben mweiblihen Hanf ausgäten, daun überhaupt fo
v. m. Auvlichten.
Binäl (v. lat), 1) endlich, ſchließlich; baber
Btnalcadenz, der Schlußfall ber legten Periche eines
Mufitüds;, 2) die Abficht, ben Zmwed betreffend;
baber &tnalfag, Satz, welcher tie Abficht ausdrüdt,
u. Binalpartiteln, 3. B. um zu, Damit.
Winäle (ital.), 1) letzte Sanlung, Schluß;
2) der legte Satz von einer Zimfonie, Oper m.
bgl.; 8) mer Oper bie am Ende eines Acta zu⸗
jammengereibten Sätze von verſchiedenem Eharafter
u. von verihiedener Ton⸗ u. Taltart, während
welder tie Handlung forträdt. In dem F. des
legten Acts gebt gewöhnlidy tie Entwickelung des
bramatijchen Knotens vor fih. Die Einfübrung
des F. in bie Heroifche Oper ſchreibt fi von Piccint
ber, nachdem jchon früher Ligroſscino (1750) in ker
Kemijchen Oper ten Schluß eines Actes burd) ein
vielſtimmiges Mufitlüd wirffamer gemacht batte;
4) bei ben Franzoſen ber Grunbteon eines Stüds.
Finäle, 1)(-Marina), Stadt am Meerkuien
von Genua in ber ſardiniſchen Provinz Albenga;
bat ein altes, feſtes Schloß, Kathedrale, fihere
Rhbete, Schiffewerite, Bau von Dliven, Yen,
Hüufenfrüchten zc. u. wichtigen Handel bamit; 5000
— $%. war fonft Hauptort eines Marauiiats
u bem Haufe Cacrede; 1571 warte vr
280
Finanzpaͤchter, in Frankreich bis du Ener
Grafe
utenant des Prinzen Georg von Dänemark in.
bem Gouvernement von Doper-Kaftle, 1711 Mit
lieb bes Geheimenrathscollegiums, Darauf Ge⸗
anbter in Hanuover, First Lord Commissioner
of Trade and Plantations u.
Gencage, geb. 1621, befuchte jeit 1635 bie Uni⸗
verfität Oxford, wurde 1660 Sollicitor General
u. Baronet von Raunſton, 1661 zum Treafurer
von Inner⸗Temple u. zum Autumn⸗ u. Summer-
reaber daſelbſt ernannt u. faß in demſelben Jahre
ale Vertreter der Univerfität Orforb im Parla⸗
ment; 1670 wurbe er Attornengeneral, 1673 Groß⸗
fiegelbewahrer, 1674 Lord 5. von Daventry, -1675
Großkanzler u. fl. 18. Dechr. 1682 in London.
nchley, Ort in der englifchen Grafichaft Midd⸗
Iefeg, gehört zur Divifion Finsbury von london;
1500 Ew.
Find v. Findenftein, gräflihes Geſchlecht,
ammt aus der Stadt Züri, wo es regiments⸗
Kamen Erbbürgerreht beſaß. Konrad Kind
tommt ſchon 1111 als bortiger Ratheherr vor. Zu
Ende bes 15. Jahrh. erloſch das Geſchlecht zu Zürich,
doch hatte ſich eine Linie nach Tyrol u. Kärnten ge⸗
wendet, u. von biefer ftammte Konrad F., welcher
1300 ben: Dentichen Orden nach Preußen zu Hüffe
309, u. Heibenreich 5. v. 5. wurbe 1442 Heermei-
er bes Orbens in Livland. Ihren in Kärnten n.
ufen erbauten Stammburgen gaben fie ben Na⸗
men Iindenftein u. Sindenberg, u. nannten fich feit-
dem bald Find v. Sinckenſtein od. Wind v. Binden
berg, obſchon auch Find v. Katzungen u. Sinck v.
Auereberg in Oſterreich vorlommen. F. 2) ei-
hielt 1710 die Reichsgrafenwürde, u. —
ſchreiben ſich alle F. v. F. Bemerlenswerth ſiud:
1) Georg Chriſtoph, geb. 1632, war erſt kö⸗
niglich preußiſcher Landrath, wurde dann Tribu⸗
nalrath, 1690 Oberburggraf in Königsberg, Gene⸗
rallientenant u. Geheimrath u. fl. 1697; 2) Graf
Albert Konrad Reinhold, Enkel bes Bor,
geb. 1660 in Saberan bei Neidenburg, trat in hol»
änbifche Dienfte u. gerieth 1677 in franzöſiſche Ge⸗
fangenihaft, nahm hier Dienfle u. avancirte bis
zum Compagniechef; er ging dann nach Kurbran⸗
denburg, mo er 1689 Major, kurz baranf General»
major n. 1706 Generallieutenant wurbe; ben Feld⸗
aua in ben Niederlanden 1709 machte er als Be»
Brmupriugen Greiehridg ZBilheien
| Tagerung von Stralfund
u. 1728 Öouperneur von
1712; 3) Graf |
Finanzpächter bis. Zindelhänfer
figen Könige Friedrich Wiſhelm L., mit ı
ſich Durch jeine igfeit u. Umficht rũhn
bafb er u. * ſeine Bettern fig
d erhoben wnrben; 1715 wohnte
würbe 171
fmeiſter
xiedrich
an; als €
te er 1731 bie:
fen
neur von Memel, 1718
prinzen, nachmaligen ni:
i
Johanniterordens erl
at wurbe 1733 teralfeldmarfı
16. Dec. 1735 in Berlin; er war feit 170
mit Sujanna Magdalena geb. v. ——
8) Graf Friedrich Ludwig, So —
I geb. 1709, machte bie Schtefifchen
wurde 1747 Oberft 1. Eommanbeur,
haber bes, Möllendorf’jhen Dragoner
11760 @enerallieutenant u. fi. 1785; 4) €
Bilbelm, aeb. 1714, ging 1735 als |
Sefandter nad Stodbolm ur. 1740 nad
gen, zulegt nach Petersburg, wurbe 174
u. feit 1760 birigirenber ifter bes |
en; 1798 wegen Alters entlafien, far
ermalen theilt fi bas Haus in bie A
benburgifche timie, u. dieſe in ben a
Zweig (Haus, Maplis); befien €
Öraf Nleranber, Sohn . bes ..
Grafen Friebrich Yubwig Karl, geb. 19.
ift preußiicher Nittmeifter a. D. u. fei
zweiter Ehe vermäblt mit Angelica geb
linsfa, ſein älteiter Sohn Albrecht ift 182
u. br) den Süngern Zwei au
now), beffen Chef ift: 3
des verſtorbenen Grafen Wilhelm Frau
geb. 6. Aug. 1792, tft besußifcher Ger
a. D. u. unvermählt; auch ſein älterer B
Adolf, geb. 1793, iſt nicht vermählt, b
jüngere, 1845 verftorbene Bruber Leo!
Söhne binterlaffen, Karl, geb. 1827,
geb. 1831. BPreußiſche Linie,
7) Graf Karl, Sohn bes 1799 verfio
fen Georg Konrab a 13. Mai 179 ı
vermählt mit Wilde mine geb. v. Tippel
ältefter Sohn Konrad ift 1820 geboren.
ndelhaufer, öffentliche Anftalten, ı
Tinge (Findelkinder), d. h. Kinber, w
Eltern verlafien ob. ausgefettt u. von 9
funden worben find, Aufnahme,
bung erhalten. Das exfte folder F. Ton
Mailand vor, welches ber Archipresbyt
ftiftete, 1070 wurde eins in Monty
1200 in Eimbed, 1317 in fylorem,
Nürnberg, 1362 in Paris, 1380 m
1687 in London, geftiftet, u. jetzt habe
gro e Städte der romaniſchen Länder
and u. Ofterreich bergleidgen Anal
rend fie in ben germanijchen Ländern me
wieber aufgegeben u. bagegen das U
Kleinkinderbewahranftalten gepflegt wird
gebreitetften ift das Fewefen in Baris,
nicht allein Kinber aus ber Stadt u. |
fonbern, feit der Einführung ber Eifenbe
ziemlich weiter Entfernung gebracht wer
biefe Kinder nicht blos uneheliche, ſonder
her Eltern, welde in Strafanfalten el
lern find, danu von ihren Eltern verkaflı
lich Wailenkinder find. Während feit It
Jahren etwa 550,000 Kinder, alſo jäht
use | |
Wh .2750, angenommen werchen
Finder bie Fine.
| tet. Wer ein Ber
on 1816—35 auf 103,000, dar-
‚ alfo jährlich etwa durchſchnitt⸗
853 war bie Zahl ber in ganz
m Sintellinder 93,314, barunter
u. 25,542 Berlaflene, 82,174
ms ben ‚früheren Jahren, allo
3 einen Zuwachs von 16,140,
if 53 Geburten. Bei ber Auf⸗
tes Kind ein möglich genaner
über Zeit u. Ort ber Auffin⸗
berworftechenten Merkmale, tie
r bie Eltern Erlennungszeichen
newohl der Fall der Zurüdfor-
&ßig nur ſelten vorlommt). Die
eſchieht unter Aufficht von Vor⸗
Ammen u. Wärterinnen; nad
man bie Kinder mit ihren Am⸗
gewöhnlich in ben Heimathsort
eſuchen fie bie Schule u. geben
neiwerfer, Dienftboten, Haud⸗
Rerufeleben über. In dem Fin»
en nur biejenigen, welche ber
ürfen cr. fonft zu ſchwach find,
fie mit ter —3— verbundene
otz aller Fürſorge für den Kör⸗
keit unter ben Findlingen ſehr
nabm man an, Laß 50, ja ſelbſt
Jahre ftarben, bei der ſorg⸗
Behandlung u. bei ber eifrigen
ichnet man jet 1 auf Il u in
e Hälfte. Ter Aufwand für tie
urch bie Privatmohlthätigleit u.
Yemeinten, wie in England, ob.
je, wie in Frankreich, aufge»
sich wird das Budget mit 12
ih dadurch belaftet, man rech⸗
St. für ken Kopf. Uber den
idlichkeit ter F. find Die Anſich⸗
ı gemejen. Man bat zwar Las
ben anerlannt, wie namentlich
ıng dem Kindermord eutgegen⸗
a — — —
xte Friede in manchen Familien
ben ift; allein durch Diefe Serge |
» auch die Unfittlichkeit geförbert
vächliches u. geiftig vermabrloftes
n ken Fen beran. Erwägungen
auch noch finanzielle Rüdfichten
anfreich bereits 1833 verſchiedene
olge, an manden Orten ſchleß
gaut zuerfl ſchürft, erhäu ein
diabderrecht au demſelben, f. ı. Bergreht 2) b).
8) (Beller), Hund von ber Race der Schäfer
u. Hofhunbe, gewöhnlich braun u. rauchhaarig,
zum Auffinden einer einzelnen Wildart abgerichtet;
darnach Wolfs-, Dachs⸗, Elenne⸗ Aner⸗
babnsfinberx. Der Sanfinder iſt eine Ab»
art von Metzgerhund. Beim Dreſſiren macht mazt
ben %. erſt führig, gewöhnt ihm Appell au, macht
ihn rein, fo daß er nur das Thier anbellt n. an«
greift, für welches er befimmt ift, läßt ihm im Herbft
nach diefem f u. leitet ihn an das Wild zu been
u. zu verbellen, fo bag man einen guten Schuß
anbringen kann. I
Findborn, 1) Mluf in Schottland, entfpri
in der Grafſchaft Anwerneh, burdilieht die Grafr
(daft Maren u. Elain u. mündet bei Forres in das
Ainbborn Bob beö MurrayEnſent (Morbfee); 2)
Dorf in ber ſchottiſchen Grafſchaft Elgin, am Fint-
horn⸗Loch Heiner Daleıı, Häringefiſcherei; 800 Ew.
inbich, türkiihe Diilnae, fo u, w. Fonduct.
#inblater (pr. Findlehter James Earl ofF.
anb BSeafielb, geb 1749 auf Eullen in ⸗
ſchottland, ſſammte aus ber anugeſebhenen a ber
Ogilvies u. war jehr reich ; er machte bie Tour durch
Guropa, bielt ih dann in England u. Schottland
auf u. lebte von 1790 auf dem Kontinent zu Frank⸗
furt, Hamburg, Alteuburg, Karlsbad, Dresten u.
farb 1811 in Dresten. Als Liebbaber der Bau⸗
u. Gartenlunft that er an den meiften tiefer Orıe
viel zur Verfhänerung der Gegend. In Teplitz
gründete er mit tem Grafen Slam bas Armen⸗
baus u. in Dresten legte er Yindiaterd Weinberg
an, welcher fpäter in Beſitz des Prinzen Albrecht ven
Preußen fam u. dann Albrechtöberg genannt wurde.
Die Stabt Karlsbad, melde er durch Bauten ver-
ſchönerte, wibmete feinem Anbenfen einen C:eeliof.
Findlay (ipr. Feindleh), 1) Städtischer Bezirk
(Township) in der Grafſchaft Allegbany in Staute
Peuuſylvanien Norbamerifa); 14UuU Ew.; 2) Hanpi⸗
erı der Srafihaft Hanced im Staate Ohio ain Blan⸗
hart Kerl; reihe wohlbebaute Umgegend, inter
Nähe 2 Schwefelquellen; eine Zweigbahn ber Lale⸗
Grie-Gijendahn führt hierher; Jooo Ew.; 8) (Find«
ten), Städtiſcher Bezirk ber Grafſchaft Mercer im
Staate Benniylvauien,; 1200 Ew.
| Yindling, 1) for. w. Sintelfind; 2) (Gecl.),
ven juchte man, aber meifterfolg-
v einzuführen, u. das Jh 1845
ve Aufhebung herbeigeführt ha⸗
martine fich ut ihr —**
chriſtlichen Stantpunfte ausge⸗
ı Staaten, wo eine lange Mi⸗
lich if, mie in Rußland, werten
e Anaben Soldaten; in Spanien
n Staatsgefen, tie Findellinder
jefeben, indem es ein Meinercs
hürgerliche fir adelig zu halten,
feine® Rechts zu beranben.
chteiw.), ber eine verlorene, ihm
sche an I 2) (Bergb.),
ı neuen Gang enttedt «findig
ı Ländern wirb bem F., wenn er
enigſtens 4 Klafter niederbringt,
Binbergeid (Binberfoßn), gegeben,
er
t der Ganges vi. | Glüßgen Glen Bine
f u. Aufzeſchwemmtes Gebirg.
Yindse, Infelan ter Weftlüfte von Norwegen,
im Amt Stavanger tes Stiftes Chriſtianſand;
z OM. mit 1500 Ew.; bildet ein Kirchſpiel von
zmei Gemeinben mit eier alten Kirche, worin ein
Dentnial ber Eieger über bie Zcoten u. ein Stein
über dem Grabe bes Helten Thorfinn fich befindet.
j en (altnord. Sagengeſch.), Aid Bruſi⸗
arniſch.
Findung des Urteld, die durch Aneinauder⸗
halten ber zu entſcheidenden Tbatjacyen u. der eiu⸗
ſchlagenden Geſetze bewirkte richterliche Schlußfolge
auf die zu fällende Entſcheidung.
Findung Moſe, in der Kunſtgeſchichte die Dar⸗
ſtellung der Scene, wo die Tochter Pharao's das
Moſeskind aus ten Waſſer rettet, 2. Moſ. 2.3—9.
Fine (Loch %., Ipr. Lech Fein), 1) tiefe Meeres⸗
ſchlucht an ver Weſtküſte ber ſchottiſchen Grafſchaft
Argyle, von hohem a umgeben, mit beteu«
| tenden Häringsfang ; nördlich mündet Darin 2) das
red ital I) Enbe, Schluß eines Ruſikſtüds.
nie, Dorf im füböfliden Schoa in
j — *— (Afrika); dabei ſehr waſſerreiche Thermal⸗
quelle = hoher Temperatur, Glauberſalzquelle.
, Carlo, geb. 1800 in Carrara, Bild»
ver; — 1853 in.Rom. Er war einer der ge⸗
icteſten neneren Künftler Italiens, folgte ber na»
ne ei tung, wobei ihm aber ein feines
Schoͤn heits ger von ben Vertrrungen be
bewahrte. Seine ——— — ſind: Die Gruppe
der tanzenden Horen; — den ei
benben Amor ae X ; Benus dem
gen: u. bie meergeborene Venus; ei mit
— — bie Zeitalter (Relief);
ee Ai Trajans (Seitenſtück zu ae
eranderzug im Ouirinal) ; die Statuen m
attbäus in ©. Krancesco bi Baula in R
ber Erzengel Michael mit dem Satan in Tu
Fines lat. ), U) Serge; daher 8) Gremort |
Gelin I. Fiomes.
derb), feines Zwi⸗
em od, Dat ii —— Ehen, gerie-
e Zwiebel ob orten mit etw ,
— Bafilieum, Citronenſchale 1 er
ir ein gehadt u. in einem Kafferol mit 6 Roth
Butter eine kurze a aufs Br —5 — n. gerührt;
letztere barf nicht braun werben. Darauf wirb bie
Maſſe in em bedenes Geſchirr A aus u. hält ts
um Gebrauch etiva 8 Be 16 Zuſatz bien
—— od. —— ei ct, Berfämmikt-
heit, feine — in der R
ette (Stine), weiblicher Borheme, edentet
die Feine, — od. iſt wahrſcheinlich u. öfter Ab»
kürzung von Joſephine
al (Bin Mac Couh, Hürft bon Morven in
Galebonten um 150 n. Ehr.; fol feinen Sit in
Selma gehabt haben u. war groß als Krieger u.
en teiehte lüdlich gegen Ir Römer, fo wie zur
Sahne — die Bewohner der Orkney⸗
—* u. ren. U ya ed find die Nachrichten über
ihn u. feinen Tod (283 n. Chr.) — Er wird
von der Sage als ber Vater Oſſians genaunt.
Fingalshoͤhle, berühmte Srotte an ber Süb-
weitieite der Hebrideninſel allen * Seiten⸗
wände, bie am Eingange 53 m Hintergrunde
20 5. von einander abfteben, fi ind gebifbet von drei⸗
pe fünfedigen, ſenkrecht ftehenden Bafaltfäulen;
Seitenmänben bin Täuft noch eine Reihe ab-
aba: Säulen, auf welchen man bis in den
Sintergrmb engen en Tann. Den Gewölbe, am
Eingange 117 8., Ende 70% über dem Bo⸗
eht ebenfalls aus ab an enen, vielfeiti-
= m 80 altfäulen, ſowie auch ber Boden, welcher
eftänbig von dem Meere beipillt wird. Die Tiefe
ber Orotte beträgt 370 Fuß. Durch die im Innern
von der Dede herabſallenden Wa en werben
eigenthümliche u. überaus melodiſche Töne hervor⸗
gebracht, daher man bie Grotte auch die Melodie⸗
od. Harmoniſche Höhle nennt.
ger, 1) (Digiti, Anat.), die Enpglieber ber
Hand, fliehen, ungeachtet ihrer unſymmetriſch er-
w — *— Zuſamm̃enſtellung, doch genau in einem
mung ba Or — daß dieſelben ihrer Be⸗
aſſens u. Taſtens am an⸗
Bee r ee a
aumen (Poller) bin 2
Be
Fine bis Pingerfutteral
gliebern n. feinem beweglichen Mittel
zu ben anderen 4 Fen eine Segenfel
biefe im Einbiegen ihm entgegentreten. '
en eines zugefehten 3. Kingergfieh
r beweglichfte u. deutet f
Beigefinger igitus demonstratc
salutarıs), feinen befonderen Geh
Mittelfinger (D. medius, D. s
infamis, D.impudicus), iſt ber fängft
ber Ringfinger(D. annularis), iſt
u. beiden vorigen an Stärke gleich; bei
— —
— rfinger
ben Daumen be
ris),
hat re ene —— Die 3
— — aumen, Beige» u.
liche ar Mitisildungen ver
verjchiebener Art vor: ala fehlende
ein, auch im einzelnen Öliebern; ad
lige &, bei. ein zugefligter fester fie
Slfinger), zumerlen als erbliche
zuſammengewachſene F. laſſen
nen; 2) jo v. ww. Beben; 3) (Zägeripr.
bes Kalten; 4) (Ubrm.), ein Hebel in
ber Kepetirubr (f. b.).
Winger, Gottfried, geb, in Mähren
Eompomift, ging 1655 nad) England, I
meifter Jatobs IL. wurde. Um 1700:
land zurücdgefebrt, war er eine
pfälziicher Kammermufitus angeftellt
in Breslau, feit 1706 aber ın Bei
ge L.; 1717 wurbe er Capellme
en von Anhalt u. fl. um 1725. Er ſe
Das Urtheil des Paris u.Rorane, meh
ten für Streihin arg? Biolin- u.
Sonaten für Klavier, für Flöte u. Bi
Fingerabhauen Gingerabſchneide
nur ber Spiten ber Finger, namen
nannten Schwörfinger (ſ. u. Finger 1
ale Strafe des Dieineibe.
Singerafe ſo v. — Fin ——
ngerart .
der, ſ. u. ——
muskeln. Singereinbrüde ve 8
kno — Fingern
ſch (Polynemus pr
gel Bau ns er (bei C
mit Bauchfloffen), Leib breit, Ken
pig, Schnauze gewölbt, Über ben
unter den Bru floffen mehrere ie
von Körperlänge, in den Kinnlaben,
u. Pflugſchaar —— ne; in
mer Oegenben, jehr Ihmadpaft. Art
min (P. plebejus), mit 5 freien Stra
em Kopf, afhgrauem Rüden; ſch
irre im Bengaltiihen Meerbufen; Fr
wird getrodnet u. eingefalzen;
(hmadhaft; b Parabie- Done
aradiseus, P . quinquarius), 1
rn ön citrongelb, vor ben Drufifloffen
— — ſehr A
|
rn hir, me
Fingergeſchwür bis Fingu
Fin t, um aben
men. ohne Daß —⏑——
ie, fo d. w. Fingerwurm.
t Digitaria
ine, an bie Fingerſpitzen paſſende
tedenen Stoffen mie Geld, Sil⸗
a, Elfenbein, Berimutter ıc. beim
ntweder bloß ringförmig, an beie
täbhringe), od. mit einem Mac
loffen (eigentlige%-e); n.
bon Metall find, von den Singer:
Sütern), in manchen Gegenden
fern, od. in Fabrilen (Bingerbut-
;; bie elfenbeinernen werten von
ie filbernen von den Goldſchmie⸗
: Bflangengattung Digitalis.
arat, |. u. Galvaniſcher Apparat.
er, fo v. w. Digitalin.
(F. Nees.), Graegattung, be⸗
dentſchen Botaniler Karl Anton
ı mit Bluff Compendium flo-
end. 1822—33, 4 Bde.) au der
nineae-Phalarideae; Arten:
rin), Untergattung der Gat-
t, ſ. u. Handknochen.
9. w. Diebshand.
bie Pflanzengattung Potentilla.
(3001.), fo v. m. ——— —
Zeew.), die Angeln am Himter⸗
8 Steuerruder hängt.
. Spiel, f. u. Gerade m. Ungerabe.
DactylomysJs.Geoffr.),Rager
Battung Echimys veriwantt, aber
ie Badenzähne mit Querfurche,
entſtehen, tie nochmals getheilt
ng, nadt, ſchuppig, nur an ber
Borberfüße kurz, vierzehig, Mit-
De mit furzen, converen Rägeln ;
big, bie beiden äußeren Sehen
ım-f%. (D. typus Js. Geofr.),
nus Desmar.), in Sütamerila.
[, fo v. w. Bohrmuſchel.
In, j. u. Santmusfeln.
‚|. u. Armnerven.
arterwerkzeug, f. . Zortur.
R, fo v. w. Fingerfntteral.
ſ. n. Ring; 2) (Drabtz,), fo v.
reterie, f. u. Armarterien.
an Repetiruhren ein Schieber-
man bewirlet, Fi bie Hämmer
a ſchlagen, aber beijerem Schlage
r eine fuͤhlbare Erſchütterung her⸗
im (Achilleum OR.), Gattung
‚fo v. w. Applicatur.
.u. Gerate u. Ungerate.
: (Dattylologie), tie Kunfl,
welche durch Be Stellung ter
acht werben, verftänttidh zu ma⸗
namentlich Taubſtummen zu ge⸗
lung; auch Dee u.
235
Gauner bie F. zu benuhen, um fich unbemerkt zu
verfländigen, n. die romiſchen Braun ur Zeit be
Auguſtus u. jeht noch bie tärti des vem®
hinter dem Rüden des Gemahle u. Herren, um ſich
wahrfheinti allerhand wenig erbauliche Mitthei⸗
Inngen zu machen. Nach ber (aberwitzigen) Schrift:
Dactylologie et Langage primitif restitues
d’apres les monuments, Par. 1850, ſoll Gott
ſelbſt der Erfinder der F. fein u. in berfelden mit
ben Menfchen geiprochen haben. Eine beſondere Art
ber 5. iſt das nen, eine bef. anf ben orien⸗
talifchen Märkten übliche Metbobe, wie ſich Hände
ler unter einander bie Waarenpreiſe befannt machen.
Durch die verichiedenen Biegungen ber Finger u.
ben ne F inger hide Sohlen bereinene
zugleich Können fie alle erdenkliche Zahlen bezeichnen.
ng n (Betref.), fo v. w. Belenmit.
ing ‚|. u. Handmuskeln.
ngertbier (Aye-Aye, Cheiromys Cur.,
Psilodactylus), Gattung ber eichhornartigen Na⸗
gethiere, doch dadurch von den übrigen unterſchie⸗
gen daß ber en * ben en Ki
eigen entgegengefeht if, die Hin
eigentfich Säme find; Borterzähne The zuſammen⸗
gedrückt, oben 4 Badenzähne, Ohren groß, rund,
behaart, Schwanz lang, —— — mit 5 Pe
ı4 am Borberfuße fehr lang), Daumen ber Hinter»
I mit flahem Ragel. Art: Mabagascarie
ſchee %. (Ch. madagascariensis, Lemur psilo-
dactylus), oben traum, Schwanz ſchwarj, Licht be⸗
paartı fang mie ber Körper; nächtliches Thier, träg,
olt mit dem langen Mittelfinger Würmer u. In⸗
feeten aus Baumritzen; von Madagascar, felten.
ngervenen, |. u. Armvenen.
gerwurm (Bingergeiiwär, Panaritiam,
Aleley, Ageley), ſchmerzhafte Entzündung eines
Fingergliebeẽ, bald unter dem Nagel, Ragelgeſchwür,
od. unter der Haut, im ſchlimmeren Grade tiefer⸗
gehend bis zu ben Sehnen u. ber Knochenhaut, in Tetye
teren Fällen leicht auf hie Hand n. den Arm fich er⸗
ſtrecend, nn. wohl felbft Fieber u. Krämpfe cd. Branb
erzeugend. Behantlung: die allgemeine einer Ent»
zänbung ; ber Giterung muß wo möglich durch Blut⸗
egel vorgebeugt werten; iſt Giterung eingetreten,
farm warme Bäder u. Breiumſchläge, u. bei bem
tiefer fitzenden baltiger Einfchnitt zur Entleerung
des Eiters u. Verluft bes Gliedes zu verhintern.
Fingiren (v. lat.), ertichten, vorgeben; daher
Aingirt, fo v. w. ertichtet ; fo fingirte Rechnung, fine
girtes Geſchäft, fingirte Budfü rung, welche man
um Behuf des Unterrichte in den Comptoirwiſſen⸗
—*8* aufftellt. Fingirte Munzen, fo v. w. ⸗
nungsmilnzen. Fdingirte Wechſel, Ai u. Wechſel.
nglaß, Dorf in ter Graſſchaft Dublin ber
iriſchen Provinz Yeinfter ; Dineralquellen, Geburts»
ort bes Dichter Barnel; 2000 Ew.
Fingo (Atem), Fürftentfum auf ber zum Jar
panifchen Reiche gehörigen Infel Kin-fin; ſchöne
Fin chwediſche Skäreninſel im Bottniſchen
Meerbuͤſen, zum Linköpinge⸗Län gebörig.
Fingu ıd. h.in der Kaffernfprache Ausgeſtoßene)
ein Stamm bes Kaffernvolkes, welcher ehemals in
Natalien an ber Oſiküſte Südafrikas wohnte, dann
von ten Zulus unterjocht, 1837 von ben Briten
wieber aus der Zflaverei befreit wurde u. feitbem in
den öftlichen Theile bes britiſchen Gebiete fi nieder⸗
gelafſen hat. Sie find von ganz Sauttarhe
| Babungen Aderbau.
'
284
u. fräftigem Körperbau, nlchtern u. arbeitfam, u. |
waren 1851 in bein Kriege gegen die Amalofa treue,
u. tapfere Freunde der Engländer.
Finiguerra, Tommaſo u. abgekürzt Mafo di %.,
geb. 1426 in Florenz, Goldarbeiter baf., gelchid-
ter Zeichner u. Arbeiter in Niello; wird als Erfin-
ver der Kupferfiecherei genannt, indem er zuerft
von hohlgravirten Metallplatten Abdrücke machte.
Die niellirte Platte, eine Krönung ber Maria, bie
man als bie erfte abgebrudte auffübrt, befindet fich
in den Ufficien zu Florenz; ein Abdrud Davon im
Kupferfiichcabinet in Paris. Todesjahr unbelannt.
gi ren (v. lat.), endigen.
inis (lat.), das Eude, der Schluß. Finls coro-
nat opun (das Ende krönt das Werk), Sprüchwort,
Ende gut, Alles gut!
Kind der Anrerhufen, ſ. Finniſcher Meerbuſen.
inissage (lr., ſpr. Fiuiſahſch, Finiſirung), Die
us Wearbeitung einer zuſammengeſetzten Uhr.
inisseur (fr., ſpr. Finiſſöhr), ein Arbeiter,
welcher nach einer ihm vorgelegten Skizze ein Deifin
im Detail ausführt einifirt) ; vorzugösweiſe werben
die Wiodelleure u. Diufterzeichner h genannt, welche
unter ber veitung eines Compoſiteurs deſſen Eut⸗
wilrfe audführen.
intäterre, 1) cainiſtorey, Departement im nord⸗
weſtlichen anzei, 128,11 OM., grenzt an ben
Kanal In Mauche, an die Departements Cötes du
Nord u. Morbiban u. anden Atlautiſchen Cream, aus
einem Theil der ehemaligen Nicder ˖Vretagne gebil⸗
der; Kiſten boch, ſieil u. jelfig, ven vielen Juſeln
umgeben, veih an Raien (VBreſt, Douarnenez, Fo⸗
ret, Bennoden u. Vorgebirgen (St. Maitbieun,
Peumarch, Primol: gebirgig durch Die Men—
tanned d'rirree u. die Wontagned noired Schwarze
Verged, zweir nmedrige Vergzüge bid zu 900 Sur),
welde Bas Derariemen: ven Oſten nab Weſten
durwiieben; vegan maleriſchen Landſchaten:
Alitter Morleir. Auine ‚Dach einen Kaual mi
den Shape vabandar, Laudernzu, Ude, Soc:
len a: gabe Beine Zen: Klima BIEd:
bauiige Resch, Kerle Neger, Seiner Noten.
un. 2* .” Y " None rnns Ly .. F
ziemtich ſubrder, Varnec ir, Actrden. jeded
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7 "Io Sıa. > PT yum2sicı “X 7 Pe
va RR INNEN EI Ju
ann u Qua „ueuea 4 DT „en
Ku
Ziniguerra bie Fink
Finition (v. lat.), fo v. w. Definiti
Finito (ital.), Rehnungsabichluß.
Fink, 1) (Fringilla), Gattung der
tigen Bögel, mit mehr cd. weniger tı
Schnabel, ber kürzer als der Kopf, ſel
fanımengedrildt, nie abgeſtumpft, ſtets
mit ſchneidenden, gewoͤhnlich etwas
Kanten; Oberliefer nicht ſchmäler als
fer; 3. u. 4. Schwungfeder bie längfte
lige, lebhafte u. fehr artenreiche Gat
Zug⸗ od. Standvogel von Iniecten u
Man bat fie auf verjhiedene Weiſe in
gen getbeilt; Bechſtein theilte fie 3. :
Stieglige, Hänflinge, Zeifige u. ©
vier ın Weber, Sperling, Eigentlicher
ling, Diftelfint, Zeifig, Wittwe (Vida
fer (Coccothraustes Cur. u. Pityl:
(ſ. d. a.). Die Gattungen Kreuzichnab
kernbeißer bilden bei Cuvier eine bei
tung. 2) Eigentlicher F. (Fringii
bei mit gerader Firſte, weit länger alt
böher als breit, Dabei ftärfer u. länge
Hänflingen n. nicht fo gebogen als &x
lungen, auch lebbafter u. mit jchönen
als vie leeren. Arten: a) Gemeine
lang, Kopf blänlichgrau, Rüden kaf
olivengrün überlaufen, Steißfedern beü
gen, Kehle, Bruft u. Bauch röthlicher
ihwarz, mit 2 meißen Ztreiien, Sch
Weibchen, Hals u. Rüden graubraun,
überlaufen, Unterleib ſchmutzigweiß,
rötblichbraun. Wohnort in Europ.
Alten, in Wäldern u. Gärten. Zugvöſ
October fort, fommen im März wiede
u. Weibchen zieben appart: doch El
mar Männchen, den Winter über ba:
ten u. Zimereten, gesungen am liebſt
neh Bucweizen u. Canerieniamen.
mar ibm cin Närichen mit Zenmel
Quart bin, ed. in Wañer Jerzuchte u
gedrickie Semmel. In der Mauſer u
Mechdipuͤrnrer u. Ameentie: jebr web
Grunem dert ea ibren sub nidt tebl
Jim Taw
saarele
a . has
—RB m Prak. Vink, u. Bü
ſinten: Si: T.A ter Seriihiee zur
LITE MSN SIT u Dies beif
. — Unafany hiıv
ne. Shoe sıe sun
u:
-
u.- J322 — —
—B ———
MINI TTÄAEIT TI TTT Talzte
non 7· = 2. 0.» ei -n.n.m
.un- non: ya ne nun 0
as le guszier L jeder!
int bie Pine 28
‚ eines Gurte® von Leber, eine Fiuke, Leonh. Lubw., geb. 1747 in ae
= Bogelleim beftri e Gabel ein; ; mar Bhyfikus u. Pro or n. M
* dann a indem ingen u. fl. um 1928; ver Ifhr.:. De morbis Be bi
hähne diefen 2 el * liosis anomalis, Mänf 1780 (beutfch, Närub
ißen) wollen, bleiben fie an der Ba- | 1787, frli. 1791); Berfuch einer allgemeinen mebi-
an brandt zum Finfenfl einen eintfchen Geographie, Pps. 1792— 95, 3 Bbe.; Der
ma Länfer u. einen Dranpfinten,
en, ber, weil er iu aufaegogen iR
fchlägt, zum alten
zgfint (F. — 3
me Flüge gas m ‚Bufn
en, fin ag Ritter»
def, fa dick, .Jı niert 8
r bunkelgraubraun, heller gewä
elted- u. Schwun — ——
in Felſen der Bes
N — im
riedrich Auguftv. F., — 1718
kan 1735 kaiſerliche, daum ruffiſche u.
‚Kriegebienfte; wurde 1756 General»
Generallieutenant; zeichnete ſich im
1. Giebenjährigen Kriege an, hi
— ch — 1759, 3 —
mit feinem Co
— n. nn in ic dr be
At, ein
—— —
‚ging er ale — der
u.f. 1766. 8) Gott⸗
Im —A— ware Ebin-
30m 800 kenn l * $
m Theolog dien “
ar u. bie Dichtkunſt;
Eur, HA erbint aber, ba er ben
we ie er ben
—ãe— cher wicht ablegen
e, fonbern fand 1814—29
= a
tät daſeibn iee 77. Ang
en in furzen
id Yahr ber Erbe u. ber Drenich (alle
ht), ebb. 1835, Mufſilaliſche
336, 2. Aufl. 1939; Weſen u. Ge-
: Dern nenwinfllalifche
. ebb. 1842; "Eyftem ber mufltali-
b. v1 134 ee
Mocrrand in Weftphalen, Bingen 1825.
infe, 1) ber unterſte Chorſchlller in man
Kiöftern, ber zugleich eine Art Diener vo
muß; 2) in ber Stubenteniprade beiben Finfen
welche fich zu feiner Berbinbung halten; ya
Orönlanbefabrern bie Hein gerhadten Stilde
— die von den Farlentreibern durch Scläude
n ben unteren Raum bes Schiffes getrieben m.
dort in Tonnen gelegt werben,
infenaugen, ſo v. w. Bracteatent.
infenbeißer (Lanius rufus), fo v. w. Roth⸗
töpfiger —AA
Finkenhabicht caintenster, Sperber, Astur
nisus), f. Habicht.
finfenbeimer, fo v. to. Finlenwein.
a ba j, u. Vogelberb.
Hintenkönig, fo d. w. Gemeiner Kernbeißer.
infenmeife, jo v. w. Kohlmeife,
—5— ehemals ber September.
neenroreoli (Bogelf.), ſ. Roccoli.
neenfanen, Leinbotter.
infenfteln, Dorf im Kreife Reſenberg bes
preußiſchen Re he Darienwerber;
it Dobnai ü Satof, Dart; 425 Ew.
Finkenwein (Vin de — ein elſafſer
Far
lich von
n re Nee aus fire Bl
bie über bie Regelingen fomnten, um .die Hänge»
matten, bie dort —— — werden, zu ſchũtzen.
Binland nd u. Finmarken, |. Finnland u. Finn»
nie ante (F. Wall.), nyengattung,
benannt 7 Geor — m nem engliſchen
Botanifer, der für Wallicht Herbarium in Siam
u. Cochinchina Pflanzen fammelte), aus der Fa⸗
milie ber — Periploceae; Art: F.
obovata in
Sinne, 1) fo v. — Floßfedern, beſ. 8) fo v. w.
feige ofjen mit ee Sräten; 8) Sloflen
Ball fee, Hinterfü Bhofen.
Binne, 1) die —— Beite e eine® eifernen
er6 (Binnfammer), welche ber Bahn
ber iR; Grob⸗ u. — ſchlagen —
das Eiſen bünmer (Abfinnen), hrend die
Klempner Ecken damit ins Blech treiben; 8) ein
rundes, ſpitzzulaufendes Eiſen, welches an der Bor»
—— einer Drehbank bef N if: e Heiner
— Nagel; 4) (Landw.), ſo
236 Icercus cellulosa bean, Hy-
* N ‚ Hydatis finna L., Taenia
| —— Fisch. ) fonft als felbRänbige Art aus
ber Gattung ber Blajenfchwänze (f. b. 2) betrachtet,
jetzt ale Amme ob. Borbifbungsglieb eines Band⸗
g, Rüffel mit dop⸗
ber ®
| —— —J wallg, "Bi ai eniptife,
be -
die, Side a wine win ©
seyn,
)
R
doch auch bei Menfchen u. einigen Affen; 2) über⸗
Gm io v. m. Binkulämam (d. AN m.
e, 3* eZertgtette im preußiſchen Re
en be ht V een fle beginnt Öflih an
bie fie bon er Heinleite ſcheidet, bei
adfenburg, bier den Pr ber Sanfenburger
one bilbend, fireiht erft ale Shmüde, dann
m zwei parallelen nungen als 5.0. Schmilde, zu⸗
ap unter dem Namen F. allein A ſüddſticher
Hg bis as Sdarbteber erae u. tritt dann über
— * mans oſtwarts bis nahe an bie Saale
a, wo Ne ben Werfiü re der Köfener -
et. Rach Norden zur Unftrut u. nach
ur ale u. Il fällt Die F. bie ſich nur. bie 1099
ebt, in ah fgeln ab.
nn u. MR
en, 1)(Vari, 35 ), bei. an Stirn u. Kafe,
ne. auch im ganzen Geſſcht eifteheribe, Heine, |
e, an ſich unſchmerzhafte Knoten, bie ohne Eite-
tung verſchwinden, nur bisweilen fih entzlinben,
aufbrechen u. eiterartige, wäfferige Feuchtigkeit bon
fih geben. “Die Dispofition bazır ift entweder unge
boren, ob. buch Völlerei ob. font unorbeutliche
Xebensart erworbei; wft erjcheinen fie auch ohne
* Urſachen zur Ede ber ſich entwicleluden Pu⸗
bertät. 2)6 — Sterne),
Böurinleiden > Schoeine, bildet ſich vorzugb⸗
weife im Zellgewele bes hie u, läßt fh ſehr
wer vor dein Tode fiher beflimmen. Die
b eime Art von Blafenmwürmerin; mar AR |
x bei friſch geichlachteten finnigen Schweinen noch
beud, oft werben fie jedoch auch erſt während
bes Kocens bes ee auf ber Fleiſch⸗
5 — Ar Außer in Zellgewebe u. ben Mus⸗
delfchiänten findet man bie F. bei. in ber Rüden-
gegend, an Schultern u. Scheuleln, in ber Weichen-
a. Schamgegenb, unter ber Zunge, im Herzen u.
fing bei Hirnlappen.
ig, fo tritt ein — Zuſtand ein, der fau⸗
hen brt ; am meiſten leiden von
. Sch 5 rd Alterd, bie in bem
sa werben; häufig ſiud fie ug
Keen oft erbfichen Rraufgeit; der Genuß
e einer
tigen
—5— ſchadet nicht, doch eignet fich ſolches Fleiſch
nicht zur Aufbewahrung; 3) beim Rindvieh Knot⸗
auf der Zunge u. am Zahnfleiſch, die ſpäter zu
[hwarzen Blaſen u. von fauligem erudh werben;
Mittel Dagegen: Salz in bem Futter. Die Kranf-
heit luun tübtlich werden; auch Icheint fie anftedenb
Fi ie — Der Genuß bes Tieifches folder Thiere ift
v
„en (Scän. u. Klemp.),
nen, 1) in weiterer
fo v. m. Abfinnen.
ebeutung einer ber
rm ge bes großen Altailchen od. Tura⸗
— 3 Ifer- u. Sprachenſtammes, welcher noch
gegenwärtig bie Grundlage ber Bevöfterung bes
‚aörblichtten Theiles von Slanbinavien u. ber wei-
ten Streden bes nörblichen Rußland von ber Oftfee
bis zur Oftfeite bes Uralgebirges bildet, während
eine andere Abtheilung ſich in Ungarıı, mitten
ya cal) en, Slawenu. Rumänen augeflebelt
Neuere Ethnographen unterjheiben in ber
en Böllerfamilie wieberum vier Gruppen:
J die garil e Öruppe, welche von ben for
unten Dbiiden Dftialen, den Wogulen (in ben
uoernements at Zobolef u. Tomsh) u. den
M ;B
Bulgarifäe ab. Wolgelige Bruker mit | Cine
| Ki fein e
in ben uörblicften T
Iſt Nr Schwein ſehr
| tragen alle Finniſchen Böller unter 9
perbau, mittlerer Statur, en
= äbelbilbum
. Binne. bis Fingen
a) ben Tſcherenuſſen in beu Gouvernemenſt
Koftroma, Niſchny⸗Nowgorod, Sa
(nach Köppens Ethnographiſcher Karte
land), 165,076 Köpfe flart; by den 9
(in ben brei Abtbeilungen: Erfa ob.
u. Karatajen), im ben zuffiichen Sort 7
Riſchny · Newgered, Or
Penſa, Sſamara, —* Sf 20 icht, 2
it. Taurien 450, 241 Köpfe; © bie Tide
in ben Soubernentents Ki * DOrenbut
inara, Sfaratoiv u, Sſunbi mit 129,9 42
bie Biarntier ob. Permiſches
bildet bitch bie Syrjanen in ben @
Archangelſt a. Wologta, mit 70 03,3 }
in ben Öoudernemients Pern u.
52,204 u. ben Wotjaken in deu Com
Kajet * N 52 dließlich ber 4
janen), m pi
iſche Wet audth
are Kaſan,
enthalten ——— *
atlicher Volleſtamm;
—56 ob. Balktif eOrny per
ehören außer ben eigentlichen F.
—3 8) wohnen noch
633,496. —9 — in Eſthlaud, vom uf
ken Yiolaub, jewie bie Kölfen
b.) in Kurland.u. Livlaud mit 2072
(Beitalaifer im Gouvernement F
5148, bie Tſchuden (im engeien @
Goitwernements Nowgoreh ıı. Dong ii
ir. bie ben eigentlihen F. nahe berwat
od. Sihoren im Gouvernement $
17,500 Köpfen; enbli bie Sappei ch
len bon Nor
A ee Fe: tupl
u öyfe far er. zahlrei uni
ii her Magyariiche, auf benfeiben folgen!
u. iu dritter Orbnung bie& *
a bie brei- öfllihen Gruppen im i
fität durch ſlawiſche (ruffifche, Ein ie ven
ob. minder beeinträchtigt Morbem fund,
Baltiſchen F. in Süben (Efiben, $ u)
Herrſchaft hauptſächlich bes —— *
(F. u. Lappen) bes ſlandinaviſchen
Reſte ber Tſchuden, Ingrier n. Bet
völligen Auflöfung in bie ruſſiſ
mer ‚mehr Be In eibnolog
Berne bas Geprüge ber foge,
hen Race; fie find gewöhnfi !
—* platte Gefiht m
a Badentnoden, das Haar iſt in
hell u. weißlich, aber fpäter *
Braun über, bie Augen ſind ra
Gefichtsfarbe ſahl, oft gelblich, bet
Am meiteften vom niongeliſchen
ih bie Mugyaren, bob Icon *
ben Übrigen Finniſchen — Kr
F. u. Eitben, fönuen.bie an
nicht verleugnen. Bgl en u
Kenninif bes —5 von Rußland, Ma
1822—236, 2 Bde; Müller, Der
famun, Bel. 153739, 2 Boe.;
erinnerungen aus ben Jahren 1835—
1853; Derfelbe, — te u. &
J ven 1845—49, ie as
philche Borlefungen En — J =
von den
t Suomalainen (b. i. Sumpfbe⸗
ınt, find Die Bewohner ber NorbweR-
, namentlich bes Großberzogtbums
ber — Theile bes ruſſiſchen
t6 Archangel, Olonez u. Peteröburg.
340 in Finnland 1,166,928 %., wozu
Rarelier, ſowie 29,375 Aürämdifet
ernemente Petersburg u. Momgorob)
awalot (im Gouvernement Petere-
land fommen. Bon Charalter iſt ber
gaffreunbiich, treu, dienſtfertig,
Be ah Hana
rrig, wi 14 jernig,
brütenbe Kahfucht mad
Thaten Luft. Obgleich fall burbr
br untertrüdter Stellung, zeigen ſie
ifſen gewichtigen Gruft, jomie eine
Hide Rreifenhe Ehrherkeit — Bedacht⸗
Neligiofität der F. iR flark, neigt fich
pa Überglauben bin; die Eitten find
rein u. unverborben; an hoben Gei-
chit es ihnen fleineswegs. Das Voll
we Neigung zur Boche, * mit
der Farbung; ungemein reich u.
Ellodichtung ber eigentlichen F.,
u. Literatur.
„Blaſenwurm, fo v. w. Finne.
‚1) das Geſchlecht Balaenopters,
ser F., beide zu den Wallfiſchen gehs⸗
Jen unterichieben, |.
4 J. n. Finnland. =
zM uſen, Theil ber Oflfee, zwi⸗
Gouvernemente Finnland im
rg u. Efihland im S,, bat eine Yänge
m m. bie Wreite wechſet 24
t, fo Daß ber Flächennebalt 840 DM,
nörblihe Geile beffeiben bat länge
Hands einen umunterbrochenen Gürtel
Infeln u. Oranitllippen, ber Bitliche
ı, bei. zwiſchen Beteröburg u. Aron⸗
zjenbın en — ıt, dazu foms
e gewaltigen Remaſen, welche im
———— Nuüfſe, bei,
zn Meerbuſen zuführen, wodurch bie
aur erihwert, jonbern Ioger en
wird. Inbeß ift auf demſe aft
fter Verlehr, tbeile durch bie
ote, welche die Verbindung
Provinzen Rußlande mit der Haupt⸗
übrigen Offeeländern unterhalten,
ne zahlreichen Hanbelsichifie, welche
bei urge u. nicht weniger ber
m. Hanbelsftäbte an bem Meerbufen,
brilshomn, Hel-
ben berbeige-
Wiborg,
t ſich fen
te man fich ihn als den Traã⸗
irmaments. Sein Bogen, von welchem
er feine Fupferuen Pfeile (Blipe) Ihieht, ift der Re»
3035 er daher Uxon kaarı, b. i. Uttko's Bogen,
eihk,. Ge Batte eine Gemahlin, Alla od. Ammaäͤ
(db, 4 Altmutter;, bie auch unter bem beftimmten
Namen Rauni von ben Kareliern als Donner
göltin verehrt worben fein fol. Kinder fcheint mar
dem Ufo nicht beigelegt zu haben. Gr wirb in den
Runen unzählige angerufen, nicht blos um
Regen zu ſpenden ob. Wind u. Wogen zu beruhigen,
ondern auch in anderen, feiner natlirlichen Thätige
eit fremben Fällen, wo ber Beiſtaud des mächtig⸗
„ ber @ötter nöthig wurbe. Bei den Eſthen wurte
o unter ben Ramen Vanna iffa, Bauna taat,
Zara od. Uflo, bei beu Lappen unter den Namen
Aija, Aije (d. i. Großvater u. Donner) verehrt,
Neben Ufo wurden ven ten heidniſchen Finnen
uch Sonne, Mond u. Sterne, als jelbfländige,
wenn auch minder mächtige Gottheiten angebetet.
Der Mond u. der Montgott heißt Kun (im Dimi«
nutio Ruubut), bie Sonne u. ber Sonnengott
Päins ( Diminutiv —— eſthniſch Pããw), ber
Bro ru. deſſen Gottbeit Otava, ber Stern
u. Sterugott Tähti (eftbnifch Täht). Diefe Gott-
seiten Pellte man fih als ın&unlihe Weſen vor,
welde Grauen u. Kinder hatten. Die Somme galt
3* als eine eingch te Fenermaſſe; deshalb auch
anı, ber Gott 4 Geuere, für einen Sohn der
Sonne angefehen wurte. Töchter biefer vier Bott»
beiten, bie Übrigens in prächtigen Höfen u. Ge-
mäcdern wohnen, find Patvätär, Kuutar, Ota⸗
vatar u. Tähetär, bie als junge u. fchöne, im
Beben ausnehmend gefchidte Sungfrauen geſchildert
werben. Sonne, Mond u. Sterne find milde, wohl⸗
uenbe Welen u. werben oft angerufen, um ben
terblichen ihren Beiftand zu leiſten; auch wurbe
bei ihnen um verborgene Dinge angefcagt. Wuch
Päinätar, Kuutar u. Dtavatar, namentlich bie bei⸗
ben Erfien, wurben öfter angerufen. Wenn fi
Sonne u. Mond verfinfterten, wurben biefe Sim-
melslörper durch eine böfe Macht vom Himmels
Ibe entführt u. irgendwo eingeſperrt ob. ver⸗
+ t. — — ee * * — —
röthe, r nen efibn e von
—— (Morgenröthe u. Abenbröthe)
bie letztere Gottheit zur Geite fleht. Die Luon⸗
notarett waren brei Jungfrauen, bie won Ufto
eihaffen wurden, indem er feine Hände am ben
Kulm eb, u. aus beren träu Milch
. ab
— ae Kir
288
Finniſche Mythologie
drei Töchter UMo’S od. wenigſtens eine Dienerin | Tapio’s, welcher ben Jägern bie Walbı
beflelben war IImatar, eine andere Luftgottheit.
über alle Dünfte u. Nebel ber Luft berrfchte Uutar
ob. Terbenetär; Dinbgöttinnen find Tuulen
tytär u. bef. Etelätär (Göttin des Südwindes),
welche u. a. auch ale Wächterin ber Heerden angeru⸗
fen u. in dieſem Falle auh Suvetar genannt wird.
Der Beherrſcher der Waflerwelt war Ahto ob.
Ahti; gleich den meiften antern mädtigen Göt-
tern dachte man ſich ihn als einen alten, ehrwürdi⸗
gen Mann mit einem Grasbart u. Schaumgemanb,.
eine Schätze find unermeßlich; nur felten gab er
wieber, was er einmal in feine Gewalt befommen
batte. An der Herrfchaft über das Waffer u. beffen
zahlreiche Bevölkerung nahm feine Gemahlin Wel⸗
lamo Theil; ihre Wohnung hieß Ahtola. Die übri⸗
gen Waflergottheiten werben in ven Runen unter
ben Namen Abtolaifet (b. i. Bewohner von Ahtola),
Reen väli (Waffervolt), Wellamon väli (Wellamo-
volf), Ahon lapſet (Ahto's Kinder) zufammengefaßt.
Zu legtern gehören Pikku mies, ber Heine Mann,
Aallotar, die Wogengöttin, Kosten neiti, bie
Wafferfalljungfrau, Melatar, die Steuergdttin,
Sotkotar, die Entengdttin 2c. Alle dieſe Gott⸗
beiten waren ebler, guter, menjchenfreundlicher Na-
tur u. wurden beim Fiſchfang, bei Wafferreifen n.
andern Gelegenheiten angerufen. Sehr mächtige,
babei aber böfe u. verberbliche Wefen find Weit-
Hiift, Turfo od. Turſas u. Wetehinen, eine
Art von Wafferkobolden.
An der Spike ber a et Maan
emo, bie Erbenmutter, eine fehr mächtige Göttin,
bie angerufen wird, um ben Schwachen u. Hülfs-
bebürftigen Stärke u. Kraft zu verleihen. Schutz⸗
gott der Ader, wie überhaupt Herr über bie Bäume
u. Gewächſe, war Pellerpoinen, auch Sampfa
enannt. Andere verwandte Gottheiten waren
teltid, ein Walpgeift, ber Über Gras, Wur-
ein u. Bäume herrſchte, wie es fcheint nur in
amwaftland verehrt, Köndös, ber Beſchützer ber
Brennäder; ran welcher bie Dtoggen-
ernte begünſtigte; Egres, Schußgottheit fir Erb-
fen, Bohnen, Rüben, Kohl, Hanf u. Lein; Wi-
ronlannas, der Beichiiker tes Haferfeltes.
An der Spitze der zahlreichen u. mächtigen Götter»
ſchaar des Waldes ſteht Tapio, auch Kuippana
(d. i. Langhale) u. Hippa (db. i. Bilhofsmiüte) ge-
nannt, der als ein alter Mann mit bunfelbraunem
Barte, mit einem hoben Hut aus Föhrennabeln u.
einem Pelz aus Baummoos gefiltert wird. Seine
außerorbentliche große Verehrung theilte er mit fei-
ner Öattin, die am häufigften Miellikki genannt
wird, aber auch unter dem Namen Mimerkki,
Müritär, Simanter, Hiilitär vorlommt. Beide
wohnen in dem Hofe cd. ber Burg Tapicla, ob.
Metiola rad auch Honkela (Tannenheim),
wo vorzugsweiſe von Mielliffi ihre reichen Echätze
u. Borrätde, zumalan Honig, fomwie an ben Thieren
des Maldes n. Feldes Tagen. Auch bie zahmen Heer-
ben fanden unter tem Schutze bes Waltgotteg,
wenn auch Kekri insbelontere für das Wachsthum
ber Heerden forgte. Tapio hat Söhne, Töchter, Dies
ner u. Dienerinnen, die zufammen das Tapion-
Tanja (Tapionolt) bilden. Die Dienerinnen ob.
Luennottaret (Zungfranen) find zahllos; nie über»
haupt tie dem Tapto u. feiner Gattin untergebenen
Waldweſen meift weiblicher Natur waren. Männ⸗
lich if nur Nypritti od. Biuneys, ber Sohn
lehrt u. das Bieh vor ben Sümpfen be
den weiblichen Untergebenen bes Walbg
Tellervo ob. Hillervo, gewöhnl
Jungfrau (Tapion neiti) od. die Waldt
ſän tytt) benannt, welche bie Heerde
hütet; ferner Tuulikki, die Tocht
welche deſſen Heerden beſchützt u. dem:
zuführt; Metſän piika, d. i. des Wa
magd, ein Meines, von Honig lebendet
bem Beinamen Simafuu (Honigmund)
Hirtin mit einer Flöte (Sima-pilli,
2 gebacht wird. Weiblich maren a
apio untergebenen Schußgottheiten
Bäume, wie Tuometar für die Tr
Hongatar für bie Tanne, Kataja
Wacholder, Pihlajatar für die €
wurben angerufen um Shut für biı
Viehheerben u. Laub zum Kutter. An
gottbeiten waren noch: Kättds für
Viehheerden im Walbe; Nyrkkes, bi
Eichhörnchen verleiht, Hittavainer
bie Hafen waltet; Kärettär, bie Sp
Füchſe. Über das Wefen anderer We
it wenig befannt. Jeder Gegenftand ü
batte eine Schußgottheit, Haltia, bie a
u. Erhalter deſſelben gedacht wurde; fi
an das einzelne, endliche Individum
ſondern En aut als jelbflänbiges,
ſönliches Weſen das ganze Gefchlecht ı
tung. Doch wurden auch gewiſſe ein
u. Haine wie Stäfle u. Berge für heilig
verehrt. Ein böſes, argliftiges, verde
bes, zugleih aber auch ftartes, mädhti
liches Waldweſen ift Htifi, eine Art
feinem Namen wird gefludt. Der eij
präfentant des Böfen in jeiner umfaffen
tung ift Lempo; andere böſe Weſen m
Paholainen (d. i. der Böfe) u. Junta
das) find dem Chriſtenthum, Piru
der Mythologie der Lituflariichen Völ
Die Ajatar pflegte bie Jäger in bie‘
ren; über bie Natur der Horna ob.
nichts bekannt. Daffelbe gilt von $
Kanımo, der über die Steine, fowie vo
nen, ber liber die Klippen berrfchte.
Geſetz, Tugend u. Gerechtigkeit haben
nen feinen Beſchützer unter ben Götter
biefe befümmeru fi nur um bie zeitlie
niffe des Menfchen. Göttin ber Liebe
mieli; vielleicht gab e8 früher auch «
gett Namens Tempo. Gott bes Schla
der Träume Untamo. Munnu be
frantheiten, Die Gcttin femmas Wu
derte Schmerzen; die Suonetar ſpan
Adern u. wurde bei Berfeßungen biefer
angerufen. Die Sinettäret waren
die Kanka batteret beim Weben be
ber Reife murde Matla-Teppo (kt
Stephan) angerufen; verborgene Sch
Aarni in Obhut gegeben.
Die meiften Finniſchen Völler Haben |
an ein Fortleben jenjeit des Grabes be
beehrten bie alten Sinnen ihre Tubten ı
u. Feſten u. riefen fie um Hüffe n. um
Die Geifter der Berfiorbenen wer
jhiebenen Namen benannt, ale Manalai!
gäifet, Ködpelit, Keijuifet, Beijet: n
anifche Wipthelogie bis Finnifche Sprache u; Sitenalueı:; 200
n6 verichiebenen Urſachen oft auf
ı u. den Menichen Schaden zufüg⸗
iger Wohnſitz war jeboch unter ber
abe; nach der einen in den Runen
tenden Anfıcht lebten fie ein Schat⸗
be fort, nach ber anderen wurben
Rimmten Orte unter ber Erbe, im
Rana:a verfammelt. Die Geiſter
mn waren vor. gewifien Gottheiten
herrſchten verzugemweife über bie
Bewohner Kalma; ale Beherr-
B tritt Zuoni od. Mana auf.
die Unterwelt faR eben fo beſchaffen,
„ch Allee, was fie in ihrem Schoße
iner böſen, büfteren u. gefübriichen
egenftände ebenjomohl, wie bie per-
. Zuoni iſt eine firenge, unbeng-
an achte ſich benfelben als einen
it drei Fingern u. einem auf bie
bhängenden Hute; feine Gattin
ed. Tuonelan emäntä iſt eine alte
® Fingern u. vergerrtem Kinn, bie
Schlangen u. Fröſchen bewirthete.
henungowerthen Götterſchaar Tuo-
me der blutdürſtige, raubgierige
zit feinen eiſenſpitzigen Hacken⸗
me Anzahl von Töchtern, bie den
kamen Tuonen tpttäret, Mamutta-
et führen. Unter denjelben wirb bie
etar am bäufigften genannt; Lo⸗
ſcheußlichfte derſelben. Eine britte
⸗tytts (Kraukheitotochter) iſt die
er Krankheiten u. theilt dieſe Func⸗
kidatar od. Wammatar, ber
mf£beiten u. merzen (die durch
Reben). Obgleich man bie Unter⸗
ntlich fürchtete, wurben boch von
fen dahin angeftellt, wie von Wäi⸗
tchen Voller überhaupt, fo machen
& die Finnen einen Unterfchieb zwi⸗
rwähnten Göttern n. ben Geiftern
Die Haltia, Tonttu, Maahiſet, Ka⸗
ätfet u. Bara fügten ben Menfichen
es gu. Die Tonttu, wie bie Bara
Urfprungs, waren Hausgeifter, bie
en Angelegenheiten Hülfe u. Bei⸗
n; ber Para liefert feinem Beſitzer
au ri * an, bie
ingular Maahinen eine eigene
r, bie fih in ber Erbe, unter Bäu⸗
nu. Schwellen aufhalten, unſichtbar,
fein u. von menfchlicher GeRalt find
nifchen Zwergen n. Erbmännden
Fee find die Schußgeifter für
Raturgegenflänve, ale Haine,
, Berge. Manche Krankheiten wur⸗
innen für Dämonen böjer Art ge-
: berfelben hatten Thiergeftalt, wie
wurm), Hammas mato (ber Zahn
: werben ala menfchliche Weſen ge-
res gile ausbrüdiich vom ven neu
e die som Winde geſchwängerte Le⸗
:achte , nämlich Seitenſtechen, Gicht,
Geſchwũre, Ausichlag, Peſt x.
unbene gofbene Zeit, — Got⸗
ttenseinheit berrichte, Reichthum u.
breitet, Rrantheiten
Alen. & Nu. Vi
Menſchen von außergewöhnlicher Stärke u. hoher
Weisheit begabt waren, lanuıten auch bie Finke,
deren große Heiden in berfelben lebten u. wirften. Die
Heroen der innen bilden eine Art Mittelfiufe zwi⸗
chen Göttern u. Menſchen; Witmämbinen u. Iimes
rinen ffammen von eier bimmlifchen Jungfran, ber
Ilmatar; bie gefeiertfien Localitäten ber finniſchen
Heldenfage, wie fie in ben Runen vorliegt, find Ka⸗
jevala, Die Heimath Wäinämdinens (f. d.), u. Babe
lola, der nörblidge, fappiiche Theil (ſ. Kalevala).
Allgemein bei ben Finnen, wie bei ben verwandten
Bollern, if Die Verehrung von®ergenu.Felfen,
fowie von Flüſſen, Seen u. Quellen. Auch gab es
heilige Bäume; noch Heutzutage wirb die Eber⸗
eiche mit einer gewiflen heiligen Schen betrachtet.
Dies galt auch von gewiſſen Steinen, die ſie als Auf⸗
enthalt von Göttern u. Dämonen betrachteten. Von
ZT hieren genofien außer ben Bären auch nerfchie-
bene Vögel (der Adler, Die Ente, der Kududı ſowie
andy bie Biene (Mehiläinen) ein gewiſſes Anfeben.
Den Hausgeiftern wurde von allem Bier u. Brod
bie erſte Gabe geopfert; neue Hausbemobner brach⸗
ten ihnen Salz, Brod u. Vier; bei jebem Schmale
legte man für fie etwas zurüd. Gemeinteopfer
wurben bei den vier großen Feſten gebracht, zur
Eaatzeit, zur Ernte, wo ein feit dem Friljahre nicht
geichorenes Lamm geopfert wurde, im Herbſte m.
zum Bärenfeſt; viele Gebräude, bie bei anteren
Feten üblich waren, haben ſich auch nach Einfüh⸗
rung tes Chriſtenthums erhalten. Auch Menſchen⸗
opfer wurten gebradt. Tempelu. Götterbil⸗
ber batten tie Binnen nicht: in den flantinaviichen
Sagen wird ein Bild des Inmala in einer tempel-
artigen Umzäunung ermwäbnt, weiches tie Biarmier
an den Ufern ber Derina befaßen. Vgl. vencquiſt, De
superstitione veterum Fennorum theoretica
et practica. Abo 1752; Ganander, Mythologia
Fennion., Abo 1789 (deutſch von Peterion in den
Beiträgen zur Kemntniß ter eftniichen Sprache,
Heft 14, Neval 1521); Caftren, Berlefungen über
die &. M., berausgeg. von Schiefner, Beterab. 1853.
Finniſche Sprache n. Kiteratur. Die F. S,
u der Baltiſchen Gruppe der Finniſchen Sprach⸗
—* u. mit dieſer zu Dem großen Altaiſchen
Sprachſtamme gehörig, ift nächſt ber Diagvariichen
bie ausgebildetſie u. Itterarifch-cultivirtefte Der gan⸗
en Gruppe. Sie wird von erma 11 DAL. Finnen
im eigehtliden Finnland u. Zbeilen der angrenzen⸗
den ruifiihen Gouvernements Petersburg, Olonez
u. Twer, jedoch nur von dem Volle geiprechen, ba
im eigentlichen Finnland Das Schwehifche, in ben
ruffiihen Gouvernements das Ruſſiſche bie Sprache
ber Regierung, ſowie der Gebilteten if. Arber
war das Finniſche weniger berüdfichtigt; erſt feit
etwa zwei Jahrzehnten gibt fi das patriotiſche
Streben kund, das Finniſche nicht blos zu einer
Literaturfprache, ſondern womöglich auch zur allge»
meinen Landesſprache zu erheben. Centralpunkt
biefer national-finnifchen Propaganda, ferwie übere
baupt des geiftigen Yebens in Rinnlant, ift vie Kine
niſche Fiteraturgefellichaft, welche Die bedeutendſten
Seifter des Landes umfaßt u. bie Meinungen lenkt.
| Man ift nicht ohne Erſolg bemüht, bie Sprö⸗
bigleit ter Sprache zu überminden u. biefelbe
ſelbſt für bie wifienfchaftlicge Proſa u. moderne
Borfie fähig zu machen. Die Dialekte des Finni-
ſchen find noch wenig erforicht; im Allgemeinen un«
unbelaunt, bie | teriheibet man den öſtlichen ob. Rareliiäen, ben
Finnife Eprache u. Literatur bis Finnland (Gevge.:u; Cktift)
alterthämlichften, aber and ungebilbetfien von allen; |
ferher den fübfinnifchen (um Abo u. Helfingfors),
aus welchen fich vorgugemeife die Schriftiprache ger
bildet hat, u. ben Öfterbottnifchen. Das Finniſche
wird mit beutichen ob. lateinischen Buchftaben ge-
fchrieben, boch fehlt von ben Conſonanten c, fu. q,
— en die Sprache reich an Diphthongen iſt. Als
nanten b, d, g werben gewöhnlich hart ausgeipro-
ig u.
von ish Bater, isanı mein Vater, isäs dein Vater,
isänsä fein Vater, isaämme unſer Vater, isänne
euer Vater, isänsänsä ihr Bater. Das Berbum
bat 2 Numeri, 3 Perſonen, 2 einfadhe Tempora
(Bräfens n. Präteritum), 5 Modi (Anbicativ, Im-
perativ, Conjunctiv, Infinitiv u. Participium),
auch neben Dem Activum ein Paſſivum, u. abgelei-
tete Formen für Factitiva, Iterativa u. dgl. Inder
negativen Conjugation wird die Negation flectirt,
u. das Verbum bleibt unverändert; 3. B. von ra-
kastaa lieben, en rakasta ich liche nicht, et ra-
kasta bu liebft nicht, ei rakasta er liebt nicht,
emme rakasta mir lieben nicht, ette rnkasta ihr
liebt nicht, ei rakasta fie lieben nicht. Es gibt
PBoftpofitionen flatt der Präpofitionen. Sie
nehmen theils den Nominativ, theil® den Genitiv
zu ih, u. die Bronomina werben ihnen fuffigirt,
3. ®. kansansa mit ihm (von kansa). Für bie
Bildung abgeleiteter Wörter befitt die %. ©. einen
großen Reichthum an Formen. Die Conftruc-
tion ift der deutſchen u. lateinischen ziemlich gleich;
bie Negation fteht ftets zu Anfange des Gates. Der
Unfang bee Bater-Unfers lautet: isä mei-
dän, joka olet taiwaisa, pyhitetty olkon sinun
nimes, d. h. Mater unfer, weicher bift Himmeln-in,
gebeitigt fei bein Namıe- bein. Grammatiken liefer-
ten Vhael, Abo 1733; Etrablmanı, Petersb. 1816;
Inden, Witerg 1818; Beder, Abo 1824; Euren,
ebd. 1849, u. Renvall, ebt. 1540; die beften Wör-
terbliher Renvall, ebd. 1826, 2 Bde., u. Lönnrot,
Helfingf. 1553; ein großes Mörterbuch mirb von
ber Finniſchen Literaturgefellfchaft bearbeitet.
‚Bon bohem Wertbe in bie nationale Fin niſche
Literatur; die Finnen befigen eine ungemein reiche
u. ihoneBoltspnefie, welche in neuerer Zeit nicht
blos in der Heimath, fonberm auch im Antlact
Deutichland, die verdiente
Die zahlreichen. Lieber ob. Runen
eiche unter bem Volle leben, kann mus
thiſche u. lyriſche eintheilen; le werben sen
Sängern (Runolainen) nach ber Kantele
fünf Metallfaiten beſpannten, nach ber &%
Herus MWäinämdinen erfundbenen Nati
ment gelungen. Auch Frauen tratenals
auf. Außer biefen gibt es noch Zanbers
wut), bie aber nicht gelungen, Tonbern ir
Zone langfam über dem Gegenftanbe,
wirken follen, ausgeiprocyen werben.
ber Aunen beſtehen aus zwei trochälfden
— ⸗»— vl— vo u Ye Rem f !
die Alliteration; in jedem WBerfe müffen
zmei Wörter alliteriren, jowie in ben F
men nicht blos bie Anfangsbuchftaben eu
fondern auch bie nachfolgenden Vecale #
men. Dian kannte bie finnifche- Boll
fragmentarifch au® den einzelnen Lieden
von Schröter, Abo 1819, Topelins, chb.
3 Bbe., R. v. Beder, Lönnrot belennt gem
den waren, bis Letzterer fich das —*
erwarb, bie aufgeſammelten Bruchttis
Ganzen zu vereinigen u. 1835 dat z=
Kalevala (f. b.) zu veröffentlichen. Sch
ließ es fich die Finniſche Literaturgeſel
Litteratur-Sälskap), welche ſeit 1844
buch Suomi berausgieht, angel *
fafſendere Sammlung ber epiſ
verſchiedenſten Gegenden Finnlands zut
als Ergebniß erſchien 1849 die zweite F
Epos, welche von 12,000 auf 2%
wachſen war. Gleichzeitig war man bel
bie übrigen Reſte voltsthiimticher Dia
Iommein. So gab zunächſt Rönuret wei
anteletar, Helfingf. 1840, 3 Bbe,, 39
Lieber u. 60 alte Balladen enthaltend; Sur
san sanalaskuja, 1842, 7077 Sprüdwlk
men kansan arwoituksia, 1834, 2.
2188 Rätbjel; von Rubbälwirb eine Sa
Bolksfagen (Suomen kansan ;
1854 2c.) rebigirt. Unter ben Volle
neuerer Zeit ift ber Bauer Paul Korke
rühmteſten geworden, feine Lieber hat um
fingf. 1548 herausgegeben. Mebrere i
beimifhe Schweben haben fich auch m
Dichter verfucht, mie Denn auch verſch
diſche Dichtungen, 3. B. von Rumeberg,)
klaſſiſche (Homer) u. neuere abenbiäubuig
ius Finnische Übertragen worden find. 2
literatur befteht faft nur im religiäfen
für das Volk beſtimmten Schriften. |
Zeftament wurbe bereits von Mich.
jet, Stodh. 1548; von bemielben &
ein heil des Alten Teflamentes 18
vollſtändige Finniſche Bibel erfi 1642
Nändiges Berzeihuig aller in Finnlach
finniihen Bücher murbe unter VBenut
bliotbet des finnischen Sammlers Bohte
geftellt, Helſingf. 1854; eine Bibliog
dierna Fenine gab Lillja berant,
Fortſetzung 1549.
Finnland, ein Großfürſtenthum, bed
zum Ruſſiſchen Reiche gehört, aber
Verwaltung, eigene Gejete u. Privilegi
felben getreunt if. Grenzen: im
10.
)
vo
Finnland (Geogr. u. Statiſt)
orwegiſche Lappland, im NW. das
ıppland m. die ſchwediſche Provim
tm 8. der Botmiſche ,
inniſche Meerbufen. Areal: 0883,85
agelhardt); ein Drittel befiefben wird
. Sümpfe eingenommen, welche das
m ber am reichfien bereäfferten ber
Eigentliche Gebirge findet man im
im nörblicden Lappland einzelne grö-
jen, wie ter Peldoivi von 2000 Fuß,
ıtur ven 1931 ⁊.; das game
bt Maanfellä (d. 1. Lanbesrüden),
Fuß auffeigenbe fanbige Hähenreibe,
sen normegiichen Selfenriiden unter
zpintunterit burch Kemi-Pappmarfen
ftichen Grenze bei dem Talkunabivi
dann an biefer Grenze fildlih bie
binzieht u. von bier zwiſchen Ofter-
38 u. Karelien, Savolals, Tawaſt⸗
kunta andererfeito als Waſſerſcheide
riſchen Meerbuſen ſtreicht. Im
eines Zugs ſendet Maanſelkä meh-
kewärts, jo daß F. In fünf Waſſer⸗
KR wirt: das nördliche od. arktiſche,
ke, der Enara, tur ben Barsjotifluß
mänter; Las norbmefliche ob. oſter⸗
: Ben Uledfee (Oulujärvi) u. ken
Beif, Dem Grenzfluffe gegen Schwe⸗
xioli, Iijoti, Wiei ( eu bes llleä-
Ni; das ſüdweſtliche mit dem Central⸗
mit welchem zablreiche größere Seen
fteben u. durch ten Kumo in ben
eerbufen abfließt; das mittlere mit
Bäjäne, melcher durch den Kymmene⸗
Finniſchen Meerbuſen in Verbindung
ẽgedehnte öſtliche Waſſerſyſtem mit
eEnonveſi, ber viele andere größere
ı Rerkoften u. Oſten aufnimmt ır. fich
berübmten Zaimafee ergieht. Der
urch ten berühmten Imatrafall mit
u. dur tiefen wiederum mit dem
afee in Perkintung, ven welchem
5. gebören. Durch ben Saimakanal ift
cd Waſſerſyſtem direct mit tem Fin⸗
ufen (von Rilmanftrand bis Wiborg)
g gelebt. Der Anbau tes Yan-
Ber wachlen; die Ader u. Wiefen
3,335,000 TZormmen Lantee, dennoch
Jahren aus ben fruchtharften Yand-
innland n. dem ſüdlichen Ofterbotten,
brt werten. Am meiſten angebaut
ur die Küften. Man berechnet den
ihrlich auf 2, Mill. Tonnen Acggen,
Re, 800,000 Hafer, 1% Mill. Kar-
en, Buchmeizen n. Erhfen ewinnt
jeringen Ongntitäten. Der Gewinn
‚zu &t beträgt jährlich etma 50 Mill.
ie Theil nach Rußland geht, u.
Belle. Die Wälder (Birken u. Rabel-
Brobducten ber Jagb u. Fiſcherei,
nrptreichthuum bes Landes: Theer u.
ı Bef. nah England ausgeführt. Ren
ı finden fi nur Bleierz, Schwefel,
veridjiebene Eifenerze, bei. Sumpf⸗
miſch gewonnen wirt Kupfer u. Giien.
ben Baummollegmwaaren, fir
'eberma Lichte n. Seife, l-
a ——
9
anb bie finni⸗
Schifffahrt u. Handel; 1852
ſche Hanbeloflone aus 470 Gaiffen mit 53,103 8
Die Ausfuhr nach Rußland betrug 566,282 R
Silber, nah Schweden n. Rormegem 307,249, ne
anderen auslänbifchen Orten 1,662,4
2,535,940 Rubel Silber; die Einfuhr:
562,599, aus anderen Ländern 3,097,843, zuſam⸗
men alfo 6,705,275 Rubel Silber. In Serlehung
auf ten Waarenumſatz folgen die 22 ſinniſchen Häfen
in folgender Ordnung: Abe, Helfingfore, Wibor
Chriftineſtad, Uteiborg, Bidrnekorg, Borgd, Waſa
(jetzt Nikolaiſtad), Lowiſa, Kreberifehamn, Nyſtab,
Gamla Karleby, Brahefiad, Ekenäs, Haurmä,
Jakobſtad, Ny⸗Karlebv, Degerby, Kabls, Torneä,
Nädendal u. Ederd. Die Furth ift am größten
von Wiborg, dann von Abo u. Uleäborg. Der
Binnenbandel benutzt im Winter Die Schlittenbahn,
im Sommer tie Wafferzüge (bef. bes Uled- u. bes
Saimafees) u. Die Kiiftenichifffabrt. 1850 hatte F.
7 Beuerbafen. Bevölkerung: 1,660,762 Seelen
(nah Koppen im Jahre 1851), darunter etwa
1000 Lappen, 125,000 Schweden (Kinnländer),
8000 Nuffen, 400 Deutiche u. 1000 Zigeuner; das
übrige der Natienalität nach reine Finnen. Mit Aus»
nahme ber &000 Ruſſen u. von 39,144 Sinnen (in
ben Länen Wiborg u. Kuopio), bie der Ruffiſch⸗
Griechiſchen Kirche angebören, find alle Lutheraner.
Die Bermaltung A-4 it begründet durch Die
Manifefe vom 15. März 1809 u. 9. Bebr. 1916,
weiche Kaifer Nikolaus I. am 12. Dectr. 1825 m.
Aleranter IT. am 3. März 1855 beflätigten. Seit
dem 6. Decbr. 1934 werden bie Angelegenbeiten
8 durch einen Minifterfiaatefecretär bes Groß⸗
MentHume vor ten Monarchen gebradht; bas
Banze vermaltet ein Generalgouverneur, unter ihm
fungtren die Gouverneure Der acht Läne oh. Gon-
vernements. Iſt Der Generalgouvernenr abweſend
ob. bebindert, fo wird er durch feinen Adjuneten
vertreten. Regiernngeſitz iſt Selfingfore; daſelbſt
tagt auch ber ſinnländiſche Senat, Der aus 16 Mit⸗
gliedern beſtebt, von denen je 7 mit einem Bice-
präfibenten das Juſtiz⸗ u. das Ofoncmiebeparte-
ment kilten. Die Provinzialvermaltung ber acht
äne beſchränkt fih vornebmlich auf tie oberſte
tonemie « u. PRolizeiverwaltung u. bie Auellbung
ter Executivgewalt. Die acht Yäne find: Wibo
(771,7 OM. mit 275,953 Em.), Abe (452,3 O
mit 295,603 Ew.), Kuopio (815,3 DM. mit
200,201 Ew.), Noland (209,2 DM. mit 160,978
Em.), St. Michel (130,7 CM. mit 149,550 Em.),
Tawaſtehus (35%, CM. mit 154,121 Ew), Utel.
berg (3040 OM. mit 160,172 Em.) u. Wafa
(175,8 DOM. n. 263,885 Ew.). In kirchlicher We
jiebung zerfällt F. in Lie brei Bierhilmer bo,
Borgi u. Kuopio, denen 39 Propfteien, 487 luthe⸗
riſche Kirchen, 219 Paftorate, 515 Capellanſtellen n.
223 Schulſtellen untergeordnet ft. Die Juſtiz⸗
pflege üben drei Hefgerichte zn Abo, Waſa u. Wi⸗
borg, benen ſämmtliche Untergerichte in ben Städten
u. auf bem Lande untergeortnet find. Die unterfte
Inſtanz auf dem Lante kilben die Häradegerichte;
in zweiter entſcheidet das Lagmansgericht, beren
fich in jedem Lagſaga ob. Gerichtsiprengel eins be⸗
findet. Bon Unterrichtsanftalten beſtehen in
F.: eine Univerfität in Helfingfere mit 45 Lehrern m.
etwa 350 etubenten (bie 1020 in Tan Gym
nafien (Borgd, ko u. W 4 13 gegtp
202 Finnland (Geſch)
eh. höhere Elementarſchulen, eine Cadettenſchule
ar 21.2ehrern u. 140 Schülern. Unter ben
kehrten Eee find die Societät der Wi m
ſchaften (geftiftet 14. IR April 1838) u. bie
de eſellſchaft (jeit 16. März 1831),
n Be
befteht auch et 1947 ein Kunfiverein. Bat feine
beſondere Militärverfaffung; das Militär ve»
erutirt ih aus % — u. beſteht aus dem
Scharfihütenbatatllon der Leibgarde von vier n. der
finnifchen Seeequipage non acht Compagnien.
gior®, hervorzuheben. Ebendaſelbſt
erſten
Das ruſſiſche Militär, welches im Lande Liegt, ſteht
U ar, De als Lehn erhalten hatte, du —*
unter den allgemeinen ruſſiſchen Autoritäten, jeboch
0, baß der Generalgouverneur zugleih Comman⸗
irender ber ruffifchen Truppen in %. ifl. Die wich⸗
tigften Feſtungen bes Landes find: Sweaborg (das
nordifche Gibraltar), Hangdud u. das 1854 zer⸗
Rörte Bomarſund. Die Einkünfte bes Landes,
etwa 24 Mill. Rubel Silber, überfteigen bie Ausd«
eben: r jährliche Überfchuß von etwa 80,000 Ru-
{m wird zu gemeinnützigen Unternehmun en ver⸗
wendet. Das Wappen zeigt einen mit Rufen um⸗
gebenen 9 goldenen Löwen, in ber vorberen Tatze ein
loßes Schwert haltend, mit ber linfen auf einen
Sübel tretend, Alles in "rotem Felde. Vgl. Rübe,
.n. feine ewohner, g 13 Knorring, Gamla
inland, Abo 1833; u, 5. u. bie Finn⸗
der, Lpz. 1843; —— Kuſſhche Denkmäler,
Samb. 1837, 2 Se; Galiyin, La Finlande,
Par. 1852, 2 Bbe.; Rein, Statiftifche Darftellun
des ——— F., Helſingf. 1853, 3. Aufl
Finnland (Geld). Der Name ber Finnen
war ſchon dem Tacitus u. Btolemäus belannt, fie
biegen Fenni u. Bhinni u. waren ein armes,
nur von Ja ir u. Kräutern lebendes Boll, bad ſich
mit Fellen beffeibete u. auf der bloßen Erbe ichlief.
Doch find das nicht jene, im jetigen f5. wohnen»
ben Stämme, fonbern mehr bie Urali en Finnen,
bie mit i un tamm ar das europällhe u.
aſiatiſche dt am Ura lich bis nad Preußen
herein bewohnten. Den Namen Finnen haben in-
deß erft bie ec wieder ur gebracht, fie
ſelbſt nennen fd Souomen u. i
— ——
den befannt gewordenen Fi
BIT. u. machten
am durch Seeräuberei
Saro Grammaticus erz
„u. biefe, durch die Schwe⸗
innen find —5—
die — ren Nach⸗
efürchtet. Di fie, wie
ft, ſchon früher unter
— gelebt haben, iſt groeifefhaft wenigſtens
ie von ihm angeführten Königsnamen nicht
— Zuerſt verſuchten die Schweden, welche —
ven Raubzügen am meiſten zu leiden hatten,
zu unterwerfen. 1156 (1157) landete König ri
Der Heilige von Schweden mit bem Bifhof von
Upfala auf der Südweſtlüſte, befchrte bie Einw.
aiht zum Chriſtenthum, baute bie Kirche in
Räbamäli n. gründete babei bie Gtabt Abo. Ob-
— der Biſchof bald von den Finnen ermordet,
ie Finnen auch ge dr Schweden von Nowgorod
unterflüht u. Abo berbrammt wurde, ließen bie
Soeben von ber ——— F⸗s doch nicht ab.
ar
Doch gelang es erfi Birger Jatl 1249, bie Er-
oberung bern; er gründete bas Sälo Ta⸗
waſtborg u. führte bas hriſtenthum mit t
ein. Torkel Knutfon, Vormund Köni Be N
eroberte 1293 Karelien u. erbaute dis iborg.
fien non Romgorob wurden eiferfüchtig, auf di
den, zogen 1318 mit einer
verlie
der ſchwediſchen Herrſchaft zufrieden
trachtete nach dem
Tilfiter Frieden in einem g
r Land Souo⸗
| vum Waffenſtillſtand zu
sis Flunmarken
Kur gegen fie aus, gefäcten 4 Abe
o, bes Bi —
——— : N ie
a ben Schweden, n. fie traten
Bertrage zu ——e . ab, bat
ale Herzogthum erbie t feit 136.
— u. gemöhni an Aw
ben wurde. Doch waren bie Fi
men 1357 von Schweben 08. or
ee Könige Magnus, welcher
Throne geflogen wurde, wurden abeı
worfen. 1528 wurde in F. bie He
Schweden aus durch Martin Sky
Bon Guſtav Walıs Söhnen a
ältefle aus ber zweiten
vergebens, fih unabhän q J
Erich zu machen. So $ blieb a
bifche Provinz, bis im Nordiſchen Kri
ben ſildoſtlichſten Theil mit_Wibor,
eroberten, ber ihnen im Frieden
30. Aug. 1721 abgetreten wur
oberten es die ARuffen ſaſt : ganı, g
| opt garı verwüßtet, im
EN urdd u. Sehielten n
* Pe Stüd bes Landes mit
Nyflott, Frederikehanm u. Savolaz,
mit bem 1721 riworbenen zufanım
vernement — ebildet wurde.
tz von ganz f
leons Connivenz dazu. AL daher
Bündniß mit England treu blieb,
20. Febr. 1808 ein ruſſiſches Heer umi
in F. ein, befiegte Die Schweben uni
nahm am 23. März Abo u. bereits 1.9
| Einverieibnng F⸗s in das Rx
erflärt. Vollendet wurde ber Sieg de
die Auslieferung Sweaborgo u. ki
Scherenflotte. Zwar fiegten bie Sch
au See bei Baltiihport, aber bie '
rwais am 14. Sept.nöthigte ben Rd
ochto am.
ußland u. zum Vertrag zu Ollioli
1808, wonach Rußland im SAN, |
bem Brichen von an
welchen Guſtavs olger, &ı
Rußland ſchloß, ac any m
ſchen Provinzen Kymenegärb,
hue, Abo, Biörneburg mit ben
volake, Rarelien, Uleäborg u. ein
Weiterbotten bis zum Xorneä (54
898,000 — formlich an Rußland
1811 alle biefe Provinzen zu einem
dem Titel Großfürftentbum 5
kamen alle Völker finnif
agyaren au —— d u
—— ung u. erg
Ä and, Ge ,
w Ser rſchau —RAX einer
in un ‚1601809, Riga 184
ufen, |. . Magnufen
‚ı)im Mittelalter bi
—E Bene Fi in bem
kin; 2) jetzt
Siupwol „bie Finthen
F Ablich —
applaub
wegene n. en
and n. das Sh
das Fismeer, im ED an das Ruf-
wirb ven Zweigen bee Kiölen-
hzogen, tt benen Her be Fare⸗
Storvanbef.eib 3300 F. bo u. a.
ie Küften find durch viele Buchten
elubring — Meerrarme —
die —* der in
en haben; fo der Alten» u. Tana⸗
n Ülten no. Tana⸗Elf benannt;
aranger-, Parfanger- Fiord; viele
en in das Meer hiuans, wie Die
pas, das Norbcap auf ber Juſel
Kyn, Alten⸗Näß, Kors⸗Näß u. a.
ehört — Auzahl von Juſeln
uiſderes Rtima haben,
—* herrſcht; im Ganzen iſt es
ini Hocionmer bleibt die Sonne
Tag u. Nacht fihtbar, im Winter
eborgen; bie Birke fonumt fort bis
von Hanmerfef (70° 25° nörhl.
te bis Talvig, 70° ; Gerfte di ebeiht
mf, wie auch Kartoffeln u.
—— De
aßt Ziegen, Rindvieh,
letteren, al® Zugth A
254 O M., mit 54,000 Ew. F
enden Finfappen, in den '
ıarfen u. Tromsoe⸗Senjen
and aumfaffen; *—
AUMlichſte u. nordliche
Blanb durch das —
eingetheilt in die 3 Bart
R-Fimnmarlen; 13 ‚000 &
tan), |. u. Balaanoptera B).
torf im Diftrict Como der Tom-
im Como; fhöne Lanbhäufer u.
mathematifger u. muflle-
nte ;
Figur bes Italieniſchen Theaters,
Fuß im Kreiſe Oberbarnim des
a irfes — 9 ringt
mundet bei Liepe links in ber;
berswalbe an iſt er —X beißt
fie
ag Alton,
we u. führt in die Oder mittelfi bes
n Werbelliner Kanals; 8) 8.-Raual,
ft: beginnt bei Liebenwalte in ber
D. gerichtet u. münbet bei Neu⸗
e in bie fanalifirte F., wodurch
erbunden werden. Gr wurde fon
aber erft unter Sriebri IL von
DT a. 1767 noch ermeitert, if
. breit u. bat 17 Säleufen.
R — anal gegen 6000 Kähne, u.
fine Menge von Yläßhoh auf dem⸗
b. Basen, Beſchreibung des F.⸗Ka⸗ |
Gut mit Kanonengleßerei u. |
ich piele Nifinge in Einfäpinge-Fän
; Miteralquelle.
br. mein), Dieiflon von Lon-
N In Eradfoims-Län Sqhweden);
ſchwediſchen en Sta.
ee
Be. ——
iſt theilweiſe mit Mondmil
| fabrifen, einen et
208
= Grenze bes Cantons Malie, 13,159 Fuß hoch,
ein fleiler Granitlegel, wet einge von weit aus⸗
gebehnten Gletſchern umgeben ifl; gegen Norden
ka von ihm ame bie Srindehwalbalenieher 2. bie
feticher,, getrennt durch einen vom F.
ih — Seb rgeftod, beffen höher
Bu or ; gegen Süden liegen bie
—2 tel des F. iſt nicht mit
ee bebedt, da dieſer an ben Ihroffen Wänden
nicht haften kann. Zweimal If die hoͤchſte Spike
(tie Nadel) erftiegen; das erfie Mal 1829, das
— en ud. "Eulzer aus Bajel 1542 von
el aus
nfterberg, Spite bes Thllringer Waldes,
an ber Slorkaren bes — Henneberg,
nordöfllich von Suhl; 2941 hoch.
Finſtere Kammer, 1)( —* io v. w. Ca-
mera obscura; 8) ($reim.), ‚Vorbereitungsort,
in welchen ber Aufzunehmende rimalmäßig vor ber
Aufnahme A
nftere® Zeug dw.), fo v. w. Jagdtücher.
loch, fe eu fange . im Oberamte
Gmünd bes mäürtten: raifıhen arttreliee am
eg; ht ne Annere
ae Abhang des Rofen)
nflermadgen (Bogelf.), fo v. w. > fen 4
nflermüng, Ba ar n — m Leis
bündten im Berl Inn, 28 ber tem Meere;
Berge ice — — — einen maſ⸗
hurm gebed ch wurte im März 1799
von ben — ——
Finſterniß, 1) (Aftron., "Eltipfen), Berfin-
flerungen ber Himmel Slörper heißen tiejenigen
rl am Himmel, bei benen a) ber Boll-
in ben Schatten ber Erde eintritt u. da⸗
buch fein Licht verliert, |. chaubfaßernß: b) ber
Neumond gerade vor bie Eonne zu fliehen kommt
. dadurch diefe verbedt, ſ. Sonnen van c)
ber erfle u. zweite Fall bei ben andern von
= a Seen — ſtattfindet, ſ. —*8
abanten-Verfiniterungen. Von dieſen Sen unter-
(ein ſich gif —— t durch Planeten
die Eternbededungen, fowie bie Plauetenbe⸗
bedungen durch Planeten. Die Fee haben nicht nur
einen aftronomifchen Ruben, indem ihre Beobach-
tungen bangen jur SU LRUNG ber — Länge
onbern fie werben au — für den
— — ihres Zufammentreffens mit wichtigen hiſtori⸗
eu Sreigniffen, beren Datum zu alien Re
bann bienen, intem ſich bie — R
— ber hronslogiichen in Übereinfimmung *
9 Havptiige®), Lu Zehn Biagen
0 Tanne fie eklig bt n —
udau ee eg erun irles Fra
jurt; hat Schloß, : * Leinwand⸗
üt u. 6000 Ew.
Finte, 1) (v. ital. Finte, erdichtet), in ber Fecht⸗
kunſt eine Bewegung mit ber blaufen Waffe, weiche
t wird, um ben Gegner über ben beabftchtig-
Hieb od. Stoß zu täuſchen, f. u. Fechtlunſt I. »)
du II. a) b); 2) bildlich für Kunfigriff, Lüge u.
Fintelmannta (F. Kunth J gehört zu Trile-
pie Nees., Pfla BGE aus ber Familie der
Crperacene- Iyneae; Wrt: F,restioides, bei
Rio Janeiro.
Finthen (Fontheim, Ad — Dorf,
| 1% Epmupbe non IRainz, ira Rrrtfe Mahn der genß-
Finto (ital.), erbichtet, fingirt, f. Conto finto.
Finr, Srasmus, genannt Francisci von ſei⸗
nem Bater Kraneiscus, welcher ee rg
Kath war, geb. 1627 in Lübeck, Mubirte Kechte-
gelehrfamteit u. Lebte dann in Nürnberg als Privat
mann, wo er fih mit fhriftflelleriigen Arbeiten
beſchãftigte; 1688 befam er ben Titel ale Hoben-
loheſcher Rath u. fl. 1694; er ſchr.: Geiſtliche Gold»
Tammer der buffertigen, gottverlangenben u. Jeſus
verliebten Seelen, Nürmb. 1675; Geelenlabende
Nubeftunden, ebd. 1676; Geifllicher Er ie
ebd. 1675; Letzte Recheuſchaft jeglicher Menfchen,
ebd. 1681; Brennende Lampen ber Klugen, ebd. 1684.
Fiocchi (ital., fpr. Fiodi), 1) Klode, Büfchel, |
Quaſte; in F., ſo v. w. gepußt, in Pracht; bei.
2) große, Marke, feidene Duaften mit goltenen u.
filbernen Erepinen, Kopfputz für Wagenpferbe, in
mehreren Staaten Vorrecht für Prinzen von Ge-
Vüt, Kammerxherxen, in Rom für Karbinäle.
fi ital., Muf.), heiſer, leiſe, ſchwach.
Fliolblock Wiolinblock, Seew.), zweiſcheibi⸗
ger Block, deſſen beide Scheiben ſenkrecht über ein⸗
ander flehen ; das Gehäuſe erhält hierdurch die Form
der Ziffer 8 (daher fein Name).
Fidna, weiblicher Vorname, bei Oſſian: bas
reizenbe Mädchen.
Fiöra (ſonſt Armine od. Armenta), Fluß in Ita⸗
lien, entipringt im iſchen Diftriet Siena bei
Arcidoſſo u. mänbet in ber römifcgen Delegation
Biterbo in das Tyrrheniſche Meer.
Fioravanti, 1) Leonarbo, von Bologna,
Charletan bes 16. Jahrh.; hielt fih an mehreren.
Drten in Italien auf, nahm ben Doctor», Grafen-
n. Rittertitel an u. R. 1588; er fhr.: Lo mo |
di scienza universale, Beneb. 1564; Il com-
pendio dei secreti ete., ebb.1571; La chirurgia,
ebd. 1581 n. 8., auch oft Äberfeht ; von ihm ſtammt
ein Balfam (Balsamum Fioravanti). 2) Ba-
lentino, geb. 1768 in Rom, ftubirte t nnter
Jamnaconi, beſuchte dann das Konfervatortum in
Neapel u. trat 1791 als Componiſt auf. Als foldher
lam er jeboch erft 1797 im Aufnahme, alser in Turin
feine komiſche Oper: TI furbo contro il furbo,
Kr Aufführung brachte. Bald darauf wurbe er
tenbant ber Italieniſchen Oper in Lifſabon, ging
son bort 1807 nah Paris ı. kehrte nach Neapel
zurüd, wo er aud ferner für die Bihne arbeitete.
1816 ernannte ihre ber Bapft zum Capellmeiſter an
Gt. Peter, worauf er ih mit großem Eifer u. Er⸗
folg der Kirchenmuſik wibmete. Er fl. 1837 in
Capua u, fette bie Opern: Il fabro Parigino,
Virtuosi ambulanti, Raoul de Crequi, Gli
amori di Domingio e d’Adelaide, Il Ciabat-
tino u. Cantatrice villane, melde Iebtere fiber
faſt alle — europäifchen Bühnen ging u. and)
in Deutſchland nuter dem Namen bie Dorffängerin.
nen fehr beliebt war.
Fioraventi, Ridolfo, au Alberti Ari—
penis, Diechaniker, Baumeifter u. Ingenieur
e6 15. Jahrb., ans Bologna, vo er einen Thurm
fammt ben Gloden auf einen 35 Schritte entfernten
Plat verſetzte, richtete in Konto einen ſchiefen Thurm
wieder auf, erbaute in Ungarn eine Enufireiche
Brfide n..e
in Ungart mitt feinen Bildn
t bafür bie Srlaubirig vom Köuig,
an ſchlagen. etwas Radyelig; untere Spelze fo lang
Finte bie Fübringrae
er
„Worb (Kiorb, norweg. u. bäx
Meerbuſen, meift in amımenfehum
beren Worten gewöhnlich.
Fire, 1) Eolantenio bel F.
Neapel, blühte gegen Eude bes 14. :
einer ber Erfien, welche ber flanb
meile anichloflen, . Keine der ihm zu
Werte läßt Me mit Sicherheit als bat
Rellen. Cr foll erft 1444 geſtorben fe
cobello del F., Maler aus Venebi
Anfang des 15. Jahrh.; die Gemälde
freuten fi eines großen Beifalle, bı
wenige erhalten, darunter ein Erzenge
ber Berliner Gallerie. Er war ber
Carlo a
Fiorentino, Dorf im Bezirk San
neapolitanifchen —— Capitanata:
1250 Kaiſer Friedrich
S. Fiorenzo (St. Florent), 1)
Norvküfte der franzoͤſiſchen Infel Cor
feftigte Stabt daran im Arconbiffemen!
Hafen, Schifffahrt u. Handel, Sifbermin
Fiorenzudlo, Stabt am Arba im
ſchen Diftrict Borgo S. Doniuo; Latein
Bibliothek, verfallenes Schloß, Kanfbas
dig 17. Februar 1814 Gefecht zwiſche
u.
fRerreichern.
Fiorgyn (Lebengeber, nord. Rylh.
aötin
rigg.
Fio Fan Jgnapio, geb. 171
widmete fich ber Mufll unterXeo u. Du:
nachdem er fih als Componiſt einen Ra
hatte, 1752 Gapellmeifter in Braun!
1762 in gleicher Sigenichaft nach Kaflel
Fritzlar. Er ſetzte eine Anzahl Opern, |
mofonte, Mandane, Il vincitore ı
Artacerse, Andromeda. 2) Io
Bruber bes Bor., geb. 1748 in Ham
fih zum Maler auf ber Alabemie |
ging 1767 nah Rom u. lebte von 1
ologna. Rah Deutſchland zuridge
fih in Braunfchweig nieder. 1781
Gottingen als Aufleher ber Kupferſtich
der Un tatebibliothet, wurde 17
ber Philoſophie u. fl. 1821. Er ſchr
meinte Grabmal Homers, Tp;. 179
der zeichnenden Külnfte (von ihrer Wied
Goti. 1798—1808, 5 Bhe. ; Kleine Sı
ſtiſchen Inhalts, ebd. 1803— 6, 2 Bt
ber zeichnenden Fünfte in Deutſchland u
landen, Hann. 1815 — 20, 4 Be. 8)
Sohn von F. 1), geb. 1753 in Braun!
liniſt u. Componift, wurte 1783 Mu
Riga, ging 1785 nad) Paris u. von br
London; er fi. un 1824. Bon feinen €:
für Streichmuſik, fir Klavier x. if f
erhalten, außer feinen Etuden für '
berausgeg. von Ferd. David).
Fioringrad, zuerft in England
ſehr ergiebiges, dert ganzen Minter him
faftige®, futtergebentes, bef. zur Mafl
tes Futtergras: Agrostisstolonifers
Schrad., häufig auch in Deutſchlaud
Pligen. Es it dem Gemeinen Wiuthal
garıs With.) Abnlih, aber bie Kiſpe U
chtblüthig u. gelblichweiß, mit abſteh
fen; Klappen gleich lang, oben au
Norine bis Firley
halb fo lung n. zweilpigig. Diele |
England in
Ranten reihenweiſe,
aus einander, anf einem vorberei-
epternber nat a. mit Compoſt
5 Wachtthum fördernten Stoffen
e Jahr mn das Feld von Unkraut
rden, fpäter läßt das F. feine mehr
& kann man es aus Gemen ziehen.
ı wird von Thau u. Regen weniger
bätigt Das Bieh friſt es gern, u.
Kübe geben mebr u. beſſere Milch.
mere, feit 1626 geprägte Silber⸗
ma zu 300 Quattrini od. 13 Lire —
e 3u 50 Quattr., vgl. Florin.
.), fo ©. w. Kiefeltuff.
(Muf.), fo v. w. Eoloraturen.
mfel mit gleichnamiger Hauptſtadt
Inſel Kiu⸗ſiu, gehört zum Japa⸗
yafen. Hier 1609 erſte Niederlaſſung
pen Dielen feit 1640 verlaflen.
.w. Fierant.
alte kurläudiſche Familie, von ber
krigen Kriege ein Zweig nach Sachſen
deburgiſchen anfälfig machte, wo
rrnftand vom König von Preu-
ne, jetiger Chef if: 1) Freiherr
in des 1516 verflorbenen Freiberrn
r 1794, ift prenßifcher General-
it 1540 in zweiter Ehe vermählt
on Rate. 2) Clotar, Grafvon
bi: jüngerer Sohn des Bor. aus
ringeffin Orbalie von Schönaich⸗
18. Mai 1624; er wırcde 1857 für
den Grafenftand erhoben u. if feit
mit Marie geb. Gräfin von Blan-
6) vermäßlt.
. ber Barapiefilhe, auch Firdaufi u.
Zürten dirdew geiprechen), iR ber
ößten Part Dichters ber Perier,
1Ibu'1l Kaſim Mauſſur genannt
entlich Haſan ben Iſhal ben
heißt, u. um 932 n. Chr. im
(nad Ant. Riſan) im Diftricte der
@balb er au ten Beinamen Tuſi
:ovinz Ahoraſan geboren war. Über
ben ıft nicht® ficher ermittelt, bie er
:ultans Mahmud von Ghasna er-
w Brobe von 1000 Berſen jeiner
Dichtung, tes Schahnameh (d. i.
zit eben jo vielen Goldſtücken be⸗
Dichter für jeten felgenden Bere
irftüd verſprach. Später fanl je-
dunft des Fürften, fo daß er für die
Berſe nur eben fo viele Silber⸗
. rächte fich dafür Durch eine Bittere
hmud, welche ihn vollents in Un-
Er reifte bochbetagt umher, war
auch am Hofe ber Khalifen zu Bay-
en Ente feines Lebens in Zus, mo
ſtarb. Seine große Dichtung wurde
anen, ber etwa 1000 Verſe (die Ge⸗
ſtaip) lieferte u. nach 30 Jahren JUUY
et Die Grundlage Eiltesen alte, mit
en angefülllte Chronilen. Wenn Dar
ich im ber Geſchichte ter Pocfie ein.
ıg einnimmt, fo ifi ee jeboch ala Ge
ır mit größter Borficht zu beuuten.
Beidgichte Perfien® von den Alcjteu
eiten bis zur Sroberung durch die Araber, vom
ajumes, dem erfien König aus der Dynaftie der
iſchdadier, bis auf Jesdidſchird III., dem letzten
flaniden. Bon vorzũglicher Schönheit find meh⸗
zere einzelne Cpiſoden, mie die von bem Rational»
beiden Außem. Die Handſchriften find febr ungleich;
die reihhaltigfien haben ungefähr 56,000 Doppele
verfe. Die ide vollfändige Ausgabe beforgte
Zurner Dacan (Calc. 1829, 4 Vde. welche auch bie
erwähnte Satyre enthält), unvollſtändig blieben bie
von Lumsden (ebd. 1811, Bd. 1), ſowie 648 jetst Die
trurifche Ausgabe von Mohl (Bar. 1828—46, Kol,
1.—3. Br.). Eine engliſche Überfegung bes Ganzen
begann Ebampion (Calc. 1785, 1.8b., Pond. 1790);
eine freiedeutfche Bearbeitung Görres im Heldenbuch
von Iran (Berl. 1520, 2 Vbe.); einzelne Stüde von
Schad (Heldenſagen bes Firduſi, ebd. 1851, Epiſche
Dichtungen aus bem Perfiichen des Firbuf,ehd.1853,
2 Vde.). Die große Popularität, welde Kirbufiß
Epos bei ten Perfern genicht, veranlaßte verſchie⸗
dene Auszüge, jo einen arabiſchen von Abul⸗Feteh⸗
Ica aus ben Fahre 127677 n. Ebr. u. einen per-
Hihen von Schemſchir ⸗· Khan vom Jahre 1652 n. Chr.
Letter wurde in Indien in Urduſprache (Hindo⸗
ſtani), fowie von Atlinſon ins Engliſche (Pont. 1632)
übertragen. Außer feinem Epos hinterließ F. noch
einen Divan u. ein romantiſches Gericht über bie
Lieben des Juſuf u Der Zuleicha.
Firenki, bei den Türfen ber Name ber Enro-
päer, Aranlen; ihr Yand Mirenfilten. N. Vegb
(Fürſt der Kranfen), bei ben Türken ber Papſt.
renza, Statt, fo v. w. Florenz.
irenzudle, Marlıfleden am Santerno in ber
toecaniſcheu Provinz Florenz ; geiittiches Semiuar;
1000 Em. Hier 921 Sieg Berengars über König
Rudoli von Burgund.
Birenzuole, Angelo, eigentlih Nanuini,geb.
1493 in Florenz, war Advocat, trat in den geiſt⸗
lichen Stant u. ft. 1551 al Biſchof in Rein; YuR-
ſpieldichter. Opere, Flor. 1763 — 66, 3 Vte.
Birk (Förken, Fyrl), 1) frühere bänifche
Kupferiheitemünge — 4 Skilling ob. 1,7 Pf.,
192 5. — 1 Reihsthlr., 2) frühere Kupfermüngze
in Schweden — 1,9 Bi,
Firkatan (türt.), Galeeren von 10—17 Ruber-
käuten,
Firkin (ſpr. Förliu) engliſches Biermaß —
40,881 Litres.
a Pofien.
rley, polniiche® Geſchlecht, ſtammt aus dem
gleihnamigen Marttfleden unweit Yubartow iu Ga⸗
lizien; 1) Nicolaus, Woiwode von Yublin; er
ſchlug ben Großfürſten von Moskan, Bafllius, u.
ten Aufrübrer Glinski am Dueper zurid u. vers
filgie fie bis vor Vioslau; er ging dann mit dem
Aöuige zu dem Monarchencongreſſe nah Wien,
wurde 1515 Krongroßfelbherr ı. nach Preußen ine
Feld gegen ten Deutfchen Orten geichidt; bier er-
f bt er 1519 glänzende Siege, brachte Deutiche
G lau, Schönberg, Eoltau, Gilgenburg, Hobenftein,
Irebrungen, Raflenburg, Liebmühl, Oſterede u.
Aulenſiein in feine Gewalt u. eroberte 1520 au
Liarieuwerbder u. Preußiſch⸗Holland; den 26. Mus
ver auch Brandenburg; vom Juli an begann ſich
das Kriegoglück auf die Seite der Deutfchen Ritter
zu neigen, dech errang auch F bedeutende Bortheile,
ais durqh kaijerliche u. königlich ungariſche Vermit⸗
sclungum gebt. 1021 ein Waſjenſtillſiand auf Zahre
en Reken 1826
BE
Sie nad
= Eye
545 ati — am ben'Mei tag zu Worms
‚Bemühungen —
mit Polen ——
*5 ofen u. J —— Cm
ee Bori k4 geb. 1574, wurde Camerarius, Hat
m a
elerenbar u. Brotonstar des
IN.; m .. wurde er — König *
ind IL zum
j ba 60
Ben yum Cab vom dee *
u. Salj) = 36,00593 Fitres.
1) 1) feftz' @) durd Übung ſicher;
2 1) (lat) ſchriftlicher, mit Beobachtung
berfümmlirben eher, —
eo; 3. we über einen Kauf, Pacht; 2) (ital. Ra-
ione, Ditta, fram. Raison) der gende lename
er: Perfon ob.‘ der Taufttännifche Gefammt-
ame 'einer Santa geſellſchaft, unter weichen
dieſelbe gemerbe eſchüfte b
u. welcher ale Unerlrit kei Yen
betrieße dient: In Teßteren
—* Sefelichaft als fo
. N nſatz zu den € — a m
ik Hr od. auch zuſammen,
nur nicht nnd den el h —
angenen a eim IE
en ſt nach ———— beutfchen Hanbels⸗
ne bem Belieben ber Einzelnen überlaffen;
EM is h —* rn * F
fi er, wenigſtens nad Gemeinem te,
— * Bei ber fene Hanbelsgefell-
Ant =; ber — —I wirb bie F. in
ber —* aus * a ber Geſellſchafter, ent
ih er ob. der am Meiflen betheiligten, mit,
in -Zufage & Compagnie gebilbet. och Täı
& auf ben letzteren Zufaby etwas Beſtimmtes nicht
J ba derſelbe auch ohne alle ——— vor»
Tommt, ſowie auch die Namen län —*
a den Mitglieber oft in
tebit ber Sefell aft Br ‚4
Bit, Bei ber Actienge
ellſchaft wirb ber
—S— en ben
Behebung be bes ——
Bee Bi. Fan
E —
er | u. ba
| ber wo
ame !
ten, ee
tes Geſchaͤftsver⸗
—— *
lehres in tragen, in —* 7
wieſen. Zu Helen
lich bie m den Yan
erinnung 3€.
ach. Brise werten mi;
—— — annt ger
su = bes
fat „u. Compagnie“ unbe
* rt aber ben —— al Per nit
darf, wenn entweder Überhaupt fein
ob. nur ftille Geſellſcha fter borbanbeı
Code de commerce, Art. 21, ebenisi
baber, wenn werm ber Maine bes bes: |
8.651, 652).
bes Inhabers ob. —— besd
bie F. an Anbere abgetreten In
ift dabei bem rreichif
* —— welche ui had wer
n feine Ham
von Bon ob. —— een fein dei
2 MWaarenborräthe”
offenen Ha
ewöhnlich auch amf einer Tafel überd
fo mög Hänge wird, fo nennt ma
u Zalel bie
. ment (v. fat.),; ber PR
ber Bor lellung der Alten, da ſolche
dinm
icınamentftein, im Handel
rinan (tirk.), —* w. Sera
Rat, Mal:
ea in Köln, Fee in Bonn
dann 2 4 en Ah“ ging or
elgien Ant * .
ſeit 1939 ehe! 5 ä Aa
in lölniſcher Mundart, 1832; die =
— —— en, *
ti N) elımit ben
Bert 1840; int Bälterfim
lun berbeg ——
Aa Höhe ic., ebb.
=
Ziselann bie Firriß
ruder bes Vor., geb. 1711, war
Ah
Dich mit dem Chriſam bes Heil, im Namen bes
'ant u. fl. 1778. 4) Graf Karl , Baters u. des Sohnes ı1. des heiligen Geiftes! ge-
1718 zu Deutihme im Trientini-
in Wien, lebte dann in Rom, wurde
urüdhberufen, von Maria Therefia
Sendungen gebraucht u. mar zulegt
neur ber Lombardei, wo er viel Gu⸗
ſt. 1782 in Mailand. Zeiger Chef
ent, Sohn bes verftorbenen Grafen
. 3an. 1514; er if unvermäßlt; fein
‚geb. 11. Octbr. 1815, iſt feit 1851
. Sturmann verebelicht.
F. Marsigli), gebört zu Stercu-
ngattung aus der Faniilie Der Ster-
rculieae,
Zulius F. Maternus, aus Eicilien,
ter Conftantin dem Großen‘; er ſchr.
ıesis (Überten Einfluß ter Geftirne);
des erfi im 13. Jahrh. ermähnt wire,
br verborbenen u. lückenhaften Zu⸗
ben u. wurde Bened. 1497, Fol.,
dner, Bafel 1533, Fol., u. zuletzt
geben (Tefjing verjuchte es zu er-
I, Ehrift geworden, fchrieb er noch:
vfanarum religionum, berausgey.
Ipricus, Straeb. 1562 u. B., zulekt
"8, Biſchof von Cãſarea in Kappa⸗
e Mitte tes 3. Jahrh., erflärte ſich
% Biihofs Stephan von Rom mit
‚arthago Über die Kebertaufe tabelnd
feine hierarchiſche Anmaßung.
Ferminy), Stadt im Arrondiſſe⸗
ıne des franzöfiſchen Departements
. Stahlhammer, Steinlohlengruben,
n Qußftahl, Rägeln, Band u. Glas;
Henri Eſſer Edgeworth de F., 1.
. Geogr.), Stadt in Picenum (Ita-
als römifche Eolonie zu Anfang bes
n Krieges gegründet (j. Fermo, |. d.)
Dafenorte Castellum Fir-
‘irmanorum,f.®orto di Fermo).
Confirmatio), ba® zweite Eacra-
oliſchenKirche, in welchem ber Ge⸗
Deu un Chrifam, dae Gebet
ıflegung bes Bilchofs im ter Onate
werten fol, bamit er ſtandhaft
ıben u. nach bemfelben lebe. Sie ift
n Anfichten eine feierliche Einweihung
en u. Bollendeten, zwar zur ein
tgänglich nöthig, aber bed ſehr beil«
ck — n. * ——
(4 et auf Apoftelgeſch.
9,1 er Die Trabition u. Behre
ie Befchtäffe mehrerer Eoncilien. In
en Kirche Tann, gemäß ber Schrift
), 17—21) m. der alten Praxis ter
Regel Bios der Biſchof firmen, u. ein
ter nur mit Erlaubniß bes Papftes,
ionãre. Der im römiſchen Bontificale
> Ritus beſteht darin, daß tem Birm-
beten yon Bilhof die Hände auf
t, bie Stirn mit heiligem Chrifam
zeuge6 m. mit ben Worten: Ich be»
nit dem Zeichen bes Kreuzes u. flärle
falbt u. ihm mit den Worten: Gehe bin in Frieden!
ein faniter Schlag auf Die Wange gegeben wird, um
ihn an Jeſum u. baran, baf er um des Glaubens
willen leiten jolle, au erinnern. Bei ber F. wirb
auch, wie bei der Taufe, ein eigener Pathe (Airm-
yathe) als Zenge gerrählt, der dadurch mit Dem Ge⸗
firmten in eine geiftlihe Verwandtſchaft tritt, welche
ein Ehehinderniß begründet. Die %. lann, wie die
Taufe, nur einmal gültig empfangen werten u.
murbe fonft blos am Foalooraben ertheilt, jet
aber zu jeter Zeit, meift bei den biichöflichen Biſi⸗
tationen der Diöcefe. Inder Griechiſchen Kirche
ift Die 75. ein Sacrament, welches ſogleich nach dem
Taufacte an bem Getauften vollzogen wird; es be-
ſteht in der Salbung ne Glieder bes Kör-
pers (Stiin, Augen, Naſe, Ohren u. Füße) mit
dem vom Biſchof geweibten Salböl unter Aus-
Iprehung ber Formel: Zyonyls dwpräg nvto-
uarog aylor, auny Das Siegel ber Gabe bes
beiligen Geiftes, Amen)! Die Ginfegung Chrifli
für dieſes Sacrament ift auf Luc. 24, 49. negrüntet ;
feine Wirkungen find Mittheilung bes heiligen Gei-
ftee, Stärlung des Glaubens u. Mehrung ber gött-
lihen Gnade; es iſt zum Seile nothwentig, kann
von jetem Priefter vollzogen werben, barf aber nur
einmal ertheilt werden, außer bei Denen, welche von
Chrifto abtriinnig geworden find w fich wierer zu
2 befebren wollen. Luther ſprach ber F. bie
igenjchaft u. Wirkung eines Sacramente ab, doch
wurte fie von den Brotefanten, als löblicher
Gebrauch, iu anderer gormin ber Confirmation (ſ. d.)
beibehalten.
Firmuß, 1) F., empörte fih 273 n. Chr. unter
Kailer Aurelian in Agypten, |. Agypten (Weich).
2) F., vornehmer —*2* emperte ſich 366 unter
Kaiſer Balentinian, ſ. Rom (Geſch.).
Firn, die körnige Schneemaſſe; daher Firne, die
Spitzen der Alpen, welche mit ewigem Schnee be⸗
deckt find.
Firne Girnſe), der angenehme Geruch u. Ge⸗
ſchmack des Weines, beſ. des Rbeinweines; daher
Firnewein (Sirner Wein, Firufiger Wein), der alte
abgelagerte Wein von bunfler Karbe (Dagegen ber
junge Bein Grüner Wein); aud ber vorjährige
Ren, fo auh Drei-, Bierfirniger Wein.
Firniß (v. lat. Vernix), 1) (Chem.), jete in
ber Luft austrodnende Klüffigleit, die einen auderen
damit übergogenen Körper nach Lem Trodnien einen
Glanz ertheilt u. ihm gegen Luft, Näſſe u. Staub
beihligt. Dan unterfeibet: a) Kette Firniſſe,
beſ. aus Leinöl u. a. trodnenden Olen bereitet; b)
Lackfirniſſe u. gwar: aa) Weingeiftfirniffe,
Auftöfungen vor Haryen, beſ. Schellad, Terpentin,
Maftiz, Sandarac in Alkohel; bb) Terpentin-
ölfteniffe, Löfungen von Copal, Dammarharz
u. a. in Zerpentin unter Zuſatz von Campher;
ce) Kette YZadfirnifje, a oh. Copal in
Leinsl gelöft, meiſt mit einem Zuſatz von Terpen⸗
tindl. Das gewöhnliche Leinöl trocknet zwar au der
Luft zu einer zäben, feRen Maſſe, aber nur langſam
u. unvellfländig; in weit höheren Grade erbält eu
dieſe — *3 wenn man es längere Seit einer
höheren Temperatur ausſetzt, Daver an bei ber
Herfiellung ber re dieſe Operation ſtere vorneb-
wer muß. Die Trhitzung gejchieht in ojjenen Kei-
rend des Kochen u. Zurüdfallenlaflen durch bie
Un das Trocknen des Veindlfieniffes noch mehr zu
beichleunigen, fett mar etwas Mennige, Bleiglätte
ob. Bleiweißyu. Man rechnet in dev Regel auf 1 Pfb.
vLeinðl 3 Loth Glätte od. Mennige u. 4 Loth Blei⸗
weiß. Gebr vortheilbaft ift e6, alles DI zu verar-
beiten, weil ſich aus dieſem bie ſchleimigen u. neh
artigen Theile abgejegt haben; iſt ein ſolches nicht
zu erhalten, jo ift es zwedmäßig, die angeführten
Unreinigfeiten durch Schütteln mit Waffer u. dann
mit einer Kochſalzlöſung zu entfernen. Zur Berei-
tung der Weingeififirnifje nimmt man ftarleu (etwa
goprocentigen) Altohol; bie Harze werden fein ge-
pulvert, mit 4 ihres Gewichte grob geftoßenen Gla-
ſes vermengt u. mit dem 3—5fachen Gemicht Al-
tohol im Waſſerbad erhigt, bie bie Löfung vollftän-
big erfolgt if. F. aus Sandarac verjegt man
wöhnlich mit einer Auflöfung von Anime, Elemi,
ampher ob. Terpentin. Zu %. von Schel-
lad nintmt man 4—5 Theile ftärkften Alkohol auf
1 Theil Schellack; vortheilhaft ift e&, den aus un-
gebleichtem Schellad bereiteten F. durch Kochen mit
bierfoble zu entfärben, anftatt gebleichten Schel-
Ied anzuwenden. Der Sopalmeingeiftfirniß
iſt weit bauerhafter al® der Schelladfirnig, aber
ſchwieriger zu bereiten; ber Copal muß vorher bei
gelinbem Feuer geihmolsen werben; dann wird er
pulverifirt, mit Glaspulver gemengt u. mit ſtärk⸗
ſtem Alkohol längere Zeit gekocht, dann filtrirt u.
etwas Terpentin ob. eine Auflöfung von Elemi zu⸗
gemiſcht. Gefärbten Weingeiſtfirniß ſtellt
man at von Gummigutti, Orleans, &r-
tract von Drachenblut, Cochenille od, Sandelholz
ber. Terpentinslfirniß wirb durch Auflöſen
von Galipot, Fichtenharz, Maſtix, Copal, Dam⸗
marharz ꝛc. in Terpentindl erhalten. Einen gu⸗
ten F. erhält man, wenn man das Terpentinöl
erwärmt u. das Harz in ein Säckchen gebunden,
Iber daſſelbe aufhängt, jo baß die Dämpie
Fr
les das Harz auflöfen u. biefee in das heiße Ol
berabtropft; man fett dann noch etwas Leinöl zu,
odurch ber F. dauerhafter wird. Die fetten od.
l⸗Lackfirniſſe find am ſchwerſten zu bereiten.
Man ſchmilzt Bernflein, Bernfteincolophon ob. Co⸗
pal in einem Keflel, während man in einem anderen
Gefäß guten Leinölfirniß erhitzt; dann ſchüttet man
nad) u. nach ben beißen F. unter Umrühren anf
Das geſchmolzene Harz u. läßt etwa 10 Mimuten
lang kochen; dann hebt man ben Keflel vom euer
u. gieft langfam eine Aufldfung von Terpentindl
zu, während man beflig umrührt. Nachdem bie
Maſſe einigermaßen abgekühlt if, wirb fie filtrirt
u. in puflenden Gefäßen aufbewahrt. Zur Her⸗
Rellung eine® guten ſchwarzen F⸗⸗es ſchmilzt
man Aſphalt in einem Keſſel, ſeyt dann ſiedenden
bleihaltigen Leinslfirniß zu, kocht einige Zeit u.
verdüunt bie Maſſe nach dem Erkalten mit Ter⸗
pentindl. Der Japaneſiſche F. wird aus tem
Milchſaft von Rhus vernix, der ächte Ehineji-
ſche (Siamiſche) F. aus bem von Stagmaria
verniciflua bereitet; der Engliſche F. (Eng-
liſche — erhöht den Glanz u. bie
arbe von Meifing, Kupfer, Zinn, Bronze, Sil-
er 2c. Dan löft 4 Loth reinen Ladgummi bei mä-
— Wärme in 24 Loth rertificiriem Weingeifte
auf, löft feruer 1 Loth Dracheublut in einer gleichen
Menge Weingeift auf, gieft beibe Hufiöjungen zu-
Firniß bie Firſtziegel
fein unter Umrüßren der Maſſe, Aneſchbpfen Fe |
fammen, miſcht 3 Gran Gelbwurz hin
Miſchung noch 12 Stunden anf eine
Drte ſtehen, feihet den F. durch Löſchpa
ihn in einer verſtopften Flaſche anf, c
3 Unzen klein zerſtückten Gummilack,
pulvertem Glaſe vermengt ift, in 4 Fi
geift, in mäßiger Wärme auf, filtrirt bei
ihn mit Orlean u. Gummigutti, won
eine eitronengelbe Farbe befommt. Di
ten eren ob. Waſſerfirniſſe
Auflöfungen von Gummi, Tragantb, ;
Waſſer, oft mit einem Zuſatz von Eiweiß
galle; ſolche Fre find nicht waſſerdicht.
von Schießbaunmolle in Ather ob. von
concentrirter Eſſigſäure koͤnnen ebenf,
dienen; fie geben einen glänzenden Überz
von heißem Waffer nicht angegriffen wird
Fre zu bereiten, follen die Chineſen zuerft
ben, nach Plinius bat es ſchon Apelles wer
Gemälde mit einem F. (Atramentun
ziehen u. dadurch ſowohl die Lebhaftigh
ben zu erhöhen, als au das Gemälde
Feuchtigkeit sc. zu ſchützen. 2) Die glä
fläche einer Sache; 8) bie harzigen 2
toben Seide; 4) (Trodener 8) 6:
He aus bem Machhelberbaume ſchwi
nig), fo v. w. Sernit.
Firnißbaum, ift 1) Rhus verniz;
indica.
Ma ‚fo v. w. Lackiren.
eni kein (Eirrifttein), fo v. w.
irnfe, fo v. w. Firne, ſ. d.;
Bein, ſ. ebd.
rozabad, fo v. w. Ferozababd.
rozbur, fo v. w. Ferojpore.
ha jo v. w. Firfte.
irſtbalken (Firftfette), bei niebrüj
das Holy, worauf Die Sparren am ı
ruhen, welches durch die ganze Länge
reicht u. zum Längenverband ber Spar
Firſte, 1) der Gipfel eines Berges;
der obere Theil aller bergmänniſch aı
Räume; daher Sirftenerz, welches ſich im
u. Lagen nuch oben zu befindet; Sirtte⸗
arbeit), ber Abbau eines Ganges,
einem Süahte aus Durhihmittsf
ben das Ergmittel Lurdörterten Stre
winnung beijelben ungelegt wird; Fizkı
unter einem Firftenbau zur Auffahrun;
vorgerichtet find ı. Förderung bes
Erzes nach bem Schachte dienen, u. &
bie runden Hölzer, mit welchen ba@ «
unterftügt wird, wenn es einzuſtürze
bie Dede ber Minengänge; 4) (Bank
icharfe Kante ber Dachflä wo bieli
Roßen; fie wirb bei Siegefbäcgern mail
legten Dopziegen (Bir tegein) ob. aut
ferplatten u. Me ei ieferbã
Metallplatten von Auf, Sin iſe
decke) ſo eingedeckt, daß das Metall über
flächen 5—6 Zoll reicht, an ber oberfle
nen Spitze mit Nägeln an eine ſtarke
latte) bejeftigt wird.
Firftfteine, beim Schieferdache bre
aus denen bie oberfle Schichte beſteht
Firſtziegel, Hohlziegel in Form
Rumpften, ansgehöhlten Regel6, die, in
———
a:
®
Ai — —
r oe VI.
—8 — am ar
: —— ——
Lihtesimerig im
Die Say
Zeugenartitel zu - er Blußabier; 2) fo v. v.
m Beinprafen | aeirdhabrihete (Berrel.), 1. u. Filce,
b Rei mu | Mi
* Br
LIE
1) (bei Brehm Beradin, Halis-
| ——
Br Sen Bud dr
Eulihen, — — Schr r 45913. 1582 war Bu kant
; 156
‚find fie jeboch durchaus freie. Schöpfungen. Dahin
A Aller Prateit Srößmutter (Auer 1573,
dem 1574, 1593, 1598, 1607, 1623), gearbeitet
nach Rabelais Prognostication Pantagrueline;
Affenteurliche und Öngebeunliche Gefchichtichtift vom
Leben, rhaten vnd halen ıc. von Barganten vnd
Pantagruel, ebenfalld nach Rabelais (zuerft 1575,
dann unter dem veränberten Titel: Afjentheurlich
Naupengeheurliche Geſchichtklitterntig, 1582, 1500,
1594, 1600, 1605, 1608, 1617, 1631); Podagram-
miſch Troftbüchlein (1577, 18691, 1604); Binentorb
des Heyl. Römischen Imenſchwarms (1579, 1580,
1581, 1586, 1588, 1630, 1651, 1730, nen berau®-
eg. von Eiſelein, St. Gallen 1847), F. belannteftes
er! nach dem Byenkorf der H. Roomſche Kerle
tes Philipp Marnix, Herrn von Aldegonde; Der
Heilig Brotlorb, nach Calvins Traite des reliques
earbeitet (1580 u. d.). Eins ber bebentenbften
omiſchen Werte %-8 ift Flöhatz Weibertrag (wahr⸗
ſcheinlich zuerſt 1574, dann fiber 1577, 1578, 1594,
1601, 1610); einen anderen Charalter trägt Das
lückhafft Schiff von Züri (1576, neue Ausg. von
Haling. Tüb. 1828, in Gbbeles if Bücher deut-
ſcher Dichtung, 1. Bd., Epz. 1849), eins ber beften
beichreibenden n. ſchildernden Gebichte der gefamm-
tert deutſchen Literatur. Ernft u. wilrbig find Die
Dfalmen u. geifllichen Lieder in einem Strasburger
Geſangbuch von 1576 (nene Ausg., Berl. 1849).
Unter den vielen anderen, nah Ton n. Juhait
äußerſt mannichfaltigen proſaiſchen u. poetiſchen
Schriften F⸗s find zu nennen: Nachtrab ober Nebel⸗
tr&b (1570); Bon St. Dominict, des Brebigermünde
ond St. Francisci Barfüßers ar Leben ıc.
(1571); Eulenſpiegel reimeneweis (1572); Neue
fünftfice Figuren Biblijcher Hiforten (1576, 1588,
1590, 1599, 1625, abgebrudt in Scheibfes Kfofter,
10. Bb.); Anmanung zur hriftlichen Kinberzucht,
in einem Katechismus, ber zwiſchen 1576 u. 1578
bei Bernbarb Sobin, fpäter beit 1609 bei Joh. Ca⸗
xolus erjchien (nen herausgeg. von Vilmar: Zur
Tireratur Joh. Fiſcharts, Marb. 1846); Das phi-
loſophiſch Thzuchtbuchlein (1578, 1591, 1597, 1607,
1614, 1623, 1683); Das fogenannte Jeſuiterhüt⸗
Tein (1580, 1591, 1593, 1603, neuer Abdrud in
Scheibles Kiofter, 10. Bd.); Catalogus catalo-
gorum perpetuo durabilis (1590), nach Rabelais,
wahrfcheinlich F⸗s letzte Schrift. Alle Schriften
5-8 find äu er felten; bie voll änbigfe Samm⸗
euſebachſchen Bibliot
lung aus der beſitzt jetzt
die königliche Bibliothek zu Berlin. BeRe Arbeiten
über $. von Vilmar in Erſch u. Grubers Allgemei⸗
ner Encyflopädie (Bd. 51, Lpz. 1850), u. Böbele,
Titerarifcher Grundriß zur eigicte der beutichen
Dichtung (Hann. 1857—58). Vgl. Weller, Neue
Driginalpoefien Joh. Fiſcharts, Halle 1854.
Fiſchau, 1) Flug im Kreife Dlarienburg bes
preußischen Regierungsbezirts Danzig, mündet un-
weit ber Stabt Elbing in ben Yluß Elbing; 2)
—— Pfarrborf daran, mit Poſterpedition;
iv.
Fiſchauge, Stein, fo v. w. Abular.
Fiſchaugenſtein, fo v. w. Apophyllit.
— 43 Dorf im Bren en im —
aarbr e P)
bergmwert; 375 a ie, im Sreiie air
berg bes Regierungsbejirts Liegnik; & ber
Panıfie dep nerßorbenen Bringen Möilhehn son
Fiſchan His Fiſche
Preußen gehörig, mil Park; 1800 6
Felſengruppe Marianenfele mite
u. bie Falkenberge, Granitfellen
bairischen Kreiſe Mittelfranben, fließ
berg u. fällt daſelbſt in bie Pegnig
naffauichen Amte Königftein, in bei
wäflerten u. benannten ſchönen Tha
5) Dorf im Amte Willihau des Ed
Luzern; 800 Ew.
Fiſchbai, Meerbuſen in Südafri
Süptüfte bes Caplantes; 2) (Gro
bai) u. 8) (Kleine F.), an ber
guela (Weſtküſte von Sudafrila).
Fiſchbaͤnder, fo v. w. Angelbänber
Fiſchbeck, Dorf im Amte Oldend
Schaumburg in ber kurheſſiſchen Bı
befien, mit ränleinftift; 860 Em.
Fiſchbein, das ans den Barten b
ewonnene Material, aus elaftijche
—* welche zu Stöden, zu Schi
anberen elaftifchen Fabrikaten benußt
Operation, durch welche bie Barte
gewandelt werden, nennt man Bikäh
Subftanz des %-8 befteht in einer I
neben einanber liegender grober F
zur Seite weniger feft mit einanter v
als der Dide nah. Wenn man dat F.
od. in einem Sandbade erhikt, fo '
genug, um fi in Formen prefien ı
nerhalb der Foem abgekühlt, behält e
unverändert bei ır. bient auf dieſe A
u verichiebenen Luxusartikeln, als
abaksdoſen u. dgl. Zum Boliren &
man fich des Bimsſteinpulvers, we
Waſſer auf ein Stil Filz trägt. Eine!
ahmung tes 5-6 iſt das ſogenannte?
Fiſchbeize, |. u. Fiſcherei.
gif ae 1) ſo v. w. Shwimmbl
2) (Kunftgeich.), eine Maßwerksfor
Gothit, einer F. ähnlich, baher Ei
Fenſter, bei denen biefe Form anger
Fiſchbrut, 1) junge Fiſche; 2)
rogen.
1 | (Lepi ‚fov. mw.
53
i
dregg (Schiffsw.), eine Art
e (Pısces), 1) niebrigfte
belthiere, ausgezeichnet daburch, t
rotbes Blut haben, nur durch Kier
att der Vorberbeiue mit Floffen
hre Geſtalt if meift elptiſch,
od. —— doch im Ganzen
nigfaltiger als bei an Thieren
bedung find Schuppen. Dieſe
bornartigen Blättchen von ber m
Bildung u. Zeichnung, andy bei vielen
Gold⸗ u. Siiberglanze. Meiſt werber
von aufen noch mit einen befonber
Schleim überzogen u. liegen dachzie
einander, ob. flogen auch genau an e
find fle zauh (Dradjenbarich), yumeil
(beim Barzerfiich, Seehahn),
fie nicht u. ſehen jährlich neue Lage
den Weichfiſchen fallen fie leicht ab.
iiden (P. elepitodi) %ertritt if
loße [hlüpfrige Hast (Inte heim
Fire
Rande Bilde, 3. ©. der Kofferfilh,
d Ratt der Schuppen mit Schildern
ohl gar Fudchern find. Bei manchen
Stadheln u. heißen Nägel (wie beim
od. fie find wohl auch mit Etacheln
elfiſchen). Die Karben ber F. find
(tig, gewöhnlich metalliſch g nzend.
läuft vom Kopfe bis zum Schwanze
Ainie von Schleimbläsdhen (Seiten.
lateralis). Ihre Bewegungs⸗
Ioffen (Pinnae), befleden meift
(che durch ftrablenfärmige, zwiſchen
fende Gräten unterſtützt u. gehalten
nen buch Muskeln bewegt werben u.
em Stande Rüden (P. dorsales).
wmales, mit jenen zur Erhaltung des
beflimmt), Schmwanz-(P.caudales,
u. Fortbewegung, wie jene jenfrecht
ıf- (P. pectorales, gun Erbeben
icht, eigentlich die Vorberbeine,
geln ausgetehnt), Baudfloffen
ales, vor ter Aiteröffnung, zur Be⸗
mich Die Dinterbeine, zumeilen auch
Bierhaupt nicht immer alle Floſſen
b. Die Strahlen (Radii) Eeftehen
Einer (meift harten u. fpitigen, oft
äte u. heißen tann Stacheiftrah-
mehreren Gliedern u. zertheilen fi
(weiche, cr. ee ae
e Strahlen u. befteben fie nur aus
rfüllter Haut, jo beißen bie ya
Ihre Sinnesmwerlzeuge find
denen anderer Thiere verkhieben.
baben eine fladhe Hornhaut, einen
körper, eine Nidbaut, find jehr groß,
iberfeits des Kopfes, jo daß fie 2 Ge⸗
ı Lönnen; bei wenigen ſtehen fie oben
tel. Die Nafenlöcer find einfache,
n 2 Löchern durchbohrt, aber innen
Heimbaut verſchloſſen, daher wohl
in nicht ſehr ausgebildet fein lann.
t feine äufere Offnung, wird faſt
’abyrinthe gebildet, das häutig iſt u.
ige Körperchen enthält; doch hören
- Die Zunge ift furz, breit, mit
ſt bedeckt u. fcheint ten Geſchmacks⸗
unterftügen. Der Bau des Kopfes
eben; berielbe hat verſchiedene, den
zuberer eierlegenden Thiere entipre-
n; er bat einen Ober⸗ u. Unter-
e oft verfümmer. Die Zähne
ı ben Zwiſchenliefern, doch auch auf
a Gaumen, am Kiemenbogen, find
ft etwas aurüdgebogen, felten Did u.
. lanzettförmig, nicht eingefeilt; ber
bildet gewöhnlich den ganzen Rand
“m. t fi durch Borſchieben
9, der auf beiden Geiten wie ein
fh außbreitet, woburd bie Yippen
gert werben. Ihre Athmenwerk⸗
ıemen (Branchiae), melde im
nei 5) inbchernen Bogen ſitzen u.
sigen, aus neben einander liegenden,
then Faſern zufammengefehten Blät-
Jedes biefer Blätter wırb von einem
zahreicher Blutgefäßchen Überzogen;
ppe, welche ber Kiemendedel heißt,
n meiften Fiſchen das Organ; nad
hinten zu Kann biefe Klappe eine mehr ob. weniger
große Spalte öfinen, um bas Waſſer herautzulaſſen,
a8 bereits zum Athmen gebient bat. Um bie dem
Waſſer beigemengne Luft gu athmen, wirb das
Daffer mit dem Maule aufgenommen u. durch Die
Kehlmuskeln durch jene Kiemenöffnung hindurch⸗
getrieben. Bei den Fiſchen, denen ber Kiemen-
bedel fehlt, wie bei ben Neunaugen, Hals um.
Rochenfiſchen, geht das Wafler durch Löcher an
der Seite des Halfes, die durch Muskeln ge»
Ihlofien werben Lönnen u. in ebenfo viele‘
mentafchen führen. Die mit dem Wafler ver»
ſchludte Luft wirkt auf das vom Herzen in bie
Kiemen firdömenbe Blut. Diefe Einrichtung bewirkt,
daß die F. ohne Stimme find, ba ihnen bie
Lunge fehlt. Das Knurren, bas man von einigen
Hilden (3.3. dem Knurrhahn) hört, wird durch
beftiges Aufftoßen ber Luft aus ber Schwimmblaſe
verurfadt. Die Schwimmblaſe Giſchblaſe, fie
iſt oft — enthält meiſt atmofphärifche Luft m.
fann au@gebehnt u. verengert werten, wodurch das
Auf- u. Nieberfteigen des Fiſches im Wafſer mög⸗
lich wird; fie fe t mit tem Magen (Speile-
röhre) in Verbindung. Die %. haben rothes
Blut, von ein wenig höherer Temperatur als das
Waſſer; es circulirt in einem aus Arterien u. Venen
befiebenden Gefäßſyſtem; flatt ber rechten Herz.
fammer bienen die Kiemen, flatt ber linfen ein
Arterienfamm am Rüden. Die Nerveu ber $.
find ungemein bild. Das Gerüfte, welches den
Körper bes Fiſchet püst, befteht entmweter aus
telMaltigen ochen in einer großen Anzahl; bie
Wirbelfüule bat viel einzelne Wirbel, faſt jeter mit
ein Baar Hip (®räten, Spinae, daher
Grätenfiſche), od. auch mit einem ftacheligen
ortfa nad tem Rüden, od. aus leicht zu zer-
chneidendem Knorpel, veflen einzelne Theile mit
einanber verwachſen find (Rnorpelfiiche). Ihr
Fraß if mei aus bem Thierreihe genommen;
wenige nähren fi) von weichen Pflanzen, bie mei»
fien von Tieinen Waſſerthieren, Laich, Fiſchbrut;
mande find gefährliche Raubtbiere; man kann fie
in Fiſchhältern mit Brod, Erbien ꝛc., auch mit
Blut füttern. An geiftigen Fähigkeiten ſchei⸗
nen die $. nicht bet ausgezeichnet zu fein, inbefien
bat man an vielen ein gutes Gedächtniß, auch Liſt
genug, um ihren Feinden zu entgehen, bemerft;
brigens leben fie meift einfam, nur bie junge
Brut hält fih zufammen u. einige Arten ver-
ſammeln ſich zu gewiflen Zeiten zu ungebeuren
Schaaren (Häringe, Stodfiide); in ſolchen Schaa-
ren, oft zu vielen taufenb Mil. Stüd, wanbern
einige (3. 8. die Häringe), um ihre Gier an ben
Rand der Ufer abzulegen. Aufenthalt: das
Waſſer, deſſen Gewicht faſt dem Gewicht bes Fifche®
gleich if; wenige (3. B. bie Aale) find vermögend
eine Zeitlang außerhalb des Waſſere zuzubringen;
bas Sußwaſſer beherbergt weniger Arten u. Ge⸗
ſchlechter als das Dieermaffer, jo wie bie wärmern
Sewäffer auch reicher an Fiſchen find, als die kältern.
Selbſt mande heiße Quellen beherbergen gewiſſe
Arten Fiſche, wie die Sranzofen auf bem Wege
nad Conftantine bergleihen fanden. Die Forte
pflanzung geichieht durch die vom Weibchen ge-
legten, vom Männden befructeten Gier. Das
eibchen trägt eine Menge Eier (Laich, beim
Haufen auf 6, beim Stodli auf 9 Mill. beim
Häring 40,000 ıc:) bei ſich, bie fle an ben Uferm
abjegen, wobei ba® Männchen nebenan ſchwimmt
n. die Mit auf den Laich fließen Täßt. Die Rilch
ift ein didlicher, weißer, weicher Körper, ber bie
Hoben bei andern Thieren vertritt. Gin männlicher
ifch heit daher Milchner. Die Laichzeit iſt im
— — doch halten einige Gattungen auch an⸗
dere Zeiten ein, ſie kommen dann an bie ſeichten
Stellen der Ufer, mehrere Seefifhe wandern (bis⸗
meilen in regelmäßigen Zigen) die Ströme hinauf,
u. gehn hernach wieber zurück. In ber neueren
zei hat ınan zur Vermehrung der F. in Flüfſen u.
eichen auch eine künſtliche Befruchtung angewendet
u. in Frankreich u. Deutichland Damit recht glückliche
Verſuche gemacht (f. u. Fiſcherei II. n). Das Alter,
welches die 5. erreichen können, kann nicht beſtimmt
angegeben werben; man will Beifpiele haben, daß
einige (fo Karpfen) mehrere 100 Jahre alt geworben
wären. Ihr Wachsthum ift im frühern Alter
ſchneller, langfamer aber im fpätern. Ihrer
einde find viel; u den Menjchen verfolgen
e ſich unter einanber ſelbſt, Wallfiſche u. Hate u.
andere große See- u. Säugethiere vergehren fie in
Menge; ber Laich dient vielen andern Thieren zur
Nahrung; daher ſich auch die Zahl ver 5. nach Ver⸗
— der abgelegten Eier nicht vermehrt. Sie be⸗
erbergen auch viele Eingeweidewürmer n. nähren
Schmarotzerthiere (Fiſchläuſe, |. d.). Gegen dieſe
Feinde vertheidigen ſie ſich theils durch die Flucht,
theils durch Stacheln, Dornen u. Sägen, bie einige
an verichiedenen Theilen bes Leibes tragen, theils
durch Cfektricität od. Leibesftärke. Der Nuten
für die Haushaltung der Natur iſt wegen he
arken ehe ungemein groß, für Die Dien-
hen zwar einfach, meift zur Spetfe, aber gleich"
alls von hoher Bedeutung, da ganze Nationen in
ihnen faft ihren einzigen Lebensunterhalt finden u.
aus ihnen ihre Geräthichaften bereiten.. Die meiften
8. find eßbar ; ihr Fleiſch ift um fo verbauficher, je we⸗
niger Fett fie haben; fo find die Aale ſchwer, Gründ⸗
linge leicht verdaulich. Dieaus ſchlammigem, trübem
Waſſer ſind minder ſchmackhaft, als aus hellem.
Am verdaulichſten u. kräftigſten find die Seefiſche;
in Salzwaſſer gelegt (mie bie Häringe, Sar-
bellen 2c.) werben fie ſelbſt Verbauungsmittel;
[wer verbaulich find bie geräucherten u. bie ge⸗
trodneten, wie die Stodfliche. Die befte Art ihrer
Zubereitung ift das einfache Sieben; alle übri-
gen Künſteleien machen fie [hwerer verbaufich ob.
berreizend durg zugeſetztes Gewürz. Die Zuberei⸗
tungsarten der einzelnen Fiſcharten ſ. u. Aal, Kar⸗
pie xc. Auch in Butter od. DI gelömort (Brat-
iſche) werden fie verfpeift. Der Thran wirb
als DI, die Schuppen, Floffen u. Blafe zu
Schmud u, Leim gebraucht u. die Haut mehr-
fach in der Technik angewendet (f. Fiſchhaut). Als
Dünger find fie ein —* gutes Surrogat, wenn
fie in ſolcher Menge vorhanden find, daß fie zur
menſchlichen Nahrung nicht benutst werben können.
An ben nörblihen Seetüftenlänbern düngt man
oft mit Stichlingen u. Häringen u. ſchätzt 1 Fuder
"Davon = 6 Fuder Stallmif. Man bereitet daher
auch aus ihnen einen Fünftlichen Guano (f. d.).
Der Schaden beſteht in ihrer Gefräßigleit; we⸗
nige find giftig. Die ſyſtematiſche Einthei-
lung ber F. ift wegen ber Hr bes
Körperbaus schwierig; regelmäßige F. heißen bie
von elliptiicher, feitlich gebrüdter Form; unregel-
mäßig bie andern. Linnẽ theilte fie in Knorpel-
Fiſche
fiſche (Pisces cartilaginei, mit, bra
ohne Kiemendeckel, chondropterygi
tenfifde (P. spinosi, nad bem
Bruffloffen in Kahlbfauche, Kehl
Baudfloffer, f. d); Cuvier im (
terygii u. in @igentlide $.
Fiße ‚ bieje wieber in Blectognai
p ier, dann noch in W
— —
pterygii), alle in mehrere Abtheilm:
fteinerungen (Ichth yolithen) trete
wohl im geringer Menge, in ber Gran!
finden fih hier ſowohl Placoiben (4
eren Bebedung aus Meinen harten Kör
als auch Ganoiten (Ganiolepidoti +
des Ag., Glanz⸗ od. Eckſchupper), wı
in den obern Schichten ber Grauma
zuerft erfcheinen. Sehr zahlreich finden
coiden u. Ganoiben in der Iuraforma
von letzteren nur Homocercen (Bild
metrifher Schwanzflofle), während ir
Bormationen nur Heterocercen (File
metrifher Schwanzfloffe) vorkommer
Kreideformation an erſcheinen zahfreid
u. Arten ber in ber gegenwärtigen ©d
malterden Ctenoiden (Utenoides 4
ee) u. Cycloiden (Cycloides .
jdupper), von denen jedoch nad) Age
einzige Art (Mallotus villosus) vo
tiſch mit den unfere Gemäffer bewohnt
Die foſſilen F. finden fich entweber fo,
nere bes 5-8 verſchwunden ift u. bie
u. Schuppen fi, nachdem fie zufamme
leichſam wie ein Abdruck (Siſchabbr
—* od. es find die äußeren Theil
gangen u. blos das Gerippe mit den
geblieben; dieſes am häufigften in Ka
arten. Die merkwürdigſten }. unter be
men. Theile von Fen finden fich gle
Fiſchdaͤrme (Cololithen), früher unter
Lumbricaria zu den Würmern ge
ffofen (Ichthyolithi branchiarum.
gewöhnlich Schwänze, oft einzelne S
Enochen u. Fiſchwirbel (Ichth. ossiun
pen, an einigen Orten, bef. im Kupf
Metallglanz; Fiſchzaͤhne, flach, zungen
ebogen, od. breifeitig In onlopet
onvolut Heinerer Zähne (Rochen
halbkugel⸗ cd. ftumpffegelförmig (Bu
Berfteinerte Siſchexeremente (Ichthy«
prolithen von %-n), zeichnen fich vum:
förmig blätterige, Gehurchte u. gefalt
aus, fo daß fie einem Lärchenzapfen feb
Sie kommen in der Steinkohle, im !
in ber Kreide vor; am bäufigften iſt
Mantellii Ag., welder von Macro
tellii abftammt. Sie find reich an ph.
Kalk u. enthalten noch Spuren eines
Die Naturgeſchichte der F. haben
teles, Xenokrates, Oppianos u. Plinin
gezogen, — aber lange Zeit u
blieben. 16. Jahrh. fehrieb t
Jovius (De romanis piscibus, 1524
aquntilibus, 1553), Ronbelet, Safı
Gesner (Historia animalıum, 15
vand (De piscibus, 1624), Jot
natur. de piscibus, 1649), Bill
piscium, 1696) u. %.; im 18.
bobran
—
Fiſche bis Fifcher
Leyb. 1738, deſſen Philosophia
— von Walbaum,
-1792, 3 Bde.; deſſen Synonymia
18gegeben von Schneider, Lpz. 1789,
Linné annahm u. ausbildete; Klein
iscium naturalis promovendae
anzig 1740— 49); Catesby (Pis-
s, Rümb. 1749, Fol.); 2. Th. Oro»
ichthyologicum, Leyd. 1754—56,
9 (Lfonemifche Naturgefchichte ber
36 u. Der ausläntiihen F., Perl.
2 Bre); Monro (Structure and
f fishus ete., Edinb. 1755, Fel.,
Schneider, Lpz. 1797); Schneider,
u anatemilchen Auffäten u. Bemer-
Märumg der Fiſchkunde, Lpz. 1795;
ie der Ichthyologie, |. Raj, synop-
& pircium, Lond. 1713); de Lace
t. des poissone, Par. 1790, deutſch
008, Berl. 1799—1803, 2 Bke.);
enciennes (Ilist. nat. des poissons,
las, Par. u. Strasburg 1828 - 10);
(Pieces Brasiline, in itinere
tu, 1929); Scdel u. Knrer, Die Sß⸗
Sferreichiichen Nonarchie, p. 1658.
fine tie F. Segenftänte der Unter⸗
zer Reiſenden gemelen, 3. B. von
üppels, Cbreuberge, Tilefius u. v. A.
ben bei den Syrern, Aſſyrern, Phö⸗
upt ten Weſtaſiaten, cinige auch bei
(. Agoptiſche Mpthrlegie) göttlich
beten, Ichthyolartrie), ſolche
tbeiten waren Lannes, Dagen,
gatis (ſ. d. a.), daher war einigen
Böller u. ten Prieftern der Genuß
n. Daſſelbe Verbot fand fich auch
ereern, angeblich weil 5. ein Natur⸗
stillihmeigens waren. In Lylien
Htbyonıanteis, Priefter, Die aus
ı gemwijjer 5, 3. B. des Orphod, ber
is u. a. Crafel gaben, wahrſchemlich
ben auf Infeln, Küflenläntern u.
higen Beobachtungen ber F., z. B.
ale Berfünbers des Sturms. Wie
ezeichniete ber 5 Vermehrung, Zus
sthum, Reichthum. In ter indie
slehre erſcheint Wiſchnu in ber 1.
Auf alten chriſtlichen Grabfteinen
n en F. find eine Namen⸗
ven Anſangsbuchſtaben der Worte
os Osou Yilos Zurno (Jeſne Chri-
Sohn Heilant). ei den Alten,
Römern, waren F. u. bie Haltung
de (Piscinae) ein großer Luxus.
nbete gegen 400,000 Thlr. jährlich
de; am verſchwenderiſchften zeigten
u. Lucullus (ber fogar feine Diu-
Taven gefüttert haben fell, weil er
Daß tie F. durch Menſchenfleiſch
ser wurden); dieſer ließ Berge durch⸗
as Meer in feine Teiche zu leiten.
erſcheiuen %. gekrümmt u. aufrecht,
eife zc. u. find oft beſchuppt, bebartet
gl. Deiphin). Sie follen Unſchuld,
as Vaterland, Wachſamlkeit, Ver⸗
u. wenn be gegen den Strom ſchwim⸗
Ingtüdlidyen anbeuten, zuverläffiger
= oft ben Namen bes Beſitzers aus.
— nn —ñ——— — — — —
——————— ——— ——— — — — — — — — —
— —
303
Fiſche (Afren.), letztes Zeichen des Thierkreifes
(%), von dem man aber bas Sternbild nnterfcheiten
muß, das in der Ekliptik von 159 bis 28 ' "V reicht,
n. in das jet ber 1. Punkt bes Widders fällt, ge⸗
bildet durch 2 Fiſche, tem nördlichen u. füb-
lien (P. boreas u. austrinus), bie burd ein
Band vereint find. Jener if unter Mirach am
Gürtel ter Anbromaba, im Zeichen des Widders,
diefer unter dem Viered im Pegafus, zunächft
nörbli am Aquator. Das Sternbild nimmt einen
großen Raum am Himmel ein, bat aber nur
terne bis zur 4. Größe; nur 1 Stern im Bande
kann als 3. Größe gelten. Der Stern T' murte
1555 entbedt. Im Sternbild ber F. enttedte
Harding in Göttingen am 1. Eept. 1804 den
Planeten Juno u. Chacornac in Marjeille ten
20. Sept. 1652 bie Maffalia, Luther in Yilk ten
5. Oct. 1555 bie Fides u. am 15. Eept. 1857 Die
Aglaia (f. d. a). Der Mythus erzählt: Bei Hiera-
polis war ein großer Fiſch, Der die ine Waſſer
gefallne Derketo rettete, von ihm ſtammten 2 an«
dere F., welche, wie er, verehrt u. unter bie Ge⸗
flirne verſetzt wurden. Der große iſt der, welcher
bie Urne tes Waſſermauns austrinkt (der ſüdliche
Fiſch), die beiden andern F. aber ſind die Geſtirne,
welche dem Zediakalzeichen ven Namen gaben.
Fiſche, 1) (Scloſſ.), ſo v. m. Fiſchband, beſ. bie
beiten Lappen deſſelben, welche in das Holz ein-
gelaſſen werden; 2) fo v. w. Spielmarken; 8)
(Schiffe), Effnungen im Cherlaufe des Verdecks,
durch welche Die Maften geben; $) die Hölzer, mit
weichen Die Moften an ten Zeiten beieftigt werben.
iſchegel, Gatrung ter Blutegel, ſ. d. d).
iſcheidechſe, fo v. w. Ichtbyeſaurus.
iſcheklik (türt.), der Kartuſchtorniſter der Ar⸗
tillerie.
Fiſchen, 1) ſ. Fiſcherei; 2) (Seew.), vom
Steuerruder, wenn es den Grund berührt u. Das
Waſſer dadurch trübe macht.
Ken (türk.), je v. w. Petarte.
iſchenthal, von ter Teß durchfleſſenes Thal
im Bezirk Dinmweil des S chweigercantens Zürich
mit weit zerfireuter Gemeinde: Viebzucht, Bauın-
wollenweberet u. Spinnerei; Poftburcan: 24u0 Em.
Der Grund zu ber Kirche der Gemeinde wurde ſchon
im 9. Jahrb. von Salomon, Biſchof ven Conſtanz,
gelegt, welcher fih ver den Verfolgungen ber jchwä⸗
bifchen Herzöge hierher flüchtete.
iſcher, ſon. Fiſcherei.
er, 1) Joh. Bernh. Fiſcher v. Erlach, geb.
1650 in Prag, bildete ſich in Rom zum Architekten,
ſchloß fi der barodeu Richtung des Borromini
an, wurde, nach Öſterreich zurückgekehrt, kaiſerlicher
Oberlandbaumeiſter u. entjaltete als ſolcher eine
außerordentliche Thätigkeit Er wurde geadelt u. ſt.
1724 in Wien. Von ihm rühren ber: die Südſeite ber
kaiſerlichen Burg in Wien, Das kaiſerliche Luſtſchloß
in Schönbrunn, ber kaiſerliche Marftall, tie Neiche-
fanzlei, Plan zu ter Kirde St. Karl Borromeo,
die Kirche St. Peter in Wien, Palaft des Prinzen
Eugen, bie f. k. Hofbibliethel, der Batthyauyiſche
Palaſt, tie Univerfitätsfirche in Ealzbura u. a. ı.;
er ſchr.: Entwurf einer biftwrifchen Architektur in
Abbiltung berühmter Gebäude des Alterthums,
1712 — 21, Fol.; Gebäude der Statt Wien. 2)
Joſ. Eman., Freiherr Fer vun Erlach, Schn
bes Vorigen, geb. um 1680, bildete fich zum Archie
tetten unter Leitung feines Vaters u. auf Reifen in
304
Stalien u. England, unterſtützte, nach Wien zurück⸗
gelehrt, feinen Bater bei verfchiebenen Bauten u.
vollendete mehrere von jenem begonstene Baumerfe.
Er war ber erfte, welcher in Deutſchland den Ge⸗
brauch der Dampfmaſchinen einführte, indem er
dieſelben im fürſtlich Schwarzenbergſchen Gartenzum
Getriebe ber Waſſerkünſte anwendete. Schon früher
war er zum Hofarchitekten ernannt worden, ſpäter
wurde er noch kaiſerlicher Rath u ſtarb nach 1740. 8
Erdmann Rudolf, geb. 1637 in Haſen⸗Preppach
bei Koburg, ftudirte in Wittenberg Theologie;
wurde 1721 Diafonus in Koburg, 1741 Ardidia-
tonus daſ., 1758 Generalfuperintenbent u. Confl-
ftorialratb n. zugleich Opmnaflalprofefler u.fl. 17765
er fchr.: Vita Joannis Gerhardi, £pz3. 1723; Die
umgeänberte augsburgiſche Confeſſion mit theolo-
giſcher u. hiftorifcher Einleitung, Kob. 1730, n. A.
eb6b. 1755; Vollſtändiges Kirchenbuch ꝛc., ebb. 1743;
Richtige Anweiſung zum rechten Gebrauch des Hei-
nen Katehismus —32* ebd. 1747.4) Eberhard
Ludwig, geb. 1695 in ðroßheppach im Württem⸗
bergiſchen, wurde 1727 Pfarrer in Zavelſtein im
Schwarzwalde, 1732 Profeſſor der Poeſie am Gym⸗
naſium zu Stuttgart, 1742 Stadtpfarrer zu St. Leon⸗
hard —9 1744 Oberhofprediger u. Conſiſtorial⸗
rath; er betrieb als Mitglied des engeren Ausſchuſſes
des Landtages 1764 die Klage, welche die Württem⸗
berger gegen das verfaſſungswidrige Benehmen ihres
Herzogs Karl beim Reichshofrathe erhoben, worauf
der Erbvergleich des Herzogs mit der Landſchaft
kom 2. März 1770 erfolgte; er fl. 1773 u. ſchr.:
Geiſtliche Betrachtungen, Stuttg. 1747, u. gab
mit Tafinger, Hammer u. Bilhuber das Würt-
tembergifhe Geſangbuch, Stuttg. 1741, heraus.
5) Johann Eberhard, geb. 1697 in Eflin-
en, wurde 1730 Prorector an dem Gymnafium
u Petersburg, ſpäter Profeflor ber Gedichte u.
Alterthumetunde, machte 1739 — 47 die befannte
Erpebition nah Kamtſchatka mit u. fl. 1771 in
Petersburg; er ſchr.: Eibiriihe Gedichte, Pe-
tersb. 1768, 2 Thle.; Quaestiones Petropoli-
tanae, Öötting. 1770. 6) Johann Wilhelm,
eb. 1711 in Hanau, ftudirte feit 1732 in Jena
beologie u. Philologie, wurde 1736 Prorector
an der Schule in Hanau, 1745 Pfarrer in Rod⸗
beim vor der Höhe u. zuletzt 1761 in Dubenhofen,
wo er 1775 fl.; er fir. u. a.: De Reuchliana et
Erasmica graece legendi atque pronunciandi
ratione, Hannov. 1741. 7) Johann Ehri-
ſtian, geb. 1712 in Schlöben im Altenburg'ſchen,
fludirte ın Jena, babilitirte fi) daſelbſt als Privat-
bocent der Philoſophie, faufte dann jeine Buch⸗
pant ung u. fl. 1793; er ſchr.: Selecta et rarıora
atii purioris monumenta, Jena 1737; und gab
heraus: Ars semper gaudendi tes Alfons An-
tonius v. Sarofa, Frankf. 1740 f., 2 Bde.; eine
Überfegung biefes Werkes, Altenb. 1748; Jani
Nicii Erythraei epistolae ($ena 1740, 2 Bde.,
3. X. 1749) u. Orationes (Altenb. 1741); Stru-
ve's Einleitung in bie (heraturgeißiche, mit Sort»
ſetzung, Fr. 1754; R. Steele’s Bibliotheque des
dames, Jena 1766, u.a. m. 8) Joh. Kriebr.,
get. 1726 in Koburg u. gefl. 1799 als Hector an
er Thomasihule u. Profefſor zu einig; er ſchr.:
Prolusiones de vitiis lexicorum N. T., y}.
1791; gab Weller (f. d.) Griechiſche Grammatit,
ben —** Anakreon, Paläphatus, Platonis
dialogi u. Artftophanes (f. d. a.) %. 9) Joh.
Bifiher
Martin, geb. 1741 in ee tan
Wien, wo er bie Akademie befuchte, be
nen Ruf ale Bildhauer Durch die Ve
Façade des Palaftes ber Prinjeſſu
welche er gemeinſam mit Meſſerſchmit
Neben feiner künſtleriſchen Tbätigfeit
DR des Stubinms ber Anatomie u. er
onbers einen Ruf burch bie Ausfi
Statue der Anatomie, welche zum U
Künſtler dienend in zahlreichen Gypt
an anderen Alademien Aufnahme far
Wien 1820. 10) Ludwig, geb. 17:
trat fehr jung als Sänger in bie bortig
Capelle, bildete fi Dann in Manhein
ftubium, betrat bie bortige Bühne u
derjelben 1778 nach München über, vo
fein Ruf als Baffift ſchnell verbreitet
inger bald darauf nach Wien, bereifte :
ttalieniiche Städte u. wurde 1788 Hı
in Berlin; er farb, feit 1815 penſio
Berlin. Er war einer ber vorzüglichf
feiner Zeit u. befaß zugleich ein beveute
ipielertalent. Er war vermählt mil
Straffer, geb. 1758 in Manheim,
bie Bühne in Mainz, wo fie mit gr
fang u. fpielte, verließ aber 1789 n
krankheit das Theater. 11) Reinhı
nand Heinrich, geb. 1746 in Sh
mete fih dem Baufach auf ber Alı
Baterftabt, trat in Die Dienfte bes $
fir welchen er viele Plane zu Parlar
ſchlöſſern u. fonftigen Bauten entwarf
Er wurde Oberbanbirector u. Majoı
Bon ihm rühren vorzugsmweife bie
nebft Gebäuden zu Hohenheim nm. (
ber. 12) Gottlob Natbanael, |
Graba bei Saalfeld, ſtudirte feit 17
wurde 1775 Schulrector in Halberft:
1800; er fchr.: Dlavibes u. Rochow,
müthige Briefe Über das Religiont:
weien, Defian 1782; 2. Aufl.,
Florilegium latinum anni aerae
1786 , 8pz. 1785; u. rebigirte feit 17€
räbtifhen gemeinnütigen Blätter. :
Chriftoph Ionath., geb. 1750 :
war Proſeſſor des Staats⸗ n. Pehrme
u. fl. 17975 er ſchr.: Verfuche über bie
beutihen Erbfolge, Memmingen 17
Über bie Gefchichte des Defpotismut
land, Halle 1780; Kleinere Schriften
ſchichte, dem Staats- u. Lehnrechte
2 Bbe.; Geſchichte des beutihen £
Schifffahrt 2c., Hannov. 1785 — 9
Friedrichs IL, Königs von Preußen,
2Bde. u. m. 14) Job. Karl, geb. :
ſtädt im Weimarifchen, wurbe 1793
Mathematik in Jena, 1807 in Deorl
in Greifswald u. ft. Dajelbft 1833. €
mehreren Elementarbüchern ber math
Naturwiſſenſchaften noch: Phyfikalifi
buch, Gött. 1798— 1827, 10 Thle; '
Phyſik feit der Wiederherſtellung ber
1801 — 1808, 8 Bde.; Abhanbiung v
gung, ebd. 1803; Grundriß ber geſam
matit, Lp}. 1807— 1809, 3 Bhe.: |
ber Differenzial-, Integral» u.
nung, Eiberf. 1811. 15) Bottheift
1763 in Olrylla bei Meißen, werke '
=. Yifden | 006
a Gabettencorps u. dehrer an der bie 1810, 4 Bde.; Alex. Laborbes ·nencſtes Gemätbe
ifchen Säule inDresbenn ft er von Spanien, Lpa. 1809 f., 2 Bbe.; Harriots
— der vorzůglichſten im Forſt —— — in 4 Welttbeifen, eb. 1818; Ge⸗
— a — mälde von Brafllien, Peſth 1919; Striegs - m. Reife
1a; Kopfrehnen auf phy- | fahrten, 2py. 1820 f,, 2 Bbe.; Die merfiwürbige
Segenfänd: angewandt, | Sellungaaeichihte ber rlirflin Matbilbe dv. Schwar⸗
uf. ehr Anleitung zur prale | zenberg, Berl. 1821, 2 Defte 19) Karoline
gu u Projection ber vorzüglihfien | HMunmite, neh, Benturini, acb. 1772 in Braun⸗
tete, ebd. 1809; Lehrbuch zum | jchmeig, erfi Gattin bes Hofprebigers Chriſtiani
in der bien u B en⸗
115, 2 Bbe., 2. Aufl. 1823—26;
Rem Unterridt in ber Geometrie,
md der ebenen u. ſphäriſchen Tri⸗
1819; Anfangegrände der Gtatil
r Körper, Dreeb. 1822; Anfangs-
rofatit u. Hydraulik, "ebd. 1824
h, geb. 1769 in Wien, kam 1783
tabemie u. ſtudirte unter er die
r Schmuzer tie Kupferftecher
nes Gemäldes von ——
pel lehrend, erhielt er 1793 den
ei Fe Softupf
En Frankrei
ner Zurädtunft 1804 Director ber
emälde- u. e bildenden Känfe
r Alademie ber bildenden Kün
Dichaftegeihnung u. flarb in
&. Zm Belvedere zu Wien — *
ere landſchaftliche Gemälde, u. «.:
nnerin am Kreuze, — ein hie
gar in der Wüfle. Bon feinen
b bie bemerkent — Die
fe bei Orſtrow in Mähren, Chri⸗
techerin nach Füger, Pyramus m.
vun, Yuferwedung Deo ann
e Srablegung nach Schibone. 17)
bine, geb. 1769 zu Soljen in
wurde 1798 Dialonus zu Zſchaitz,
‚ 1801 Archidiakon bafelbfi, 1810
1819 Superinbentent in San
veritirt, 1847 bafeibft Er fr. —— |
Prebigerfchnle, 1809; Die Offen»
Be. Riräfihe &e Raterhife
iflliche Betſtunden, 1834,
lee: meines Lebene, 1834;
igtbuch, 1836; Predigteutiürfe,
Anguf, geb. 1771 im Leipzi
x 1788— 1792, bereifte in lauf⸗
* di
erhiel 1817 ſeine Ent⸗
Ki Er een von
£p. 1821), die er imter
ieh, nieht heraus
1— H - eine Feſtung ger
rte er zu
San n. Banupis 1829 in en
erdam
—* —— oe) Pa
St; Komtiche Romane ber Spa-
—F 2 Bte,; Reifeabentener, Dreed.
, 1806; Neue Reifeabentener,
4 de; Gemälde von Balencia,
9,3 Be ; Derareifen, edv. 1804
meine Meiiebibironbet, Berl, 1806
ka. 4. Ruf. VL
m artnochens £pı. 1800:
She Seltenheiten, 2
in 15 bee Bang nad) ber Erennung von d
1508 bee Borigen Gattin, lebte aber auch von diefem
er in Heibelberg u, ſchr. unter dem Namen
uguſte: Onftane ! ——— Ip}. 1801 ; Bier»
ehn Tage in Parie, eb. et Die Hon — *5
1502, 2 Eble.; Der @inftling, e
Margareike, The. 1812; Kleine Grjöftungen
u. romantifche en 1818 u. a. m
at * 171 in aldheim, wurbe 1
ſeſſor u. Bibliothelar an ber Gentraficurfe in
| Di ‚ dann Mitglied des Gemeinberatbe u. ſeit
scofeffer der Ratnrgeichichte n. — a
Du ae in Modlan, wo er ben 18. October
f Er war ber erſte, welcher in — eo⸗
Ihe Forſchungen in grefiem Maffta I ge
ndete ni riesen — in —2**
er die verſchiedene Form tes Inter⸗
er, Berti 1806,
6 Essai sur les monumens phi-
gnes Er Jean —— 1802: Eat Re
ttonalmmfeum ber Na a Bari, Sr
1803, 2 ®be.; Anatom
verwandten ‚ebd. 1804; Description de
| museum d’hist. natur. d’universit6 de Moscau,
Motten 1806; Mussum Demidoff, ebd. 1805 f,
2 Dbe.; Onomasticon du systäme.d’ oryctogno-
sie, eb. el; Entomographie de la Russie
et genres des Insectes, ebb., 2 ei 21) Fer⸗
binand, ‚gen. 1780 in 9 —— in
Halle, wurde 1812 Abjunct an in verfltät zu
Mostau u. 1823 Director * von ihm begrunde⸗
ten ee Gartens in Petereburg; felt 1850
Rarb er 17. Iumt 1854 in Betereb *
(er. X ein geberfi: Plantes recuellies pen
—* des Russes autour de monde *
Krafenftern), Tub. 1810, I Pat 107 ophyl-
Betersb. 1839; ice Samen,
Pataloge des Botanilden — *8 Jo⸗
ſeph, Sohn von %. 10), geb. 1780 in 1 Bien, betrat
ae die Bühne In m, wo er als erßer Vaſſiſt
agirt wurde, —— 1804 an ber Oper in tut»
gi
= ck anf Reifen dur Deurldland, bean *
en u. ließ ſich in Flor
einr.Rariv.%.,geb.1782in Manheim, wib
der Bauknnſt, Ir mei e er iin
tallen ausbildete, ließ m in Munchen nie»
Oberbaurath u. Brofeflor der r
der, wurde
in
Be 1,2
17% in —— er in In ic: Ba
ef feine
| Raben 1611 Zuaakl ————
⸗
us. A
306 Fiſcher Bis
gierungsafiefior u. fpäter Landrath; er trat 1825
in fürftlih Leiningenſche Dienfte, wurde 1831 im
Großherzogthum Oldenburg Reaierungep äibent
des Fürſtenthums Birkenfeld, 1847&eheimerStaats-
rath, jedoh im April 1848 mit Wartegeld außer
Activität gejegt, woraufer als Privatmann in Jena
lebte. 1852 verfaßte er die DBefchmerbeichrift der
Sachſen⸗Gothaiſchen Ritterfchaft an den Bundestag
in Betreff der von berjelben durch das Jahr 1848
verlorenen Rechte. ALS bie Auflöſung der deutſchen
Flotte bejchlofjen worden war, erhielt %. 1852, nun
förmlid aus dem oldenburgiſchen Staatsbienfle ent-
lafien, vom Buntestage den Auftrag, die in Bre-
merbaven liegenbe beutfche Marine zu verfteigern.
Im Sommer 1853 nad dem Fürftenthum tippe
berufen, trat er an bie Spite des bortigen neu⸗
gegrimbeten Cabinets u. gab Veranlafſung zu den
ald Daraufeintretenben Berfaffungsmwirren in biefem
Lande (f.u. Lippe). Am 3. Juli 1855 wurde er zu Ko⸗
burg verhaftet u. wegen Majeftätsbeleibigung in
Vetreff der erwähnten ritterfchaftlihen Beſchwerde
ur Unterfuhung gezogen, doch nad Cautionsſtel⸗
ung jeiner Haft endichen. Noch in diefem Mo⸗
nate wurde er auch aus dem Tippifchen Staatsbienfte
entlafjen u. lebt num als Privatmanı. Er ſchr.:
Der bentjihe Abel, jeine Vergangenheit u. Zukunft,
1851; Aburtheilung in der Sejuitenfrage, 1853;
u. zur Redtfertigung feines Kantsmännithen Wir⸗
kens: Politiſches Martyrthum, Lpz. 1855. 25)
Ferd. v. F. Sohn von x 7), geb. 1784 in Stutt-
art, widmete fi) ber Baufunft, in welcher er in
ien u. Baris, fowie auf Reiien in Stalten feine
Studien madte. Seit 1812 in Stuttgart anfällig,
wurbe er 1816 — 1834 Vorſtand u. Haupt⸗
lehrer an der Polytechniſchen Schule, 1844 Oberbau⸗
rath u. trat 1852 in ben Ruheſtand. Unter ſeiner Lei⸗
tung entftanten eine Menge ner Banten in
Württemberg, namentlid Schulhäujer u. Kirchen.
26) Alois, geb. zu Laudek im tyrofer Sherinnthale
zu Enbe tes vorigen Jahrhunderts, ftubirte bie
Nechte, wurde Advocat in Salzburg, ging nad)
Ausbruch der Märzrevolution 1848 mit 3 anderen
Deputirten von Der Stadt Salzburg nah Wie,
um bei dem Minifterinm bie parlamentariihe u.
abminiftrative Selbſtändigkeit des Landes anzubah⸗
nen, arbeitete Dann die Grundzüge ber Landesver⸗
aſſung aus u. bewirkte einen Zuſammentritt der Yan»
esvertreter, bamit bie Verſafſung berathen u. dem
Miniſterium zur Genehmigung vorgelegt würbe. Im
Juni wurte 5 von dem Tante Salzburg zum Ver⸗
treter in ben Reichstag gewählt, bald nachher von
dem Miniſter Dobblhof ın das Bureau des Innern
berufen u. im Auguft nach Tyrol geſchickt, um fich
von dem Zuftande bes Landes zu überzeugen, im
December als Lanbeschef nach Oberäfterreich gefen-
bet u. Anfang 1850 zum Statthalter dieſes Landes
ernannt. 27) Friedrich, geb. um 1800 im
MWürttembergifchen, habilitirte fich als Nepetent in
Tübingen u. wurde 1632 Profeſſor der Philoſophie
in Bajel. Er ft. 1853, feit einiger Zeit geiftestrant,
in der Heilanftalt zu Winnenten. Sein philofophi-
ſches Syſtem nannte er den intellectuellen Empi-
rismus; derjelbe beruhte im Wejentlichen auf bent
Satze, daß ber Inhalt ſowohl ter äußeren, wie ber
inneren Wahrnehmung die von dem Wifien unab⸗
ar Wirklichkeit ſei. Er jchr.: Über ben Begriff
er Philoſophie, Tüb. 18305 Bon der Natur u.
bem Leben ber Körperwelt, ebb. 1832; Über ben
Bücherei L
en ber Seele, Lpz. 1833; Naturlehr
Bajel 1835, 3 Bde.; Lehrbuch ber
ebd. 1838; Der Somnambuliemus, el
1839, 3 Bde. Außerdem: Die Baſele
ceffe, 1840; Über Lie Entſtehungszei
bafeler Todtentanzes, 1849; Johaur
en. a Lapide, 1852; Der antolegi
fir Das Dafein Gottes, Baſel 1852 u
Lungen. 28) Beatrir, 8. - Scwarzbö
in Temesvär; ihre Mutter heiratbete,
früh den erften Gatten Macher verlor
Regiffeur u. Chordirector Schwarzks
bildete feine Stieftochter tbeatraliih aı
1821 im Theater an der Wien zuerft als
rinaufu.ging 1824 3ur Cperüber. Siel
Schaufpieler F. u. machte mit biejem gr
reifen durch Deutichland, nach Paris
Seit 1831 ift fie am Theater in Karları
29) Karoline 9. Achten, geb. 18(
betrat 1827 das Hofoperntbeater bafelt
1830 den Schaufpieler Fr. Fiſcher, mil
an ber beutfchen Oper in Paris fpielte
in Frankfurt a. M. u. feit 1836 in
angeftellt. Der Eindrud ihres Geh
durch ihr vorzügliches Spiel weint!
30) Kuno, geb. 1824 zu Sondewalde
ftubirte feit 1844 in Leipzig u. Halle I
Philofophie. Der junghegelichen Richm
blieb er jeboch ben extremen Außerun
fern. Nachdem er feit 1847 eine Hauele
Heidet hatte, hielt er 1850 kurze Zeit
becent philoſophiſche Borlefungen in
worauf er als Privatmann mit fchriftfle
beiten beſchäftigt dafeltit lebte. 1655
Berlin, um fid) dort zu habilitiren, be
feine Borlefungen beginnen konnte, er
einen Ruf als Brofeflor der Philofophi
verjität Jena. Er jchr.: Dietima, '
Schönen, Biorzb. 13495 Geſchichte.
Bhilojophie, Manh. 1552—55, 2 Wk
meiner Yebre, ebd. 1854; Logik u.
Stuttg. 1552; Baco von Berulam, %
Seibfibelennmifle Schillers, Frankf.
Bilherbont, ſ. n. Fiſcherei 1).
Fiſcherei, Die Zudt u. ber Fan
Der Bifchfang od. das Siſchen wird gei
eigens ſich dieſem Geichäfte widmende
trieben, die in manchen Gegenden eine
od. Brüderſchaft (Bifchergitde, Fiſchen
Da ſie am Meere, Seen, Flüſſen oft
zur Entfiehung einer Stadt gaben, fı
an manden Orten oft noch befond
Giſcherrechte) u. bewohnen ein eigen
(Siſcherſtadt, SFiſcherkiets, Kiets).
nur mit großen Netzen fiſchen, wer
meifter genannt. In anderen Geg
F. frei. Die 5. theilt fi in wilde u. ;;
wilde %. finder im Dieere, in Landſee
Bächen Statt, u. es gehören zu ihr al
bie Krabben, Hummern, Krebfe xc.
Mecre filht man gemöhnlich in, mit
verjebenen, 5—6 Perſonen faffenten
u. rüftet blos, wenn bie F. an enti
betrieben wird u. befontere Zwecke bi
Fang des Kabeljaus od. Häring) ei
Giſcherſchiffe) aus; vgl. Häring u. Ka
werben am Ujer bes Meeres Pfähle u
gen in Geftalt eines Hufeifene eingeid
Fiſcherei I. (Wilde Fifcherel) 307
) u. runb um biefelden Rege befeftigt | Offnung ber großen gfeich iR, ber dann aber gleich
‚ fo daß bei der Fluth Die Fiſche Über | enger zuläuft u. fo meit am binteren Ende offen
n umyäunten Raum kommen lännen. . bleibt, daß tie friiche bequem bineinlönnen (Eine
Etangen find Rollen, über welche bie | fehlen). Die Flügel laufen nad der Breite des
en in die Höhe gezogen werben, fotaß ı Fluſſes aus u. müſſen noch etwas über das Mafler
Aufziehbung der Nee nicht zuriid u. | binausragen; Reifen werben eingebunten, um ben
:tenen Ebbe gefammelt werben kennen. | Sad offen zu balten, u. an fie wird vorn u. zu beiden
zen» u. fließenten Waſſer find |, Eeiten ein Pfahl angebracht, um das Ganze zu be⸗
m Arten zu fiſchen: a) F. mit ber feftigen; auch die Seitenwände u. das Ende ber
Angel. b) Mit dem Siſchbamen, einem : Schnur werten durch ſolche Pfäble befeftigt; durch
Ret, das mittelft eines Bügels (da | bie Flügel wird den Fiſchen der Weg zum Bad ge
amen) an einer weiten bölzernen | zeigt. cc) Die Wände; fie haben jo weite Ma⸗
Niſt. Man bat große m. kleine; nad | fchen, daß ter Fiſch blos mit dein Kopfe durchkann,
en Gebrauche babe diefelben ver- | der Übrige Körper aber zurüdbleibt; wenn num
ım: Borjeg-, Hand-, Zug, | Derfelbe die Kiemen öffnet, bleibt er in ven Wänden
fs, Rrap- Scheren-sc.Hamen. | hängen. dd) Die Sente, cin vierediges Net, Das
ufen, aus zähen Weiten geflochtenen, | an 2 freuzmeis gebundene Reiten mit ven Eden bes
1, fe eingerichteten Körben, daß tie | fefligt wirt; bebt man es an tem Kreuzbunde ber
ie große Mündung derfeiben nah tem | Reifen, fo belommt es eine Vertiefung; das Ganze
den Köter hinein⸗, aber nicht wieder | hängt an einer Stange, inben an das Kreuzbund
fonnen. Eie merken entmeber an | eine Schnur befeftigt wird, bie man an tie Spibe
eſeſtigt ıı. mit einer Beihmerung von | terjelben bindet. ee) Das Wurigarn, ein ge
x tem Waſſer gehalten, od. in bie | ßes trichterförmiges Net, das an bem weiten Ende
Be u. Scen verſenlt, wie fie Bou- | mit Bleikugeln befchiwert wird, u. deſſen cheres
am Ende von Bifchzäunen (Bifhiweh- | Ente man mit einer Schnur jchließt; e3 ſinkt, auf
ch die Flüfſe gelegten trichterförmigen | bie Oberfläche des Waſſers geworfen, fchnell unter
ten Mitte eine Offnung Rx vor welde | u.umjchließt alle Darunter befinblichen Fiſche, welche,
enſo mie bie Garnſäcke n. Netze [[.unt.], | ba man das Garn mit einem anı weiten Ende an»
ı) gelegt, wie Die Bunge (Trom⸗ gebraten Zuge zufchließt, Darin bleiben müſſen.
Nergens u. Abends werten bie Reu- | FH) Die Schlauchgarne (Garnjäde, Garn-
nes eiiernen, an einer langen Stange | ſchläuche), dem Treibezeuge (f. oben bb) ähnlich,
ens (Fiſchbaken) aufgehoben u. die ge nur beftehen fie aus einem bloßen langen Sacke ohne
e durch ein im Bauche bes Korbes be» | Eintehlen ob. Flügel; man befeftigt fie gleichfalls
irhen herausgenommen. Gin fo im | durch Brähle u. ſtellt fie dem Flu entgegen. 173)
äunter Ort heißt Fach, u. bie im | Die Künfpforte (Künfporte), ein Wet, Das
ten Reufen Fachreußen; if eine | 6 Seiten mie ein Würfel bat; 5 Seiten (ber Boten
18 Garn geftridt, fo heißt fie Garn- | ausgenommen) haben in der Mitte eine Öffnung;
Rit Zifchnegen, d. h. von Binbfaben | tas Neu wird an 4 Pfählen in tem Fluſſe od. See
ruen (Bifcdergarnen) von verichiebe- | befeftigt. kb) Das Haubennetz, ein großmaſchi⸗
e größten heißen Zuggarne (Zug- | geb, weite Neg, wird vor ben Eingang eines engen
e werben entweber von einem od. | Netes geftcllt. Ein Fiſchnetz mit einem Beutel wird
sten cd. in Meinen Gewäſſern mit | im Allgemeinen auh Beutelgarn (Beutelneh)
u. ſchmalen Nachen, Fiſcherkabn (ter | genannt; eine Wand von Netzen, welche an Pfähle ge-
zen Arten ber F. gebraudt wird), | radbeaufgeftelltwird, heißt EugliſcherFiſchzaun.
auf ber Stelle ausgemorfen, ob. | Ein ſchwimmendes Fiſchernez nennt man Floß⸗
iſchzäune, wie bie Fiſchreußen ange⸗ garn. lim die Fiſche in Die Pete zu jagen, bedient
sorzüglichfien Fiſchnetze find: aa) bie | nıan ſich mandherlei Vorrichtungen, fo Der Bifchweibe,
langes Neg, gewöhnlid um & ob. 4 | welche aus Faſchinen von Weiden befteht, die kreuz⸗
ang, mit einer Ober⸗ u. Unterleine; | weisaufeinanbergeichichtet, oben mit allerlei Strauch⸗
ten Stüde Holz od. Kork angemadt | wert, Gras u. dgl. betedt u. hinlänglich mir Pfählen
„Bekorken), bamit biefeiben auf befugt werben, bamit ſich Die Fiſche Darunter verbere
hwimmen, an lettere aber Blei be» | gen. Wenn ſich dieſe bahin gewöhnt haben, fo umſtellt
n), um biejelbe auf dem Boben zu | man bie Fiſchweide mit einer Wathe, zieht Die Fa⸗
Netz wird an dem einen Ende eine® | fehinen empor, ſcheucht Lie Fiſche mit ber Siſchtrampe
‚eiches ausgebreitet u. von einer cd. | (einer 6—7 Ellen langen Stange, welche am unteren
onen (Sarnle — auf beiden Sei⸗Theile mit einigen über einander gelegten Scheiben
er- u. Unterleinen gefaßt; man durch⸗ | von Filz od. Leder verſehen if), aus ihrem Lager
fer mit ihnen an dem Rande n. be» | auf u. in tie ausgefpannten Netze u. zieht ſolche
darin enthaltenen Fiſche. bb) Das | ſammt den Fiſchen beraus. At dieſe Zurihtung
15 es beflebt in einem von Netz ge- | von Bretern u. Steinen gemacht, jo wird fie ein
bon 1 od. mehreren Ellen im Durch» | Stfäport geuaunt. e) Mit Siſchleuchten; ın einem
-15 Ellen Länge; vorn am weiteflen, | von Draht od. Eifen geflochtenen u. mit einem Ztiele
ve an Weite ab u. entigt hinten in | werfehenen Korte (Leuchtlorbe) werben Hein ge-
ı nach Berhälmiß feiner Größe, bie | ſpaitene Kienftüde angezüntet; einer ber Fiſcher
ine burchgegogene Schnur zuziehen | hält dieſes Feuer über ber Oberfläche bes Fluſſes
e beiten Seiten des Sackt werben | od. Baches, wodurch bie Fiſche geblendet werben,
(Flügel) u. in benfelden ein vicl | jo daß man fie bequem mit den Händen, mit Ga-
ıgerer Flügel geſtrickt, deſſen voxbere | bein od. Netzen fangen lann. Do6 muß Dies ſtets
308
dem EStrome entgegen geichehen. An vielen Orten |
iſt jedoch dieſe, use überhaupt bie F. bei Nacht,
verboten. Etwas Abnliches ift das in China übliche
Fiſchen mit dem Spiegel, wobeiman Fiſche da⸗
durch anlockt, daß man das Mondlicht mit einem Spie⸗
gel auffängt. ſ) Mit Ziſchgabeiln (Stechgabeln), mit
2—6 mit Widerhaken verſehenen Zinken an einem
langen Stiel; das Siſchſtechen ift nur bei großen
Fiſchen (Lachſen, Stören zc.) in Flußmündungen
od. im Meere anmenbbar. Treibt man bie Fiſche
gegen die Nee u. in biefelben, fo heißt dies Fiſch⸗
jagd. E) Fifchichießen ; dieß wirb bewerffielligt, in-
dem man bie Fiſche mit Schießgewehren erleat, wo⸗
bei man megen ber —— im Waffer
etwa eine Hand breit vorhalten muß. 5) Mit Fifch-
beigen, betäubenden Mitteln, bei. Kolkelskörnern ꝛc.;
fie find aber gefetzlich verboten u. werben wie Fiſch⸗
diebftahl beftraft.
II. Die zahme $. (Teich⸗F.) u. Fiſchzucht.
A) Die gahme %. wird in befonbers eingerichteten
Zeichen ( Btfchteichen ) betrieben, welche in gewiſſen
Zeiträumen ausgefiſcht u. dann mieder beſetzt wer⸗
den. a) Der vom Einlauf zum Damme mitten
burh den Teih an ber tiefften Stelle gezogene
2—3 Fuß breite u. verhältnigmäßig tiefe ra⸗
ben heißt Waſſergang, das neben demſelben
1 Fuß tiefer im Quadrat ausgegrabene Waſſer⸗
beden, ber Fifchplag (Fiſchlager); er dient dazu,
beim Ablaſſen des Teiches alle Fiſche in einen
Raum zufammenzubringen. Der Waflergang mün⸗
bet in einen Kanal behufs bes Ablaſſens bes Tei-
ches; Über dieſem Kanal befindet ſich ber Wall-
danım. Das Gewölbe über bem Kanal muß mit
dem Bette des Waſſerganges in gleicher Höhe lie
gen, damit Teich u. Wafjergang ganz ablaufen ıdır-
nen; bie Höhe des Dammes iſt durch den Wafler-
fpiegel bedingt. Zum Schuß des Teiches ſoll der
Damm in der Nähe tes Wafjerganges böher fein.
Hinter dem Damme befindet fi noch ein rundes
Beden (Zırber), um zu berbilten, daß beim Ab-
laſſen Des Teiches Fische mit abgehen ; aus dem Beden
läuft das Waſſer in den eigentlichen Abzugegraben.
Zun Ab» u. Anlafien bes Teiches dienen Steüfallen,
apienbäufer od. Ständer. Die Stellfallen wer-
den von Steinen aufgeführt; um fie anbringen zu
Tönnen, muß unter dem Damme durch in der Ric»
tung gegen den Wafjergang ein Abzugskanal gefilbrt
werden; Da, mo er in den Teich ausmündet, wird
er mit einer Steinplatte bededt, bie in ber Mitte
ein Loch hat, in melches ein Zapfen genau eingezapit
if, der gezogen werden kann. Zapfenhäufer
od. Ständer werben auf ben Kopf der in ibrer
Mitte befindlichen Steine aufgefet, ftehen mit ben
Nuten nabe am Damme n. find mit Falzen ver-
jehen, in die beim Zuſetzen Bretchen gelegt werben
-Tönnen. Am beften find die Stänter mit dem
Rechen verbunten, welcher verhindert, daß Die
iihe durch ben Atzugslanal aus tem Teiche ent⸗
chlüpfen können; fie beftehen aus Holz⸗ od. Eiſen⸗
Räben. Auf die Güte eines Teiches hat deſſen Lage
großen Einfluß; je freier der Teich gelegen ift, fo daß
er viel Sonne bat, u. je fruchtbarer feine lImigebuns
gen find, defto beffer ift er. Großen Einfluß auf bie
üte eines Teiches hat aber auch Das Wafler; das
befte Waſſer ift Fluß⸗ u. Bach- in Verbindung mit
Ihmafler. Was den Boben anlangt, jo behauptet
fette Thon» u. Lehmboden ben Borzug. Die
Oberflãche eines Teiches fol chen fein u. allındlig
Fiſcherei IL. (A. Zahme Fiſcherei 1. Fiſchzucht)
nach dem Ständer zu — die W
ſell fo wenig ale möglich mit Waſſerpflau
fein. b) Die Amede, welche bei jeber voll
Teichfiicherei erreicht werben jollen, beſte
Erzeugung von Brut, rnq von Sat
nung verlkäuflicher Fiſche u. Durchwint
Fiſche. Zu dieſem Behufe theilt man die
in Streich⸗, Streck⸗, er u. Wir
gen. Inden Streigteichen wird Br
fie follen feicht fein, warme, freie Lage
Boden haben, frei von ſolchen Thiere
werben, tie den Fiſchlaich frefien, u.
gleichen Waſſerſtand haben. In den
hen ſoll die Brut wachſen u. zu Satz er
ben; folche Teiche müſſen ſehr nahrhaft ſei
thiere u. zahmes Geflügel von ihnen
werten; man wählt fie gern von mittl
u. Tiefe. In die Haupt» od. Veſatzt
der Sat eingefeßt, um aus benfelben ı
Fiſche zu erziehen; man wählt dazu bie
tiefften Teiche. Die Winterhbaltun
welchen bie Fiſche überwintert werben, n
weder Quellen baben od. burch fliefgenbes
jpeift werden. In ken Teichen werben he
Karpfen gezogen; neben ihnen kann maı
größere Anzadt von Schleien, Hechten ı.
aber nur in geringer Dienge ziehen, we
Karpfen nachitellen. Das gute Gebeibent
fiicherei beruht hauptſächlich auf ber Zı
bantiung edler Samentarpfen. Auf 1 Dil
net man 2—3 Rogener u. 1 gelten. Aust
teichen mirb die Brutin bie Stredteiche ve
ihr ein» bis zmeifömmeriger Sa gezege
nicht über 1 Fahr alten Karpfen beißen L
2 Sabre alt, einföınmeriger, u. 3 Iabre a
meriger Sat Aufl Quadratruthe rechn
Stück Brut od. 2—4 Std einſömmerig
Beſetzung der Streichteiche geichiebt in t
Frühjahr aus den Winterbaltungen
Stredteichen fonımt ber Sat ın die
Sollen in diefen die Fiſche 2 Zabre fleb
ben fie mit einſömmerigem, ſollen fie
Lahr ftehen, mit zmeifömmerigem Cat
Belegung gefchiebt, wenn es nicht an !
im Herbfte, außertem im Frübjahr; auf
ruthen rechnet man I Stück Sag. ©) Ui
auszufiſchen, wird der Zapfen fo gezog
bie Fiſche nad) u. nach in Das Fiſchlager
ziehen. Zum Einſetzen der geiangene
dient man ſich entweder mit Waſſer ge
ten ob. hinter dem Damme angelegter
fing, wo fie fortirt u. dabei zugleich ge:
wogen werben. Das Ausfiichen geſchieb
gen, Bilgelhamen od. Wathen ; bie gefan
werben in Körbe gelegt ob. in die Butt
Die Ausfiſchung Der Zucht⸗ ob. Hauptt
dan C:ctober, mo es weder friert noch au
ift, die Ausfiihung der Winterhaltu
März od. Anfang April.
B) Um tie F. ergiebiger zu machen,
Einwirkung künſtlicher Vorrichtungen if
vier Wege einſchlagen, indem man a)
Fiſche vor den zerſtörenden Einflilſſen
thiere u. Waſſerpflanzen (Algen) ſchützt
Ernährung der jungen Brut Sorge träg
od. Klüffe mit Fiſchſamen, d. h. befrud
eiernd, bie fih in angefeuchteten fein
den, auch zwilchen Kiſſen von feuchter
Fifcherei IL. (B. Künftliche Fiſchzucht)
ansrortiren faffen, befäct, u. beſ.
Iinftlibe Fiſczucht, indem man
g ter Gier Durch Die Milch des Ränn-
solftändigeren Weife bewirkt, ale e®
lien Berlaufe des Kortpflanzungs-
stiicbe der Fall ift. Die Anlage künft-
ve tür Fiſche, welche zu ben Quellen
ſteigen, ift ben Chineſen fchen von
nnt: es dienen dazu bie zur Bewäſſe⸗
welter gezogenen MWaflergräben, in
yarı Hürben u. Klechten, mit Denen
tüßchen Turchzegen werden, bängen
in in Zeichen cd. Kiichbehältern zur
ebracht zu werten. Abnlich verfuhren
em fie ihre Teiche Durch Gräben mit
Verbindung ſetzten u. Laturd bie
Lißten, Dort zu laihen. Auch die Er»
Iche durch Fleiiſchabfälle u. Das Fleiſch
‚ weiches feine menicliche Nabrung
sen Remern befannt geweſen zu fein.
it iſt Diele künſtliche Ernährung na-
e Aalzucht in frankreich angemenbet
junge iiche bildet Froſchlaich Das
mäbrungemittel. Die Aufbewabrung
entwickelungefähigem Zuſtande bes
lterung fiichleerer Gewäſſer, u. die
r Gier iſt eine Erfindung der neueren
sernbt Darauf, daß man Die Tier Des
inem Heinen Bebälter mit der Wriich
5 in ınnigere Berübrung bringt, als
amentlich in fliegenden (Remäiler ge-
2 Lie Gier ſewobl wie Lie Mitch Nab⸗
ıte Meiner Wafiertbiere ſind u Strö⸗
zaſſers u. jenſtige Zufälligkeiten bie
er Gier vertiimmert. Anfangs be»
wefe tegen. künſtliche Fiſchzucht Darauf,
"aichzeit ein Weibchen u. ein Männ⸗
Art in ein Meines Seräh mit Waſſer
r, nachdem ca aclaicht batte, daran
e durch mäßiges Bewegen bes Waflers
e Milch auf womöglich alle Eier Ein-
Sodann gef man das Wafier in ein
3 mit Sandgrund u. ſetzte daſſelbe in
ndes Majier, wobei man bie Strö—
ne cbere, mit einem ganz feinen Sieb
finung eintreten u. durch eine untere
m ließ. Maren die Biiche fo weit ent⸗
26 Nabelbläschen verſchwunden mar,
frei cd. ernäbrte fie noch eine Zeit:
uuten Abtbeilungen eines Teiches od.
fiers mit Froſchlaich, Dolluelen :c.
1e Zerfabren ift in neuefter Seit in
Reife veräntert u. zum Tbeil febr ver-
Das neuefte Verfabren ift feinenbee:
o Regen u. Milch in den Fiſchen zur
a find, füllt man eine reine irbene
n Oberflähe tem flachen Beben it
leich ift, mit reinem Waſſer, u. zwar
im inter laichen, von 3—4y, für
ang Frühjahr laichen, von 6—8, für
Sante laidhen, von 16—20° R. Den
man an Kopf u. Bruftflefien in ber
nlredt über das Gefäß, jtreicht vor—
ımen u. Zeigefinger ter rechten Hand
re Ende tes Gierjadeo n. behandelt
Gier mit einem feinen Daferpinfel in fanfte Vewe⸗
gung, obne aber Die ſchleimartige Hülle derſelben zu
jerreißen. Das gemaltfame Auatrüiden von Rogen
u. Milch wird jedoch von vielen Fiſchzilchtern ver»
worfen u. Dagegen Das von Millet worgefchlagene
angenommen. Zu tiefem betient man fidy eine®
Bebälters, deſſen Boten, ein feines, bewegliches
Sieb, dem Waſſer, in melches man denſelben fett,
Zugang zum Innern deffelben veritattet. Über dem
Boten befindet fich ein zweiter Roden, aus dün⸗
nen, weit auseinanderſtehenden Stäben gebildet.
An dieſen Stäben reiben ſich die Fiſche, um ſich
ter Eier, resp. Milch, zu entictigen; ſobald die
Eier beiruchtet find, werten fie mit dem Waſſer,
worin fie ſich befinden, in das Brütegeräth ger
bracht, welches felgente Einrichtung bat: auf dem
Voten eines glafirten irdenen Gefäßes befinden fich
anfeinanter folgend einige Yagen Nicielfteindgen,
Zand un. Roblenpilver zur Reinigung Des Waflers,
womit das Geiäß angefüllt ift; das filtrirte Waſſer
läuft durch einen Hahn aus Dem Geſchirr in ein höl⸗
zernes Meiän, welches inwendig mit Zinn belleidet ifl,
u. ergießt ficb durch einen an ter Seite angebrachten
Hahn in einen Zammeltrog. Die befruchteten Eier
werten auf flache Körbchen won Pferbebuar gelegt
u. je nach Der Fiſchart ein od. mebrere Zoll unter
tie Oberfläche Des Waſſers in Den Geſchirren ges
ſetzt; dieſelbe haben umgebogene Ränter, find 1 300
tief, I Elle lang u. 3—4 Zoll breit. Die Ausbrilte⸗
gerätbe werben in einen Schuppen aeftellt, der an
jeter Seite mit nach außen ficb Bffnenben väden
zum Eintritt von Yuft, Licht u. Wärme verjchen ifl.
Pie Eier erfordern wäbrenb ihrer Cntmidelungs-
zeit genauen. unauſbörliche Aufſicht: fie Ditrten nicht
aufgebänft liegen, millien von Inſectenlarven bes
freit u. die Temperatur muß ſieto anf gleichen Arab
erbalten werten. Das Anebrüten der Gier kann
auch in jreieım Waſſer auf ſolchen Zichen geicheben,
indem man bieielben, um fie ver Schlamm u. Un»
reinigfeiten zu ſchüben, mit Hütte von Schwimmern
dicht nuter ter Oberfläche tes Waſſers erhält, fo
daß ibre Entfernung von derielben auch bei Niveau⸗
veränderungen ſteté ſich aleich bleibt. Zobald Pie
Fiſche auegekrochen find, werden fie entweder ſofort
in das Waſſer gebracht, welches man mit ibnen de⸗
völtern will, od. man jene fir in ſogenannte Kiſch⸗
pflegen, wo fie eine Zeitlang geriittert werden. Eine
jeiche Fiſchpflege beſtelet aud einem vieredigen Geffß,
welches mit Steinen gefüllt u. mit einem Deckel ger
ſchloſſen iſt; in Bieten &efün leiter man See⸗ od.
Flußwaſier, je nach Der Fiſchart, um ca Darin zu rei⸗
nigen, u. leitet es dann in audere Geiäne, in welchen
tie Fiſche bis zu einer gewiſien (Arche aufacgegen
werden. Die Kütterung der jungen Fiiche muß mög⸗
lichſt mit der Nabrung übereinftiunmen, die fie in
der Freibeit ſuchen. Jedoch nicht alle Fiſcharten laſſen
ſich künſtlich züchten, z. B. der Karpfen nicht.
Die erſten Verſuche der künſtlichen Befruchtung
ter Fiſche ſtellte I. V. Jacobi in Detmold mit
Forelien n. Lachien in Der Mitte des 18. Jabrh. an.
Allgemeiner bekannt wurde ſeine Metbede aber erſt
um 1840, als bie Foripſlanzung ber Fiſche Gegen⸗
ſiaud Der eifrigſten Forichung wurde u. namentlich
Brevoft, Dumas, Karl Vegt, Rusconi u. andere
Naturforſcher über Den Fiichlaich genane Unterſu⸗
lugenblick ebenſe ten Milchener, Da= | dungen anſtellien. Die Entdeckung der ungebenren
n u. Miilch vereinigen u. befruchten
zieſes zu befördern, briugt man bie
Verluͤſte an Fortpflanzungeſteff, welche bei Fiſchen
in natürlichen Verhältniſſen ſtattſindet, legte ven
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210 Fifcherei ILL (Fiſchhandel) IV. (Wifchereigerechtigteit) bis Fiſcher
Gedanken nahe, bielen Verluften burch künſtliche
Mittel vorzubengen. In England u. Schottland
murbe indeß ſchon vorher das Verfahren Yalobi’e,
ebenfo wie in Deutſchland, von Privaten vereinzelt
mit Erfolg angewandt u. bie fünftliche Fiſchzucht in
ntreich feit 1841 in ben Vogejen von zwei Fi⸗
ern, Genin u. Remy, in größerem Maßſtabe be-
trieben. Allgemeine Aufmerljamleit erregte bie
Sache aber erft, als Quatrefagues 1848 durch
eine zoologiſche Abhandlung zunähft die Parifer
Akademie, dann die franzöfliche Regierung für biefen
eig ber Landescultur zu intereffiren wußte. In
olge beffen wurde auf Negierungstoften 1852 in
üningen eine große Fifcherzeugungsanftalt gegrän-
bet, deren Refultate die Erwartungen volllommen
rechtferti ten.
III. Die Sicher betreiben gewöhnlich auch den
Siſchhandel. Dazu bringen fie die gefangenen Fiſche
wittelft eigener Wannen, Fäſſer, Zuber (Zifchgefäße)
in aus Brettern od. Wohlen verfertigte Behältniffe,
die an den Seiten mit Löchern zu Einbringung bes
Waſſers u. oben mit einem Dedel u. Schloß ver-
ſehen find. Diefe Siſchkaſten werben in einem Flufſe
mit einer Kette an einen Pfahl befeftigt, od. man be⸗
wahrt fie in einem Heinen, bef. dazu gegrabenen Teech
(Siſchbaͤlter) auf, aus dem man einige Fiſche, fo oft
man fie braucht, mit leichter Mühe herausneh nen
kann. Solche Fiſchhälter müſſen friſches fließendes
Waſſer haben, abgelaſſen werten können u. ſo tief ſein,
daß ſie den Winter hindurch nicht ausfrieren. Ge⸗
wöhnlich find in denſelben für die verſchiedenen Fiſch⸗
arten einzelne Abtheilungen. Das Füttern der Fiſche
(Ziſchfũtterung) in ſolchen Fiſchhältern od. in Meine-
ren Zeichen, wo fie nicht genug Nahrung haben,
geſchieht bei Karpfen u. anderen frieblichen Fiſchen
nt Trebern, todtgefchlagenen Fröſchen, Brod; bei
Raubfiſchen, als Hechten, Forellen n. dgl., mit Mei-
neren ſchlechten Fiſchen, dem Eingemeide u. —
ronnenem Blute geſchlachteten Viehes, beſ. Rindé⸗
herz u. Leber 2c. Zu derſelben Abſicht hat man auch
Bifchgraben, welche 4U—60 Ellen lang find. Zu⸗
weilen verwahrt man bie Fiſche auch gegen Dieb-
ftahl durch ein Fiſchbaus, d. i. ein Haus, mit wel-
chem nıan bie — iiberbant.
IV. Die Befugniß, in einem Fiſchwaſſer Fiſche zu
faugen heißt Fiſchereigerechtigkeit. Nach Römiſchem
Rechte waren nur die Fiſche, welche in beſonderen
Teichen ob. Fiſchbehältern aufbewahrt wurden,
Eigenthum desjenigen, welcher das Fiſchbehältniß
—* die Fiſche in Flüſſen u. Meeren aber herren⸗
loſe Sachen u. nur dann erſt Eigenthum, wenn ſie
gefangen waren. Dieſe Anfichten veränderten ſich
jedoch im Mittelalter, u. man nahm u. nimmt ein
Eigenthum der Flüſſe, Seen u. Meere, wenigſtens
in Auſehung gewiſſer Gegenden der letzteren, an;
in letzter Beziehung find zwifchen verjchiedenen Na-
tionen, fo zwilchen Engländern u. Franzoſen, zwi⸗
ſchen Engländern u. Norbamerilanern, in verfchie-
tenen Friedensſchlüſſen u. Verträgen Berabrebuns
gen Über bie %. an ten Küften von Neufound»
land getroffen worben. Die Wilde F. iſt an man⸗
hen Orten nach Analogie der Jagd Regal u. wird
dann gewöhnlich verpacdhtet od. von eigenen Be⸗
amten verwaltet; an anderen Drten ift fie Eigen«
thum ber Grunbftüdsbefiger, ſoweit die Gewäjler
tie Grundftücke jeves Ginzelnen berühren, ob. fie
1 Benugung aller Staatsbürger preiögegeben.
ie F. ift auf jo mannigfache Weile, wie bie Topp,
mobificirt; find Mehrere in einem
zu fifchen berechtigt, fo darf Keiner ſei
um Nachtbeil bes Anberen üben, ob.
egung des Suufiee ben freien Gang bei
bern. Die Ausübung der F. ift vern
mwöhnlich obwaltenden Verhältmiife an !
orbnungen gebunden, welche insbeſonde
daß bie F. nicht ungeſetzlich betrieben
biefen Fijchereiorbnungen werben auch
frevel beftraft; vgl. auch Flußrecht.
3. Ehler, Der erfahrene Fiſcher ꝛc
Derſelbe, — —— u. Fiſcher
1824, 2 Hefte; Vollſtändiges Fiſchbuchee
1824; 3. E. v. Reiber, Das Ganze ber
1824;E.M. Schilling, Die wilde 7. x.
Hartig, Lehrbuch ver Teichwirthſchaftun
Kafjel 1831 5 Teihmann, Die Teichfiſch
Lpz. 18305 C. 2. Moranb, gr u. 8
beimnifie ıc., Weim. 1835; S. M. Alva
buch, Norbb, 1837; S. M. Henning,
baltene Fiſchlünſte ac., Quebl 1837, 2.
Hempel, Der fibere Fiſchſchütz, M
Wirth, Die Teichfiſcherei in ihrem höch
Lpz. 1840; Das Ganze ber Karpfenzu
1843; Leupold, Handbuch der wilden
1845; Herrmann, Die Karpfen- u.
wirtbfchaft, Kolberg 1847; Fraas, D
ischerzeugung, 2. Aufl. München 1855
ünftliche Fiſcherzeugung, 2. Aufl. Lpz. 1!
Deus: Das Ganze der Angelfiicherei, L
6. Aufl.
Sifigererbe, 1) erblies Gut et
familie; 2) ein Gut, von einem Teid
wohnt.
ifherhude, Marktfleden im Amtı
der hannöverjchen Lanbbroftei Stade (!
Bremen), auf Injeln, Die von ber Wil
werden; 550 Ew., welde von Fiſcher
fang leben.
Fiferia (F. De C.), nach Fü
nannte Pflanzengattung aus der Famili
piadeae - Stapelieae - Ceropegieae
scandens De C. (Holostemma car
Spr.), in Sübamerila.
ſcheridyllen, |. u. Idyll.
ifherin, Abart des Titanit.
1 erit, Mineral, Heine fechsfeitig
vereinigte Säulden von grad» bis
Farbe, fie find glasglänzgend u. durch
Gew.: 2,4, Härte 5; befteht aus pbı
Thouerde u. Wafjer; Fundort: Niſchn
Eibirien.
gi Kern ‚fo v. mw. Fiſchland.
i erring (Annulus piscatorie
Siegel des Papſtes, ten Apoflel Petru
barftellend, nit dem Namen bes regie
fte8 als Umſchrift; in Verwahrung de
camerae papalis; wird päpftlichen Pr
u. Breven aufgebrüdt u. Dann wieber d
übergeben. Nah dem Tode jetes T
deſſen F. von tem Cardinalkämmerlin
u. der neue Papſt bekommt von der
einen neuen. Der F. war vor Clemer
in Gebrauch. Diefes Siegel unterſche
dem bleiernen Siegel, womit nur Di
rotbem Wachs Yefiegelt werben.
Fiſcherſtechen, eine in manchen 6
Fiſchern geflsttete Feſtlichleit, bei w
Fiſcherſtich bie Fiſchhof sit
n einem Orte vereinigen u. eine Art | Inden Gegenten, wo Häringetbran gewonnen wird,
übhren, indem fie einanter mit langen | bereitet men aus ben Rüdflänben einen ſehr wirk⸗
ben Kühnen zu floßen fuchen; vgl. | fanıen %., der unter dem Namen Tangrum in den
atew. u. Sittengefch ). Dantel fommt u. billiger, aber eben fo wirlſam al®
j (Seew.), ein eigenthümlicher Knoten | Guano ifl.
6 Taues, zum Befeſtigen eines Rin- Fiſchhaber, Kettlch Ehrift. Yriebr., ged. 1779
‚gl. Stich. in Göppingen, war frilber Repetent am theologifchen
ionen, Ausmürfe von Bifchen bei | EC eminar in Tübingen n. fl. 1829 al6 Profeſier
krupuienen; fo warf am 19. Zur | ber Philefepbie u. alten Literatur am oberen Gy
guairazo u. die Vulkane Sınbaburu naſium in Stuttgart. Gr fhr.: Über bie Epochen
etepayi nicht nur Ibon u. Wafier« | des Genius in der Geſchichte; Benrtbeilung ter
m auch eine Menge Kifcye aus. Die | in bie Idee ber an über Die Form
ıtillas, Pimelodes Cyclopum) ge» | Fer Etaattconftitutien aufgeftellten vhite epbiſchen
milie der Welſe, fie ſollen zuweiſen Grunbjäge, Stuttg. 1817; Lehrbuch der Yogik, ett.
hen gegeben baten, während fie am 1615; Naturredt, ebd. 1820; gab auch Zeitſchriit
Berges derabrollten. Solche Erjcher | ir tie Pbiloſophie, ebb 1815 -20, 4 Hefte, herans.
n aber nicht als Beweis gelten, Laß Bil habicht, fo v. w. Fluntdler. —
von organiſchen Weſen bewohnt ſei; Fiſchhalter u. Fiſchhamen, i. u. Fiſcherei
alten wabricheinlich die genannten | I. u. III.
greße Wafjerbehälter, weiche durch Fiſchhauſen, 1) Kreis des preußifchen Regie⸗
Möglich mit ihrem Inbalte ausgeleert rungstezirls Königeberg, 32, OM., wovon 19,9
il da dieſelben Fiſche ven Leu India» on. Fand, das übrige Teile des Frifchen Haffe
a ſolchen Etellen gefangen merten, | umfaßt; 37,600 Em.; eben, fanbig u. ftarl bewal⸗
Aüften Bäche bervortreten, nit deren | det, Die Hauptnabrungezweige ſind Yanbbaı, Schiij⸗
zahlreich am bie Oberfläche ber Erte | fahrt, Holzhandel, Fiſcherei u. Lie tärkite Bernitiiu-
1. fifcherer in Preußen; 2) Statt Luleltii, as der
de, f. u. Fiſcherei I. B). Scheuen Wiek ı Bucht Des Friſchen Haffs), Sig des
ſ. Fiſcherei. Bernſteingerichts, Hafen, @etreitebantel, 1950
t, iſt Piseidia. Ew. In ter Kaporuſchen Hatte, einem Nadelhbolz⸗
1) (Großer y.), Fluß im ©. ter | malt: öſilich Davon, halten fich nech einzelne Elenn⸗
scolenie (Südafrika), entipringt auf | tbiere auf. — Bei 15. murte 497 Zt. Adalbert, wel⸗
gen, mündet nad einem Laufe von | cher Bas Chriſtenthum predigte, von Den heiduiſchen
ı ber Nähe ber Algoabai in ben In | Brenßen erichlagen. Nah der Einfübrung Tee
; 2) (Aut), Nebenfluß des Dranic- | Ehriftenthbums reſidirte bier genöhnlich ter Biſchof
lien Südafrila; 8) (Tbluiticha), | ven Samland, u. Der Deutjche Orden erbaute 1230
amterila, entjpringt ans Dem Grogen | das Schloß. Yu Anfang des 16. Jabrb. überließ
mündet nach einem Yaufe von 130 | e8 ber Viſchof Georg an Albrecht, erften Herzog
tein er noch mehrere Seen turd- | von Preußen, worauf 5. eine Propſtei wurte.
törtlihe Eismeer; 3) Fluß in ber
Fiſchbaut (franz. Penn de roussette), als
enie Reu-Züb-Wales (Auftralien). — kommt nur von einigen größeren
u. Fiſchgarn, ſ. u. Sücherei J. B). Seefifchen, namentlich Sraifticharten, vor, von deuen
‚ 1) (Pandion llalisctus), fo. 10. | Lie des Meerengels bie vorzliglichite iſt. Sie dient
(Circus aeruginosus et rufus /.. megen ibrer fcbarfen, fetlenartigen Zpigen zum
ceus Bechst.), jo x. w. Eunipfe | Apreiben, Buben u. Priiren von Holz, Stnocen,
be, 3) Weißliher.(Neuphron | Som sc. Früher veriertigte mau daraus das echte
‚euopterus J..), |. Aasvogel. Siſchbautchagrin, welches jetst küußlich nachgeabmt
3, ſ. u. Fiſcherei III. wird. Die Fabrikatien u. Xerjendung vun Fiſch⸗
b, ei aus Fiſchen bargeftelltes Dünge- | bauten findet vorzugsweiſe an ben italienilchen u.
aus einer ziemlich feinen, ſägeſpän⸗
porngiefiichen Küften Statt.
u, graulichweißen Fleiſchmaſſe, die in Fiſchbof, 1) Jeſeph, geb. 1504 zu Butſchowitz
egen 15 Proc. Stiaſteff enthält. Der in Mähren: ſtudirte in Wien Meticin u. widmete
centrirtes Düngemittel, welches mit ſich ſeit 1827 ganz der Muſik, wurde 1533 Profeſſor
Heu Guauo vollkommen concurrireu am Conſervatorium zu Wien, fpäter Director die⸗
ırftellung des F. wird entweder durch ſes Zuftitute, ging IS51 als Regierungecommiflär
bewirkt, uit meicber Die in einem | zur vondoner Intuftrieanaftellung u. ft. 1957 in
uften Fiſche u. Fiſchabiälle beſeuchtet Waren bei Wien. Er componirte viele feine Stüde
fie zu zeriegen u. in eine breiartige | filr Pianoforte, ein Ztreichguartett u. mehrere Lie⸗
sandeli, Lie jpäter gedörrt u. pulce- | rer u. Geſänge mit Pianefortebegleitung, n. ſchr.:
. auf einfachere Art durch Dämpfang Verſuch einer Geſchichte des Glavierbaues, Wien
jeiſe wie das Dämpfen der Kartoffeln | 1853. 2) Adolph, geb. 106 in Ofen, Secundär⸗
n. Dur das Dümpien wird nidt | aryt am allgememen Krankenhauſe in Wien, 309
Düngen unnüte, aber auf andere | am 13. Wärz 1845 zum erfien Male bie Aufmert-
sbare Fett zum großen Tbeile ausge- ſamkeit der potitiichen Welt anf ſich, wo er unter dem
ı auch tie zäbe, ichr ichlecht trodnente | Rufe: der Freibeit eine Gaſſe! ten Ständehof durch»
zerjaiert u. zertbeilt, daß fie an der | jehritt, um ten eben verfammelten Ständen die
rden leicht austrockuet u. Lucy Stam- | Wünche der Univerſität vorzutragen ; er murte zum
u, Mahlen pulverifict werden kaun. Bräfidenten des Ausichufies jür Sicherheit, Ruhe,
— — —
312
Fiſchkaſten bis Fiſchotter
Ordnung u. Wahrung der Vollsrechte u. nachmals en 2 lichte Flecken. 9) Dinemur
von einem Bezirk der Hauptftabt zum Vollsvertre⸗
ter für den Reichstag gewählt. Als Minifterialrath
ging er im Auftrage der Regierung nach Galizien,
in Folge der Dort ausgebrochenen Cholera, u. wurde
kurz nad jeiner Rückkehr nach Wien am 6. Oct.
verhaftet, indeß bald darauf wieber entlaffen.
gi Baften, ſ. u. Sijcherei III.
Belle, Heine Schaufel von durchbrochenem,
verzinntem Eiſenblech od. von Silber, um ben bei
Tiſche aufgelragenen Fiſch damit ans der Schiiffel
zu nehmen. —
on 1) fo v. w. Fiſchbeize; 2) fo v.
wig chköder.
iſchkoder, Locſſpeiſe um Fiſche zu fangen; dient
entweder, um an ben Angelhaken peienigt zu wer»
ben, od. um Fiſche an einen gemwifien Ort hinzu-
lucken u. fie da in Reußen, mit Netzen 2c. ob. mit
ter Auyel zu fangen; in erftere kommt der Köder
dbanı ſelbſt. Da * jede Fiſchart ihr beſonderes
Lieblingsfrefien bat, fo gibt es ſehr verſchiedene F.;
Regeuwürmier, Fröſche, Heuſchrecken, Grillen, große
Fliegen, Mehlwürmer, Ochſenhirn, Aas, Rinde⸗
leber ꝛc. In Humen, Reußen u. Sarnen gebrancht
men Bocksblut, Backofenlehmen. Honig zu einer
Kugel gemacht, ob. in gleicher Korm Honig, Wei⸗
zenkleie, Serfte u. Waffer, od. Windsleber, Gerften-
mebl, Bockoblut u. Weinhefen, od. geftoßene Boh⸗
neu, Lnjchlitt von einen Siegenbed u. Baldrian,
auch Reiherſchmalz u. Honig mit etwas Saffran ıc.
an geben Malz vd. gelochtes Getreide, 3.2.
erfte, Biertrebern, faulende Kürbiſſe u. Fiſche
u. dgl. einen brauchbaren F. ab.
Fiſchkorb, 1) Binfenforb, in dem man Fiſche
in fließendes Waſſer fett, um fie einige Tage auf-
zubewabren; 2) ein Korb von Drabt, an einem
langen Ztiele, um damit aus ber Zreibfurbe die
olenauf ſchwimmeunde Lohe, welche keine Kraft mehr
hat, heranszuſiſchen.
Fiſchkörner, jo v. w. Kockelslörner.
iſchkörnerkerze, iſt Verbaseum phlomoides.
ne: jo v. w. Ichthyologie, |. Fiſche.
)
Ribnitzer Binnenfee, im meckllenburg⸗ſchweriner
Anmte Ribnitz; der nördliche Theil iſt preußiſch, ber
ſüdliche enthalt fünf Dörfer, darunter Wuſtrow,
das größte Dorf Meckllenburgs, mit 3 Schulen,
Sıhifffahrts- u. Juduſtrieſchule u. 1700 Ew. ; Schiff»
fahrt u. jifcherei find Nuhrungszweige, auch wer⸗
zen viele Böcklinge verjendet.
chlaus (Caligus Afüller), Gattung ber
iſchläuſe; Brufiftüd flach, länglich herzſörmig;
ühler klein, borſtenartig; Mund ſchnabelförmig;
am Schwanze 2 lange De Dazu bie a
tungen: a) Eigentlihe %. (Caligus AMüll., Ri-
sculus Leach), alle Füße find frei, nur vie zwei
letzten nicht, einige Hinterfüße find gefiebert. b)
Pterygupus Lautr., alle Füße frei, Schnabel
deutlih. cd) Bomolochus Aurdmunn, eiför-
mig, Bauch fechsrinyelig; Art: B. Bellones, auf
Den Hornhedht. dd Ergasilus Nordm., eilör-
ug, Bauch breiringlig;, Art: E. parvulus. e)
Lamproglene Nordm., Körper laug, vier-
gingis Kopf fuft vieredig, Art: L. puſchella.
f Pandarus Lceach, nıit 2 Fäden am Hinter-
leibe, ber Eipho undeutlich; Art: P. Carchariae,
auf dem Rieſenhai, am großen Bruftſchild 9 fteife
ſehr kurz, Augen Hein,
ebenfalls mit 2 Rüben hinten, ber Eipho
Art: Yahelaus (D. pen), Vo
rund, erhaben, 2 golbfarbige Augeupuulte
thosoma Leach., jeuem ähnlich, doqh
fheerenarligen, häutigen,, unten verbunbt
lern, bie um ben Hinterleid gehen. N]
phtheirus, am Borberrande bes K
ein einfaches ruıbe® Auge; Art: Gen
(Flunderlaus, L. curtus, Monocal
nus L.), 4—5 Xinien lang, mit Anban
den Schwanzfäben; auf ir
Fifehläufe (Caligida Ouv.), Mthe
Sirhunoftomen (Kieinenfüße) aus ter !
Cruftaceen; Schale ift ein grußes ei« ob. |
förniges Schild, mit 2 nugeſtielten Au—
Fußpaare, die Borderfüße nıit Klauen
Hanımern), die hinteren gefiebert ob. bi
anftatt der Kiemen; ſchmarotzen auf Fiſch
bie Gattungen: Flußfiſchlaus (.
Meerfiſchlaus (Calıgus), u. Cecro
Si leim, fu v. w. Haufenbfafe.
n leimfüß (Fifleimgunmt), fo v.
collin.
5 feine, fo v. w. Walſfiſchleine.
iſchleuchten, ſ. u. Fiicherei I.
Fiſchleute (Zifhmen), Stanın bes Aſh
in Guinea (Afrilu), auf der Körnerküſt
Willianmis Tomn, Setta Krun.Nannafrı
Sl maul, der Stern Somahant.
Fiſchmeiſter, Auffeher über große :
reien.
meve, ſo v. w. Kleine Seeſchwa
iſchminze, iſt Mentha aquatica.
iſchmolche Giſchlinge), Familie ber
ten Froͤſche; 2 vd. 4 Beine u. neben
auch ud) üußere Kiemen ob. Kiemenſpal
das ganze Leben hindurch bleiben; bie €
Aulinolch (Aanphiuma), Fiſchſal
(Salamaudrops), Furchen molch (M
chus), Kolbeumoſlch (Arolotl, Ste
Dim (Proteus) nu. Arınmold (Sirer
Fiſchmonat, ehemals der Januar.
Fl hnetz, jo v. w. Fifchernek.
Fiſchohr, fo v. w. Knochen ber Sepi
ifchöl, jo v. w. Thruu.
Fiſchotter (Lutra vulgaris et ca
Art aus ber Guttung Otter (f. d.) w.
ber nıarberartigen ‘Thiere; ohne ben 1
langen Schwanz 2 Fuß 1 Zoll laug, ka
hoch, 20—30 Pfund ſchwer, Weibchen Hi
dunkelbraun, unten graulich; Kopf platt,
breit, an der Seite mit ftarlen Bartborfl
als kurz u. did,
furz, mit unbehaarter Schwinunbaut,
an ter Bafis tid, am Ende abgeftm
ber Jägerſprache heit ver Schwan R
pfeifen, fifhen, fteigen aus bem
Waſſer, gehen über Laud. Der F. fi
faſt ganz Europa, durch Sibirien bisn
ſchatka, durch den Kaulafus, Perſien u
Tatarei, bis Judien u. Japau, ſowie in
rita, un fiſchreichen Flüſſen u. Teichen, t
digen Gebirgsgegenden u. gräbt ſich Höhl
Burgen) im Ufer, bie unter ten: Waſſt
ewöhnlich aber noch einen anberen Aus
Zuweilen lebt er auch von: Waſſer
Daher od. Fuchsbauen. Ranzt im
men
T
if
A
a SEERFRT
HL +
Sie]
Hulk
* Ir 5
gelsstr
Stangeneiſen, Sch
de ba, wo bie Fen aus dem Bafler
k werben, od. mit einer Aichotter⸗
t| nem,
s18
füfee (Großes Meerange, — ——
598 iin de een ob. ne Idfee), ber =
Karpateng
ar u, Ungarns u. iſt von
Ber One umgeben; er nimmt eisen
von 56 Joh u. 411 Duabratffaftern ein u. -
einen Umfang von ungefähr 4200 Schritt;
größte Tiefe beträgt 192 Ruß; er iR reich A
ſchen, bei, Se gen
chſuppe, beite eht, aud im innen
aetorhien Wilchen; bielelben werden im Butter
geihmtert, in ischbrübe mit Zwiebel u. Peterfilie
mieber aufgelodht, jobann durch ein Gich geſtrichen
u. mit Diuslate u. Krebehntter angerichtet.
tau , jo v. mw. Sm;
chteich , I. u. Fiſche
teu el zu Erefäfife), Ger
tung ber Armfloffer.
Hi fchtbor, ein Thor auf ber nerböflichen Seite
Jeruſalemo.
„welcher wwifchen den Falzen von Fiſchthran, flilifiges, dliges Fett, weldes vor⸗
Döhe gezogen werben faun u. umten | zliglich zur Bereitung bes Vebers, zum Sieben ber
if; wenn der Klo | Ichivarıen Seile, Hallatern ver ehe
mit einem Draht in Verbindu
&. beim Durhitsimmen *
>
an,
ei?
ur
Kr
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Zaun
u
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® ben
otter, ber ameril
einer a 8
Er
28*
as
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— L2)d) hb).
vv. w. Raffle
‚, Raupen er Wicdlerarten,
l zulanfenden ſo ge
v. w. Fiſcherei IV.
9. w.
u ——
o v. w. Vogenfchn
L =. Sin. Fiſche.
ee drops Wagl.
mandro A
| , nar —— ———— |
der — vorn
ere, fo v. —— —————
‚ fo». m. Bitumindier Mergel⸗
—— ER
fi u.
a A —
| He Ayo
t ——
raffiniren, auch zum Brennen in Lampen verbrau
u. vom ‚mehreren Seethieren, beſonders den
obbenarten, gewonnen wird. Es wixb
unterfchieben: a) Weißer u. Brauner Ball-
fiſch⸗ ob. Speckthran, der bee if ber Oam⸗
——— ae ber Orſsnländiſche, welcher
aus gen kommt, dann ber
—— Engliſche; der Ruſ⸗
— — —— von
u. Belugenfett u. meiſtens nicht
—— der Bortugiefifce e von ben
ift den: Ruſſiſchen ziemlich
geig: b) She zauner Seehnnds od.
beuthren; er eis ber Wall Keen did
erig, dem Gefrieren nicht jo leicht
t; e) Stod — m. ie, ans
beſte Sorte iſt der a ob. en Beclhes
aloe et real meiger Gerd u. Manc,
elochte Fin ggg a
— — —
in bereitet, indem
bie Häringe mit 2" *55
dem fen ben Tran
. 0) Kun
anti
va; *
jer sn 5 — ee
wird nur ju
314
friſchen Spede bereitet wirb u. von freien Stilden
aus demſelben fließt, ift milder u. befier al® ber,
weicher nach ber Rücklehr des Schiffes in der Hei-
math bereitet ift, mo ber Sped in den Tonnen ran⸗
2 und faulig geworden ift; jedoch wird Im letztern
alle mehr F. gewonnen. In den dviſchtbranbren⸗
nereten bat man große kupferne Pfannen 10—12%.
weit, in welche nian ungefähr 5 Fäfler Speck ſchüt⸗
tet u. etwas Waſſer hinzuthut, damit der Speck
nicht verbrenne, weshalb er auch während bes Ko⸗
chens beftändig umgerührt wird. Nach 2— 3 Stun-
ben, wenn ber Sped gehörig geihmolzen wird,
wird der F. mit großen fupfernen Löffel in bie
Tröge gefchlittet, auf mel ein eiſernes Gitter
liegt, damit die fleifhigen Theile u. häutigen Sub»
Ranzen GSiſchtbrangrieben) darauf liegen bleiben,
welche dann an die Reimfleder verlauft werden. Aus
biefem Troge Täuft der F. in einen 2. u. bann in
einen 3. Trog, melde zum Theil mit Waſſer ge-
füllt find, damit fi der Prutt darin zu Boden
ſetze. Die Fäſſer, auf welde dann ver F. zum
Berlaufe gefüllt wird, müſſen eine beſondere Oröße
haben u. werben baber von ben Fiichtbranaidhern
gemeſſen u. geftempelt.
de (Siſchſtange), | u. Fiſcherei I.
B .
Fiſchung (Eifer, Seew.), alle runden Offnun⸗
en im Ded eines Schiffes, durch welche bie
aften A Spille u. Bumpen nah ihren Spuren
(f. d.) gehen.
verzaͤunung, fo dv. w. Fiſchzann.
vogel, Chineſiſcher, eine Art Cormoran
od. Seerabe (f. d.), der in China zum Fiſchfange
abgerichtet wirb.
Eifhwathe, fo v. w. Wathe, f. u. Fiſcherei L.
B) d) aa).
webr, ſ. u. Fiſcherei I.) e).
weide (Weiße F., Salıx viminalis), Art
Beide, |. d
Sl weiber, fo v. w. Fiſchteich.
iſchwerk (Bergb.), mit Ausllauben u. Seen
aufbereitete® Erz.
gl wurm, fo v. w. Bauchkieme.
iſchwurz, ift Scrophularia nodosia u. S.
aquatica.
ifchzaun, f. u. Fiſcherei I. 2) c).
iſchzitzenthiere, fo v. w. Wallfiſche.
ucht, |. u. Fiſcherei IL.
t8ctela, Stabt, jo v. w. Ehe.
Fiſtus (lat.), 1) Korb, bei. Geldkorb; 2) (röm.
Unt.), Privatlafie des römifchen Kaifers, feit Au-
guſtus, welche von kaiſerlichen Präfecten verwaltet
tourbe, anfangs im Gegenfat von Ärarinm (Staats⸗
ſchatz), verſchmolz aber fpäter mit vemfelben; 8) ber
Inbegriff gewifler Arten von Staatseinküniten, val.
gilca gerechtigleit; mißbräuchlich 4) das ſämmtliche
taatseintommen u. Staatsvermögen; 5) Kafle, aus
welcher Unterftügungen, Penfionen n. dgl. gegeben
werben, jo Wittwen-, Leihen. (Sterbee) 2...
Fisdur, harte Tonart, welche den Ton Fis zum
Grundton u. eine Borzeihnung von 6 Kreuzen bat.
Fifelliren , bei ver Tabatsjabrilation das Um⸗
ſchlingen der Carotten mit Binbfaden.
Fiſetholz (Siſetbolz, Fuftikbolz, Buftet), das
Holy von Rhus Cotinus, eines in Ungarn, Dal⸗
matien n. Illyrien wachſenden Baumes, welches
jom Gelbfärben bient, es kommt in dicken Scheiten
den welche von Außen braun, un Iu-
Fiſchtrampe bis Fiſhing Creek
nern —— find. Es enthält
kryſtalliniſchen Farbſtoff, das Fufin (
dift Exeek (ipr. Bild Krieh), m
in Nordamerika, bie bedentendſten
der Grafſchaft Lewis (Staat New⸗
Ipringt daſelbſt u. fällt in ber Grafl
in den Oneidafee; 2) in ber Graffı
fällt in den Wood Creek; 8) in der &
ratoga (Staat New-Mork), fällt in
River; r- in ver Grafſchaft Montcaln
chigan), fällt in den Magle-River; 5)
haft Steuben (Staat Smbiana), fäll
Joſephs⸗River (Maumee).
Fiſher (ſpr. Fiſcher), 13 John,
1455 od. 1459) zu Beverley in —*
Theologie in Cambridge, wurde Be
Königin Margarethe, tter Heinri
1504 Biſchof von Rocheſter. Wie bei H
jo ftand er auch bei Heinrich VIII. in gro
u. hatte wejentlichen Antheil au bes
De septem sacramentis, gegen Luthe
in bie — **— der Eliſabeth Barton,
prophetin, wurde er 1534 verhaftet u.
Sterling Strafe verurtheilt. Als er x
güftigleit der erften Ehe Heinrichs V]
ertennen mwollte, wurbe er abermals
den Tower gejett u. ihm bie Einkänft
thums aufimmer entzogen. Als der Ba
ihm bie Cardinalswürde verlieh, wurb
nige noch verdächtiger; dieſer ließ ihn
richt ftellen u. beſchuldigen, bie geiftlic
ſchaft des Könige geläugnet zu haben.
erflärte ihn als Hochverräther u. ve
zum Tode; ex wurbe am 22. Juni 1!
Beil hingerichtet. Seine Schriften
1597, Sol. 8) Samuel, bradte bi
ber Duäfer zuerſt in eine wiſſenſchaft
fl. 1663; Hauptwerf: Rusticus ad
ın exercitationibus expostulatorii:
cis IV. 8) Joh. Abraham, geb. |
bon, machte in den achtziger Jahren grı
als Violinvirtuos, Ko wohl in Englanb
dem Eontinent. Er flarb gu Anfang b
u. componirte die Opern Monstre of
Sylph, mehrere Solo's für Violine, €
Fifhermannscap, Vorgebirg ant
Neu⸗Guinea.
Fiſher's Island (ke. Fiſchers Gi
an ber Oftfpige von "Long » Islanb;
Staate De Jert (Nordamerika).
Fifherfund, Kanal zwifchen Br
u. ber Raliflette im Mulgravesarchip
liches Rolynefien).
Fiſhersville (ſpr. Fiſcherswilſ), M
in der Grafſchaft Merrimack des S
Hampfſhire (Nordamerika), an der Nor
mont-Cifenbabhn u. am Eontoocoof-Ri
Fiſhguard GSiſbgard, fpr. Fiſchg
an der Mündung des Ewaine in db
Bat des St. Georg8- Kanals (Atlanti
in ber engliſchen Grafſchaft Pembrofe (
Wales), Hafen, Schiffbau, Fiſcher
2000 Em. 1797 wurden bier 1200 &
gelantet waren, gefangen.
ifbing Ereef (fpr. Fiſching Kri
Fliſſe in Rordamerika, Die beteutent
in der Grafſchaft Columbia (Staat Ber
fällt in ben Susquehaums- River; 8;
BE bie A
Bepel u. füllt | re mil
ie &r
sKoille im den ——
Dun Graffchaft Ray bes
, fält in ben Diffouri-River; 3)
t
£ (Township) in der ©
a —
tifcher mit
in ber Graff it Dut
rt am Hubfon- River, Newb *
ech len burcicnite
8 m BHBRR-
rt barin a
Pr ur Banl; 1200 io 3)
kei ebenbafeläfl an ber Dün
reek in den Hubfon-Rwer u. der
— 3 Kirchen, Eiſenwerl, Maſchi⸗
Farm
‚ amerila
Be ehe |
auf Island, ge»
*
ER, erfall im norwegi
Kahl. 2 286 Buß bed, et
Biermaß — 26414 Pariſer
Bin), Subı — am — ee
artement ee — ne
mit Wolle, Hanf u. Wein; 2400
I Bine J — A Birkelalter
oft von Rheime n.
Fon — v. —
[4 |
Se Tonart, welcher ber : Eon Fis
Ihre Boralleltonart ift ae
mit 3 Kreuzen vor
—— Ar Sa n.
od. “ if
dg.),? attung aus her
8.
‚Ppaltbar ; daher Biffittät, Gpalt-
Spaltzängier), Abtbellung
in minen: tief itoeilpi iger,
— ſUnfzehlgen
u irbelihuppen.
b:nme land eseitedlen |
in⸗Tidehſen (Amcivae);
kidechſen ——
rear ase
fie her
| Schwimmblaje einiger
Ar
m, breiedi gem, flachem, au ber
ige haligem nabel, febr meiter Diunbipalte n.
langen, (pitigen | ein. Dierber gebören: a) bie
Tagſchwalben — u.b)bieNadt»
Ihmwalben —— idae).
Fiffüla (F. phistoma Rud.), Gat⸗
tung ber Sabre ber Gattung Cucullanus
Kappenwurm j. b.) vermanbt, aber mit querge⸗
ſpaltenent, alſo zweilip Munbe; lebt in
Bise
ten: F. s. 0. cy-
atidicola bei Forellen.
Fiffür (v. lat. Fissura), 9 Kuochen palte, als
Folge einer äußeren Gewalt; s nur it jo weit ge⸗
ſährlich, ala Zerreißu von Gefaßen u. Ausflah
von Feuchtigleiten bamit berbunben finb, bef. bei
Schäbelverlegungen. 3) (Anat.), Stellen, 100 Knn-
hen ob. auch anbere Ebeile einen längliden Zwi⸗
ſchenraum od. Spalt zwilhen ſich Iaffen; Fissurae
orbitales, Augenbohlenſpalten; 3) aufgelprungene
Lan er a PpER 2. Gaulkhrund; 8, bed Mftere,
ter
ifurella, ſo v. w. Spaltfchnede.
(Bot.), aelpalten, von Blättern gebrauch,
wel tiefe ſpitzige Buchten wiſchen Lappen haben,
alſo jo viel mie -Aulus in ber Zuſammenſehzung, > B.
— ob. multılldus
‚ nennt Ofen feine 8. Zumft ber Balg- od.
pilge (Gasteromycetes); e# find anfangs
* nn —2 "Blafen mit artigen Keim⸗
Zu ihnen zählt er bie Gattun⸗
gen: — — —*5 temonitis, Arcy-
Tin Trichia, Licea, Craterium, Leocarpus,
er Diderma Fb ie la.
4 — Di (lea Ana,
w sm wär (Ulcus fistu-
em —— unter ber Haut ob. zwiſchen
Mn Tre Elle tentheis bedeckt
2 Din ae en
‚ein
—— te
- Bcper® geht, 5 een u. fi du
ſelben entleert, mit einem er
Sfeimbantähnlichen, fpäter en en Iberzuge, meh
— von chi angen, welche tie Wände ven
pr u. Organe zerflören, od. Ber-
fi mer von —* — Nicht
immer tal ni beide Zufände genau trennen.
Theile nach den leibenben Theilen, theile nad} ben
—— —— ee —A
bes Afters, entweder u. b ur ae dee
end u. außen äffnenb, N 2 auch zit-
rg d ‚od. unern defe
elben eine J de n. einen
Kanal — Bea — a bilbban), ent⸗
et:
ven elta od. aus
316
Eiterung ob. mit F⸗n der Thränenfanäle u. ihrer
Nachbarſchaft od. Knochenfraß des Thränenbeins
compficirt, meift auf dyskrafiſchem Zuftanbe, vor-
züglich ſtrophulöſem od. venerifhem wurzelnd; NM
Speichelfiftel (F. salivalis), betrifft vorzliglich
tie Obripeichelbräfe u. ihren Kanal u. entleert
Speichel durch die Wange; g) Harnfiftel (FE.
urinaria), fiihrt aus den Harnmegen, vorzüglich
der Harnröhre u. der Blaſe (BIafjenfiftel) nad
äußeren ob. inneren Theilen u. Höblungen, od. bil»
bet von benjelben ausgehende Hohlgeſchwüre ohne
anbertveitige Offrungen, ob. ſich nach außen öffnenve
u. nur bis in bie Nähe der Harnmege gelangenbe
Hohlgeſchwüre; b) Kotbfiftel (F. stercorea), in
die Höble des Darmlanals führende, widernatür⸗
liche, veraltete Offnung in ber Bauchwand, durch
welche, liegt die Öffnung des Darms näher nach dem
Magen hin, mehr Chymus, liegt fie mehr abwärts,
mehr Korh ausgeleert wird, mit Verwachſung ber
Darmöffnung u. der Bauchwand, theilweiſe od.
gänzliche Zerftörung eines Darmringes u. entweber
noch offenem od. geihloffenem (Widernatürlicher
After, Anus praeternaturalis) Wege durch ben
Maſtdarm; entfteht in Folge von, tie Baudıwand
u. den Darm burchbohrenden Wunden od. Abſceſſen
u. in Brand übergegangenen Brüchen u. ftört die
Ernährung um fo mehr, je böher bie Offnung des
Dermaliegt. Durch anhaltente Rückenlage, Sorge
für gebörigen Abfluß des Koths, nührente Diät,
öftere Klyfiiere u. Abführungsmittel, fo wie paſſende
Bebandlung ber Wunde gelingt e8 bisweilen, Die
Koth⸗F. zu beilen, indem fich die äußere Offnung
Ihließt, ver Darm fi zurüdziebt u. das nachge⸗
zonene Darmfell eine trichterförmige Öffnung für
den Durchgang des Koths bildet. Bilden dagegen
bei völliger Zerftörung eines Darmrings tie beiden
Darmftilde ın ihrer Verbindung nach hinten einen
ſpitzigen Winkel u. Die Communication des Darm
ftörenden Vorſprung, fo muß diefer durch Die Du⸗
puytrenſche Scheere entfernt werben. Die eigentl.
5. heilt felten durch die Naturkraft u. innerliche
Mittel. Die Heilung berfelben bezwedt eine orga-
niſche Verſchließuug der 5. u. die Ableitung ber fie
unterhaltenden Flüjfigkeit nach einen anderen Wege.
Jenes gefchiebt, inden bie Ränder berfeiben nach
vorbergegangener Ausfchneibung ober Kauterifation
vereinigt werden, ob. indem man die %. unterbin-
det, od. mit dem Meſſer od. der Scheere aufipaltet,
od. wohl auch den ganzen Kanal ſchneidet; dieſes,
indem man den natürlichen Ausführungegang eines
Theiles wieder Öffnet od. einen neuen biltet, od.
das abjonternde Organ durch Eompreifion ot.
Kauterifation zu feiner Function untauglic macht.
3) (Fifteiftimme, Mufit), fo v. w. Falſet.
iftelbiftouri (Ztiteimeflen), ſ. u. Biftouri.
iftriß, Fluß u. Stadt, ſ. Biſtritz.
Fistüla (lat.), 1) Rehr, Röhre, 2) CF. eurha-
ristiea, Canna, gr. Sipho), in der abendlän—⸗
diſchen Kirche, vom 8. Jahrh. bis zur Kelcheutzie u 13
im 12. u.13. Jahrh., ein Röhrchen, womit die Com
municanten beim Abendmahl den Wein aus dem
Kelche ſaugten; es ſollte damit das Verſchütten des
Weins verhütet werden. Vogt, Historia fistular
eucharisticae, Bremen 1740. 8) (Chir.), ſ. Fiſtel.
istuläna, 1) (Bifteltbier), verwandt mit Der
Gattung Bohrwurm (f. d.); 8) (F. Zrug. Lam.),
Mujchelgattung, fo v. w. Gastrochnenit.
Fiularie, 1) Gattung der Röhrenmäufer (Au-
Fiſtelbiſtouri bie Fitne
lostoni) in ber Orbnung ber Pfeifenm
lati); 2) (Holothuria tubulosa), Ri
rie, |. u. Solothurie.
Fistulati (Pfeifenmäntler), 3.
Stachelfloſſer; Kopf vorn in eine meh
lange, dünne Röhre, vorn mit Meinem
längert; beftebt aus ber Familie be
fiemer (Lophobranchi) u. Rh
(Aulostomi).
Fiftulina (F. Bull), Pilzgatt
Samilie ber Hymenompcetes pil
Art: F. hepatica (Leberfhwan
ſchwamm), mit faft fliellofem, zun
oft fpannenlangem, jung blutrothem
braunem Hut mit- mweißlihen Röhren
von Eichen, Buchen, Kaftanien, meift
fenartig zuſammen; jung hat er reichli
roth u. weiß geflecktes Fleiſch, riecht anı
artig, ſchmeckt ſänerlich u. ift eßbar, f}
grünlichgelven Keimkörnerftaub aus,
weich, läßt Tropfen fallen u. wird ent
iftuliren (Mui.), Falſet fingen.
iftulöß (v. lat.), röhricht, fiitelart
Geſchwür, ſ. Fiftel 1).
Fiszer, Stanislaus, geb. um 175
Adjutant Kosciuſzkos n. im folgenden
tän unter Brofzomwfli; 1794 ging er
um bie polnifchen Legionen unter taı
Dombromflis u. Kniaziewiczs zu bri
1806 als Brigabe eneral nach Belen |
1809 gegen bie Ofterreicher fucht; 18
unter Poniatowſli bei Smolensk, an
u. Moskwa u. fiel in der Schlacht v
bei Rojeftro.
Fitats GAitaqui), Fürftenthun mit
Stadt auf der japanefifchen Infel Ni
Fitchburg, Poftort in der Graffd
des Staates Maffachuferts (Norbame
punkt der Bofton-Dioutreal», Vermo
chufettöbabnen, 2 Banken, große Ger
Handel: 6000 Em.
Fitchville, Städtiſcher Bezirk
(Post tiown-hip) in ber Graffchel
Staate Obio (Nordamerika); 1200 @
Fite, Maria Elijaberh de ia F. geb.
burg, war Vorleſerin der Königin vo
ft. 1794 in London. Sie ſchrieb: Le
vers sujets de literature et de ı
1775, u. mehrere Jugenbichriften, a
fie Schriften vun S. la Rode, Münt
Yavater in Das Frunzöſiſche u. nahr
ber Heruusgabe ber Bibliotheque <
et benux arts von ihrem Gatten, D
reiormirten Prebigers Jean Dan. De
Fitero, Stutt am Albama, in
Provinz Saragoſſa (Navarra), wett
Abtei mit Biblierbet, Lutiweberei, &
u. Diineralquelle von 36% R. Wärı
einrichtungen; Z000 Ew.
Fitful: Head, Vorgebirg auf ber
Shetlandsinſel Mainland.
Fith, Stadt im ruſſiſchen Kan
Schirwan; eine unbezmwingliche Berg:
Fiti8 (Großer Weidenzerſi
Ficedula trochilus), Yaubrorilart
tung Der Sänger.
ine, 1) Liwa im türliichen Gjalel
ten), umfaßt den größten Theil Oft
Futen bis
ats, nämfich von den Kataralten bis | lebte in Kran :
1,8 .
sr bie Tiefe ber Bohrlöcher meflen,
igel ſchlagen fol.
d. w. ei, befonbers in der poeti⸗
L, 1) platte Dachziegel, an beiten
babenen Rändern u. wo fie zufam-
einem Krummziegel überbedt; Diele
fhon bei ten Römern üblid; 2)
niegel
ames, engliſcher Kupferſtecher, geb.
on, arbeitete fomebl mit der Nadel
‚abflichel namentlich See - u. Schlacht-
sorzüglichiten Blätter find: Schlacht
m 1. Aug. 1795 nach Loutherburg,
mg von Gibraltar nah R. Paton;
z von S. Urſula nah Claude Lerrain.
kei), greßer fiſchreicher Eee im Reiche
menland Nerbafritae, liegt 6 Tage»
m Tiadſee, ſell von W. nach DO. eine
von 3— 1 Tazereilen baten, in ber
noch weit größer fein, Ba ibın ſedann
bähhe Flüſſe ibr Waſſer zuführen.
rormanniſches Wort, weiches Baſtard
ticheinlich aus dem lateiniſchen filius
ven fils entſtanden); man N es ge-
Namen ter natürliben Eöhue ver
land bei, wie Fitz⸗Roi, Fitz⸗James.
e nermänntiche Familien in England,
ice, Fig⸗Gerald, Fitz⸗Gibbon, führen
e, Lord Frederik, natürlicher Sohn
ihelm IV. u. der Schaufpielerin Jor-
', trat 1516 in engliiche ariegebienfie,
Benerallientenant, wurde Obercom⸗
Bombay n. fl. 1854.
Bigbend, Ftgfaden, Affe, Band cd.
; ein Stück Garn auf dem Haipel in
e gehmiten wirt: 2) (Gebind),
sengebuntenen Fäden ‚ zugleid ein
ı 40 Fäden a 33 —4 Glen lang; 20
trãhn od. Städ.
ine Feile, mit welcher bie Nabelöhre
en.
(fpr. Fitzdſcher 1d), 1) Lord Ed⸗
des Salen v. Kiltare, geb. 1763
wten bei Dublin, nahm ale Major
nterieregimente Theil an dem Ameri-
eu. ginginber Recolntion nach Frant-
e Folgende heirathete. BZurüdgefehrt
ahm er bald Partei gegen tie Regie-
das Haupt einer politifchen Bartei,
eißung Irlands von Großbritannien
rathen u. verfolgt lebte er verborgen
m Murphy in Dublin; dort entdedt,
et werden, er wehrte ſich aber gegen
kmajore ı. ſtieß fie nieder, wurde
nem Dritten durch ein Piſtol ver-
rb im Geſaãngniß von Rewgate 179%.
natiirfiche Tochter tes Herz. v. Or⸗
N m. ber öffentlichen Meinung nad)
benlis (bie fich jedech viele Mühe gab,
bftammung ter TYady F. zu beweiſen),
ametan.xeon ber Genlis mit ihren
»p erzogen, verheirathete ſich mit tem
biefer 3798 Rarb, im Hambnrg mit
er Bitlatrn, ſchieb ſich von ihn ıı.
Bibcount Milton n.
Fiuwiliam 817
na ben Yalltagen kam fie
Paris, fand aber von Ludwig Philipp m.
feiner Familie feine Anertenmung u. flarb Ende
1831 daſelbſt arm. 3) ©. end Belay, Lord, geb.
1786, war 1826 Generalzahlmeifter des Heeres,
bie 1830 Präſident des Handelsbureaus, trat 1342
ale Präfident des Indiſchen Eontrolamtes wieder
ine Miniflerium u. fl. 1843.
Fitzherbert, Lady, geb. 1744 in Irland, Katho⸗
fifin, war in 1. Ehe mit einem Bruber Des Cardi⸗
nale Wold vermählt; zum 2. Mal an F. verbeirathet,
sine fie eine Derbinbung mit dem Prinzen v. Wales,
nahmaligem Georg IV., ein, mit bem fie ver Sage
nach in Rom beimiich getraut wurde, was in Eng-
land um fo mehr Aufſehn machte, Da dort jeder Bring
durch bie Heirath mit einer Katholitin den Thron
verwirlt. Durch die Permäblung des Könige wit
Karoline von Braunfchmeig 1793 wurde dieſe Ber-
bindung getrennt. Sie fl. 1537 au Brighton.
Fishorn, ein Kubborn an einen bölzernen
Stiele, mit welchem beim Llichlagen in Die Stoß-
blodlöcher Das etwa nöthige Waſſer gegoflen wird.
Fibinger, 1) Kranz, geb. 1900 in Wien, trat
daſelbſt 1%16 hei ten nieberöfterreichiichen Yantfläne
den in Dienfle ; er fchr. Gedichte, Yp3. 1534.82) Feop.
Joſ., geb. 18U2 ın Wien, widmete ſich ter Phar⸗
macie, ftudirte feit 1616 Naturwiſſenſchaften im
Wien n. wurde Cuſtotadjunct anı E. f. Hofnatura⸗
liencakinet; er fhr.: Neue Claſſification ter Repe
tilien, 1926 ; Systema vweptilium, 1843.
Fitz ſames (fpr. Fitzdſchebms), 1) Herzog v.
Berwick, |. Berwick. 2) Ednard, Herzog v. F.,
Urenkel des Herrege von Berwick, natürlicher Sohn
Jakobs II., Königs von England, n. Anna's Chur⸗
chill, geb. 1776 in Berfailles, wanderte ale Roya-
iR 1789 ans, wurde nach der Reſtauration Pair
von Frankreich u. Adjutant des Grafen von Artois
(Karls X.), leiftete, obgleich eifriger Anbängcr der
älteren Bourbons, dennoch vudwig Philipp den Gib
ber Treue, wurde 1830 — 1533 Depu:irkr von
Tonlouſe u. war nächſt Berryer ber beite Nedner
unter ben Yegitimiflen in ber Deputirtenkammer;
er nahm Theil an dem Aufitante in der Bend:e für
bie Bourbons u. unterſtützte die Herzogin von
Berry; er ſt. 1838.
Fitzruthe, am Weberſtuhl ein biinner Stab, mit
weichem beim Aufbäumen bie Kette in einer Kerbe
dee Garnbaumes feRgeffemmt wird.
Fitzwill iam, engliihe Familie, deren Ahn, 1)
Milliam Fihgoderick, ein Verwandter Cdu⸗
ards des Bekenners, iſt. 2) William, Sohn des
Vorigen, nahm 1066 ımter Wilhelm dem Eroberer
Theil an ter Schlacht bei Haftinge. Seine Nach»
kommen farben 1543 in Mannelinie ans, nachdem
fie kurz vorber, 1537, zu Grafen von Southampton
erboben worben waren. 8) William, aus einer
jüngeren Linie fammend, war mehrmals Lorbdepu⸗
tirter von Irland u.f.1599. 4) William, Enkel
des Vorigen, wurde 1620 zum Baron %. von Lifford
erbeben. 5) William, Biscount Milton,
intel des Borigen, geb. 1643, wurde 1716 zum
raf F. in Irland erhoten u.
fl. 1719. 6) William, Lord Milton, Entel
Des Borigen, wurde 1742 engliſcher Peer u. ver⸗
mählte fig 1744 mit Unna — der Schwe⸗
ſter des letzten Marquis von X ‚wong
jpäter die Bemilie
u. ft. 1756. tiem — ü
des Borigen, geb. 1748, erbte 1956 bie väterlichen
Güter u. 1792 das große Bermd feine® Dheint/
= Marquis v. Rodingbam; A— 1769 Fl
deo Parlaments, gehörte er erſt zur Oppofition,
[eloß fich jedoch —————— Ludwigs XVI.
Regierung an, wurde 1794 Brüfibent bes Ge⸗
erh u. 1795 Bicelönig von Irland; doch
verlor er, wegen Beförderung ber Gmaneipation
der nn Bi a bald wieber; 1806 wurbe
er abermale G fident, trat aber 1807
wieder in ben — zurück m. ee 8)
Charles William Wentworth⸗
Vorigen, geb..1786, nahm 1607 ber Aeara Men
worth (f. oben 6) an — trat ins — wve er
ebenfalls bie Ratholilen ste;
1833 trat er ins ahead, m ne er 1846 bie
Aufhebung ber Rormeiehe
onikiem mit ——
Post-t hip) in ber ©
En —— oe
a ume (ital.), Fluß, baber mehrere Aufammen-
ungen.
Fume, 1) Kreis im Könt nigeei — 25
—* be ae — er ——
aßt den aligen od. Da8
Zitorale u. grenzt an Krain, Kroatien u. an ben
Quarnerobuſen; iſt gebir Durch Zweige ber Ju⸗
liſchen Alpen, hat warmes, von Seewinben ger
Zühltes Klima ; bie Bewohner, ber Katholiſchen Birke
angehörig, ‚find u — Abſtammung u.
ee en mg an
* mmerei n.
Del; 2) (enifd dr Beitem Klaum, ag
Rela od. Rika), adt befi
Siumera u. dem HE Das, :
Altftabt (auf einer Anhöhe) u. der Neuſtadt Ss
Dieere), ift der Sitz ber Kreisbehörben, eine®
ſchofs, eines Mercantil- u. Wechielgerichtes, eines
Leihamtes, einer Affecuzanzgefellichaft, hat Cafin⸗
mit Theater, Marmeihule, Oymnaftum, —
ſchule, Benebictiner-Nonnenliofter mit Mäbchen-
Khufe, Muſilſchule, Holpital, Contumazhaus u. fer-
äigt Leinwand, Zuch, Leber, Roioglio, Papier, Ta⸗
dal, Zuder, Wachslichter, Faue, UAnlerz außerdem
hat e8 eine Glodengießerei, Bierbrauereien, Wache⸗
bleichen, Schifffahrt u. Handel; 14,000 Ew. %- hat
eh Frei as es dem 5. m
e macht. anum
St. Km ad Flumen) od. r in. bem
— Capızi r zz. 1618 =. a wi.
* 9 Dorf daran, — ige
er ‚vs man Silber, Kupfer, Blei u. —
mefreddo Stadt am Tyrrheniſchen Meere,
—— — der — litaniſchen Provinz Ca⸗
labria citeriore; 400
— (pr, —2 Marktflecken an
ber MUndung bes nörblichen Tiberarmes in ber Co⸗
marca bi Homa; Hanbel, Bi 600 Ew. Hier
"Sie yäpflihe FAN
dit Ihe Her t wieber
Fiunga, Kürftenthum auf ber zum —
Reiche gehörigen Inſel Kin-fiu en
| iba, bei ben Türlen jo, w.
- Fivam, dinefifche Dlünge, fo 0, ps Cent:
Li
| Lehrer ber Deutſchen S
Fiewillseitis FiraMinne
Fivel (Biver-Ua), Fluß ber mieberl!
ping Gröningen, bis et Hi 1 Bie
auf bieler Gtrede Dam er Die)
Mittelalter Fivelgau ein Gau im Lan
an u um ber Tivel; jet begreift bi
Marktfleden — bie def
34 Ortſchaf ling
—
——e von ne en zu 5
Biaftern gepr
titan ; Martiieden s Kol
en et. a bat
Nonnenflofter , Literariſche Alademie
wurbe nebſt anberem Gebiet 1847 vo
se lat.), —F fo Ye He
x, 1) (v.Ia o
as Gem ben Willen be
ah her 9 anb erwehren
beferen Dune her
buch Bernunfl
bebenb, ſchnell;
— — ſo v. w m
Eiren er Herabgehen ber
eine Sorte Wertbpapiere, bie man
bis zum Lieferungstermin w
tönnen, @iger, Bör —
anna auf bie Curabewegn
x, ſo v. w. Heiner Spi
£, 1) Théodore, 1800
war Kata — — Blois,
ſailles u. and, giug 1
wo er 31. Zuli 1846 ; Nord, In
1833 die Revue mensuelle d’
tique heraus u. ſchr. für bas Bulle
. — den 3325 geogza
* eil Is ort sur les progr
—* sociales Hoouis 1789 un. für |
tionnel ben —— den
eine Abbanblun ben
1840 —e— © 2) Theobel
Bor., geb. 1802 in Solothurn, Ant
Philologie, tam 1835 al® Lehrer b
Sprache an Die Parifer —**
am
u. —— an der ee
mehreren UÜbe
alten —2— ee > er 150 u. I.
use graecae von d. S
Guripinee n. ——
ation, 1) eb Beſtimn
Einto te; 8) |
wandlung eines Stoffes i
feuecheftänbigen.
Fixa vinota (lat.), 1) banb«, wei
niet», nagel⸗, erd⸗ m. wurzelfeR;
ob. — befe we s) Ken.
des if, v
ze gan fo v. w. ——
3 —X
ber Mitte,
‚Iberfaufenden Goung:..- -
Biriren bis Wirfterne
rem (v. Lat.), 1) befeſtigen; 2) fich wo häue- | rigont fich gefenkt hat, ſind eigentlih 17, 4 im
erlajien: 8) Ginen unvermantt anſehen; ı Tbierfreis: Aldebaran, Regulue, Spica, Anta⸗
ı Magnetifiren, |. Thieriſcher Nagnetiemus. ı red; 4 in der nörbliden Semiiphäre: Arltur, Ca⸗
ang (v. lat.), fo v. mw. Fixation 1) u. 2).
Hliner ,_Placitus, geb. 1721 im Echlofle
ben in Ofterreich, Benebictiner, Profefler
jenrechtes an ter ateligen Schule im Stifte
ünfter, baute, zum Aſtronom tes Stiftes
‚ bie bertige Sternwarte u. machte mehrere
obachtuugen. &o gab er Lalaute tie Ele⸗
u feinen Mercurstafelu, berichtigte zuerſt
möbahn in Tabellen, erwies, daß ein von
& 1690 geſeheuer Eteru der Uranus gewe⸗
„er ft. 1791 u. jhr.: Decennium artron.,
L 1776; Acta astron., ebt. 1776— 91.
ernbebedung, |. u. Betedung 3).
erne, die mit eigenem Lichte funkelnd leuch⸗
Berne, weiche gegen einander ihre Stelle
nmel in gewöhnlicher Beobachtung unver»
behaupten u. jelbit durch bie beften Fern⸗
mwergrößert, ja (meil danu Bas Funkeln
nar als Lichtpunkte ericheinen. Mau bat
ter 15. von Per Erte durch tie Ver⸗
er Richtungen Rarallare) zu beflim-
Bi, nach welchen fie von zwei entgegen.
B-Sanlten ter Erdbahn, alio in entgegen.
BSahreszeiten, ericheinen. Obwohl aber bie
vor zwei jolden Beobachtungsorten
841 Millionen Dil. beträgt, ift es doch erſt
efreugteften Bemübungen ber Aſtronomen
er Zeit gelungen, bei einigen K-n eine ganz
ige, ſchwerlich auf 1 Zecunte fich belau⸗
zweichung ihres Standes (Parallare) zu
m Deraut gebt tie ımgeheuere Entfer⸗
er F. von ter Sonne u. aljo auch von ter
vor. Ben nämlich tie Parallage Des näch⸗
wirBlich 1 Secunde betrüge, io würde ein
umer noch 206,264 Dial weiter von uns,
zbe von ber Sonne entierni fein; bei einem
mm, wo bie Sonne einen Zoll im Durch⸗
It würte, müßte daber bie Entiere
nãchſten Fes gleih 86 Meilen genemmen
Nach ten vielfältigen Bemühungen ber
sen Tycho te Brahe, Riccioli, Wallis,
b, Bradley, Piazzi ift es erfi in der neueften
el gelungen, an dem Stern 61 des Schwa⸗
lch eine jährliche Barallaye von 0,548 Se⸗
m entbeden, woraus eine Entfernung von
. Halbmefjern der Erdbahn folgt. Dem⸗
ws Senterion für a im Centaur u',93,
Mr a in ter Leier 0,26, Henderſon für
Ws Barallare. Unter ten mit bloßen,
ale beſendere Eterne (nicht Nebel)
wm Eternen untericheibet man nach ber
Glanzes, welche man hierbei auch ihre
are ®röfße nennt, F. erfter bis ſechſter
bereit gibt es nad) Argelanters Zählung
88. Außer ihnen findet man durch Fern⸗
ed eine ungebeuere Zahl telejlopiiher
je man nach gewiſſen photometriſchen, frei«
febr unfiheren Meflungen in Klaſſen 7.
. 10. Größe gebracht hat. Ihre Gejammt-
ãgt nach Argelauter 2U0,000, fo daß bet
chmãßigen Bertbeilung derſelben auf jeden
ı HOmimels von ber fcheinbaren Größe bes
bes 1 Etern läme. F. erfier Größe,
et in ber Dämmerung fihtbar werben,
une bis zum 12. Grad unter ben Ho⸗
pella, Wega, Atair: 9 in ber ſüdlichen: Veteie
geuze, Nigel, Acharnar, Sirius, Prolyon, Fo—⸗
malhaut, « u. Ades Centaur, Kauopus: letzter (bei
une nie ſichtbar) u. Sirius übertretien alle an Lichte
glanz. Gewöhnlich werten aber auch ven ten Fen
zweiter Größe Alpbard u. Denebola, auch wohl
Kaflor u. Deneb bierber gerechnet. Überhaupt gehören
(nach Deppelmaier) nur 65 zu Feu 2. Grüße, 299
zu Fen 3. Größe, 453 zu Fen 4. Größe, ferner uach
Argelander 1100 zu %-n 5. u. 3200 zu been
6. Größe. Die letztgenaunten find tie, welche im
ganz dunkel wollenleſen Nächten bem bloßen Auge
eben noch ſichtbar werten. Die genannten Abſtu⸗
fungen ber ſcheinbaren Größe find aber nicht alletw
ihrer verſchiedeuen Eutfernung ed. ibrer verichiebe-
nen wirklichen Größe zuzufchreiben, Denn von ben
Entfernungen ber F. ift uus wenig belannt. Nech
geringer ift unfere Kenutniß von ber abfoluten
Öröhe derſelben; um dieſelbe zu berechnen, muß
man bie Entfernung u. Den ſcheinbaren Durchmeſſer
ter F. lennen. Nun erichienenaber bisher alle F. ſelbſt
durch die beſten Fernröhre ale Lichtpunlie ven numeß⸗
barem Durchmeſſer. Erſt der ältere Herſchel glaubte
mit ſeinen Rieſeninſtrumenten an der Wega einen
Durchmeſſer von JSecunde zu bemerken, jetzt if
man aber durch vollkommnere Juſtrumente dahin ges
langt, mebrere größere F. als Scheibchen von 1
3 Secunden Durchmeſſer zu erbliden. Setzt man
nun 3. B. tie Entfernung ber Wega gleich 600,000
Erdweiten, alfo gleich Der Eutferunmg von 61 im
Zdwan, fo würde ter Durchmefier der Wega 0,9
einer Erdweite fein; Tiefer F. würde alſo in Durch
niefler fahr ten ganzen Raun ber Ertbahn au
füllen. Und ned viel beträchtlicder würde biefe
Größe für einen größeren icheinbaren Durchmefler
u. bei ter Annabme einer bedeutenderen Entfer⸗
nung ausfallen. Alic 5. find jeit den älteflen Zei
tem in gewiſſe Gruppen (Zternbilter, f. d.) einge⸗
tbeilt.
Die Bertheilung fer. anı Himmel er
ſcheint ſehr ungleichartig u. regelles; an vielen
Stellen erſcheinen fie febr geträngt; andere Stellen
bleiben, auch durch tie größten Getelfope befchaut,
fternenleer. Gleichwohl finden fih Anteutungen,
baß auch ter Anordnung ber %. eine gewifle Ein»
heit zu Grunde liege. Beſonders leitet bie Betrach⸗
tung, daß ein breiter Kreis von dicht zuſammenge⸗
drängten Fen von 6. u. noch geringerer Größe, bie
nur durch das Fernrohr unterjchieden werben, u.
gegen deren ungebeuere, zu 75 Millionen ſchwerlich
zu hoch geihägten Zahl, alle übrigen nur als ſeit⸗
wärt® vereinzelte Sterne ericheinen, fih um Dem
ganzen Himmel als ein Yichtnchel Milchſtraße, ſ. d.)
berumieht, zu ber febr wabricheinlichen Voraus⸗
jeßung, Laß alle eigenen unterjcheitbaren F., u. unjere
Soenne unter ihnen, zu Cinem Syſtem achören
u. nach eigenen Gejegen fi) bewegen. Tai nicht
nur mehrere F. in langen Zeitpericden ibre Stelle
um mehrere Minuten verändern, ja, daß unſere
Sonne in einem Vormwärtsrüden begriffen u. nad
der Gegend des Sternbildes Hercules fi zu bes
wege, baben beſondere, durch Herſchel u. Struve
angeftellte Bergleihungen neuerer aſtronomiſcher
Beobachtungen mit älteren wahrſcheinlich gemacht.
Kit beiden Mimmt ſehr nahe das Refultat ſehr ſorg⸗
320
fältiger Unterfudäungen Argelanders überein, wel⸗
ches den Punkt, nad) melden die Bewegung unſe⸗
res Sonnenſyſtems folgt, in 2609 50° Rectafcen-
fion u. + 31° 17° Declination verweiſt u. als Ge-
ſchwindigleit Diefer Bewegung ungefähr 1 Meile in
ser Secunde findet. Das Mittel, diefen Punkt zu
erkennen, beflebt darin, daß nothwendig Diejenigen
F. melden fich bie Sonne nähert, weiter auseinan⸗
der rliden; diejenigen, won denen fie fich entfernt,
näher zufammentreten u. die ftärfften Ortsverän-
derungen bei denjenigen Fen vorlommen müſſen,
bie von ber Richtung der Sonnenbewegung um
einen rechten Winkel abfteben. Doc fllhrte bie
Bergleihung ber zu biefem Zwecke gemeffenen Po⸗
fitionen lange Zeit, n. fo fange man nicht eine fehr
große Zahl von 7 3. B. gegen 400 in Betracht
zog, zu feinem Reſultat, weil Die eigenen Bewegun⸗
gen der F. jene fcheinbaren verbedten. Diele eige-
sen Vemwegungen ber %. werben jebenfalle
durch das Nemtoniche Gravitationsgefet beherrſcht,
da die Beobachtungen Der Bewegungen ber Dop⸗
pelfterne um einander, die GOültigkeit deſſelben auch
anßerbalb unſeres Sonnenſyſtems unleugbar bes
weifen. Damit ift jedoch durchaus noch nicht bes
bauptet, Daß es and fir das gefammte Kirftern-
ſyſtem einen folchen, nach feiner Maſſe bei weitem
überwiegenden Centrallörper gebe, wie dies bie
Sonne für unfer Sonnenfoftem ift; höchſtens kann
man, wenn man nicht die gefammte Firfternenwelt
als in viele Partialſyſteme, mit mehr ob. weniger
von einander unabhängigen Bewegungen zerfallend,
benfen will, einen gemeiniamen Schnerpunft an⸗
nehmen, um weldyen bie Bewegungen erfolgen ı.
in defien Nähe bie Ortsveränderungen am gering»
ſten fein merken, u. in dieſem Sinne ift von Mäd-
ler als Centralſonne ein Punkt in der Plejaden⸗
gruppe, in&befonbere Alcyone, als optifher Mit-
telpuntt derſelben bingeftellt morben. Neuere Un⸗
terfuchungen tiber mehrere Durch Fernröhre unter»
ſcheidbare, durchſichtige Yichtnebel, tie zum Theil
durch fehr gute Teleſkope fich als einzelne Sterne
darftellen (f. Nebelfterne n. Nebelflede), haben fer-
ner ter Annahme großes Gewicht gegeben, daß
ſolche nichts anderes, als nur in ungebeueren Ent»
fernungen ſich befindenbe Firſternſpfleme, abgeſon⸗
dert von unſerem Fixſternſyſtem, aber in gleicher Art
wie die Milchſtraße unferes Himmels, feien, welche
—— bie von Abnahme der Lichtſtärlke
u. Dentlichkeit hergenommen ſind, die Entfernung
des Sirius von der Sonne 160,000 Mal, ja wohl
gegen 320,000 (bie Entfernung des Mondes von
ber Erde von 51,000 MI. über 40 Billionen Dat)
übertreffen möge. Wird dies aber, fo wie die Be-
wegung ber %. zur Gewißheit, fo geminnt auch Die
Annahme, daß bie ſämmtlichen F. Sonnen find,
am bie jich pᷣlaneten m. Monde, wie um unfere
Sonne, diehen, hohe Wabı if nsthleit.
Der Clan; einzelner F. fan eben fo von ihrer
Grüße, als ibrer Näbe, od. auch von ihrer Yirhtftärfe
berrübren. Einige F. zeigen ſich inab wechſeln hem
Lichte, ſo zeigt ſich der Stern Ahol am Kopfe des
Meduſenhauptes 62 Stunden lang als Stern 2.1. 7
Stunten lang ale Stern 4. Größe, was wahrſchein-
lich von auf einer Eeite deſſelben befintlichen Son⸗
nenfleden berrübrt; anbere ſcheinen ietz in minde⸗
rem ob. mehrerem Glanz, als früher. Die F. wech⸗
ſeln aber auch in der Größe, einige verſchwinden
oft ganz; ſo führen die Alten den Eern Caſtor klei⸗
Fixſterne
ner als den Pollux an, während jer
ger: tft; fo bezeichneten frühere Be
tern « in der Wafferfchlange ale 1. €
rend er jetzt 2. iſt; ber Stern d im gr
welcher zu Tychos de Brahe Zeiten 2.
ift jet 4. Ordße. Noch mehr iſt dies
den veränderlidden Sternen, beren 8
ſtimmten periobifchen Abwechſelungen
iſt; ſo finkt der von Hevel ſo genannte
ceti (o im Wallfiſch), innerhalb einer
331 Tagen bis zu einem Stern 11. ol
herab od. verſchwindet auch ganz u. erh
wieder zum Glanze 4. od. ſelbſt 1. ol
‚© bat der Stern Algol, im Haupt
24 Tage feinen gemöhnlidhen Glanz, :
3! Tage merflih an Licht ab u. in eh
Zeit wieder zu u. verbarrt nur 195
ſchwächſten Licht. Als Grund viefes v
Lichtwechſels nimmt man enweder an,
gleich unſerer Sonne, eine Rotation m
haben u. dabei an einer ibrer Seiten
mit bunfelen Flecken bebedt find, od. «
von großen dunkelen Planeten um
welche uns periodiſch das Licht derſelb
od. auch, daß fie von linfenfärmiger &ı
uns bei ihrer Rotation abmechjelnd
Kante u. breite Seite zuwenden. Die
von verjhiebener Farbe, bie me
nen zwar weiß od. gelblich, andere ab
blau u. grünlih, ja einzelne wechſel
Farbe, wie Sirins ten Alten rotb, j
weiß ericheint. Vgl. Doppeifterne. Xı
Beiipiele von neuen Feu, die aber ı
Verweilen wieber verſchwanden; bierk
bald erſcheinende, bald verfchmwintente €
Kaſſiopeia. Alle dieſe u. ähnliche Erſche
noch Probleme für die Aftrononıen. Yu
find Berzeichniffe, in denen Die einzelnen
ihrer Stellung am Himmel eingetrage
Thycho de Brabe geichah dies nach Län;
erft Brahe führte in feinen Kataloge
Beftimmung nad gerader Aufſteigun
Hung ein. Die Firfternfataloge fim
nah den Stunten ter Rectafcenfion !
georbnet. Außerdem enthalten fie Die jäb
rungen ber Rectafcenfion u, Declinati
der Präcelfion, ſowie bie Anderunge
eigenen Bewegung der Sterne un. bir
Größen berfelben. Der älteſte Firfterr
wir noch befigen, findet fih im Aima
lemäus; ferner Ulugh⸗Brighs, Tabul
dinum et latitudinum stellarım
Tycho de Brahe, Catalogus fixarum
1600 (den Keppfer tur F. um den |
mebrte), fo wie bie Firfternlataloge von
caille, Hevel, Flamfteed, Bradleys As
observations made at Greenwich !'
Praecipuarum stellarum inerrantiv
nes medine etc.; Veflel, Beobadhtm
Königsberger Sternwarte 1813 — 18;
theilungen, M. Weiße, Nebuction be
ger Zonenbeobachtungen; Riümter, P
Cutalogue of Fixed Stars etc., 193:
632 zn ber ſüblichen Halbfugel) ; Ri
lere Orter von 12,000 &-ıt fir 1836, £
Catalogue of the British Assoriati
Beſonders find mehrere wichtige Werke
erfienen, fo Mädlere Unterſuchung
Flınm bi6 Flaccus
ne; W. von Struves Astronomie
t.), ewas Befimmtes, ein jährlicher
Iogebab N Seifabed, 9 a ngla) N Statt
legten Rabob von Aude) in ber Pro-
ıbe) ber inbobritiihen Präfidentichaft
terindien), am Gograh, hat Feſtunge⸗
el, fonft mehrere 100,000 Em.
eb., noriveg. Feld), in Tkandinavien
flächen, melche die Sauptmafle ber
‚ge bilden, u. auf bene fich einzelne
) erheben. ‘Der größte Theil der Skan⸗
birge bat feinen Namen von Liefer Ei⸗
des Baues, auch einzelne Bergnamen
ı Worte zufammengeleßt, jo 3. ®. ber
nemfjelb, Vorrefjeld in ten Kjuien u. a.
dehlmaß in Schmeben — 18,51 Litres.
.), jo v. m. Meerbufen.
ung, 1) (Deb.), filr Flores; 2) (Nu-
dulden (Florenus, Florin); 8) che
ı für Fluor.
elle Aktürzung des Staates Florida
.), Ablürzung für: Fiat lege
x kunftgemäß bereitet.
ferrbort im Bezirk Anbelfingen bes
n8 Zürich am Fuße ber Irfchel, un-
1, 1100 Ew.; mitten barin liegt ein
unterfte Boden eines Schiffes, wor⸗
hide liegen.
Yeichim.), fo v. m. Fläcken.
malige hollänbifche Silbermünze von
gr. 2 Pf.
2 (Blabefites), fo v. w. Fächer» u.
m (v. lat.), bie Lüftung eine® Behro-
durch Unterjchieben trodener n. kühs
, 1) F. Cuv., Gattung ber Nadt-
mit 4 Fühlern; die ftrablen » u. fa-
Hemen fteben feitlich auf mehreren
F. affinis, fonft bet Doris; 2) F.
lengattung aus ber Orbnung Poly-
yäufe gleichieitig, oval u. „lammen-
t: F.rugosa d’Ord. u. F. cordata
icularıa uvata Gein.), beibe faum
zroß, in ter Kreide.
ı (Tat.), 1) fo v. w. Fächer; daher
v. w. fächerförmig, |. d.; 2) Webel,
ergament, Pfauenfebern ob. Lein-
ich die Römer Kühlung zuwehten u.
eriheuchten u. womit man noch jetzt
: die Fliegen von dem Kelche u. dem
de ſchencht.
(Petref.), Korallen zur Ordnung
Zhierlorallen), der Turbinalia ganz
sfanımengebrüdt; im Xertiärgebirge
u. Italien.
nt (v. lat.), erfchlaffen, wellen; daher
it, Sclaffbeit.
ia, Tchter des Antonius, Statt-
allien, erfte Gemahlin des Kaifers
Gr, Mutter ber Arcadius u. Ho⸗
’
t., d. i. welcher lange, herabhängende
milienname mehrerer xömijcher Ge⸗
riton. & Nufl. VL
321
ſchlechter A) Ausder Fulvia gens: ) Cue—
jus Fulvius F. 212v. Chr. Prätor; erhielt Apn⸗
lien zur Provinz u. eroberte die an Hannibal abgefalle⸗
nen Städte wieder, ließ aber die Diſciplin ſo aus⸗
arten, daß Hannibal fein 18,000 Mann ſtarkes Heer
bis auf 2000 vernichtete u. fein ganzes Yager erbeu⸗
tete. Deshalb, u. als zuerft Fliehender angeklagt,
ing er nad Tarquinii ins Exil. 2) Quintus
uld. F., Bruder des Vor., kriegte als Conſul
237 v. Chr. ohne Glück gegen bie Gallier u. Yigurer
in Oberitalien, eroberte aber, zum britten Mal Con⸗
ful, 213 im zweiten PBunifchen Kriege Hanuos Ya
ger, bedte Rom gegen Hannibal u. belagerte u. er⸗
oberte Capua (ſ. u. Bunifche Kriege); 209 wurde er
Dictator zu Ermählung eines Confuls u. beffeibete
noch mehrmals Das Gonfulat, mo er Die Lucaner u.
andere umteritalifhe Völker beſiegte. 8) Quin⸗
tus Fulv. F., Sohn bes Bor., erhielt als Prätor
192 v. Chr. Das tieffeitige Spanien, ſchlug Die Cel⸗
tiberer in zwei blutigen Schlachten, murbe 150 Con⸗
ſul, beflegte bie Ligurer u. triumpbirte. Er wurbe
fpäter Cenſor u. Pontifer u. ermorkete fich entlich
ſelbſt. 4) Cnejus Fulv. F., 13410. Chr. Conful;
befam das Commando gegen bie ſich empirenben
Sflaven in Sicilien, 1. Sflavenfrieg. 5) Marcıs
ule. F., einer der Triumeirn, welche zur Vell⸗
ziehung der Gracchiſchen Ackergeſehes ernannt wor⸗
den waren, des jüngeren Scipio Pe u. als deſſen
Mörder bezüchtigt. F. wurde deſſenungeachtet 125
v. Chr. Conſul u. ſchlug bie Gallier u. Ligurer;
er ald bie Patricier fih gegen bie Gracchiſche
artei bewaffneten ı. das Capitol befetten, lei⸗
fiete er von ben Aventinus berab tem Cunful
kräftigen Witerftand. Jedoch geächtet u. von Bielen
aus dem Volke verlaffen, wurde er in eines Freundes
Haufe getöttet. B) Aus Der Horatia gens:
6) Duintus Horatins %., ber Dichter, f. u.
Horatius. 6) Anus der Pomponia gens:
7) Lucius Pomponius F. Vertrauter des Kai⸗
fers Tiberius, 17 n. Chr. Conſul u. Statthalter
von Möſien u. 19 Statthalter in Syrien, wo er 33
bare. D) AusterValeria gens: ) vucius
alerius %., 195 v. Chr. Conſul; beſiegte in ſei⸗
ner Provinz Italien die Vofer u. Infubrer u. baute
bie im Kriege untergegangenen Städte Placentia
u. Cremona wieber auf, focht als conſulariſcher Le⸗
at unter dem Conſul M' Acilius Glabrio 191 in
——*8 gegen König Antiochus von Syrien
u. ſt. 1800. 9) Yucius Val. F, 100 v. Chr. mit
Marius u. 86 mit Cinna Conſul, Freund des Volles,
zu deſſen Gunften er bie Valeria lex burchiette;
wirkte mit Cinna u. dem jüngeren Marius fchr ge
gen Sullas Rüdkehr. Auf einem Zuge gegen Mir
thribates entzweite fih F. mit Fimbria, feinem Un⸗
terfeldherrn, u. wurbe in Nikomedia hingerichtet,
ſ. u. Fimbria. Nach And. waren Dies zmei verjchie»
bene Perfonen. 10) Cajus Val. F., war 9 v.
Chr. Conſnul u. beſiegte die Celtiberer. 11) vucius
Val. F., Kriegstribun unter P. Sewilius in Cili⸗
cien, Suäfter des M. Piſo in Hiſpanien, Legat des
O. Metellus Creticus, 64 v. Chr., Prätor unter
Ciceres Konfulat, bein er bei Entbedung ter Cati⸗
linariſchen Verſchwörung biente, indem er bie Ges
ſandten der Allobroger auffing. Ubrig ift von Cie
cero eine Rede pro % lacco, worin diefer ibn, den
ven Yalius de repetundis Angellagten, vertbeitigt.
182) vVucius Val. F., Sullas Anhänger u. kei deſſen
Aufenthalt auf dem Laude Interteg; ale ſolcher
3272 Flach bis
verſchaffte er durch die Valeria lex dem Sulla bie
immerwährende Dictatur, worauf er 82 felbfi Ma-
gister equitum bes neuen Dictators wurde. 18)
Cajus Bal.%., römiſcher Epiler, |. Valerius. EB):
Andere Römer: 14) Apillus %., römiſcher
Ritter u. Statthalter von Agypten unter Tiberius
u. Caligula, unter welchem Letzteren, um deſſen
Gunſt zu erlangen, er die Juden dem Pöbel Aleran-
drias Preis gab; allein von Caligulas Freund, bem
König Agrippa von Judäa, deshalb bei dem Kai-
jer verffagt, wurde er ins Exil gejchidt u. fpäter
hingerichtet. 15) Verrius F. römiſcher Gram⸗
matiker, ſ. Verrius. 16) Horde onius %., wurde
in feinem Alter von Galba zum Kelbherru in Ger⸗
nianien ernannt, vom Heere verlafien u. als Veſpa⸗
fian als Gegentaifer auftrat, verdächtig den Ci-
vilis zugethan zu fein, erinorbet. 17) 5. Albinus,
alademiſcher Name Alcuine.
Flach (Seew.), das mittlere Stüd des Schiffs⸗
botens, selches beinahe horizontal ift; Flach vor
dem Binde fegeln, mit Wind im Rüden, 16 Striche;
Flache See, glatte See; Bader Wind od. halber
Wind, 8 Strihe, Wind, welcher fentrecht auf Die
Kielrichtung bläſt.
lad, jo v. w. Flaach.
lahau, Dorf im Bezirk Werfen bes üfterrei-
chiſchen Kronlandes Salzburg, am Fuße des 6132
Fuß hohen Lakenkogel; Eijenbergwerl, Berg- u.
Dültenamt; 400 Em.
Flachbohrer, ein mit einem Schraubengemwinbe
verjebener flählerner Stempel, mit welchem bie
Schraubenmuttern worgebohrt werben.
lachdeichfel, ſ. u. Deichſel 3).
lachdrabt, fo dv. w. platter Draht (Lahn).
lache, 1) (Matb.), eine Raumgröße von zwei
Ansdehnungen, alfo von Länge u. Breite, ohne
Dide. Dan kann ſie entſtanden denken durch die
Bewegung von Linien nach befiimmten Geſetzen:
a) ebene en (Ebenen), find folche, in denen
tie gerade Berbindungslinie je zweier Punkte ber
F. mit derjelben zufanımenfällt; fie entftehen, wenn
eine Gerabe an zwei fich ſchneidenden feften Geraten
Lingleitet; b) Krumme Fen, find ſolche, auf wel⸗
chen fi) aa) entweber nur nach beftimmten Rich-
ıungen ©erabe ziehen laffen, 3.8. beim Cyliuder
u. Kegel, u. dieſe beißen einfach gefrünmte
vd. geradlinige Fn; bb) od. ſelche nicht ziehen
laffen, wie bei ben Kugel» u. ſphäroidiſchen Ben,
weile man Doppelt gekrümmte Fen nennt;
co) Windſchiefe Fen, in denen durch zwei um»
mittelbar auf einander folgenbe Lagen ber bildenden
Geraden keine Ebene gelegt werben kann, weil fie
ſich weder ſchneiden noch parallel find; dd) Auf-
widelbare od. Developpable %-n, bie ſich
ohne Zerfiärung ihres Zujammenhangs in einer
Ebene ausbreiten laffen; ee) Umdrehungs- od.
Rotationsflähen, entfichen, wenn fich eine
jerabe od. frumme Linie um eine fette Gerate als
Achſe dreht, von welcher fie immer in gleichen Ab-
ſtänden bleibt; fo entfteht durch die Umdrehung
einer Geraden um eine dieſelbe ſchneidende andere
Gerade tie Kegelflähe; um eine ihr parallelen ver
Eplinver, durch Umtrehung einer halben Ellipſe
um eine ihrer Achien das Notarieneellipfeid, einer
Parabel cd. Hyperbel um ihre Adyfen das Rotations»
paraboloid u. Rotationshyperbeleid. Bei der No»
tation einer Geraden um eine auf ihr Senkrechte
Rebt Die Ebene; 2) ein cijerner Hammer mit
Rlachtäfer
breiter Schneide u. kurzem Stiel, zm
des Sandſteins; 8) (Bergb.), f. u. D
Flacher Bogen, |. Bogen (Baut.)
laches Das, ſ. u. Dach LA) ce)
laches Fahrzeug, Boot, das |
Boden dat u. nicht auf ven Kiel gebaı
Blade Band, 1) die offene, dem
das Junere zeigende Hand; 2) (Jägerſ
unftaltung des Hirſchgeweihes, bur
Sproſſen jo neben einander fiten, n
einer Hand.
Flacheiſen, Meißel, deſſen Scheibe
Zirkel gleicht; etwas mehr ausgehoöhlt
bohleifen.
Flache Infel, Injel im Cbineſi
zwiſchen der Weftfüfte der großen Su:
neo u. den Natunainjeln (Güdafien).
ade Infeln, fo v. w. Niedrige
. Kladeln, mit flachen, krauſen Zi
auf das Blech od. Zinn graben; geid
Blächelmeiget ( Fldcheĩeiſen), einer Art ®
eine jchräge Fläche hat.
ladeninhalt, jo v. w. Flächenra
lächenmaß, das Maß, nach wel
chenraum gemefjen wird. Man bebiü
des Quadrates über ber Längeneinhe
des Duabratzolles, des Duabratfußes,'
ruthe, der Duabratmeile. Da der Zuf
ift, fo if ber Quadratfuß gleich 144 8
Flächenraum (Blächenarea) eine
zwijchen den fie begrenzenden Linien Iü
Der 5. eines Parallelogramme ift gl
bucte aus der Grunbitmie u. Hoͤhe,
Dreiedes glei dem halben Propuctt
linie u. Höhe; ber‘. irgend einer gerat
wird gelunben, wenn man biefe durch
Parallele in Dreiede ob. Barallelogrı
u. die Flächenräume ber letzteren berer
Der F. einer Irumnilinigen ebenen Fi
nad) den Regeln der Infinitefimalred
man das Integral aus dem Produ
nate u. des Differenzials ver Abfcifie
Grenzen ber Abfcifje nimmt; ber F.
gen räumlichen Curve, indem man
dz\? dz\?
dy V:'+(&) + (5) nach:
das Product dieſes Integrals mit
nad x integrirt. Der $. eines Krı
dem Duadrat feines Halbburchmefler
mit der Ludolphſchen Zahl 3,14159 ..
Kugel ift gleich dem vierfachen Fläche:
ihrer größten Kreiſe.
Flächenwinkel, ein von zwei Flät
Bintel, |. d.
Flächenzahl, fo v. w. Quabratjal
Flach fallender Gang (Bergb.),
Flachfiſch, eine Art Stocfiſch,
fleinen Dorſch bereitet wird, intem m.
durchſchueidet. Er kommt vorzüglich
gen u. Dünemarf.
Blachflöte, Irgelftimme, bei meld
unten merklich weiter als oben find,
Aufſchnitt u. ein breites Labſtück ba
deren zu 8, de u. 2Fußton.
Flachgarn (Jagtw.), ein zum &
gemöhmiches Garn, 1—2 Ellen bed
Flachkäfer, jo v. w. Leuchtkäfer.
Flachkoͤpfe bis Flache
fo v. w. Flatheads.
ıde, fo v. w. Flachſchnale.
‚, Maler, welche Lie Bilder auf ladir-
1 fertigen.
rt, fo v. mw. Lachſe.
[, Meißel mit flader Schneide.
Bertzeug ber Steinfchneiter für flache
for. mw. Basrelief, |. u. Relief.
ein Draht, über welchem ter Flor
ı Eammet® gebildet wird.
Pflanze, welche den %. liefert, ifl ber
1). I. k beißt fie erfi vom Augenblid
A) Tie Ernte bes Fees begiunt
fen; baffelbe geſchieht, wenn es
fdie Baſtgewinnung ankommt, bald
wenn es aber auf Samengewinn
der Reife der Samen in ber Art,
Lig ausgetrodneten Stängel ziem-
ınfaßt, damit das Unkraut zurück⸗
id ver Brüchen bewahrt n. alle
& einer Richtung, regelmäßig auf
reitet. Sat ber F. nun zwei Tage
d er bei günſtiger Witterung ın
h. handvollweiſe fo aufftellt, daß
enden über einander kreuzen, die
er 1 Fuß weit von einander fie
bie Echrägen von Mittag nach Mit⸗
tt fie gegen Umwerfen tur ten
an auf beiden Enbfeiten Pfähle ein-
ie Feflängel in den Schrägen gehö⸗
et, jo können fle zwar glei nad
werben, nach der Belgiichen Flachs⸗
te fett man fle aber noch 2—3
‚ellen. Der %. wird nämlich fo in
1, daß alle Wurzelenben auf Eine
fonımen. Ge 4 u. 4 Bündel wer⸗
irzelenten nach unten, fchräg gegen
t, im Viered aufgeftellt. IN das
ses u. Das Nachreifen ver Samen
n vollſtändig erfolgt, fo wirb er
u. tes Eamens beraubt. Entmeber
etrofhen od. man wendet Lie
intem ter Arbeiter fo viel Klache,
n Händen faflen fann, mit ber Dlitte
ſchlägt, ſo daß Lie Samentapieln
zu liegen kommen, dann ſie rück⸗
u. biefes Berfahren fo lange wieber-
ımenfapfeln abgerifien find ; cd. Das
betient man fich eines platten, 1 Fuß
reiten u. 3—4 Zoll dicken Holzes, an
iß langer Etiel befeftigt iſt, u. Ihlägt
en ab; endlich kann man auch bie Sa⸗
einer Häffelbanf abſchneiden. Nach
ser Samen mirtber Flachs ſor tirt,
kurzen, ſchwarzen, fauligen Stängel
in beſondere Bündel bindet u. nach
röſtet. B) Die Alacheroͤſte bat zum
die Baſtfaſern leicht von den bolgi-
men laffen. Es geinicht ſolches ent⸗
Thauröſte, Luftröſte), wo der
yünn u. reihenweiſe auf Wieſen od.
ausgebreitet (auf bie Breite gelegt)
d, bie man an ber gelben Farbe u.
mit ten Fingern erfennt, daß ſich
vom Solze trennen (wozu oft 8—9
ind) ; od. auftem Schnee (Schnee
j.auf dem Schnee anegebreitet wird;
od. im kalten Waffer (Kaltwafferräfte), woder F.
in Bundeln fo lange in einem Fiuß, Bach, Teich, od.
in eigens dazu gefertigte Käften ob. Gruben (Diacht⸗
reſten, Rottegruben) gelegt u. mit Steinen be-
ſchwert wird, bis er Die erforderliche Beſchaffenheit
bat, d. h. bis Die Holzkörper in Fäulniß Übergegan-
gen find. 6 Fuß tiefe, waflerbichte, fonnig gelegene
ottegruben find bie beſten; man legt fie gern in
ber Nähe eines Flufſes an, um ihnen Zu- u. Ab⸗
fluß geben zu Löımen. Im bie erft mafjerleere u. an
ben Seiten mit Etrob verlegte Grube ftellt man
die 8 Zoll im Durchmeſſer baltenden Flachsbündel
Ihräg, daß das Wurzelende anf ten Boden zu ſte⸗
ben kommt. Wenn bie Grube angefüllt iſt, wird fie
mit Bretern n. diefe mit Steinen belegt, maß ſpä⸗
ter, wenn bie Gährung eintritt, wiederbolt werben
muß. Bet einer Tennperatur von 16 — 180 R. rei»
hen 6—$ Tage bin, um ben troden ins Waſſer ge-
legten F. zur Zerfeung zu bringen, mogegen ber
grün ins Waffer gelegte ſchon nah 4—5 Tagen gut
if. Yein, ber auf verſchiedenen Bobenarten gewach⸗
fen ift, darf nit in einer Grube geröftet werden.
Das Nöften in fließentem Waſſer meicht von dem
Röſten in Gruben nicht ab, Die fertig geröfteten
achsbunde werden durch reines Wafler gezogen.
ie Thau- u. Schneeröfte verurſacht zwar tie me»
nigfte Arbeit, aber babei werten bie Klachefafern
rauh, wollig, ſchwarz, flodig u. verlieren an Halt»
barkeit. Das Maffer zum Röften muß weich fein,
barf keine Gifentbeile, keinen Kalt, keine gerbſtoff⸗
baltigen Baumblätter enthalten. In neuefter Zeit ift
bie Warmmafferröfte anempfohlen worden: am
ebräuchlichſten if die Schenkſche: Der F. wird in 72
i8 96 Stunden fertig geröftet. Der Proceß iſt der⸗
felbe, wie bei ber Kaltwaſſerröſte, nur daß er in Folge
einer künſtlich erzeugten höheren u. fich gleichbleiben⸗
ten Märme von 22—25"” R. weit ſchneller u. regel-
mäßiger verläuft. Der F. wird in Rufen in etwas
ſchräger — gebracht; die Kufen haben durch⸗
locherte falſche Böden, unter denen Dampfrohre an⸗
—5 find. In die mit F. angefüllten Kufen wird
altes Waſſer gebracht u. in dieſes durch die Dampf⸗
rohre Dampf aus einem Dampfkeſſel bineingeleitet.
Nach 18—20 Stunden wird ber Dampf abgeleloffen,
worauf tie Gährung beginnt. Die beim Dämpfen
u. Gähren entſtehenden Dünfle müſſen aus dem
Aöfteraum entfernt werben. Noch ein anderes ei-
entbiimliche® Röfteverfahren iſt das Wattfhe: ber
. wird ohne alle Gührung geröflet, wozu eine
Malzenmafchine gehört. Nach dem ARöften wirb ber
F. wagerecht bingeftellt, n. nachbem das Wafler
abgelaufen if, zum Zrodnen in Stauden gebradt.
Nah ven Trodnen in ben Staucheu wirb ber %.
auf kurzem reinem Raſen ausgebreitet u. gebleicht,
babei von 3 zu 3 Tagen gewendet. So behanbelter
F. braucht vor feiner weiteren Verarbeitung nur in
der Eonne aufgeflellt zu merben. Das übliche
Dörren im Badofen ift nicht nur überflüfflg, fon-
bern ſchädlich, indem ber %. mürbe u. brüchig wirb
u. viel ine Werg „get C) Die meifte Arbeit macht
das Pochen od. Brechen, um bie äußere Hülfe dev
5-68 an zerquetſchen u. bie Faſern aus dem Zufam-
menbange zu bringen. a) Das Pochen verdient in
Bezug auf Arbeitsaufwand u. ber beffern Leiſtung
ben Vorzug vor tem Vreden; es wermindert alle
Nachtheile eines fchlechten Brechens, mobei ber F.
zerknüllt, in feiner Faſerlänge verkürzt u. krafilos
wird, ohne von den Schaben Defzeit zu werben.
€
Dlachßa ts ni
öfter gefammelt
Mau bedient fi u be Pochh * PR * in echel ar
as AR : | Sage barten, | ben Flachsthei Bine 8) lo oft als
Kalte — | beil ferbt ift, u. at aus — ich, bearbeite
0 lange. auf, a Theile des age b Sch — ben, J
Be a er pol ändig — Man hat woh wendet man auch m aſchinen a
hei erg u 3ER Kon Yo an | P Mad Ben * Bed t JEDE intgen
F unter mebrer: empeln, e burch bie ü der F. noch
— —— Bil buch 535 werden, um au ea ta artigen tt
tung einer Waſſer⸗ ob. —— lein Berveg entfernen ı, ibm mn zu mag
ht werben; eine Perfon kann 3 empelbebien ar Im Btuf wird der 5. im einen an &i
viel ‚verrichten, wie 10 Berfonen init Schlägel rete beieftigten bölge ne R d gewu
———6 nem warmem ſteifen B —— den, Nach dem B
——— — ber F. auf Bilde (Kauß eht u.
Süßern —* abe Bing uge beſtehend bas — ‚ beifit Kauten⸗
untere. kr Ki auf einem Geftell u 1. ie Aufbew ne ELSE t
2 Dur —— euben Kerben berjehen filfeit, weber Ieenen zu feucht
welchen ein. bünner Au iR; das obere en | m F Be sin, An
bat num eine file € efe Kerbe, in, welche „Die erwähnte thoden.
Steg paßt, u. iftanı ber einen Seite m Knut Grifie I ihn hr ei Br von — ae
perjeben, an ber anderu durch einen en beweglich gicht u. wi Auer Verfahren fo
an das u — — Br en Be an —3 —— od. mar
€ nen (Brechma ) teiſſeinwand, umwinde
iſt eſche; fie wird von ? —— > ine Täßt ihn u in einem mh
Eh leiftet viermal fo viel als bie Handbrede, u.
findet bei ihr eine weit [homenbere nik | 5
bes »e8 ſtatt, inb en
“ se —— —
gi
— — in ‚ber Be bes Yrbeiters
denbe
———
Me: u.8 " breiten — en ‚obern
= weil — — en. Das
Bm
—— BER Dat mit 3* iemen um die Ar
gehängt wird, geihabt. Das Nibben erjorbert zwar
mebr, Zeit als Das — liefert aber gleich⸗
mäßigen, feinen $., E) Nach dem Ribben wirb ber
8; aujammengelegt ob. geflodhten, auf einen platten
Bann Holzflog geleat u. mit einem runden
Schrägetsenartem Del geſchlagen (gebläut).
Rad dem Bläuen wird ber F. geb ** indem er
Juerſt durch grobe, dann durch feine Hecheln (Slachs⸗
hecheln) gezogen wird. Zu dieſem ufe ſchlingt
man ben F. um 2 bis 3 Finger, hält ihn in ber
Mitte feft, giebt ihn mit der Spige in die Hechel ein
u. wieber zuriid u, ſchüttelt bie Schäben aus, ‚Das
hinter das ſchief ſtehend
am
| wird bur:
- | ben D ieh br
es
113; det — Ir, ei bar
Bi, — u, =
{
teifheit
beſeitigt.
III. Dos Spinnen bed F⸗es (Bat
deſſen Abfall, des Werges, „gelnieht a
Weife, mit Hand od. auf —
Handſpinnerei, bedient man fi
(ei nur noch ineinigen Gegenben
pinnrabee, jonft überall da, wo Flach
wird. B) Bei ber Mafhinenjpinz
eine Reihefolge von verjchiebenen
— t, die mehrfach verſchieben im
aßgabe ber Art bes Garns,
poanen werben foll, im Wefentlihen \
ae beruben, wie fie ——
——
das Drucken bie
Meinen udn bat im
MNlacht
rt aus be Ioderten
ben, Tonkern fe Origt Den Beer
ın Saferbänder, dann in Yaferlumen ı des Feinſpinnens, deſſen man fich jetzt ant meiſten
mn in lodere Yäden n. endlich zu ſei⸗ | bedient, ift das Naßipinnen mit heißem Sale
Ran bezeichnet dieſe 4 Stufenbiltun-
bildung, Dupliren u. Streden, Vor⸗
ılpinnen. a) Bandbildung. Um
iten Flachebũſchel in Bänber zu brin⸗
ın fie m Rinnen u. läßt fie bon
Hechelzähnen in Reihen ergreifen u.
der tur Walzenpaare herausziehen.
jieben bewirkt nicht allein Die Gradle⸗
ın u. den nötbigen Widerſtand der⸗
te Walzen rafcher ziehen, ale die He⸗
onbern bie einzelnen Faſern werden
te Richtung der Yänge zeripalten, ver-
Unreinigfeiten u. zu kurzen Fäſerchen
an den Hecheln zurückbleiben, wäb⸗
ve Flachefaſerband aus den Walzen
fommt. Dan nennt diefe Mafchinen
ung Band⸗, Zieh- or. Streckmaſchi⸗
od. Streden. b) Das Bermwan-
Tebänberin Luntenod.Dodte.
erhalten ber %. nicht, wie bei Bauın-
ſelinden Draht, u. tiefe Quntenbildung
mehr eine Verfehmälerung u. Aus⸗
Boraangig erzeugten Bandes durch
rs Dupliren u. Wiederfireden ber
Drabtgebung. Auf die Ausgeglichen-
bt» u. verbindungsloſen Flacheban⸗
el an. Sie befördert die Herſtellung
, gleichmäßigen Morgelpinnftiabene.
nen. Während das Dupliven u.
ganz ähnlihen, wenn aud etwas
ten‘, mit feineren Hedelzähnen ver»
inen, als das Banbbilden, vor ſich
ie Vorſpinnmaſchine barin von biefer
[lung ven umlaufenden Hecheln u.
.ab, Laß das entſtehende noch feinere
acheband auf Spindeln, bie von ber
egt, an berfelben ſich befinden, einen
bt empfängt, vie Maſchine iſt ber
ter Baummollipinnerei Sehr ähnlich.
nliches Berfpinnverfahren geichieht,
bung des Dee dadurch, daß das
band durch einen Trog mit heißem
n Folge befien ber Baſtieim der Faſer
n. bie Faſern leicht ausgezogen wer-
iſt Dies ausreichend geicheben,, fo geht
Nüber eine bampfgebeizte Trommel,
wieder zuſammen getrodnet werden.
iſpinnen od. bie anblung des
genen Fajerbandes in Garn, wird
Ichienene Arten bemerkftelligt. Die
tebt barin, daß man bie langen
zorgeſpinnſtes mittel Stredwalzen
ziebt, ohne Einwirkung auf die Hafer
bleibt in ihrer natürlichen Beſchaffen⸗
Die Entfernung zwiſchen den Zu⸗
ugftredwalzen (eugliſch Rateh) muß
e —*— tes Flachehaares fein, denn
zerreißen. Man ſpinut nun entwe⸗
od. naß, in der Regel mit laltem Waſ⸗
d läuft durch Trẽge unter Glasftäben
in Naßſpinnen ſind die Riffelwalzen
tie Druckwolzen von Buchsbaum.
igen Maihinen (Long raıch) fan
. 50 engliffe No. |plumen. Tro⸗
38
den geſponnene Garne find wollig, raub u. ſchlaff,
naßgeſponnene glatt, rund u. ſteif. Die zweite Art
er,
in welchem Fall die Stredwalzenpaare nur einige
Zoll ven einander entfernt liegen, kurzſtändig find
(engt. Short ratsch spinning). Das heiße Waſſer
löſt Die aus vielen kurzen Kafern beftehbende lange
Flachbfaſer auf. Erſtere lönnen nun aus einander
geben, obne zu zerreißen, um ben feinen Faden zu
bilden. Tas noch feuchte Garn maß nun raſch ge»
trodnet werten. Mach der zweiten Methode läßt ſich
febr feines Garn fpinnen. Weil die Faſer turd
tie Einwirfung Des beien Waſſers zerlegt wird,
jo ſchadet e8 auch nichts, wenn man die Flachs⸗
riften in 2 bis 4 Yängetheile zerreißt, was nament⸗
lich bei Herftellung feiner u. feinfter Garne auf
eigenen Maſchinen gefchieht u. zwar vor dem
Hecheln. Man fpimt aus ben mittleren Theilen
(Coeur delin) tes Flachsbiſchels befieres Garn als
ans den Kopfenden (Tetes, Tops) u.ten Stockenden
(Pieds). Ungeriſſenen Flachs nennen tie Engländer
Long line, einmal geriſſenen Half-cut, mebhrmals
geriffenen Fine cut. Aus 100 Bund Hechel⸗
flachs ſpinnt man turdichnittiih 90 Pfund GOarn.
Die Flachsmaſchinenſpinnerei kann nur Ertrag ge⸗
ben, wenn man das Abwerg gut zu verwerthen
vermag, was anı beften durch das Verſpinnen deſſel⸗
ben auf Maſchinen zu erzielen iſt, welche im We⸗
ſentlichen den Baumwollſpinnmaſchinen bie zur
Borbereining des Wergs zu Bändern ſehr ähnlich
ebaut find. Von bier an gleichen fie ſehr den Dar
nen der Klacheipinnerei; das Werg wird zuerfl
gereinigt, gelrämpeit od. aufgekratzt in eine Watte,
Vließ od. Sab vereint, ber banı auf bekannte
Weiſe gebandelt, gefiredt u. trocken, naßlalt od.
naßheiß vor⸗ u. fein geſponnen wird. Das Werg
verliert 20 Proc. zu Garn. Die Maſchinenſpin⸗
nerei des Flachſes u. Werges iſt erſt etwa 50 Jahr
alt, u. der Franzos Girard kam in Paris, Wien,
Sachſen in den erſten Decennien dieſes Jahrh. zu
gelungenen Ergebniſſen. Die Engländer baben ſpä⸗
ter viele praltiſche Verbeſſerungen eingeführt. Zur
Beurtbeilung bes bezichendlihen Verhältniſſes bes
mit ter Hand u. auf Der Maſchine geiponnenen
Yeingarns bient, Laß grobe Sorten nicht wohl»
feiler u. auch nicht koffer auf Maſchinen herzu⸗
ſtellen ſind, als auf dem Spinnrade bei nicht zu
theuren Handlöhnen; je feiner aber Die Garne wer⸗
den, mit deſto größerem Vortheil arbeitet bie Ma⸗
ſchinenſpinnerei. Aber die Hand vermag aus ſchlech⸗
terem F. bejjere Garne zu fpinnen als die Ma⸗
ſchine. Aus gutem $. ſpinnt die Mafchine ein glei⸗
chere®, reineres u. anſehnlicheres Garn, ale es bie
Hand zu hun vermag. Das feinfte Spitengarı,
wenn u. wo folches u. nicht ber Baunmvellenzmirn
nod gebraucht wird, Tann mit Bortheil nur mit ber
Hand geiponnen werden. Das Maſchinengarn reißt
in ber Richtung der Länge nicht fo leicht wie Hand⸗
garn, aber es ſchleißt fich, weil es rauher, bauurwoll⸗
artiger ift, etwas leichter ab u. bat auch nicht den
Glanz im Gewebe, namentlich nicht bas mit heißem
Waſſer yeiponnene Garn. Für glänzende Stoffe,
3. B. Damaſt, iſt gutes Handgarn faum zu entbeh⸗
ten, aber ba dieſes fchmer zu erhalten u. theuer ill,
jo fommen bie alter glänzenden Seinenzeuge mehr
u. mehr in Abgang, u. es treten Leinwand von
mehr baummwollartiger Oberfläche au ihre Gtedle,
Danerbafrigleit beſitzen, als die Ahnlichen
— ——— dieſe aus amerilaniiher
— gefertigt ſind; die ſchlechteſte Sorte mach
der oftinbifchen. er Deinen Thebretikihen. praf-
tifche Clemente ber. Maſchinenflache ſpinnerei, den
ar; Ch. Coquelin, Nouv. traitement de:
— mer. da.lin et du. chauvre, Bar. 1846;
ppe, Die Flachobereitung in ihrem gamen Um⸗
u —ã 1838 ; — * ae
Da — Metho obe, Reutl. 3; Gaultier de
i — — 1846; anf.
ne ung, &pj. 1851; Derjelbe, Der
achsoban, Bra 1651; Einsle, Di ——
nen Beimar 1852; Byan, Die Flachb⸗
„Braunſchw. .185
— Eier en, ſ. —
Siegmuub Andreas, geb. 1692; in Barg-
* — in ig ige These u. babilitirte
; 1731 wurde er
= in oh bei Une u. 1742 — —
— in eg ein Todedjahr iſt unbelannt; er
nleitang zur Augeburgiſchen Eon
ker en, ** 1730, u. m. a.
deinver, Iehann ge ®
x an, 1485.iu De
(daher auch Joh. Beats, biente —
n Heere, bereifte dann ben Orient u. wurde
ehr Hoflecretär des Könige Sieg⸗
mund I. von Bolen, der ihn zu — diploma⸗
Send gebrauchte. urde
5 * —8 zuletzt von — nd 6 |
Kai L geabelt, nahm er ben Ram
Bee (a Curie) ann. fl. ver Seine *
an Gedichte, herausgeg. von Böhm, Vresl.
b
——
B..magnirostris,, aus Neuho
bier unter Regenpfeifer
lachſchnake (Plati ura), ! u. == H.
lachsdarre, ſau. Flachs I. n).
lachsdotter, ift dee erum sativum.,
Lachöfin® (F nei la linarie), Art aus ber
ah Fint (Abtheilung ber Zeifige), eben braun,
t
baum, Art ber Blengengettung Anti
bb . | fei GSlacianiſcher Eontroners), weshalb |
| mit jeinen
| Disputatio, od. Srli
ı a en, Berl,
Flacht —
bie aber unter allen Umſtänden eine. nel: größere
el, Grabſtichel mit breite
Le ne an * Salix **
erk, bie Tindeckung bes
den cn dia (Baweriegein, Be
er R Zungenthi
achwurm, ſo b. im. enthier
zeiger —*— or S
zum Aueyien Hader Be rtiefungen.
Flachzirpe, eine Cicade aus der
Fulgorellen (. d.).
lacius (en iad, eigentlich BI
1520 zu Albona in Illprien (baber and
Kepeten. ſtudirte in Baſel logit,
epetent in Zübingenu,1544 Lehrer de
in Wittenberg, ging aber wegen ber b
terim bort erregten Adiaphoriſtiſchen €
mo er. als Melanhtbons Gegner an b
Antabiaphoriſten ftand, von dort nad
u; wurde 1557 in Jena Profefior be
Hier gerierh er bald mit B. Strigel in}
tigleit über die ſündliche Natur des Mei
er behauptete, daß ber Menſch ganz unſ
ſtigen Guten ſei u zu un: Bis
‚gar nichts thun lönne (Sy
u; daß bie Erbfünbe bie Fa Fu bi
er, Blacianer, unter ihnen
uber, auch Subftantialiften biel
—55— Strigel m. Hügel!
eine beeigehnt gige Dieputation, worir
——— ei ſeiner Stelle entfet: «
Burg, ER, Mrs m —ã— *X
rn contra Interim et adiap
Magbeb. 1550; Catalogus testius
‚Bafel 166, — 1562, 32 Sol, FH
scripturae sacrae, Baf. 1567, Iena 1
u 8.; Glossa Novi‘ Testamenti, Dal
Glossa Veteris Testamenti (bis Hit
De voce et re fidei; > &de et ıuı
Driefe an
logia ad scholam Vite ensem,
B. 3.4.: Er war Mitherausgeber ber!
Senturien. ‚Über ihm jehrieb: Ritter, {
1544.
(Schiffe. ), To w. m. Flaal.
— 1) Glackeneis), jo v. w. C
(Hut- u. Zudm.), ſo v. w. Fachen 2),
Fladen (GSlaaken), aus Weidenruth
oſtindiſchen Compagnie u. Statthalter
chwarzbtaun gefleckt, Bruſtſebern roſenroth, Schei⸗ Bierede, 14 Fuß lang u. 4 Fuß breit
tel koth, auf ben Flügeln zwei weiße Querbinden; ea (Flärenpfäblen) am. beihäbig
briltet im nördlichen Europe, in Zugpvogel, ‚fing ichftellen (Btädenbeichen) —
ngenebm. Flackenfeuer, mit großer, bins u
iR Ceriophorun augustifolium. Flaͤnme brennenbes. Feuer, im. L
u, tft Linaria vulgaris. eo aD 4
9 Ionen, zeug im: Landgericht ckfiſch, i. Btatfig
Ansbach bes bnterifchen. Kreifes Mittelfraulenz Zlaͤck nn, de t Bücting, f
025 Ew. Reſte einer Romerſchan acon (fr., ‚mr Flackong), Fuſch
Flachsbraufe ————— F n. biten Glas ob. un n. jierſi⸗
Blade 1. A) u. 2)... zur Aufbewahrung wohlriechen
eide, iſt rein enropaes, ‚Hae ourt (Ipr. Flakuhr), Etienne
1. Blade. 1607 in Orleans, Generaldirector ber
5 — tr röger Sueibe..
— Ambo
*
; auf weichem bie
et 1 —
ascar; er fl. 1660 u. ſchr. u. a.: Hi
—— 1658 u. 1601 L
—RX angueıde Madagasnez, Ab,
Flacourtia bi6 Flagge
1a (F. Commers.), Pflanzengattung
tlie der Bixacene-Flacnurtianeae,
merie L., benannt nad dem Vorigen.
kamontchi, auf Matagascar;, F.
F. sepiaria, Fruchtfitäucher in
kandae, Tribus ber Familie ber
ur mehrfache Griffel cd. Narben u.
gig aufipringende Frucht ausgezeich⸗
: gehören die Gattungen Flacourtia
vit. Xylosma u. Melıcytus Forst.
alipp Wilbelm Ludwig, geb. 1712 in
mbirte bie Hehtsmifienihe ten u. wurbe
:Cberappellatione- u. Regierungeratb,
yenrathetirector u. fl. 1756; er iſt bei.
atiler bekannt u. ſchr.: Specimen iuris
tutarıi de successione ab intestato,
enitatesnovae J’alatinne historico-
744; Probe u. Muſter pfätzifcher Alter»
4; Berſuch einer verbeflerten pfätzifch-
nMerie, 1746; Lebnherrliches Recht des
ven ter Pfalz über Die Comeciam in
w, Kr. 1747; Ben berühmten Die
Bün;gravenrs, Seitelb. 1751; Hiſto⸗
whmg won ter pfälziihen Münzgeredh-
1759, Anleitung zur Regiftraturmifien-
1764, rn. Aufl. ebd. 1765, u. m. a.
Infel ber Hebridengruppe (Weftfüfte
me), nörblih von Stye; anf ihr Ort
tens
ic., ſ. Flader ır. Flatter.
sine, eine Mine (]. d.), deren Trichter⸗
er kürzeſien Widerſtandslinie gleich iſt
10 Fuß beträgt.
dũnnes, flaches, rundes Gebäck, mit
ig von Eiern od. Honig. Da die un⸗
rede ter Juden biefer Art waren, fo
och bie Kuchen, welche zu ben Ofter-
den werten, Ofterflaben, im Ge-
eden (Stellen).
im, mabrideinlich das Dorf Flarch⸗
bihaufen, n. And. eine Wüſtung Blet-
ingen (f. u. Geergenzell). Hier den 27.
Niererlage Des Kaiſers Heinrich IV.
äringer u. Sachen unter Otto von
ieg, bie Rüftung bes Kurfürften Io-
h von Sachſen u. des Herzogs Moritz
42 gegen einander, weil Erjier Die vom
te Türtenftener auch im Amte Wurzen,
Biſchef ven Meißen unter dem Schut
en u. Herzegs gehörte, einführen
x u. ber Landgraf Ludwig von Heſſen
daß ten 10. Aprii 1542 ein Vergleich
m. Der &rieg beißt jo, weil Lie Sol⸗
ürften nichts gerban hatten, ale daß
* Bauern bie Ofterſladen wegaßen;
entlaſſenen Krieger ſchon zu Oflern
nr waren u. die Oſterfladen miteſſen
Habderbaum), ber gemöhnliche Ahorn.
sine Aber im Scelje; daher Sladeriges
eig), mit vielen Adern durchwachſen.
h, das Flugloch bes Bienenſiecio; da⸗
ter, Gitter vor demſelben, weiches
nen heraus, aber nichts Fremdartiges
327
Fladrig (Kergb.), mürke, loder; daher Nad-
riges Geftein, leicht lobzuarbeitendes Geſtein
ladſtrand, Stadi, ſe v. w. Frreberifehanı.
ladungen, Stadt im Landgericht Melrichſtabt
des baieriſchen Kreiſes Unterfranten; fertigt Leine⸗
wand, Holzwaaren u. bat Spital, Vanniſchulen,
Viebzucht; 750 Ew.
aga, Berg des Orävegebirges in Jeland.
lage (Seew.), ein Windſteß mit Regen ed.
Hagel u. Donner; daher Regen⸗F., Hagel⸗F.,
Donuer⸗F.
Flagellanten (Alagellatoren), fo v. m. Geißel⸗
brüder. F
lagellaria (F. L., Peitſchenſtrauch),
Pflanzengattung der Familie Juncaceen verwandt
u. bei Endlicher tie Anbhangsfamilie der Flapella-
rieae bildend, perennirende Kräuter tes beißen
Afien u. Neubollants, mit 3 gefonterten Griffeln
in ben corollenartigen, fecherheiligen Nlürbenbiillen,
Staubgefäßen am Blüthenboden, fteiniruchtartiger
einſamiger Beere u. ranlentem ct. Mletterntem,
mit ganz geichloffenen Blattſcheiden beredtem Stän⸗
el; 6.81. 3. Oren. /.; Art: F. indiea (Wilder
ottang), in Oſtindien, mit feilartigem, fingers⸗
dickem, tnotenloſem, kriechendem u. hochkletterndem
Stängel, der ſich fein ſpalten läßt u. zu allerband
Flecht⸗ u. Bindwerk benugt wird.
Flagellation iv. lat.), fo v. w. Geißelung, baber
Dlagelliren, geißeln.
ellum (Ilat.), 1) (röm. Ant., lederner Rie⸗
men, in deſſen Ende Blei⸗ od. Eiſenftücke einge⸗
bunden waren; damit wurden Verbrecher gezüch⸗
tigt; 2) (Bet., Ausläufer), ein langer fadenför⸗
miger Trieb, ter oben aus der Wurzel entipringt
u. unter ter Erbe hinkriecht; 8) (Sarmentum,
Wurzelrante), ein äbnlider Trieb, ter aber
über ber Erde hinkriecht u. ſtellenweiſe nee Rflan⸗
zen treibt. Daher Flagellaceus (Flagellifermis),
ausläuferartig, wenn ein Stängel ch. Zweig ſich
niederlegt, wie ein Aueläufer, u. ſtellenweiſe Wur⸗
zel treibt.
Flageðlet (fr., ſpr. Flaſcholäh), 1) Meine à bec
Flöte von Elienbein; dient, die Canarienvẽgel ein
Lied pfeiien zu lehren, auch wohl ftatt des Geſangs
zur Begleitung ber Guitarre; 2) (MHafchenet), eine
eigentbümlihe Hebantlungsart ter Bogeninſtru⸗
mente, wedurch Töne hervorgebracht werben, melde
benjenigen Des F. ähnlich find. Es werben tabei
fie Finger der linlen Band nur lofe auf Pie Gaite
gelegt, 10 daß dieſe nicht bie auf das Griffbret ber-
abgetrüdt wirt. Es gibt natürliche u. künſiliche
Blageciettöne, erfiere erklingen an gewiſſen Punkten
jeter lofen Saite, letztere werben dadurch berverie-
bracht, Daß ber Zeigefinger einen Punkt ber Zaite
niederdrüctt u. ein anderer Finger eine böber lie
> Stelle pur letie berübrt. Die größte Kunſt
ertigfeit im Spiel der Fetöne entwidelte Paganini.
sy eine Orgelſtimme, welche ten Ton des 5. nach
ahmt, jelten über 2 Fuß lang.
Flagge (frag. Pavillion, engl. Colours ct.
Flag). rechtedige Fahne von leichtem WeAfteit bis
zu 18 Ellen lang u. 12 Ellen breit, cd. (mie man
jeemänmifch fage) tief, an ter Beſahn-Gafiel ber
Schiffe gebißt, um Lie Nationalität bes Schiffer zu
bezeichnen. Wird Bielelbe wieredig, mit lleinen Ab-
änderungen am Topp der Maſten gebißt, ſo beißt
fie Commandeflagge u. bezeichnet ten Raui
der Commandanten auf Kriegsichifien. If fie nicht
v65 Franke Ste
* 9 ree ei Ian t 5
unge). Eine
miral führen. *
Des, Pelasumafles
pb bes Rodmaftes, ber 8
Hi Ki)
525 —— m
Beſahn · Gaffel |
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egeihifies gilt allen Schi
Recht u. in der Carolina
art des — Bahia", ar
Strafe bebroht
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fehl, ihre Fen zit. zeigen,
Wil alfapae, IneHänehiren —*
— Keen | at re
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fm icher Hape nähere, ——— — — — |
oe ir reiten Kt heflagge, Wimpeh, jdn wi BER:
eine gelbe A ‘em a als Signal a F — as
‚aemmen, baß eg Blur. i (din ERBE
‚Senieine * ar * = — 58 Pa N
‚Abjutant I Kr ek Gar
wenn es under na⸗
iſt das — —— kriege
— =: vielmehr find Schiff n. La-
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y are Ki ichen — fe aub⸗
febt.. 81 ‚ob, — die & *
ve eines ‚ mit allen Fon u, Sau einer
Fe — im Schau, wenn ihr
55* in. einen ebumden iſt, mas
süen ehren hun Ode od. — um Hulſe
5— — Bu (8. 4 Be Bei), das hen
von Lrauer bei
mandofla J — nur dann auf halbem Maſt,
flatt am wenn ber Commandant,
— fie zu führen en, iſt —— wäre.
are Mena hen Kerns e,werben allt
— gehißt. Blaggenihuß; die, — J— tie
mit Trommeln. * peten begleitet, be
Nationen bee Di Finbolen der J. bezeichnen.
Flaggenfall, bie Yeine, Pi welcher tie F. auf» · u nie⸗
we wird. Flaggenihiff, vasjeni
ie F. bes Slotten- ob. Escadre-
webt. Slaggentapitän,
Schiff commanbixt, auf welchem cine Commando⸗
flagge A Biaggenjunfer, fo viel = —
{her
ne enger a hen. on
sinuanbanıen
N | 4805 in
Een:
6 | 1812, J bei Mobile, Br
Allan Are —
Tobesſallen am Bord. Com⸗
viplomatiſchen
allen
‚auf welchem
er —— welcher dae
; 1806. u. 1807
1809
——
felb von RR al, 3
t —
ee Te EN ah er a
mit Depef en fie arie Louiſe gejen
Stuttgart aufgehalten u, zuridae) chi
tete herauf Napoleon nach Materle
Bourbons verbannt, begab er Ach ü
| I Na) England, mo er Mik Merck
Tochter des Lord Keith, heirathel
Pairie erbte. 1836 murbe er ale
wieder angeftellt u. —55 von Franftel
—* eit Geſandter in Berlin, beglet
(Ü Gerard zur — vo
von Orleans beſſimmt, wel
der niederlegte. 1841 * er 8
Wien, jedoch im März 1848 von der
Regierung zwrildgerufen. Nach dem
u, een 1837 um DO
‚achte ihn Yonis leon 51 it
achte ihn Yoni en
ſultativen Commiſſton u. beauftr
on in Fonbett. '
ri trat er in ben Senat.
"Fan ae Diw.), jo v. m. *
——
man, e [4 b
Schottland). * u fi ei |
„ug lamänder (a. fr. FRnaadı, fe
lamanville laman —
Er BEE des
gemente Wlan; BuO Ei. an
Flambean bio Flamininus
a (fr., ſpr. Flangboh), 1) Fackel; 2)
r mit vielen Lichtern.
5, im Mittelalter Schwert mit wellen⸗
ener Klinge.
t von Verona, fiftete 924 eine Ber-
T Beronejer gegen Berengar I., König
an, in welcher biefer getöbtet wurde;
jeinen Gencflen wurde einige Tage
gt.
dugb (ipr Flämmborro), Fiſcherdorf
ıbt) an ber Norbfee im Norch-Riding
n Grafichaft Yorkſbire; Ruinen eines
rts, Kirche mit einigen denkwürdigen
1200 &m.; 1 Stunde öſtlich davon ®.
j. Hedd), fleiles Felfencap, 450 Fuß
ere auffteigend; Leuchtthurm.
a8 &berlakeifen für Pierbe.
(rẽm. Ant), Priefter eines einzelnen
z auch eines apetheofirten Kaiſers. Sie
a ber Zabl, wurden in ben Euriat-
Abhlt u. von Dem Pontifex maximus
: Amt war lebenslänglih,; auf dem
u. fie eine in eine kegelfürmige Spitze
Mitze or. einen Faden um ten Kopf.
getheilt in: a) Flamines majeres, bie
den vom König Numa eingefeßt, wa⸗
I em Patricierftante gewählt; fie wa⸗
alis, F. ınartialls u. F. quirinalis, Prie-
iter, Led Mars u. des Duirinus (Ro-
Lettere beiorgte auch bie Opfer ber
er vornehmſte unter ihnen war
s ertrug eine weiße Prätegtz, auf dem
libopalerus (Galerus albus, eimen
sem Felle eines, dem Jupiter geopferten
tigten, obentarauf mit einem mit Wolle
Elivenfläßgen [Apex] verjehenen
Sand einen Stab (Commentaculum)
n bes Volles beim Cpfern; er hatte
rulis u. murbe von einem Tictor bes
: Heiligleit wegen burfte er nicht ſchwö⸗
eb befleigen,, feinen Ring mit Crelftei-
ı. bei feiner bemaffneten Macht fich be-
it er bie täglichen Opfer des Jupiter
te, durfte er früher feine Nacht, fpäter
icht 2 Nächte außerhalb ber Stabt fein
ch tem Tode ber Flaminica fein Amt
b) Flamines mineres, waren 12 an ber
B Plebejern gewählt; fie ftanten dem
rer Götter vor u. waren 3. B. F. vul-
Bulcan), F. pomenalis (ber Pomona),
lis (ter Carmenta), F. feralis (ber
Nie Gemahlin eines %. hieß Flaminica,
falls prieſterliche Yunction, trug als
j tie Rica, ein vietediges, mit Qua⸗
Stüd Purpur auf dem Kopfe u. beim
Arculum (f. b.); Wittwe geworben,
t mieber heirathen.
eim (Btammersheim), Plarrdorf im
bach bes preußiſchen Regierungsbezirks
gtes Schioß, Papiermühle; 825 Em.
au (m. Geogr.), Gau anf dem rechten
e, ter einen Theil Anbalte u. Magde⸗
f, urſprünglich von Wenden bemobnt.
Greße vertrieb dieſe u. verſette flan⸗
riſten dahin, die ein eigenes Recht (FId-
> hatten; ihre @ilter zuweilen ned) jetzt
ter, u. noch jeht heißt eine Laudhöhe
tenberg u. Jüterbod Ftäming ; dieſelbe
ee SEE;
329
wird eingetbeilt in ben nieberen n. in ten heben
.; erfler erfiredt fih von Wittenberg bis an bie
renze von Anhalt⸗Jerbſt; letzter hat eine Aus⸗
dehnung von N. nah S. von Interbogk his Schwei⸗
nitz u. von RW. nach SD. von den Städten Seyda
u. Alam bis an die Grenze der Niererlaufig.
lamings (Phoenicopterus), Gattung ber
reiberartigerr Sumpfoßgel mit dickerem, höherem alg
breitem Schnabel, in Der Mitte fniefärmig abwärts
penogen, innen mit Querlamellen, Beine n. Hals
ebr fang, Zeben kurz, mit ganzer Schwimmbaut;
leben —* an Meeresküſten u. ſüßen Gewäſſern,
nähren ſich von Schnecken, Inſecten, Fiſchlaich u.
Fiſchen u. niſten an ver Erde auf kleinen Erdhü⸗
geln, oben mit einer Meinen Vertiefung. Arten:
a) %. der neuen Welt (Phoen. ruber L.
Ph. americanus Temm.). 3—4 Fuß body, im 1.
Jabre afchgrau, kann fleiichfarben, enbtid ganz
ſcharlachroth mit ſchwarzen Schwingen; nur in
Südamerika. by F. ber alten Welt (Ph. anti-
quorum Temm.), eben fo grofj, aber fpäter weiß,
dann mit rofenrotbem Anfluge, u. mebr karmin⸗
rothen Flügeln mit ſchwarzen Schwungfedern; in
ber ganzen alten Welt, in Europa bis gegen ben
Rhein bmanf. e) Kleiner %. (Phoen. minor
Temm.), Heiner, eben fo gefärbt, bie Flügel jedoch
ſchwächer roth gefärbt, der Schnabel am ſehr gro»
Ben Unterkiefer rotb ınit ſchwarzer Spike ; in Afcitı.
Flaminia lex, Adergefet von C. Flaminiusd,
f. u. Agrariae leges. F. porta, Thor in ter norb«
eftlichen Ede der Aurelianifchen Mauer in Rom,
[. d. (a. Geogr.). F. via, tie 220 v. Chr. vom Cen⸗
for C. Rlaminius angelegte Etraße, welche von
Rem durch Etrurien nah Ariminum filhrte, mo’
fie von den beiten Aemiliae viae nach Aquileja
11. Pigurien fortgejegt murbe.
aminica (röm. Ant.), ſ. n. Flamen.
Ylamininus, 1) Titus Duinctius %., geb.
um 225 v. Chr., diente zuerfi 20% unter Darcele
lus, wurde 198 Conful, befiegte Philippus ben
Yüngeren von Macedonien in mehreren Schlachten
in Theflalien u. entzog als Proconſul tem Könige
die Spurtaner, unterwarf Böotien u. fchlug ben
Philippe 147 bei Kynoslephalä. Er erflärte nun
196 auf ben Iſthmiſchen Spielen tie Griechen für
frei u. zwang ben Nabis, Tyrannen von Sparta,
zu einem ruchtheifigen Frieden. Nachdem er in
Griechenland Allee wohl georbnet hatte, Lehrte er
194 nah Rom yuräd u. feierte einen treitägigen
Triumph; 191 ging er wieder nach Griedhenlant,
um bie noch ſchwebenden Berbanblungen mit dem
König von Macebenien u. den Oriedden zu leiten
u. bemie® fich dabei als großer Griechenfreunt ; 189
war er mit M. Claud. Marcellus Cenſor; 183
unternahm er eine Mifften an König Pruflas von
Bithynien, um bdenfelben zur Auslielerung Hanni⸗
bals (f. d.) zu vermögen. Seine Lebensbeſchrei⸗
bung von Plutarchos, der ihn mit Philopẽmen zu⸗
fammenftelt. 8) Lucius Duinct. F., des Vo⸗
rigen Bruder, war 199 v. Chr. Präter u. befehligte
199 nnter feinem Bruder als Legat vie flotte ge-
gen Philippus von Macebonien, berebete die Achaͤer
zu einem Bündniſſe mit den Römern gegen Philip-
pus, wurde 192 Conſul, befümpfte 191 in Ober
italien bie Lignrer glücklich u. wurde endlich, weil
er einen edlen Bojer, der mit feiner Familie zu ihm
geflitchtet war, hatte graufam ermorden laſſen, 184
aus dem Seuate gefloßen.
330
Slaminius, 1) Cajus, fette fein Adergefeh,
das er 232 v. Chr. beantragt hatte, ale Bollstribun
troß dem Wiberftreben des Senat durch u. wurde
227 Prätor in der Provinz Sicilien; 223 brachte er
als Conſul ven Inſubriſchen Galliern an ber Addua
eine Niederlage bei u. legte ale Kenfor 220 in Rom
die Flaminiſche Strafe u. beu Circus Maximus
on; als Senator unterftühte er allein das gegen ben
Handel ber Senatoren gerichtete Geſetz bes Tribu⸗
nen Elandius u. flieg dadurch in der Gunft bes
Volles bedeutend; 217 kämpfte er als Eonful, mit
bem Oberbefehl über bas römiſche Heer betraut, ge»
gen Hannibal, murbe aber von biefem am Traſime⸗
nifhen See geſchlagen u. fiel ſelbſt in der Schlacht.
2) Cajus, Sohn des Vorigen, fampfte 210v. Chr.
in Spanien unter Scipio, wurde Adil u. Prätor u.
focht 193 mit Glück in Spanien; auch ug er als
Conſul 187 die Ligurer u. gründete 181 die Co⸗
lonie Aquileja.
Flamin Lewiſton, Schottin, begleitete Maria
Stuart nach Frankreich; wurde dort Geliebte Hein⸗
richs II. u. Mutter Heinrichs von Angouleme
duch ihn.
laͤmiſch, |. Vlämiſch.
lamländer GSlamander), 1) im Allgemeinen
die Bewohner von Flandern u. Brabant; 2) beſ.
ber belgiſche Volksſtamm deutſchen Geblüts, im Ge⸗
enſatz zu dem der Wallonen keltiſch⸗ romanifcher
ertunft; 8) flandriſche Coloniſten, welche,
durch Überſchwemmung vertrieben, vom Marlgra-
fen Albrecht I. von Brandenburg in den Ylämingau
(ſ. 2) gezogen wurben.
Slamlandifge Malerſchule, fo v. w. Nieber-
landiſche Schule.
Flamländifche Ziegel, fo v. w. Doppelte Hohl⸗
ziegel.
lamına, 1) M. Calpurnins %., 258 v. Chr.
Legionstribun unter Atilius Calatinus in Sicilien,
rettete mit 300 Tapferen die von ben Carthagern
eingeichloffene Armee bes Eonfule. 2) Öualvaneo
de la F., gebürtig aus Mailand, trat 1297 in ben
Prebigerorben, lehrte feit 1315 Moralphiloſophie
in Mailand u. fl. nach 1341; als Gefchichtsfchreiber
bat er fi ausgezeichnet burch Chroniken über die
Sefchichte Dailands: Chronicon majus bis 1216;
Manipulus florum bis 1336, heraußgegeben von
Muratori im 9. ®b. ber Rerum Italicarum
acriptores etc.
mma sylvarım, ift Ixora coccinea.
Flamme, 1) bie erhittte Gasmaſſe, welche bei
ver Verbrennung entftebt; fie enthält oft noch glü⸗
hende fefte Theilchen beigemengt, welche das Leuch⸗
ten ber %. verurlachen. Die am geröbntichtten an⸗
gemwenteten Fen find bie beider Berbrennung orga⸗
nifcher Körper, fie dienen zur Erzeugung von Licht
u. Wärme, vgl. Verbrennung ;.2) die rothe Haut am
Kopfe ber hühnerartigen Bögel; 3) (Bergb.), ſo v. w.
Flämmchen; 4) figiirlich fo v. w. leidenfchaftliche
Liebe, Geliebte; 5) (Thierargneif.), jo v. w. Flame.
lamme, fo v. w. Bandfiſch.
lammen, 1) in einem Slammenfeuer trodnen;
2) fo v. im. Sengen; 8) Fiquren von Geftalt einer
Flamme auf verfhiebene Gegenftände anbringen;
vgl. Wäffern; 4) (Zifchler), den Rand einer Feifte
(Slammenrutbe) mit Ausbogungen verzieren; man
gebraucht Dazu ben Kebihobel ob. das Blammeifen,
in deſſen Echneite Bogen gefeut find u. welches in
den Flammſtock gefchraubt wirb.., „
Tlaminind bis Flamſteed
lammenblume, f. Phlor.
lammend ed find Sonnen u
wenn alle Strahlen berjelben gebogen fü
lammeneule, fo v. w. Schleierlau
lammenloch (Hüttenw.), im Brobt
das Loch zum Einbringen ber Kohlen.
Slammenofen , Ofen, welcher fo co
daß der zus erhitzende Körper nicht mit di
material in unmittelbare Berührung ı
bei den Schachtöfen, fonbern nur der Ylaı
ben ausgejetst ifl. Der Feuerraum liegi
ber ſchmalen Seiten bes Herbes, auf n
n erhitzende Körper gebracht wird, u. i
rbeitsraum durch eine verticale Mauer
etrennt. Die %. finden nicht nur im Si
Fondern auch außerdem, eine ſehr weite Ve
I. Ofen.
— fo d. w. edler. Opal.
55 fo v. w. Ansbrennen 6).
lammenzuß, ber Ruß von Ollam
lammenfpige (Her.), f. u. Ehrenſti
Flammen (Gothique flamboyı
Styl der verborbenen Gothil, in Frauh
nannt von dem flammenartigen verwort
jeben bes Fenſterrippenwerks ber gebrüd
gen.
Flammersbach, Pleden, jo v.
mersbach.
lammette (fr.), Schröpfichnepper.
ammöum (röm. UAnt), gelber ob.
licher Schleier, womit fi am Hodj;
Braut verbüllte.
lammicht (@femmirt), fo v. w. Ge
lammiren, fo v. w. Flammen 4).
lammod, Thomas, war englifcher '
n. erregte 1496 den Aufrubr gegen K
rich VII. megen einer Geldauflage, weld
dem Namen nach für den ſchottiſchen Kr
That aber fir Die Kafle res Königs entrid
eine große Mafle Volle aus Cornwall |
um %. u. bie Aufrührer zogen bis in bie
dons, wo fie aber 22. Juni 1497 vom
gegriffen u. gefchlagen wurben. F. wur
u. hingerichtet.
lammofen, fo v. w. nee
ammüla (rdöm. Ant.), Sahne, f. |
Flammüla, 1) Gattung ber Blätte
(f. d.), u. zwar Untergattung ber Gattı
cus L. 8. Derminus Fries.; 2) Unte
Art von Clematis, au 3) von Ranu:
Joris, ift Clematis erecta,
Flamonta (a. Geogt.), Stadt im
Carner in Oberitalien, am Tilaventus
gogna.
Flamſteed (ſpr. Flämmſtihd), John
zu Derby in England; Aſtronom, ı
vator fett 1668 erſt in Derby, dann |
London, wurde 1676 königlicher Aſtron
neu errichteten u. nad ihm Blamfle
nannten Sternwarte in Greenwich u. T
aſtronomiſchen Arbeiten; er ft. 1720; fei
verzeichniß übertraf an Bollftänbiglei u
feit alle vorherigen; es erſchien al®: His
lestis, Pond. 1712, Fol.; nach feinem
vellftäntiger als Hist, coelestis britanı
1725, 3 Bde., Fol. (worin 2948 Fi
zeichnet waren). Auf dieſe Grunblage
Flancounade bis Ylanbern (Geſch.)
eoelestis, Lond. 1729, gr. Kol., mit
t. 1753 mit 28 Sarten; eine Heinere
t von Fortia, Bad. 1776.
abe (fr.), Geitenhieb, Seitenſtoß.
‚‚ ehemalige Grafſchaft in ven Rieber-
hen Zeeland, Brabant, Hennegau u.
1, fpater zn Franlreich, jetst zu Belgien
ber Bereinigung mit Frankreich war F.
Beftflanudern (Hauptftadt Brügge),
n (Dauptfabt Gent) u. faiferlihes
aus der Grafſchaft Aloft u. dem foge-
ıb ber Quatre mitiers: Axel,
18 zu Holland gehörig, Holläudiſch
‚nten.Afjenede; Franzöſiſchß.
e von Yubwig XIV. tem alten flan-
ercompler abgeriffenen u. zu Frank⸗
nen Stüde (Gegend um ville, flämifch
ter Der franzöſiſchen Herrichaft bildete
F. Die beiden Departements ter Lys
es aus erficerem wurde 1514 tie jetzige
Hlandern (58 EM. mit 524,912 Ew.,
Brügge), aus letzterem Die Provinz
54! DOM. mit 776,960 Gw., Haupt:
kmacht.
Geſch.). In ber alten Zeit wohnten
Nervier, Abuaticer u. Menapier in
gen 5 u. es gehörte zum Belgiſchen
. &äalar Belgien ercberte, kam biefer
bie Herrfchaft ber Römer, dann unter
ten. Der Name %. kommt feit bem
eu. befaßte Damals nur Das Gebiet
(Municipium Flandrense). Tie
Geſchichtoſchreiber erzählen, daß unter
coßen u. ſchon lange vorher F. ven
n unter tem Zitel Forentarii ber»
ı fei, u. fie nennen als folche Liderich,
Dbacer. Der erfie Graf von F. war
ber Eiſerne. Dieſer, ein franzöfiicher
brte Judiih, tie Tochter Karls bes
König verzieh ihm u. belehnte ihn 863
Gebiet von Brügge), zu dem er noch
n Gent, Courtrat, Tournai, Arras x.
haft Artois ſchlug. Balduin I. ftarb
Sohn Balduın II. der Kable be⸗
e gegen bie Einfälle der Normannen
15; befien Sohn Arnulf I. nahm ſei⸗
slduin 11. ale Mitregenten an, der
ften Webereien in F. einführte, durch
48 3. o berühmt wurde. Balduin III.
ıch vor jeinem Vater, ter nun feinen
FI. ale Mitregenten annahm ıı. 966
(rnuifs II. Zote 9859, folgte ihm jein
sin IV. ber Bärtige, weicher ſich 1066
Deinrich II. empörte u. Valencieunes
; er wurbe aber befiegt u. mußte Va⸗
Lehn annehmen; er ft. 1046; Bal⸗
Aromme, fein Sohn, bemächtigte fich
zeiten des Vaters eines Theile der
ſwang bie Frieſen u. führte mit Herzog
‚ von Lothringen Krieg gegen Kaiſer
; bennoch belehnte ihn Kaiſer Hein⸗
Lalenciennes, Gent x. Nach dem Tode
deinrich I. von Frankreich wurde er
ꝛx Pbilipp T. u. fi. 1007. Bon ſeinen
gte Bald uin VI. ter Gute in F.,
dobert ber Frieſe, beſaß eine Zeitlang
friesland. Balduin erheiralbete unt
31
Bruder Robert. Bon feinen Söhnen regierte Ar⸗
nulf IIE ver Unglüdlihe unter Vormundſchaft
feiner Mutter Richilde, aber ſchon 1071 raubte ihm
fein Obetm, Robert ber Frieſe, Graſſchaft u. Leben
in der Schlacht bei St. Omer (Mont Caſſel) u. be-
banptete F gegen die Anſprüche von deſſen Bruder
Balduin II. von Hennegau. Dieſem Robert folgte
nun 1093 deſſen Sohn, Robert II. Hieroſoiy⸗
mitanus, welcher ben erften Kreuzzug mitmachte,
Douai von Hennegan erwarb m. 1111 fiarb Sein
Sohn, Balduin VII. der Strenge, ftarb 1119
finderlos u. ſetzte ven Prinzen Kari I. den Guten
von Dänemark, feinen Better, zum Erben ein.
Diefer wurde 1127 in Brügge meuclinge er»
mordet, u. nun beriefen die Stände Wilhelm
von Eliten, Sohn Roberts von ber Normandie, als
Grafen, verjagten ihn aber, ba er fi ibnen verhaßt
machte, bald wieter u. wählten 1129 Dietrich vom
Elſaß, Enkel Roberts bes Frieſen, zum Grafen;
bieier fübrte Krieg mit Hennegau u. fl. 1169. Sein
Sohn Philipp folgte ihm u. ermarb zwar Aelſt
als Reichelehn wieder, überließ aber 1150 Artois
dem Könige Pbilipp Auguft von Frankreich ale
Mitgift für vefien Gemahlin Iſabelle von Hennegau.
Philipp farb linderlos 1191 (1192), u. ihm folgte
feine Schweiter Margarethe, die Gemablin bes
Grafen Balduin von Hennegau; dieſer nahm den
Namen Balbuin VIII. an, farb aber ſchon 1194;
fein Sohn war Balduin LX., berieibe, ber fi
als lateinischer Kaifer 1204 Conſtantinopels bemäch⸗
tigte u. 1205 in Griechenland ftarb. Bon feinen
2 Töchtern erbte die ältere, Johanna, %. u. hei⸗
ratbete Yerdinand von Portugal. Sie bejtand, mit
England verbindet, harte Kriege wegen ibres väter⸗
lichen Erbes, verband fi 1214 mit Kailer Otto IV.
egen Frankreich, jedoch wurde ibr Gemabl in ber
chlacht bei Bovines 1214 gefangen m. erſt 1226
wieber freigegeben. Währenddem batte fie gegen
einen gewiſſen Bertrand, ber lange ale Gremit in
ten Niederlanden lebte u. fich fr ihren Bater Bal⸗
buin ausgab, zu fämpfen u. mußte vor demſelben
nach ſyrankreich flieben. Da diefer aber, vom König
von Frankreich nach Balenciennes berufen, fich
nicht legitimiren konnte, wurde er an Jobanna aus⸗
eliefert, die ihn im Lille hängen lie. 1233 ftarb
Jobanuas Gemapl, u. fie vermählte ſich 1237 zum
2. Mai mit dem Grafen Thomas ven Saveyen.
Nach ihrem Tode feigte ihre Schwefter, Marga⸗
retbe II., in F. u. Hennegau. Dieje hatte Burkard
von Avesnes, ihren Vormund, 1215 mit Bewilli⸗
gung ber Stände geheirathet u. ven ibın 2 Söhne,
Johann u. Balduin, geboren; fpäter aber, ala fich
zeigte, daß Burlard die geiftlichen Weiben gebabt
batte, ale er bie Ehe mit ihr ſchloß, u. ihre Ehe daher
ungültig war, heirathete fie Wilbeln von Bourbon⸗
Dumpierre u. erhielt 3 Söhne von ibm, Wilheim,
Quito u. Johann, weiche fie mehr tiebte ala Die aus
erjter Ehe u. denen fie daher bie Erbichaft zuzuwenden
firebte. Dierliber entftanten, nachtem Wübelm bon
Dampierre, ter Vater, 1243 geftorben mar, Un⸗
ruhen u. Krieg, bis enblich König Ludwig IN. von
Frankreich u. der Papft entſchieden, daß Hennegau
ten Söhnen erſter ehe u. F. denen zweiter bleiben
jelle. Aber Wilhelm, Der Schn, wurde 1251, auf
Anſtiiten jeiner Stiefbrüder, im Turnier zu Aucd-
nes getöttet, u. nun brach der Krieg von Neuen
aus. Mardaretbe rıeh bie Franzoſen zu Hüife, Die
Heunezau m fiel 1070 gegen jenen ı älter Vrüder aber deu Kaiſer Wilhelm von Holland,
nahm. Erſt nach des Kaiſere Tode (1256) wurden
dieſe wieber fragegeten u. bie Unruhen u. Fehden
Deuerten bie zu —— Tode 1279 fort,
wo ihr Sohn Johann in Hennegatı u. Guido in
g folgte. Diejer verband ſich 1291 mit dem Kailer
bolf von Naffau u. mit England gegen Philipp
den Schönen von Frankreich, bie ber Krieg 1295
durch Bermittelung tes Papſtes Bonifacius VIII.
eendigt wurbe. Bhilipp IV. von Frankreich fiel
indeß 1297 wieder ın . ein, eroberte den größten
Theil des Landes u. nahm Guibo a. deſſen Sohn
Robert gefangen. Erſter ſtarb 1305 als Gefangener
in Compiegne. Robert, gegen Abtretung von
Lille, Orchier n. Douay freigelaſſen, beſtrafte num
einzelne Stänbe, die fich gegen ihn empört hatten,
befriegte den Grafen Wilhelm von Holland, weil
er bie Lehnopflicht wegen Seeland verweigert hatte,
n. entzweite ſich mit feinem Sobne, dem ®rafen Lud⸗
elbft 1322 ftarb. Bald darauf ftarb auch Robert,
n. fein Enkel Ludwig I. folgte ihm. Gegen biefen
wig von Nevers, welcher nach Frankreich floh u.
bat
aber empörten ſich die Flandrer u. vertrieben ihn;
Doc gelang es ihm mit Hülfe des Königs Philipps VI.
von Frankreich, welcher die Flandrer 1328 bei Caſſel
Klug, fi) wieber in Beſitz des Landes zu feken.
ach Ludwigs Tode 1346 folgte fein Sohn Lud⸗
wig Il. 1377 empörte fid Gent; Ludwig II. Befa-
erte e8 vergebens, dann ſchlug er die Genter mit
unöftfcher Hilfe 1382 bei Rojebele, two Bhilipp von
tevelbe, ber genter Führer, fiel; bie Genter nah⸗
men darauf bie ihren Dargebotene engliiche Hülfe in
Anſpruch, ſchlugen Ludwig bei Dünkirchen, u. erſt
1384 kam durch — Frankreichs ein Friede
zu Stande. 1384 ſtarb der Graf an den Folgen einer
Dolchwunde, bie er vom Herzog von Berry bei Ge⸗
legenheit eines Streites erhalten hatte. Ihn beerbte
feine Tochter Margaretha, bie fih an Philipp
von Burgumb vermählte, wodurch %. an Burgund
fiel u. mit dieſem Reich vereinigt blieb, bis es nad)
dem Tode Marias von Burgund 1482 an Ofter-
reich fam u. bie 1648 den Niederlanden (f.d.)
einverleibt wurbe. Nachtem Frankreich jeit 1668
5 vorübergehend erſt ga, dann zum Theil beſeſſen
atte, wurde e8 ihm durch bie Frieden von Campo
Formio 1797 u. Luneville 1802 förmlich zugefprochen
u. machte (das alte) einen Theil des Departements
Nord, (das neue) das Departement Lys (Hauptftabt
Brügge) u. das Departement Schelte (Hauptftabt
Gent) aus. 1814 wurde F., mit Ausnahme der fril-
heren Befigungen Frankreichs, an die Niederlande
übergeben u. es bildete bie nieberlänbifchen Brovin-
zen Oſt⸗ u. Weftflandern, welche beibe durch
die Belgiſche Revolution dem neugebilbeten Staate
Belgien zugeſprochen wurden. Seeflandern
blieb indeß mit ben Nieberlanden vereinigt. Eine
Sammlung flandriſcher Chroniken gibt Die hiftorifche
Geſellſchaft in Brüffel heraus, 1837 ff.
landern, Graf von %., nah Berorbnung
bes Königs Leopold von Belgien vom 16. Dec. 1810
erhält der zweitgeborne Sohn des Königs ob. ber
nächſte Succeffor nad dem Kronpringen den Titel
Graf von F. Derfelbe ift gegenwärtig Philipp,
geb. 24. März 1837, Generalmajor u. Ehren»
commandant des Ouitenregiments.
einige Inſeln, ſenſt fo v. w. Azoren.
landrin (jpr. Flangdräng), 1) Jean Hip⸗
polyte, geb. 1815 in Lyon, widmete ſich der Maler⸗
Flandern bie: Ftimke7
welcher die Grafen Guldo u. Johann gefangen |
kunft unter Ingres in Baris, erhielt far
alt den großen “Preis ber Mabenrie u
ne au die — Le h
rt de er ſich voran
iR je —— hear ſein
filr
gebildet, wählte als fpecielle® Fach bie !
malerei. Seine Bilder find ſehr geld
ideale Eompofitionen, benen baber a
natürliche Friſche der wirflichen Natur |
sa es Blau, eine aus bem
des armenifchen Steins bereitete blane
nur zur Landſchaftsmalerei bienlich if,
| — — Huhn (Brabante
von Mittelgröße, hat röthliches Gefiede
Körper, legt ziemlich viel u. große Eier,
ern, füttert ſich jehr gut u. liefert za
Sei Das F. H. wird in Selen nö
g zu den Hahnenlämpfen gemäplt.
Tlandrifhe Keinen, nah ben 9
en 7 — —
an er Pflug, ſ. u. Pflug 4
—Ak — ** umrichtige
für Vlämiſche Sprache.
Flanell, ein leinwandartig gewebte!
ar nicht gewalltes Zeug aus Strei
empelter Schafwolle); wirb zu Zac
reden, Futter u. dgl. gebraudt. H
gen: Geköperter (Geſundheits
einem Köper wie Kerſey, wird zur {
ber Auspänftung auf dem bleßen Leit
Glatter F. von 2,%, 7 u. $ Breite; f
nell, etwas geringer, 2 Ellen breit, Di
futter; Srifirter F. der ſchlechteſte;
Türkiſcher, Engliſcher od. Golge
mit niancherlei eingedruckten Blumen
bef. zu Frauenkleidern uw. Röcken. Bei
Sorten wird zur Kette drall geſpom
aus zweiſchüriger Waſchwolle, zum Gi
kurze Sommerwolle, Streichwolle, of
Sorten zugleich, bei groben F. auch
genommen. Man fertigt auch geringere;
ans Baum⸗ u. bald aus fmolle;
geftreiftert befommen eine Kette von %ı
einen Einſchlag von Schafmolle. Der
Frankreich, England, den Nieberfanten
land (der befte in Berlin) gewebt. 2
bruder heißen auch Golgasbruder.
Flaniren (v. fr.), geh häftlos gafler
berumfchlendern u. die Straßen durch
Blaneur, Müffiggänger, Yungerer.
Flanke, 1) die Seite eines Ding
Linie eines Feſtungswerkes, beren ner
Das unmittelbare Terrain einer ande
ftreicht ; bei. 3) bei Baftionirten Keftung
ber Batrion, ber zwiſchen ber Face m. Cı
Blantenangriffe bie Plafche
k, dort au die Zuſammenſetzungen |
aft.), bei Zruppen die Endpunkte ber
nienanfftelung if bie F. fehr ſchwach,
m bier nur 3 Mann boch fieben; bei
M fie ichon flärker. Immer ift aber
r Aniftellung der fchmächfie Theil, da
fich Zruppen rechtwinkelig von ber
ufflelungstinie aufftelen (eine F.
ber Feind den Vortheil bes concentri-
wegen bie Ede hat u. alfo jede der Li-
Hantenfeuer gibt), wodurd er, went
icht über 1000 Schritt entfernt flebt,
einen Schuß trefien, fie Daher leicht
ollen kann. Hantenmensvres, d. b.
Feinde in die F. zu fommen, find
ewẽhnlichſten Manövres, um Schlache
g, u. enticheiten, wenn bies einem
‚ meift zu deſſen Guuſten. 5) Bei
Bei Wild u. Pierben, bie nicht von
tte Gegend bes Unterleibes; Daber
ng, widernatirlihe Auftreibung der
‚bei Thieren, gewöhnlich bei Pierden
men Fen ( Zlantenengen Ylerden);
de Seiten tes Antreaslreuzes.
iffe, find Angriffe auf die Flanke
Truppen; in Verbindung mit einem
felgenten zyrontalangrifie u. über»
führt, find fie meiſt ven großer Wir-
tterien, Batterien, die fo angelegt
jener ten Feind, welcher die zu ver⸗
nie angreift, in der Flanle trifit.
wegung, 1) for. w. Flankenmarſch;
antenmancore, f. u. Flanke.
uch, beſteht in einer Austretung bes
&erärme durch eine in ten Flanken
er Gewaltthätigkeit entſtandene Tren-
ruchwandung unter ber Haut bes
ch au einen Bruchjad erweitert.
Kung, die zur Verhütung eines Ans
ıdes auf tie Flanke getroffenen Maß⸗
pird erreicht, wenn bie Flanken ente
e Terraingegenſtände angelebnt wer⸗
feindliches Feuer od. gegen feindliche
ſchützen: cd. auch wenn veionbere
tungen eine ſolche Stellung erhalten,
ind verbintern fünnen, tie Flaulen
ner, 1) das gegen bie Flanlen der
ıppei gerichtete Feuer; 8) das euer
welche auf ben Flanken einer Befeſti⸗
t find.
Derien ı. Flankenkaſematten, Ka-
en Flanken ber Beieltigungelimien.
men u. Ylantenfchneden, j. u.
1.
arſch, Mari mit Rechts od. Linke
Richtung einer Kante hin.
ngebung, eine Bewigung ter Trup⸗
* man dem Feinde in bie Flaule od.
täden zu kommen ſucht.
wtheidigung, bie Vertbeitdigung,
ser einer Flanke ber beſtrichenen Linie
ing rt.
intel (Sourtinenwintel), ift ber
intel, welchen bei baftionirten Feſtun⸗
mmenſtoß von einer Flanle u. der
t.
335
lankeurs (Kriegsw.), fo v. w. Blänker.
lankiren, 1) von Truppen, dem Feind in die
Flanke fommen; 2) blänkern.
Flannan, Gruppe von 7 Heinen Inſeln, zu ken
Hebriden (Weſtküſte von Schottland) gehörig, weſt⸗
lich von der Hauptinſel Lewis gelegen.
Flandna (a. Geogr.), Stadt in Liburnien; jetzt
Fianona. Davon Flanatleua (Flanonicus) sinus,
Meerbuſen an der nordweſtlichen Küſte Liburniens,
jetzt Golfo di Quarnero.
Flappen (q̃ des Rappertes, Seew.), bie
platten Gifenbügel, welche halbmondförmig auf⸗
gebogen Über tie Schildzapfen (f. d.) ter Kanone
gelegt werden, wenn biefe in ben runden Aus-
i&nitteu des Rappertes rubt.
Flarchheim, Dorf im Kreife Pangenfalza tes
preußischen Regierungsbeziris Grfurt; 650 Ew.
Vgl. Fladenheim.
Flarde, Eisiholle vonbeiläufig 1 Dieile Umfang.
Fläſch, 1) Nageliluegebirge im Schtweizercanton
Appenzell; an ter ſüdlichen Seite deſſelben befindet
fi) bie Fläfcherböbte, cine Grotte von 144 Fuß Tiefe,
100 Fuß Breite u. an 9 Fuß Höhe; 2) Dorf im
Schweizercanton Graubündten, Bezirk Unterland-
quart, am Rhein u. am Fuße Der Fläfcherfluß
3512 Fuß hoch); dabei eine Tropfiteinhöhle, Plä-
ſcherloch, 108 Ku lang u. an einigen Stellen 50 Buß
body; 450 Ew.; feit 1922, mo es abbrannte, iſt das
Dort ganz neu gebaut.
Flaſche, 1) Gefäß von länglicher Form zur Auf-
bewahrung von Flüſſigkeiten, namentlich Bier, Wein,
Waſſer, O1. Die $-n ſind ven Glas, Thon, Ba—
jalt, Yava, Zum, Vieh, Blei, Kupfer ıc. verfertigt
u.mit Stäpfeluverfehen. Die ‚Blälernen ⸗ (Glasð⸗
flaſchen) werten faſt in allen Glaspiltten verfer⸗
tigt; Die befferen find gefchliffen ed. gewalzt ( Kry⸗
ftaliflafhen); irdene Fen (Kruken, Krüge)
werden am beſten in Böhmen, namentlich für den
Bedarf der Brunnenorte zum Verſenden des Mine⸗
ralwaſſers gefertigt. Man unterſcheidet an der F. den
Hals, den Bauch u. den Voten, welcher letztere in
Glasflaſchen gemähnlich einen Hohllegel bildet. Meift
wird grünes Glas zu Weinflafchen verwentet; zu
weißen Wein pflegt mar Fen zu nebmen, bei Denen
der Bauch ſich ohne Abſatz zum Hals verdünnt, zu
rotbem folche, bei Denen ter Hals fich in einem Winkel
abfeyt. eine ausläntifhe Weine, Piqueure u. Biere
werten oft in Originalflafchen von eigenthümlicher
ſehr verfchiedener Geftalt eingefübrt n. find bei vor»
zũglich feinern Zorten mit Baſt od. Strob befponnen.
Zum Zlefhenfpüten bedient man fich außer reinem
Duellwafler Der Flaſchenbürſte u. einer Quantität
Kieſelſteinchen, weiche in ber $umaeätten merken.
Um eine vllige u. ſchnelle Reinigung Der Ken zu
erzielen, wie fie namentlid in Shampagneriabrifen
erferbertich ift, betient man ſich auch neuerdings
einer Flaſchenreinigungsmaſchine, wie fle zuerft von
Jacqueſen u. Fils in Chalons angewandt wurde,
Die Bürſten werden dabei von ter Miaſchine be»
mwegt u. das Spülen durch kieine Springbrunnen
bewirkt, deren Strabi in das Innere der Fen dringt.
2) Als Geträntinaß kommt die F. bein Dein vor,
baltin Deutſchland Durchichnitttich ? preußtich Quart
u. wird in 2 halbe Feu (Schoppen) od. in 4 Viertel
(Römer) gerbeilt. Bon gewöhnlichen Weingläjern
sechner mau 8 auf die %. In Fraukreich u ter
Schweiz hat man Fen zu 1 u. zu 1} Vie,
3) fo v. w. Flaſchenzug; 4) jo v. w. Gießflaſche;
334
5) PD) 1. Bolognefer Flache u. Leydner Flaſche;
6) jo 9. w. Daumen 4); 7) (Thierarzneit.), jo v. w.
äfchel.
Flaͤſchel (Slaͤſchchen), Krankheit der Schafe, in
Folge ungeſunden Fütters, nach welchem die Driifen
anihmwellen. a:
laſchenapparat (Phyſ.), f. u. Galvanismus.
laſchenbaum, fo v. w. Anona-
Flaſchenbüchſe, eine —— bei welcher
die als treibende Kraft concentrirte Luft in ein fla⸗
ſchenförmiges Gefäß von Metall, welches in ben
Gewehrkolben eingelaffen if, eingeichloffen wird.
la — ſ. u. Bürfte 1).
laſcheneiſen (Steinſchn.), ein eiſerner Bolzen,
anf weichem der Quadrant mit dem Edelſteine be⸗
feſtigt wird.
laſchenelektrometer, ſ. u. Eleltrometer.
laſchenett, jo v. w. Flageolet.
la ——— (Med.), ſ. Aufcultation A) d).
lafchenteller, 1) (Biefchenfutter), Kaften mit
mehreren Fächern, um Weinflaſchen hineinfegen u.
dieſelben auf Reifen bequem bei fich führen zu fönnen;
die Fächer find mit Tuch od. Leber gefüttert. Da-
gegen Slaſchenkorb, ein Korb ans Baft ob. Binien,
mit mehrern Abtheilungen für Flaſchen u. Gläſer,
um fie an nahe Orte zu tragen; 2) GSiaſchenkübler,
Slaſchenſack), blechernes Gefäß mit laltem, auch
wohl mit Eis gefühltem Waffer, in welchem Wein-
flaſchen im Sommer in das Epeifegimmer gebracht
u. dort kühl gehalten werben.
Flaſchenkürbis (Hertulesteufe, Eale-
baffe, Lagenaria vulgaris), ift eine eigenthüm⸗
liche Kürbisart (f. u. Cucurbita u. Lagenaria),
Die fih tur Die gemöhnlich flafehen- od. Teulen-
fürmigen Früchte mit länglich vierfeitigen Samen
auszeichnet. Diefe Früchte haben eine helzartige,
ſchmutzig rothgelbe Schale, ein gelbes wäſſeriges
Fleifh u. kommen vorzüglih in 3 Formen vor,
nämlich fehr lang u. cylindrifh, mit eßbarem
leiſche, od. fehr groß, runblich od. oval u. flajchen-
ermig, beite leßtere mit nicht eßbarem Fleiſche.
Die ausgehbblten Früchte hängt man in die Eſſe,
Damit ibre Rinde geihmeib:g wird, u. dann ge-
braudt man fie als Reiſeflaſchen (Talebafien), über-
Haupt zur Aufbewahrung von Flüffigleiten. Sie
zeichnen ſich Durch Leichtigkeit u. Teftigfeit aus.
Um Berengungen, namentlich einen Hals, an ber
Frucht bervorzubringen, ummwidelt man fie an den
betreffenten Stellen mit einem Bande, Damit das
Wahsıhun daſelbſt gehemmt werde. Die Pflanze ift
übrigens kletternd, weichhaarig, etwas Tlebrig u.
riecht wie Moſchus, ihre fpannengroßen Blätter find
herzförmig u. an ter Spite ſiumpf u. die Blüthen
groß u. weiß. Ihr Vaterland ift Südaſien; fie wird
aber in allen wärmeren Gegenten cultivirt.
Flaſchenlampen, Lampen, bei tenen das &1
in eine, neben ber Lampe angebrachte blecherne
Flaſche gegoffen, biefe bann umgelehrt u. fo in
den Olbehälter geftellt wird, baß in denſelben
Das DI aus der $. fließt, f. u. Lampe.
Flaſchentragen, eine darin beftehente Strafe,
Daß der Verbrecher 2 große Steine, in Korm von
Flaſchen, am Halfe tragen muß u. damit zur Schau
Öffentlich auageftellt wird.
Flaſchenzug, 1) (Polvſpaſt), eine Verbin⸗
dung ven jeſten n. beweglichen Rollen u. Seilen,
mittelſt deren mau mit verhältnißmäßig geringer
Flaͤſchel bis Flat
Kraft große Laſten heben kann. Die
Flaſchenzüge beſtehen aus mehreren Rı
weder neben- ob. übereinander zu 2—
nen od. hölzernen Kloben (Flaſchen) dri
find. Zwei ſolcher Ktoben bilden einen
tau wird an einem Halen bes obern
od. untern Klobens befeftigt u. dann j
über eine Rolle bes unteren u. oberer
zogen, bis es von ber leiten zur 2
wird. Die Laft wird an dem untere
feftigt, der fich mit ihr hebt, wenn dx
zogen wirb, bis er zu dem oberen feſtl
ben fommt. Das anſtrebende Seil ma
einen meiteren Weg, als bie beiden f
Rollen, bei einem Baar Rollen nod ei
bei zwei Paar Rollen wie 1:3 ac.
Weg od. die Geichwindigfeit wird aber
gelebt, mithin zieht man mit dem get
eile Doppelt, dreimal sc. mehr, ale. mı
obne b Bei vem Potenz⸗F. if:
Rolle jet; jete bewegliche Rolle bat ihr
das mit einem Ende an einen feften Ha
ift, während das andere an ber nächſte
Nolle befeftigt wird. Das Zugfeil if
legten beweglichen Rolle, melches üb
gende geht. Richt felten find alle &
Genteinihafttichen Puntte befeftigt. :
liche Kraft findet man bier, wenn m
oft durch 2 dividirt, ale — R
ben find; 2) jo v. w. Rollenzůge; 8)
Gewichtuhren eine dem %. ähnliche
wodurch das Gewicht Über mehrere 3
wird, damit es nicht jo bald abläuft.
Flaſchner, fo v. w. Klempner.
Slafer, Aber im Holze od. Oi
Flaſerig, 1) fo v. w. Fladerig; 2) x
jo v. w. Feſtverwachſen.
Flaffän (fpr. Flaſſang), Gaetan
geb. 1770 in der Grafſchaft Benaiffi
nad Rom, kehrte 1757 nach Paris zur
vor der Schredendregierung 1791 aı
Condeſchen Corps, kehrte nach Defien 9
Frankreich zurüd u. wurde nach Dem
Chef der 1. Abtbeilung im Minifterin
wärtigen, dankte aber bald ab; er war
Lehrer ter Geihichte an der Milisän
Germain u. begleitete dann bie franzaf
ſchaft als Hiftoriograph auf den Wie
dafür, daß er von ber Herausgabe ei
ber franzöſiſchen Diplomatik von 1791
Pariſer Frieden Abftand nahm, erbielte
von 12,000 Francs. Er ſchr.: Histoi
la diplomatie frang., Par. 1808, 6:
ebd. 1911, 7 Be. ; De la colonisatio
mingue, Par. 1504; Des Bourbons
ebd. 1511; Delarestauration politic
rope et de la France, ebd. 1514
Senttner, Mind. 1814); Histoire
de Vienne, Bar. 1929, 3 Bde. (deu
Hermann, Lpz. 1830, 2 Bbe.); Del
de la Belgique, ebd. 1$31: Soh
question d’Orient, Bar. 1340.
Slat, 1) Cap ter Südküſie ber grı
inſei Sumatra (Sütafien); 2) zwei
norbweitlih von Sumatra; 3) Inſe
Landenge Krah im Merguiarchipel
Dieerbujen, Weſtküſte von Hinterinl
Flata bis Platt
im Briftoffanaf an der Südoffpise
euchtthurm.
it, ſo v. m. Fellata.
(ſpr. Flättbau, Kootanie, Mac
6 River), Buß in Nortamerifa,
I den Rody- Mountains im Terii-
idſonebai⸗Compagnie (Britiſch Nord⸗
Ut auf der Grenze zwiſchen dem Bri⸗
Bereinigten Staaten⸗Gebiete in den
ver.
pr. Flaubnſch), ſtaͤdtiſcher Bezirk mit
t-town»hip) in ter Grafſchaft Kings
tem Merk; 3200 Em. Bier 26. Aug.
e Druten unter Home über Die Ame⸗
Eulliean.
Pipe. Klätt Krief), mebrere Flüuſſe in
die bedeutenpfien find: 1) in der
elta des Staates Virginia, füllt in
ex⸗River; 2) inder Grafſchaft Twiggs
ſeorgia, füllt in den Ocmulgee-River;
fichaft Menroe des Staates Alabama,
abama:River.
ger « Aletfäringer). in ber altnordiſchen
erjenige, welcher fich mit feinem Beſitz
tin bie Dienfte u. Die Gewalt eines
1. tafür ven dieſem feinen Unterhalt
bifipp Jalob, geb. 1735 in Annaberg,
in Leipzig, wo er erft als Lehrer ter
chen lebte, an der Univerfität Yecter
en Sprache u. fi. 1810 bafelbfi; er
Dizionario Italiano - Tederco e
liano, £p3.17%2; Itafienifches Hand⸗
ed. 1755; Diciionnaire francais-
allemand- francais, ebb. 1798,
beriette u. a. aus tem Italienifchen
re von Terbrechen u. Strafen, Berl.
River (ſpr. Flättbetd - Riivwer,
rt), Fluß im Weiten von Nert-
'pringt anf den Rody- Mountains
n. 47" nördl. Br., fällt Durch einen
n Columbiafluß, 20 Meilen oberhalb
ıng dehnt er je zu tem 8 Meilen
eilen breiten Kullespelm-Zee aus;
fruchtbar, tbeilweis mit Dichten Na⸗
gen bertedt.
(pr. Flätthedes, d. i. Flachleöpfe,
5 genannt), Indianerſtamm im WM.
puntaind, an den llfern ter Quellen⸗
senfliifle tes Columbia» Rivers, na»
ebiete Cregen (Nordamerika) ſchlank
t, fupferfarbig, gutmütbig, offen,
i, tapfer, mit ten Bladfeot- snbin-
väbrender Feindſchaft lebent. Die
nein leterneeSenib u. eine Art Vei-
den Hüften zuſammengebunden; bie
ie Rüde, mit Muſcheln u. Korallen
sohnen in fegelförmigen, mit Fellen
ten, bie fie ehr reiniich Falten, u.
n Wurzeln, Qeeren u. dem Ertrage
Ihe ihre Haupibeſchäftigung if. Die
ifebäuptlinge iſt erblich; Die Kriege-
adſcheme) werten jäbrlich neu ce
Sprache tft nch wenig befannt; fie
ch bildungsfähig zu fein; Das Chriſten⸗
iifienären ter Wesleyaner verbreitet,
tchritte unter ihnen gemacht. Ihre
335
Geſammtzabl mirb auf 60,000 Seelen geichägt: fie
haben ben Namen von ber Gewohnheit, ben neu—
ee Kindern den Kopf zreifchen zwei Bretern
ach zu drücken.
Flathinnis (celt. Mytb.), Aufenthaltsort ber
Edlen u. Tapfern ad dem Tore, ähnlich dem
Elyſium ber Griechen befchrieben.
lattill » Ereet (pr. Flatttill⸗Kriek), Fluß im
Staate New⸗Jerſey (Morbamerila), entipringt in
air Grafſchaft Suffer n. müntet in ten Delaware»
iver. '
Wlatow, 1) Kreis bes preufjiichen Regierungs-
bezirts Marienwerder, faſt 23 OM., 50,000 Ew.;
if betedt von Seen, Bruch u. Waldung; die Ein-
wohner treiben Viehzucht, Aderbau, Fiſcherei,
Holzhandel; 2) (polniſch Eylotemo), Kreisſtadt
darin zwiſchen 3 Seen; hat 1 erangelifche, 1 katho⸗
che Kirde u. Synagoge, Förſierei; 2300 Em.,
welche viel Tuchmeberei u. Spitenftöppelei treiben.
Flat: River (ſpr Flärt-Rivvwer), 1) Fluß im
Staate Nord - Carolina (Nerdimerila), entfpringt
in Der Graficbaft Perfen u. fällt in der Graffchaft
Wale in ben cuje: River: 2) Fluß in ter Graf
haft Kent tes Staates Michigan, füllt in ben
Grand - River.
Flat⸗Nock⸗Creek ſpr. Flätt⸗Rock⸗Kriel, indian.
Bud op-tka), Fluß im Staate Indiana (Nord⸗
amerika,, entipringt in Ber Arafichaft Henry u. fällt
kei Columbus in der Grafſchaft BRartholomew in
den Drifitwood⸗Fert des Ysbire- River.
Trlatichen, 1) cin breiter diluner Körper von
Beträchtliher Größe; 2) (Yantın.), ein Heiner Saufen
Heu; 3) ( Zeitenb.), Die Abtbeilungen des Futter⸗
gerüftes, worauf die Seidenwürmer zum Häuten
ausgebreitet werden.
Flatt, 1) Ichann Jakob, geb. 1724 in Ba⸗
lingen, ftudirte in Zilbingen Theologie, murte 1749
daſelbſt Repetent, 1753 Dialonus in Yeonberg, 1757
Diakenus in Tübingen, 1759 Diakonus an ber St.
Yeonharbliche in Stuttgart, 1751 Ctadtpfarrer
daſelbſt, 1783 Hofprediger, 1794 Konfiftorialrath,
1791 Abt zu Herrenalb u. ft. 16. Sept. 1792. Er
ſchr.: Meletemata philosophico-theologica ad
materian gravissimas (de imputatione peccati
Adamitiei; De vicaria Christi satinfactione;
De huinanae Christi naturae nmnipraesentia),
Tüb. 1759, Unterluhung von der Sünde wider
den Heiligen Geift, Lpz. 1770. 2) Job. Kriedr.
v. %., Schn tes Vorigen, geb. 1759 in Tübingen,
war Profeflor der Theologie u. Philoſophie daſeilbſt
u. fl. 1821. Er ſchr. u a.: Verſuche, theologiſch⸗
kritiſch⸗philoſophiſchen Inhalts, Lpz. 1785; Beiträge
zur Beſtimmung x. der Caufalität, Lpz. 1788;
Briefe über die moraliſchen Erklenntnißgründe ber
Religion, Tüb. 1789; Vorleſungen über chriſtliche
Moral, berausgeg. von Steudel, ebd. 1823; Opus-
culaacademica, heransgeg.ven Süßlind, ebd.1926;
Hoffmann u. Kling gaben jeine Borlejungen über den
Yrief an die Römer (ebd. 1525), an die Korinther
(1327), an Die Galater u. Ephefer (1525), an Die Phi⸗
Iipper, Kolofſer, Thefjalenicher u. Pbilemun (1829)
an ten Zimotbeus u. Titus (1531) beraus; F. gab
auch heraus: Magazin für chriftlibe Dogmatik u.
Moral, Tüb. 1796 — 1510, 17 Seite, vom 13.
Hefte fortgefegt von F. G. v. Süßlind. 3) Karl
Chriftian, Uruder des Ter., geb. 1772 in Stutt⸗
gart, wurte 1812 Überconfifterialratb u. Stifts⸗
prediger in Stuttgart, 1513 Studienrath, 1322
% Flattertidechſe
—95 u. 1828, mit Beibehal:ung ſeiner Hunter, |
enerafjuberintertdent in Alm; Tegte 1842 feine
Stelle nieber u, fl. 1843; er ſchr. mehrere Pro-
—— Aberſetzte — ——— ber chriſtlichen
ogmatif, 2, X. 1813, 2 Bbe., u. gab mit
1815—1819 bie, eitjchrift zur Näprung chriſtüchen
Sins, 3 Bbe., heraus.
Blattereidecfe, ſo v. iv, Gemeiner Drache, f.
. Drade 3).
(at ‚ 1) fo b. w. $leberinäufe üb t;
„olaterfüge, 5 v. nen MR
v. m. — —— 1).
d, fo 5, m. Flitterg olb.
attergo
— er b, alte Benennung des fleinen C
latterie 9 Schmeichelei. *
latterkatze (Galeopithecus Pall), Gattung
— ‚ jo v. w. Pelzflatterer ob. Fliegen⸗
er !
Flattertuß, der lodere, flodige, glanzlofe Ruß,
on Gegen Ren zu SHanzruß, eine Dichte, glängenve
ſchwarſe
— .n. Ulme
Latterfchweber, 1) die Gattung Trauerſchwe⸗
ber (Anthrax) aus ber Familie ber Schmwebfliegen
(Syrphici), f. d.; 2) (Mulio Meig., Cytherea
Latr.), Untergattung ber Trauerfchweber, f. ebd.
"‚Blatterthier, 1) (Eliegenber Hunt, Ruf
fette, Pteropus), |. u. flevermaus A); 2) (Chi-
roptera). Orbnung ber ven Mauıf zwiſchen ben
Affen. od. Bterhänbern u. ben Raubthieren fiehend,
mit Kaubthiergebiß u, einer zwiſchen Beinen u,
gehen ansgefpannten Flughaut, bie bei ber erſten
nterordnung, den elsflatterern ob. Fliegenden
Matis (f. d.), nnr als Fallſchirm, bei den eigent-
* — (Gap . b. wirklich zum Fliegen dient.
p 5), „Bergebirg an ber Oftfüfte
fra —
— ſpr. —*5 Schmeichler. Blet-
Fan ty, das Entmeichen angefammelttr
Soft: im Körper, entweber nach oben (Aufftoßen) od.
nach ımten ——— Daher Flatulent, hlähend,
eitel; Statulenz, B
—59 — kraftlos, insel in Formen, Karben
. ım Ausdrud, olge einer übertriebenen Vor⸗
Hebe für bad Weide u. Sanfte, in Marltberichten
Bezeichnung dafür, daß das Angebot Die Nachfrage
überwiegt; Hau werden (Blauen), iu ber See
manndipracdhe vom Winde fhwäcder werben.
"rin Trompete.
ber
Plauen, 1) im Waſſer abipülen; 2) (Süttenw.), |
ſo v. w. Abflauen; 3) (Seew. * ſo v. w. Flauwerden.
Flaugergues (ipr. Floſcherk), 1) Honor?, geb.
a (dreh mehrere —** ten über bie Theorie
einfachen Maſchinen, bie Brechung ber Licht⸗
Arafien, bie Waſſerhoſen 2c., entbedte ven Kömeten
Son 1811 un. lebte ſtete in Verviers, wo er ſich mit
Aftconomie —* u. 1836 Rärb. 2) Pierre
rang., geb. in
uloufe, wurde 1792 Abminiftrationspräftbent
des Departements Aveyron; wegen feines
De gegen bie Bergpartei verhaftet u. nur mit
e gerettet, verlor er feine Güter durch Con-
fißcation u. wurbe ‚auf die Emigrantenlifte geſetzt.
1796 age er zurück, wurbe 1799 Unterpräfect
von Bille-Krande, 1812 Mitglieb bed Corps
l&gislatif u. 1813 der Sriedenscommilfion zwiſchen
Napoleon u. ben Miixten (mo er ſich für ben Stier |
uß lange
| Ar hei zu 16 Buß.
t. Eyprian, advocirte erft in
ider⸗
welche ber mit Alaun gebeizten
bik,, N Slaveria
ben ausfprach) u. 1815 nad) ber Rüdkebr
Bicepräfident der Kammer; wach der 2
tion wurde er mieber Mitglieh der @
Aveyron, 1820 unse 183
des —— u ſt. 183
Flaum, 1) (Staumfedern), | u.
Tori race bie Borften auf dem
med, .
aumtaudher (Parchyptila), U
A turmoögel, An geitem
löchern, breitem ins eildtem, am ®
neltem & Schnabel, g jun
Spornfralle ; J— N
niflend ; At: Breitfgnäbeli 17
tata), {ebt um rar u, iſt Pläufit
tem. * wie eine | ar
Flanfh Giaus) ein Büchel
Haare; 2) Shurwele, — wie ein
menhängt; baber Flauſchreck (Flausrec
von ns mn fe: x langmolligen auge, up
tando (ital.), 48 te nachal
—* in Stimmen für Bogeninſtru
Ze wirb ang weit vom Stege, nabı
rete,
Flontt Ing * eine kleine Flöte; be.
Si h bed; N bie Flageolettöne ber 4
Flauto, 1) od. wm. Flöte, 2 *
Fabialftimmen ber — 234 fo
Flöte A bec; F, dolee (Flute ——
flöte, F. major, offene Manualſtimme
langen Holzpfeifen, als Pebalftimme I
F. minor, biejelbe Stimme, nur um bie
zer. F. traverse (Flute allemande, aut
u. Pleina), o **9 Manualflöteuſtimme,
abialpfeife von bau
fit fie Flaull
verſenbaß. F. plechlo, Octapflöte.
lautone, große Flöte, jo vn. m.
nu ä (öbkm
aufrog, ein Trog, in we
durch —** — Waſſer *
den MR Theilen gereinigt wird.
„1 Ablürzung für Slavius;
Far fibrösa — b. m. Chi
Skcenten Hi Flavedo
adeanmwafferftofffaure, bie €
waſſerſtofſſäure, welche fich bildet, w
Cyhangas u. feuchtes Schroefefinafferf
Duedfilber aufgefangen werben (Gab
Bere beide Safe in Allohol geleitet m
id an den Wänden bes Stat
Bei tigen Nadeln nieder, welche fie
afjer leicht Idfen, auf Latımıs ab
giren. ® ns eht diefe gelbe Ber
als eine Waſſerſtoffſure bes Kadicals (
welches er Slavean nennt.
Flavödo cortlois aurantiörı
citri (Bharm.), bie gelbe — ven
u. von Citronen.
— — en De
setum) gefundene ge
u Bärbung 2 en, ee u
altenen an S eit nit n
Flaveria ( Y Ye) flanzengatt
Familie der Compostiag-Senesionid
rieae, 3. Orbn. 19.1. L.; Arten: F.e
u. F. augustifolia u, a., 'in E’äbameı
Flaveſciren Bis
ren (». lat.), fig werben; Slave
— ſpielen >
), — glatte®, orbinäres
& aus Rammimolle, eine Art
törnifcher weiblicher Borname, z. B.
dora, |. FF 2) 5. Domitilla, fo
ia 3); ode in elle die
her der Couſula
mat la Gh re em Ban
ua — —*5 — u. ver⸗
Gedenktag if
Geogr.), R Gtäbte,
a ji — ſo v.
BStratonis. F. (
Provinzen, i
% Britannien — war, ſ.
wastans, ſo v. w. Hiſpellum. F. Iria,
— in Hispania tarraconen. ; jet
pölls, fo v. w. Siem. F. Belva,
— benannt nach dem Kaiſer Flav.
* vielleicht i im jetzigen Solſeld.
; ver⸗
edes C —— Concilsu.
6 vom Keiſer * Benin verbaunt;
) St —— von Fonſtantinopel
für deſſen Verbannung er
de gu —— — lſprach; er wurde
08 — — tm.
Ei — —*
a be
Exil ſtarb; Tag ber 18. rk
(a. Geogr.), Stabt im Öftlichen Theile
‚ (fpr. ———— Stadt am Operain
rg
anzöfiihen De-
te b’Dr; baut Pe u. ——
on damit u. Zucht von Merino-
* Hs Ns Os, aus bem Probucte
ee re ren Kalles
u eueren linter-
ilid * De Oernfoff. Hlavin-
gsproduet ber Indigichwefel-
(e. Geogr.), Stabt ter Autrigoner
rm Spanien, am Meere; roömiſche
er bes alten Amanus portus;
lete eb. ©. —2* de la Barquera od.
je.
wis (a. Geogr.), Sat ber Bäflci
arracon.; jest Avil
6, lateini Ramet für Compoftella.
118 (a. Geogr.), 1) römif
5 iu Bitäymien, fo v. w. Kratia.
Stadt in
Bleche
337
[avins. Die Flavia geus war ein a
plebejiſches Geſchlecht, mit ben amitien Aber,
Clemens, Qutropius, —— „Vriſcus, Puſio,
Scärinus, Beſpaſianus (f. d.) u. v. a. Hier zur:
1) Enejus, wahrfcheinlich ein Sabiner, war ein
Juriſt u. Schreiber des Appius — er
wurde 304 9. Chr. Aediliĩs curulis n. ſchr.: is
actiones u. Formula fasti pontifici, er
Bert als Flavlanum jus befannt iſt. 2) Lucins,
war 60 v.C e Bolletribun, unterflügte die For
derung bes jus, be bie Aderverthei-
lung unter bie oldaten. wurde das nähfte
Jahr Brätor u. ſcheint |päter ser — Seite un
geftanden zu — . 83) F. Longinus,
567 — 594, |. u. Exarchat. lavius
ſe „J. Joſephos.
— Pfarrdorf u. —— im —
——— des Schweizercantons St.
len; Banmwolleninduſtrie, Fof- n. Telegraphen⸗
bnrean; bat mit ee wo bie reformirten
Einw. pfarrgendffiih find, 2670 Em.
„„Wiermen ( (fpr. —* John, geb. 1755
ort, bildete ber Londoner Alademie
Mr e —* ie er jedoch wegen eimer
urädfeumg verließ, um durch eigene Thätigfeit
ch zu vervolllommnen. Schon durch mehrere
ie zn einem achtungsvollen Rufe gelangt,
—— 1787 nach Stalien, hielt ſich hauptſächlich
om auf, wurde Mitglied der Alademien zu
— u. Ferrara u. kehrte 1794 nach London
zurüd, wo er 1810 zum Brofefior der Alabemie
ernannt wurde m. 1826 flarb. Unftreitig der beden⸗
tenbfte der englifchen Bildhauer gehörte F. zu den
Küuftlern, weiche fi de Gube des 18. Jahrh. um
* Regeneration bes Geihmade verdient machten
bie antife Blafik zum Vorbild nahmen. Auf
als Zeichner befunbete er einen geläuterten Ge⸗
— nu. feinen Sinn für ſchöne Linien, nament⸗
in feinen en mon Homer (The Odyssee
Homer ed Pain Parker and
Neagle. Rom 1 1793, ee von Nie -
nukn. Gött. 1803, von uorr u. U;
liade, 1794, auch n eſtochen), zum EN Pic
(geftochen von Piroli) ob (gefl. von Blale)
Dante (gefl. von Biroli). Werte: Monument
bes Lorb Mausfielbin DES UN een Michael
u. Satan, eine Gruppe (geft. von Thomfon); Statue
Sohn Kemble's in — Statue der Komddie
im Coventgarden⸗Theater u. viele andere Statnen
großer Männer u. allegoriſcher — ferner
= Schild des Achilles ( —* le Sairen).
Fläs, ein grober ar m beftig pole-
mifirenben Flacius (.b
Flehad, Vorgeb ade Bhilippinen- Iufel
Maninbanao (Südoftaften
leche (la $., ſpr. la elle), 2 —
ment im franz fifchen rtement Sartbe; 3
7 Santone mit 100,398 Ew.; ; 2) —
dafeibft an ter Loire; Milttärfchule (mit Bibliothet,
1603 von Heinrich IV. gegründet), Outabriten,
Gerberei, Handel mit Wein u. Getreide, Waſſer⸗
leitung von 3054 Fuß; 6500 Ew. Geburtdort von
ebcarted. — war im 12. Jahrh. nur ein
Schloß; es hatte über ei eigene Herren, wege —
Vaſallen der Grafen von Anjou wurden.
e Konig Heinrich IV., deſſen —ã— —*—
eh. wear, that viel für bie Bergrößerung n. Ber»
Ihönerung.
Fleche: Huhn, eine franzbfiſche Huhnertace,
hat ganz ſchwarzes Gefieder, mit Ausnahme einiger
weißer Haubenferern, u. if berlibint wegen ihrer
Mifungeiähigkeitu. Rh hl leiſches.
Flechier (er. Fleſchirh), Esprit, geb. 1632 gu
Bernes in Voiſſen; prebigte in Paris vor ud»
wig XIV. u. murbe dur beffen Einfluß 1685
Biſchof zu Lavaur, fpäter zu Niemes u. fl. 1710 zu
Montpellier; er ſchr.: Predigten, beutich, Liegt.
1757 — 1759, 6 Be; Hist. de Tiheodose le
and, Bar. 1679 (deutſch, Bresl. 1765) u. Hist.
u Cardinal Ximenes, Amft. 1692 (deutſch, von
BP. Kris, Wurzb. 1828).
Flechſen (Tendines, Sehne, Selen, Nero,
Anat.), bie gewöhnlichen Enbtheile ber Muskeln,
glänzend weh, aus gebrängten Faſern gebildet;
dienen zur Bewegung der Theile, au welche fie, fich
befeftigen; breit auslaufend heihen jie Alechfenbaut
ob. Aponeurofe. Blechfenbänber (Ligumenta ten-
dinum), ſlechſige X heile, wodurch Muslelflechten,
im Ringſorm (Ringbänder), in Scheiden Scher⸗
denbaänder od. Vlechſenſcheiden) renzrmig
(Kreuzbänder) od. auch ala einfache Fibern
(Tenacula) is ihrer Luge erbalten werben, bei. an
—— u. Zehen. Daher Siechſenſpringen, ſo v. w.
enhüpfen.
Flechte, 1) (Bot), |. Flechten; 2) (Gartn.), fo
v. w. Ausſatz 4).
Flechte (Herpes, Med), 1) chroniſche Hant⸗
— aller Alter, Geſchlechter, Geſunder wie
Lränklicher, auf längere od. kürzere Zeit wohl
Zahre, ja lebenslang dauernd, oft wieberleßrend,
meift truppmeife, Dfäschen od. Knötchen, jelten
Puſteln auf einer rothen Grundfläche bildend, eine
Iymphatifıhe Flüſſigleit ansfondernd, Schuppen od.
Kruften bilbend, mit Juden u. Brennen verbunden,
Bald an einer Sielle bleibend, bald weiter ſchreitend
(Serpigo), vd. die Stellen wechſelnd. Nach dem
Anfehen unterjcheibet man Kleien-, Mehl⸗,
Gries-, Blafjen-, Glao⸗ Friefel-, Rofen-
artige %., Blatterflechten. Die frejfende
F. (Saſzfluß) bilbet ſchorfähnliche Schuppen,
welche abfallen u. immer wieder neu entſtehen.
Die Krankheit, welche in ben mildeſten Graben
(Schwinden) oft faum beachtet wird, verbient
immer Berlldfihtigung. Die Dispofition zu dieſer
Krankheit n. ihr Bezug auf andere Übel nennt man
Biechtenichärte, obgleich eine folche eine hypothetiſche
Amahme if. Diät ift das befte Drittel, fich von
Fen zu befreien. Nur die ſchlimmeren Arten erfor-
bern eine wirtfihe Eur, in welcher Hinficht foge-
nannte biutreinigenbe Mittel, Holzthee, Mercnrial-
mittel, Schwefel- u. Spießglanzmittel, der Gra⸗
phit, Schwefelbäter, Sool⸗, See⸗, Seifenbäber
n. m., nach Umftänten ſich hülfreich erwiefen haben.
In Sannftabt bei Stuttgart ift eine Euranftalt für
Ben. Die F. ron Aleppo ift fo v. w. Aleppo-
anfheit, |. d. Vgl. Iof. Bolya, Observationes
de herpete etc. et remedio novoanthrakokali.
h 1837 (beutih von und: ebd. 1837);
intel, Die Flechten u. ihre Behantlung, 2. Aufl.,
berfeld 1840. 8) Diefelbe Krankheit tommt auch
bei mehreren Hauẽthieren, beſ. älteren, vor; vyl.
Gerlach, Die Flechten tes Kindes, Berl. 1857
Flechten (Lichenes), 2. Kl. des Reichenbach⸗
Then u. bes Endlicherſchen Pflanzenſyſtems; Bege⸗
tubilien, auf eines noch ſehr niedrigen Stufe Rechen,
Fleche Huhn 516’ Flechten
bie kelnen eigentlichen Stängel biſden
rinden⸗, laub⸗ od. ſtrauchfbrmige An
nur aus Zellen beſteht u. in —
Stellen Fruchthalter (Apotheci
eingejenkt find, in denen ſich bie Kein
rıdia), mit Saftfäben (Paraphyses
frei ob, in Schläuchen (Asei, Thec
I pflanzen fih durch Feimföruer u.
penbilbung (Bruthäufchen, Soredia‘
ſen meiſt ercentriib. Die Sorebie
pflanzengrünbaltigen Bellen hervor,
bien (Gonidia) beißen u. bie zwei
Gewebes biſben, bie im friſchen 3
bie farbloſe Oberhaut hindurchſchinin
webe zeigt bald deutlich getrennte Schi
nes heteromallae) od. ift ganz glı
homomallae). Endlicher teilt he in
milien: ) Staubflechten (Coniotl
a)‘ Pulverarieag, by) Calyciese;
Jechten (Idiothalami, ſ. db): 9
n passe; c) Limboriese, i
0) Balgflehten(Gasterothalami,
rucarieae, b) Thrypetheliaceae,
pese, d) Sphaero once: D)9H
(Hi menothalanıl, }. b.): a) Collems
eidineae, €) Parmeliaceae, 4) Usı
Gewebe beſtehen entweder aus Holyfa
(gewöhnliche, eb. nicht Dusch Jod bla
mit Inulin jtentifch) ,. od. ed tritt an
Stürfe Oummii u. leimartige Subſta
jen weit, wo nirgends fonft eine a
fortlomınt, a. überziehen mit ihrer, a
fih erhaltenden Subſtanz Table Fell
inäner u. Holzwert, Baumftänme, dů
Ihre Nahrung ziehen fie aus ber dur
bel u. jonfl jenen Gegenſtänden mitge
tigkeit, od. auch aus ber Luft. Hau
bloße’ braune, gelbe, graue, weiß
jein, doch ähneln autere %. Pflanz
Blättern. Meiſt ift ihr eigentlichee &
ter, wogegen fie im Sommer vert
gleich für andere Gewächſe, bei. M
den bilden, indem fie auch deu fa
wenn fie akgeftorben ſind u. faulen, ı
erde geben. Jungen Wald⸗n. Fruch
ben fie als parafitiihe Gemächfe
jedoh meift mehr ein duct &
ber Pflanze, als ihre Urfache. In
erhalten and einzelne Arten (wie Paı
tina) den Namen Baumfräße. €
fie auch ihrer Form cd. Conſiſtenz na
bere Beuennungen, ale: Staub-
Schild», Shuppen-, Blätter-
Leder», nabelförmige, Beer:
Saurfledten, od. nad dem !
ort: Stein, Wand⸗, Bank
Zinige, wie die Renntbhierflecdte
rangiferina), bienen Xhiereu (i
Hirſchen, in Schweren Schafen)
mande, wie bie Itländiſchen F
ſches Moos), aud -Meufchen zu
Arznei. Aus mehreren Klechtenarten
Farbſtoffe (f. d.), aus I.ecanora
tarea, Variolaria dealbata,
tagnei, R. tinctoria u. Gyropho
ferier ben Yadmus, bei. aus Lecan
Dance Flechtenarten euthalten
Säuren, Slechtenſärren; bie j
Flethtenbitter bis: Fledienöämachen
in der Roocella tinetorla,
re (l. ». an ber Soon a oolegneı, 1
x in Gyrophora pu
‚bie (j. 6) in
re’{j. d.) in Uanea
sarmentoss u. Uladonia
h —— d.) m Parmelia
ert vor, doch
re worden.
uter ſo v. w. Cetrari
ranne. u. Bränne N.
eſchwür, |. n. Geichmwär
erh, (Me. ), * — Anfprumg 2).
‚io v. w.
tärkemehl, jo v. w. Lichenin.
‚ift Rhinacanthus communis.
" eero.), ber um ben Topp ber
idliche Theil eines Taues, in Form
d. Echlingen.
rR, 1) bei Feldoerſchanzungen od. Baf
e von Ruthen tene Belleidung
un; a aus ſchwachen Weiben- eb.
he um 1 Fuß von einander
fäsle (Rippen) geflochten werben.
immer mit dem flärleren Ende
in. ſchlingt bie ſchwachen Spitzen der
# um ben Pfahl herum, hinter dem
en AR in das F. einftedt. Iſt He 2
he, fo wird um ben zweiten HR:
ee
Imten
er —
30 Duabra
en theil, te —
2 werfich u. langſam ——
wird oft auch ſo hergeſtellt, daß
Weiſe Tafeln ans F. von beftimm-
men, fogenamnte Hurben, anferti
en Böldungen befefligt; 2) roman.
ent, welches bein 8 ech
SJoh. De Safe Meinl ‚ geb. 1752 in
in Hall ologte, wurde aber
—— — in Leipzig, ging dann
vöber nad) Hamburg 1. hierauf 1783
nad) Berlin, wurde u riebriche II.
eb u. 17% Regi e6 Berliner
efben- u. Eharalter-
ters on. fl. 1801.
: Ochaufpiel waren feine
gen. 2) Sophie Louife,
1777 in Berlin, betrat 1792 a6
als Liebhaberin, vermählte fich erſt
m. um 1808 an ben Kammermuftlus
gerbinanb Florenz, geb. 1600 in
ıbirte in se n. Halle —
*
Bro ben benrien ie
amover 18 ri ſchaftliche Rei
— Erin u —
rtheidignng
ame go —— *
—— (eo
—5 — et en A
eine |
te äbn- | holen,
flede du
EEE
(5%
—* — u. ber 3 Frlebt, deraudgegeben ·ven
I A Ip}.
* *8 Bertil gen der Flecke aus
gen —— I3 ıc. bp mit AG-
ht 4 bie gemifen igenteiähte n bed Pigmente,
welches durch Einwirkung anderer gig rd 2
urfprängfiche Farbung verloren hat. Hän
bie Flede an, ohme a bas Pigment zu wi
Fette, —55 u. ãhnliche io r nb Ah am Are
—* | Alher ob, reine Dfe, wie rec»
um bie Bun wenn ber Kled |
twichen ift, beſtreicht den ringe herum
| mit aufgelötem Gummi arabicum, ber das Weiter
Eunttung F Birne
=
— bes Get ans
niger empf
| — * — Da * handeln,
od. Terpentindl be
trocknet, fo muß
man mehrere
werben, ebe
eerfl mit un — —*
e Ei täßt, erreicht
man Rn
arauf ſchabt, — mit
einen beißen Eiſen, unter mehrmaligem W ne
gebrarht. Aue Bapter — Oo
weißen — od. Cimolit; aus
durch gewöhnlichen Thon, — — noß *
ſtreicht und trocknen läßt,
Aſchen⸗ ob. ———
Berfahren entſtehende ge
erdänn
Fugeln, weiche am b aus,
Seife, Eigelb, ewrae Terpentindl ı.
Ifererbe, mit weißem Bolus, fo viel dado
zur Confifteng nöthig, bereitet werben. Die *
et mit et Aber Waſſer gewaſchen, dann
Bit, wi le en u. rem en —
derung der
> Bel, Tinten» u. toftflede, I
wie alle * Pflanzenpigmente bewirkte Flede
find aus ungefärdten weißen Zengen leicht Ju ver»
til wenn fie in.mäßig verbiinnte Sulgfäure ges
| acht werben; Tinten — u. Roſtflecke au in Kap
löſungen bes Gauertieefatges ter Beinfleufäure,
sun Citronenfaft bezeigt fehr wirffam.
zweckmäßigſten bebient man Air — tes Bleich⸗
waſſers u. Bleichen). een dienen auch
ur Entfernung ber —E Bebrudte u. ge
* un nie ge merben aber durch bie Säuren,
Ag Mittel befteben, in ben 5
rbt, wo dann bie BIER: mg:
...Bladhtume. bis Bichermmmbır,
* len weh unit, * enge es
Beet, mi Fe —* —— di *
ſtes, in —
Farbe a ya —* —
wiolette od. rothe
waſſer, Kalte, Urin —
ben, dieſe durch verdünnte Säu
Bere, san — Stoffe ehe rt Ban,
m beften ‚mit warmem W
Ede et *
dt find, iR das Vertilgen b uR
fe — Berhbrung bes — nie mist |
iſch — Bon manchen
Deinen bezeigen fie ſich hartuädiger u. verſchwinden
nur nad mehrmaligem Waſchen, bisweilen mit Uri
od. verbünnten Salmiakgeift.
leckblume, iſt Spilantbes.
lede, 1) (Meb.), f. Hautflede; 8. ber Hern-
Bm... Sornbautflede; 2) (Saur Flecke), fo
uttelflede; 8) (Aftron.), jo v. w. Flecken.
Flecke, Kornrab, ein aftbeuticher Dichter, welcher
um 1230 bie oetifche Erzäblung Flos u. Blanke⸗
flos Y b.) nad dem Franzöſiſchen bearbeitete.
Flecken, Mittelort zwiſchen Stabt u. Dorf,
befien Gemeinheit zwar ben einen Zweig der bür⸗
gerlihen Nahrung ee aber feine, ob. *
nur einige Stadtrechte hat. Die Gemeindevo
verwalten bie — — beſorgen die
meindeangelegenheiten, auch on einen Theil ve
nieberen u + haben aber weber Gericht6barfeit
noch ſonſtige Gerechtſame eines orbentlihen Stabt-
magiftrats. Hat ein F. das Marktrecht, fo heißt er
Marttfleden.
Flecken (Mehrzahl, Akten. ), 1) die punteleren
Stellen auf den durch Rarf vergrößernde penröee
betrachteten Planeten Mercur, Benus, Mars, I
piter u. Saturn (f. d. a; 2) bie mehr ob. minder |
unkelen sun von verſchiedener Geftalt auf dem
Monbe (ſ. d.); 8) die ſchwarzen u. grauen, in un«
beftimmten Zeiten auf ber Sonaenjaei ericheinen-
den, veränberlichen von verichiedener Ge⸗
& den; 4) welt b.
— ea |?
am Br ten Himmel zeigen, aber meift nur mit
etem Auge erlannt werben, |. Rebelflede.
Grhfe gen; a en re
I . ’ . !
to ,
ber Did (bei Ich — — A
Fand jet 19gtie ze — given)
dose: röthlichgelb, ſchwarzſtrei —
— —————— Coluber
Idolam), ſ. u. N
ecken ub latt ã
——— 8 en —
bel
landen u (ob je
ber Eite ſchwach ehe ger
Flũgel Schwanz Fugen flece haben; Arten: Bb.
variegata u. Rh, hilarea, —*
——— von Gmelins Seolopa
eckſieber, ſo v. w. Betechienfieher,
Fledhäringe, Sorte Bücking, ſ. b,
edel (Hetihbely), jo v. w. Pfli
ein, |. u. Fledausmachen.
le er, |. u. Fleiſcher.
leckſucht (Spilosis) , Langiwierige
minder verbreitete, nei 2 ned I
einzelnen Stellen, ohue
tende Beichwerben. Nach Geftalt,
fie Blutmahl, Honig», Yaubs, Narker
— — .D. a.) 36.5 öfter m
— — fo v. w. Bleihkäff
—
mus — hr ia pi id gr 7
um Ri
eben. befonders ein Wert in feiner t
Flexion.
ledde, niedriger Grund —
— *
[eb * fo v. m. gli 5
dermaus A).
ledermaus, rtili
—
—— der
aloe Raubthiere (f :
—
thier) ae u. in viele
en getheilt worden, u. 1
: 4) Aufetten (Flettert ier,
* Hund, Pieropus Briss.), be
—— Due ähne, 5 u. 6 0b. 4
te —— in Oſti
eine u. Bögel; Bee
zähmbar — a) oben 5 unten 6
He Ska u uch —
— oki lich u. ro
ol, in
Uuftert 3 8 h i
— ele be ge u. Sn
gaslar u. Afrika u. fie Kt,
mit ben Bampyr v
Es unten 5 Bad
Shmanze; über u Er
brachyotis Müll.)
—* Kehle u. > *
(Gwen, Ohren u fen
s aim: auf —
inien, Fl
jan ge —
P. minimus, nur 3} Zu
— in Dfindien m. den,
arpye, oben 4, unten 5 Bademzäße
Daumen mit Kralle,
Rıale; a) Ha yia: Sch
——— z3ſeme ine
Rr
" Fieber
son), A Zolllang, Bfngiaeite 1730,
ns * — — den
shne Kralle;
pye(Hyp oderma Peronii, H.mo-
Burn 2—3 By che
Breit fe e⸗
————
te, neh den; Zei
u. zwar —— Mittel J, Die
I n OMelseır G *
er (Molossus F
—
ng od. länger
———
—A Br WW
binten 2 —3—5— a
ıpven[änen (D. albus Neum, ),
lang, Flugwee 13—14 Boll,
4 5 Linien breit u. r Linien hoch, meif-
Rage! u. Ohren fhmwärzlidbraun; A)
ic — ** Naſe auf⸗
—— Schilbträger (Thy-
nn concaben Schilpp-
=: Ant: Th. trieolor; 4) Ylie-
e(Myopterus @eoffr.), Nafe einfach,
getrennt, oben 4, unten 5 Badenzähne,
efrei; Art: ‚senegalensis, u.a34
wa
N ®e
bılo-
$lagen,
„. groß,
Zoll 2 Pinien
9 —
Unterüppe brei
En wie am wie um Bine,
— ———— 11 — |
tnmmeifämang), mit
* —— Baden ne, bie oberen
einer Seitenzade; Naſe mit fpigi
. monticola, auf den une ein,
23 Linien, ite 9 Zoll 3 Li⸗
: E. sazatilis, E. canina ı. E. cal-
saflien; Mb) Rantenfefger(Noctilio
fıry, — —
n a⸗
her Kenteniehjer (adtthien. N.
roſtbrauu, ans gr ee) Blatt»
ostoma Geofr.), ar an afe ein
u att, ein
ut Die Eiche res Oprhedela, Bunge
; hg irn oben n. unten,
5—6 unten; laufen befier
Gem. En Blut bei ‚Menfcen u.
Schwanz; dd) Bam-
aa) Eigent⸗
I Tun dintjeng er, en
trichterarti F fa»
*6 * Linien,
10 Size, Naſenblatt a 5 Binden, Bier
wird dadurch wohl — aber
; im Siddamerila; von einer
—— —7—
rillennaſe
sur
2 weiße Streifen polſchen Mafe ır.
0
ige Yaben ben 5858 ber 5—
haut verbunten, alt: Pangenna e (V. hastatus
s. perspicillatus) in Brafilien, wo fie @uanbira
vl; no andere den Schwan rel, ale: V. cre-
nulatus; ee) Zungenfrei er (Glossophage.
J, die Blattualen lt Ichmaler, ausbehn-
barer Ange; Urt: Speernaſt (G, soricina),
aus Surinam, n. a.; b) wo ber Beigfinger 1, bie
anberen Ringer 2 verfnöcherte Glieder haben ; bayır: -
| aa) Klappnafe (Grofpäutler, Megaderma.
Geofr.), das Rafenblatt ift zuſemmengeſetzt, bie
Obemulcheln find über dem Kopie ur in
wachen, bie Obrbedel oft geipalten; Arten nad ber
Geſtalt bes Nafenblattes: Reier-, Klecblatt-,
Sergnaje(M. lyra, M. trifolium, M. spasma),
n. a., aus Afri * Aflen; bb) Hufeiſennaſe
— — Rhinolophus Geofr., Noetilio
die Blätter n. me auf der Ref fe bilden’
| bie eines Hufeiſens die Naſenldcher liegen im
einer trichterartigen Bertiefung; Urt: Gemeine
— ———
0 N
Linien, Wlägelweite 12 Zoll 6 Linien, —2
do Kleine R.bhi
Seren) Sag 1 m lila nen * y 1 Bel
ce) oe
1 | Bla urche äber ber — I
vyptens; En
amibenfö über vr N t,
beiden peite pr ber Bed Blatt; u —2*
villii, aus Jamaica; Gemeine Kleber»
mau$ (Vespertilie), eh ätter, a
Drei, „aa Gem u kr —
* ren von e bes ‚
— chen > einen
— ho — ——— 16 Bet,
nat e ‚”Qintere an
Hin zum * fa ; eihere —
edigen —— Art: V. serotinus, f anien-
— haarig; noch andere einen halbmond⸗
ped⸗F. (V. noctula, V, pro-
— —— ), braunreih, Beine u. Flughaut
ſchwarz, Ohren aig, im boblen Baumen, alten
Gebäuden, frifit leinen Sped, ſondern, wie Die an⸗
| beren, Infecten; Zwerg Br (V, pipistrellun),
(wargbranm, nr 1 Zoll 4 Vinien groß; ki)
Großopr (incatur 2 Greöffr.), Da als
ber Kop oben verwadhlen, \brdedel lar ig,
Urt: Yanadhrige (Ves lio
—— etc Uhren Ih Rkıper 17 Bet
ob je) N ne Barbafelle
——— Cänage maptarig; Ih
Mr
Nycticejus Bade
| Schnauze einfach, Ohren mit-
telgroß,, 2 Schnei
—* she, aus Amerita;
Schmalbäntitr (Stenoderma Geofr.), Flug⸗
baut ift zwiſchen ben Schenkeln ausgeſchweift; Art:
S.rufum. No andere nit allgemein anetfannte
Gattungen find Zmeiblätt — Arti-
baeus), Einblatt —— lus), Rädtling
(N yetophilus, Madataeus, Matadus), Rüfjel»
5. (Proboscidea, Celaeno, Scotophilus) u. a.,
meiftion Leah, Spir u. Dedmareft aufgeftellt. Ein-
elne Theile.der Flebermäufe finden ſich foifil; 3)
to d. m. Kleine Becaffine, eine a a
eine Art Warlzenfchnecte (f. d.), nämlich Voluta
Vespertilio; 4) (Caris vespertilionis), Milbe,
auf Flebermäirien, |. Carie.
Bledermaus, Mastenamug, eine Art Domino
nut Kapuze,
Wledermänfe, 1) (Blatterfäße, Klatter-
thiere, Chiroptera), Ordnung ber "Gäugethiere
(bei Cuvier Familie der Raubtbiere),. durch eine
Flughaut find Border» u. Hinterfüße verbunden;
ber hintere Daumen if frei, bie Zitzen find an der
Brut, die Flughaut brauchen ſte zum Flug ob. als
Fallſchirm; find Nachtthiere, leben von animalifcher
u. vegetahiltiher Nahrung, finb bei Linné meiſt
unter benı Geſchlecht Vespertilio begriffen; Euvier
theilt fie in 5. u. — —— od. — Mafis;
2) (Bi ‚, Noctiliones, Vespertilionea),
Abtheilung oben beſchriebener Ordunng; Nafe ohne
Anhänge ob. Blättihen, fliegen geſchickt u. oft hoch,
frefien Infecten u. andere antmalifhe Nahrung,
—* — * Win af, Be
mi n
die nackten Ohren he Ye Dei N
'
fihtöfinn zum Theil dadurch en chnurren auf
ebenem Boden bin, ohne orbentli gehen zu können.
Dazu rechnet man bie Gattungen: Pteropus, Ce-
phalotes, Molossus, Noctilio, Phyliostome,
Glossophaga, Megaderms, Rhinolophus,
Nycteris, Rhinopoma, Taphozous, Vesperti-
lio, Plecotus, Nycticejus n. a., viele derſelben
wieber in mehrere Untergattungen getheilt.
——7 er, |. u. Fenfier.
federma / (Malthe), Untergattuug ber
Gattung Seeteufel, ſ. d.; Axt: Malche s. Lophius
Vespertilio, M. nasuts, M. notata ze.
Flebermausfliege (Nycteribia), Gattung ber
Familie ber ea — d. ie
Ibermaußf el (Anat.), ſ. u. Gebärmutter.
Fledermaus „Juſel in ber großen Anton⸗
gubai an der Oſtküſte von Madagascar (Afrika).
lederwifch, ans bem erften Hauptgelent ab-
gelte (am 6 ift ber rechte) er A Gans,
te, eines Truthahns n. bgl.
Fleet, 1) ber zumeilen fchiffbare Hauptabzu
Tanal der Binnenwaffer, ſ. u. Ubi 2) a
jo 9. w. Doverfluß.
Fleeth (Seew.), fo v. w. Fleth.
— — ſo v. w. Winkelehe.
eetwood (ſpr. Flithwubd), Charles, Crom⸗
—* Schwiegerſohn, Mitglied des Langen Parlas
ments n. Oberfter der Reiterei; dann Vicelönig von
Irland, widerjettte ſich aber Cromwell, als dieſer den
Königstitel annchmen wollte. Deshalb zurlidhe-
fen, fpielte er en i ;
Tai:
Blederpank. Bis: Fleiſch
dereinſetzung befiefben von ber Amnei
tälelfen, ft. jedoch bald barauf.
egel, jo v. w. Dreſchflegel, ſ. u. Dre
legel, Johann Gottfried, geb. 1815
bildete ſich größtentbeila durch ‚elbätjtu
Beichnenden Rünften aus u. wibmete fid
| beionberer Borliebe ber Selina tun
ihm in Leipzig begründete Atelier für 3
mwurbe bald eins ber bebeutenbiten De
Bon ben zahlreihen Werfen, welche aut
hervorgegangen find, find ala bie vorzll
nennen: Die Slluftrationen zu Gebels
ſchen Gebichten nach Yubm.-Richter , zu
Herzogs Ernft bes Frommen nad D. 3.
zu Overbeds Pompeji, zu ber Bilbe
Schuorr von Carolefeld; ferner bie!
berühmter Dleifter in, treuen Copien,
bon. MR. Meigel. Einzelne, Blätter von
ihöner Nusfübrung find ein Thierſtüd,
ſtellend, nah Wegner; Die trauernbe |
Leutemann, eine ber größten ruloaraphı
ten. Auf ber Pariſer Weltauaftellung mı
erfte Preis für Zylograpbie zuerkannt.
legeljabre, ſ. u. Kind.
legelwiicher ae ſ. u. Milde
legler (Geſell ſchaft vom Flege
| in weiche 1411 od, 1412 geil
Hi rten ald Symbol einen Flegel u. m
legt in Deutichlund entſtehende Gejel]
Urt. Daher Fleglerkrieg, wurde von
leuten. ber F, bein. ®rufen Günther von E
u. Grafen Briebri von Helbrungen,
beiden Markgrafen von Meißen, Friedt
teren u. Wilhelm, 1412 geführt m |
Streites über bie Thüringer Lande u.
der Einnahme von Helprungen in bemfi
ij. u. Ehüringen (Geſch.); nah And. y
Krieg Hlegelfrieg genannt, weil die
Markurafen blos mit Biegen bewaffı
polf hätten eutgegenfe en fönnen.
Fleimsthal, fruchtbares u. holzreid
Kreile Trient, j. u. Avis 2).
Wleifch (Caro), 1) überhaupt bie um
tbeile des tbierifchen Körpers, nut Au,
Gefühe, Nerven, Bänder u. Häute. 3
jiebung unterſcheidet man DMustel«, Di
geweite-, Zahnfleiſch u. a.; 2) bei. bie
ihrer je Sun; 2) F. als
mittel befaßt alle Weichtheile bes thieriſe
bef. aber das Mustelfleiich, mugeben ı
weniger Feit u. —— enthaltend. Z
5. iſt im Mittel zuſammengeſetzt ans
Wustelfleifch, 5 Theilen Fett ver Zellgen
len Knochen u. 71 Theilen Mafler. Di
ſiandiheil des Mustelftoffs ift Fißri.
weit mehr Nabrungsftofi, ala irgend ei
product u. bient einer großeu Meuge ©
ſreſſenden) zur unsichliehlichen Nabruma,
ſcheidet weifie# (das J. ber Kauben, £
ber, Rilie, Auftern, Mufcheln) u. rot
von Wildpret, Mind, Schöps). Das roth
an Blutroth, Eijen u. Kreatin u. baber li
Menſch ift zur Fleiſch u. Plamgennaht
beftimmt. Eigentlich ift alles Thierflei
aber nur von wenigen Ehieren wohl)
auf die Dauer zuträgli, Rehes F.
tigfte, aber ſchwer verbaulich u, nur i
Zubereitungen (wie in rohen Schiten
ee |(: | TORBE Er
ıcch mehr gebämpftes F. iſt nahrhafter
daulich, als gelochtes; geräuchertes u.
weniger nahrhaft, ale Ries: (wer
$ insbefonbere geräucherte Bilde. F
Thieren taugt nur zu Beuillon. Bon
gewẽhulich gegeſſen werden, u. vom
ler iſt das Riudfleiſch das kräftigſte
rdaulichſte; Das Kalbfleiſch iſt wegen
it bef. Perſonen mit ſchwachen Magen
ich ihm folgt das Schöpefleiſch in Der
8 Schweinefleifch erfordert ftärfere Ber⸗
Hinfichtlich der Nahrhaftigkeit nehmen
nen Fleijcharten folgenten Rang ein:
er», Echwein-, Schöps⸗, Kalbfleiſch.
‚Sen im Alterthum uncuftivirte älter,
it wurden auch in Deutſchland mehr-
geniacht Pferbefleifch zu effen, 1. Hip-
om Wildpret geben Hirſche, Rebe u.
u. kräftige Iefföhipeifen, weniger das
n. Von Beflügeln liefern Hühner das
uch Feldbhühner, Wachteln u. Faſane;
ber minder nährend, iſt Taubenfleifch.
ne geben Gänſe, auch wilte; doch
wie Truthũhner, Auerhähne, Ber .
e Berdauuugskraft. Entenfleiſch ſteht
ESchweineſleiſch gleich. Kleines Ge⸗
hen, Epießoögel, Ortolane, Becaſ⸗
ehr Leckerei, als erhebliche Nahrungs⸗
5. ber Fiſche gehört im Ganzen zu den
Igemitteln ; boch fteht es dem ber Land⸗
whaftigleit nach 7 —** F. von
eren der übrigen Klaſſen, von Kreb⸗
n, Aufteru zc., komnit ale Nahrungs
in Anfchlag. Biel fomnıt übrigens bei
ter Zuträglichleit vom Fleiſchgenuß
; ber Fleiſchtheile, ter mehreren od.
Higleit, das Alter des geichlachteten
Subereitung ter Speilen u. bie Zuthat
mug). Im diätiſcher Hinficht ift es
‚ dag der Menih in dem rauben ı.
klima, unanientlich aber im Winter,
Renge Fleiſchſpeiſen betarf, um geſund
bleiben; fi vom F. allein zu nähren,
nicht ratbfam. Soll aber das %. den
n, fo muſſen die Schlachthiere gejund,
nittelbar 5 dem S laden nicht Fi
jung noch zu alt fein. Am beften
hit Butor enoffen. Will man friſches
tk anfbewahren, fo barf man es nicht
a muß es frei hängen, Wildpret hält
länger, als das zahmer Thiere;
langerer Aufbewahrung f. u. Aufbe⸗
ern u. Pokeln. Über die aubereitung
enfchlichen Rabrung |. Kochen, Däm⸗
cen, Braten
raten.
liten durften u. bürfen nur &. von
nm, d. h. ſolchen, bie zugleich wieter-
altene Klauen haben, efien. Kameel,
Iafe, Schweine, Wiefel, Maus, Igel,
aren baber unrein, ebenjo bie Raub-
ihen, der Wiedehopf, Schwan ıc.
ischen u. Römern war das %. ter
theil eines guten Mahles, verboten
16 8. keines Thieres. Mit den Krift-
fam bas Enthalten von dem Fleiſch⸗
pifien Seiten auf u. hat fi tm ber
i is auf unſere Zeit erhalten.
| aften Afiens, bie Offder,
*⸗
eigyelne chriſtliche Secten u. a., gar kein F. aße
ee eine aus ber Deinung, € viele
Fleiſcheſſen ben Geiſt träge, das Gemuͤth gum Zorn
geneigt made ıL. überhaupt ein verfehrtes Weien her⸗
vorbringe. Die Hiubu geuießen wegen ihres Glau⸗
ben® an eine Seelenwanberuug gar fein 8. 1851
hatte ſich in London ein Fleiſcheſſervereiu (Ihe Ve-
getarian Society) unter tem Parlamentönritglieb
Bretherton gebifbet, beflen Mitglieder mit Berfhmä-
bung aller Fleiſchſpeiſen blos egetaßilien genofien.
a das Fleiſch neben dem Brode der beben⸗
tendſte Conjumticnsartifel ber menſchlichen Geſell⸗
ſchaft if, jo iſt die Preisbewegung deſſelben für bie
wirthſchaftlichen Zuſtãände eines Volkes von weſent⸗
licher Bedeutung, u. wie bei dem Brode ſeit dem
Aufhören ber Naturalwirthſchaft bis in Die neueſte
Zeit einer wirthichaftspolizeificden Controfe unter⸗
worfen, um wucherifche Preisſteigerungen zu ver»
büten. Indeß bat man mit ber dieiſchtaxe ähn-
liche Erfahrungen wie mit ber Brobtage (f. u. Brob
II.) gemacht, ja ber Auiftellung berfelben fanden
noch größere Betenfen in Wege als bei dieſer, da
die Güte des Fleiſches ſervohl nach her Beſchaffen⸗
beit des Stüdes Vieh, als auch nach ben ei
Körpertheilen billiger Weife bei ber Preisnornirung
in Betracht zu ziehen if. Min bat nun zwar ver»
fucht, das F. in verfchiebene Sorten einzucheilen u.
für jebe derſelben eine befoudere Taxe auszumerfen,
fo namentlich in Paris, aber auch taturch wurde
der beabfidhtigte Zweck unvolllommen erreicht, bit
man endlich bie Fleiſchtaxe ganz fallen ließ u. bie
frete Concurrenz auswärtiger, | . Yandichlächter
mit den ſtädtiſchen Fleiſchern zuließ, wodurch au
am beſten einer künfilichen Theuerung vorgebeugt
wird. Die Preisbewegung des Be folgt bis⸗
weilen ber ber Brodfrucht, jebody nicht immer, fo
daß namentlich im futterarmen Jabren ſelbſt bei
Getreibetheuerung bie Fleiſchpreiſe finten, weil bie
Erhaltung des Biehs den Koften, weiche biefelbe ver-
urſacht, nicht angemeſſen i bnliche Verhaͤltniſſe
treten ein, wenn Viehſeuchen zu maſſenhaften A
ſchlachten des Biches nöthigen. Die Vermindern
des Viehflandes in einem Jahre bat naturgemä
eine Preisfteigerung bes Fleiſches in ben folgenben,
nanıentlich futterreichen Jahren zur Folge. Die Ber
fleuerung bes Schlachtviehs (GSleiſchtener) bildet im
vielen Städten od. ſtädtiſchen Cemeinden eine wich.
tige Ginmahmequelle, f. u. Schlachtſteuer.
F. zum DUnger wird am beſten mitungelöfchten
Kalt beſtreut, ſeicht vergraben, nad 14 Tagen aus⸗
geworien, von ben Krocen — ut ehe
zu Eompoft vermengt; vgl. Flei e.
muß —E vor od. bei dem Sien bes Ge»
treibe® außgeftreut werden. Als Sutter für Rinde
vieh u. Schweine wird es von ben Knochen ,
bis zu einem gewiflen Grade mürbe gekocht, Bein
gehadı u. mit Strohhädfel od. Grünfutter vermiſcht.
ei Futtermangel ift es ein nicht unwichtiges Sur⸗
togat, da es aus Cadavern beftehen farm. AB
Heilmittel iſt frifches, rohe, no warme®, blu⸗
tiges Rind⸗ od. Kalbfleifh ein gutes Hausmittel
gegen entzlindete Augen, auch bei ſympathetiſchen
uren fpielt das %. eine Rolle.
Fleiſch (griech. Zaps), bedeutet im bibliſchen
Sinne, zundchſt im ei Ye AA
ben Körper des Menſchen nach ſeinem groben Stoff,
edoch ſehr oft mit dem Nebenbegriff ver Schwäche,
olltouımenheit u. Sinfälligfeit (2. Cor. 4, 11),
aber auch ohne biefen Nebenbegriff (Col.
,5); dann bezeichnet es auch ben genen, en⸗
chen (Col. 2, 17), wie denn auch von Chriſto ge⸗
agt wird, er wäre Fleiſch geworben (Joh. 1, 14),
u. wird zuweilen anf das game Leben angewen⸗
det (2. Kor. 10,3). Biel Sie wird ed im fitt-
lihen Sinne gebraudt, u. zwar im Allgemel-
nen als jener Zuſtand, wo ſich der Menid von
Sn abwenbet u. nur für bie äußeren irdifchen
inge Sinn bat, fo daß e8 bamit im wollen Gegen-
aß zu bem böberen geiftigen leben (/Treuue) fteht,
ob. 3,6). Auch bie Folgen, bie daraus entfteben,
u. namentlich die Infterbaften Begierben, werben mit
dem Morte F. bezeichnet (Gal. 5,24). Bei. im Pau⸗
liniſchen Lehrbegriff nimmt biefes Wort eine wichtige
Stelle ein, u. ber Aboftel gebraucht es oft, um auf
die Me Richtung der menschlichen Natur, welche
der Bo ziehung des Geſetzes wiberftrebt, damit hin⸗
udeuten, weshalb er den Menſchen, welcher dieſer
chtung folgt u. welcher durch das Chriſſenthum
noch nicht wiedergeboren iſt, einen Fleiſchlich Ge⸗
finnten neunt u. nicht ſelten überhaupt Alles, was
dem Chriftentfum entgegen ift, jebes Übergewicht
ber finnlichen Triebe über bie Bernunft, jebe Bes
ftreitung bes hriftlichen Elements, jebe eben
vom göttlichen Leben, jedes Zeichen der Selb ud
"" ZleildanemudB (Med), 1). iefägenäce
auswu ed.), 1) 1. Fleiſchgewchs;
) fo v. w. ———— fo v. w. Wildes
Fleiſch.
Fleiſchbank, 1) öffentliches Gebäube mit Stän-
den uben, h —— verfauft wird;
2) bie einzelne Bank eines Fleiſchermeiſters au
bem Fleiſchmarkte, zugleich mit dem Rechte Schlacht.
vieh zu fchlachten u. deſſen Fleiſch zu verlaufen.
Fleiſchblume, ift Cardamine pratensis u.
Lychnis tlos cuculi,
Sei brüße, fo v. w. Bonillon.
leiſchbündel, biündelartige Abtheilungen in
Muskeln od. muslelartigen Theilen, wie 8. des
Berzens.
darre, ſo v. w. Räucherlammer.
leiſcheingeweidewürmer (Entozoa paren-
chymatosa), bei Cuvier Eingeweidewürmer mit
jeligem Körper; ftatt des Darmlanals mit äftigen
Gefäßen ; die Nahrung nehmen fie von außen durch
Sauglöcer ein. Familien: Kraßer- (Acanthoce-
phalı), Saug⸗ (Irematoda), Band» (Taenioi-
es) u. Riemenwirmer (Cestoiden).
Fleiſchen (Kürſchner u. Gerber), bie an ben
rohen Fellen hängenden fleifhigen Theile von ben-
felben abjchaben; geichieht auf dem feftftehenden
Sleiſcheiſen.
Fleiſcher, Handwerler, welche das eßbare zahme
vierfüßige Vieh (Rinder, Kälber, Schweine, Schafe,
tegen) kaufen, ſchlachten u. das in Stücken zerlegte
eiſch verlaufen; auch verſtehen die F. die verſchiede⸗
nen Arten Wurft zu machen, Fleiſch zu bökeln u. zu
zäudern. In Oberdeutſchland heißen die F. Met -
ger, in Niederſachſen Schlädter ob. Sleiſchbauer;
Breslau heißen bie F., welche nur Meines Bich
ſchlachten, Geßler; in Wien bie, melde ſich mit
Wurſtbereitung beichäftigen, Wurftler, u. welche
def. das Fleck⸗ (Kaltaunen-) fieden treiben, Fleck⸗
fieder. Wer nur Vieh anderer Hauswirthe ſchlach⸗
tet, heißt ein Hausoſchlachter (Küter); die Land-
ob. Dorffleifcher aber, im Gegenfat zu den zünf-
Fleiſchanswucht is Fileiſcher
tigen Stadtfleiſchern, kLAßerer. M
heißen dietſersurfes ob. dixuae ucnũ⸗
drei Jahre wandern nm. erhalten fern Ee
Lehrlinge lernen drei bis vier Jahr. D
ſtück — ereqh
ten eines
ren des Gewichts eines ſolchen Thier
Schlachten. Dies Schatzen gefdjiebt I
Thieren burch Aufheben, bei einem Rin
Augenſchein n. mit Hülffe einiger Grif
geiffe), d. 5. dem Angreifen, um bie F
Fettigfeit deſſelben zu unterfuchen ; im
darf die Angabe nur nım 1 Pb. im lebt
10 Pſd. von der Wirklichkeit abweichen. 2
allen Orten, wo Zünfte beſtehen, zünfti
ſcher haben Erfaubniß, an Marlttagen f
Städten zu verlaufen, jeboch bürfen fie
burſchen annehmen. Das Schlachte
richtet der $., indem er das Rindvieh mit
eines ftarten Beils (Schlagbeil) auf die €
daß es nieberffürzt; dann fticht er es mit
gen, ſcharfen Meſſer el i
u. ſchneidet bie Gurgel m. bie 8a
damit das Blut gehörig auslaufe. Seli
er fih ber Fanges, wobei er ınit bem
ter beim erſten Halswirbel einfticht u. fo
mark durchſchneidet. Iſt durch Bewegen
das Blut abgelaufen, fo legt derF. a6?
Rüden, ſchneidet die Haut auf u. TOR |
arbeiten); dann hängt er es mittelft «
Durch Die Sehnen ber Hinterbeine
(Sperrbog), wodurch es ge leich
geſperrt wird, auf, nimmt alle Eingen
reinigt n. wächt lebe u. zerhaut
Thier. Kleinerem Vieh wirb gewöhnli
Kehle aufgeſchnitten (Abkehlen). Sqh
— au — * > —
ehenen Krippe achtbank) geſchla
geſchlachteten a ein be Aa Kin
werten fie nach dem Auffchneiben 1
Stückchen Holz (Nierenipreifer) aut
Ipreizt. Das Schlachten Abſſt echen) d
geſchieht ebenfalls durch Aufſchneiden dx
delſt des Schlachtmeſſers; um bie ©
ausrupfen u.abichaben zu fönnen, bient!
der 5. thut Dabei geſtoßenes De in
damit die Borften glatt u. fteif ;
das Abfchaben der Grundhaare (Na
einem ſcharfen Meffer od. einer gefrit
zwei Griffen verfehenen — (Schabe
bölligen Erkalten beginnt das Aus|
d. h. das ſchon geſchlachtete Thier wird
vollends zubereitet. Zum Zerhar
bi. des Fleiſches dient das Sell
ehr breites, dünnes, dem —
der Zimmerleute ähnliches Beil
jebod von beiben Geiten gleichfärnig
if. Als Zulage gibt ber %. von Neben
gefchlachteten EL eres. Der Tag in be
welchem er Vieh zum Berkanf ſchla
Schlachttag; das Gebäube ob. de
einem Gebäude, wo gefchlachtet wirb,
haus. Das in größeren Stäbten
ber Thiere eingerichtete Haus nebft £
mehreren ob. allen %-n gemeinfchaftlich
en a. Ey. Shen, D
andwerk, Ilm. 1825; Fleiſcher
—ã Weim. 1846.
"Wieifiger sis Bieiffeeffende Tptebe "
1) Johann Lorenz, geb. 1699
feit 1707 in Halle pru⸗
irte ſich an der dortigen Univerfität;
Brofeffor der Rechte; kam 1733 ale
Banbelten nad Frankfurt a. d. O. n.
). Er ſchr.: Institutiones juris na-
iam, Halle 1722, 3. A. ebd. 1743;
ı geifflichen Recht, ebd. 1724, 2 Bde.,
d; De juribus et judice compe-
um, ebd. 1724, 2.%. ebd. 1745;
juris feudalis, ebt. 1736, u. m. a.
geb. 1769 in Frankfurt a. M., Sohn
3uchhänblere, widmete fi) ebenfalls
1, errichtete in Leipzig eine Buchband⸗
» neben dem Sortiments « — den
Sein Berlag wucht bald zu einem
nfange u. beftand zum großen Theile
rm, Klaffiferausgaben von Hermann,
er Ehönenfiteratur n. der Aſcetik
erfen. Er trat denfelben 1829 feinem
J. ab, verkaufte fein Sortimentsge⸗
sehberger u. zog fih nach Dresben auf
mwäd, wo er 1849 fi. 8) Ernfl,
L,geb. 1800, Iernte bei feinem Bater
d, erweiterte feine Gefhäftetenntniß
u. etablirte 1822 unter feinem
wg eine eigene Bud» u. Kunfthand-
de feine Thätigkeit vornehmlich bem
hen Werten ber Englifchen, Fran⸗
iſchen Sprade u. modernen
haft au u. farb, nachdem er 1829
186 Baters übernommen hatte, 1832.
a Birma ging in den te
ranz Mainoni über, welcher früher
Nerreichiſchen Dienſten mehrere Feld⸗
t hatte n. dann eine Seidenhandlung
———— in Leipzig etablirte.
ufte Geſchaft u. Firma 1953 Ferdi⸗
‚ welcher indeß ſchon 1854 beides
überließ. 64) GeorgFriedrich,
eipzig, Vetter von $. 2), Sohn des
Bob. Benjamin ns $., der
Buchhandlung in Leipzig begriünbet
ven Buchhandel in ber Hanblung feie
ıchte mehrere Reifen, übernahm 1818
Selhäft u. ſetzte es unter ber Firma
leiſcher fort. Seit 1831 Mitglieb
in einzig u. feit 1832 Mitglied,
ıber ber Leipziger Buchhändlerdepu⸗
‚er fh um die Organifation des
dels u. bie Forderung der Inter»
geringes Bertienfl. So war er
wünbung des Vörfenvereins (1835)
Buchhändler thätig, in deſſen Bor-
ılls ein Amt befleidete, u. die haupt⸗
Veber zur Grundung ber Buchhänd-
ı Leipzi (1853), beren une er
e gefhäftliche Thätigleit war in fo-
1 Bebentung, als fie einen ge-
hr des bentfchen mit bem englif
Buchhandel anbahnte. Seinen Ber-
u einem ber bebentendfien Deutſch⸗
e werbreitete ſich vorzugtweiſe über
iſchen n. modernen — ‚ber
Zelletriſtik ze. Sein Sortimentege-
r 1856 feinem Sohne Karl Friedrich
Leberecht, geb. 21. Febr. 1801 in
— E Eavacm in Seife
gügt
u. Paris, wurde 1833 Oberlehrer am ber Mrenz-
faule in Dresden u. 1836 Profeflor der Morgen-
ländifen Sprachen an ber Univerfität in Leipzig;
er fhr.: De glossis Habichtianis in IV priores
tomos MI noctium, ?p}. 1836; ge® eraus:
Abnlfedas Historia anteislamies, ebd. 1831; u.
überfehte Samachſcharis Goldene Halsbänter, ebd.
1835; Alis 100 Eprüde, ebd. 1837; Baidhawis
Sommentar zum Koran, ebd. 1844— 48, 2 Bbe.;
—— ——— Grammatik der Berflihen Sprache,
ebd. i
Bleifdjerbeil, 1) fo v. w. Hadbeil; 2) f. u.
Fleiſcher.
Wleifhergriffe, I, u. Fleiſcher.
leiiherbund, |. u. Ound.
letiiherfäharren,, fo v. w. Fleiſchbaul.
tin erfalg, roher Talg, ber noch nicht aub⸗
gelaſſen iſt.
Flelſchervogel (Vanga destructor T'emk.),
ein wlirgerartiger Vogel aus Amerika, mit ſchwärz⸗
lichem, unten mweißlihem Gefieder, Länge 6 Zoll.
Fleifhfarbe, 1) (Mat.), f. u. Earnation; 2)
— die röthliche Farbe ded durch die Haut
mernden Fleiſches. Auf Seide färbt man ſie
mit Saflor durch Beimiſchung von GSeifenwaffer,
auf Wolle mit Bau, Cochenille n. Zinfaufiöfung ;
8) (Herald.), mit ihr werden Glieder des men
lichen Körpers tingirt, weshalb fie auch beim Bla⸗
fonniren nicht angegeben u. durch Schraffirung nicht
ichnet wird.
leifhfliege, mehrere Arten von liegen, bie
dem Fleiſche ſchädlich werten, als: a) @igentliche
raue %. (Musca carnaria L., Sarcophaga c.
eiq.), Art aus ber —— etwas größer
ale Schmeißfliege; Fühlerborſte gefiedert, Körper
gran, Augen roth, Örufiftld ſtreifig, Leib vieredig
gefledt; das Weibchen bringt lebendige Maben,
Hetigmaden (foll deren 20,000 um Leibe beherbergen),
fegt dieſelben auf Fleiſch, Aas, Wunden; Verpup⸗
pen geſchieht na 3 Tagen in der Erbe; b) Klei⸗
nere %. (M. vivipara minor), bald fo groß, hat
boppelte Gierbündel, nur 60 Larven; e) Blaue
B: (Scähmeißfliege, M. vomitoria Z.), Bruft
‚ Leib glänzend blau, mit [hmarzen Binden,
hlerborſte gefledert, if ol lang, fliegt mit
arkem Geſums, legt ihre Zier auf Fleiſch In dem
Speiſekammern u. Fleiſchbanken, auch in faulende
Wunden; die Larven kriechen bald aus, geben ſtinken⸗
den Geruch, wachſen außerordentlich ſchnell (werden in
24 Stunden gegen 200mal ſchwerer), fallen auf die
Erde, mo fie ſich verpuppen u. bald zur Fliege wer⸗
ben. Die Fliege läßt fich bisweilen durch den Ge⸗
ruch der Stapelia hirsuta u. de8 Arum dracun-
culus tänfdgen, Gier darauf zu legen; d) YAas-
fliege (M. cadaverina), goldgrün, Meiner als bie
folgende, legt Gier auf Aa n. Miſt; e) Leichen⸗
fliege (M. mortuorum Z. ), ift der Schmeiß iege
ähnlich, Kopf golbgelb; Lie Larven (Leichen⸗
würmer) an Leichen, auf die fie nur dadurch kom⸗
men, daß bie Fliege ihre Gier auf biefelben legt;
fie wachſen alfo nicht von felbft in dem —
vote ſonſt wohl bie Leute glaubten; f) Goldfliege
(M. Caesar L.), wie vorige gefärbt, doch größer;
legt die Eier in Aas.
Bleifäfreflende Thiere, 1) Cieiſchfreſſer, Car-
i
nivora), bei Cuvier Unterordnung der Raubthiere;
fie haben Klauen u. drei Arten von Zähnen (vier
Schneide⸗, ſtarkle u. lange Et« u. od.
80:
fumpfhöderige, zadige Badenzäbne) u. find um fo
mehr auf bie Fleiſchnahruug eingejhränft, je ſchnei⸗
bender bieBadenzäbne find ; die Unterfintlabe bewegt
fich nicht feitwärts, ber Schäbelbau gibt flir ftärtere
Kaumusleln Raum; ber Geruch ift vorberribend
ftarf, wie bas Geſicht; bie Bewegung ift. ſchnell u.
jtart; Körperbilbung ſehr verfchteden, Sie find ge»
theilt: in Sobleugänger (Plantigrada), Ze⸗
bengänger (Digitigrada), |. b., u. 2) F. Am—
Hbibieniäugthiere (Carnivora), greifen Heir
nere Thiere an, baben vier ftarfe, freiftcheube,
jpitige Edzäbne, ſechs ſcharfe Schneibezähne sen
u, unten, meift ſchneidende Badenzäbne; val. Raub-
tbiere. VBon ihnen, bei. ben eigentlichen F. gibt es
foffile Überrefte, mehrere in Höhlen,
dene (Kochk.), jo v. w. Alpic.
leiihgewädhs (Sarcoma), fleifhyartiger u.
ichmerzbafter Auswuchs, entweber äußerlich od. m
Körperböblen, bei. ber Nafe u. der @ebärmutter,
von Polypen durch feine breite Bafis verſchieden.
leifhgülle, flilifiger Dünger, In eine im
Spfe befindliche, 12 Fuß tiefe, mwaflerbichte, mit
Boblen dicht verſchloſſene Grube wird Jauche, Urin
u. blingendes Mafjer geleitet u alle Abgänge beim
Schlachten, ſowie das Fleiſch der gefallenen Tbiere
in Meine Stüden gejhnitten, bineingeworfen. Das
Fleifh wird unter einen großen, ſchwimmenden,
mit Steinen beſchwerten Kaften gebracht, damit es
nicht in Faulniß übergeht, ſondern fih allmälig bie
anf die Knochen auflöft; dann wird bie 5 bei eu.
ter Witterung auf Wielen u. Felder gefahren. Sie
wirft weit ftärfer al& die Jauche.
let — jo v. w. Sarlkokolla.
leiſchhauer, ſo v. w. Fleiſcher.
leiſchhauer, Joh. Chriſtian, geb. 1772 in
Weißenſee, ſtudirte feit 1792 in Leipzig Jurispru⸗
benz, heiratete 1800 die Befigerin eines Ritter⸗
gutes, widmete ſich der Lantwirtbichaft, zog 1804
mit feiner Familie nad) Dresden un. 1805 nad) Wei-
mar, fetste Dort feine Rechtsftubien fort u. fl. 1841;
er fohr.: Die deutiche privilegirte Lehn- u. Erb-
ariftofratie 2c., Neuſt. 18315 Das gutsherrlich⸗
bäuerlihe Verhaltniß in Deutichland, ebd. 1835.
Fleiſchhaut, 1) (Anat.), fo v. w. Mustelhaut;
2) die bei mehreren Thieren, welche dadurch eine
„ eigeue Beweglichkeit ber Hautdeden erlangen, fi
Au dem Fette finbende u. bafielbe theilmeife mit
bildende mustuldfe Schicht.
Sleiſchhoͤrner (Cornua carnea), walzenför-
mige on: fleifchige VBerlängerungen ber Haube
ei Bögeln.
Felfgige Beiden (Aftrol.), die Jungfrau,
Wange u. der Waſſermann.
Fleiſchkegel (Caruncula pyramidalis), eine
Tegelförmtge, fleifchige, ausbebnbare Verlängerung
ber warzigen Kopfhaut, 3. ®. beim Truthahn.
Fleildeißte, aus gebratenem ob, gekochtem
Sammel», Rind⸗ ob. Kalbfleifhe, welches mit
einem Wiegemeffer fein gefchnitten u. wozu geriebene
Semmel, Eier, Salz, Hein gehadte Echalotten
getban werden; bieß mwirb zu einem Teige 'ge-
rührt, Klöße Daraus gebilbet u. in Butter gebraten,
Als Bufatı lönnen fein gefchnittene Sardellen n.
Gitronenichale, Muscatenblüthe zc. dienen. Man
kann auch verjchiedene Fleifchlorten dazu verwen⸗
ben. B* 8. von rohem Kalbfleith wirb das Fleiſch
geihabt, ftatt mit bem Eee zerichnitten.
Biei[Gfnogengefäw
jo v. w. Oſteoſarlom.
Fleiſhaallerte Kia. Dleiſchliche Berhgechen
Fleiſchlappen (Faleariae), an br
ſchnahel mit der ſchmalen Seite befeſtig
baͤngende, fleiſchige, zarfhäutige Theil
VBogel (Hübner); Anh abgerundet, auege
Fleifchlice Verbreden Gieiſchet
zuchtöverbrechen, Delicta Carnis), bie 9
welche durch eine firafbare Befriedigun
ichledhtötriebes begangen werben. Im
läßt fich annehmen, daß dergleichen Um
fefern fie wicht mit Berlegung einer fra
fönlichkeit (Gemalt) od. unter Verſchun
Pflichten (wie beim Ehebruch) verbunden
Natur nach nicht bem Gebiete bed Stra
gehören, fonbern nur als kace
lichleit zu betrachten finb nn. als folche
vor dem Richterftuhle bes ——— X
lichen Moral finden müffen. Allein wich
polizeiliche Nüdfichten haben bie Veraul
boten, diefe Verbrechen doch auch mit |
Strafen z bebroben. Auf dem ger
ſchlechtotriebe beruht die ganze Yortpfla
Menfchengefhlechts; bie Ausartung beel
nicht blos dazu führen, alle Bande der bi
Sittlichkeit zu iöſen, fontern auch ein
Verlommen ter Staatsblirger zur
welches von bem nachtheiligften
ganze Stanteleben fein müßte. Bor
dadurch Die Erhaltung eine® georbneten
lebens — fein, auf deſſen Heiligh
Staat als eine der Hauptgrundlagen
ſtehens vorzugsweiſe zu halten hat. Im
inftemen aller Voller haben baber bi
wenn aud) in fehr verichiebener Weife, i
gefunden. Allgemein ift babei wah
bie frübere Zeit biefelben mit weit haben
belegt hat, als Dies in ben neueren I
ejcheben iſt, welche im Gegenſat zu be
echte fogar ‚bezüglich dieſer Verbrecht
umberbältnißmäßige Milde vormalten I
einzelne Arten ber fyn B. find ausjugeid
Stupration od, einfache außerebeliche Un
Eoncubinat, c) ber Ebebrudh, d) Die Big⸗
Anceft, ſ) bie wibernatürliche Umzudt |
g) bie Pothzucht, hr die Auppeler u Ip}
rung. Über die unter b—i genannten
. einzelnen Artikel. Unter ber einfachen
Unzucht od. Shwädung (Stuprum
tio, Corruptio viduae vel virginis ha
jede wiffentfiche außereheliche, nicht nai
auch nicht mit Gewalt verübte fleifchliche B
einer ledigen Mannsperſon mit einem
nicht mit dem Manne in verbotenem 6
wandten Weibe zu verfiehen. Ausgeſchl
daber neben allen, unter nahen Bermai
gefallenen inceſtuoſen ob. ben mit Gewel
nen Unzuchtsfällen namentlich die Stupr
privilegirten Lohnhure (Meretrix). MW
mern war bie Strafe tes einfachen Stu
ber Lex Julia de adulteriis für be
Conftscation bes häfftigen Vermögens, |
Perſonen Leibesftrafe, verbunden mit 9
doch fiel diefe Strafe weg, menu ber:
bie Geſchändete (Stuprata) als Koncu!
Concubitus) od. zur Frau erhielt. Im
wurben alle Unzuchtswerbrechen u. dam
einfache Stuprum von ber Geiflichkeit
brechen gegen die kirchliche Ordnung vo
lichen Gerichte gezogen. Bon biefen v
Fleiſchliche Verbrechen his Fleiſchzehnt
|
Aufang® mit willlürlichen Strafen,
öffentlichen Kirchenbuße, belegt, welche
im &eltftrafenıHurenbrüde, Hurens |
nbeit werden find u. als foldhe ſich
oteftantiichen Kirche (3 B. unter bem
be Cenfurgebübren) bie in bie neueren
ı baben. Gewöhnlich befland die mit-
chenbuße (ſ. d.) darin, daß die Ge⸗
end des öffentlichen Gottesdienſtes im
de (Sünderhemde) vor der Gemeinde
en eigenen Platz in der Kirche ein⸗
dem Geiſtlichen eine beſondere Buß⸗
ı mußte, woran fi jedoch auch von
neinglieber neh manche anbere Be-
näpfen pflegten. Au biefe Kirchen-
ch auch bie Praxis ber weltlichen Ge⸗
liche Ausftellung, Verweiſung aus
iſchneiden ter Kopfhaare einer Ger
b den Büttel find die gemöhnlichften
e in ben mittelafterliben Etatuten | I
347
abgeſehen davon, daß bie frage, ab eine Immissio
seminis Statt gefjunten babe, fich meift gar nicht
beantworten läßt u. ihre Unterfuchung in ber Regel
nur zu ſchmutzigen Details führt. Dagegen nimmt
bie neuere Doctrin ale Augenblid ber Vollendung
überhaupt bie lörperliche Vereinigung ber beider⸗
feitigen Geſchlechtstbeile an, u. bieler Anficht folgen
auch tie neueren ne ebungen.
—— nbe, jo v. w. Vereinigende
Binde, J. Binden (Chir.). 8. kittei (Incarnantia),
balfamifche u. a. Mittel, Die bei Wunden das Nach⸗
| wachen neuen Fleiſches beförkern.
Fleiſchmaden, find bie ſich von Fleiſch nähren-
den Larven mehrerer — J. u. Fleiſchfliege.
u.
—I agen.
leiſchmaun, 9* artin, geb. 1747 zu
Schwarza in der Grafſchaft Stollberg- Wernigerode,
erlernte bie Gartenkunft in Meiningen, wurte 1775
Hofgärtner in dem Balais-Garten zu Dresten .
792 Hauslellner, 1793 Lanbmeinmeifter u. 1798
wobt finden. Bon ben Reichſsgeſetzen Oberlantweinmeifter, gründete 1799 die Meiner
bie Reichspolizeiordnungen, melche
bie leichtfertige u. unziemliche
* ter von Gott eingeſehten Ehe
tee bilder auch noch jetzt, ba Lie Ca⸗
gprum nicht erwähnt, die Gruntlage
ung ter einfachen Unzucht nach Ges
. Das Strafmaß ilt biernach ein
yer Regel eine kurze Gefängnißfirafe
u. nur in ben fchmereren Häfen
Nie ein Grihmerungsgruub bat es
bienen, wenn durch bie Verübung
gerniß gegeben wurbe, wenn eine
tatt fand ob. ber eine ‘Theil dabei
Keicht gar vorjäglich ob. doch wiſſent⸗
peneriihen Kranfheit anfledte. Nach
zt6lationen wird bie einfache Unzucht
gängig nicht mehr criminell beſtraft;
neift aus ben Polizeiordnungen ver-
ur bie yewerbsmäßige Betreibung
rei, Fornicatio) wird in einzelnen,
Eihfiihen, Württembergiſchen u.
Strafgeſetzbuch, noch ale ftrafbares
zeführt. Antere Staaten flellen bie
Onrerei unter polizeiliche Controle,
boperſonen, wenn fie zu biefem Ge⸗
eben wollen, einer polizeilihen Er⸗
ürfen (vgl. Bortell), weun dieſe aber
yrden war, bie Hurerei nur polizei⸗
t zur Folge hat, die in Gefängniß,
Arbeitehäufern, Fortweiſuug bom
xc. beftehen. Die Unzucht mit nod
Zerfonen, ſowie mit Berfonen in be»
ande, wird von ben neueren Straf
ewðhnlich ber Rotbzucht gleichgeftellt
eihartig behaudelt. ine michtige,
Fen B., als dem einfahen Stuprum
namentlich in früherer Zeit vielfach
e bildet die Frage nad) bem Augen-
bung des Verbrechens. Die ältere
te hierfür nicht allein Samenahgang
nis), ſondern auch Einbringen deſſel⸗
blichen Geſchlechtstbeile (Immis-10
aß alle anderen Fälle nur als Ver- |
brechen betrachtet wurben. Allein
Römiiden, neh aus Dem Canoni⸗
ch 8 tem Staudpunkte ber
it — ——— |
Weinbaugeſellſchaft u. fl. 1831 in Dresven; er
Igr.: Blumenverzeihnif, Dresd. 1783, 2. Aufl.
ebb. 1734; Über bie Erziehung der Maulbeerbäume
u. die Beförderung des Seidenbaues, ebd. 1754;
Aufmunterung zum Seidenbau, ebd. 1759 ; u. über⸗
fette Yandrianie Abhandlung über den Seitenban
aus den Italienifchen, ebd. 1793. 2) Gottfrieh,
geb. 1777 in Erlangen, war Profeſſor der Debiciu
u. Anatomie daſelbſt u. fl. 1850; er ſchr.: Anlei⸗
tung m forenſiſchen u. polizeilichen Unterſuchung
ber Dieniden- n. Tbierleihname, Erl. 1611; An-
weilung zur Serglieberung ber Musleln, ebd. 1811;
Leichenöffnungen, ebd. 1515. 8) Friedrich, geb.
1791 in Nüruberg, Kupferftecher, ein Schüler von
Ambr. Gabler, arbeitete vornehmlich in punltirter
Manier, bie Anzahl feiner Blätter beläuft fih auf
1900, Davon er febr viele im Auftrag des Buch⸗
händlers Fr. Campe verfertigte. Er verließ Nürn-
berg 1831 u. ging nah Münden, wo er 1534 ftarb.
Zu feinen vorzüglichften Blättern gehören: Ecce
homo nad Feon. ba Vinci u. Die vıer Apoftel na
Dürer. 4) — Ludwig, geb. 1806 in
Nürnberg, Profector u. Brofefler der Mebicin
in Erlangen; er ſchr.: Bildungshemmungen bes
Menſchen u. ber Thiere, Nürnb. 1533; Sceno-
graphia arteriarun, Erl. 19832; Scenographia
nervorum, ebd. 1837; Der Fötus im Fötus,
Rürnb. 1845.
Fleifhnabelbruch, Fleiſchgewächs in ber Nabel⸗
gegend, faliher Nabelbrucd, ſ. Bruch (Chir.) B) a).
leifhpolyp, f. u. Polgp (Med.).
leilhrotb, |. u. Roth.
leiſchſchaärren, lo v. m. Fleiſchbanlk.
leijchfeite (@erb.), fo.v. w. Aasfeite.
Fleifhfoble, am Pierbebuf der dünne, weiche
Theil, welcher bie intere Kläche bes Hufbeine über⸗
zieht.
Leifchfteuer , fo ». w. Schlachtſteuer.
Fleiſchſtrabl, anı Bierbehuf ein elaftifcher Kör⸗
per unter dem Dornftrahl,
Fleifchthiere (Wirbeltbiere), Tbiere mit
eigentlichen Nnechen u. Daran befindlichen Fleiſch
alio: Säugibiere, Vögel, Fiſche, Anıphibien ; Sleiſch ⸗
loſe dagegen die übrien Tbicre.
Fleiſchzabn, ſ. u. Zäbue.
Fleiſchjange, Marierwerlzeug, ſ. u. Tortur.
—* zehut, ſen. Zehnt.
48 Fleiſchzwieback
Fleiſchzwieback (Galleta carne), erfunben
von Sail Borbon aus Galvefton in Norbamerifa,
u aus Weizenmehl u. dem eingelochten Fleiſch⸗
faft aus fett⸗ u. knochenfreiem Rindfleiſch u. bil⸗
det ein RM Nahrungsmittel, welches na-
mentlich zu der fogenannten eifernen Portion ber
Soldaten im Felbe geeignet erfcheint, ba es feicht
von Gewicht ift, ſich fange in gutem Zuſtande er⸗
hält u. in wenigen Minuten ein gutes u. nahrhaftes
Gericht liefert. Zwei Zwiebacke von je 8 Loth follen
zur täglichen Ernährung eines Träftigen Menſchen
volltommen ausreichend fein u. foften, in Maſſen
rat, nur ungefähr 2 Silbergrofchen.
Fleiß, das anhaltende Streben, feine Kräfte für
einen rühmlichen Zweck zu benuben, ohne durch
Beſchwerden od. Entbehrungen davon fich abhalten
zu laſſen. Er ift, mie h6erBaupt nützliche Thätig-
feit Arbeitſamkeit), Pflicht; fein ihm entgegen
ftehenber Fehler ift bie Faulheit.
leißen, evangeliſches Pfarrdorf bet Klinkhart
im Berirt Wiloftein des Kreiſes Eger (Böhmen);
Baummollenfpinnerei, Papiermüble; 1600 Ew.
Flekkefjord, Ort int Amte Manbal im nor«
wegiſchen Stifte Chriftianfand; Stapelplak von
Saltiord, Armenhaus mit Irrenanflalt, Tabaks⸗
fpinnereien, Branntmweinbrennereien, Ausfuhr von
Hof, giegenfellen u. Olkuchen; 2800 Em.
Flekkerde, Infel vor dem Ehriftianfanbfund an
der Sütküfte von Normegen; gehört zum Amte
Mandal res Stiftes Ehriftianfand; Hafen.
Flemael (Flamael, Siemalle), Bertholet, geb.
1614 in Lüttich, wurde Maler, ging, 24 Jahre alt,
nach Stalien, wo er namentlich in Rom die alten
Meifter findirte. Seine erften Gemälde verjchafften
ihm einen Ruf an ben Hof zu Florenz, wo er im
roßberzoglihen Palafte mehrere Gemälde aus-
Abrte. on dort begab er ſich nach Paris, wo er
unter anderen filr Die Auguftinerfiche eine An⸗
betung der beil. drei Könige malte, die Kuppel der
Carmelitertirche mit einer Himmelfahrt tes Elias
ſchmückte u. in ben Tuilerien ein großes Plafond⸗
gemälde ausführte. Seit 1647 war er in Brüffel
thätig, ging 1670 zum zweiten Dale nad Paris,
wo er grofeffor an ber Alademie wurde, u. wurde
zuletzt Canonicus am Collegialftifte in Lüttich, wo
er 1675 ftarb. Außer den genannten Gemälben
ſchuf er. noch viele ſowohl durch correcte Zeichnung,
als auch burch edle Auffuffung u. Träftiges Colorit
ausgezeichnete Bilter, von denen bie meiften fich
in Belgien befinden. Die Dominilanerlirche in
Lüttich wurde nach feinen Plänen erbaut.
Flemhude (fonft Blemminghube, Vle—
vinghufen), Kirhborf in Holftein, im Gut
Duarnbed, am Blembuder See, welcher durch bie
Eider mit dem Weftenfee u. bem jchleswig-holftein-
{hen Kanal verbunden ift.
Fleming, 1) Landhöhe, fo v. w. Flämming;
2) Srafihaft im Staate Kentudy (Nordamerika),
13 OM.; Flüffe: Liding- River, Fleming, For u.
Triplett⸗Creels. Im ften gebirgig, im Weſten
nur von nichrigen Hügelfetten durchzogen; frucht⸗
bar; Protucte: Mate, Meizen, Hafer, Hanf, Rind-
vieh, Schafe, Scheine ; Eifenlager; tie Maysville-
Lerington-Eifenbahn durchſchneidet die Grafſchaft;
organifirt 1798; genannt nah Obrift John Br
wing, einen der erſten Anfiedler im Staate Ken⸗
tudy; 1850: 13,916 Ew., mworunter 2139 Skla⸗
ven; Haupıftabt: Stemingeburg, 5 Kirchen, Bank,
bis Flemming
Alabemie; 1000 Ew.; 8) Stäbtifcher 1
Graffchaft Cayuga im Gtaate New
—— 1 m Fe, p
emingia (F. , Pfla
der —* der ——
Rhynehosieae, Diadelphie, Dekand
indiſche Sträucher.
lemington (ſpr. Flemingt'n),*
Grafſchaft Hunterdon im Staate
(Nordamerika), 4 Kirchen, Bank;
Zweigbahn von hier nach Lamberwil
ſchluß an die Beloibere-Eijenbabn;
ferminen.
lemming, eine alte, wahrſcheinlich
fachjen ſtammende, jett in ber Provin
Pomntern begilterte, der Lutberifchen
folgende, 1700 u. 1721 in den Grafenſt
amilie, Deren Altefter befannter Ahnher
Thammo) if; er lebte zu Ende bei
in ee König Bogiflaro IE 8
u. feinen Nachkommen die erblidde 8
Landmarſchalls; feine zwei Söhne fl
Linien, von denen bie jüngere Martenti
geitiiet von 2) Erdmann, jün
bams, berühmt geworben ift; feine
waren Hans u. Klaus. 3) Hans, A
des Bor., wurde Durch feine zwei
Stammvater der zwei Linien in 9
I. Gräflihe Linie zu Budow,
4) Joachim, jüngerer Urenkel des
ließ einen Sohn Jakob (geb. 1588,
welcher zwei Söhne hatte, Georg Kalk
Heinrih. 5) Georg Kafpar, geb.
turbranbenburgifcher Geheimrath u. P
Hinterpommerſchen Hofgerichts, wur
den Reichsgrafenſtand erhoben u. flaı
Jdachim Friedrich, älteſter Ech
geb. 1665, war Königlich polniicher u.
General en chef u. Gouverneur vo
ft. 1728. 7) Jakob Heinrich, Brul
geb. 31. März 1667, trat 1689 in braı
Dienfte, foht 1690 in der Schlacht
mit u. wurde darauf Adjutant; nach fei
von tem Feldzug nah Italien, mo e
der Schlacht von Darjagfia (1693) beige
ging er in kurfächltiche Dienfte u. wur
Generaladjutant; der Kurfürft ie
nutzte ihn zu einer Sendung au ben Ke
in ben Angelegenheiten ber polnifchen
u. bef. Durch feine Vermittlung wurb
Kurfürft zum König von Polen ermwähl
deshalb von Dem neuen Könige zum Ga
geheinien Kriegsrath u. Grögeneralpe
Sachen ernannt, Dann auch zumGroßftal
Lithauen. Am Schwedilchen Kriege gr
zeichnete er fich ehr aus, Daher Karl R
ranftäbter Frieden Die Auslieferung $-
Doc entfam berfelbe, davon unterrichtet,
denburg. Nah Sachſen zurüdgelehrt, wı
General ber Eavallerie u. Gouverneur:
Königftein u. Sonnenflein; 1710 poln
ralfeldzeugmeifter 1. Generalcommandı
ſiſchen Garden; dann, als der Krieg ımi
von Neuen: ausbrach, Generalfeltmarfd
rathepräjitent u. dirigirender Staattı
kämpfte fo glüchlich, daß fih ein Theil
{hen Armee unter Geueral Steinbod ec
andere unter König Karl XIL fi 1
Tiemming
I: e ſt. 30. April 1728 in Wien, wo
dambter an Kaifer Karie VI. Hofe auf
iflaw Bobo, Bruder bes Ber., 154
ich polnifcher u. kurſächſiſcher
mt u. vermäblt mit Louiſe Joachime von
L1732 ; mit ihm ſtarb Georg Rafpars Li⸗
mehamme aus. 9) ven 8433
b. 8. Mai 163
er wieber nad) Kurbranden-
rfien Friedrich Wilhelm babin
** 1672 Oberß der brandenburg⸗
‚ welche unter Konig Michael
en die Türken fochten; 6 einem
alte in ben Niederlanden bei dem
—— —
ilhelm hr
teber nn. begab ſich ala Generalfelbmar-
fachien ; er 30g als ſolcher mit dem Kur⸗
un Georg 1683 zur Entiegung Wiens,
—
wieder zu
—E n. wurde Geh. Staate⸗
h u. Gonverneur von Berlin, fpäter
des Herzogthume Hinterpommern m.
Hums Kamin; er ſt. 28. Februar 1706
; ex war vermäßlt feit
schara Boktliche, von Klitzing (f 1664),
Iiignes Dorothea von a. d. H.
—* ir Sen A
„hie Cohn 0a Be, des
Muh —* n. mn.
Johan Georg, Bruber bes Ber.,
—— 1747. | oe
— —— ehe
im Mannesſtamme aus.
iſche Linie, I 1721 in den Grafen-
durch 1 2) Sana Deinzig,
uuptmann zu Wolgaſt, . u.
| * ————
un das Licht A Bern 6 genannt.
Heinrid,
840
bee ©
ei 59 Sk Bye A Lan
——— —— — u. *
rich — von eier auf ke a
wurde Löniglich preußifcher Geh. Rath u. 34
bes Conſiſtoriums; er galt ale einer der geiehrteßen
Männer feiner zei n. fl. unvermählt 1708.
EuRahius, jüngerer Bruber Bor. 1 .
1634, wohnte bem polniſchen gelbiuge von 1
bei, trat dann im ſchwediſche Dienfte, wurbe 1662
Rammerjunker des Grafen won Baireuth m. zeg
1663 mit in ben Ungarifcgen Krieg; nad feiner
Rüdkehr wurde er Amtshauptmann u. Eomman-
baut der Garbe, trat fpäter in bie Dien
fürſten vou Baiern u. wurde Oberflientenaut m.
Commandaut von Münden; 1677 wurbe er Com⸗
Imaubant ber Trnuppen bes Marfgrafen von Ausbach
1681 nah Kurfachlen, wo er ale O
1687 —*2 von Wien ‚Deitmohnte;
von —* u. 2. Decbr. 1771 in ame rien.
18) Graf Karl Georg Friedrich, Bruder bes
Ber., Ber. , geb 17. Novbr. 1705, war lurſächſiſcher
der Infanterie, Generalfieutenant der ole
niſchen Kronarmee u. Gtarof u Meve in Breu
Kin! Auguſt ſchidte ihn ale —* an die Pr
urin, Bien u. ernannte ihn darauf
* Cabinetominiſter, wirklichen Geb. Rathe u.
aatsfecretär ber auseärtigen Angelegenheiten;
7— ex feit 1745 vermählt mit Henriette Charlotte
2 —3*8 von Lubomirsti u. fl. 19. Aug. 1767.
£onden u.
raf Johann Heinrich, Sohn bes Beor.,
rz 1752, wer vormals koniglich polni⸗
Kron roßichwertträge er, vermählte fi 1782
mit ehr ane Marie Eharlotte geb. Gräfin vom
n. fl. 7. Zuni 1830 in Wien. 29) zur
—— n des Vor.,
183, war Kr —* Seh. * u. *
außero —* ——
Niniſter en Kailer von Bra n Rio be
Janeiro, zulegt in gleicher Eigenſ
fitanifen $ — 25 — ae
o
u: n) Sof Rarl —8 Bru je
Bor., geb. 1 18 echt. 1783, Ion r& —
—38 in Erfurt n. trat u aus GStaats⸗
A iR feit 1812 vermählt mit Wilhelmine
gi, bite von Hardenberg; fein Ältefter Sohn,
813 geboren.
—* 23) C ans, Pe von %. 2), welcher
um 1393 mit Erih von Pommern,
— König 4 XIII. von a lockt
mein 3
der $. na
Ar befien Batıe Schloßhauptmann in
war, lämpfte als Admiral der ſchwediſchen Flotte
glädtih gegen die Dänen, Guſtav Waſa
Im 1523 zum Reicherath u. dann zum Lagmann
im fübfiden Finnland; 1526 wurbe er ber Er⸗
nenerung be6 von 1510 halber
Flemming ts, Fleſche
nach Rußland gefanbt, worauf ber Vertrag vom | durch feine Compofitieu der Horauiſchen
2. Septbr. geichloffen wurbe; bei ber Krönung zu
Upfala 12. Ian. 1528 wurde er nebft 12 Edlen
vom König zum Ritter geichlagen u. wurde 1561,
nachdem Eſthland unterworfen war, Gouverneur
in Reval; er flarb im Auguft befielben Jahres.
24) Lars, Neffe bes Bor., Sohn des Iwar
war ſchwediſcher Neicheratb, ging 1555 ale Ge⸗
—5 nach Kopenhagen, wurde 1561 von Erik XIV,
den Freiberrenftanb erhoben u. in demſelben
Sahre Etattbalter in Reval; ein Verwandter von
&m, 25) Clas, wurde von Erik XIV. zum Ri
ter geflogen n. erhielt vom König Johann III,
1568 bie Freiherrnwürde, wurde dann Reichs⸗
Yath u. Reichsadmiral, beflegte 1570 die Dänen
ir einer Seeſchlacht an der Küfle von Schonen
®. führte auch 1581 ben Fall von Narwa herbei;
fpäter wurde er Reichsmarſchall u. unter König
Sigismund Statthalter von Finnland; er hatte viel
egen den Haß, welchen Herzog Karl auf ihn gewor« |
en hatte, zu Tämpfen; Letter ftiftete einen Aufruhr
an gegen bas Leben %-8, welchen biefer aber mit
Battengemwalt nieberbrüdte; er fi. 13. Mai 1597.
26) Axrel, wurde von König Karl XI. in den Gra⸗
Tenftand erhoben. 27) Freiherr Guftan Adolf,
geb. 31. Juli 1781 auf dem Gute Arfta in Stod«
Yotme«Rin, begann feine militärifche Kaufbahn 1798
ale Unterlieutenant im Spen - Ürtillerieregiment,
wöhnte den Yeldziigen in Pommern, Siunland -u.
Deutſchland bei, trat 1840 als Chef des Götha⸗
Artillerieregimentd aus dem Dienfte u. fl. den 17.
Yantıar 1848. ' N
(Flemming, 1) Paul, geb. 5. Octbr. 1609 zu
Sartenflein im Schönburgiichen, wo fein Vater
Prediger war; ftudirte auf der Fürftenfchule - im
eigen, bierauf in Leipzig Mebicin, ging aber,
Son den Kriegsunruhen verſcheucht, 1633 nad
Holſtein; bier ſchloß er fih der Geſandtſchaft an,
welche der Herzog Friedrich von Gottorp an ſeinen
Schwager, ben Zaren Michael General: nach
AMostan ſchidte u., 1635 zurüdgelehrt, einer noch
Hlänzenteren Geſandtſchaft nach Perfien, von welcher
tr 1639 fiber Moskau wieber in ber Heimath an⸗
Tangte. Er fl. 2. April 1640 in Hamburg, wo er
ſich als Arzt nieberlaflen wollte. Obgleich nicht
ganz frei von den Einfläffen ber Zeit, fteht F. doch
unter den Pyrifern des 17. Jahrh. obenan. In feiner
Telitihe Podmata, Füb. 1642 (unter dem Titel:
Geiftige u. Weltliche Pormata, Jena 1651, Naumb.
1651, 1652, 1660, 1666, 1685), find 485 Gebichte
erhalten, darunter find bef. bie ſchönen erotiſchen
Lieber, die kräftigen, dırchans originellen Sonette,
mehrere vorzũgliche geiftliche Geſänge (wie In allen |
meinen Thaten) beachtenswerth. In feinen Rach⸗
laß haben 19 auch eine Argenis u. eine Schäferei
Bu uswahl feiner Getichte von G. Schwab
Stuttg. 1820) u. in Müllers Bibliothel beutfcher
"Dichter bes 17, Jahrh. (Lpz. 1822, 3b. 3). Lebens⸗
"Beichreibungen in Varnhagen von Enfes Biographi-
ſchem Dentmale, Bo. 4; von Schmitt, Marb. 1851.
ne Geſammtausgabe jeiner Schriften hat Lappen⸗
berg angelüntigt. 2) Friedrich Ferdinand,
‚geb. 1778 im Sächfifhen Erzgebirge, ſtudirte felt
27% in Mittenberg u. Jena Medicin, ging dann
zu feiner weiteren Ausbildung nach Wien u. Trieft
‚2. habilitirte fi 1803-an der Univerfitit in Berlin,
100 er auch bei. als Augenarzt wirkte; er ft. 1813.
Anch als Mufifer zeichnete A F. aus u. iſi bekannt
teger vitae.
Flemung (Bleming), Malcolm, ſtodi
ben umter Boerhaave m. lebte ale i
bei Hull im 18. Jahrh.; er fdhr.: Ne
(Gebicht), Mork 1740 (italien. om 17
posal for improving the praetice of
Hull 1742; The nature ofthe nerı
ebb, 1752; Syllabus of the contents
of a course of lectures on the ami
nomy, ebb, 1752, n. Aufl 1759; De
Solani inventis circa arleriarum j
praesagia inde haurienda, ebb. 17:
duetion to physiology, ebd. 1759, u.
diciniſche Shui ten,
Blend Keys (for. Flentſch Kihe), :
führlihe Sanbinleln bei ber Inſel Mar
| ber Zune ber Bahamas.
Flensburg, 1) Amt im Herzogthum
17 OM., 27,000 Em; degrenft deu gri
von Angeln, zerfällt in Die Wies⸗,
Nie- u. Diunfbrarupbarbe; 8) gr
Herzogthums Schleswig, an einem Ra
Oſtſee (Mlendburger Dafen): Sit ,des M
aerichts für Schleswig u. bes Amts 5
öffentliche Schule, zualeich Gelehrte n.3
8. bat den beften Hafen u. ben bebentenl
del in Schleswig (130 Schiffe); Bram
nereien, Brmercien, Zabal» u. X
Anderfiebereien; 14,000 Em. In den
F. bie Ruinen bes Schloſſes Duabut
| Königin Margarethe ftarb. — F. wurde
jroiichen Erich bem Heiligen u. feinem 8
im 13. Jahrh. von Erfterem erobert n.
in dem Kriege bes Grafen Niklas ve
gegen feinen Bruder Heinrich befefligt
Mitte bes 13. Jahrh. von bem Grafen !
Erich VIL ale Unterpfand gegeben u. nat
Zahlung nicht werlaffen, bis bie Däner
bed geſchlagen waren. Dann nahmen e6
mwieber; 1427 wurbe es von Seinrich von
erobert; 1431 von ben Holfteinern wieb
1627 u. 1629 von den Kaijerlicden
1643 öfter von ben Schweden erobert;
1849 wurbe bie Stadt von preußiichehen
Truppen genommen, 1849 aber geräu
Schmeben befeht, bis 1850 bie.
von Befig nahmen. O. 9. Möller, Hiſ
richt von F., Fleusb. 1767.
Flenſen (#temer, Flensſtücke, ent
von einem Wallfiſche abgefchnittenen Stu
melche in dem Schiffe in Neinere Stüde
u. durch bad Plendgat (Glenstoch) in b
Raum geworfen werben, Damit man fie
paden fan. Wlensbafen, bie Heinen ®
deren man fich bei dieſer Arbeit bebiemt.
Flentes (lat., die Weinenden), im
Kirche bie 1. ber 4 Hlafjen yon Büßern
1. Bußſtation vor der Kirchthüre, wo bie
jeben Eintretenden weinend um Yürbittı
Flers (ipr. Fläbr), Stabt im Arte
Domfront des franzdfiihen Departeme
Leinwand · u.. Damaftmweberei; 6150 Er
Wlerzbeim, Bfarrborf im Kreife Ayı
preußiſchen Regierungẽbezirls Kdin; fe
feſtigtes Schloß; 980 Em.
wlejche, Feldſchanze deren Grunbrif
fach ausſpringenden Winlel bildet, von
Fefenſee bis Fleury
genannt; bie beiben geraden Linien,
361
Fleurette (ſpr. Flohrett), Mineralquelle in ber
buren, heißen Facen, deren Endpunkte Näbe von Nerae im franzöflihden Departement Lot
terpunfte; werden an ten Schnlter⸗
yärte Flanken angebängt, fo heißt das
:, gewähren dieſe Flanken aber ben
envertheidigung, fo wirb das Wert
e F. genamt. .
‚, Ste im Klofleramt Malchow im
SEE DSH ge
Ipr. Fletſcher), 1) Giles, engli
geb. um die Mitte des 16. —5 — ⸗
n. Cambridge, wurde 1588 ale Ge⸗
Rußland geſchickt, nach feiner Rückkehr
der Eity in London m. 1597 zum
von St. Panl ernannt; er fi. 1610 u.
se of Russia, Lond. 1590, n. Anfl.
) Iohn, geb. 1576 in Rorthampton,
chofs von London, Richard F. entfagte
&t Cambridge ber ZJurieprudenz,
tiſcher Dichter u. fehrieb mit feinem
amont 50 Erlide fürs Theater, wovon
ung, Beaumont aber die Ausführung
wird, |. u. Beaumont. 8) Bhinens,
E 1842 ale Biarrer zu Pa in Nor»
er, ausgezeichnet durch feine Fiſcher⸗
6.1772, u. Das moraliſche t:
(Island.
lattroche, — ie aus der
äuligen Knorpelfiſche.
(ee). auf den Gränfanbefahrern
m Gerätbichaften zum Wallfiſchfang:
n, Zaue, Harpune, Hafen, Sped-
‚ denen man in der neueren Zeit bie
beizäßfen muß, die von ben fäne
gutem Erfolg gebraudt worden find,
zu töhten, 2) auch das Geräthe bei
ſcherei
Geogr.), Ort ber Bataver in Gallien;
‚d. Hfelftein od. Vianen.
Betränt; das Gelbe von 3 Kitronen
rieben, 2 Kannen WBaffer u. eben
Rothwein barüber gegoffen, durch
filtrirt u. mit in Waffer aufgelöſtem
t.
eine Art Zahninſtrument (f. d.).
‚ breit fchlagen, bei. von Metallen;
e Meta abgängt beim Hämmern.
&fe, eine Art Schweizerfäfe aus rei-
e bänifcde Silbermünze, ımgefähr 26
1
Fiffchen zum Überſetzen von Berfonen
Iport leichter Waaren.
Geogr.), fo dv. w. Flevum.
‚fer. hr) 1) Blume; 2) das Feinſte
‚3 ©. F. de farine, Kraftmehl.
Gieurence, ſpr. Flörauge, Bleurange,
h), Stadt im Arrondifſement Lectoure
en Departements Gers; ſiarler Han⸗
federn; 3700 Em.
: (ip. &iöhrbäh), Dorf Im Krrontif-
ıne des moniſqhen Departements
5; 3000 Ew.
€ (fpr. renfer), f. u. Fleury.
pr. Klöhreb), 1) — o v. w.
j) eine Secundaſorte Robzuder von
7; 8) fo v. w. Aures; 4) (Fechtk.), jo
ppier.
et Garonne.
Fleuretten (v. fr.), 1) Schmeicheleien; ®) eft
wiederholte Lieblingegedanken eine® Komponiften,
Ve au er an Ton« n. Tactart.
eurier (fpr. Flöhrieh), Biarrborfim Schwei
Canton Nenenburg, Bezirk Bal de Travers, einer
der mwohlhabentften Orte des Cantons; Uhrenſa⸗
brilation, Klingenſchmiede, Draptftiftfabrit, Poſt⸗
u, Telegraphenburean; 1770 Em.
Fleurien (fpr. Floͤhribh), 1) (Barren I8-
fand), die größte der Hımter-Infeln am weftlichen
Gingange der Baßſtraße (zwiſchen bem Auftralifchen
Eontinent u. Tadmania); 2) (Great Swan⸗
port), Bai an der Ofttüfte der Infel Tasmania.
Fleurien (fpr. Flöhriẽh), Eharl. Pierre Claret
Comte de F., geb. 1738 in Lyon, nahm früh See⸗
dienſte, machte unter den Landtruppen den Sieben⸗
jährigen Krieg mit, wurde 1776 Director ber
ten u. Arfenale u. 1790 Diarineminifter, zog
& aber in Folge ter Nevolution zurid; unter
dem Kaiferreich trat er in ben Senat, mar zuletzt
Gouverneur der Tuilerien u. fl. 1810. Gr erfand
mit Berthoub eine Seeuhr, machte bie Infirnction
[ir tie Reifen Lapeyroufes u. Entrecafleang m.
&r.: Voyage fait en 1769 et 1769 pour @prou-
ver les horologes mur., Bar. 1773, 2 Bde.;
Decouvertes des Francais dans le Sud- Est
de la nouvelle Guinde, 1790; mit Marchand
Voyage autour du monde 1798— 1800, 4 Bde.
Sieuriot: Bebeot. geb. 1761 in Brilſſel, ent-
fioh in Bolge feiner Theilnahme an ben Unruhen,
welche die Reformen tes Kailer Joſeph II. in den
Nieberlanten herporriefen, nach Frankreich, mo er
fich ter Revolution auſchloß. Obgleich Heberts,
Chanmettes ıc. Seuh. wurde er nicht nur nicht
profcribirt, fonbern ſogar zum Maire von Paris
gemählt. Als er aber am 6. Thermiter für Robes⸗
Pierre zu einem Aufftand aufforderte, ließ ihı der
Sonvent verbaften n. mit Robespierre binrichten.
Fleurift (v. fr.), 1) Blumenlenner, Blumen»
freund; 8) Blumenmoaler.
Fleuron (fr., ſpr. Flörong), 1) Verzierung ven
‚Blumen u. Laubwerk; 2) fo v. w. Buchdruderftod;
8) leichte® Zeug von Seide, Leinen od. Welle.
euruß (ipr. Blöri), Marltflecken im beigifchen
Bezirk Eharleroi, Provinz Hennegau, 3600 Ew.
In der Näbe finden fi ſchöne Onanzfteine, Dia-
manten von %. genannt. Hier im Dreihigjäh-
rigen Kriege am 29. Auguft 1622 Sclacht zwi⸗
chen tem og von Braunſchweig Chriftian ı.
dem Grafen Ernſt von Mansfeld einer⸗, u. dem
General Cordova mit ten Spaniern anbererfeite;
Erſtere ſchlugen ſich zu Ben Holländern durch; am
1. Zuli 1680 Sieg te Marſchalls von Luxemburg
über die Deutſchen u. ging unter dem Fürften
von Waldeck; am 26. Juni 1794 Schlgcht zwiſchen
den Franzoſen unter Jourdan u. ben Ofterreichern
unter Prinz Joſias von Koburg, der, obſchon Sie⸗
ger, das Schlachtfeld u. die Niederlande räumte;
am 16. Zum 1515 Schlacht zwiſchen Preußen u.
Sranzofen, welche Letstere auf ihrem Rüdzuge F.
verbrannten.
Fleury GSloriacum), Stadt mit Benebictiner-
abtei (St. Benebict an der Loire, Congre«-
gationberfleurenfer, Congregation ber
Benebictiner von %.), an ber Loire, unweit
Sulli in der Didces. von Orleans. Das Klofter
wurte um 640 gegründet u. am 4. Dec. 653 wur⸗
den bie Gebeine tes Gt. Benebict durch den Mönch
Aigulf vom Klofter auf Monte Saifino hierher ger
bracht. Seit 865 wurde das Klofter wieberbolt von
den Rormannen geplüntert u. zerflört. Das An-
fehen der Benedictiner von F. verbreitete fich bald
über ganz Frankreich bis England, wohin Mönche
aus ihrer abi oft zu Abten berufen wurben; bei.
berühmt waren auch die Klofterfchulen ber Fleuren⸗
fer; 30 Propfteien n. Brioreien ſtauden unter ber
Abtei %. Im Iahre 1562 wurde F. mit einigen
Kiöfern von ben a erobert, geplündert
u. die reiche Bibliothet zerftört; der alte Glanz des
Klofterd war dahin u. die Fleurenſer fchloffen ſich
fpäter an bie Congregation bes St. Maurus an.
Bat. Johann «Bosco, Floriacensis vetus biblio-
theca Benedictina, yon 1605.
Fleury (Ipr. Floͤri), ein Maconwein, ſ. u. Bur⸗
gunder Weine.
Fleury (jpr. Floöri), 1) Claude, geb. 6. Dechr.
1640 in Paris, erhielt ſeine Erziehung im Colle⸗
ium ber Jeſuiten in Clermont, widmete ſich An⸗
angs den rechtswiſſenſchaftlichen Studien u. wurde
1658 Parlamentsadvocat; trat aber ſpäter in ben
geiſtlichen Stand; 1672 wurde er Hofmeifter ber
Bringen Conti, bann bes Grafen von Bermanbois,
feit 1683 Abt in Focdieu u. 1689 Erzieher der Prin⸗
zen von Bourgogne, Aujou u. Berry. Später er-
theilte ihm Ludwig XIV. das Briorat von Argen- |
teil; er war auch Beichtvater Lubwigs XV.; 1722
legte er fein Amt nieber u. fl. 14. Juli 1723. Er
fr.: Catöchisme Bistorigue, Bar. 1679 (dentſch
Wien 1759); Moeurs des Israglites, Bar. 1681;
Moeurs des Chretiens, ebd. 1682, n. X. 1802,
3 Bde. u. 3. (deutſch von Enkhuſen, Hannov.
1718); Trait& du choix et de la methode des
études, ebb. 1686, n. Aufl. Nismes 1784; Insti-
tution au droit ecclesiastique, Par. 1687, 2
Bde. (lateinifh mit Anmerkungen von Gruber u.
Böhmer, Lpz. 1724); Histoire ecclesiastique
(bis 1414), ebd. 1691—1720, 20 Bde., fortgeſetzt
zuerfi von I. Claude Fabre, Brüff. 1726—1740,
26 Bde., dann (bie 1778) von Aler. Lacroir (Tatei-
niſch Augsb. 1757—93, 85 Bbe. deutich Frkf. 1752,
14 ®be.); Discours sur les libertes de l'église
gallicane, Par. 1724 u. d.; Lebret, De Fleu-
ryo catholicone an acatholico, Tũb. 1801.
2) Audré Hercule be F., geb. 1653 zu Lobive
in Langneboc; Almofenier bei der Königin n. dann
auch bei Lubwig XIV., wurbe 1698 Bifchof von
*— u. dann Erzieher Lubwigs XV., dem er
unentbebrlih machte. 1723 wurbe er Minifter
ber geiftlichen — — 1726 Cardinal u.
ngleih von Ludwig XV. an bie Stelle bes von
hm — Herzogs von Bourbon⸗Condé an
die Spitze bes Minifteriums gun. Ordnungs⸗
liebe, Sparſamkeit, beſonnene Ruhe u. Friedensliebe
bezeichneten daſſelbe; 1733 wurde er indeß die Ver⸗
anlafſung, daß Frankreich wegen der polniſchen Kö⸗
nigswahl in einen Krieg mit Oſterreich u. Rußland
verwidelt wurbe; 5. erwarb in dem Frieden von
1735 Lothringen für Stanislaus Lesczinsli, Schwie⸗
ervater Ludwigs XV., u. nad befien Tode für
frankreich m. fuhr nun fort, einen Vermittler in
vielen Striegefällen zu machen. Kurz vor feinem Ende
erregte er, bie Pragmatiſche Sanctiou brechend,
Bleury bie Flibot
1741 einen Krieg mit Ofterzeih. Er |
1743 inZffy bei Paris. 8) Gnillani
c0oi8 I3oly de %., geb. 1675 in Ya
; 1695 Abdvocat, 1700 Generaladvotat an
fammer u. erhielt 1704 dieſelbe S
Parlament in Paris, 1717 wurde er
eurator am Parlament, Iegte aber 1746
nieber u. ſt. 1756 in Paris, er fr.
de plaidoyers u. v. a., welches nu
blieben if. 4) Edouard, Baron |
boulon, geb. 1779, wurde 1794 Un
Bataillons der Nationalgarde, nahın au
miaire Theil an bem Anſchlage d
convent, wurde gefangen, eher Beh
weien angeftellt, bann Unterpräfeet
Bois im Meurtbebepartement, ging =
fauration nad) Italien ıı. nach
nah Frankreich zurfüd u. wurde von
geheimen Secretär ernannt. Nach beffes
sing er ald be —— m
rüdgefehrt, ftarb er daſelbſt 1835; ex
our servir A l’bistoire du retour a
e Napoldon en 1815, Lond. 1820; |
deutſch Xpz. 1820.
leute (Seew.), ehebem in Hollach
gebräuchliche ſchwere Dreimafter nıit Ra
Flevo (a. Geogr.), vom Rhennt
ber auch Flevam eostium bes
öflihen Arm des Rhein burchftrömter
: orblüfte von Sallien, mit einer ’
eriee.
levum (Btenm), Kaftell im
in Nordweſtgermanien, nahe ber BE
Enp dent vielleicht Flie ob. ge 1
Flexibel (0. fat.), 1) biegfam; bafeı
Biegfamleit; 8) leicht — 1
tern, welche verſchiedene ungen «m
Flexion 2).
Plextlis (®ot.), biegfam, was ſu
biegen läßt, ohne zu brechen.
eridn (v. lat.), 1) Beugung; be
derung der Form eine® Wortes, um b
er ee dir — der
eichnete Begri ig iſt, anzuzeigen.
* theils * Ablaut ob. miles |
den Vocale bes Stammes (3. B. fchafl
ben, gab), theild dur Anfllgung ve
(3, B. Burg, Burgen; liebe, liebte),
iE Den mein Grraden Das Sublan
men, Abjectio (mit Inbegriff eines
Zahlwörter u. bes Particips) u. ba® 1
ber fie Flexibllia od. Herbie Rebetgeite |
Stectiren des Ietsteren Rebetheiles ber
das ber erfteren Decliniren (f. 6.) D
n Be late je * Den
eriblien rter, t
bene Weife verändert werben können, !
Een Cardinalzahlwöärter, Adverbia, Ca
räpofitionen, Interjectionen.
lerßt (Anat.), Beugemustel
ö Bot), hin⸗ n.
— na —— —
Winkeln gebogen od. andy in Bogenſu
"EHE. ), Bm; Fi
erär (v. lat), .
ee
ö iebont),
jeug der Holläuber (nie über 100 Tom
FJiibuſtier bis Fliege
T, tm Anfang bes 17. Jahrh. Hat- |
vertriebene
on ber Infel Gt. Chriſtoph
l. — ſich auf der Schilbfräten-
i S. Domingo, niebergelaffen, um Ta⸗
od. auf &. Domingo Büffel zu jagen,
» fie nach Art der Indianer an ber
neten (daher auh Bulanier), u.
zu treiben, u. fubren bazu in leichten
ſch Fiy-boats, doher ihr Name), ja in
t6, in bie See. Zwar örten bie
Riederlafjung ber F. anf ber Schilb-
snuten aber das Wiebererfiehen berfel-
bern. Nach ber Ausrottung der Büffel
yanier auf &. Domingo trieben bie F.
Crerünberei, u. nad) n. nach trat ber
er feefahrenben Nationen den Fon bei,
ı der englifchen u. franzöftichen Regie
igt, fich eft gu foörmlichen Ranbzügen
so sourden bald die Namen ihrer Haupt»
terre le Grand, Levis Scott, Ebuarb
ber ber Gifenarın, l'Olonoie, Gram⸗
suff, van Horn, Mansfield, Morgan,
m von Domingo allgemein gefürchtet.
mg ber Stadt S. Aranzieco de Cam⸗
ws efte wichtige Unternehmen ber %.,
ufeere Ähnliche folgten; l'Olonois er»
wit 660 Mann Maracaibo u. Sort de
1668 Puerto bei Principe auf Cuba,
u ameritaniſch Gibraltar. Ein anderer
mahbın 1680 einen zweiten Zug nach
aufgebauten Panama, ber jedoch miß-
ſie erſt nach ter Infel Juan an⸗
9 um das Cap Horn zurüdiegelten.
Bera Cruz von 1200 F. unter var
smont Aberrumpelt u. 1685 Campeche
wo fie am Lubmigstage zu Ehren des
arkreichs flir 200,000 Biafter Cam⸗
aunten. 1685 fegelten mehrere Hau-
a man jet von franzöfiicher u. engli-
Schutz zu verweigern anfing, 1100
von Domingo u. Jamaica nach bem
rch bie re um bie Häfen
Beru zu plündern. Sie fließen jedoch
Inanifche Flotte von 7 großen Schiffen,
Fahrzeng, wurden gänzlich jerfireut m.
—** durch die Magellaniſche Mecr-
ne Uhl 285 Mann aa
iffe fehlten, zog quer a6
Ricar n. bi Ent Neu-Segovia,
7 teriatei
5 ſchifften Be
wo fie in Ganote nad ber Berlen-
‚ von ba aber einzeln auf Handels:
en weſtindiſchen Infeln fuhren. Geit
verfgwinbet ber Name ber F., in⸗
lentheils ſich auf bem, zu einer fran-
wie getworbenen Domingo anflebelten.
feiteten 650 derſelben den franzöfi-
H de Pointis bei ber Unternehmung
ſna, trennten ſich aber nachher von
ben Flotte, weil ihnen ber Admiral
. au ber Beute verweigerte, kehrten
ca zurüd u. erpreßten noch ein befon-
b. Sie löoſten fi enblih zu Anfang
‚. auf. In neuefter Zeit hat man F.
Abenteurer genannt, meldye
Bei
Zeiten. & Un. VL
Seeraub u. Küftenplün-
388.
ausgeben, fo namentlich bie Wallerſchen
Freiſchaaren, welche ſich 1856 in Befik von Rica
ragua fehten. Bgl. von Archenholz Geſchichte ber
#: im 2. Theil feiner Heinen biftorifchen Schriften,
' Züb. 1808.
_ #libuftier, Infeln an der Weftlühe bes Auſtra⸗
liſchen Eontinents (De Wittsland).
lidgans, eine halbe geräucherte Gans.
lid'gebicht (Boet.), fo v. w. Cento 3).
li@wort, ſ. Expletiva particula.
Fliede, 1) bei fo u. Banınmelle jo viel
Wolle, alt auf eiumal gelrämpelt wird; ®) fertig
gelrämpelte Wolle, wie fie zum Epinnen gefchidt iſt;
8) Wiliedenisde, ein abgeriſſenes Stüd ſolcher Welle,
welches über ein rundes Stüd Hölzchen zufanımen-
gewidelt wird, um es zu |pinnen.
lieder, 1) Beeren-Laubpflanzen), Olens
15. Zunft ber 9. Kaffe; Abtbeilungen: A) Ia6«-
mineen, nt aufrechten Samen, auf kein Voden
der er; B) Dleinen, mit hängerden Samen;
2) Oemeiner %., Samıbucus nigra; 8) Spa»
niſcher FF., Syringa vulgaris; 4) Be rſiſcher
%., Syringa persica; vgl. Hollunder.
g ederſchwanz, it Ptychozoon, ſ. u. Gedo.
farrer in Kaiſerswerth
am Rhein, gründete daſelbſt 1636 bie erſte Diafo-
nifienanftalt (f. u. Dialoniffinnen), beſuchte im
Jahre 1851 Jeruſalem; er gibt feit 1836 Jabres⸗
berichte feiner Anftalt u. monatlich, ale fortlaufen⸗
des Organ, ben Armen- u. Krankenfreund beraus.
Fliegbeutler, Beuteltbiere (f. b.), welche mit
einer, jedoch nur al® Fallſchirm bienenten Flug⸗
baut verſehen find.
liege, 1) bei Neueren, 3.8. Ofen, oft fo v. mw.
ein volllommenes, fliegendes Inſect; 2) bef. bie
Zweiflügler, bie beshalb auch in Laus⸗, Schwirr⸗,
chweb⸗, Lippeu-, Raub», Echnepienfliegen ıc.
getheilt werben; 3) (Munca), nach time Gattung
ber Zweiflügler, unterſchieden durch fleiſchigen Rüſ⸗
ſel, 2 Eeitenlippeu u. Mangel ber Tafter; neuer⸗
bings in viele Gattungen zerfällt u. bilden größten»
tbeil® die Familie der Pippenfliegen ; Yatreille theilt
fie in Creophilae (Fleiſchfliegen), An-
thomyzida (mit ben Gattungen Anthomyia,
Drymeia, Coenosia), Hydromyzida, Sca-
tomyzida, Dolichocera, Leptopo-
dita, Carpomyzae (Fruchtfliegen), Gym-
nomyzıda,lHypocera; 4) (#tiege, Musca),
Gattung der Yippenfliegen; Tafter: fadenförmig od.
an beim Ende Dider in der Mundgrube; Schwin⸗
gerſchuppen groß; Flügel meift ausgebreitet; ſau⸗
gen Fluſſigleiten; Larven im Has, Miſt u. dal. ale
weiße Würmer; einige gebären lebendige Diaten;
als Untergattungen bierson find aufgeflellt: a)
Löffelfliege (Lipse Aleigen), Fühlerborfien
ſchwach gefiedert; Zafter löffelförmig; Augen ge⸗
trennt; Hinterleib Aringelig; Art: Yangbalf ige
vöffelfliege (L. longicollis), u. e. a.; b
Schwarzfliege (Melanophora Afeigen). die
Fühler erreihen nur bie Hälfte bes Borbergefichte
u. ftoßen an ber Wurzel zuſammen, das Endglied
faft linſenförmig; ift mit Metopia unter Tachina
bei Dieigen vereinigt; Art: Tbaufliege (M. ro-
ralis, Jachina r.), ſchwarz, mit weißen Klügel-
fpiten, im Gebüſch; Gewitterfliegen (M. me-
tcorica). ſchwarz, Augen rotbbraun, Hinterleib
ſehr haarig; Dienichen u. Bich, zumal bei Gewitters⸗
zeiten, wo fie bein Bieh in bie an hiechen u.
ya an bie * — ſehr Iaki ee —
wrädgedrfidt als
he ri ‚ofen an der Wurzel ——
dglied u ‚ waljenfürmig, mit nadter Borfe;
i nn ter von Meigen mit Tachına (f. Schnellfliege)
—5 — worden; Art: M. labiata; d) nl:
benfliege (Ocy ap -Latr.), Ylügel —
—— 2. Fuhlerg lieb fang, 3. am
in Bflangenfängeln u. rzeln; rt: *
—— (O. brassicaria), ſchwary, mit
2 braunrotben Xeibringen; O. lateralis, Kmanı,
mit 2 rothbraunen Seitenfleden am Baudhe, le Eger
gen 20,000 lebendige Larven; e) Breitfliege(
si Lair., Thereva Fabr.), Fühler an ber —*
zel g erennt u. parallellaufend, Körper kurz, Hinter»
leib na, faft balbrımb, —3 groß; Art: Halb»
edeckte Breitiliege (Ph. subcoleoptrata,
usca s.L.); N Shlinafliege (Sepsis Fal-
ien.), Kopf ift fugelig, Augen getrennt it. rund,
Unter dh n. Leib nadt, ſchwingen ſaſt immer
ge
2 les, . d.); )Echinomya,2 . Fühfer-
glied ſehr fang; Art: Riefenfliege, ſ. u. Senell-
flie ee a. 3) Eigent⸗
tie e%. (Musca Lair.), Xeib breiedig, Augen
tehen nahe beifammen od. berühren fi; Arten:
— Golb⸗, Schmeiß⸗ Stubenfliege |
d. a.) u.a.; 6)&p panifhe®., for. mw. Gemeiner
Bilafterkäfer {L tta vesicatoria); 7) Blinde
jo v. w. Blindbremfe (Crysope), |. u. Brem e.
Einige Arten en kommen in Bernitein eingefchloffen
vor. Gine foſſile fliege, Musca lithophila Germ.,
hat man im Schiefer von Solenhofen gefunben.
liege, 1) Meines Sternbild ans 4 Sternen,
bas Hevel zwiſchen dem Mebufenhaupt, dem Stier,
dem Widder u. den beiden Triangeln eingefligt hat;
2) Sternbild, A v. w. Biene; 3) (Büuchſenm.), fo
v. w. Korn; ffb.), fo v. w. Anterfhaufel.
Slicgefifär. ER welche se mittelft ihrer lan⸗
gen Bruftflofien über das Waſſer erheben u. eine
eitlang ſchwebend erhalten können, 3. 8. Dacty-
) Hlieneichh 1. Te ——
eg ent omys ughörnchen.
—5*— en, ſelbſt Her Bewegung der Thiere in
der —* auf g oße Streden. Beſonders ift
das Vermögen bazu Vögeln u. dem größeren Theile
der Inſecten durch eigene Slugorgane (Flügel)
verlieben. Das %. der Bögel wird durch ihren
ganzen Körperbau 1 beotinfigt, welcher fo typiſch if,
daß Niemand einen Vogel mit irgend A andern
Wirbelthiere verwechfeln wird. Nächft der allgemei⸗
nen Geftalt, am weicher der Heine Kopf, Lange be-
wegliche Hals, bie zu beſonderer Breite entwickelte
Bruſt u. der von hier aus nach hinten fich rafch ver-
füngenbe Leib, ſowie ber Umftand charaktteriſtiſch iſt,
daß bie borberen Gliedmaßen, bie Flügel, mit Aus-
‚ nahme ber nur laufenden Laufoögel n. Der nur
ſchwimmenden Fettgänfe, größer le er⸗
einen, als bie hinteren, bedarf insbeſendere zu⸗
nächſt das Knochengerüft einer näheren Betrachtung,
um bie igfeit ber Bügel zu f. zu beurtbeilen
n. zu eriären. Da die Bervegung durch bie wenig
en feiftende Luft eine weit kräftigere An⸗
firengung der nn beftimmten na mithin
dreitere u. größere Musteln an benfelben erfortert,
fo müffen auch diejenigen Knochen breiter fein, welche
dieſen Diusteln ale Anheftumgspunkt bienen; daher
ber große Umfang bes Bruftbeins, befien ‚Ober:
icje bis uegua⸗
N
emein auf Gras u. Deden: Art:
vor, währe:
bier bildet ber ee eine Ansnah
bie Säule bes Rädenwirbeis feitläd
furzen men u. einem
an Stelle des kleinen Fi
knochen mit einem en Us
An biefem fit bie Reihe ber
rien Immer in ber ch ur
Dat Berpllmik Der 8
bie *
5* es = Een
Dabinfchiegen, wie bei
grobe abgerunbete läge yum ——
m Condor; bleinere erımbeie
feichten Umlenken, wie den S
no‘ mehr verhältnigmäßig Heine
Slügel erweiſen fich zum anhaltenben
wie bei ben meiften Hühnerarten, um
bie Wachtel in folge ihrer —*
Schwingfedern weite Reiſen —2— Bu
erner verurfachen harte vroag
chendes Geräuſch beim F., vote bei
mährenb bie Eulen ver — we
fange, fein gebarteten
bie Anderung ber Ri
Größe u. alt ber Steueefebern
dentung zu fein, obwohl mitunter a
verhältnißmäßig jehr Lleinem Schw
Reiher, aufgezeichnet f. Endlich .
bie beionbere —
—
Säcke des Unterleibes, ſowie in ale i
des Körpers, fogar' in die gelligen |
bringen u. baburch ben den ganjen R3
leichter machen kann. Nur beim —
Armknochen micht lufthaltig,
ben Oberſchenkelknochen 5 —X Luftzel
Aus den genannten Einrichtungen g
san eine ungemeine Flugferuͤ
Schwalben erreigen von ın® ame: im
ben Senegal, Brieftauben legen im
bis zu 10 geographifche Meilen zurüd:
Jagdfalke entfloh in 24 Stunden —
bis Malta (210 Mi.), u. F
ber Eee 250 MI. von je — D
genim Fluge Te Enge
Fliegenbaum bie liegender Sommer
es Flügelihlage n. Beränbermg ber
Kopfes u. des Echmwanzes. Der ho⸗
:Img ifl nie ein gerader, fondern im⸗
. weniger ein wellenförniger, inbem
, unter Senkung, durch neue Flügel⸗
einen Aufſchwung gibt. Viele Bögel,
f. nit andere al6 rudmeife. Das
ch weben ber Rauboägel auf einer
urch kreioförmiges Drehen bewirlt, in
ohl fluntenlang ausharren, während
aegebreitetem Füge! u. Schwanz eine
ht unter fih haben. Beim Nieder-
läßt fich ein Bogel meiſt feiner Schwere,
nur die Seitenrichtung gibt; doch be-
toßvögel auch ihr Fallen, welches fonft
reitete Ylügel gemäßigt wird, durch
gen ter Flügel u. Niederſenken bes
F. der Infecten iſt faſt noch verſchie⸗
Das der Bögel. Häufig überſchlagen
tern in fietem Umtehren. Durch die
er erhalten ſie ihren
latıo ſehr ſchwerfälligen Körper (mie
niſſen) ſchwebend; um deswillen iſt
amit dem F. immer ein fummentes
snben. Das 8. der Wierfäffter, welche
ber Rlebermäufe), geſchieht durch eigne
dte Flughãute ifthen ben Zeben ter
zwiſchen ten leßteren u. ben Hinter-
en Gattungen, welche wohl auch als
ichnet werden, dient ihre Flughaut
ten Sprung, indem fie ausgeſpannt
täßigt. Sliegende Fiſche bewegen fich
flügeln ausgebilteten Floſſen, |. Flieg⸗
von Menſchen iſt ber Verſuch, fih
licher Flügel (Alugmaſchinen) in bie
en, oft gemadıt werden. Eden tie
ibalos u. Ilarce bezeugt, nie alt Die
. Epäter veriuchten Mebrere das %.,
lich chne glüdiihen Erfolg. Meift
ch eine fire Ibee befangene Leute, die
mit tem Leben cd. mit zerbrochenen
en, wie Siambatt. Danteim 15. Yabrb.
et waren tie Kliegeerfuche Meermeins
e 1762 ın Gießen u. tes Schneiders
ı Ulm; auch ter Recter Wilhelm in
ete tem F. immer das Wort u, fchrieb
Am weiteſten fam ber Uhrmacher
m, welcher mittelft Flügel von 10 Zuß
uf Breite fein Gewicht um 79 Pfund
» baf er fih unter Anmenbung eines
elle geführten — durch
itd ge 50 Fuß erhob.
sftballon Bis zu 105 Klaftern erbeben,
sun 108 u. ieh anz allmälig wieber
ser mirb es jeher jchmwierig, wenn
unsglich fen, eine genügente Vor⸗
F. zu erfinden, weil, außer ber
ere, auch noch bie ter großen Flügel
nift, weil bem Menſchen bie großen
der Bruſt m. den Armen u. bie vor-
ıfäße dafür ganz fehlen, u. ber ganze
niden, mie man aus dem oben be»
aue tes Vogels einfieht, ihm das
n ber Luft erfchmert.
um, fo v. w. Ulme.
'Ser.), it ein Vogel mit ausgebreite⸗ |
aus ter Richtung bes Körpers wirb
er rechte od. Tinte fliegt.
r ließ ſich auch
855
‚ Bliegende Artillerie, fo v. w. Reitende Ar⸗
tillerie
Fliegende Batterien, Batterien, welche ber
Bertheitiger einer belagerten Yeftung am Ende ber
Contreapprocden anlegt.
liegendes Blatt, fo v. w. Eitronenvogel.
liegende Blätter, jo v w. Flugblätier ob.
Klngichriften (|. d.).
a He Brand (Bliegendes Beuer, Bich-
arın.), jo v. w. Karfunkel.
Fliegende Brücke, zwei mit einander verbun⸗
ene u. mit einem Belag verſehene Fahrzeuge, die
durch ein Ankertau im Fahrſtrich feftgehalten, bur
die Etrömung bes Waffers von einem Ufer zum
anderen bewegt werten u. fo als Dlittel bienen,
Ströme zu überſchreiten; fie gleichen alfo einer Fähre.
Fliegender Buchhaͤndler, ein aus dem Jahre
1648 ſtammender Auetrud, womit man Die mit
politifden Flugſchriften, Zeitungeblättern u. dal.
an öffentliden Orten Handeltreibenden bezeichnete.
Fliegendes Corps, ein auß leichten Truppen,
meift Savallerie mit Artillerie, beſtebendes, von
dem Gros ter Armee detachirtes Corps, mit Der
Beftimmung, ſich im Rüden des Feindes zu be
wegen, um deſſen Sommunicationen u. Traneport-
weſen zu flören.
liegender Drade
liegendes Eichbẽ
rnden.
Fliegende de fo v. m. Drade.
Sichenbe Feldlehn, fo v. w. Arleagnt.
gender Fiſch, 1) (9. Bäring), je v. wm.
Fliegfiſch; 2) (Aftren.), ein nur aus & Meinen Sier⸗
nen zuſammengeſetztes Sternbild, in der Nähe bes
Eiltpel® von Hevel eingefügt.
Fliegended Geruft (Bauk.), fo v. m. Häuge⸗
gerüft, I. n. Gerüſt.
Fliegende Hitze, fchnell entfiebentes u. bald
vorübergehendes Gefübl von Site, wie Fieberbitze,
bei reizbaren, vollblütigen Perfonen, auf leichte,
eft nicht unteriheitbare Beranlafjungen, meift auch
mit Gefichtsrätbe.
Fliegender Hollander, ter Gegenfland einer
weit verbreiteten Sage, welche erzäblt, daß ein
Schiffer zur Strafe für feine Sünden rubelos und
irre auf Dem Deere umberfleuere, obne je Das Ufer
erreichen zız können. Auf den Schiffe befindet ſich
Niemand als tiefe geipenftige Perion, melde in
bolländifcher Tracht tes 17. Jabrb. an dem Maſte
lehnt. Den Schiffen, denen dies geipenftige Schiff
begegnet, bebeutet es Nothen. Verberben.
liegender Yund, eine Art Klevermaus, ſ. d.
—5 Katze, ſo v. w. Flatterkatze.
liegendes Lazareth, ein Lazareth, deſſen Ein⸗
richtungen jo getroffen ſind, daß es transpertabel
iſt u. den Truppen ins Feld u. ſelbſt auf den Kampf⸗
plas ins Feuer zu folgen vermag.
Fliegende Poſt, der den Perſonen⸗ u. Eile
zügen ter Eiſenbabnen angehängte Wagen, auf
weichem ſich ein Poft-Bureau zur Annabme 1.
Erpebition der Poſtſendungen an ben Eiſenbabnſta⸗
tionen befindet.
liegende Ratte, Art Fledermaus, |. d.
liegender Sand, fo v. w. Triebſand.
Liegended Siegel, fo v. w. Cachet volant.
liegender Sommer, fo v. w. Alterweiber⸗
3%
eine Art Kanone, f. d.
F rnchen, fo v. w. Flug⸗
ſommer.
356
Fliegendreck, Art Kegelſchnede, |. d.
Fliegenente, 1) jo v. w. Sammeteunte; 2) fo v.
w. Loffelente.
FSliegenfalle, ein mit Branntwein halbgefülltes
Trintglas, mit einen Stüd Brod auch Bappen ob.
dgl. überdeckt, in deſſen Mitte fich ein koch befindet,
jo daß bie liegen auf die unten mit Syrup beftri«
hene Seite gelangen können u. hier von dem Brannt⸗
weinbunft betäubt in das Glas fallen.
liegenfänger (Muscicapa L.), 1) nad Cu-
vier Gattung aus ber Familie ber Zahnſchnäbler
(Sinonögel); Schnabel von oben herab zufanımene
gebrildt, an ber Wurzel fteifhaarig, an der Spike
efrümmt od. ausgejchmweift, mit Seitenterben;
kur: fleine Bögel u. Infecten; Aufenthalt: in
älbern. Cuvier theilt fie in folgende Untergat-
tungen: A) Eigentlihe %.(Muscicapa), Schna⸗
bei —* ohne Zahn u. Halen, am Grunde breiter als
hoch, mit Bartborſten von halber Schnabellänge;
Arten: Gefleckter F. (M. grisola), oben grau,
unten weißlich, mit roͤthlich grauen Fängeftreifen,
Scheitel mit dunklerem Streife, Flügel ohne weißen
Spiegel, trauriger Vogel; frißt Injecten, auch Bee⸗
ren, ift Yugvogel; in Europa u. Afrila; kommt in
die Stäbte u. wirb häufig zum liegenfangen im
Zimmer gehalten; Halsband». (M. collaris),
oben ſchwarz, mit weißem Halsband; Schwarz.
rüdiger F. (M. atricapilla, M. luctuosa),
ſchwarz, Unterleib u. Stirn, fo wie ber Spiegel auf
den Flügel weiß; fehr dumm, niftet in Baum-
Söhern: Kleiner %. (M. parva), 5 Zoll lang, in
Deutichland; Lärmender F. (AM. vociferans, M.
plumben), aſchgrau, in Brafiliens Wältern, ſchreit
in Gejellichaft jehr. B) Tyrann (Tyrannus
Cur.), Schnabel gerad, lang, ftark, ınit geradem
Rüden u. jchnell gebogener Spitze; vertheibigt jelbft
gegen ftarfe Raubvögel Neit u. unge, lebt von
Heinen Vögeln, auch vom Raube; in Amerila. Ar-
ten: Bentaver Pitangua (T. Pitanga, La-
nius P. Gmel.), ſchwarz, unten gelb, auf bem
Scheitel ein gelber Streif; aus Brafilien; Pipiri
(T. intrepidus; MuscicapaT. £. ), oben ſchwarz⸗
ranbraun, mit orangefarbenem Federbuſch, befien
Febern ſchwarze Spitzen haben; joll ſelbſt Adler
durch Haden zum Rückzug gezwungen haben, in
Nordamerika, Fleiſch fett u. wohlichmedenn; KRö-
wigswirger (T. audax), oben bunleljchiejerfar-
big, Kopf u. Schwanz ſchwarz, auf dem Kopfe eine
dunkle, beim Aufgerichtetfein ſchön ar HS
Federhaube; aus Norbamerila; u. m.a. Flie⸗
genihnäpper (Muscipeta Cur.), Schnabel
doppelt fo breit als hoch, mit ſtumpfer Rildentante,
ſchwach ausgefhweifter Spitze u. ſtarken Wurzel⸗
haaren; gewöhnlich ſchön gefärbt, mit Federbuſch
od. langen Schwanzfedern; meiſt in Afrika u. In⸗
bien. Art: Brauner F. (M. regia, Todus re-
ius). ſchwarzbraun, diademartiger Querfederbuſch
raunroth, mit ſchwarzgefleckter Spitze, in Cayenne.
8) D) BPlattjhnabel (Platyrhynchus Z’emm.),
der Schnabel iſt noch breiter u. niebergebrüdter,
Spike gelrümmt, aus Südamerika, Infectenfrefier.
Art: Olivenfarbiger Plattſchnabel (P. oli-
vaceus), oben hunfelgrün, unten beilgrünlich u.
graugelblich, Flügel braunfhwarz, in Brafüien.
> Conopophaga, mit hohen Füßen, kurzem
Schwanz, amerilanifch, Art: C. leucotis. Den F.
nahe ſtehen: F) Nadtlopf (Gymnocephalus
Geof.), der Kopf ift ganz lahl, Füße lang n. dünn.
Fliegendreck bis Fliegenkäfer
Art: Kahler Nacktk opf (G. calnı
calva, Corvus calvus), groß wie die
roftbram, unten röthlich; in Cayenne. |
vogel (Rabliug, Cephalopterus
der Schnabelwurzel ſtehen aufgerichtet
nad oben ausbreitenbe, eine Art von €
bildende fJedern. Art: Geſchmückt«
fopf(C.ornatus, Coracina cephalo
denweis in Sumpfwälbern Braftliene
mophila, Schnabel ftarf, Oberkinn
edig, Füße kurz, bünn. Art: D. velı
Sundainfeln. Mehrerer diefer F. bei.
tung A) bilden die wohlichmedenden
bie eingemacht von Cypern, Stalien
reich kommen.
Fliegenfaͤnger, Pflanze, ift 1) fo
cynum androsaemifolium; 2) fo v.
muscipula.
Sliegenfittige, dünne, ſchwärzliche
Flecke, welche ſich auf mehreren Steine
Fliegengift, zur Vertilgung ber €
bienen verſchiedene Zubereitungen, alt
Dualfia, von Pfeffer, Aufguß von li
Meerziwiebeljaft.
Bliegenglaß, Glascylinder, oben:
brüdt u. mit einer Heinen Öffnung, ı
Gebrauch zur Hälfte mit Honigwaffe
Fliegen barin zu fangen.
Fliegenholz, jo v. w. Quaffia.
Fliegeninfel (Rairoa, Nairfa
Paumotu-Ardipel od. der Gruppe d
Inſeln (Jübsöftliches Polynefien) gebe:
#liegenjäger (Myiothera Jllig
ber Zabnicnäabler; Schnabel mäßig
Wurzel böber, an der Spike ausgeraı
bogen. Füße meift hoch, Schwanz fun
ber Erbe, ob. Hlettern, frefjen Infecten
getheilt in die Untergattungen: A) P
mit lebhaften Gefieder; in der alten 5
P. Gigas, Kopf u. Untertheile afchbr
Ohrftreif u. Kragen ſchwarz, alles Üt
jurblau, Größe der Eifter, Schwanz
richtet, auf Sumatra. B) Eigentli
in Amerila, brauner u. weniger ſchi
bid, gebogen. Arten: Königs-%. (}
dus rex G/mel.), größter $., oben rı
ten beller, auf dem Hinterfopf blaug
Stirn weiß u. braun; aus Sübamen
(M. colma, Turdus c.), rothhraun
grau, mit weißer Kehle; aus Cape
(Turdus cantans L., Myiothera c..
braun mit ſchwarzen Querftreifen, gi
weigen u. jhwarzen Pleden, in Cayen
durch eine ganze Octave; pfeift auch wi
Fliegenkaͤfer, 1) (Heterolythra
Käfer, Fußglieder vorn 5, hinten 4; N
berig, von verfchiedener Form ohn
Kanıyzähne am Ende; Oberlicfer 1-
bornig; Unterlippe leberartig, rauh;
lürger u. verwachſen, od. weich m.
Pflanzenftoffe od. Aas, meift an bu
Eintheilung in bie Zünfte: Pilztäfer (I
Schattenkäfer (Pimeliarise), Stade
dellanae), Teuerläfer (Pyrochroid
täfer (Helopi:), Reizläjer (Canthari
jentäfer (Cisteleniae). Stehen bei 2
den Familien Taxicornia u. Trache|
2) So v. w. Molorchus, |. Halbded
Fliegenklappe bis Ylimmeropal
357
ppe, 1) (Scew.), ein Meines Gegel | lich als Streupulver in bösartigen Geihmwüren, in-
welches dieſe noch über dem Zopiegel
an) ‚ fo v. m. Dionaea muscipula.
alt, jo v. w. Arjenit.
»f, 1) (Mvocephalon, Ehir.), ein
u ber Größe u. form eines Fliegen.
ekehrter Buchftabe, |. Buchtruden.
z, ein aus Bintfaden geftridtes Netz,
m Eommer bie Bferbe bededt, um |
e ber liegen u. Bremſen zu ſchützen.
pier, mit einer Auflöfung von arſen⸗
enigfaurem Kali, Gummi u. Juder
Bpapier, zur Tödtung der Stuben⸗
Sliegenpuiver zu gleichen med bes
Iuflöfung von Zuder in tem Loppel-
tarfen Allohols; wenn tie Fliegen
erben fie betäubt ur. fallen zu Boten.
Fliegenſchwamm.
(Tachina grossa), ſo v. w. Ries;
ſJ. u. ——
immel (Foreltenſchimmeh, ein
mit ganz Heinen braunen ob. rörh-
nepper, |. u. liegenfänger C).
| e (Hilara), fo v.m. T ;
apfel), 02. af
Gaze fint, zur Aufbewahrung von
= Iuftig Reben follen, ohne ben Flie⸗
ja fein.
wamm (Agarıcus muscarius Z,
‚caria Pers.), Blätterihwamm, in
u. Nordafien häufig in Wäldern
troth, lederfarben, gelb ob. gelblich,
iR fein gefurcht, meift mit weißen
t, Strunl Inollig, gefüllt ober hohl,
3, Hut glänzend u. zuweilen über
ewölbt, fpäter flach ober gar vertieft.
en Gremplaren erſcheint ber Hut wie
niet u. iſt dann noch Meiner als ber
trunle6 u. mic tiefer von ber gelblich⸗
einen Hülle überzogen. Hat er bie
hen u. iſt er eiwa I—2| Zoll groß,
a ber Hille Erhöhungen von Vertie⸗
en, endlich zerreißt die Hille, jene
Iren die meißen Plättchen ; der Ztrunt
236 Fleiſch ift derb, bei älteren fiellen-
Yeihmad wenig ausgezeichnet, ebenſo
ch. Nicht nur Rliegen ein Gift, wenn
ene Milch ihnen vorgeſetzt wird, fon-
vorzügliches Wanzenmittel; u. auch
ein narlotiſches Gift. Er erregt bald
fpäter Elel, Zuſammenziehung der
Srftidungszufälle, Durft, Kolil, Er⸗
‚ Ohnmadten, Zittern, Auftreibung
rrereden, Conpulficnen u. bisweilen
jenmittel: Brechmittel, in deren Er⸗
inten vielen lauen Waſſers u. Kiteln
I mit einer Feder ob. dem finger;
ſchleimige Getränke, Milch, warme
[ven Leib, kalte Umſchläge auf ben
nen Gaben wirkt er nur berauſchend
u in nördlichen Gegenden, beſ. ven
alen, Oftialen u. a. ruffifhen Völker⸗
lich in Getränke getban. Die Armen
den Urin der barin beraufäten Rei-
Urin behält biefe beraufcgenben Wir-
ıf den 4. Mann. Man hat ihn auch
ohlen als Fungus muscarius, äußere
gleihen gegen Epilepfie zu 10—30 Br. ; vgl Ama-
nıtın.
| IeBenReit; gediegener Arfenif, f. u. Arje-
nit I. A).
Sliegenvogel, 1) Brauner F. (Saxicola),
| Singvogel_ aus der Familie ber Sänger, fo v. w.
Steinſchmätzer; 2) fo v. w. Kolibri.
a (Reduvius), fo v. w. Koth⸗
manze, ſ. u. Bltitwanje C) e).
Fliegenwaſſer, Auflöfung von Arſenik u. Zuder
zum ZTöbten ber pliegen.
Fliegenwedel ber Venus, ſ. u. Horntorall.
Bien ch (Exocoetus L.). Gattung der hecht⸗
arfıgen Baukhhfloffer; Schuppen auf Leib u. (dem
abgeplatteten) Kopf, an jeder Seite eine vorſprin⸗
genbe Reibe gefielter Schuppen, taneben tie Sei⸗
tenlinie, Bruffioffen bon ber Fänge des Leibes, ver-
mittelft welcher er fih auf 2—3
erheben u. fi einige Hundert
. a8 dem Dieere
chritte weit über
demſelben erbalten fann. Sie werben im Wafler
von vielen Fiſchen, bef. Doraden, Über demſelben
von Seevögeln verfolgt u. verzehrt, fallen oft auf
tie Vertede ber Schiffe, dienen auch den Men⸗
ſchen zur Epeife. Arten: Epringfifh (Flie-
a er Häring, E. exsiliens), 1 Fuß lang, bie
chfloſſen find lang und fiten weit hinten,
| Rüden u. (bie 17— 18 Zoll langen) Floſſen blau,
Seiten filberig; ſchaarenweiſe auf Der Cherflüche
bes Meers; wohlſchmeckend. Hochfliegler (E.
evolans, E. volitans), mit Meinen rothen Bauch⸗
kein, Seiten filberig, Rücken graulich; fliegen zu
anfenten auf, im Atlantifchen Deere.
ließbette, fo v. m. Gerinne.
lieffe, 1) (in Sollant Blamuten), tbönerne,
gebrannte Platten, jn verjhiebenen Formen, auf
ter einen Seite glafirt w. oft bemalt; man befegt
damit ten Fußboden unter ten Stnbendfen, vor
Kaminen, oft auch ben ganzen Fußboden eines Zim⸗
mere, eine Flur, Wände sc; 2) Schwediſche
F., graue u. braune Platten, von einem groben
Marmor (Blieffenftein) gemacht; 3) fo v. w. Pfla-
fterziegel.
Fließend, 1) von äftbetifchen Probucten bie Art
ber Darftellung, bei welcher Alles in umınterbroche-
nem Zufammenbange fteht u. leicht u. unbemerkt
, Eins auf das Andere Übergebt, fo: Fließende Nebe,
Flieſender Styl; 2) in der Malerei Fließende For⸗
men u. Umriffe, ben feften, beftimmten entgegenge⸗
fest, kommen beſ. beim weiblichen Körper vor; 8)
(Muf.), mit fanfter, gleichförmiger, leichter Fort⸗
f&hreitung in Melodie u. Harmonie.
‚ liegende Hige (Ciſenarb.), fo v. w. Schweiß⸗
bite.
Se fo v. m. Waſchgold.
ließloch, im Schmelzofen das Lech, durch wel⸗
ches Zinn u. Schlacken in ben Herd fließen.
Fließpapier, zartes, weiches Papier, mit mel»
chem man Kupfer» od. Stahlſtiche bebedt, um bie»
feiten vor Beſchmutzung zu fichern. :
Fliete, 1) Inftrument zum Aberfaffen bei Thie⸗
ren, eine Yanzettenfpitse an einem darze wird
anf die Aber mit ber Spitze aufgefetzt u. öffnet ſie
durch einen Schlag auf dieſelbe; 2) fe v. w. Lanzette.
Flimmer, 1) das Glänzende, das Strahlende
einer Sache; 2) (Bergb.), glänzendes tanbes Foſſil.
ende vor den Augen, |. u. Schwinde
limmeropal, fo v. w. Edler Opal.
338 Flimmerthierchen
Flimmerthlerchen (Leucophrys), Gattung ber
polypenartigen Infuſorien. ——
— „ Blarrdorf im Schweizereanton Grau⸗
— en — ar über dem
eere, Boflburean; reform w.
Govaert, fo v. w. Flink
VFlinder 1) (ttater), fo v. w. Flitter; 8) (Bitte
berfe), Minze, |. Flindrich. |
linder Glunder), Art Scholle, [. d.
linders, Mattbewe, geb. zu Donington in Lin⸗
colmfbire; begleitete 1795 den Kapitän Sunber,
Statthalter ber Berbrechercolonie zu Nem-Siüb »
Males, nah Port Jackſon, unternahm von bort
mit dem Schiffechirurgus Georg vah füngs ber
Küfte mehrere Entbedungsreifen, lehrte 1800 nach
England zurlid, sing Miebet nad Neubolland, un⸗
terjuchte bie bortigen Süb«- u. Oftfüften, wurde aber,
weil inbefjen ber Krieg zwiſchen England u. Frank⸗
reich ausgebrochen war, bei ber Rüdlehr auf Sale
be France gefangen u, bis 1810 zurüdbehalten; er
ft. 1810 u. Tar.: Bemerkungen über bie Küfte Ban
Diemens Yanb, Lond. 1801; Tagebuch der Reife
na een, Lond. 1814, 3 Bde.
lin .R. Br.), ttung aus
ber Familie en orale en rt:
F. amboinensis, großer Baum mit — An⸗
bigen, ; gurten
—— ; auf den Moluklen.
nach ber Reife erhärteten Fruchtſchalen dienen ben
Eingebornen ale Raſpeln.
linderslaud, ein Theil ber Süpküfe bes
Auftralifchen Eontinents, vom Borgebirg bes Abieur
ai zur men dung bes en —
upts-, im ph an Napoleonsland grenzend.
1802 von M. t8 erforfcht u. nad Sermfeiben
benannt, bildet bie heutige engliſche Colonie Sud⸗
Auftralien, . D.-
lindrich, 1) alte bremiſche Scheibemünze, von
4 Örste, 18 — 1 Reichethaler; 2) GSlinder, Slin
berke), en de Silberſcheidemünze von ziemlich
gleichem Werth.
Flink, Govaert, geb. 1615 in Cleve, Anfangs
für den Kaufmannsflanb beftimmt, folgte feiner
Neigung zur Dlalerei, welche er in Leeuwarden er-
lernte, wo er an Jakob Bader eirien Freund u.
Mitſtrebenden fand. Beide gingen nach Amſter⸗
dam, wo ß Rembrandts Schüler wurde u. ſich
bald eines ſo großen Rufes erfreute, daß er von
auswärtigen ei ‚ namentlich von dem Großen
Kurfürken von Brandenburg u. von bem Prinzen
Morit von Naffau vielfach beſchäftigt wurde. Se
Gemälde find ganz in ber Weile Rembrandts gehal-
ten, aber milder in ben Gegenfäten von Licht u.
Schatten. Er ft. 1660 in Amfterdam. Werfe; Die
Amfterbamer Bürgergarbe, im Muſeum y Amfter-
dam; Abraham, bie gar verfioßend; Die heilige
Auna, der Heinen Maria das Lefen lehrend, im Ber-
lines Mufeum ; Iſaal, ben Jalob fegnend, in ber
Mindener Binalotbet; Ein Engel, tie Geburt
iſti verfünbigend, im Louvre; ferner finden ſich
trefflihe Bildniſſe von ihm im Belvebere, im Stä-
beiihen Iufitute, im Dresbener u. Kölnifchen
Mufeum.
. $linlläfer (Bembidion Latr.), Gattung ber
‚Zaufläfer; vorletztes Glied ber äußeren Tafter ift
ößer , aufgeblajeg, —
**— erz ei :
i a
avipes,
1951: 61,521 Em. 2) d
| gafen, befuchtes Seebad, ehemals h
worin König Ki
Nartesta), Flub im
8 le la en ;
ee z ); hier |
| Husiä, Die fo v. w. Flud
9. w. Eifenfpai
Vlinsberg, gräftic
Dueis — A dwenber en
rungs ig; 1750 Ew
lkohlenſaure — — zum Tri
—* auch In Berfenben.
Flint, i) A im engliſche
Wales; 11,43 AM., aus zwei bın
etrennten Theilen beftebenb, wovo
— an bie Iriſche See, die bi
bes Dee, an au u. Denbigfbir
(Hiblice) am Cheſhire, Shropihire
ſhire grenzt. An ben Küften felfig
gebirge Air Boint), im Inneren von
gelfetten durchzogen (bödhfte Spitze:
tan 780 Buß); Flüfe: Dee mit
DOften), Clwyd (im Weften) ; Hlima ı
pen rege u. En - Fin
ager (bis zu.15 Fuß ım —
Eile, —— — ——— ‚hc
mollen», Wolfen: n.Seibentwaaren, Bi
fupferne Gejdirre ; zerfällt in 5 91
Kirchſpiele, ſendet 2 Mitglieber in!
Dauptftabf!
w.; in ber Nähe bie Ruinen eines fi
harb IT. gefangen
ben Thron an Heinrich IV. abtrat.
Bezirk mit Poftamt (Post-townshir
| nt Geneſee des Staates Michig
I tıta),
3400 Em. ; 4) Poftort darin u
Graffchafi Geneſer am Flint⸗ River;
rn 1200 Em.
Flintberg, Jalob Albrecht, geb.
I im Commerzcollegium zu St
rovingtalrichter, wurde fpüter Com
ftarb 1804 in Stodhelm; er jchr.: I
Bibliothek, Stodh. 1796— 1803, 5
a Seerecht (deutſch von Hagem
F ie),
Grafſchaft Ontario des Staates Ra
amerika), fließt in ben Cananbaigus:
ber Groffchaft Fountein bes Et,
fällt in ben Wabaſh⸗River; 3
Ihaft Des Moines im Stagte Iılıne
Milfiffippi-River.
inte (angeblich) von Ste od. Si
od. Feuerfteitt, genannt, zum Unten
alter ee an welche mittelſt Lun
wurden), Gewehr mit glattem Lauf
Eng ch. Schtote geſchoſſen werd
zu Kugeln ift von größerer Eiſenſtürl
Laufe, wie bie bisher in ben mei
ber Infanterie eingeführte Meustet
Jagd ift leichter u. Urzer, |. Schrot
pelflinte, Überhaupt f. u. Gewehr
linten, Gerblle, meift von
Iintenfchloß, |. Schloß.
lintenitein, j. u. Seuerflein.
Wlintenftrumpf, fo v. w. Büch
lintern, fo v. w. Flitter.
Flintglas, bieidaltiges Glas, ı
optiichen weden gebraucht wirt, f.
Slim Niver (pr. Slint-Rimm’
rifk), entipringe in der
Flintſchen bie -- ‚Bloan
Chattahoochee, ben Appaladhieola-
Daempiſchifffahrt bie nach Albany
Stromlänge; 2) Fluß in der Graf.
ee Staates Habama, fäßt bei De-
nnefjee-River; 2) — im —
in ber Gr
der Grafſchaft Saginam rat mit dem
er, den Saginaw⸗River bilbenb.
'om Erz, auf den entbiößen Bunl-
r Erkennung ge fein.
* .), fo v. w. Flynis.
leip), Gerränt von Pimonien-
—— ne ud
4), Dorf bei Rafferent im Bezirk
sier Kreiſes Iunsbrud; Marmor⸗
Silberbergwerk, Genfenfchmiebe;
9), Deren en am Iſomo im
chiſchen Küftenlandes; 2100
Herei, Gänſezucht, Danfrhanbet
ptort tes fogen. Blitidher
Kammergutes; babei Schloß u
laufe (I,a chiusa di Plez).
ne Kömer od. Blättchen gebiege-
hes auf dem Gefteine ob. zwiſchen
wird.
bel mit einem vorflehenben
terem Seite, ber an ber ſchon glatt
e eines Bretes läuft, wenn bie an-
den joll.
leine Verzierung von verfchiedener
b» u. Silberblech eb. aus Flitter⸗
eu. unechte Fon); bie un
5 in Nürnberg ee wo bie
nftig find. Die en Blät-
ef. Rofen), Sterne n. at, dar u.
Nitterkempein aus bem Bleche aus⸗
e Fon heißen Folie⸗F⸗n. Eine
Draht⸗F. ) beſteht aus platt ge⸗
ringelchen u. fie t Heine kreisrunde
nem Loch in der Mitte, bar; auf
e werten fie flach geichlagen. Das
tterfliber ift Blech, weiches jo dünn
3. wirb zn Sn, unechtem ute u.
raudt; 2) (Jagdw. ), ein —5
kleine Holzſpäne, weiche bie Lappen
) vor dem Dreißigjährigen Kriege
deutſchland = 1 Heller, lommen
jährigen Kriege nicht mehr vor. _
e, ſ. Fluttermühle.
mit Glimmertheildhen vermifchter
He (Bot.), fo v. w. Silberbodbart.
n, bei Reuvermählten bie nächften
er Hochzeit.
yann, geb. 1618 in Suhla im Sen-
trte fett 1637 in Wittenberg, Iena,
2 Theologie, wurte 1644 Sauter
Greifswalde, 1646 Dialonus da⸗
in Stralſund. Gr verfafjte meh⸗
ver, bie er auch in Muſik ſetzte u.
& Fufgärtlein, Greifew. 1661.
jam &bro, auf einem hoben Fel⸗
en Provinz Tarragona; 1550 Ew.
arktfleden bei Ath ın ter belgiſchen
us; Leinmweberei; 1300 Em.
fe), 1) «Fiecellw), ——
); 0) (8et.), eine fäbige Zelle.
BD
befieht, wie
Wole, von de — abfall
länmt wirb; zu aiertei Wolleng uchbar ;
s)( m), bie Beim Rauhen in den Karben
ae v idel aus einer liebe, woraus
nnen wich; Do fo v. * ——
* bei der —E Knoten;
buxh das Ballen —— us eibeiten im
8) je v. w. laden; 9) je v. w. Floccus 2);
10) 10) (de b.), ſo dv. w. — u „amat.),
das U Läppchen ar fte bes
en, es berührt Das Fel ——
ode 12) fo v. w. Zotte, fo G-n bes üho-
rion, ber Darmichleimbaut 2c.; 18) ber Heine weiße
Fleck au ee "Shen eines Bferbes.
Pi ein Bett, Ratt der Federn mit
0
ala, ik Contaurea Javea,
Iodener;, fo v. w. Flocliges Bleierz, |. u. Blei-
lefen (gr., Carphologie), bas Herum⸗-
gr Kranler auf dem Bett, fam ale woll⸗
ten fle Bloden wegnehmen; Zeichen bes herannahen⸗
ben Todes.
maſchine, fo v. w. Rrimpemofiine.
—* das leichte Geftübe, wei
—— die —5— in die GR getri em —*
——, 5, 1) vie kürzeſten Sorten ber rothge⸗
färbten Ziegenhaare; 2) aus ben Sherfioden des
arla m gesogene rothe Farbe.
de, fo v. w. Wloretieibe.
een Tapeten, auf weldde bie Figu⸗
en mi — ob. gefiebter Flockwolle aufgetra⸗
eringes Tuch aus Flocken.
Fett sang ber A beim Schee⸗
“lochn In br r. Blolong), Ferdinand, geb. 1502,
nabm als —53 — lebhaft 18* für
bie liberalen Beſtrebungen, wurde 1523 Carbo⸗
naro u. Mitglied der Loge ber Amis de la ve-
rite; 1525 wurde er Berichterflatter der parlamen-
iariſchen Berhandlungen für ben Conſtitutionnel.
Er trat in ben Berein Socidt6 des amis du pouplo
u. fam darauf mit gleichgefinnten Männern, wie
Marraft, Orandmenil, Germain u. U, in Berüh-
rung, welche bie Ereigniffe bes Jahres 1830 in
Srankreich zum Ausbruc bringen halfen. 1834 nahın
er Theil an ben Confpirationen, welche den Apri
tagen voramsgingen, u. 1845 an ber Gründung ber
Reforme,. In den Februartagen 1643 winer ber
Thaãtigſten, welde zur Begrünbung be der Republik
beitrugen, wurde er Unterftaatöfecretär im Miniſte⸗
rium des Innern u. Redactenr ber von Ledru⸗
Rollin herausgegebenen Reform. Gr organifirte
mit Blanc u. Albert Die Nationalwertſtãtten u. beX-
360
Yoaltete vom 11. Mai bis 28. Juni 1848 das Ader- |
bau⸗ u. Handeldminifterium. 1849 nicht wieder in
die Nationalverfammlung gewählt, ging er 1850
nach Strasburg, um bier die Reduction des DE-
mocrate Ju Bas-Rhin zu übernehmen. Rad
dem Stuatsftreiche im December 1851 flilchtete er
aus Strasburg nach Bafel u. Tebte feit 1556 in FH .
rich, wo er fich mit ſchriftſtelleriſchen Arbeiten beſchüf⸗
cite: 1858 ger er eine franzöftfehe Uberfegung von
oleſchotts Schrift über Die Nahrungsmittel heraus.
Flodden (Bioddenfleld), Dorf in der euglifchen
Srafihaft Northbumberland. In der Nähe ſchlugen
1513 vie Engländer unter dem Grafen von Surry
bie Schotten unter König Jakob IV.
lodoarbus, fo v. w. Frodoardus.
lögel, Karl Friedrich, geb. 1729 zu Jauer,
u. ft. 1788 als Profeſſor der Philoſophie an der
Ritteralademie in Liegnitz; er ſchr.: Geſchichte des
menſchlichen Verſtandes, Brest. 1765, 3. Aufl. 1776;
Geſchichte der komiſchen Literatur, Liegn. n. Lpz.
1784—87, 4 Bde.; Geſchichte des Groteslkomi⸗
ſchen, ebd. 1788; Geſchichte ber Hofnarren, ebd.
1789; Geſchichte des Burlesken, ebd. 1794.
dogge, Quarzausſcheidungen bes Geſteins.
(Pulex L.), einzige Gattung der Familie
Flöhe (f. d.); Leib mit gewimperten Schildern be-
deckt, eiförmig, Kopf zulammengebrüdt, abgerundet
u. abgeftutt, behaart, Fühlhörner ganz kurz, Hin⸗
terleib groß, Hinterfüße ftart, ſtachelig, zum Sprin-
gen. ie Eier (Nüſſe) Heberig, aus ihnen krie⸗
Ken lange Larven, welche nad) etwa 12 Tagen fich
verpuppen u. nach abermal® 12 Tagen volllom-
mene Infecten werben. Burmeifter zählt ihn we⸗
gen der Saugwerkzenge u. der Verwandlung zu
den Zweiflüglern; Arten: Gemeiner F. (P. ir-
ritans), braunroth; anf Dienfchen, Hunden, Katzen,
ſaugt Blut, legt feine Eier in Spalten von Dielen,
felbft unter die Nägel unreiner Menſchen ıc., iſt
vorzüglich für junge Thiere große Plage u. nur
durch fortgejetste Reinlichleit zu vertreiben. Der F.
kann 100 Mal meiter fpringen, als er groß, u. eine
Laft ziehen, die SO Dal ſchwer if. Man bat Flöhe
mit goldenen Kettchen an Heine Kanonen od. Wa⸗
gen geipannt, nachdem man ihnen zuvor bie Hin»
terbeine zerdrüdt, Damit fie nicht ſpringen können.
An eine eigentliche Abrichtung der Flöhe ift dabei
nicht zu denken. Seine Eriftenz ift an Wärme ge-
bunten, weshalb er auch in falten Ländern nicht
vorfommt; in gemäßigten Gegenden bringt er die
kalte Jahreszeit meift als Ei od. Puppe zu; in der
beißen Zone zeigt er fich mehr im Winter als int
Sommer. Sand-%.,1.d.;Hunds-%.(P.canıs),
faft ſchwarz, Augen groß, auf Hunten, Katen ac.,
plagt auch ten Dienfchen, wo er runde, rothe Fleden
mit einem Punkt verurjaht; Maus-%. (P. mus-
culi), röthlich, braun, u. a.
Flohatz, ein komiſches Gedicht von Fiſchart
(. d.) u. Slobiade, ſcherzhaftes Gedicht in maccaroni⸗
ſcher Manier, welches unter dem Titel Floia, cor-
tum versicale de flois swartibus illisque dei-
riculis, quae minschos fere omnes, mannos,
weibras, jungfras etc. behuppere et spitzi-
bus suis schnablis steckere et bitere solent,
auetore Gripholdo Knickkackio ex Floilan-
dia, 1593 herauskam u. öfter gedruckt wurde, zu⸗
letzt von. Troß, Hamm 1822, ſateiniſch u. deutſch,
Amberg 1827, 2. Aufl., Sulzb. 1832, auch von
Marbik, Kolb. 1830.
ee — — — ——— —
Flodden bis Floquet
Flöhau, Stadt im Bezirk Poder
miſchen Kreiſes Eger; Porzellanerde
Obſtbau; 1000 Ew.
löhe (Suctoria), Familie ber
Inſeeten; beſteht mır aus ber eimi
Stop, unterfcheidet fi) vor anberen |
fecten durch einen zweitheiligen, von
Blättchen eingefchloffenen, twalzen- &
gen Sau üfef, an beffen Wurzel
\inb, wird non Burmeifter zu ben
Zweiflüglern gezählt.
Flöhe, Biarrborf im Gerichtsamt '
bes königlich ſächſiſchen Kreiſes Zwidar
welche dich bier mit ber Zſchopaun ver
Spimfabrif, Dampfbrauerer, Steinte
Schieferbrüche; 980 Ew. Hier 7. Oct
zwiſchen Ofierreihern u. Sranzofen.
Flohfalle (Biohfang), ein mit ı
verjebenes Röhrchen, in welches ein
ſchraubt wird, ben man mit Honig
berigen , ſüßen Saft beftreiht, woran
trochenen Flöhe hängen bleiben.
Flohkäfer, fo v. w. Drehläfer.
Fiohendterig, ift Polygonum p
löhkraut, die Pflanzengattung 1
2) Palicaria vulgaris; 8) Polygo
bium, persicaria, „yaropıper;
Psyllium L. u. P. arenaria W. et]
bavon Flohſamen, ſ. d.; 5) Großer
Conyza squarrosa L.; 6) Immei
ift Plantago Cynops Z.
Flohkrebſe (Amphipoda), Kam
ſchwanzkrebſe, Waflertdiere, mir ı
nicht geftielten Augen, bäutig = blafen
men an der Wurzel ber Füße od. ur
terleibe, Körper meift zuſammengedri
Bruſtſlück gejondert, tiefes meift 7gl
bis 7 Fußpaaren, Hinterleib Gglieter‘
migen Afterfüßen zum Springen, 4 n
glieberte Fübler; die Gattungen gie
marus), Talitrus, Orchestia, Cor
ranus, P’hronima ix.
Slohrmeifter, Diejenigen Arbeit
einer Nanıme ten Rammklotz mit
an ben Läufer befeftigen.
Flohſamen Semen psyllii), der
dunkelrothe (daher der Name), gläı
fleine Samen von Plantago (Payllir
ebebem wie Quittenfamen als kühlen!
de8 Mittel gegen Rubren ob. fonf
jett meift nur von Wäſcherinnen zun
Spigen u. Dal. benußt.
Floke Bi) fo v. w. Flate.
Flonheim, Martıfleden am Wied!
Alzei der großberzoglich beffifchen P
befien, Brud von feinen weißlichen
1750 Ew.; friiher Condominat der fü
fer Salm u. der Rbeingrafen.
Floodbai (Coots⸗Vuſen, Cool
nay⸗Bai), eine tief in die Südweſtki
ſchen Nordamerilas einſchneidende 8
lichen Stillen Oceans 58 Y!— 61° nd
— 135° meftl. 2. (v. Ferro).
loops, Xoft, jo v. w. Yelupes.
loquet (ſpr. Floleb), Etienne
1750 zu Air in ber Provenge, wit
Mufit u. ging 1769 zu feiner weitere
nach Paris u. 1774 nad Italien; ı
2. Wise bie Ferm .
he Veameinennt; 2010 er 5
— 6. m. Gulden, — —
ris ze w ſt. 177 ee fee:
Fe Baden, 1773;
Ran, 1: 47 1719;
Maisant, 1780; Nouvelle Om-
— Samnıt,
elbel u. dal. bie —— gs
ber u.
one
iben, L.
erporragen; 3) bie
rs; Ylıam —* 8) ſo v. w.
licher Zu
mmwoll
ie zu —— Be in Bläthe
2) die in einem Lanbe od. iu
ae Pflanzen; vgl. Fauna )
griech Chloris), Ofttin ber Bfln-
e, wurde von Zephyrus geliebt u.
w das Blumenreih zum Brautge-
h fam ihr Eultus von den Sabinern
6 nach Rom. nr ellt jugendlich,
nn efhmüdt. Der F. zu
san feit 241 v.Chr. die Sloralien vom
mm 1. Mai, mit laſciven Tänzen u.
man ſich mit Biumen befränzte.
mben Diigmahs wurde das En *
x waren die Ädilen, weiche Erbſen
Pas Boit austheilten. Unter den pe |
Bungen derſelben ift bie berühm
A — "er it
a er F. zum —
jen, namentlich De ke
Statue in ken heran 2 des 3
i) Afteroib, zwiſchen Rare u. Jupiter,
ad in London am 18. October 1847
y ob. das — 80.
97 Lo 2 12 Stim
Sonne über
) von Fe ——
ang von ber Sonne uns am nädften
——
ber
den; 1000 €; 4) Gtäbtikher
rieston-@ifenbahn; 3
irk mit offamt
—F 8* Fa
te u. bänne Art
in ber Srafkäaft Erie im Staate
1
—
den
tur init — n. % — theilẽ durch die d
es be lade Es gibt
— —A —
lagenen, —— u. egal tie N fonanıen
enweberei. |
& de F. fo v. w. Ruggiere bei Fiore. ale Marcreline vor.
reneourt (Ipr. Blorengtubr), € Franz ne sad
‚ geb. 1803 in Braunfchweig,
enge ber per habe —— in Marburg
m... verfitäten, wo er
fi an —E en Bern ungen Bun
— ini er — reinigen
prochen. Bei fei
N uf —
von 1837 bis 1839 tgl er bie Literarifchen n.
kritiſchen Blätter der Börfenhalle, begab na 1840
ra Raumburg a. d. Saale, erwarb hier
A u. trat im —* tortige Stabtverorbnetenenlle-
gium. Als —— er anfänglich bie libe⸗
Ken Ideen u. bie eftrebungen ber Alarko-
liken n. aber fpäter zu der ent-
— une — er die
ction des in Grimma e
Berfafſungefreundes, im März 1848 die 348 bie bes Wellen
Blattes für Stadt u. Land u. im Jahr 1649 bie *
in Roſtock Norddeutſchen C
denten. — trat er in — zur Kathol
Kirche über, hielt ſich 1850 in Frankfurt a. DM.
—— bu ort u. ift für den reacti-
virten Bundestag, u 5 hier nach Wien u. cor⸗
reiponbirte Prag: bie in Toln ericgeinenbe tathelifche
ng
artei ber.
Boltsballe u. übernahm bie Medaction dieſes Wlat-
tes jbäter jelbft, trat jeboch im April 1854 davon
zurſid. Gr wurde 1855 Amtmann is Dringenberg
um Kreile Warburg u. 1855 Procurator bes Stu⸗
bienfonbs in Paberboru. Gr ſchr.; Politiſche, ird-
liche u. Merariſche Auftänbe in Deutkeland, ty.
1840; Pliegende Blätter über en ber —
wart, Raumb, 1845 —46; Grimma
15417, 28de.; —— — 1631.
Stadt, im —————— *5* der een er
vinz Ramaz an ber Po
— Ciſenbergwerbe
— Graſen von Hd dm NY
bes Grafen Dietrich III.; er war er
Weſtfrieslaud {and u. wurde naı n mir ei Ontom
ders, bes Grafen Dietrich IV., 1049, Graf von
any er ſt. 1061 m. war vermäßlt wit
T des Herzogs Berubarb II. von
Sachſen; op L, de Orc Ar die
Dietri V "Dielen 109 in der Regierung
u. fl. 1122; er war vermählt mit Betronella, Toch⸗
ter Dietrichs IL. von Lothringen, 8) F. III. älte-
ſter Sohn des Grafen Dietrich VL, dem er 1157
jolgte, er wohnte bem Kreuzzug unter Friedrich I.
1189 bei u. ft. 1190 in Antiochien an ber Beh; er
war vermählt mit Ada, Tochter bes Könige Davib
von Schottland. 4) 5. IV., Gntel des Vorigen,
Sohn des Grafen Wilhelm I., geb. 1210, folgte
feinem Vater 1223 in ter Regierung u. fiel 1234
in einem Turniere; feine Gemahlin war Mathilde,
Tochter des Herzogs Heinrich I. von Brabant. 5)
5: V., Enlel des DVorigen, geb. 1254 in Leyben,
olgte feinem Bater, dem Grafen u. römiſchen Kö⸗
nige Wilhelm II., 1256 in ber Grafſchaft Holland
unter der Bormunbjchaft feines Oheims F.; er
war ber erfte ber Grafen von Holland, bie fih auch
Grafen von Seeland nannten, u. war vermäblt mit
Beatrir, Tochter des Grafen Guido von Flan⸗
Pi { ne ſ. u. Holland. 6) Pfeubonym für Ei-
endorff.
Florenſac (fpr. Florangfaf), Marltfleden im
Arrondiffament Beziers bes franzöfifchen Departe-
ments Herault; 1000 Ew.
lorenſer, |. Floriacenſer.
lorentia, 1) alter Name für Florenz (ſ. d.
Geſch.); 2) Stadt in Gallia cisalpina am Pabus;
jetzt Fiorenzuolo.
Florentla von Berguigneul (pr. 5. 0. Wer⸗
ginjöhl), geb. 1559 in Artois, trat in das Klofter
zu Mouſtier an der Sambre, 1583 in das zu Fli⸗
nes u. grünbete, durch eine Erſcheinung ber Heiligen-
Jungfrau bewogen, 1604 die Benedictinerinnen-
congregation Unterer lieben Frauen zu Douai; fie
wurbe bie erfle Superiorin, legte aber 1630 Ihr
Anıt nieder u. fl. 1638,
Et. Florentin (fpr. Säng Florangtäng, fonft
Eburcbriga), Stadt an der Armance u. dem
Armancon im Arrondiffement Aurerre bes franzö-
jiihen Departements Yonne; 2600 Ew. Hier be
ginnt der Kanal von Burgund.
lorentine, weiblicher Vorname, ſ. u. Florian.
lorenfine, 1) (fr., Ipr. Slorangtin), ein dem
florentinifhen in Frankreich nachgemachter Atlas;
2) glattes u. gelöpertes GSeibenzeug zu Beinklei-
bern; 3) ftarler — von Yorlkjhire.
lorentiner Arbeit, |. u. Moſait.
Iorenfiner Eoneil u. Florentiner Friebe,
f. u. Florenz.
Blorentiner Flaſche, ein zuerft in Florenz in
Gebrauch gelommenes Slasgefäß, zum Echeiden
der ätheriichern Ole von dem bei ihrer Deftillation
mit übergehendeu Waſſer. Cie befteht aus einer
gemätutihen Glaseflaſche, in deren Seitenwand nahe
ber dent Boten eine Sjörmig gebogene Glasröhre
eingeſchmolzen ift, deren böchfter Theil jevech um 1
od. 2 Zoll tiefer liegt, als die Mündung der Flaſche
ſelbſt. Bei der Deftillation füllt man bie Flaſche
mit Waſſer an u. ftellt fie unter das Kühlrohr;
alles Ol ſammelt ſich Dagegen auf dem Waffer in
dem Halfe ber Flaſche an u. wird mit einem Heber
abgehcben.
|
!
|
Florenſae bis Florenville
filtrirte ausgeſüßte Niederſchlag, ein ı
wird nun in Kugeln u. auf andere Au
dient ven Malern u. Anftreichern al gut
Man ſtellt auch F. L. bar, indem man bi
Rothhölzern etwas eifenfreie Salyjäur
der Abſud gelb if. Durch Fällen mit
hält man ben ſchönſten 5.2. Das Ar
darf nicht kalkhaltig fein u. wird aı
etwas Salzfäure angefäuert. Er kam
Florenz aus in den Handel, wirb abeı
Iin, Wien, Nürnberg u. an anberen |
tigt. Echter F. L. muß fehr leicht, zarı
reiblich fein. Unter Colombinlad
ſolchen %. 2., welcher in kleinen viered
über Benebig in den Hanbel kommt.
Ben ines Säule, ſ. u. Maler
Iorentine® (Hdlgew.), jo v. w.
Wlorentinifche ufgebe, von
tinishen Mathematiler Binc. Bivia:
Geometern geftellte Aufgabe, welche
Conftruction eine® Kugelgewölbes bet
quabriren läßt, fobalb mau bie darin
Fenſter Davon abzieht.
Slorentinifher Bauftyl, bie a
Namen $rührenaifiance bejeichn
welche zu Anfang des 15. Jahrh. zuer
unter bem Vorgange bes Filippo Vrin
auflam. Bol. Renaiflance.
Florenfiuß, 1) St. F. Biſchof v
Südfrankreich, fl. 258 den Märtyrer
Jan.; 2) St. $., fl. 259 ale Märtyı
bien; Tag: 30. April; 8) St. F.,
Chriftenverfolgung unter Kaiſer Decin
u. in Perugia als Heiliger verehrt; T
4) St. F., fl. 485 den Märtyrertol
wo er verehrt wirb; fein Tag: 23. |
afrilaniſcher Bifhof, Gegner der Ari
um 500 vom König Hunnerich verbai
nach Corfica, dann nach Trevigo, '
6) F., 663—675 Biſchof in Strat
Bavonius, Mönch in Worcefter,
jupplirte bie Chronil des Marianu
führte fie bi8 1118 fort; andere Mönd
fter8 fetten fie bi8 1141 fort; tiefe
gewöhnlih als Chronicon Maria:
beranegeg. Lont. 1592, Frkf. 1601 :
von Perg Monumenta Germaniae
Nadewin (Kadwyn), f. Rabewin.
Florent⸗le⸗-Vieil (ſpr. Florar
Stadt an ber Loire im Arronbiffemer
des franzeftichen Depart. Diaine - Leir
Florẽnus (ital. Fiorino, franz. ]
tem 13. Jahrh. in Florenz geprägte
einer Yilte, von feinem Gold, ungelät
werth, in Deutſchland bald nachgeabır
gülden genannt, woraus ſpäter ber
ſtand, aber für dieſen noch bie A
Auch in Frankreich wurde nach demſel
rin d’or, Goldmünze von Ducaten:
George, von Doppelducatenwertb ger
Namen Fiorino führte audy eine 18
Slorentiner Lad, aus Codenille (ber un. | Cana geprägte Zilbermünge == 13 Lir
a, eine ſeit 1842 in England gepr
Theile mit 12 Theilen Aaun in binlänglichem , Münze == 18. Sgr.
echte F.X. aus Fernambukholz), wovon man 4
Waſſer focht, bereitet, intem man zu der durchge»
Florenville üpr. Florangwibl), M
jeibten heißen Lauge eine Auflöſung von Kali fo ; Arrentifiement Arlender belgiichen Pr.
lange fegt, als ſich noch etwas niederſchlägt; der bury; 1950 Ei.
Biegen; Geogr. u. Giatiſt)
Je
—— — en: Sieve, Bi-
Fiorentino, u. linfs Chiana Zos-
fa, Elia, Era; in der norbmefllichen
een von Dientina u. Fucecchio; bae
y IE gehund; Probucte: Kupfer,
Mabafter, Weisen, Mais, Hüllen-
Irungen, Oliven, Eitronen, eigen,
s OM. 691,600 Em. ; eingeibeiks ift
bie Diftricte Piftoja, ©. Dinioto,
iano =. F.; 8) (ital. Firenzi),
ro me u. Refibenz bes
tegt an
—— rer Gebäube u. ber
|.) LaBella, bie Schöne, ge
aus ben 4 Quartieren Ste. Ma⸗
B. Croce, Sta. Spiritou ©.
:in Sirfelform erbaut u. von einer
x umgeben, durch biefefben
jenen jedoch bie Porta a S. Mi-
chloſſen if. Zwei Eitabellen ver- |
abt: die Heinere, Korte Belve⸗
dem hoͤchſten Bunlte ber Gühfeite;
rtezza da Beſſo (Korte be San
ka), ihr gegenüber auf ber Rorb-
ln ie Ans — Fuß
nis aßt iſt, führen inerne
Carraja, Ponte a Sta. ——
zen der ſehr
nz, mit Häuſern u. ben Werk⸗
jehmiebe befeßt), u. B. alle Grazie;
nterbalb ter Stadt find außerdem
den zur Erleichterung bes Berichts
orfätten errichtet worden. Die
:tabt find zum Theil fehr eng, durch
en Dächer der Häufer dunkel; ber
Quai am Arno, dient als Abend⸗
pie ſchͤne Welt, auf dem Corſo
rennen flatt, u. die Via Salzajoli
ikt bes florentinifchen Lebens. Bon
m Blägen ift ter belebteſte u. an
chſte die Piazza die Gran - Dur
30 vechio u. Die Loggia dei Lanz
n bie Statuen Davids von M. An-
les u. Sacus von Banbinelli, der
mit Neptun u. Tritonen ꝛc. don
3, bie bronzene Reiterfiatue Cot⸗
v. da Bologna u. a. Werte mehr.
Annunziate, mit Arcaden u. *
ſtitte mit ber Reiterftatue Ferdi⸗
er P. dei Dnomo flieht ber Saflo ti
in, worauf biefer Dichter zu figen
Statmen ber Erbauer bes Domes,
nelekhi; P. di S. Maria novella
u. einem Arteſiſchen Brunnen ; auf
inita ſteht die antile Granitfäule aus
Antonin in Rom; bie P. bei Grano
5 für Getreite u. a. Feldfrüchte,
ı Antonia in tem neu angelegten
t Barkano tft der größte u. regel⸗
fentlichen Pläte.
te die Kathedrale Sauta Maria bei
Kirgig durch bie Apenninen bie
ah weite Thäler bilden;
thu
iden Seiten des Arno in
schtbaren Bergkeſſel u. wird wegen
Unter ben 170 |
doch nicht alle auegebaut find, iſt Zeichnen, Malerei, Arditeltur, |
‚ten, Mepanik, ühenie; von dre 1438 gefifteten.
iore, fie iR 1208 vi
Ye Re ri va a Dre
i, ben Meiſter der Kuppel, vollendet, 436
—S
ae
wargem u. weißem IR bamıenbretarti
dr ber Rathebrale gegenüber Acht bas **
uralte Battiſterio (San Giovanni), worin
8. geborenen Kinder getauft werben, mit ben bron⸗
en Thüren bes Lorenzo Ghiberti u. Andres Pi⸗
ano; bie größte nach ber Kathebrale ifl bie Kirche
bi Sta. Eroce mit ben Brabbenkmälern Dantes, Mir
chel Angelos, Alfteris, Macchiavellis, Balileis u. a.
Künftler u. Gelehrten. In Gau Lo ‚im Ba-
ar von Brunelleschi, find 2 en, berem
eine (U. dei depositi) die Grabbenfmäler der äl«
teren Mebici von Michel Angele bie andere Mo⸗
numente ber Grofiberzöge enthält; in bem auſto⸗
nden a befindet fi bie Bibliotheca
‚aurentiana. Yud eine broteflantiice Kapelle iſt
ier. Daneben beflchen od) viele Klöfter, deren F.
be bes vorigen Jabrb, 80 zählte, Die Baläfe,
andenen %. reich if, find in ernflem u. ſtrengem
erbaut, äußerlich meift einfach ı obıme Schmud;
darunter vor Allen ausgezeichnet ber Valazzo Bitti,
ba8 großherzogliche Nejineuzichloh, 1440 von ⸗
nelleschi jür Luca Pitti erbaut, im ven Sritenflügeln
erſt 1837 vollendet; er enthält 900 Zimmer u. birgt
darin einen großen Reichthum an Kunßwerfen,
namentlich bie dem Staate gehörige Gemälbe-
gallerie er durch eine 15 uß lange
allerie zufammen mis bem alten Pala (Palazzo
vechhio), dem alten Sitz ber Signoria, jetzt der
Minifterien ; Darin ber Saal der Fünfhundert. An
tiefen ſtößt auch ber Staatspalatt, o degli
uffizii, von Vaſari erbaut; er enthält die Biblio-
| theca Magliabecchians . die Archive, Tribunale
n. im oberften Stock die Gallerie der Uifizien in
2 über 100 Schritt langen Corriboren u. 22 Sälen,
worin allerlei Kunftwerle reich vertreten find;
außerdem finb bir Kımfilbäbe u. Bauart ause
gezeichnet die Palüfie Altowiti, Borgbeie, Brumace
cini, Yuonarotli, Cabboni, Kerini, Korfini, Giac⸗
comi, Orlanbini, Daubolfint, Beruszi, Buoct, Rice
cardi (jetzt Eil inchrerer Negierungsbehörben, ee
ber Refibenzpalafi ber Mebiceer), Sabiati, Ealstati,
Streszi, Unguccioni, ber Bargello ('Balall nes Po»
deſta), Gerihiähaud in. ein gib, bie Douauen u.
a. m. In F. find die oberſten Landesbehörden,
darunter das Oberappellationsgericht (Ruota), auch
das erzbiſchöfliche Ordinariat iſt hier. Bon wiſ⸗
ſenſchaftlichen, Unterrichts⸗u. Kunſt⸗
anftalten ninmt ben erſten ein ba® nature
bifterifche Diufeum, welches neben ben zoologiſchen
Sanmilungen viele Wachspräparate für Anatomie
u. Zootontie, fowie Wachsbilder von Pflanzen, ein
phyſitaliſches Kabinet, VBotaniihen Gurten u. Ob»
ſervatorium enthält; dann die Accademia delle
belle arti mit —— Schulen für
ufil, Declama⸗
864
Univerfität ift noch bie juriftiiche Kacuftät übrig
eblieben; an der mit dem Hoipital von Santa
Maria Nuova verbundenen Klinik müffen alle Die
dieiner,, nachdem fie in Piſa promovirt haben, noch
einen zweijährigen Curſus durchmachen; auferbem
find zu erwähnen bie Accademia della Crusca für
Erhaltung ber Reinheit ber Italienifhen Sprache
n. Xiteratur, bie Accademia de’ Giorgofili für
Landwirthſchaft, das Eonferpatorium ber Muſilk u.
v. a. Bon ben Bibliotheken find 5 öffentliche,
nämlich die Laurentiana (Miediceifche) im Klofler S.
Lorenzo, 9000 an 80 Pulte fefigefchloffene Manu⸗
fcripte, worunter bie Ältefte Handſchrift bes Virgil
aus dem 4. ob. 5. Jahrh., außerdem nur eine
Sammlung erfter Ausgabe enthaltend; dann bie
Marucelliang, jener ganz nabe u. Groänpung ber»
eben, von 45,000 Bänden; Die Magliabechiana, |
m Palazzo degli Uffizit, 100,000 Bände mit 8000
Hanbfehten: bie Riccardiana im Palaft Riccarbi,
23,000 Bänbe u. unter den 3500, bei. für bie Litera⸗
tur des Mittelalters wichtigen Manuſcripten auch bie
ältefte vorhandene Handſchrift ber Naturgefchichte
bes Plinius ans dem 9. od. 10. Fahrb.; u. bie Pa—
latina im Palaſt Pitti, Privateigentbum bes Grof-
berzont. Das Archivio diplomatico im Palaſt
der Uffizien, das geheime Staatsardhiv ı. das Ar-
chivio delle reformazioni, das eigentliche Stabt-
archiv iiber der Kirche Dr San Michele, find höchſt
wichtig für neuere Geſchichtsforſchung. Außerdem
uoch die Bibliothelen von Sta. Eroce, ter Jeſuiten,
der Badia, von Sta. Maria Novella, ©. Dtarco,
©. Spirito, bie alle mehr od. meniger wichtige
Schätze enthalten. Bon den erwähnten Gemälbe-
ſammilungen ift die mwichtigfte Sanuınlung in bem
Palazzo Pitti, die Mediceiſche Galierie im Pa-
laſt degli Uffizii, deren ein Cabinet den Namen
Tribune führt, mit Kunftwerlen bes Alterthums u.
der neueren Zeit (bier Die Mediceiſche Venus, ber
tanzende Faun, Rafaels heilige Familie, der Herm-
aphrodit, die Gruppe der Niobe); in einem anteren
die eigenen Porträts von mehr als 406 Dlalern, |
in den anberen, je nah den Schulen georbuete
trefflichfte Gemälte, das Gemmen⸗, Cameen⸗ Dies
daillencabinet 2c. ; außerdem Die Gallerie in ber Ac-
cademia delle belle arti, tie Statuenſammlung
in dem Klofter Badia u. v. a. Bon Wohlthätig—
feitsanflalten zeichnen ſich das Hofpital ter Sta.
Maria Nuova, Das Findelhaus, Holpital von ©.
Bonifacio, das Hofpital S. Giovanni (im Haus bes
Amerigo Bespucci), das neue Arbeitehaus, Con⸗
fraternita bella Diifericordia, Caſa d'Induſtria,
mo gegen 1000 Perjonen Unterricht in gemein-
nüßigen Kenntniffen n. in Hantarbeiten erhalten,
u.a. Überhaupt zeichnet fih F. dadurch aus, daß
die Armuth bier auf leichte Weife u. auch reichliche
Unterflügung findet. Anftaltenzun Bergnü-
gen: Bon den 8 Theatern finb außer ten Carne-
val nur einige geöfinet; la Pergolaift für bie Oper
u. Cocomero für das Schauſpiel das bedeutendſte;
zwei find zugleich Tagestheater. Es gibt zahlreiche
Raffechäufer, bei. amı Domplage, an der Piazza Di
Grau Duca u. am Arno; der Adel kommt in fei-
nen Caſinos, die Bürgerlichen in ihren Stunzen
zuſammen; glänzend in F. ift das Carneval (f. d.);
von Spaziergängen iſt beſ. die Promenade il Prato
an den mit — 2* gepflaſterten Ufern bee
Arno zwiſchen dem Ponte alla Caraja u. P. Vecchio
beſucht; der Garten Boboli beim Palaſt Pitti, voll
Imperiale, Po C
das weiter entfernt liegende grygben
3
Florenz (Geogr. u. Statift.)
ſchöner Anlagen, ift dem Publicum jedt
ſtag u. jeben Feſttag Nachmittage ge
Bärten Goldoni, Tatcine, eine ar
vor ber Porta di Prato auf einer ve
Mugnone gebildeten Infel, mit Bart,
lichem Palaſt u. weiten Alleen, wo f
nehme Welt von F. verfammelt. An
in ber Umgegend herrliche Landhä
bere Erwähnung verbienen bie Bille
von bem ruffifchen Grafen dieſes Ran
mit einer von befien Sohne erridte
fpinnerei; dann bie großherzoglichen B
ggio a Kajano m.
ſchloß Prabolino mit Park. F.
Einwohner, bie ein heiteres, friedl
Vergnügen liebendes Volk find. Die
hende Inbuftrie ber Statt iſt zwar je
indeſſen immer noch wichtig genug; bei
fie fich ınit Seidenfpinnerei, Seidenweb
hutflechterei, Fabrikation von fünftlic
Glas, mathematifchen u. phyſikaliſchen
ten, Eſſenzen, Parfümerien, Rofoglio,
rüchten, Goldwaaren, Arbeiten in RM
after, Moſaik ꝛc. F. iſt Die Vaterſtad
chiuvelli, Dante Allighieri, Guicciardi
rotti, Galilei, Lulli, Luig. Alaman
Anıer. Bespucci, Cherubini.
., bei den Römern Flerentila, tag
(daher Florentia Tuscorum) , if
Etruffern gegründet, noch Überhaupt ſi
Ein. legten ed bie Romer nach bem zu
[hen Kriege an, um von ba aus bie!
der liguriſchen Völler zu beobachten, !
ſtand e8 erft im 1. Jahrh. v. Chr. bur
nie von Fäſulä, welche zu Cãſars Zeit
fung erhielt, u. der Ort, zu einem Mu
hoben, blühte vafch auf, da er an ta
Arnus lag u. der Knotenpunkt mehrerer
war. F. hatte fhon im Anfang des 4
Bisthum. Bei F. Ichlug 405 Stilicht
des Radagais. Von Totila zerftört, ı
Stadt nur allmälig wieder aus ibre
ftanb nach einanter unter den Get
barden u. Franken, welche Letztere ki
Grafen hatten. Erſt Karl d. Gr. forg
MWieberaufbau ber alten Stadt. 107
zweite Mauerkreis (Secondo cerchio'
weiterte 5. gezogen. %. ſtaud nun un
ſchen Kaiſern, welche Pfalzgrafen bier
Aufang des 12. Jahrh. machte ſich F.
los n. wurde ſelbſtändiger Freiſtaat,
(Geſch. des Stautes). Obgleich beit
burch bie Parteiungen der Guelfen u.
wuchs es dennoch an Macht u. Reid
wurde der dritte Mauerlreis (Primo :
gonnen, aber erft 1327 vollendet u.
mebrfad, verändert, noch jet vorha
Anfaug tes 15. Zahrh., unter Bapfi
wurte bas Bisthun zu einer Erzbist
u. 1438 wurde die Univerfüut gegri
wurbe bier das Florentiniſche Genct (h
der Beft von Ferrara xerlegt) gebalten
Juni mit der Griechiſchen Kirche eine (j
1443 dauernde) Bereinigung zu Stan
nach Die Griechen Das Ausgehen des be
vom Sohne anerkennen jellten. Seit 1
Kaiſerlichen belagert, wurde bie Stabt 1
Florenz (Geſch.) I. (bis 1301)
seu ; 1590 wurde ber letzte Zufak zur
it ben Bafionen Cosmos 1. u. dem
Georg, durch Ferdinand I. gemacht.
1731 bier ilienvertrag zwiſchen
oscana, wohurh Don Carlos, In⸗
nien, vom —— Johaun Ga⸗
& ‚ ber Rurfürfin von ber
‚ben u. Nachfolger in Toscana befig-
25. März 1799 u. 15. October 1800
ben Franzofen beſetzt. 28. März 1801
tier Briede zwiſchen Neapel Et
B. D:ct. 1647 brachen in F. Unruhen
© Bolizeigebäube bemolirt wurde; bie
erbolten ih am 20. März 1848. Am
' wurde bie Stadt von ben eis
peldhe bielelke im October 1854 wie»
Bgl. Narbi, Storia della eittà di
Beichichte bes Staates). LY.wäh-
'ampfes der Buelfen u. Ghi⸗
n bie Cherberrihaft bis zum
Erfieren, 1304. Schon feit ber
.Yahrb. ging F., von ben beutfchen
ielen Privilegien u. Freiheiten begabt
wsden,, bei. durch Beben wollener
uw. Bollenden rober Tuche, Seiben-
Bechelergeihäfte, unter ben anderen
stäbten allmälig feiner Unabhängig.
Seit dem Tode ber Gräfin Rath
en Die Kämpfe zwiſchen ben Kaifern,
afen bier hatten, u. den Marfgrafen,
8 Italien erſchütternden 8 zwi⸗
Ghibellinen (ſ. d.) ergriffen ſeit 1185
ch auf guelfiſche Seite neigte. In dem
u bie toccaniſchen Städte 1196 gegen
wich VI. Bruder, gemacht hatten,
als Republit an der Spike. Die Bar-
m eine Zeitlang nachgelaffen. 1215
eimonte de Buonbelmonti, ein ebler
veil er einer Edeln ans dem Haufe
heveriprechen nicht gehalten hatte, von
tefem Haufe ermorbet, u. feitben
eteimngen zwiſchen Guelfen u. Ghi⸗
re ale se hervor. Auf der guelfiſchen
ie große Maſſe bes niederen Volles,
: gbibelliniiche Partei öfter fiegte, fo
p micht feften up faffen. GErft nade
ntiner 4. Sept. 1260 bei Miontaperti
enfern geichlagen worden waren, zog
ımte Abel aus ber Stadt, u. bie
Bhibellinen kehrten zurüd; 1266 er-
ie Guelfen in Folge bes Gieges, wel⸗
YAnjou über König Manfred errang,
erbanb n. zogen das Befigthum ber
Biyibellinen ein, welches fie in brei
ı: ben einen Theil erhielt ber Staat,
eine eigene Berwaltungsbehörbe be-
neite wurde guelfilhes Familiengut
fa) un. ein vorzügliches Bintemittel
ber; ber britte war zur Dedung ber
en bie Gbhibellinen beflimmt u.
Bürger (PBopolaren) verkauft,
uch ein Interefie daran hatten, jete
Bbibellinen zu hindern. An bie Spite
rat ein Geheimrath von 14 guelfilchen
in Großer Rath von 60 Beifigern,
pitani u. bie 6 Priori (aus jeber ber
em Zufte Wechtler, Ärzte u. Spe⸗
cereibänbler, Kürſchuer, Tuchmacher, Tuchhände
ler, Seivenhändler) einen) wählten. Jenen lag bie
utioe, bielen bie Berwaltung ob. Neue Kämpfe
erihätterten ben Staat bis 1279, wo ein Friebe ge»
ſchlefſen wurde. Unzufrieben mit bem bisherigen
Regiment des Adels, traten bie Priori an bie
Spige einer revolutionären Bewegung u. rifjen bie
höchfte — — an ſich; je zwei Monate
um Amte bleibend, führten fie eine Art demokra⸗
tiſcher Regierung. Anfangs waren nur drei Zünfte,
Behsler, Tuchmacher m. Tuchhändler, bei der Re»
gierung, zugelaflen, daun erhielten auch bie Kürſch⸗
ner u. Ärzte, fpäter bie Rechtegelehrten u. Seiden⸗
bänbier u. endlich auch noch Lie fünf anderen Zünfte,
die der Baldigrari, welche mit leineu, Strumpfe
maaren u. gehridien Zeugen banbelten, ber Flei⸗
ſcher, uhmacher, Steinmetzen u. Zimunere
leute, u. der Schmiede Theil am Regiment. Dieſe
zwölf Zünfte, aus welchen nun zwölf Prioren
wäblen waren, biegen Arti maggiorı, tie —*
heren Zünfte, u. bildeten ben Popolo grasso,
gegenüber bem aus ben nieberen Alinften u. ber
Heie des Volles gebildeten Popolo minuto. Die
hl jelbft wurde won den vornehmften Beamter
bes Staates u. ben Vorſtänden ber einzelnen Sünfte
vollgogen. Bald baruuf geriethen indeß bie reichen.
Bürger unter einander in Fehden, welchen Um⸗
and der von feinem Einfluß verbrängte Abel
ußste, um wieder zur höchſten Staategewalt zu
gelangen. Indeſſen behaupteten bie Bürger die er»
rungene Macht, u. zur Rieberhaltung von Aufftands=-
verſuchen wurde auf ven Rath eines Brior, Giano
della Bella, 1292 ein Gonfaloniere di giustizie
(Gerichtobannerherr) eingefeßt, ber mit einem Auf-
ebot von 20 Compagnien Bürgermilitär ben öf⸗
entlihen Frieden zu fihern batte. Um bas An⸗
ſehen des Adels völlig zu vernichten, wurben bie
Jufigverorbnungen (Ordinamenti di giustizia)
geneben, nad welchen u. a. ein Adliger, ber einem
rger zu nahe trat, bie Doppelte Strafe des Bür-
gers zu leiden hatte. Auf Betrieb ber Adelspartei
ging Giano 1294, beihulbigt einen Volltaufſtand
veranlaßt zu haben, freiwillig in das Exil.
Zu Folge deflen begann der Kampf der bürger-
fihen Cerchi u. abligen Donati; an ber Spitze
jener fand ber durch Handel emporgeloumene
Bieri. Heftiger als je entbrannte der Zwiſt, als
die Parteihäupter der Weißen u. Schwarzen von
Piftoja 1300 in die Parteiftreitigleiten der Floren-
tiner verwidelt wurden, die Cerchi, mit ben ghi⸗
bellinifgen Weißen verbunden, biegen nun ſelbſt
bie Weißen (Bihanci), fowie die Denati, mit
den guelfiichen Schwarzen vereinigt al Schwarze
(Neri) bezeichnet wurden. Zwiſchen beiten Parteien
behauptete die Signoria, d. i. tie Regierun
äußerlich eine unparteiiiche Stellung, obwohl fe
ihrer Natur nad) mehr ben Cerchi ald ten Donati
eneigt war. Verſchiedene Male verurtheilte fie bie
nftifter ber blutigen Stragenlämpfe zu Gelb-
u. Gefängnißftrafen, um ben fortdaueruben Feind⸗
feligleiten ein Ende zu machen, bis fie eudlich
bie Häupter beiter Parteien aus ter Stabt ver⸗
bannte. Nun ſchlug fi der Papſt ins Mittel m.
berief Karl von Balciß zur definitiven Beileguug
bes Parteizmiftes. Dieler 4. Noveuiber 1301 in
F. enaeläflen. beglinftigte indeß die Echwarzen u.
hinderte nicht, daß biejelben F überfielen u. ſich
ber Siguoria bemädhtigten. Die hauptſächlichſten
Gührer ber Beinen (Gbibellinen) flohen aus F.
nach Pifteja, u. die Signoria ſprach (1302) das Ver⸗
bannungsurtheil über dieſelben aus. An bie Spitze
ber Regierung trat Corſo degli Donati. Dieler,
nad größerer Herrſchermacht verlangend, überwarf
fid mit den Prioren. Es fam 1304 zum blutigen
Zujammeitreffen zwiſchen Adel u. Voll, bis die
von ben Prioren zu Hülfe gerufenen Luccheſer eine
Berniittelung zu Stande brachten. Um ben Frieben
zu fihern, fanbte ber Papſt einen Legaten, der jedoch
ben Schwarzen umbequem war, fo baf er unver»
richteter Sache abziehen mußte, aber bie Stadt mit
tem Interdiet belegte. Inzwiſchen war in ber
Volkspartei ſelbſt eine Spaltung immer ſchärfer
bervorgetreten. Der Popolo grasso, an politifcher
Bebeutung fteigend, — 8 die Partei der Wei⸗
fen (Cerchi), während das gemeine Boll ben
Schwarzen ergeben war. Im Juni brad) abermals
ber Straßenlampf aus; als die Schwarzen weichen
mußten, legten fie euer an, wodurd ein großer
Theil der Stabt (1700 Häufer) eingeäfchert wurde,
u. die Schmarzen gelangten wieder zur Herrichaft.
Diefe fuchten nun ihre Gegner auch außerhalb der
Stabt zu vernichten u. rüdten 1305 gegen Piftoja,
den Hauptfi der gbibellinifchen Partet. Piſtoja ca-
pitulirte 1306, u. ein Theil ihres Gebiets kam an F.,
der andere an das verbiintete Lucca; die Signoria
der Stabt felbft wurde von beiden Städten gemein-
fam beſetzt. Seitdem trat der Papft inımer offener
für bie Partei Der Weißen auf u. belegte F. 1307
von Neuem mit bem Interbict. 1308 gerieth Corfo
degli Donati mit feinen Parteigenoffen in Zwiſt, in
Folge feiner Heirath mit einem Mädchen aus an⸗
gefebener ghibellinifcher Familie, u. mußten aus ber
Statt fliehen.
II. Bis zum Stiege des Popolo grasso
über den Adel, 1343. Snbelten gewann F.
immer mehr Übergewicht Über die übrigen toscani⸗
ſchen Städte, unterftüßt von König Robert von Nea⸗
pel. Die Heineren Buelfenftäbte fnchten ihren Schutz
gegen mächtigere Ghibellinenſtädte, unter Denen bei.
rezzo fich hervorthat. Gegen dieſe unternahmen
die Slorentiner 1310 einen Kriegszug, gerade als
der Deutiche Kaifer Heinrich VII. nach Oberitalien
fam. Als ber Kaifer näher rüdte, werbanden fie
fih gegen denfelben mit ben iibrigen Guelfenftäbtent.
Bei feiner Riidtehr von Rom 1312 dachte der Kaie
fer tie Stabt für ihren Abfall zu züchtigen, ver⸗
mochte aber nicht8 gegen dieſelbe auszurichten, u.
ber Tod des Kaifers 1313 ficherte der Stadt ibre
Unathängigfeit unter ber Protection des Könige
Robert von Neapel, welcher Anfangs auf 5, dann
noh auf 3 Jahre zum Signore erwählt wurde ı.
die Signoria durch einen Vicar verwalten ließ.
Einer dieſer Bicare war Pietro, Herzog von Gra-
vina, Bruber des Königs, melden Der Letztere mt
Truppenmadht ven jslorentinern gegen Uguirrone,
den Podeſta von Fila u. Yucca, einen Ghibellinen,
zu Hilfe jandte. Dennoch wurden die Slerentiner
u. ibre Verbündeten 29. Aug. 1315 vor Monteca-
tini geichlagen, Pietro ſelbſt fiel in ber Schlacht.
Unzufrieden mit beffen Nachfolger Beltramo über-
trugen die lerentiner 1316 bie höchſte Gemalt
an Yanto als Polizeihauptmann (Burgello), ber mie
ein Tictator fchaltete. Mit Caftruccio, welder bie
höchſte Gewalt in Yucca u. Pifa au fich geriſſen
hatte, ſchleß 5.1317 einen Frieden. 1320 entbrannte
ber Kampf der Gueljen n. Ghibellinen in Tescaua
Florenz (Gefch.) I. (1302—1308) IL (1810-1343)
| von Neuem; Caftruecto verwüſtete has
Stabt, in welder bie neapolitaniſche Bı
mehr Boden verlor u. bie 6 Briern
wieder die Signoria Übernahmen. Di
Macht Eaftruccios veranlaßte 1324 ben
Befeftigungen ım bie Stadt herum; y
man ein Auskunftsmittel, um Die Bart
ben Priorenwahlen weniger erjchütter
Staat zu machen. Es wurben nämlid
Prioren für längere Zeit (42—52 $
Voraus gewählt u. jevesmal 6 Namı
Beutel gezogen, welcher bie Namen
Gemäblten enthielt, fo Daß alſo der Wal
ftattfand u. die Signoria nicht in den
nämlichen Perfonen bleiben Tonnte. 13:
lorentiner unter Raimonbo bu Eorten
truccio, nahmen Altopoccio ein, erlit
cben dieſer Feſte am 22. Sept. eine gẽ
derlage. Neue Berlufte brachten fie 132:
Herzog Karl von Kalabrien von Ne
Signore zu wählen. Diefer kam auch n
fi) Souveränetätsrechte ertheilen, bob
das republilanifche Staatsweſen auf, ı
vor Eaftruccio zuriidmweichen, fo ba I
tinen, um ihre Freiheiten gebracht, u
mit ſchweren Steuern belaftet, völlig in
nungen betrogen waren. Nach bem, za
Jahren erfolgenvden Tode bes Berzogs |
Slorentiner die Signoria ab u. nahmen
bemolratifches Staatsweſen an. Kür
wahl wurde ein neuer Körper gefchaffen
aus den 12 alten Prioren, den Hauptla
Waffenabtbeilungen des Volles, dem Q
ber Juftiz, 12 Bürgern, je zwei aus jet
der Stadt erwählt, den 24 Vorflände
der 12 höheren Zünfte u. noch 36 von!
aus ten 6 Seftieren der Stabt gewählte
An die Stelle der Heineren Rathecolle:
Bollsrath von 300 Mitgliedern u. eu
Commune von 250 Mitgliedern, halb a
halb aus Bürgerlichen zufammengefekt.
Diefe Berfafjung ſchaffte dem —
Ruhe, ſo daß er ſeine Kräfte völlig nat
entfalten klonnte. Mit Lucca von Neu
verwidelt, eroberten bie Slorentiner 1
Catini. 1332 kam Biftoja in ihre Ger
Colonie Firenzuola wurde von ihnen ı
Sicherung ihrer nenen Gebietserwerbu
fam %. in Befit der Signoria von U:
warb 1339 durch Friedensfhluß mehren
Ortſchaften, Darunter auh Maſſa. 8
Innern die demokratiſche Richtung bes k
mer mehr Oberhand gewann u. ber Are
freiung ber Hörigen, die fich in ben
Schutz begaben, geſchwächt wurde, erwei
Macht u. das Anſehen der Republiher
toscaniſchen Städten gegenüber, von
Piſa noch von größerer Aedeutung war.
begann F. einen Kampf um Yucca, !
1342 bei Yucca von den Pijanern geichl
ernannten Die Ylorentiner den Herzog
Waltber von Brienne, zum Feldhaupu
cher, begiinftigt durch Den Adel u. ben P
nuto, 1343 auf Yebenszeit zum Oberbei
wurde. Die Inſtizverordnungen wurtı
ben, ter (ronfaloniere dı piustizia ı
das Priorencolleginm ans ben niebert
beſetzt. Mit Hülfe bes niederen Nolfch ı
‚Silorenz (Gefch.) IL. (13431978) ° -- 7
| Zeugwiß Jemand er amtefähig wurbe. Dielen
ſowohl über ten Abel, wie ben Bärgerfiand
umfchräufte Serrichaft behaupten zu fönnen,
anbelte feinen Palaſt in eine Art feiner
. Ya Gelderprefiungen metteiferten mit
zgoge die franzöflichen Söldner u. riefen
‚ wie durch tie Befeitigung ber firengen
mugen ber GSittenpolizei große Unzufrie⸗
m F. bervor. Unter ſolchen Umfänben nah⸗
el 12. Bürger an Berihmwörungen ihre Zu-
mn 26. ‘3uli 1343 brachen fie gemeinichaftlich
ı franzöflfche Reiter wurden auf ber Strafe
macht u. ter Herzog in feinen Palafı bela-
ch & Tagen capitulirte er, eutfagte ber Re⸗
w. wurde äber die Grenze gebracht.
5. unter bemofratifher Berfaffung
sr Begründung bes politiſchen
ewicht® ber Mediei, 1426. Der Staat
darauf von Neuem organifirt u. der Adel
Beſetznug ber höheren Staatsämter dem
> grasso gleichgeftellt. Statt in 6 Seſtiere
nen bie Stadt in 4 Biertel, von denen jedes
vom Abel u 2 vom höheren Bürger-
dab Briorat wählte. Dem Priorat zur
net cm Nach von 5 Mitgliedern, «us jebem
ein er u. einer vom höheren Bürger-
Die 14 niederen Züufte erhielten außerbem
Den nieberen Gtaatsämtern. Indeſſen
Einigfeit zwiſchen Abel n. Popolaren
Die Lebsteren trachteten ben Adel wieber
u. anderten am 22. Eeptbr. eigen-
Die Berfufiung. Alsbald begann der Bür-
yon Neuem. Auf ber einen Eeite flanb
[uw ber Popolu minuto, auf ber anderen
olo grasso. Der Gtraßenlampf am 24.
43 entichieb für bie Bopolaren, weiche ſich
ngefänbniifie bie niederen Zünfte geneigt
gs wußten. &8 wurde ein neues Squitti⸗
. ein Ausſchuß, welcher über bie Wählbar-
inzelnen Bürger zu Staatöbeamten zu ent⸗
batte, aus beiten Klaffen des Volles nie-
» Um indeß ten Popolo minute in
m zum halten, tourbe fpäter eine Verord⸗
zehgeführt, wonach fein Freinder u. feit
in Ghibelline ein Staatsaut befieiben
m großer Theil bes mieveren Volles beſtand
)ı Eingemanterten u. gehörte zu ben Ghi-
Nur vie Milderung ber Schuldgeſetze,
ermochte tie unzufrietenen Maſſen nieder⸗
In ben folgenden Jahren ſuchte F. feine
ach außer zu vergrößern, unterivarf 1350
ner Signoria u. verband ih 351 mit Siena,
a Perugia gegen ten aufftändiichen Laudadel,
deu Der Ghibellinenpartei in Wailanp unter-
pebe. Als 1355 Karl IV. in Cberitalien ein⸗
nahen fich tie Florentiuer genötbigt, tie Ober-
8 Raijers anzuerlennen u, einen jährlichen
son 4000 Fl. zu bewilligen. Nachdem ber
Toscana wieder verlafien hatte, begannen
en Bürger von Neuen mit Einſchrän⸗
bes Popolo minuto, indem das Wejet von
Betreff des Ausichlufies ver Gbibellinen von
tasteäıntern verichärjt wurde, jo tal; co faſt
Belieben ber PBrioren fand, Jemanden, ber
iBliebig war, von den politifchen Rechten aus⸗
sen. Niemand erhielt daher ein Anıt, den Die
ute ter Quelienverbintung (teren Häupier
izzi waren) nicht wollten, deun dieſe batten
mung der 6 Männer vorzunehmen, nach deren
307
en, weiche man nicht gern ſah, erbielten eine Wel⸗
ung (Ammonition), daß ihre Bewerbung nicht
wänft werde, u. bießen deshalb Amımoniti (der
warnte). Diefe Ammoniti bildeten bald eine gruße
Zahl Mißvergnügter, zu denen noch Diejenigen
kamen, melde, als teo Ghibellinismus verbädtig,
von den Prioren aus den von ihuen innegebabten
mtern entfernt wurben, indem man bem Geſetze
auch rüdwirkende Kraft beilegte. Obwohl in Kolge
biefer Borgänge die inneren Berfaffungeverhälte
nifje ber nunmehr oligarchifd, 1. plutokratiſch or»
ganifirten Republil eine bedenkliche Geſtalt ange-
nomnıen hatten, vermechte F. dennoch feine Plane
zur Unterdrückung ber reich6freien Grafen u. Hit
ter, Der Haupivertreter Des Ghibellinisnus, weiter
zu verfolgen. Um an Leib nm. Yeben fiher zu fein,
traten manche Adelige ihre Beſitztbümer den Flo⸗
rentinern ab u. liefen fich unter ben P’opolo gramo
aufnebinen. 1361 erwarb 7%. die Signoria über
bie Stadt Volterra u. wurde 1362 von Neuen mit
Piſa in Krieg verwidelt, welchen fie Anfangs mit
Glüd, feit 1363 aber, mo fie im oberen Arnotbal
an 30. Octbr. yänzlich geichlagen wurden, unglilds
lich führten. 1364 gelang e8 den Floreutinern, ben
Anführer der Piſaniſchen Söldlinge, Baunıgarbten,
u beſtechen, fo daß er zur ibnen überging. Nach einer
für die Bifaner ungünftigen Schlucht hei Cascina,
19. Juli, kam es eudlich zum Frieden von Rocca,
30. Auguſt 1364, itı welchen ten Florentinern bie
Stadt Pietrabuona zugeflanden seurte. 1370 ver⸗
band ſich F. mit dein Bapfte u. mebreren toscante
ſchen Stätten geyen Bernabo de Viscontt u. er»
oberte &. Mittiatv.
Inzwiſchen hatte die Sittenverderbniß in F.
immer vweeiter um fich gegriffen, intem tie durch
Geldwucher reich gewordenen Bürger ſich den
größten Ausfchweifungen überließen u. vermit⸗
telft te Ammonirens einen faſt unerträglichen
Drud auf die ärmere Volloklaſſe ausübten, fo DaB
felten das Redt Schuß vor Gewalt u. Willkür
fand. Die mit Hälfe Les Ammouirens ihrer poli⸗
siichen Nechte Beraubten erhielten jett ken Bartei-
namen Ciompi (die Niederträdtigen). Trotzbem
blieb F. in feiner Außeren Politik glüdiih; Caſtel⸗
lione, vie letzte Burg ter Übalbini, fiel 1373 im bie
Hände ber Republik u. Piſtoja wurde förmlich im
ihr Gebiet einverleibt. 1376 gelung es %., einen
toscanifchen Städtebuud gegen ten Papſt in Ver⸗
bintung mit Bernabo be Vieconti zu Staube zu
bringen. Trotz des päpſilichen Interbicts hatte ber
Stärtelrieg einen glüdlichen Fortgang, bis ter Zub
Öregors AL 1378 zu einem Friedeusſchluß führte.
Schlimmer als je flanten aber bie Dinge im In⸗
neren bes Florentiniſchen Stuuted. An der Srige
der Ariflofratie, melde fi aus ken Popolo
grasso u. Lem alten Adel gebildet hatte, ſtaud Piero
begli Albizzi; bie Häupter ter Kiompi, benen fi
drei angejebene, mit ben Albizzi verfeintete Fami⸗
lien (Alberti, Ricci u. Mebich augeſchloſſen hat
ten, waren Mitglieder des Kriegsaueſchuſſes, der
fogen. Otto della guerra. Dem Einfluß ber Letz⸗
teren gelang es, daß Las Amt des Gunfaloniere
di giustizia auf Salveflro von Mebici übertragen
wurde, u. tiefer drang 13. Juni tm Rathacollegium
auf ein Geje gegen den Mißbrauch des Ammo⸗
nirens. Als er dort kein Gebör fand, erflärte er
in den Vollerath, daß er jein Amt nieberlegen
müffe, wenn er bem Rechte keine Geltung verichaf-
fen lönne. Darüber entftand ein allgemeiner Tu-
mult. Das niebere Bolt Nrämte in bewaffneten
Saufen zufammen, begann die Paläfte der Reichen
zu bemoliren u. zu pfünberu u. fuhr auch am fol-
enden Tage damit fort, als fchon die guelftiche
Bari bie Hand zu einer Verfaflungsänderung ge-
boten hatte. Aber die Zugeftändnifje waren nicht ber
Art, um die Ruhe für die Dauer zu befefligen, nach⸗
dem biefelbe am 28. Juni wieberbergeftellt war. Am
11. Zuli gab die neueingetretene Signoria zwar aber-
mals den Damen der Zunftoberen noch weiter
nach u. befreite einen großen Theil von Ammonir-
ten von der Ammonition ; aber bie große Menge ber
noch Übrigen Ammonirten benutte bie revolutio-
näre Stimmung des nieteren Voltes, welches nicht
in bie Zünfte aufgenommen war, um bie völlige
Abschaffung des Ammonitionsunmelend durchzu⸗
ſetzen. Es kam eine Verſchwörung zu Stande,
weiche am Abend bes 19. Juli ausbrady, der Prio-
zenpalaft wurde von ben bewafineten Banden um⸗
felt u. belagert. Am folgenden Tage zwangen bie
ufrührer die Zunftobern mit ihren Fahnen, ſich
der Revolution anzufchließen u. die Prioren fahen
fi genäthigt, bie Forderungen bes Volles zu be⸗
willigen. Die wichtigfte barunter war bie Bildung
von zwei neuen Zünften, die der Wolllämmer, zu
welchen noch einige andere Gewerbe famen, u. bie
der Färber, Barbiere, Schneider ıc. Aber das Bolt
berubigte ſich dabei nicht, ſondern verlangte Die Ab-
danlung ber Signoria. Die Prioren verließen den
Balaft, u. ber Pöbel unter Anführung eines Woll-
tämmers, Michele Lando, brang in den Sitzungs⸗
faaf ein, rief feinen Flihrer zum Signore von %. aus
u. theilte ihm neun neue Prioren, drei aus den obe-
ren, drei aus ben niederen Zünften u. brei aus bein
unzünftigen Volke, zu. Doch ſchon am folgenben
Tage entzweite fi ber Signore mit feinen Wäh⸗
Jern, »L 68 gelang ben alten Zünften, Die Abſchaffung
der neuen Zünfte u. ber Prioren aus dem ge=
meinen Bolte durchzuſetzen. An die Spige des
Staates traten nun die Gegner der Albizzi, unter
denen tie Medici bald die hervorragendſte Stel
lung einnahmen. Eie bewirtten 1379 die Verban⸗
nung ber Albizzi u. deren Anhänger u. führten ein
oligarchifches Regiment ein, an deſſen Spite Gior⸗
gio Ecali u. Tommafo Strozzi traten. Als die
Willtiir u. Die Ungerechtigkeiten viefer beiden Dent-
agogen endlich zu ihrem Sturz führte, ja den Er-
teren auf das Schaffot brachte, verlor die berr-
ſchende Partei 1392 einen großen Theil ihres An⸗
ſehens, jo daß tie Albizzi e8 wagen konnten, mwieter
in $. zu erfbeinen. Nicht fange darauf hatten fie
wieder das Ruder tes Staats in Händen u. ſchick⸗
ten nun ihre Gegner in bie Verbannung.
1396 ſchloß F. abermals eine gegen ben Herzog
Galeazzo von Mailand gerichtete Yiga mit mehreren
toscaniihen Städten; doch nahın ber Krieg für
diefe ein ſchlimmes Ende, u. %. wurde 1399 zu einem
ehnjährigen Waffenftillftand gendtbigt, in befien
Beige ber Herzog don Mailand jeine Herrſchaft
ber einen großen Tbeil kon Toscana, ja Über
Bologna ansrehnte. Ein Verjuch der Alberti, Me⸗
dici u. ihrer Anhänger fi 1400 der Gewalt in
. twieber zu bemächtigen, mißlang ı. hatte zur
elge, daß alle Barteigenofien verjelben auf zebn
Sabre ammenirt, die Theiluehmer an den gewalt«
famen Anjchlage aber für Rebellen erllärt u. für
Florenz (Geſch.) III. (13781426) IV. (14261438)
immer verbannt wurden. Diefe Berbannte
diti) bildeten nach u. nach eine immer Häür
dende Genoffenfchaft, welche ein abenteuer
ben führend, jeden Anlaß zu Kriegsunten
F mit Freuden ergriff. Neuen Zun
ielt dieſelbe, als 1405 F., welches ſeine
valin Piſa Durch Kauf ven dem natürlich
bes Herzoge Galeazzo von Mailant,
unter feine Botmäßigkeit brachte, um ti
bung zu fihern, viele angeſehene Pifaner ı
od. nöthigte, nach $5. Überzuftedeln. Dam
5, bie Herrichaft Über Toscana nur nod
publif Siena. Mit diefer verband es
gegen Labislaus, König von Neapel, w
obernd bie an bie Grenzen von Toten
drungen war. In dem Frieden, mit wel
unter dem Beiftanbe Louis von Anjen
Krieg ſchloß, erhielt F. die Stadt Cortem
laus ernente 1413 ben Krieg, ber beftmitie
den zu Aſſiſi 22. Juli 1414 fein Enke
Der Barteibaf ſchien inzreifchen in F. meh
zu erkalten; denn bie Albizzi u. ihre Anhka
men keinen Anſtand, den Giovanni bei Me
cher ſich als päpftlicher Bankier unermeßil
thümer erworben u. feine Geſchäfteverbi
iiber ben größten Theil von Guropa am
hatte, zu ven höchſten Stanteämtern znzuiafl
brach ein neuer Krieg mit Dem Herzog von]
wegen der Stabt Forli aus, u. bie jrieremi
ten unter Malateita mehrere ſchwere Ada
. F. unterden Mediceern Ü
Gründung Bea Derzogthume 5,18
Frieden zu Ferrara 30. December 1428
nicht8 an dem Beſitzſtande ter Nepuktil
befien hatte fih die Schuldentaft des Su
deutend vermehrt, u. ein unerträglider |
druck laftete auf tem nieteren Xofte, fe
wiederholt zu unruhigen Auftritten n. Stea!
ten fan. Als Gioranni Die Mebici rietb,
durch eine gerechtere Vertheilung ber A
auf die Reichen abzuftellen, ſtieg das Ar
Mepdiceifhen Familie od höher,
vanni war durch Popularität u. Reichth
mächtigfte Dann in. Als er 1429 ſtarb, te
beiden Söhne, Cosmou.Lo renzo, in di
behauptete politiſche u. fociale Stellung (b
ragte Cosmo feinen Bruber an Geift u &t
—— Dit ihm be cn fogen. Mer
eitalter, in welchem F. eine Pflanzichmie.
u. Wiffenfchaft wurde u. zu ——
gelangte, welcher es zum Theil noch hen
übrigen Städten Italiens auszeichnet. Ce
terftüttte 1429 bie Kriegspartei, welche
Groberung Lucca's trachtete; doch erlitten
rentiner, da Lucca von Siena n. Matlar
W wurde, im December 1430 am Se
hmere Nieterlage. Durch Vermittel
jers Sigismund Tamen fie indeß im
Ferrara 1433 obne Verluſte daven. Da
Rinalto degli Albizzi Der Führer feine
Diejer, eiferfüchtig auf Las Anfeben ber!
brachte ea durch Beſtechung dahin, daß Ct
Medici verrätheriſcher Verbindung mit de
fen angeklagt u. 1433 auf 10 Jabre verban
Aber bereits im folgenten Jahre wurde
Tretz der unbeliebten Albizzi, zurücdberuie
won nun Die Seele ver Regierung in sy. Ey
den gefilcchteten Parteiganger Kranz Slerz
Flerenz (Gefch.) IV. (14381480) —
| Söhne Yorenzo ber Prächtige od. ber Erlauchte, u.
r Repubfif n.biefeit 1438 gegen Mai⸗
verbundenen Stauten Venedig u. Ge⸗
ra, beuen fidh auch ber Papft anſchloß.
igte 1441 glüdtich mit den: Frieden
forza im Kriege gegen ten Bapft
ı. durch diploigatiſche Klugheit für
bes Friedens ſorgend, erbielt Cosmo
re zu gebäfligen, ja blutigen Gewalt⸗
en ferne perföntichen Feiude zu grei⸗
un Innern. Größere Yeftigleit er-
Iung nod, als Sforza 1450 ale Gie-
4 einzog, doch gerietb F. in Folge
aft ınit dieſen in Krieg mit Vene⸗
welchein 1454 der Friede von Lodi,
den Ort Caftellina an Neapel abtrer
Ende madte. Mit dem Eintritt eines
ens erhob fih nun Coemos Macht zu
ſehen, ſo daß er das früher zu Partei⸗
utzte Mittel der Berufung einer Ba⸗
bi ber zu Staateämtern zuzulaſſen⸗
nicht mebr beturfte, fonbern wieder
8 Yocs entſcheiden laflen konnte. Sein
ebenbubler, Neri Capponi, fl. 1455.
der Balia bezeichnet ben Übergang
—* Verfaſſung zur Monarchie.
i. ein von Der Bolfsverfanmlung od.
kerfammilung aller Genoſſen ver mäch⸗
un Staate ermäblter Ausſchuß mit
Ber Gewalt, wurde 1456 als nur
erfiärt, wenn fie von den Prioren
uftiınmig beichloffen wurde. Yuca
upt ter midiceiſchen Partei, erreichte
ze 1458 tie Einſetzung einer Balia,
s u. die Wahlbeutel abfchaffte u. bie
ten birect ernannte. Diefe Ernen-
en ganz in dem Sinne ber Mediceer.
64, nachdem er 30 Jahre lang als
ch ohne ten Nanıen, in F. geberricht,
ich prachtvolle Bauten verfchänert u.
e ber Kunft u. gelehrten Bildu::g Ita»
u. tem Staate einen gebeiblichen
rt batte.
‚ Pietro der Gichtbrüchige, kränk⸗
fl dem Bater unähnlich, verlor viel
ang feines Baters, bef. ba er tie
ıter audgelichenen Gelter mit Härte
ldnern zurüdforterte u. feinen Sohn
riſchen Yürftin verbeirathete. Seine
acht untergrabende Meinlide Hand⸗
eben bie hervorragendſten Freunde
zu einer republikaniſchen Berbin-
10 , ber Berg), welcher gegenüber
ietros ben Parteinamen ıl L iano,
eltern. An tie Spike der Erfleren trat
ech wußte Pietro Dielen beftech'ichen
s gerwinnen, ſo daß eine Berihmörung
bt zu Stande fommen fonnte. Gine
erwarf abermals tie Auslojung ter
bte biefelben im mediceiſchen Sinne.
efuuchte tie Gegenpartei Venedig ge⸗
i aufzumwiegeln, vergebens waren ihıe
; andern italieniichen Staaten; Bie.re,
3. Reapel unterftütgt, hielt ſich unange⸗
x Stellung, u. als 1466 ber Fried mit
tanbe kam, rächte er ſich durch harte
r Familien feiner @egner. Er fi. 1469,
i0 Gebiet der Republik Durch Kauf der
sa erweitert hatte. Ihm folgten feine
esifen. 4 Aufl. VL
Giuliano, beide in einer von bem Gonfaloniere
Sederini bernfenen Berfammlung der vornebmften
Bürger als Erineip! dellostato anerkannt.
Ihre Stellung lam ber wirklicher Kürften fon
näher; fie entfalteten gräßeren Luxus u. verichafften
tem Bolle durch großartige eftlichfeiten Geuuß u.
Zerftreuung, forgten gleichfalis Laflir, ba Gelebrte
u. Künftler nach F. zogen, eröffneten bef. ben aus
Conſtantinopel fliebenben u.in Italien verfolgten Ge⸗
lehrten ein Aſyl u. bereicherten die Stabt mit Kunſt⸗
u. literariſchen Werlen. Die Beſetzung ber Amter
wurde allmäblig ganz in die Hand der Mediceer
gelegt, indem ſie zur Ernentung von 5 Wäblern (Ac-
coppiatori) ermächtigt murben, welche wiederum
bie Magiftrateperfonen ernannten. Zwar eriflirte
die Balta auch noch, aber nur al® ber engere An⸗
bang ber Dieticeer, welcher nur dazu biente, das
vurchzuſetzen, mas auf dem Wege ber Geſeblichkeit
nit zu erreichen war. Su fleſſen durch Beſchluß
ber Balia greße Zummen aus der Staatékaſſe in
bie Taſchen der Vleticeer. Dieſer Umſtand war es
hanptſächlich, welcher die Menge ber Unzufriet enen
mehrte, an deren Spitze die Pazzi traten, welche ro⸗
reuzo mit Hulfe eines neu erlaſſenen Erbgeſetzes um
ein reiches Erbe brachte. Mit Hülfe des Papſtes Six⸗
tus IV., deſien Streben, feine Macht im Kirchen⸗
ſtaate auszubreiten, Lorenzo entgegen getreten war,
machten Kranz Pazzi ır. fein Oheim Jakob Pazzi, der
Erzbiſchof Franz Salviati von F. u. deſſen Bruder
Jakob Salviati u. A. eine Berſchwörung. Dieſe ſollte
ten 26. April 1478 ausbrechen u. Yoreuzo mit ſeinem
Bruder Eiuliano in der Kirche ber Reparta ermor⸗
ber werten. Doch nur Giuliano fiel, Yorenzc wurde
gerettet, u. Die Signoria, an ber Spige ber Gon⸗
fuloniere Cäſar Petruzzi, ergriffen Lie eintreteuben
Berſchwörer, häugten den Erzbiſchof zum Fenſter
binaus auf u. nach ihm Frauz Pazzi, den Mörder
Giulianos. Das Boll müthete gegen bie Verſchwo⸗
renen u. gegen bie Feinde der Mediccer, Jakob Pazzi
wurde erſchlagen u. in ben Arno geworfen, Baron⸗
celli, ber antere Mörder Giulianos, der nach Con
ftantinopel gefleben war, wurbe von dort ausgelie⸗
fert u. 1479 hingerichtet. Wegen des an ben Erz⸗
biſchof vefifiredtten Urtheils ſprach ter Papſt Sir-
tus IV. über FJ. den Bann ans, u. mit erbinant I.
von Neapel u. ber Republif Siena verbunden, be»
gann er gegen %. den Krieg. Zwar fiegten bie Flo⸗
rentiner am Yago bi Perugia über tie Päpftlichen,
allein Diefe gewannen einen großen Sieg am 7. Sept.
1479 bei Poggibonizzi, fielen in das Florentiuiſche
Gebiet u. näberten ſchon ber Statt. Lorenzo,
ber in Geige bes anhaltenden Kriegaunglüds bie
Bartei feiner Gegner fich täglich mebren ſah, ging
heimlich nach Neapel, bewog ben König 6. März
1490 zum Frieden, u. ber Bapfl, welcher fi
nun verlaffen ſab, ſöhnte fih mit F. aut. In
Folge dieſes Werkes diplomatiſcher Klugheit ftieg
vorenzo fehr in ber öffentlichen Meinung. Auf feinen
Vorſchlag wurte eine permanente Ratheverſamm⸗
lung von 70 Bürgern, in welcherjeber von Anıte aus⸗
ſcheldende Gonfaloniere eintrat, mit einer äbnlichen
Autorität befleibet, wie fie ehedem die Balia beſaß.
Dieje Verſammlung war Yorenzo gang zu Willen;
aber jein Luxus u. tie Bernachlätiigung feiner Geld⸗
gefchäfte brachten fein Haus einem Banlerott nabe,
u. nur dadurch, daß der Staat jeine Schulden ale
die jeinigen erflärte, wurden bie Periceer gerettet
26 Florenz (Geſch) TIL (13781426) IV. nei
müfle, wenn er dem Btechte feine Geltung werichaf- | immer verbannt wr — 7—
fen fönne. Darüber entftand ein allgemeiner Tu> | diti) bilbeten nach u. — u
mult. Des niebere Bolt ſtrömte in bewaffneten *
Haufen zuſammen, begann die Palüfte der Reichen | ben führend, jeden“
—
—
AN, IN
zu bemoliren u. zu plündern u. fuhr auch am fol« | gen mit Freuden — F
enden Tage damit fort, als ſchon bie guelftiche | hielt bieielbe, a = — —
arizi bie Hand zu einer Verfaflungsänberung ge» | valin Piſa bung © dur —
oten hatte. Aber die Zugeftänbnifje waren nicht ber | des Herzezg Fi
Art, um bie Rube für die Dauer zu befeftigen, nache | unter feine & 8 37 — F
11. Juli gab bie neueingetretene Signoria zwar aber» | od, nd
mals ben Korberungen ber Zunftoberen noch weiter
nach u. ite einen großen Theil von Ammonir-
dem biefelbe am 28. Juni wiedergergeftellt war. Am | bung zu — * % ur
ge
... — au" «. at xt *
ten von der Ammonition; aber die große Menge ber | gegr fit 5%
noch Übrigen Ammonirten benutste bie revolutio» ARRULAL +-%
näre Stimmung des nieberen — welches nicht P an \ 4 4 F wo.
in die Zünfte — war, um bie vblieggee 1448* YA
Abſchaffung des Ammonitionsunweſens durchn A DI U
fegen. Es kam eine Verſchwörung zu Stamber “nr \ Daran %
welche am Abend bes 19. Juli ausbrach, er NAEH OAEF GN
— wurde von ben bewaffneten Banb⸗ x Er! Kr: 5% 418
t u. belagert, Am folgenden Tagezwa mi" N CI Ya aan" v
ufrührer bie Zunftobern mit ihren Kt m R Ar mu —F AUG. ?
ber Revolution anzufchliegen u. bie Pr „iR \ LT: II
fi pendthigt, bie Forderungen bes ? \ —3 ar A AS .
willigen. wichtigſte Darunter nu % TANTE
von zwei neuen die der @ A EN
welchen no er andere 2 —
ber Farber, Barbiere, Ä Art
berubigte ſich babes sicht, a
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ren, drei aus ben michi | — 3 44 i tte.®
unzünftigen Belle. - 4% ua von Cortona, Pafjerino
Tage entzweite- fi 1" eiben Yka , wie bie papnuche I
lern, . 60 geSami I” eine fi a, geftiftet 1526, gegen bew!
ber nenen ‚„eBerles | größere — fam, wach
meinen — ſjavonarola⸗ republilaniſchen rdei in F., eu
Staates v agvietros auſ bie | Familie Strozzi (f. b.) fand, fe:
benen bie . bildete fich eine neue | von Karl V. geſchlagen u. Rom v
lung ein „ye es vahin brachte, bag | Zruppen.erobert wurde iu %-
nung b* ‚„piften bes Papſtes 1498 ale | ner Aufruhr gegen bie Mebiceer aı
® wurbe. Bon nım an Ienkte Pietro | u. Aleſſandro vertrieben
—— jesenstänglicher Gonfaloniere au bie
‚pie ee in %. Unter m
agege ublik F. in gr ng; ihre
Aburd ben — ben Fortſchritten ber
„aronr giüicklicher geführten Krieg gegen Pija
Morß daß fie nicht im Stande war, ben
‚ngepiänen des Herzogs-von ber Romayna,
Borgia, Wiverſtand entgegen zu ſetzen. Die⸗
‚Band fich 1501 mit Bieteo dei Mtebict, um deſ⸗
‚Biedereinjeigung zu erzwingen, gab jedoch bier
Yan fpäter auf, um gegen Reapel zu ziehen.
eiro ft. 1504, nachdem ferne auf Franlreicht Un⸗
finhung gebaute Hoffnung, wieder zur Herrſchaft
„Pr. zu gelangen, ſehigeſchlagen war. Neuen An⸗
palt neroanmen bie Mebiceer 1503 nach tem Tode
teo Papftes Alerauder VL an befien Nachfolger
Stine IR. Diefer verlangte bie Abjetzung Soderi⸗
nis, Dem: ritt ber ublit zur Liga gegen | ergeben u. dem Kaifer das Medi
Frantreich Wie Herfiellung ber Mebici. Als F., | eine neue Megierungeform vo
weiches 1509 ber Abfindung ber Könige won | mäß ließ ber Kaiſer am 29. 1
Neapei Ar. Krantreih mit Geldfummen glüdti | bei Medici zum erbliden
wieder in Well von Pia gekommen war, tieje for» | mit dem Grbfolgerecht feiner mm
dam wieber einzuſetzen, >.
ne
ferlihe 18,000 Daun karte, ı
—— —
an an
libert® Tode diefem im Se
“
.
>
ʒeor
Dabei wurde der Zinsſaß der Staatspapiere auf
die Hälfte berabgejett, u. ale auch dieſes Deittet fich
noch unzulänglich erwies, wurden die Capitale ber
milden Stiftungen mit den Verfprechen ber Wie
derzahlung nach 20 Jahren angegriffen. Lorenzo ft.
1492. Um biefe Zeit deganu ber Dorninicanermönd
Savonarola als Brediger einer wahrhaft hriftli
Sittenlebre aufzutreten, um den moraliichen all
ber Geſellſchaft entgegen zu treten, welchen ein halt⸗
loſes Genußleben zugleich mit der Theilnahinlofig-
keit der- Bürger an ben Öffentlichen Angelegenheiten
herbeigeführt hatte. Hoch größeren Einfuf gewann
dieſer außerordentliche Deann ımter Yorenzos Sohne
Pietro IT, welchem des Vaters Ginficht u. Ge⸗
wanbtheit fehlte. Dieſer verfeindete fich nit Yabıwig
Doro, Herzog von Mailand, u. ſchloß Dagegen ein
Bündniß mit Alfens von Neapel. Als nun König
Karl VIII. von Frankreich mit einen Heer erfchien,
un Neapel zu erobern, verfagte Pietro ihm ben
Durchzug durch das Florentiniiche Gebiet, aber ba
Karl Gewalt brauchte u. Fivizzando weguahm, ſchloß
Pietro einen jebr ungänftigen Frieden mit Frankreich,
wedurch er bie in Folge feiner ſchlechten Verwal⸗
"rung des Staates ausgebrochene Mißſtimmung fo
ſehr fleigerte, Daß Savonarolas republilanifche Agi⸗
tatien völlig durchgriff u. Pietro am 9. Nov. 1494
zerbannt wurde (Erfie Berbannung ber Die«-
diceer).
Eine nene Verfaſſung, deren weſentlichſtes Ele⸗
ment ein aus 800 Bilrgerm gebildeter großer Rath
war, gab dem Staate wieber Halt, der einen großen
Theil feines Gebietes, n. and. Piſa, eingebüßt hatte.
Mehrere Verſchwörungen der mebiceiihen “Wartet,
1496, 1497 u. 1498 mit geroaffneter Hand ihre
Zurüdberufung zu bewirken, mißlaugen. Unterdeſ⸗
jen batte fich Die neue Regierung, deren Seele Sa⸗
vonarola war, eng an Frankreich angefchloffen u.
hielt das Bündniß auch da noch anfrecht, ale faft
ganz Italien gegen biefe Diacht zu einer Yiga zuſam⸗
mengetreten war. Dadurch gerieih F. in große Verle⸗
genbeit, u. ald bie Berfolgungsjucht der ſavonarola⸗
ſchen Partei nach tem dritten Anfchlag Pietros auf bie
Stadt viele Unſchuldige traf, bildete fich eine neue
Partei im Staate, welche es dahin brachte, daß
Eavonarola auf Anfriiten des Papſtes 1498 als
Ketzer verbrannt wurde. Bon nun an lenkte Pietro
Screrini, als lebenstänglicher Gonfaloniere an bie
Epite geftellt, die Staatsgefchäfte in F. Unter ihm
gerierh bie Republik F. in große Zerrüttung; ihre
Kräfte wurden durch den mit den ortichritten der
Be zwar glüdlicher gefübrten Krieg gegen Piſa
o ſehr erfchöpft, daß fie nicht im Stanbe war, ben
Eroberungsplänen des Herzogs von ber Romagna,
Sejare Borgia, Widerſtand entgegen zu jeßen. Die-
fer verband fich 1501 mit Pietro dei Diebicı, um deſ⸗
fen Wiedereinſetzung zu erzwingen, gab jebody die⸗
fen Plan fpäter auf, um gegen Neapel zu ziehen.
Pietro ft. 1504, nachdem ferne auf Frankreichs Un⸗
terſtützung gebaute Hoffnung, wieder zur Herrichaft
in F. zu gelangen, feblgeichlagen war. Neuen An-
halt gewanuen bie Mediceer 1503 nad tem Zobe
bes papfiee Alerander VI. an deſſen Nachfolger
Julius II. Dieſer verlangte die Abjegung Soreri-
nis, ben: itt ber Republik zur Liga gegen
Frankreich Die Herftellung der Medici. Als F.,
welches 1509 durch Abfintung ber Könige von
Neapel u. Frantreih mit Geldſummen glüdlich
wieder in Beſitz von Pija geloumen war, tieje For⸗
Florenz (Gefſch) IV. (1492-1527) V; (1828-1591)
berungen zurückwies, ridte ‘ber papflı
Raimund von Cordova auf Betrieb
das Klorentinifche Gebiet ein, ſchlug bi
u. nahın Prato 30. Hug. 1512. Unte
die Anhänger ber Mebiceer bas Bolt |
rädberufung gefiumt. Soderini mu
u. bie Diediceer, bie fih zur Vermi
Friedens mit Dem Bapfteerboten, touı
niit Sreuben wieber aufgenommen
der Mediceer).
Die Mebiceer änberten nad) ihrer 9
Mejentliches in der Form der Republ
ben alle Gejetge, welche ſeit ihrer Ve
geben waren, aufgehoben u. ein X
von 200 entichiebenen Anhängern
conftituirt. Der Cardinal Giovanı
Sohn Pietro’s, trat an bie Spike b
Gewalt, die er-aber, als er 1513 ale
wurde, jeinem Bruder Siulianei
durch, Daß ein Mediceer ven päpftlich
hatte, wurde es ber Familie berjelber
bie Regierung zu behaupten, weun g
gegen fie von der demokratiſchen Pari
geuährt wurde. F. nuhm nuu Theil ar
der papſilich⸗kaiſerlichen Liga gegen
Nach Gintianvs Abdunlung 1513 (er ſt.
folgte Lorenzo, ein natilrlicher Eu
der ſchou won Anfang Biuliunus I
wejen wur. Yuch dieſer mußte In
auf Die päüpftliche Protection als anf!
Boltes ftilgen. Nach deſſen Tode,
Giulio, ein natürlicher Sohn Ginl
nal u. Erzbiſchof von F., die Zügel d
Nachdem Ginlio 1523 als Klenien
eworben war, überließ er bie Berm
tter, ben Kardinal Ippolito teil
Kardinal von Cortena, Paſſerino Si
jelben Diaße, wie die päpflliche joge
!iga, geftiitet 1526, gegen beu Kai
größere Bedrängniß kam, wuchs ı
republifanifchen Partei in F., an be
Familie Strozzi (ſ. d.) ſtand, fo daß.
von Karl V. geſchlagen u. Rom von!
Truppen erobert wurde, in F. 1527
ner Aufruhr gegen die Webiceer ausb
u. Aleſſandro wurden vertrieben n.
niſche Berfaflung wieder hergeftellt (3
treibung der Mediceer).
V. 5. als Herzogthum bisyı
des Großherzogthums To%ı
Indeß dauerte bie Wieberberftellu
blik nicht lange. Der. Bapft ſehl
bem Kaifer ven Frieden zu Barcelor
Rückkehr ber Mediceer bebung
Kaifer vermählte feine natürliche X
retbe niit Aleſſandro bei Mebici. 1
dam wieber einzufegen, lief Karf '
Heer gegen %. aufbrechen. Die Flore
Digten ihre Stadt 11 Donate lang ı
jerliche 1 en —A ſtarke, von
ranien befehligte Belagerungeheer,
fie ih) an Ferdinand von Gonzuge |
libertö Tode biefem im Commande
ergeben u. dem Kaiſer Das Recht eim
eine neue Regierungsform worzufczre
mäß ließ ber Kaifer am 29. Inli 1531
bei Mebici gum erblichen He:
mit dem Grbfolgerecht feiner meinntn
+
Florenz (Gefch.) V. (15341569) bis Floreſeenz
uch ber —— u. bei dem Erldſchen auf die
ichen Nachleommen non Cosmo u. Lorenzo
den. Das Oberhoheitsrecht des Kaiſers über
ade erneuert u. bie republilaniiche Verfaſſung
heben. Teer Herzog Aleſſandro vernichtete man
km Iehten Schein ber Freiheit, welchen bie kai⸗
e Kerfafiung ben Florentinern noch gelafien
Er ließ fich mir Hülfe der Balia für den un⸗
zänlten Herrn von F. erflären, baute eine
ide, entwaffnete tie Bürger u. errichtete fich
kibwache von 1000 Mann. Ale aber Papft
m VII. 1534 ftarb, gemann bie republilo-
Ippofition, unterflügt von dem Cardinal
Die dei Medici nenen Boten, u. viele ter
sten Familien wagten es nad) F. zurüdzu⸗
L AI8 inzwiſchen tie Willkürherrſchaft Aleſ⸗
n ſich in dem Maße verſchlimmerte. daß der⸗
jde Schranle der Eitte u. des Geſetzes nie⸗
Kam feinen niedern Lüſſen zu fröhnen, erboben
igpter der großen Familien Salviati, Strozzi
delſi gegen ihn bei dem Kaiſer eine Anliage;
aber bei der Erwiderung bee Herzegs
ja denſelben fogar zum Lberbefeblehaber
2 Heere in Italien ernannte, ver⸗
⁊ die merken: vornehmen Familien ihr Bater⸗
Arjſentro wurde von einem Veiter, Yorenze
i 1537 ermordet, nachdem er ſelbſt fu
e Bergiitung bes Cardinals Ippolito dei
E veranlaßt batte. Jetzt war nur ein legiti⸗
Brößlinz ter DMetici, ter 1Sjäbrige Cosme
ber burch Lie Bermittelung des Cardinals
wm O:berbaupte des Staates, Anfangs ehne
Btirel, ernannt u. dem ein Staaterath von
gliebern beigegeben wurde.
no I., ebwohl noch ſehr jung, ergriff mit un⸗
ex Tbatkraft die Herrſcherwürde, von ten Ge⸗
beſeelt, den Glanz u. Ruhm der Mediceer, ber
rſten Vertreibung derſelben faft ganz erleſchen
ieber herzuſtellen. Er ſuchte die Freundſchaft
ſers, weicher ibm ben Herzogstitel ertheilte.
m wagten bie vertriebenen Republilaner un-
ro degli Strozzi einen Angriff auf F., wur⸗
exon Tosmo üterliftet, zum großen Theil ge⸗
zenommen, doch entlaın Pietro degli Strozzi.
in an begann der Herzog, welcher, als der
Rampf ter Banditi ein ſchlebtes Ende ge-
nu batte, Gift u. Dolch feiner Feinde zu fürch-
ve, fein Regiment in eine Schreckendherr⸗
a verwandeln. Gr fübrte cine politiſche u.
e Inquiſition in F. ein, machte den Handel
pol der Regierung u. zeg alle Wechſel⸗
wieter an fich. Die dadurch gewonnenen
— er zu Bauten von Feſtungen
Sammlungen von Kunſiſchäten, Grün
ge Rklabemie der bildenden Künfte 1562). Co
‘06 ihm Durch Reichthum u. Herrſcherwürde
icht feines Haufes von Neuem zu begrünten
m bem, in geiftiger wie in politiſcher Bezie
ebentungerclfien Staate Italiens zu machen.
Sauptaugenmert in ber äußeren Pelitilk rear
Erwerbung Sienasyerichtet. Es borfich dazu
idiiche Gelegenheit, als Pietro degli Strozzi
nõſiſche Dieuſte getreten war u. 1553 ale
din To&ana den Krieg gegen bie Kaiſerli—
brie. Ccsmo, bisher neutral, war, um nicht
incın geläbrlihken Feinde überrunmelt zu
„nun genöthigt, eifen ante dem Kaiſer in cn
üß zu treten. Um aber zu verbindern, daß
l
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1
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371
Siena von Pietro befegt werde, ba baflefbe mit
den Franzoſen im Einverſtändniß ſchien, überflel
er 1554 bie Nachbarrepublil, nahm eine Statt
ber andern u. zwang 17. April 1555 bie Stabt ſelbſt
fi zır übergeben. Einſtweilen blieb tie Etabt u.
ihr Gebiet unter der Oberhoheit tes Neichsvicars
Bhilipp II., u. wurte dann von dieſem mit allen
Souveränetätsredhten an Ecsmo 3. Juli 1557
überlafien, mwegegen tiefer Piombino, Elba (bi
auf Porto Ferrajo) u. einige Ortichaften an ber
mailänter Grenze abtrat. So groß mar jett wie-
der bie politilche Bebeutung der Mediceer gewer-
den, daß 1559 Cosmo bie Wahl eines Anver⸗
wantten, Giovanni Angelo bei Metici, zum Bapfte
(Pius IV.) leicht durchzuſeyen vermochte. 1562
ftiftete er den Stephansorden zum Schuß bes Les
vantehandels u. trat 1564 die Regierung ſeinem
Sohnegrancesco Maria ab, griffaber auch fpäl«
ter noch immer tbätig in bie Negierungein u. nahme
1569 den Zitel Großberzogvon Toscaltu *
welcher Titel indeß erft 1574 von Kaiſer anerlanm
wurde. So ſounrde aueè F. u. Dem nach u. nach exe
oberten u. erfauften Stätten u. ihren Gebieten ein
neuer ‘Staat geſchaffen, ilber die Geſchichte beflel-
ben f. Toscana. Vgl. N. Macchiavelli, Florenti⸗
niſche Geichichten, aus dent Italieniichen von W.
Neumann, Berl. 1509, 2 Yte., u. von J. Zieg⸗
ler, Karler. 1931; 9. Neumont, Tavole cro-
nnlog. e sincron. della storia Fiorentina,
Flor. 1541.
Flores (lat.), 1) Blumen; 2) (Tbarm.), jum
Arzneigebrauch getredhtete, ch. ſonſt yubereitete
Blüthen; fo F. macis. Muskatblüthen; 8) verfchie-
dene, auch mineraliſche Präparate, 3. B. F. astl-
menli argentöl, fon. w. Antimonblumen, ſ. u. An⸗
timon «Chbem.): F. benzees, fc v. im. Benzoeſäure;
F. plambi, Bleiblütbe, |. u. Blei: F. ralls ammeo-
idei, jo x. m. Gereinigter Salmial; F. salis
ammonlaci marllales, jo v. mw. Cijeniahnial; F.
sulpharis, fo v. w. Schwefelblumen.
lored, 1) Fie meitlichfte Inſel in ter Gruppe
ter Azoren (Meitairilar, bergig, ſchön bewaldet
u. fruchtbar, bat viele Ditneralguellen, führt bef.
Crfeille u. Sieb aus, 2 OM,, etwa 13,000 Ew.;
Dauptort Sta. Cruz; 2) (Ende), eine ber Klei⸗
sen Zuntainfeln ı Südajien), zwiſchen Sunibawa
u. Zimer, duxch Die Aloreöflrage von Solor
fhieten, 422 EM; im ZU. mebrere Qulcane
der bedeutendſte ter Lovotivo), Nüften eben u.
fruchtbar, im Innern gebirgiy, Licht bewaldet =.
noch menig befaunt; won Malaien bewohnt, bie
unter mehreren Hänptlingen ftchen, auf ter öftlichen
zürlüfte einige holländiſche Niederlaſſungen; Pro⸗
ducte: Reis, Sandelholz, Ambra, Schweine, Zie⸗
gen, Heuig, Wachs. Der Theil des Indiſchen Mee⸗
res, zwiſchen Celebes, Flores u. Timos beißt See
von Flores in demſelben zablreiche Inſeln; bie
bereutentften: Zolen-Belleys Tulkaug Baſi). Sa⸗
brao (Adinar), Pantar, Ombaien. a.; 3) engliſche
Intel im nörblichen Stillen Occau an Der Weſtküſte
ven Vritiſch Nordamerila: 4) Fleden in der braſi⸗
lianiſchen Previnz Pernambuco, am Francisco,
Baumnolleuplantagen, Viehzucht; 5) Inſel an der
SCORüfte der füramerilaniihen Republik Uruguay,
Leuchtiburm.
Floreſcenz (v. lat.), das in ber Blüthe Steben,
Blütbezeit, B. 1. der Zeitraum, während welchem
eine Pflanze in Blüthe ficht, 94°
31%.
Floreſchtok bis Floriacenſer
Florefchtok, Fleden im Kreiſe Soryi ber Pro« | ernannt wurde, in welcher Provinz er
vinz Befſarabien; 525 Em.
loreſtan I, Fürſt von Monaco, Sohn bes
1819 verftorbenen Fuͤrſten Honorius IV., geb.
10. Oct. 1785, folgte 1841 feinem Bruder Hono-
rins V. in ber Regierung u. fi. ben 20. Juni 1856
in Baris, f. u. Monaco; er war feit 1816 vermählt
mit Fürſtin Caroline u. hatte zum Nachfolger ſei⸗
nen einzigen Sohn Kari III.
Florceſtĩna (F. Cass.), Pflanzengattung aus
der Familie ber Compositae - Senecionidene-
Heliantheae; Arten: F. callosa, in Nordame⸗
rila, F. pedata, F. tripteris, in Mexico.
[oret (fr.), 1) das rohe Geipinnft, ob. der
ang von ber Verpuppung des Seibenwurms,
welcher fich abhaſpeln läßt, auch ®) der Abfall von
anberer guten Seide. Der ſchlechteſte F. (Spinn-
webe, Watt- vd. Werkfeide) wirb nidt kar⸗
dätſcht, fondern nur getrodnet; bie beffere, mit ben
Karben zugerichtete, bient zu ben gröbften feidenen
Geweben. Daraus werben bie Floretſeide u. Floret-
feidenen Sachen gewonnen. Daher Bloretband, eine
Art ſeidenes Band, f. u. Band 1) e) bb); 8) fo
v. w. Wollner Damaft, f. u. Damafl; 4) fo v. w.
Stoßrappier, |. u. Fechtkunſt La) —
[oreteäda8 (ipan.), fo v. w. Papeline.
Floretleinwand, ſehr loderes baummollenes
Gewebe, kommt aus Schwaben.
Florets, ein glängenber, figurirter, den Satin
ähnlicher englifcher Stoff.
Florettas, 1) Sorte franzöfifcher Leinwand;
2) englifche Droguets, ſ. d.
Florette, alte franzöſiſche Silbermünze um
1390, von Zweigroſchenſtückgröße, nach den Linien
darauf genannt.
Florez (ſpr. Flores), ) Henriquez, geb. 1701
in Valladolid, war Auguſtiner u. ſt. 1773 in
Madrid; er fchr.: Espana sagrada ete., Madr.
17514— 1819, 43 Bbe. (vom 30. Bde. an von Man.
Risco fortgejegt) ; Medallas de las colonias, mu-
nicipios y pueblos antiguos de Espaßia, ebb.
1757—73, 3 Bbe.; Clave historical, ebd. 1743,
neuefte Auff., ebb. 1798; Hist. geneal. de la casa
real de Castilla y de Leon, ebb. 1761, 2 Bde,
3. Aufl. 1790; La Uantabria, 1768; 2) Don
Alvaro 8. Eftrada, geb. 1769 zu Pola de Somiebo
in Afturien, widmete ih in Oviedo u. Valladolid
ben Rechtswiſſenſchaften u. wurbe 1808 General-
procurator von Afturien, als welcher er ſehr freifin-
ni gegen Napoleon I. auftrat; mit gleicher —*
muthigkeit vertheidigte er bie Vollsrechte gegen Fer⸗
dinanð VII. u. redigirte feit 1820 den Tribuno
del pueblo in Cadir; 1829 wanderte er nad
Sranfreih aus. Er fchr.: Introduccion & la
historia de la guerra de la independencia;
Paralelo del clero protestante y del clero
catölico, 8 Bbe.; Representacion & Fer-
nando VII. en el ano de 1818 haciendole ver
totos sus estravios; Curso de economia poli-
tica, 5. Aufl. 1843 (franz. von Leon Galibert, Par.
1833, 3 Bde); Auszug baraus: Elementos de
economia politica, abr. 1841. 8) Glored),
Don Yuan Joſe, geb. 1601 zu Puerto Caballo
in Benezuela, trat früh ing Militär u. zeichnete ſich
im Sübanerilanifchen Freiheitötriege jo aus, daß er
1821 zum Generalabjutant u. 1823 Civil u. Mi⸗
Ütärcommanbant in dem Löniglich gefinnten Pafto
Aufftand bämpfte. In Folge davon wur!
befehlshaber von Ecuador u. bald dara
general. 1827 dämpfte er bie Militä
ima, commanbirte 1828 im Kriege gege
Columbiſche Heer u. beenbigte dieſen
ben Sieg bei Tarqui. Dafür erheb i
zum Generallieutenant u. Oberbefehl:
Siüd-Eolumbia. Als fih 1830 ana C
3 Republilen Neu⸗Granada, Venezuela
bildeten, spurde %. zum erflen Bräfi
Ecuador gewählt. 1835 trat er ins
zurüd u. beſchäftigte ſich wiffenfchef
wurde er wieber auf 4 Jahre zum
ewählt u. ebenfo 1843 lebenslänglich
Folge ber Revolution von Ouayaquil I
der u. ging, mit dem Titel eines Gener
u. mit 20,000 Dollars Gehalt, anf zme
per Land, worauf er in Europa, beſ.
u. Spanien, dann in Jamaica wieberho
machte, mit bewaffneter Sand nach Een
zufehren. Nachdem ihm ein letzter B
Hülfe Berus in Befitz der Gewalt
1851 fehlichlug, er fih nah N
Florflie emerobini, Hemer
Hemerobiodea auct.), Unterfamilie
üügler (Planipennia) aus der Orbnm
ügler, Fühlhoͤrner fabenförmig, wielgfi
den Augen eingefügt, Tafter 4 nad de
did, Oberkiefer hornig, breiedig, Leib I
bogen, Kopf breiedig, Berabgebogen, 5
fein gesitert, Beine dünn; leben vom
bie Eier (an langen Stielchen) auf DI
tungen: a) eigentliche F. (Hemer
vorderes Bruſtſtück flein, Flügel dadyfi
Augen groß (oft metalliſch glänzend),
borftenförmig; ftinft ſehr, fliegt langſam
(Blattlauslöwen), frefien Blattlãu
Schwanze em Werkzeug zum Einfpinn:
bat zu Untergattungen Osmylus (mit
gem), Art: Gefledte$.(Osm. macula
Kopf ıı. Beine ziegelrotb; u. Hemer:
Nebenaugen), Art: Stinken deF. (H
ſchön grün, goldäugig, mit gelbgruͤnlich
Flügeln, häutig; b) Netgfliege (Sem
erfter Abichnitt der Bruſt groß, bie F
borigontal, Taſter fabenförmig, das
berjelben Tegel- od. walzenförmig. If
bie Gattungen: Chauliodes, Fi
förmig, viel länger als der Kopf; Ob
eig, kurz, inwenbig gezähbnt, age!
vorderes Brufifiüd groß; Art: Ney
tammförmigen Fühlern (Chaul. pei
Latr., Semblis pect. Fadr.), er t
braunen Adern, ın Norbamerila; Ce
Fühler einfach, kurz, walig, Ob
Männchen wie Hörner geftaltet; 4
dalis cornuta; Sialis, Kinnlaten
Siihöuner einfah, Flügel badför
hlammmnepfliege (Semblis lutr
niger), ſchwarz, mit bellbraunen, ſchn
Flügeln; gemein; Weibchen legt bie Cie
(oft zu 1000 Stüch ſenkrecht neben eina
im Wafler, jehr beweglich.
Sloriacenfer (Zlorenfer, Slorienſe
von Flore), geftiftet 1183 von Joachi
Ciftercienferfiofters Corazzo in Calabr
Ginöbe Store, für ſtrenges Leben, 119€
Floriacum bis Florida
nmtlichen Klößern ven Eiftercienfern
fielbe erlitten bie 1187 von Joachim
—5
1, ‚»b eurh.
. lat., ber — männlicher
m fo Forentine, weiblicher. Belannt
ſoll um 190 au Zeifelmaner in Rie-
boren fein, war Hauptmann im römi-
ter tem Statthalter Agnilinus, durch
brenb einer Ehrißenverfelgung feines
efenninifies halber den Dlärtyrertob
ee in ter Enns unweit Torch ertränft
Leichnam wurde zuerſt an ber Stelle
jetzt Das Augufiiner Ehorberrnftift
jfleht, ſpäter brachte man jeine Oe⸗
1, 2.1183 ſchickte fie Papſt Lucius ILL,
ir von Bolen u. dem Biſchof Ge⸗
au anf ihre Bitte um Reliquien, n.
Ehusheilige Polens; fein Gebädht-
Kirche ift der 4. Aug. Abbildungen
ar als Krieger, in ber Hand ein Ge⸗
men, bie er anegießt; deehalb ruft
gegen Feuersgefahr an. 2) Jean
ris de F. geb. 1755 im Schloſſe
sauve (n. And. ın Nismes), murde
g von Penthievre, zu bem er 1765 als
n war, begünftigt, Capitain in feinem
nent; doch lebte er größtentbeila in
iffenfchafien. Während ber Kevolu-
:, entging er ber Verfelgung ter
ch Sceauy, bis bie Schredeneberr-
eöpierres Sturz zu Ente ging: er fl.
Voltaire et le serf du mont Jura
2; Galatde, Bar. 1784 (deutfch von
1787); Estelle 1788 (dentſch Sera
slles (deutſch von Meißner, Tpy. 1756,
Bel. 1793); Numa Pompilius
ı 1787); Guillaume Tell (deutſch
beide oft, bei. zum Schulgebrauch
ıbles, 1792; Gonsalve de Cordoue
‚ 1791 (deutfh von S. Baur, Berl.
ug b. Nibta, ꝰpʒ. 1817); Le deux
9 von A. Wall, Lpz. 1759, n. Aufl.
); Oeuvres, Bar. 1754, 24 Bde.;
Bte.; 2pz. 1799—1501, 13 Ute,
., 1826, 8 Bte.; Oeuvres indlits,
Bir@reconrt, Bar. 1625; Sämmtliche
kt 0.2. G. Förſter, Quedl. 1527 f.,
toollentet); Lebenabeichreitung ven
uffret u. in ben Bicgrapbien ber 3
Br. 3, St. 1, 6.701.
mw, 1) Marktfleden im äfterreichifchen
i Enns; bier befteht ein angeblich von
155 gegränbetes, 1070 erneutes, nach
. genannte, reiches Auguftinerkicfter
zibliothek, Gemälbefammiung, Natur
nzlabinet, Baumſchulen, verzüglicher
ft; 1000 Ew. Vgl. Stütz, Geſchichte
Chorherrenſtiftes St. F., Linz 1535;
n an ber Laßnitz, im Bezirk Lands⸗
ſchen Kreiſes Gratz; 500 Ew.
‚ 1) (a. Geogr.), Ort in Vannonien,
Deonanflotte u. Sitz eines Präfecten;
ei Den ob. Stuhlweißenburg; 2)
873
——— la F.), Fort ber Citta nuova von la
etta (H t der engliiden Infel Malta);
8) bewohnte Infel bes Galapagosarchipels (Rord-
weftlüfle von Südamerika); vullaniſch, Klima ge-
fund, Boden fruchtbar; fehr viele Tauben; gehört
zur ſildamerikaniſchen lit Ecnador.
Sloriansdorf, Dorf im Bezirk Warnsdorf
bes bohmiſchen Kreiſes Leippa, mit Woll⸗ u. Lein-
weberei, Spinnerei ee, Bleichen; 800 Ew.
Florianus, 1) M. Annins, Bruber des rö⸗
miſchen Kaiſers Tacitus, wurde 276 Gegenkaiſer
bes Probus, aber bald ermordet, |. Rom (Geſch.).
2) © 15, f. Florian.
ceyB, Suttung
l der Banbwürmer, ſ. b.
lorid (v. lat.), bl
hend,
oſtlichſte u. der Reihen⸗
Meilen längs der Nordluſte bes Diericaniichen Keer⸗
buſens hinziehenden Lanbftriche beſtehend; Fläche n⸗
raum: 2793 OM.; Grenzen: im R. die Staa⸗
ten Alabama u. Georgia, im DO. ber Atlantiſche
Ocean, im ©. ie Floritaftraße u. ber Mericanifche
Dieerbufen, im W. ter Mexicaniſche Meerbufen ;
Borgebirge: Kanaveral u. Klorita (beide auf
ber I fitüfte der Halbinfel), Sable (SWLüfte der
Halbinſel), Roman (WHKüfte der Halbinfel), St.
George u. St. Blafius (SKüſie des- Landftriche
am Diericaniihen Meerbuſen). Die OKüſte ber
Halbiniel am Atlantiſchen Oceau hat nur unbebeu-
tende, für kleinere Fahrzeuge zugängliche Häfen, bie
BWxüfte am Mexicaniſchen Neerbuien Dagegen meh»
tere tief in das Land einbringenbe Buchten u. Baien
mit guten Häfen: Qullican’sbai, Charlotte'8-.Bare
kor, Zamba-, Tagabona- u. Wacaſſacbai; auf dem
Landſtrich an ber Nküſte bes Mericanifchen Meer»
bufens bie Appalachee-, Appaladicola-, Chocta⸗
mwatchee- u. Benficelabai. Die Sküfte ter Halbe
infel umgeben bie Florida⸗Reefs (f. d.). Die Oben
fläche Des Landes ift einförmig u. eben, ſich nirgende
höher ale 300 Fuß Über bie Meeresfläche erhebenb;
im Innern ber Halbinfel einige Hügelletten bie
170 Fuß; einige noch höher (6i8 zu 300 F.), zwiſ
ben Flüſſen Sumanee u. Chattahochee (im NW.).
Im SD. der Halbinfel der See Okeechobee u. ein
20 Meil. langer, 6—11 Meil. breiter, viele Kleine
Inſeln entbaltender Sumpf (Everglader ob. P’ay-
hay-o-kee genannt). Die bedeutendſten Flüſſe
find:_Pertivo, Escambia, Bladwater, Yellowwa⸗
ter, Cboctawatchee, Oclodonee, Dscilo u. Suwanee
münden in.ben Mericanifhen Meerbufen, Appala-
chicola (der größte Strom des Staates) mit bem
Chipefa, St. Mary's⸗River u. St. Jobs od. Ine
bian-River (beide in ben Atlantiſchen Ocean mine
dent). Klima faſt tropiſch, durch Seewinte ge
mäßigt; ba6 Thermometer jelten itter + 27°-R.
fteigend, felten unter 0° BR, finlent, Lie Souimer⸗
monate regen ber vielen Sämpfe uugelunb.:. Eine
Ausnabme davon macht ein Küftenftrich am Atlan⸗
tiſchen Ocean in ber Nähe von &t. Auguftiue, ber
als beſ. gejund gilt u. namentlich als Aufent⸗
halt für Brulfraufe empfohlen wird. Der Bo⸗
den iſt faſt durchgehende ſandig, mit Ausnahme
ber ſogenannten od6 (d. h. Hängematten),
374
onfenartiger fruchtbarer Streden, mo Sand mit
Thon gemifcht ift; dieſelben zeichnen ſich durch ihre
ſchönen Eichen», Magnoliene u. Lorbeerwalbungen
aus. Savannen (Wiejengrünbe) finden fich na-
mentlich an ben Flußufern u. Lönnen durch Ent-
wäſſerung in fruchtbare Landftriche verwanteli mer-
den. In ben Bine-Barrens (Fichtenlänbereien)
bauen fih bie Heinern, feine Sfiaven befitzenden
Pflanzer an. Im Allgemeinen läßt fih ber Boden,
begünftigt durch das milbe gleichmäßige Klima, als
ſehr fruchtbar bezeichnen. Producte: Mais, Reis,
Baunmolle, Zuder, Tabak, Palme⸗Chriſti (Kaftor-
81), Arromroot, Bohnen, Linſen, Erbſen, Bataten,
Cacao, Ananas, Indigo, Wein, Bananen, Tama⸗
rinden, Oliven, Orangen u. eine große Anzahl
anderer Südfrüchte; herrliche Waldungen von
Eichen (gutes Schiffsbauholz liefernd), Fichten,
Cyprefſen, Magnolien, Hickory (weiße Belnup)
u. Yorbeer; Bären, Euguare, Alligatoren, Rind»
vieh, Pferde, Schweine. Mineralreichthum noch
wenig bekannt; bie Florida⸗Reefs liefern Seejalz.
Su ter Grafſchaft Benton find Eifen- u. Schwe⸗
felgquellen. 1850: 87,444 Einmw. (47,211 Weiße,
924 freie Farbige [namentlid Seminolen u. Ereele]
u. 39,309 Sklaven), 1856 liber 110,000. Ein»
theilung in30 Grafſchaften (Counties): Alabama,
Benton, Calhoun, Columbia, Dabe, Dallas, Duval,
Escambia, Franklin, Oadsden, Hamilton, Hille-
borougb, Holmes, Jackſon, Sefferfon, Leon, Levy,
Madilon, Marion, Monroe, Raflan, Orange, But-
nam, St. John, St. Rucie, Santa Rofa, Sumter,
Wakulla, Walten, Walhington ; Hauptftabt: Talla⸗
bafiee. Die Berfaffung tft bie ſchon mehrfach
abgeänberte vom 11. Ian. 1839, mit welcher F. durch
Congreßacte vom 3. März 1845 ale Staat im bie
Union aufgenommen wurde. Die Executivgewalt hat
ein vom Boll auf 4 Jahr gewählter Gouverneur
11858 Mabifon S. Perry), dem ein von ber Gene⸗
ral⸗Afſembly gewählter Schatsfecretär (Treasurer)
zur Seite ftebt; ber Gouverneur muß minbeftens
30 Jahr alt, feit 10 Jahren Bürger der Vereinigten
Staaten fein u. in den letten 5 Jahren in F. ger
wohnt haben; er bat ein Suspenfivveto, u. kann
für die nächften 4 Jahre nicht wieber gemählt
werben. Die Gejegebende Gewalt ruht in ber
General- Affembly, welche aus einem Senat u.
einem Haufe der NRepräfentanten befteht. Die Se-
natoren werben vom Volle diſtrietweiſe anf 2 Sabre
gebt; ihre Anzahl beträgt gegenwärtig 19; bie
epräjentanten dagegen nach Counties (ebenfalls
vom Bolt tirect), ibre Anzahl (gegenwärtig 40)
barf nicht über 60 betragen. Stimnirecht bat jeber
freie, Weiße, männlice Bürger der Bereinig-
ten Staaten, ber 21 Jahr alt gemefen, in &
2 Zahre, in der County 6 Monate mohnbaft ge-
weſen u. in bie Miliz eingefchrieben cd. kraft der
Geſetze von biefem Dienft frei u. erimirt iſt. Se-
natoren wie Repräfentanten müſſen im Staate
2 Zahr u. im betreffenden Diftrict (resp. County)
1 Jahr unmittelbar nor dem Wahltage wohn⸗
baft geweſen fein. Duellanten u. Secundanten find
von allen Staatsämtern ansgeichloffen. Die Aſ⸗
ſembly tritt alle 2 Jahre in Tallahaflee zuſammen.
Die Legislative darf kein Gefe zur Emancipa-
tion ber Stiaven u. lein Berbot für Einmande-
rer, Sklaven mitzubringen, erlafien; dagegen bat
fie das Recht, freien Berbigen ben Eintritt in ben
au verbieten. Auch in Bezug auf Ertheilung
>
Florida
| von Kreibricfen für Banten if bie Le⸗
bie Berfaffung beſchräukt. Jum (
Wahhington ſendet F. 2 Mitglieder
u. 1 ins Repräſentantenhaus n. hal
bei ber Präſidentenwahl. Kür Rec
fteht 1 Obergerihtshof (Supreme
nur Appellationsgerichtöbarfeit bat, ı
Justice u. 2 Associate- Justice I
jährlich viermal in ben größeren Stäb
balten, ferner 4 Circuit- Courts, t
County 1 Richter für Teſtamentsa
(Judge of Probate). Die Finanz:
ordnet; Staatseinnahmen 1856— 57:
Stantsausgaben: 85,365 Dollars. 2
werth des immobilen u. mobilen Berm
wohner von F. wurbe 1850 auf 22,
abgeihätt. Banken befitt F. nicht.
vorzugsmweile Methobiften, Baptift
rianer u. Epillopale, im Ganzen
wovon 75 Methodiften-, 45 Baptifı
boterianer-, 10 Epillopal-, 5 Römi
u. 3 Kirchen von Heinern Secten. Für
ift noch wenig gelorgt; höhere Bilt
ibt e& noch nicht, 1850 nur erſt
Cungefähr unjern Bürger» ob. Re
fprechend) u. 69 öffentlihe Vollsſch
fehlt es noch an Wohlthätigkeitsanſt
nur das Marinebofpital in Benfacola
wäre. Bibliothelen: bie State-Libr
baffee (2000 Bde.), bie Judical-Li
Auguftine u. die Naval Hospital
Penſacola. Hauptbeihäftigun
Plantagenbau, doch ift bei ber duͤnne
nur erft ein Heiner Theil bes Landes
ben 37,931,520 Acres, welche 5.
erft 319,423 Acres); ferner Bichzn
Savannen begünftigt), Induftrie
ftehen, jetzt noch auf Baumwolle bef
del zur Zeit ebenfall® noch unbebeut
artikel find: Bauholz, Baumwolle, A
u. a. Harze; Ausfuhr im Jahre 18:
Doll.; Einfuhr: 45,998 Doll. An G
befitst F. erft 2 fleine Babnen (vı
nad St. Marks u. von Jola nad
zufammen 12 Meilen.
Sebaftian Cabot entbedite 1497
1512 nahm fie Ponce de Leon ı
aus für Sparien in Befitz u
da er gerade am Palmfonntage (I
rida) babin kam, $ Bergeben:
u. 1526 Pamfilo de Narvaez an bi
nien zu griluben. 1538 eroberten zw
die ganze Halbinjel, aber fie konnten
bie Übermacht der Eingebornen ni
Endlich gelang e8 1562 einigen Franz
berlafjung zu gründen; biefe wurd
von den Spaniern vertrieben, mu
Sand colonifirten u. nach ihrer Wei!
bis fie es 1763 an bie Englän
mußten. England tbat für Die Lanl
fo wenig, mie bie Spanier, welche 17
wieber eroberten u. im Frieden 1'
Dazu befanıen. Nach alter Sitte fh!
das dort herrſchende Colonialweſen i
nien die Halbinſel nach langen Ur
1819 an die Nordamerikaniſch
auf daſſelbe feit 1803 Anſprüche mı
mußte. Seit 1822 bildete darauf ?
ur . 2
Florida bie Floͤtke 273
'orbamerifen Union. Ein Auf Blüuthen ob. außer beit Blättern doch auch frucht-
bornen len gegen bie Ein⸗ bare Blüthen trägt.
urde 1842 unterbrüdt. 1845 wurde Klorif:
m bei Mexico verbliebene Antheil
orbamerilanifche Union aufgenom-
SHöf, Reife dur die Norbameri-
ten nach Offlorida 2c., Erl. 1798,
ram, Reifen nah Nord⸗ u. Eüd-
fidyen %. xc., Berl. 1800 f., 3 Tble.;
ertum (rdm. Rel.), eh, wo man ber
Ceres Kornähren in ihrem Tempel weibte.
Florile (Bloriius Mont.), Gattung ber Schne-
den, den Schiffebooten verwandt; eben, genabelt,
- Mundöffnung dreiedig, buch ein Duerblätchen
te ber amerilanifchen Inbianer, bei,
orida, Bresl. 1782; I. Ver Mil»
erritory of Florida, Nem-Worf
nte, The history and untiqui-
rity of St. Augustine, Florida,
ome of the most interesting por-
ırly history of Florida, ebd. 1858.
> Tönigliche® Luftichloß in der Nähe
2) (Cap %.), Borgebirg an ber
Florida⸗Halbinſel; 8) Stadt in ber
en Republif Urugna
Hanca, Don Zofe
128 in Elche in Murcia; wurde Ge⸗
u. 1778, nach bem Falle Grimaldis,
II. Tode 1788, erſter Staatsminifter,
um Künfte u. Wiſſenſchaften ſehr
. 29. Febr. 1792 murbe er plötzlich
feiner Freilafſung nah Murcia ver-
08 in Sevilla.
amilie aus ber Klaffe ber Algen:
ederige Gebilde, von Nerven durch»
ebert, aus Meinen, gleichförmigen
mit eigentbäämlich geftalteter Baſis
ien wei wie das Laub, in Behältern
im Meere, Hein, jährig; fie lommen
er gemäßigten Zone vor u. Gattun-
bäften find: Polyides, Degenia,
domela, Chondria, Halimenia,
* Gelidium, Gigartina, Bonne-
'elesserin. Mehrere find offlciuell,
dere gallertreiche dienen als Epeife.
‚eden, ſ. Sreiforben von Florida.
eefs (pr. F.⸗Riefs, 8. Keve), eine
einer Infeln u. Sandbänke, welche
Korida an (SOKuſte der Halbinfel
veſtlicher Richtung ungefähr 50 Mei-
zform austehnen; bie bebeutenbften
Cayo) Fargo u. Key- Wet (Cayo⸗
zr Die Stadt Key - Welt.
ie, ber Meeresarın, welcher zwiſchen
florida (Norbamerila) u. Euba ben
sean mit dem Merisanifchen Meer-
Marktfleden in ber ficilifchen Pro⸗
son Siracuſa; 4000 Ew.
yermittiwete Herzogin von Partana,
5, „m Novbr. 1814 Gemahlin bes
ind IV. von Neapel in morgana-
leitete ihn bio zu feinem Tode 1825
s u. fi. 1826.
io $.), Nebenfluß bes Rio Conchas
ingt im Staate Durango u.
r Santa Eulalia u. ©. Rita.
Fleriger), bilitbentragend, 3. B.
era, eine Blüthen- od. Tragknoſpe
bie unter ihren Dedihuppen nur
3
Ion OR. u ee Berl Plerileriam (ı
ern, ⸗ u. ori a °C, ®
13— nach dem Innern von Loni⸗
.atellatum, mitroſtopiſch.
um (lat), Anthologie, Blumenleſe.
Florimont (pr. Slorimong), Flecken, fo v. w.
Blumenberg.
Florin (fr., ſpr. Floräng), fo v. w. Florenus;
Bterind’er u. Slerin: George (fpr. Florãũgdohr u.
Bloräng-Schorich), f. u. Florenus.
Blorine (Bhilurina), u türfifchen
Gjalet Monaſtir, mit einigen 1000 Ew., bie großen⸗
theils chrifiliche Yulgaren find, bat eine Straße
mit Buben.
Ylorinus, Schüler bes Polylarp u. Freund
bes Irenäus; fell ben Menardhianiemus (ſ. d.) fo
auf die Spite getrieben haben, daß er Gott aud)
% zum Urheber bes Böſen machte.
onino, Graf F 8. 1710 in
Upine, fi. baf. 1789; Freund Metaflahoe: er ſchr.?
(orfo, Daniel, Graf von $.,
Poerie varie , Udine 1777, 2 Bde.
Floriren (v. Iat.), 1) blüben; 2) in Aufnahme
fein; 8) in guten Umftänben fein.
loris, Inſel, fo v. w. Flores 2).
lorid, 1) Kranz, Künfllername bes Krane
be Brienbt (f. d.) 2) Peter Williamfon, _
NReifender des 17. Jahrh., gebürtig aus Danzig,
machte von Hollanb aus, wo er fich als Kaufmann
niebergelaffen hatte, mehrere Reifen nad Oftinbien
u. wurde dabei mit den Verhältniſſen dieſes Laudes
enau bekannt; deshalb nahm ihn die Oſtindi
Tompagnie ale Factor in Lonton in ihre Dienfle;
ex fegelte 1610 von England ab um Afrika herum
u. trieb an den indiſchen Küften einen einträgliden
Handel, kehrte 1615 mit reihem Gewinn nad
England zurüd u. flach in demſelben Jahre; fein
—28 findet fich in S. Purchas Pilgrimes,
Lond. 1623; N. M. te Thevenot, Rolation de
divers voyages curieux, Par. 1664; U. F. Pre⸗
voſt, Histoire general de voyages, ebd. 1746;
Allgemeine Hiftorie der Reiſen, Lpz. 1748.
loriſsdorf (d.am Spid), —X an der
Donan in Ofterreich unter der Euns, ! Meile uörd»
lih von Wien; Stationsort u. Depot ber öſter⸗
reichiſchen Nordbahn, 2 Denaubriden; hat große
Gewerbthätigkeit, lebhaften Verkehr; 1200 Ew.
[oriffent (Diad.), fo v. w. Elifaberh Billington.
loriſt, jo v. w. Fleuriſt.
lorkappe, Damenichleier, um das Geſicht vor
Luft u. Sonnenhitze zu [hüten.
Lörke, 1) —— Ernſt von F. geb. 1695
in Jena, ſtudirte daſelbſt Jurisprudenz u. ging 1716
nach Magdeburg, wo er bei ſeinem Vater pralti⸗
cirte; 1720 habilitirte er ſich in Jena u. wurde
1726 Advocatus ordinarius bei dem fürſtlich
ſächſiſchen Hofgericht, 1727 Univerfltätsignticus n.
1730 Profeffor der Rechte; 1733 vom Herzog uach
Gotha berufen wurde er 1743 Geheimer Regie»
rungerath u. 1750 Oberconfiftorialvicepräfident;
1755 folgte er einem Rufe nach Halle als Director
der Univerfität u. erfter Preſeſſor ber echte,
wurbe aber 1759 von ter Reichsarmee als Geißel
nad Nürnberg, dann nach Prag u. 1760 wieder
nach Nurnberg gebracht, wo er 1762 fach. 2)
876
(Alorken), Sriebrich Jakob, gch. 1758 in Alten-
falten im Medlenburg - Schwerinihen; ft. 1799
als Privatgelebrter in Berlin; ſetzte Die Encyklopädie
von Krünitz vom 72. bi8 74. Bande fort u. fehrieb
Die letzte Scene einer glüdlichen Familie (ein mu⸗
ſikaliſches Drama), Bitzow 1780; Ruth, Stendal
1795, u. a. m. 3) Heinrich Guſtav, Bruder
Des Norigen, von 1790—97 Pfarrer in Kittenborf,
wurde 1916 Profeſſor der Naturgeſchichte u. Botanik
u. Director des Botanischen Gartens in Roftod u.
ſt. daſ. 1835 ; er redigirteeine Zeitlang die Krünigiche
Encyklepädie u. fchr.: Nepertorium des Neueften
u. Milfensmürtigften aus der Naturkunde, Berl.
1811, 2Bde.; Deutfche Lichenen, Roftod 1809—15,
10 Yieferungen; De eladoniis, ebd. 1828.
Flörkea (F. Willd), Pilanzengattung, nad
Flörke 3) benannt, aus ter Familie ber Limnan-
thene; Art: F. proserpinacoides, in Pennſyl⸗
danien in Sümpfen.
Bde, f. u. Haarmücke.
lorſchütz, Eucharius, geb. 1775 in Lauter bei
Koburg, bildete fi fiir Muſik, def. für Anftrit
mentalcompofition u. ft. 1820; er fette Fugen u.
vierbändige Sonaten für Klavier; on einen Yicdern
ift das belanntefle; Zu Steffen fpradh im Traumezc.
[orfeide,, Toder gezwirnte Seide (f. d.).
lörsheim, Marttfleden am Main, im naf
ſauiſchen Amte Hochheim; Weinbau; 2200 Em.
Florftadt, Dorf im Kreiſe Friedberg der groß-
berzoglich heſſiſchen Provinz Oberbeffen, Durch bie
Nidta in Chber- u. lInterflorftadt getheilt;
gebört tem Freiherrn von Löw (f. n. Stade).
Florſtuhl, ein dem Gazeſtuhl ähnlicher Meber-
uhl.
Tiortücher, florartig geweble Halstücher; es
gibt einfache, doppelte, glatte, geſtreifte, geblümte,
marlyartige mit ſeidnen, od. mit Gold» u. Eilber-
blumen, od. Streifen auf Seide; kommen bef. aus
Frankreich, ver Schweiz, Deutfchland.
Florus, 1) Julius, ein Freund des Horating,
an welchen tiefer Dichter zwei feiner Epifteln rich»
tete. F. befand fich in ber Umgebung des Tiberius,
als Liefer 20 v. Chr. nach Armenien ging, um ben
König Tigranes einzujegen, dann 11 vo. Chr. mit
Erfterem auf ben Feldzuge in Pannonien u. Dal-
matien; über feine meitern Lebensverhältniſſe ift
nichts Genaues befannt. 2) Lucius AnnäusF.
(od. auch Juliu s8), römischer Gefchichtsichreiber,
lebte im 2. Jabrh. unter Kaifer Habrian; fein Wert
führt ben Titel Epitome rerum Romanorum
od. Epitome de gestis Romanorum od. Epi-
tome de T. Livio bellorum omnium annorum
DCC, beſchreibt Die Kriege, welche Nom von Der
Königszeit bis auf Auguſtus geführt hat, in einer
höchſt ſchwülſtigen u. geichnadiejen Tarftellung u.
ift voller Verſtöße gegen die geſchichtliche Wahrheit
u. gegen chronologiſche Richtigkeit, 1. Ausgabe
Bar. 1470, von Phil. Bercaldi, Mail. 1510, Fol.;
von Freinsbeim, Strasb. 1632 u. 8.5 Hauptaus⸗
gabe non Grüne, Utrecht 1650 (neue Yuagabe ben
Bilder, Lpz 1700) u. Duter, Leyden 1744, 2 Bde.
neue Ausgabe Lpz. 1832, 2 Ve); von Tike,
ran 1819; von Seebode, Lpz. 18215 deutſch von
retſchmann (Lpz. 1755), von Bertrand (Frift.
1789) u. Schallgruber (Wien 1505): vgl. Zike,
De cpitomes quae sub nomine Flori fertur
aetate, Linz 1804. Man fehreibt ten F. auch
fie Summarien ber Gedichte bes Livius zur, be⸗
Flrkea bis Floſtel
ſonders herausgegeben von O. Jahn,
3) Florus, wahrſcheinlich Puklius
eheißen, ein Dichter, Zeitgenoſſe u.
und des Kaifers Hadrian, ein Aft
Geburt, welcher Nom wegen einer Kri
Domitian verließ, nad Spanien ging u.
Knaben unterrichtete, von hier aus at
drian correfponbirte. 4) Geſſius F.,
-flörus, als Anhängeſylbe, iochi
tri-, qninque-, multiſſorus, zwei,
fünf» bis vielblüüthig, nach der Zabhed
die ein Stängel, Aft cd. Blüthenſtiel tr
Flos (2et.), bie Blůthe, Die Befrud
zeuge u. bie fie umgebenten Hüllen, f.
Flos u. Blankflos (Floreu. Bla
Fleure et Blanchefleur [Role u. Lili
ſches Gedicht des 13. Jahrh. ven Kecı
nad tem franz. Original Rupredt t
Inhalt: F., Sohn des heidniſchen Li
(Feinig) von Spanien, u. B., Tocht
. raubten Chriftin u. Sklavin ber König
mit einander erzogen u. faffen eine inn
einander. Um das Verhältniß zu zerftär
F. an ben mantuanijhen Hof geienbet
an babyloniſche Kaufleute verkauft, d
ber Vater, B. fei geſtorben, Die Mutter:
ihm ihre Entfernung. F. jucht fie num
fie endlich am Hofe Des Eultans in Baht
von dem Närter in einem Korke mit 9
gebracht. Der Eultan erführt ihre Liel
verbreimmen lafjen, aber gerührt durch
ftreit, da feine von beiten bes rettent
rings fich bedienen wid, verzeiht er ihnen
nad Spanien zurüd, wo Benig inzwiſch
ift, u. nachdem F. Chrift geworden, |
DB. ; ibre einzige Tochter Bertha mit dei
ipäter Pipins Gemahlin u. fo Mutte
Großen. Haudſchriften des Gedichte i
Heidelberg; herausgegeben im 2. Thei
lers Sammlung deutſcher Gedichte aus
Jahrh., Verl. 1784, u. von E. Som
1546. Im 15. Jahrh. wurde dieſe Ga
ſaiſch behandelt u. in Feierabends Br
1557, aufgenemmen. Denſelben Et:
eine Dichtung Rückerts.
Flos africänus, ift Tagetes pa!
Floscopa (F. Zour.), Pflanzen
ber Familie Der Zaulenlilien, Smila
chenbachſchen Syſteme, bei Enblicher u
nicht genug Bekannten, zweifelhaften P
Poppelter Blüthenhülle u. freien Blu
1.8.1. Ordn. L.; Art: F. scanden:
Strauch in Cochinchina.
Slofeularia, Biumenrädchen, Blu
Gattung der gepanzerten Korbräderthie
bis fehslappigem Räderorgane; Art:
glasheller Panzer, Lappen viel länger al
3 — } Linie.
Floscülus (lat), 1) ein Bluͤthche
Scheibentopfod. Häufchen (Agpregatu
haupt jede fleine Blütbe, 3.8. inte
Gräſer. Flosculosus, röhrenblütbig, we
benkopf (Rörbchen, Compositum) nur
blüthchen beftcht.
.Floſkkel iv. lat. Floseulus), 1) B
zierlicher, ausgeſuchter Ausdruck in bei
cher bezwedt, die wahre Dieinung zu ı
Jemanden binzubalten. Daher diloſen!
Floß bis Flöfe
„1) ſ. 3Giſch.), m.
——
B, 1) Marktfleden an ter Walbnab im Land⸗
Neunſtadt bes bairiſchen Kreiſes Oberpfalz,
„Simultankirche, Synagoge; 1700 Ew.,
—8 Juden; 2) Flüßchen bier, fällt in
ach , Rebenfluß ber Mindel im baterifchen
waben.
t, Sloßbeanter, |. x. Biöße 1).
„ 1) Sifenmafle von 4—5 Etr., 5 Fuß
Brei; 2) |. Floſſen; 8) jo v. w. Fiſcherei.
‚ 3) Anflalt, wodurch Holz (BToßbeiz) aus
ofgreichen Gegend auf fließendem Wafler in
zarme Gegend gebracht wird; meift Landes⸗
Das treiben beffelben auf einem
heißt tönen (Abflößen, Abfluthen).
wiwafler eignet fih nur dann zur F., wenn
utbalben 5S—6mal tiefer ift, ale das zu
e Helz im Durchmeffer bat, u. nicht zu viele
zisımnngen macht. Dan flößt A) in Scheite
Builher Länge (Biöffcheite) zertheiltes Brenn-
Bieitildße) u. nennt dies in manchen Ge⸗
5 wemmer; geipaltne Scheite (Kloben-
en befier als nur in Stüden ge
Oimme (Knüppelholz). Meiſt —
Anbeſholz, da das Laubholz, beſ. Eiche u.
tief im Waſſer geht u. ſehr leicht fintt,
fabet mau das zerfchnittne Holz auf ein
Rabelbolzftämmen u. flößt es fo. Die
u (Bößgeit) ift im Frilhjahre, wo
Bafler in ven Flüfſen ift u. noch keine
ng
BE
ße ;
wWenummgen durch Gemwitterregen zu be-
‚Ab. Dem ganzen Höfwelen, ben bei ber
umsenber Arbeiten, Beranftaltungen, Rech⸗
eſen sr. bgl. flieht ein bei. Collegium, Fıöf
5, ba@ zuweilen auch entſtandne Streitigleiten
et, bie lanpenberrligien Rechte bewahrt, bei
e
en befiraft u. bie Ober-
ie Stöptefle bat, in welche das aus
Mauften Floͤßholze geläfte Gelb fließt, u.
ſcher tie beim Ki weſen vorkommenden
em beſtritten werden. Unter dem Flößamte
de Stögbeamten u. Flöfbedienten, als: ber
Ber, welchen ter Floͤſſchreiber, bei. zu Schrei⸗
Is Rechnungsſachen, beigegeben iſt; ber BIöß-
w; ber ‚ welcher das zum Y-n
Holz anweift; die Höfhäter, welche an
wachen mäflen, tamit fein Holz
wirb (über ben Slopboldiebſtabi ſ.u. Dieb-
s bie Btößer mit ihren Stößknechten, welche
, das Kortichaffen u. Herausnehmen
beforgen haben. Der Ort, mo bas
Fand gezogen (außgemwafchen, aus⸗
wird, heißt Aufſchwemme, biefe Ver-
Aufſchwemmen, u. die Arbeiter
sffhwemmer (Auswäfcher). Sie be-
Hafen, Söfbaten, mit welchen fie
Seichte gerathne Holy fortftoßen n.
nehmen anſpießen. Das Holz wird,
m es in dem Thalweg bes Zlufies bis zum
er Behimmung geflößt ıft, durch ten
Ben, einen Ballen, an dem andere rechenartig
t find, aufgehalten n. durch Hafen, cd. bie
Ntanübebemafchine herausgenommen. Dice
aus eimer quer Über ben Fluß gelegten
mit 6 ob. mehr burchgebenben Kreuzarınen,
y.
377
anf welche ſtarke Ratten genagelt werben; bie Welle
wird mit Hebeln umgedreht, u. S ver⸗
hindern pas Zurückdrehen derſelben; das Latten⸗
getter fiht Die vorliegenden Scheite aus dem
afler, welche alsdann die Arbeiter von demſelben
wegnehmen. Auf breiten Flüffen muß zu Anwen⸗
Dung biejer Maſchine Das Flößholz erſt burch Rechen
in einen engen Raum gebracht werben. Die i
werben dann in Klaftern aufgeſetzt u. kommen zum
Höfpander. If die Strede, auf ber man flößt, zu
fang. fo muß man das Holy mehrere Male heraub⸗
nehmen u. auffegen, Damit nicht durch unterfintenbes
Holz (Sentholz) zu viel verloren geht. Die Ber
fuguiß, eine %. anzulegen, lommt dem Landesherrn
zu (Blößgeredhtigkeit, Floßrecht, Slößregal, lat. Jus
grutiae); feine Brivatperjon kann ihn daran hin⸗
dern, Doch wird Privaten, wenn diefelben durch bie
F. an ben in das Waffer gebauten Werten Schaben
leiden, eine Entfhätigung zu Theil, welche —*
als Slosoll entrichtet wirt. Flößzoll muß aber a
ba entrichtet werben, wo bie F. ber bie Landesgrenze
hinausgeht, wenn hierüber nicht befonbere Verträge
eriftiren. Um bas auf ben Plößgebaum (WISE
bieben, wenn es Berge find, Slößıwände) gewach⸗
fene, von ben Flüſſen entferntere Holz dahin zu
bringen, bedient man fi auch Meiner Bäche (WISE
bäche), welche vertieft werten, ob. bei. angelegter
MHöfgraben, tie man Durch nahe Teiche (Wiößteiche,
Stauungen, Wafferftuben) auf kurze Seit
ſpeiſt. Diefe täßgräben werten auch zur ⸗
bindung von 2 Fluſſen angelegt, cd. um einen
großen Bogen eines Fluſſes abzufchneiden, bei.
wenn an demſelben ſich mehrere ber F. hinderliche
Mühlenwerke befinden. Zur Schonung der Wehre
find auch oft an denfelben Floͤßgaſſen (Blökfiraffen)
angebradt. Sie beflehn aus 2 Wänden von Bal-
tenbolge, bie auf bem Wehre errichtet werben, m.
wifchen welchen ber Boten des Wehres mit P
chräg ausgelegt wirb, auf welcher fchrägen
das Sol, allmählig herabfällt. B) F. von Bau⸗
u. Nutzholz. Das meift von Privatperfonen anf
Privatfoften betriebene Fen von ganzen ob. in
Bohlen zerfhnittenen Stämmen findet nur auf
größern Strömen flatt, welche geeignet find ein
Mo zu tragen, ohne daß ber Schifffahrt dadurch
Hinderniſſe bereitet werten. Zum Bau eines Be
werben Ballen ber Länge nach neben einanter ge
u. mit zähen Ruthen (Fiögwieden) an einen
balken (Btöhband) feftgebunten. Das an bem 1. m.
2. Verbande eines Floſſes befeftigte Stitd Ho
heißt Beichlahe; Der Yaumflamm, welcher au
einem Ständer am Hinter-, auch am Vorberthei
deſſelben ruht u. zum Steuerruber bient, Bartſche,
er ift vorn fpitig zum Angreifen u. hinten breit
gehauen; der Blodnagel iſt ein großer hölzerner
Nagel, womit die Bänder des Floſſes an bie ein⸗
zelnen Baumftämme befeftigt werten. Der Beſitzer
eines folchen Floſſes heist Biößherr ; hat er mehrere,
fo läßt er fie Durch BlöWknechte (Alöfmanner, Flößer)
auf dem Waffer führen. Um Breter durch die F.
fortzufchaffen (Breter-, Vrerflöße), du
ichneibet man fie an ben einen Ende nicht ganz =.
binbet fie jo zu Fen zufammen. Auch transportirt
man $. aus einer Unterlage von Stammholz. Auf
Flüfſen, welche ein breites Fahrwaſſer u. tiefes
Bett haben, werten uichrere Lagen von Baum⸗
flämmen iiber einander angebracht, fe vorzugsweile
bei ben Rheinflößen, welde oft 6 u. mehr Buß
378
Floͤße Bis Floffenthiere
Tielgang m. eine Ausbehnung bie zu 1000 Fuß | bei. an Brennkraft; man rechnet bielen
Länge u. 100 Fuß Breite haben. Dergleichen große
F. werben durch lange Schlagruber regiert, ven
denen eine Reihe bie zu zwanzig auf den unterm,
eine andre auf bem obern Ende des Floſſes ange-
bradt find. Da biefe %., melde namentlih Schiffs⸗
bauholz aus dem Schwarzwalte nah Holland
führen, tagelang unterwegs find, fo find auf den⸗
feiben Hütten errichtet, in welchen ber Theil der
Mannfcaft, welcher von ben Rudern abgetreten ift,
fowie die VBorräthe an Bictualien zum Unterhalt
der Floßmannſchaft untergebracht werben. Der
Floßführer ertheilt ta8 Commando nah Art ber
Schiffscapitaine. Der Werth eines einzigen ſolchen
Brofiee beläuft ſich oft auf mehrere 100,000 Thaler.
erden mebrere Holzſtämme zufammen verbunden
geflößt, fo nennt nıan Lies gebundenes Floß;
dab man hingegen einzelne Stämme auf ſchmalen
aldbächen, fo find dies lofe Langholzflöße.
Die einzelnen Stämme, bef. Sägeblode, läßt man
durch den Bach in einen Teich od. dgl. führen, bier
werben mehrere mit ſtarken Wieden neben einander
ebunden u. dann mehrere ſolcher Tafeln (Ge⸗
* e) hinter einander befeftigt. So läßt man fie
ortſchwimmen u. fährt damit bei zunehmender
Breite u. Waſſermaſſe fort; der Floößer befindet
fich auf dem Vorfloß u. leitet mit langen Floß-
ftangen das Ganze jo, daß das Borfloß (Boripik)
nicht ans Ufer ſtößt. Um Das Floß ftill ftehen zu
machen, od. ben zu fchnellen Lauf befielben zu
bintern, dient die etwa gegen die Mitte befindliche
Sperre. Dies ift ein ftarler, zugefpitter Ballen
(Sperrbalten), ber burd eine Heine Offnung
im Geftöre ſchräg nach vorn in den Boben geftedt
wird. Eichenholz kommt entweder zwijchen bie
Nabelbohftämme, od. oben auf das Floß. Ein
ähnliches Verfahren findet bei der Iofen Kurz-
holzflöße Statt. Auf Landſeen u. größern
Slüffen, wo man Klafterholz nicht in lofen Schei⸗
ten flößen kann, wird die Karinen- (Kiepen-)
flö BE angewendet; e8 werben dazu 2 ftarfe Stau⸗
gen, geringe Baubolaftüde 2c. jo weit neben einander
gelegt, daß quer übergelegte Klafterjpalten nur
menig überftoßen, letre werten 3—4 Fuß hoch
aufgepadt u. mittelft bieglamer Stangen u. Wieben
barauf befeftigt; durch Flößer werben fie an ben
beftimmten Ort gerutert. Kleine Karinenflöße läßt
man zuweilen auch ohne Führer forttreiben u. fängt
fie Durch quer über den Fluß gelegte, ſchwimmende
u. loje an einander befeitigte Balken wieder auf.
In Oberjchlefien findet auch tie Matatichen-
flöße Anwendung, d. 5. das Klafterhelz wird in
eine Art Rahmen kreuz = u. ſchichtweiſe gelegt, ber
aus einem länglichen Viereck von etwa 40 Fuß Länge
u. 20 Fuß Breite befteht u. aus ftarlen Ballen von
Nadelholz zufammengefegt ift. Die Holzmaſſe muß
etwa 13 Fuß über die Ballen, welche das Hol;
einjchließen, emporragen; durch 2 Ruder an jeber
langen Seite wirb bie Matatjche fortbemegt. Um
bie F. beſſer überjeben zu können, bat man Fiöf-
Garten, die Alles enthalten, mas au Flüſſen plani-
metriſch ausdrücbbar ift u. auf das Flößweſen
Bezug hat; bei. alle Werke, Einrichtungen u. Ver⸗
hältniſſe am Flößwaſſer ſelbſt, als Uferbauten,
Brücken, Stege, Wehre, Reden, Edjleußen. Die
ganzen Verbältnifje der F. ordnet gewöhülich eine
eigne Flößordnung an. Durch Das lange Liegen.
bleiben Des Holzes verliert daſſelbe viel an Hitz⸗ u.
15 Proc. u. den durch Abſtoßen, Split
holz n. dgl. auf 5—6 Proc. Bol. ©
Handbuch für Holztraneport⸗ u. Ylogır:
1827 f., 2 Bbe; 2) (Bergb.), ein lange
Kaften, welcher in die Dammerte ge
um dem einfallenden Waſſer mehr Kr.
welches man zum Verwaſchen Der Seife
braucht, damit Lie unbaltigen Maffen
Kraftanfirengung Der Arbeiter entfei
3) (Hüttenw.), fteinernes Gerinne, in ı
Das geichmolgne Zinn fließen läßt, bs
Dornichte abſcheidet.
Floßeis, fo v. w. Eisfloß.
Flößelhecht, fo v. m. Pidir.
Floſſen, Pu. Fiſche 1).
Flbhen, 1) ſ.u Flöße 1); 2) mit te
fiſchen.
Floſſenbett (Hllittenmw.), fo v. w. 2
Floffenfioh (Lhrllopoda), Yami
menfüße aus der Kaffe der Eruftaceen
terfüße 3) c).
Wlofienflügler. (Impennes), kei
milte der Schwimmvögel, jo v. m. et
Floffenfuß (Borftenfhmwanz, 4
Blätterfüße A).
Zloffenfüßler (Floffentrafen, Pteror
nung ter Weichthiere; Thier ohne &
u. Tüße, bewegen fi durch floſſenarti
am Munde, melche zugleich Kiemen |
haben beutlichen Kopf, andere nicht;
Zwitter; Gattungen: a) mit Kopf: |
dora, Limacina, Cymbulia, Haufi
modermon), ®afteropteron (Gast.),
(Phyllirrhoe); b) ohne Kopf: Hyı
bei Euvier zum Theil unter ber Schw
Heteropoda.
Flofſſenqualle (Callianira Peron
ter Rippenguallen; walzig, röhrenftı
ftumpft, bat ftarf vorſtehende Rippen,
3 jeberzeit zufammen laufen x. eine
($loffe) bilten; Dreiblätterigef
loptera, Beroe hexagona, Drug.)
blättrig, gewimpert, im Inbifchen Me
blätterige F. (C. diploptera) u. 4
Floſſentaucher (Spheniscus), fo
gang, ſ. d.
Floſſenthierchen Polyarthra),
der Familie der Vielräderthierchen, m
auge, 3 Paar Räderorganen u. 2 J
breiborfligen Näberflofien, übrigens |
mengebrüdt u. ohne Schwanz.
loffentbiere (Pinnipedia). Famil
fängtbiere, mit Fleſſenfüßen, indem ein
baut die Zehen u. zwar noch über dal
binaus verbindet; Hinterbeine nach hin
alle 3 Arten von Zähnen, aber verfchid
gefellige Meertbiere, mit deutlichem H
Bariborften, langgeftredtem, oft aber
turzbebaurteın Körper; fchmimmen
auf dem Lande fib nur —— —
nähren ſich wen Thieren u. Pflanzen
u. werden ihres Thranes, der Haut m.
wegen oft gelangen; bie @attungen
(Trichechus). Robbe (P’hoca), Ecem
gius). Kappenrobbe (Stemmatopus) ı
(Otaria).
Floßfedern bis Flote
9
t, 1) ſo v. w. Floſſen; 2) bie Heinen | Oetavin o), eine Cetave hoher als gemöhnfich, e) die
Anfäge an den Eden des Gieß⸗
Schriftgießen.
ı (Bfertem.), fo v. w. Steingallen.
ein ſchwimmendes Fifcherne, in
e Fiſche felhft fangen; an tem obern
n (Boffenreif) befinden fih Stüden
‚ welche denſelben über dem Wafler
n, Graben, welcher zum Flößen dient.
n, 1) Graben im Kreife Finſterwalde
‚ des preufflihen Regierungsbezirte
n dem Amte Großenbain bes ſächfi⸗
reöden, zum Flößen bes Holzes aus
dſchen Haite ın die Elbe beftimmt;
eichen 1 Stunbe ſüdlich von Finfter-
die Schwarze Eifter oberhalb Elſter⸗
Dieje wieder bei Elſterwerda, durch⸗
zulenitz u. Röder u. fällt oberhalb
be; gegen 8 Meilen lang; 2) aus
Ifier bei Kroflen abgeleiteter, zum
Irennbolzes beftimmter, 1579—87
Auguft von Eachfen gebauter Kanal
Regierungsbezirk Merfeburg u. im
hſen; tbeilt fich bei Begau in 2 Arme,
arch Sachſen u. fällt bei Leipzig in
andere jallt auf prengifchem Gebiete
r *6 in die Luppe.
ine Offnung, beſ. am Hohofen, durch
olzenes Metall abfließt.
⁊, 1) J. u. Flöße 1); 2) Aufſeher über
9 v. w. Floßgarn.
ſo v. w. Hohofen.
Hota), Inſel zur Orkney⸗Gruppe
on Schottland) gehdrig.
gr. Auios, lat. Tibia, franz. Flüte,
ein bölzernes Blasinſtrument, befteht
bien, bölgernen, nach jetzigem Ge⸗
ne 4 Stüden (dem Kopfftüd, den
fen u. bem Fuße) verfertigten n.
senden Cylinder. Das Material if
uchsbaum, bie Loftbareren Stücken
Kotosholz. Sie wird micht mittelft
Munbftüdes intenirt, fondern quer
ınte traserse) an den Mund gebalten
bes Mundloches gelvient Außer die⸗
ide befindlichen Mundloche bat jebes
Zonlöder u. ber Fuß eine Klappe,
zugleich das eingeftrichene es u. dis
fann. Um bie F. verfchieden ftimmen
id meift mehrere Mittelflüde vorban-
Mundloche ift ein Pfropf angebracht,
Biropfihraube bewegt wird, woturd
Bechfel der Mittelftiidde rein geftimmt
Died u.die 2 Klappen am Fuße findeine
DOuanz. Tromlig u. anbere Flöten-
eit 1790 mehrere (7—15) Klappen an
:cht, theils um eine größere Reinheit u.
ne zu erzielen, theils um alle Töne der
Zonleiter erzeugen zu fönnen. Die.
jeftrichenen d (Daher auch D-%.) durch
er diatoniſch⸗chromatiſchen Zonleiter
geftrichenen b. Andere %-n find a)
sur (Liebesflöte), eine Heine Terz
Kerzflöte, eine Meine Terz böber,
tflöte, eine Quarte böber, dy bie
te (Biccolfiöte, Flaute piccele,
Esfläte, eine Heine None höher, f) die Octav⸗
Zerzfldte, eine Decime höher, find in Orcheftern
eben jo wenig eingeführt, ale g) bie C-%. b) Eine
F. mit vielen Klappen, wodurch der Unifang ſehr
vermehrt wird u. eine Oninte tiefer, heißt Panau⸗
leon. Bei ter F. entfteben bie tonerregendben
Schwingungen, indem man durch das Mundloch
einen ſchmalen Luftſtrom an ber innerlihen Luft
ſäule vorbeiftreichen läßt, Da tiefe mit mehreren
Schwingungsknoten ſchwingen kann, wenn die Länge
einer ſtehenden Welle ein Vielfaches od. ein Theil
ber ganzen Luftſäule iſt, ſo köͤnnen auch Töne von
verjchiebener Höhe entfteben. Die Seitenlöcher än-
dern bie Tonhöhe durch Verkürzung ber Luftfäufe.
Die 5. ift das am meilten ausgebilbete Robrblas-
inftrument u. eignet fich wegen der Beweglichkeit n.
dem fanften Ausbrud ihrer Töne ebenloroohl zu
einem Soloinftrument, wie fie im Orchefter wegen
ihrer eigentbilmlichen Klangfarbe u. der bamit er-
reichbaren Wirkungen namentlich in weichen elegi-
fen Partien unentbehrlich if. Bgl. Ouanz, Ber-
ſuch einer Anweifung bie %. zu fpielen, Berl. 1752;
Tremlig, Ausführlicher Unterricht die F. zu ſpie⸗
len, Lpz. 1791; A. E. Miller, Elementarbuch für
Flötenſpieler, pz. 1815, Fol. — Die Fen der Alten
wurden meiſt mit einem Mundſtück intonirt u.
glichen unſerer Oboe ob. der F. à bec. Das Va⸗
terland dieſes Inſtruments iſt der Orient; angeblich
Phrygien, wenigfiens erhielten fie tie Griechen
von daher. Nach der Mythe hatte fie Athene er-
funden, aber da fle wegen ber bei ter Intonirung
aufgeblafenen Baden von Here u. Aphrodite ver-
lacht wurbe, warf fle dieſelbe weg u. belegte ben
—* u. ferneren Spieler auf derſelben mit einem
chweren Fluche. Dieſer Finder, der Phrygier Mar⸗
ſyas (ſ. d.), welcher fie zur Doppelflöte vervoll⸗
kommnete, hielt mit Apollo einen Wettkampf, wurde
aber überwunden. Andere ſchreiben die Vervoll⸗
kommnung ſeinem Vater Hyagnis zu; in Trözen
galt Ardalos, Sohn des den Pink als der Erfin-
der ber F. Der ägyptiſche Mythus läßt ben Ofiris
zweierlei Fen erfinden, bie einröhrige mit Munb-
—* (Monanlos) u. die Querflöte (Bhotinr,
lagiaulos). In ten Mofterien u. Weihungen
diente Die F. megen ihres bewegenden Elements zur
Erwedung ber Gedanken an das Göttliche. In
Griechenland ift ber Gebrauch ber F. nicht alt.
Homer kennt fie nur bei ben Troern, u. no im
7. Jahrh. v. Chr. kamen die Flötenſpieler meift aus
Kleinafien, u. das Flötenſpiel wurde nur bei hei-
teren Feſtzügen angementet, bei. bei ven Feſten des
Dionyſos u. des Pan, u. zwar von Knechten u.
Miethiingen, daher bei. auch von Vöotern geit,
die den Dionyſos hoch verehrten. In Boͤotien
wuchs am See von Orchomenos das Flötenrohr
Bombykias u., wenn es zu Doppelflöten brauch⸗
bar war, Zeugites); die Böoter Antigenides,
Iſmenias, ſelbſt Pindar, waren als Flötenſpieler
berühmt, u. thebaniſche Flötenſpieler durchzogen
Griechenland u. ſpielten ſelbſt an Fürſtenhöfen. Die
Griechen unterfchieben zwiſchen einfacher u.
Doppelflöte; jene beſtand Anfangs aus einen
bloßen Horn, Rohr, hohlen Knochen u. dgl., ver⸗
nderte u. verſchönerte aber bald bie Form n. belam
Löcher; Die Doppelflöte aus 2 zuſammengeſetzten
In mit Einem Mundſtück. Die beiten Srüden
ber letzteren hatten entweber eine gleiche Länge u.
30
Dide u. fanden in Einffang (gleihe Doppel- |
Flöten), od. niht (ungleihe Doppelflöten).
Bon biefen tönte bie eine (männlihe%., Tibia
dextra) tiefer u. wurde mit ber Rechten, bie an⸗
bere (meiblihe%., Tibia sinistra) heller u.
mwurbe mit der Linken gefpielt. Dit biefen Tibien
gaben bie Bläſer (Auletä, TibicYnes) ben
Hiftrionen in ber Komödie den Ton au; gewöhnlich
bliefen fie auf zweien zugleich u. zwar entmeber mit
einer rechten u. linken (Tibiis imparibus),
od. mit 2 von gleicher Art (Tibiis paribus).
Auch die Rebner Tießen von Tibienfpielern ſich un-
terftügen, ıım immer ben rechten Ton zu haben.
Auch unterfhieb man doriſche, lydiſche, phry—
giſche 2c.%-n. Bei den Juden mar bie %. ſchon
von alten Zeiten in Gebrauch; früh auch in Etrurien,
Flötenſpieler (Sabulones) jpielten bier bei Feſt—
Ihmäufen, Opferzügen, beim Tanz, auf ber Jagd,
beim Fauſtkampf, ja beim Klang der 5. jollen bie
Herren ihre Knechte gepeitfcht haben. In Rom,
wohin die F. von Etrurien gelommen mar, fpielte
man dies Inſtrument an den Heinen Ouinguatrus.
Das Material ber Etrufler war für Opferflöten
Buhsbaum, für antere Lotusholz, Eſelsknochen
u. Silber. Sie fannten auch die Doppelfldte. Vgl.
Böttiger, Über Die Erfindung der F., in Wielands
Attiihem Muſeum, Bd. 1. Heft 2; Bartholinusg,
De tibiis veterum, Anfterd. 1679. Die Inju-
Ianer ver Südſee blafen ihre $-n mit der Nafe;
bei ihnen haben dieſe Inſtrumente nur 2 Lücher,
weshalb fie nur d Töne mit benfelben hervorbrin-
gen fünnen. 2) Orgelftimnie, f. Flauto; 3) (We-
er), ſo v. w. Spule; 4) (Spinner), fo v. m. Sliebe ;
5) jo v. w. Fliete; 6) ein Trinkglas mit langem,
zugeſpitztem Kelche; 7) (Schifib.), fo v. w. lite.
löfe & bec, I) fonfl hölzernes Blasinſtrument
mit 7 Zonlöchern, wovon 6 auf Der oberen u. 1 auf
der unteren Seite für den Daumen; wurbe wie jeßt
tie Klarinette gehalten u. mittelft eines eigenen
Muntfliides, das in feiner Höblung einen Kern n.
einen Ausjchnitt batte, gefpielt. Sie reichte vom
eingeftrichenen f burch alle Töne bis zum 3geftriche-
nen g, jedoch hatte man außerbem eine Baßflöte
(Biötenbag), die vom großen F bi8 zum einge-
ftrihenen d reichte; eine Tenorflöte, bie vom
roßen B 5i8 zum eingeftrihenen b ging (beide
Entten eine Klappe u. wurden wegen ber Applicatur
mit einem S wie beim Fagott intonirt), u. eine
Altflöte, bie vom lleinen f bis zum 2geftrichenen
d reichte u. feine Klappe hatte; 2) Orgelftimme, jo
v. w. Baßflöte.
Flötenbohrer, 1) Glstenmacher), Inſtrumen⸗
tenmacher, der bei. Flöten u. ähnliche fertigt, 2)
Löffelbohrer, zur Verfertigung der Zlöten.
Iotengeben, ſ. Valet.
Flötenmaul (Aulostoma), Fiſchgattung aus
der Familie der Röhrenmäuler, wie Pfeifeufiſch
(ſ. d), aber der Körper beſchuppt, keine Borſte am
Schwanze u. freie Stacheln vor der Rückenfloſſe;
Art: A. chinensis, weißlich mit roitben Längs—
Floͤte a bee bis Flotte
Floͤtenſtimmen. eine Reihe Orgel
in chromatiſcher Folge auf einer Wine
einen flötenartigen Klang haben.
Flötenubr, Spieluhr mit Flöten
Flötenwerf, 1) ein Bofitio mit I
flimmen; 2) fämmtlidhe zu einer DO
od. in ihr befindliche Flötenſtimmen.
Flötenwurger (Slöter, Barita ti
der Kräbenmürger, beliebt megen ihre
feit, die Stimmen anderer Vögel nadı:
Neubolland, f. Würger,
Flotow, 1) Iuliıfe 0. F., geb.
mark, machte im preußifchen Heere
re u. ſchwärzlichen Puntten; 2 Fuß lang; um |
nbijchen Deere.
Intenmund, fo v. w. Trempetenfiid.
Iötenpfeije, ein Kinterinftrument, ans einem
hölzernen Rohr mit Löchern beftebent, Defien Mund—
fiüd einen Kern mit einem Ausſchnitt bat.
Blötenpolypen „ſo v. w. Auloporina Ehr.
Blötenropr, die Pflauzengattung Syringa.
jeit 1806 mit, nahm 1832 ſeinen Abſe
jor u. lebte mit dent Stubtum ber Be
Lichenen, beſchäftigt in Dirfchherg, wo ı
Er ſchr.: Lichenen, Hirfchb. 1829. 2) F
geb. 1811 in Teutendorf (Mecklenbur
war anfangs für bie Diplomatie beftim:
nach Paris, um bei Reicha Mufif zu
Folge ber Zulirevoflution nahm er fein
in Deutfchlanb, wo er ſich mit Opernc
beichäftigte, u. lehrte dann nach Paris
feine Erfilingsmwerle zur Aufführung
Es gelang ihm dies nur mit Mühe ı
ohne großen Erfolg, bis der Director |
la renaissance mit feinen Compoſiti
murbe. Für biefen ſchr. er Darauf bi
Der Schiffbruch ber Mebufa, u. der!
chen dieſelbe fand, fpornte feine Thu
erft 1844 erreichte er mit ber Oper Si
durchgreifenden Erfolg, indem tiefe
ibr 1846 nachfolgende Martha od. &
Richmond, ſchnell auf allen größeren
ropas heimiſch wurden. Später lebt
ſelnd in Mecklenburg mit Componir
u. wurde 1855 Intendant des Hoftheat
rin. Außer ben genannten componiri
Opern: Pierre et Colombine, Re
Duchesse de Guise, 1838, Le for
I’esclave de Camoens, 1543, Int
Nübezahl, 1854, zu welchem letztern
die Texte fohrieb, Die Großfürftin,
von Charlotte Birchpfeiffer, Albin, 1:
Blotowia (F. Spr.), Pflanzengat
nah F. 1), aus der Familie Comp«
siacae-Eumutusieae; Arten: F. exı
in Chile, andere in Brafilien.
Flott, 1) auftem Waſſer ſchwimt
Slott werben, von einem Schiffe, mwı
Ebbe auf den Grund geratben ift, tu
gehoben werben; Jlott machen, ein an
geratbenes Schiff zum Schmimmen bı
v. w Schmeer, Sahne, bei. von ker
‚Blottbed, Dorf in der däniſche
Pinneberg in Holftein, nahe bei Alte
ökonomie, Baumichule, Pauchänfer; 4
Flotte, 1) tie geſammte Dlarine ı
u. man unterjcheidet je nach ihrer
Kriegs- u. Handelsflotten, n. je :
wegenten Kraft Segel- u. Damn
mwehnlih 2) jede größere Anzahl
Den Kern einer jelchen biltet imm
ſprechende Anzabl von Pinieniciifen
(gegenwärtig faft durchgehends Schrau
denen ſodann kleinere Schiffe, wi
Brigge, Schooner x. beigegeben fir
weile den Sicherheit!» u. Srachricheen!
Flotte bis Flottwell
erſehen, ob. um in beu Gefechten als |
6 u. KRepetiteure zu bienen. Gewöhnlich
n zu befonderen Sweden auch noch Ka⸗
ppeu, Dörfer u. Raletenboote, ſchwim⸗
erien, Brander u. bergl. beigegeben u.
Dofpital-, Munition, ſowie Werk⸗
bilden den Convoi od. ‘Train berfelben.
„vwelche aus einer beträchtlichen Anzahl
nz beſteht, wirb in brei Diviſionen ge-
Moantgarde, das Korps de Bataille u.
arbe, von benen bie erflere meift von
dmiral, bie zweite vom hochſteouiman⸗
adral u. bie letere von einem Contre⸗
ariral befehligt wird. Siud bie Divi⸗
febr ſtark, fo wird eine jebe wieber in
en eingetheilt, Über toelche bann jüngere
rale od. bie Älteften Capitãus al® Konı-
ı Befehl überuchmen. Leber Befehle
ſolchen Abtheilung hißt auf Deu Schifie,
ı feinem Aufenthalt gewählt hat, eine vier-
e.(f. d.) am Top —* anf, m
zum aygenoffizier u. Flaggenſchiff;
1 u tes Befehlshabere —* dieſe
eines anderen Maſte aufgehißt, n. zwar
were a großen Muft, bie bes Vice⸗
um Fockmaſt, bie tes Eontreatmirals
m Die Leitung ber einzelnen Schiffe
Befehlehaber erfolgt mittel Signalen,
Infuchme u. Weitergabe meift noch ber
biffe, bie oben erwähnten Repetiteurs,
ud. Die Fechtweiſe der Fen richtet ſich
er Bauart, den Bemwegungsvorridtun-
Ninsrüftung ber Scife, Doch find bas
b m. das Entern bie beiden Arten, auf
Schiff tas andere übermwältigen Tann.
san ſich bef. ber Galeeren (Ruberſchiffe)
folgte tie Schlachtſtellung meiſt in einem
‚ Lie Scifjeihnäbel ſämmilich bem
ehrt; ale die Segelichiffe aber die Ga⸗
ängten, forwirten Die Schiffe zur Schlacht
ı einer geraben Yinie, bie Breitjeiten nach
? zu. Hier wie bort bildete eine See⸗
mtlich wur eine Menge von Eiuzeluge⸗
hen ben einzelnen Schiffen, mar uuter-
Seetaktik weiter auszudehnen u. aus ber
Evolutionsfähigkeit Nutzen zu ziehen.
iſſeruiaßen conventionellen Fornien ftieß
roße Seeheld Nelfon unt, inbeni er feine
einer Linie, fondern je nah Umflänben
a Linien u. Colonnen formirte, um auf
das Durchbrechen der feinbiichen Linie
machen yualeich auch den Vortheil zu
baß die Marſchordnuug ber & auch die
mng berjelben fein konnte. Sleichwohl
sie alte Schlachtorbnung ber F. in einer
hend, ſelbſt bie Erfindung u. Einführung
mpfer änberte in der Eeetaktil nichts
8, u. erft bie Erfindung ber Schraube
chtweiſe ber Fen an bie Echwelle einer
nformung geführt. Unabhängig vom
ben bie raubenbampfer ihre Stärle
iten m. ermöglichen fo bie unbefchräntte
g tes Nelſon'ſchen Colonnenangriffo.
‚m eier geringen Anzahl Schiffe nennt
mich Escabdre, u. wenn bie Fahrzeuge
eringer Größe find, Hotile, 3. B. eine
ig von Kanonenböten zum Echuge ber
ter Kriegeichiffe auf einem Fluſſe.
881
Flotte (in and. Bebent.), 1) fo v. w. Floßgarn;
2) die Brühe ob. Karbe der Indigokllpe. ’
Ylotte, 1a, Marlifieden auf der Juſel RE im
Biscapfchen Meerbufen (Atlantifcher Ocean), an ber
Wefttüfte von Frankreich, Arronviffenıent La Ro⸗
helle, Departenent Charente⸗ inferieure; guter
Hafen, Handel nıit Wein u. Salz; 2600 (Eiv.
‚ Blotte, 1) Pierre, Kanzler des Könige Phi⸗
lipp IV. von Fraukreich, der burch feine Rebe an
die Reichtverſanmlung in ber Kirche Notre Dame
1302 jene zur Billigung der Schritte des Kö⸗
nigs gegen ben Papſt bradte. 2) Louis Kran»
0is René de F., geb. 1817 zu Landernan im
purtenient }Finisterre, widmete ſich dem See⸗
bienft, trat in bie Marineichule in Breſt, nahm
1835 an ter wiſſenſchaftlichen Erpebition bes Ad»
niirals Dupetit - Thouars u. nachnals au der Keiſe
Dunmmont d'Urville's nach ben Eisregionen des Süd«
pols, fo wie an 2 Fahrten nach ben Antillen l,
wurde 1846 Schiffslieutenant, beſchäftigte ſich ſeit⸗
dem mit wiſſenſchaftlichen Arbeiten, namentlich init
einem Project zur Bervollkommnung ber A es
diſchen Schraube, u. wurde mit ber Leitung ber
Verſuche mit Schraubendampfichiffen im Hafen von
Breſt beauftragt. Mit-focialiftiiden Ideen erfüllt,
nahm er an ber Yebruarrevolution ben thätigſten
Antheil, führte deu Vorfig in dem Club des Con
fervatoriums u. in dem Volkoklub, wurbe ben
19. Diai 1848 gefangen gefetzt, weil er an ben Un⸗
ruhen vom 15. Theil genonmen habeu follte, jedoch
am 5. uni wieder entlaflen. Als Retner des Tube
Blauqui denuncirt, wurte er am 28. Juni gbers
mals verhaftet, im Staatsproceß in Bourges pu
ſjähriger Deportation verurtbeilt u. auf bie Bons
tons von P’Ortent u. von da nach Belle Ile trane⸗
portirt. Er erhielt im Januar 1850 feine freiheit
wieder u. wurde vom focialiftifhen Comité filr
Baris in bie Eonfituonte gemählt.
lottemanville, Samuel, fo v. m. Basnage 1).
lotten (Seew.), eine Art Floß mit Bretern
überbedt, auf welchem bie Schiffszimmerleute fi
bem Rumpfe des Schiffes im Wafler nähern.
Flottille, eine Meine Flotte od. F. aus klei⸗
nen edrꝛergen beſtehend, 3. B. bie Lagunen⸗
flottille in Venedig. Im Ofterreich ein eigenes
uilitärifches Corps, das bie Befahruug auf Seen,
forat; baber
Flüffen u. in den Lagunen Venebigs be
Stottillenofficter , Flottiſlencorpo.
Blottiren (v. fr.), Schwaulen, in: Kriegemefen
das Hin» u. Herſchioauken einer Truppenlinie beinz
Marich od. Bas Wanken im Feuer ftehenber Trup⸗
pen, durch den Tod mehrerer Leute eines Truppene
theils veranlaßt; auch das Abweichen der Kugeln
von der Schuflinie, |. u. Schießen.
Wlottirende Schuld (Dette flottante), fo
v. w. Schwebende Schuld.
—28 ſo v. w. Schafmilch.
lottſeide, die Seidenftränge, welche bei dem
Haſpeln od. Winden der Seide eutſtehen.
nen Eduard Heinrich, geb. 23. Juli 1786
in Infterburg, ftubirte in Königeberg bie Bee,
wurbe 1805 Aufcultator beim Hofgericht feiner Ba»
terftabt, 1808 Oberlantsgerichtsaffeltur in Könige»
berg u. 1809 in Infterburg, 1512 Oberlandsge⸗
richtsrath u. dann Regierungsratb in Gumbinnen.
1813 nahm er Theil au der Organifirung ber all«
emeinen Vollserhebung in Burtiger Gegenb u.
Üsernapm bei dem Belagerungscorps ver Danzig
bie Militärverpflegung. 1816 wurde er Oberprä- |
fivialrath in Danzig, wo durch ihn unter anderen
das Schullehrerjeminar zu Jenlau ins Yeben ge-
rufen wurde; 1825 Regierungspräſident in Marien⸗
werber, wo er ebenfo nachtrüdlich für die durch
die Weichſelüberſchwemmung 1829 hart betroffene
Gegend ale für das Volksſchulweſen mirkte; 1830
DOberpräfident ber Provinz Poſen, ivo er fich bie
Heranbiltung eines tüchtigen Bauern» u. intelli
genten Mittelftandes, bie Aufhebung brüdender
wang⸗ u. Bannrechte u. Ablöfung der damit ver-
unbenen perjönlichen n. gewerblichen Abgaben, bie
Einführung der Städteordnung, tie Verbefferung
des Schulweſens, tie Belebung des Verkehrs ꝛc.
mit Erfolg angelegen fein ließ; 1841 Oberpräfident
der Provinz Sachſen u. Magdeburg, im April
1844 Finanzminiſter iin prenßiichen Cabinet, trat
aber bald wieder aus u. wurde 1846 Cherpräfibent
in Weftfalen. 1848 mar er Abgeortneter bei ber
Nationalverfammlung in Fraukfurt, wo er auf der
Rechten faß, a. wurde 1849 auf furze Zeit Ober⸗
präfident in der Provinz Preußen u. im Auguft
1550 in Branvenburg. Als Der Prinz von Preu⸗
Ben aut 7. Det. 1858 die Negentichaft libernahm,
berief er F., an bie Stelle des abgetretenen Mini⸗
fterd des Innern, v. Weftphalen, an bie Spike
dieſes Diinifteriums.
Blöß (Lager), eine zwiſchen parallelen Stein
ſchichten inneliegente Schicht eines bei. praltiſch nutz⸗
baren Geſteins, fa: Kehleuflötz, Kallſteinflötz ꝛc.
Die F⸗e find, mie bie darunter u. darüber liegen-
den Gebirgsmaſſen, aus Wafjer abgejetst ır. haben
uriprünglich eine horizontale age gebabt, find aber
oft durch fpätere Erbehungen Des Bodens u. andere
Greignifje theils aufgerichtet, tbeils gebogen, theils
fogur gebrochen. Bei ſolchen nicht mehr borizontalen
Fen unterſcheidet man das Streichen, bie hori-
gontale Erſtreckung, u. das allen, die Richtung u.
ben Brad ihrer Neigung gegen ben Horizont. Die
Mächtigteit eines %-5, d. h. Die Dicke deſſelben,
jenkrecht gegen Die parallelen Begrenzungsflächen
gemefien, ift verjchieten, doch in der Regel nicht
ebeutenber als etma 12 Fuß. Bon den Gängen
unterjcheiben füch die %-e dadurch, daß fie mit nem
angrenzenten Geftein parallel laufen, während jene
daſſelbe in verfchiebenen Richtungen durchſchneiden.
Sıeannlomit, Varietät bes Bitterlalks, ſ. d.
Flötzformation GSltötzgebirge), Geſteinsbildun⸗
gen, welche aus über einander geſchichteten Gebirgs⸗
mafjen befteben (Shihtgefteine, normale
Geſteine), u. welche noch deutlich ertennen Tafien,
Daß fie durch Waſſer abgelagert wurden (daher Se-
dDimentärgebilde, Neptunifche Gebirgs-
arten); fie beftehen aus lauter meift parallel itber
einander gejchichteten, in der Regel nicht kryſtalli⸗
niſchen Gefteinen, welche Berfteinerungen von Thies
zen u. Pflanzen enthalten; es berrichen bei. Sand⸗
fteine, Kalljteine, Schiefertben, Thonfchiefer, Do-
lomit, Dergel u. Gyps vor, auch entbalten fie
Kohleu⸗ u. Steinjalzlager; Erze finten fi nanıent-
lich in ten älteren Schichten der F., bei. Eiſen-,
Kupfer-, Blei u. Zinkerze, tbeild in Yagern
(Flögen), tbeils auf Bängen. Dean tbeilt Die Schich—
ten ter F. in mebrere Formationen ein, welche
jede Durch eigenthümliche geognoftifche Verbältniſſe
u. bei. auch durch Die vorzugemeile in ihnen auf
tretenden Verſteinerungen charalterifirt find nn. von
beren jeter man annimmt, daß die zu ihr gerech⸗
Flötz bis Floyd
neten Schichten zu faft derſelben Zeit n.
jelben Umftänden gebildet worben fint.
Sinne unterfcheitet man, von Den älte|
jüngften Gebilden aufwärts gebenb: a)®
formation, b) Steinlohlenforntation, e
formation, d) Dujchellaltgekirge, e) :
birge, ſ) Kreibeformation, 8) Molafleı
tiärformation, b) Diluvium, I Allur
auch Neptunifche Bebirgsarten unter ©:
Merner verftand unter 75. Die Reibe der
Gebirgsmaſſen zwifchen tem Schichte
tem Xerttärgebirge, alfo von ter Ste
nation bis zu Kreide. Vgl. Eotta, Bü
den Sn, Freiberg 1556.
Flößgrunftein, grüner, Tugeliger
Flögriffel, tauber Gang cr. Flötz, mi
erzführenden Gang abichneitet op. 3
Blögfchwarte, fo dv. w. Dad.
gi Pal, alter, fo v. mw. Zechſteiu.
t. Flour (fpr. Fluhr), 1) Arrond
franzöfiihen Departement Cantal; 31
62,000 Ew.; 2) Hauptftabi deſſelben
bat 2 Friedensgerichte, Bilchof, Kathet
ceſanſeminar; Kupfermwaarenjabrifen,
Handel mit Getreide u. Mauleſeln; 550
Flourens, Marie Iean Pierre, ge
Maureilbon, findirte Mebicin, wur
ber Abtheilung ber Naturwifjenfchaften,
feflor am naturbifloriihen Mufeum u.
fefior ber Naturgeſchichte ber organifd
am College de France. Er fdhr.: (
la generation, l’ovologie et lem
Paris 1841; Analyse raisonnde de
de (ieorges Cuvier, 1841; Exan
pbrenologie, refutation des doct
terialistes de Gall, Spurzheim
sais, 1342, 2. Ausg. 1845; Rechere
rimentales sur les propridtes et leı
du systeme nerveux dans les anı
tebres, 1642; IKecherches sur le <
ment des os et des dents, 1842;
d’anatomie et de physiolozie compa
Anatomie gendrale de la peau et
branes muqueuses, 1343; Buffon,
l’instinct et del'intelligence desanin
Blourenfia, 1) F. De C., Pfla
and ber Familie Compositae - Sene
Heliantheae - Coreopsideae; Arten
Merico; 2) fo v. w. Thylacorpermu!
Flowden (fpr. Flohd'n), Dorf, fo v.
Flower of mustard, engliicher £
tet aus Senf mit Cayennepfeffer.
Floyd (ipr. Floid), 1) Graffchaft
Pirginia (Norbamerila), 13 OM.,
River durchfloſſen; gebirgig (Weſtabban
Ridge), Boden rauh u. wenig frue
Heine Streden Weideland; Rrotucte: ı
Weizen, Hafer; Kupfer, Gijen u.a.
1831 organiſirt n. nah John Bley
gem Gouverneur von Virginia, gena
6459 Ew., worunter 443 Stlaven;
Sadionville; 2) Grafihaft im rau
25 QM.; Slüffe: Etowah n. often.
(welde ſich bier zum Cooſa-River verei
dar⸗Creek; Boden: theilweis gebirgig
Ridge), in den Thälern u. an Den Ru!
fruchtbar; Probucte: Bamımeolle, M:
Bataten; Cijen, Blei, Schiefer. Ein
Floyen bis Flüchtige Sappe
c Eiſenbahn durchſchneidet bie Graf⸗
er in Defit Der Cherolee⸗Indianer,
janifirt u. nach General Stop, ebe-
eBmitglieh für Georgia, genannt;
., werunter 2999 Ellaven; Haupt»
— | —
>) Grafſchaft im Staate Kentudy, :
Big Santy- River u. Liding-River
deilweis gebirgig mit Weideland;
8, Schweine; reiche Steintoblen-
anifirt u. nad Johen Boyd, Obrift
Ken Revolutionslriege, genannt;
)., wernnter 149 Ellaven; Haupt⸗
9; 4) Grafſchaft in Staate Indiang,
e: Ohio⸗River, Zubian- u. Silver»
18 von Hügelfetten (Knob®) durch⸗
bmäßig fruchtbar; Brobucte: Dlais,
Schweine; Eijen, Schiefer, Sant»
Schiffsbaubolz; Die Nem - Albany
hn durchſchneidet Die Grafſchaft;
1850: 143,875 Ew.; Haupiſtadt:
) Eraiſfchaft im Staate Jowa, 25
River, Yinen. Sbellroch⸗Creels,
e zum Engliſch River vereinigen;
Yezirt ınit Reftamt (Post-township)
KR Uneita tes Staates Nem-Mort,
Stãdtiſcher Bezirk in der Graffchaft
sate Indiana, 1500 Em.
Flneu, das Schwellen bes Waſſers
Fleuer), Achn, geb. 1649 zu Hin-
fbire, war Arzt in Lichtfield u. fi. bier
Pharmacnbasanos, Lendon 1657,
ıternat. state of animal humors,
598; An inquiry into the right
Pond. 1697, 1722 (deutſch Breslau
‚ Stung. 1530; A treatise on
. 1698, 1726 (teutich Ppy. 1782);
ı’a pulsewatch. Vond. 1707, 1710.
ißſaure Zalze, ſ. n. Fluor.
ı Gegenĩasb zu Segen, die Drohnng
je Übertretung eines Gebotes; daber
"lud Gottes, die Anfündigung ti
Sitrafe Gottes für die, welche feine
en; u. ber Fluch des Geſetzes, die in
Geöetz angedrobten Strafen für Die
göttlichen Sebete: vgl. Anatbema
wWirruch, wodurch Einer dem Ande⸗
I u. libel anwünſcht.
haft, jo v. w. Chriſtophelegeſell⸗
a8 Terlafien eines Ortes, um einer,
Leben betrchenten Gefabr zu entge-
scht nach Ägppten, tie Entierung der
dieſem aus Paläftina nach Agvpten,
n). Auf Abbildungen diefer F. wird
1Cbhriſtuskinde auf einem Giel dar⸗
ven Joſeph angetrieben wird; 2) 9.
rs, tie eigenmächtige Entfernung
ıten von tem Orte des Berbrecdhens
wo er fich zeitber aufbielt, um fich
rechtlichen Berfolgung zu entzieben.
einesıheild als ein wichtiges Indi—
Kult, anterntbeils iniefern in De»
e Möglichkeit beninimt, an dein De-
sermwirfte Strafe zu vellzichen. Um
; einer etwa beabfichtigten F. zu ver-
wenn tie Unterſuchung noch nicht
ber bes Verbrechene Verdächtige ger
|
|
383
nau beobachtet werde; bat bie Unterſuchung bereits
begonnen, fo hat bei genuglamer Anzeigung ber F.
die Inhaftirung zu erfolgen. If bie F. bereite er-
felgt, fo tritt Die Nacheile mittelft ber Amts» m.
Gerichtsiolge ein, m. wenn auf biefe Weife ber
Flüchtige nicht erlangt merken lann, die Grlaffung
von Steckbrieſen. Gleichzeitig pflegt dann auch daẽ
etwaige Vermögen des Angeſchuldigten mit Arre
belegt zu werben. Die Beherbergung eines flüchti-
gen Verbrechers, wenn fie freimillig u. miflentlich,
u. nicht etwa blos ala Yiebespflicht von ben näch⸗
ſten Verwandten geihab, ift als Begünftigung bes
Verbrechens anzuiehen, ebenſo Die Gewährung von
Kleidung, Yebensmitteln u. dergl. Bei Sapitulver-
brechen hat terzenige, welcher von den Aufenthalt
eines flüchtigen Kenntniß erlangt, fogar tie Pflicht,
bies ter Obrigkeit anzuzeigen. Über die Begün-
fligung ter F. eines Gefaugenen turch einen
Gelangennärter f. u. Anitsverbrechen. Der Ent.
fliehende ſelbſt kaun teehulb, weil er flch, nicht här«
ter beftraft werben, aud wenn Lie F. aus cinem
Gefänynißlocal erjolgte. Nur nenn die %. im Com⸗
plett mit Anderen od. mittelft Gewaltanwent ung
erfolgte, bilder fie nach ten neueren Strafgefegge-
bungen ein Verbrechen, welches in ber Regel mit
Serlängerung ber Saft beitraft wird. Kehrt ber
Flüchtige ſpäler zurüd, fo erfelgt, wenn nicht ine
zwifhen ter auf ihm rubende Verdacht bejeitigt
werten ift, in ter Regel feine Verhaftung, es
müßte Denn die Riidlchr unter eiıtem ansgewirkten
ſicheren Geleit erfolgt jein; ſ. Salvus conductus;
3) das Davenlaufen eines Soldaten od. einer gan⸗
zen Truppe während eines mit dem Feinde ent⸗
ſponnenen Kampfes. Tie F. gilt als der ſchwerſte
Grad militäriiher Feigheit u. bildet als jelcher ein
eigenes Diititärverbrechen. ach vergeblicher Aufe
ferberung zum Feſibalten ſteht dem militäriſchen
Vorge'ebten Das Recht zu, Den nicht Felge Leiſten⸗
den Jefort niederzuſteßen: 4) (Jagdw.), ber Ort,
webin ſich Las angeſcheßene Thier begeben bat;
5) fo v. w. Baulinie.
—R (Ziudtröbre, Jagtw.), ſ. u. Bau.
luchtig, 1) (Jagtw., vem Silbe, in ſchnellem
Lauf ankommen; Dagegen im Trabe lommen, trol⸗
fen, im Schritge, ziehen; 2) Cheni.), Stoffe,
weun fie obne Anderung ibrer chemiſchen Beſchaf⸗
fenbeit in Dampfform verwandelt werben können,
3. B. Alücktige Die (ätheriſche Ste), in Gegenſatz
zu nicht flüchtigen (fetten) Dlen; 8) von Zeugen,
melche dünner u leichter find, als fie fein follten,
u. Denen man durch Appreuur, Gummi 2c. nachge⸗
beifen bat.
Flüchtiges Bernfteinharz, fo v. w. Bernſtein⸗
campber.
Flüchtige Ländereien (Landw.), jo v. w. Wal⸗
zende Gruntjiüde.
Flüchtiges Liniment (Linimentum volatile),
durch Zuſanmienſchütteln von Baum⸗ ch. Mandelöl
mit Atammenium bereitete dünne Eaibe, häufig
mit etwas Kampber (ala Lin. vol. camphora-
tum) zum Ginreiben in Branıpfbaften ed. rheuma⸗
tiichen Abeln, bei Steifigkeiten u. Berbärunmgen n.
äbnlichen Fällen. A. Satmiafiatz, fo v. w. Engliſches
Riechſalz. 8. Balz, ülterer Name des Anımontals,
Flüchtige Mittel, feidbe außerordentliche Heil⸗
mitiel, welche beim Einreiben ſich verflüchtigen, wie
Spiritueſen, flüchtiges riniment, Ather ac.
Flüchtige Sappe, tie Sappe (j. d.), bei welcher
354
Flüchtige Stöße bis Flugbahn
mit kem Beginn bes Ausgrabens ber Trancheen nach | hoch, ferner zwei 9 Monate bes Fahre
dem Feinte zu Schanzförbe ale Bruftmebr anfge-
ftellt u. nit Der gewonnenen Erbe zunächft ausge:
füllt werben.
uͤgtige oe, ſ. n. Fechtkunſt I. G) a).
luht Muhammeds, |. Hegira.
luchtſtäbe (Meßk.), fo v. w. Bake 3).
luchtſtrebe, ſo v. w. Strebebogen.
Iuchwaffer, ſ. Bitteres Fluchwaſſer.
luctuiren (v. lat.), wogen, wallen, ſchwanken;
daher Fluctnirende Schuld, fo v. w. Schwebende
Schuld. Fluctnation, 1) Schwanken; 2) Schwappen
von Waſſer ob. Eiter in einer Körperhöhle od. Ab⸗
fceß; 3) Unbeſtändigkeit, Wankelmuth. Sluctuss,
wallend, wogend.
Fludd (de Fluctibus), Rob., geb. 1574
zu Milgate in Kent; Myſtiker, machte durch feine
tbeofophifhen Schriften Auffehen u. fl. 1637 in
London. Merle, Oppenheim 1617—31, 6 Bbe.,
find jedoch nicht vollftäntig, fo fehlen 3. B. Patho-
lopia dnemonica, Gouda 1640, Fol., u. a. m.
Fluder (Waflerb.), Ablauf des Waffers; daher
Fluderbrücke, über einen Ablauf gebaute Britde.
Flüdern u. Flüdernholz, fo v. w. Flößen u.
Fiößben.
Flüe, Nilolaus von der F., eigentlih Nil. v.
Löwenbrugger (gewöhniih Bruder Klaus
enannt), geb. den 21. März 1417 in Flüeli im
anton Untermalben, zeigte ſchon früh eine Neigung
zur Einſamkeit u. zum beſchaulichen Leben, Diente
jeinem Canton erft als Soldat, dann als Lanbrath
u. Richter. Tief verlett durch einen ungerechten
Richterſpruch über ihn, zog er ſich 1467 aus ber
Welt zurid u. lebte als Eremit anfeiner Alp, dann
in ber Felſenſchlucht Ranft in der Näbe feines Ge⸗
burtsortes, wo ibm eine Kapelle nebft Klaufe ge-
baut wurbe, u. wo er mit der Zeit, von ben vielen
Gaben, melde ihn gebracht wurden, 1477 durch
einen Kaplan Meſſe lefe ließ u. ſpäter eine Plar⸗
rei errichtete. Hier durch ſein enthaltſames Leben
(er ſoll 20 Jahre nur das H. Abendmahl genoſſen
haben) in den Ruf gekommen, daß ſeine Fürbitte
bei Gott mächtig wirke, u. als weiſer Rathgeber auch
in weltlichen Dingen berühmt, wurde er von Leuten
aller Stände aus Nah u. Fern berathen u. feinen
Sprüchen eine prophetifche Wahrheit beigelegt u. fein
Rath befolgt. Am berüihmteften in diejer Hinficht
wurde er in den Streitigfeiten u. Zermürfniffen ber
Eidgenoffenfchaft, wo auf der Tagjatung in Stanz
nach feinen Anfichten u. Wünſchen, melde er durch
feinen Kaplan fiberbringen ließ, am 22. Dec. 1481
das in der Schweizergeichichte berühmte Verkomm⸗
niß zu Stanz abgeihlofien u. dadurch die Strei-
tigletten beigelegt u. bie Freiheiten feiner Lands⸗
leute befeftigt wurben (ſ. Schweiz, Geſch.). Er ft.
1458 an ſeinem Geburtstage u. wurbe 1669 von
Clemens IX. unter bie Heiligen erhoben, welche
verehrt werden bürfen. Wibmer, Das Göttliche in
irdiſcher Entwidelung nachgemiefen im Leben Nit.
v.d. Fl., Luzern 1819; Büfinger, Bruber Klaus
u. En zjeitalter, ebd. 1827.
luela, Berg im Schweizercanton Bündten,
Bezirk Oberlanbquart, am Ausgang des 2 Meilen
langen dluͤelathales, durch welches längs dem Ufer
eines Heinen Flüßchens eine Straße über die Kette
des Selvrette in das Engadin führt. Der höchfte
Funtt bes Paſſes ift iiber 7400 Fuß hoch. Su der
itte des Thales liegt ein Dörichen, 5500 Fuß
Se.
Flüelen, Dorf im Bezirk Uri bes €
ton® Uri, Landungtplatz am Bien
unweit der Mündung ber Reuß, mi
(Waarennieberlage); 600 Ew.; Tranf
Dberitalien, Boftbureau; in ber Nähe
apelle.
Fluͤelerche, fo v. w. Flüevogel.
Fluellit, Mineral, itryſtalliſirt in
Prismen, iſt weiß u. durchfichtig, beſtel
aluminium u. findet ſich in Cornwall
Flüevogel (Accentor Bechst.),
der Ordnung ber Singvögel, Yamil
ſchnäbler; Schnabel mittelftart, geradı
ſpitzt, vor nen Nafenlödhern breiter al
jelbft niedergebrüdt u. mit etwas einge:
dern zum Aphülfen harter Sämereien,
im Winter leben, wenn ihnen Infecten
fenlöcher in einer großen Haut, Yüße |
Nagel ander Hinterzehe; Standvegel, |
u. Sämereien; Arten: Alpen-F.(Alı
A.alpinus, Motacilla alpına L.), «|
tel gefleckt, an ber weißen Keble Heim
Flecken, auf ben Alpen, baut in Feljenföd
ift wohlſchmeckend u. der vorzitglichfte
den Alpen; Schieferbrüftiger. (2
A. modularis, Sylvia mod. LatA.,.
oben hellroſtfarben, braungefledt,
weißfpigig, Unterhals u. Bruftifchiel
Gekilihen in Europa, frißt Injecte
reien, niftet ine Gebüſch, legt 5— 6
bleibt oft den Winter ba, lodt Titu
wohlſchmeckend; Berg⸗F. (A. mont«
Flug, 1) (Herald.), ein Baar Adler
fie fo geftellt find, daß die Sachſen (ta;
ben großen Federn Entgegengejetste) fi
ander kehren, fo ift e8 ein offener,
teter; menn bie Slügel aber über ein
Daß vom hinteren Flügel nur wenig b
ift es ein geſchloſſener F. Einzeln
Ben Flügel od. halber, gebroden
ber Richtung der Sachſen wird ibre
ſtimmt. Sie find zwar auch Schilde
doch weit öfter Helnıihmud. Dan |
mit Federn u. bergl. beftedt u. bu
(ie), der vordere Theil ter 2
ber Dörfer u. Haubiten, der biuten
mer jo; 8) (DMed.), jo v. w. Hautm
Flugbahn (Kriegsm.), Die Linie, m
ſchoß vom Beginne feiner Bahn bie z
fchreibt. Wenn lediglich Die treibende
janı wäre, fo müßte die Bahn jenes &
gerade Linie fein; Doch es treten ander
hinzu. Zunädft die eigne Schwert
ſchofſes, welche es beſtändig ber Gri
ſucht, u. zwar in jedem folgenden
mehr als in dem vorhergehenden; au
würde bie F. bie Geſtalt einer Parab
wenn nicht ter Luftwiderſtandene
u. die Parabel in eine andere Curve
welche man bie Balliftiiche Linie
Natur aber neh nicht vellftänbig 6
werden künnen. Der Yuftwiterfland m
Ihiedenen Seiten: einmal ven vorn
bie Geſchwindigkeit des Geſchoſſes
dann aud von oben, nenn Das Geſch
vou unten, wenn das Geſchoß ſich feı
Flugbette bis Flügel
ee Geſchofſes wãchſt auch der Luit⸗ funden hat; dieſe Gattung bewohnte in mehr als 15
Ibe vermindert fich, je größer bei
fläche bie Schwere bes Geſchoſſes
er abhängig von ber Geftalt Tee
n ein Tegelförmiges Geſchoß tie
zem Berluft an Geſchwindigleit
ein tugelförmiges. Hieraus nun
ößte Schußmeite nicht unberint
angsgeſchwindigleit erzielt werten
re Geicbofle in Bezug auf Schuß⸗
neren einen Bortbeil baben u. Daß
e vortbeübafter find ale kugelför-
es Geſchoſſes, welches mit einem
abgeſchoſſen wird, erhebt ſich zu⸗
ender Aft) bis zu einem gewiflen
‚ dann fentt fie ſich wieber (ab-
‚u. zwar ftere fteiler, ale fie ge-
eringer bie Höbe ber F. über ber
rajtrenderiftbie Bahn. Wenn
Boden erreicht, macht es einen
ser Winkel, unter welchem es auf-
wintel) ein geringer, fo prallt es
t eine neue Babn. Der Abprall-
zrößer ale der Ginfallwintel. Eine
m des Geichofles wird z. B. beim
ettihuß erzeugt. “Die Seiten-
eines Geſchoſſes von ber F. wer⸗
eder durch den Spielraum u. bie
brten Anichläge des Geſchofſes an
ohrs cd. Durch Die Bewegung ber
ch Lie Drehung tes Gefchoffes um
nkt cd. um feine Achie. Dan kann
t befeitigen, aber wobl regeln u.
den großen Hoblgeſchoſſen erreicht
das Polen od. Centriren, bei den
mbfeuertwaffen Durch das Antrin-
n letzteren. Indem biefe Züge ge-
werden, erbält das Geſchoß eine
weihung (Derivation) nah ber
mitgerbeilten Notation um feine
e F. ter Raleten, wenn auch ben
gen untertban, unterſcheidet fich
‚ou ber ber andern Geſchofſe, weil
eit durch das Abbrennen des Treib-
fen Erlöſchen fortwährend wächſt,
6 Verdremen dieſes Satzes Der
Ralete noch während der F. eine
nden Mahlmühlen ein beſonderer
e Dede, wo ſich der beim Mahlen
:tebene Mehlſtaub (Fiugmehl) an-
ammelt u. zu Viehfutter gebrandht
roße, bei ber ſchlimmſten Form von
:ilen auftretende Hautbudeln.
fo v. w. Arbeitebienen.
v. w. Fliegendes Blatt, ſ. u. Ylug-
Krankheit des Getreibes, |. u. Brand
y.), fo v. w. Flode 10).
(Prerodactylus Cuwe., Ornitho-
ser. Collinoiſche Thier, weil
ector des Muſenms in Manheiui
ausgeftorbene Thiergattung, von
e fofflle Knochen u. ganze Stelete
in Bsiern bei Solenhofen in litho-
efern, fpäter auch in England ge⸗
fon. 4. Aufl. VL
Arten das mittlere Europa zur Zeit ter Inuraperiode
u. gebört zu den Dinofanriern, die mit der Form ber
Eidechien, dech auch auffallende Figentbürmtichteiten
mit ben Sängethieren vereinigten; Kopf n. Hals
jebr lang, Oberkiefer ſchnabelförmig verlingert u.
gezabnt, Kiefern mit ſpitzigen Zähnen, Leib wie
Froſchleib, Füße lang, daran die 4. Zehe ber Vor⸗
terfilge mentaften® fo lang, als ter ganze Körper
(vieleicht zum Ausfpannen ber Flughaut), Schwan
turz; Arten: Pteroglossus Lavateri, mit
zmeigliederigem lügelfinger, ferner mit viergliebe-
rigem Ylügelfinger: Pt. longirostris (Or-
nıth.antiquus), bie am längſten befannte Art,
nur 10 308 fang, wovon Kopf u. Salz 2 einnehmen ;
Pt.crassirostris,obneden (feblenten) Schwanz
12 Zoll lang; Pt. grandis, mit 4 Zoll 3 Yinien
langem Oberſchenkel, 7 300 7 Linien langem Schien⸗
beine u. 7 Sol 2 Linien langem Flugfinger; Pr.
brevirostris, Pt. Kochii, Pt.medius, Pt. Meyeri,
Pt. macronyx, Pt. Muensteri u. a. m.
Flügel (Alae), 1) Slugwerkzeuge ber Vögel:
entipredden tem vorderen Kußpaare ter Säuge:
tbiere, be. den Armen ber Menichen. Dean Anter-
jcheidet die inneren, mit meichen, meift ftets beileren
Federn beſetzten Seiten (Sachfen) n. den äußeren,
mit den Schulter-, Ded- u. Schwungfedern beſetz
ten (Dach⸗, Ded-%.). Ihre Grundlage find tie
Alugelknochen, nämlich das Schlüffelbein, ein Röh⸗
rentnocben won verzüüglicher Stärke, Das Schnlter⸗
blatt, ſchmal u. fäbelförmig, das 1blos den Vögeln
eigene) unpaarige Gabelbein vorn über dem Yrufi-
bein u. vor den Schlüffelkeinen. Au das Schulter:
bein ſetzt fich, als Der erfie eigentliche Flügellnochen,
das Öberarmbein, an dieſes zwei Rorderarmbeine u.
an biefe Lie Der Hand entiprechenben vorderen Flü⸗
geltnochen, namentlich zwei Die Handwurzel, zwei,
meift zufunmengemachiene, bie Mittelhand, einer
ten Danmen, zwei den nächſten Finger in zwei or.
auch drei Gliedern ır. einer Den lekten Finger bil-
tenden Knochen. Sie alle find durch Bänder ımter
fi) verbunten. An fie ſetzen fich Die Alügelmusteln,
namentlich Der große Bruftmustel, ber ſtärkſte Mud—
tel der Nägel, für ven Das Bruftbein einen eigenen
Kamm (Bruflanım, Hüpfauf) hat, der mittlere u.
fieinere Brnfininstel, der breite Rückenmuskel, ter
grobe u. der klleine Deltamuskel, der Pebemuelel tea
berarınbeine, ber Oberſchulterblattmuekel, ver
Heine Schulterarmmuslel; alle dieſe bewegen Das
Oberarmbein; auch bie Vorberarme u. Handbeine
haben eigene Muskeln zur Beugung u. Streckung,
die mehr ob. weniger benen bes Dienfchen ähneln.
Wie die Anochen u. Muskeln ver Bügel, fo ift anch
das fie überziehende Gefieder (vgl. Federn) böchſt
manmigfaltig gebildet. Beſonders unterſcheidet man
als gejiederte F., vornehmlich bei Raubvögeln,
zwei Arten: Ruder⸗F., ſpitzig auslaufend, iang,
ſchmal (bei Falken, Schwalben u. a.), u. Segel—
F breit, lang, vorn abgerundet (bei Habichten,
törchen, Schwänen, Gänſen u. a.); zwiſchen kei-
ben gibt es Abſtufungen. Die Vögel mit jenen flie⸗
gen —* u. bewegen ihre F. oft; die mit Dielen
erhalten fich länger fchmwebend in der Luft u. baben
einen langfameren Klug. Naturhiſtoriſch unterſchei⸗
bet man ned äußert lange (A. longissinne),
wenn fie weit, fehr lange (A. perlongar), wenn
fie etwas über die Schmanzfpitse gehen, Lange (X.
longae), wenn fie bis zur Schwanzſpitze, faſt
25
lange (A. sublongae), wenn fte nicht ganz bie
dahin reihen, Turze (A. breves), wenn fie nur
den vierten Theil bes Schwanzes, äuferfi kurze
(A. perquam brevissimae), wenn fle den Schwanz
ar nicht erreichen. Die F. ber Infecten find
— trocken, elaſtiſch, meiſt durchſichtig, ſitzen an
den Seiten bes zweiten u. dritten Bruftlaftenringes,
haben feftere, zum Theil ſchöne Netze bildende Adern
(Luftorgane). Bei einigen find fie mit zarten, feber-
artigen, oft ſchön gefärbten Schuppen beſetzt, 3. B.
"bei den Schmetterlingen, bei anderen nadt;, bei
einigen liegen fie ausgebreitet u. gerabe, bei anbe-
zen zufammengejchlagen u. gefaltet. Einige haben
nur zwei, anbere vier; jene find meiſt mit Schwing-
tolben (Halteres) verjeben. Dft weichen tie vor-
deren dadurch ab, baf fie ganz horn⸗ u. pergament-
artig find, u. biefe nennt man dann Flügelbeden
(f.d.) Bei manden Inſecten, namentlich wanzen-
artigen, ift nur ber Grund ber Deckſchilde horn⸗ ob.
lederartig, bie Spitze bagegen häutig; bie Flügel
find durch die Adern in Rand⸗, Mittel⸗ u. Hinter⸗
feld getheilt, u. im Ruhezuſtande ſchlägt ſich das
interfeld unter das Mittelfeld zurück, oft auch die
pitze gegen die Baſis, nach Verſchiedenheit der
Flügel. In Bezug auf die F. hat man die Inſecten
eingetheilt in ungeflügelte, Hart-, Halbdeck⸗, Netz⸗,
Haut⸗, Staub⸗, Gerad⸗, —— F. der
Säugethiere find entweder zwiſchen ben verlän⸗
gerten Fingern der Hände u. den Vorder⸗ u. Hin⸗
terbeinen ausgeſpannte Häute, die wirklich zum
Fliegen dienen, wie bei den Fledermäuſen; od. ſie
find Häute, nur zwiſchen ben Vorder⸗ u. Hinter⸗
beinen ausgeſpannt, bei nicht verlängerten Fingern
dienen ſie dann nur als Fallſchirm, wie bei den
he fliegenden Phalangers u. Malis.
lugwerkzeuge der lugeidechſen ſind eine Haut,
die durch die beweglichen u. verlängerten Rippen
ausgeſpannt wird u. auch nur als Fallſchirm dient;
der vorweltliche Pterodactylus (ſ. d.) war eine
Eidechſe, mit Fen faft wie bei ben Fledermäuſen.
Die Flugwerklzeuge mander Fiſche enblich find
bie verlängerten Bruftfloffen. F. verliehen tie Al⸗
ten ben Genien, Seelen, dem Hermes, ber Jrig,
ber Nile, deu Eroten u. bakchiſchen Dämonen (da⸗
ber beflügelte Götter, Dii alati) ꝛc., theils
un ee ihre Leichtigkeit u. Schnelligkeit, theils,
wie bei. bei ben Seelen u. Dämonen, Erbebung ı.
Aufflug zum höheren Sein anzubeuten. Die Engel
nit F. fich vorzuftellen, war jüdiſche Idee, ſ. u.
Engel. 2) Die breite äußere Tippe bes Gebäufes
ber Blügelichneden (j. d.); 3) (Bot.), jeve bäutige
ob. blattartige Einfaſſung an Stängeln, ftielartigen
Theilen, Früchten u. Samen; daun gewiſſe Theile
ber Blüthenhülle, 5. B. bie beiden größeren Kelch—
blätter bei Polygala
ter Schnietterlingsblumen; auch wohl fo v. w. Aſt⸗
adjel, d. i. der Winkel, den ein Aft mit feinem
Stamme, ob. ein Zweig mit feinem Alte bildet. Da
ber fügelförmig, flügelartig (alaeformis), wie ein
Flügel geformt; auch jo v. w. achſelſtänbig (alaris).
4) der aͤußerſte Theil eines langen u. ſchmalen Ge⸗
enftanbes, bef. wenn er in zwei Hälften getbeilt iſt od.
r gebacht wird, 5) bie beiden Enden einer TZruppen-
linte (ogl. Centrum u. beſ Flanke); 6) (Jagbw.), die
rechte od. linke Seite eines Fagene u. bie daſelbſt be-
finblihen Yeute, über melche ter Flügelmeiſter die
Aufſicht hat; 7) die an den Seiten eines Saduetes be»
findlihen Berläugerungen; 8) unter einem Winkel
‚u. die zwei feitlichen Blätter
Blügel
mit ben: Hauptgebäude verLimibene €
gewöhnlich von geringerer Tiefe als
biefem einen Hof einfchließeub; 9) |
Thüren bie beweglichen Theile; 10)
Sielen u. Briden die Belleitung
Stein läugs ber Ufer; 11) bei Horn
ten, bie lungen Gchenfel, weiche
dent dahinter liegenden verbinden;
Bretftüde, } Elle fang, Die an dem
teift zwei eiſerner Ringe befefligt tr
berſelbe in dem unterften Theil te
eingeirieben werben famı; 18) fo v.
Genttügel: 14) (Seew.), Heine Fahn
Maſten, theils ale Signal, theils zı
der Windrichtung, auf hollänbifchen
ihen Schiffen utterflügel gei
— Ph Arnıe 7— Hante;
o 9. w. Richtweg; 16) fo v. wm. 8
an einer Drehbank angebrachte Ar
(Spinn.), beim Spinnrabe zwei kru
der Spule, welche ınit Hälchen verfe
die ber Faden auf bie Spule läuft.
Flügel, Slavierinftrument von“
zulaufenver, flügelähnlicder Korın.
lichen Fen werben die Seiten duri
hen von in die Zungen ber Doden
Nabenfedern geriffen u. ſo zum T
das Anbringen Liefer Kiele beiht &
. haben gewöhnlich einen Umfang
ctaven, von Contra-% Li® zum
u. enthalten 3— 4 Chöre Saiten,
verſchiedenen Züge einzeln vb.
jpielt werben fünnen, u. meift 2
geloppelt werben Lönuen. Jetzt ft
noch felten zur Dirigirung großer Or
lich u. durch die einen viel milbere
ftarlen Ton babenten Slügelpiansfe
nos, tie in ein, bem tes F⸗s ähm
eingepaßt find, erſetzt. Gin Dopt
flügelartiges, verſchieben eingerichtet
ınit 2 Clavieren, je emem an ben
Vis à Vis, ift ein von Stein erfus
flügel, der an beiten Enden Taften
PBerjonen einander une ſitzend
FJuͤgel 1) Joh. Gottfr., geb.
in Barby an ter Elbe, wurde Ka
nuchden er in verſchiedenen Stäbte
conbitionirt hatte, 1810 nad) Yeorkau
ſich bier bef. den Studium ber Engl
febrte 1819 nad) Deutſchland zurück,
zig ſeinen Aufenthalt u. murbe 18
Engliihen Sprache an ver bafigı
legte dieſe Stelle aber 1838 nieber,
julat für bie Vereinigten Staaten vo
zu übernehmen. Seit 1848 übertrı
gierung ber Bereinigten Staaten au
dee Smithſonſchen Inſtitute in F
Deutihland, Rußland, Belgien, .
Schweiz. Seine Thätigkeit in biefcı
von großem Einfluß auf ben wifjenf
kehr Nordamerifas mit Dem eurepäif
Er ft. 24. Juni 1955 u. ſchr.: Em
lehre, Lpz. 1324—26, 2 Thle.; Coın
and (serman phraseology, ebb.
plete Dictionary of tbe Engli
man, and German and English |
1838, 2 Bbe., 3.9. 1843; außerdem
Chreſtomathien (The selector, dp
Vihgeladiniant bie Biägelkäpfe
eb. a: 2 Bde.; Te (Coleoptera), jebe einzelne aber
y, eb. 1835) ——* fie.: | Wlügelbede (Elytrum),.
dawärterbäcdher: in I geldeich, io * f. u. Deich
3 Be. 1. ak 1854; lügelfarren (Preroides), Harrenfränter, top»
Deutfää-eng! — von die Kapſeln eine Tranbe od. Riſpe bülbent.
2 Die.; VPrattiiches Wlügelfeber, Schmetterling, jo v. w. Feber⸗
Icertefpeisbeng (engl n. * mette (Prerophorus)
838, 6. U. 1853; A | fen Pierygium), Meines, brei
"1603 in Denker; 35* ——
alte in ut gebildet von
itiſchen in Sei a neren, felten den a “* winlel aus, ſich
e 1832 Profeſſor an der Pandes- | mit er Spihhe bis in die eg ar)
VE ee | Peak
r au a ⸗ i eiden
nlibi unter dem Titel: Der ver⸗ 8 ſeſter, ji
beo Einfamen in fchlagfertigen Ge⸗ (P, 52 erforbert
ode fie der Änaber, Drem, 5 — —* I:
' N er Js
de.; beiorgte eine Gterestypant- —— — inter una
# Definitiones bes
mßerdem heraus Concordantiae
ne, ebd. 1842. RR
— ii
ib u. hanbtfächlich en Ausfälle
ng wien Barden Inerben [ol
. Bei Käfern (Co-
en Hinterleib
| Außer
Eule au
ben
enber — —— ee
nä er (Pt. ER bie Strablen
eid, Fonft wie
An
—— ind länger als ber
‚ bie Faſern fiber ben — en gegliebert, ben
Sika er Anfecten ü
Flügel rmi e Fortfı coasus piery-
goiden), Ehre!
knochen.
—— 1) fo v. w. Samara, |, u Frucht;
9) Ka enge tung, ift Pterocarpus, .b,
Flügelfübrer, 1) nad einigen —— us
teroffiziere ob, alte Soldaten, bie ihren ‘ an — ——
en Rotte rechte 1. linie jedes Zuges haben,
um die ——— beffelben deſſe pltmcher aus-
ufübren; 9) bei einer reibjagb biejemigen Jagd-
unbi —* welche die Flügel ber veibee leitem,
Ifüßler, fo v. mw, Floſſenfüßler
„u tiheigeumengrube ulcus * 58
Rinne am —R— bes Ke
— welche mit ichen, A Bee
menbein einen Kanal, ben Fährt Ph bil»
bet, in welchem der Mlügelgaumennern (f. Gehirn ·
nerven, Nervas ee inus) verläuft.
— eigebläfe, ſo v. wW. ——
lugelgrube (F obsa oiden), eine Ber-
tiefung * n ben — Reilbein®, u.
Fiägen amulus U el ‚ein baten
ib =: Berta bes Ir des Reilbein®, |.
jen, je v. in Fiugbornchen
w. Flůgelgaumen anal,
ee Kleid flir Meine MEd-
den jivei Streifen (Flügen
5
Seren
tl” ob. — ortlä
* a Heiner old bei en
ERIANEILTE
388 Klügelleder bis
eben micht
u onlich, am
Sopk find zwei Heine Lurelartig Floſſen, Schnauze
ng
Tlugelleder, bie beiden Stüden Leber, welche
auf den ſchmalen Seiten an dem Dedel eines Reiie-
Toffers berabhängen u. das Eindringen des Regens
verhiudern.
lügelmann, 1) Soldat, ber den Flügel eines
Regiments, Bataillons, einer Compagnie od. über-
haupt einer Abtbeilung bildet; 2) jo v. m. rechter
8. des 1. Gliedes, ber größte Mann einer Abtheilung.
Slugelmeifter (Jagdw.), jo v. mw. Flügel⸗
rer 2).
Flügelmufgeln (Perlmuttermuſcheln,
Aviculacea uuct,), Samilie ber zmeimusfeligen
Muſcheln; Mantel ofjen, ohne Spalten u, Röhren,
Schalen gleich, blätterig, Budel vorwärts gemeigt,
Schloß meift zahnlos, Band faft äußerlich, längs
bes Schloßrandes, Vordermuskeleindruck jehr Hein,
uß feitlich zufammengebrüdt, klein, mit einem
vffus; nur Meerbewohner; Gattungen: Schwal-
benmuſchel (Avicula). Bertenmufcel (Melea-
grina), Stedmufcel (Pinna) u. die foffile Gattung
Gervillia.
———— zwei Kaumuskeln (f. d.), ein
äußerer (Musculus pterygoideus externus) u.
ein innerer (M. pteryg. internus). vom Flügel u.
J— des Keilbeins am Schädelknochen ent⸗
peingenb u. fih am Unterkiefer anbeftenb.
g ügelmutter, fo v. w. Flügelſchraube.
lügeln, einen Vogel mit einem Schuß am
Flügel treffen.
Flügelnerven (Nervi pterygoidei), Nerven,
welche zu den Ylügelmusleln, ſ. b., gehen.
Flügelort (Bergb.), eine Strede, die von einem
Hauptftollen aus ſeitwärts getrieben wird.
Lugelpflug, Pilug mit beweglihem Stricbret.
[ugelgualle, fo v. w. Floſſenqualle.
Flügelrahmen (Bergb.), Schadhtgeviere, deren
Enten über den Punkt, wo fie zufammenftoßen,
hinausragen.
Flugelredoute, eine geſchloſſene Feldſchanze, die
auf dem Flügel der erſten Parallele bei der Bela⸗
gerung einer Feſtung zum Schutz gegen Ausfälle
augelegt wird.
Flügelröhre, bie fürzere Röhre bes Fagotts.
Tlügelrotte, tie erfie u. letzte Rotie einer
Truppenabtbeilung.
Flügeld von &t. Michael, Orden bes, ge-
fliftet von Alfons I., König von Portugal, 1167
nach. der Beftegung bes Königs Albarech von Ser
villa bei Santarem. Die Mitglieder des Ordens,
Edle anı Hofe des Könige, mußten dem Eiftercien-
jerabt von Alcobaga ſchwören, Gott, bem Bapfte
u. dem Könige treu zu jein u. ſich zur Sanftmuth,
Demuth, Frauendienſt, Glaubensvertheibigung u.
Schorfam gegen bie Oberen verpflichten. Ordens⸗
zeichen: ein rother Flügel auf einen weißen Mantel
ebeftet; auch auf dem Schilde führten fie einen
olchen Flügel. Ihre Gebete mußten fie wie Laien⸗
brüder ber Ciſtercienſer täglich verrichten, an ben.
Flügelfchranbe
- heiligen Feſtabenden ber Veſper u. D
tei beimohnen u. baranf das Abendm
Jugeh eide, jo v. w. Flügelde
lũgelſchnecken (Stromboidea
auct.), Familie aus ber Ordnung
menjchneden, Gehäuſe fpindel- op. I
bedelt, Kanal kürzer ob. länger, }
gebogen, bie äußere Lippe wird im:
gelartig u. heißt dann Flügel) u. bei
gen finger - ob. lappenartige Auswi
Kanale ift eine Ausbiegung zum Hei
Kopfes; dazu bie Gattung: Fl—
(Strombus Z. ): a) Wahre. (Str«
Gehäuſe bauchig, mit Flügeln ohne
lurz, Ausſchnitt tief, vom Kanale
auf einem Stielchen an der Seite
viele Arten in ven Tropiſchen Meeren
telländiſchen; Arten: aa) Bewaffı
ter, St. pugilis), auf jeber Winbı
Stacheln; aus dem Mittelmeere;
flügel (St. auris Dianae), län;
gran, böderig, querftreifig, Schwanz
tippe Did, mit einem Angerförmige
Oſtindien; ec) Riefenflügel (*
der Größe eines Kinderkopfes, kreiſe
lich bis röthlich, Mündung fehr weit
roth, Gewinde mit legelförmigen Höd
lang u. ſehr ſchwer; häufig an ben !
jet zur Berzierung ber Blumenbeete
beitbeile werben zu Muſchelcameen v
nennt fie au Streitmufchel; 4
gallus), kreifelförmig, böderig, que
u. rothbraun ſcheckig, letzte Windw
dreiedigen, Ipigigen Hödern; ee) &
lentiginosus), Lippe breilappig, v
warzig, Schwanz ftumpf; aus is
u. einigen anderen Schneden Tom
Haue od. Blatta byzantina;, M
(St. epidromis), länglich oval, glat
weilen gejchedt, Lippenrand rückgebog
—— mul). groß, bamı
u. wei edt, innen roth, Flüge
Wirbel; = Oſtindien, jelten. Sr )
von %. gelten ferner: by) Kinger-!
Lam.), Mindungsrand zu langen
gern ausgewachſen; Arten: Krai
(Pt. Lambis Z.), mit 7 geraden, !
teten lürzeren, balb längeren auffteig
weiß u. braun; Leufelsllaue (
Pt. Chiragra), eiförmig, handgroß.
gern nod größer, nabel krum
rojenroth, jung ohne Finger; S
Scorpio), Zaufenbbein (Pr. mil
od Scähnabel-%. (Rostellaria),
förmig, glatt u. enbigt fih in eine g
förmige Rinne; Urten: Belelan
pelecani), vier fingerfürmige Anfät
Sternjpinbel(R. fusus), glatt,
sähnter Lippe, — biefe 1
aud wieder geſchieden in Hippoc
Fort), voo der Mundrand ungezäh
Fissurella) u. H. Rostellar
Munböffnung gezähnt ift. Ginige $
verfteinert vor, 3.8. St. papilionatı
pes pelecani u. costata, Pteroc«
heißen Alatiten, bie mit Finger
Strombiten.
Slügelfgranbe tägeimutter);
Flagelſpill bis Flühe | os
ien (lügeln), an denen fie ohne | Flughuhn (Ganga, Prerocies Temm.),
I berumgebrebt werben kann. —— der Sandhühner, bie feine od. nur ſehr
Seew.), Binne am Gangſpill. Neine Hinterzeben, kurzen, gewälbten Schnabel, be⸗
ven, f. u. Räderthierchen. flederte Nafenteden u. lange, flache n. fpigige Flü⸗
J. u. Thür gel wie die Tauben haben. Die Klug - ob. Sieppen⸗
1) allgemeine Benennung der eß- : bübner baben eine Meine Hinterzebe u. vorn flaumig
ber eem Ufer ab in einen rechten ı befiederte Läufe; Art: Pr. aichata, 12 Zoll lang,
trem tretende Vorban. | in den Läntern am Mittellänbifchen Deere.
eo 2. mw. Role (Med.). Flugloch, die Offnung in einem Bienenflode,
o. w. Fliegfiſch Exocoetus). durch welche die Bienen ein⸗ n. ausgeben.
Rian Wilhelm, geb. 1772 in Wie- Same fnine f. u. Fliegen.
hen, wurde 1794 Repetent bei ber Ingmebl, f. Flugbelie.
ıltät u. 1798 Univerfitätsprebiger Flugfand, ter feine Sanb, ber aufier Quarz
1501 Prediger m Sharnebed ; fr. oft Kalf- u. Tbontheile enthält, Teiht vom Wind
des Glaubens an Unfterblichfeit, über Ader u. Wieſen geführt wird u. tiefe oft hoch
',3 Thle.; Darfiellumg des biebe⸗ überfhlittet u. unfruchtbar macht. Gntbält er 90
ber fantiichen Philefophie auf Die Procent Sand, fo iſt er zum Pflanzenbau untaug⸗
op. 1796--998, 2 Bde.; Der Him- ich, mit Hütfe bes Waſſers läßt er fich aber verkeflern
Altena 1504 u. m. a. u. Durch allerlei angefäete u. angepflanzte Pflanzen,
F. Wild., Pflanzengattimg aus bei. Sanbbafer, Riedgräſer, Rohr, Dueden, Schwin-
wuphorbiacese-Buxeae, Diöcie, gel2c. befeftigen. Letzieres geſchiebt auch durch Cou⸗
ten: F.leucopyros,borniger, pirzäune, d. h. 2— 4%. bohe, locker geflochtene
ich mit weißen Beeren; F.java- Pd bie rechtwinkelig mit den gemähnfichen
ecarpaauf9ara; 2) F. Rich, Santfluge aufgerichtet werben; bierdurch wird Das
pogon Ait. aus ber Familie ber Weitertreiben Des 75-8 von ben mit Sand über
body dieſen nabe verwandt. dedten Grundſtücken (Sandſchollen, Zant-
ie Art Bienenzins, ſ. n. Zins, fcheflen) verbintert. Auf fchiefen Flächen werden
jbert, geb. in Köln, bildete fih auf Diele Zäune, 20 — 30 Schritte, auf ber Ebene 70
dann anf ter Münchener Alate- bis 80 von cinanter entfernt, Die Santfchelfen aber
Ser n. ließ fich fpäter in Münden runtum mit einen Zaune nmgeben. Solche Stel⸗
feinen durch technische Bellentung, Ten baut mar nun, mit Kiefern, auch mit Gras an.
rung u. wirkſamen Austrud aus Bgl. T. Hartig, Über Bildung u. Befeſtigung Ber
älten großen Grfolg hatte. In Dünen :c. u. iiber ven Anbau der Sandſchollen mit
offe zeigt er größe Verwandtſchaft Holz, ebt. 1931: 3. 0. Pannewitz, Anfeitung zum
ziſtie. Seine Gemälte ſtellen mei- Anbau der Sanbichollen ıc., Marienmert. 1832.
n tem bürgerlichen Gejellichafre- Flugſchießen (Lauffhieken), dae Schießer
ıen indeß alle pſychelogiſche Wabr⸗ einea im Fluge cher Laufe begriffenen Wildes.
nm Mangel einer wahrhaft fchänen nel iff, fo v. mw. Brigantine.
ee zu entichähigen vermag. Zu ſei⸗ lugſchrift (Samphlet), eine Dradicrift
n gehören: Der unglüdliche Spiee von germmgem Umfange, welche über Tagesiragen m.
ißbeirath (194491; Die Proceß⸗ Zagesereigniffe bantelt, zn benen man auch bie fog.
17); Wucherer n. Künftler (1555). altegen den Ylätter, welche nur einen balben od.
(Hättenmw.), fo v. m. Flockgeftübe. viertel Bogen einnehmen, rechnet. Sie vertraten in
baferähnliche® Unkraut zur Gat⸗ den erſten Jabrhunderten nach Erfintung ter Vuch⸗
echnet, ſ. u. Hafer. druckerkunſt bie Stelle, melde ‚Jhäter bie periobifdh
v. w. Dactylopterus. erſcheinenden Zeitungen u. Zeitichriften einnahmen,
ũgel der Fledermäuſe u. ähnlicher u. bilten besbalb für tie Seiten ter politiſchen ır.
religiöfen Kämpfe bes 16. u. 17. Jahrh. eine wich⸗
s (Pteronys Cwr., Geofr.), tige Geſchichtsquelle. Aus tiefem Grunde hat mar
gethiere, mie Eihhörnden, doch große Sanınlungen berfelben angelegt, unter de⸗
: verlängert, daß fie zıır Flughaut nen bie des Brikiſchen Mufeums eine ver velljtän-
: u. Hinterbeine verbindet; kann digſten ift. Auch in fpäteren Jabrbunkerten, wo
‚Slide ſchwebend erhalten u. weit das Zeitungsmefen bereits erganifirt war, ſuchten
das Alpenflugbörnden (Pt. Parteifübrer ibren Ibeen u. Anftchten in den unte-
elbbraun, ohne rẽthlichen Echein, ren Bolleſchichten durch $-rn Eingang zu verjchat-
8, Länge 8 Zoll, Schwanz 6 Zoll fen, während bie Erzählung ber Tagesereignilte
Yabelrwältern, an ten Felsgebirgen faft ganz in bie Zeitungen vertiefen wurde. Zeiten
Ruffifhes %. (Gemeines%., heftiger politiſcher Agitation erzeugen ſtets einte
ırus vol Z.), oben ajhgrau, un» große Maffe von gm welche aber auch ebenjofbnctt
e eine Ratte, Schwanz ven balber untergehen wie fie entſtanden fint. Die gregte
tſam im nörblicgen Gurcpa u. in Maffenbaftigleit erreichte bie Flugſchriftenliteratin
rienblätter m. Birkenſamen; Vir⸗ in Deutichland mährenb ber Zeit ven 1936-1549.
fapanit, Pt. Voluvella), grau- Ingfommer, fo v. m. Alter BWeiberfommer.
n Band, gelellſchafilih in Virgi⸗ lugtaube, jo v. w. Welbtaute.
Meiner, Taguan (Pt. Petau- Iugwerf, Vorrichtung ar ber Bühne, nın (He
19, Schwanz 15 Zoll, oben braun, genftände fliegendb cd. ſchwebend erſcheinen zu a e.r_
Keibchen weiß); auf ben indiſchen Lüße, 1) Steinnafle, die fih m berigie ber
_ Beriten. Hößeerftredt, vgl. Ragelflüh; 2) Sem a rrk>
euchter. ei L
| nd jerftörende Btäffigtei, i
get aß ale ——
de, [Sich weicht ob. Werbinbet fi} mi bem
u. Flunderf €, = ie.
—— * v. m ei .m|bi K Fine Mit Sue
eicht dur
an tunten (& (@eifem) —— ob.
u | inerh —X (onſt Kieleiti
; ——
bas —— i
nalen Riefelerbeu.
em, Heint in Platten ob. u elcoth | 2 Si Fls (Bieieltinßfänre eu
ob. — —* Ey Ad —* * sd — das Glas nicht
5. pecifi o
— indung von Anberthalb - {nor cerium mit — Metalloxyden ¶ Auorſuiciur
— * Funbort: Brobbbo n. Fiubo faure Btuorfaize) bildet, n. als N
bei Ban bildet, bie ‚fe aus ihren Be
oltib, Diineral, vom Obfibiam nicht fehr | Löslihe Yluorfiliciummetelle
ve — ronfluorid ob. Siuocber, BFle,
r GSGluorium, Fuorine, abbr. F.), ee | Stühen von wafferfreier Borfänre
r * — eb pre in —
von enfar- | £uftr Dan
ben mi tau.n, t das tenbes Gas
chon bei — ee en — bung von Bor t eöhaft verfeet.
aber mit allen Metallen, a mit
old u. Biatin,-im Statu nascendi aber mitallen.
Louyet fiellt e8 bar, inbem er —— luor⸗
nt Klußipathgefäßen mit tro hlor⸗
as zerſetzte. Mac Louhet darf das F. nicht zu ber
uppe bed Chlors, Broms u. Jobs gezählt, fon
bern muß ber Reihe bes —— —
Schweftlo ıc. ar werben. Es findet ſich in
ber Natur häufig im —— ſelten im Glimmer,
—* as, Hornblende, auch in ben Knochen u. dem
amen ber Thiere u. in manden natürlichen
heßphaten, bef. im Apatit, —— Ber
bieier;, 3 er — Menge Photographie, even fo aus auch bad fi
wafier, ba —353 Kö pen ne (norcalcium. th In Lifwerib
ben me an MWafjerftofj, Doron, Silie | kther) bilbet
Schwefelſãure wirb es ve
ichieben u. Borfluormwa tere]
FIH Gluorberon, $lußborazf
bie mit Bajen Sluszhormetalle Kein
ſalze ei Fey a
monial), bi
mit Fluornatrium Er
tral ald weißer, das Glas flarf
—— —— leicht iR na
en en ber wäfjerigen
n umbeutliden, leicht am ber X
Finden an,, Dan ne es im ne
cium, ‚eine höch weniger | mit — füd
*
Fluor albus
medenbe, Glas angreifenbe, fich fchnell
Inßfänre zerſetzende Ylüffigleit. Stner-
I (Blußlaure Kallerde) lommt
e häufig als Flußſpath (f. d.) ver, fanın
5 dargeſtellt werden, bildet mit ſchwe⸗
foblenfauren, Doppelfalze, gebt auch
kiefel⸗ Titan«, Tantal-Fluor Verbin⸗
Kupferfinorürn. Kiefellupfer-
nd Tupferroth, andere einfache u. zu⸗
ste Kupferfiuorverbintungen hellblau
i. Die Molybdänfluorfalze find
Heile ſchwarz; die Nidelfiuorfalze
‚baltfinorfalgeblaßroth. Die zabl-
ſen, bei. von Berzelius genauer unter-
rverbindungen bieten fein allgemeineres
r.
\bus (Weißer Fluß), f. Lenlorrhöe.
leium (Min.), jo v. w. Flußſaurer Kalt.
Tan, |. u. Saliniſche Cerererze.
Pfarrdorf im Oberamte Obernborf bes
iſchen Schwarzwaldkreiſes; Erzgruben ;
arfen, fo v. w. Arſenfluorur, |. u. Ar-
Bel, fo v. w. Felupes.
) chene6 flaches Land, es fei Wiefe ob.
's einer Stabt ob. einem Dorfe gehör⸗
de, beren Grenze Slurgrenze (Biur-
At u. mit einem Steine (Biurkein,
) bezeichnet wirt ; der Beftanb einer Flur
Hurduch (Blurregifter, Katafter) ver-
Richtigkeit ber Flurgrenze wird durch
iſſen Zeiten beſtimmten Alurzug unter-
elemart; bie Polizeiperſou, welche bie
einer F. zu ſchützen bat, beißt Sturfpäg
5 8) (Laudw.), fo v. w. Art 3); baber
Inr, ®iuterflur, Bradflur; 4)
». w. Lausflur; 5) (Seem.), fo v. mw.
. Bfahlgerüft, worauf das Gerinne
er t
en (Baul.), fo v. w. Fließe 1).
er (Schiffb.), fo v. w. Bauchſtücke.
el (Baum.), 1) fo v. w. Fließe 1);
Bflafterziegel.
Int), Rehnungsmünze in Baſſora,
Mamubi, |. d.
(pr. Flöſching), 1) Städtiſcher Be⸗
—*— (Post-township) in ber Graf⸗
im Etaate New. Nert (Nordamerika)
Island⸗Sund u. bie Blufbingbei gren-
Ein ; 2) Poftort darin, an ber Fluſhing
n, mehrere Schulen, große ſchöne Gär⸗
tifcher Bezirk mit Boflamt in ber Graf:
rt, im Etaate Chic; 1590 Ew.: 4)
Bezirk mit PBeftaust in der Grafſchaft
Ztaate Michigan; 800 Em.
. Geogr.), Küftenfluß in Picenum; j.
es bedentende, nach einer beſtimmten
a im Bertieiungen (Alußbett) von
ungen (Ufern) begrenzte, feiner uatür-
mg nah abflichente Waſſer. Menu
Uchprung in weichem ſumpiigemn Boden
man, er entipinnt fib, aus Quellen
, aus einem Zee entitebt er, aus einem
ht er hervor. Bisweilen ift ſchon dieſer
deutend, daß dae Waſſer ſogleich den
hält, meiſt aber wird ber F. erßn durch
bis Fluß 391
ba6 Zufemmenfließen Pleinerer Gewäſſer gebildet,
melde mit der allgemeinen Benermung Bad ke-
jeichnet werben, bei geringem falle aber and) bie
Benennung ließe führen. Mähren bes weiteren
Berlaufe® erhält jeder F., m. oft fehr anſehnlich,
durch feitwärts eingebenbes Gewäſſer Zugang.
Ein %., welcher burdy Verein mehrerer Klüfle au⸗
fehnlih geworben n. eine fehr bebentende Wafſſer⸗
menge enthält, beißt ein Strom; in Bezug auf bie
ihm zugebenben Flüfſe ven minberer Wafſermenge,
od. die von einer Den! anderen Richtung ber im ii
DEE be (Reben tüffe), Hauptiinß. heilt
ih ein F. in mebrere Abſlũſſe, fo heißen biefe dann
Arme; vereinen fie fidy wieder, fo bilden fie Infeln,
Werber od. Auen. Jeder F. führt zulett zur Mün-
bung, u. zwar entiweter ıu einen anderen, wmeift
Ößeren Fluß (biefer nimınt ihn auf), cd. er ergießt
& od. mündet in einen See od. in das Meer, ed.
er verſchwindet allmälig ob. plößlich in tredenem
Boden (Steppenfluß). Ergießt fi ein King in
mehreren Armen, fo entſteht ein Pogenanntes elta;
bat ein Fluß feichte Stellen, an denen er durchwatet
werben kann, fo nennt nan tiefe Fuhrten. Kleine
Flüſſe, welche fih ins Meer ergießen, meift ohne
einen Nebenfluß aufgenemmen zu baben, nennt
man Küftenfiüffe. Wenn Flüfſe nur zu gewiſſen
Zeiten, wie es in beißen Klimaten vorlommt,
fließen, Übrigens ein trodenes Bett haben, nennt
man fie periobifhe F. Die Flüſſe entſprechen
in ihrem Lauf tem Ing ber Berge u. Yanthöben
n. geben, eben jo wie die Landhoͤhen, indem biefe
nach entgegengefeßten Eeiten fich ſenlen, natürliche
Grenzſcheiden von Yänkern u. Gebieten, indem fie
in biefen immer bie tiefften Stellen einnehmen.
Hierauf beruht Lie natürliche Gintheilung einer
großen Laudſtrecke nad Blußgebisten, indem
Land, von wo aus das Waller nach ber natürlichen
Genluug einen gemeinfchaftlichen F. zuftrömt, zu
temifelben gehört. Die ımebrften Flußgebiete find
—5 ſcharf durch Berge u. Yanbbehen abgegrenzt.
teje Grenzen bezeichnet ınan als Mailericheipen,
n. fie ſind in der Zerrainlehre ven boher Wichtigfeit.
Nur auf Hochebenen, jo wie auch in nietrem, weit
ausgebebntem flachen Lande, vermifchen fich mehrere
Flußgebicte, u. es bilden ſich durch Zuſammenfluß
von Gewäſſern mehrerer Flußgebiete, Außnete.
Die künſtlichen Berbindungen der Flußgebiete bil⸗
den die Kanäle. Im Ganzen genommen aber bil⸗
den Flußgebiete lange, in vielfache Krümmungen
verzogene Ellipſen; die Größe dieſer Flußgebiete
hängt zum Theil von ber Länge bes Fluſſes u. der
Zabı u. Ausdehnung feiner Neben- u. Zuflüffe ab,
bedingt antrerfeits auch meift den Waſſerreichthum
des Fluſſes, doch finden ſich hierin auch Unregel-
mäßigfeiten, indem z. 8. ein F., welcher Die längere
Etromentmidelung befittt, gleichwohl ein kleineres
Flußgebiet u. eine geringere Waſſermenge haben
kann, als ein anderer %., deſſen Yauf kürzer ift.
Für jeren F. find feine Senkung od. fein Fall, bie
Echnelligteit ſeines Yaufes, Die Höhe u. Beſchaffen⸗
beit jeiner Ufer, fo mie teren Krümmung, endlich
bie Ebentzeit ob. Unebenheit feines Bettes charalte⸗
riſtiſch. Meiſt bat der F. feine größte Ziele u. Strö⸗
mung sur nad einen Ufer zu, u. Dann iſt gewöhn⸗
lich dieſes fleiler u. Das entgegengeſetzte flacher;
durch Dad Zuiammenrücken ber Ufer wird Die
Strömung verftäile nn. durch Hinderniſſe, welche das
Wajjer in ſeinen Abfluß erjährt, mannigfaltig ge⸗
392 Fluß bie
änbert, e8 bilben ſich Wirbel u. Strudel ıc. Durch
die Strömung wirb ferner unaufhörlich von höhern
Gegenden nachgiebige® Erdreich als Gerölle, Fiuf-
fand, od. auch Lehm abgeführt, ber fich dann theil-
weife auf ebenerem Boden, u. wo die Strömung ge-
ringer ift, ablegt. Indem vieler ſich erhöht, wird
der fernere Wafferabfluß gebemmt, n. es verfanden
daher Flütffe meift inihrem Ausfluß mehr u. mehr, od.
es ſetzt fich auch weggeſchwemmtes Erdreich an tiefern
Stellen ber Ufer an, od. es bilden fih Infeln u. Sand⸗
bänle 20. Das von Zeit zu Zeit erfolgende An-
ſchwellen ber Flüſſe beruht theils auf periobifchen
Bugängen von Regen- u. Schneewafjer, theil® von
zu unbeftimmten Seiten eintretenben Regengüfien,
od. au von flärferer Ergiebigkeit der Duelle.
Die Strömung wird dann vermehrt, u. bei flachen
Ufern tritt das Waſſer in das Land aus u, bildet
Überfhwennnungen. Oft ergießt auch ein Neben-
om mehr Wafler in den Hauptftrom, als dieſer
elbſt führt, das Waſſer ftaut dann in biefem u. er-
bält wohl felbft auf eine Strede einen Rüdfluß. Auch
Der Eisbruch in der Wintersgeit u. im Frühjahr ver-
anlaft häufig durch ſolche Stauungen Überſchwem⸗
mungen. Die Geſchwindigkeit, mit welcher das
Waſſer abfließt, hängt von dem hydroſtatiſchen
Druck ab, welchen es erfährt, u. von der Beſeitigung
der Hindernifſe, welche es in ſeinem Lauf aufhalten,
daher fließt es am ſchnellſten auf ber Oberfläche n.
in jeder tiefern Schicht Iangfamer. Bei ebenem
Boden fließt ein breiter Strom nicht nur in ber
Mitte am ftärkfien, fonbern ber Strom bekommt
dadurch auch bier einen etma® höheren Waſſer⸗
fand. Als eine ſchon anjehnliche mittlere Geſchwin⸗
digkeit wird 3—4 Fuß Fortbewegung in I Secunte
angejeben; ift aber das Gefälle (der Höhenunter-
ſchied zweier PBunlte in der Längenrichtung bes
Inffes) beträchtlich, jo wirb ber F. reißend,
ilbet eine Stromſchnelle, u., wenn bas Bett
duch einen Felsabhang unterbrochen wird, einen
Wafferfall. Der Hauptnuten, welchen bie Flüſſe
gewähren, ift die Flußſchifffahrt (ſ. d.), bei. feit-
dem bie Anmwenbung der Dampfkraft mit Leicht'g-
keit auch die Fahrt ſtromaufwärts, ſelbſt bei ftarter
Strömung, ermöglicht hat. Alle civiliſirten Staaten
haben daher oft große Anftrengungen gemacht, ob.
machen fie noch, um durch Flußregulirungen Die
Schiffbarkeit ver Flüſſe zur erhöhen op. auch erft zu
eröffnen. Bon großer Bebentung find bie Flüſſe in
ber Strategit, j. Flußübergang u. Flußvertheidi⸗
gung. Über die Mechtöverbältniffe in Bezug auf
die Benubkung ber Flilſſe eriftiren in den verſchie⸗
denen Staaten heionbere Geſetze. Vgl. Flußrecht.
Fluß (in and: Beb.), 1) ber flüſſige Zuftand von
Natur fefter Körper, vorzüglich geſchmolzenes Me-
tall, be. Eijen, welches man auch nach tem Wieber-
erlalten %. nennt. Daher Hugmitter, ein Mittel,
welche Das leichtere Schmelzen ftrengflüffiger Detalle
‚befördern, folche find: Weiner %., die nach Ver⸗
puffung gleicher Theile Weinitein u. Salpeter zu:
rüdbleibende meiße Salzmafle; Schwarzer $.,
Das durch gleiches Berfabren von 1 Theil Salpeter
u. 2 Theilen Weinftein erhaltene ſchwarze unreine
Kali (die no unverbrannten Miſchungen von Sal⸗
peter u. MWeinftein beigen Roher %.), ferner Na⸗
ton, Borar, Flußipatb 2c.; 2) gefärbte, ſowohl
undurchſichtige, als Turchfichtine, glaßartige Spath-
arten; nach der Ahnlichleit mit mehreren Edelſtei⸗
ven, Rubin», Ametbyiifluß ac; 3) bie aus
Flußgebiet
Lauge hart geſottene Pottaſche; 4) gel
afce; 5) fo. w. Stuffpath, 1. b.; 6
in die Harzbäume gemachten Wunden fi
7) (Her), f. u. Ehrenſtücke A) e)
fo v. w. Rheumatismus.
Balz — Gatt
lußadler (Pandion .. Unt
Gattung Adler, mit einer Wendezeh
Hoſen, Zehen ohne Spannhaut, umt
Krallen unten abgerundet, unterſche
allen anderen Raubvögeln dadurch,
taucher ſind. Art: Flußfiſchadle
tus Sar., Aquila h., Falco h.
braun, Kopf, Naden, Bruf meiß, mit ı
fleden, am Naden fpitsige u. lange
(oft auch gelbe) Wachshaut ı. Füße,
gamen Erbe, nur nicht im den Trop
eutſchland, häufig als Zugoogel; fr
er tanchenb beranßbolt, muß feine Be
Seeadler ablafien, kann zur Jagd al
ben, niſtet auf hohe Bäume, legt 2—
ſarben aewellte Eier.
Flußarbeit, bie Reinigung ber Fı
Fleiſch, Blut, um die Narbenfeite ı
jchmeidiger zu machen, damit dieſel
Lohe durchdrungen werben.
Flußarche, ſo v. w. Geſchnäbelte
ſ. u. Archen D).
lußather (Chem.), ſ. u. Fluor.
lußbarbe, Fiſch, jo v. w. Barbe
lußbarſch Gemeiner Barſch
viatilis Z.), Art ber Gattung Ba
braun, mit dunkeln Bändern über
Bauchfloſſen n. Afterflojie roth, Rüde
heißt im 1. Jahre Heuerling, im 2.
Egli Egling), im 3. Schaubfiſch, Raul
ling, Reechling, Egli; wirb bis 2, ge
lang, 2—4 Bd. ſchwer, laicht im Apr
Yaich ift 2—3 Ellen lang, bat gegen
270,000) Eier u. fiebt netzförmig aus
Fiſche u. Wafferküfer, junge Froͤſche
wenn ber Blitz in ben Teich fährt,
lebt; Fleiſch ſchmackhhaft u. geſund,
Fett; Bereitung ber anderer Fiſche
dient zum Fiſchlein.
Flußbaryt, ein inniges Gemen
Schwerſpath; findet ſich in Derbyſhi
Flußbau, jo v. w. Strombau.
Flußbett, ij. u. Fluß.
Wlußborfaure, |. u. Fluor.
— ſo v. w. Braffe.
Flußdeich, ſ. u. Deich.
Flußerde, jo v. w. Erdiger Fluß
Flußfieher, jo v. w. Rheumatiſch
Flußſiſchadler, ſ. u. Fiſchadler.
Flußfiſchlaus (Argutus Müli
Geoffr,), Gattung der Kiemeniüß
läu'e), Leib ſchmal, oval, Ridenidii
gerantet, greß, oval, bäutig, 12%
zum Anfaugen, 2 zum Anbalten), €
pig, Schmarotzerthiere; Art: Karpi
foliacens), platt, gelblich⸗ grün, ofı
auf Froichlarven, jungen Fiſchen; d
Waſſer wie Drebfüfer.
Fluß orelle, jo v. w. Bachforekfe, |
wiußgallen, \. u. Gallen.
lußgarneele, eine Art Flohkreb
Flußgebiet, j. u. Fluß.
Flußgoͤtter bie Flußreriten
in ber Motbologie die Schutzgott⸗
eftellt, mit ſchilfbekränztem Haupt,
ierföpfig, ımter der Sinten eine lie-
aus Waſſer fließt, mit verſchiede⸗
meiſt von Producten ihrer Flüfſe
eln, Fiſche, jo v. w. Schmerlen.
o v. m. Animeharz.
ifer (Hygrobia), Untergattung ber
jnecke (Potamida), Untergattung
senfchnede, ſ. d.
‚ ein Körper, deſſen Heinfte Tbeile
eo unter einander verbunden fint,
b die mintefte Kraft gegen einander
n. Die ren zerfallen aintropf-
ı zwar bie Öeftalt ven nmbegrenzter
if, bie aber doch dabei ein con⸗
a befigen; menn many. B. Waſſer
& in das antere gießt, fo änbert es
Ralt, bebält aber unveränderten
‚sin luftförmige od. elaftifche
Venen nicht allein bie Geftalt, fon»
keaminbalt von unbeichräntter Ber-
‚fo Daß fie fi immer auf ben jedes-
Raum auddebnen, aber auch auf
men Raum zuſammendrüũcken laſſen
met man fefte, tropfbar flüffige u.
per als Körper von verfchiebenen
13 fie hängen von dem Verhältniß
Anziebungsfräfte zu der ber Ab⸗
wiſchen ten Molecüiten ab. Unter
flegt man tropfbare F. zu verſteben.
tw gegenjeitige Anziebungsfraft der
noch fe groß, daß fle, wenn fie in
: anf borizontaler Unterlage ſich be-
pfen zufammentreten, bie aber bei
e Schicht wegen des damit verbun⸗
leich zerfließen. Sie bevürfen alio
andes eines feften Körpers, wenn
geren Höhe, ald tem Betrag eines
erbinbung find, u. fie verbreiten ſich
eigene® Gewicht (ſowie durch jeten
»8 feitwärts, fondern in communi-
ı allfeitig (f. Drud 1). Die ruhende
tropfbaren F. nennt man Spiegel
au, Libelle). Sie muß im Zu-
ewichte immer jo beichaffen fein,
iefelbe wirkenden Kräfte auf dieſer
echt ſtehen, weil jede ſchief wirkende
hiebung der Theilchen, alſo Störum
hts, erzeugen würde. Daher *
es Meeres bie kugelförmige Geſtalt
men. Hierauf berubt zum Tbeil die
Waſſerwagen. Werben ber Beweg⸗
baren %. durch genau verichleflene
: gefest, ſo zeigen fie etwas Glafticität
nem geringeren Betrag durch beitige
engebrüdt werben. Daher müflen bie
en eines tiefen Waſſers, mie des Mee⸗
ter ſein, als die oberen, wie Perkins
ziezometers (Druckmeſſers) u. neuer⸗
Sof durch eine einfachere Vorrich⸗
Aunalen 72, 161) dargethan haben.
ıchen Letzterer ſiebt die Zuſammen⸗
F. in geradem Berhältniſſe zu beit
wichten; bie Zuſammendrückung bes
ft» | WBaflere beträgt für 1 Atmoſphäre 0,000085 "feines
Berfonificationen der Flüſſe; meift | Volumens, bie des Que
dfifbers 0,0000001, vie bes
Schmeteläthers iſt dreimal fo groß, al® bie des
Altobols, zweimal als Die des Koblenfulfurins,
1% mal ale die des Waſſers ꝛc. Durch aufgelöfte
Sale, Altalien u. Säuren wirb die Zuſammen⸗
drüdbarkeit des Waflers vermindert. Dur Wärme
bebnen fie ſich aus u. geben auch ſchon bei minterem
Bärmegrade (f. Ansdilnſtung), noch mebr bei flär-
ferem, in Dampf ilber, mo fie dann die Glafticität
eine® Gaſes erhalten (vgl. Dämpfe). Derjenige
Bärmegrad, bei welchem die Elaſticität ſolchen
Dampfes dem Drude ber Atmoſphäre gleis ft, m.
bei weldem in Folge deſſen bie F. in Wallung ge-
räth, beißt ver Siedepunkt ter F. So mie aber
aus den Dämpfen unter ‚Derminberung ber Wärme
fih tropfbare K-en bilden, fo gehen bieſe aud in
minberen Wärmegraben, cd. auch unter Einwirkung
chemifcher Anziehung, in fefte Körper über, eben fo
wie auch dieſe in mehreren ob. minberen Hitzgraden
wohl burdgängig, menn fie nicht früher verbrennen
u. in Gasform übergeben (durch Schmelzen), flitifig
werten. Unter ſich unterfcheiden fich tropfbare F-en
auf das Mannigfaltigfte, bei. durch Stärke ihrer
CSobäften u. ihrer Eigenfchmere. Nach ben verfchie-
denen Affinitäteverbäftniiien verbinden fie ſich mit
feften Teilen, indem fie ſolche auflöſen, ob. auch
mit ihnen in einen Mittelzuftand treten, in welchem
fie zäh ob. flebend werten, in welchem Zuftante
außer bem Eigengewichte noch eine andere äußere
Kraft bayı gehört, ihre Theilchen zu verfchieken.
Dur VBerbunften ter flüffigeren Theile werden
diefe dann zu feften. Es gibt jebr viele Grade ter
F. (Fluidität) trepfbarer Körper, u. fo wie es
feine abfolut ſtarren Körper gibt, fo gibt es keine
abſolut tropfbar⸗flüſfigen. Am flitffigften ıft flüf-
Niger Schmefelmafierfteff, flüſſige Kchlenfäure u.
flüffiger Koblenmwaflerftoff. Zur Beſtimmung des
Grades der F. läßt man dieſelbe aus einem eigens
bazu vorgerichteten Gefäße mit febr enger Offnung
austropfen; der Grab der F. verbält ſich umgekehrt
wie das Probuct aus den Zeiten in bas fpecififche
Gewicht. Nach Coulomb findet man ten Grab ber
Fluidität durch Beobachtung ber Oſcillationen,
welche eine in ihrem Mittelpunkte aufgebängte,
volllommen äquilibrirte, freisrunde Metaliplatte in
ben verfchietenen Ken ausführt, indem fich näm⸗
ih Dabei die Schwingungobogen um fo fchnelfer
vermindern, je größere Cobäſion zwiſchen ten an
der Platte baftenden un. ben übrigen Flüſſigkeits⸗
tbeilchen ftattfindbet. Demnach findet man den sn ⸗
keitograd bes Waſſers — 1000 geſetzt, den tes le
vendle — 45, ben des Alkohole — 1093 ıc. Won
zwei (en verſchiedenen Gerichts, welche fich nicht
verbinden, fhwimmt bie leichtere auf der jchmereren.
Flußkrabbe (Potamophilus, Thelphura La-
treill.), Gattung der Spinnenfrebie (ver vierfeitigen
Krabben bei Cuvier), Schild berzfürmig, äußere
Kinnladenfüße bebeden ben ganzen Mund, äußere
Fühlhörner kurz; Süßmaffertbiere , Art: Gemeine
F. (P. Auviatilis) , mit geibem Schild u. gezähnel-
tem Rande, in Bächen u. Seen Griechenlands,
Agyptens, Kleinaſiens; wird roh gegeſſen.
Blußfrehe (Astacus fluviatilis), f u. Krebs.
lußmuſchel (Malermuſchel, Unio), f. x.
Klaffınuichel.
Flußneriten, Neriten od. Schwimmſchneden
aus dem Sußwaſſer; häufiger find bie Seeneriten-
Flußotter (Fiſchotter), bekanntes marber-
artiges Säugthier mit Schwimmbäuten.
lußpatelle (Ancylus Geofr.), Gattung ber
Rammiliemenihneden, ift ben Batellen verwandt;
eine Schale, die einen fchiefen, oben etwas ge-
krümmten Kegel bildet, bebedt das eiförmige Thier
ganz; in füßen Gewäflern Europas; fteht ımter Pa-
tella L.; Arten: A. lacustris, A. fluviatilis u.a. |
Slußperlenmufchel(Unio margaritifer.Brug.,
Mya margaritifera L.), Art ans der Gattung
Klaffmuſchel; Schalen did, außen rauh u. ſchwarz,
inwenbig fchön perimuttern, Wirbel abgerieben;
finden ſich in einigen Flüfſen u. Bächen (ber Eifter)
m Sachſen, Schottland, Böhmen, Schlefien, in
Sranfen u. der Moldau, u. enthält Perlen (Fluf-
perien), welche occibentalijche genannt werben u.
zuweilen faft fo ſchön, mie Die orientaliſchen find. In
achien find fie ſeit 1621 Regal, u. bie Eifter bie
lenitz besbalb in 10 Diftricte getheilt, von denen
in jebem Jahre einer burchfucht wird. Nachdem bie
Muſchel geöffnet ift, wirb fie, wenn fie feine Perlen
enthält, wieber ins Wafler geworfen. (Eigene Auf-
feber find beftellt; 1835 fand man 172, 1836 163
n; 1835 wurde aus ben voigtlänbifchen Perlen
ein Collier, 3000 Thlr. an Wertb, für das Grüne
Gewölbe in Dresden zufammengejeht. Der Fang
Dauert 16— 18 Wochen. Manche der gefundenen
Di find auf 20 u. mehr Thaler geihäßt worben.
Rußland gilt das Loth große Perlen 60 Rubel.
&lußpferd (Hippopotamus L.), Gattung ber
a er ta bat an allen Füßen 4 faft
gleihe Zehen mit Hornfcheiben, auf jeber Seite
oben 7, unten 6 Baden- u. in jeder Kinnfabe
4 Schneibegähne, bie mittlern bes Unterkiefer ge-
rade u. faft wagrecht nach vorn gerichtet, bie oberen
turz u. zurückgebogen; bie oberen geraben Echzähne
fchleifen fo an ben unteren fehr großen, biden u.
zurüdgebogenen ab u. das ganze Gebiß ift von dem
breiten Sclappinaule bebedt; das ganze Thier ift
plump u. did, haarlos, furzbeinig (baß der Bauch
I bie Erbe erreicht), bidköpfig, breitſchnauzig, kurz⸗
ſchwänzig, ſcheu, lebt in Flüffen, ſchwinmt gut, fri
Begetabilien. Art: Afrikaniſches $. m. am-
phibius, H. africanus), wird gegen 17 Ellen lang,
34 Ellen body; ſchwärzlich grau od. — mit
einzelnen Borſten, in Afrikas Flüffen, bei. im
Drangefluffe, auch noch im oberen Nil in Donbola,
in großen Truppen im Niger; brüllt wie ein Ochs,
dumm, geht auf dem Grunde bes Wafſers fort,
thut auf dem Lande ben Reisfeldern Schaben; bie
a geben am Stahl Feuer; wirb gegefien (kei.
unge u. Füße Ihmadhaft), tie Zähne als (micht
ev werbenbes) Elfenbein gebraucht; die Haut zu
ilbern verarbeitet; e8 wurde früher für ben
Behemot gehalten. Findet fich foffil in Italien u.
a. D., eine kleinere Art in Frankreich.
[ußpferdinfel, Inſel in Gambia⸗Strome an
ber Weſtküſte Nordafrika's.
Flußrecht, bie Rechtsgrundſätze, welche ſich auf
das Eigenthum n. bie Benutzung der fließenden
Gewãfſer beziehen. Die zmedmäßige geſetzliche Re⸗
Pen ber betreffenden Verhältnifſe bilbet eine ber
chwierigſten Aufgaben ber Geſetzgebung, theils we⸗
gen ber vielfachen Privat⸗ u. öffentlichen Intereſſen,
welche dabei zufammentrefien, theils auch wegen
ber Natur bes Gegenftantes, um ben es fich dabei
handelt, befonber® weil berjelbe bei zwecmäßiger
Benutzung ebenſoviel Bortheil zu Ichoffe
Flußotter bis Flußrecht
Mangel an Achtſamkeit bie größten
anzurichten im Stande if. Das
darüber ift meift fehr mangelhaft.
af — —— —
8 viel zu unvo ig, theils ge
Anſchauungen aus, weile zu ben
landwirthſchaftlichen wie inbuftriell
in leiner Weife mehr paflen wollen.
ber DOnellen u. Bäche, weldhe aller!
Aubehörungen von Liegenfchaften, ſt
Privatbeſitze befinblich nt wer
ießenden Gewäfler, insbejonder
lüffe, im früberen Mittelalter all
unbefchränttes Gemeingut’ber umli
ner. Bald machten inbefien Die Dyı
geltend, daß ihnen über bie Flüſſe,
die Straßen, ein Schubrecht zulomn
bie die Waflerftraße Benutzenden v
u. Schuß bebürften. Es anl
bierauf Zölle mannigfachfter Art;
wurde bie Auslibung der Fiſcherei u.
Ionftiger Bnußungen, wie 3.8.
von Müblen, unter jenes Schutzrech
aus entwidelte ſich allmälig bie Ani
beftens bie größeren Flüfſe zu be
ürften gehörten, eine Anficht, wel
genben fogar auf alle @eiväfler au
Dennod drang biefe Regalitätethe
| überall durch, ſondern wirkte mır fi
ber rg age unbezweifelt zuftel
beitsrecht, d. h. das polizeiliche DI
über bie Flußnutzungen, überall |
wurde u. insbejonbere bei Errichtum
auf ben Waſſergebrauch fich bezich
bie Einwilligung ber oberften Gem
lich betrachtet wurde. Diele polizeili
ift auch in den neueren Geſetzen ül
recht durchgängig feftgebalten. Dage
der Regalitätstheorte ale herrſchend
ber auch ſchon im Römiſchen Recht
getreten, daß bie größeren Flüfſe ale
melde für den allgemeinen Nutzen
al8 Res communes omnium zu
u. daher der Staat, als Bewahret
Intereffen, nur über die möglichſt ei
manb zum ungeredhten Nachtheil
nugung zu wachen babe. Gewähr
Freiheit ım Gebraud der Wafler
Einzelnen, fei es num zur Schifffah
rung ber anliegenden Gruntflüde,
u. dgl. ift neben der Sorge für ung
haltung des Wafſerſchatzes der Ziel,
hen alle neueren Geſetzgebungen, n
bie vielfachen internationalen Veren
das F. bei Flüſſen, welche verſchied
rühren, wenn auch mit mehr od. n
Erfolg hinfteuern. Uuter biefen &
ſonders auszuzeichnen: für Preuße
geiet vom 15. Nov. 1811 u. das
enutung ber Privatflüffe vom 2
für Baiern tie 3 Geſetze vom 28.
bie Benutzung des Waffers, Be- u. (
unternehmungen u. ben Ufer- u. Üben
(huß; für Hannover das Geſetz
Bewäfſerungen vom 22. Auguft 184
das Gejet über Be» u. Entwäfierm
28. ehr. 1851; für Sadhfen bie
n, als bei | Dammorbnung vom 7. Aug. 1819
Flußrecht
g von Waflerläufen vom 15. Aug.
—— um Heffen Se Fi.
ee
om 1. März 1807 u. bie
ig, Unterhaltung u. Regelung ber
ı. 19. Kebr. 1854; für Sachſen⸗
Befeh ber den Schntz gegen flie»
u. über die Benutung derfelben
1854. Anßerdem befleben für bie
e beionbere Stasteverträge (meifl
ı genannt), worüber bie Artilel
n Ströme zu vergleichen find.
mbjäge des %-® gelten folgende:
entlihen Flüffe find dem Pri-
tboben. Als Merkmal ber te
te das Röomiſche Recht bie ſtete
atlichen Waflerfiräömung (Flumen
Deutfhe Recht hat baflelbe von
bt, daß nur biejenigen Ylüffe ale
ben feien, welche ſchiff⸗ u. floßbar
men entweder Schiffe ob. boch wer
e Flöße (nicht blos einzelne Hölzer,
engefügte Holgballen) ale Zrane-
terfonen ob. Sachen gebraudt wer-
(fe u. Bäche dagegen, welche dieſe
baben, fteben infomweit im Privat-
ben Ufereigenthümern je für bie
aliegenten Xanbes die Hälfte tes
ar Mitte bes Flußbettes zur aus⸗
mtzung gebührt. Die Rebenarme
e aber folgen, auch wenn fie nicht
ar zur Floß⸗ u. Schifffahrt dienen,
yauptfluffes, u. ebenjo üudert bas
Iufhören ver Floß⸗ ıı_ Schifffahrt
Enbeten Charatter ver Offentlichleit
yagegen bisher nicht ſchiſſbare Ge⸗
zemacht u. jo in einen öffentlichen
yon, ſo famı dies von ben Anliegern
bt gehindert werben ır. biefefben Kind
ihnen bisher zuftändig geweienen
zu entihäbigen. b) Sowohl bei ben
In. ale bei den nicht Öffentlichen
nde Waſſer, die Waſſerwelle, außer
. Reht Ieberinaun zur Benutung
u es bei nicht öffentlichen Fluſſen
nmen, baß tie wirkliche Diöglichkeit
nur für beftinimte Berfonen vor⸗
am die Anlieger nicht geftatten, in
rigen ‘Theile des Flußbettes die Be⸗
ngen vorzunehmen. Bei Brivat-
Ber der unmittelbare Uniieger in
nzige fein, welcher von der Waſſer⸗
machen faun, infofern er nicht Bach
rag ob. anberes Rechtsgefchäft einem
gang gu ter Benugung eröffnet.
n Beidrberung ker landwirthſchaft⸗
aber ten bahinterliegenden Grund»
articularrechtlich oft das Recht ein-
Jeſtattung eines ſolchen Zufluffes
unen, tcenn dies ohne Beläſtigung
enden Grundſtücks geſchehen kann.
e Waſſergebrauch zur Tränke, zum
zur Wieſenbewäſſerung iſt den An⸗
igt geſtattet. Insbeſondere iſt der
mer daher gegenüber ken: tiefer lie⸗
g aufdas Maß ter Wafierbeuugung
me een ſolchen Gebrauch, wo⸗
fer dauernd verunreinigt, od. gältze
od. tem untern Grunpfiüd in einer
vom feiner natärfihen Strömung abweichenden
Richtung zugeführt würbe, darf er nicht vornehmen.
Dem jenleitigen Uferanlieger gegenüber hat fih ber
Abjacent, fo weit bie® geſchehen Tan, innerhalb
feines hälftigen Antheile am Flußbett zu balten.
Wo aber eine Benutzung in Frage ift, bei welder
eine ſolche örtliche Scheidung nicht möglich if, hat
fich ber Anlieger mit dem gegenüberliegenden Nach⸗
bar zu vergleichen, n. nötbigenfalie iR die Gemein-
ſchaft ber beiberfeitigen Aniprüde durch einen obrig-
teitliden Kusfprud auseimanberzufegen. Außer-
gersöhniche Benutungsarten, weiche größere An-
agen erfordern, wie z. ®. die Anlegung von Müh-
len u. andern Zriebwerfen, bebürfen in ber Regel
auch bei Privatfläffen, felhft wenn im Lande gerade
fein Muhlenregal befteht, der poligeilihen Erlaub⸗
mg. Ber ben öffentlichen Flüſſen ift tie gemeine
Benutzung ber Wafjermelle wegen bes megfallenben
Berbietungereht6 ber Anlieger noch freier.” Es
darf bier Jedermann Waſſer fhöpfen u. baffelbe
vorübergehend zum Baben, Tränfen, Waſchen u.
dgl. benugen, ohne daß er dazu die Bewilligung
einer Privatperfon einzuholen hat. Dagegen tritt
bezüglich umfänglicyerer, namentlich gewerblicher
Benugungsarten ale beiäräntend Das Verbietungt⸗
recht des Staates ein. Diefes ſelbſt if aber ein
verfchiedenes, je nachdem das Landesgeſetz dabei
mehr ber Regalitätetbeorie anbäugt, od. das dfe
fentliche Semi ffer als eine gemeine Sache auffaßt.
Gemeinrechtlich lann nur der lettere Gefichtopunkt
als berechtigt angeſehen werden, ſo daß der Staat
fein Verbietungsrecht nur in der Weiſe ansguüben
bat, baß er die Benukung im gemeinen Intereffe
gegenüber einem willfürlihen Zugreifen der Indi⸗
viduen in eine gewiffe Ortnung, zumeilen auch ge-
gen genifte, doch immer nicht ale wirklicher Kauf
preis aufzufafiende Gebühren bringt. Particitlar-
rechtlich tritt aber doch bie frühere Regafitätstheorte,
welche das Verbietungsrecht mehr aus dem Gigen-
thum bes Staates am öffentlichen Flufſe ableitet,
wenigften® da Überwiegend hervor, wo es fih um
die Fiſcherei, Benntzung bes Flufſſes zum Flößen
u. um Anlegung von Yähreinricgtungen, fo wie
Mühlen u. anderer Triebwerte handelt. Die Fi-
ſcherei in öffentlihen Flüſſen kann daher regel-
mäßig nur durch Privilegien auf Private über-
tragen werten. Ebenſo wirb bie Befugniß zum
lößen (Jus grutiae), insbefonbere unverbuntener
olzftüde (Scheitflöße) Der Regel nah nur durch
befoubere Verleihung erworben; meift übt es aber
ber Staat felbft als fein ausſchließliches Recht aus.
Bei Anlegung von Mühlen ıc. rechtfertigt fich das
Verbietungsredht des Staates, went nicht ein
eigentliches Mühlenregal nachweiſen läßt, doch ſchon
daraus, daß durch die Erbauung ter dabei noth⸗
wendigen Schleußen, Wehre, Abzuysgräben u. ſon⸗
ſtigen Borrichtungen in ber Regel der ganze Waſ⸗
ſerlauf u. damit die gunie Nuyuny zu Sunften
eines Einzigen bejchränft wirt. Die Beftimmungen
über tie Benutzung des Fluſſes zur Schifffahrt ba»
gegen find nach neueren Recht nur polizeilicher
datur, fo taß tie Erlaubniß dazu unter Erfüllung
ber geſetzlichen Vorbediugungen (zu welchen zuwei⸗
len bie Aufnabınc in eine Schiffergunit gehört) ven
Jedermann erlangt u. unter Beobachtung ber poli-
zeilihen Vorſchriften, fo wie gegen Erlegung be»
ftimmter Steuern u. Zöle, weiche als Beiträge zu
ben Koften ter Erhaltung des Stromes u. der ſonſt
306
zur Schifffahrt nöthigen gemeinſchaftlichen Anſtal⸗
ten zu betrachten ſind, ausgeübt werden darf. Die
Ufereigenthümer an öffentlichen Flüſſen haben bie |
Verpflichtung, den Sciffern nicht allein den Lein⸗
pfab offen zu laflen, ſondern auch die Vefeftigung
der Schiffe am Ufer u. im Nothfalle die zeitweilige
Ausfegung ber geladenen Waaren zu geflatten.
co) Wird ein Flußbett troden, fo beftimmt ſchon das
Römifhe Recht, daß dann Das trodene Flußbett
(Alveus derelictus) den angrenzenden Ufereigen-
thümern nad) ber Länge ihrer — je bis
zur Mitte des Flußbettes in das freie Eigenthum
zuwächſt. Ebenjo fallen Flußinſeln (Insulae in
flumine natae) ben Ufereigenthümern in der Weile
au, daß eine in ber Mitte des Fluſſes gezogene Tinie
die Grenze für bie beiberfeitigen Anleger bilbet u.
je nachdem die Infel auf bie rechte od. linke Seite
diefer Grenzlinie fällt, viefelbe dann dem Anlieger
des rechten od. Linken Ufers zugetbeilt wird. Ab⸗
weichend davon befliimmen aber manche Particular-
rechte (3. B. Code civil Art. 363, Öfterrei-
ae Criminalgeſetzbuch 8. 409, Allgemeines
reußiſches Landrecht Ch. I. Tit. 9 8.271), daß die
auf die Dauer verlafjenen Flußbetten vor Allem
auf bie Entihädigung derjenigen Grunbftüdsbe-
fiter verwendet merben follen, welche Durch ben
neuen Lauf, welchen ber Fluß in folge ber ftattgehab-
ten Veränderungen nehmen mußte, beſ. beichäbigt
worden find. Allmälig angeſchwemmtes Land (Al-
luvion) wächſt ven Beſitzern ber Uier zu, an mel-
hem die Anſchwemmung flattfindet; gemaltfam
losgeriſſenes u. angetriebenes Land geht crft da⸗
durch in das Eigenthum bes Anliegers über, daß
Bäume u. Pflanzen, tie darin Wurzel baben, ibre
Wurzeln auf das Hauptlanb ausdehnen od. um⸗
gelehrt Pflanzen, welche in dieſem wurzeln, audy in
das Angejchwenimte Land binüberreichen. Da durch
jolde Veränderungen am Flußbette den Uferanlie-
gern oft der größte Schaten gefchieht, fo haben
tiefelben unbezweifelt vie Befugnig, zum Schute
ibrer Ländereien ſowohl ſolche Anjtalten zu treffen,
welche lünftigen Abſpülungen u. Veränderungen
vorbeugen, als auch folhe Vorrichtungen zu maden,
melde aufeine Wiederberftellung des vorigen Zuftan-
des berechnet find. Nur darf tabei ber Gebraud
ter Waffermelle in ber hergebrachten Weije nicht
beihräntt werben. Bei ber frage aber: in mie
weit den Uferanliegern eine Berpflichtung zu ſolchen
Schußarbeiten angefonnen werben bürke? ift ein
Unterjchied zwiſchen Wafferbau u. Uferbau zu ma-
den. Die ug zum Waſſerbau, welcher alle
die Vorrichtungen u. Arbeiten umfaßt, die zur Her⸗
ftellung ter Strombahn, Erhaltung des Fluffes in
feiner gewöhnlichen Benutzung, Beförberung der
Schifffahrt ꝛc. fich bezieben, beſtimmt fich nach der
stage, wer als Eigenthümer bes Fluſſes zu be=
trachten iſt. Bei Privatflüſſen baben daber vie
Ufereigenthümer je nach dem Verhältniß der ihnen
am Fluſſe zuſtehenden Berechtigungen dazu beizu—
tragen; bei öffentlichen Flüſſen, tie ter Geſammi⸗
beit gehören, dann nur biefe, unter Auificht u. nach
Anordnung ber Staatsgemwalt, ale dazu verpfliktet
betrachtet werten. Bei dem Ufer ban dagegen greiit
tie Nüdficht ein, Daß es hierbei ſich nur um Ziche
zung eines od. mehrerer Privatgrundſiücke h.udelt,
meldye bei Unterlafjung bes Ujerbaues «lcin od.
tod zunächft benadibeiligt werten würden. Die
Laſt des Uferbaues kann daher auch nur tie Gi,cıe
Flußrecht bio Flußſchifffahrt
thümer treffen, zit deren Gunſten der
ſchieht. Die Ausmittelung der Frage,
enthümer hierzu zu rechnen ſind, ble
—* immer im einzelnen Fall eine febr
zuweilen bieten Gewohnheitérechte u.
nen ber Grundbefitzer bierzu einen näbı
Regelmäßig lönnen nur diejenigen &
weiche durch den Uferbau unmittelbar g
den, zur Tragung ber Uferbaulaft b
werben. Landesgeſetze erliären inbeflen
figer der hinter den unmittelbar an &ı
angrenzenden befindlichen Grunbftüde f
pflichtig, wenn ihnen erweislich durch!
Nuten geichaffen wird. Ob u. in mie ı
vieleiht auch von dem Staate ein Bei
wird, ang meift nicht ſowohl von red
billigen Nüdfichten ab, die fich intefle
für die Kräfte ber Einzelnen ganz ı
lihen Koften mancher lijerbauten, Bei
tenubaren Bortbeilen, welche aus ter
eines Flußbettes in ber Regel für em
gend erwachſen, fo wie beitem innigen,
bang, welcher bei Ufer» u. Wafierbau |
die Arbeiten für den einen u. anderen.
nau fcheiden läßt, felten zurlidweifen I
bie betreffenden Verhältniſſe feftzuftell
um ben betbeiligten anberen Grundbe
genheit zur Geltendmachung ihrer Gin
Darzubieten u. das allgemeine Interefh
tönnen, wird in ben Landesgeſetzen jd
u. Uferbau an die Genehmigung ber 1
bunden, welcher die polizeiliche Auffi
fließenden Waffer anvertraut ift. Über
gen, ſ. u. Deich. 2 Nor Maurer, :
Frankf. 1570; .v. Cancrin, Abhandl
Waflerreht, Halle 1759—1800, 3 %
Überfiht der Wafjerbaufunft, Hamb.
ten, Bemerkungen über bie beim Aa
tommenden Rechtsfragen, Eiien 18.
Traite des cours d’eau, Bar. 16:
Romagnofi, Bom Wafjerleitungsrecht,
Eivers, das Recht des Waſſerlaufes
mis, Bd. J.; Schwab, Die Eonflicte
fahrt auf den Flüſſen mit ber Benupı
teren zum Mafchinenbetriebe, Heidelb.
lagebeft zum Archiv für civiliftiiche Pr
Die waſſerrechtliche Geſetzgebung auf
punfte ber Gegenwart, Altenb. 1856.
laute: ſ. u. Fluor.
Flußſaurer Kalk, jo v. w. Flußſp
Flußſchifffahrt, die Schifffahrt
Flüſſen ob. ſolchen Strömen, welche
Fahrwaſſer haben; wird mit einmafli
Fahrzeugen betrieben, welche am Dinter!
Bube(bölgernen Häuschen) zur Bergun⸗
mannichaft (Bunenlente) verjeben fin
Flüſſe mit günftigerem Fabrwaſſer
Boote, beren Schiffsraum die Einri
Kajüte u. jonftiger Räumlichkeiten zu
ter Mannſchaft geftattet. Sie fübren ı
ſchiedenen Flüſſen verjchiebene Namen.
auf der Eibe, Böde auf der Weſer, &
Oder xc. Außer biefen thalwärts ven Di
des Fluſſes u. mit Hülje von Segeln
fortbewegten, bei ter Bergiahrt entmer
ſchen od. Thieren an Seilen länge ti
dem fegenannten Leinpſade cd. von Si
ſchijſen fortgezogenen Yanıfchigien, wirt
Flußſchildkroͤte bis Flußübergang
7
burd) Dampfboote, welche Überdies | gutem Brenn u. Speifedl gefotten. Auf ber Miſfion
zenverfehr eingerichtet find, bewerl- . Urana foll man jährlich auf 5000 Krüge ſolches £1
aßiehifte, namentlich bie Flußdampfer,
fertigen, zu jedem Kruge aber 5000 Gier gebraucht
gebaut, als bie Seeichiffe m. haben | werden, was eine Summe von 25,000,000 Gier
ngeren Ziefgang, weil fie von Stür-
eiten haben. Schraubendampfer fin-
enigen Strömen Anwenbung, beren
131 geeignet if, find aber in fofern
{6 fie das Ufer nicht befchäbigen, wie
er durch ihren Wellenichlag, welcher
n Fiſchfang nachtbeilig ıft. Um Ge⸗
ſchaͤdigungen abzuwenden, find bie
in Reglement gebunten. Kür das
ilberen bie Klüfie feit dem Aufblühen
ı Mittelalter die belebteften Verlehre⸗
aßen, ba der Transport ungleich bil-
n fiherer ala zu Lande auf ſchlechten
exern bedrohten Heerſtraßen bewirkt
e. Doch blieben die Schiffe den auf
lichen Berfchrsbeläftigungen mit Zöl⸗
a nicht fern, ja für Die die Ufer müch-
innebabenten Fürften u Herten wa⸗
Wifabriszölle eine ſehr ergiebige Ein⸗
Wu. Flußrecht). Erft Lie mit ber Stei⸗
erebro im 19. Jahrh. gewonnene befiere
8 Beſen ter Nationalwirchidmit beiei-
jſchififahrtszelle auf den mieifleu eure»
men, melde, Soweit fie fchifjbar, nur
biet Lurchftrömen, u. bei dem größten
wen burchfliegenten Sırome Europas,
wurde im Intereſſe des europätichen
hr ſowie aus pelitiichen Grüuben bie
uch Beichlug ter Großmächte 1856
t. Bei ſoichen Flüſſen, deren Sciif-
t heben Abgaben belaftet iſt, droht ie
er Eiſenbahnen tiefen Erwerbszweig
‚ fo namentlih auf der Eibe u. dem
Die meiften Transportverfiherunge-
nehmen auch Berfiherung een Waſ⸗
lũſſen an, |. Aſſecuranz II. A) b).
beröte (Emys Brongn.), Gattung
ten; Süße fünfzebig, mit Schwimm⸗
rg Räpeln, Kopf nadt od. beplattet,
er al® bei ten Landſchildkröten; leben
er, freſſen Infecten ob. Heine Wür⸗
Europäiſche F. Emys europaea
'estudo Em. Schneid.), Schild ei⸗
Hatt, ſchwärzlich, gelbpunktiirt, ftrablig,
beweglich; lebt im ganzen wärmeren
n Europa, in Griechenland, Italien,
ortugal, Sütfranfreih, Ungarn u.
»is nach Preußen; Länge 6—10 Zoll;
it Sewürm: Gemalte F. (E. picta),
‚ jetes Schild mit gelbem Bante, in
‚an Kellen u. Bäumen kletternd;
ıfhildlirödte (E. scripta), Schale
braunen Schlangenlinien, arabifcher
6; E. expansa (Arrau, Zortuga),
Ancco u. beflen Rebenflüffen in Siit-
; ihre Gier im März an wenige, ten
Dortiger Gegend belannte Orte, in
» 2 Fuß tiefe Löcher, kei welchen Ge⸗
eigen bazu beftellten indianischen War
wird. Nach se Werts
1, u. man fammelt die Gier, wirft fie
Baflertröge, zerbricht fie, felt dieſe
onne aus u. rührt fie fleifig um. Das
immenbe Dotter wird abgejchöpft u. zu
zz — —— Te —— — — — — — — — — —
gäbe. Im Durchſchnitt werben 115—120 Eier anf
eine 5 gerechnet. Die F. findet ſich auch verfleinert.
Flußſchnecken, Schneden im Suüßwaſſer, meift
aus ter Gattung Helix. Ebenſo Yuupiärauben,
Slußtrompeten, aus ber Gattung Kinfhorn.
But — jo v. w. Regenpfeifer.
lußſchwamm (Sumpffabenfhwamm,
Tupha lacustris), |. Seeſchwãmme.
lußſchwein, |. Capybara.
lußſchwerſpath, jo v. m. Flußbaryt.
lußſchwimmſchnecke (Neritina), Untergat-
tung der Schwimmſchnecken (f. d.).
Lußfpath (Biußfaurer Kalt, Dctarbriihes
Flußhaloid, Hup, Mineral, kryſtalliſirt vor⸗
ugsweiſe in Würfeln, auch in Octaëdern,
—— u. a. tefſeralen Formen; bie
Kryftalle find einzeln aufgewachſen od. zu Drufen
vereinigt; auch derb, in flängliden u. lörnigen
Mafien, zuweilen dicht u. erdig ; volllommien ſpalt⸗
bar nach den Flächen des DOctatders, glasglänzend,
febr verfchieten gefärbt, farblo6 n. mafierbell, wein⸗
gelb, violblau, honiggelb, ſmaragd⸗ bie lauchgrün,
zuwtilen dichrditiſch Manche Arten pbospbore-
ſciren in der Hitze (Chlorophan), einige ſchon, wenn
ſie in der Haud erwärmt werden. Man unterſcheidet:
a) Gemeiner F. (ſpäthiger Fluß, geformter 5F.).
Kryſtalle deutlich ausgebildet, glaſsglänzend, auch
fänglich abgeſondert (ſtänglicher F.) ob. ſchalig u. kör⸗
nig (ſchaliger, körniger F.); ») Dichter F. (Dich⸗
ter Fluß, AMHußftein) ‚ift derb, mit flachmuſcheligem
Bruch, durchſcheinend, niatt licht gefärbt, zuweilen
gefledt u. geflammt, ähnlich bem Hornftein; e) Auf»
de (Erdiger Fluß, Erbiger F.), erdig, ale
berzug ob. auf eigenen Gängen. Ein Gemeng von
blauem erdigem F. mit Mergel iſt der Ratoflit
vom Bache Ratowla im Gouvernement Moskau.
Der F. kommt fehr häufig vor, in Begleitung
mander Erze auf Gängen, als Gemengtbeil man-
cher Gebirgsarten, bei. einiger Granite u. Vorphyre,
zuweilen bildet er felbfländige Gänge im Gebirg, fo
bei Freiberg, Stollberg am Harz u. Steinbach in
Meiningen. Borzugemeile wendet man ben F. al®
Flußmittel bei merallurgiihen Proceſſen an, fer-
ner zur Darfielung der Ylußiäure (Biußfvarbfäure,
Fluorwaſſerſtoffſäure), zum Yen bes Glaſes, zur
Bereitung mancher Glaſuren u. Email. In Eng⸗
land werben die ſchön gefärbten Varietäten zu Va⸗
fen u. allerbanb Ornamenten (Spar-ornaments)
geſchliſſen. Die Vasa murrhina ber Alten waren
wahrſcheinlich auch aus F. gefertigt.
Flußſpath Pferdew.), |. Spatb.
lußtaucher (KleinerSteißfng, Podiceps
minor), Art ber —— od. Taucher, |.b.
Flußũbergang u. Klußvertbeidigung. Wäh⸗
rend die Kıüfie den friedlichen Berkehr ın einem
Lande ungemein zu förbern verindgen u. ala bequenie,
natürliche Verbindungswege getrennter Orte bie-
nen werben, bilben fie im Kriege zwiſchen ben feind-
ligen Parteien erhebliche Trennungen u. wichtige
Abſchnitte des Kriegsichauplages. Die Schwierig.
keit, fie zu überfchreiten, beſtimmt ſehr oft den Ber⸗
theibiger, fich gerabe bier dem Feinde mit Nachbrud
entgegenzuftellen. Au meiften in Frage werden
babei fliehen: bie allgemeine Richtung bes Flußlau⸗
398 Ziußübergang
fes, ſowie befien Abweichungen, die Breite, bie
Tiefe, das Gefälle bes Stufien, die Schiffbarfeit u.
deren Binbernifle, die Größe, Einrichtung u. Zahl
der vorhandenen Kahrzeuge, bie Befchaffenheit der
Ufer u. Thalmwände, die vorhandenen Übergänge,
ob Furthen, Sandbänke, Infeln vorhanden find
a. dgl. mehr, u. diefe befonberen Umflänbe find bald
dem Ungreifenden, bald dem Bertheidiger ⸗
ſtig. Ein Flußübergang im Angeſichte des Fein⸗
des würde eine —A— unter Banner
den Berbältniffen herbeiführen ; weil aber ber Über-
gang meift nur an einer ob. an einigen Stellen ı.
allurälig wird erfolgen lönnen, fo vermag ter Ber-
theibiger bie lbergegangenen Truppen mit Über-
macht anzugreifen. Daraus geht hervor, daß in ber
Negel ber Bertheibiger entweder durch Demon-
ftrationen über den wirklichen Punkt bes Übergangs
etäufcht od. Durch geſchickte Bewegungen außer
tand gelegt werben muß, ben übergehenben Trup-
pen mit zahlreichen Kräften entgegenzutreten. Die
Erfahrung hat gelehrt, daß das Eine od. das An⸗
dere immer möglich, wenn auch bisweilen nnr mit
roßen Opfern zu erreichen fein wird. Sobald nach
afjgabe der taktifchen od. techniichen Verhältniſſe
der Punkt des Übergangs beſtimmt ift (meiftene an
«inem nach dem Vertheidiger hin concaven Flußbo⸗
den, weilin biefem Yalle vom biefjeitigen Ufer aus
die feindliche Stellung umfaßt werben kann), fo
wirb die Avantgarde auf Kähnen an das jenfeitige
Ufer gefett, um fich dafelbft feftzufegen ı. den Bau
einer Brüde u. den ferneren Übergang ber Trup⸗
pen zu beden. Faſt inner wird man die Herftellung
einer Brüde dem Überſetzen auf Kähnen, Fähren u.
fonftigen Fabrzeugen vorziehen. Die Avantgarde
errichtet fofort einen Brüdentopf am jenſeitigen
Ufer. Iſt dies gefchehen u. Die Brüde vollendet, fo
wird der Übergang möglichſt ſchnell ausgeführt u.
die Truppen werden am jenfeitigen Ufer jofort in
die Geſechtsſtellungen gebracht. Natürlich werben
fih hierbei die Schwierigfeiten fleigern, je Breiter
der Fluß ift, je größer Die Truppenzahl ift, welche
übergeben ſoll u. je näber ter Feind ftebt. Die
Vertheidigung einer langen Flußftrede gegen einen
Augen Feind iſt ſchwer u. obne Hilfe von Feftun-
gen faft nicht auszuführen. Der günftigfte Fall tritt
Tann ein, wenn der Fluß einen Bogen um bie n
vertheibigenbe Stellung herum macht. Dan ftellt
ſich dann, nachdem man bie nicht durch Feftungen
od. Brüdenlöpfe in dieſſeitigen Hänten befintlichen
u. aljo nicht geficherten Brüden abgetragen od. ge-
fprengt bat, im Mittelpunft des Bogens anf u.
läßt Den F. durch Meine Detadhements beobachten;
diefe enden zahlreiche Patrouillen aus, welche Das,
was am anderen Ufer vorgeht, beobachten u. bei
Naht an Punkten, mo e8 der Feind nicht vermu⸗
thet, auf Nahen übergehen u. Nachrichten einzie-
ben ꝛc. Be. müſſen fie die jenfeitigen Müntungen
von Flüſſen in den zu vertheitigenden Flüſſen u.
Stellen, wo ber Feind Fobrzeuge verbergen kann,
beobachten. Sobald fie bemerken, daß der Feind
Diiene macht, überzugehen, melten fie c6 bem
Sanptcorps. Dieſes gebt, Sobald es fich Überzeugt
bat, daß ter Übergang nicht ein Scheinangriff it
uf ben Feind los, um ihn wo möglich noch im
bergeben zu treffen n. fo getheilt zu hlcgen. Hält
man durch eine Feſtung od. einen Doppelten Briden-
topf beite Flußufer
der Feind Üibergegangen if, felbft den Fluß über
, fo kam man, auch mwäbrend |
bie Pluvanna -
fögreiten u. in feinem Rüden bie Brüı
wodurd er in große Berlegenbeit Te
Die ganze Armee am Ufer zu verthe
medmäßig, inbem ter Feind baum b
unft den Übergang erzwingen u. bi
den Corps einzeln aufreiben wirb. (
trirte Stellung dagegen kann beu Feint
er den Übergang fhon vollenbet hat, n
am weiteren Vorbringen binbern u
von ſelbſt wieber auf das jenfeitige U
gehen.
Flußwanze (Galgulus Zafr.),
Waſſerwanzen, |. d.
. Flustra (Seerinde), Polypenga
Adtbeilung der Moosthiere u. ber
Cellariaea , mit blattartigem, biegfan
mit Meinen in Quincunx geftellten, |
Zellen, mit aufgerworfenem Rante,
mit 14— 22 Fühlen: Art: Blätte
foliacea), lappig zertheilt, bie Lappen
4—8 Boll fang, um ganz Europa ger
Fluftroriten (Betref.), rinden-
ähnliche liberglige, fleddten-, moo®® ı
artige — ſer. Fiahh J
ute {fr., Ipr. t), Flote, 1.
Blüte (@rütbrrtm), 1) ſo v. w. Fleuth
ſchiff mit nur bald fo viel Kanonen, a
nt 1
Fluth, 1) das Austreten eines 8
über feine normalen Grenzen; 2) bat
des Meeres im Gegenſatz zur Ebbe;
ber Anfang der $., mo das Wafler ı
ſteigt; Halbe $., bie Mitte der Flu—
terflutb (Ahterfluth, Leute $
fintb), bie legte Zeit ber F., wo ba6
feinen höchſten Punkt beinabe ganz e
ſehr langſam fteigt; Springfiuth(&
die drei nächſten Tage vor u. nad d
Neumonde, wo bie %. am bödhften fleic
am ftärkiten ſtrömt; Nippfluth(Sch
andertbalb Tage nach tem erfien n. I
des Montes, |. u. Ebbe. Daber FRA
Unter, der das Schiff während der FI
es ng nicht in den Strom lege (ſchwe
Zweck hat der Ebbeanker; 8) (Hü
von dem Pochwerke abgefallene W
Flutbner, ein Arbeiter, ber das davor
Erz GSiutbwert) wieder ſammielt; 4)
des Brunnen® od. ber Salzquelle t
werte, wenn berjelbe ganz angefüllt ij
Fluthbette, ter Abzugagraben «
zum Ausfluß des überfliffigen Waffe:
Blutbprähle, Pfähle, welche Ich
Grundbaum eingeihlagen werten, u
berellnreinigfeiten von ben Rafferräte
Flutbtbor, ſ. u. Schleuße.
— fo v. w. Aufſchlagn
luthwerk, 1) fo v. w. Wäld
(Berne). fo v. w. Seifenmerf.
Flüttig, 1) an dem gefchlachtete
Stück Fleiſch zunächft nah dem Bra
v. m. Flügel, Flederwiſch; 3) fo v.r
od. grober Menſch.
Fluva, Fluß im öfterreichifchen $
burg (Halbiniel Aftrien); entflebt be
u. mündet in einen See auf der Oil
Fluvanna, Grafſchaft im Sta:
(Nordamertla), SOD., Ylüffe: Far
Fluvia bis dockea
2; Boden tbeilweis hügelig n. mr
Bar; Hauptprebucte: Tabal, etwas |
ne in der Räbe von Balmyra); 1777
0: 9487 Ew., worunter 4737 Skla⸗
: Balmyra.
ſpaniſchen Provinz Gerona
entipringt unmeit Olot, fließt nad
olf de Roſas.
‚. Iat.), 1) ben Fluß betreffend; 2)
fſer wachient. ber Fiuriales, 20.
licherſchen Pflanzeniyfteme ; Pflanzen
mur angebeuteter ob., jedoch felten,
Bl ülle, einem od. mehreren
sten, mit einem aufrechten od. hän⸗
amen ohne Eiweiß, Würzelchen des
6 unten gelehrt; nur eine Familie,
lese mit ben Lemnäcese als An-
fo v. m. Fluevogel.
„Tat.), 1) Strömung, das Fließen;
uß; Daher Plurtondr,, ber mit Flüfſen
GGatb.), nach Newton find Yen Die
wen, womit fluente Größen, d.b.
hBewegung eines Bunttes, einer Linie
wentfieben, Durch die erzengende Be⸗
men. Wenn ein Bunt fich mit ge»
idigleit auf ber Abfciffenachfe bewegt
in Bunte auf der zugehörigen Ordi⸗
alfo Lie Geſchwindigkeit, mit welcher
mnimmt, die 5. der Abfciffe, von
x bezeichnet, u. bie zugebörige Ge⸗
mit welder die Ordinate y wächſt, bie
aatey, endlich die Geſchwindigkeit,
er Bogen a der Curve zunimmt, bie
mit beſchrieben wird, weldher immer
puntt ber Orbinate zufammentrifft,
rves. Für einen Kreis, z. B. vom
iſt bei rechtwinkeligen Coorbinaten,
⸗unkt in einem Entpunfteines Durch⸗
: —y: r — x, ferner x: 2 —
—x:r. Man ſieht, daß das Ver⸗
daflelbe if, was Yeibnig Verbältniß
de nennt. Da tie Sen der Flächen
Der Geſchwindigkeit ber erzeugenten
auch von ihrer Größe abhängen, fo
uf %. ven Linien zurückführen; daſ⸗
örperlihden Räumen. Dadurch wirt
rauch ter %. unbequem u. ift Daher
iffe u. Bezeichnungen der Leibnitzſchen
hnung überall verdrängt worden.
yeliäcus (lat.), Milchruhr, f. d. F.
erfluß, |. d.
idemlinze m Marollo, gegen 4 Pfen-
Yobann Magnus, geb. 1412 auf bem
Harörum in Der ſchwediichen Provinz
Lebrer ber Artilleriemwifienicaft in :
egründer ber allgemeinen ſchwediichen
r.: Tilläg till Isander» Förelas-
» Artilleriet, Etedb. 1940.
Sarlön, Smilie, geb. den 8. Auguft
imftab, vwerlebte ibre Jugend unter
buslän, baber ibre genaue Kenntnif;
ten Echeeren; fie war erft ieit 1927 |
Elpgare u. nach defien Tode an ten
—— — Joh. Gabr. Carlen, ebenfalls Di
ter u. Romanſchriftſieller, in Stodholm verheirathet.
Sie ſchr. feit 1839 folgende von Eichel, Friſch u. U.
überfete Romane u. Novellen: Waldemar Mein,
1838, Emmas Herz; Der Stellvertreter, 1838; Gu⸗
ſtav Lindorm, 1839, 3 Thle.; Der Reichsverweſer;
Professoren och hans skyddslingar, 1840,
2 Thle.; Fosterbröderna, 1540, 3 Thle.; Kyrko-
Invigningen i Hammarby, 1340 f., 3 Thte.;
Skutsgossen, 1841, 2 Thle.; Rosen p& Tistelön,
1842, 2 Thle.; Kamrer Lassman,, 1842; Fidei-
kommisset, 1844, 4 Thle.; Pal Värning, 1844;
Vindskuporna, 1845; Brudon pä Omberg,
1945; Enslingen pa Johannes-S öret, 1846,
3 Thle.; Ett Ar, 1546; En Natt vid Bullar-
Sjön, 19847, 3 Thle.; Jungfrutornet, 1848,
2 Thle.; En nykfull Quinne, 1849, 2 Bbe.;
Romanbheldinnen, 1549; Familier i Dalen, 1950;
Et Rykte, 1850; Formyndaren, 1951, 2 ®®e.
Flynis (Btynp), Gott ber Sorben; dargeſtellt
ale Greis auf einem Kieſelfelſen, anf ber linken
Schulter Hand ein Löwe u. in ber Rechten hielt er
einen Stab mit einer anfgeblafenen Schweinsblaſe.
Flyſch, Abtheilung bee Kreibegebirge, enthält
grauen Diergel- u. Kaltichiefer, feintörnigen, dunklen
Mergel- u. Kallfanpflein, mit Breccien, Conglo⸗
meraten, Berfteinerung von Yucusarten (daher
Fneoiden⸗Sandſtein) u. a. Bildet einen
Theil Der Karpaten, Der Apenninen n. ber Kallalpen.
Flyſtedt, Peter, mit Adolf Clarenbad
Haupwerbreiter ber Reforntation in Veftfalen n. am
Rhein: fie wurden beite 1529 in Köln verbrannt.
F-Moll, weide Tonart mit bbbb vorgegeichnet ;
ihr entipricht die Dur Zonart Asdur.
Fne, ein japanefiſches Küftenfahrzeng.
o., chemiſches Zeichen für Formol.
o, bei ten Chineſen Name des Buddba, ſ. d.
a, 1) Inſel in ber Hawai⸗Gruppe der Freund⸗
ſchaftsinſeln (Sütfee), beivohnt u. gut bebaut;
2) See in ber hinefifhen Provinz Kanton.
Foagium (mittellat.), 1) (Bocagium), Herbzius,
vormals in Bretague u. Normandie der Zins, wel⸗
her ven Häuſern an ben Grundherrn entrichtet
murbe; 2) Das Holzungerecht in einem Walde.
gen ‚Münze, fo v. m. Fouang.
veal... (v. lat.), ten Focus, ſ. d. 3), ber
treffend, 3. B. Bocaldiſtanz, die Entfernung vom
Brennpuntte.
Focaria (lat), Ködin, Epitsname der Concu⸗
binen bei Geiſtlichen; Daher hieß ein ſolcher Geiſt⸗
licher Fecarista (Focarlas), d. h. Küchentnecht.
Focäro, Getiegefpite in der neapolitanifchen
Provinz Terra di Otranto, 1610 Fuß.
Fochabers, Stadt am rechten Ufer bes Spey in
ber fehottifchen Graſſchaft Bauff.
Fochan, Flecken in ter chineſiſchen Provinz
Canton, in ber Näbe ter Stadt Canton; Gewert-
tbärigteit, Handel, Fiſcherei, 2 Meilen lang; fol
gegen 200,000 Ex. haben.
u. fi. 1648 in Konradeberg bei Etod- gen b
oder (Mafchinenm.), fo v. m. Windrad.
ode, 1) Das untere Segel am Yodmaft; 2)
dreieckiges Vorderſegel eines kleineren Schiffes;
3) fo v. w. Bordertbeil des Schiffes; 4) (Tuchm.),
ein Std Raben, melches zu menig gebrebt ifl.
ode, Rogel, fo v. m. Nachtreiber.
Aka (F. Endl.), Pflanzengattung, genannt
nach Guſt. Moltem, vocke (alademiſchen Lehrer
400 Foͤckelberg
in Heidelberg; er ſchr: De respiratione vegeta-
bilium, Heidelb. 1832), aus der Familie per Ascle-
iadeae verae - Pergularieae - Tylophoreae;
rt: F. capensis,
ödelberg, Dorf im Canton Wolfftein bes
Baierifchen Kreifes Pialz; 430 Ew.; dabei auf dem
Potzberge ein Duedfilberbergmerl (Elijabeth-
tube).
e Escmaft, ber vorbere Maft bei zwei⸗ u. breir
maftigen Schiffen; feine Dimenfion richtet fih nad) |
jener bes Großmaftes, von deflen Länge, Dide x.
man 4 abaieht, um ben F. zu conſtruiren. Gr wird |
durch den Bugfpriet, mit dem er unmittelbar ver-
bunden ift, in feiner Lage nad) vorn erhalten, wäh⸗
venb die dockmaſtwanten feine ſenkrechte Tage zur
Breitenebene bes Schiffes bezwecken. Am Fee hat
das laufende Takelwerk bes Schiffes fein Feft (1. d.).
Auf Duerjegelfchifien führt ber F. die Jockmars
enge u. Jockbramfieuge u. beftest feiner Länge nach
aus drei Stüden. Yodraa ift bie Unterraa am Fock⸗
mafte. Sodfeget ift das untere ob. große Ranlegel
am Fodmaſte. Es eines der Hauptſegel u. wird
an die Fockraa angeſchlagen, hat auf großen Quer⸗
ſegelſchiffen ein Reef u. 5—7 Geitaue (ſ. d.). Bree⸗
fock, ein Fockſegel auf leichten Fahrzeugen, wie
Kutter, Schuner ꝛc., welches nicht feſt an der Raa
angeſchlagen iſt, ſondern nur bei günſtigem Wind
aehißt wird. Zum F. gehören: Jockbraſſen, Fockbu⸗
leinen, Bodichote, Fockhalſe, Fockgeitaue.
Foculus (cöm. Ant.), Gefäß aus Erz, zur Er-
wärmung der Zimmer; ftanb auf dem Fußboden
ob. auf einem Heinen Herbe.
Focunãtes (a. Geogr.), Bolt in Rhätien, wahr-
ſcheinlich um bie Klaufe zwijchen dem Inn u. ben
Duellen bes Lech.
Föcundation (v. lat.), Befruchtung. Söcundttät,
Fruchtbarleit.
Focus (rdm. Ant.), 1) der Herb; 2) Vrenn⸗
puntt; 3) Brennraum; 4) freier Gang auf dem
Verdeck der Schiffe, 5) für einzelne Stände abge-
fonderter Sit im Schaujpiel.
Föderal... (v. lat.), zu einem Bunde gehörig,
buntesmäßig. Pöderatifiren, verbinden. Bödern.
lismus, politiſche Richtung auf Verbindung meh-
rerer Staaten zu einem Bundesſtaat (ſ. d.); daher
Föberatiften, Anhänger dieſer Richtung. Insbeſon⸗
dere führten tiefe Forteibereiönung in Nordame⸗
rifa tiejenigen, welche nach dem Unabhängigteits-
Triege für das Zmeilammerfyflem auftraten u. ge=
gen bie unbedingte Herrichaft der Maffen, welche
die Republifaner befilrworteten, anfämpften. Ob⸗
wohl anfänglich der Zahl nach Meiner, gab ihnen
doch ihr moralifches u. geiftige® Anſeben das Überge⸗
wicht bei der befinitiven fseftitellung ber Verfaſſung.
Auch während der Barteilämpfe in der erſten fran⸗
zöftfchen Republik hatte ber Föderalismus eine ähn-
lihe Bedeutung, injofern er gegen den PBrincipat
der Hauptftabt auftrat u. den einzelnen Provinzen
größeren Antheil an dem Staatsweſen verſchaffen
wollte. Die Vertreter biefer Richtung waren bie
Sironbiften n. ihre Anhänger u. als Gegenfatz ihres
Strebens wurbe von den Terroriften der Grundſatz
ber untbeifbaren Republik aufgeftellt. Das Cen⸗
— — behauptete zum ung
Staat das Übergewicht ſowohl in ber Kepublif, wie
auch unter ben ſpäteren Verfaflungen Frankreichs.
In beiden Fällen alſo war ber Föderalismus auf
lüd für den |
bis Fodor
größere provincielle Selkflänpigfeit |
gelehrt erfchien er währenb u. nad) !
von 1848 in Ofterreich als pas Beftrı
Berbinbung ber einzenen Beftanbihe
hie —— = Knete au erfeen, ı
zu centralifiren. Die Regi
nahm in biefer Beziehung bie 88
deralismus an u. führle fie bis zu
Grade durch.
Foderal⸗Methode GSoberal · Ae
von Joh. Cocceijins, Burmann, ©
in den Niederlanden aufgebrachte Be
Anorbnungsweife der chriſtlichen Th
an die, in ber heiligen Schrift enth
fung von einem alten u. neuen &
©ott u. den Menſchen gelnüpft u
wurbe bie Dogmatik in einen bopp
tbeilt, in einen Bund ber Werte ü
Unſchuld u. in einen Bund ber Gr
Sünbenfell. Diele Eintheilung fa
ber lutheriſchen Theologie nur wen
man tabelte namentlich die bilbliche 4
welcher die wiflenichaftliche Darſtel
Bgl. Eoccejus, Summa doctrinse d
Leyden 1648.
Foederätae civitätes, 1) &
mit den Römern Verträge gemacht ba
aus Furcht vor den Römern felöft, w
Titel fiber vor Bekriegung durch dij
od. vor ihren Nachbarn u. Feinden, !
von Rom geihütt zu werben. Obg
im Beſitz ihrer Verfafſungen biiebem,
nur römifche Bafallen, 2) in fpäter
vilegirten Provinzialftäbte. Die Ein
Städte hießen Foederati. Nach ber
rung nannte man Foederati bie Ge
im Römerlande aufgenommen u.
Reichsheer gefchlagen wurden.
Föderation (v. lat.), Berbünbun
berativ, zu einem Bunt gehörig. Wi
vd. mw. Bunbesitaat.
Fodoͤre, François Emanuel, ge
te Maurienne, war früher in Ao
Nizza, auch Leibarzt Ferdinands VII
in Balencia, jeit 1514 Profeſſor d
Mebicin u. ber Epitemien in Strasbı
er jchr.: Essai sur le goitre et
Turin, 3. Ausg. 1802 (Deutfch vı
Berl. 1796); Traité de me&deci
d’hygiene publique, Bar. 1812 f.,
6 Bbe.; Essai de —— posit
3 Bde.; Voyage aux Alpes mi
Strasb. 1821, 28be.; Lecons sur |
ebd. 1822—24, 4 Bde.; Pneumat. |
1829 (deutſch Ilmen. 1932); Sur
esp&ces de folie vraie, Strasb. 1
öderirfe (v. lat.), 1) Berbunben
ſ. Foederati; 2) in der Sranzöfifd
bie Horben, bie von anderen großen
von Marjeille, auch wohl von be
Paris famen, nm bafelbft zu rauben
8) 1815 eine von Napoleon aus be
rijer Volles gebildete Miliz.
Foderty, Markiflecken in ber ſch
haft Roß, am Fuße des Ben-Br
quellen; 2000 Ew.
Fodor, Mad., |. Mainville- Got
Fedrum bio
im Mistellateiniichen bie Yeittangen, '
u Bauern zum Iinterbalte Der Sol⸗
Fobr 401
Foglietto ital., ſpr Foljietio), die 1 Vielin⸗
ſtimme, in welche alle obligaten Stellen der übrigen
ndere zum Unterhalte ver Pferde ge⸗ Inſtrumente mir bineingeichrieben ſind, un jelbige
mußten. Daber Federarli, jo v. w.
. auch plünternte Soldaten.
t.), 1) Büntniß; 2) Teftament.
dorf im Härad Helfingberg, im ſchwe⸗
almd. Hier 1134 Zieg Yes Königs
den Gegenlönig Magnus mit ben
{the %., ſ. Defoe.
Ipr. Fogaraſch), 1) Bezirk int fieben-
je Karloͤburg, 3094 O M.; 2) Hanptert
griechiſcher Biſchof, evangeliſche u.
rre, Schloß; 5500 Ew. F. war ſonſt
‚u. die ſiebenbürgiſchen Woiwoden
x eft auf; 1541 wurde ed von den
ımen; 1661 von ben Siebenbürgen
‚ aber nad einem Siege ter Türken
mint Janos bei F. mieber von ben
‚1721 wurde Bas Bisthum gegründet.
(pr. Hegarafhiı, Johann, geb. 1901
Rutirıe in Saros⸗-Patal die Rechte,
ecat u. vermaltete mehrere öffent⸗
rwurte 1545 Rath im Finanzmini⸗
Ster Revolutien tet er ober: :
taſel in Pefib. Cr ſchr. ungariſch:
& ungarischen Privatrechts, Peſih
achtrag 1541; Ungariſches Handels»
t, 1940; Ungariiche Bank, 1945;
ariſchee Lexilon für ungariiche Rechte»
enfchaft, 2. Aufl. 1835; Ungariſch⸗
rerbuch, 1936, 2 Bde.; Haudels⸗
515, 2 Bde.; zur phileſophiſchen Be⸗
er Mutterſprache: Geiſt ber ungari⸗
1845.
rca lucioperca), ſehr weblichmeden-
Plattenſee in Ungarn eigenthümlich;
Zanker.
„Benedict, geb. 1757 ın Gotbenburg,
Rem zu einem der bedeutendſien
Neuzeit u. ft. 1954 in Irieft auf der
Stedhelu nach Rem begriffen; audge⸗
eine Statuen der alinerd ijchen Mötter;
Veuſeum zu Zreitbelms, Des Baldur,
t fen Sammer; ebenſo aber auch
riebiichen Gättergeltsiten: Apello,
"u. Hymen. Au ın der monumen—
uf er Rortrefiliches, So Die Keloſſal⸗
Adelis in Gothenburg u. Die Reiter⸗
IV. Jobanns in Ztedbeim.
ebirgige Yantichaft in Abeifinien
. oftlih rem Tſana⸗See.
r. getida;, Stadt u. Hauptort ber
n Provinz Capitanata; Civiltribu⸗
dof, Handeisgericht, 4Rirchen, ð Klö⸗
bäuier, Collegium für adelige Där-
ethicbaftliches Inſtitut, Tkonomiſche
Srnithelegiihes Ruſeum, Zollhaus,
eſiſcher Brunnen. F. iſt der nrößte
die öſtlichen Previnzen Reapeld u.
n Mai ce große Meie; Haupthau—
ı gapern, Ul, Wein, Welle, Getreide;
r. Foliia), Fluß in Italien: eniſpringt
reſilich kei Seſtino, tritt bald in die
zation Urbino-Peſaro u. mündet bei
Adriatifche Meer.
esifen. 4. Nu. VL.
ſo ungleich iſt jeine Dauer,
—
netbigen als mit et. allein zu fpielen.
Fogliotti vipr. Foljioiti, Flüſſigkeitsmaß in
Rom, bält 163 Pariſer Kubilzoll.
Fogo, 1) Inſel mit Hafen an der Nordküſte von
New-Foundland; 2) Vergebirg ebendaſelbft, der
Inſel gegenüber: 3) Inſel in der Gruppe Grünen
a v. w. Aeuerinfel.
‚ Sogftuen, Hoipiz auibem Dovre- Field⸗Gebirg;
einer ter höchſien menjchlichen Webnorte in Europa.
Fohi, chineſiſcher Heres, ſoll 341659 — 2952 v.
Chr., nach And. ſpäter, u. zwar blos 200 Jahre,
gelebt, Wiſſeuſchaiten u. Künſſe erfunden u. zuerſt
Geſetze gegeben baben; er gilt überbaupt für den
Begründer der Cultur in China, ſ. d. Geſch.) I. m).
3 — junges Pferd, ſ. d.
ohman, Vincenz, geb. 1794 in Asınannflabt,
wurde 1527 Profeſſor der Anatomie in Lüttich u.
ſtarb 1847. Er ſchr.; Über die Verbindungen ber
Säugabern mit den Venen, Heidelb. 1321 (franzö⸗
ſiſch Lüttich 1932); Das Saugaberfuitein der Wir⸗
beithiere, 1. Heit, Fiſche, Heitelb. 1527; Mdın. sur
les vaisseaux Iymph. de la peau, vütt. 1833.
Föhn (Aobnwind), ein in ber mittleren Gebirgsge⸗
gend der Schweiz, bei. im Thale von Altorf im Lane
ton Uri wehender Wine. Meiſt geht ihm ein Dunft
voraus, weicher Die Gegend mic in einen Fler büllt;
Die Luft tft rubig, od. nur in Meineren Ztreden ber
wegt u. warın. Nun erbebt fid) mabrnebmbar, we
nigftens ın ber oberen Gegend, ein Nordwind, der
aber bald tem ven Süden fommenten F. weicht.
Die Ihiere find während deſſelben, namentlich in
ten ven Süden nah Werden gebenden Ibälern,
unrubig, die Dienjchen ſind abgeſpaunt ıeal. Alpen»
Midi, vie Pilanzen werten weit; in Frübling aber
brinai Die Den Wind begleitende Wärme jchnell bie
Pilauzen sum Müben u. Grünen u. bringt ben
Secence auf Din Gebirgen mebr, ala die Sonne im
beben Semmer zum Schmelzen. An einzelnen
Stellen tebt ter Wind mit der äußerten Heilige
keit, wäbrend er an anderen nur leiie webt. (ben
_ Meift regnet es erſt,
wenn ter F. ſich gelegt bat: tritt er aber gleich mit
Regen ei, ſo nennt man ihn in Der Gegend von
Altorf Dimmer.
obr, Laud, je v. m. Darfur.
obr, 1) Karl Pbilipp, geb. 1795 in Heibel«
berg, bildete ſich Anfangs Durch Selbſiſtudium zum
Dialer aus u. ging dann nad Rom, mo er fich ben
Dort lebenden deutichen Künſilern anfchleh , weiche
zu Aufang des 19. Jahrh. an Der Wiederbelebung der
Künſite arbeiteten. Er leiftete Tüchtiges im Fache
ter Landſchaft u. ft. ſchon 1818 in Rom. 2) Da⸗
niel, geb. 1501 in Heidelberg, Bruder bes Ve⸗
rigen, ebenfalls vandſchaftemaler, vollendete feine
durch Selbſtſiudium erworbene künftleriiche Wil»
. tung in Muünchen u. wurde ſpäter großherzoglich
badiſcher Hefmaler. Werle: Waldpartie mit der
Staitage Mazeppa auf dem ſflüchtigen Roſſe, ver⸗
ſchiedene Auſichten ans Dem baierıfden Hochge⸗
birze, ven Berceegaden u. Tem Chiemſee.
wobr, njelın ter Rerdiee, weſilich vom Ders
zegtbum Schleswig, 1 C. Vd., 4000 Ew.: ber cit-
liche Zbeill, S fterlantföhr, 1 OM., 2700 Ew.,
gehört zu Schleswig (Amt Zondermn, Der weitliche,
Weſterlaudjöhr, zumgönigreich Dänenark (Anit
20
Niren). Die Bewohner (Asbringer), welche frie-
fiſcher Abtunft find w. manches Eigenihümliche
ben, betreiben hauptſächlich Seefahrt u. Vogel»
ang; beſuchtes Seebad.
ibr 1) jo v. w. Fichte; 2) ſo v. w. Kiefer.
Böhren...., |. u. Fichte u. Kiefer.
Föhreneule (Trucher piniperda), Schnietter-
ling aus ter Familie der Eulen.
ina, jo v. w. Hanentarter.
dismus, Name des Buddhaismus in China.
vir (jpr. Foa), I) Arrondiſſement im franzd-
fiihen Departement Arriige, 364 OM., 8 Can⸗
tone mit 92,300 Ew. 2) Haupifiadt darin u. Dee
Departements an der Arriege, am Fuße Der Pyre⸗
näen gelegen ; hat Die Departementöbehörben, Ader-
baugeſellſchaft, Stahliahriten, Eiſenwerle, altes
Scholoß; 4800 Em. Sonſt Haupiſtadt der Graf⸗
ſchaft gleiches Namens (lateiniſch Fuxum), welche
in Ober- u. Nieder⸗F. eingetheilt wurde.
Foir (Ipr. Sea), franzoͤſiſches Grafengeſchlecht,
feitet feinen Urjprung vom Grafen Roger von Car⸗
cafjonne her; dieſer erbte einen Theil der Grafichaft
Sarcafjonne unter dem Titel einer Grafſchaft u. bie
Grafſchaft F. Sein 2. Sohn Bernard erbte von ihm
1012 diefe Grafſchaft u. ft. 1038 ; nach feinem Tode
zerflel fein Beſitz unter 3 Söhne; 1) Roger J.,
ber zweite ber Söhne Bernards, erhielt F. Diefer
nahm erfi den Titel Graf wen F. an. Ihm folgte
1064 2) Pierre, fein Bruter, dann 1070 8)
Roger II., deſſen Sohn, dann 4) Roger III,
befien Sohn, mit feinem Bruder gemeinjchaftlich ;
5) Roger Bernard J., Sohn bes Vorigen, er-
Tannte 1152 den Grafen von Barcelona als Lehns⸗
beren an, obſchon dies eigentlih Dem Grafen von
Tonloufe zuftaund; 6) Raimond Bernart,
Sohn des Borigen, folgte ihm 1188; er machte
1190 mit König Philipp Auguft ben Kreug, ver⸗
lor aber, weil er fich den Albigenſern angeſchloſſen
hatte, feine Güter u. ft. 1223; fein Sohn 7) Ro⸗
er Bernard II. folgte u. fette den Kampf um
eine väterlichen Güter mit der Kirche, fih bald un-
teriveriend, bald abfallend, fort u. ft. 1240 ın
Mönchskleidern; ibm folgte: 8) Roger IV., fein
Sohn (ft. 1265), u. 9) Roger Bernard III,
Sohn des Borigen; dieſer empörte ſich gegen This
Iipp den Kühnen, unterwarf fih, wurde gefangen
geſetzt, 1273 befreit, aber von Neuem nom König
von Aragonien gefangen gejegt. 10) Gaſton J.,
Sohn tes Vorigen, folgte 1302 feinem Vater; die⸗
fem 1329 fein Sohn 11) Gaſton IL; dieſer ftritt
mit den Franzoſen gegen bie Engländer, wofür er
einen Theil der Orafichaft Rautrec erbielt, dann für
Alfons IX. gegen die Mauren u. blieb 1343 vor Al⸗
gelivad. 12) Gaſton III., gen. Phöbus, wegen
feiner Schönheit, geb. 1331, wurde, nactem er
an den Kriegen gegen tie Engländer Theil genom⸗
men batte, Gouverneur von Languedoc, wohnte
1356 einem Kreuzzuge gegen bie heidnijchen Preu-
fen bei, balf 1358 die Jacquerie (f. d.) befiegen u.
behauptete fich gegen Karl VI. in Languedoc; er ft.
1391 ohne Erben, da fein Sohn, welchen er aus
Argwohn eingeſperrt hatte, ver ihm, 1362, geftor-
ben war. Gr ſchrieb: Phoebus de d&duitz de
la chasse, des bestes sauvaiges et des oyseaux
de proye, 0.D. u. 3., Fol., Par. 1620, ein Gc⸗
dicht in, fo ſchwülſtigem Styl, daß in der franzd-
fiihen Afthetit die Schwulft nach feinen Beilpiel
P’hebus genannt wird König Karl VI gab nun
Büpre bie Fokſchani
bie Grafſchaft F. einem Urenkel vor
Matthieu, GSraf v. Caſtella, als i
ſen Tote fiel fie 1398 an jene €
befle, teren Gemahl 14) Ard
©railly den Titel Graf von F. a
1412; 15) Jean, Sohn bes Borigı
König Karl VI. u. den Dauphin zu
verneur von Tangueboc, Auvergne ı
nannt, benahm fich ziemlich zwei
Kämpfen zwiſchen Frankreich, Eng
gund, ſöhnte ſich aber endlich 1423
aus, der ihm das Commando ſeiner Aı
ab u. mit Bigorre belehnte; er fi. 1
on IV., Sohn bes Vorigen, zeichn
Kriege gegen bie Engländer aus, fa
Ihaft Narbonne, vermäblte fich mit
Navarra u. wurde 1455 von feinem
ter Johann II. zum König von Nav
von Sarl VII. zum Pair von ran
Als er 1472 ftarb, folgte ihm feine @
nore, bie Tochter von ihrem Sohn |
Katharina, heirathete aber Karl
durch das königliche Geſchlecht in Rı
den Namen Albret führte; beren Er
d'Albret, heirathete Anton von Bon
von Bendome, u. war Mutter beü
ri IV. von Frankreich. Bon bem
flons IV. ftamnıte Gafton Grafe
v.Nemours, diefer lette männl
. blieb 1512 in der ES hlacht von I
enebig. Archambaud de Grailly h
einen zweiten Sobn, Gaſton Cap
binterlaffen, die Nachlonınıen von |
zugleich Grafen v. Candelle u. Her
waren, nahmen num ten Titel Orı
ſtarben jedoch 1714 mit Henri Char
den Haufe F. gemmie auh Auna, |
belle, ziweite Gemahlin tes Künige
von Ungarn, u. Germaine, Nichte
von Frankreich, 1505 zweite Gemab
des Katholifchen von Spanien.
Yojäno, Martıfleden am Chian
toecanischen Provinz Florenz; Ger
handel; 2000 Em.
Fol (Sio-F.), Dorf im Kreih
ungariſchen Berwaltungsgebiete Ur
amt; 1225 Em.
Fofära (türf.), in Dber-Agypte
febrter, d. i. der ben Koran lejen ı
jchreiben kann.
Fokien (Fu-kian), Provinz im (
Küfte, 2500 OM. u. etwa 16 Mill.
terrafjenförmig angebaut, fchäne 5
lüſſen (Sihe, Tſchan u.a), and
ufen u. Injeln. Die Einwohner tı
(tunftreiche Bewäſſerung), bauen aud
müſe, Thee, Zuder, fertigen Has,
Papier, Seide, gelten 4. die be
China's, reden eine etwas abweich
auch Kupfer, Zinn u. Moſchus bi
reihlid. Hauptftatt Futſcheufn,!
1844 tem Verkehr ber Europier gei
Fokſchani Gokſchan), Stadt an‘
Diftrict Rimnik in Der Walachei; |
en reiches Kiofter, Handel mit Get
bat 20,000 Ew. u. wirb durch bie‘
Theile geſchieden; ber Meinere gehe
u. ıft befannt burch den Wein ber
Wei. bie Felle
währt, fo wie burdh ben Kongreß von
er die ruffifchen u. türkiichen Diploma-
inigte. Der andere größere ‘Theil ge-
lachei. Hier am 1. Juni 1821 biutige®
hen den Türken u. Griechen, morin
e NRieberlage erlitten. Im Ruffiſch⸗
riege beſetzten bie Ruſſen die Stadt
n bie Schanzen u. Korte, welche aber
Abzug u. der Wieterbefegung durch
Anfang September 1854 wieber berge-
L
sürzung für 1) Folio; 2) (Med.), auf
v. w. Folis, Blätter.
„Volk, fo v. w. Foulahs.
fpr. Folahr), Iear Eharle® be F. geb.
gnon; diente im Feldzuge von 1688 in
srps u. focht 1701—14 ale Generalad-
yerzog® von Vendome in allen Kriegen
‚ wurde 1705 bei Caffano, 1709 bei
vermuntet n. gerieth in öſterreichiſche
aft; 1714 wohnte er einem Zuge gegen
die Zürlen belagerten, bei, ging dann
w Dienfle, aber nad Karla RII. Tode
freich zuriid u. fl. 1752 in Avignon.
re Myſtiker u. Wunbergläubiger. Er
velles d&couvertes sur la guerre,
Fonctions et devoirs d'un officier
lerie, ebd. 1733, u. m.; Commentare
\, bet Thuillier's Überfepung bes Po»
.1727—30, 6 Bbe., Amſterd. 1729 |.
3, 7 Bde. (deutſch von 2, v. Olßuitz,
5— 1769, 7 Bde., von Bion, Prag
—8 Auszug von Chabot, Par. 1757
‚3 Bde.).
te (fr., ſpr. Folatreri), Leichtfertigkeit,
Pfarrdorf im Kreiſe Beles⸗Cſanad bes
egebiets Großwardein (Ungarn), bei
n« u. Tabalbau, Stuterei, einträglicher
2350 Em.
ord, große, tiefeingefchnittene Meeres⸗
r Küfte Des Stiftes Norbland in Nor-
t fih in Nord» u. Süd⸗F.
‚) (Marienburg), Martlifleden
b im Kreife Kronftatt (Siebenbürgen);
br durch einen groben Brand; 2200
Die Burgruine Marienburg, vom
rben erkaut, der um 1210 dieſe Ge⸗
irte. Hier 1729 Sieg bes Woimoten
ser Moldau über bie Siebenbürgen;
‚ Bezirk nes Kreiſes Tolna im Verwal»
Evenburg (Ungarn), 27, OM.; 8)
barin an der Donau, iſt Stutionsort
impfer u. Eigenthum ber Peſther Uni⸗
irtsbehörde, Gofamt, katholiſche Haupt:
nfang; 11,700 Ew.
„Teofilo, geb. 1484 in Mantua, ſtu⸗
HE nahm fpäter Kriegstienfte, murbe
mherſchwarmen Benedictinermöndh ı.
sinem Kloſter bei Baflano; er war ein
nagar’® u. wird gewöhnlich ald Erfinder
oniſchen Poefie genannt, vielmehr gab
erfi poetifche Bebeutung ; er Schr. in die⸗
ıf6 Derlino &occago: Maccaro-
u. 3., n. Aufl. Amflerd. 1768—71, 2
ches (Der Miüden- n. Ameiſenkrieg,
Fuchs, 1580) u. a. Gebichte,
‚ Welembray (fpr. Folangbrah), Dorf im Arron⸗
diffement Laon dee frany. Departements Hiöne, mit
einer großen Glasfabrik, in der bei. Bonteillen u.
Glasglocken verfertigt werben; 1200 Em.
Folgaria, Thal bei Roveredo im tyrsler Kreife
Trient, an einem Ende tyroliidh, am anderen vin⸗
centiniſch, bat mitten im italienifchen Elemente eine
größtentheile beutiche Bevollerung von etwa 5000
Seelen, die ein Gemiſch von Deutfch en. Italieniſch
ſprechen. Hauptort darin iſt Das gleichnamige Dorf
mit 1430 Ew.
Folge, 1) (Log.), Beſtimmung ber Gultigleit
eines Gedankens, Urtheils od. Satzes durch einen
vorbergehenden Grund). In der Form eines Satzes
aufgeſtellt, heißt er Folgeſatz, im Gegenſatz zu
Grundſatz, welcher den Grund enthält. Die Art der
Gedankenverknüpfung von Grund u. F. beißt Ye
serung; daher Aofgerichtig, was aus dem, ale Brunb
Geſetzten auch wirfli u. angemeffen ale Yolge here
vorgeht; 2) (Aftren.), F. ber Seien, die ın ber
Efliptit genommene Richtung vom Wibder aus
durch den Stier, die Zmillinge ꝛe. bis zum lebten
Zeichen Fiſche, alfo von Abend nad Morgen. Es
geichieht tie Zählung der 360 Grade in der Eklip⸗
tit von 0° bie 60% ot. in Bezug auf jebes einzelne
Zeichen von 0° bis 309, ebenfalld nach der F. ber
Zeichen. Anch tie Bewegung eines rechtlänfigen
Planeten geichieht nad ber %. ber Zeichen, bie
eines rüdläufigen aber gegen biefelbe. 3) Bere
bintlichleit zu gewiſſen Dienftleiftungen des Be⸗
rechtigten, 3 B. ſonſt zum Kriegsbienfte, zur Ber⸗
folgung von Berbrechern (Amte- od. Gerichtefolge),
vgl. Gefolge; 4) Recht, dieſe zu fordern; 85) Ber-
bindlichkeit für alle Bauern, ba, wo fidh ein gro⸗
Bed Raubtbier zeigt, zu Eriegung teffelben be»
bülflich zu fein; 6) das Recht, Wild nach dem An⸗
ſchuß in ein fremdes Revier zu verfolgen (Wilde
ob. Jagdfolge). Das Recht ſelbſt rubt auf urale
tenı Gewobnheitsrecht; der Umfang deſſelben iſt
nach ben einzelnen Particularrechten jehr verfchie-
den beſtimmt. Manchmal ifl eine Abgabe für bie
F. (GAolgekenle) beftimmt. Bor ber %. mit bem
Schweißhunde u. vor dem Abholen des erlegten
Wildes muß jedoch Meldung bei dem Nachbar ger
fheben, u. auf Verlangen Ausriß u. Schweiß ger
zeigt werten. Nach anteren Rechten mußte, um
auf das Recht ber F. Anſpruch zu haben, das Wilb
verendet fein, bevor man es findet; nach noch Ans
beren bilıfen Die Hunde dazu nicht angebett werben
od. es muß ſchweißen u. ber Jäger muß bie Flinte
auf feinem Revier zurücklaſſen od. die Schlöfler ab⸗
fcorauten. Neuere Jagdgeſetze haben das Recht ber
Wildfolge, welches früher zu vielen Streitigkeiten
Anlaß bot, ganz aufgehoben.
Folger (Rölger), 1) (Maſchinenw.), jo v. w. Afe
terrammıe; 2) (Ubrm.), an englijchen Uhren ein
runder Schieber, auf welchem ber Zapfen bes Steig»
rads ftebt. .
Folia (fat), Blätter, als Arzneimittel. Felle
Bucce (Buccoblätter), von Diosma (Bar-
osma) crenata, zolllang, eilanzett- ob. verkehrt
ciförmig, drüfig gelägt, blaßgrün, unten mit brau⸗
nen erhabenen Drüfen befetst, ftarf gewürzhaft lüm⸗
melartig richend, von gewürzhafiem Geſchmach
enthalten ätherifches II, Diosınin x., werben in
Aufguß gegen Magenkrämpfe, Rheumatismen,
Krankheiten der Harnwerkzeuge, Gonorrhöe ange⸗
wenbet; find Beſſandtheil ber gegen Cholera em⸗
pfoblenen Captinetur. Folla Fabam, Fahamblat⸗
ter, ſ. u. Angräcum.
Foliacöus, blattartig, was das Anſehen u. bie
Conſiſtenz eines Blattes hat.
Foliant, ein Buch in Folio.
oliantinen, |. Fenillants.
oliation (v. lat.), die Belaubung, der Act, wo⸗
Durch eine Pflanze Blätter erhält, od. auch Die Ge⸗
fammtbeit der Blätter. Follaius, beblättert.
— (fr., ſpr. Foliſchong), Schälrer,
n
rrchen.
Solte, 1) dünnes Metallblatt; man bat Sta⸗
niol⸗ od. Zinn⸗F. für Spiegel, weiß u. hellglän⸗
d zur Einfhlagung von Seifen, Wohlgerüchen,
reßgemüfen, Schaumweinen; Bleifolie, unver»
innt u. verzinnt u. fegirt zu Abhaltung von Feuchtig⸗
eit (Ohle's Erben in Breslau); Gold», Silber»
n. Kupfer-$., fir Iumeliere u. Goldarbeiter,
gefärbt u. migefärbt, zum Uuterlegen unter bie
Epelfteine u. Blasflüffe. Die F. tomuıt von Nürn-
berg, Fürth, Augsburg, Wien. Die F. wird aus
Melallblechen zwiſchen blanuken Walzen ausgebiinnt |
(geftredt) ob. mit Stahlhänunern auf Stahlambo⸗
Ben geichlagen; bunte F. wird mit einen gefärbten
Jafirenden —* überzogen. 2) Blattwerk, Laub⸗
wert; daher der Ausdruck zur Folie dienen,
d. h. die Wirkung einer Sache od. einer Idee burch
einen dunkeln Hintergrund erhöhen, ähnlich wie bie
Blüthe Durch den Gegenſatz des Laubes wirkung»
voller hervortritt. ’
Folie (fr., fpr. Folih), Narrheit, Thorheit.
Folie d’Espagne (fr., ſpr. Soli dEspanj),
Tanz, Dem jpantihen Fandango nachgebildet, ern
u. voll Grandezza, fonft in Ballets u. zu Divertiſ⸗
ſements gewöhnlich, e nur von einer Perſon ge⸗
tanzt. Muſik meift Moll u. im J Tact.
Folieta (GSoglieta), Oberto, geb. 1518 in Rom,
wurde Priefter in Genua, wurbe aber politiicher
Unntriebe halber aus diefer Stadt verbannt u.
waubte fih nah Rom, wo er einen Dienft bei
dent Cardinal Hippolyt von Eſte erhielt u.11551
ſtarb. Er fchr.: Delle cose della repubblica di
Genova, Rom 1559, Mail. 1575; De ratione
scribendae historiae, Rom 1574; Conjuratio
Joannis Ludovici Flisci (Fiesco), ebd. 1577;
Historia Genuensium (di8 1528), ebd. 1581 (ita-
fienifch Genua 1616 $oL); Variae expeditiones
in Africam cum expeditione Melitensi, Gen.
1587 (itafienifch ebd. 1598); De causis magni-
tudinis imperii Tureigi, %p3. 1594 u. ın. a.
Foligno (pr. Folinjo), 1) Stadt am Zopino
in ber päpſtlichen Delegation Berugia; Biſchof,
Wachsbleichen, Tuch⸗, — Confiturenberei⸗
tung; 10,500 Ew. In der Nähe eine Stalaltiten-
böhle. Die Mabonna von F., ein Gemälte
Rafaels, ift jest im Vatican zu Rom. %. bie
in alter Zeit Fulginta (Fulgintum), lag
in Umbrien u. wurde fpäter Municipium; das
Ehriftentbum wurbe früh von St. Criſpold bier
eprebigt, ber auch ber erfte Vilchof von F. war;
m 8. Jahrh. wurbe F. Durch tie Auswanderung
der Einmuhner von Forum Flaminii bierber jehr
gergrößert; 1281 von ben Perugianern zerftört.
Nah ten Wiederaufbau bemächtigte ſich bie Fa⸗
milte der Trinzi der Herrichaft u. herrſchte ſehr
tyranniſch, bis ber Cardinal Vitellesci 1439 ben
letzten Trinzi binrichten ließ u. F. dem Papſte wie⸗
der unterwarf; 1833 litt F. ſehr durch Erdbeben.
| (Processus
Foliaceus bie Follwangr
olitren (v. lat.), 1) bie Blätter e
riften mit fortlaufenden Zahlen
hierbei werden jedoch nicht die Seiten
dies wen beißt es Faglalzen),
bie Blätter u. zuweilen Die beiden t
Blattes durch Hinzufegung der Buch
u. b zur Nummer des Blattes unterf
Acten. Beim 5. von Rechnungst
eichnet man jedoch nicht bie beiben
lattes, ſondern bie fich gegenüberft:
ten von 2 verfchiebenen Blättern mi
2) Das Belegen der Rückwand bes |
init Folie, |. u. Spiegel.
Folio (ital.). Blatt in einen: Buch
in einem Rechnungsbuche; fo F. recte
ften Blattfeite; F. verse, auf ber Rüdj
bei doppelter Buchhaltung, anf be
geh no, Nicolo di &;, ſ. Alumo.
S
| Seite; vgl. Pagina; 8) Bucherformat,
ftebt, wenn man einen Bogen nur ei
f. u. Format.
Folio (Kuoli), Cecilio, geb. 1615
ftubirte Mebicin in Padna u. wurde
der Anatomie in Venedig. Er foll zue
lactea im menfchlicden Leichnante F
beſchrieb ben langen Fortſah
olii) vollftãndig. Er ſch
nis e dextro in sinistrum cordis v
defluentis facilis repertu via, ®
| Auris internae nova delineatio, eb
Foliolellun (8ot.), Blättchen, f. ı
Folium (I«t.), 1) ſ. Blatt; 2) ſo v
Folium ji (Foliata curra
von Descartes en angegebene frum
Blattfornt, deren Gleichung it x? +
Sie bat 2 Zweige mit einer gerablin
ptote, an ber dieſe auf derſelben Seite f
Unter Newtons Linien der 3. Orb
bie 41.
Fölir, Joh. Jak. Kafp., geb. 1791 zu
Trierſchen, ftudirte auf der Rechteſchul
nahut ar den Feldzuge von 1513 The
dann zuuächſt als Anwalt in Cobleuz
aber 1829 nach Paris, um bort be
ſchäfte zu leben; bei. vertrat er bier b
von Ausläutern u. ft. 26. Mai 1853
nahın feit 1845 mit Duvergier u. Pal
ausgabe ter Revue &trangere de le
d’&conomie politique, u. jhr.: Com
bas Geſetz De la contrainte par
Devaur: Code forestier annote; u
Traite des rentes foncieres; Trai
international prive, Var. 1543 (2. 9
Folk, Stadt, fo v. w. Fella.
Folkfeld, Gau in Branten, ber ein
Pflege Koburg u. Henneberg unmfaßte.
Folksſtone (ipr. Fohlſtohn, Soikeſt
flecken (Stadt) am Kaual la Manche
liſchen Grafſchaft Keut unweit ber Ei
London nach Vover; befeſtigter Hafer
regelmäßige tägliche Dampfichifiiahrt
logne; 6700 Ew. Geburtsort von Wi
Solfunger, Herrichergefchleiht iu
begann mit Waldemar 1250 u. ende
nus IT. 1374; f. u. Schweden (Gefch.)
Folkwangr (norb. Myth.), Palaſi g
in Walhalla der Sitz tugendhafter We
Folla tie Folty
Le), NRebenfluß des Tagfiamento; ent- :
ntner Bezirk! Billa u. mündet in der
n Provinz Friaul bei Venzone.
Buſen an ber Rorblüfte ber Hebriden-
AdolfLudwig, geb. 1794 in Gie⸗
Bater Juftizamtmann mar, ſtudirte hier
. machte in dem heſſen⸗ darmſtädtiſchen
Jãgercorps ten —— gegen Frank⸗
ch ſeiner Rücklehr ſtudirte er noch 2 Jahre
3 bie Rechte u. wendete ſich 1917 nach
co er tie dort erſcheinende Allgemeine |
igirte; 1919 megen Betheiligung an
sn Umtrieben verbaftet, fat er in Ber⸗
; 1921 freigelaflen, ging er nad ber
ı er erſt Lehrer Der Deutichen Sprache u.
. der Cantonefchule in Aarau wurde;
tifirte er in Zürich, mo er aud eine
regen Ratbe faß; 1847 kaufte er Las
zenfels im Thurgau u. mitmete fich
tonemie; 1554 verlaufte er Las Gut
g nach Bern, we er am 26. December
Er überlegte: Die homerifchen Hym⸗
.Echwenck), Gießen 1814; Alte chrift-
m Ricchengelänge, aus dem Lateiniſchen,
9: bearkeitete T
Kibelungenlietes, ten Zauberreman
Bioian (1529); er ſchr.: FFreie Stim⸗
Jugend, Jena 1819; Harfengrüße aus
a. ter Schweiz, Zür. 1823; Bilder-
er Dichtung, Wintertb. 1827—29, 2
.,„ Brandenb. 1547; An bie
ige (Sonette, gegen bie von
Ge Richtung in Deutichland) ; Triftang
tantiiches Epos in 20 Gefängen), Gie-
2) Karl, Bruder des Vorigen, geb.
Men, ftubirte Die Rechte, wurde 1915
t in Gießen u. Jena, verlieh, wegen
er Umtriebe verfelgt, Deutſchland, wurde
er Cantonsſchule in Chur, Tann Pro-
7 Univxerfität in Bafel, ging, ans der
DS permiefen, 1529 nach Nord⸗
ebte dann, Unitarier geworden, als
n ber Harwards⸗Univerſität in Maſſa—
kam 1841 bei tem Brand eines Dampf—
ben Nem-Nork u. Boſton um. Er ift
hrerer beliebten Kreibeitelicter: Schalle
Sfang; Unterm Klang ber Siriegeöhlr-
n., u. fchr.: Practical grammar of
n language.
is, Emanuel Friedrich Wilbelm Ernft,
1 Ballenſtedt, ſt. 1509 als Hefgerichts⸗
erburg in Oſtpreußen; er ſetzte Schil⸗
eher, 2. u. 3. Zbl., Lpz. 1796 f., fort u,
fon ob. ter edle Zafigenipieler. {p3.
Thle.; Die Milchbrüder Ferdinand u.
. 1798 f., 3 Thle., u. a. m.
Brafichaft im meftlihen Theile ter eng⸗
mie Bictorig (Auftralien).
lina, fo v. w. Flaſchentbierchen.
lus (lat.), 1) tie Balgfrucht, eine Kapſel,
ner Naht, ber Bauchnabt, aufiprinat, an
1en im einer od. mehreren Reihen ſitzen,
Ileborus. Aconitum, Aquilegia ; im
aue eine folche Kapfel, die in ber Mitte
enträger bat, ber beim Aufipringen als |
zcheidewand zurüdbleibt, fo 3. B. bei
ı, Apocyneen u. Proteen. Folllcali sen-
riftan u. Ifolbe, den 1. |
405
nae, Senneebälglein, |. u. Sennesblätter. 2) (B01-
et, Anat.), Meines Sädchen in ber äußeren Saut,
fowie in der Schleimhaut (Felliculi muresi, |.
Darm) eingebettet, von einem feinen n. Dichten
Halegefäßnet umgeben, befiimmt zur Abfonberung
ber Hautfchmiere u. bes Schleimes, welches Pro⸗
buct durch eine Meine Offnung auf die Oberfiäche
ter Haut u. ter Schleimhaut abgefegt wirt. Taher
Joll itulargeſchwulſt, Anihmellung eines Bis
durch Anfammlung der ihm eigenthümlichen Ab⸗
fonterungsmafie cd. Ablagerung eines Entzün⸗
Pungepreductes.
Folliot von Erenneville (ſpr. Follioh von
Krennmil). Die F. find ein altes Rittergeichlecht
‚ ter Normandie; ein Zweig wanderte mit Wilhelm
dem Eroberer nah Eugland, u. nachdem bie %. in
‚ ter Normandie ausgeflorben waren, wurden jie von
einem in der Mitte Les 15. Jabrb. aus England
zurüdtebrenden F. wieder in ber Normandie fortge=
pflanzt u. blühten in den Zweigen ber 3. de Fierville
u. 8. d'urville. Don Letzteren — bie F. v. C.,
deren Glieder das Bürgermeiſteramt in Dich ver⸗
walteten: fie wanderten zu Anfang ber Franzeſiſchen
Revolution aus u. wendeten ſich nah Literreich.
Jetziger Chef ift: Graf Karl, Sohn tes 1540 ver»
| fterbenen Grafen Ludwig, geb. 25. Dläry 1811; er
ottlofen |
uge ver- |
it Major in der Arıee u. in zweiter Ehe jeit 1553
mit Anna geb. Gräfin vezanzky (geb. 1321) vermäblt;
er hat zur Zeit feine Nachlommen; ſein Vruder
Ludwig, geb. 1513, ift Generalmajor u. Briga-
Lier in Mailand.
Follis, 1) Beutel: 8) Münze unter ben römi⸗
fhen Kaiſern a) con Kupfer, 255 == 1 Solidus,
nah Gronov, jeit Conſtantin anftatt ter Sefter«
tien, nach Suidas — 1 Obol; by) von Silber, fo
v. m. irgend eine Summe; nad Gronov beftimnite
| Znmme, fo v. w. Eeftertium; vgl. Beutel.
Follmar, mar Archidialonus im Demcapitel zu
Trier. Nach dem Tote des Erzbiſchofe Arnold von
Zrier 1153 wählte eine Bartei den Donipropft Rus
Leif, Die andere 5. zu deſſen Nachfolger. Rudolf
wurde von Kaifer Friedrich I. inveſtirt: Papſt Ur⸗
ban meibte %. zum Wr L u. berjelbe ichlug
feinen Sitz zu Mont St. Pierre, im Yante des
Grafen Brie, auf. Bon Philipp Auguft aus Franke
reich vertrieben, manbte fi %. an den König von
England, der ihm einen Wobnfit in Zt. Coamas
in ter Tonraine anmies. Clemens III. entiette
F. von ter Verwaltung ber Trierer Kirche, dieſer
aber blieb unter engliſchem Schutze in Zeurs ı.
ftarb Dajeltit.
Folo, Giovanni, itulienifcher Kupferfiecher, geb.
1764 in Baſſano, bildete fi in ter <chule Des
Volpato, fpäter nah Raf. Morghen aus n. farb
1336; ſein berühmteftes Wert ift die Geißelung des
St. Andreas nah Dominichino; er ſchr. auf:
Studio del disegna ricavato dall’ estrematä
dalle figure del quadro della transtigura-
zione dı Raphaello, del Cav. V. Cammuceint.
olter, j. Zertur. J
olticzeni, Hauptſtadt des Kreiſes Zuczuma
Der obern Moldau, am Samoſch unweit der Grenze
ber Bukewina: Sitz Der Kreisbehörde, des Crimi⸗
nal⸗ u. Landgerichte; Normalſchule; im Juni bedeu⸗
tender Jabrinarkt u. ſtarker Viehhaudel; 3000 Ew.
Folty, Inſel an der Küſte des Staates South⸗
| Garelinz (Nerkamerila).
406
Foltz, Philipp, geb. 1805 in Bingen, wibmete fich
der Malerei u. fam 1825 nah München, wo er in
Gornelius’ Schule trat. Schon nach kurzer get batte
ich fein Talent fo weit entwidelt, daß ihn Cornelius
ei ben Freslen in der Glyptothek verwenden konnte.
Fi ſelbſtändigen Compofitionen übergehend, be-
tbeiligte er fi barauf an den Arcabenbilbern u.
übernahm danach im Neuen Königsbau einen
Theil ver Gemälde zu Schillere Sebichten u. ben
Saal mit Bürgers Balladen. Von 1835—38 hielt
er fih in Italien auf, um bie alten Meifter zu ſtu⸗
diren, u. wurbe, nah Münden zurüdgelehrt, Pro-
fefjor u. Mitglied der dortigen Afabemie. Außer
ben genannten Fresfen malte er noch für den Gra⸗
fen Schönborn in Münden mothologifche Compo-
fitionen. Seine Genrebilder find großentgeil® der
See» u. Gebirgsmwelt des baieriihen Hochlandes
entnommen ı. anſprechend burch bie naive Auffaf-
fung bes Naturiebens. Seine bedeutendſten Olge⸗
mälbe im Fache ter Hiftorie find: Des Sängers
Fluch (im Kölner Mufeum) u. Friedrichs I. Demit-
thigımg bor Heinrich dem Löwen (flir den König
ar gemalt); für den Römer in Frankfurt Tieferte
er das Bild bes Kaifere Sigismund.
Foly, Infel an der Miindung bes Lee in ber
Grafſchaft Cork der iriichen Provinz Munfter.
Folz, Hans, geb. 1479 in Worms (nad Eini-
gen dichtete er fhon 1447), Barbier u. Meifterfän-
ger in Nürnberg; erfand mehrere neue Geſangs⸗
weiſen (f. u. Deifterfänger) u. ift Dichter mehrerer
—— (. d.); er ſchr.: Ein teutſch wohr⸗
aftig poetiſch yſtori, von wannen das beyii rö⸗
miſch reiche feinen vrſprung erfilih hab, Nitrnb.
1480; Die pehemifch irrımg , ebd. 1483; Bon ey⸗
nem puler, ebb. 1488; Ein hübſch faßnacht ſpil von
einer gar pewriſchen pawrn heyrat, ebd. 1521;
Bon dem künig Salamon u. Mardolffo ꝛc., ebr.
1521; Der Kargenfpiegel, ebd. 1543, u.m.a. Die
Faſtnachtsſpiele find neu herausgegeben von Adelb.
v. Keller in den Publicationen des fiterarifchen
Dereins in Stuttgart, 1853,
Fomahand (Bomaltaud), Stern 1. Größe, am
Hals des jünlihen Fiſches; wird auch zum Ente
bes Waſſerguſſes vom Waflermann gerechnet.
Foment (v. lat.), warmer Umſchlag; Daher 80»
mentiren, warıne Umfchläge machen; Fomentation,
fo v. w. Bähung; Somentativ, Bähung erzeugend.
Fonacza, Pfarrdorf im Kreife Südbihar bes
ungarifhen Berwaltungegebietee Großmarbein,
420 Ew., bat eine Stalaftitenhöhle mit mehreren
Seitengrotten, worin viele Thierknochen gefunden
worden find.
Fonc6 (fr., fpr. Fongſeh), tief, von Farben
gebräuchlich, fo bleu F., tiefblau ac.
Foncemagne (fpr. Zongsmanje), Etienne Lau⸗
zeault de B: geb. 1694 in Orleans, ftubirte in Bour-
ges u. in feiner Vaterftabt, gab ben Priefterftand, zu
dem er fich eutſchieden hatte, mieber auf, wurbe 1722
Beifiter der Akademie der Wiſſenſchaften in Paris,
dann Aufſeher des Antilenjaals im Louvre u. 1752
Sofmeifter Des Herzogs von Chartres, Sohns tes
Herzogs von Orleans, übernahm aber 1763 ſeine frü⸗
gere Stelle am Louvre wieder, gab fie indefjen ſchon
nächſten Sabre wieder auf, um feine Zeit unge—
ſtört der Alademie widmen zu Lönnen, u. ft. 26. Sep⸗
tember 1779 in Paris. Er it berühmt geworben
durch den Streit mit Voltaire Über bad Testament
politique du cardinal de Richelieu, deſſen
Folk bis Fondi
Echtheit er bewiefen bat. Geine hiſte
banblungen ftehen in der Histoire de
royale
Bond (fr. fpr. Kong), 1) Grund; ®
Sig in dem —— s) (Fonds), fo v
capital, auch gleichbedeutenb mit Cap
gemeinen gebraudt; 4) (Funds), in
fientlichen Abgaben, die zur Bezahlun
der Staatsſchuld beſtimmt find.
der Geſammtfond (Aggregate
1715, der Sübfeefond, ber 1711
wurde, bie Allgemeinen F., bie von
teten Amortijationfond® (Sinkir
die namentlih zur allmäligen Abbe:
Staatsſchuld beftimmt waren, aber and
dringenden Staatsbebürfnifien verwen!
bis man überhaupt davon zurückkam,
ſchuld durch Amortifation zu verringern
den mit ben 1786 Confolibirten }
aus denen man bie Zinfen der Staat
fälligen Capitale, die Penfionen, die |
einige andere regelmäßige Staatsberih
Da die Zinfen der Staatsichuld urfpr
einen gewiſſen F. namentlich angewieſt
d. h. fundist werben, bis bei Zunahme pe
ber Staatscredit im Allgemeinen bafür
haben die Schulbverjchreibungen bes St
ten Namen F. erhalten; baber 5) fo v.
papiere (Öffentliche Fonds), u. im weit
fo v. w. Erebitpapiere Überhaupt von f
wohl, wie von Privatgefellichaften, ı
Piandbriefe ꝛc. Daher Fomdebörfe u. |
als — zur Waarenbörſe u. Waaı
Fonda, Hauptort der Grafſchaft 9
im Staate New⸗NYork, am Mohawk⸗9
Utica » Schenectaby -Eifenbabn.
Fondamento (ttal., Srund), Gruntt
fimme.
Fond d’or ({pr. $ong d'ohr), Art 9
Fond du Lac (pr. Kong bi La), 1
im Staate Wisconfin (Norbamerifa)
bago-See, 35 OM.; Flüffe: Fond du
waukee⸗ u. Rod-Rivers; im Süpoften
dungen, im Bu ſchöne Prairien, ir
nen fruchtbar; Producte: Mais, Wei
Rindvieh, Schweine; bie Fond bu Pac»!
Eijenbahn durchſchneidet pie Grafſchaft;
1835 angebaut, bat ſich aber rafch zu
Blüuthe entwidelt; 1850: 14,510 Em.
ftabt darin, am Winnebago-Ser, Dam}
Eifenbahnverbindung mit Chicago; :
4000 Em.; erfi 1845 angelegt.
Fondi, Stadt am Lago Di F. in ber
nifhen Provinz Terra Di Lavoro; M
Appia führt durch die Stadt u. ift bi
erhalten; Sit eines Biſchof; Wein, b
Cäcuber von den Alten gerühmt wirt;
Der Lago di $. (font Lacus Fo
fließt durch 2 Arme ins Meer u. bat
Infel. — F. bieß ſonſt Fundi u. war
Satiner; fie erhielt früh das römiſche X
dann ſchickte Auguftus eine Eulonie Vete
ber. Im Mittelalter war e8 Sit eir
Grafihaft. Haireddin Barbaroſſa mad
einen nächtlichen Angriff, um Julia G
Sultan Solimau zur entfübren; ba fie al
ftedgen Die Türken bie Stadt an. 3*
Jahrh. wurde F. von Karl IL, g
Fondo bie
rafen Heinrich Franz von Mansfelb
arktflecken im Bezirk Cles bes Tyroler
t, im Thale der Novella; Handel mit
Helz; 1550 Em. italienischer Ablunft.
) frühere türkiiche Goldmunze, 1769
on den Stalienern türlifhe Zecchinen
m Etelle dann tie Zermabub® ver»
rk. Etaatsm.),, fo v. w. Boendol.
‚ |. Fyudoklu.
(fat.), 1) Giner, ber Gelb gegen
bt; bef. 2) jo v. m. Wucherer.
(fpr. Fengiräbhd), 1) Jean Bap-
5, geb. 1766 in Bordeaux, Sohn
une, Anfangs Geiftlicher, dann Kauf:
nach Holland, kehrte aber nad Bor»
er war einer Der eifrigfien Girondiſten,
Rarat an, ſtimmte juͤr ben Ted Lud⸗
. ft. felbft 1793 auf dem Blutgerüſte.
zobn des Vorigen, geb. 1755 in Vor⸗
RR Arvccat, dann Kaufmann in Bor-
ndete das Haus 9. u. Lucas. Erſt
rm publiciftiicher Schrififteller, gab in
Tribune beraus, litt aber wegen eines
mten Herzeg ven Angouleme arge
11. warb vor Gericht gezogen u. ſein
zbrüdt. 1530 unterftüßte er Die Juli»
purte aber Darauf conjervatio u. gab
Courrier de Bordeaux heraus, das
ge Brevinzialblatt. Er fi. 1541 in
{UV cuvres gab Chapınan, Par. 1544,
aus.
m, Pflanzengattung aus ter Familie
ferae-Seselinvne, 5. Kl. 2. Iron.
ebunfenem, verwiſchtem Kelchrande,
Iten rundlichen Blumenblättern, faft
rüdten, bie Früchtchen mit 5 vor⸗
flumpfgelielten Riefen, ein, feltener
‚ Thälern, Fruchthalter 2theilig; Art:
Fenchel (F. oflicinale s. vulgure
tum Foeniculum Z.), ſ. u. Fenchel.
pr. Foniiſcha), Marktflecken ım tür-
ı Gjalet Boena; har ein Minoriten⸗
brfabrifen, Hanmerihimieten, Puls
in ber Näbe reiche, aber wenig aus-
ngruben; 00 Ew.
ter Anton, geb. un 1781 zu Goch bei
haber eines Spirituoſengeſchäfts in
t durch den nach ihin benannten Kris
welcher 1517 wegen Verdachts, den
jten feines in Erefelt wehnenden Aſſo⸗
em gebracht Ju haben, gegen ihn ans
bt wurte. Nachdem x. in Zrier 1515
‚ Lan auf neue Verrachtegründe bin
n gefangen geſetzt, aber vom Lertigen
der Saft entlaſſen werden war,
22 vochmals ver die A'ſiten zu Trier
von dieſen ausgeiprochenen Terbam:
,„ deſſen Reviſien der Caſſauonehei
warf, wurde vom König, Ta alle Be—
er That jebtten, tie Beſtätigung ver«
receß niedergeſchlagen. Dieier Proceß
Zeit ungemeinee Aufieken u. wurde
nern der Geſchworuengerichte auege⸗
in Wertb tiejer Juſtiture herabzuſetzen.
ung des Proceſſes fiudet ſich im Reueu
2, xp3. 1842.
Diarliileden u. Hauptort tes gleich⸗
Fontaineblean
467
namigen Amts in ber Präfectur Nuovo auf Sar⸗
dinien; Walliehrtsliche, Fabrikation von Teppis
hen, Leinwand, guten Kälen; 3200 Ew.
Fond (ar), Duell, Brunnen.
Bonfange (irr. Fonſangſch), Ort im Arronbiffe-
ment Nismes Des franzöfifchen Departements Gard;
Dabei eine intermittirende Duelle, bie 7 Stunden
fließt, 5 Stunten ausbleibt u. nur bei regneriſchem
Weiter beſtändig läuft.
Fonſeca (Conchagua. Jiquilino), Bai an ber
Südküſte (Stiller Ocean) von Centralamerika;
ſchneidet in die Staaten San Salvador, Honduras
u. Nicaragua ein. Won bier aus iſt eine Eiſenbahn
nach der Honduras» Bai projectirt.
Fonſeca, 1) Pedro da F. geb. 1525 in Cor⸗
tizada in Portugal, trat 1548 in Coimbra in das
Jeſuitencollegium, ſtudirte feit 1551 in Evora ıt.
wurde bald Profeſſor daſelbſt; jeiner ichelaitiichen
Virtuoſität wegen erhielt er den Namen des Por«
tugiefifchen Arifteteled. Nach 1580 wurde er Aſſi⸗
ftent des Trdensgenerals, Viſitator ter Provinz u.
Oberer des Profeßbauſes Er war auch Mitglied
der vom König Philipp IT. zur Referu Portugals
nietergelegten Commiſſion u. fl. 1599. Gr jchr.:
Institutiones «dialectiene, Yiflab. 1564 u. ö.:
Kommentar über die Metaphyſila Des Ariftote-
lee x. 2) PHenr. Franc. da F., geb. in Miran⸗
bella in ber legten Hätte tes 17. Zabrb., war Leib⸗
arzt bed Königs Jobann V. von Portugal; er jr. :
Pleurolugia, Yifiab. 1701; Aptarium medicum,
ebt. 1791 u. 10; Arrora meileınal, ebd. 1701;
Medicina Insitanien, Auſterd. 1710, u. eine Be⸗
ſchreibung der Heilquellen ‘Portugals, Yiljab. 1726.
Fons grörum (a. Geegr.), Mineralquelle
in Gallia belpica, jetzt Spaa.
—8X ne, Vicomte de la F, ſ. Harnoncour.
ontaine «ir., ſpr. Fenatäbn), 1) Quelle,
Brunnen, 2) Viineralquelle; 3) Springbruunen.
Fontaine (jer. Fongtäbn), I) Alexis 3. des
Bertind, geb. in Clavaiſon zu Anfang bes IS. Jahrh.,
wurde 1733 Mitglied Der Bartier Alademie, löſte das
Problem über Die Tautechrona, legte den Grund
zur Bartationerehmung, entdeckte ein neues Prin⸗
cip der Dynamil u. förderte tie Integration der
höheren Diiferenuiaigleihungen; Merle, Bar. 1764,
41 Be 2) Pierre krancois Louis, geb. um
1780 in Paris, Architelt Des Königs, der Livile u.
königlichen Bauunternebmungen. Inter Napoleon
ftand er den Reſſauratienen des Youvre, der Tuile⸗
rien, ven Palmat'ien ac. ver u. entwarf 1810 Den
Surenliel« Besen. Gr arbeitete faft immer mit
Percier gemeinſchaitlich. 3) 1. Lafentaiue.
Sontainebleau (jpr. Fongtähn' bleh), 1) Ar⸗
rondiſſenient im jrauzöſiſchen Departement Seine
u. Marue, 16 De, 7 Cantene, 75,800 Em.; 2)
Hauptſtadt deſſelben an ter Eiſeubahn von Paris
nah Dijien, 7. Dil. firdöſtlich ven “Parts geles
gen; Perzellan» u. Favencejaorik, öffentliche Bi—
blietbel von 28,000 Birken, Ztuttbaus, Juſtiz⸗-
palaft, 2 Spitäler, bdaiterliches Schloß aus 4, nach
dem verſchiedenartigſtenn Schbinad ar Styl erbauten
Gebäuden, mil vielen Hefen, Galerien, Gfäugen,
YV00 Zimmern, Gun; Handel mi Dein u.
Vieh; regelmäßige Tauipiſchifffäahrt nach Purte,
2500 Em; bier u. in der Rabe If» u. Weinbau
(bei. guie Gutcdelrauben, Chasselas de F.). Die
Statt wird wen Ban 3 DD. großen Wald von
8. umgeben, weicher von Alleen durchſchnitten u.
Fontaine brulaute bis Fontana
reich an fchönen Punkten u. Ausfichten if; auß | Gefängniß zn Boiffy, ans welchem
den Steinbrüchen in bemfelben wird das Pariſer
Straßenpflafler gewonnen. — Man hält %. fiir das
alte Aquae Segeste (f. d.); König Robert der
Fromme baute 998 ein Jagdhaus an der Stelle,
wo jetst 5. liegt; dieſes verfiel aber, u. Ludwig VII.
erneuerte es 1169 u. baute dazu eine Kapelle, wes⸗
bald er für den Grilnter von. (lat. Fons Bleaudi)
gehalten wird. Franz I. erneuerte das Schloß ı.
umgab es mit Parkanlagen, gründete auch 1530 Pie
an griechifchen u. erientaliihen Manuſcripten reiche
Bibliothek (1595 nach Paris geſchafft); Die berühmte
ebenfalls von dieſem Könige angelegte Yontaine
ließ Heinrich IV. verändern u. um 5 vermehren.
1550 wurde unter Franz II. in F. eine Berfamm-
lung von Notablen gehalten, wo fi bie Ver⸗
fhwörung ven Amboife vorbereitete. Lubwig XIII.
wurde 1606 bier geboren u. 1725 die Bermählung
Ludwigs XV. mit Maria Leszinsfa vollzogen. In
dem Schloſſe ließ 1657 Ehriftina von Schweden ben
Monalteschi ermorden; 1762 wurbe hier Friedens⸗
präliminarien zwiſchen England, Frankreich u. Por⸗
tugal (f. Frankreich [Gefch.]) u. 1784 ber Tractat
zwiſchen Kaifer Joſeph II. u. ben Helläntern zur
Beilegung des Streites Über ten Barrieretractat
geſchloſſen. Napoleon, der das Schloß 1804—13
durch Hertault verſchönern lie, refibirte gern in
bemfelben,, hatte hier am 25. November 1804 feine
Zuſammenkunft mit Papft Pins VII. u. unterzeich⸗
nete daſelbſt am 11. April 1514 feine Thronentfagung.
Nach der Reſtauration blieb F. unbewohnt, aber
Louis Philipp wendete ſeit 1833 wieder viel auf
Lie Erneuerung u. Verſchönerung befielben. 1837
wurde hier ter Herzog von Orleans mit ber Prin-
zeifin Helene een Mecklenburg vermählt. 21. Nov.
1840 Zuſammenkunft Louis Philipps mit ber Kö⸗
nigin Cbriftina von Spanien.
ontaine brulante (Ipr. Fongtähn brüblangt),
eine durch einen Erdbrand rauchend unterbaltene
Duelle in ber Näbe von Grenoble (Eranzöſiſches
Departement Iſere); wurde jrüber zu den uns»
bern der Dauphine gerechnet.
Fontaine carröe ſpr. Fougtähn karreb), Mine⸗
ralquelle bei dem Flecken Archingeay, im Arrentij-
femen: Et. Jean d'Angely des franzöſiſchen Depar⸗
teınent Charente injerieure.
Fontaine frangnije (ipr. Fongtähn frangſäe),
Sieden im Arrontiffement Dijen bes franzöftichen
epartements Göte d'Or, an ber Bingenne, Schloß,
Eijenwerle, Zöpferei, Denkmal zum Antenfen an
den 1595 bier erjechtenen Sieg Heinrichs IV. über
die Spanier; 1200 Em. ,
Tontaine [’Evöque (jpr. Fongtähn l'Ewäh),
Stadt der belgiſchen Provinz Sennegaff, weſtlich
von Charlerei; 3270 Em.; viele Nagelſchmiede.
Fontaines pr. Fongtähn), Berg in ver Nähe des
Ortes Cranſac (Arrondiſſement Villefranche im
franz. Depart. Aveyron), 400 Fuß bech; 18 rau⸗
chende Krater mit warmen Tunftbeblen von 35 9 bis
40° R., melde ala Schwitzſtuben benugt merken.
gontained ‚|. Desfontaiues.
ontan (lpr. Fongtang), Leuis Marie, geb. 1507
u Yorient, Dichter u. Tagesſchriftſteller, griff Die
egierung Karla X. mit beißenter Sutore an u.
wurde vorzüglich reegen jeines Pamphlets Le mou-
tön enrage pelizenichen Berfolgungen ausgeiekt,
been cr fih Durch bie Flucht entzog. Später ftellte
och ſelbſt ten Sufligbehörten u. fam in das
revolution befreite. Für Die Bühne aı
er mit feinen Städen, unter bener
Narbonne das bekanntefte iſt, ve
Srielg. Er ft. 10. Oct. 1839 zu Thie
e⸗Roy.
Fontäna, 1) Marktflecken im Dif
neapolitaniſchen Provinz Terra Pi‘
Ew.; Mineralquellen; 2) (J. Role),
in der neapolitaniſchen Provinz Prin
3600 Cm.
Foi.tãna, 1) Prospero, geb.
aus Bologua, Schüler des Francucı
Michel Angelo's Veranlaffung ver
ind III. nach Rom berufen, von wo e
wieder nach Bologna zurückkehrte. E
war ber erite lehrer bes Lodovico
großen Talent aber geringen Flei
malte er eine große Anzabl von Bil)
pie Mittel zu ſeinem verſchwenderiſt
verſchaffen; die meiſten tragen die
Schnellfertigkeit an ſich Werte: im!
ſeum Die heiligen drei Könige, im D
ſeum eine heilige Familie. 2) Don
1543 in Mili am Comerfee, widmet
wo fein älterer Bruder Giovanni fi
ler einen Namen erworben batte, be
fübrte mit dieſem gemeinfam mebrer
u. wurde Architelt des Papſtes Sixtu
er bie Capella del Presepio in S.
giore, tie Billa Negroni, ben Ba
raus ꝛc. baute, u. auf beffen Befehl ı
vom Circus des Nero auf Dem Peter
bie Kolofje vor tem Quirinal auffel
Papſtes Tode trat er in bie Dienft
von Neapel 1592, baute das königl
ſchloß, fübrte mehrere großartige
ans u. fl. 1607 in Neapel, wo ihm
ter St. Annenlirhe ein prachtvolle
jegte. Er ſchr.: Del modo tenuto
tare l’obelisco Vaticano e delle
Sisto V., Rom 1559, Fol. 8) ?
1552 ın Bologna, Malerin, Tochte
F. 1); ft. 1614. Werke vorzüglich i
Bologna's, im Berliner Mujeum Bı
in der Dreedener Gallerie eine beili
Franc. geb. in Neapel, ft. daſ. 1656
ihm bie Erfintung des Mikroſkops
Novae coelestium terrestriumqu
servationes, Neapel 1647. 5) Caı
in Bruciato; Baumeifter, Schüler
teffen Manier er baute, führte unter:
u. Clemens XI. veriiedene große
Darunter Die Kirche S. Michele a I
das Pertal Sta. Maria in Traftevere,
Minerva in Rem, Kuthetrale zu Mı
Palaſt u. Villa Bisconti ꝛc., u. fl. i
Er ihr. u.a.: Trattato delle ac
Rem 1696, Fol.; L’Amfiteatro
1728, j5el.; Il tempio vaticano, Rı
lat. von Bonnerue te St. Romain, e
6) Felice, geb. 1730 zu Pomarole in
fejier der Pbilefepbie in Piſa; Dire
ſeums in Florenz, lieferte eine Sc
Nachkiltungen anatomiſcher Pränpar
(über 3000), wovon Kaifer Zofepb II
zum Riuter ernannte, Duplicate für d
chirurgiſche Militärakademie anferti.
Bontana Fredda bis Fontane
nit der Anweubung ber Gaßarten n.
Koblenfäure u. mit ber Lehre von
:; er fl. 1805 u. ſchr.: Ricerche
pra la fisica animale, %lor. 1781
1751); Trait€ sur le venin de la
les poissons americains, sur le |
: et quelques autres poissons ved-
enz 1751,2 Bde. (deutſch Berl. 1757);
trägt ter Sentanaifdge Kanal, der im
im Auge (ſ. d.) verläuft. 7) Gre⸗
r des Der., war früber Profeffor der
. Bhilefopbie in Mailand, Dann in
Mitglied des Geſetzgebenden Ratbes
fl. 1503; er ſchrieb mebrere wich»
ifhe u. pbyſilaliſche Abhandlungen;
‚ geb. 1746, ebenfalld Mathematiker u.
tenner belannt; fl. 150% in Mailand
ı de dynamique, Par. 1792, 3 Be. ;
0, geb. 1750 in Eafalmaggiore; Bar-
Beneralprocurator, dann Provinzial
im Mailand u. leitete faft alle Unter-
chen Frankreich u. Rom, begleitete
MR nach Paris, reifte 1609 bei ber
welecn® ven Joſephinen abermals
jedech furz Darauf, weil er das Breve
om 5. November 1510, wodurch ker
ni zum Erzbiſchof ron Paris ernannt
chrieben batte, in Vincennes einge.
bis zu Napoleons Sturz blieb. Gr
mf den Bapfı im Frühling 1915 nad)
Carbinal, 1516 Mitglied einer Com-
en neuen Inquifitionscoter verfaflen
räfibent ber Propaganda u. fl. 1835.
Fredda, Dorf in ter Öfterreichiich-
Provinz Friaul, zwiſchen Eacile u.
er am 16. April 1509 Nieberlage
unter dem Bicekänig burch die Ener
irzherzog Jebann.
‚fe (Bontana Roffa), Marktfieden, fo
2
).
Theodor, geb. 1519 in Nen-NRuppin,
iſcher Thätigkeit in Berlin; er fchr.:
eiten (Preußenlicter), Berl. 1950;
m Rolamunde, Tefiau 1950, 2. Aufl.
&, Berl. 1551; Ein Sonmer in Yon«
854; u. gab heraus Dichter⸗Album,
. Aufl. 155%.
(Fonticulus), fünftliches Geſchwür
r einer ſchicklichen Stelle, am gemähn-
erarme unter dem Deltamuskel, auch
am Cherichentel ac., durch Atgmittel,
niſches Fliegenpflaſter cd. auch einen
ynitt bewirkt, morein man ein Kügel⸗
uholz od. Violenwurz (Fontanellkügel-
einfacher, eine Erbſe ed. feine unreife
d. auch mehrere, darüber ein feines
eine Meine Comprefie u. Bann eine
d. eigene u. mit Agraffen ꝛc. veriehene
ıtanellapparate) legt u. dann bei täg⸗
ung ber Einlagen Lie Wunde eine Zeit
hält. Sie wurden vorziiglich in frü⸗
t ganz vorzüglichem Nuten geglaubt,
jenannte Ableitung eined Krankheits«
ußen od. einen Gegenreiz bei einer
ffection zu bewirlen, u. ebenfo bielt
lich, alte Fee, am melche fich bie Na⸗
em, gewöhnt hatte, zubeilen zu lafien.
e (pr. Bongtanell), Jean Gasparb
409
Dubois, geb. 1737 in Grenoble u. fl. 1812; er
fr. außer mehreren Trauerfpielen u. Romanen
(Effets des passions, Par. 1767, 2 Bhe.; Contes
philosph. et moraux, Bouillon 1779, 2 Bbe,,
u. a. m.): Cours de belles lettres, herausgegeben
von Renauldon, Par. 1813, 4 Vre., u. m. a.
Sontanellen (Foutanellae), bie nur mit hautig-
Inorpeliger Subſtanz erfüllten Zwiſchenräume an
ben no unverbuntenen Scheitelfiochen neugebor-
ner Kinder, eine vordere größere, vieredige,
zwiſchen ben Scheitelbeinen u. dem Dinterbaupts-
beine, zwei vortereu. zwei bintere Seiten»
fontanelle, erftere an ker unteren vorderen Ede
jedes Scheitelbeing, letztere (A. des Gafferius) zwiſchen
den Schläfebeinen u. tem Hinterhauptsbeine. Mit
ber binteren F. ſtellt fi meift ter Kindeskopf zur
Geburt; bie bemeglihen Kopfknochen geben nun
bem Drud leicht nad), ter Kopf erbält eine leilför⸗
mige jpigige Form u. wirb zum Durchgang durch
das Beden geihicdt. Durch Die F. ift ein neugebor-
nes Kind leicht zu verlegen; bei Verdacht eines
Kindermords ift Daher eine Ilnteriuchung derſelben
wichtig. Mei verwachſen fie bis zu Ende Des
jmweiten od. britten Jahres.
Bontanellfügeldden (Aoutanelerbfen), 1) ber
Samen von Iris florentina; 2) ſo v. w. lleine
Pomeranzen u. Erbien, f. u. entanell.
Fontanes (fpr. Fongtahn), Youis Marquio de F.,
eb. 6. März 1757 in Niort, aus einer alten berabge⸗
emmenen Familie, ſchloß fih 1777 in Paris den
Encyllopädifien an u. widniete fich ter literariichen
Thätigkeit. Er veröffentlichte zuerſt 1778 im Mu⸗
ſenalmanach einige Gerichte, benen bald größere
Dichtungen folgten, melde ibm einen geachteten
Namen erwarben. Bein Ausbruch der Revolution
wandte er fih von den Ideen ab, welche Derielten zu
Grunde lagen, u. gab 1790 in Flins den Moderatenr
beraus. Nach Yyon übergefietelt, wagte er cs 1792 in
einer Bittichrift an ben Konvent gegen Den Zanacıt
lottismus aufzutreten. Nach den Sturz Robespierres
murte er 1794 Profeſſor ter Schöͤnen Wiſſenſchaften
an der Centralſchule, wericcht in ter Gazette fran-
aise ben Monarchismus u. wurde, obwohl ber klaſ⸗
hen Richtung ergeben, mit Chateaubriand her
freunbet, mit dem er feit bem 1. Fructidor 1798
in London lebte. Bon dort ging er nach Frankfurt,
fehrte aber kurz vor kein 1%. Brumaire 1799 nach
Paris zurild, wo er unter tem Confulat eine rege
literariſch⸗kritiſche Thätigleit enfaltete. Seit 1504
Präſident des Corps legislatif wußte er biefe
Stellung vermöge feiner geichmeidigen Natur bis
1510 zu behaupten u. erhielt 150% als Großmeifter
ter Univerſität Die Leitung des Ajfentlichen Unter
richte in Die Hänte. Iro feiner hervorragenden
Etellung gelang es ibm tem ‘Parteigetriebe fern zu
bleiben, fo Daß er werer während der erften Reſtau⸗
ration, noch mährend der 100 Tage Lie @unft des
nachfolgenden Regiments verfcherzte u. bei der zwei⸗
ten Reftauration Marquis u. Pair von Frankreich
wurde. Er ft. 17. März 1521. Ale Dichter u. Rebner
zeichnete er fich Durch eine genantte Handhabung ber
Sprache aus, als Kritiler fuchte er Dem Cynismus
u. ten fipliftifchen Geſchmaclloſigkeiten des Revolu⸗
tionszeitalters entgegenzumirten. Er fhr.: Le ver-
ger, Par. 1798; Pocme sur l'édit en faveur des
non-catholiques, ebd. 17899; La journde des
morts, cbt. 1790; Eloge de Warhington, ebt.
1800; Le rewur d'un exild, ebd. 1817. Gin
440
Bontanche bie Fontenoy
größeres Gedicht: I,a Gr&ce sauvee, blieb unvoll- | Aljuflrel in ber portugieflichen Prevt
entet. Er überſetzte auch Pope's Essay on man. |
Seine Werle erſchienen gefammelt von &t. Beuve,
Paris 1837.
Fontanefta (F. Labill.). Pflangengattung aus
en ter Oleaceae-Fraxineae, 2. Klafie
1. Orbn. Z. Urt: F. phillyraeoides, fchön
blübender Straud in Syrien.
— — lateiniſcher Name von Fontenay.
ontange (fr. ſpr. Fongtangſch), ein von Spitzen,
Bändern u. dgl. verfertigter Kopfputz für Frauen⸗
zimmer. Als auf der Jagd ber Wind einmal den
Kopfputz ber Marquiſe v. Fontanges in Unortnung
gebracht hatte, Tief biefe benfelben durch ein Band
wieder befefligen u. fligte Zierrathen von Blättern
Binzu, wa® dann Mode wurde.
Fontanges (Ipr. Fongtangſch), Marie Angelique
Scoraillede Rouſille, Herzogin von b- geb.
1661 , Ehrendame der Königin Mutter u. Dlaitrefle
Ludwigs XIV., ver fie 1681 zur Herzogin erhob.
Sie fl. im Wochenbett 1681 zu Partie.
Fontantni, Giuſto, geb. 1666 zu St. Daniel
in Srtaul, ftudirte in Padua, widmete fich bem geift-
Iihen Stande u. trat unter bie Jeſuiten, ſpäter
wurde er Profeffor der Eloquenz in Rom; Papfl
Elemens XI. war fein Gönner, u. $. — ſogar
mit im päpftlihen Palaſte. Benedict XIII. machte
ihn 1724 zum Erzbiſchof von Ancyra (in partibus)
u. Kanonikus ber Kirche Sta. Maria Maggiore, dann
zum Secretär ber Bifa u. wies ihm einen Palaft auf
m Duirinal zur Wohnung an; er fl. 1736. Er
N L’Aminta di Torqusto Tasso difeso e
ıllustrato, Rom 1700; Vindiciaeantiquorum di-
lomatum etc., ebd. 1705; Della eloquenza Ita-
iana etc., ebd. 1706, u.m. Anm. von sh. Forcellini,
Beneb. 1753; De antiquitatibus Hortae, colo-
niae Etruscorum, Rom 1708, 3. A. 1723; Il do-
minio temporale della sede apostolica sopra
la cittä di Comachio, ebd. 1708: nebſt zwei Ver⸗
theibigungen diefer Schrift, ebd. 1711; De corona
ferrea Longobardorum, ebd. 1717; Istoria del
dominio temporale della sede apostolica del
ducato di Parma e Piacenza, ebd. 1720; Di
S. Columba, vergine sacra della cittA d’Aqui-
leja, ebd. 1726; gab bie Decreta Gratiani, ebb.
1726; Codex constitutionum, quassummi Pon-
tifices ediderunt in solemnı canonisatione
Sanctorum ab anno 993 ad 1729, ebd. 1729,
heraus; fein Neffe, Dominico F., gab von ihm
nach feinem Tode noch heraus: Historia literaria
Aquilejensis, Rom 1742; Discorsi accademici
intorno a varii punti di storis ecclesiastica,
Beneb. 1758, u. m. a.
Fontanka, einer ber Arme bes Newafluſſes,
mit welchen berfelbe Et. Petersburg burchftrömt.
Fontänus, 1) aus Duellen entnommen; fo
Aqua fontana, QDuellwafler; 2) (Bot.), an
Duellen wachſend.
aan Ta, Stabt, fo v. w. Suente Rabbia.
onte avelläna, Einöde bei Faenza; darnach
benannt ber Orden von Fonte avellana, ge
ftiftet 1001 von Lubolf, nachherigem Biſchof von
Engubio, bald mit Peter Damian u. deffen Ein-
fieblern vereinigt, fireng lebend, über viele Klöfter
verbreitet, aber 1570 aufgehoben u. bem ber Ca⸗
maldulenfer einverleibte.
Fonte azeda, Mineralguelle bei dem Flecken
errest ken
Wonte : Korte (Ipr. Kongt-Wort), 1
in der Nähe von St. mier im A
Montbrifon bes franzöfifchen Departı
hot weinähnliche Farbe u. Geſchmack.
Fontejus, Marcus, war erſt O
Legat in Spanien u. 77—75 v. Chr.
Narbonenfiichen Gallien; bier Hatte e
Erpreflungen fchuldig gemacht u. wu
Rom verklagt, aber von Cicero in di
menten) noch vorhandenen Rebe (pre
v. Chr. vertbeibigt.
Fontemaggi (fpr. Fontemadſchi),
wurde 1806 Kapellmeiſter an Sta. Mi:
in Rom, er fhr. Vieles für die Kirk
8) Dominico, Sohn u. Schüler b
fett 1823 Kapellmeifter daſelbſt, be
Kirhenconipofitionen bei ben meiſten
dort aufgeführt werben.
Fontenay (pr. Fongtnäh), 1) (
Dorf im Arrontiflement Noallon bei
Departements Nonne, am Serin; 700
25. Juni 841 Niederlage Lothars dur
Dentihen u. Karl ven Kablen, in Fr
Theilungsvertrag von Berbun 813 zu
2) 8. Te Eomte (Ipr. F. le Komt;
Revolution 8. le veuple ſſpr. 5. le
Arrondiſſement füdöflicher Theile da
Departements Bendbee, 504 OM., 9
130,000 Em.; 8) Hauptflabt bavom,
fluß, mo berjelbe ſchiffbar wird, m
Thale aelegen; alte Kathebrafe (Reh
gotbiichen Style mit einem 295 Fuß
brodenen Thurme, Civiltribunal;
Gerberei, Tuch» u. Hutfabriken; jähr
Weinniederlagen; Holy, Vieh- u. ©
Mineralquelle; 7500 Em. F. war
erften Revolution eine Zeit lang £
Departements Benbie. Dier am 16.8
der Republilaner unter Chabot über
am 25. Mai 1793 Niederlage der R
——— Thereſe, |. Chimay 2)
ontenelle (ſpr. Fongtenelſ), Ber
be F., geb. 1657 in Rouen; ſtudi
in Paris, war 1699—1741 Secreti
mie ber Wiffenfchaften n. fl. 1757 ba
Entretien sur la pluralit6 des m
1656 (dentſch von Gottſched, Lpz. 1’
glins, mit Anmerkungen von Bode,
17689); Hist. des oracles, 1687; p
rales etc., 1688; Hist. da thé⸗
jusqu’a Corneile, n. a.m.; auße
du chevalier d’Iler ***, Dialo
KEloges (auf verftorbene Gelehrte):
längere Zeit Die Herausgabe ber D
l’Academie des sciences; Oeur
1728, 3 Thle., Par. 1742, 6 Tb
posthumes, Par. 1759, 6 Thle.;
pletes, Par. 16818, 3 Bde.
Fontenelles (pr. Fongtenell), D
diſſement Bourbon⸗Vendee des fra
partements Vendee; 1300 Ew.; Müı
—— ſ. Mouton⸗Fontenil
fontenoy (ſpr. Fongtenoa), 1) A
Bezirk Touruay ber beigiſchen Prov
812 Em. Hier 11. Diat 1745 Sieg
unter ben Marſchall von Sachſen üb
Eontes bie doot
‚ Engländer n. Öflerreicher unter |
an Sumberland; 2) 8. le Chateau
36), Stadt, rechts am Coney im
Epinal des franzöfigen Departe-
Eiſenwerle; 2100 Em.
‚ Mebryabl von Fons), Quellen,
Matıfsel, P. Tamarkel x., |. Mat-
Tamarıci Fontes etc.
Be (fpr. Fong⸗ eſterb), periodiſche
t (fr., ſpr. Fongtewroh; Fons
tflecken im Arrondiſſement Sau⸗
ſchen Departements Maine u. Loire,
n waldigen Thale; 3630 &. Die
Abtei (f. d. folg.) ift jett in ein Ge⸗
Departements umgewantelt; nur
Birche mit den Gräbern Heinricht II.
befien Sohnes Richard Lowenherz,
Eleonore von Poiton, u. der Eli⸗
n von Johann ohne Land, iſt noch
t, Orden von (Orben vom
nen, Arme Jeſu Ehrifi),
wftiftet 1096 zu La Roc im Wald
a Robert v. Arbrifiel; 1099 in bie
mteorault verlegt n. für I
ifches Leben beider Geſchlechter be-
umkeit, Orbnung u. Andacht unter
Regel waren Hauptzwecke bes Ber-
ter übertrug den Klofterfrsuen bie
Adens, ven Männern den Dienft
ne, gab dem Orden St. Benedicts
Hanptabtheilungen, eine für 300
ine für 120 Kranke, eine für reuige
egen bie weibliche Ehre m. eine für
eine Allen gemeinfchaftlihe Kirche.
reitete ſich raſch, bei. Über Spanien
urbe 1106 u. 1113 beflätigt u. eri-
altfamleit, Schweigen, Armutb xc.
nmenen erhielten von dem Etifter
ıperes Christi. Die erfte Abtiffin
’. Eraon-Chemille. Aber das Ver⸗
Hechter führte zu manchen Unorb-
töndhe machten Berfuche der Eman⸗
milberung u. Schärfung n. mollten
borherren werben. Als bie Äbtiſſin
agne 1459 auch mit päpfllicher Hülfe
a konnte, zog fie fih mit allen re»
hweſtern in das Magbalenenflofter
‚rüd, führte daſelbſt Die alte ſtrenge
n, erhiellt 1475 Orfägung ihrer
te bafb dafür 28 Klofter, während
in mebrere Congregationen gerfallen
itigkeiten mit Mönchen des Stamm-
Pen 1520 der König, die Ab⸗
r Lebenszeit im Amt bleiben, aber
Her Klöfer des Ordens bem Reli⸗
nes andern vom Papſt ernannten
gen werten. Die englifchen Klöfter
eformation verloren, den franzöfi-
: Revolution ein Ende Die letzte
Sophie Charlotte v. Pardaillan, ft.
Tracht ber Frauen: langes weißes
ber em weißes Rochetto bis an
jehr weiten Ärmeln, Gürtel von
m, vorn Sehr tief herabhängend,
H u. Stirnband, barüber ſchwarzer
ber ein ſchwarzer Mantel. Tracht
411
ber Mönde: Rod, Kappe u. Kapuze ſchwarz, 2
vieredige, ſchwarze Lappchen (Roberte) eins
vorn anf der Bruſt biß hinab zu dem wollnen Gür⸗
ch das andere auf dem Rüden, im Chor ſchwarze
utten.
Fontinalien (dm. Ant.), Feſt, den Quellen⸗
nymphen am 13. Oct. gefeiert, wobei bie Brunnen
befränzt u. Blumen in biefelben geworfen wurden.
Fontinälis (F. L., Duelimooe), Pflanzen⸗
attung aus ber Yamilie der Bryaceae; Kapfel
eitenftänbig, 16 Zähne bes äußeren Miüntungs-
randes aufrecht, ber innere eine negaberige, kegel⸗
förmige Haube; Dedet kegel-, Haube mütenfermig.
Arten: F. antipyretica u. F. squamosa, in Waſ⸗
fer, erflere® gegen Keuchhuften empfohlen, u. bis⸗
weilen zum VBerftopfen der Wände gebraucht, meil
es angeblich fein Feuer fängt.
Bing (Baut.), jo ». w. Pfuhl.
ontiud (Eonflantinus de Ta Kuente),
Beichtvater Karla V. u. Canonicus zu Sevilla,
wollte die Lutherifche Lehre in Spanien verbreiten,
wurde aber nach Karls Tode 1558 durch die Inqui-
fition ine Gefängniß geſetzt, ft. bajelbfi u. wurde
in effigie verbrannt.
Fontiveros, Stabt am Zaparbiel, in ber fpani-
ſchen Provinz Avila (Sapilken) ,‚ mit Schafmärtten
im Mai u. Inni; 1250
ur „Stadt in ber hinefifhen Provim
enfl, liegt am Pinho u. ift berühmt wegen ſei⸗
ner Falfen u. Fallenbeize.
Foenum (Iat.), Heu. F. graecum, Pflanzenart,
f. u. Trigonella.
Foenus (lat.), Zinfen, f. d.
Foenus, Schlupfweipengattung aus ber Kamilie
ter Alysioıdea, Sinterlei geRielt, ſehr lang, feit-
lich zufammengebrüdt; Art: F. jaculator. ſchwarz,
Hinterleibsſmitte roth, Schienen u. Hintertarſen mit
weißer Bafis; Länge 12—13 Linien.
Fonyangfu „Stadt in der hinefifhen Provinz
Ngan⸗Hoei, anf einem Berge nahe am See Hongtie,
war einſt zur Hauptflabt beſtimmt, litt jedoch Man⸗
gel an Zrinkwaffer.
Fooki, Fürſtenthum auf ber japaniſchen Iniet
Nipon.
—X u. Fooſjo, Provinzen auf der japaniſchen
Juſel Kiufju.
Foot (ipr. Fuht), engl. Fuß, in ber Mehrzabl
feet (fpr. fiyt) = 135,115 Parıfer Pinien, vgl. Ruß.
Foot (Ieffe), engliiher Chirurg, der zu Ende
bes 18. u. zu Anfang des 19. Jahrb. in London
lebte u. fich bef. durch Fine Schriften über geſchlecht⸗
liche Krankheiten belannt gemacht Hat. Er ſchr. u. a.:
A critical inquiry into the ancient and mo-
dern manner of treating diseasen of the ure-
thra, Lond. 1774, 81 n. 85 (beutfeh Altenburg
1777); An essay on the bite of a mad dog etc.,
ebd. 1788; A new discovered fact of a relative
nature in the venereal poison, ebd. 1790;
Treatise on the origin, theory and cure of
ıhe lues venerea and obstructions in the ure-
thra. ebd. 1792 u. 1820 (deutſch von Reich, Cp3.
1793 f., 2 Ihle.); Researches upon the existenve
of veneral infection in pregnant women, Lond.
1808; Review of Iome's observations on the
disenses of the prostate gland, ebd. 1812, er
ichrieb auch Life of John Hunter, Lond. 1714
u. 1797, Life of A. R. Bowes, ebd. 181C, ı.
Life of A. Murphy, ebd. 1811.
412
Boote bis Forbes
Foote (pr. Fuht), Samuel, geb. 1719 zu Truro | Em.; 2) Marfifieden tm Arronbifier
in Cornwallis; ftnbirte Anfangs Theologie, dann
bie Rechte, gerieih aber burch jeine ausſchweifende
Lebensart in Dürftigleit u. wurde 1744 Schaufpieler
un. Schauſpieldichter. Er verlor 1746 durch einen
Sturz vom Pferde ein Bein, worauf er vom Herzog
von York die Direction des Haymarlettheaters er-
hielt, bis daſſelbe wegen ber bort aufgeführten täu-
ſchenden Eopieen bekannter lebenber Perſonlichkeiten
von Polizeiwegen geſchloſſen wurde. Er ſpielte ſeit
1752 an verſchiedenen Büͤhnen. Auf dem Theater
vom Schlage getroffen, fl. er 1777 in Dovre. Gr
ſchr. die Ruftfpiele: The young hypocrite, The
author, The Nabob, The orator u. a. m.; Dra⸗
matiſche Werke, Lond. 1758, 4 Bbe., 1797, 2 Bde.
(deniſch Berl. 1796— 98, 4 Thle.); W. Coole gab
feine Diemoiven heraus, Lond. 1805, 3 Bde.
Fop (engl., Mehrzahl Fops), Geck, Zierbengel.
Foppa, i) Vincenzio, geb.in Brescia um1420,
SHiftortenmaler, gilt für ben Gründer ber dortigen
älteren Malerfchule, ft. 1492; er malte mehrere
Temperabilder u. Fresken; von ben legteren befin-
bet fih ein St. Eebaftian in ber Brera zu Mailand;
2) Vincenzio der Jüngere, wahrfcheintich
Sohn u. Schüler des Borigen, Geburts⸗ u. Todes⸗
jahr unbelannt; Werke: Der freuztragende Chriftus
u. bie Sta. Veronica im Stabtbaufe zu Brescia;
©. Nazario u. S. Celfo auf ber Orgeldecke in ber
dieſen Heiligen geweihten Kirche zu Brescia.
For, Dorf am Loch Naves in ber ſchottiſchen
Srafihaft Sutherland; 2500 Em. In der Nähe
15 Höhlen.
Foradäde, Heine Infel in der Nähe der Balea⸗
rifhen Infel Cabrera (Mittelländiſches Meer).
Forämen (lat.), och, bei. in der Anatomie; fo:
F. Mearol, im Gehirn, ſ. d. A); F. eentrale retinae,
Netzhautloch, F. infraerbitale, Unteraugenhöhlen⸗
fanal, F. supraorbitale, Oberaugenhöhlenloch, F.
opticum , Sehnervenloch, F. ethmoldale. Riechbein⸗
loch, f.d. a. unt. Auge 1) A) h) u. B) h)—I); F.
magnum ossis oceiprlis, |. u. Schädellnochen; F.
coecum u. F. Meibomii, f. u. Zunge; F. ovale, im
Herz, ſ. d.; F. Winslewil, im Neß, f. d.; F. ellipfrcum
E. oesophag&um), f. u. Zwerchfell; F. mastoideum,
f. Zitzenloch; Foranına alveolarya, im Oberliefer,
F. maxillaria, im Unterkiefer; F. zsygematica, in
ben Wangenknochen, S. u. Gefichtsfnochen, u. v. a.
Foraminiföra (Rhizopoda Dujard.), mi-
Troftopifch Heine Thiere, mit einem in Kammern
getbeilten Gehäuſe, mie bei Nautilus. Bicle kom⸗
men fojfil vor, fo Die Gattungen Nodosaria, Fron-
diculina, Textularia, Numulina u. a. m.; neuer⸗
Dings zählt man fie zu ben Polypen; früher rech—
nete man fie zu ben Cephalopoden; ihr Gehäuje ift
bald fcheiben ⸗ bald kegelförmig ꝛc.
Forat, 1) in ber norbiihen Mythologie eine
Rieſin; fie brachte bef. die um, welche an der nor»
wegiſchen Küfte zum Fiſchfang gingen. Ketill Hängr
erlegte fie in Efrofar, als fie den Iarl zwingen
wollte, fie zu heirathen; 2) fo v. w. Riejenmeib.
Forath (a. Geogr.), Hanbeleftabt in Babylonien,
am Tigris, wo bie Kaufleute aus Eyrien u. Pal-
myra fi fammelten u. von wo fie Die Waaren ben
Fluß binauf nach Charar ſchafften; jettt Basra,
welches die Syrer noch Ferath Maiſan nennen.
Forbach, 1) Dorf an der Murg, im Amte
Gernsbach res badenſchen Mittelrheintreifes, Hänge⸗
brücke über die Murg; Waldarbeit, Flößen; 1350
gueminee bes franzöfiichen Departeme
ouane, Fabrilation von Glasflaſé
u. Leder, Steintoblengruben, Meri
4300 Em. — As Johann IV., Be
1602 ohne Nachlommen g en!
bie Grafen Ludwig I. von Leiningen
Jakob von Eberſtein feine Serrfchaft,
einen Leiningiſchen u. einen Eherftiemi
zerficl, erfter fam ein Jahrh. fpäter
v. Strablenheim u. wurde 1718 vom
Lothringen zu einer Grafſchaft erhoben
fteiniiche Antheil kam 1750 durch Kaı
Den v. Spon u. 1756 an bie mit!
ian IV. von Zweibrücken in morga
lebende Madame te \f welche 1757
Stanislaus den gräf ichen Titel FR
ihren Söhnen wurde 1792 von Sei
baierſchen Geſammthauſes geftattet, fi
bon Zmeibrüden zu nennen.
Torben, die Salzpfannen, fie vom
reinigen, welcher fih nach bern Sieben
Forbes, Marttfleden im Bezirk &
bohmiſchen Kreifes Budweis; 800 Emm.
der Hof Trocznow, mo ber Führer:
Ziska, geboren ift; eine Kapelle bezei
Forbes, ein altes fchottifches
nen Namen von feinem Gute Sorke
Aberveenfhirehat. Bemerlenswerth
can, an® dem Haufe Eulloben, gef. 1
Ioden, ſtudirte m Edinburg, Utrecht
Rechte, wurde 1717 Sollicitor general,
ney, beſchwichtigte in demfelben Jahre
in Glasgow u. wurde 1742 erfter ‘
Seſſion; 1722—39 faß er ale Abg
Grafſchaft Inverneß im Parlament u.
er er Gedanken über die Religions
2) Batricius, aus dem Haufe Eorf
wurde 1618 Biſchof von Aberbeen u.f.
einen Commentar über bie Offenkaru
Lond. 1613 (lateinisch von dem Kolgen
1646). 8) John, Sohn tes Borige
in Überbeen, ftudirte daſelbſt u. in Hei
logie, wurde in feiner Heimath Prefel
Icgie, welches Amtes er aber 1640 e
nah einem zweijährigen Aufenthalt:
febrte er 1644 in feine Heimath zuri
auf feinem Gute Corfe; er ſchr.: Inst
storico-theologicae, Amfterb. 1641
1699 (im Auszuge ven Arnold Mont
sıus Contractus, Amfterb. 1663); de
Moraltheologie; Kurzer Begriffdesim
(lateiniſch von G. Garten) u. m. a.
berausgegeben von Gutler, Amſtert
4) Arthur, erhielt für wichtige Dien
Könige Karl II. gefeiftet hatte, von di
Würde eines Baron Clanehugh u. B
nard, 1684 bie eines Grafen von Gr:
als ſolcher Lord Juſtice u. fl. 1693.
Entel des Borigen u. Sohn tes Graf
1737), trat in faiferliche Dienfte u. ı
Hlottille auf ber Donau, ging kann
zurid u. wurbe 1729 Statthalter bei
Injein, 1733 Geſandter in St. Peter
Viceadmiral der Blauen Flagge, 173°
von New-HYork, 1742 Admiralitäte
Diitglied des Geheimen Raths u. fi. :
als Altefter Admiral ber Rothen Flaͤgg
Unehkina ...
— begleitete et Injanter
ber Bei von Duiberon, war 1795
* Jnſel er — am Bor
— woh
ube bei, 1803 deu Dlapratirn-
Fir —— ©turme der vn *
311—13 mar er auf Jana bei
n& ara
ins u. ber Höhen von Geran-
ta; er ft. am 29. März 1849 zu
bwarbd, geb. 1815 in Eee
® ‚Enbire In Goinburg oe
ei orwegen 1841
on nach Kleinaflen s as —
anik am Kingt ——
iturgeſchichte an ber
ur —
te in London u. tofeflor
‚I Ebinburg 18. 5 v.1854. Er
» natural history tour in Nor-
ıd- and fresh - water mollusca
ougia; Malacologis monense;
sb starfishes, Lond. 1841; Re
llusca and radiats of the Ae-
; Travels in Lycis, or ya -
ud. —5 206; Di
n seas er| —
3 ur De di um 1815, P
Fr I: — nn m
eiſen nad) Noxwegen 1.
zeicber 1644, 1946 u. 1850 nad
na Rormegen, um | am —
—— er m —
Be Edinb. ond. 1843;
a, binb. 1847; ; Norway and ©
ed in 1554, Eins. 1853; The
Blanc and of Monte Rosa db
) 5. Borbes · Novie, ſ. Rohle
aſect, fo v. w.
ffor ber
uch ber — 285 ümer,
en, 1605. Bein Sohn 2) Adal⸗
‚an ber — in Leipzig,
— alten en — |
‚orhän alte provencalifche abe»
l * ge mes
bes Ifert Sanfen. Mert
urn Ki: em: Woleul u.
a6 vegan von Wigier wrter zu.
mit, wurde Schiffelleutenani
Cppebition, die den region von a. —
dam befebren.ioflte, wurde ſlameßi Admiral,
lebree 1688 zurild u. wurxbe, Ara aus bez Hang»
lifte geftrichen, wieder angeſtellt. 1689 griff er mit
Neon Boert 2 englifege atten an, .. war,
—* Gonvon zu retten, gefangen, entlam aber
der ft u. wurde — 1 1602 —
er ein Schiff bei in Hogue, 1693 bei Yagos, 4696
vor Darcelona, zu Sucoeſ⸗
—“ — im or Meere
gegen g, 1 Flotuſſe von 8 Schiffen
in Weſtindien,
——— 1100 =. 1707 in ben ———
ven c. wurbe zum Ghef db —— Grafen
exnaunt. Ungnabe
feinem Wera bei ——
2) Charles Solerh ern we Ru:
quis de F. des Iſſarts, Be im Aug. 1775,
diente zuerft in ber Marine. 1790 nad ien
— — er 1791 ale Garde marine biefe®
ein, nahm 1008 ——— *
—— — na er R
u. 1797 ben Gefechten von Dran, Toulon,
Kohn, 1797 der Sqhlacht von Gr. .. =
rpe des Lugemburg
1815 folgte er —8* XVII. nad
1823 major, erhielt 1830 ge —— u. fl.
im Febr. 1851 zu Strignon. 8) Louis Nicolas
is Augufe, Graf v. F. geb. 1777 in 2a
ber ce, weilte fi, durch feines Ba-
itteln enthlößt, ber Malerei wibmen,
nn inbie Kationalgarde einzutres
ten u. nahm Theil an ber Belagerung von Tonlon;
— ss Maler Sranet belaunt, ber ihn n
in Davids Schule unter»
stubien wurbe er abermals
uteeten, 1. —
— wo ex bis 1803
Zpeil an ben napolesnikhen Friege;
9 gr ausichliehlich
er Zunf widmen fomnte. Bon 1809 bis 1814 hielt
e TH, Rom ab, 1816 wurbe er Generalbirector
Muſeen u. lied ber Mlabemie,
bereite 1817 u. 18 ben Orient u. land u.f.im
Baris 1841. Er war i gt von Na⸗
poleon, Louis Zen - wis Philipp u. bat viel
in Frankreich gethan.
Aufmunterung ber
2 — terne ou lo voyage
na ben Charles Barimore,
r. 1810, 4. Wntg. 1823, 2 Bde.; Voyage
ans lo Levant, Par. 1819 (beutic) von Ramın-
in, Prag 1823—25, 4 Lief.); Souvenirs de la
icile, Bar. 1823 (beutich, Seua 1823) u. 0.; Un
mois à Venise, 1824. Den Mufeen im Ar
urg u. Verſailles gab er eine andere Geftalt.
Gemälde von ihm find: Die Nonne wor dem In⸗
| — zu Ballabolid, Die a ber
rent Grabe gehobenen Gües de Caſtro, Tod
Ya liniu® x.
Forbiſher (er. Forbiſcher, Martin), je v. w
den Zrobiſher
414
Forbonnaid (ipr. Korbormäß), Yrancois Beron
de %., geb. 1722 in Mons, war Generalinipector
der Danufacturen in Frankreich un. Mitglied bes
Rationalmftitutes u. fl. 1800 in Paris; er fchr.:
Recherches et consid6rations sur les finances
de France, Bafel 1758, 6 Bbe.; El&mens de
commerce, ®ar. 1796.
Forçudos, Rio dos, einer ber vielen Arnıe
des Niger (Afrifa).
Forcall, Stabt aın Bergantes, in ber fpanifchen
Provinz Caſtellon de Ta Plana (Baleıcia), bei Mo⸗
rela: Seidenbau, Binfenflechterei; 1800 Ew. In
der Kühe eine Gifenmine.
Forcalquier (Ipr. Kortaltich), 1) Arrondiſſe⸗
ment in: franzöfifchen Departement Baſſes⸗Alpes;
18: OM., 5 Eantone ınit 36,500 Ew.; 2) Haupt-
ſtadt an der Laye; Seidenbau, Seibenweberei, Fa⸗
briken für Hüte u. Töpferwaaren; Handel mit
Den, DI u. Seide; 3000 Ew.
Forcas (Cabo de tres F,, Dreiſpitzencap),
Borgebirg im Reiche Fez, eine meit in das Mittel-
meer vorfpringenbe Landzunge.
Force (fr. ſpr. Forß), Stärke, Gewalt, Zwang.
F. majeare (ſpr. F. maſchöhr), höhere Gewalt, im
Seeverſicherungsweſen, vorzüglich in Gamburg, ge-
bräuchlicher Ausdrud für ein Hinderniß der Schifi-
fahrt, dem auszuweichen nicht in dem Vermögen
des Schiffere Tiegt.
Force (Ipr. geh), 1) IacguesNomparde
Chaumont, Duc de la $., geb. um 1559, Brote
ftant; entlam ber Bartbolomäusnadht, diente Hein-
tig IV. u. dann den Reformirten gegen tudwigX III;
1622 unterwarf er fi bem Könige, wurde Mar-
ſchall von Frantreih u. fein Marquiſat zu einem
Hegzogthun erhoben. Hierauf nahm er Pignerof,
ſchlug die Spanier 1630 bei Carignan, befehtigte
1634 in Deutſchland, entſetzte Phrlippsburg, kam
Heidelberg zu Hülfe u. nahm 1635 Speier; er fi.
1652. 2) Churlotte Rofe de Chaumont, be
la Ki geb. 1650 auf Schloß Caſenove u. ft. 1724
in Paris; fle fehr. Die Rumune: Les Fees, con-
tes des eontes, Par. 1692; Histoire secrette
du Duc de Bourgogne, ebd. 1694, 2 Bbe.;
Histoire de Marguerite de Valois, ebd. 1696,
2 Bbe.; Gustave Vase, yon 1698, 2 Bde.;
Histoire secrette de Catherine de Bourbon,
Duchesse de Bar, Bar. 1703; Histoire de Ma-
rie de Bourgogne, ebd. 1712, 2 Bde.
Forces (pr. Forßeh), fo v. w. erzmungen, ein
beim Solv- u. Boftonipiel gebräuchlicher Ausdruck
für gewifle Arten dieſer Spiele, |. u. Boften u. Solo.
orcellĩni (ipr. Fortfchellini), Egibio, geb. 1688
in einem ‘Dorfe bei Felire; wurde im Seminarium
zu Padua Facciolatis Schüler, Freund u. Theil»
nehmer an mehreren umfaſſenden literarifchen Ar-
beiten; fpäter Director des Seminars zu Ceneda,
1731 aber nah Padna zurüdberufen, wo er 1768
farb. Sein berühmteſtes Werk ift Der unter Faccio⸗
latis Leitung begonnene Totius latinitatis thesau-
rus, Batua 1771, 4 Bde., Fol., neuefte3. Ausg. von
Furlanetto, 1828, mit Anhang, 1841; von Hertel
u. Boigtlänger, Schneeb. 1831—39, 4 Bde., Fol.
Forceps (lat.), Zange.
Forchhammer, Paul MWilbelm, geb. 1803 in
Huſum, ſtudirte in Kiel Philologie n. habilitirte
ſich hier 1828 als Privatdocent; lebte darauf ſeit
1830 M Paris u. London n. machte banıı eine Reiſe
nad Italien u. Griechenland. Nach feiner Rückkehr
Horbonnaid bis N
wurde er Brofefior in Kiel, machte 11
Keile nah Griechenland, we er 1f
Otto auf deſſen Befuch in ben nöordli
feines Reicht begleitete, u. Lehrte
Athen u. Rom nach Kiel zuriid. H
mit Jahn nachher das Archäologiſche
fhr.u.a.: Zur Topographie von Ath
Hellenika, Berl. 1837; Die Athen
ebd. 1837; Topo rapbie von Athı
Die Cyklopiſchen Mauern, ebd. 1847
ver Ebene von Troja, Frankf 18:
Achill, Kiel 1853; Die Reinheit
Hanib. 1856; Halfyonia, Berl. 185
Forchheim, 1) Landgericht im 6:
Dberfranlen; 3TOM., 16,100 &
ſtadt darin, au ber Wifent u. Re
dem Donau⸗Mainkanal u. der Eile
Seftung; bat Glasſchleife, Eiſenhe
ranereien, Salpeter- u. Seifenſiede
del mit Vieh, Obft, Getreide; 3000 €
davon Tiegt das eheinalige, von &
bifchof Franz Lothar erbaute Schloß
berg — gie 890 ae
Karls tes Gr. Zeiten ein nanıhafte
unter ben Bistbum Bamberg. 1077
einem Reichstage Kaifer Heinrich IV.
dolph von Schwaben gemäplt. Im &
polutionsfrieg am 7. Aug. 1796 &
fen über die Ofterreiher. Die Wer
1791 ausgebeilert, aber feit 1838
vom Militär verlaffen n. ohne Com
fam 1802 mit Banıberg an Baiern
Amte Kenzingen des badiſchen O
Viehhanbel; 1800 Ew.; 4) (Ober
Forchheim), Pfarrborf mit 29
Gerichtsaumt Leugefeld des königlich
ſes Zwickau, Sitz einer Amtshauptm
halterei, Lein⸗ u. Barchentweberei;
Forchtenau (Fraknd), Martifl
u. Bermaltungsgebiete Obenburg (1
dem feit 1622 ber Familie Eſten
Schloß Forchtenſtein gelegen; Serv
Erw. Das Schloß enthult ben %a
Fumilie Efterbuzy, welche das Schlu/
Borätenberg, Stadt am Koche
Obringen des mürttembergifchen Fa
Steinſalz; 1200 Em.
orchtkuͤfer, fo v. w. Sruchtläf:
orciren (v. fr., ſpr. Forßiren)
Anſtrenguug durchſetzen; e) im Ah
ner nöthigen mit Trumpf zu ſte
Marich, fo v. w. Eilmarfch.
Bord, 1) John, dramatiſcher D
in Devonibire, gehörte zu ber Geielli
gelebrten in Middle⸗Temple, feine :
umftände, ſowie fein Tobesjahr,
er fchr. unter tem Anagramm Fi
Stüde: Lovers melancholy, 16
cken heart, 1633; Love’s sacri
pity, Sh’s a Whore, 1633; Peı
1634; Francie's chast and nob
Ladies Tryal, 1639; außerbem fd
gemeinfchaftlih mit Rowley u. De
gabe feiner Werke von Weber, Pen.
2 Bde. 2) Richard, geb. 1796,
toriftiichen Ramilie Englande ſtam
ſich Anfan 8 dem Studium ter Au
daſſelbe jeboch auf, um friner Ne
Zorderbich bis Poreland
415
(gen, ging 1830 nad Epanien, wo er | Regierungeberirt Bremberg, nnmeit Bromberg;
re zubrachte, n. ließ ſich, von dort zu⸗
auf feinem Landſitze Heavirree bei Ere⸗
‚o er ein prachtvolles Haus im mauri⸗
uffübren ließ, in welchem er ſeine be-
ammilungen an wertbocllen Gemälden,
ajolics u. anderen Kunſtſachen aufftelite.
: ex einige Zabre in Rom u. fl. 1858
. Er fhr.: Handbook for Spain,
ıtherings from Spain, Lond. 1848,
le, ſo v m. Futterblech, f. u. Eifen-
‚1) 10 0. m. Herausfordern, f. u. Duell;
ht Beicbeiden.
‚ 1) Erz durch einen Yörberfiollen,, ob.
. Börberihadt (der, wenn tie Kör-
5 eine Salpel geichieht, Ziehſchacht,
irch Mafier od. Pferbegäbel geſchieht,
cht beit), von einem Orte Bis
rt eines Schachtes, d. h. dem Orte,
rs im Wörderungstonnen gefilllt wird,
Sen, Zbiere od. Maſchinen fertichaffen
Vergwerk beransbringen bi zum Aus-
‚ Bu dieſem F. werden Börberfireden
Die Bergleute, welche bie Arbeit ver-
hen Sörbernoit; tie dazu nötbigen Be⸗
Isdergefähe) find Kilbel, Hunde, Kar-
Kübel (Bergtübei) find von Holz u.
—* eiſerne Bügel, ſie wurden ſonſt
hanfner Seile (Bergſeile), jest
sh Drahtſeile Berglettend an bie
ei beieftigt u. fo aufgezogen. Die Zeit,
r Kübel aus dem Schachte gezogen wird,
wit. Die Börderung wird eingetbeilt in:
nförderung, fie wirb in der Grube
er Richtung bewirkt, wobei Die Streden
Ir. Neigung baben follten, bei Diago⸗
ht man bis auf 10 Gr. ; fie zerfällt in Das
rortbewegen u. Entleeren; D Schacht⸗
3 wendet man an, um die Maſien aus
efe im böbere u. umgekebrt zu brin-
rim bem Falle, wo fie kürzer iſt, als
retende Streckenförderung; in jeltneren
ieht fie von oben nach unten, wie in
ten, in Rollen; ce) Zageförderung
Straßen od. Eiſenbabnen mittelſt Kör-
‚ Hunten, engliiben Wagen, gereöhn:
1, Käbnen, um bie gewonnenen Foſſilien
e unbaltigen über bie Haide zu Ichaffen,
se ärmeren Maflen zu ten Wäſchen,
ie reichern Maſſen in tie Pechwerke u.
e Hütten zu bringen. 2) einen Geſellen,
zeben od. verichafien.
i (pr. Fordhämmo, Poſtort in ber
Jefichefter im Staate New⸗ Yort (Nord⸗
der Harlem⸗Eiſenbahn; romiſch⸗katho⸗
(a (töm. Rel.), von Numa eingeſetzte
wobei ter Göttin ter Erte trächtige
rt wurden. Das Feſt mar am 15. Aprıl
ung geichah in ven Eurien, zugleich aber
tegia von den Pontifices ır. Veftalinnen.
bridge (ipr. Fabrdingbridſch, Markt⸗
Ivon ın ber englischen Grafſchaft Sout⸗
Bed» u. Baummellipinnerei, Zwillich⸗
icotdruderei; 2700 Em.
Stabt au ber Weichſel, im Kreis ıı.
— ——— ——— — — —— — — — — ———— — — — — — — — — —— —
Handel, 2 Kirchen, Synagege; 1670 Ew.
Fordoun fpr. Kortubn), Marttfleden der Braf-
ſchaft Mearne (Kinlartine), in Mittelſchottland;
3000 Ew. Dabei das Dorf Kintardine, 80 Ew.,
ſonſt Hauptort der Grafſchaft.
Forbdoun, Iobn de %., lebte im 14. Jabrh. u iſt
berũbmt wegen feiner Chronil von Schottland, her⸗
anageneben von Tb. Hearne, Orf. 1722, 5 Bpe.;
von W. Goodall, Edinb. 1747, 2 Vbe.
Fords Island ıfpr. Fordé Eilänt), Küflen-
infel an ber Mündung bes Sautee in Sütcarolina
(Nordamerika).
Fordyce (ſpr. Fordeiſ's, Marktfleden u Kirch-
ſpiel am Murray⸗Golf, in der ſchottiſchen Grafſchaft
Banff; zuſammen 3500 Ew.
Fordyee (ipr. Fordeiſ'), 1) David, geb. 1711,
wurde Profeffor Der Philoicpbie in Aberdeen n.
verlor fein Leben bei einem Schiffbruch an ber hol⸗
ländifhen Küfte; er fchr.: Elemente of moral-
philosophy, Yond. 1754 (deutich Yp3. 1757), Die
Kunft zu pretigen, 3. Aufl. 1755 (deutſch Hannov.
1770). 2) James, Bruder bes Bor., geb. 1720
in Aberdeen, ftutirte daſelbſt Theologie, wurde Pre-
tiger bei einer Diſſentergemeinde in London m. fl.
1796 in Batb; er fchr.: Sermons to young wo-
men, Lond. 1765, 2 Bde. (deutich Ypz. 1767, 2Bde);
The character an. conduct ofthe female sex,
ebd. 1776 (beutfh Cp3 1776); Addressento young
men, ebb. 1777, 2 Bde. (deutich Yp3. 1775); Ad-
dresses to the deity, ebb. 1785; Poems,. ebd.
1757 u.m.a. 3) William, geb. 1724 in Aber-
Deen: war Arzt zu Yonton u. fl. bier 1791; er fr. :
A review of the venereal disease, Lond. 1768,
1785 (teutich Altene. 1769); New inquiries into
the caunes etc. of putrid and inflammat. fevers
ete., Yon. 1773 (deutfch Yp3. 1774). 4) Geor⸗
ges, Nefie des Vor., geb. 1736 in Aberdeen; war
ebenfalls Arzt zu Lonten u. fl. daſ. 1802; er ſchr.:
Elements ofthe practice of physie, vLend. 1768,
n. Ausg. 1794 (Deutih Breslau 1796): Disser-
tations on fever, Lond. 1796— 1803 (deutich
Zittau 1797—99, 2 Bde.); On the digestion of
tood, Yond. 1791 (deutſch von Ihr. Fr. Michaelis,
Zittau 1793).
Boreigner (engl., ſpr. orrener), fo v. w. Aus-
länder. Forelgn ofßce (iyr. Korrin offiß), das
Frembendurean in Yonten. Ferelgn-Departement,
das Minifterium des Außern von Großbritannien.
Foreiro, Franc., geb. in Liſſabon, trat in den
Dominicanerorden, ſtudirte Theologie in Paris,
wurde nach feiner Rückebr in die Vaterſtadt, um
1540, Bilchercenfor u. Hofprebiger, ging zum Con»
cil nach Trient, wo er Mitglied der zur Abfaflung
eines Katechismus, ſowie zur Verbeſſerung bes
Miſſale u. Breviers eingejetten Commiſſion u. Se⸗
cretär ter zur Vollendung bes Index librorum
| prohibitorum beauftragten Cemmiſſion wurde;
nach feiner Rückkehr nach Portugal murte er 1566
Brior feines Ürbdens, 309 ſich 1571 in ten Convent
zu Almaba zurüd u. fl. bier 1581. Er ihr. u. a.:
Isaiac projhetae versio, Vened. 1563.
Foreland (ſpr. Fobrländ), 1) zwei Borgebirge
an der Oſtküſte Der engliichen Grafſchaft Keut; das
eine (Nortb⸗-Foreland) 51" 22° nördl. Breite
19° 7° fl. 8. (von Ferro), Bus antere (Soutb-»
Koreland) 51° $' nördl. Br, 19" 3° öl. Y.
beibe mit Leuchtihörmen. Gier am 11. Juni 1666
416
viertägige Seeſchlacht zwiſchen ben Nieberlänbern
unter Ruyter u. den Engländern unter Mont; Er-
tere Sieger, 2) (Charles Island), Inſel an
ber Weftfüfle der Hauptinſel von Spigbergen ; mit
Bergen bis zu 3000 Fuß, bie fchroff aus bem
Dieere emporſteigen; 3) zwei Borgebirge im Criefee
(Nordamerika), North» u. Long-Point, mit
Leuchtthurm; 4) 2 Vorgebirge an der Weftlüfle bes
Ruſſiſchen Nordamerila: O ſt⸗ u. Weſt⸗Foreland
Forelle (Sorellen, Gefleckte Salnıe, Salmo),
Gattung der Salme (Untergattung der Gattung
Lachs); hat am Ober- u. Unterkiefer (1 Reihe),
am Gaumen, auf der Zunge, am Pflugichaarbein
(mehrere Reihen) Zähne (mehr als irgend ein an⸗
derer Fiſch), gefledten Körper, feine Schuppen,
große Schwinmiblafe, gutes Fleiſch; die meiften
können fi) hoch über das Waſſer berausichnel-
len. Dazu die Arten: a) Lachs u. Kupferlache,
j. n. Lachs; b) Anke (j. d.) od. Meerforelle
(Meerförde, S. lacustris s, argenteus et
Schieflermülleri), 6 Pfund ſchwer, Kopf wie mit
Silberſchuppen belegt (dab. Sil berlach 6), braune
Floſſen, au den ſilberigen Seiten ſchwarze ir
flede;, in Landſeen, au in der Oſtſee; e) Hauch⸗
forellen (S. Hucho Z.), auf dem Rumpfe u.
dem Rücken braune, runde Flecken, Brufifloſſen un⸗
gebedt; im Donaugebiet, in ben baieriſchen u.
öfterreichiihen Seen; ſehr ſchmachhaft, gemöhnlich
bis 1% Fuß lang, 4—5, doch auch bie 40 Pfund
ſchwer. Folgende gelten ale wahre Fen: d) Lach s⸗
forellen (S. Trutta L. s. lemanus et albus,,
weiß, mit runden, weißeingefaßten ſchwarzen od.
rotben od. mit Xförmigen Fleden, auf den Rüden
ſchwärzlich; in den größeren Flüſſen Deutſchlands,
auch in Seen u. Zeichen, wird bie 10 Pid. ſchwer,
mit 5 Pfund am fhmadhafteften, laicht im Novem⸗
ber, wird nm bes (rothen) Fleiſches willen häufig
efangen u. verfchiedentlich (meiſt wie die gemeine
4 friſch gekocht) zubereitet, unter and. auch wie
Häringe; ber Hautjchleim leuchtet eine Zeitlang
nad) dent Tode; e) Gemeine 5. Gachforel⸗
len, 8. farıo), Rücken dunkelgrün, ſchwarz⸗ od.
braungefledt, Seiten grünlichgelb, Bauch weiß, viele
rotbe Augenflede auf hellerem Grund; iſt in klaren
u. falten Gewäſſern dunkler, auf ten Alpen fat
ihwarz, beißt, wenn das Goldgelb vorberrichend
iit, Goldforelle, bei viel weiß Silber- od.
Weißforelle; Grundforellen nennt man bie
F., welche ihr Futter in der Tiefe ſuchen, Schweb⸗
forellen hingegen, welche des Futters wegen bis
zur Oberfläche aufſteigen. Die gemeine F. lebt gern
in Icnelftießenben &ebirgsbächen mit kieſigem Bo⸗
ten, beren Waſſer jich rein erbält; vorzüglich wenn
ſolche Forellenbaͤche hin u. wieder mit Gebüſchen be-
fest find, wohin ſich tie Fen bei heigem Sonnen—
jcbein ziehen, wird 3 (felten bis 8) Pfund fchwer;
ſpringt 2—3 Fuß bed aus dem Waſſer nach In—⸗
jecten, od. über Wafjerfülle. Man fäugt fie mit
Angeln od. Reußen, zieht od. bewahrt fie auch in
ſchatiigen Sorellenteichen, mit Kiefigen Grund u.
Durchzug von reinem Quellwaſſer u. hohem Ufer.
Man bat neuerdings gelernt, fie künftlich zu befruch—
ten. Zur Nabrung werden Gründlinge u. audere
Heine Fiſche eingelegt; anger ben Bächen u. Tei—⸗
cben, bei. auf Zransperten, ftehen fie leicht ub,
wer fie nicht immerfert iriſches u. ihnen zuſagen—
bes, helle®, hartes Bachwaſſer erhalten. Für kurze
Zeit legt mau auch filberne Löffel in das Gefäß,
Forelle bis Forer
wo man fie bewahrt. Meiſt werben t
genofien. Beim Blaufieten müflen t
dig fein u. Die Eingeweide ſchnell ber:
u. biejelben in friſchem Waſſer ausg
den, Dann läßt man fie im einer Schi
fem Weineſſig übergoffen fliehen u. |
nem großen Caſſerol. Zum Fifchiod |
beir, einige Nelken, 4 Lorbeerblätter
fer, i Loth Ingwer, Salz u. Waſſ
felbe, jo thut man die F. 10 Minuten
fie wieder heraus u. legt fie in eine &
eine Kanne Waffer ıı. eben fo viel E
fonmıen fie nochnals in Den beißen
den vom feuer weggenenmicen u.
Bapier zugetedt. Man gibt fie mit
Zum Baden nimmt man Heine 5 v
weidet fie aus u. läßt fie mit Sulz
Stunde liegen, dann trodnet mau fie
fie auf beiden Seiten mit zerrübrtei
fie mit Mehl u. Uarer Seummel u.
geib in beiger Butter. Außerdem hal
alt mit Eſſig u. Of, ob. in Gelee ge
zen, marinirt eb. geräuchert ac. Die;
leiht verdaulich u. jehr mwohlfchinede
ter verlieren die Fen aber viel von
geſchuiack; ſy Alpenforelle (S. 4
velinus et Unibla, Rothforel
mit ſchwarzen, weißen, rothen Fleden
Grund, wird bis 11 Po. ſchwer, if’
ſehr ſchmackhaft; in einigen Seen
auch in Lappland, vielleicht nur bum
Aufenthalt von ber gemeinen F. unıe
Barietät Rotbforelle (F. salveli
ringe fülberfarben, Rücken bräunlich, B
zenfarbig, Floſſen roth, audere br
Schweizerſeen, nicht häufig, Doch jebrn
Die Barierät Ritter (S. Umibla). g
weiß, zartihuppig, mit grauen Fleſſe
nur Abart des Obigen.
Forellenſalat, eine Art roth pı
alat.
Forellenſchimmel, rothpunltirte
Forell enſtein, Alubafter, welche
Lagen von bituminöſem Kalk ein gejt:
te, wolkliges od. geflammtes Antebe:
Forensis (iut.), 1) wus ſich auf
tung beziebt; jo Medicina f., Geri
kunde |. d.; 2) cGorenſer, Ausmuart
her Grundſtücke in einer anteru F
in welcher er wobnt.
Forentum ia. Gergr.), Ort ü
Berge Bultur; jet Sorenza, Sıab
um Diftriet Melfi ber neapolitanijche:
filicata; 5900 Em.
Forer, I) Yuurentiuß, geb. 1:
trat 1600 im ben Jeſuitenorden, wur
Byilvjopbie, dann der Theulogie in?
ter Rector Dev Jeſuitencollegiums in
lebt Beichtvater beim Biſchof ven '
er 1659 ſtarb. Er war ein hejtig
Proteftanten, gegen Die er auch die
Schriften richtete; bie Titel vou St
in Sotwels Sertietung der Bibliotl
rum Societatis Jesu. 2) Beter
1807 zu Bruned tm Puſterthal, flı
Halle, wurde iu Salzburg Francis
1829 — 30 in Sihwatz Bhilefophie, 15:
zen u. Zrient Theologie, wurde Bri
Derek bie Jorgacz
47
m Salzburg, begleitete fpäter ben In- | Ingenieur thätig u. wurde 1787 mit ber Herflel-
arlos von Epanien auf feinen Reifen,
rfter Aififtent beim Generalcommiſ⸗
gen Lande in Wien, machte 1$47 eine
ıläflina u. fl. 1547 au Hariffa im Li⸗
„: Kotizie della missione in terra
f.; 3) (&orerins), Kranz, |. Foreiro.
) feit 1951 gebiltete Graffchaft im
plvanien (Rordamerifa), 17 OM.;
n= ob. Tobys-River, Teoniſta⸗Creel;
theilweis mit Dichten Fichtenwaldun⸗
heilweis fruchtbar; Hauptprobucte:
zeinloblen. 2) Städtifcher Bezirk mit
t-townebip) in ber Sraffeaht Fond
ate Wisconfin; 1300 Ew.; 3) Straße
infelgruppe Mergui u. der SWaüſie
von Hinterindien; 4) fo v. m. Forez.
um (Iat.), ı Genuß der Nutzung
d. ber ftatt dieſes bedungenen Zinfen;
retlieferung, welche die Familie ber
an bie kaiſerliche Küche zu leiften hatte,
dem Forftamt über tie Nürnberger
belieben mar.
1) Infelgruppe an der NOKÜfE bes
Esntinents (Dewitteland), vor ber
Bai; befteht aus 6 größeren u. ei-
s Injeln; waltig, viele Schlangen;
L Borgebirg der englifchen Colcnie
Bandiemensland (Auftralien); 3)
chipel Neu-Britannien (weft. Poly⸗
Kr. Poir., Adelia Mchz., Borya
agattung aus der Familie ber Anti-
‚estiereae; Arten in Norbamerifa.
oräb), 1) Dorf an ber Vesdre im
teinbrliche, Gewehrfabriken; 2560
es Atlantiſchen Oceans an ber Küfte
ments Duimper im franzöfiichen De-
isterre.
r. Forãh), während bes erften franzd«
eichs Departement Frankreichs; das
Zogthum Luxemburg umfaſſend; 122
Ew.; Hauptſtadt Luxemburg; wurde
nkreich getrennt.
oreh), ehemalige Grafſchaft Frank⸗
fteften Zeiten von ven Seguſianern
: im Dlittelalter eigene Grafen, wech⸗
ter ihre Herren u. iſt feit 1523 mit
einigt u. jetzt zum Departenıent Loire
ptflabt war Montbrijen.
Far im füräftliden Frankreich, auf
e Departemens Aller, Buy be Dome
vom Berge Gravenne be Montpezat
aus von Delay u. Bivarais zmifchen
Hier u. Loire nah N. bis zur Mün⸗
us in bie Loire mit einer nah) N. zu
Höhe, beren Mittel 2—3000 F. be-
a ber Mitte liegt ber bachfte Berg,
te, 6409 F. hoch, meiter nah N. ter
oucelle, 5404 F. bed, im EW. u. dic
belaine, 4496 5. br, im W. von
daupilette ift vorherrſchend bewalder,
na im O. bebaut, im W. kahl. Eine
erflacht fich nah N. Eie zum Zufant-
Allier mit der Loire.
r., fpr. Ferfäh), Untbat, Verbrechen.
Bierre Alegantre Laurent, geb. 1753
ar anfangs in Breſt u.
exifon. & Wufl. VL
lung einer regelmäßigen Berbiubung zwiſchen
Granteeich mit Norbanıerila n. den franzöfifchen
olonien beauftragt; 1791 wurbe er zum Us
tirten in die Geſetzgebende Verfanmlung ernannt,
ging aber bald darauf nach Havre, um ter Revo»
Intion uuszumeidhen; er wurde von Napeleon we-
gen feiner großen Berbienfte un bie franzöſiſche
Schifffahrt zum Dearineminifter ernannt, legte
1801 diefen Peften nieter, wurde Generalinfpictor
der Flotte u. dann Darinepräfect zu Havre u. zuletzt
u Genua u. ft. 8 Ron. 1507, nachtem er fib, von
einen Feinden verfolgt, von ben Staategeſchäften
zurüdgezogen hatte. Er ſchr. u. a.: Traité did
mentaire delamäture de vaisseaux, Paris 1789,
Forfanterie (v. fr., fpr. Forfangtrie), Prah⸗
lerei, Auffchneiterei.
Forfar (ipr.Fahrfär), I) (Angnıe), Hrafichaftin
Mittelfchottland, 43,37 QM.; greuzt an die Grafe
ſchaften Perth, Aberdeen, Kinfarbine u. au tie Nord»
fee. Im N. gebir r3 durch Zweige bes Grampiange⸗
birges (Braes Ki ngus genaunt; böchfte Zpitge:
Bauned 3170 Fuß), größteniheil® mit Mor,
Haitelraut u. Meinem Gebllih bededt; weiter ſüd⸗
ih erfireden fih parallel mit ten Grampianbergen
bie Siblam- Hills mit kegelförmigen Spigen bis zu
1300 Buß, theilmeis mit Haide betedt, tbeilweit
gut angebaut; in ber Miite zwiſchen beiden Ge⸗
irgezligen der How of Angus (Theil bes Strath⸗
morethales), eine fruchtbare Gegend, mit blüben-
den Yantfigen; ſüdlich von den Siblam-Hillx eine
wohl angebaute Tiefebene Die Hüften ſind felfig
u. voll Klippen, PVorgebirge: Med Head idabei Die
zum Theil befchifibare Hähle Geylit Pet); Flüffe:
North⸗ u. South⸗Esk, Jela u. Dean Mater; meh⸗
rere Meine Ecen; Klima im N. naßlalt, in S. u.
SD. mild; Aderbau(Weizen, Kartoffeln u. Rüben),
u. Viehzucht (Rindvieh u. Schafe) fint von großer
Bedeutung; ferner Fiſcherei u. lekhafter Handel;
Juduſtrie, namentlich in Leinwand u. Wolle, von
Dundee an der Taybucht nach Arkreatb an ber
Nordſee Eiſenbahn; 1551 174,731 Em. ; 2) Haupt-
ftabt Darin, an einem Meinen See des Strathmore⸗
thales, alt u. unregelmäßig gebaut, Schloß, Yeine-
weberei; 9600 Ew.
Forficaria (F. Lincil.), Pflanzenfamilie aus
ber Familie ber Orchideae-Ophrydeae Lindl.;
Art: F. graminitolia, am Cap.
Forficüla (Chrmurm), Gattung ber Grat»
fügter aus der familie ber Chrlinge (Forficulina,
ermatoptera).
Borg, Etat von 4000 Ew. in ber perfifchen
Previnz Farfiftan, ift befeftigt.
Forgacz (Fergads, fpr. Forgatſch), eine alte Fa⸗
milie katbelifcher Confeffion in Ungarn, die daſelbſt
im 13. Jabrh. unter tem Namen von Hunt vor-
kommt; fie zerfällt in eine gräfliche u. eine freiberr-
liche Linie, ven been fich Die erfte wieder in zwei
Hauptlinien tbeilte, Deren älterer Zweig 1675, der
jüugere 1640 in den @rafenftand erheben wurde,
Der ültefte bekannte Ahnherr ber Familie ift: 1)
Antreae, welder das Schleß Gbymes erbaute u.
1250 unter König Bela IV. Reihshefrihter war.
2) Blafius, war Oberſtmundſchenk der Königin
Maria von Ungarn, fpaltete dem Kduiy Karl von
Durazzo, Neapelu. Ungarn 1356 bei der Tafel ben
: Kopf ir. wurde jpäter ſelbſt von deſſen Anbängern
abiy als | getöttet. Auf erftere That bezog fich ter Gebrauch,
27
DaF ſonſt die Anige von Ungarn bei ber Aubierz
eines E fiets ein blantes & auf dem Ti
Bogen hatten. Die Söhne Zohanns V., Peter
u. Gregor I., wurden die Stifter ber zwei grüflichen
Hanptlinien; Gregor LIL, ein Eufel Betera III. iR
der Stammwater ber Breiberen son F. in Mähren.
:E &räflides Haus. A) Altere Hanpt⸗
linie su Ghymes, Stifter: 8) Peter ILL,
welcher nm 1505 lebte; a) Alterer ne
Ghymes, gegrlindet vom 4) Grafen Paul VL,
Sohn bes 1683 verforbenen Grafen Andres V.
. 1677, wurde 1705 Ritter bes Reiche ; trat
Tode feiner Gemahlin Emerentia, geb; won
Reva, in den geiftlichen Stanb, empfing 1712 Die
zenunk u. fl. ala Biſchof zu Roſonz auch durch
chriften bat er ſich befammt gemacht; 2 tiger Chef
ift: 5) Oraf Karl, Sohn bes Grafen Yojepb IIT,,
eb. 1783, ift feit 1509 vermählt mit Aofepbine
Boitippine, ge. von Waltersfirchen: zu Wolfäthalz
ſein Sohn Karl ift 1925 geboreu; bb Düngerer
Zweig zu Gomba, gegründet vom Grafen os
ſeph I., iingerem Bruder von F. 4); jebiner Chef
iſt 6) Graf Xaver, Sohn bes verftorbenen Grafen
babtäus, geb. 1783, vermähblt mit Subitha, geb.
bon Deſes; Fein ältefter Sohn, Moritz, geb. 1813, iſt
Oberfi u. Commanbant bes erften Gensbarmen-
——— u. ſeit 1843 Witwer von Emilie geb.
v. Biela.
B) Jüngere Hauptlinie zu Gact, geſtiftet |
b | bab), Baul, f. Desforges.
von Gregor I., jüngerem Bruber von F. 3), Rar
1515; 7) Sranz, Enkel Gregors IL, war Bi-
{of von Großwardein u. fl. 1577; er ift bes
Verfaſſer einer Ungariichen Ehronil; 8) Glen
Simon I, Bruber bes Vor. Oberfimundicent
des Königreichs Ungarn. 9) Kranz, ältefter Sohn
des Vorigen, geb. 1566, jtarb 1615 als Cardinal
a. Erzbilhof von Gran. 10) Sigmund, Bru-
ber tes Vorigen, geb. um 1570, war Geheimer
Rath u. Reihehofrichter ; als Feldherr führte er
1611 Krieg gegen Siebenbürgen, fonnte aber nichte
ausrichten, da bie Feinde von den Türken unter-
küg! wurden (f. Ungarn Geſch.); er wurde 1618
eihöpalatin u. flarb 1621; 11) Graf Adam,
Sohn bes Bor., geb. 1609, war Geheimer Rath,
DOberftmundfchent des Königreih8 u. Generalfeld-
marjchall, als welcher er tapfer gegen bie Türken
focht, aber 1663 bei Neubäufel ge —— u. zur
Capitulation gezwungen wurde; deshal
fangen geſetzt u. zur Unterſuchung gezogen, jedoch
prochen; er wurde 1640 in den Grafenſtand
erhoben u. ft. 1681. 12) Graf Simon, war far
‚ferlicher Feldherr u. focht 1663 gegen die Türken,
aber ohne Süd; 1704 4 er zu ber Bartet
‚NRatoczys über u. wurbe cal 1711 verbannt;
18) Graf Johann XU., Enkel von F. 11) u.
Sohn des 1716 verftorbenen —— Abanı II. geb.
1690, war Neograber Dbergelpan u. ft. 1735;
feine beiben Söhne, Johann XIIL.u.&ignumb VL,
rändeten bie zwei Mebenzweige biejer jüngeren
Sauptfinie: a) Älterer Zweig zu Bacd, ge
‚gründet von 14) Iohann xur, älterem Sohn
es Bor., geb. 1724, war Rath u. Cfongraber
Obergelpan u. vermählt mit Maria Anna Thereſia,
"geb. Gräfin Graffallovicd von Gyarak; jetiger
Ci it: 15) Sraf Julius, Sohn bes 1851 ver-
Ir enen Grafen Anton, geb. 1823 u. vermäßlt
ſeit 1844 mit. life geb. Sräfin Forgacz von Ghy⸗
‚mes u. Gact, fein Sohn Aleys if 1852 geboren.
wurde er |
| au ber Weftküfte ter
1790—1801, 3 Bte.;
Muſik, ebd. 1792; über Joh. &
Turn BE Arie,
by 3üngerer Zweigau Szecien
vom 16) Grafen Sigmund chin
von F. 14), geb. 1728, war vermäbli
geb. Gräfin Nabasd, u ſt. 1769; je
17) Braf Stepban, Sobn bes 182
Grafen Joſeph, geb. 1782, ift ume
ülterer Bruder Sigmund iſt 1797 gt
IL. Sreiberrlides Haus Re
garz in Mäbren, geſtiftet von Gregor
1651 in ben Freiberenfiaud erboben.
faiferliger Rittmeiſter, wurde 165
ländiſch böhmischen Freiberenftand er
Chef iſt 19) Freiherr Rubelf, S
verftorbenen Freiherrn Johann Bap
ift mähriſcher Statthaltereiraih in
1832 vermäblt mit Leopoldine, gel
kuwty von Bukuwla; er-bat feine —
tefler Bruber Yubwig ift 1795 geber
Forgandenny, Marftfleden an
ſcholt. Grafſchaft Perth, Mineralquel
Borgefia (F. Juss., Spr.), #
aus ber Familie Saxifragacese-]
nach Desforges benannt; Art: Fb
Forges led Eaur (ipr. Forſch le
fleden. in Arrondiſſement Neuſchütel
ſchen Departements Seine-inferieun
Giienquellen (Royal, Reinette, Gartı
cefabrif, Leinweberei; 1700 Em.
Forged, Daillarb des pr. Fe
orget (Ipr. Forſcheh), Pierre, her
| war Staatsjeeretär von Fraulre
rich, III. u. Heinrich IV.; unter der
Letzteren verfaßte er Das berübinte Ebi
ft. 1610
— Gewicht, fo v. m. Fierd
orio, Narlifleden auf ber Ei
politanijchen Inſel Iſchia (am Ge
bat Mineralquellen mit Babeeinrid
Gärten, Weinbau, Hafen; 5400 Ei
Forke, in Niedberbentichland jo.
bei, ſo Heuforle, Miſtforle auch groß
bie beim Brennen ber Seife gebra
bie Flamme an Die Seiten bes Sch
Borfed:-Deer-River (jpr. Hort
Nebenfluß des Miſſiſſpſppi im ©
th Bi 5 *
Tre garbour (pr. 8
f njef
—— Gap) &
or Jagdw. N t, an w
ob. Tücher —* werden ; fiel
um in bie Erde geſchlagen werben zı
bat fie einen Halen od. einen Ring,
nen gebängt werben.
Forkel, Joh. Rilol., geb.1749 zu‘
| Burg, war faft 40 Jahre lang Mu
tingen u.ſt. 1818; erüberjeßte: Artes
der italieniſchen Oper, Ip. 1789, 2
— kritiſche Bibliothet, Go
3 Bde.; Allgemeine Geſchichte kei
Allgemein
1802 u. a. m.
Forkeln, 1) das Aufrichten ber 9
ber Forkeln; 2) von Hirſche, nill
verwunden.
— Forkd, Stadtiſcher Bezʒitl (Ton
. I
Berlaſſe die rm‘.
scihempto® im Era Yorfinenken | Eifer Borlı Et n. ch un
ı) am Delaware⸗ ALiver; 2400 Ew
venetianifeher Zauz, bei. der
act geicht.
v. w.
——** im — ſtoßt im
on Navenna, im
tien Urbine var = Can Morino
a0 Abriatliche Dieer; meiſt eben, am
— * moraftig; Fiüſſer
Erzeugniſſe ſind Getreide,
Meike "dan, Flachs, Honig, Schiwe-
t., 202,300 &m.;%2) Snuptfiabt barin,
tiomsbehörbent, Biſchof, Rathhaus,
it, ſchöne Paläfte, Solpis, Auderraf-
etion von Wachttuch, Beidenzeugen,
Sabie,
x. Hantel bamit; 16,000 Em. —
— Livii der Alten, eine nn im
nen im Gi
kemiliana. &s foll 238 v. Chr. *
aſinator, nad
—
iger er
dethiſche König Athantf mit
ach dem Sturze bes Römi-
* eine Republik u. erhielt Aut
b, ba «ber *
Staates auf, d
— O
en Familie ſich mit
gen bie 1502 in ber en
tete. Zwar — — —*
päpflüde © thalter ein 3 —
Die eine Gitabelle Rarald —X
Sinibald Ordelaffi warf fich um —
Derrm auf; dieſen entſetzte fein Neffe
1405) n. Bine I. (R, 1401) nad fur-
rauf beibe gemeinfchaftiich, Er vom
nut, ten. Gecco II. folgte
hu Antonie, die iche
zvonia bauen ließ, aber 1410 von
xde, worauf die republifanilche Batıl,
e mwurbe. Nach George Zobe
a I, ——
— —
5
bez ———
von
—* — —— IL u. ii
ſeitdem päpfitich. Den 26. Deebr. 1813 wurde F.
son ben erebert,
es am 19. April 1815 bie wieber ab⸗
— Bergl. Bonoli, Is della eittä di F\,
I, Belonioboß. fi
55*
— t —— 2100 En *
alte Foram Fopilii (F. i), er sans
Lingoner im
son ben Longobarden u. 1360 wu —*
von Burgund * Hier um 21. April 1815
Worlo, Ayyptiihe Rupfermiünze, etwa ein halber
Piennig pr 1.
bucte,
n.der ee: Ban
eines Kumfobjecte im ) atz zn dem Inhalt, d. i
bem
ber Idee, zu Gruube liegt.
Aufgabe der —— iſt es, — eine Idee — —
am
* 5 er rg 4 noch das Material
d — rt
Ser gem oermere zum Zeiger der Idee
kn u. Weiſe ter Behandlung Des Rateriafs nennt
man Sermgebung. Iſt dieſe eine vollommen
Iungene, d. h. eine durch Gorrectheit, fchöne
niſſe no. ungen der Linien dem Auge wohl⸗
— jo nenut * * —— ge
womit t
—e—— erreicht iſt, ba —— noch Die lebene⸗
volle Ber der Llinkieriichen Idee cu geht;
8) (Bhilof. u. Dach) die Art. Beife, wie
macht wirb od. geſchieht. jo: Borm ber —
e Art n. Weiſe, wie Borfı zu Staude
tommen. Klir die Siuntichleit iR Der Raum bie Gern
der auſſeren u. bie Zeit bie Ser ber
fkeunngı für ben nb
begriffe m. Orunbfäge, fr
find es bie been n. Bernunftgru
—— — anz, ber Grund
ſelben ob. überhaupt bes Des yefekliden Eriae. 7)
(T 1, Geräth, worin ob. womit ein Körper
feine Geſtalt erhält, ob, womit Figuren auf ber
O beflelben ldet n. Sie erhält
ber (wie Holz, Gyptform ic.) ob. ihrer Wie
u] a) Drudiorm
berichiebene Namen; 8) (Licht.), fo v. w. Ta
108; 9) (8 ), m 0 halben Bo⸗
8, im einen Rahmen ge u. dann geb
bilden einen Bogen; 10)
RO
der Winb in ben Ofen geführt wird; bie Däfen
des ebläfen mänben barein; ob. ‚eine kouiſche
Re ae Onkel, Zoohin ‚anitei der Duſe
Grerben der
Wind gebiafen —* 11) KR Bereini-
ung einer beftimmten i [ oje anf einanber
—* Blätter von
* ob. Golbſchãger⸗
Haut, Er welche bie Metallbläthen gelegt u.
‚asen ber Ge C "Yeincipien)
‚wird. Das Bormale ber Matne if bie —E
feit der Natur. Germele Lehrgegeuftäude, bie an
enfänbe, welche bie Seelenträfte bes Schillers
Erffeigen follen, Beni fie deuten, einfehen, beurtheie
Ien u. anwenden lönnen. Gie jet en zum linter-
richt befähigen, müſſen daher beſ. in ven unterften
-Elementar affen en angewendet werben u. find vor-
nehmilich: Anſchanungs⸗, Dent-, Spraqh⸗, Schreib⸗,
Zahlen⸗ dv u. Grs
— — ſo v. w. Bormpfogpbhpbrat-
ethyloryd/ |. U. myl.
Sormalt
en ( tat.), Foruilichlei⸗
ten, Dinge, welche blos auf bie orm Bezug haben,
alfo nicht wefentlich find, ſo 8. bei ber Appella-
tion, [. b. IH. A) a) dd). Daher Gormalificen,
1) bie —— beobachten, Umſtaãnde machen;
fh f., ſich über etwas aufhalten, e & übel
nehmen. Bermalik, ber an ber Form, am Außern
hängt. Bermeiidmns, bloßes dfichtigen forma-
ler —2 im Denten nn. Haudeln. Forma-
ilter, ber Gorm nach, im Besen bon an
liter, bem ——A
im Hi ro Os,
Dganilid. beim beiten von ee * bie
—— große — — ‚0
8
Sormarbeit, 1) bie hung ber Sicher
in 2) jo v. w. Gußar
beſ. auch
in zu De wenn eine Schwefter mit weltlichen
erjouen fich unterrebete.
t, 1) die Art, wie bie Bogen einer Drud-
Schrift od. eines Manufcriptes ogen m find. Das
ßte F. if Folio, wobei ber Bogen nur einmal ge-
ochen wird, ſo daß er aus zwei Blättern (Kolien) mit
cn befteht. uart entſteht, wenn ber gogen
Übers Kreuz in 4 Blätter gebrochen ift u. B Seiten
eurpäl. Sertoformat, wenn anfeinen Bogen 6
tter. od. 12 Seitenlommen. Octav, wenn der in
Duartgebrochene Bogen nochmals gebrochen wirb, fo
be er 8 Blätter (16 Seiten) bildet; Duo dez, wenn
Bogen fo gebrochen ift, daß 12 Blätter u. 24
Seiten entſtehen; Sedez (Bediehneriormet),
wern ein Bogen 32 Geiten o Blätter hat,
ek jo gebrudt, Ai —* Bogen, Wa er
Termäl bis Dormation
Kleinsctau bilbet; bei Detsbez (I
format) bildet bex 18 Edle
Bierunbzwanzige Ormet, 4
Seiten), bei Trigesimo secuı
unbbreißigerforman: 32 Blätte
Die Heineren Formate won 48, 64, |
Blättern kommen uue Ich let ner
lkatalogen wird Folio
— bezeichnet. —
bein Werke gesiomumen wird, groß od
terſcheidet mnau mehrere Unterabth
F⸗en; ſo Ro yalfolio, Ro yal qua
vou Rohaigröße; Großfolio,
Großactav, Großbuodez x. b
Mediaugröße; Kleinfelio, 4
Kleinoctav bei ibgröße; 2
Mittelgquart x. bei dem
größe, eben jo wird bei mehr ix bi
bebnten F⸗en baffefbe Laugfolio,?
Langoctav, Kangbuodez x., |
fvlio, Querquart, Duerbust
gefetst if. 2) ( x.) ſammitliche y
gebörigen Stege.
Formätas (F. epistälae, F. us
welche nach ber vorgelchriebenen Ra
lichen Behörben gemacht waren; fie I
Veſchluß bes Eorciie von NRiche 32
um Betrug zu veruteiben; auch bie fe
cilien ftellten Decrete über bie 5. fe
eile Art Reitepäfle e, welche von bem
t Uutergebene
—*88 mean bi e Reife in en
(mei fung), ob. —* — te
’ 8
ben —— —æ*
gehkien: a) Litorae commen
Legitimation, daß die Reiſenden ui
u. als ſolche von ber Theilnahme au
nion ausgeſchloſſen ſeien; b) Litera
riao, eine Art Entlaffungs- od. €
feine, uhne welche fein Kleriker eim
cefe betreten burfte; e) Litarae
freunbfchuftliche Briefe an befaunte
Kleriler.
* * find nicht er r
Formatſchlagen bio Formes
ind nicht Überall dieſelben; man nemmt | 4) Hanptlinie: ©. in Zulmein m. Biglia, wurde
exſchiedenen Gegenben ſich entſprechen⸗
eier F. Parallelſormation ob.
quivalente. Primitive FJſ. neumt
Berfleinerun 2 —
as fryſtallini e irge, bie
ı. vullaniſchen Gebirge). “
plagen (Buchb.), ein Buch zum legten
t, wenn die Bogen ſchon gefalzt find.
en, Ballen zur Unterftüung
: (dermbanf).
en, ein cylinbrifches Eiſen, beim Gie⸗
en in ber Form ob. bem Mantel be-
hlung der Röhre bilden.
) eine Schwiele oben am Horne bes
e bie ganze Krone umgibt m. oft das
nadt; 2) (Wafferb.), jo v. w. Gries⸗
8, Kolben, wonit bie Höhlung ber
runb gebrehbt wird.
d. lat.), 1) vorgejchriebene ob. allge-
Nice Worte für einen beftimmten Fall,
iſcher Sat, ber für alle Fälle, in denen
a werben fol, zureicht; jo: Gebet⸗,
;f. Formula), jo v. w. Recept. Ein
Fen: Sormuler, 3. B. die ſonn⸗
gebete (Daher Formulargebete), bie
norte beim Abenduiahl, vie Taufworte;
emeinen Zeichen, Buchftaben, gegebene
ans miehreren anderen zufammenge-
9. Ye t+b-8(tco—o;
olcher Ausdruck, weil er bie ‚die
, auf weiche bie durch fie —
hren Theilen entſtanden gedacht wird.
wibet algebraiſche, analytiſche, trigo⸗
„bel. ou, je nachdem ſie in ber Al⸗
fs, Trigonometrie sc. begrünbet find;
e %., die Angabe der Beftanttheile
ben Verbindung durch Zuſammen⸗
iſcher Zeichen (f. d.), mit Beridfichti-
tengenverbältniffe, in benen bie Ele⸗
ı Körper enthalten find.
f. Formal.
1) beſtimmt durch Flächen od. Linien,
R. gene begründete Theile eine®
B. Muskeln in Körpern, alten im
2) Art u. Weiſe diefer beftimmten
3 B. rund, edig, breit ꝛc.
(Hüttenw.), bie Lage ber Form in
ofen na Erforderniß abändern.
re, 1) derjenige Theil der Gram⸗
x bie Wörter ihrer Form nach behau⸗
ex Slerion berfelben banbelt; 2) fo v.
he Anſchauungolehre.
sen, Juſel der Pithyuſen im Mittel-
von Joa; erſtreckt fi von W. nad
Stumben bei J Stunbe Breite, ift ohne
yer viele Brunnen u. bringt Getreide,
nöl, viel Sch; 2 OM., 2000 Ew.;
L.
It, ein altes, ſchon feit dem 14. Jahrh.
Sr, begütertes Geſchlecht, welches
fen Johann Porcachio abſtainmen foll.
. fommt feit dem 14. Jahrh. vor m.
er Kamilie erhielten 1350 beit Reiche-
amilie biäht jent in mehreren Linien:
(f. oben) geführte Gr
ber Chef: 8) Graf Weunzeslaus, Sohn tes 1853
mit biefen: Prädicate 1623 in ben Reiche - u. Erb⸗
länbifch » öflerreichiichen Freiherrnſtand erhoben;
jegiger Chef ii: 1) Freiherr Joſeph Floriar,
Sohn bes 1841 verftorbenen iberen Michael
Emil Paul, geb. 18323. B) Nebenlinie: a) bie
gräfliche Linie zu Eivibale, erhielt 1718 vom
dem Serzog von Benebig bie von dem Stammvater
beftätigt; jetziger
verfisrbenen Grafen Hieronymus Adam, if ge
18. Septbr. 1818 u. unvermäßlt; fein Bruber
eb.
| wig, geb. 1822, flebt im öſterreichiſchen Militäre
| tienften. b) Linie ın Gras; bermaliger Chef:
3) Ritter Kranz, Sohn bes 1807 verftorbeuen
ran, Joſeph, geb. 1790 u. vermählt mit Aune
arie von Ranner.
Formentor, Borgebirg ber Nordſpitze ber Ba⸗
leureu-Zufel Diajorcu, an einer ſchinulen Halbiniel.
Formenwelle (Kattundr.), Welle einer Drude
maſchine, unf welcher fich die Korınen befinden.
ormer, fo v. 10. Formmacher.
örmerei, Kunſt ber Anfertigung von Formen
zur Gifengießerei.
Formerz (Hüttenm.), Erz, welches über bie
Hälfte Süber euthält.
Formes, 1) Karl Jean, geb, 7. Aug. 1816 im
Mühlheim am Rheim; von feinen: Bater zum geifte
lihen Stande beſtiamt, verſah er während breier
Jahre die Küfterfielle an feinem Geburtsorte u. er»
regte bald allgemeine Aufmerkſamkeit durch feine
Gefangevorträge in Concerten u. in ber Kirche:
1841 machte er den erfien tbeatraliichen Verſuch ale
Saraftro in Mozarts Zauberflöte auf dem Stadt⸗
theater zu Köln. Unter 8. Kreuzers u. Gun.berts
Anleitung im dbramatifihen Geſange augebilbet,
trat er bei ben: Kölner Theater in ein Engagement
von 1541 bis 1943; nach Ablauf vefielben ging er
nad Manheim u. von dort 1845 zum k. 8. Hofopern-
theater nah Wien. Wegen ber in 93. 1849 dort
autgebrochenen Revolution verließ er Wien u. ga-
flirte bis 1850 auf einer Runbdreife durch Deu
fand in fat allen Hauptftätten. 1850 wurde er
als erſter Baſſiſt ter Italieniſchen Oper in London
(Eoventgarben)engagirt; bie Winterlaifon von 1854
bie 1852 verliebte erim Engagement bein Hoftheater
in Madrid u. die Sommerfatfon 1852 wieder beim
Soventgarbentheater. Während der Winterfaifor
von 1852 bis 1853 war er in St. Petersburg bet
ber Italieniſchen Oper engayirt u. von 1853 Eis
1857 zu allen Saiſons wieber in London beim Co⸗
ventgarbeutbeater; 1857 unternahm er eine Kuufl-
reife nach Amerile. Seine Hauptrollen finb: Ga«
raftro in ber Zauberflöte, Figaro i1 Figaros Hochzeit,
Darcel in ben Hugenotten, Zyfiurt in Guryanthe,
Figaro im Barbier von Sevilla, Georg in ten Pu⸗
ritauern u.a. 82) Theodor, Bruber bes Borigen,
eb. 24. Inni 1826 zu Mühlheim am Rhein, folgte
item Bruder nad) Wieu, wurbe hier ınufilaliich
ausgebildet u. trat 1946 im Sommertheater zu Ofen
ale Ebyardo in der Lırcia mit allgemeinem Beifall
auf. Bon bert ging er nad Wien in Engagement
beim Dofoperntheater u. trut hier unter furtwährend
ſich feigernten Veifall auf, Eis bas Jahr 1848 ihn
zwang, megen ber ausgebrochenen Revolu:ion Wier
zu verlafien. Valb tarauf trat er in Mauheim für
bie nächfien zwei Jahre ein Engugement an u. —
hierauf einem Rufe an bas t. oltbenter in Be
21Fotmey bie ::Furmefarıh
M
bei welchen er feit 1651 eugägirt iR: Außerden
eg den Yonbsuer Concertfaifons ge ben
täbten Deutichlande init geoßem Beifall.
Ton feiner Stmmme ift voll Metal u lang
Ausbauer. . Seine Haupt»
8
zollen find: Pr in ber Stuummen von an |
— A Eury a are ns ber Zau⸗
te, an in io own in ber
er —— im Lu. eb 1u
ı Sort 8 eiur. Sam
in —— ware ef. 20 Ja ‚alt: Prebi es an
g
re —* 2.1239 Pro nun
boſophie an dem n Gymnaſtum in
1748 au der Alabtntie der en in Berlät
de.clarit6; er fl. 1797.. Außer miehreren Über-
ſetzungen gub er heraus mit Beaufobre u. Manclere
die Bibliotheque germanique, 25 Bbe., u.Nouv.
biblioth germanique, 25 Bde.; vedigirte
mit Berard das Journal litteraire de PAlle-
magus, 2 Bbe., n. Minerve ot Mercure, 'x.
a. fr.:
La belle Wolfienne, Haag 1741—53, 6 Bbe.; |
losoph6 chretien, feyb, 1750—56, 4 ®be.; | ih
Melanges philos., eb®..1744, 2 Bbe. 2) Lub- |
ke
wig, Sohn bes
medicini
im Berlin, 1796 koniglicher &
1 a
fin u. R. 1823; er ſche.: Verſuch einer —
Topographie von Berlin, Bert. 1796; Redicixni
Ephemeriden, ebd. 1790 f., 4 Hefte; Vermehrte
Sihriften, ebd. 18215 Berſuch einer Würdigung
bes Bulies, ebb. 1823, u...
ormflufche (Metallarb.), fo v. w. Gteßflafche.
ormaerwölbe (Hüttenm.), |. u. Urbeitsfeite.
orm
Borigen, geb. 1766 in Berlin,
bi eginme
Formica, 1) Inſect, Ameife; 2) F. leo, fo v.
valpes, |. Wurmibwe. Formi-
ech
gruppe nordöſtlich der Inſe
Elba im Tyrrheniſchen Meere; 2) (G. di Groſſeto),
Be Inſeln ebenbajefor, gegenüber der Mündung
Ombroue, wenig bebaut, nur-von Fifchern bes
fuht; 8) (le F.), zwei Inſeln an Siciliens Weſt⸗
Füfle zwiſchen Levanzo u. dem Feſtlande.
rmieiten, Verſteinerungen von Ameiſen.
— ge —
iſtriete Caſerta neapoli rovinz
na bi Samen; 2300 Em A. -- : .
| vendent Alfohol, gef
Formicön— C Hs O, ein bünnflüt
der bei ber Deftillation eines Gemnenge
jenfaurem Kalt mit Kalkerde erhalten ı
Körper joll aus der Ameifenfäure auft
entftehen, wie das Aceton aus ber Eifi
Formicum acidum;, bie Ameijen
Formicrca salya, ameijenjanre Salze.
orınibäbel (dv. Tat.), fürchterlich.
orınigaß, 1) Klippen norböftlich vo
Anfel Santa Diaria (Norbmwehtlüfte ı
2) (Formigues), Kleine Juſel am ber I
ber griechiichen Halbiuſel Morea.
Hard (pr. Forminji), Dor
biffemeut Bayenz des franzöfiigen 2
Ealvados; 600 Ew. Hier 18. Mpril I
Franzoſen über bie Engländer.
Wormio- (a. Gevar.), Fluß in Sta
bie Norbgrenye Iſtrieus; j. Formtone ı
Formiren (v. fat), 1) Bilden, ter
Solbaten, ſich —— 3) (Buchb
Abformen der Dede
Formlehre, ber Oranıkefl
bie Wörter von ihrer erſten Biſdun
Sprachorgane u. durch Schriftzeichen‘
vblligen Audbi pı Wei en =.
tung. nach ber B ihrer =
ihrer Komet So umfaßt fie. die
Sormenlehre n. die Etymologie (f. d. «
oͤrmlich, 1) was bie
u
ber Regel baben fol, fo licher S
licher Beweis a u. Koun 3); 2). and
:
&
*
—
ei
Formen aus Gypa, Thon, Bade, &
u: Holz macht ; welche zung Gießen m.
nen; bei Eifeug
Formobenz faure (
fenfaurer Beuzoylwa ‚ra
tmomethyläl, fo v. w. Kor
Methyloxyd, |. u. Formyl.
Formonitril, das Ritril ber Ame
ber Blanſäure iſomer.
Formononetin, Oao Hao On, ı
Einwirkung von verbünnter Schwefelſẽ
jäure auf agein, — —
m Waſſer u. Ather, leicht 180lich ic A
389
Braunftein färben es ſchöͤn roth; durt
Barywoaſſer geht es in Ononetin Aßeı
unter Bafferaufnahme in Ameiſenſnre
Formortüra (Forsmerture , Som
ture), im Mittelalter Güter eines 1
welche durch das Erbrecht au einen 1
wenn keine Erben vorhanden waren, an
herrn ſielen.
Formdſa, 1) (von ben en Th
nannt), Juͤſel in Chineſiſchen Meere (I
füdöſtlich von der chineſiſchen Provin
von dieſer durch die Sormofatraffe gei
DM. Klähenraum, 53 Meilen Yang,
Breit; wird in ihrer Mitte von - einer
©. gehenden Gebirgskette (Ta-Kan,
ſcher Beſchaffenheit, bis zu 10,000
ea mit Schnee bebedite Gi vd
2
[rei ie, Mi iß,
Eu
en e, I €, ) 4
Orangen n. gahlreiche andere
Bormofanifche Syünche - bis. Weraifchneidefunft
von China, hat aber noch eigne Ber-
zrãuche n. Religion; bie Ureinwohner
it nach von den Auſtral⸗
wae) enb, ihrer Sprache nad)
Irfprumge, |. Formoſaniſche Sprache)
Hiwei® don ben Ghinefen werdrängt,
ben öftlichen
halten. Die Gefammtzahl der Ein-
fih auf 2 Millionen belaufen, worun-
300 Chineſen; Hauptfiabt des dhi-
6: Thai-wan-fu; außerdem
che Sarnifonsorte — Huf F., ben
m lange gehörig, hatten fich mit ber
en niedergelaffen; von biefen erhielten
r Land an der Kilfle zur Ausbeflerung
eingeräumt. Diefe vertrieben um 1640
a u. gründeten auf ber Gübfeite der
N-mwan-fu das Fort Zelandia. Das
wernement räumte ihnen ten Befit
We einpörten fich bie chineſiſchen Ein-
ı die Holländer, weil diefe dem See⸗
dei wollten, von ben Cinwohnern
zu erheben. Der Kampf banerte
o endlich Loyet, der Sommanbeur in |
s auf ber
sterinbien, Sübafien) ; 8) Fin
Benin (Weſtküſte Afrika’s) minbet u.
eine ber Münbungen des Niger if;
Me un. benätlertfie Infet der Biſſago⸗
an ber Küfte von Eenegamı-
imani; 7) Budt an ber Kü
iſchen Previnz Rio⸗Grande, füdlich
Rod; 8) Marttfleden in der ficilifchen
bei Trapani; 4000 Ew.
riſche Sprache, zerfällt in mehrere,
iem Kiub, romaroman Blur. von |
Never. Gigentlite Mojectinn gibt e6
«636
Bräteritum durch ein nach bem a der
Formoſaniſches Teufelgen, ſo v. w. Schup⸗
r.
ormofität (v. lat.), Schönhelt.
ormdus, vorher BSiſchof von Porto, ging im
Auftrag bes Papſtes nach Bulgarien, um bie Ar-
ag der bortigen neuen Kirche zu ordnen;
unter Papſt Johann VIII. beſchuldigt, an einer
Berſchworung gegen Karl den Kahlen n. ten P
theilgenommen zu haben, wurde er ercommunicirt
u. in den Bann getban; 883 wurbe er aber vom
Bapft Marinund für unkhufbig erflärt n. in fein
Bidibum wieder eingefetit; 891 wurde er nad
Stephan V. (VI.) Bapft n. fl. 896 nach einem fehr
unrubigen RNegi .u. Bapfl. Sein Nachfolger
feine Leiche haben ausgraben u.
r Kattun⸗, Leinwand» u. Geibenbruder, auch
wirb u. mit der wintelf
424
‚bleibt. Die in einen Muſter vorlomuenden Puulte
werben durch eingeichlagene Drahtſtifte hervorge⸗
bracht. Man hat auch Formen (Stippelformen),
deren Oberflächen ganz aus Drahtſtiſten u. Vlech⸗
ftüden befteben. um Berftüdeln ber Drabtftifte
dient Die Sormfchneibemafchine, deren Haupttheil
eine große, mit dem einen Schenkel in einem Klotze
befeftigte Schere ifl. Bor ber Schere ift ein hölger-
ner Kaften, welcher auf brei Seiten einen Durch⸗
ſchnitt bat, turch welchen bie Scherenblätter geben;
wenn ınan num in ben Kaften ein Bündel Draht
ftedt, fan man auf einmal eine Menge Stifte [08-
ſchneiben, welche in dem Kaſten liegen bleiben; vgl.
Holzſchneidelunſt.
ormſeite (Hüũitenw.), ſ. u. Arbeitsfeite.
orınflein, 1) ein von ber rechtecligen Form
abweichender Ziegelſtein; 2) (Sormſtück, Hüttenm.),
im hohen Ofen der Stein, in welchem bie Form u.
auch bisweilen die Balglieſe liegt.
ormtifch, fu v. w. Bleitiſch.
ormtrog, ein Trog voll Wafler, in welchem
vie Suderformen drei Tage eingeweicht u. dann
gereinigt werben.
Formüla (lat.), 1) fo v. w. Formel, 3. 2.
F. juramentl, Eidesforuel; F. concordiae, Concor-
bienformel, |. d. F. consensns (F. henstica), f. u.
Consensus b) cc); 2) (rdm. Antig.), die ſchrift⸗
liche Sajleucten des Prätors an ben von ibm be-
ftellten Judex , in welcher er deniſelben angibt, um
weiche Thatjachen es fi bei dem vorliegenpen
Rechtsſtreit handelt u. wie er entfcheiden foll.
Forinuläre (lat.), 1) Die vorgeſchriebene Weiſe
einer Handlung, Rede od. Schrift; 2) (Hdlgsw.),
edrudte Schemata, bei welchen nur einzelne Yüden
— ausgefüllt zu werden brauchen, um als
ſchriftlicher Auſſatz, wie Avisbrief, Frachtbrief,
Wechſel, Declaration ꝛc. für einen beſtimumten Fall
zu dienen; 3) (Med.), jo v. w. Receptirlkuuſt.
Formwage, Wage it Peudel u. Gradbogen,
die hauptſächlich in Eiſenhütten gebraucht wird.
Formwörter, im Gegenſatz zu Begriffswör⸗
tern, diejenigen Wörter, welche die Gegenſtände
nur nad ihrem Verhältniß zu dem Redenden od.
zu andern Gegenſtäuden, od. dieſe Verhältniſſe ſelbſt
darſtellen. Aus den Wurzeln der F. entſtehen vie
Pronenina u. Partikeln.
&ormfl (Fo), noch uicht iſolirtes, zuerft von
Kane aufgeftelltes Radical der Aneifenfäure bes
Chloroforne u. a. Verbindungen; verhält ſich zum
Methyl ganz fo, wie das Acetyl zum Athyl. Früher
gab man ben 5. bie Formel Ca H, gegenwärtig
nach Gerbarbt Ca IH O2. Seine Verbindungen
entiteben re durch Orydation od. Entwafierftof-
fung ter Methylverbindungen, aber auch aus Athyl-
verbindungen durch ſehr euergiſch deshydrogeniſi⸗
rende Einflüſſe. Wenn Methyloxydhydrat mit Pla⸗
tinſchwarz in Berührung komint, fo erleidet es eine
anz gleiche Veräuderung wie Allohol unter dem⸗
Felde Verhältniſſe. So wie bei dieſem Effigfäure,
bildet fich bei jenem SormpIfäure od. Ameifenfäure
(j. d.), auch ameijenjaure Salze (Ameijenäther).
Außer diefer kennt man das, dem Aldehyd ent»
[prechende Formyloxydbydrat od. Jormyſhydrũr (Zorm-
aldebyb, Ameiſenſäurealdehyd), Ca H2 Os,
aber nur in Verbindungen. Es eniſteht wahrſchein⸗
lich bei der Deftillation von Holzgeift mit Braun—⸗
flein u. Schwefeljäure, jowie bei der Behandlung
|
Formfeite bis Fornarina
| von Hippurfäure mit Bleifuperoryb u
Berbinduug mitMetbyloryd, dad Fern
Metbylorgb ( Bormometholal nuch Dun
nach Kane), durch Defillation von
Brauuflen u. Schwefelſänre u. wieb
ficution, erſt für ſich (mo Die zuerfi uı
gebeube Silberfulge rebucirende Flü
geftellt wirb) u. bumu liber Kali iR
ätberartige Flüffigleit vom angenehu
baftem Geruch, mit 3 Th. Waſſer u.
biltniffen mit Metbolorybbybrat, 4
miſchbar, Teicht entziinblich, wird bu
Stoffe in NAmeileniäure, durch Chlor
14 Chlorfobleuftoff verwandelt. So
nach Derzelius das Hlartige flüchtige
bei ber Deftillatisu einer. alloholiic
Acetylſuperchloribs niit Kali überge
bindung von gleicher Zuſammienſetz
durch Einwirkung von Chlor auf ef
bervorgebrucht worben. BormyIchleri
fuperchlorid, Chlorätberib), fo '
forın, ſ. d. Formylbromid (Bronofe
durch die Einwirkung von Brom o
bromigfaurem Kalf auf Alkohol u. H
ein Mares, jchweres Ol von 2,10 ſp
wicht u. ift dem Chloroform ſehr ähr
jodid (Jodoform), enifteht auf dieſe
das Chloroform u. Brouioform; au
es fih aus Zucker, Milchzucker, Gun
enaunten Proteinſubſtanzen beim 8
—* mit Jod u. Kali; es erſcheint
gelhes, in Waſſer faſt unlöslichet
u. Ather lösliches Pulver von ſüßlich
Geſchmacke n. ftarlen, dem Eafran
ruhe; aus Alkohol kryſtaulliſirt, bilder
nende, leicht zerreibliche ſechsſeitige X
molcyanid (Cyanoform), ſoll beit
von eſſigſaurem Kalt mit Berlinerb
quedfilber entftehen; furblofe, flüchti
n. Cyanwaflerftofffüure riecheute
ſich in Waffer, Alkohol u. Ather löſt
chlorid (Oryhlorfornyl, or
entſteht durch die Einwirkungen v
Methyloxydgas im Sonnenlichte, öl
keit von erftidlenveim Geruche. &orm
fih bein Erhigen von Joboform ı
gelbliched DI von füßem Geſchinack
Geruche. Formplfäuren, vou bei Sa
dungen Des 75-8 trennt mau num ft
(Aneijeufaure); eite aubere S
mplige @äure, foll fih bei den Gin
Natrium auf ameifenfuures Athr
Sormplorpb (Interfornylige ©
einen Bejtanttbeil des Vierbplals au
Formylin, eine flüchtige organifd
jich beim Bebandeln des Guffeine n
u. mit den Methylamin Ca Hs N u
Fornäri, Maria Bittoriu, geb. 1
aus ebler Familie; verrieth im ihren
Hinneigung zu religiöfer Schwärm!
jede den Gennejen Giovanın Strui
ben Tode deſſelben in bie vorigen €
baute 1604, unter Wlinwirken des Jet
ein Kiofter für Nonnen der Jung
wurde Stifterin des Annunciaten os
fie ft. 1617.
vornarina (itul., Bäderin), Et
weshalb mehrere fhöne Srunenbilm
Fornũs bis Forfeti
zaläſten fo benannt u. dem ger
igeichrieben werben.
be Spite von Yütland.
Myth.), Böttin ter Ofen, in
etreide dörrte, um bafjelbe hierauf
oßen. Numa weihete ihr die Ser
um Abwentung allee Schadens
f Das Feſt fiel auf keinen be⸗
endern wurde von Dem Curio
gemacht. Diejenigen, welche ben
: batten, brachten ibr Opfer am
lirinalien, daher dieier Tag Dies
fligte Bucht mit Hafen an ber
l Minerca.
rtfleden im Diſtriet Iſernia der
cevinz Melife, 1500 Em.
t., geb. 1610 in Wettin, Orgel-
en Orgeln die Wintprobe, d. b.
Windwage ben Bälgen die erfor-
ine zuzuführen, u. verbefierte die⸗
„bertaften auf Der Elaviatur; er
ein in ter Ulrichsfirche zu Halle
ssburg zu Weißenfels find von
nftantin, geb. 1820 zu Avenches
m Waadt, wirmete fi) in Lau⸗
‚bingen u. Heitelberg pbilefopbi-
Etutien, ying darauf zu feiner
ng nah “Paris u. ließ ſich als
wiſſenſchaft in Lauſanne nieber.
ter Jeſnitenfrage entftanbenen
sr auf die liberale Seite u. wurde
neuen Regierung. 1551 mwurbe
-taatsratbe im Cauton Waadt u.
ınten Mitglied Les Stünderatbs,
Kräfitentenjtubl einnahm. 1957
it des Bundesraths an die Spitze
iften. machte ſeine Regierungszeit
ech kluge Beilegung des Neuen⸗
8
at.), Freudenmädchen, meil bieje
e Arkaden (Fornix) aufbielten.
„Befriedigung bes Gefchlechtd-
Ebe, bef. mit freien Mädchen,
urerei; daher Fornicationöftrefe,
(Fornicanten).
culõsi, ſ. u. Nieren.
. Feigenbaum 1) a).
er Rebenfluß ber Aller im preußi⸗
ezirt Magdeburg.
1) Gewölbe, gebogener Theil.
:birn; F. orbitae, ber obere Theil
2) Schwibbogen, Arkade; 3) fo
ogen; 4) (Bet.), Dedfiappe,
huppe, ein verjchieden geftalteter,
niger Theil, der im Schlunde
jer (röhriger) Blumen, meift in
ommt u. benjelben verfchließt od.
ano), Marlifleden am Taro im
a, bieß im Altertbun Forum
— — —
425
—— eiteriore; münbet nach einem Lauf von
18 Meilen in das Atriatifche Meer.
Forres, Stadt in ber ſchottiſchen Grafſchaft
Murray (Eigin), an ber Findhornbucht; Wollſpin⸗
nerei; 4000 Ew. Dabei ein mit feltfamen, noch
ımerflärten Figuren bebedter Obelisk (Swenos
Stone genannt), angebli Denlmal eines Sieges
bes Könige Malcom Mac Kenneth Über bie Dänen
unter Swen (1003); wenigflen® reflbirten tie
ſchottiſchen Könige oft in dem nahen Schloffe, von
welchem noch Ruinen übrig find.
Forreſt, Etwin, geb. 1806 in Bhilabelpbia,
trat zuerft 1820 in Bhilabelpbia auf bie Bühne.
Bald darauf sing er mit einer Schaufpielergejell-
ſchaft nad tem Welten, lehrte nad) einigen Jahren
nach tem Norden zurüd n. murbe am Albany-Thea-
ter in New⸗York engagirt; ging 1826 nady Bhila-
delphia u. dann Über Havre nad) England, wo er
mit großem Beifall die Bühne betrat; er unter-
nahm zu wieterholten Malen Kunftreifen nach En⸗
ropa u. tritt noch gegenwärtig anf ben bedeutende⸗
ten Bühnen Nordamerilas mit großem Beifall auf.
Forrefter: Infel, Infel im nörblichen Atlanti⸗
Shen Dcean, ſüdweſtlich von Prince of Wales⸗
ae (Weſtküſte von Ruſſiſch⸗Nordamerila).
orreftia, 1) (F. A. Rich.), Pflanzengattung
aus der Familie ber Commelynaceae; 2) (F. /luf.,
Cennothus L.). Pflangengattung aus ber Familie
ter Rhamneae-Franguleae.
Forro, 1) Martifleden am Hernad im Kreife
Abauj- Zorna des ungarischen Verwaltungsgebietes
Kaſchau; Peftamt, guter Mein; 1600 Em.; 2)
(Brenndorf), Pfarrtorf bei Nagy⸗Egyed im
fiebenbürgifchen Kreiſe Karleburg; 1050 Em.
Fors (lat.), 1) Zufall; 2) Göttin bes Zufalls.
Borfeliud, Lars, neulateinifcher Dichter, geb.
1653 zu Fors in Sengothland, ftutirtein Abo Theo⸗
fegie, wurde 1650 Conrector in Götheborg, 1695
Pfarrer in Rüngebala u. 1695 Pfarrer u. Propſt
in Alingfäs, wo er 1729 fl.
orſell, Karl von F., geb. 1783 auf dent Gute
Skoͤttorp im Elaraborgslän, begann feine militä»
riſche Dienftzeit im Seedienſt u. wurde 1800 Fähn⸗
rich der Admiralität. Bei dem Seekartenarchiv an⸗
geſtellt, wurde er von 1801 — 4 bei ber Aufnahme
n. der Öravirung verſchiedener zum Seeatlas von
Schweden gehörigen Blätter vermenbet. 1804— 7
mar er mit ber Aufnahme u. Herausgabe ber Karten
von Bohuslän, Weftgetbland, Smälant u. Biedinge,
1808 mit den Rivellirungen u. Unterſuchungen für
den Götafanal beſchäftigt. 18609 wurde er Haupt-
mann u. 18510 Major. Ale Adjutant bes Krone
prinzen Karl Johann machte er die Feldzüge 1513
u. 1814 in Deutfhland u. Normegen mit. Nach
dem Frieden vollendete er feine große Karte von
Standinavien in 8 Blättern, bie 1925 erfchien. Er
. 1848 in Stodholm u. fchr.: Statistiska tabel-
er öfver Sverige och Nörige, 1827, 2. Aufl.
1830; Statistik öfver Sverige, 1831, 4. Aufl.
1844 (beutfch von Breeie 1835, 2. Bearbeitung
1845); Statistik öfver alla socknar i Sverige,
1834; Anteckningar under en resa till Eng-
in Municipium der Bejer. Bier ! land, 1835.
ieg bes Könige Karl VIII. von
das verbüntete venetianijche u.
„ſ. u. Altuordiſche Literatur f).
Forfeti (nord. Myth.), ein Afe, Sohn Baldurs
u. Naunas, fchlichtere bie Streitigfeiten. Geine
Wohnung heißt Glit ner (Glituir), bie Wände
darin waren mit Gold geſchmückt, das Dach mit
n ber meapolitamijchen Provinz ; Silber bebedt.
220
Fors kal Peter eb. 1736 in Tegelömora in
up (Schweben )’ Giller eg 17598
ofeflor in “a en, begleitete. 1764 Carſten
iebuhr anf heilen Kur Drient u.durch⸗
mit ihm Agypten u. en, we er 1763 im
—*8 Aus feinem Nachlafſe gab Niebuhr:
— — Kopenh. 1775; De-
tiones animalium etc. orientaliam, ebd.
1738; u. Icones rerum memorabilium, quas in
itinere orient. depingi curavit, ebb. 1776,
heraud; ben —X Theil gab ee bexans
Seht kopen) — 3 Thle., Fol. j
a anzeugattung ans ber
gende ber lirticeen, 4. Ordu. 8. Kl. nach
beianut; Arten: F. anguscifolie, anf "Tone
riffg; F. candida, auf ben Cap; F. tenacissima,
in Agypten, u. a.
—— —— — — —8 =
D g .n
* nd» od, Nabelhen, bewachſen. Je
Beſitzer heißen die Forſten —
. Forſten, Schatullen⸗Forſten,
Gemeinde⸗ (Sorporations-) orten,
Privat⸗Forſten; befigen mehrere Private einen
Forf gem (deftlic, foheißter & orporations-
wald. Sorfigerechtigkeiten (Walb-
—
— ger —5 — ber Forſten find vorzuge⸗
e Holzuugung, Eichel⸗ u. Buchmaſt, Graſuug,
— Sammeln der Nüfſe n. des wilden
es — nng, Hutung u. Jagdgerechtigkeit.
Das Hecht, den %. jeder freimden Benutzung burch
Berbot bes Sofene u. Jagens zu — heißt
Berfitaun, u. ift erſt nach ber nf en Zeit
t des Landesherrn geworben, rend vorher
die onen Öffentliche Sachen u. gemein zur Be⸗
nußung u. Jagd barin waren, bis die Idee bes
Forftbanns almälig geltenb gemacht wurde. Bis⸗
weilen haben noch in bem 1 liegende u. baran
grenzeude Dorfſchaftent gewiſſe Bortheile darin n.
war enttweber als wahre Servituten, ob. bie auf
* eu Wibderruf des Sorfiberrn (precario).
orfibeamte, die unter einer —
— find die Seele einer guten Sorftwirthſ—
Die erfte Sorge berfelben bie Sorfibäume, * *
der im Walde — *8 ob. leicht Durch Ent
heimiſch zu machenben, weniger wegen ihrer
als wegen ihres Holzes "ut made Bäume.
theilt fie in aber ol t nabefähnlichen Blät-
tern, welche theils meh Est alfo auch im
inter bleiben, als Tarme, gicte: Kiefer,
— ai nu & im Herbfle abfallen, 5. B. Lerchen⸗
u. tu Laubholz, mit breiteren im Herbit
ebfelhuben Blättern. Die letzteren haben entwe⸗
der hartes Holz, ale Eiche, Buche, Ulme, Eiche,
Ahorn, od. weiches Holz, ale Birke, Erle, Alpe,
Linde ıc. Das Gebeihen der Forfibäume wirb durch
eine vernünftige Sorſteultur ungemein beförbert.
Diefe zerfällt in A) bie fogen. ueplie e, betrieben
mit den Händen durch a) Säen u. by Pflanzen;
ab is yogen. natürliche, wobei ber on
olge ber Art der Benutzung if,
Abfall dee Samens flehengela —
äume —— b) durch Wieberaus-
Ihlog :ög cbgehauener Stöde; u. c) burch Überhalten
Pakmınden, daßreißer (. d. a.). Sorſt
ortung deo Forſtes, die man ſo vor⸗
ich betreibt, indem man a) bie
sg) bes Dclzes
ra a)d
Bordtel: Bis Jeorſtbeſchredßung
mäßig eintheilt, 3) bas O ul N
fort, ec) den Abſa Hotzes,
egung von Son
68 no 0 er Se git, burg burg U
Hear 3 —
6 Holz, u n.
u. —A—— a Brennbo
Auch e) bie nun Gert» u.
es &fte der Walt
eer, er
u. Zuder (Ahorn), Brädte zur!
Maft, zu OL, zu — —
zum Gerben u.
niger als die * ber
Buſche, a ze — *
Arzueien, bie Graͤſer zur Weide, Wi
echättniffe bes Forſtes genau zu unter
das daraus zu geivinnen, was unter
— angedeutet if. Sehr we
un rſte iſt ————
die — —
wirkungen, welche dem —X d
Thiere, —— Bee \
bene ob: et ——
ke ER — —
eines —
berg), ber iin =
zuſamm
i im —— —
hänge ba
d
commifſariats Neuſtadt im bairifchen 8
900 Ew.; Weinbau Gorſter,
zer Wein, bei. belannt der Forſter Tram
von ber Traninertraube benannt).
orſtakademie, Tehranftalt für Mir
gbbeamte, im welcher alle Zineigt
=; Jagdwifſenſchaft, nebft ben Hülfen
vorgetragen ı. zum Theil praftiich ae
Die erfte ftiftete ber gräflich Stollber
forftmeifter v. Zantbier in STienbur:
2 ni — in Zillbad -r Eifenad
ke mehrere in mehreren
bie 2 Fe in®altershanfen
fpäter nah Dreißigader verlegte '
nicht mehr beftehende, in Tharand,
Karlsruhe, Reuftadt-Ebersmali
Forſtamt, 1) obere F
bie u. da mit Einſchluß ber
gen; 2) bie unter einem Former
Fer mit biefem ald Ganzes betrach
tftaffeffor, ſ. u. Forſſdirectien
—23 — u. Forf bann, f. m. f
oritbeamte, f. Forſt u. Zagbbes
oritbegang (Forfbelauf), jo v. m.
ob. Korftreviertheil.
Borftbericht, Bericht, welchen ein
über feinen, od. auf Erforberm über tı
Forſt u. über das im einer gewiſſen
gefallene ob. Wahrgenomntene an
an Behörben ob. auch an Betheiligte m
Forſtbeſchreibung, genaue Beſche
geb, bie bei jebem gut organtfirten
uplicateı, bei dem Förfter u. bei ber £
vorhanden fein alu Dabei finb x
tigen: Luge, Größe, Art bes de wie:
Grenzeihen, —— Eike Fiäffe
Fedkbiene bis : Berker
|
Cintbelung es Forfce im
te, Hawe, Treiben, Holzflanb
Baar kit, Vewirthſebe
rtrag, letzter mit Berũ tigung
ine, — —— der
yenen a ar Gtein- | des
wer Lager, Steinbrüche, Lehm⸗,
—* ach feiner * ‚ feinem Ter⸗
Ite ſowohl im — als i —
iß eine Forſtkarte da
laf letzter find nicht blos en Ter⸗
Grenzen u. Grenzzeichen, —
enen Hol en an eben, Eiche
mmen. t
R —— unt wi Forſt⸗
gerburſche, od. d eigene Ser-
aducteure) mittelſt Bouffole, od.
„u. Blumenbienen.
Tagebuch, in welchen: der weten
r, * er ——— * Re |
nen loflen, od. wa
Buch, worin bie Gefehe Der *
en And; 8) —8 Kugel
Ra, [ u. Berta
wird gewöhnlich von einem Ober
vet Landjãgermeiſter präfibirt, bet
Mecretäre, Berfierpedienten, Gerf-
mgeorbnet. Sie haben vornehm⸗
! genau aufrecht zu erhalten, d. h.
‚ daß bie etatsmäßige Material.
« Ausgabe eingehalten, bie etate⸗
1e mindeflen® erreicht werbe. Die
mete Borktaffe verwaltet ber Berk-
Weffirer), ber, nach Befinben, wie
ıtereinnehmer bat, bie das Gelb
ber weit entfernten Vertanfsftelle
ı in Empfang nehmen Gorflinſpee
siter, Sorieommifläre), Jetzt find
. bie Fen mit den Kammercolle⸗
un — — ben Finanzmi⸗
ich Br Tee Sun
—ã—nſù́
Leinweberei, Tu
4800 Ew.
Firſte x.
ten verließ er
art in Salhburs: 1747 in fein Klofter wieber
LGolzleſ
eve, |. u. Forſt⸗ u. Beamte.
neue, ac 1803 in en
fen’u. geh. 1847 in als Profeffor
bibtiotfetar am ber Liniverfität6ßlbtiotbel. r —*
Geſchichte der Stabt N * 8 1250), Nordh.
1840; Urchiv für die Ge r irdlichen Ne⸗
formation 1831: — zu der Geſchichte
int 1530, 2 Bde,
10 ds Denct —e— ae Geliche ber
Kirchenreforniatio
die Mittheifu Sde —
et bie 7. 86,
‚ großer Wald im bairi⸗
ſchen Lan —
— u. — Wa
v * eg een
—
rer der Hebr prache in Zwickau,
überſetzung, wurde
535 P — in urn; lee n. 1538 ee ber
Geologie ogie im —— en utherauer
wurde er 1541 bi
— * eufingen einfüh«
Reformation Inge
Ci der Theologie dr Wit⸗
war
t, halſ dann die
8 Balentin, ge
dirte daſelbſt, dann iu
der Rechte in Marburg u. 1580 in Heibel
aus VBerbruß Über die Bevorzugung ber Refo
fberg, privatifirte in Worms
s. wurbe 1595 ‘Brofeflor ber Rechte in Helm
wo er 1808 ſtarb. Er ſchr. n. a. Historia juris
civilis romani, Baſel 1565 u. 8.; De jurisdioe
tione romana, n. &. Helmſt. 1610. 8) Grobe⸗
ann), ‚geb 17001 zn u, in iern, sing
BE 8 Benebictinerflofter &t. Emmeran in
——— ——— obenin®;
hei e er PBrofefior der Philoſophie in bems
St. Ammeran n.1744 Profeſſ ——
gerufen, wurdeer 1750 Prior u. 1762 Fürſtabt
* 11. —8* 1791. Er gab heraus: Flacei Alonini
egensb. 1777, 4 Bbe., u. ſchrieb mehrere
—8 Abhandlim umgen. en Reinhold,
geb. 23. Oct. 1729 zu ſchau in —
wurde 1753 Pfarrer Fin buben bei Danzi
san: 1765 mit feinem S Georg, im A
ber Kaiferin Katharina II. bie Eolonien in Gare»
tow an ber Wolga, ging dann nach England, wo er
von 176667 r ber Raturgefchichte un. ber
uns u. Franzoſiſchen Sprache an der Akade⸗
mie in Barrington wer; 1772— 75 begleitete er
im Auftrage ber Regierung ben Capitän Cool auf
feiner zweiten Reife um bie Erbe. Da er von ber
enalilchen Menierung ebenfo wenig eine feinen vor⸗
trefflihen Veikungen angemeflene Entf
ih nach Deutſchland u. wurbe 1780 Ge
fe u. A der Natu —— — in Halle m.
Bien Gelehrten feiner
u. todte Spraden; fein
u. feine Buworlomusenbeit
ern geſuchten Geſellſchafter, Dagegen ſſieß er wegen
Finer derben Geradheit u Heftigleit oft-am m. ſehte
dadurch, ſowie Durch feinen Hang zum Spiel n.
eine gelebrte Sammelſucht wielen Berlegenheiten
aus, jo daß er jogar in Schulbhaft gerieth, sans mel-
isn aber ber Herzog Ferdinand von Braun:
ſchweig befreite. Er jchr. außer vielen Überſetzun⸗
; Observ. made during a voyage round
the world, Lond. 1778 (beutich berausgeg. von
jeinem Sohne, Berl. 1779 f., 2 Bbe., 2. Ausg.
1784, 3 Bde., auch franzöfiich u. holländiſch); Z00-
logia indica, Halle 1781, 2. Aufl. 1795; Gefchichte
ber Entdedungen u. Schifffahrten im Norben, Sch.
a. d. O. 1784. Mit jeinem Sohne: Descriptio etc,
characterum et generum plantarum, quas in
itinere ad insulas maris australis 1772—1775
coll., Lond. 1776, dentſch von Kerner, Gött. 1776,
u. mit bemfelben ı M. ©. Sprengel, Beiträge
zur Boller⸗ u. Länderkunde, Lpz. 1781-83, 3.Bbe.;
auch gab er das Magazin nener Reifebefchreibun-
gen, ebb. 1790—98, 10 Bde., heraus. 5) Joh.
Georg Adam, Sohn bes Bor., geb. 26. Nov.
1754 in Naßenhuben bei Danzig, begleitete feinen
Bater auf beffen Heilen nach Saratow u. um bie
Erbe, half, zurüdaelebrt, feinem Water bei ber
ausgabe mehrerer nelchrier Werke u. erwarb
wie dieſer, ‚feinen Lebensunterhalt größtentbeils
Durch Überfegungen ; 1777 begab er ſich nach Paris
n. von bort nad Holland u. erbielt, auf einer Reife
nad Berlin begriffen, 1778 einen Ruf als Proſeſſor
der Naturgefchichte am Karolinum in Kaffel, wurbe
1784 Brofeffor in Wilna u. 1788 Oberbibliotbelar
bes Kurfürften von Mainz. Wie fein Bater in blo⸗
nomiſchen Dingen forglos u. alle materiellen In⸗
texefieu vergefienb, wenn es die Durchführung einer
von ihm leidenschaftlich erfaßten Idee galt, warf er
ſich 1792, als die Franzoſen nach Mainz famen,
der Revolution in die Arme, wurbe 1793 als Agent
der Stadt Mainz nah Paris geichidt, um eine Ver⸗
einigung mit Frankreich zu bewirken, u. verlor bei
der Einnahme von Mainz durch bie Preußen fein
— u. feine Sammlungen. Ohne Aus⸗
fit, feine Familie erhalten zu können, trennte
er fih von jeiner Gattin Thereſe, Tochter von
Chr. Sottl. Heyne, u. mwilligte in beren Bernäb-
dung nit feinem Freunde Huber. In der Abficht,
nad) Indien zu geben, lam er nad) Paris, wo er
11. Januar 1794 ftarb. Er bejaß eine umfaflende
Selehrfantleit, u. Naturwiſſenſchaft u. Ethnogra⸗
Hhie verbanlen ihm viele werthuolle Entbedungen.
Seine Sprachgewanbtheit u. Darfiellungsgabe läßt
ihn als einen der vorzäglichfien Brofaiften bes 18.
Jahrh. bervortreten. Er jchr.: Kleine Schriften, Lpz.
1789—97, 6 Bde.; Anfihten vom Niederrhein, von
Brabant, Flandern, Hollaud, England u. Frank⸗
zeih, im Jahr 1790, Berl. 1791—94, 3 Thle.;
3.6. * Briefwechſel, herausgeg. von Thereſe
Huber, 1820, 2Bde. Er überjebte feines Vaters
Reife um die Welt u. außerdem viele andere Werte,
darunter Kalidaſas Saluntala, wodurch dieſes Ge-
dicht in Deutſchland zuerſt näher belannt wurde.
Sämmtliche Schriften herausgeg. von ſeiner Toch⸗
ter mit einer Charalteriftit bes Verfaſſers von ©.
G. Gervinus, Lpz. 1843, I Bde. 9. Koenig machte
F. zu ber Hauptfigur feines Romanes, Die Club-
* Mainz, Lpz. 1847, 2 Bde., u. ſchrieb
ie befjelben, ebb. 1858, 2. Aufl.
zäus, geb. 1759 zu Hirſchau, war
gerfer mis Bee
zuerſt MWallfagrteprieker im Atendtin
aber bier als Belämpfer ber. römildeı
priefterlichen Cdlibate u. anberer ſpeci
liihen Lehren in viele Unannehmlichkei
bis er 1803 als P ber
u nach England, wo er 1784 anlam
üdtehr nach Galcutta follte er eine
Mahratten nıuchen, farb aber 1792
Er ſchr.: A Journey from Bengal
Cale. u. Lond. 1790-98, 2 Bhe.
Meiners, Zür. 1796—1800, 2 Bbe.);
Religion u. Sitten der Hindus, Lo
Krangois, geb, 1790 in Locke, mi
Kupferiteherfumfi in ber Schule son 9
in Paris, gewann 1814 ben exfien B
beinie u. begab fi nun nach
nad) Paris zurüdgelehrt, Tieferte- «
Dienge worgüglider Arbeiten, welche
techniſchen Bollenduug zu bem
was bie moderne Rupferftecherei
jeit 1844 ift er Mitglieb des Inflitnte,
züglichſten Blätter find: Die Jüugen
nad) Payl Beronefe (1812); Dibe m
Guerin (1821); Tiziaus Geliebte nad
Darftellun eiligen Zungfrom
bie heilige Käcilie nach Delarsche (18:
lige Familie nach Rafael (1854).
Foͤrſter, 1) Johan, |. Korfer
Chriftian, geb. 1735 in Halle, iu
wurbe 1761 Profeflor ber Philoſophu
ßiſcher Kriegs⸗ u. Domänenrath u. 1'
bes Botaniichen u. Olonomtifchen Gaı
verfität u. fl. 1798; er ſchr. n. a.: Ein
Bet Er ‚1765; one
ral⸗, Polizei⸗ u. Finanzw chaften
Entwurf ber Lund», Stadt⸗ u. Sta—
ebd. 1782, 2. X. 1793. 8) Johe
geb. 1754 in Huerftäbt; war Diakonn
brebiger in Raunıburg, zulegt Sup
eißenfels u. Ar 1800; er ſchr. m.
ber chriftlichen — Weißenf. 17
1823; Beicht⸗ u. Communibnbuch,
5. Aufl. 2p3.1822. Orl Aug.E
AR 1784 in Naumburg, flubirte 18
Leipzig Theologie u. Philologie, win
junct u. 1807 Brofeflor am Kabdettencı
den u. ft. 1841 5 er überſetzte bie Gebid
Lpz. 1818 f., 2 Thle. 3. 9. 1851; T
jos, Zwidau 1821, 2. X. Epz. 1844:
nuova, %py. 1841; vollendete
beutfcher Dichter des 17. Jahrhunde
bem 14. Vde. u. fehr.: Rafael, ein Kuufl
leben (Gedichte), Lpz. 1827; Geſanm
typ. 1842, 2 Bde.; Viographiſche
Stiygen aus feinem Yeben gab Luiſe F.
Dresd. 1846, heraus. 5) Lebreqh
pſeudon. Alerie ber Wanderer
in Gotha, trat früh in gothailche S
machte zum Theil als Hauptmann
in Pommern, Tyrol, Spanien, Aufl
reich mit; wuche 1821 penfienizt u.
doͤrſter |
er 1846 Harb; er Ichr.: Blatter aus |
be Uleris tes Wanderers, Altenb.
r dieſem Namen Bote, die Lantenfpie-
. 1823; überf. Offime Gebichte, ebd.
(. 1830, 2 ®be.; den Cervantes, ebb.
2? Bde.; Bottas Geſchichte von Italien,
31, 8 Bbe.; Segurs Memolren zc.,
10 Bochn.; Michauds Geſchichte ber
bd. 1827—32, 7 Bde. (vom 2. Bde.
ons Briefe an Yofephine xc., ebd.
2.5 Memoiren des Marſchall Rey ıc.,
36, 2 Bde. u. a. 6) Friedr., geb.
192 in Mündengofferläbt an ber
irte Theologie, wohnte tem Feld⸗
Frankreich im Lütomfchen Corps bei,
er u. hatte Antbeil an ber Zurfdfüb- .
ranbten Kunſtſachen aus Paris, war
e Fahre Lehrer in ber Tönigfichen Ar-
Kilitärfchule in Berlin, verlor jedoch
817 auf Befehl des Könige wegen eines
ver Remefis, wurde indeß fpäter zwei⸗
au ber Kunftlamımer u. ben: Ethnogra⸗
enm, bis ibn feine Veröffentlichungen
natieben Friedrich Wilhelnie II. in ie
ı Gefchichte des preußifchen Staates
us um die Gunft bes Hofes brachten;
e zur neueren Kriegsgefchichte, Berl.
; Der König u. feine Rıtter (Gedicht),
Örundzüge der Geſchichte des preußi⸗
), ebd. 1817— 1818, 2 Thle.; Einlei-
gemeine Erdtunde, ebd. 1819, 2. U.
much ber Geſchichte, Geographie u. Sta⸗
rußiſchen Reiches, ebd. 1820 — 1822,
Feldmarſchall Bücher u. feine Um-
pz. 1818, 2. Ausg. 1821; Friedrichs
Iugenbjabre, Bildung u. Geift, Berl.
a u. Neifeabenteuer, ebd. 1826; ano⸗
eines Lebenden, ebd. 1827, 2 Ode. (im
e Briefe eines Berfiorbenen vom Kür-
it beiten fie aie 5 * Bd. in einer
ung als YKortießung gegeben
uſtav en, biftorifches Drama, ebd.
enflein, Herzog von Medienburg x.,
k (er erwies burch feine Yorfchungen
Ballenfteins in Betreff der Anlage
rath); Friedrich Wilhelm I., König
„ebd. 1834 f., 3 Bde.; nebft Urkunden⸗
‚„ 3. Ausg. 1839; Die Höfe u. Cabi⸗
ı6 im 18. Jahrh., ebd. 1836— 1839,
ichte, Berl. 1838, 2 Bde.; Statiſtiſch-
‚bi fiht des preußifchen
d. 1839; Leben u. Thaten Friedrichs
Meiß. 1840 f.; Die Perle auf Linda⸗
relig 1841; Solumbus, Lp3. 1642;
bis Heimkehr, £p3. 1843, 2. A. 1849;
r 1844; Breußens Helden,
.; Die Mittheilungen über König
i IL. in der neuen u. neueſten
venfens 1850. 7) Ernft Joachim,
Ber., ge. 8. Aprif 1800 in Muünchen⸗
a ber Saale, ftudirte in Jena n. Ber»
e, Philoſophie u. Philologie, wandte
22 zur Malerkunſt, malte in Dresden
ı m. Zigian, Ichloß fih 1823 in Mün-
welius au, arbeitete 1824 u. 1525 an
Bonn, fpäter an ber Ausihmüdung
ı des Hofgartens in München u. des
gebaues daſelbſt; fein erſes Wretco-
emäfbe eigener Erfindung iſt bie Erſtürmung Der
onefer Clauſe durch Otte von MWittelsbach. Er
war feit 1826 mehrere Male in Italien, wo er in
Piſa, Bolterra, Piftoja, Bologna ꝛc. manche, bie
italieniſche Kunfſtgeſchichte bereichernde Studien
machte (1533), alte nicht beachtete Gemäfbe großer
Meifter auffand, namentlich in Padna (1837) bie
Freslen im der Capella bi &. Giorgio entbedte u.
berfiellte, u. eine reiche Sammlung von Handzeich⸗
nungen nach älteren Werken theil im Auftrag bes
Könige Mar vou Baiern, der Könige Friedrich
Auguft von Sachſen u. Friedrich Wilhelm won
Prenfen, theile für fich ſelbſt anfertigte ; er mibmete
fich fpäter ganz der Kunftichriftftelerei, Tebt je
in Münden ıı. iſt Mitglied ber k. Alademie ber bil»
benden Künſte zu Amflerban u. Münden. Gr
Ihr. : Leitfaden zur Betrachtung ber Wand⸗ u, De-
denkilber bes nenen Königbaues in Minden,
Mind. 1834 ; Beiträge zur neueren Runftgefchichte,
£py. 1935; Briefe Aber Malerei, in Bezug auf bie
Gemältefaummdlungen in Berlin, Dresven, Mün-
ben xc., Stutty. 1838; Münden, ein Handbuch
für Frenide n. Einheimif ‚Münd. 1838, 8. u
1955; Daffelbe franzäfi, ebd. 1838, 3. Aufl.
1853; Handbuch für Reiſende in Stalien, ebd.
1840, 6. Aufl. 1857, auch franzöfifch 4. Aufl. 1850;
Die Wandgemäfde ber St. Georgenkapelle in Pa⸗
bua, Berl. 1841, ıc.; Haudbuch für Reiſende in
Dentichland, Mind. 1847,2.9., 1953; Joh. Georg
Müller, St. Gallen 1851; Die Geſchichte ber deut⸗
ſcheu Kunft, Lpz. 1851 —59, 5 Bde; Gebiähte,
£p3. 1854; gab auch vom A. bis 8. Be. Wahrheit
aus Jean Bauls leben, Bresl. 1826— 33; Politi⸗
(je Rachllänge von Jean Paul, Heibelb. 1932;
ferner Iean Pauls, ſeines Schwiegervaters, liter
rarifhen Nachlaß, Berl. 1836—33, 5 Bre.; Den
Papierdrachen, Srauff. 1845, 2 Bbe.; Genellis Um⸗
riſſe yum Homer miterflärendenZert, Stuttg. 18445
Dentniale der deutfchen Baukunſt, Bildnerei u.
Malerei (Prachtwerk mit vielen Stahlſtichen), Lpz.
1835 —59, Bb. 1—5 (wird fortgefet); Leben
Merle bes Era Beate Angelico da Fieſole, Regeneb.
1859; 1842, nach dem Tode L. von Schorne, über-
nahm er einen Theil der Rebaction bes Kunfblatte®
n. die deutiche Ausgabe des Bafari. 8) Wilh.
a. F., geb. 1797 in Sagan, flarb als Artillerie»
major a. D. am 10. Mai 1847 in Berlin. Er ſchr.:
Erſter Unterrit in der eigentlichen &tatil ob.
Geoſtatik für Mititärfchulen, 1825; Gedächtniß⸗
tafelıı ber allgemeinen Geſchichte, 1835; Eury⸗
nome, dramatiſches Taſchenbuch, 1837; Geſchichle
bes koniglich preußiſchen 1. Küraffirregimente,
1843. 9) Cmanuel Aloys, geb. 1747 zu Nie⸗
derfleine in Schleſien, arbeitete einige Jahre in
einer Wirthichaftslanzlet, diente 2 % ve in ber
preußiſchen Armee, ging 1776 nah Wien, um
fih in der Tonkunſt zu vervolllommnen u. ſtarb
1823 daſelbſt. Er fehr.: Unleitung zum General⸗
bag, 1608 (in mehrere Sprachen fl t); Anhang
dazu: Praltiſche Veifpiele, 1823 n. componirte
n. a. 48 Biolinguartetten, viele Elarierfonaten,
Fugen u. Präludien für die Orgel u. das Clavier.
10) Heinrich, geb. 24. Nov. 1799 zu Groß⸗
glogau in Schlefien, ſtudirte Theologie in Breb⸗
lau, wurde 1925 zum Priefter geweibt, 1837 Dom⸗
capıtular in Breslau, Infpector bes fürftbiichäfli-
chen Clexitalſeminars u. Domprediger; trat mit
großer Energie dem Treiben Monges entgegen;
ra.
—5 1848 in bie Rationalverfammlung zu.
wohnte im * 1948 Br
bu: u. mwurbe
einer ber
2 bem Tobe ir Baterd ine
ut,
Pflanzengattung auß ber — ber Stylideae,
rten: F. sedifolia u.
E, — Gehirgspflanzen i in Neujee-
land u. Feuerland
* Mat im vhombifchen
BT em, 1a? Berl find fa Eos, durchſi
>
Somma.
anı Monte.
3 a (FE. Mey., Parsonia Mey.),
Pflanzengattung aus ber ii ber Apocyna-
— neae-Eehitga
Bora le, Höhle bei bem Dorfe: Wei⸗
ſchenfeld ericht Hollfelb des bairiſchen
Kreiſes Ober anlen, mit folfilen Knochen u. Grup⸗
pen von. weißen Tropfftembilbun en; in ber Nähe
find_nod mehrere — ee bien, bei
merkwärbig i —e ER —
orſter Traminer, Wein, o
orſtfrevel, im —— die —8
en Forſt, als ſolchen, Au Ghegenftand haben,
t barunter begriffen.
Forſtverbrechen ob. re e
lung nach den beſondern ——— in bie
—— ber Bergehen od, Berhrechen (. u. Wer
brechen u. Criminalgericht) gebört: Diefe beſteht
in einer dorſtentwendung, Solzbiebftabl (f. u. Dieb»
ſtahl) ob. ———— über deren Beſtrafen
——— meine Geſetze nicht beſſehen, ſondern in
ber R Die Yanbes geſetze entſcheiden.
— 8 garten, Anlage zur Erjiebung von Pflan«
re bie Sorten, F bes Gigentöf 4
orſtgedinge, 1) Bertrag bes Eigenthümers e
Bermaltens —* Waldes mit einem Andern, durch
welchen ex dieſem gegen: ein Abſindungsquantum
Nubungorechte in einem beflinugen Gore od, Be⸗
arte eftattete; 2) Bertrag mit Waldarbeitern über
Lan e für geleiftete, Arbeiten. Vgl. Forſtrecht.
gerdume, ein vom Holz befreiter u. zu
* e — 58 im —
orſtger
orſtgere — ——— Hoheit über
“2 orſt.
—2 t untere Gerichtobehörde, amd einem
ren
a en u. Sagbverbrechen —— —
ve beſtehend, welche an Forfibußtagen Ber»
legungen ber Forfigerechtigfeiten, Holyr 1. Wild»
biebereien unterjucht u. beſtraft, Waldbuße bietirt
u. dgl, Schwerere Forſtvergehen, größerer Forft
Wilddiebſtahl u. Dal. gebören meift nicht vor das
jorum bes -8, fonbern vor das Civilgericht.
Forſtgraf. ſo v. w. Holzgraf.
N — Ruten bie Berpſüch
Forſtera hic ——
ihre Raupen u. Larven | ‚find.
burg, Die Forſtinſecten, Berl. 1832 m {
u. ber Auszug daraus: Die Waldverde
Feinde, ebd.
orftkal
ender, &
Ya reslauf vorfommenden Arbeiten in
angegeben Baer
— — J— uf
Fertige —— ‚To 0.2, h
od, mit ben dazu nöthigen Kenntmiffen a
Mann.
eestih iR: 2). (Walbeigenteum)
es 34 aldeigenthum
Eigenthum an Waldgrundſtücen
von ber. Forſtherrlichleit ob.
welche * dem er
berubt. In bem Waldeigenthum finbi
begriffen: das Necht, Holz zu Uen;
das Recht der Maſtung u. Eichelleie, de
melns u. Pechbrennens, bes Strem
Waldbienenſtandes ıL, wo bie Jagb a
al ift od. einem Dritten gehört, —
eit; 8) das Recht Dritter im Yorke 1
ten, Streu, Gras od. Holz, Lehm, Gkeii
(en, überhaupt Nupımgen aus dem A
ben; zuweilen wirb ba - ein Ber
recht#gind) entrichtet.
Forſtregal, ber Inbegui 6
gewalt enthaltenen Befugniſſe — 4
befinblichen Forſten, als das Hecht be
tigung bes geſammten Korfiwefens, biı
gebung- Forfipolizei, ichtsber
te fi) iiber Staäts»,) Domanial»,
u. Privarforfte erſtreclen. Ganz serie
find an ſich bie Rechte des Wald
ie niedere Ssrftgerechtigkeit (Forſtvoli
weiſung wit eigener Malbart) m. die
barkeit (welche beim Standesherrn ver!
nen als verleihbares Regal B, anf
. übergeben, ... ber Aunfficht bei
orfibeamten, einigen Förſtern u Civi
Forſtrevier, bie einzelnen Abcheiin
eine Oberforftmeifterei, od. ein Forſtam
16 a — it.
eftügeneriät, fo» ſo v w. ee
uien, find ———
Männer. welche Ah bem Forſtban wäh
— ——
——
— die Fotſtwicchſchez
' erfang bie Fork- u. Jugdbeaute
wird, denn fie ſollen nur niebere Forfl-
n
rg, f. u. Korfl. 4
ation. Ihr Zweck kann fein Taration:
ſem Korfte vorhandenen Holzmaſſe im
Tinzelnen, b) der Ertragsjähigfeit des
es Geldwerihs für Holzmafſe od. Boten,
jleich. Die Ermittelungen im Einzelnen
im Ganzen vorauszugehen u. erftere
8 an einzelnen od. einer Mehrzahl von
Irobeflächen, vorgenommen. Die Tara⸗
; ferner entweder nach dem Yugenmaße
der Meſſung. Diefe ift einfach bei ger
wen Väumen, 3. 8. Nadelholzſiämmen,
e Höbe der Räume u. ben Durchmefler
endes, wie ten bes Zopfendes, fucht
letzten Die mittlere Zahl u. berechnet
Zanm als einen Cylinder, von dem bie
1ge, obige mittlere Zahl aber Der Durch»
den die Yänme noch anftem Stanıme,
zu dieſem Bebnf die Höhe durch Me
Binfel@ einer Seite u. eine einfache tri-
e Rechnung, die Stärle des Zopfendes
Eqãtzung nach tem Augenmaße od.
auf Beriiiche geſtützte Tabelle des Ver⸗
u der Holzgattung finden. Diefe letz⸗
Meſſung ı. Dafienkeftimmnng tft na⸗
ſer zuverläſſig. Schwieriger tft aber
ivon Bäumen, bie, fun u. Irüppfich
mit vielen ftarfen Aften, wie z. ®. bie
eben find. Hier wird bie Schützung
yehbten Forſtmanns zu einem befjeren
sen, als die vertwideltfte Rechnuug, die
Aſt als einen eigenen Baum betrach⸗
rögere Waldungen tbeilt man nach der
Bandes od. Bodens in mehrere Maflen,
r eine gewiſſe Kläche von jeber Kaffe
ach welcher bann das Übrige in Wege
hung berechnet wird. Dabei miiffen
ven bie F behuie tes Anſchlags eines
icht zu Schätzung des abzutreibenden
scht wird, bie Nebennutzungen von
rei un. Hutung ꝛc. in Auſchlag kommen,
rüdfichtigt werden, ob das Holz leicht
kauft werten kann.
le Jagdbeamte, bie beim Foerſt⸗ u.
Ber ten. Forſt⸗ u. Jagdweſen wer-
rall ven denſelben Beamten beforgt.
en Hälfte bes 18. Jahrb. hat man zwar
als vorgeichlagen, beide zu tremmen,
venig Staaten if dieſer Boörſchlag ins
, u. in der Tbat find beide Aber fo
m 1. beide können fo Teicht zugleich be»
m, daß bie Trennung nicht rärhlich ift.
eiſt noch zu einander gehörig, mögen
ter auch bier zuſammen erflärt werben.
ı Yorfidienfte geeignet zu fein, tritt ber
‚einen Forfibeamten (der jest meift in
‚ Zanbes ſtehen muß) 1 bie 3 Jahre in
rftiebriiaa, Jagerlehrling); er ſoll
B 1. Jahr mur eine Hirſchfängerkuppel
nger u. Jagdleine tragen, dann im 2.
Drriöfänger chne Bügel, u. erfi nad
. (in antern Staaten 6.) Zahres, nach⸗
irfchgerechter Jäger loegeſprochen n.
t worten it, auch einen Lehrbrief
‚ einen mit Bügel tragen.
Forſteleven
n bie nad Air dee
Lehrzeit noch bie Berpfliätung,, eine Forſtakabemie
zu befuchen, u. werten erfi nach einem ſchri
u. mündlichen Sorfteramen als Verfigehälfen (IE«
A angeſtellt. In ben meiflen Staaten
fand früher aber auch bie Einrichtung, daß der
Adel ausichlieglih tie höheren Forſtſtellen erbieft,
beshalb wurden junge Abelige meiſt erfi zu Jagde
pagen, bann zu Jagdjunkern ernamt. Wo
biefe Einrichtung nicht mehr befteht, werden Cra⸗
mirirte u. die zur Anfteffung notirten jungen Leute
Berficandidaten genaunt. Das Beinen der Forſt⸗
afabemien u. tie dadurch erlangte höhere Bilbung
ter Yäger bringt die alte Eitte immer mehr in
Dergefienbeit, Daß bie Sägerburfchen fonft bie Pferde
n. Kleider der Körfter puren, ja bei Tiſche anfıvar»
ten mußten. Sind bir Nägerburfchen bei fürfifichen
Berjonen, um biefelben beider Jagd durch Ladung ber
Gewebre u. bl. zu unterftügen, angeftellt, fo bei
fie Büchſenſpanner, Leibſchützen, Leib⸗
jäger, leiten ſie beſ. die Treiben, Oberjäger.
Ausübende Forſtbeamte find uun die Unterfär»
ſter od. Färſter, welche bie Forſte u. deren Cul⸗
tur, das richtige Fällen des Holzes, die Holzhauer
u. die Reviere beaufſichtigen; es ſtehen deren mehrere
unter einen O berförfter (was auch zuweilen nur
ein Titel für alte verdiente Förſter if), Forſt mei⸗
fter od. Oberforftineifter; an manchen Ortem
beißen tie Förſter, wenn fie beritten find, York
Bereiter (reitendbe Yörfter), u. wenn fie feinen
Forſt, fondern blos ein Jagdrewier Br
Hegereiterz; and haben fie, bef. wenn fie tie Reo
viere bei Hofhaltungen baben od. fonft eine Aus⸗
zeichnung finden follen, öfters ven Titel Hofjäger
od. Wildmeifter. Wird ber Förfter nicht im
Dienfte Des Landesherrn, fontern blos eines Brio
daten angeftellt, fo wirb er in manchen Ländern
Revierjäger (herrſchaftlicher Jäger), m.
bat er einen Korft ımter fih, Revierförſter ge
nannt; vgl. Hehförfter. Zuweilen dienen folde,
wen die Reviere Hein find, ben Serrichaften ale
Diener, öfter find ſolche Jäger nur jäs ermäßig ge⸗
kleidete gewͤhnliche Diener. Höhere Forftbebiente
find ber Forſtinſpector, ber zumeilen ben Titel Forft-
meifter, in Schleften u. an andern Orten ande
jäger, erbält, welcher mehrere Oberförfter, u. der
Dberforftmeifter, welcher mehrere Korftmeifter
unter fih bat. Dem Ganzen flebt ein Landjäger⸗
meifter, Oberjägermeifter od. Landober⸗
forftmeifter vor, doch find letztere oft nur Titel.
Ingroßen Staaten exiſtiren auch wohl Erbreich 6
jägermeifter ob. Erbämter unter ähnlichen Ti⸗
teln. Ganz untergeorbnete, nicht eigentliche Forſt⸗
Beamte find bie Grenzjhüken, melde a ente
legene Reviere od. Heviertheile beauffichtigen follen
ben Bu u. Jagdſchutz haben die Forſtlaͤufer (Ber
knechte, Fußknechte), welche bie Forſt od. Jagb⸗
reviere begehen, n. bie Kreiſer, welche vorzüglich
bie Jagden ın Ordnung halten, bei den Treiben bie
Flügel führen, das eingelaufene wild beflätte
gen ꝛc. Außerdem gibt es noch viele Yorflbeanıte,
die zwar bie Forſten nicht eiyentlich beaufjichtigen,
aber toch mitlelbar abıniniftrativ u. im Rechnnngee
fache wirken, dieſe |. n. Forfidirection. Die Beſol⸗
bung ber eigentlichen Forſtbeamten beficht in baarem
Gelde, freier Wohnung (Dienſtwohnung) m. in
Borktaccidenzien, Deputaten an Holz, Benuhung von
Feld⸗ u. Wiefen-Brundftüden (Dienfträumen), Au⸗
weile, Stamm⸗, Abzaͤhle⸗, Schießgeld, Aufbruch,
a
Jagerrecht, Bälge Heiner Thiere x. Die Forſtacci⸗
denzien u. — — jedoch Aa
in vielen Rändern befeitigt worben.
— u. Wildbann, ſ. u. Wildbann.
brechen u. — u. Forſt⸗
ermeflung, orfibefegreibung.
nie von Forſtwiſſenſchaft
n. Gorfmeen, —
rſtwirthſ * De ——
weice bei triebe der Fo nude in An
wendung kommen, find theile durch bie Stanbortt-
verhältniſſe (Klima, — u. Boden), theils durch
bie Zwede, welche die Befitser bei ber Berwerthung
bes in Wald angelegten Gapitale im Auge haben,
bebingt. Außerdem aber richtet fich bie Betriebe⸗
weife vorzugsmweije na — Art des Holzes in Be⸗
zug auf erjängung orſtes u, das Alter,
welches man bie einze (den eg erreichen
läßt. Man anterjceibet bemna ben Hoch⸗
a bei welchem bie Ongung gleich"
tig auf einer — zuſammenhängenden
e (Schlag) erfolgt, u. zwar durch Samen⸗
aut: b) bie Fehmelwirthſchaft, welche
[8 von bem Hochwalbbetrieb nur baburdh unter-
rt baß der Samennachwuchs über bie ganze
aldfläche verteilt if. Bei biefen beiden, am
meißen üblichen Betriebsarten läßt mau bie Be⸗
ein Alter von etwa 60 Jahren, bei ber Fer
teren auch wohl ein noch höheres erreichen; e) Nie-
berwalbbetrieb, bei welchem bie Vexiüngung
mittels Stod- u. Wurzelausiclags erzielt *
nur — eignet ſich zu dieſem en
baffelbe nur bis ins 40. Jahr Stodausjchlä eier,
fo \ bamit bas Alter der Beſtände au diefen
zaum befchränft; dy Kopfholzbetrieb, we
eibet, daß man bie neuen Ausſchläge am Kopie
r in einer Höhe von 6— 10 Fuß entwipfelten
Stämme erfolgen läßt; e) Mittelwalbbetrieh,
eine Verbinbung ber Nieberwalb- u
el: fo baß das Oberholz ſich * Samen⸗
nachwuchs vereinzelt zwi
düngt u. nach Umſtänden ein fehr hohes Alter erreicht.
ie Holzprobuction beruht auf weſentlich anbern
Bedingungen, als bie Übrigen Zweige ber Urpro⸗
buction. Aundd findet fih Waldboden faft nur
noch da, wo ber A feine einträglichere Nutzun
[ri von dem Nieberwalbbetrieb nur badurhh untere |
erfahren kann, aljo für bie übrige Laudwirth Ei t
von jehr geringem od. gar feinem Werthe if. Das
Grundeapital ift bei der F. ein fehr unbebeutenbes ;
ungleich höher aber den fih das Betriebscapital
raus benn bie F. bebingt namentlich bei großen
riebszeiten einen verhältnigmäßig fehr ftarken
gern, da ftufenmweile vom ältelten haubaren
ie alle — Jahrgänge bes Holzes ver⸗
treten fein müflen. Se länger aber bie Umtriebszeit
8 deſto geringer verzinſt ſich das Betriebscapital,
indem . bei einem 100jährigen Umtriebe der
Borratt den — Ertrag mehr als 30 Mal,
bei ben 120jährigen mehr als 35 Mal übertrifft.
— bie längere Umtriebegeit eine größere
a. werthoollere Maſſe an Nuttzholz, aber bie Un-
theit ber Speculation auf mehrere Generationen
inaus wiegt biefen Vortheil wieber auf u. nöthigt
a Privatmann, dem es um Capitalverwerthung
an thun hi die Unmntriebsgeit o viel wie et ab⸗
a. bie vorhapbengw Vorräthe u;
ochmwald- |
hen dem Unterbolze ver»
Fere a. Mllblann:.bis u
Mg en — iſt der,
kurzen un, en
*
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eignen u. nur, wenn
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niger vortheilhaft fich bie
aber für ben
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IT.
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niffe des eg ben
Hanen I obne —
unen vgl. Wald).
ben Einfluß, —
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Ian
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Eu erde
fitton bes
| Anordnungen zum Sch —
* a * ſondern
Herſtellung —
eig Mr Laudes, gegerliber rer
en ob. boden, Die
eili orge betrifft den abfolatı
oben, b. 5. ben Boben, M
anderen landwirthſchaftli Betriche
vorzugsweiſe ſteile Ge WM
Flußtöäfern. Hier mäflen
Sr ——— re n. bie
rationellen Bewirtbichaftung
Relativer Walbboden ——
ſtrenge Oberaufſicht des Staates
| wenn ber abſolute Walbboden ni
ſcheint, um ben Slonomilden u. =
Anforberungen des Lanbes zu
meinen können Robungen u. Kahlhiebe
beu nur mit Bewilliguug bev Regierum
F chef ef z
. 090 enfchaft, bie
wie bie en nach beſtimmten
ren u. abranain an — m
jebesmaligen Zweck am neun
* zu erfüllen, Dan Se vd DR
enſchaften, alda) .D
Forftabfhägung ‚d) er
ton; u: DB) Hilifswilfeniga Fe
a) Matbematil, reine u. augewanbee,
terer Aufnehmen il Gpesepumgtrie ze
RR
Zoritzeichen bis. Bertebraccie, - -
Pr
rlunde u. Naturwiſſenſchaften, bei. | Göttinger Gebiete auf ber Stelle, wo jet Hardeg⸗
Sorftzeologie, namentlich Forſiente⸗
nologie, bei. was bie Handwerler,
3, Pech ıc. arbeiten cd. es gebrau-
Staats⸗ u. Polizeiwiſſenſchaft; e)
ft, nenigftene jo weit fich beide auf
1; N Waſſer⸗ u. Wegebankunde,
c. Gleichzeitig mit F. wird auch
Haft vorgetragen. Vgl. Bedmann,
., Chemn. 1755—63, 3 Thle.;
uch der %., pz. 17698— 74, 4 Be;
Berl. 1774, 2 Bde.; von Jung,
Bde; von v. Burgstorf, Berl.
1, Mainz 1790; Allgemeines ölo-
magazin, Stuttg. 1763—69, 12
Über F. Lpz. 1696; Boſe, Wörter-
u. Zantmilfenfhaft, typ}. 18098, 2
; Hartig, Forſtliches Eonverfations-
1836 ; Feiftniantel, Darftellung des
Staatéaufgabe, Wien 1937; Hun⸗
lopãdie ber F. 3. Aufl. Tüb. 1540;
& ver F., 4. Aufl. Dresd. 1549;
zforſtwirthſchaftslehre, Lpz. 1950;
uch der F., ebd. 1856: u. andere
Bechftein, Cotta, Hartig, Laurrop,
ig, Pfeil, v. Berg, v. Wedekiud,
ſard, Schulze, Grabe, Gwinner
ber einzelne Gegenſtände der F.
„ſ. u. Waldhammer.
fo v. m. Firſtziegel.
u. Forſtrecht 3).
. Kerfeith), 1) Grafſchaft im Staate
Rorbamerifa), 12 OD ; Fılffe:
Muddy⸗Creek; Boten bügelig n.
fruchtbar; Producte: Mais, Wei⸗
9 gebildet, 1550: 11,168 Ew., mo»
en; Hauptort: Minfton; 2) Graf⸗
: ©eorgia, 12 OM.; Flüſſe: Chat⸗
„Etowah⸗River, Viderys- ı Sit.
: Boten bügelig, an ben Flußufern
a fehr fruchtbar; Producte: Mais,
Kartoffeln, Gold, Silber, Kupier,
nnt nah John dorſptb, Senator
350: 8850 Em., wovon 1027 Skla⸗
Eumming; 8) Hauptort ber Graf»
n Staate Georgia, an der Macon-
ahn; 500 Ew.; 4) Hauptort ber
yim StaateMiffouri, an ber Mün⸗
Creek in den White ˖ River.
1) F. Vahl, Pflanzengattung aus
: Oleaceae-Fraxineae; Art: F.
ıpan u. China; 2) F. Walt, De-
8 der Familie ber Philadelpheae.
e Baummörtel, f. u. Bauniwachs.
e. Fohr), 1) ein ſelbſtändiges Wert
g, entweder cin detachirtes cd. ein
achdem es och innerhalb od. außer⸗
bbereiches ber Feſtung liegt; 2) ein
t, zu Hein, um den Namen Feſtung
Bertheibigung eier Straße, eines
orm der 5-8 u. ihre Einrichtung
wed ı. Lage, am öfterften baten
ner Lunette, Caponieren zur Gra-
g u. im Innern ein gemauertes
), f. Lefort.
oo. m. Geara 4).
maniſches Gotzenbild, welches im
ion. & Ruf VL
fen liegt, geftanden haben fol. Inter der Göttin
F. murbe von den Rorbthüringern auf dem Eisfelbe,
am Sarz u. in ter Gegend von Magteburg wahr»
ſcheinlich Senne u. Mond ale Slüd u. Segen
ſpendende Mächte verehrt.
gortän: Maß, f. Yortin.
ortandte, Mariflecken in ter fpanifchen Pro⸗
vinz Teruel (Aragonien); 1300 Em.
Kort Ann, Stäbtiiher Bezirk (Post-township)
in der Grafſchaft Wafhington tes Staates New⸗
gort (Nordamerika), am Champlainfanal u. ber
aratoga⸗Waſhington⸗Eiſenbahu; 4000 Em.
Fort Atkinfon, Poftert in ver Graffchaft Jef⸗
ferſon im Etaate Wisconſin (Nortamerita), an der
Mündung tes Barl-River in ten Red- River;
2 Kirchen, fruchtbare Umgegend; 1000 Ew.
Fortaventüra (Yuerteventura), eine der
7 größeren Inieln der Canarias (Nordweſtlüſte von
Afrika), 35} OM.;, Waffermangel, bolzarm, doch
fruchtbar an Getreide; Rindvieh⸗ u. Perbeiuct,
SZ obabereitung; 14,000 Ew.; Hauptert: Sta. Ma⸗
ria de Betencuria, Sig bes Spanischen Vicegou⸗
verneute.
Fortbaumen, Jägerausdruck von Marbern,
wilden Haben, Eichhörnchen zc., von einem Baume
zum andern jpringen.
Fort Bend, Grafſchaft im Staate Teras (Nord⸗
ameriin, 40 OM.; Klüffe: Brazos⸗ u. Bernard»
River; Voten eben u. bei. an ben Flüſſen fruchte
bar, Eichenwaltungen ; Brobucte: Baumwolle, Zu»
der, Mais; Dampfihifffahrt auf dem Brazos;
1550: 2533 Ew., movon 1554 Sflaven; Haupt⸗
ort: Richmond.
a eu ten ſ. Sonntagsſchulen.
orteataract, einer der Cataracte des Niagara⸗
falles (f. &.), 1050 Fuß breit, 162 Fuß hoch.
Fort Covington, Stättifcher Bet mit Poſt⸗
amt (Post-township) in ter Grafſchaft Franklin
des Staates New⸗-York (Nordamerika), am Sale
mon-River; 5 Kirchen; 3000 Em. nn
Ba nad dem Tode, ſ. Unfterblichkeit.
ort Dauphin (Hort Libertd), beſeſtigte See
ſtadt auf der nörtlihen Kifte von San Domingo;
Hanbel mit Kaffee u. Zuder; 4000 Em.
Kork de France (ipr. Fohr d' Frange, beißt
auch Sort Libre [ipr. F. Lib'r] cd. 8. Deſair ſſpr.
F. Deſäh] u. [zur Zeit des Koͤnigthums in Frank⸗
reich] 3. Royal dpr- 5. Roajal]), befeſtigte Stabt
am Eul-de-Sac-Royalauf Martinique (franzöſiſches
Weftindien) ; fhäner Safer, Sitz der Verwaltungs»
u. Gerichtöbehörben, Schiffsſtation; 12,000 Em.
Fort bed Moines (fpr. Fohr de Moane),
Hauptort der Grafſchaft Polk im Staate Iowa
(Rordamerita), am Des Meines» u. Raccoon⸗Ri⸗
ver u. ber Davenpert» Council» Binff- Eiienbahın;
Damipffchifffahrt auf dem Des Moines; in ber Um⸗
egend Steinlehlenlager; 500 Em. Das ehemalige
—* gleiches Namens ift feit 1846 ohne Garniſon.
gert Didgo, Titatelle von Acapulco, |. d. 2).
orte (ital.), 1) flart; 2) bef. in ber Muſik; noch
mehr gefteigert wird er Durch das piü f., u. möge
int ſtark gehoben, wenn forlissimo daneben fleht.
ortebraccio (ſpr. Fortebratſcho), Nicolo, Neffe
des Braccio Di Montone; Condottiere, felgte ſeinem
Oheim im Oberbeſebl, diente 1429 den Florenti⸗
neru, trat dann in Dieufte des Papſtes Eugen IV.,
dem er aber 1433 ben Krieg erflärie, u. hatte ſchon
453
Schlacht von Capo di Monte verwundet, flarb.
Korte del Faledne, Titadelle von Porto-Fer-
rajo auf Elba.
Fort Edward, Städtiſcher Bezirk mit Poſtamt
(Post-township) in der Grafſchaft Waſhington bes
Staates Den Dort (Nordamerika), am Hudſon⸗
River u. der Saratoga - Wafbington- Eifenbahn;
3000 Em. Das ehemalige gleichnamige ort hier
iR 1776 verbrannt, Ruinen davon ſtehen no.
Forteguerri (gräcifirtt Carteromaco), Ni⸗
colo, italieniſcher Dichter, geb. 1674 in Piſtoja, war
Canonicus in Neapel u. fl. 1735 als Prälat am
Hofe des Papftes Clemens XI. Er fr. ein fatyri-
ſches Gedicht: Ricciardetto, Beneb. 1738, 2 Bbe.,
Bar. 1767, 3 Bde. (deutſch von Schmit, Liegn. 1783
bis 1785, 2 Bde., von Heife, Berl. 1808, von Gries,
Stuttg. 1831 f., 2 Be). Er überfete aud ben
Terentius metriſch.
Fortepiäno (ital.), 1) clavieräbnliches Taften-
inftrument, befien Mechanismus darin befteht, daß
die Taften nicht unmittelbar an die Saiten ſchlagen,
fondern Hämmer in bie Höhe heben, Die einen ein⸗
zigen Schlag an 2 ob. 3 in benfelben Ton geftimmte
Saiten (zwei⸗ u. dreichörig) geben u. dann wieber
nieberfallen. Diefe Hämmermechanik ift jetst fehr
hoch ausgebiltet zu Gunſten der Stärke des Tones,
der Kraft des Anſchlages u. der Dauer. Man bat
deutihen. SL Mechanik, auch befondere
Mechaniken einzelner Erbauer. Der Hauptunterfchteb
zwiſchen englifcher (melche im Grunde nichts anders
al8 die verbefjerte Silbermannihe Mechanik ift) u.
dentſcher Mechanit ra darin, daß bei ber erfteren
der Hammer wirflih von einem Stößer gehoben
wird, während bei ber deutfchen ter Hammer ver-
mittelft Der Taften gleihfam unter einen Stößer
gehoben wird, welcher ihn dann hinten am
tiele zurückhält u. fo bewirkt, daß er in feiner
eigenen Achfe (ber Dode or. Kapſel) fih vorn noch
böher bis unter die Saiten hebt. Das äußere
Kennzeichen ver engliſchen Mechanik ift, daß die Cla⸗
viatur unmittelbar auf dem Boben des Kaftens
rubt, während fie bei der deutſchen gegen 2 Zoll
höher auf Stüten od. Echiebern liegt, ber ganze
Kaften alfo auch höher gebaut ift, als bei Anmen-
dung ter englifhen Mechanik. Bei beiden erfolgt
ber — von unten. Andere Mechaniken,
bei denen der Hammerſchlag von oben erfolgt od. die
Saiten unter dem Reſonanzboden liegen, haben ſich
in der Praxis nicht bewährt, indem der dadurch er⸗
zeugte reinere Ton nur mit Erſchwerung des Spiels
od. der Stimmnung erzielt werben konnte. Durch
einen beſonderen Zug (Pian ozug) kommt zu dem
ewöhnlichen Dämpfer (f. d. 2) noch ein anderer
Kinn, od. die Reihe ter Hämmer wird fo ver
hoben, daß biefelben ftatt ber brei gleichtönenden
Saiten nur eine berjelben anfchlagen, u. das In»
firument wirb dadurch fanfter u. leiſer in feinem
Ton. Durch den Bortegug wird auch der gemöhn-
the Dämpfer aufgehoben u. ber Ton wird flark
u. raufhend. In älterer Zeit hat man zu die—
fen Zügen noch andere geſetzt, ala Flötenzug,
Outtarrezug, Kagottzug, bie burch eine Dän-
pfung anderer Art hervorgebracht werben, auch
Nachahmungen der Janitſcharenmuſik u. großen
Trommel hat man im %. dadurch erlangt, daß Durch
einen Zug ein Klöppel an ben Rejonanzboben ſchlägt
n.? ' Mirgender Zug in Bewegung gefetst
Korte dei Fafeone bis Fort Gaines
einen Theil bes Kirchenſtaates erobert, als er, im ber |
wirb. Doc find F. dieſer Art felten t
man baut file daher jetst nicht mehr.
umfang erfiredt fi gewöhnlich vom (
chromatiſch zum viermal geRtisenen
5-6 find tafelförmig (Zafel-F.)
nee (Klügel-F.); auch bat mu
od. ſtehende %-9, Pianinoß m. ey
binetflügel, im welchen bie Saiten fe
jo taß der längere, bie Saiten enth
des Inftrumentes bie Stube nicht ver
an ter Wand fchranlartig fich erhebt.
Fülle des Tons, welden bie Flügel ı
förmigen Inftrumenten bei volllomm
tigem Bau voraus haben, beruht u
weiteren Raume im Innern bes |
theil® auf dem Anfchlage des Hammer
brei zufammengebörigen Eaiten gleich
weil diefe in der Richtung ber en
während bei ben tafelförmigen Inſt
Richtung der Saiten eine bie der Ta
ift u. ein enges Zufammenbrängen
fordert, welches die Farbe bes Klangı
tige. Borberfiimmige B haben
nägel vorn, pargllel mit den Zaften, h
mige binten nad ber Rüdwanb |
Erfinder bes F., aber wegen Arınntf r
Erbaner, war Chriftoph Gottlieb &
ganift in Nordhauſen; 1717 erklärte ı
durch ein nach Dresten geſchicktes u.
Modell, nah welchem Gottfrieb
erfte . baute. Lenler in Rudolſtadt
bie Dämpfung; viele Inftrumtentmad
brachten gerbelferungen u. Verändern
neren ı. Außeren an. Um die Bes
ber F. bat fi in neuefter Zeit namen
Baris verdient gemacht (Erardſche Fli
breviatur fp. bedeutet, eine Note flaı
u. ſchwach fortgefetst.
Fortescue (ipr. Forteskiu), Ich
Adelsfamilie ftammend, geb. gegen :
14. Jahrh. zu Norreis in Devonjdire
Univerfität Orferd u. widmete ſich in
tem Rechtsſtudium. Seit 1429 Sı
prafticirte er als Advocat in Londen,
als Vorfitgenber bei den Affifen u. wur
fitent bes Kingsbend. In tem Kamp
u. Weißen Roſe hielt er, treu zu Hein!
mit demfelben nach Schottland u. mn
jelben zum Kanzler ernannt. Der Sit
Rofe u. bie Gefangennahme bes König
ba er des Hochverrathes angellagt wi
feine Befitgungen u. zwang ihn, nad
fliehen, wo er fi der Erziehung bes
widmete. 1471 nah England zurüd
er in ber Schlacht bei Tewlesbury get
men u. gab nun ben nutzloſen Wit
das Haus York auf; er murbe unta
Oberrichter. Sein Todesjahr ift unb
Hauptwerk iſt das für den Prinzen v
ſchriebene Buch: De laudibus leg
(befte Ausg. mit engliſcher uͤberſetzung
Noten dazu von Amos, Cambr. 1925
Fort ier (Bort Henry), Fel
nörblihen Theile von San Domingo
Fort Gaines (pr. Fohr Gähns!
ber — Staates Ei
amerilu), am Chattabgochee-» River:
platz für Baumwolle, °
Hort Gesnge bis Foutfaginfnforien
1798 Gonreet u
——
‚Det, fo u. m. —
555
omenD au
Kin em
z. bilbet bier beu Frith of Forth,
Srafichaften Edinburg u. Haddin *
—* im Norden. Um F. 1297
glänter durch bie Schotten En
w. Sort Se |
Iyde: Kanal ——
ottland, eröffnet 1790; 73 RI. lang,
fenwerle Carrion am Forth bis zum
asgomw u. verbindet ſomit bie Rere
intiſchen Ocean; führt über 36
10 große Wafferlein sbrüden u. 33
zleitungen; aus ihm führt ber Union-
inburg ab.
imonbo Giovanni, geb. 1603 in Ber
e Mebicin in Babıa u. lebte in Be⸗
m Wien n. wurde 1659 Profeſſor ber
Babua, mo er 1678 ſtarb. Er ſchr.:
febribus et morbis mulierum etc,
%-Consultationes et responsiones
„ &d. 1669 u. 1678, Genf 1677 u.
&; beide Werle zufammen erſchienen
Rıba ——
Be. Be done Simon Hr
B, eb. 1756 in Avignon, diente im
Oberſt ber Miliz in Venailfin;
5 Bei. mit Unterfuchungen über bas
wurbe 1830 Mitglieb ber —
ions u. fi. 1843 in Paris. Gr ſchr.
ges de géographie, d’histoire et
gie anc.,, Bar. 1795, 2. X. 1805;
3)Our servir & Yhistoire anc. du
stre, ebd. 1805— 1809, 10 Bde.;
ir V'histoire des Celtes, ebb. 1807;
'origine de l’ecriture, ebd. 1832;
ses ecrits, chb. 1532; Description
o, ebb. 1839 f., 3 Bbe.; Histoire
ie la Chine, ebb. 1840, 2 Bre. Cr
heil an ber Kortfegung von L’art
los dates des etais etc. ber Bene»
tiondachat, fo v. vo. Feflungsachat.
= Su Il un ag daher Bertifl-
eſtigunge funf, |. d. Vortiſica⸗
kei . we igungsmanier.
Betreidemag in ber Türkei — 4 Kilo
en.
EL, Marftfieden am Lyon in bex ſchot⸗
haft un in einem Thale der Gram⸗
Bien. Baitl, genannt Alberto, geb.
za, war Anfangs Auguftiner, trat
ne Leben zurild u. befchäft tigte fich wiſ⸗
Während ber Revolution war er in
e 1808 ——— juräd u, wurbe
Rationalinftitmt u. 1801 Präfect ber
se ‚wo ex 1803 flard. Gr fchr.
so in Dalmazia, Ben. 1774.
no (ital.), |. u. Forte.
„BSohann Heinrih Benjamin, geb.
sabräd, fin feit 1789 in Bättin-
Helophie, war er — |
baum 1706 Prebiger | berling (Amoebs, Eihrend. Protens);
ort Leavenworth (Ipr. ar Siehe umorbb),
Garniſonoplatz im Indien-Zerritorg ber Vereinig⸗
ten Staaten von Rorbamerila, am Miflouri; Lan⸗
bungeplat Der Dampfboote, Einfoiffung ber Yuse
wanberer nad Californien.
ort Danpbin.
rt . Fort be France.
ort Mabdifon, Hauptort der Grafſchaft Lee
im Gtaate Iowa (Norbamerila), am Miffiifippt;
Dampfidififehrt, Handel (namentlich mit Getreide
u. Bieb), — 2 Zeitungen; 3000 Cw.
Fortore, Fluß in Neapel, bildet die Grenze
zwiſchen den Provinzen u. Capitanata m
mũndet in das Adriatiſche M
Fortoul (ſpr. Fortuhl), Sippofpt, geb. 1800 im
eich, Gegner des Romanticismus.u. V
ter bes äfthetifden Humanitarismus, zugleich
derſacher der Dynaſtie Orleans ; er wurde, alß er fi
mit dem beftebenben Königthume ann hatte,
1845 Brofeffor ber Literaturgefchichte in Toulonfe
u. 1848—49 Rector der Univerfität in Air; 1948
wurde er für das Departement Rieberalpen Mit⸗
lied ber Eonflituirenden, Dann ber Geſetzgebenden
Berfommlung; bier ſchloß er fich den Bonapartiſten
an u. wurbe nach dem Staatöftreih am 3. Dechr.
1851 Minifter des Cultus u. öffentlichen Unterridde
teß, 1854 au Senator u. ftarb Anfang Juli 1896
in Ems. Er ſchr.: Grandeur de la vive privee,
Bar. 1838, 2 Bde. (enthãlt bie Romane: Sımiane
u. Stevin); ; De l’art en Allemagne, 1841, 2 Bbe.
Fortpflanzung, 1) Bermehrun derfeiben Art
von Organismen, eigentlich von Pflanzen, .
Keime, Zwiebeln, Knollen u. Samen, aber au
von Thieren (vgl. Zeugung);,2) Verbreitung von
Gigenheiten aller Art durch Übertragung verielben
von einem Individnum auf andere, jr von Kranle
beiten, Tugenben, Gewohnheiten ıc.
Fort Plain (fpr. Hort Plehn), Poftort in ber
Townſhip Minden der Graffchaft hen uns
Staate New⸗HYork (Nordamerika), am Mohaml-
River u. bem Eriekanal; 1500 Ew.
Fortroſe (Ipr. Kortrohe), Stabt an ber fübe
wefilichen Seite des re auf - d
Dlad-Ieland, in ber fchottiichen Grafſcha
— —— Heiner Hafen, a le
ren 1200
Fort Royal, f. Fort de france.
Fortrückung (Ruf. ), fo v. w. Rüdung; 8. ber
Singer, beim Blanoforteipiel Beibehaltung derſelben
Singerorbnung bei einer eur gleichförmiger auf-
od. abfleigender Klangfigure
Kortfas, 1) 1. Fortfegung: 2) KFnochenfort⸗
aß, Apopbyie), basjenige ran —
bei der Bildung eines Knochens ein beſonderes
nur durch Knorpel mit dem Haupttheil verbunbeneß
Stüd bildet, er Be — Bortfag dos
Hammerd, ein en
ortſatzinfuſorien (Peeudopodi Ehrend.}
bei Dfen eine Sippfchaft ber eigentlichen Infufer
rien, bei Ehrenberg eine Familie ber Polygastrica;
bieje Thiere lönnen verſchieden geformte, fußartige
Theile vorfireden u. ſich dedurch willtürlich ver⸗
ändern. o find getheitt 4) in Nackte F. (Pan-
erloſe, Amoobaea), von ſehr veranderl
‚ wobei ber Mund deutlich iſt; — ra
rt:
durch Fortfäte bald ‚bald zackig, wodurch er
—A— ſelten, in hebenbem Semi er. B)
Umbüllte F. (Gepanzerte, Bacillarıa),
werben von Anderen zu ben Algen (Confervacese,
Distomaceae) gezählt: Aa) mit boppelter
Schale, aus welcher das Thier feinen Fortſatz
firedt; einige ſchwimmen frei, andere finb angehef-
tet: Gattung: a) Schiffthierchen (Narioula
Ehrenb. ); * artig, der Panzer der —5 nach
tbeilbar; Art: N. gracilis, gelb, in ber Mitte u.
anı Enbe weiß, „y Linie, im Herdfte in Waflergrä-
ben; N. fulva n.a.; b) Stabthierchen (Bacil-
laria), frei, ftabförmig, meift lettenförmig an einan-
der hängend, bewegen fih gemeinſchaftlich; Art: B.
(Fragillaria Zhrenb.) paradoxa, Linie,
dutzendweis zufammenhängend; B. (Fr.) pectina-
lien. a; e) Exilaria Zhrend., ftiellos, ſtrah⸗
fig; Art: E. fabellum; unter den Yeftfigenven
find dd Ellenthierchen (Synedra Zhrend.),
ſtiellos; Art: S. ulna; e) Keilthierchen (Gom-
honema EAhrend.), geftielt, oft gabelig; Art:
ienförmiges Keiltbierhen (G. parado-
xum, Vorticella pyraria), „A, Linie, ſeitlich aus-
gecanbet, vorn mit zwei Kerben; D Cocconema
Ehrend., geftielt, oft gabelig, oben nm. umten
verkürzt; Art: C. cistula; g) Igelthierchen
(Echinella Ehrend. d; geftielt, ftrablenformig, frü⸗
ber als Pflanze angejehen. Bb) Mit einfacher
(walziger, quertbeilbarer) Schale: a) Spin.
delthierchen (Closterium Ehrend.); Art:
Mondfdrmiges Spindeltbierden(Cl. [Vi-
brio] lunula), 4 fimie fang, grlin, bogig, gemein
tn ſtehendem Waffer; gehört vielleicht zu ben eigent-
lichen Sufuforien; bei den folgenden theilt fi bie
Schale nicht; bb Schmelzthrerhen (Difflugia
Ehrenb.), der Banzer ift frugförmig; Art: Ber-
änderlihesSchmelzthierden(D.proteifor-
mis), 31; Linie, faft fugelrund; c) Kapfeltbier-
hen (Arcella Ehr pi der Panzer iſt ſchildför⸗
mig; Gemeines Kapfſelthierchen (A. vulga-
Bi 15 Linie, gelblich-braun; A. dentata u. a.
Förtſch, 1) Joh. Phil, geb. 1652 zu Werth⸗
Heim in Franken, ftubirte Mebicin u. widmete fich
dann der Muſik n. wurde 1680 Kapellmeifter bei
Herzog Ehriftian Albert von Schleswig, nach defien
Bertreibung er in Schleswig als prabktiſcher Arzt
lebte; 1689 ernannte ihn ber Herzog zu feinem Hot
arzt, 1694 wurde er Leibarzt des Biſchofs von
Cutin u. fl. 1705. Er componirte mehrere Opern.
2) Paul Jacob, geb. 1722 in Großenhain, ſtu⸗
birte feit 1742 in Leipzig Theologie, wurbe 1751
Profefjor der Philoſophie u. Univerfitätsprediger
in Gbttingen, 1758 Brofeffor ber Theologie daſelbſt
n. 1773 ©eneraljuperintenbent in Haarburg, wo er
1801 ftarb; er ſchr. Predigten, Gött. 1754; An-
mweilung zum erbaulichen Prebigen, ebb. 1757;
Entwurf der fatechetiichen Theologie, ebd. 1758.
Bortichreitung der Intervalle od. der Töne
(Muf.), die Kortbewegung eines Tones zu einem
anderen mit |pecieller Rüdficht anf bie grammati-
kaliſche od. orthographiiche Richtigkeit, welche durch
ewiſſe Yortichreitungen werlett wird. Bon den
auptarten der Intervalle, Confonanzen u. Diflo-
nanzen kommen babei nur die erfteren in Betracht,
weil bie Fortſchreitung ber Diffonanzen veren Auf
‚Wfuna bewirkt; bie Confonanzen aber find ent-
Hommenob.unuolltlommen,u.bie
· Bortſch bis Kortuue' ?--7
aifäuens, #; Linie geh, farblos, runblidh; wird |
Fortbewegung tft dreifacher Art, nän
entgegengejettn.jeitwärte. Rı
ſchreitung der Confonanzen vierfach m
einer volllommenen Conſonanz zu
vollftommenen; b) von einer volllom:
unvollloımmenen; e) von einer unvel
einer bergl.; d) von einer unvolllom:
volllommenen. Die befontere Art |
u. zugleich auch die Art ber Bewegt
menden Fälen, worüber bie Cor
weiter handelt, verbotene Fortſchreit
fenbare u. verbedite Quinten u. Oct
Fortfekung eined Netömitt:
tio remedii), die Durchführnng ein
ten Rechtsmittels bis zu deſſen Enbe.
Fort Smith (ſpr. Fort Smibh),
Grafſchaft Sehaftian im Staate Ar
amerika), am Arlaufas-River; Garı
Handel mit ven Judianern.
Fortuito (fat.), gufällig-
ortüna (lat.), 1) Süd; 2) (D
Griechen Tyche, Gluͤcksgottin, Tod
nos; in ber alten orphiſchen R
eins mit Selate, fpäter wurbe fie befo
Sie ift Spenberin guter u. böfer
bef. Auffeherin ber Städte, u. hatte i
rinth, Elis, Smyrna, Antium n. Prä
tium batte fie zwei Bifpfänlen (Ant
nae), melde auf Deiragen durch ©
Drakel ertheilten; in Bränefte hieß |
nia, bie allen Werbenden Grund u.
denen Begleiterin war. Am meife
Nom verehrt, wo fie 26 Tempel hatt
vis, wegen ihrer vorfibergebenben
Gunft; F. virginälls, von ben Mid
heiratbeten verehrt, welche ihr auch b
fung ihren Iungfrauenihmud mei
F. mull&bris, von ben Weibern ver
ftand auf ber Via Latina; F. ylı
Tempel, welcher von bem König &
am Tiber gebaut war, die Weibe
kamen u. Weihrauch opferten, bitten
Reibesfehler ihren Männern verberg
wurden von Selen, Die glüdlich v
aus einem Feldzuge, aus dem Er
waren, Steine gejeht u. Münzen g
bute: doppeltes &teuerruber für d
guten u. böfen Gluücks; in Meſſene
ugel auf dem Kopf, in der Hand
in Iheben den Plutos, Gott des R
Kind anf den Armen; fpäter Rad,
vor ben Augen, jene beiten bald nel
ſelbſt ſtehend auf denfelten. In gri
dungen erſcheint fie Häufig geflügelt,i
mals, denn, nachdem fie Die ganze E
hatte, legte fle endlich, auf dem Pale
in Rom angelangt, ihre Flügel ab,
bort zu verweilen; 3) eine ber Pens
ftiiche Reli ion; 4) Afteroid, wurde
1852 von Sind in London im Sternb
mannes aufgefunben u. erhielt bas
chen (19). Seine Bahn liegt zwiſchen d
u. Barthenope u. feine mittlere (Entf
Sonne beträgt 50,528,000 geograp!
fiderifche Umlaufszeit 3 Jahre 298 Tr
Fortäna, Marktflecken in der |
vinz Murcia; Mineralquellen, Bi
fieberei; 5000 Ew.
Zortunafpiel bie Forum
Spiel, Kinberfpiel, ein Käſtchen, 1 Elle |
Zoll breit, in ber Mitte ift eine Rinne,
ine Kugel mit einer Stahlfeder fortge-
ird. Da dag Käſtchen hinten höher iſt,
‚ läuft die Kugel wieder zurüd ; kommt
ı die Rinne, fo gilt dies für ein Loch u.
| Boint zurüd; läuft fie außerhalb ber
k, fo muß fie in eins der mit verjchiebe-
bezeichneten Fächer Tommen, u. man
Points vorwärts, als Die Zahl angibt.
‚tae insülae (a. Geogr.), Infelgruppe
Afrilas vor der Müntung tes Maffa
‚ fie waren rei an Obft u. heißen jetzt
ie 6 größten hießen: Aprositos (j.
db. Palma), Junonis Insula (i-
ra), Bluitana ob. Pluvialia (j.
[peria od. Capraria (j. Gomera),
d. Planaria (j. Canaria) u. Pin-
Nivaria (j. Teuxriffa).
känu®, Chrius od. Curius, aus fpä-
tlannter Zeit; er fchr.: Ars rhetorica
‚in ragen u. Antworten; berausgeg.,
cupus, von Pithöus, Par. 1509, 1.8.
Haß, 1) Freund des Apoſtels Paulus,
ben Korinthiern den erften Brief über⸗
5, Biſchof, f. u. Feliciſſimus. 3) Ve⸗
enoriusklementianug, geb. 530
i Treviſo, ftudirte in Ravenna Rhetorik
cfieß Italien u. wendete ſich nach Gal-
' am Hofe des Könige Sigbert von
ufnahme fand u. 599 Bifhof von Pei-
er ſt. 14. Tec. 609 u. ſchr. Lyrifche Ge⸗
ter Hymnen; Vita S. Martini (($p08);
e8 Bater Unfer, Lebensbefchreibungen
Ipera, berausgeg. ven Brower, Fulda
, 1617; von vuſchi, Rom 1755, 2 De.
tus, ber Name eines der beften deut⸗
ücher, welches die Gefchichte des For⸗
einer a erzäblt, bie im Veſitz eines
hen Geldjädels u. tes Wunſchhütleins
ben dadurch ihren Untergang finten.
Tiegenbe Morat ift, daß weltliches Gut
auerndes Slüäd kringen könne. Das
k rein deutſchen Urjprungs, wenn auch
e Mythen⸗ u. Sagenftoffe darin Auf-
den haben. In ber vorliegenten Geftalt
die Mitte Des 15. Jahrh. vielleicht zu
bgefaßt fein. Der ältefte Drud Augsb.
e von Öimrod in ben Deutfchen Volko⸗
intf. 1646, Bd. 3) wiederholt; andere
ıben find: Augsb. 1530, Frankf. 1551,
7, Bafel 1699, u. einigemal zu Rürn-
ahrzahl. Aus tem Deuiſchen ging Lie
Bearbeitung (von Alitray, Rouen
oyes 1728, eine fpätere moralifirente
Paris 1770), aus ter franzöflfchen
ie italieniſche Überfekung (Neapel 1670),
zöhihen ob. Deutichen bie holländiſche
6) or. Dem beutigen Originale
auch die englifche (öfter, 3. B. Yond.
„ bänifche (Kopend. 1664, 1672, 1605,
), bie ſchwediſche (1694), ſowie zwei
ine poetilche (um 1690 verfaßt) u. eine
earbeitung. Die älteſte Dramatifirung
ı6 Sachs, deſſen ſehr flüchtig geam
be: Tragodia, Der Fortunatus mit
jedel (1553) fi fireng an das Volko⸗
le ein Dichter von nicht geringen Gaben
437
zeigt ſich etwas fpäter ber Englänber Thomas Decker,
ı ein Zeitgenoffe Shakeſpeares, in feiner Pleasant
Comedie of Fortunatur (tond. 1600, in Old
Plays, ®t. 3, Lond. 1816; deutſch von Schmibt
in Fortunatus u. feine Söhne, Berl. 1319), welcher
jedoch ſchon eine englifche dramatiſche Bearkeitu
vorausgegangen zu jeim fcheint. Nicht unerbebti
in literarhiſtoriſcher Hinficht ift bie freie Bearbei⸗
tung tes Dederihen Stüde in ben Engliſchen Co-
möbien u. Tragötien (0. D. 1620, 2. Aufl. 1623) 2.
daraus in Tieds Deutſchem Theater (Br. 2). Cine
echt bichteriiche Bearbeitung des Strofis lieferte
Tied im Bhantafus (Bb. 3, Berl. 1816).
ortune (fr., ſpr. Hortühn), Bas Glück.
ortune, 1) Infel an ter ſüdweſtlichen Käfte
von Sumatra; 2) Infel im Archipel der Bahama⸗
infeln; 3) (Bortunebet), Bai an ter Süttüfte von
Neufundland (Britiſch Nordamerila); Stockfiſch⸗
fang; 4) Bai an der Weſtküſte von Patagonien.
ort Valley (ſpr. Fort Walleh), Poftort in ber
Grafſchaft Houſton des Staates Georgia (Nord⸗
amerika), an der Sübmeft- u. ter Muscogee⸗Eiſen⸗
bahn; Baunmmollenbantel; 1200 Ew.
Fort RBapne ({pr. Fort Wehn), Hauptftabt der
Grafſchaft Allen im Staate Indiana (Norbames
rifa), am St. Jofephs- u. St. Marys-Kiver, Wa⸗
bafh-Erie-Kanal u. ber Ohio⸗Indiana⸗Eiſenbahn;
8 Kirchen, eine Bank, Tanbamt der Vereinigten
Staaten, meiblihe Alabemie (Methodist female
College); 7000 Em. Inu ter Nähe befand fich
früber Twightwece village, eine Nicberlaffung ber
Miami Intisner (bie 1941 Über ten Dliffiifippi
gebrängt wurden); 1794 wurde bier von General
Wayne das gleichnamige Fort errichtet, welches bis
1819 militäriſcher Poſten blieb.
Forüli (a. Geogr.), Stadt ber Sabiner mit
wichtigem Gebirgspaß; beim jetzigen Civita Tom⸗
maſa.
Forum (fat.), 1) freier Platz, mo viel Voll zu⸗
fammenfträmt, fei e8 um Ba zu verlaufen ob. zu
taufen od. um fich wegen öffentlicher Angelegenheiten
zu verfummeln od. Gerichtsverhantlungen beizn-
webnen, od. Spielen zuzuſchauen; Daher 2) in Lager
ber Bla vor dem Feldherrnzelte, wo das Tribunal,
"bie Arae u. das Auguratorium fich befanden; 3) tn
Städten der Markt, mo namentlich Handel getrieben
u. Gericht gehalten murte. In Rom gab es viele ſolche
Platze, unter denen fich bej. das Forum Roımanuın (F.
wagunn, jeht Campo vaccino) als der Hauptplatz
Roms auszeichnete; über dieſes, mie Über bie andern
Fora f. u. Rom (Topogr.). Auch 4) Ortſchaft,
weiche an ‘Pläyen entftand, wo früber Gericht gehegt
u. Märkte gehalten wurben ob. welche Gerichtäbar-
teit u. Marktgerechtigkeit hatte, |. Forum (a. Geogr.);
5) fo v. w. Gerichtäftelle, Gerichteſtand, wie F. com-
pätens, bie Gerichtöftelle, vor weldye ein Rechtofall
gehört; F. deprehenslönis, ber Gerichtsort, wo ein
Berbrecher ergriffen wurde; F. dellctl, wo dae Ber-
brechen begangen wurde; F. demicllil (F. hablia-
tlonis), mo cin Verbrecher feinen Aufenthalt bat;
P. origYnis, wo ein Berbrecher feine Seimab bat;
F. eoniractus, das Bericht bes Ortes, wo el Con⸗
tract geichloffen worden iſt; F. rel sitae, wo bie
ftreitige Sache liegt; F. privlleglatum, Gericht,
unter welchem Jemand ſeines Amtes ch. feiner
perjönlihen Qualitäten wegen ſteht xc., |. u. Ge⸗
richtsſtand.
Forum (a. Geogr.), Name vieler Fleden m
4
—
—— — ——
Fa
——
a
= „
438 ;
Forum bis Foscolo
römiſche Nieberlaffung (vgl. Forum 4) u. 5); bie | 1) Oriſchaft im Cispabanijden Galli
wichtigften find: F. Appli, Ortſchaft in Latium in
ben Pontiniſchen Sümpfen au ber Via Appia,
von Appius Claudius bei Anlegung der Via Appia
gegründet; wegen bes ſchlechien Trinkwaſſers u.
namentlich wegen des ausſchweifenden Lebens ber
Matrojen daſelbſt beriichtigt; jetst Ruinen bei &.
Donato;F. Aurelil, Orteaft auber Via Aurelıa in
Etrurien; jetst Montalto od. das Dorf Eaflellacio;
F. Bibalerum, Ortichaft im Gebiet ber Bibaler, in
Gallkcia (Spanien); in ber Nähe bes heutigen Viana
bi Bollo; F. Calvisil, Stadt der Cenomanen im
Cisalpiniſchen Gallien; jetzt Calviſiano; F. Cassil,
Drt in Etrurien, wahrſcheinlich auf dem jetzigen
Monte Soriano bei Viterbo; F. Claudil, Stabt ber
Centrones im Narbonenfiigen Gallien, wohl jet
Gentron; P. Clodii, Hafenplatz auf ber etrurifchen
Küſte; jetst Orivolo; F. Cornelli, Ortfchaft in Cis⸗
padaniſchen Gallien, am Butrenus, vom Dictator
Sulla erbaut; die Citabelle hieß ſchon zur Zeit der
en Imolo, baber jet die Stabt Imola;
F. Decil, Ortſchaft im @ebiet der Sabiner; gebt
das Dorf Santa Eroce bei Eivita Reale; F. Diu-
hen (F. Jugunierum), Stadt ber Sufubrer
im Sisalpinifchen Gallien; jetst Bertonico, nad
Andern Crema; F. Demitii, Ortſchaft im Narbo-
nenfifhen Gallien; jet nach Einigen Bouzique,
nach Andern Srontignan; F. Flaminil, Ort in Um⸗
brien; entftand aus bem Ort, aus beim Slaminius
bie Leitung zur Anlage feiner Straße führte; jetzt
Dorf la Vescia; F. Fulvii, Stadt in Ligurien;
jet Valenza im Mailand; F. Gallerum, 1) Stadt
er Bascones od. Ilergeten im Tarraconenfiichen
Spanien, jet Gurrea; 2) Ortichaft im Cispada⸗
niſchen Gallien, wo Antonius den Conſul Banfa
flug, aber Darauf von Hirtius befiegt wurbe; jest
Caftcl Branco; F. Glgurrerum, Stadt der Afturer
im Tarraconenfiihen Spanien, jekt Cigarrofa,
nah Andern S. Eſtevan de Val be Ortes; F. Ha-
drlani, Ortſchaft der Bataver, bei bem jetzigen Orte
Boorburg in Holland, u. zwar auf der Stelle, wo
das Landgut Arentsborg bei dem Haag liegt, wo
viele Alterthiimer aufgefunden worben find; vgl.
Weſtreenen de Tielland, Rocherches sur l’ancien
F.H. et ses vestiges, Amſt. 1827; P. Julli, 1)
«F. Julium), Stabt ber ie im Narbonenfifchen
Gallien, am Argenteus, römifche Eolonie, 54 v. Chr.
von Julius Sahır angelegt, mit Hafen u. Station
eines Theils ber römiichen Flotte; Geburtsort Des
Zulius Agricola; get Frejus, |. d.; 2) römiſche Co⸗
lonie u. befeſtigte Handelsſtadt im Lande der Carner,
nordweſtlich von Aquileja, begann beſ. unter der
Longobardiſchen Herrſchaft zu blühen, wo fie Refi⸗
benz eines Herzogs u. — jetzt Civi⸗
dale od. Gugliano, ber Name F. J. bat ſich in
dem bes Landſtrichs Friaul erhalten; vgl. Palladius,
Res Forojulienses, Udine 1659; F. Jullum, fo v.
w. Sliturgis; F. Lielsil, Stadt ber Orobier im
Franspabaniihen Gallien; jest Berlafina od. In⸗
cino; F. Ligneum, Ortſchaft im Aquitanifchen Gal-
lien, jetzt Urbos ob. Lescun; F. Limicorum, Stabt
ber Lımici im Tarraconenſiſchen Spunien, unweit
bes jetigen Ginzo; F. Lirll, Stabt der Eenones
im Cispadaniſchen Gallien, jetst ch ſ. d.; F. Nar-
basorum, Ortichaft ber Narbaſi im Innern bes
Narbonenſiſchen Spanien; F. Neronis, Stubt ber
Memini im Narbonenfiiden Gallien; —— Car⸗
ventoracte, nach Andern Forcalquier; F. Novum,
novo; 2) Stadt ber Hirpiner in Se
jeigen Monte Chiaro; F. Popilil, 1)
Stadt im Cispadaniſchen Gallien,
popofi, f. d.; 2) Stadt in Eucanien
F. Seguslanoram, Stabt im Lugdunen
am Tiger; jetzt Feurs; F. Semprenil
Umbrien, ua rg Dunicipium
brone; F. Tiberli, Ort ber Helvetier
Gallien, am Rhein; jest Kaiſerſtuh
F. Trajani (F. Ulpiom), Stabt im;
niens, jet Forbingiann; F. Truentl
cipium im Cispabanifhen Gallien, :
den F. Popilü, jwilden Forlimpo;
jetzt Bertinoro; F. Voconli, Drt imꝰ
Gallien; jetst Bidauban.
Forus (lat.), 1) (Mebrz. Forh,
dem Verbed des Schiffs, we bie Paf
ingen, ſ. u. Schiff (Ant.); 2) im«
—2* Ort, wo die Zuſchauer ſaßen.
Forynien (nord. Myth.), Weg wi
geiſter der Menſchen.
Forzando (rinforzando,ital
abbrevirt fz., rfz., verfiärkenb, ftär
Forzäto (rinforzato), flä
verftärkt. iR
o8carärt (Bofgerarius), Egibis,
Bologna, wurde Dominicaner u., I
mehreren Orten Stalien® Lehrer ı.
weſen war, 1546 unter Paul III. M
palatii u. 1550 unter Julius III. Bi
dena; unter Baul IV. ber Heterobe
faß er 1558 7 Monate lang in be
1561 wurde er zum Concil nad Tri
1563 in die Eommiffion zur Abfafle
chismus gewählt n. fl. 1564 in Rom
ofeäro (Bofcarint), angefehene |
nedig, ausgezeichnet barunter als Dos
ce8co F., geb. 1373, Doge ven 1
Venedig (Geſch.); fl. 1459; u. 2) Mi
von 1762—1763, |. ebb. 3) Miche
geb. 1632 in Venebig, wurbe 165
rdini, 1662 Avogabore ber Repn
roveditore u. Capitanio Statthaft:
tabt Corfu, 1669 Savio bella Terr
favio im Eollegio, 1678 nach bem
Nani's zum Sifortographen ber Repꝛ
fl. 31. Mai 1692; er ſchr.: Storia
blica di Venetia, herausgegeben von
Sebaſtiano, Bened. 1696; gab aud
Saramella’8 Sacra purpura et Mus:
rum poetarum, ebd. 1653, 2 Be.
Foscðlo, Niccolo Ugone, geb. 1’
biente als Offizier in ber Armee ber
Republik, folgte berfelben 1805 mı
wurde Abjutant des Generals Cı
fpäter nach Mailand zurlid, wurde
feſſor ber Italieniſchen Yiteratur ir
feiner politiſchen Sreimäbigteit weg
Monuten von ber Regierung Napolee
verbannt, bielt ſich ſpäter abwechſel
Mantua u. Mailand auf, bereiſte dar
ging 1815 nach England u. — 1$;
ausgezeichneter neuer Dichter Stalieı
ber Manier des Werther vou Got
lettere di Jacopo Ortis, Mail. 180
von 9. Luden, Gött. 1807, von
Züri 1817, von Er. Lautfch, Lpz
Foͤſe bis Foſſe
Gebicht: Gli sepoleri; bie Trauer⸗
„Tieste u. Ricciarda, Lond. 1820;
ra Petrarca, £onb. 1624; nach feinem
heraus Lezioni di eloquenza, Ben.
ie inedite, Lugano 1831; Discorsi
Rail. 1843; feine Scritti er ine-
1844 herausgegeben; bie Lettere due
durch den Selbſtmord feines Bruders
Lebensbefchreibung von Pecchio, Lu-
ana Luiſe, Gemahlin des Fürften Leo-
Anhalt» Deflau, |. Anna 31).
Becgr.), germaniiches Bolt, wahrſchein⸗
Ifern ber Fuſe, zu den Cheruſkern ge-
eren Sturz fie verwidelt wurden.
bei ben alten riefen tem nordiſchen
wechenber Gott. Auf Helgoland (früher
eötand) mar jein Heiligtbum mit Opfer-
Ehiere darin maren unverletlich u. aus
surfte nur fchmeigend Waſſer geichöpft
ıbger verwüſtete biefes Heiligtum u.
ichen Dienft bort ein.
‚ Kirchipiel in ber Bogtei Namdal des
Umtes Nordre » Trondhjem , größten
fein beftehend, morunter L:tterde am
sit; darin die 3 Gemeinten Gjeöö,
de; Breterhandel; 2700 Em.
mrich Hermann, geb. 1790 in Bergen
I, wurbe 1510 in bänilhen Dienften
reimiger Etranbbatterien auf ber Juſel
jing 1813 nach Bergen zurüd, wurde
in der Realſchule, 1627 Repräfentant
dadt auf dem Storthing, danu Stabe⸗
em Amte Smaalehnen, ſpäter Batail⸗
Ihriftiania,, zu deſſen Vertreter er für
19 ber Jahre 1833 u. 1636—37 er»
„ 1845 in ben normegifhen Staate-
verwaltete er das Marinedepartement
R. 1853 in Chriſtianta. Er if Ver⸗
cher nordiſcher Poeſien, überjegte Teg-
war Mitherausgeber des norwegiſchen
L. gab mit Albert Sagen eine Beſchrei⸗
abt Bergen heraus.
£.), 1) Sraben; 2) Kanal; 3) (Anat.),
ırtige, bei. rinnenartige Vertiefung,
when, doch auch in Weichgebilten, g
ı bie F. anterior u. F. posterlor; F.
immfchäbel, f. d.; am Oberliefer F. ma-
‚ masalis; ferner F. ovalis u. P. semi-
s. Ohr; F. lacrimalis, Thräuenrinne,
1, lache Grube ꝛc, f. u. Auge; F. glan-
riae, |. Zürtenfattel.
eõnis (a. ®eogr.), ſchiffbarer Kanal
ifchen Gallien, von Amilius Scaurus
a nad Barma geführt.
1, 1) Marktflecken am Abriatifchen
iſtrict Lanciano ber neapelitaniichen
30 citeriore, 2000 Ew.; 2) Martt-
aſelbſt, im Diftrict Campobaſſo ter
life; 2100 Em.; 3) Marfltfleden eben-
Aiſtriet Biebimonte ber Provinz Terra
w.
lodie, ſchifſbarer Kanal im Trane⸗
Yallıen ; jetzt Chiozza.
ftiglia, Kanal in der lombardiſchen
ntua, welcher durch tie Foſſa bi Boz⸗
Imcio u. Po, durch ben Naviglio bi
Mineio u. die Etſch verbindet.
439
Fossae (a. Geogr.), zwei Meime Eilande an
Sardinias Küfte ; jetzt Ifola Caprera u. Sta. Ma-
dalena; F. Cluilia, ſ. u. Cluilin foasa; F. Corbu-
lönls, f. u. Corkulo; F. Drusiäuae. f. u. Drusiana
fossa; F. Marlanae, von Darius mährend bes
Eimbrifhen Kriegs gegrabener Kanal, um bas
Einlaufen ber Schiffe in ben Rhodanus zu er-
leichtern, mit gleichnamigem Hafen, nod jetzt Epu-
ren in ben Marais de la Foz; F. Pbllistinae, Kanal
in Oberitalien, welcher mittelit des Tartarus ben
Padus u. Arbefid verband.
Sofa Eugeniäng, jetst meift verfallner Kanal
im Kreife Geldern bes preußiichen Regierungs⸗
bezirks Dilfielbert, welchen Iſabella Eugenia, Toch⸗
ter Pbilipps II. von Spanien, als Statthalterin
der Niederlante, 1626 von Benloo aus der Maas
bis Rheinterg in ben Rbein führte u. 1627 zum
erftien Mat von Geltern bis in den Rhein befuhr.
Foffalta, Dorf unmeit von Motena au ber
Ecultenna; bier am 26. Mai 1249 Niederlage der
Kailerlichen unter König Enzio durch Die Bologneſer.
Foſſa Martinenga, Kanal in ter lombar⸗
diſchen Provinz Bergamo, verbindet den Serio u.
Oglio u. damit bie Abba. 8. Gerisla, ebentajelbft,
in der Provinz Breſcia, verbindet ben Chieje mit
dem Gartafee.
Joſ Art Genettlatze (ſ. d.) auf Mabagascar.
ofſäno, Stadt an der Stura u. ber Coni⸗
Turiner EGiſenbahn in der Provinz Cuneo des ſar⸗
diniſchen Fürſtenthums Piemont; hat ein feſtes
Schloß, Biſchof, Heilbäder, königl. Alademie ber
Wiſſenſchaften u. Schönen Künfte mit Bibliothek,
Bererinärichule, Muſikakademie, Theater, Seiden-
fpinnerei, Serberei; 7000 Em. — F. wurte 1236
mit Dlauern umgeben; von ben Franzoſen erobert,
wurde es 1536 vom Herzog Karl von Savoven
wieder genommen u. um 1550 von Gregor XIII.
um Bilhofsfit erbeben; 1639 ergab eg ſich dem
rinzen Thomas von Saroyen, murte Aber bald
wieder von dem Marqueie von Pianezza für Pie-
mont genommen ; bier im Franzöſiſchen Revolutions⸗
kriege 5. Rov. 1799 Niederlage ber Franzoſen unter
Dioreau durch die Tfterreicher unter Melas.
Foſſanudva, Dori in ver päpitlichen Delegation
Froſinone; hier ftarb 1274 Thomas von Aquino.
Fossarii (Fossores, Copiaten), in ber alten
Kıcdye bie Tobtengrüber.
Foffavegaia (ipr. Foſſawetſcha), Sorte Neapo⸗
litaniſcher Weine.
Foſſe, Stabt im Bezirk Namur (Belgien), 3410
Em.; Marmorbrüde.
Woffe, Charles de la F., geb. 1636 in Paris,
Hiſterienmaler, machte ſeine Studien zuerfi bei
Chauvbeau, bamı bei Le Brun, ging 1658 nad
Italien, um tie alten Meiſter tennen zu lernen,
von denen er fih vorzugemeiie Die Venetianiſchen
zum Muſter nabm. NMach Paris zurüdgelehrt
murbe cr 1674 Profeſſor, 1699 Director u. 1715
Kanzler der Akademie u. ft. 1716. F. war einer
der fruchtbarfien Sgrestenmalcr feier Seit; feine
Bilder zeichnen fich durch krafwolle Zeichnung u.
blühendes Colerit aus; dagegen feblte ihm, ent⸗
ſprechend ber Geſchmacdsrichtung feiner Zeit, ber
tiefere Sinn für fchöne Formen u. für Karben.
barmonic. Die Armuth Feiner Ideen u. bie In⸗
cerrectheit feiner Zeichnung fuchte er unter bem
bunten u. geipreisten Mefen feier Compofitionen
au verbergen. Werle: Fresken im Chor⸗ u.
a
peigewölbe ber Kirche Mari Himmelfahrt in Paris,
im Landhauſe des Lord Montaigu bei London; fein
SHauftwert ift die Ausmalung ber Kuppel des In⸗
validendoms (vollendet 1705); Ulgemälde: Altar⸗
Blatt der Schloßlapelle zu Verfailles, die Findung
Mofis u. der Raub der Profjerpina (g bon
Empereur) im Louvre.
Foſſe⸗ au⸗Mortier (Ipr. Foß⸗oh⸗Mortirh), Hei-
ner See im franzöſiſchen Departement Ardennes,
füpweftlich bei Mezieres; er ift ungründlich tief u.
wird für einen erlofchnen Krater angefeben.
Foſſekanal, Kanalim franzbſiſchen Departement
Bouches du Rhone, ber das Wafler der Durance
von la Roque d'Antherone in 2 Zweigen (deren
einer bei Arles in die Rhone, der andere in ben
Etang Berré enbigt), zur Bewällerung bes Kiejel-
feldes, la Crau, 13 Stunden führt; wurbe von
Adam de Erapone erbaut.
Foſſes, Stabt an der Fuette, im belgiſchen
Krrondifjement u. Provinz Namur; dabei Mar⸗
morbrüche, Steintohlengruben; 3350 Ew.
Fofitl (v. lat.), aus der Erdrinde gegraben, zu
ihr gehörig, ob. durch fie verändert; daher Soffl-
Iten, fo v. w. Mineralien; in meitern Sinne bie
mehr od. weniger veränderten lberrefte vorwelt⸗
licher organiſcher Weſen.
ofſtixri, Santi, Maler, |. Augelico.
Foßnaäs, |. Fosnäes.
ofſſombrone, Stadt am Metauro in ber päpft-
lichen Legation Urbino⸗Peſaro; Biſchof; befter Sei-
denbau (Setta bella Marca) in Italien, Re
eines alten Theaters u. einer Brlide; 5500 Ew. In
der Nähe der Dionte d'Aſdrubale, wo Has⸗
drubal geichlagen worben fein joll. — F. hieß im
Alterthum Forum Sempronii u. lag in Um-
brien; als F. von den Gothen u. Longobarben
zerftört worben mar, wurde c8 unmeit ber alten
"Stätte an einem bequemern Drte wieber aufgebaut.
Galeotto Dkalatefta, der es um bie Mitte des
14. Jahrh. an fich gebracht hatte, verkaufte es an
Herzog Friedrich von Urbino.
Fofombröni ‚ Graf Vittorio, geb. 1754 in
Arezzo, fiubirte Mathematif, wurde toscanijcher
Staatsminiſter u. von Napoleon 1807 nad) Baris
berufen u. zum Staaterath u. Chef der hydrau⸗
liſchen Commiſſion für Italien ernannt, wo er bei
Austrodnung ter Bontinischen Siimpfe mitwirkte;
ex kehrte 1814 nach Toscana zurlid u. libernahm
als Diinifterftaatsfecretär bie Leitung bes Landes,
das ex bald zu großer Blüthe brachte; namentlich
machte er fich fehr verdient um bie Austrodnung
der ſumpfigen Nieberungen des Chianathales u.
der Maremnen; er ft. 1944 u. fchr.: Memorie
idraulico-storiche sulla Val-di-Chiana 1789;
Verhältniß der Ehiana zum Arno, 1838.
Fossöres (lat.), J Gräber, ſowohl Schanz-
als Todtengräber; 2) jo v. w. Grabweſpen.
Foſſorier (ipr. Fofjorieh), Flächenmaß im Can⸗
ton Waadt — 4! Ares.
Foffum, Ort im Amt Buskerud des norwegi⸗
ſchen Stiftes Ehriftiania, Eiſenwerle u. Kobalte
gruben, Kanonengießerei.
Fofta, Göttin ver riefen, bargeftellt mit be=
bedtem Haupt, gegüctetem Kleid, in ber Linken
4 Kornähren, in der Rechten 5 Pfeife.
Foſtat (Boat Masr), Vorſtadt von Kairo,
Ihe einfi unter ten Numen %. ber glänzende
4 der Statthalter ber Khalifen war u. 1167 nie-
Foffeau-Mörtier bis Toeter orl⸗
| Pergebrannt wurde. - Heute führt bie
"Namen Alt- Kairo, bat 4000 Ew.
Moſchee Aurron, ein koptiſches Kloſt
Getreidemagazine.
Foſter, Städtiſcher Bezirk mit P
township) in der Grafſchaft Brevibe
Rhode» Island (Norbamerila); 2000
Foſter, 1) Jakob, geb. 1697 ım |
1718 Prediger, erlangte ale Kanze
Berühmtheit, erfuhr aber wegen Auf
die Lehre ber Dreieinigfeit bald
mußte feine Stelle verlaſſen u. fein
oft wechjeln u. kam endlich nach Lo
1728 Prediger an einer Diffentergen
1745 ließ er fi), von ber Nothwendit
gießens mit Wafler bei ber Taufe übe
taufen u. fl. 17535 er fdr.: The
truth and excellency of the chris!
Lond. 1730; Verſuch über bie Gr
Neligion, 17205 Geſpräche über bie ı
ligion u. bie gefelligen Verhältniſſe
bi8 1752, 2 Bde.; Predigten zc. 2) |
linde %., geb. 1757 in Margat, bei
den Willen ihres Vaters, wurde deth
dadurch zu Schwermuth u. Schwän
in ihren romantifchen Dichtungen auf
gerogen; fie ftarb 1789; beſtes Geh
maid.
ofthat, ſ. Foſtat.
dtation (v. lat.), Fruchtbildun
otpergiil (ipr. Bopbberbigit)
1712 in Karr- End bei Richmond
Quãter, prafticirte in London als
Befitter herrlicher naturhiftorifcher
u. eines Botaniſchen Gartend in lipte
Seine Beobadhtungen u. Erfahrums
von Elliot, Lond. 1781, 2 Bde.; von
1783 f., 3 Bde. (deutſch, Altenb. 1:
allein erichien blo8: An account o!
sore throat, Lond. 1748.
Fothergilla, 1) F. L, nah Ber
Pflanzengattung aus der Familie be
deae, 13. Kl. 2. Ordn. L.; Art:
Straub, in Carolina zur Berbreit
Holzanlagen geeignet; 2) F. Aus
Diplochiton Spreng., in ber Fam
. stomaceae-Melastomeae.
Fothergillſcher Gefichtöfcgmen
fichtoſchmerz.
Fotheringhay (ſpr. Fobbheringe
Nen in der engliſchen Grafſchaft
ſüdöſtlich bei Kingscliffe; 480 Ew.-
Schloß gehörte den Grafen von $
wurde unter Heinrich III. vom Gr
von Albemarle zerſtört; Eduard ILL
jüngern Sohn Edmund von Laugler
Yort, u. 8. Febr. 1557 wurde in de
tuart hingerichtet. Jetzt noch Ruiz
Fötidia (F. Commers.), Bllam
ber Familie der Myrtaceae-Barrin;
Kl. 1. Ordn. L.; Art: F. mauritiaı
Isle de France, Holz röthlich, fehr
friich ftintend.
Fotöe, kleines Eiland in der Räh
burg in Schmweben ; 1811 legten bie |
Magazine auf peinleiben an.
‚Eoetor oris (lat.), ftintenber Ath
ſtinlender Zußichweiß.-
Fotſcha bis Foucaultſcher Berſuch
) Stadt im türkiſchen Ejalet Bobna,
ing der Tſchiotma in die Driua; 12
Minarets; Meſſerfabriken; 12,000
ridje F.), Heine Stadt an der Weſt⸗
36, 6 Meilen nördlich von Smyrna;
(Karadſcha F., das Pholkäa dee
Stadt, 1 Meile ſüdweſtlich von vo⸗
m kleinen Hafen u. mehr al85000 Ew.
ner ter 4 Hauptgötter der Sinto-
pan: Oott des Reichthums, ber Ge⸗
Glückfeligkeit, wird bef. von Kauf⸗
u. vorgeſtellt mit einem biden Bauche.
t.), Leibesfrucht, |. Embryo.
pr. Sub), 1) Narr, 2) franzöſiſche
$ Läufers im Schadhfpiel.
ang), Minze in Siam — 335
Sildergewicht daſelbſt — 38 hollaͤn⸗
ber Verſuch, ein Benbelerperiment
der Achſendrehung der Erbe, von
t, Phyfiter in Paris, zuerft angeftellt.
den Wentelbeobadtungen, welche
ne Richtung ber Schwingungsebene
mn eine fichttare Anzeige von ber
ng bes Erplörpers, indem fie er-
Biene Schwingungsebene ſcheinbar
Oſten nah Weſien dreht (ſcheinbar,
ile dem abſoluten Raum angebörend
erte Lage bewahrt u. nur die fie um⸗
ewelt in Bewegung if). Sieht man
ee Umlaufsbemegung ber Erde ab,
ohne Einfluß ift, u. nimmt man an,
: befinde fih auf einem ter beiden
daſelbſt ein Pendel von ber größten
‚b. ein Benvel, beftebenb aus einer
genen Kırgel, bie mittelft eines bieg⸗
an einem abjolut feſten Punkt hängt,
x Berlängerung der Erdachſe liegt)
a man ba® Pendel aus feiner Gleich⸗
bienkt n. e8 lediglich der Schwerkraft
Bemsegung ber Erde fihtbar Durch ben
er Unbemeglichleit der Schwingungs⸗
Brojection auf dem Boden eine Be-
Oſten nad Weſten zn befigen fcheint
t von 24 Stunden eine volle Drehung
icalprojection des Aufbängepunftes
ıben wird. Obgleih man nun ge-
en Aufhängepuntt des Pentels auf
egenden Boden zu nehmen, alfo nicht
‚ ihn von ber täglichen Bewegung zu
wifen doch Theorie u. Verſuche feine
erigleiten nach, jo daß man den Faden,
rund u. homogen ift, ziemlich rafch
jenem Sinne um fi felbft drehen
lich auf bie lage der Schwingungs-
ten. Unter dem Bol muß daber
ment in feiner ganzen Reinheit ge⸗
zen complicirt A bie Erſcheinung
Breiten durch ein etwas ſchwer zu
Element, inten, je mebr man fich
e näbert, die Sorizontalebene eine
e Lage gegen die Erdachſe einnimmt,
erticale, ftart um fich jelbft zu drebeit,
jenen Kegel beſchreibt. Daraus ent-
ögerung in ber ſcheinbaren Be⸗
Schwingungsebene, einer Bewegung,
dem Aquator annullirt u. in ber an⸗
äre ihre Richtung umlehrt. Beobachtet
Platte im
441
man daher an, dem Aquator nicht zur nahe gelegenen
Drten, fo wird zwar eine Verminderung in ber
Geſchwindigleit ber fih drebenben Ebene merkbar
werden, bie Erfheinung ſelbſt aber noch deutlich
wahrzunehmen fein. Übrigens beweilen bie von
Boncault angeflellten Berfuche, daß bei Vernach⸗
läffigung gewiffer fecunbärer Erſcheinungen bie
Winlelbemegung der Echmwingungsebene gleich iſt
der Wintelbewegung ber Erte in berfelben Seit,
multiplicirt mit dem Einns ber geographiſchen
Breite des Ortes. Die Vorrichtungen, beren fich
Foucault bei Ausführung ſeines erſten Verſuchs
bediente, beflanden aus einem 2 Meter langen ge-
bärteten Stahldraht von 0,6—1,ı Millim. Stärke,
deſſen eines Ende mit einem Heinen horizontalen
Stahlſtück bervortrat, welches in einer gußeifernen
cheitelpunkte eines Kellergemölbes eim-
gelaffen war. Die Spannung tes Fadens bewirkt
eine 5 Kilogramm fchwere Meſfingkugel mit einer
fpigigen Verlängerung, welche genau bie Kort-
ſetzung des Fadens zu bilden fchien. Um die Kugel
aus ihrer Gleichgewichtslage abzulenken, wurde ein
Pünner organiſcher Faden um fie gelölungen ‚ ber-
felbe an einem feften Punkt an bie Mauer gebunten,
u. nachdem bie Kugel in volllommener Ruhe war,
burchgebrannt. Durch kiefe Einrichtung mar man
in den Stand gefetst, ſowohl Lie Störung feitlich
wirkender Kräfte zu entfernen, also auch tie Ab»
fentung u. bie Größe der Schwingungen nach Be»
lieben einzurichten. Der Schmingungebegen betrug
ewöhnli 15—20 Grab. Das jo in Bang geſetzte
entel veränderte bald merllih die Lage feiner
Schmwingungsebene, fo daß tie Abweichung nach
Berlauf einer halben Stunde ſchon deutlich wahr⸗
nehbmbar war. lim bie ungefäbre Größe Liefer
Abweihung zu beftimmen, bediente man fich ber
verticalen Spite eines auf einem Vretchen be⸗
feftigten Stiftes, welches man auf ben Boden ſtellte,
fo daß bie fpitge Werlängerung des Pendels an ber
Grenze feiner Ausjchreitung an tie feite Spitze
ftreifte. In weniger ala 1 Minnte batte Die genaue
Coineidenz ber beiten Spiten ibr Ente erreicht,
die ofcilfirende Spike verſchob firh beſtäudig een
die Linke des Beobachters ald Anzeige, Bah ie
Ablenkung ter Schwingungsebene in gleicher Nich-
tung erfeigte. Um bie Unabhängigkeit ber Schwin⸗
gungßebene vom Aufbangepunft fichtbar zu machen,
ebient fih Foucault igenben Berſuchs: Gin
Stahlftab wurde an feinen beiten ſpitzen Enben
auf einer Drehbank eingeipannt u. Durch Ablenkung
aus feiner Gleichgewichtslage in Transverſalſchwin⸗
gungen verjegt. Die dadurch Bebingte Schwingungs⸗
ebene zeichnete ſich vermöge des Verweilens ber
Geſichtseindrücke ſcharf im Raume ab, u. wenn
man die Achſe der Drehbank mit der Hand um⸗
drebte, ſo bemerlte man, daß jene Ebene ihre ur⸗
ſprüngliche Lage beibehält, obgleich die ſie ſtützenden
Punkte ſich drehten. Nach einem ähnlichen Princip
it ber von X. Krüger 1951 beſchriebene Apparat
conftruirt, mittelſt deſſen mian durch bie rotirende
Bewegung eines Siettromagneten die Achſendrehung
der Erde veranfchaulichen kann. Weitere Verſuche
ftellte Foucault im Meridianſaale ber Sternwarte
zu Paris an, wobei er ein Pendel von 11 Meter
Länge anwandte. In größeren Maßſtab u. zur
Belehrung bes Publicumd wurden die Vorrich⸗
tungen im Pantheon in Paris aufgeftellt, man
bediente fih hier eines Pendel vou 67 Meter
442
Foucaultſcher Berfuh bis Fougoͤres
Länge mit einer angehängten Meſſingkugel von Kußerſte getriebenen Rebuctisn ber 5
18 Centimeter Durchmefler u. 28 Kilogr. Gewicht.
ur genauen Beftimmung ber feitlihen Auswei⸗
ungen war ſenkrecht unter dem Aufhängepunkt
ein Theilfreis von 6 Meter Durchmefler angebracht,
welcher erlaubte, mit Hülfe ber fpigen Berlängerun
ber Kugel bie Bögen zu beftimmen, unt welche fi
die Ebene in einer gewiſſen Zeit gedreht hatte. Der
Theiltreis beftand aus einen hölzernen Ring, ber
in Grabe u. Biertelgrabe getheilt war u. deſſen
Mittelpunkt genau fentrecht unter dem Aufhänge-
unlt bes Pendels lag; am 2 entgegengejeiten
unften, welche das Pendel bei feinem erfien Gang
affirte, waren 2 Heine prismatifche Hügel von
fine Sand angebracht, welche von der Spike
er Kugel fortfchreitend zerftört wurben u. fo bazu
beitrugen, bie fletige Berriidung der Schwingungs-
ebene anſchaulich zu machen. Dufour, welcher mit
einem 20 Meter langen End erperimentirte,
beobachtete, daß die Abweichungen beim Ausgang
som Meridian u. vom Perpenbilel darauf nicht
Kr find, daß aljo bie von Foucault aufgeftellte
ormel für die Wintelbewegung ber Schwinguuge-
ebene nicht fireng anmwenbar ſei. Er jchloß Dies
aus einer Ablenkung bes Pendels im Perpendilel,
u. es äußerte fich Die Urfache, welche er der Cen⸗
trifugaltraft zufchreibt, in der Bewegung bes Pen⸗
bels, indem biejelbe im Berpenbifel ftete ſchwach
eiptiie war. Außer in Paris u. London ift ber
5.3. auch an mehreren Orten Deutſchlands aus-
gelahr worben, jo durch Garthe im Domchor in
Bin, buch Helm in der Domkicche in Magbeburg,
Bremen, Dresden, Leipzig, Breslau, Deffau, Alten-
burg ıc. Vgl. Garthe Hercati Verſuch als di-
recter Beweis ber Achſendrehung ber Erbe ꝛc.
Köln 1852; Schrader, Foucaults Pendelverſuch
als Beweis für sc., Halle 1853. Neben dem Be-
weis für die Achjentrehbung ber Erbe durch bie
Schwingungen bed Pendelo hat Foucault, unab-
läſſig für die erbreitung u, populäre Darftellung
feiner Lehre thätig, baflir einen andern Apparat
conftruirt, welchen er Gyroſkop nennt u. zuerft
1855 bei feinen Experimenten in London vorzeigte.
Diefer Apporat befteht aus einem Kreijel in einer
Compaßaufbängung, welcher wieder auf einer per-
penbilulären drehbaren Achfe befeftigt if. Wirb
nun ber Kreifel mittelft einer, um bie Achfe deſſelben
gelegten Schnur in Rotation verſetzt, fo ift zunächſt
ber große Kraftaufwand bemerlenswerth, welcher
erforberlich ift, um den Kreifel aus feiner Schwin-
gungsebene (möge dieſe nun perpenbilulär od. ge-
neigt fein) zu verrüden u. in andere Lage zu bringen.
Belaftungen am Umfange des Compaßringes, u.
zwar unmittelbar an den Kreifellagern angebracht,
vermögen nicht eine Veränderung in ber Tage bes
Kreifeld zu Wege zu bringen, wenn fie au
in Berhältnig der Schwere des Apparats Teines-
wegs unbebeutenb find. Diefe Unverrücbarleit ber
Schwingungsehene In Foncault benußt, um bie
buch bie Achſendrehung der Erbe betingte Ver⸗
rüdung ber in unmittelbarer Nähe bes Kreifels
beftublichen, aber von ber Bewegung befielben un-
abhängigen Gegenflände mitteift einer angebrachten
Ecale zu zeigen. Mit dem Erperimentiren biefes
in verichiebener Weiſe mobificirten Apparate be-
— man ſich in Frankreich u. England aufs
eifrigſie, namentlich feitdem man die Entbeclung ge⸗
macht zu haben glaubte, baf bei einer auf das
die Kreiſelachſe von felbft eine mit
parallele Richtung annimmt.
Foucho (ipr. Fuſcheh), Joſeph F.
Otrauto, geb. 29. Mai 1763 beiꝰ
die Congregation bes Dratoriume, u
der Revolution Lehrer ber Philoſop
machte dann ben Abpocaten, wurt
glieb der Nationalverfammlung u. fl
Tod bes-Königs, ging 1793 mit Eı
nach Lyon u. hatte Theil an den bortig
fcenen. Später angellagt, wurde eı
volution vom 4. Brumaire (26. Oct.
befreit. 1798 wurde er franzöfticher
der Eisalpinifchen Republit u. 1799
Holland u. Boligeiminifler, was er a
poleon blieb. Nach bem Frieden vı
Napoleon %-8 Stelle ein, ftellte fie a
wieber ber u. übertrug fie F. von Re
behielt fie, nachdem er 1809 Minift
gemorden u. zum Herzog von Ok
worden war, bi® 1810, wo er, 3
einer Proclamation gebrauchten Yu
weijen wir, Daß Napoleons Gegenwa
iſt, um unfre Feinde zurüdzufchlagen
uß anf
kvıl
Paris, wurde von Subwig X
eranlafl
Königemörber wurbe ihm bie Mücke
reich gewehrt; er lebte nun in Ping f
wo er 26. Dec. 1820 fl. Uber bi
M&moires de Fouche, Bar. 182
Dambmann, Darmft. 1825), find 5
worden, u. biefe Sade iſt fogar v
fommen, jedenfalls ftammen bie
darin aus autbentiicher Duelle; v
Leben 3. F., Herzogs von Otrant
Denkwürdigkeiten aus bem öffentli
J. F., Herzog von Otranto, Gotha
spondance du Duc d’Otranto
de * ** (Mellington), Lpz. 1816.
Foudre (fr., ſpr. Zubr), Blitz!
Fluch; daher Foubropiren (ſpr. Fudro
nern; be. 2) (im gemeinen Leben &
Fouesnant (ſpr. Fuãhnang), Mao
lich der Bai von Foret, im Arronbif
per bes franzöfilhen Departemen
3200 Ew
Foutte (fr., ſpr. Suäbhe), engliſo
ougade (Fougaſiſe), fo v. w. Fle
Fougeray (ipr. Fuſchräh), Stadt
ment Redon des franzöſiſchen Depe
Vilaine; 5300 Ew.
Fougores Epr. Fuſchäbr), 1) !
nordöſilich im franzöſiſchen Departe
Fongeria bis Fonqus
e; 19 DER. mit 82,000 Ew.; 2) Haupiſtadt
man Coesnon; fertigt Leinwand, Segeltuch,
üte, Leber, Bapier, hält anſehnliche Märtte;
) B, 1202 som König Johaun von Eng⸗
eu; 9000 Ew. Hier am 1. Nov. 1793
Benbfer Über bie Republilaner.
eria (F. Mönch. ), gehört zu Baltimore
m ber Familie ber Compositae - Senecioni-
— ed ı) ertified
lsugerolles (ipr. Fuſchroll), 1) Diarkifleden
Kauzöfiihen Arrondiſſement u. Departement
ane; 2300 Ew.; 2) 8.1’@gtife (ſpr. F. l' Eglihß),
a ebendaſelbſt im Arrondiſſement Lure
Departements Haute⸗Saone, Fabrikation von
waſfſer; 5600 Ew.
ourie (F. Del.), gehört zu Baltimora
ber Kamilie der Compositae- Senecioni-
Melampodineae-Milleriene, 19. AL. 2.
»L.; Arten: F. alba, in Rorbamerila; F.
Merico.
mianenz (fr., fpr. Sugd), aufbraufenb, wild,
ie (Boa), die weitlichfte ber Shetlanbeinieln
pi von 4 — babe, — —*
Bien, Anterplatz an ber Oſtſeite; Fiſcherei,
ing: 300 Cie.
Bu ie: Kublas), Bolt im Innern Sene-
JB u. Guineas, gleihen Stammes mit ben
Bu Guban ausgeiwanberten Fellatah (f b.),
= Urfprung aus ber Beinen amı oberen Sene⸗
Ber SandichaftBeufahber, d. h. Foulahland,
enwärtig in dem zu ber großen Land⸗
| ta Dbiallon gehörenden Reiche Timbo,
Erübere Bewohner bie F. unterworfen haben.
AKub Hein von Wuchs, haben eine raube
Re a. häßliche Igeeiguns zeigen jedoch
Kraft u. Thätigleit, treiben lebhaften Han⸗
auch Ackerbau. Ihre Hautfarbe iR heller ale
übrigen Bolleftämmen dieſer Regionen, fie
langes, nicht wolliges Saupibaar; ihre Re⸗
R meift bie muhammedaniſche.
(fr., ſpr. Bulahr), ſeidenes, aus un⸗
ohſeide mit einer Kette von Floretfeite
imbier btes Zeu ftüchern,
Bra . beaL; jet 3 Gndlaud — u.
Band, bei. in Id nachgemacht; von
pieähern gehn 7 auf ein Gtäd. Das jehr
Berte Roth auf ben F. wirb mit ber Rinte
Almannis elliptica u. Morinda umbellata
d, Achille, Iſraelit, geb. 1799 in Paris,
des Bankierhauſes 8. n. Dupenbeimin Paris u.
Ih bes Hanbelscollegiums. Unter ber Juli-
Bi, wo ſich Ludwig Philipp bei feinen finan-
Daerationen feines Rathe bebienie, wurde
Departement Hautes-Pyr6endes in bie
ztenlamımer gerählt, wo er für bie Finanzen,
zbel u. Aderbau wirkte u. ſchon in bieler
Ahr einen außgezeichneten Yinanzier galt. 1848
Retisnalverfammlung gewählt, blieb er auch
Auer Confernatioen en Ken Nach ber
sabroig Napoleons zum Präfdenten wurde
m Privatbanlier m. Vertranter inı Eliſte.
cNeugeſtaltung bes Sabinete vom 31. Oct.
ıhielt er das PBortefenille ber Finanzen. ALS
s 0. Oct. 1951 ſamnitliche Gabiuetsmitglicber
R Wutlaffung einreichten, behielt F. bie Ver⸗
Unng ber Zinanzen, welche ihus auch nach bem
43
Staatsſtreiche, Dee. 1651, von Lubwig Napoleon
übertragen wurde. Bei ter Miniſterveränberung
am 22. Yan. 18352 trat er dies Vortefeuille an
Bineau ab, wurde 30. Juli d. I. zunt Stuatd-
minifter u. 14. Deceuber zum Miniſier des Talfer-
lichen Haufes ernamit u. ihm die Verwaltuug ber
Cirilifte u. der Krondotationen Übertrugen. Im
folgenten Jahre erhielt er die Abminiſtrativn ber
Großen Oper in Paris u. wurde Mitglieb bes am
1. Bebr. 1558 eingefegten Geheimen Rathe. Bun
ibm ging hauptſächlich die Idee zut Gründuung bes
redit mobilier aus.
Foule (fr., ſpr. Fuhl), 1) Menge, Saufen;
2) Gedränge.
Foulepbint (ſpr. Fuhlpoeng), Ort in der Pro⸗
vinz Mahavelonu auf der Inſel Madagascaur; war
eheinals wichtiger Handelsplatz ber —
jetzt ein ſtarkes Fort, denn Stamme Hovasd gehörig,
u. treibt beträchtliche Flußſchifffahrt in das Immere.
Foulneß (ipr. Kaulneß), Infel an ber SOKüſte
ber englifchen Grafſchaft Effer, umoeit der Themſe⸗
müutung; Aufternfildderei; 600 Ew.
Foulon (fpr. Fuhloug), geb. 1715, widinete ſich
früh ten ſranzöſiſchen Civildienſt, wurbe rlege-
commiſſãr u. in dem Siebenjührigen Krieg Juten⸗
dunt ber Arniee u. einige Sabre jpäter Staatsrath.
Als er 1789 von Lubroig XVI. au Neders Stelle
zum Generalcontroleur der Yinunzen ernannt
mwurbe, verbreitete fi das Gerücht, daß ex Bei
droheuber Huugersnoth von Vol he hc
Wenn biefe Eunaille nicht Brod hat, fo e Ar
Heu! Da es außerdem bekannt war, ba er fi
durch Erpreffungen in feiner Amteführung be-
teichert hatte, jo nahm der allgeıneine Haß
ihn einen gefahrdrohenden Charalter an; er entflob
besbalb den 16. Juli aus Paris, ging nach Bitry
zu Sartine® u. ließ Bas Gerücht vun feinem Kob
verkreiten. Dort aufgelucht, wurde er nad dem
Hötel de ville gefchleppt u. ſollte nach der Abtei
gebracht werten. Vergebens firebte Lafayette bem
Zug zu beden; F. wurde ber Nationalgarbe ent-
riffen u., eins ber erften Opfer der Revolution, an
einen Saternenpfabl aufgelnüpft.e Der Strid riß
zwar zweimal, er wurbe aber boch aufgefnüpft.
Foulmeather ({pr. Yaulmebdher), Borgebirg
im Gebiet (Territory) Oregen (Rorbamterile),
ums ven ber —— ———
oundybai (ſpr. Faundibai), fe v. w. Funbybai.
Fountain (ſpr. Faunten), Grafſchaft im Siaate
Indiana (Nordamerila), 18 OQM.; Flüfſe: Wabaſh⸗
River n. Coal⸗Creel; Boden eben, mit
u. Prairien; fruchtbar, Probucte: Mais, Weizen,
Hafer, Steinkohlen, Eiſen; der Wabafh - Erielanal
burchichneitet Die Grafichaft; 1850: 13,253 Ew.;
Hauptſtadt Copington.
Fouqué (Ipr. Fukeh), 1) Henri Auguſte,
Baron de la Motte F., geb. 1698 im Haag; war
Page beim Fürſten Leopolb von Anhalt, banı
preußficher Orfizier im Norbiſchen Kriege u. geben
bie Freundſchaft Friedrichs II; Düißverfl ndnifſe
mit dem Fürſten von Deſſau bewogen ihn, 1738 in
däniſche Dienſte zu geben; doch trut er bei Fried⸗
richs IL. Ehronbefteigung wieter in preußische Dieufte,
machte den Schleſiſchen u. ben Siebenjährigen
Krieg mit, murbe General, erhielt ein Obercont »
mando in Schlefien, ward 1760 in einer yon ih m
nicht geiligten, von Friedrich II. aber trotz ſei⸗
nes Wideripruchs austrildiich befohlenen ung
4
hei Landshut von Laudon angegriffen, überwältigt,
verwundet u. gefangen u. blieb in der Gefangen
ſchaft bis zum Frieden, wo er Gouverneur von
Glaz wurde. Er ftarb, zurüdgezogen, 1773 al®
preußiſcher General ber Infanterie; vgl. Mémoi-
res du Baron de laM. F., Berl. 1788, 2 be,
(eutſch von G. X. Büttner, ebd. 1788, 2 Thle.);
Lebensbeſchreibung f. u. 5.2). 2) Karligriebr,,
Baron de la Motte $ Entel des Vorigen, geb.
12. Februar 1777 in Brandenburg; ftanb 1794 in
preußiſchen Dienften als Lieutenant im Cüraifier-
regiment Herzog von Weimar, nahm 1603 ben Ab
ſchied, trat 1813 von Neuem als Lieutenant ein,
wurde Rittmeifter, mußte aber wegen ſchwacher Ge⸗
jumdheit den Dieuft bald wieber verlafien, erhielt
den Charalter als Major u. privatifirte dann auf
den Familiengute feiner Gattin Nennhaufen bei
Rathenow; hielt 1531 Vorlefungen an ber Univer-
fltät Halle u. ft. 23. Januar 1843 in Berlin. Er
war Dichter ber Romantifden Schule, voll Phan-
taſie, Tiefe u. Wärme bes Gefühls, vorzugsmeile
gruücklich in mittelalterlihen Darftellungen u. ſchr.
(früher unter dem Pfeubonym PBellegrin): Si⸗
gurd ber Schlangentöbter (ein Heldenſpiel), Berl.
1808; Baterlänbiiche Schaufpiele, ebd. 1811 f., 2
Bde.; Unbine, ebd. 1813, 3. Aufl. 1818; Die
abrten Thiodolfs, Hamb. 1815, 2 Bde.; Der
auberring, Nürnb. 1816, 3 Bde.; Sängers Liebe,
üb. 1816; Mtjächfiicher Bilderſaal, Nitenb. 1818 f.,
4 Be; lieder, Stuttg. 1816—27, 5 Bbe.; Ber-
tranb du Buesclin (ein Heldengedicht), Lpz. 1821, 3
Dbe.; Der Berfolgte, Berl. 1821, 3 Bde.; Lebens⸗
beſchreibung des Generals Henri Aug. Baron be la
Motte F., ebd. 1824; Geſchichte der Jungfrau von
Orleans, ebb. 1826, 2 Thle.; General v. Rüchel
(eine militärifche Biographie) ‚ebd. 1828, 2 Thle.;
Erzählungen u. Novellen, Danzig 1833; Die Welt-
reihe zu Anfang des Jahre 1835—1839, Halle
1835 fl. ; Bon der Liebeslehre, Hamb. 1837; Goethe
u. Einer feiner Bewunderer, Berl. 1840; Selbft-
biographie, Halle 1840; Ausgewählte Werke, ebd.
‚1841 ff., 12 Bbe.; Der pappenheimer Cüraſſier,
Nordh. 1842; Abfall n. Buße, Berl. 1844; gab
auch mit L. v. Alvensleben bie Zeitung fir den
beutfchen Abel, Lpz. u. Nordh. 1840—42, 3. Jahrg.,
u. 1815—1821 das Frauentaſchenbuch heraus. 3)
Karoline Augufte, geb. v. Brieft, geb. 1773
in Nennhauſen, war in erfter Ehe an einen Herrn
v. Roco mw vermählt, heirathete aber ben Vorigen,
nachdem ihre Ehe mit Jenem 1800 getrennt wor⸗
den; fie fl. 1831 u. fhr.: Roterih, Berl. 1807;
Briefe liber weiblihe Bildung, ebd. 1811; Magie
der Natur, ebd. 1812; Feodore, Lpz. 1814, 3 Bde. ;
Edmunds Wegen. Dermegt, ebd. 1815, 3Bde.; Das
elbenmäbchen aus der Vendee, ebd. 1818, 2 Bbe.;
inrich u. Marle, Sena 1821, 3 Bde.; Balerie,
Berl. 1827; Der Schreibtifch, Köln 1833 u. a. m.
Fouquet (ſpr. Futäh), 1) Sean, geb. um 1415
in Tours, ber bebeutenpfie Diiniaturmaler Sranf-
reichs im 15. Jahrh. n. Hofmaler bes Könige Lud⸗
wig XI. für 1483. Miniaturen von ihm befinden
fi in einer franzöfifchen Überfegung der Geſchichte
ber Juden von Joſephus, fowie in dem erſten Tbeil
einer Handſchrift des Livius, beibe in der Laijerlichen
Bibliothek in Paris. 2) F. Bicomte de Me-
lunet Vaur, Oberintenbant der Finanzen wäb«
zend ber Minderjährigkeit Ludwigs AIV. Der std
ig haßte ihn cheils wegen feiner ſelbſtändigen
Fouquet bis Fourches
Stellung, die er unter Mazarin garo⸗
unter feiner Regierung bewahren zu u
hauptſächlich aber weil er fein Rival be
liere war. Er nahm ihn 16 mit
Bretagne, wo bie Stänte bei ber St
gung Schwierigleiten machten, ließ i
tember 1661 in Nantes arrefiren, ne
kann nah Bincennes führen, hochv
Umtriebe anflagy u. vor ein meil
Feinden zufammerrgefetstes Gericht fe
zwar ein Verſchwender öffentlicher Ge
zarin u. für feine eigenen Vergnügm
aber Staatönerbrechen batte er nic
Darum vertheibigte ihn ber Maitre d
Leflore d'Ormiſſon ſtandhaft. F. w
zur Verbannung u. Confiecation ſein
urtheilt; erſtere Strafe verwandelte
lebenslängliches Gefängniß in Pianers
flarb. 8) Senri, geb. 1727 in Mou
als Secretär nach Paris, in feine Bate
gelehrt, begann er Mebicin zu ftubime
dann in Marfeille u. Montpellier,
am Militärbofpitale wurbe, 1792 w
Paris bernfen, wo er Vorlefungen ü
ie bielt, 1789 erhielt er die Brofefiur
ald nah Montpellier zurüd u. ft
Er ſchr. n. A.: Essai sur le puls,
Monty. 1768; De fibrae natura,
morbis in corpore animali, Mont]
corpore cribroso Hippocratis, ei
diabete, 1783; De nonnullis mor
sivis sesophagii, Montp. 1778; [
la olinique, ebd. 1803. 4) ECharlee
gufte, Graf. Belle Fule, f. Bel
Souquier (fpr. Fukirh), Antein
Tinville, geb. 1747 ın Herouelles bi
tin, Procureur au chatelet, vertauf
wegen Verſchwendung, mar mährent
tion unter der Schredensregierung BI
Uäger u. ſchrecklich durch Blutdurſt; er
1795 guilotinirt.
Fouquiera (F. H. et B.), Pf
aus der natürlichen Familie ber Fra
Fouquieraceae; Art: F. formoss,
Fonquidres (ſpr. Fukiähr), 2
1580 in Antwerken, bildete fich zum
maler unter ber Leitung von Ian
Rubens, dem er zu mehreren Bildt
ſchaftlichen Sintergrünbe malte, wu
des Kırfürften von ber Pfalz, hielt
Rom u. Venedig auf ı. begab ſich dar
mwo er fir Ludwig XIII. beichäfttgt
farb. Eine feiner Landſchaften mit et:
im Borbergrunde ift im Muſeum zu
Your (Passage du F.), &
bem Feſtlande von Frankreich (De
nisterre) u. ber Inſel Queſſant; Lent
goura, Fluß, fo v. w. Senegal.
purage, f. Fourrage.
Fourbe (fr., ſpr. Furb), Schurke
berie, Schurkenſtreich, Betrüger.
Fourche (pr. Furſch), 1) Kirchft
Louiſiana, fo v. m. La Fourche Inter
Save, fpr. 5. fa af), Fluß im St
(Rorbamerila), entipringt in der GEi
u. münder in Perry in ven Arlanfas
Sources, les, böchſter Berg der
franz. Departement Voeges, 1500 pa:
Houreroy bis Fourier
460
ſpr. Fuhrkeoa), Borgebirg ber Ba⸗gegeben, welche bie Quartiere unterfuchen u. vom
denen einer ber aumarſchirenden Compagnie ent⸗
ın ber Nordküſte bes Auftraliſchen
ınbemslant).
(fpr. Furfroa), 1) Bonaventura
Noyon, Parlamentsabeocat in Pa⸗
L fchrieb Gedichte u. Yuftipiele. 2)
ois de %., geb. 1755 in Paris;
Br.»feflor ber &bemie im Jardin du
er der Beobachter der neueren chemi⸗
tur u. vereinigte fich bei. mit Bauque-
n chemiſchen Analyfen. 1793 Mit.
ionalconvente, feste er das Gelch
eit bes Maßes u. Gewichts durch;
es Wohlfahrtsausſchufſes begründete
zolytechniſche Schule u. bie 3 Spe⸗
Medicin in Paris, Montpellier u.
1795 fam er in ben Rath der Alten,
37 feine Lebrfielle der Chemie wieder
be er Staateratb us. bearbeitete einen
Sffentlichen Unterricht; er ſtarb 1809
me de connaissances chimiques,
Bbe., u. 11 Bde. (deutſch im Zuezus
Königséb. 1801 ff., 4Bde.); Philo-
que, Par. 1792, 3. Aufl. 1806
hler,Yp3. 1796); Medecine eclairde
bes phys., Bar. 1791, 4 Bde. u. m.
:(F. Vent.), Pflanzengattung, nad
mannt, aus der Familie Amarylli-
@. 6.81. 1. Ordn. L.; Arten, rüber
bit: F.gigantea, mit flechenben,
s Fuß breiten, im Kreiie lebenden
bt einen 32 Fuß hoben, armsdicken,
. Zeige getbeilten Biflthenichaft mit
end hängenden, grünlichweißen Blü⸗
ı Blättern bereitet man hanfartige
ien; F. cubensis, lleiner ale die
inbftachlichen Blättern; tie Wurzeln
a Schrüren, ren Schaft ale Brenn-
eln als Nägel, Die Blätter zum Dach⸗
Faſern mie Hanf; in der durch Aus»
r Herzblätter entſtandenen Höhlung
täglich ein füßer Salt (Pulque),
t Snde durch Gährung ein beliebtes
etränt giebt. Beide in Sübamerila.
x (fpr. Furdinieb), Amandus Jacq.
1758 zu Tuberjent im Departement
8, widmete fich in Arrae der Theo»
? 1915 Lehrer der Theologie im Prie-
. Arras, 1817 im Seminar vom hei⸗
u Paris, 1532 Superior dajelbfi u.
nz dem Wohle tiefer Anflalt u. ver
Lolenien, welche er mit Milfionären
1849.
(fr., fpr. Fourgong), Vorraths⸗Ba⸗
a, Hauptort bes Volkeſtammes ber
a Kiffiftrome, in Guinea (Meftafrita).
v. fr., fpr. Furihr), ein Unteroffizier
npagnie, der auf dem Marie das
ven beforgt, in ben Santenirungen u.
bensmittel berbeifchafft u. auetheilt.
t Echreibereien vorkommen, fo muß
chreibens kundig fein. Beim Quar⸗
über die %-e eines ganzen Bataillons
6 meift ein Weurieroffigier gefel,t, Der
für Bas Ganze, im Einverhänbniß
bebörten, regelt; zugleich find beim F.
eine Soldaten ale Beurierichägen bei»
gegen gebt.
ourier (ſpr. Kurieb), 1) Jean Baptiſte Io-
fepb, Baron ve %., geb. 21. März 1768 in Aurerre,
war Profeflor ber Matbematitbafelbfi, bierauf Direc⸗
tor ber Ecole normale in Paris, folgte Bona⸗
Parte nach Agypten, wurbe 1902 Präfect des Iſere⸗
departement® u. 18515 des Rbonebepartentents,
legte letztere Stelle aber bald mwieber nieder u. lebte
ſeitdem in Paris ganz feinen Studien; 1517 wurde
er beſtändiger Secretär ber matbematifchen Klafſe
des Natienalinftitute, 1827 Mitglied ber Alabemte,
nad) dent Tote von Laplace Präfident des Conseil
de parfectionnement ber Bolytehniihen Schule,
Ipäter Mitglied Der von Martignac niedergeſetzten
Cemmiffien, welche über die Erfindung ber Wiflen-
ſchaften Vorſchläge einreichen follte u. fl. 16. Mai
193. Er ſchr.: Dirncours preliminaire, servant
de preface hist. à sa description de l’Egypte,
Bar. 1610; Theorie analytique de la chaleur,
ebd. 1522; Me&m. sur les temperatures du
plobe terrestre et des erpaces plandtaires,
ebd. 1527; Analyse des dquations determinden,
berausgegeben von Navier, ebd. 1531, ı1.a. nt. 2)
Charles, geb. 7. April 1772 in Befancen,
arbeitete ale Comptoiriſt in Rouen, Marſeille
n. Lyon, am zuletzt nach Paris, wo er fih in
feinen Muſeſtunden mit der Aufftellung einer
nenen ſocialen Tbeorie beichäftigte, welche Die ganze
Menſchheit abfolut glücklich machen follte. Als ber
St. Eimenismns 1832 unterging, ſchloſſen ſich
einige Anhänger deſſelben an F. an, unter ihnen
auch Conſiderant. Er lebte in der fortwähren⸗
ben Hoffnung, daß fich irgend ein reicher Capitaliſt
finten werde, ber die Dlittel zum Beginn der focias
lien Reform u. Gintbeilung der Menthbeit in Pha⸗
lanftere hergeben werte. Endlich fanden fich 1832
binreichenne Mittel, um ein Crgan (Te phalan-
stere) für feine Veftrebungen zu gründen, doch
ging daſſelbe bald unter, lebte dann 1536 als La
phalange vwieter auf u. verwanbelte fih 1843
in ein Tageblatt I,a democratie pacifique. %
mwurbe 10. Oct. 1937 in feiner Kammer tobt ge
funten. Er fchr.: Mouvement aromal (er nannte
alle imponderabelen Stoffe Aroma), Bar. 1808;
Theorie der quatres mouvements, ebb. 1808 ;
Trait€ de !’association domeastique -agricole,
ebb. 1822, 2 Bte.; Le nouveau monde in.lustriel
et socidtaire, ebd. 1529; Dangers de la situa-
tion sociale actuelle de Ja France, e&b. 1832;
Etudes sur la science sociale, eb. 1833; Théo-
rie de Ch. Fourier, e&b. 1934; La fausse in-
dustrie, ebb. 1835. Sein Syſtem (Bouriertömus)
nennt er felbft Die Theorie soci6taire. Es griln-
bet fich auf bei abfoluten Zweifel (Doute absolu)
u. auf ben abfoluten Irrtbum (Kcart absolu);
phyſiſcher u. meraliidder Schmerz iſt ba® Zeichen
des Irrthums, Eelbfigenugtbuung u. Vergnügen
Beichen der Wahrheit. Hierauf baſirt er feine Theo»
rie ber Leibenfchaften, auf welche feine Theorie ber
4 Bewegungen, ber focialen (paffienellen), der ante
malen (inftinctiven), ber organiichen u. Der mate⸗
riellen binausfäuft. Zu dieſen 4 Bewegungen fügte
er fpiter noch eine flinfte, hie arontale, d. b. die An⸗
ziehungefraft ber Imponberabilien, F. wollte bie
menfchlichen Leidenfchoiten auf den Urzuftand zu⸗
rüführen u. fe beiligen, indem er fie nüttzlich
466 Fonrier bie
machte, im Widerſpruch mit allen religisſen Geſetz⸗
ebern, Moraliftien u. Philoſophen, welche bisher
ie Leidenſchaften für bös hielten, bei. aber gegen
die Abftraction der Aflefe u. gegen bie mittelalter-
liche Kirche, welche nach im bie unbebingte Selbft-
vernichtung auf Erben fordere u. das bieffeitige
Stüd für die ungewiſſe Hoffnung des Jenſeits auf
gebe. Der Menid fei, behauptete er, von Natur
gut, u. es komme nur barauf an, bie Leidenſchaften
zum Guten zu leiten, um einen Halbgott aus bem
u machen, ber ſonſt ber verabiheuungemürbigfie
dfewicht geworben wäre. Das Veftreben, feine
Bebürfniffe zu befriedigen, fei es aber, was bie Lei-
denſchaften erzeuge. Sie zur befriebigen, ohne bie
allgemeine Wohlfahrt zu ftören, ſei bie Aufgabe
Des Socialiemus; denn in ber pathetifhen Dien-
ſchennatur jei bie Harmonie der Geſellſchaft unter-
egangen u. der Krieg Aller gegen Alle entzündet.
as Mittel, wodurch er die Menjchheit wieder
herftellen wollte, mar eine Univerfalaffociation, bie
alle Staaten, Kirchen, Religionen umfaffen u. von
ber bie Menſchen von ihrer Geburt an Mitglieber
fein follten. Die Welt galt ihm eine gemeinfchaftliche
Werkftatt, worin er die Menſchen eintheilte u. Je⸗
dem feine Beichäftigung anwieß. Eine Phalanz fette
aus 400 Familien (15—18,000 Menichen) beſte⸗
den, die in einem einzigen großen Phalanfterium
(Phalanstere) een eine Quadrat⸗
ſtunde Landes cultiviren u. für fich bie fonftigen
Bedürfniſſe, Häufer, Nabrungsbereitung, Kleider,
Schuhe, Erziehung, Lehre 2c. beforgen follten;
Gruppe ift die Vereinigung mehrerer Menſchen
von einerlei Seihmaderichtungen; fie ſollte min-
deſtens aus 7 Perfonen befteben u. 3 Unterabthei-
Iungen, Männer, Srauen, Kinder, bilden; Reihe ift
bie Bereinigung mehrerer Gruppen, aufgeftellt in
auffteigender u. abfleigender Linie, mit gleicher
Einrichtung wie bie Gruppe. Eine Gruppenreihe
follte gleichartige Berrichtungen, Berrichtungen
entgegengejeßter Art u. abwechſelnde, felbft zu wäh⸗
lende Arbeit einer u. berjelben Perjon haben. Die
Beamten, Aufleber, Lehr⸗ u. Werlmeifter fiir Grup-
pen, Reihen u. Phalanz follen aus ven gefchidteften
don den Mitgliedern ſelbſt erwählt werben. Die
Arbeit jollte angenehm, alle Inbuftrie, d. b. jede
Gewerks⸗, Landwirthſchafts⸗, willenichaftliche u.
fünftlerifche Arbeit, in dem Grabe anziehend jein,
daß Männer u. Weiber, Erwachſene u. Kinder mit
lebhafter Luft, ohne Mitwirkung des Zwangs od. des
Hungers, an fie gefeſſelt werden. Die Berbindung von
400 Familien zu den Verrichtungen, a) ber Stoff-
arbeit, d. h. der Stoffgewinnung (Culture) ı. Stoff.
vereblung (Fabrique), b) des Gütergebrauchs od.
der hauswirthſcha gichn Arbeit n. ©) der Güter⸗
vertheilung od. des Handels bringe unermeßliche
Vortheile zu Wege. Das Gebiet ber Phalanx
würde wie das Beſitzthum eines einzelnen Men⸗
chen behandelt, indem nämlich vermoͤge der Ber-
einigung ber Lanbbefig einzelner Perfonen ſich in
das Eigenthum einer Actiengefelljchaft verwandelte,
melcher bie Yünbereien, Gebäude, Geräthichaften u.
Erzeugniffe zur Verbürgung dienten. Alles folle
gemeinfehaftlich fein (Gütergemeinfchaft), wie es bie
St.⸗Simoniſten lehrten, doch folle, um tem num
einmal nicht wegzuleugnenden Zriebe nad) Privat»
erwerb zu genügen, jeder an ben Reinertrag, nad)
Abzug Der Steuer, nach dem Maßſtabe feines zuge»
ſchoſſenen Capital, feiner Arbeit u. jeine® Talente,
Fourmillement
einen ihm nach Ablauf eines Jahres a
den Antheil haben. In feinem Kampf
Eivilifation, welche feiner Meinung nad
in bie Welt gebracht habe, übte F. oft ei
u. bittere Kritik ber gejellichaftlichen ;
biefer verbantt er feine Erfolge bei |
Haufen, welchem jebe Revolution ber i
Zuftänbe ber Geſellſchaft milltommen if
tive aber, was er an bie Stelle bei
Weltordnung fegen wollte, bot bem €
Ironie fo viele Blößen, baß an eine e
fegung nur wenig gebacdht wurbe, ır
mehr, als fein Syſtem auch eine myſte
in ber Darſtellung ber lezten Wirkn
welche aus der Umwandlung der Geſel
großes Phalanſterium hervorgehen ſol
nur das erſte Phalanſtere 1620 (vor
ſtiſchen Zahl verpra⸗ er fi allein (
lieber zähle. F. gab nämlich dem
Ichlecht eine Dauer von 8000 Sabre
diefe in 7 Berioben: Ebenismus, 8
triarchat, Barbarei, Eivilifatien, Gar
Aſſoeiation; bie Periode der Civiliſati
ber Herrichaft des Adels begonnen,
fänte fih die Geſellſchaft in dem
Garantismus. Nach der Beriobe des &
werbe die Zeit ber Affociation eintsel
nörbliche Hemifphäre mit Hülfe zu me
Ber phyſikaliſcher, chemiſcher ı1. induſt
bis zum 600 angebaut fein, eine Nord
Horizont in Ringform umgeben, in Re
deira, in Grönland Orangen wachen,
ein Eldorado fein werde 2c. Alles mer
wachſen, die Kartoffeln wie eine Mele
Kürbiffe auf 6 Ellen Höhe, ber Menfı
u. 144 Jahre alt, 400 Pſund ſchwer, u
33 Pjund an Nahrungsmitteln zu
Unter dieſen Rieſenmenſchen babe jeb
Gemahl, von dem fie 2 Kinder, ein
ven dem fie I Kind befitze, einen Gi
aber den Anſpruch auf feine Stellung :
u. mehrere andere Befitser, bie jebo
lichen Anſpruch auf fie machen könnten
derbarfle am Fonrierismus ift, Daß e
ten Männern Anhang finden fonnte,
ſiderant fogar in Condé fur Bigre ber
praftiihen Ausführung eines Phalar
welcher natürlich gänzlich fcheitern mu
gericthen bie Fourieriſten felbft mit
Streit u. machten bann einer neuer
Weltordnern Pla, als beren Saupt
betrachtet werden kann. Bgl. Pellar
Sa vie et sa theorie, 2. Aufl. Bar.
Four Lakes (ipr. Fohr Lebe), 4
der zufammenbäugende, fih von No
Sübdoften eliredene Seen in ber Gr
im Staate Wisconfin (Nordamerika),
jer in den Catfifh⸗River ergießen. D
von (der nordweſtlichſte, Seurtb Lake ı
14 DU. lang, 1 Dil. breit, 50 — 70 Fuj
von Dumpfbooten befahren, an tem;
menden (Third Lake, 12 DIL. lang,
liegt Madiſon, die Hauptfladt bes 2
confin; Die beiven anderen (Secon
Lake) find von geringerer Ausbehnu:
Gegend um dieſe Seen berum iſt fruch
ourmillement (fr., jpr. Furmil
w. Sormication. j
Ponrmois bie Foren
447
(fpr. Furmoa), Theobore, geb. 1817 | lem Höhlen, welche ber Gruppe aud ben Namen
Reigien, machte fi) Anfangs durch
Lirhograpbien u. Aquarellen, ſpäter
Ibe einen geachteten Künfllernamen.
(fpr. Rurmong), Stierme, geb. 1683
ar Profeſſor des Arabiſchen in Paris
7 fchr.: Reflexions sur l’orıgine
»s peuples, Par. 1735, 2 Bde.;
sınica, ebd. 1742, Kol. u. m. a.
e (fpr. Furnoh), 1) Infelgruppe am
er Baßſtraße (zwiſchen Auftratien u.
nd) mit ber größten Inſel gleiches
kenfang; 2) Gruppe zum Paumotn-
hedrige Injeln (öntichen Polyneſien)
von Cook entdeckt.
fpr. Furnich), 1) Fague®, früherer
oſtes Benedict XII., ſ. d. 2) F. le
tiich Peter Simon, geb. 1712 in
tſchneider u. Gießer; farb daſelbſt
te fich um die Verbeſſerung der No⸗
mt, obwohl er grundlos bie Breit⸗
druckerfindung in 2 Abhandlungen
ausgab; er druckte nämlich erſt bie
die Noten darauf, alfo Das Ganze
François %. de Pefcay, geb.
Yaur, mar erft Milttärarzt, dann
Fin Brüfjel u. Profeffor an ber Er»
aſelbſt, ſpäter Regimentechirurg der
praltiſcher Arzt in Paris, Teibarzt
[. in Balencay, feit 1813 Eecretär
n de sante des armdes, dann zu
ce auf S. Domingo Director bes
ums u. Inspecteur génér. du ser-
&, fpäter in Paris u. fl. um 1820.
les scrofules, 2. Ausg. Strasb.
‚anos traumatiqne, Par. 1805, u.
\ctes de la societ€ de médec. de
Bde.; mit Piren: Journal de med.
pharm. milit., feit 1815 u. Recueil
ıt de mal. chır. et pharm. milit.,
te allein 12 Ye. 4) Antoinette,
Rainz; ging früh zum Theater, wurde
en Gefenfhaften, 1925 in Dresten,
n, dann am Hofburgtbeater in Alien
führte fie nach ihrer Verheirathung
räſer⸗F.
ı (befegen), 1) Möbel, Thuͤren,
von geringem Holze (Blindholz)
ven Tlatten, Sesrnirplatten, cd. Your»
) von feineren Holzarten (Foummir-
d. in verfchiebenen Figuren belegen.
man bartes Maſernbolz, bei. Maha⸗
mar, Roſen⸗, Nußbaum⸗, Buchs⸗
⸗, Cedern⸗, Eichenholz ꝛc.; fie wer⸗
mit Hantfügen (Pournirfägen) od. in
ühlen (Bourairmüßlen) zu 1—11 Li⸗
atten eb. auch papierblinn nıit Meſ⸗
z gefchnitten u. kommen fo in den
rund zu fourntrenben Formen an
erben tiefe Platten auf ter rechten
ner beffebt, im Waſſer anfgeweicht 1.
rigen, nm das Blindbolz gebogen,
richförmig gebogenes Holz darauf ge
bis der Leim troden tft; 2) verſchaf⸗
ıber Sourniffeur (fr., ſpr. Furniſſöhr),
türkiche Infelgruppe an ter Küſte
„zwiſchen Samos u. Ikaria, mit vie-
gegeben haben.
ourniture (fpr. Furnitur), bei einigen Thea-
teen Epielgelber der Tänzer, für melde fie fich
Schnhe, Strümpfe, Handſchuh, auch wobl bei den
Frauen Kopfpug, Schmud anſchaffen follen.
Bourpence_ (ſpr. Fohrpens), Wierpenceniid,
Münze in Großbritannien.
Fourrage (ir., ſpr. Furraſch), Fütterung von
Hafer, Heu u. Strob für die Pferte; vgl. Ration.
Daber Fourragiven (ſpr. Furraſchiren), bie Kour-
rage ſelbſt verfchaffen, wenn bie dieferungen aus
ten Magazinen nicht ausreichen od. au6bleiben.
Die Handlung felbft heißt Sourragirung, u. man
unterfcheibet eine trodene od. grüne Fourragi⸗
rung, je nachdem das Futter aus ten Scheunen der
Orte, od. von ten Wieſen u. eltern geholt mwirb.
Fourragirieinen dienen Dazu, das erlangte Futter
für den Transport zufanımerygubinten. Wenn bie
Tonrragirungen in ber Nähe des Feindes ausgeführt
werben, müſſen einzelne Zruppenabtbeilungen zum
Schutze des ungeflörten Ben ber Arbeit anfe
gefelt werten u. ten ſich nähernden Feind zurück⸗
weiſen.
Fourrure ifr., ſpr. Furrür), 1) Kleiderfutter,
beſ. Pelzfutter; 2) Pelz, Pelzwerk; 3) (Herald.),
ſo v. w. Hermelin.
Foufſeret (ſpr. Fuſſeräh), Stadt an ter Longe
im Bezirk Muret des franz. Departements Sauter
Garonne; 2000 Ew. Geburtsort bes Abbe Sicarb.
Fouta Dhialla (3. Dbiallon), Landſchaft im
Imnern Senegambiens (Weftafrila), von Fulahs m.
Dſchallonke's bewohnt, iſt von bohen Gebirgen
durchzogen, anf denen faft alle bedeutenden Ströme
tiefer Zone von Afrila (Senegal, Gumbia u. Nie
ger) ihren Duellenbezirt baben, reich bewaldet u.
in den ebenen Gegenden auch febr fruchtbar; zu den
Hauptproducten gebört Wachs, welches in großen
Maſſen in ven Handel lommt. Einen großen Zheil
ber ganzen Lanbfchaft, namentlich die Ebenen, nimmt
das Reich Timbo ein, in welchem die Yulah6 herre
ſchen u. Las feinen Namen nach ber Haupiftabt
Zimbo erbalten bat.
Foutanier (fpr. Futanieh), Victor, franzöſiſcher
Reiſender, vorzüglich verdient durch ſeine Nachrichten
über bie Gebirgszüge u. Waſſerſcheiden des nördlichen
Theils von Kleinaſien, den Taurus u. Antitaurus;
er fchr.: Voyages en Orient, entrepris par
ordre du gouvernement francais des l’annee
1821—29, Bar. 1529, 2 Thle.
Fouta-Zoro, ein 600 DOM. großer Staat im
Zenegambien (Beftafrila), deſſen weites Gebiet fich
länge u. ſüdlich des vereinigten Senegal erfiredt u.
weittich durch Wallo, anti durch Bondu begrenzt
wird. Das Lanb ift bei. reih an Tamarinden⸗
wäldern, meift fruchtbar u. Tiefert viel Eiſen u.
Gummi. Die Einmobner, 400,000 an Zahl, find
muhammedaniſche Peuls. Wegen bes Fanatiomus
ter Bevölkerung, die ſeit 1775 unter einer Art von
riefterherrfchan, ftebt, für Europäer ſchwer zu⸗
gänglich; doch haben tie Franzojen 1857 mieber
ein —* zu Podor am Senegal errichtet, was den
bedeutenden Handel des Platzes beſchiltzen ſoll.
Hauptort iſt Medinalla (d. i. Gottesſtadt).
Fr he fo v. w. Futſcheufu.
pur, Vorgebirg ber NWRijte von Haiti.
Fovöa ılat.), 1) Grube, bei. 2) (Anat), im
einen Kuochen; jo F. haemisphaertca, |. u. Obr. F.
A648
lacrsmalis, |. n. Auge; F. axillaris, Achſelgrube;
3) (Bot., Grube), eine vertiefte Stelle, bef. an Blü-
tbentbeilen, bie Honig ausicheiben, Daher F. necta-
rifera, die Honiggrube, 8 auf den Blumenblät⸗
tern von Ranunculus, Trollius u. Fritillaria.
Foveaurſtraße (ſpr. Fowohſtraße), trennt bie
Inſel Stewart von der ſüdlichen Neuſeelandeinſfel
Tawai; nach dem franzöſiſchen Reiſenden Zaveaur
genannt.
ee fo v. w. Grubenqualle.
ovilla (Bot.), der Befruchtungsftoff, d. i. ber
Inhalt der Bollenlörner u. Antheribien.
Foviren (v. lat.), 1) bähen, f. Foment; 2) be⸗
nftigen.
Ben (ſpr. Fo⸗ih), 1) Fluß u. ©) Borough
daran, in der engliihen Grafichaft Cornwall, be=
fefigter Hafen, Sarbellenfilcherei, Fiſchhandel, Zinn-
gewinn; 2000 Ew. Dabei das — der Fa⸗
milie Raleigh Monabilly, mit großen Mineralien⸗
fenmlungen.
gone, fo v. w. Foula.
owler (ipr. Fauler), 1) Bai an ber Kiifte ber
engliihen Colonie Eidauftralien; 2) Städtiſcher
Bezirk mit Poftamt (Post-township) in ber Graf⸗
ſchaft St. Lawrence im Staate New⸗VYork (Nord⸗
amerila) am Obmwegatchie- River, 1900 Em. 3
Stättifcher Bezirk mit Poſtamt in der Graffche
Trumbull des Staates Ohio; 1100 Ew.
. Fowler (jpr. Fauler), Thomas, geb. 1736 in
York, war Anfangs Pharmaceut, ftubirte aber 1774
ın Edinburg Medicin u. prafticirte in Stafforb,
dann in dert; 1796 wurbe er Arzt der Quäler-
irrenanflalt in ber Nähe von York u. ft. 1801. Er
jr.: De methodo medendı variolam, praeci-
pue auxilio mercurii, Ebinb. 1778; Medical
reports on the effects of tobacco, Yonb. 1785;
Med, rep. on the effects of arsenic in the cure
of agues remittent fevers and periodic head-
ach, ebd. 1766; Med. rep. on the effects of
bloodletting, sudorifics anıl blistering in the
cure of tlıe acute and chronic rheumatism,
ebd. 1795 (deutſch Breslau 1795). Über Sowlers
Mineralauflöfung, |. u. Arienit V. B) aa).
Sowlerit, Mineral, bildet große Kryſtalle bes
onoflinoebrifhen Syſtems mit einem matten
berzug, ift röthlichbraun u. beftcht aus Kiejelfäure,
Mangan u. Eifen; Sundort: Franklin in Nem-
Jerſey.
Fox, 1) Richard, geb. um 1465 zu Ropesley
in Lincolnſhire; ſtudirte in Frankreich Theologie
n. wurde dem Grafen Richmond (nachmaligem
Heinrich VII.) als Unterhändler bekannt, durch die⸗
ſen Biſchof von Exeter u. Staatsſecretär. Er unter⸗
zeichnete 1497 ben ſiebenjährigen Waffenſtillſtaud
mit den Schotten u. unterhandelte wegen der Heirath
Jakobs IV., Königs von Schertland, mit Margare-
the, Tochter Heinrichs VII. Er wurde dann Biſchof
von Wincheſter, begleitete ben König nach Frankreich
u. ſchloß mehrere Berträge Unter Heinrich VII.
zog er fih 1515 in fein Bisthum zurück u. ft. 1523.
2) John, geb. 1517 zu Befien in Yincolnfbire;
ſtudirte Theologie, nahın die Lehren Luthers an u.
mußte deshalb unter ber Königin Maria nad) Ba-
fel fliehen, tehrte unter Eliſabeth zurüd u. erhielt
eine Präbente an der Kirche zu Salisbury; er
fl. 1567 u. fhr.: Martyrologium, Lond. 1563,
9. Aufl., ebd. 1684, 3 Bde. 8) Luke, englijcher
Gasbrtuer, lebte in der erfien Hälfte des 17. Sahrh.; |
Foreaurſtraße bie For
König Karl I. rüſtete ihm ein Schiff auı
ber Sntbedung einer nordweſtlichen D
Norden von Amerila; am 5. Mai 16
von Deptiorb ab, nahm feinen Lauf m
fonsbai u. brang bis Fox Fartheſt vor
bier, von ber Bergeblichkeit feines U
überzeugt, umfebren p. kam ben 21.€
den Dünen an. F. war ber erfte, welde
hen Gegenden genau unterjucht hat, u.
ibm entdedten Infeln, Eilanden u. $
gegebenen Namen find meift beibeba
er beichrieb feine Keife in ben We
West-Fox or Fox of tbe north-w.
Lond. 1635. 4) Georg, geb. 1624
in Leiceſterſhire; Sohn eines Leinn
eifrigen Presbyterianere. Bei einem
in der Lehre, hütete er beflen Schafe
zu einem Scufter, grübelte bei beit
‚gungen über Neligionsgegenftänte ız,
eſchloß er dahin zu ſtreben, bie Dienj
gend zurüdyuleiten. Hierin wurte er
nen beftärtt. Er verließ nun feine
ichlief auf Bäumen u. las nur in ker i
ſchien ihm auch die Bibel entbehrlich,
redete fih, daß im ihm biefelben Inſp
wacht wären, wie bei ben Apofteln u
Er prebigte 1648 in Maichefter, gewa
ten u. unterbrach nun fogar in Kirchen
dienft. Zu Nottingham wurbe er t
eingelertert, belehrte jeboch feine Verfol
frei gelaffen. Aus feinem Anhang
Secte der Duäler (ſ. d.). Er prebig
ben Trunk, Proceffe u. den Krieg, ve
vor Jemand abzunehmen, bie Knie vor
fhen zu beugen, einen Eid abzulegen ı
verfolgt, in ein Narrenhaus gefperrt
ertrug er dies Alles u. prebigte, er
Neuen. Wieder verhaftet wurte er
geihidt, wo ihn Cromwell auf fein
feine Unruhen zu beginnen, frei lief
jeiner Anhänger wuchs, ta er nun!
fentlich lehren u. Durch den Drud verb
nod) mehr. 1658 bielten feine Anhä
ford die erfte allgemeine Verſamm
neuen Berfolygung war er unter Karl!
tie aber 1666 enbete. 1669 beirat
Wittwe eines feiner Auhänger, begab |
Amerika, um dert feine Lehre mehr
fehrte 1673 nach England zurüd, w
Worceſter cingelerlert, weil er eine
ſammlung ber Duäfer berufen hatte, gi
Holland u. fpäter, um 1654 nad H
burg u. Danzig, um dort bie Mem
Sectirer für feine Lehre zu gewinnen.
Seine Schriften geſammelt, 3 re
Leben beichrieb er —* Lond. 1691.
Popular life of G. F.. Lond. 1847. |
James, geb. 24. Jan. 1749; dritt
Lord Holland u. von mütterlidher :
Karls II., entwidelte, früb reif, ein un
Rednertalent, machte zu Eton u. Orie
bien, die fi) zum größten Theil auf
Literatur beſchräuklen, u. bei dem loder
ches F. führte, wenig erfolgreich waren
er Das gejegliche Alter von 21 Zabren
wurte er filr Midhurſt ins Parlamen
ſchloß fih Lert, feinen Familientrabiti
an bie Zoried an, Seine glängeifve
Ges bie Zor-River
458
er Schärie der Auffaſſung u. einer | fanı aber nah Pitts Tode, 2. Jar. 1606, von Neum
seldhe die Aidge tes Gegners chen
: wie zum Gegenflante eines von
an das Ruder, indem er bie Zeele bes fogenannten
Miniſteriums aller Talente murbe. Aber ſchon im
Berehnung getragenen Angriffe : Sommer deſſelben Jahres ftarb er 13. Septbr. in
Id allgemeine Bewunderung. Die
ie8 fuchten ibn auf jere Meile an
murtde 1770 Cord der Atmiralität
n er furze Zeit aus dem Cabinet
rd ter Schatlammer. Inzwiſchen
haft mit Burke (ſ. d.) u. entfrem⸗
ymanen u. liberalen Anſicht von
it huldigend, immer mehr ber to»
ſchied 1774 aus tem Minifterium
Sröffnung des neuen Parlamente
Gegner ter Regierung auf. Mit
ıten, begann er unter Den ungün⸗
ffen ten Kampf gegen tas Dlini-
deſſen friegeriiche Maßregeln zur
es Aufftantes ter ameritanifchen
ädig verfecht er tie Sache ter Co⸗
he der Freiheit, u. die Niederlagen
ſchafften jeiner Anſicht endlich 1782
'orıb trat ab, u. ir dem neuen Mi⸗
3bam übernahm 7%. das auswär⸗
ideß ter König ten Whigs nicht
von einen Syſtemwechſel nichts
mnte F. Leine fefte Stellung an-
tem Tote Redingbams wurde er
whiggiftiichen Diiniftern entlaflen,
Mat zu machen. Nun verband ſich
tion geträngt, mit feinem ehema⸗
Chiowick⸗Houſe. Im dieſe lebte Periode ſeines
Wirkens fallen feine liberalen Beſtrebungen gegen
bie Gintommentare, fiir Die Emancipation ter Ka-
tboliten, für Lie Abſchaffung nes Stlavenbantels,
| für bie parlamentarifche Reform u. gegen die Union
d North gegen Shelburne u. Pitt, |
sit dieſer Zeit fein glänzendes Ta-
naun zu entfalten begann u. Die
ung wurde. Es gelang F. bald,
es mit Frankreich abgeſchloſſenen
sdens zu ſtürzen, merauf er mit
anntes Koalitiensminifterium bil:
inneren Riterfprliche tiefes Cabi⸗
tt 1793 von Neuem and Ruder.
anlaffung feines Sturzes war die
velcher der Mißregierung der
apagnie ein Ende machen wollte.
eiſe Maßregel erhielt aber in ter
genommen wurte, das Gepräge
zoers, welches ven Wohigs die Lei⸗
ıng für längere Zeit ſichern follte;
fih die Krone u. berief Pitt von
un
efäbrlichfte Gegner Pitts in bie
Aien, wo er oft der Parteileiben-
e al® der befleren Einficht, nur um
ritt zu nöthigen. Bein Ausbruch
ı Revolution überwarf er fib mit
das revolutionäre Treiben mißbil-
un eine Fraction der liberalen Par⸗
welche zwiſchen den Burliten u.
Mitte ſtanden. Der Berſuch einer
n Pitt u. F. ſcheiterte 1792. Pitt
n ben Burliten unterſtützt, mäch⸗
16 F. einſah, daß er mit feinen ge⸗
völlig iſolirt war, zog er I ven
33 aus dem Parlanıente zurüid. Gr
Frieden zu Amiens eine Reiſe nach
Bann ein Anerbieten, welches ibm
Ik nad breijähriger Unterbredung
: Spitze ber Regierung getreten war,
au ber Bertwaltung machte, zurild,
rifon. & Rufl. VI.
eines Minifteriums. Wieder |
Irlands, Ihm wurde 1816 eine Bildſäule auf
Dloomdbury-Zquare u. 1518 ein Denkmal in ber
Meftminfterabtei errichtet. Er fchr.: Ilist. ofthe
early part ofthe reign of James the second,
Pond. 1508 (beutfh von Soltau, Ham. 1510);
feine Speeches kamen Lone. 1815, 6 Bde. her»
aus, Lebensbeſchreibung, franzöfiih von I. Marti⸗
net, Bar. 1507; F. in feinem politifchen,, literari⸗
ſchen u. Privatleben bargeflellt, Yyz. 1505. Die
Nebenbuhlerſchaft zmifchen Ein u. %. benutzte Gott⸗
ſchall in feinem Luftfpiele Pitt u. Kor. 6) Wil
liam Jobnfen, geb. 1756 zu Uggleshall in Suf-
folk, ſtudirte Theologie, betbeiligte fih durch Schrif⸗
ten an allen liberalen Beſtrebungen, nahm ſich beſ.
ber untern Vollksklaſſen u. ber Verbeſſerung bes
Bollgunterrichts an un. trat 1547 für Oldham in
das Barlament, wo er zu ber äußerfien radicalen
Bartei gehörte; er fchr.: Letters of a Norwich
weaver-boy; Lectures to the working classes,
Yond. 1845 — 49, 4 Bbe.
Bor, 1) Grafſchaft im Staate Jowa (Nordame⸗
rita), SB EM.;, vom Lizard» River burchfloffen ;
nach ben Foxindianern genannt, welche früher in
tiefer Gegent wobuten; 2) Städtiſcher Bezirk
(Township) in ter Grafſchaft Ell des Staates
Pennſylvanien; 1000 Ew.; 3) Städtiſcher Bezirk
in ber Grafſchaft Carroll des Staates Ohio; 1600
Em.; 4) Städtiſcher Bezirk in der Grafſchaft Ken⸗
ball des Staates Illinois: 1000 Ew.
Foxborough (ipr. Fokeborreh), Städtiſcher Be⸗
zirk mit Poltamt in der Graiſchaft Norfolk des
Staates Maſſachuſetts (Nordamerikad, un Der Bo»
ſten⸗Providence⸗Eiſenbahn; 2u00 Ew.
Foxeroft ſpr. Felelreft), Städtiſcher Bezirk
mit Poſtanit (Post-township) in der Graſſchaft
Piscataquis im Staate Maine (Rordamerika), am
Biscataquis-River; 1200 Em.
Forindianer (Fored), Unterſtamm ber Sacd,
zu dem Hauptſtamme ber meillihen Algonkins ge-
börig, ebemals im Staate Jowa, im neuerer Zeit
faſt gänzlich ins Indiau⸗ Territory zurückgedrängt,
vielleicht noch 1600 Köpfe ſtark.
For: Idlande (ipr. Fols-Eilänbs), Inſelaruppe
an der Küftetesnortamerilanifhen Staates Maine,
vor ber Penobſcotbai; fie bilden tie Townſhip
Vinalhaven, zum Staate Maine gehörig.
For: Kanal (Aor· Channel, pr. Fols⸗Cbannel,
Meeresarın des nörblishen Atlantiſchen Occaus zwi⸗
ſchen Baffinsland u. ter Halbinfel Melville Griti⸗
ſches Nordamerika).
Fox⸗Niver (ſpr. F. Riwwer), 1) (Aromatic-
River), Fluß in Nordamerila, entſpringt in ber
Grafihaft Davis im Staate Jowa u. füllt im Ztaate
Miſſouri in den Miſſiſſippi⸗River; 2) (Pifbtala),
Fluß, entipringe in ber Graſſchaft Wauleſha bes
Staates Wisconſin u. füllt bei Ottawa im Staate
Illinois in den Illinie-River, 50 Meilen Strom⸗
länge; 3) (Neenab), Fluß im Staate Wiscenſin,
eutſpringt in der Grafſchaft Marquette, durchſtrömit
29
450
Vov bie Fracht
ten Winnebagoſee, fällt in bie Greenbai bes Mi⸗ſpital be TOureine; ex ſchr.: Man
chiganſees u. ıft durch einen Kanal mit dem Wis⸗
ai sNiver verbunden, woburd eine für Dampf-
ſchi * ger! nete Verbindung bes Michiganſees
mit dem if ippi⸗River u. dem Merilanijchen
Meerbufen bergeftellt iſt.
Foy (ipr. Boa), 1) Marimilien Sebaflien,
geb. 1775 in Ham; er wurde 1790 Artillerieoffizier u.
machte feine erften Felbzüge 1792—93 in Belgien.
Obgleich eifriger Republilaner wurde er doch während
der Revolution wegen feiner Äußerungen zu Cam⸗
bray feſtgeſetzt. Breigelaffen, diente er unter Moreau
u. Deſaix ale Kapitän im zweiten reitenten Artillerie-
regiment, zeichnete ſich 1799 bei der Vertheibigung
von Hliningen aus u. wurbe bei bem Rheinüber-
gange bei Diersheim verwundet. Zum Chef d'Es⸗
cadron ernannt, wurte er an die Norblüfle entfen-
bet, focht 1798 gegen bie Schweiz, 1799 ımter Oudi⸗
not in Maflena® Armee bei Feldkirch gegen Korfa-
kow u. Souwarow, wurbe Generalabjutant u. Bri-
gadechef, führte 1800 eine Abtheilung ber Rhein⸗
arme unter Lecourbe u. Moreau, ging mit Moncey
über den St. Gotthard, nahm Theil an der Schlacht
bei Marengo u. wurde 1801 Commandant von
Mailand. Nach dem Frieden zu "Mailand Obrift
des fünften reitenden Artillieregiments, erbielt er
1803 unter Abmiral Bruix den Befehl über fünf
ſchwimmende Batterien zu Boulogne. Zum Chef
des Generalflabes ber Artillerie des Lagers von
Utrecht ernannt, wurbe er in Moreaus Proceß
compremittirt u. entging einem Berhaftsbefehl nur
durch die Flucht. Napoleon ſchlug die Sache nieder
u. ignorirte es, als er 1804 gegen bie Erhebung
Des Conſuls zum Kaifer ſtimmte. Er machte darauf
eine Reife nach Italien u. Ägypten u. wurde, nach⸗
dem er fich mit den neuen politiihen Verhältniſſen
Frankreiche ausgeſöhnt hatte, 1805 Chef ber Ar-
tillerie in Friaul. 1807 ſandte ihn Napoleon mit
1200 Ranonieren den Türken zum Beiftanb gegen
die Engländer nah Conftantinopel. Die Dlann-
ſchaft kehrte um, als fie Selims Tod erfuhr, $.
aber fetzte die Darbanellen in Vertheibigungsftand.
1808 nach Portugal gefandt, wurde er bei Vimeiro
germwunbet; dann Brigadegeneral, blieb er auf ber
Pyrendiſchen Halbinfel, zeichnete fich unter Soult
durch kühne Thaten aus u. fehrte 1810 nad) Frank⸗
reich zurlid. Zum Divifionsgeneral ernannt, befeb-
ligte er 1811 u. 1812 in Spanien faft ſtets detachirte
Corps u. rettete Die franz. Armee nad) ber Schlacht
bei den Arapilen durch geſchickte Dedung des Rild-
—5— Ebenſo tapfer benahm er ſich 1813 auf dem
dzuge nach Südfrankreich. 1814 bei Orthez ver⸗
wundet u. geſchlagen, überraſchte ihn bie Abdankung
des Kaiſers auf dem Krankenlager. Unter den
Bourbons Generalinſpector der Infanterie gewor⸗
den, befehligte er bei Waterloo eine Diviſion In⸗
fanterie u. wurbe verwundet. 1819 war er Gene⸗
talinfpector in ber 2. u. 16. Militärbivifion u. De
putirter des Departements ber Aisne. Hier ſetzte
er fih mit Nachdruch u. Beretifamleit gegen bie an«
tiliberafen Mafregeln der Miniſter u. erwarb fich
dadurch bie Liebe des Volkes; er fi. 28. Novbr. 1825.
Er ſchr.: Hist. d& la guerre de la Peninsule
sous Napoleon, Bar. 1824, 4 Bde., Lebensbe-
ſchreibung von Tiffot, Par. 1825; feine Discours,
berausgeg. Par. 1526, 2 Bde. 2) Srancois,
geb. in Fontsine-fous-Dkontai uillon; Brofeflor der
Chemie u. Bharmakologie, Oberapotheler am Ho⸗
macie, 2. Ausg. Bar. 1828; Cour
cologie, Par. 1830—31, 2 Bbe.:
morbus de Pologne, ebb. 1832:
morbus de Paris, ebb. 1832; No
laire de praticiens, ebb. 1833.
Foya, Ia, höchſter Berg in ber
chique in ber portugieflichen Pr
3594 Fuß hoch.
Foyer (fr., fpr. Fojeh), PR
w. Minenherd; 3) Brenn-, Mittely
baltungszuimmer ob. Gang zum Pr
einem Theater ob. Goncertiaale, ı
lich ein Buffet befindet. In Frankt
publics (fpr. 5 pũblik, gemöhnli
artisies (|pr. %. dãs artift), Conve
wo fih außer den Schaufpielern
Dichter, u. wer fonft mit ben Schau
bindung fteht, einfinden u. mit ihne
Foyers (Ipr. — ‚we |
gleihnamigen Fluſſes von 170 (212
er in ber ſchottiſchen Grafſch⸗
t. Foy la grande (Ipr. Säng|
Stadt an ber Dordogne im Ar
bourne bes franzöfifchen Departem
Wein⸗ u. Oetreidehandel; 2700 Ew
Foyle (pr. Feul), 1) Fluß in te
ſchaften Donegal u. Yondonderry, ni
Fin u. a. aufu. mündet 2) in den Se
welcher durch einen Kanal mit bem
bindung ſieht.
⸗æPulver, fo v. m. Jagdpulver.
r., Abtürzung, 1) jo v. m. Fra;
Corpus juris; 2) ſo v. w. Franc.
Fra (ital., Bruter), in Spanien
ber Mönche, bie, nicht Geiftlidhe fi
Bettelmönche.
Fra Bartoloınmeo Bi San
Baccio della Porta.
Frabdſa, 1) (8. Seprana), 2
dagna u. Corſaglia in der fartt
Mondevi, Hauptort Des gleichn:
Maldung von Fichten, Tannen, A
sucht, hwarzer Marmor; 2800 Er
tana), Dorf ebb.; 1700 Em.
Fa Fr Fraccazzani, ſ.
racaſtoro, Geronimo, geb. 1:
wurde 1502 Profeſſor Der Dialektik
erfter Leibarzt bes Papſtes Paul II]
Zurüdgezogenbeit auf einem Lam
rona ı. N 1553. Er gab der Luftie
Syphilis u. fehr.: Syphilidis s. <
lico (ein Gedicht), Verona 1530, ı
von Choulant; Poemataomnia, Pa
omnia, Bened. 1555, 3. Aueg,, el
Fradetta (ipr. Fraketta), Gercı
in Rovigo, hielt fi) in Gejchäften
Hofes eine Zeit lang in Ront auf, m
feiner Satyren biete Stabt verlaf
Neapel zu Anfang des 17. Jahrh.;
jen: Il Seminario del governo
uerra, Genf 1648 (beutfh Eıfn
italienijche Paraphraſe Des Lucreriut
Dialogo del furor poetico, $ı
principe, Beneb. 1599, u. a. m.
Fracht (fr. Fret, im Dirtelmer
Freight), 1) die Ladung, welde e
d. b. Jemand, ber aus tem Trans
Fracht bis Frabes
>» gu Laube u. auf Fluüfſen em Ge⸗
od. ein nn, er Jemand,
Vergütung ttanspor-
ea) die Bergätu
Vrechtgeid), welcher für den Trans-
wiſchen bem Fracht⸗
aaren wird in der
vertrag abgeſchlofſen. Bei ber Land⸗
ußfchiffefracht dazu gerechnet, erhält
miache Form ale SraWibrief. Dieſer
Dem Ort u. Datum ber Ausftellung
Wohnort bed Frachtfahrers, Zeichen,
sicht, Anzahl u. Imbalt der Frachtſtücke
der bebungenen Fracht od. falle bie-
ender vorausbezahlt wurde, bie Be⸗
ıco, bie gleichfafle bedungene Liefer⸗
ye der Entihätigung, welche ber Em⸗
ichteinbalten berfelben vom Fracht⸗
‚ern hat, bie Bemerkung, baß bie
zutem Zuſtande geladen find u. auch jo
t werben miäflen, endlich bie Unter-
nters u. die Adreſſe bes Bee ie
uch auf Die äußere Seite bes zuſam⸗
n Frachtbriefes, welcher, außer in
t verfiegelt fein Darf, geſchrieben, wo
5 die Angabe etwaiger Nachnahmen
eb. Spebiteure fowie ber Verfiche-
Bla fintet, falle das But, wie es
m üblich ift, gegen VBerluft ob. Be⸗
451
| geht nicht fortiehhen Tan, alfo auch bie Ari
|
— — — — — — ——— — —
cſichert werben ſoll. Frachtbriefen,
Ugrenze paffiren, muß eine genane
es Inhaltes der Frachtſtücke beige-
dan bedient ſich zu Frachtbriefen ge⸗
ılare. Bei Eiſenbahnfrachtbriefen iſt
ſben ſtreng vorgeſchrieben, u. manche
nehmen nur Frachtbrieſe an, welche
en ausgegebenen Formulare geſchrie⸗
elben enthalten in der Regel die ſpe⸗
mngen, unter welchen tie Pracht
pird, namentlich in Betreff ber Höhe,
3 für befhäbigte ob. verlorene aber
» Güter. Die 5. auf gewöhnlichem
ichnet der Kaufmann als F. per
ird nad) dem Gewicht berechnet, wenn
‚fe Ladung des Wagens eine Baufch-
st wurbe. Bei Eiſenbahnfracht
reiß je nach ber größeren ob. gerin»
zkeit des Transportes. Gilgut, b. 5.
se ınit Perſonenzügen geben, muß
werben ale orbinäre® Gut, auch
chen Fällen ber Raum in Betracht,
ter einnehmen, fo wie auch bie Qua⸗
. Die $. iſt fällig bei Üblieferung
yat der Krachtfahrer inı Ball ter Zah⸗
einen Regreß an ben Sute ſelbſt.
R bei Seefracht heißen Connoſſa⸗
od. wenn der Abſender das game
em Verfradhter für eine befontere
ımt, Charte-partie (f. d.). Die F.
ale zwar in der Kegel auch
ter bezahlt, welche tabelfrei den Be⸗
erreichen, doch kann der Edhiffer auch
ı benen dies nicht ber Fall war, bie
men Theil berfelben beanfpruchen
(ben wegen Belhätigung in einem
Yanft werden mußten; in dieſem Kalle
Hiffer nur einen Xheil der Kracht
ht), wofern nämlich das Schiff feme
üter ausladen nınf; b) für Güter, bie jur a
meinen Rettung über Bord geworfen erden muf-
od. ber Lohn , ten; e) für Guter, welche ber Befruchter sd. Em-
pfänger in einem Rothhufen Abernimmt, wenn er
die Ausbeſſerung bes Schiffes nicht abwarten will.
Enblich gehört dazu auch bie Fantfracht(ſ. d.). In
ben meiſien Yänbern iſt bie ng ber F. zu⸗
ie Mau gebt dabei won ber Anficht aus, daß
ber Werth der Güter an ihrem Beflimmungsorte
um ben Betrag ber Fracht höher fein muß, ale am
Ausgangshafen; bie entgegenfiebenben Gelee in
Frankreich, Spanien, ben meiften itafienifchen See⸗
finaten u. Dänenarf gründen ſich darauf, daß man
das Interefje bes Schiffers n. Schiffsvolles an ber
Erhaltuug der Yabung nicht verringern bärfe, wie
es durch die Verfiherung der F. geſchieht. Wird
ein Schiff mit allen feinen Räumlichkeiten von Leni
Gigner für eine Fahrt vermietbet, fo heißt per Miether
Befrachter (Charterer) n. ber Eigner Berfrad-
ter, Dagegen nennt man den Dtiether eines beftimm-
ten Enbifraunee Ablader, Berlader od. Yabunge-
intereflent. Bet leichten Waaren wirb die F. flets
nach Eubiffuß, bei ſchweren nach Tonnen ob. Yaßen
berechnet, nanıentlich wenn biefelben oje (d. b. ohne
Euıballage) verlaben werden. Über das Verhältniß
der Tonnenzahl zum Eubilinhalt der einzelnen Waa⸗
ren bat nıau an großen Eeepläten Srachttarife auf⸗
eftellt, welche Die Rebuction des Gewichtes auf ben
aum, den eine Waare einninmmt, fehr bequem
nahen. Die F., welche ein Frachtfahrer od. ein
Frachtſchiffer am Beflimmungsorte ber Ladung ein-
heiligenbai, an ber
ninunt, um fie an den Ort ber Abfahrt zu bringen,
beißt Rückfracht. An bebeutenben Safenorten be⸗
dienen fich bie Verfrachter Häuftg ber Vermittelung
von Agenten (Sciffemafler) zum Abſchluß von
Fradteontracten; bie Frachtfahrer erhalten ihre $.
meift burch —— ber Spediteure ob. Com⸗
millionäre, Seit dem Aufkommen der Eiſenbahnen
haben dieſe ben bei weitem größten Theil ber Land⸗
fradht am fich gebracht, u. die Koften berfelben find
bei. dadurch, daß bie Eifenbahngefellfchaften das
Spebitionsgeichäft ſelbſt beforgen, um ein Bedeu⸗
tenbes berringert worden. Vgl. Münter, Fracht⸗
fabrerredht, Hannover 1810, 2 Bde
ck, 1) (v. engl. Frock), urfprünglich ein
Ubertleid von grobem od geringem Zeuge, um ben
Rod zu fchonen, wie es Kindern übergezogen wird,
od. wie es Stallknechte u. Kutfcher tragen; dann
2) ein Inapper, kurzer Rod, Iagbfleib; bei. 3) Rod,
welcher vorn in der Mitte des Leibes ansgefchnitten
iſt n. hinten lange bi® in bie Knie reichende Schöße
bat. Die F⸗e famen im Anfang des 18. Jahrh.
burch das Ü reinanber[elagen ber, Schöße des da⸗
maligen Stanteffeides, eines kurzen Überrodes, zuerſt
in Frankreich auf.
etion (v. lat.), 1) Bruch; 2) das Brechen;
9) in ben parlamentarifchen Barteien die Heineren
Unterabtheilungen od. Gruppen, welche in einzelnen
Principienfragen von der Hauptpartei abweichen.
etür (vo. lat. Fractura), 1) Bruch; beſ. 2)
(Med), Knochenbruch; eu: u. Schriftg.), bie
gereöhnlichen beutfchen Brudichriften im Gegenſatz
zur Iateinifchen (Antiqua); 4) jo v. w. Kanzleiſchrijt.
ded, 1) Marktflecken iu ber fpanifchen Pro⸗
pin, Salamanca (Leon), warme Mineralgnellen u.
Bäder; 600 Em.; 2) gebirgige Juſel in der Aller-
der braſilian. Provinz Bahia
ya
“2
aus; ber Werfftätte.eines ‚Strumpfmwirlers zu eier
‚Näuberbanbe, welche ihn zu.ibrem Hauptmann er-
‚wäblte, Wegen jeiner Unſhaten, bie er in ber Ge⸗
gend von Itri peribte, wurde er in contumacıam
zum Tode verurtheilt. Nach Anderen weibete er
ſrüher Ziegen , wurde dann Dlönd unter bent Na-
: mer Bra Mngelo,-entfloh u, wurde num Räuber.
Bei der Ankunft der Franzoſen erflärte er fich für
ben König von.Meapel u; erhielt deshalb 1799 vom
Cardinal Ruffs Verzeibung u. Oberftenrang, or-
ganifirte feine Banbe u, machte den Feldzug im rö⸗
miſchen Gebiete mit. Als 1806 bie Franzoſen
wieder in Neapel einrüdten, nahm er ſich Itri
wieber zum Mittelpunkt feiner Raubzüge, that den
Franzoſen viel Schaten, 308 ſich, von dieſen ange-
griffen, nach Gaeta zurüd, wurde aber wegen ſchlech⸗
ter Aufführung vom Prinzen von Heflen-Philippe-
thal fortgeihidt. Nun begab er ſich über Galabrien
‚nad Palermo, injurgirte unter leitung bes Com⸗
modore Sidney Smith Calabrien u. begann von
Neuem die Franzoſen zu beunruhigen u. zu berau-
ben. Durch Berrätherei zu ©. Severino gefangen,
‚wurde et, ungeachtet bie Engländer feinen milttärt-
ſchen Charalter geltend machten, im November 1806
in Neapel gebentt. Er hat zu vielen Sagen, Liedern
u. zu ber Yuberfcen Oper 5. D. Anlaß gegeben,
obſchon bort nichtẽ als der Name geblieben ifl.
* Filippo, ſ. Lippi.
.., Braga, Stadt am Cineca in ber ſpaniſchen Pro⸗
vinz Saragoſſa, weftlich bei Leriba ; 5000 Eiv. Hier
1134 Ntieberlage Alfons T. von Mragonien Durch
bie Mauren; ber ah: ſelbſt blieb.
Fragarla (F. L. Erbbeere), Pflanzengattung
aus der Famlie der Rosaceae - Dryadeae - Fra-
‚ garieae, 13. Kl. 5. Ordn. L. |. u. Erbbeere.
tage, 1) (Gramm.), ein Sa, welcher un-
volftäntig od. unbeſtimmt ift u. zu beifen Vervoll⸗
fländigung ein Anberer aufgefordert wird. Die
F. ift entweder eine d itecte wo man ſich gera-
dezu an Einen wenbet, 3. B. Was ift bie Seele?
ob. in dir eete F., wenn bie 5. abhängig von einem
Wort od. einem auderen Gabe geftellt wird, 3.8.
Die Seele meiß jelbft nicht, was die Seele jei. Es
gibt dazu befoutere Fragwoͤrter, 3. B. mie? warum?
etwa ? u. bei. das Aragpronomen, |. Interrogativum.
Eine Doppel-%. (einander entgegengefehte Fen)
% wenn man bisjunctioiich fragt, 3. B. ift bie
ele etwas Einfaches od, etwas Zuſammengeſetz⸗
tes? Je nachdem auf die F. eine bejahende od. ver-
neinende Antwort erwartet wird, heißt fie eine af⸗
firmative od. negative. Die F. fol kurz u.
beutli fein; u. die Kunft richtig zu fragen wird
bef. im Unterricht bei ber Katechifation bewieſen.
2) (Afth.), rhetoriſche Figur, eine Trage, auf welche
ber Rebuer feine Antwort erwartet, da bie Antmort
als jelbftverftäntli nur in ber vor Dem Sprechen-
den gewünjchten Weile ausfallen kann. Sie dient
zur Belehung bes Vortrags u. zu [härferer Hervor-
bebung ber Richtigkeit einer Behauptung, 3. B.
- wozu Umwege, da wir leichter zum Ziele fommen
Innen? 8) In der Politik fo v. w. unentjchiebene
Angelegenheit, über welche ein diplomatiſcher Streit
geführtwird, fo Orientalifche F.; 4) GGechtsw.),
!. Brogfiide; 5) Beinlihe $., Harte F., lo
x. w. Tortur; 6) (Kartenip.), ber Yall, wo man
ein einfaches Spiel machen kann; vgl. Solo, Stat.
Fra iamplo bis; Frazment
.. Diavðlo fd. h. Bruder Tenfel, eigentlich
Pike Peaza), geb: 1760 in Calabricu; floh | fetten
rageſatz, in ber Regel be tri, ter
® — wien äãl
nungen alle die Zahlen mit
den in eg ie =. ‚unter
„Was loſten 5 Scheffel. wenn.3 Sch
toften 7? Ey 5 — bie Fragezabl.
geraden Verhältniß in bie zweite S
daß man den Anſatz bat 3 {:
11 Thaler :x Thaler; bei rt
erfte, z. B. gewinnt man aus ber U
viele Arbeiter finb erforberlich, wenn
Wochen vollendet werben fol, zu wel
ter 5 Wochen nöthig hätten ?” ben
hen: 5 Wochen — 40 Arbeiter :x
ter — Proportiono
men bei jeder Aufgabe mehrere Fr
weldye nad) ber verlen Kegel in bie
Stelle zu vertheilen ſiud.
ragejei , ). Fragzeichen.
ragil (v.lat.), zerbrechlich, gebred
davon Bragilität, Zerbrechlichleit, H
ragilaria. (F. Ehrenb., Bıu
Art ber Stabthierchen, f. u. Port]
foſſil finden fie ſich um Polierfchiefer
ben, im Bergmehl von Isle be Frau
F. rbabdosoma Ehrenb.
Sragilleria (F. Lyngb.), P
aus ber Familie ber Diatomaceas:
Frustulieae; Art: F. pectinalis,
gliederte Bänder, breiter als lang, aı
zen, Holz zc. in Bächen.
ta iocondo (fpr. Dichofonbe,
dus), angeblich geb. 1435 in Berona
lolog u. Baumeifter; bis 1506 waı
wo er die Brüde Notre Dame baute
nah Verona u. nad Venedig, vegul
fluß ber Brenta, ging aber, ba fein
gebrannte Rialtobrüde auizubane
wurde, nach Kon, wo er Rafael bein
Peter als Gehülfe beigegeben wurbı
Cr gab heraus den Bitruv u. eine i
ter Snfchriften in Rom, 2 Thle.
ragment (v. lat. Fragmentum),
üd eines Ganzen überhaupt, bann 4
ruchftüd eines Schriftwerfes. Bar
Neht man aber unter F⸗en die mehr ob.
tenden u. umfangreichen Bruchftüde
bes Hajfifchen Alterthums, wie ſolche
aften u. verftümmelten Handjchrifte
los in Citaten bei anderen Schriftſi
finden. Sie find oft, beſ. im literar-|
ziehung, von Wichtigleit; viele zum 1
tige griechiſche u. römische Schrijtſtel
Kteſias, Granius Licianus, Pompen
find nur noch aus F-en bekanut. Da
lologie u. Kritif von jeher auf Zan
Fee bedacht geweſen; gewöhnlich fint
der einzelnen Schriftſteller den Ausg
beigefügt. Das Vorzüglichſte in die
ift jedoch exſt in den letzten eunien
ben. Mit Übergehung der Fragment
für einzelne Schriftſteller ſind unter d
Yiteraturgattungen ale muflergültig b
Dreinede'3 Fragmenta comicorum
Berl. 1539— 11, 4 Bde.; 2. Ausg.
Bde.; neue Recenfion von Bothe,
Wagners Poetarum tragicorum
Feagonard Bis Fraichtur
nf. 1844—52, 3 Bbe.; Nauck, Tra-
corum fragmenta, Yeipzig 1656;
menta historicorum graecorum,
‚4 Be; Meyer, Oratorum ro-
gmenta, 2. Aufl. Zür. 1842; Rib-
: Romanorum poesis fragmenta,
‚2 Bre; Weicherte Sammlungen
bener Dichter ber Augufteifchen Zeit,
rimma 1936 ac. In nenerer Zeit
rt 5 mehrfach als Titel gebraucht:
n find tie Wolfenbütteler F⸗e (1. d.)
Swig⸗Helſteiniſchen F⸗e, herausge⸗
ger, Kopenh. 1848 f.
„I) (pr. Fragonar), Jean Honore,
mwafle in ber Graſſchaft Nizza, bildete
r unter der Leitung von Chardin u.
ft in feinem zwanzigſten Jahre den
er Alabemie, rooranf er fich zu jeiner
tung nad Italien begab. Ciner
m Künſtler ber Zopfzeit, teren füß-
Weſen auch feinen Gemälden eigen
r alle Sunft, als die Revolution
mad eine nette Richtung gab, u. ſtarb
Paris 1506. Gemälne im Louvre:
be; eine Landſchaft; ver Bacchus⸗
B fich fir Kallirrhee opfern. Er
. Kupfer einige treffliche Blätter. 2)
Evarifte, geb. 1750 in Grafte,
gen, Hiftorienmafer u. Bildhauer in
r von Darib n. mie dieſer ein Yieb-
itraliſchem Pathos. Später verließ
Richtung u. ging zu ber romantiſchen
‚am 15. Novemter 1850 in Paris.
irger von Calais vor König Eduard;
ı vor den ungariſchen Magnaten (im
Der Einzug der Jungirau von Or⸗
de Zeichnungen: Henri IV. ale
von Allais) u. bet feiner Gabriele
Giraud); Sculpturen: das Giebel⸗
putirtenlammer, ter Brunnen am
t, Die Koloſſalſtatne Pichegrus zc.
!..R. et P.), gehört zu Azorella
3 ans ber familie ber Umbellife-
tvleae; Arten: in Peru u. Chiü.
(Bot.), wohlriechend, von einem flar-
n Gernche.
(Interrogatoria), ſchriftliche Fra⸗
ch gemeinem Deutſchen Civilproceſſe
ig eines Beweiſes durch Zeugen von
es Beweisführers (dem Producten)
ı tem Zwecke übergeben werten lön⸗
ı6 letztere bei der Bernehmung der
en zugleich fiber tiefe fragen ver-
. find na — — des ſchriftli⸗
en Verfahrens an Stelle der Fragen
be ber fonft kei ber Vernehmung der
lich gegenwärtige Probuct unmittel⸗
gen richten konnte. Da tie Stellung
» im Intereſſe der Preobucten liegt,
5 Material zu feiner Vertheidigung
, fo kann ber Brobuct auch auf die
sichten. Dan unterfcheibet: a) all.
‘L generalie), welche nur Die pere
würbigleit des Zeugen erforfchen fol«
onbere (I. spectalia), welche fich
st Bareitattifel (f. u. Beweis) un«
4 entmeber anf ben Grund ber Wiſ⸗
engen über bie einzelnen barin auf
0 5
aeflellten Behauptungen begiehen eb. verfuchen fol-
ien, eine beftimmtere Beantwortung zu allgemein
od. zweifelhaft geftellter Artikel herbeizuführen. Die
allgemeinen 7%. find jetst in ben meiſten deutſchen
vändern ein fiir allemal geſetzlich worgelchrieben, fo
daß Die Zeugen auch ohne befonteren Antrag des
Probueten darüber vernommen merben. Unſnläſ⸗
fig u. verboten find ſolche F., welche auf Fübrnng
tes Gegenbemeijes gerichtet find (I. praeliminaria,
gemeine F. zur Sache); ferner F., welche blos bie
Beweisartilel unter anderer Form wiederbolen, nur
Erinnerungen an die Folgen des Meineides ent⸗
halten, verfäuglich (I. eaptiosa) ob. auf Etwas ge⸗
richtet find, wad zur Schande des Zeugen gereichen
würde. Die Form der F. iſt gewöbnlich die indi⸗
reete Frageform. Auch im Criminalproceſſe kom⸗
men früber F. vor, Pas neuere Strafverfahren
leunt jie nicht mebr. Vgl. Beſelin, Über Die Juter⸗
rogatorien beim Zeugenbeweiſe, Roſt. 1816.
rag» un. Antwortsſpiel, Geſellſchafteſpiel,
wobei jeder feinem Nachbar auf der einen Seite
eine beliebige Trage, auf Der anderen eine beliebige
Antmort zuflüftert nm. jeder Mitſpielende die erhal⸗
tenen ‚sragen n. Antworten laut Sagt, was dann zu
manchen ergẽtzlichen Contraſten Anlaß gibt.
a Guglielmo, ſ. Guglielmo.
ſagei en, logiſches Unterſcheidungszeichen
(?, im Griechiſchen 3) zur Bezeichnung einer Frage.
Fragzeichen, Schmetterling, fo x. w. Noctus
‘Plusia interrogationis, Jota), f. u. Enlchen 1).
Frähn, Ehrift. Martin Joadh., geb 4. Juni 1782
in Roſtock, ſtudirte daſelbſt m. in Tübingen u. Hei⸗
belberg Pbiloleate, verzuigsmeife Orientaliſche Spra⸗
chen, wurde 1504 Yebrer Der Yateiniihen Sprache
am Peſtalozziſchen Anftitat in Burgdorf, 1806 Pri⸗
varbocent in Roftod, 1807 Prefeſſor ber Orientali⸗
ſchen Sprachen in Kaſanu. 1915 Alutemiler u. Ober⸗
bibliotbelar, auch Director des aſiatiſchen Muſeums
in Petereburg. Erf. 16. Aug. 1851. Sein Haupt⸗
verdient un Die Altertbumesmijienfchaften n. Litera⸗
tur erwarb er ſich durch die Samnılumg u. Orknung
alter erientaliicher Haudſchriſten u. Münzen, n. die
Numiémaꝛit bat durch feine Tbätiglert eine beden⸗
tende Ermeiterung erfabren. Er ſche. u. a.: De qui-
busdam Samanıdarum numis, and. bem Arab.
Dee (Raf. 1808), Tatein. von Erbmann, Bött. 18165
e arabic. auctorum Iıbris vulgatis eriki pos-
centibus emaculari, exemplo posito historiae
Sarac. Elınacini, Kaſ. 1815; Numophylaoianı
orientale Pototianum, ebd. 1817; De aondemiae:‘
Imper. scient. Petropolitanae musen numario’
Muslemico, Beter&b. 1818, 1. ®b.; Veiträge ger
mubammetaniichen Münzkunde, Berl. 1318; No-
vae symbolae ad rem namariam Afuhameda-
norum, Peteröb. 1919; Antiquitatis Muhame-
danar monumenta varia, ebb 1520—22, 2 ®be.;
Ibn⸗Foßlans nm. anderer Araber Verichte über bie
Ruſſen älterer Zeit, ebd. 1823; Die ältelen Nach⸗
richten liber die Wolgabuigaren nach Ibn⸗Feßlaus
Reiſebericht, ebb. 1322;3 Numi Muhamerlant,
qni in Academ. imper. Petrop. cte. auservan-
tur etc., ebt. 1826; Die Münzen der Khane vom
Une Dſchutſchid ıc., ebd. 1832; Sammlung fleiner
Abhandlungen, tie muhammebaniſche Ihumisma-
tie betr., %py. 19395 Neue Sanmmilung kleiner
—— ꝛc., Fereb⸗ 1. Dh ke, 0
Fraicheur (fr., Ipr. Frühſchär), 1) Kühle,
Kühlung; 2) Friſchheii, Sei. der Geſichtofarben.
464
Fraile (ſpr. Frãbſ), bie höchſte Spike bes Ne⸗
xado da Toluca auf ben Cordilleren in Mexico
—— 14,000 Fuß hoch.
Frain (Wranom), 1) Herrſchaft im Bezirxk
‚ Bnaym bes Kreiſes Brünn (Mähren), von 4 Markt⸗
fleden u. 16 Dörfern; 2) Marlfledenan ber Thaya,
Schloß des Grafen Muißel, Kabriten für Fayence
u. ewood; 930 Ew.
‚bie, Bezirk im Kreife Eger (Böhmen),
1 , mit 13 Dörfern; bi6 1847 wechlelte bie
———— über dieſes Gebiet zwiſchen Oſter⸗
reich u. Baiern, in dem genannten Jahre kamen
aber nach einem Vertrag die Dörfer sing
Querenbach, Hatenveuth, — Ern
nebſt einigen bisher ber Stadt eh
— ——— an Baiern, die übrigen If aften an
Böhme
F am (Meb.), fo v. w. Anſprung.
e — iſt Viola tricolor.
e (fr., ſpr. Frähe), 1) Greiſette), ein ge-
indie re für Srauenzimmer; 2) jo v.
w. Sturmpfahl.
Fraifiren (v. fr.), einen Nagel ob. Bolzen fo
abreiben, Daß er für fein Roch genau paßt.
i#, 1) fo». w. Unterfugung, efahr, Uns
tergang, — 2) e F., Fraidliche
v fo v. w. Blusbann, Obergerihte, Cri⸗
minalgericht6barteit; baber Scaifbexr, ber Inhaber
ber Criminalgerichtebarteit, u. Breißpfand (Braif-
zeien), das Zeichen, welches berfelbe jonft —
Symbol ſeiner Gerichtebarfeit an fich — 3.
ein Span aus ber Thüre; Fraibuch, dab *
laufende Protololl Aber bie vorlommenden pein⸗
li älle.
* ¶( Fratze), Marktflecken an ber Meurthe
im Arrondifſement St. Die bes franzöfiſchen Depar⸗
tements Vo = in ber Nähe wirb Kupfererz gegra-
ben; 2500
ißen, —* Name der Effampfie.
kmont, ‚fo v. w. Pilatus.
Bene hart ‚den, | jo v. w. Forſtenau.
Ife (Ichroeb. ), Steuerfreibeit; daher Brdlfe
— eſitzer eines abeligen Quteß, delmann;
Tealſehemman, ein ſteuerfreier Hof, ber einem von
Abel gehört, wovon berjelbe aber Reiter u. Pferd
halten muß; Sralſeräͤnta, Zins, welchen ber Edel⸗
mann von feinen Bauern erhält; Srälſentlagor,
abe ber ea an bie Krone, bie Prebiger zc.
arfpedngtg wehrihentiß. au Afete Rammenbe
wa ich aus a ſtammende,
von ba auch Über bie Tropen⸗ u. —— Län⸗
der verbreitete, am meiſten unter den Negern vor⸗
kommende ———— früher irrig in
— da el im früheren Zeiträumen u. in
efaft, u. in Pians, die fchlimmere
Form, 88 Lörnige od. ſchwammige Tuberleln
ob. Blattern barftellend, welche nad) Reißen, ga-
ſtriſchen ob. fteberhaften Zufianden meiſt in meh»
reren Abſätzen, auf dunkelrothen, gruppenweiſen
Fleden ausbrechen, | ſchwammige, erbbeerartige Aus⸗
müchle, die eine übelriechende, Schuppengrinbe Dile
dende Jauche abfonbern, auch, wo fich mehrere zu⸗
ſammenhäufen ob. große Auswüchſe befinden, in
GSeſchwulre übergehen (Mama Yaws), od. in ben
Fußſohlen u. Handflähen warzeuförmige, ſchmerz⸗
hafte Erhabenheiten (Crabbe Dame) bilden, ihre
Ansbehnung Überhaupt erſt in 89 Monaten er-
seihen u. erſt im 2.0.3. Jahre heilen, indem ſie
Fraile bis St. Fraucaih
vertrodnen u. abjallen. in —* 1"
kacheltiſchen Perfonen, im En
in bösartige Rachen⸗ u. N ‚Ku
auftreibungen, — — * — %
heltiſches Fieber 186
mal; wird geimpft mmilber. — * |
Syphilis verwanbt. * Cur beſteht in kai
wendung von Bädern,
— —
6
"Sramia, 1) ) (de oe Mat Ant.
ipite, ſ. Deutſchlaud (Unt) C); 2) im Mit
Stockdegen, Dolch.
Frameries, Dorf im Bezirk Mons ber,
53 Hennegan, ung
——
a mit
Bam (fpr. Sränmi
famt —
ke
Ihaft Middleſer des Staates Da
amerila); Banl, Tuchfabriken; durch ein
bahn mit der Boſton⸗Worceſter⸗Eiſenbahe
den; 5000
bad (Weamette), Meıt
——
i „Ho
4 Jahrh
mann einer —— in Ite ie
um Bunbesgenoflen ber [en er
* ucht, fo 1354 von ben Benetianern ge
Fe er 1354 nah Rom kam, lieh ik
gefangen ſetzen, als Gtörer ber Kuh a
enthaupten.
Frane, jeit 1795 be& neuere
chen, jeit 1833 ber Ir —* u. feit Tr
Ihweizerijhen Münzfupes, nach bem f
tiv bom 28. rz 1803 in Eike,
sıH 4 = 1 feine Mart tötnif, eh!
1,077 Pi. preußiih, nach ber —
gung 525 — 1 feine Dart sb. 15-38
r. thein, — 40 Neukreuzer 3 ;
80 %-6 == 81 alte — 5 Gramm a ⸗
14 Loth 74 Grän fein; er in 100 &
(20 Sous) getheilt; geprägt fi inb in &iie:|
(Demifranc), 1,2 5 ee >
ber nur 20 u. 40, feit 8. Nov. 1830 108
un in Belgien hat man an 2 210°
affelbe Syftem iſt u rer
wo ber $. —* nuova beißt. In ber €
ber %. ehemals in 100 R pen geiheilt
Proceut beffer ale bie fr Me alfe 12
feit neuerer Zeit aber benjelben vollfom
Franga Ricardo Joſe Rodriguen
1790 in Liſſabon, Seelieutenant, unter &
guels Herrihaft Commandeur eines ns
beftimmten Kriegsfchiff, befertirte aber &
England u. Frautreich, wurde unter Dom}
pitano Tenente bei ber Flotte, b 16%
Werkzeug ber bemotrauſchen Clubs *
der von Dom Pedro ben Lane a
foffung u. die Proclamation ber harte w
wurde dann erfter Intendant bes Arſe
Oberſt des Arſenalbataillons; feine Fred
———— veranlaßte 5 einen Sit
St. Français (Ipr. Saängt
Schreibart: —*88 V * ‚Rise
Frendſch⸗Riwwr), Flug in Ober-Lanate (€
an en ben Nippingfe
Huronfee; 2) ſo v. w. St. Erande 6); 9)
ammerst
Lohr im La
Fe Mor
Srancaid bie Franucestewn
e Miffeuri (Rorbamerike), 16 OM.;
ver u. St. Francis- River; Boden
eis mit Nabelbolgwaldufgen bedeckt,
n fruchtbar; PBroducte: Maie, Wei⸗
idvieh, Schweine; große Gifenlager,
tin Gifen; 1850 4964 Ew., worunter
Hauptſtadt Karmington; 4) (Bieur
zebirg auf der öftlichen Noi dküſte der
e San Domingo (Weftindien); 5)
en), Borgebirg auf ber weftlichen
eiben; 8) Stabı auf der den Fran⸗
3 Kleinen Antille Martinique; Sa⸗
D.; 7) (Ile od. Isle des F., Ipr.
lippeninſel im Weflern Bort an ber
engliichen Colonie Bictoria (Auflra-
rt St. F.), franzöfifches Fort auf
(Bafarguiche) an der Küſte des Rei-
Senegambien (Nordweſiküſte Afrikas).
Biogr.), |. Krancoie.
la (fpr. Frangſaͤhß), Stadt im Ar-
Nontauban bes franzöſiſchen Depar-
Garonne, Töpfermaaren; 1000 Em.
(fe., Ipr. Frangſähß), franzöfiſcher
t, nad Art ber Quadrille, zu 4, 6,
nat; er bat ſehr viele Touren (die
l’et€, poule, Chaine, Change-
‚ces etc.). Auf dieſe folgt bie Ga⸗
et, worin mehrere Touren getanzt
zrankreich werden bie Touren von
ifter,, der vom Orcheſter od. einer
ıng herab commandirt, vor ihrer
enannt. Die Bas ber %. werden
als gefprungen; die F. jedoch mehr
a tanzen, wie neuerdings bier u. ba
n ift, miderfpricht bem Charalter des
t ber Brobirftein der GOrazie u. bes
ers (fpr. Frang⸗ arſchehr), 1448 er-
iſche Miliz von 16,000 Dann, von
fpiel einen Mann mit Bogen, Piei-
w. Degen ftellte. Die F. waren frei
ıben, baber ihr Name.
‚ das Vorausbezablen bes Portos
. Zur Bereinfahung der Gefchäfte
ber Srancaturgwenz für Briefe ein-
j. wirb von bem Abjenber durch das
E Srencomarte (ſ. Briefmarlen) be-
be Zwang findet in bem beutich-
Boftgebiet für Kreuzbandſendungen
b nicht franlirte Briefe, welche ins
, einem Portozuſchlag von 1 Gar.
a, 1) Stabt im Difrict Brinbift
iſchen Provinz Otranto, zwiſchen
‚liegend, Seiben- u. Baumwollwe⸗
‚ Bau von Tabad, Wein, Baumes
11,200 Ew.; 2) Zleden ebendaſelbſt
ıgo negro der Provinz Baſilicata;
Trartifleden ebendaſelbſt am Adria⸗
Diſtriet Chieti ber Provinz ornzꝛ⸗
d Ew.; 4) Flecken im Diſtrict Ca⸗
irovinz Calabria citeriore; 20000w.;
Diſtriet Nicaſtro der Provinz Cala⸗
.; 1000 Em.; 6) Stadt am Can⸗
liſchen Provinz Dieffina ; fertigt lei⸗
Aaaren; 4000 Em. In ber Umge⸗
supfer- u. Antimoniumgruben. Hier
zwiſchen Oſterreichern u. Spaniern.
Frane d'argent (ſpr. Frank d'arſchang), fran⸗
zoͤſiſche Sübermünge unter Heinrich III.; 1575 3u-
erſt geprägt an bie Stelle der Teſtons — 20 Sols
— 104 Sgr., ſank aber bis auf 7 Sgr. u. wurde
1795 als Franc hergeſtellt.
ranc d'or, fo v. m. Florin b’or.
.Frances (ſpr. San Franſes), Hafenſtadt in
der Nähe bes Cap Codera am Caraibiſchen Meere,
Nordküſte ver ſüdamerikaniſchen Republik Venezuela.
Keen (ital.), |. Francisca.
tancedca (ſpr. Frantſcheska), Biero bahn &
(PietroBorgbefe),geb. zu Anfang bes 15. Jahrh.
in Borgo S. Sepolcro, einer ber thätigfien Hiſtorien⸗
maler feiner Zeit, war in Florenz, Rimint, Ferrara
u. Rom befhältigt. Dann begann er bie jpäter von
Signorelli vollendete Ausmalung ter Sakriſteiwöl⸗
bung von Sta. Maria zu Loretto u. fhuf noch eine
Menge Werte in verichiedenen italieniſchen Städten.
Gr fl. um 1500. Hauptwerke: Wandgemälbe in ©.
Francesco zu Arezzo, in Borgo S. Sepolcro Tafel
des Hauptaltars, eine Mabonna mit Heiligen barftel-
lend, in der Kapelle des Doms zu Rimini das Vo⸗
tiobild des Fürſten Malateſta. Aus feiner Schule
fammen Pietro Berugino u. Yuca Signorelli.
Auch ale Mathematiker hatte er großen Ruf u.
jr. Mebreres fiber Geometrie u. Perſpective.
neeßcad, Stadt in Arrondiffement Nerac
bes Iranzöfifejen Departements Lot⸗Garonne;
1250 Ew.
ancedchietto, |. Dura.
ranceschini (ipr. Krantfchestini), 1) Baldaſ⸗
fare, genannt il Bolterrano, geb. 1611 in Bol⸗
terra, Sohn eines VBilbhauers, wurde Maler u.
bildete fi in Florenz unter Giovanni da S. Gio⸗
vanni. Kür den dortigen Hof beichäftigt, malte er
die Thaten der Mediceer in vier Bildern, führte
auch in mehreren Kirchen u. in den Baläflen Bitti,
Siraldi, Riccarti u. a. große Fresken aus.
Er fl. 1689 in Florenz. 2) Marcantonio, geb.
1648 in Bologna, Hiftorienmaler, bildete ſich vor-
zugsweiſe unter Eignani, dem er bei ber AHusfüh-
rung mehrerer Freslen behitifiih war. In Parma
vollendete er bie unvollendet gebliebenen Gemälde
Agoft. Saraccis im Palaft del Giardino. Bon ber
Stadt Genua 1702 berufen, fhmildte er den bortigen
Rathspallaſt mit Bildern aus ber Geſchichte der
Republik. 1711 folgte er einem Rufe des Papftes
nad Rom, von wo er 1714 abermals nad Genua
ging, um bie Kirche der Padri Filippini auszumalen.
e letzte Lebenszeit verbrachte er in Bologna, wo
er 1729 ftarb. Werte: in der Dresdener Gallerie
eine büßenbe Magdalena, bie Geburt des Adonis;
im Belvebere zu Wien eine römifche Charitas, eine
büßende Magbalena u. ein &t. Borromäns.
neeschino (pr. Srantichesfino), Münze, ſ.
u. Francescone.
rancedeo (ital.), ber Franke, Franzoſe, fo v.
w. Franz.
. Wrancedeo, jo v. w. S. Francisco.
Srancedeone (pr. Frantſcheökone), toscaniſche
Silbernünge, unter Franz IIL u. Leopold (daher
Leopoldino) geprägt, 9,626 ri — 1 feine Mark
tölnifch od. 1 Thlr. 14,1, Sgr. prenß. Cour., der
halbe (Brancesgino) im Werth nach Berhältuig.
Francestown (ipr. —A ftübtifcher Be⸗
zirk (Township) in ber Grafſchaft Hilsborough
des Sıaatet Nem- Hanıpfhire (Norbamerile) ; Bank;
1200 Ew.
. Yrane Flore, Maler, |. Floris.
Stande Eomtö (ipr. Brangfh- Kongteh), 1)
(Haute-Bonrgogne, Ober⸗ Hoc, Deutfch-,
Klein, hen: Burgunb), fonft
franzöfifche Provinz zwiſchen Burgund, Champagne,
Sothringen, Mömpelgard, Schweiz, Breſſe u. Ser;
jetst in Die Departements Doubs, Haute-Saöre u.
Jura vertheilt, Sie beftand aus den Oberämtern
Beſanqon, Dole, Amontod. Gray u. Aval; 2800 M.,
841,000 Ew. ; Hauptftabt Belancon. Franche ˖ Somtt ⸗
Weine, liebliche u. ſüße, dem Champagner ähnliche,
rothe u. weiße Weine, beſ. ſind die weißen von Ar⸗
bois (ſ. d.) beliebt. 2) (Geſch), ſ. u. Burgund
Geſch.) ILL.
Franchement (fr., ſpr. Srangihmang), frei, of⸗
fen; gerade heraus.
Francheserde (Branteserde), d. 5. Fränliſche
Erbe, auf weicher bie Kaiſer⸗ u. Königswahlen ſtatt⸗
Ainden mußten.
Srandetti (ſpr. Franketti), 1) Franchetti⸗
—
Walzel, ſ. Walzel. 2) Loniſe, Schweſter der
Vorigen, geb. um 1815 in Wien, ——— n. bei.
Soubrette, 1831 am Theater an ber Wien, 1832
am Königftäbter Theater in Berlin, 1834 in Bre-
men, 1840 in en
Francheville (Franqueville ob. Franca⸗
villa), 1) Pierre, geb. 1553 in Cauibray, ver⸗
ließ aus Neigung zur Bildhauerkunſt ſein elterliches
Haus im 16. Jahre u. ging erſt nach Parib, nad
zwei Jahren nach Deutſchland, wo er in Innsbruck
am Erzherzog Ferdinand einen Gönner fand. Bon
diefem unterſtuͤtzt, begab er ſich nach Florenz in
bie Schule des Giovanni da Bologna. Anfangs
half er feinen Lehrer bei befjen Arbeiten, trat bann
jelbfiftändig auf u. erwarb fich durch jeine Arbeiten
in Genua, wo er fir ben Dom die Statuen ber
vier Evaugeliſten fertigte, in $Florenz, wo er einen
Moſes u. einen Aaron, ſowie die allegorifchen Fi⸗
guren der Klugheit, Demuth u. Keufchheit für Die
Kapelle Nicolint ausführte, u. in andern italieni-
ſchen Städten einen hohen Künftlerruf. 1601 folgte
er der Ginladung Heinrichs IV. nah Paris u.
wurde erfter Bildhauer bes Könige. Zahlreiche
Statuen, Büften u. Bafen in den königlichen Gär⸗
sen u. Paläften nahmen feine ganze Thätigkeit in
Anſpruch. 1604 fertigte er das Neiterftanbbild
Heinrichs IV. u. 1612 feinen David mit dem Haupte
GSoliaths (im Louvre). Für das eherne Denkmal
Heinriche IV. arbeitete er 1614 die vier Eckfiguren
bes Fußgeſtells, Die befiegten Nationen barftellend.
Gr fi. in Paris 1630. Außer den genannten Wer-
ten ſchuf F. noch eine große Dienge Büften, Sta-
tmen u. Reliefs, auch war er als Maler u. Bau-
künſtler thätig. Abgefeben von ihrer Manierirtheit
‚gehören feine Schöpfungen zu ben beſten ber mo-
Frane Flore bie Fraucich
dois, ebd. 1745, Die Gebiqhte La v
Roy de Prusse à Friedberg, eb. 1
bombyx ot Le ver à soyo, echt. :
überfeßte er bie Schrift bes Bodthine,
en J—— Haag, 1744,2
rauchimont (ſpr. Frangſchimeng)
lige Markgrafſchaft A ber Haupt
(f. d.), fpäter dem Stifte Lilttich cum
Trümmer eines alten Schloſſes, auf eim
lint8 von der Eiſenbahn zwiſchen Then
Franchini (fpr. Frantini), Yrancı
Cojenza, Dichter; begleitete Karl V.
Keldzuge nach Algier, wurde ſpäterhü
Biſchof zu Maſſa, dann in Bopulonia
er ſchr. Dialogen u. Gedichte, Rom
in Öruter8 Deliciae poetarum Italo
Franchiſe (fr., fpr. Brangiäie), ı)
feit, Offenheit; ®) fo v. w. Quartierf
Francia, da® von den Franken i
Germanien bejette Land; es wurde
F. occidenialis, F. erientalis, F. rke
Franken (Geich.) u. Franlen (Herzogth
Francia (ſpr. Frantſcha), 1) 5
ſ. Raibolini. 82) Don Joſe Ge
driguez da F. gewöhnlich Dr. F
1759 in Paraguay, nah And. 1763 in
wo fein Vater, ein geborner Franzot,
Bades hatte, wurde Dr. ber
boocat, bann in Afjomption Mitglied
raths u. Alcade. As fih Paraguay
bängig- machte, wurbe er Gtaatsfen
1814 bie Regierung au fich, “weiche er
fangs als Konful, |päter als Dictater
bie Jeſuiten, welche das Land früher bei
lirte er daſſelbe volllommen. Er hei
Einrichtungen mit Graufamteit u. St
derte von Berbächtigen ließ er, oft auf
Aulaß, binrichten. —— war be
Paraguay bei Todesftrafe verboten,
Bonpland, den Schweizer Henngeri
Frenide in Itapua längere Zeit gefam
ft. 18410. win araguay ( 2:
Frantiabigio (Ipr. Frantichabiti
antonto, geb. 1483 in Klorem, Hi
nahm fi vorzugsweiſe deu Antrea br
dernen Sculptur. 2) Joſephe duFresne de F.,
‚geb. 1704 zu Dourlens in ver Picardie, wandte ſich
and feinem Baterlante nad Preußen, mo er in
Berlin ale Hofrath bei dem königlichen Generaldi-
xectorium ınit ben Regiſtraturgeſchäften des Ban-
dels u. Manufacturbepartements betraut wurde;
er ft. 1781 u. ſchrieb: Histoire geudrale et par-
ticuliere des finances, Par. 1738—40, 3 Bde, ;
Les premiers expeditions de Charle-magne
(unter den Pſeudonym Angilbert), ebd. 1741, Berl.
1745; Recit du Martyre d’un jeune Armd-
nien Catholique, Bar. 1741; Spectateur en
Allemagne, Berl. 1743; Observateur Hollen-
Diufter, wirkte hauptjächlich in Floren
Vorhof der Kirche Sta. Annrunziata bie
ver heiligen — malte u. die von
im Hofe ber Brüberfchaft dello Ecalzı
Fresken vollendete. Er ft. 1524. Wer
Uria in ber Dresdener Gallerie, X
jungen Mannes im Berliner Muſeun
Tranciäde, wührenb ber franzäfll
tion von der Rationalverfammiung ve
beifeier, Die von ber Stiftung ber
nach 4 Jahren gefeiert werten follte.
ancien (Herzogtbum F. 9
Jolede France), Herzogihum, eigent
in Frankreich, umfaßte beſ. bie Graff
(daber auch Herzogthum Baris)
Gatinois, Chartram, Blaifvis, Perch
Anjou, Maine, die Diſtriete von Sotei
Loire, Beauvaiſis u. einen Theil von Aı
erſte belannte Herzog iſt Robert ber ©
fel Childekrande. Bruders von Karl
zeichnete fich gegen die Bretonen u.
aus, erhielt von Karl dem Kahlen Ni
Anjou, welder Entre-maine beikt, fi
Fraucin bis Fraucisca
8
er Loire u. blieb gegen dieſelben 866 | Miſſiſſippi⸗River; er trift häufig aus, ‚bildet banır
Sohn Eudo (Odo), gewöhnlich nicht | Lange Jeu Sümpfe u. entbält viele Forellen u. afıbere
: nur Graf von Paris genannt,
aris des Diden Stelle zum König
fältigen, mit dem er enblich theilte,
eſch.); er fi. 899. Ihm folgte fein
II. der aud) 922 ale Gegenlodnig
ältigen auftrat, aber 923 im ber
fions das Leben verlor. Zwar ge⸗
lacht fen Sohn Hugo Fer Große
: Zapierfeit, aber tiejer jchlug Die
ene Krone aus, ja fünıpite, obwohl
chwager Herzog Rudolf von Bur⸗
vergeichlagen hatte, gegen denſelben
ıfältigen. Seit 936 Bormund Lud⸗
te Dugo bie Hälfte von Burgund.
ich geworden, verbannte Ludwig
go fing nun ſelbſt Krieg gegen ben
Ibe endete 643 mit einem Frieden,
noch tie andere Hälite von Bur-
n erhielt. Als Ludwig fpäter in
it Den Normannen — wor⸗
hn Suge gegen Abtrenug Laons
er dies zurüdgeben, da ihn ber
3 gegen Hugo zu Hülfe gerufen, |
atte. Von Ludwigs Nachjolger
: ibn 955 auch Bas Herzogthum
edoch klam Hugo nie in ten Beſitz
bon 956 flarb. Sein Sohn Hugo
n Bruder Burgund ab u. ka
gen erwarb er von Kothar II
!ubwig V. wurde er 957 in Nyon
lt u. wurde jo Griinder der Dy⸗
nger, |. Frankreich (Geſch.).
ſpr. Frangſäng), jo v. w. Velin.
Frauſis), 1) St. J., Fluß im Nord⸗
ben Colonie Neu⸗Caledonien (Bris |
3), noch nicht unierjucht wegen ber
er an feinen Ufern wohnenden In-
ach ter Bermuthung der englifchen
ere in Der Nühe bes Eliasbergs in
n; 2) Nebenfluß bes unteren Laufes
in Ober⸗ cd. Weſt⸗Canada (Bri⸗
1); 3) St. Francit · Dee, ein durch
‚ des Lorenzftron® gebildeier See
on Ober⸗n. Unter-Banabea, darin
3) Diftrict in der Provinz Unter-
wnfhips ber früheren Graffchaiten |
mmend u. Sherbroole beftehenb;
Inſel an ber Norblüfte der Inſel
tisch Nortamıerila) , 6) Vorgebirg
fie der Injel Neufundland, auf der
, Kftlich von der Conceptionebai;
Fluß, in Unter-Ganaba entſprin⸗
Strecke fang bie Norbgrenze des
bie er fig mit tem Wallooſtool⸗
u. den St. Johns⸗River bildet;
Staate Arkanſas (Nordamerika),
White⸗, St. Francis⸗ u. Cache⸗
en u. fruchtbar; Producte: Mais,
dvieh, Schweine; 16850 4479 Ew.,
aven; Hauptort: Mount-Bernon;
sirt( Township) in der Graſſchaft
taates Arlanſas; 150U Em.; 10)
inigten Staaten von Rorbameriku,
Graſſchaft St. Français des Staa⸗
fällt im Staate Arlanſas in den
File; Stromlänge 100 Meilen, wevon 35 Meilen
| m König | fehiftbar; 11% Infel, zum Nulgrave-Archipel gebörig
gemäblt u. war feit 689% in Krieg | (Belnnefien); 12) Srancid -Infeln, Inſelgruppe au
ber Gübfüfte der engliſchen Colonie Sübauftralien.
Franeis (ſpr. Fränzis), 1) Bhilipp, war zur
Zeit Daftingd Beiſitzer des heben Rathes von In»
bien in Calcutta, fpater Mitglied des Parlaments,
wo er zur Oppofition gehörte, aber Loch öfter vom
ben Miniſtern au Ratb gezogen wurde; er fl. 1813
u. wurte nach feinem Tode von Ginigen als Ver⸗
faſſer ber Brieſe des Junius (ſ. d.) bezeiche
net. 2) John, geb. 1618, Sohn eine® Theater⸗
arbeiter® in London, erlernte das Jimmerbanbwerf
u. betrieb feit 1642 einen Zabalshandel. Am 30.
Mai db. 3. ſchoß er bei einer Spazierfahrt der KLö⸗
nigin Bictoria im Hydepark ein Piftol auf dieſelbe
ab, ohne fie jedoch zu verlegen. Er wurde fogleidh
verhaftet u. am 17. Juni vom Gerichtohof zum
Tode verurtheilt, aber von der Königin zu lebend
länglider Deportation begnabigt, nach der auſtra⸗
udn Strafcolonie Rerjoll-Ciland gebracht.
—— Bildung uach franzöfiiher Art
u. Sitte.
Franeisca, eherne u. eiſerne Streitart, beſ. bei
den Franken beliebt, daher der Name.
Franeisca, weiblicher Vorname, weibliche Form
kon Franz. 1) Sta. F. Romana, geb. 1384 in
Rom, Tochter bes Paul Buxa, Ichte on in ber
Jugend in frommen Ubuugen u. murbe wider ih⸗
. | ren Willen mit Yaurentiud de Bonziani vermäblt.
Auch in ihrer Ehe widuieie fie fich Der Krankenpflege
in ben Hoſpitälern. 1425 lieh .fie ſich als Oblata
in den Llivetauerorden aufnehmen u. griindete
1433 die Gongregation der Chlaten in ber Torre
de Spechi am Fuße des Capitols nach ber Regel
St Benedicte. Nach dem Tote ihres Gemahls, 1436,
wurde fie Borfteherin der Geſellſchaft u. ft. 9. März
1440. Am 29. Mai 1608 wurde F., bie auch viele
Wunder verrichtet bat, Durch Baptı Baul V.tauoui⸗
ſirt; Tag: 9. März. Lebenebeſchreibungen von Jo⸗
hannes Matterotti u. von Zac. Fuligatti, 1641, beide
im 2. Thl. der Acts Sauctorum. 2) F.da Rimini,
Zodhter non Guido ba Polenta, Herru von Ravenna,
gegen das Ende bes 13. Jahrh.; fie wurde an ben
häßlichen Gianciotto (Gian Sciancedo) Malatefta
da Rimini zur Beſiegelung eines Friedend zwi⸗
ſchen Polenta u. Rimini gegen ihren Willen ver⸗
mählt. Gianciottos Stiefbruder, Paolo von Rimini,
war dagegen ſchön, u. F. liebte dieſen. Einſt über⸗
raſchte de der Gemahl im zärtliher Umarmung u.
töbtete beibe mit einem Degenſtoß. Dante hat im
ter Schilderung feiner Hülle bie Geſchichte ber
F. da Rimini verewigt, außerdem bat biefelbe
den Stoff zu mehreren neueru Dichtungen gelies
jert, jo zu dem Drama F. dba Rimini von Silvio
Bellico (deutſch von Mar Waldau), ferner zu dem
gleichnamigen Trauerſpiel von Baul Heyfe. 3) F.,
Herzogin von Bretagne, geb. 1427, Tochter
Yubwigd von Amboiſe, Gemahlin bed Herzogs
Peter II. von Bretagne, wurbe, obſchon voll Tu⸗
genden u. en Kigenjchaiten, an ſchlecht,
ſpäter aber beſſer behandelt; nach deſſen Tode 1457
ging fie, mehrfach angefeindet, in eis Slofter zu
Vanues u. ftarb hier 1474. Sie wurde 1435 felig
geſprochen. Biographie von 9. v. Barrin, Brüjjel
1704,
f-u. Steuerfreibeitgenießt, if im beſten Gedeihen.
——— (Fratron minores, Mi⸗
noriten, Seraphiſche Brfber), Möndsor-
ben, 1208 vom 9 von Per ger
Kirche U. L. F. zu ngeln auf dem or⸗
tiuncule, 4 a e von Affiifi, Et. St. Franz
b ihnen, als fle bis auf 10 wuchſen, eigne Regeln:
e Armuth u. Sntfagung alles weltlichen Be-
fies, Sorgfalt für die Seelforge, an jebem Tage
eine Meſſe gu hören u. in berfelben mehr den Be»
trachtungen ale bem Gebet obyuliegen u. zu prebigen ;
verboten wurbe: Gelb zu bewahren, Nonnenkloͤſter
zu betreten, Gelebrfamfeit u. Geiftesbilbung zu
cultiviren. Da die %. ſelbſt kein Gelb nehmen fol-
Ien, fo find die Einnehmer u. Rechnungsführer meift
Kertiarier. Innocenz III. beftätigte den Orben
1210 u. 1215 münblid, Honorius 1223 Durch
eine eigne Bulle al erſten ber 4 großen Bettelor-
ben (f. b.), ertheilte ihnen auch das Hecht, Almoſen
einzufammeln, allein unter ihren Obern u. bem
Bapft zu ſtehen, reichlichen Ablaß u. manche andere
Borrechte. Der Orden wuche fchnell u. grünbete
in allen Theilen ber Welt durch Almoſen Kiöfter ;
bald wurbe bie Regel minder fireng, namentlich
das Gele der Armuth gegen das Teflament be6
Stifters gedeutet u. mit Ausnahmen gelcpmmät,
die F. nahmen Beichtvaterfiellen bei Fürflen an,
erlangten hohe Kirchenwürden, lagen den Wiſſen⸗
chaften ob, erhielten Lehrämter auf Univerfitäten
u. gerietben mit den Dominicanern über bie unbe-
edte Empfängniß ber Jungfrau Maria u. anbere
ebrpuntte in Streit. Über mehrere Neuerungen er»
hoben fich heftigere Streitigkeiten, ale in anbern
Orden, weil bier zugleich über Farbe u. Schnitt ber
Kleidung, Form u. Größe ber Kapuze u. anderer
Keibumgeftüde die Gemüther Y erhihten n. wah⸗
res Martyrerthum für bie Anfichten nicht felten er»
duldet wurde. Biele Eongregationen für
firenge, ae u. rengite Obfervanz
bildeten fi in allen Ländern: Cäfariner (EC ä-
[arianer), welche 1236 beider Wiebererwählung
bes prachtliebenden Generale Elias fih unter bem
Mind Cãſarius von Speyer, welcher jenen wegen
bertretung ber Orbensregeln zurechtgewieſen hatte,
vom Orden abfonberte u. in Einflebeleier zerftreute,
aber 1256 durch eine Orbensreform zufrieden ge
Felt wurden. Minoriten-E Bleftiner (Arme
Einfiebler Edlefliner),geftiftet 1294 von Peter
von Dacerata, 1307 ale Reber von ber Inquiſi⸗
tion verbammt u. aufgehoben. Minoriten von
Narbonnen. bie Spiritualen, geftiftet 1308
in ber Provence von ben vertriebenen Minoriten»
Cdteftinern, Anhänger ber Anfichten bes Peter Jo⸗
hann Dlive, 1318 von ber Smguifition verbammt
u. aufgehoben. Minoriten-Elareniner, gef.
1392 von bem Diinoriten-Edleftiner Angelo bi
Corbona im Anconitanifchen, auch mit einer weibe
lihen Congregation der & lareninerinnen ver⸗
ehrt, 1506 den Obfernanten beigetreten. Mino⸗
Franeiten Bis Franelseaner
Majorea, von dem
jorea erſonnen, vom Papfi Johaun
Minoritendes JohaunnvonBall
tile di Spoleto, geftiftet 1337 u. 11
firengen Srumblägen in Stalten, 1355
Im Jahre 1363 fpaltete ſich be
wei Sauptäfte: A) Eonventualen
—2*— Orts genehmigten
treu blieben u. fortan eigentlich ben
noriten a. B) Obferven
ch, nel die Okra ber ü *
welche bie er al
überboten u. den allgem einen Remen
Seit 1517 lieferten bie Obfervanten d
Dibene, den Generafminifter; du
en aber hatten unter biefem einen
magifter ale DO ie F.
Welttheile mit ihren Genoſſen. Der ve
geftiftete zweite Orden (f. Clariffi
noch höherem Grabe ber britte Orb:
ie ya —— elle *
noch mädtiger durch bie vielen gei
lichen Bruͤderſchaften u. bie 4
nannten geiſili Freunde (Amici ı
ritenvonder Con ——
X
spirituales), welche alle Fi eſchãfn
beſorgten, weil va ft fein Ge
burfte. Der Orben zählte in feinem h
im 18. Jahrh., über 150,000
ale 9000 Klöftern; er ift noch i
aber in Europa auf Portugal, Spanien
Stalien, Schweiz, Baiern, Ofterreich, 1
ſchränkt. — Pi —— un
eine enge braune Kutte mit ſpitzer Kapu
Strick als Gürtel, Sanbalen, (
nen Bärte; ber Eonventualen
Schnitt, etwas weiter, Farbe meiſtens ſch
len noch grau, niemals Bärte;
vanten find bie Bewahrer bes heiligen @
rufalen. Die Obſervanten zerfielen in
Jahrh. wieder in regufirte, irenges
fie hatten 147 Klöfter u. hießen in Bra
beliers (Stridträger), in Stalten,
Amerila Soccolanten (Sandalen
ae I a0 he 3; Corwent
1789 noch in 30 Provinzen gegen
mit 15,000 Möndden, jet —*— I
noch in dem füblichen Deutichlanb, in
u. in Italien, wo fie längft u
mönde find u. nicht felten bem
fi wibmen. Hauptcongregatiomen bei
Berbefjerte Eonventualen, gı
von Anton Ealascibato in Stalien, 164
ventualen wieber einverleißt; Mino
Peter von Billacreges, von bie
1390 auf bem Berge Celia für firen
tung ber Regel, 1517 den Obfervanten
Minoriten-Eolettaner, gefliftet ı
riffin Colette von Corbie für Te
in dem in ein Kloſter verwanbelten
Beaume in Savoyen, für männlide
Kiöfter (Eolettaner), ſehr verbreitet, 18
ſervanten einverleibt; Minoriten An
gertitet von bem Spanier Amabeo im
lofter Marliano 1457, weit verkreite
Obfervanten einverleibt; Minoriter
lipp von Berbegal (Minoriten ber
puge, della Capucciola), u. Minor
Strancidenmerissnuen bie.
geftiftet 1426 von Ph. von Berbegal
1, 1434 vom Bap aufgehoben, Mi⸗
aperolaner, geftiftet 1475 in Italien
‚aperole, 1491 aufgehoben ; Mins-
Inton von Gaflel St. Jean, von.
et 1475 in Toscana, balb wieder ge-
terbrüdt; Minoriten bes Mat⸗
Zivelt, won biefem geſtiftet 1495,
ben u. den Conventualen einverleibt;
ı bes Juan de la Puebla, von die
1489 in Spanien, 1566 den Obfervan-
übt; Minoriten ber firengen
sin Spanien (Minoriten-Barfüßer
uze, vom heiligen Cyangelio), gefiftet
ob. von Guabelup, 1517 den Obſer⸗
erleibt u. dann ale Berbeiferte
tem über Spanien, Portugal, Italien,
weitet. Minoriten der irengen
in Italien (Riformati): gefil-
bpaniern Stephan Molina u. Martin
in Italien 1525, im fehr firenger
och heute beſtehend; Minoriten ber
‚in Kranfreidh (Recollecten, les
.1592 gegründet burd ben Herzog
wit Italieniſchen Riformati, bald über
Bi werbreitet, Miffionen in Canada ıc.
Brovinzen u. bie Euftobei Lothringen
aufgehoben u. jest blühen wieder
5 Minoriten ber Rrengfien
ı des St. Peter von Alcantara
iner), gefliftet 1540 in Placenzia,
er Italien verbreitet, durch ben Bei⸗
iſcha ſiten vermehrt, befichen och heute
auben; —A Minoriten
aſchaſins (Paſchaſiten), geſtiftet
517 in Aquila, durch die Anhänger ber
Alfonfo de Mazanetz vermehrt, na
v —5 mit ben Alcantarinern fi
Berbeſſerte Minoriten bee
‚a6 von Lanze, von dieſem geftiftet
562 wieber aufgehoben. Minoriten-
„f. Kapıyiner.
nerinnen, fo v. w. Elariffinnen.
:@
te (F. Pohl.), Pllangengattun aus
der Scrophularıneae- glossi-
rin Br
a, bie Univerfität in Lemberg.
eißeo (Ipr. San — Sranceteo,
‚auzeßce), 1) Brafichaft im Staate Ca⸗
&ealifornien, Nordamerika), 12) OM.;
). von der San Franciecobai, im W.
ı Dcean, im ©. nu. SB. vom San
⸗Creet begrenzt; theilwei® gebir-
ie Sierra Morena od. Brown Moun-
2000 Fuß hoch) ; Beben reich u. frucht-
albungen; Brobucte: Weizen, Gerfie,
Rinbvieh, Bferbe, Gold aber nur in ge-
nge al® in deu weiter nöcblich gelegenen
» bie projectirte San F.⸗San Joſe⸗
irt die Grafſchaft durchſchneiden; 1852
; 2) Hauptſtadt barin, liegt auf einer
mben Ebene einer zwilchen dem Stillen
re Sau Frauciscobai gelegenen ſchmalen
an einer von zwei hervoripringenten
Clarks Point im R., Rincon Point in
n balbfreisförmigen Buche; regelmäßig
mtliche Straßen fich rechnvinkelig kreu⸗
Iffentliche Pläge (Squares ob. Flazas);
©. Francitguito-Ereel 49
bie Häufer mei vom Holz, einige von Eiſen; 20 Kir-
den, 8 Banten, mehrere ater, Münze (doch
jämustfiche Gebäude Hein); 12 Zeitungen; gelehrte
Geſellſchaft: California Academy of Natural
Sciences; Bibliothel: Mercantile Library. Der
Haubel, von ber Lage der Stabt begünftigt, iſt von
gebe Wichtigkeit u. Ausbehnung, namentlich al®
auptausfuhrplag des geſammten Californiſchen
Goldes; 1852 fiefen 990 Schiffe mit yulammen
444,000 Tonnen ein u. 1527 Schiffe mit zuſammen
494,000 Tonnen aus. Regelmäßige Dampfichiffe
fabrt nach Banama, Marysville, Sacramente, Gar
Joſé, Santa Clara u. Alvifo; Eiſenbahn projectirt
nah San Joſte; 1849, 1850, 1851 große Feuere⸗
brünfte, bie beinahe bie ganze Stadt zerftörten. Be⸗
völferung u. Ausdehnung ungeheuer im Wachlen:
1847 nur 454 Ew., 1852 34,776 Ew. (darunter
nur 5245 weibliche), 1857 burfte fie auf mindeſtens
50,000 angeichlagen werben. Die erfie Anfiebelung
in F. fand 1776 durch die Spanier Ratt; fie nannten
ben Pla Yerba buena (d. i. gutes Kraut), wegen
eines dort häufig wachſenden Heillrautes, u. legten
bafelbft eine Milfionsftatioen der Branciecaner u.
einen ——— (Brefidio) an. Die Miſſion hatte
1831, zur Zeit ihrer Blüthe, bereite 7000 Indianer
getauft. Bald Darauf begannen bie Keindieligleiten
der mertcaniihen Regierun egen die Hiffonen,
u. Merba buena fam in Berla . 1847 wurben
bie erſten Golblager in ber Nähe gefunden, von wo
an fih die raſche Eutwidelung ber Stadt batirt.
Als 1848 Kalifornien an die Vereinigten Staaten
fiel, wurbe der Name Yerba buena in San Fran
cißco umgewandelt; 3) (Cap 8. %.), Burgeirg
am Panamagolf des Stillen Ocean ; 4) Zweig ber
Eordilleren in ber ſüdamerikaniſchen Republik Bo⸗
livia ; 5) VBorgebirg an ber Weftlüfte ber fübameri-
kaniſchen Republik Ecuador; 6) Fluß im Kaifer-
thum Brafilien, entipringt in ber Provinz Minas
Geraes, nimmt bie Flüfſe Velhas, Karaltu, Verde,
Carynhanha u. Rio Grande auf u. fällt nach einem
Laufe von 320 Meilen in ben Atlantiſchen Ocean;
7) Hafenplatz in der braftlianifen Provinz Ala⸗
goas, an der Mündung des gleichnamigen Fluſſes.
8) (8. 8. de Miacäma), Ort im Departamiento
Potofi in der Republik Bolivia ; 2 (6. 8. de Tam⸗
veche), Fluß im mericaniihen Staate Yucatan,
münbet an ber Werküfte dieſes Staates in bie Cam⸗
pechebai; 10) (@. #. de la Mar), Ort im merica-
niſchen Staate Puebla, von Indianern bewohnt;
11) (@. 8. de la Gelva), Stadt in der chileniſchen
Provinz Atacama, fo v. w. Copiapo 3); 12) (@. 8.
Bei Dtonte), Stadt in ber hilenifchen Provinz Sant⸗
iago; 18) (@. &. dei Dre), reiche Golbmine im
mexicaniſchen Staate Chihuahua, unweit Sarı Joſé
be Barral; 14) (8. 8. de Yanlo), Stadt in ber bra-
filianifchen Provinz Rio Grande do Sul; 18) (@.
8. de Ruito), fo v. m. Duito; 16) (@. 8. Dteuntain),
Spite ber Anben in ber chileniſchen Provinz
Santiago, 16,900 Fuß; 17) (@. 8. Zu), reihe
Sold- u. GSilbermine im megicanifiden Staate
Dueretaro.
©. Sranciscobai, Bucht des Stillen Dceans
an ber Weftlüfte des Staates Californien (Nord⸗
amerika).
graneisene, männlicher Rame, fo dv. w. $ranz.
. Srancidquito -Ereef (fpr. San Franſis⸗
fito-Kriel), Fluß int Staate Californien (Hoch⸗Ca⸗
lijornien, Nordamerila), entipringt auf ber Sierra
Morena u. fällt in bie Son
geringer Dienge Gold bet fi.
.@t. Francisville (ipr. Sänt Franfiswil),
Sauptfiadt bes Kirchipiels (Parish) Weſt⸗Feliciana
im Staate Louiſiana (Nordamerika), am Bayou⸗
Sarah; Eiſenbahn nach Woodville im Staate Miſ⸗
ſiſſippi; lebhafter Handel, namentlich mit Banm⸗
wolle; 1200 Ew.
Franck, 1) Sebaſtian, ſ. Frank. 2) Jean,
geb. 1804 in Gent, Bilbhauer, machte feine Studien
auf der Alatemie in Antiverpen, erhielt den erften
Breis bei der Concurrenz für ein Stanbbilb bes Ad⸗
mirals de Ruyter u. ging 1831 nach Paris, um Da»
vids von Angers Atelier zu befuchen. Hier erwarb er
ſich 1834 Die große goldene Diebaille für Kunft, wurde
dann Profeflor an der Akademie in Löwen, legte aber
biefe Stelle ſchon 1837 nieber, um nach Gent zu⸗
rückzulehren. Er fertigte dort bie beiden Kanzeln
in der Martins» u. in der Michaelistirche, in der
erfteren außerbem die Statue der Religion. 8) Gu⸗
—F von F. geb. 1807 in Wien, ſtudirte dort bie
echte, trat 1831 in öſterreichiſche Kriegedienſte,
wurde Hauptmanu n. lebt in Wien; er ſchr.: Ge⸗
bichte, Wien 1828 ; König Eduards Söhne, Trauer»
fpiel nach Delavigne, Lpz. 1835; Tafchenbuch dra⸗
matifcher Originalien, ebd. 1836—41, 5 Jahrg. ;
Dramatiſche Zeitbilber (Darin Die Dramen: Der
Emporlömmling u. die Batricier) u. a. m.; Mil
fionsharfe (Gedichte), 2. A. 1845; Mittheilungen
aus den Papieren eines Wiener Arztes, Lpz. 1846;
jeit 1845 rebigirt er auch die Wiener Zeitfchrift für
Kunft, Literatur ꝛe. Seine Yuftipiele: Autorsqua-
Ien, Die Gefanbtfchaftsreife nach China u. Sylve⸗
ſternacht haben auf mehreren Bühnen Glück gemacht.
nde, 1) Elias, geb. in der Neumark, ging,
nachdem ex fich grünblich vorgebilbet hatte, nad
Frankreich, wo er ſich bie Gunſt des Cardinals Ri⸗
chelien erwarb. Später wurde er Stückhauptmann
u, Feuerwerler bei ber ſchwediſchen Arniee des Feld⸗
marſchalls won Falckenberg, kehrte dann in fein Va⸗
terlaud zurück, wo er Artillerienieifter wurde, aber
in Sehen bei der Steinauer Schame in kaiſer⸗
liche Gefangenfchaft gerieth; 1646 wurbe ihm bie
Aufficht über alle Zeughäufer u. Magazine in ber
Kurmarl Brandenburg, wie über das allgemeine
Salpetermefen im ganzen Lande übertragen; er ft.
1660. 2) Johann, Arzt u. Pharmafolog, welcher
zu Ende bes 17. u. Anfang-bes 18. Jahrh. in Ulm
lebte u. 1727 daſelbſt ſtarb; er ſchr. Castorologia,
Augsb. 1685; Bon ber Slachsfeide, Ulm 1718, u.
‚ viele botanifche Abhandlungen. 3) Auguft Her-
mann, geb. 23. Mär; 1663 in Lübeck, wo fein
Vater Stiftsfynbicus war, fiebelte bereitd 1666 mit
feinen Eltern nad) Gotha über, ftubizte feit 1679 in
Erfurt u. Kiel Theologie u. Philologie, ging 1634
als Mentor eines jungen Theologen nach Yeipzig,
ws er feine Etubien fortfetste u. 1685 mit Paul
Anton das Collegium philobiblicum ftiftete ; Tebte
daun in Lüneburg bei Sandhagen, wo er zu feiner
fpäteren theologiichen Richtung geführt wurde, ging
1688 nad Hamburg, wo er eine Privatfchule er⸗
richtete, aber bereits 1689 wieber nach Leipzig, wo
er egegetijch «praktifche Vorlefungen liber hie Pau⸗
liniſchen Briefe zu leſen beganır, aber, wegen feines
— — Zubörerkreifeß beneidet u. als Saupt der
ietiſten verſchrieen, bereits 1690 von ber theolo⸗
giſchen Facultät veraulaßt wurde, ſeine Vorleſungen
wieder einzuftellen. Er verließ Leipzig u. wurde in
"7 rare Bi: Year: nn
anciscobai; führt is |
en Jahre Diafonne an ber Ang
tn Erfurt; aber bier verletzert ıı. foger
Kifter im Sept. 1691 aus der Stadt de
hielt e ai Por -1691 een Fl 6
er griechiſchen u. ortentafifchen ai
u. zugleich als Paller an der George
wirkte er ſehr —— durch feine pra
digten, dur Abhaltung ven Erbaum
in feinem Haufe, dann in ber Kirche,
fationen mit-ber Jugend, durch unerm;
forge an feinen Sirchfinbern, nn I
baulicher u. belehrender Schriften, bei.
alabemifcher Lehrer; feit 1099 war er‘
Theologie u. feit 1715 Pfarrer zu St
auch hier blieb er nicht ohne Anfechtm
wegen feines Eifer® im Predigen in M
mit den anberen Geiſtlichen der Stadt. |
1727 u. fr.: Manuduetio ad lecti
soripturae, Halle 1693, 1704; Ohı
bibl., eb. 1695; Praeleetiones he
1717; Methodus studii theolog., ebd.
Predigten um. a,, |. d. Folg.; Yebent
von ©nerile, Halle 1827, von Leo, A
Roſ. Koch, Brebl. 18545 A. H. Riema
von 5-6 Leben u. Berbieniten um Ei
Schulweſen, Halle 1783. Das bleibenk
erwarb ſich F. durch Die Rrauckeſchen Stiſu
zu Oſtern 1695 als Arınenfchule eröfl
meta fi Kr es ZBaljenhang, ein de
eine Lateiniſche eu. ein Päbagegü
Leute höheren Standes reiheten oc
1701 in Einem Gebäube vereinigt w
dieſen Infiituten verband F. Die Tante
anftalt u. unter dem Schute ber ken
Regierung ein Miffloneinfhitut für O
letzt noch eine Apothele, Buchhandln
druckerei. Die Direction der Franceeſ
en, welche F. bis an ſeinen Tod ſelbſt
bernahm nachher: fein Sohn Gotthelj
u. fein Schwiegerfohn Joh Anafl. Er
Die bis jetzt noch Beftehenben Imfiit
eine Zahl von 800 Seelen u. bebitrfe
lichen Unterbaft von 190,000 Thirn.,
Meine Staat ſelbſt aufbringt. Am 5.
(am Tage wo er vor 134 Jahren biee
fenlinder zu fih genommen hatte) m
Bereiche der Waifenbausanftalt ein De
Vgl. Schulze, Ken, u. Riemeyer,
tungen, eine Zeitſchrift, Halle 1792
Gotthelf Augnfl, Sohn des Bor, ı
1686 in-Halle, findirte in Jena Theo
1720 Pfarrer an dem Zucht» nm. Ar
Halle, 1723 Adjunct der Wiebfrauer
theologiſchen Facultat, 1726 Proiefie
logie, 1727 nad} dem Tobe feines Satı
ber erften Didces des Saalfreifes u.
Waifenhaufes, 1767 erhielt er ben Tit
ſiſtorialraths u. fl. 2. Sept. 1769; cı
graınmatum in Academia Fride
blice propositorum pentas, Halle
terariihen Mittbeilungen aus dem R:
Baters al$ Aug. Herm. Franckii re
grammatum et aliorum opusculori
lung exegetiicher u. lirchenhiſtoriſcher
gen, ebd. 1764; beſorgte 1725 — 176%
ber königlich däniſchen Dliffienaren in
gab mehrere Schriften feines Baters |
ones paraeneticae, ebb. 1721
ze Aeancke bie Sranckenſiein
in psalterium, ebb. 1734; Collegium
ver Hartmanus Pastorale: Erange-
741 ff., 2 Bbe. u... m. 8) Heinrich
zeb. 1705 in Teichwitz bei Weita im
ſudirte feit 1724 in Leipzig die Rechte,
Advocat bafelbit, 1745 Brofeflor des
aterechts an der Umiverfität, 1749 lai⸗
falzgraf, 1762 Brofeflor ber Moral u.
Decemoir ber Univerfität u. ft. 1751;
seilerte genealogiiche Fragen, Frlf. u.
8., Tricamerarius 8. K, I. e diplo-
titutus ete., Pp3. 1736; Kaifer Fran⸗
pitulation u. Reversales, ebd. 1745,
Sammlung ber Reichbhofraths⸗Con-
ı6 ben Jahren 1761 —62, Regeneb.
8.5 Neue Beiträge zu der GBeichichte,
m⸗ u. PBrivatrechte des kurfürſtlichen
ſen, 1. Thl., Altenb. 1767: er gab
u. 6. Bd. von Kreyfigs Beiträgen zur
ſächſiſchen Laude u. den 3. Bd. von
Kreyfigs Diplomata et scripitt. ete.
Bam., geb. 1763 in Hörnerlirden,
Becter in Huſum, 1506 Haupipredi⸗
burg, 1511 Brofellor der Theologie in
daf. 1510 u. ſchr.: Kanzelreben, 1793;
leinungen unſerer vornehmften neuen
ber fie Unfterblichleit der Seele, Lpz.
utiones psychol. emp. et log., Alt.
yerationibus spiritus aancti, 1510;
rmatum Arminianorum, 1513; liber
hidiale bes Spinociomus, Kiel 1511;
Encpliopäbie, 1819; Grumbriß der
logie, 1524. 7) 3ob. Balent., Sobn
. 1792 in Hufum, wurde 1815 Brivat-
‚1819 Subrector in Flensburg u. 1921
Haffiichen Philologie, Literatur u. Päda⸗
pat; er Ichr.: Examen crit. J. Juve-
At. 1520; Über die Richterfchen In-
3; u. gab den Kallinosheraus. 8) Karl
1505 in Schleswig, ftubirte feit 1823
„Heidelberg u. Kiel Die Rechte; nach⸗
1827 in der Kanzlei ber Herzogthümer
u gearbeitet batte, kam er 1635 in bas
uwmmer« u. Conimerzcollegium, wo er
Danbelsungelegenheiten leitete. Nach
rirung Schleewigs, 24. März 1845,
inter nieder u. wurbe unter Ter pro⸗
egierung der Herzogthümer Präfident
gecollegiume; von Schleswig in bas
ach Frankjurt gewählt, gehörte er zur
ı Partei; von der neuen, nach tem
nd von Malmoe eingeſetzten gemein-
rung ter Herzogthümer (Det. 1545)
n Bevollmächtigten bei ber Centralge⸗
atfurt ernannt, ging nach Anflöiung
verfammlung nah Schleswig zurüd,
g. 1549 in Der Regierung der Herzog⸗
rtementschef der Finanzen, im Zuni
terimiftifch bes Außeren wurte. Nach⸗
rmerfung ber Herzogthümer unter bie
mmilung im Ian. 1551 von ber Lan⸗
468
w. 17. Jahrh. 1) Srancois ber ltere, geb,
1544 in Herensthal, erlernte bie Malerei bei Fr.
Floris in Autiwerpen, gründete fpiter eine Schule,
aus welcher G. Gortzius, Jan de Waal, H. van ber
Maert u. a. Künftler bervergingen; er ft. 1616.
Werle ſehr zahlreich im Dufeum in Antwerpen;
ferner im Berliner Mufeum Chriſtus am Kreuz;
in Louvre Eſther vor Ahasver ; in Bommiersfelden
bie fieben Werke der Barmperzigleit; im Wiener
Belvedere ein Kunftlabiuet, Krüius, den Solon in
feine Schatzlammer führend; in ber Dresbener Gal⸗
lerie eine Flucht nad Aaypten; im Stuttgarter
Diufeum die heiligen drei Könige u. die Anbetung
der Weilen aus dem Morgenlande. 8) Iero-
nimus, Zwillingobruder des Bor., geb. 1544 in
Herenzthal, ebenfalls Schüler des Kr. Floris, ging
ned Paris, wo er in ber Auguſtinerkirche eine
Kreuzigung malte, arbeitete feit 1566 an den Freb⸗
fen im Schleife zu Kontainchleau, verlieh in Seine
bed Ediets von Päilipp II. gegen tie Belgier
Arankreich, kehrte jedoch unter Heinrich III. nach
längerem Aufenthalt in Italien nach Paris zurück,
wo er num eine Schule begründete, Hofbildnißmaler
wurte u. für die Barfüßerkirche eine Geburt Chrifri
malte. Auch unter Heinrih IV. u. Ludwig VIIL
ftand er in hoher Gunſt bei Hofe; er ftarb uin 1620.
In der Dresdener Gallerie befintet fi von ibm
eine Euthauptung Johannis bes Täufers. 3) Am⸗
broſins, jüngerer Bruter bes Vor., ebenfalls
Dialer, war ein Schiller von Marten de Dos u. fl.
1619 in Antwerpen. Werte zablreih im Antwer⸗
pener Diufeum; tm Berliner Muſeum ein kreuz⸗
tragender Chriftus,; in ter Drestener Gallerie
Chrijius u. Die Ehebrecherin. 13 Francois ber
Züngere, Sohn u. Schüler von F. 1), geb. 1580
in Antiverpen, bildete fich in Venedig aus, malte
außer bibliihen u. mythologiſchen Darftellungen
auch Scenen aus tem Voltsieben, Heine Landſchaf⸗
ten, Feuerobrünſte 2c. u. fl. 1612. Werke u. a. m
Berliner Muſeum Zt. Antonius; in der Dresdener
Gallerie Chriftus auf dem Wege nach Golgatha; in
ber Münchener Pinakothek ein Reitergefecht ; im Wie⸗
ner Belvedere ein Hexenſabbath.
Sranden, eine pfälziſche Familie, welche 1721
in den Reichsfreiberrenftant erhoben wurde: jetziger
Chef iſt: Freiherr IZobann, Sohu tes 1514 ver⸗
ftorbenen Freiherrn Karl Pbilipp, geb. 1836 m.
vermäbit mit Maria Glijabeth geb. Grumes.
Brandenberg , ein katholiſches, Schon feit dem
11. Jahrh. in Schiefien verbreitetes u. noch in Pren⸗
teen begütertes Geſchlecht, welches fidh
eit 1528 in 2 Hauptlinien theilt: A) Die freie
berriiche Yinie: Srandenberg-profcplig, feit 1720
in ben Freiherrenſtand erhoben; jegiger (Chef if:
1) Freiherr Heinrich, Sohn bes verftorbenen
Freiherrn Ernſt, war preußiicher Cherlieutenant
a. D. u. fl. 15. Aug. 1857; er war mit Minna geb.
von Schmwanenfeld vermählt. B) Die gräfliche
Linie: Frankenberg · Ludwigsdorff, um 1700 in ben
Reichsgrafenſtand erhoben; bermaliger Chef: 8)
Graf Joſeph, Sohn Bes verfiorbenen Grafen Jo⸗
ſeph, geb. 12. April 1502, ift preußiicher Geheimer
ung angenemmen morben war, verlieh | 1 Geh
Regierungerath a. D. u. unvermählt; ſein älteſter
rt, fein Baterland, wurde ım Detbr. g rat
mt ber Landesregierung in Koburg u. ae vudwig ift 1819 geboren. _
elung ber Gotha⸗Koburgſchen Augele⸗ randen-Sierdtorpff, Orafen von F.,ſ. Sieree
eheimer Staatsrath Vorſtand ter Ab⸗ | iorpff.
Koburg. Franckenſtein, ein altes Rittergefchlecht, wel⸗
‚ nieberlänbifche Künſtlerfamilie im 16. | Yes aus der gleichnamigen Burg in der Grafichaft
402
Kapenelindogen ſtammt, den reichtritterſchaftlichen
Gantonen am Rhein u. in Franken einverleibt war
u. 1670 in den Reichsfreiberrenftand erboben wurde.
Die F. find katholiſch u. in Franken, Heflen u. im
Breitgau angefeflen; von ven beiden Linien gu
Ulfadt u. DAfadt blüht nur noch die lehtere,
deren jeiger Chef ift: 1) Freiherr Georg, Sohn
des 1845 verſtorbenen Freiherrn Karl, geb. 2. Juli
1825 in Würzburg; er ift erblicher Reichsrath der
Krone Baierns m. feit 1857 vermählt mit Marie,
eb. Prinzeffin «on Ottingen-Wallerflein. 2) Frei⸗
Bert Karl, Bruder des Bor., geb. 22. Jan. 1831
in Frankfurt a. M., ift Attach€ bei ber öfterreichi«
chen Geſandiſchaft in London.
Frand won Frandenau, 1) Georg von F.
geb. 1643, ftubirte in Leipzig u. Jena Humaniora,
dann Mebicin, wurbe 1671 Profeſſor in Heibel«
berg u. fpäter auch Leibarzt des Kurfürften. Durch
Kriegsunruben 1688 aus Heidelberg vertrieben,
flüchtete er nach Frankfurt a. M. u. folgte dann einem
Aufe nach Wittenberg; König Chriſtian V. von
Dänemart rief ihn nach Ropenbagen, wo er Waijen-
hausarzt u. Böniglicher Leibarzt wurde; er ftarb da»
ſelbſt 1704, nachdem er 1692 nobilitirt worden war.
Er fchr.: Institutionum medicarum synopsis,
Heibelb. 1672; Lexicon vegetebilium usualıum,
Strasb. 1672 f., neue Aufl, al® Flora francica,
Heibelb. 1685, Lpz. 1698, Strasb. 1705 (dentſch von
Hellwig, 1714, Jena 1753 u. Züllichan 1766); De
cornutis, Heibelb.1678; Bibliotheca parva zooto-
mica, ebd. 1680; De palingenesin, Halle 1717; Sa-
tyrae med,, %p3. 1722 20. 2) @eorg EHRE)
von $- Sohn bes Vor., ſtudirte Mediein in Altorf,
war eine Zeit lang Profeffor der Mebiein in Wit
tenberg u. erhielt Dann eine Profeffur in Kopen-
bagen, wo er 1732 ftarb. Er fchr.: Catalogus
variorum tractatuum, Dresd. 1692; Onycholo-
gina curiosa, Jena 1696; De sudore, Kopenb.
1701; De strophe septimestri foetus eic., ebd.
1730 ꝛe.
Branemagon (fr., ſpr. Frangmaſſong), Frei⸗
maurer; daher Brancmagonerie, Freimaurerei,
raneo (ital.), 1) frei; 2) portofrei, ſ. Francatur.
anco, 1) %., aus einem edeln Gejchlecht im
Hennegau, war Mönch u. Lehrer in der Klofterfchufe
zu Löbben u. wurde 856 Bifchof von Lüttich; weil er
862 feine Zuftimmung zu der Trennung König Lo⸗
tbars I. von feiner rechtmäßigen Gemahlin Theut-
berge u. der Bermählung mit Waldradegegeben hatte,
u er in die Ungnabe des Papſtes Nicolaus I.; mit
dnig Arnulf zog er 891 gegen bie in fein Gebiet ein-
ge enen Normannen u. erfocht mit den Sieg bei
öbben; er fl. 903. 8) F, eigentliher Name des
Bapftes Bonifacius VII., |.d. 3) %., genannt Pari-
siensis Magister, geb. 1047 in Klin, Echolafticue
an ter Katbebralfirche in Lüttich. Er erböbte bie
Zahl der Noten auf 4 von verfchiebener Länge, er⸗
weiterte die Notenfchrift, begründete ten Tact zc.
(f. Mufit [Sefh.)). Seine Lehre verbreiteten u.
versolltommneten im 15. Jahrh. Johann von Mu⸗
ri® aus der Normandie u. Franchinus Gaſtor (geb.
1451 in Tobi). F. fl. um 1093 u. ſchr.: Musica
eive ars cantus mensurabilis (int 3. Bd. von
Gerber's Scriptor. eccles. de musica sacra,
4) Giov. Bati ſta genanut il Semolei, geb. 15!U
in Udine, Hifterienmaler, bildete fih in Rom vor-
ugsweije —— Angelo, malte 1536 die Fres⸗
en an dem
r Karl V. errichteten Triumphbogen
Frand von Fraudenan bis Wfiancois
in Rom, ging banıı nech Floren, we:
me I. — war, 7)
rüd, ſchmücſtte eine im Yale
nals Cornars mit Sresfen, welde Um
men machten u. trat baranf im die
Herzogs von Urbino. Gpäter war e
Kom u. zuletzt in Benebig beichäftigt, w
der Gala d'oro des Dogenpalaftes die
Grotesten jhriiüdte n. 1580 Mark. Er
tend in der becorativen Da ad
mytbelogifchen Inhalte, namentlich N
fanges; in feinem Style ſuchte er da
florentinifchen u. venetianifchen Meifle
gen feine Zeichnung war correct nm. f
einer Bildniffe befindet fich im Berlin
Von feiner Hand rühren auch eine betr.
zahl radirter Blätter ber, worunter bi
Des Lazarus wach Rafael, das Opfer Abı
Tizian, Scipios Barmberzigkeit nach &
zu ben beften gehören. 3) Niccolo, geb.
nevent; fchr. Schifferfonette u. Eflogen ı
ale Basquillant mit Beter Aretino, Ir,
ben zerfallen, Rime contra Pietro Arı
u. wurde wegen mebrerer hierin enthe
riſcher Ausfälle auf Befehl des Papß
verhaftet u. 1559 gebenft. Er ſchr. noch
chista, Bened. 1539, 1541, 1543;
volgari, ebd. 1538, 1541; La philen
1547 u.a. m. 6) Srauco-Warrets, Jıaı
in Liſſabon, mar 1646 mit bei ber
Brafiliens; er fl. 1664 u. Überfehte Bü
Liſſab. 1670; unter feinen Gedichten
mythologiſche Cyparieso, ebb. 1631, Bi
Franeba (F. Cavan.), Ban
ber Familie ber Crassulacese - Fri
Art: u. a. F. sonchifolie, in Chili, ı
faftig, ber Saft ale kühlendes, ſchu
Mittel bei Hämorrboiben, Die Wurzel zu
färben gebraucht. -
Francocaſtelſo, Caſtell auf Kankia,
1828 Sieg der Türken unter Muſtapba
die Sphafioten u. Griechen unter Dia
Francoeuria (F. Cass.), Pflanze
ber Familie Compnsitae- Asteroiden
Art: F. crispe, in Agypten, Indien.
Franqois (fr., ſpr. Frangſoa), fe:
St. François (Geogr.), jo v. w. |
Franqois (jpr. Krangfoa), 1) 8. de
|. Neufcpatean. 2) Jean Charles,
Kupferfteher, geb. 1717 in Nancy,
Erfinder der Manier, die Kreiteg
Kupferfiih nachzuahmen. Bolltemme
Blätter dieſer Art lieferte er inbeß €
wurbe nun Kupferſtecher des Königs; cı
Seine befannteften Blätter find: eine T
Bouder, Eraamus Portrait nach Hol
Portrait nad Vivien. 3) Graf Autoi
de Rantes, geb. 17. Jannar 1756 au:
im Departement Yire, wurde Directe
nen in Nantes, 1791 Deputirter in der
Berfammlung nu. nad dem 19. Rrum
der Nieber-Charente. Napoleon, als eı
machte ihn zum Staaterath u. ertheil
Orafentitel. Nachtem er jeit 1919 alt
bes Departements Iſere in ter Ram
batte, 309 er ſich 1822 von den Sur
urüd. Von Ludwig Philipp wurde cı
—* von Frankreich ernannt u. R. 7.‘
Frantolin bis Francerum auiales
6 plenbenym ale Deformeauy u. Du |
tier: Manuscrit de feu Jeröme, Bar.
lscueil de fadaises de monsieur J6-
bb. 1826, 2 Bde. 4) Karl von F., geb.
at 1803 ale Fähnrich in die preußiſche
n, nehm als Lieutenant Teil an dem un-
z Felbzug 1806 u. verließ bei Auflöfung
ꝛe 1808 als Bremierlieutenant den Dienſt;
oB er rg dem Schillſchen Korps an, trat
rzsffifche Dienfle, in denen er tie Feldzuge
Der nädften Jahre mitmadte u. unter
Schlachten u. Gefechten tie von Smo⸗
ter Berefina, von Dresden, Leipzig, Bar
fur Anbe mitfocht, u. ging 1815 nad
zurüd, wo er ale Major wieder angeftellt
1829 zum Oberfllieutenant u. 1832 zum
mfgerüdt, wurte er wenige Jahre fpäter
tommanbdeur u. Generalmajor u. erbielt
Generallientenant das Commando einer
15 23851 trat er in den Rubeftand m. lebte
Dam, wo er am 9. Februar 1855 farb.
kre Ülerandre, geb. 1791 in Tour, trat
ie Militärfchule von St. Cyr u. machte als
Ve Feldzüge von 1810—15 in Spanien,
‚x Belgien mit. Gr war 1823 bei ber
von Satalonien unter General Tro-
1828 in Folge feiner Tapferkeit auf
illonechef, war 1831 u. 1832 bei ber
a. ber Belagerung von Antwerpen;
u. 1847 General geworden, wurde er
1848 in Parıs ale Kommandeur
gebe des rechten Seineufers verwundet u.
wolte (Brancolinus), bei Cuvier Rebhuͤh⸗
tRäTTerem, längerem Schnabel, größerem
I meiſt beipormten Flügeln; Art: Ge⸗
’%. (F. europaeus, Perdix f., Tetrao
e rotb, Bauch u. Hals ſchwarz n. weiß
rotbes Halobaud: Meitchen fchmwärzlich mit
n Fleden; in Züteuropa, Aflen, Afrika;
Ifchruedend; F. perlatus, in China u. viele
Isslänber.
eoftno, Dorf in der römiſchen Delegation
wa; bier am 29. Auguft 1309 Nieberlage
* durch die vereinten Italiener unter
agrua.
—* ſo v. w. Gallomanie.
eomarken, |. Briejmarlen.
eomont (ſpr. Frankomongt), Marktflecken
ifſſement Berviers der belgiſchen Provinz
fabrilen.
a, 1) (m. Geogr.), ſ. u. Franken (Her⸗
3 2) (ipr. Frankoni'e), Städtiſcher Be⸗
9 Ramt (Post-township) in ber Oraf-
Bmmtgomery tes Staates Pennſylvanien
serie); 1300 Ew.
convilie (fpr. Frangkongwibl), Dorf im
ent Pontoife des feanzöfifchen Departe-
e-Dife, mit Landhäujern der Pariſer;
vſtbau; 1200 Ew.
Jahrbücher ter Ge⸗
worum annäles
€8 Kröntiichen Heiches, namentlich ter Xd-
eſben, u. umfafien tie Zeit der Karolinger.
islerr die Geſchichte bald ausführlicher wie
m, ob. enthalten nur kurze chronclegiiche
Ihre Namen haben fie theils von den
m ob. Entbeckern, theils von dem Orte
faffung der Aufpr*ng erhalten. Es
find folgende: Annales Juvavonaes maja-
res, gehen von 550— 975, find aber nur bie 83
auf und gelommen ; fie enthalten kurze Angaben über
das Fränfifcge Reich, bei. in Beziehung auf Baiern;
ihren Ramen baben fie von der Statt Juvapınız
burg). wo fie, nach Berk, gelchrieben worden
nd ; berausgeg. von J. G. von Echart als: Annales
breves el paschali in codice saeculi IX. ad-
scripti. A.Juvavensesminores,742—B14,
heransgeg. von I. G. von Echhart unter dem Titel:
A, breves anno 816 conscriptietc. A. Salis-
burgenses, 499— 1049, beziehen ſich meift anf
bie Erzbifpdfe von Salzburg, herausgegeben von
Berg. A.St. Emmerammi Ratisponen-
ses maiores, 748—823, im Kloſter zu St. Em⸗
meram gefunden, enthalten Angaben über Die Ge⸗
ſchichte der ſcänkiſchen Könige mit befonderer Be-
iehung anf Baiern; berausgeg. von Mabillon u. von
Bert, Die A. St. Emmerammi minorses,
1752 — 1052, berichten über bie DBifchäfe von Re⸗
genebnrg u. bie ÄAbte von St. Emmeram. A.an-
tiquiFuldensen, 753—822, haben ihren Ra-
men baber, weil die Äbte von Zulta barin mit anfe
geführt werden; heransgeg. von Perg. A. bre-
ves Fuldenses, 651— 838; auch in ihnen wer-
ben neben ben fränkiichen Königen bie Äbte von
Dein aufgezählt; herausgeg. von Jac. Grimm nm.
erg. Annslium Xuntensium appen-
dix, 816—835, fliehen nur infofern in Bar ung
zu den A. Xantenses, als fie fi mit biefen in einem
u. demſelben Codex befinden; herausgeg. von Berk.
A. St. Maximıni Trevirenses, 709 bi:
997, enthalten auch Angaben über das Kofler St.
Maximin u. deſſen Abte; heraußgeg. von Wärbt-
wein u. von Perg. A.Colonienses brevis-
sımi, 8614 — 870, erfireden fi bef. mit anf
die Bifchöfe von Köln; berausgegeten von Eck⸗
bart, dann von Berk. A. Colonienses, 776
bis 1028, erwähnen auch Kölner Erzbifchäfe; eis
Theil ift berausgeg. in Harzheim Ustalogus co-
dicum manuscriptorum Coloniensis; Berk hat
fie faft ganz etirt. Chronicon Ayuitani-
eum, 830— 1025, heran@geg. von Labbe, Mare
tene (unter dem Titel: Breve chronicon Nor-
mannicum sive Britanricum). zuletzt von Berk.
A. Limovicenses, 867 — 1060, zu Limeges
verfaßt, beranägeg. von Berg. A. Laubacen-
ses, 657—926, beren einer Theil wahrſcheinlich
im Klofter Yobbes, der andere in Schwaben verfaßt
ift; beraudgeg. von Berg. A. St. Amandi,
637— 810, fo genannt von Bert, weil Heilige n.
Abte aus dem Klofter des St. Amantus darin vor⸗
kommen; berausgeg. von du Chesne unter bem Ti⸗
tel: Chronicon breve etc., von Boucquet, zu⸗
let von Bert. A. St. Amandi breves, 742
bie 555, berausgeg. von Perg, ber fie fo nannte,
weil ter Cortex vorzüglich eine Lebensbeichreitung
des St. Amandus enthält. A. brevissimi eo-
dieisSangallensis Nr. 459 saeculiIX,,
8614 — 961, beransgeg. von Perg, A. brevis-
simi codici Sangallensi Nr. 250 ad-
scripti, 768 — 889, berausgeg. von Perg. A.
Sangallenses Baluzii, 691 — 814, ber-
ausgegeb. von Balnzind unter bem Titel: Chro-
nicon breviessimum monasterii St. Galli,
dann von Boncquet, Manſi u. Bert. A. San-
pallenacs breves ex codice saeculi
X, Nr. 732 signato, 708—816, berausgeg.
64 Irangaram anneles bis Jranucneei
von J. von Arx u. Berg. A. Weingartenses,
7092- 936, herausgeg. von Mabillon, Heß (als A.
Augienses) u. Pert. A. Augienses, 709—954,
herausgeg. von Baluzius, Maut Bert. A. Lug-
dunenses, 769—841, erwähnen auch bie Erz-
Kilihöfe von Lyon, herausgeg. von Mabillon u.
erg. A. Weissemburgenses, 763—8186,
eraudgeg. von Bert. A. Alamannici, 708—
926, fo von Perk genannt, weit fie ALL in Codices
dreier ſchwäbiſcher Klöfter, bes zu Murbach, Rei⸗
enau u. &t. Gallen, efnben; heraudgeg. von bu
besne al8 Chronicon breve in Monasterio St.
Galli scriptum etc., dann von Boucquet, Pater
5. Zaccharia, Uffermanı (al8 Gesta Franco-
rum Excerpta) u. Perg. A. Sangallenses
maiores, genannt Hepidani, 709--1056, mehr
ſ. u. Sepiban. A, Wirziburgenses, 687—
1101, jo genannt, weil fie ſich beſ. auf Wiürz-
— —*8* herausgegeb. von Pertz. A. St.
ColumbaeSenonenses, 708—1218, fo ge
nannt, weil fie ſich über die Geſchichte des Klofters
ber Sta. Columba u. deſſen Abte verbreiten; her⸗
ausgeg. von Martene, Durand, Pertz. A, Ti-
lianı, 708—807, aus einem alten Coder bes Jo⸗
bannes Tilius (Tillet), herausgeg. von bu Chesue
(al A. Francorum auctioren). Boucquet, Perg.
A. Petaviani, 607—799, ber Name von einem
Sober bes Petavins, herausgeg. von Pithdus, du
Chesne (unter. dem Titel: A. alũ Francorum etec.),
Labbe u. Pertz. A. Guelferbytani, 74—
623, herausgeg. von Perk. A. Nazarianı,
108-790, vom Klofter. des St. Nazarius am Rhein
jo genannt; beraußgeg. von Sagittarius, Schannat
(unter dem Titel: Fragmentum veterum an-
nalium de seditione Thuringorum), fsreber,
du Chesne, Struwe, Boucquet u. Perk. A. Lau-
reshamenses, 704—803, weil fie wahrſchein⸗
lich im Klofter Lorſch verfaßt find; herausg. von
Uſſermanu u. Berg. Fragmentum anna-
lium ab anno 769 uque ad annum 806, her⸗
ausgeg. von bu Chesne, Bouçquet u. zum Theil von
Bert. A. Laurissenses minores, 7I4—
817, herausgeg. von Lambecius, Kollarius, Mura-
‚tori, Boucquet, Gerber, Durbeim u. Pertz; ber
wichtigſte Theil ift im Kloſter Fulda gefchrieben.
A. Laurissenses, 712—814, "biehen früher
A.Loiselliani (von Loiſellius, Befitzer des Co-
ber) od. A. plebeji, wegen ihrer fohlechten
Screibmeile; Te ſtammen wahrjcheinlich aus dem
‚Klofter Lori; heransgeg. bis 739 non Cauiſius u.
‚Basnage, ganz von du Chesne (unter dem Titel:
A.rerumFrancorun, quaea Pıppino et Carolo
M. regibus gestae sunt ab anno 712— 514), zu-
let von Bert. Einhardiannales, 741—
829, die berühniteflen unter allen, haben ihren Was
men von bem Berfaffer Einharb od. Eginhard (f.b.),
zuerft herausgeg. als Vita et. gesta Caroli Magni,
‚mit Eginhards Vita Caroli Imperatoris, Köln
1521; von Reuber, Frkf. 1554, Fol.; im 2. Bd.
bon Frehers Corpus Francorum historiae, Hanau
1613; im 2. ®b. von bu Chesnes Historia Franc,
‚script. coaet., Par. 1636; in Leudfelds Scripto-
resrerum Germanicarum, fıff. 1707 ; von Joan⸗
nis, ebb. 1720 (in ber 3. Ausg. der Reuberjchen
Sammlung); in Boucquets Recueil, Bar. 1744,
Fol.; im T. Bd. von Bert Monumenta Germa-
nicae historiae scriptorum. Podtae Saxo-
‚ warme Einpfintung aus.
N a ——— —*
det der Sachſenkrieg; herausgegeh. v
Reinecci, du Chesne, — Bert
670 -812, genannt vom Kloſter Ark;
doe, wo ein Codex geſchrieben worbe
gegeben von Martene, Boucquete
von Berg. A. Moissscenses,
fprung ter Franken bis 818, vom
fo genannt; berausgeg. von bu Ches
Fitel: Excerpts chronici veter
regni Francorum usque ad annu
Boucquet u. Bert. A. Mettense
berangeg, von bu Chesne, Boucqnel
ertiniani, 741—882, genannt
tinus, in beffen Klofter Sittin ſich ei
herausgeg. von du Chesne, rateı
et. A. Vedastini, 874 (877
Iofter des St. Vedaſtus in Arrae
geſchrieben, wichtig für bie Geſchid
manncnreich® in Sranfreih u. den
beraußgegeben von Boucquet ı Pe
bienses, 900— 952, von einem
Kloſters Lobbes geſchrieben; herausg
ulebit als Annalium Lobentium
hronicon de gestis Norn
in Francia, 833 — 895, heran
du Chesne, Boucquet u. Berk. ]
chronicon, 1—967, f. u. Reg
tenses, 640—873, deren 2 Ta
ih ein Mönch aus dem Kloſter bei
zu Zanten geichrieben hat; beraudge
A.FrancorumFuldenses, 64
Eginhards Annalen tie berühniteſte
mehreren Verfaſſern gefchrieben u. w
geſchieden in: a) Annalium Fulden
650—838, auctore Enhardo, ans!
lehnt; b) Pars II., 838— 863, auctoı
Rudolf von Fulda, ftarb 865; e) Par
852, von ungemiffen Verfaſſer, ber
u. befte Theil; dy ParsIV., SS2—881
einem Unbelannten; e) A. F. Pars \
deren Berfaffer ein Baier gemefen fei
merlenswertheften Ausgaben find: won
1588; in Frehers Rer. Germ. scrip!
von du Chesne, Hist. Franc. ; von fei
1707; von Struve, Strasb. 1717; r
Mail. 1723, 1724; in Chrifts Noct
spec. III., IV., Halle 1728 ; von Be
Bert. Petri Bibliothecarı
Francorum abbreviata, il
Berfaffer ift wahrſcheinlich Petrus 7
bliotbelar von Deontecaffino, der i
lebte; herausgeg. von Du Chesne, Berl
Vrancofpejen, bein Abſchluß ei
ben ‘Preis ter Waaren od. Mechiel I
alle Unkoſten, als Provifion, Kour!
porte, mit einbegriffen find.
Franc quartier (Her.), 1. u. Eh
Franeucei (pr. Frankuiſchi), 3
nanıt Da Imola, geb. un 1494 in
rienmaler, bildete fih in ber Schule
cia u. fpäter unter Mariotto Albertin:
lebte größtentbeild in Boloana u
lüchlichſten Nachahmer Rafacls: e
eine Gemälde zeichnen fich durch ei
würtevolle Schönheit Der Figuren
Die meifte
nis annales de gestis Caroli Magni | pfungen bewahrt bie Pinakothet in Be
Franculin bie Frank
rt, ein Mltargemäfbe, tie Jungfrau |
außertem findet fi von ihm tm
m eine Maris mit tem Kinbe, im
tut eine Maria von Wollen getra-
ihes Sujet in ber Münchener Pi⸗
itterer Extractioftoff aus ber Rinde
frangula, iſt in Waſſer u. Allobol
mmenfetung bes %. ift unbekannt.
udum, fo v. w. Chrenichn.
tabt im Bezirk Yeumarben ber nie-
ovinz Friesland, an dent Kanale
nad) Groͤningen; 5550 Em.; bie
1585 geflifteten u. von Napoleon I.
—* beſitzt ein künſtliches
e, in ben Jahren 1774 bis 1781
a ausgedacht; Schiffswerfte, Ge⸗
. fe 1191 erbaut worden ſein;
bie Bürger die ſpaniſche Behörde
» 1579 mit ben vereinigten Nieber-
) (Iagbw.), fo v. w. Scherzen; 2)
en fo v. w. Kniee.
(fpr. Frandſchipani), römiſche Fa⸗
nt von einer Brodvertbeilung bei
th; erregte mehrmals im 11. u.
h Kampf mit den Leoni Unruben
mächtig bis zur Erhebung der Cor
ein Zweig davon kam nad Kroatien.
) Srescentio, Kouful in Rem,
die Souveränetät des römiſchen
ie Anmaßungen des Papftes Jos
Pietro, in ber Mitte des 13.
r ber gbibellinifchen Partei in Rom.
, verrietb Konratin 1268 nach fei-
bei Tagliacozzo an Karl von Att-
o, war Großinguifitor u. Cardi⸗
Dſtia u. Belletri, ex trug bef. zur
Kämpfe ter politiihen Parteien u.
‚en Ausföhnung derſelben bei u. fi.
e Familie der $. in Kroatien, welche
m König Bela II. ven Ungarn ge
mit Fiume belehnt wurde, gehört:
selder 1390 unter Sigismund zum
tien, Dalmatien n. Slavonien be-
Franz F. Graf v. Szlun, zeich⸗
fentriege ausu. fi. 1572. 7) Franz
raf von F., empörte fi) mit feinem
ı Grafen Zriny, gegen Kaiſer Leo⸗
upt der Rebellion von 1667, wurde
71 in Neuftatt hingerichtet; feine
eingezogen u. feine Familie des
v. fr., fpr. Frangſchiren), mit Fran⸗
Sao, 54. Klaffe Les Endlicherſchen
‚ mit freiem cd. mit Dem Fruchtkno⸗
m Kelche, Blumenblätteri von ber
lãtter, frei od. unten mit einander
ten febleub; Staubgeiäße von der
enblätter, felten mehr, Fruchtluoten
ier» bis vieliächerig od. durch Bere
Heidemänte einfücherig, tie Fächer
fekten vieleiig, Frucht eine Kap:el,
inerucht; Der Keimliug im Eiweiß
fe Klaſſe beſteht aus Der Familie Per
Staplıylaceae, Celastrineae,
ere, Ilicineae u. Rhainnene,
ifon. 4. Aufl. VL
— — — — — — —
465
rauf, 1) Sebafian, geb. um 1500 in Dos
nanmörth (daher er ih 8.5. von Wärb od. von
Wert nennt), verheirathete fi 1528 in Nürnberg
mit Ottilie Behaim, war Anfangs ein Anhänger
Luthers (welcher auch zu feiner Überfegung der Be⸗
Ihreibung ter Türkei aus der Hand eines Sieben.
Efirgen, 1530, eine Vorrede ſchrieb), bald aber gab
er fih pantheiſtiſchen u. ibealiftiihen Anfichten hin,
verließ Nürnberg u. ging 1531 nach Strasburg,
wo er zwar an Zell einen Gönner, aber au Butzer
einen Gegner fand; 1532—33 Iebte er ala Seifen⸗
fieder in Eßlingen u. Geißlingen u. erbielt 1534
das Bürgerrecht in Ulm; bier fhrififtellerte ex m.
drudte auch feine Bücher ſelbſt; aber bald 30g er
ſich durch feine freifinnigen Schriften, namentlich
durch Die Paradoxa, Ungelegenheiten u. wegen feiner
Hinneigung zn Schwentfelb 1539 bie Bertreibung
aus Ulm zu; er zog nun unflät in Eübbeutfchland
umber u. ſtarb 1543 (1545) in Baſel als Buch⸗
druder, nachdem er noch erlebt hatte, daß fenie Lehre
auf Dem Convent zu Schmallalden, 1510, mit der
Schwenkfelds verurteilt worven war. Er iſt einer
ber beften deutſchen Broiaifer feiner Zeit; er fchr.:
Von oem gremwlichen Lafter ter Trunfenheit, Nuͤrnb.
1529, Pforb.1559;, Chronife, Zeitbuch u. Geſchicht⸗
bibel von aubegyn bis 1531, Strasb. 1531, Ulm
1535, $ol., fortgefett von einem Ungenannten bis
1551, 0.8. 1551, hollãndiſch Bolswart 1549 (viel⸗
leicht Die erfte Weltgefchichte in deutſcher Sprache) ;
Weltbuch, Spiegel u. Bildnis des ganzen Erdboden,
1534; Güldne Ar, n. Aufl. 1558; Germania, bon
des ganzen Teutichlande, aller teutichen Völler Here
formen 2c., 1539, Paraboya u. 280 Wunderreben,
1535; Sprüchmwörter, Schöne, Weife, Herrliche eig.
reten u. Hoffſprüch, Frif. 1541 u. ö. n. A. von B.
Quttenftein, ebd. 1531; überſetzte Erasmus Enco-
rium morine. Vgl. Wald, De vita etc. Franci,
Ertl. 1793; Cb. K. am Ende, Nachleje zu 5-6 Yeben
u. Schriften, Nürnd. 1796; Hermann Biſchof, Tüb.
1556 (Preisichrift). 2) Ealomon, geb. 1559 in
Weimar, ftarb daſelbſt 1725 al® Confiftorialiecretär ;
ein ſebr fruchtbarer Kirchenliebertichter; von ihm u. a.:
Ad Gott verlaß mich nicht ;.er ſchr.: Geiſtliche u. welt»
lihe Borfien, Jena 1711 u. 1716, 2 Thle. 8) Mel-
chior, geb. um 1560 in Zittau, flubirte in Rürn⸗
berg Muſik, wurte 1604 Kapellmeiſter bei Her⸗
309 Johann Cafimir von Sachſen⸗Koburg u. f.
1639 in Koburg; berühmter Tonkünſtler; er fchr.:
Geiſtliche Geſänge u. Dlelodien, Kob. 1608; Ikose-
tulum musicum; von ibm bie Dielobie: Jeru⸗
falen, bu bochgebaute Stadt. 4) Michael, geb.
1609 in Schleufingen in Sachlen, bejuchte erft
Die Schule jeiner Vaterſtadt, ergriff aber nad) dem
früiben Tode ſeines Vaters Das Bäckerhandwerk,
beſchäftigie ſich jedoch noch fort mit ben Wiſſfen⸗
an der Stadtſchule in Koburg, 1659 als Dichter
gekrönt u. von dem kaiſerlichen Pfalzgrafen Riſt in
ten Elbſchranenorden auigenommen; er ft. 1667
u. jchr.: Altes, ficheres u. in Sünden ſchlaſendes
Deutibland, Kob. 1651; Geiſtliches Harjenipiel,
ecd. 1657 ; Geiſtlicher Yieder ei ftea Zwölf, ebd. 1662.
Auc feine beiden Brüder 3) Zebaftiun, geb. 1606
in Schleuſingen, ft. 1665 ale Dialenus in Sıh weine
furt, u. 6) ge ter, geb. 1616, gift. 167» als Plar⸗
zer is Sleufjen im Koburgiichen, haben geinide
20
466
Lieber gebichtet. 7) Johann, geb. 1618 in Guben
in der Nieberlaufig, ftudirte ſeit 1637 in Königs-
berg die Rechte, wo Sim. Dach großen Einfluß auf
ihn ausübte, wurde dann Rechtsanwalt in feiner
Baterfiabt, 1648 Ratbeberr, 1661 Bilrgermeifter
daſelbſt u. 1670 Landesälteſter der Markgrafichaft
Niederlaufitz u. ft. 18. Juni 1677. F. ift nach Paul
Gerhard ver ausgezeichnetfte Kirchenlieberbichter;won
ihm iſt u.a.: Schmüde dich o liebe Seele ; Herr ich babe
mißgebanbelt; er fhr.: Deutiche Gedichle, beftebend
im geiftlihen Sion od. neuen geiftlichen Liedern u.
Bfalmen, wie auch irbifcher Helikon ꝛc., Guben
1674, 2 Bde. ; feine geiftlichen Lieber bef. herausgeg.
von $. L. Pafig, Grimma 1816. 8) Joh. Georg,
geb. 1705 zu Zennftäbt in Thüringen; ft. 1784
als Superintentent zu Hobenftäbt im Hürftentyum
Kalenberg; er fhr.: Novum systema chronolo-
giae fundumentalis, ©ött. 1778, Fol. Praelu-
sio chronologiae fund., ebb. 1774, u.a. m. 9)
Jakob, Baron %., geb. 1712 in Polen, jüdiſcher
Schmwärmer u. Kabbafıft, hielt fich für eine neue In⸗
Carnation bes Meſfias ır. verband äußerlich Die Rö⸗
miſch⸗katholiſche Religion mit dem Judenthum. Er
kam 1750 aus dem Orient zurüd, ſiedelte fich in Po⸗
dolien an, ftiftete die Secte der Sohariten od.
Eontra-Zalmupdiften, nahihm auch Brankiften
enannt, wurde von den Rabbinern verfolgt u. al®
Serfehrer verklagt; dann aus feiner mebrjährigen
Haft auf ber Feftung Ezenftochau Durch die Ruſſen bei
ihrem Einfall in Polen entlaffen, ging er nach Wien,
wo er einen fürfilichen Aufwand machte, von da weg⸗
gewiefen, nah Brünn n. enblich 1788 nach Offenbach,
wo er auf einem, dem Grafen von Ifenburg gehören-
ben Schloß refidirte. Hier hatte er öfter gegen 1000
Berfonen aus Bolen um fid, unter denen er bie
ſtrengſte Sittenzucht bielt. Als aber fiir deren Er-
nährung u. die Pracht feines Hofftaates bie Geld»
quellen nicht mehr zureichten, wurbe das Vermögen
vieler Juden ı1. Ehriften Durch feine n. ihre fühnen
Hoffnungen auf feine Perſon verfchlungen, u. ob»
gleich er für unflerblich gebaften wurte, ftarb er doch
anı 10. Dec. 1791. Er wurde unter einem Geleite von
mehr denn 800 der Seinigen, Die fein Wieberaufleben
eriwarteten, begraben. Nach feinem Tore brach ber
förmliche Concurs aus. Er hinterließ 2 Söhne u. 1
Pflegetochter. Seine Eecte ift in Polen noch vorhan-
den; i. B. Beer, Geſchichte der jüdiſchen Secten, ı.
von Meyer, Blätter für höhere Wahrheit II, 381 ff.,
VII, 306. 10) 305. Peter, geb. 1745 zu Rotalben
in der Herrſchaft Grävenftein; wurde 1769 Hof« n.
Sarnifonsarzt in Raftabt, 1772 Peibarzt in Bruch-
fal, 1784 Profefior ber Klinik in Göttingen u.
1785 Profejjor ber Mebicin in Pavia, 1756 Pro⸗
tophyſikus u. Generalbirector des Sanitätsweſens
der Lombardei u. 1788 Gubernialrath, 1795 nach
Wien berufen, um das Militärſanitätsweſen zu re—
guliren, zugleich kaiſerlicher Hofrath u. General⸗
Director bes Civilhoſpitals in Wien; 1804 Pro»
feſſor Der Klinik in Wilna, Später Staatsrath, 309
fih mit einer Penfion nach Freiburg im Breiegan
zurück; 1811 ging er wieder nach Wien ır. ft. bier
1321; er ſchr.: Syſtem einer medicinischen Polizei,
Manh. 1779—1819, 6 Bre., u. Suppl. 1812—27,
3 Bde. Epitome de enrandis hominum morbis,
ebr. 1792— 1521, 6 Thle. (unvollendet), deutſch ebd.
1799) — 1811, 3. Ausg. ebd. 1839, Berl. 1840 ff.;
einen 7. Tbeil der Epitome bat Eyerel, Wien 1621
beigefügt; feine Opurcula gab fein Schu %. 13),
welches F. mit Hül
Frank
Wien 1824, heraus; Selbſibiograph
11) Michael Sigismund, geb. 1
berg, erlernte bie Porzellanmalerei
terftabt u. war von Ingend auf eifı
verlorene Kunft der Glasmalerei ı
beden. Erſt 1804 gelang es ihn
Glas in ähnlicher Weile, wie bie
ftellen, u. von dem Kammerpräfiben!
fenberg unterſtützt, führte er für bi
von Wappen in Glas aus, weld
des Schloffes Greifenflain zu ſchm
waren. Durd das 1808 auf Glas
wappen ber Witteldbacher erwarb €
bes Könige Mar I., wodurch er
gefett wurde, feine Erfindung ing
ftabe auszubeuten u. zu vervollflomn
er feit 1814 auf dem Schloffe bes 8
ftein gearbeitet hatte, folgte er ei
Minden, wo er an ber Königlid
manufactur eine Anfellung erbieli
größeren Fortichritte %-8 bemogen t
wig 1827 eine eigene Anftalt tür €
Münden, in melder F. tie technifch
nahm, zu gründen." Von ber Gründ
ftalt Datirt der Aufihwung, ben nı
erfiantene Kunſt Ale 08 erfle
e tuchtiger Ma
brachte, waren bie nenen Fenſter im
ensburg. Nachdem er ilingere Kll
ibung feiner Kunft befähigt hatte, tı
ber Anftalt zurüd u. fl. 1847 in!
Dtbmar, geb. 1770 in Bamberg;
nebictiner feit 1795 in Banz Bhilo
Mathematit u. Theologie, wurde
eines Neffen des Fürſtbiſchofs Ehrifl
Bufed, 1802 Profefior ber Rhilo
Univerfität u. 1803 am Lyceum in !
vatifirte 1805 bis 1817 ın Nürnhı
Paris u. Londen, wurde 1817 Alade
chen, 1821 Profeſſor Der Perſiſche
Sprachen in Würzburg u. 1826 da
chen u. ft. 1840 in Wien; er ſchr.:
Drient, 1801, 1. Thl.; De Persi
genio, 1810; Berfien u. Chili, als
ihen Erdbreite 2c., 1813; QVemerh
orientalifchen Handſchriften in ber
München, Diituch. 1814; Fragmente
dynamiſcher Spradergeugung, 1815
thia sanser., Münch. 1820—24, 2
phie ber Binbu, ebd. 1835; Über tus
vakarman 2c., ebd. 1835; gab heru
nam schostratshuk, ebd. 1823, u
über Philoſophie, Motbelogie, Titera
ber Hindu, ebd. 1326, 4 Hefte. 13) 2
5. 10), geb. 1771 in Raſtadt: wurde
u. Gebülfe in der mebicinijch-Rinif
Pavia, 1796 Primärarzt Des allgem
in Wien, 1804 Profeſſor Der Ratbe
u. 1805 Profelfer der mediciniſchen
nit; nabm 1824 jeinen Abfchied u
Wien, am Comerfee n.in Dresten, &
Shieftaat u. fl. 17. Dec. 1842 int
jrilber ein tbädger Förderer Dee Are
ichr.: Ratio instituti eliniei tie:
1797 (deutſch von F. Schäſſer, er.
terung der Brownijchen Arzneilebre
gungstheorie, 2. Aufl. Rotbeubura
1608; Grundriß der Pathologie ma
Sr: 8 Franken (Geſch) L (bie Ah -
ngstheerie, Wien 1903; Acta instituti
ss. universitatis Vilnensis, £p}. 1808
Praecepta praxeos med,, ebd. 1317—
ud de Ar rear eb. in Lauter⸗
ee Arzt des Prinzen von Khenenhüller in
1759 öffentlicher Arzt am großen Spital
eim Ginrüden der fraugöfiichen Armee
folgte,er dem Bringen nah Slorenz u.
ach Ägypten, um die bartigen Kranl⸗
udiren. Nach der Einnahme von Kairo
5 — ber Armee tes Orients u. blieb bei
Militäripital in Kairo angeftellt. Nach
Hiffung ber franzöfiihen Armee blieb er
Zeit in Wieyandrien, kam dann nad) Par
u. ging 1802 auf ein Jahr nach Tunis;
e er Arzt des Militärfpitale in Alegane
eber erfter Arzt von Ali Paſcha von Ja⸗
e 6 Zabre lang blieb. Run belam er von
lichen Regierung die Stelle eines Ober-
orfu, die er aber 1814 verlor, worauf er
in von Barma ale Leibarzt eine An⸗
t; er fchr.: Mémoire sur le com-
B negres au Caire et les maladies,
w ils sont exposes en y arrivant,
ts Collection d’opuscules de medec.
‚ehe. 1800 (deutſch 1617); De peste,
B et ophthalmia aegyptiaca, Wien
ich ven Rincocini, Brünn 1817).
fen, nenn .” 2) die heraltiiche
[, Bogel, fo v. w. Fraucolin.
„Zacharias, geb. 1801 in Prag, ſtu⸗
ve Theologie, wurde 1631 Rabbiner des
Kreifes in Böhmen u. Ortsrabbiner
wo er fich bei beftrebte, ben Kultus fei-
asgenoffen zu heben u. religids-mora-
ı under Denfeisen ju verbreiten, u. vor
es religidien Jugentunterrichte annahm.
836 Oberrabbiner für Dresden u. Leip-
jer erfiern Stabt durch ihn feit 1837 ter
Yuagoge zu Stande lam, u. 1555 Ober»
Director des jüdiſch⸗theologiſchen Se⸗
Breslau. In Folge feiner Schrift: Die
ig Der Zuben in theologiſcher u. hiſtori⸗
ung (Berl. 1840, 2. Aufl. Dresp. 1547),
bern Lanttage 1840 fir Sachſen ein
8 für bie Gibesleijtung der Juden ein⸗
»ſchr. noch: Vorſtudien zu der Septua-
1841; Der gerichtliche Beweis nach mo⸗
diſchei Rechte, ein Beitrag zur Kennt»
faifch-tafınntifhen Eriminal- u. Civil⸗
r{. 1846; liber ven Einfluß ber paläfti-
geje auf bie alegandriniiche Hermeneu⸗
51; gab auch 16544—46 bie Zeitſchrift
giõſen Interefien des Judentbums u.
52 Die Dionatsfchrift für Geſchichte u.
des Judenthumd heraus.
(d. ĩ. die Kräftigen, Nannhaften, Freien),
ſame Name miehrerer deutſchen Vollo⸗
Niederrhein, von den Alemannen abwärts
idung des Rheins, vorn denen die Sigani⸗
rächſt den Alemannen die Chatien Pie
u. bominirenten Völlerſchafien waren.
» Beriode der Fräaͤnkiſchen Se.
o zur Stiftung der großen Frän—
onarchie 511. Wach wren Sitzen un«
n: Nieder⸗ u. Ober⸗ od. Öftfran»
467
ten. A) Niederfranken, an bem Oflsfer bes
Rheins, von ber Lippe bis eine Strecke an ber
Dfiel hinab, ald deren Hauptuöller bie Chamaven
u. Galier genannt werben. Die letzteren (Sali⸗
ſchen F., nach Einigen Bewohner des übergebeuen,
ertoorbenen Landes, nach Auderen Bewohner des
Sallandes an ber niederländiſchen Yſſe) find bie
alten Sigambrer. Ihre Sie waren üblich von bes
nen der Chauaven, die int Norden an bie riefen, im
Oſten an die Sachen fließen, m. ihr eigentlicher Name
wird feit Anfang bes 5. Jahrh. nicht mehr erwähnt.
Zur Zeit ale bie Römer ihr Reich bis an die Mün⸗
dungen bes Rheins ausgedehnt hatten, traten bie
Salier als bartmädige Feinde derſelben auf. Gie
thaten den Römern nicht nur Schaten durch Ein⸗
fälle zu Lande, ſondern auch zur See, u. nuter Kai⸗
fer Brobus (regierte 276 — 282) kamen fräntifche
Seeräuber fogar bis ins Mittelmeer. Als die Me
mer nun den Menapier Caraufius zum Schutz gegem
die %. aufboten, verließ diefer die Sache der Römer,
u. während er ſelbſt Britannien nabm, beſetzten bie
F. unter feiner Begänftigung feit 287 Batavia u.
das Land bie an bie Schelbe. Dauials wird Ater
ale ihr König genannt. 293—306 entriß ihnen ber
Kaiſer Conſtantius das genummtene Land twieber
u. verpflanzte einen Theil der Bewohner in römie
ſches Gebiet. In der Folgezeit aber mıachten fie wie»
ber fo bedeutende Kortichritte gegen Weſten, daß fie
unter Katjer Yulianus nicht nur wieder über Ba⸗
tavien, fondern auch Über das Land im Weſten der
Maas ausgebreitet waren. Bon Parie aus fhidte
Julianus 357 den Severus gegen fie, welcher
aber nichte gegen fie auerichtete. Doch hielten
fie fih von nun an lange ruhig, wenigſtens un«
ternabmen fie nichte gegen bie Römer, in berem
Heeren fie fegar ale Hülfstruppen dienten. Erf
zu Anfang des 5. Jahrhunderts begannen fie ihre
Streifzüge wieder gegen Weften, zu benen fie fich
mit ten B) Oberfranken verbanden. Zu diefen
ebören die Shatten, Ampfivarier, Bructerer, fie
tten ihre Sie füdöftlich von ben Miederfranten,
norbwärts vom Main u. fließen im Rorben en
bie Sheruffer. Den Namen F. nahnıen fie Ipäter
an ale die Rieberfranten, zuerft bie Chatten (früher
unter den Sueven genannt) u. bie Ampfivarıer, m.
beunruhigten ges jenen burch wieberbolte Einfälle
das römiſche Gallien. Kaifer Aurelianus ſchlug fie;
unter Gallienus flreiften fie bie Spanien n. ilber
das Meer binliber nach Afrila. Im 4. Jahrh. waren
Die Könige Aſlarich u. Merogaid (wahrſcheinlich au
ten Oberfranken gehörig) unglildlich gegen bie Rö⸗
mer, Doc gelang ed ihnen jpäter die römiſchen
Städte anı Rhein, u. a. auch Köln, einzunehmen,
ausderen Befit fie aber Kaifer Julianus wieber ver⸗
trieb. Zu Ende des 4. Jahrh. werden genannt bie
Arankenlönige Mellobaudes, bei. aber Genobaudes,
Marcomer u. Sunno, melde auf dem Oſtufer des
Rheins gegen bie Römer kriegten; Arbogaſt z0g gegen
fie, Marcomer murbe gejangen u. nad Etrurien
ins Eril geführt, Sunno wurde, da er bes Genoflen
Niederlage rächen wollte, von ten Seinigen ermur«-
vet. Während tie Sulifhen %. in ihren Sitzen
tlieben, wurden tie Oberfranten von Julianus
wieder iiber ten Rhein gebrängt. Erft im 5. Jahrh.
behielten jie feſten Fuß auch auf dem Iinfen Ufer bes
Rbeins, nachdem fie Mainz, Trier u. Köln zu vers
ſchiedenen Malen geplündert (Trier 418440 4mal)
batten, Seitdem filbren bie 8. am linten Rhein-
30
ufer ben Ramen Ripmarier (NRipuariſche F.
Uferbewoßner). Um dieſe Zeit verſchwindet auch
ber Name ber Chatten, welche bie Grenzen ihrer
Wohnſitze nah Süden bis an den Nedar erwei⸗
terten u. num ale F., fpäter ale Heſſen bezeich-
net werben. Nach der Niederlage Attila® beſetzten
die Oberfranken auch das Lanb an ber Mofel, wo
früher Burgunder wohnten. Der größte Theil ber
hattifchen F. blieb biefleit bes Rheine, zwiſchen
Sachſen, Ripuariern, Alemannen u. den Üeftflamwen
vom Thale der Sieg u. der Diemel bis an bie
Murg, bie Ems u, ben Main bis in feine obern
Thäler an den Quellen ver Rednitz u. Werra (O ſt⸗
fränkiſcheGaue). Das Hauptvollwaren die Sali-
ſchen F. Unter ihrem (fabelhaften) Könige Phara-
monb waren fie unglüdlich, u. Aetius trieb fie wieber
zurüd. Defto glüdlicher waren fie unter Chlodio.
Diefer refidirte in Diapargum, welches die F. von
den Römern erobert hatten, fiel nach einem 430
glücklich ausgeführten ae um 437 (444) in Hen⸗
negau u. Artoie ein, fchlug bie Römer m. eroberte
Sambrai, Tournai u. Amiens, wo er nım feinen
Sik — u. von wo aus er alles Land bis an
die Somme einnahm. Um 445 überſchritt er dieſen
Fluß, wurde aber von Artius geſchlagen u. ſt. 448.
Nach ihm herrſchte über die F. Merowig (Mero⸗
veus) 448—478, nach welchem bie 1. Dynaſtie der
fränkiſchen Aßnige Merowinger genannt iſt. Auf
Merowig folgte 458 deſſen Sohn Childerich I.
Degen feiner Willkürherrſchaft u. feiner Aus
fehweifungen vertrieben, floh er zu dem Thürin⸗
gertönige Baflnns u. entführte defien Gemahlin
afina. Nach Sjähriger Verbannung wurbe er 466
zurüdgerufen. Er drang 477 — 481 nah We⸗
ſten gegen Orleans vor, machte dann ein Bünd⸗
niß mit ben Römern gegen die Wefgothen u. ge-
warn Anjou durch Odoalers Beiſtand, dem er da⸗
für bie Alemannen ımterwerfen half. Er batte fo
bag Reich ber F. bis an bie Loire u. Schelde aus⸗
gebehnt, feine Reſidenz war Tournai; er fl. 481, u.
ihm folgte Chlodwig I. der Große, jein u. der
Baſina Sohn. Diefer zog 486 mit feinen Vettern,
Rachnachar, König von Kambrai, u. Cararich,
gegen ben Römer Syagrius, ſchlug denſelben bei
oiffons u. machte dem Reſte Der römiſchen
Herrſchaft in Gallien ein Enbe Darauf
unterjochte Chlodwig die Tungern, ſchlug die Ale-
mannen, welche feinen Vetter Sigbert, den König
der Ripuarier, befriegten, 496 bei Tolpiacum
(Zülpich) u. zwang fie fih zu unterwerfen. Faſt
en fo bedeutungsvoll für bie Erweiterung ber frän-
kiſchen Herricaft war die Annahme des Chri-
ftentbun, zu welcher fih Chlodwig einem in ber
Schlacht getbanen Gelübde zufolge u. auf Bitten
feiner Gemahlin Ehlotilbe nach dem Siege ver-
Band. Diefer Vorgang erleichterte Die Verſchmel⸗
zuug der bereits zum Chriftenthum libergegangenen
Böllerfchaften, wie der Armoriler, von denen zuerft
die F. zurüdgetrieben worden waren, u. ber in
Gallien zerftrenten Römer in dem Franfenreich.
Nah einem Kampfe gegen Gunbobald von Bur⸗
gund, auf zranlaffung bon beffen Bruber Go-
begiejel (f. Burgund [Gefch.]), fiel —— J.
ius Laud der Weſtgothen ein, ſchlug deren König
Alarich in der Schlacht bei Poitiers u. eroberte
das Weftgothifche Reich bis an bie Byrenden,
mit Ausnahme won Languedoc. 508 unterwarf er
fd vollende Angouleme u. Tonloufe u. wer nun
Franken (Geſch) IL. (444-508) IL (A. SE.:548)
— F —
puari .‚ ließ er 509 m
hielten die Ripuarier ihre Berfefug
(Lex Ripuariorum). Ihr Diſtriet
eigenes Derpogtgum Aipnarien (Di
Puariorum, agus R.) auf beiben '
beins von ben Arbenmen abwärts, auft
big über bie Rubr, auf bem Weftufer
Maas, mit der Hauptflabt Köln ıı bi
Bonn, Aachen, Zülpich, Jülich, Werl
Ruhr. Außerdem ließ Chodwig alle falifi
umbringen, wie Cararich, —22 u
u. begründete auf bieje Weiſe bie:
kiſche Monarchie. Zu biefer gehörte
lin mit Ausnahme von Burgund, be
(weiche die Oſtgothen behielten) u. einem
gangueboc (der den Weftgotben blieb).
I. Bis zum Sturze der Meron
Erhebung der Karolinger 752. A)
Begründungber Macht der Hantı
600. Nach der Bereinigung aller %. une
jchaft der Saliſchen F. wurde die g
liſchen Boölker in 2 Haupttheile 3
ſtraſier (Auſtro⸗, Oſtfranken, Fra
ee —* Austria Meere a
alle F. im Rheingebiete, im ie cu
wovon fpäter ber übliche Theil Franch
lis im engeren Sinne, der weftliche The
Rhenensis hieß (ſ. Franken, Here
Bb) Neuftrafier Reuftri, Weftfre
tan Neustria (Francie occidentalis
ferhalb des Rheingebietes, im Nordoſten
liegende Land der Salier. Nach Chiet
511 erfolgte Die Erfie Theilung des!
reiches unter feine 4 Söhne, i
titrlihen Sohn, u. Chlodontir, Chilbebe
tbar, Söhne von Chlotilde. a) Theode
hielt Auftrafien, u. zwar das Frauf
rechten Rheinufers, die Städte zwiſche
Maas, Rheims, Chalons fur Marn
u. in Aquitanien bie Städte Clermon
Cayors, Albiu. Uſez; er nahm feine Refidı
517 fielen die Normannen in Belgien eh
aber zurückgeſchlagen; 530 befiegte er He
Fürflen von Thüringen, 531 nahm erfein
Childebert Auvergne u. belagerte u. erebe
Schloß Meroliacum. Um dieſelbe Zeit
Munderich, der aus königlichem Hauſe 5
gab, die Krone ſtreitig, wurde aber g
umgebracht. Als Theoderich 543 farb,
feine Brüter Childebert u. Chlothar fet
ih zu reißen, aber fein Sohn Theste
hauptete bie Herrſchaft; er eroberte net
Gothen Alemannien (Schwaben) day
auch in Italien Eroberungen (Ligurien,
bie Cottifehen Alpen). Bevor er feiner '
Kaijer Juſtinian anzugreifen, zur Ausfüh
gen fonnte, fl. er 548 in Rheims. Ihm
Sohn Theodebald, der ebenfalls Ira
obern trachtete, aber deſſen Heer unter‘
Butilin von Narſes bei Gapııa wermicht
-.. Weankin (Geſch) IL (A. 545-885) ”
n —* riß Chlothar, ber jüngfie
;, an fid.
ir erbielt den größten Theil von
nämlih Orleans, Tours, Bour-
heil von Berry, Bourges, Nevers,
mais, zum Theil Anıcn, Maine,
Scogne zc., u. refitirte zu Orleans.
vereint mit feinen Brüdern Bur⸗
angegriffen hatte, fiel er 524 auf
je gegen ben König ter Burgunder,
e unmürbdigen Söhne ereilte Das
r ſelbſt einft feinem Bruder Chlor
ıtte, inbem biefer fie ermorbete u.
sem Bruder Chilbebert theilte.
rt, ber 3. Sohn Chlodwigs bes
Reuftrien, n. zwar Meaur, Paris,
8, u. das Fand bis and Meer, Lyon⸗
Rantes, Banned, Weftbretagne u.
yuitaniens, u. refibirte in Paris.
er Mutter Chlotilde, welche den
:8 Chilberich an dem Haufe ihre®
yaldb von Burgund rächen wollte,
ert 523 u. 524 mit feinen Brüdern
blotbar ben König Sigmund von
x Ermerbung der Söhne Chlodo⸗
:bert einen Schulbantheil u. theilte
er bie Beute. Nachdem Childebert
eſter Chlotilde an ihrem Gemahl,
Snig Aınalrich, blutig gerächt hatte,
sit Chlothar zu neuen Kriegeunter-
jwar zuerfl 534 gegen Burgund,
ndomar er gefangen nahm. Dar-
dad Königreih Burgund mit
ven Reihe. Dann unternahm er
d noch einen Zug gegen bie Gothen,
Saragoſſa geſchlagen, führte mit
gegen die Sachſen mit abwechſeln⸗
558. Sein Reich fiel, ta er kin⸗
Chlothar.
: (Xothar) I. erhielt bei der Thei⸗
1, Laon, St. Quentin, Amiens,
it ber Somme, zwiſchen der Maas
. einen Theil von Aquitanien mit
iſſons, brachte aber nach u. nad} das
Reich unter fein Scepter, das Land
urch, daß er deſſen Wiitwe heirathete,
mehrere Gemahlinnen hatte. Spä⸗
ihr geſchieden, behielt er doch das
be, welches ſich auch Über die Ale⸗
rn erfiredte. Die zum zweiten
gte Fränkiſche Monardie
ten von den Sachſen bedroht, ge⸗
thar eine blutige Schlacht verlor.
rde das Reich durch innere Unruhen
eigener Sohn Chramnus, welcher
ihrltebert, feinem Oheim, verbunden
t hatte, ftand an ter Spitze bes Auf⸗
ter feinen Sohn 560 bei St. Malo
ſſen ganzer Familie verbannt hatte,
ichdem Ghilperih, der eine Sohn
ucht hatte, das ganze Reich an ſich
‚von jeinen drei Stieſbrüdern mit
och vor, mit diefen zu tbeilen. Das
„daß Charibert ten nordweſtlichen
Hauptiſtadt Paris, Guntram ben
yeil mit Orleand, Chilperich das
‚eich Chlothars mit, Soiſſons u.
zxdoſtlichen Theil mit Rheims er⸗
4
hielt. Da Charibert ſchon 567 ſlarb, fo wurbe deſſen
Untheil wieder unter die Übrigen Brüder gerpeilt,
doch fo, daß tie Stadt Paris gemeinfames .
thum blieb.
‚ Bon biefer Zeit an zerfällt das Fränkiſche Mei
in brei Danptmaflen, von denen bie öſtliche
(Aufrafıien) ben Ländercompierg öſtlich von
ter Maas, ben Ardennen u. Bogefen; bie nord⸗
weftlihe, zu welcher ein großer Theil von Aquita-
mien gehörte (Nenftrien), ben nörblichen w. weſt⸗
lichen Theil Galliens von ben Sevennen bis zum
Meere; enbli die übliche (Burgundien) das
Stromgebiet ber Rhone umfaßte. Mit den Söhnen
Chlotharse begann ber Verfall des Reiches, indem
Zügellofigleit u. Schwäche bie Macht ver Herrſcher
untergruben, während Bruberfriege das Reich ver-
wüſteten. Am bedeutenden als Herrſcher war & ige
bert von Auſtraſien. Während biefer 567 gegen bie,
in feine thüringiichen Beflgungen eingefallenen Ava⸗
ren zu Felde zog, war fein Bruder Chilperich von
Soifone in fein Yand eingefallen n. hatte feine Re⸗
fibenz Rheims weggenommen. Zwar vertrieb er
Chilperich wieder u. die Avaren entfernte er 569
mit Gelb aus Thüringen, aber der Bruterfrieg
dauerte fort, bis Sigbert feinen Bruber mehrmals
gelchlagen hatte u. ihn entli in Tournai 575 bart
bebrängte. Chilperichs Gemahlin Fredegunde rete
tete bier ihren Gemahl durch Ermorbung Sigberts.
Der Sohn befielben war eine Zeit lang glüdlich,
wurde aber 575 durch feine Schmägerin Frede⸗
gunde bei Cambrai ermordet, f. unten. Chil de⸗
bert II. wurde als 5jähriger Knabe, nebfl ſeiner
Mutter Brunhilte, von Chilperich I. gefangen, von
Herzog Gundobald entführt n. unter dem Schutge
feines Oheims Guntram von Burgund (f. Bur⸗
gund Geſch.])), der ihn 577 an Sohnes Statt an-
nahm, zum Könige von Auftrafien ausgerufen. Auf
Childeberts Bitten erbielt auch Brunhilde bie
reiheit wieber u. übte feitbem eine große Gewalt
ber ihn aus. Seit 581 löſte fi das Bündniß
zwilgen Guntram u. Ebildebert II. auf, indem
Chilperich den Letzteren für fi) gemann, ihn, da
jeine Söhne geftorben waren, zum Erben einfeßte
u. bafür einen Theil des Auftrafifchen Reiches er⸗
bielt. Als aber Childebert II. Miene madıte, Chile
perichs Pläne gegen Guntram zu unterſtützen, zwang
ihn der Unmille des Bolles davon absufaflen u.
ſich gegen Chilperich zu wenden, welcher kurz dar⸗
auf, 584, auf der Jagd ermordet wurde. Guntram
nahm fich nun ohne Eigennutz auch der Regierung
des Neuſtraſiſchen Reiches an, da ſein Bruder nur
einen erſt 4 Monate alten Sohn, Chlothar IL,
hinterlaſſen hatte. Die dadurch zwiſchen Childe⸗
bert II., welcher den Tod ſeines Vaters an Frede⸗
gunde, der Wittwe Chilperiche, rächen wollte u.
zum mindeſten die von Letzterem in Beſitz genom⸗
menen Theile Auſtraſiens zurüdverlangte, u. Gun⸗
tram eingetretene Spannung, benudte ein von
herrſchſüchtigen Großen unterſtühter Betrüger, Gun⸗
dobald, welcher ſich für einen Sohn Chlothars I.
ausgab, um einen Aufftand in Burgundien zu er»
regen. Die drohende Gefahr nöthigte Guntram zur
Nachgiebigleit, er gab die auftraftichen Städte zu-
rüd u. ernannte Childebert zu feinem Erben. Gun-
bobald, von feinen Anhängern verlaffen, wurde 595
in Cominges gefangen u. hingerichtet. Wald barauj
batte Guntram eine neue Berfhiwörung ven Her⸗
zögen u. Grafen zu unterbrülden ; daun famıen Chil⸗
bebert u: Guntram 587, umı ihre Reihe wor
neren Unruben zu fichern, in Andelot überein, daß
FJranken (dei) IL (A. 593--612. -H.- 628-638)
von den fränfiicden Kuigen aber ern:
Berwaltuug ber Gaue übten; u. eublich di
der, weldger keine Söhne binterlaffe, von dem An⸗ welche wiederum bie obere Aufficht ibe
deren beerbt werden folle. Als nın Guntram 593 |
R, nahm Childebert von Burgunbien ‚ Rarb
aber wenige Jahre darauf, 596, feinen Söhnen
Theodebert II. Aufrafien, u. Theoderich IL,
Burguudien binterlafiend. Die Unmündigkeii bei»
ber veranlaßte Fredegunde zu einem Einfall in
Anftrafien; fie nahm mehrere Gtäbte, fl. aber
ion 597, worauf die Eroberungen wieber verloren
ngen. Dagegen rlidten nın die verbunbenen Au⸗
Frafier u. Burgunder in Neuftrien ein u. zwangen
Chlothar II., den fie 600 bei Dormeilles befiegten,
zur Abtretung feiner Länder bis anf 12 Gaue
zwiſchen Geine-Dife u. bem Meere. Dann 30
gen fle vereint gegen bie Baßlonen, wel
LU —— — ten, machten die⸗
elben 602 tri ichtig. Inzwi tte ſich Brun⸗
hilde, die Srofmutter der — von Auſtraſten
u. san, ber Regierung bes letzteren Reiche
bemädtigt, nachdem fie aus erfterem hatte fliehen
möäfjen, u. herrſchte mit Hülfe angefehener Haus-
meier, währenb ihr Sohn ſich ben zlgellofeften
Unsichweifungen ergab. Dielen veranlaßte fie gegen
feinen Bruber einen Krieg zu
r 610 friedli
eodebert ſich Befi einiger burgnudiſchen
Landſchaften geſetzt hatte, die er beranszugeben fich
weigerte, wieber losobrach. Run jammelte Theode-
beginnen, wel
ih ein großes Heer, A in Auftraften ein, nachdem
er bie Neutralität Chlothars II. mit Abtretung
eines Laudſtrichs erfauft hatte, u. fehlug feinen
Bruder erſt bei Toul, dann bei Zülpich ; Theobebert
farb 613 in der Gefangenichaft u. feinen einzigen
Sohn Merovens ließ Brunbilde ums Leben bringen.
Theoderich II., nun Herr von Burgund un. Aufira⸗
fin, war eben im Begriff, Chlothar II. die abgetre-
tenen Landfchaften wieder zu entreißen,, als auch ihn
in Met der Tod ereilte. Brunhilde erheb num einen
ber außer ber Ehe geborenen Söhne Theoderichs,
ee ert IE., auf den Thron. Aber viele Herzöge
n. ©rafen waren bes willflirlichen Regiments ber
Königin überbräffig u. Inden Chlothar IT. ein, von
Burgund u. Auftrafien Veſitz zu nehmen. Dies
eihah noch in demſelben Jahre. Chlothar IT. lief
runhilde an einen Pferbefchweif binden u. fo zu
Tode fchleifen, Sigbert II. aber ermorden. So
wurden durch Chlothar II. zum dritten Male
bie fräntifhen Lande unter Ein Scepter
vereinigt.
Inzwiſchen hatten ſich die verſchiedenen Beſtand⸗
theile, aus welchen bie Bevblkerung des Reiches
ſammengeſetzt war, einander genähert, u. die ur⸗
ſprünglich germaniſchen Staatseinrichtungen waren
in veränderter Form auch auf den ſonſt römiſchen
Theil des Reiches übergegangen Doch beſtanden
noch lange Zeit partieulare Verfaſſungen u. Geſetze
in den einzelnen Völkergebieten, als in Burgund,
Nipuarien 20. Die germaniſche Einrichtung ber
Bollöverfammlung aller Freien trat im Laufe ber
Zeit in ben Hintergrund, gegen bie römifche An⸗
chauung von ber durch bie. Geburt erworbenen
ajeftät des Herrſchers. Bon ben Freien fchieb
fh der Adel aus, zu welchem zunächft diejenigen
Grundeigenthümer gehörten, welche dem Könige
Heeresfolge leifteten (Leudes); dann bie Grafen,
welche nach germaniicher Sitte vom Volle gewählt,
beendet wurbe, aber 612, ba
Grafichaften führten. Außer biefen Ber
beanıten, welche je it ab et ware
bereit eine große Anzahl H ‚ve
theils römischen, theils bentfchen Urſprin
Das wichtige von biefen war das des Ha
(Major domus). Diefer führte die C
über Das ganze Hoſweſen m. war eine %ı
perfon zwiſchen bem east (Leude:
Könige. Auf feinen Borſchlag verlich
Beneficien od. Lehen, u. im Kriege Ranb
neier an der Spitze ber Leudes. &o kaı
je ſchwächer u. unfelbfländiger die König
Hanfe der Merowinger wurben, beflo w
Einfluß der Hausmeier ſich geftaltete, |
mältg ber König ganz in ben Hintergrum
nur den Schein der Macht behielt, ı
— Bert dene .
nige ungünſtige ältnig entwi
fonders, ſeit Grimoald die Hausmein
feiner Familie erbiich machte.
B) DaeFränkiſche Reich unterb
Ihaft der Hausmeier, bie biefe
nigemwürde gelaugten, 613— 1752.
615 berief Chlothar IL. eine Berſamm
ſchöfe u. weltlichen Großen nach Baris, um
vieler Klagen abzuftellen, welche im Vel
worben waren u. oft zu Fehben u. Su
Veranlaffung gegeben hatten. Auf diefer!
lung wurben Steuern u. Zölle regulict ı
dus ber Biſchofswahl feftgeftellt. 622
tbar = at a = ob u
u. gab ihm ale Räthe den Herzog Pipi
*54 ulf von Metz zur Ehe u
628 farb, erlannten die burgundiſchen
chen Großen auch Dagobert I. als #
an. Durd Fuge Maßregeln wußte er «
verlorene Anjehen ber Königemürbe zu er
er in Paris gleich feinen Vorgängern bi
leben aubeint fiel u. ſich durch Gewalttha
machte. Über Auftrafien ſetzie er feinen t
Sohn Sigbert ımter ber Leitung be
Adalgifel u. unternah zur Sichernn
grenzen dieſes Reichs mehrere Züge gegı
wen. Auf dem erften Zuge wırrbe er bei
| burg gefchlagen'n. war auch in deu felg
glücklich. Dagegen unterwarf er 635 bie
die fih gegen ihn aufgelehnt Hutten, m.
Bretouen zur Rücklehr unter fränkikche
feit. Er hatte Nanthilde, Wulf r
zugleich als rechtuäßige Gemahlinnen
ihnen hielt er ſich eine große Menge €
Seine Regierung ſoll er (nach einer ws
übertriebenen Angabe) durch den Mord ı
Bulgarenfamilien geſchändet haben, bie!
den — Schutz ſuchten, n. bie er:
daß ſie das angewieſene Land als Ei
halten möchten, in einer Nacht i
Er ſt. 638, u. das Reich ward nun wie
ſtraſien u. in das mit Burgund verci
ſtrien getheilt. In Auftrafien herrſcht
jährige Sigbert III., der Heilige, D
natürlicher Sohn. Anfangs unter tem
Biſchofs Kunibert von Köln, bann ı
Major Domus Pirin, yulegt umter bef
Grimoald; inRenftrien ber breijährt:
Feanken (Geſch) EI. (B. 638— 718)
Bermunbicaft feiner Mutter Nans |
aderjãhrigleit Der Könige begünftigte
Macht der Sausmeier. Von Gri⸗
üble, daß er das Amt ohne Wabl
echt in Anſpruch genemmen u. nach
Tode 655 deſſen Sohn Dagobert
geſchafft Habe, um feinen eignen
rt auf den Thron zu ſetzen; allein
on Neuſtrien, von den über die An⸗
rusmeiers aufgebrachten Greßen zu
bemãchtigte ſich Grimoalds u. Chil⸗
de von den Auftraſiern als König
daß das Reich wieder unter einem
gt war.
ſchon im folgenden Jahre ſtarb,
ich wieder unter ſeine zwei älteren
nachdem ber ältere, Chlothar III.,
allein geherrſcht hatte. Dieſer er⸗
Arten und Burgund, fein Bruder
J. aber Auſtraſien. Beide ſtanden
mundſchaft ihrer Mutter Vathilde,
er dem Einfluſſe des Major Domus
r erhob, ohne nach hergebrachter
immlung der Großen zu berufen,
ar III. geſtorben war, deſſen Bru⸗
ih (Dietrich) III. auf den Thron.
der Hausmeier u. fein Schütling
ıpörten Großen tes Reichs gefangen
Foutanelle geſchickt. Childerich IT.,
des ganzen Frankenreichs, ſicherte
erſelben ſeine alten Geſetze nm. feine
oaltung zu u. verſprach, das Amt
3 echten zu laflen, damit nicht ein
roße Gewalt erlange. Nicht lange
rauf der Jagb von Batillo, einem
rende Etrafe gefchändeten fränkiſchen
det. Währent taraufin Neuftrien
krieg Über tie Thronfolge entipann,
1 Klofter entlommene Ebroin gegen
[., feinen ehemaligen Schützling,
tönig Chlotwig, angeblidh ein Sohn
auffelte, bis er mir Theoderich III
8 deſſen Hausmeier wiederum zu
Gewalt gelangt war: erhob ber
meier Childerichs II., Wulfoald, ten
jenen Sohn Sigberis III. Dago-
ufden Thron von Auftrajien.
mordet wurde, ftellte fich ter Hause
von Heriftal an die Spitze des Au-
es, ohne jedoch die königliche Würde
ndem er fi mit ben Herzogstitel
t ihm verbunten war fein Better
Theoberih u. Ebroin angegriffen,
r ‚gelölagen u. Erfter verlor durch
ce Neuſtrier fein Leben, aber Pipin
eben in Auftrafien zu behaupten u.
Etellung, als nah Ebroius Er⸗
Hermaunfried, 682, Der neuitri'che
Berchar wenige Jahre darauf viele
Be and feinem Reiche vertrieb u.
Schutz fuchten u. fanden. Witt
en fiel er in Neuftrien cin, jhHlug
ar® bei Teftri u. bemächtigte jich der
Dieier Eieg u. bie ihm nuchiolgente
e des Könige ertfchied file immer
ſal ter Merowinger. Zwar tebielten
Kinder od. enmerote Juinglinge zum
e Nachlommen Chlodwigs I. in der
471
Folgezeit die äußeren Zeichen ber Königlichen Macht,
aber Herrſcher maren im eigentlihen Sinne des
Wortes Bipin u. feine Rachlommen, welchbe ipäter
ten Namen Karolinger erhielten. Auegezeichret
ale Krieger durch perjönlihen Muth u. Feldberrn⸗
talent, bejaß Pipin nicht minder au@gezeichnete Fä⸗
bigleiten als Staatsınann, welche er mit ſolcher
Tbatkraft entfaltete, daß Lie zerrütteten Verhält⸗
niffe des Reichs verbälmigmähig raſch wieter in
Ortnung kamen u. die geſchwundene Achtung vor
tem Gelee zurückehrte. Indem er den Großen
bes Reichs den ihnen vwerlorengegangenen Antheil
an ber Regierung durch Wieberberftellung ber regele
mäßigen Reichsſstage auf dem Märzfelde zuridgab
gemann er an ihnen einen feften Haft n. konnte fi
nun ben äußern Feinden zuwenden, melde die
Grenzen durch Raubzüge beunrubigten. Zunächſt
zog er gegen den König der Frieſen, Ratbod, ſchlug
ihn u. machte ihn zinsbar. Als 697 Ratbod von
Neuem Krieg anfing, ſchlug ihn Pipin bei Dur⸗
ſtädt u. ließ, um ben Frieden zu befeſtigen, feinen
Sohn Grimoald die Tochter bes friefifchen Fürften
Zeutfand beiratben. Gegen die Alemannen machte
er 709 u. 710 fiegreiche Feldzüge. Da der mero⸗
vingiſche Thron durch das fchnelle Hinfterben ber
jungen Könige oft erledigt wurde, fo ıft Pipin bem
Verdachte der Ermorbung dieſer Härten nicht ent⸗
gangen. Auf König Theoderich TIL. folgte nämlich
nach deſſen Tode 691 fein 10jähriger Sohn Chlod⸗
wig III. (691— 695), auf dieſen deſſen 12jübriger
Bruder Childebert IIT. (695— 711), auf dieſen
deſſen miinberjäbriger Sohn Dagobert III. Für
Neuftrien u. Burgund ernannte Pipin Anfangs
feinen Waffengefährten Noribert zum Hausmeier,
u. als dieſer — ſtarb, ſeinen eignen Sohn
Grimoald; dieſer wurde 714 von einem Frieſen er⸗
mordet, worauf Pipin den Sohn deſſelben, ſeinen
noch unmündigen Enkel Theodebald, zum Haus⸗
meier einſetzte. Als aber Pipin in demſelben Jahre
ſtarb, erhoben ſich die neuſtriſchen Großen gegen
die Herrſchaft des Pipinſchen Hanſes, und zwar
mit leichtem Erfolg, da Plektrude, die Wittwe Pipins,
ihre Stiefſöhne in Haft hielt, um ihrem Enkel Theo-
debald tie Herrichaft zu fihern. Die Auftrafier,
ohne einheitliche Führung , unterlagen ben mit den
Friefen verbundenen Neuftriern im Kottiichen Walde
unmeit Gompiegne.
Du entlam Karl, mit bem Beinamen Mar⸗
tell (db. i. Hammer), Pipins Sohn, der Haft,
ſanmmelte bie Anhänger ſeines Haufes, konnte zwar,
715 von Ratbod geſchlagen, tie Bereinigung der
Friefen mit ben Nenftriern, welche gegen Kölu vor⸗
drangen, nicht binbern, brachte aber dem verei⸗
nigten Heere bei Amblef, unweit Stable, eine ente
jheitente Nieberlage bei. Durch neue, feinen flieg»
reichen A zuſtrömende Schaaren ter Auftra«
fier verftärkt, fiel er nun in Neuſtrien ein, ſchlug
ten Hausmeier Rayinfrid u. tejien Schattenldnig
Ebitperich II. (angeblich ein Sohn Cbilberichs IL.)
718 bei Vincy unweit Cambrai u. drang bis Paris
ver. Um indeß zuerft feine Herrſchaft in Auftvaften
zu befeftigen, kehrte Karl dorthin zurüd. Köln, we
ſich ſeine Stiefmutter Plettrude immer noch bes
hanptete, ebwobl ihr Eulel Theedebald unterdeſſen
geſtorben war, öffnete ibm tie Thore, u. Die
Schätze Pipins wurden ihm ausgeliefert. Karl er
hob num ten Merevinger Chlothar IV, zum Kö⸗
nig von Auftrafien u. 303 dann von Neuem gegen
472
Chilperich II. u. ben von dieſem als König aner-
fannten Herzog Eudo von Aquitanien, befiegte
Beite bei Soiſſond, erkaumte jeboch den Herzog
Eubo, nachdem ihn derfelbe den König ausgeliefert
batte, ale Herm von Aquitanien an.
Tode Chlothars IV. 719 nahm Karl fich nicht die
Mühe, einen König von Auftrafien zu wählen, fon«
bern ließ Chilperih II. u. deſſen Nachfölger Theo⸗
derih IV. von 720— 737 den Titel als König
des ganzen Reichs u. nannte fi Herzog u. Fürſt
aller Franlen (Dux et Princeps Francorum).
Als Theoderich IV. georben war, bielt Karl
Martell fein Anſehen für fo befeftigt, daß er es für
unnöthig bielt, einen neuen König zu ernennen.
Während biefer Zeit forgte Karl Martell kräftig
für tie Erhaltung der äußern Ruhe. Zunächit war
bie Wieverberftellung der aufgelöften fränkiſchen
Herrſchaft über biejenigen germanifchen Böller
fein Streben, welche niemals dauernd dem Fränki⸗
{hen Reiche angehört hatten, ale die Baiern,
Thüringern, Helfen, Sachen u. riefen, u. bei
benen das Chriſtenthum erft um bieje Zeit anfing,
Boden zu gewinnen. Die Sachſen ſchlug er 733
an ber Xippe u. nöthigte fie zu dem alten Tribut
von 500 Küben. 725 zog er gegen bie Baiern,
drang über die Donau, ſchlu —* machte ſie ſich
unterwürfig u. befeſtigte dieſe Unterwürfigleit durch
einen 3 Jahr nachher wiederholten Feldzug. Dar⸗
auf zog er zur See nach Friesland, erlegte den
Herzog Poppo u. machte ſich das Land unterwürfig.
Um dieſelbe Zeit, wo das Chriſtenthum unter den
ermanifhen Böllern im Often Aufnahme faub
di Deutichland, Geſch. IL.), drohte deniſelben Ge⸗
fahr u. Bernidtung von Weften durch die über
Spanien nach Fraufreih vorrlidenden Diauren od.
Sarazenen. Diefe drangen 732 unter Abdorrahman
über die Pyrenäen, plünderten Borbeaug u. ftreiften
bis an die Yoire. Eudo von Aquitanien wandte is
nun um Hülje an Karl, u. Beide fchlugen iin Oce
tober 732 tie Sarazenen bei Poitierd. Darauf
bämpfte Karl einen Aufſtand der burgundiſchen
Großen, welche über die Belehnung der fränkiſchen
Günftlinge Karls mit burgundiihen Gütern un.
willig waren. Als er, um die Ruhe zu fichern,
nun noch mehr Franken als Yehnsträger nach Bur⸗
guntien fchidte, verbanden fi die Unzufriebenen
mit ben Sarazenen, denen fie bie Städte Arles u.
Avignon überlieferten. Aber Karl farnınelte raſch
ein Heer, nahm 737 Avignon u. ſchlug bie Araber
an ber Berre nicht weit ven Narbeune. Trotzdem
empörte fih Burgund von Neuem, wurde indeß
739 gänzlih unterworfen. Ebenſo leiftete auch
Hunald, Herzog von Aquitanien, nach Dem Tode
feines Vaters Eubo, 735, den Lehnseid, jo daß Karls
Reich fih nun von den Pyrenäen bis au Die Elbe
n. den Böhmerwald erftredte. Kurz vor feinem
Tode theilte Karl Martell mit Zuziehung ber
Grofen Das Reich unter feine Söhne; Auftrafien
nebfi Alemannien u. Thüringen erhielt Karlmann;
Neuſtrien nebjt Burgund u. ter Provence Pipin
(te Kurze); einen Yanbftrich zwiſchen Neuftrien,
Aufirafien u. Burgund follte Grippe, ter Sohn
feiner zweiten Gemahlin, Swanahilte, erbalten.
Karl ft. 22. October 741. 3war batte er tem
Reiche nach Innen u. Augen den Frieden gegeben,
aber nicht ben Frieden, der auf freimilliger Auer⸗
kennung des Rechtes, ſondern auf ter Furcht ver
der Gewalt beruhte. Karl war gejürcdptet, aber
Nah dem.
Franken (Geſch) IL. (B. 719-742)
feine Willlürlichleit u. feine
Beradite
lihen Gewalt zerütteten ba6 Ned
Nicht nur, daß er, uam feine Kriege bı
die Kirchen u. er ann en ihn
raubte, er vergab anch geiftli fränt
flellen ꝛc. an jolche, —* E im Kri
batten, fo daß ber geiftlide Stand nn
kam, denn Die fo ernannten Wilchöfe
felten ein anfiößige® Leben u. gaben t
böſes Beifpiel der Zucht. u. Sittenlof
Es war daher feın Wunder, daß mi
von Neuem die Zuftänbe des Reiche fidh
herrſchſüchtige Große ben Söhnen Kar
machten. Zum Glück fchloffen fid bi
aneinander u. rüdten vereinigt gegı
Grippo ſich eben anſchickte, mit Hülf
nier feine Brüder zu verbrängen. Sıen«
gefangen u. fegten ihn auf die Yurg 9
den Ardennen. Rarlmann u. Pipir
wenbeten ſich nun gegen Hunald, He
tanien, welcher bie Lehnstreue geb
wurden aber durch bie Nachricht ve
pörung ber Alenıannen bewogen, |
Donau zıt wenden. Die überrafchte
unterrwarfen fi barauf ohne Wider
Schein fetten die Brüder auch wieder
ein, ber fih Childerich III. nannte u
Köuigstitel führte. Dann wandten
den Herzog Odilo von Baiern u. ben
beten Herzog Theobebalb von Schwab
Beide 743 anı Veh. Während hiera
die bie Grenzen beunruhigenden Sach
ven nöthigte, zog Pipin gegen ten He
welcher im Einverſtänduiß mit Odilo
eingefallen war u. bie Stadt Chatı
hatte. Mit Karlmann vereinigt, ſchlu
zog u. nörhigte ihn zur Erneuerung b
u. Geißelſtellung. Zwar gelang es nı
bie Schwaben, deren Herzog er geg
Iprechen gefangen jegen ließ, zu unte
Sadjen u. Batern behaupteten ihre Uı
Der Welthändel überbrüffig, ging K
in ein Klofter, u. Pipin, nun Der
Reihe, gub dem gelangenen Grippe
zurück, da er ſeine eigne Macht für feitbı
Dieſer aber floh bald darauf zu ben S
dieſe von Pipin geſchlagen murben, ;
welche Grippo zu ihrem Herzog madı
Pipin angegriffen, denſelben ausliefert:
gub Pipin jeinen Bruder Die Freiheit
lieh ihm tie Stadt Mons ı. 12
Aber damit nicht zufrieden, entwich
Aquitanien u. kam auf ber Flucht nad
um. Während Pipin durch Kriegschai
Vater ähnlich erwies, fann er als u
zugleich auf eine Befferung der Sitten ı
zuſtandes feines Reihe. Die in Verj
Kirche bedurfte einer Lurchgreifenten :
Zuerft im Jahre 742 begannen die 3
drantenreihg nut dein zum Oberbau
emporgeftiegenen römijchen Bijchere ir
verhältniß zu treten, aus welchen: |
innige Zuſammenhang zwiſchen Papfi
ſerthum entwickelte. Pipin bedurſte
Autorität nicht nur um ber Verwe
Kirde u. Der Zucht- u. Sittenleſigkeit
ein Ente zu machen, fendern auch um |
lich jelbit zum Könige zu machen, das:
Franken (Sei) TIL (752-778)
Kidiuflee zu Der römiice
ah in dem fränfifchen Könige bie ein⸗
eiche befähigt war, mit Waffengemalt
Glauben zu n. zu verbreiten
ı u. bie Macht bes päpftliden Stubles
Gine Kirchenverſammlung, welche
ung des vom Bapfte Gregor III. ge-
ſchofe Bonifacins zufammentrat, gab
ı. KlöRern ihre Gilter zurüd u. re
n ber Geifllihen nach firengen Vor⸗
iche Beſchlüſſe faßte die für Neuſtrien
benverfammlung zu Soiſſons 744.
che Weile bie Geifllichkeit für ſich ge⸗
u. das Reich im Innern beruhigt
Bipin, daß bie Zeit gelommen fei, bie
n Könige gany vom Throne zu ftoßen.
eshalb an ben Papſt Zadariae bie
jenige mit Recht König heiße, welcher
n fige, od. derjenige, welcher bie Yafl
aller Etaatsgefchäfte zu tragen babe.
twortete, es ſei befier, baß derjenige
uf Dem bie Regierung berube. Da⸗
nn 752 auf der Reichsverſammlung
& ſelbſt auf vem Schild erheben, d. i.
e Sitte von bein Voll als König an-
ſich von Bonifacius zun Könige fal-
& III. wurde in ein Klofter verwiejen
digte die Regierung ber Me-
Sranlen unter den Karolin-
eAufldfungdesReihsimBer-
erdun, von 752—843. Bon dem
mgobarten Aiftulph heftig bebrängt,
R Stephan III. Pipin um Schutz an.
n ihn zu fich kommen u. fich zu St.
m nochmals jalben u. frönen u. zu⸗
me Söhne Karlmann u. Karl. Allen
ıg der Papſt im Namen des römie
n. Volls Das römiſche Patriziat. An
er Alpen libermand num Pipin 756
ben; Aiſtulph, König berjelben, ge-
äntiihe Oberberrfchaft anzuerlennen
sit dem Exarchat abzutreten, ein ‘Bere
ches er nach Pipins Abzuge nicht er⸗
zog daher 757 wieder gegen ibn, ſchlug
in in Bavia u. zwang ihn zu einer
wer u. zur Abtretung des Exarchats.
: Baflelbe dem Römiſchen Stuhl u.
n Boden für bie weltliche Macht Der
ı viele Kriegsthaten tüllten bie letzte
t Bipins aus; 753 bis Remen an ter
gend, zwang er die Sachſen zu einem
je von 300 Roſſen n. erneuerte den
ie anterbliebenen Zins 757 durch ſei⸗
Sitten im Münſterſchen. Dur Er-
Stadt Narbonne, welche von ben Ara»
ar, machte er der Herrſchaft ter lee
der Pyrenäen ein Ente. Wiederholte
sider ten Herzog Waifar von Aqui⸗
:60— 765) hatten eudlich ten Erfolg,
n fich gänzlich unterroarf ıL Der Der»
den Seinen ermordet wurde. Den
ebem zu Aquitunien gehörig, gab ‘Fir
ıen Herzog in Yupus, einem Neffen
alt. Darauf tbeilte Pipin fein Reich
iten Söhne n. zwar nicht jo, daß tie
d die Grenze jprach- u. ſtammver⸗
:r war, fondern das Reich ber Länge
473.
nach von Dften Wehen turcdichnitt. Pipin
glanbte ſo am Keen Auer Bruderfehbe vorzubengen.
Als eraber i68 geflorben war u. Karlid. Droße
ben nörblichen, Rarimaun ben füblichen Theil des
Reiches erhielt, fanden fich bald verichiebene Beran-
laſſutigen zu Streitigleiten zwiſchen ben Brübern.
Die Theulung, mehrmals geändert, war bie Quelle
fortwährenden Argwohns u. neuer Mißverftänd«
niffe, welche der König ber Longobarden, Deſide⸗
rius, welcher feinen Schwiegerfohn Karl hafte, weil
er feine Tochter verftoßen hatte, forgfältig nährte.
Auch Die fränfifchen Großen, bie in dem Zwiſt der
Yürfien den eigenen Vortheil zu finden bofften,
trugen dazu bei, bie Spannung zu vermehren. 769
empörte fih Hunald von Aquitanien; Karl, welchem
Karlmann die Hülfe vermeigerte, fäumte nicht lange,
befiegte tie Empörer u. erlangte vom Herzog Lupus
don Basconien bie Auslieferung des flüchtigen Hu⸗
nald. Karlmann fl. 771, u. fogleich bemächtigte fidh
Kari d. Gr. feines Befigthums; Karlmannd Witwe
u. ihre Söhne flohen zu Defiderius, ber ihnen
Shut gewährte. Kaum mar Karl Herr beö gan»
zen Reiches, als er von bem großen Gedanken, ein
mächtiges, einheitliches Chriftenreich zu fchaffen, ge⸗
tragen, die Bekämpfung u. Belehrung des heib»
nifhen Sachſenvolkes zu feiner nächften Aufgabe
machte. In dem erfien Kriegszuge gegen die Sach⸗
jen 772 eroberte er bie Ereöburg u. zerftörte bie
Irmenfäule. Die Kriege mit den Sachfen währten
32 Jahre lang mit Unterbrechung fort (f. Sachien,
Geſch.). Endlich 803 brachte ed Karl zu einem
dauerhaften Frieden, nach beffen Bedingungen die
Sachſen den in ibrem Lande von Karl eingeſetzten
Biſchöfen gehorchen, übrigens frei nach ibren Ge»
jegen unter den Orafen u. den königlichen Send»
boten (Missi regüi) leben u. dem Fraukenreich ein»
verleibt fein follten. 804 verſetzie Karl 10,000
Sachſen von denen, die über Der Elbe u. an den
Grenzen ter Dänen wohnend, fih am balsjtarrig«
eu gezeigt hatten, in verſchiedene Yantichaiten bes
räukiſchen Reiches, bei. nach Flandern u. Helvetien.
Sein Sehn Karl zwang 505 Die Böhmen zu einem
jährlihen Zins u. die Sorben zur Unterwerfuug.
Den die Lehnstreue brechenden Herzog Thaſſilo 1
von Baiern unterwarf er 797 u. ſchickte ihn in ein
Klofter (j.u. Baiern, Geſch. J.). Schon früher wurbe
auch der Krieg mit dem Yongobardenlöuige Defides
rius beendet, gegen welchen ihu ber Papſt Hadrian J.
zu Hülfe gerufen hatte. Er vereinigre das Reich
deſſelben mit dem Frankenreiche, nöthigte auch den
Herzog von Benevent 797 zur Auerlkennung ber
Tehnshoheit u. nannte ſich nun König der Franken
u. Longobarden u. Patricius Der Römer ıf. u. Lon⸗
gobarden). Während er im Morten u. Süden bie
Grenzen jeines Reiches erweiterte, juchte Karl auch
im Weſten jeine Derrichaft über Die Pyrenäen
auszutehnen. Ibn al Arabı, cin mauriſcher Fürſt,
welcher in Saragoſſa reſidirte, ſchidte 777 eine
Geſandtſchaft auf ten Reichstag zu Paderborn,
um von Karl Hülfe gegen den TUmujjaden Abs
dorrhaman zu verlangen. Karl drang 773 bie
an den Ebro vor, eroberte unter anderen Städten
Pampelena u. vereinigte ei großes Stld von
Spanien, zwiſchen den Pyremien u. dem Ebro,
nebft ten Balearijchen Inſeln als Dart Barcelona
mie dem Fränkiſchen Reihe. Doch ging der Vefit
Derjelbeis wieder verloren u. wurde erſt 799 vn”
Neuem bejeiigt. Bei der Ruüdlehr von dem erflen
Mi
Feanken (Gef) II. (787-8145
Paniſchen Kriege zuge wurde nämlich das fräntifhe | rung feines Neiches (es umfaßte daſſelb
Heer in den Schluchten der Pyrenäen von ben Sa⸗
enen u. ben bastifchen —— ange⸗
acer u. erlitt in dem Thal von Ronceval eine voll»
ndıge Nieberlage, in welcher mehrere der vorzüg⸗
lichen Paladine Karte d. Gr., u. a. ber durch die
Borfie vielfach verherrlichte Markgraf Rutland (f. n.
Roland) umlamen. Karl rächte die Nieberlage an
dem Herzoge ber Basconen, Lupus II., u. tie in
hängen; boch vermochte er einftweilen nichts gegen
die Länder jenfeits der Pyrenäen auszurichten.
787 trieb er die anfftänbiihen Bretonen unter
rem Senefhall Arnulf zu Paaren u. brachte die
ilzen, welche die Obotriten als fränkiſche Bun-
Desgenoflen beunrubigten, 789 durch ben Steg an
ber Peene zum Gehorſam. Nach feiner Rückehr
aus Spanien ſetzte er feinen jüngſten Sohn Lud⸗
wig zum Statthalter von Aquitanien ein, wäh⸗
venb fein dritter Sohn Pipin Italien verwalten
ſollte u. ber zweite Sohn Karl bei ihm im Lager
blieb, befänipfte 790, 791 u. 799 die Avaren, bes
flegte dieſelben gänzlich u. behnte fein Reich Bis an
Vie Raab aus. Auch Venetien u. Dalmatien unter-
warfen fich dem mächtigen Herricher, deſſen Kriegs-
ruhm ſich bis zu ben entfernteften Gegenden der
damals befannten Welt verbreitete. .
Inzwiſchen kam Karl ter aueführung Teinee
großen Herricherplanes näher. Es get die Wieder-
aufrihtung bes Abenblänbifchen Kaijerreich® un⸗
ter fränfifgem Scepter, wozu nad bamtaligen
Begriffen der Befis von Rom unerläßlih war.
Ws rechtmäßiger Beſitzer ter Stabt galt noch
immer ber orientaliiche Katfer in Byzanz. Die
Gelegenheit, bie fich darbot, auch das Drientali-
ſche Reich mit bem Fränkiſchen zu vereinigen, ging
vorüber, indem Irene, Kailerin von Byzanz,
welche Karl dem Gr. ihre Haud antrng, bafb Darauf
entthront wurde. Die Bebrängniß des Papſtes
2eo III. (795) reifte inzwiſchen Seinen lan. Er
verſprach dem Bapfte, welcher perſönlich auf bem
NReichstage zu Paderborn 799 erichien, Hülfe gegen
feine Feinde unter ber Bedingung, baß er von ihm
als Kaiſer anerlannt ı. gefalbt werbe. Im folgen-
ben Jahre ging Karl d. Gr. ſelbſt nach Mom, u.
als er am Weihnachtsfeſte 800 in der Peterslirche
vom Gebete vor dem Altare aufftand, fetste ihm ber
Bapft bie Krone auf. So war Karl d. Gr. Begrün-
ber des Römischen Kaiſerthums Deutioper
Nation, wie es von fpäteren Schriftfiellern zum
Unterjchiebe von beim Römiſchen Kaiſerthum genannt
wurbe. 806 gewann Karls Stallmeifter Burkhard
im Hafen von Corfica eine Seefchlacht gegen bie
Seeraub treibenden Sarazenen. Auf ven Reichs⸗
tage zu Thionville traf Karl in bemjelben Jahre
eine Beftimmung über die Theilung bes Reiches
nach feinem Tode unter feine drei Söhne. Aber
fhon 810 flarben Karl u. Pipin, u. Ludwig war
alfo außer Bernhard, Pipins Eohn, welchem
Karl der Große das Königreih Italien gab, der
einzige Erbe. Karl d. Gr. ſchloß 812 durch befon-
dere Gefandten in Conftantincpel einen Xertrag
mit den Griechen, worin er ihnen Benchig u. einen
Theil ven Dalmatien überließ. 813 berief Karl
eine Reiheverfammlung nach Aachen, wo ſich auf
fein Geheiß fein Sohn Ludwig eine goldene Krone
mit eigner Hand aufjegen mußte. Dies war feine
letzte wichtige Hegierungemaßregel, denn ſchon 814
farb er zu Aachen. Richt bios für die Bergröße-
reich u. Holland, den größten Theil
land, bis an die Efbe, "ben Böhmer
Raab, Iftrien, fafl ganz alien, unr !
ausgenommen, u. Spanien bis an ben!
dem waren ihm bie Böhmen u. Sor
hatte Karl b. Gr. Sorge getragen,
für die Grundlagen einer bauernben
nung im Innern. Als Geſetzgeber u
Reiches erfcheint er faft noch größer n
voller denn als Felbherr u. Kriege
durch firengere Beauffichtigung ber
er königliche Sendboten (Misi rog
ftellte, für gerechte Bermwaltung u. Yu
u. ergänzte das Saliſche u. Ripuariſe
fahl Die Aufzeichnung der alten Rechte
derte Wiffenichaft u. Kunſt, verbefierte
führte nützliche Bauten aus u. errid
u. öffentlihe Lehranftalten. Mit fi
fuchte er die Macht der Bafallen zu I
zu hindern, daß die Freien in beren
gerietben. Den Letteren verbot er ihr
tbum an mächtige Yehnträger zu verä
terjagte die Berwmantlung bes Lehent
Eigenthum. Der geheime Rath, mit ı
tie Krone umgab, beftand aus einem
Pfalzwahrer (Custos pelatü), vwelch
licher, alle kirchlichen Angelegenheiten
zu ordnen hattez; ans dem —*8*
treter des Kaiſers im Gericht, weid
waltung des Innern nn. ber Juſtiz obl
merarius, welcher die Finanzen zu ver
u. 3 Hofminifterialen, welche ummit
Kaiſers Dienften waren, nämlich bei
dem Buticularius n. dem Gtallmel
stabuli). Den Reichstagen gab Karl
Einrichtung, indem diefelben regelmä
jahr berufen wurden; die Befchlilffe de
von bem geheimen Rathe vorbereitet
Reichſgeſetze (Capitularia) öffentlid
macht. Die Gemeinfreien, denen nur
Selegenheiten Tbeilnahme an den Rei
ftattet war, mußten dem Kaifer glei
trägern Heereßfolge leiften, wenn fie
gebanten Landes befaßen. Außer bi
ajallen, welche dem Heerbann folgteı
Kriegsmacht des Kaifers noch aus ei
Schaar, melde einen Solb bezog. Di
des Kaifers floffen theils aus Heinen
Grundbeſitzungen, welche Karl muſter
Ichaften fie, tbeild aus jährlichen Geſd—
Anfangs freiwillig von den Bafallen aı
tagen dargebracht, fpäter als ein R:
wurden, theil® aus den Zöllen, ber
in Folge ber Sicherheit der Straßen ı
bervorgerufenen Berlehrsfleigerung ix
mehrten, Auch Naturaldienfte, früher
Römern verlangt, mwurben jebt allı
Obwohl Karl dem Papfte große Ad
erbietung zollte, fo betrachtete er denſe
als den erften Biſchof Der Kirche, dem
dung bei kirchlichen Streitigkeiten nur
gung bes Kaiſers anheimfiel. Die €
feines Sohnes zeigt, daß er ihm auch !
Kaiſerlrönung nicht Zzugeftand.
Karls des Großen Nachfolger, 8
Fromme, befüß weter ben Arie
die Herrfcherfiugheit feines Baters. |
Fraufen (Geſch.) III. (816-843)
einem frommen, beſchaulichen Le⸗ |
475
wieber in das Reich ein. Auf ben Reichstage zu
ermangelte er der Thatkraft, um |, Stramiacum bei Zyon 835 vertheilte ber Kaifer das
er kaiſerlichen Würde ven geiftlichen
Broßen gegenüber in gleicher Weiſe
Er lieh fih 816 zu Rheims vom
m IV. die Krone aufſetzen u. traf
erfügungen zu Gunften ter Geiftlich-
en u. Klöfter. Dann beflimmte er
Reihstage zu Aachen über die Thei-
es fir den Fall feines Ablebens. Die
feiner Regierung waren glüdlich;
claubte er ın ihre Heimatb pueldaue
feinen 3 Söhnen follte bald Lothar
ı Aquitanien u. Ludwig der Dentiche
n, den älteren Lothar nahm er zum
In Folge tiefer Verfügung empörte
teffe, König Bernhard von Italien;
» denfelben, ließ ihn S18 Blenden u.
zhne ine Klofter, that aber, als er
iſſensbiſſe empfand, 822 öffentlich
5 er das faiferlihe Anſehen in ben
ßen tief herabſetzte. Bon ben Geift-
atben, warf er fi dem Abel in bie
eboch bald auch dieſe Bartei u. hatte
en Ständen verberben. Schwach
m überließ fich Ludwig immer mehr
a Günftlingen u. ſchenkte erſt Abel-
jernhard von Aquitanien fein Ber-
dem Tode feiner erftien Gemahlin,
athete er nie fhene Judith non Baiern.
ne er Karl ven Kahlen, u. die Vor⸗
feiner jungen Gemahlin ftart beein-
B für biefen Nachgeborenen war bie
jur Smmpörung feiner eigenen Söhne.
thar, befien bipeil der Kaifer durch
emanniens an feinen jüngften &chn
te, 829 gegen feinen Vater auf, nahm
‚en, trennte ihn von feiner Gemahlin
dieſe des Ehebruche, aber tie Reichs⸗
zu Nimmegen, weiche zur Entſchei⸗
ites berufen wurde, gab dem Kaifer
ahlin wieder. Lothar verſprach fidh
u begnügen. Nun aber traten die
Brüber gegen ben Vater auf, Lud⸗
de, weil er ſich für die bem Vater ge-
eiflete Hülfe unbelohnt fah, u. Pipin,
7 Bergrößerung jeinee Reiches trach⸗
befiegt u. mit väterlichen Ermahnun⸗
hielt fih Ludwig ber Deutfche ruhig,
ach Zrier vermiefen u. feines Erb⸗
welches ter Kaiſer Karl bem Kablen
» nah Aquitanien u. bradte von
ent Brüber wieber unter bie Waffen,
n Berfuft auch ihrer Reiche fürchten
einander verbüntet, gewannen bie
apſt u. den größten Theil ber kaiſer⸗
acht für fi, jo daß Ludwig, um un.
ergießen zu vermeiden, ſich bei Kol-
ab. Nun fuchte Lothar den Vater
er in ein Klofter gebe, u. ließ ihn,
fich deſſen hartnädiig weigerte, um
ig zu machen, förmlich Kirchenbuße
tiich ein beſchimpfendes Sünden⸗
‚gen. Dieſe Bebandlung des Baters
ſtande hochmüthiger Prälaten erregte
willen ter beiden anderen Brüder.
sig nahmen ſich des gemißbandelten
reiten ihn zu St. Denis u. ſetzten ihn
Reich dergeſtalt, daß Pipin zu Aquitanien noch 28
; Gaue von euftrien, Ludwig ber Deutſche zu Baiern
noch Sachſen, Thüringen, Hefien, Frietland n.
Belgien, Kırl er Kable zu Aleınannien no Bur⸗
gund, Provence u. Languedoc, Lothar nur Italien
befanı, der Vater aber da® übrige Neuftrien n. bie
Oberberrichaft über das Ganze behielt. Durch den
Einflug der Kaiferin erhielt Karl ber Kable auf
dem Reichötage zu Aachen 837 auch Neuftrien; bar-
über mißvergniügt, verband ſich Ludwig der Deut»
ſche mit Lothar, och verbinterte Pipins Tob ben
Ausbruch Der Feintjeligleiten. lm Lothar zu ver»
föhnen, veranlafte nämlich der Kaifer nun eine neue
Theilung (838), worin fih Lothar das Oſtreich
wählte, Karl der Kahle Las Weſtreich erhielt u.
Ludwig Der Deutſche fih mit Baiern begnügen
jollte. Darüber empörte fich dieſer 839, wurde jedoch
nnterwerfen u. erbielt Berzeihung; 840 erhob er
ich wieder gegen ten Vater, unterlag aber von
euem. Bald darauf ſtarb Ludwig ber Fromme auf
einer Rheininfel unmeit Mainz ten 20. Juni 840.
Nach des Vaters Tode verfolgte Lothar aus
Herrſchſucht feine Brüder; Kari den Kablen,
über deffen Antheilam Reiche er Die Lehnshoheit bean»
Ipruchte, griff er, mit feinen Neffen Pipin verbunden,
an, befiegteibn u. nahm ihm fein Laud bie an die Loire
ab; dann wandte er fich Über ben Rhein gegen feinen
Bruder Ludwig ben Deutfden. Dh erſchro⸗
den über deſſen unvermuthete Nähe, ſchloß er mit
ihm einen Waffenftillftand. Darauf zwang er Karl
ben Kahlen zu einem unvortheilbaften Frieden u. 308
841 abermals gegen Lubmig liter den Rhein. Run
verband biefer fi mit Pipin, Sohn Pipins von
Aguitanien, u. Karl dem Kablen u. flug Lothar
bei ae unweit Aurerre am 25. Juni 840.
Doch verfolgten bie Sieger ihren Vortheil nicht,
fondern liefen Lothar ruhig nad Aachen ziehen.
Diefer gewann nun bie Sadien für fi, indem er
ihnen im Fall des Sieges Erleichterung ber ihnen
von Karl dem lee auferlegten Laften u. Aut
übung ihrer heidniſchen Religion yuficherte. Als⸗
bald aber fchloffen Lie Britter u. Pipin ein neues
Bündniß gegen Lothar, trieben deſſen Heer an ber
Mofel im Frühling 842 in die Flucht n. beriefen
eine Verſammlung von Biſchöfen u. Ästen nad
Aachen, welche Lothar des Thrones u. der Krone
für unwürdig erflärten. Lothar an ber Spige eines
neu gejammelten Heeres begann nun von Lyon aus
üiber den Frieden u. eine neue Theilung des Reiches
zu verhandeln. Die Verbündeten gingen darauf ein,
u. im Auguft 813 fam der Theilungsvertrag
u Berdun zu Etante, welcher das Fränkiſche
* für immer auflöfe. Das weftfränlifche
Reich, welches als Frankreich ben Namen der großen
Monarchie erbte, erbielt Karl der Kahle; das oftfrän«
kiſche, durch Eprache, Eitte u. Geſetze von jenem
ſchon ſcharf geichieden, von germaniſchen Völkern
u. unterjochten Elawen bewohnt, kam an Ludwi
ben Deutihen. Zwiſchen beiten Ländermaſſen blie
ber Landſtrich zwiſchen Der Schelde, dem oberen
Laufe der Maas u. Der Saone auf ber einen u.
tem Rhein auf ter anderen Seite für Lothar (Los
thringen), welcher dazu noch Friesland u. Italien
nebſt den Kailertitel erhielt. Jedes dieſer Reiche
nabm nım feine ſelbſtändige hiſtoriſche Eutwidelung,
f. u. Frankreich, Deutfchland, Yothringen u. Italien.
6
Bennten Chroniten noch: Gregor von Toure,
I,storia Francorum; Aimon, Geste Franco-
rum; Yaureau, Hist. de France avant Ulovis,
Par. 1786; Gruner, Hiſtoriſche Unterfuhungen
vom Urfprung des Fränlifchen Reiches in Gallien,
Kob. 1764; Bender, Über Uriprung u. Heimath
der Frauken, Braunihw. 1857.
anken, 1) die Bewohner bes Fränliichen Krei-
je; 2) im türkifchen Reiche alle ſich dort aufhal⸗
tenden Europäer. Sie haben in Conſtantinopel u.
anderen großen Stäbten eigene Quartiere (Bram
Venauertiere); |. u. Turliſches Reich.
Sranfen, 1) eins ber großen Herzogthümer,
worein Deutichlanb nach der Zerftüdelung ber Ka⸗
rolingifhen Monarchie eingetheilt war, u. in ber
Mitte gelegen, wohl das mächtigſte derſelben; ent-
fan aus Oftfranfen od. dem, was Lubwig bem
tichen auf dem rechten Rheinufer in Deutſch⸗
Tand yugetheilt war u. ben fpeciellen Namen tes
Brantenlandes behielt, ale für das Ganze ber
Name Deutſchland adoptirt wurde. Es war ge-
theilt in: a) Francla orlentalls (Oſtfranken,
Sranconta), welches bis auf bie neuere Zeit ale
Derzogthum F. unter der Herrſchaft des Bifchofe
von Würzburg ſtand; u. b) Franela Rhenensis
Rheinfranten). Der erfte Herzog von F. war
onradl., u. als dieſer 911 deutſcher König wurbe,
folgte ihm als Herzog von F. fein Bruber Eber-
hard. Diefer tunnte das von feinem Bruder erhal.
tene Herzogthum Baiern nicht behaupten, erhielt
aber 923 nom König YA L., nachdem er dieſen
919 als König anerlannt hatte (f. Deutfchland,
Geſch.) Lothringen. Heinrichs Nachfolger, Otto I.,
verbannte Eberhard, ha diefer 937 Ottos Bruder, den
Herzog Heinrich von Baiern, gefangen u. eingeiperrt
hatte. Aus der Verbannung zurüdgelehrt, verband
er fi) 938 mit Herzog Bifelbert von Lothringen
gegen den König, blieb aber 939 bei Andernach.
atfer Otto verlieh nun Rheinfranten an Kon⸗
rad ll. ven Rothen od. Weiſen, Sohn Werners,
Grafen ven ESpeier u. Worms. 944 eribeilte er
ihm noch Oberlethringen u. bie Aufficht über bie
Städte Oſtfranlens. 952 nahm ihn der Kaijer mit
nad Italien. Dort aber ſchloß fi) Konrad, als ter
Kaiſer nah Deutſchland zurüdtehren mußte, an
befien Feind, Berengar, an u. verband fich mit
Ottos Sohn Ludolf, der fi) gegen den Vater ein⸗
pörte. Als die Sache übel ablief, rettete fih Kon-
rad nad) Lothringen u. bat ten Kaijer um Gnade.
Dieler nabm ihm Lothringen wieter, ließ ihm aber
Rheinfranken. Konrad II. blieb in ter Schlacht bei
Augsburg gegen die Hunnen 955. Sein Sohn
Otto (geb. 947) folgte ihm, Anfangs unter ber
Vormundſchaft feines Cheims Wilhelm, Erzbiſchofs
von Mainz. Da dieſer 978 vom Kaiſer Otto II.
das Herzogthum Kärnten u. bie Marlgrafſchaft
Verona erhielt, fo zog er es vor, dort zu leben, ſetzte
Vicare in ſeine fränkiſchen Lande u. trat dieſelben
985 un Herzog Heinrich II. von Baiern ab, erhielt
fie aber nach deſſen Tote 995 zurüd. 1002 wurbe
ihm nah Ottos II. Tode die deutſche Königskrone
angetragen, Die er aber ausihlug. Er ft. 1004,
nachtein er 1003 noch einen Zug nach Italien gegen
Ardnin, Der fich gegen Kaifer Heinrich empört batte,
nnternenmmen, aber nichts gegen ihn ausgerichtet
Hutte. Ihm felgte fein Sohn Kenrad III. (Kuno)
sen Worms cd, der Alte, ber feine Refibenz in Be»
h Franken bie PFranteuns.-z
Bol. uußer ben unter Francorum annales ge kelnheim bei Kreuznach nahen
. Dielen
fein Sohn Konrub IV. ber Jängerei
da ber Kaiſer Beron« u. Kärnten un |
fieh, biefen befehtete u. ihn 1009 Bei
Ru Deinrie IL at oe
6 um bie ni
ucbe Konrad ber De Sn
A mit feinem Vater Otto
fränliſche Herzogtum theilte n. vor d
georden war), 1024 zum König gı
en nun bie fränfilchen Herzöge in ein
auf den beutichen Kaiferibron lame
Kaifer bie 1125, |. Deutfchland [Gefd
Berbruß barüber empörte fih Kom
gegen ben Kaiſer, me fi ibm abe
u. wurde ine Exil geſchickt Epäter u
wieber verjöhnt, erhielt er, nadhbem 9
Fagtet war, 1036 bus Pergogihun
firien wieder u. ging mit dem Kaiſer
wo er 1039 fi. F. fiel num an ben 4
von dem es deſſen Sohn un. Nachfolger
rich UII. erbte. Diefer ließ den Herzo
ganz eingehen u. bob vage en das
rheiniſchen Pfalzgrafen. 4 Heinri
rirte das Herzogthum u. gab es feinem!
rad (V.) von Hohenſtaufen, Sohn
riebrich von Schwaben. Während bis
reuzzuge ins Gelobte Land begriffen
tbar, Heinrichs V. Nachfolger, mehren
rads an —* 1128 zurüdgekehrt, verb
rad mit ſeinem Bruder Friedrich ge
thigte benjelben, die Belagerung Wär
en, u. firebte fogar nach ber Ra
eutſchland (Geſch.). Er jöhnte fid a
Lothar aus, da er ſich nicht gegen ihn:
mochte, u. wurte 1148 al® Konrab II
folger auf dem Kaiſerthrone. Nach 4
erbielt deſſen WA riedrich von Rt
ne Barbaroſſa bie Serzogamär!
ranken, u. als derſelbe 1167 ohne mä
ftarb, fo belehnte der Kaiſer feinen eig
Sohn Konrab VI. mit Rheinfranlen
fein äÄltefter Bruber Heinrich, als er
Bater als deutſcher Kuifer fulyte, moi
thilmer Elſaß u. Schwaben bazu. 4
1197 ohne Erben, u. das Herzogthum
wurde großentheil® mit ber Rheinpfa
ranconien aber gab Heinrich nun ſt
bilipp, der ihm dann als deutſcher
dachher erhielt ben Titel eines ſränli
in dieſem öſtlichen Theile Der Bilde
burg, |. d. (Geſch.). Vgl. Croll, De d
cine Rhenensis, im 3. Bde. ber A
mine Theod. Palat, ©. 337 fi. 2
lige Fränkiſche Kreis, al8 Hauptbeſtand
zogtbums F.; u. 3) neueſier Zeit Ben
Kreiſe Ober⸗, Mittel- u. Unter
Baiern; 4) populäre Bezeichnung |
tihen Landestheile Baierns, in weld
kiſche Dialekt geſprochen wird, zwiſch
telgebirge u. Böhmerwald auf dere
Odenwalde auf der anderen Seite; a
liche Theil von Württemberg u. Bat
Koburg u. der größte Theil von Sad
gen, Hilbburghaufen wird dazu gerech
Frankenau, 1) Amt im Kreiſe Fr
kurbeſſiſchen Previnz Oberbefien; 25
Stadt u, Amtefig darin; 950 Ew.
Frankenberg bis Frankenſtein
berg, 1) Gexrichtsamt im Lönigtich ſach |
iſe Zwickan mit 16,680 Ew., in 1 &tabt
fern; 2) Amte⸗ u. Fabrilſtadt darin an
vom, Weber- u. Sonutagefhule, Floß⸗
Rattunbrudereien u. Bleihen, Seiden⸗
ı. Leberfabrit, Buchbruderei, Weberei;
‚ mit bem Rittergut Neubau. In ber
Schloß Sachſenburg (f. d.) — F. dankt
ndung wahrſcheinlich dem ehemaligen
z. kommt ſchon 1213 urkundlich vor;
woar es ein Lehn ber heſſiſchen Abtei
„ wurde 1609 nebſt Sachſenburg von de⸗
Schönberg an den Kurfürften Chriftian II.
en verlauft. Hauptbränte: 1450, 1563,
12, 1715 u. 1788. Bgl. Bahn, Hiſto⸗
mwichten von B: Schneeb. 1755. 4) Kreis
n ber kurhe fiichen Provinz Oberbeffen;
D Ew.; 3) Hauptftabt u. Amtefig darin
der, Leber- u. Tuchbereitung; 3100 Ew.
enberg, 1) |. Srandenberg. 2) Johann
b, Graf von 5. Bohn bes Grafen Otto
8, geb. 18. Sept. 1726 in Glogau, &
weslau, dann im Ben ungariioen ol
ı Rem, wurde, nach Deutichland zurückge⸗
78 Eoabjutor des Erzbiſchofe von Goẽrtz,
Be! von Mecheln, bald baranf and
belgiſchen Staaterath® u. 1778 Tarbi-
Mpeibigte gegen bie Neuerungen des Raifers
L die Freiheit der Kirche u. ber bifchdf-
i ; als er aber in ben BVerdacht
Kufrubr in Brabant 1789 unterflüßt zu
stfegte ihn Kaiſer Joſeph feines Amtes;
bem Einfall ber Franzoſen %. auch den
iten berjelben gegen die tortige Kirche
d zu leiften verſuchte, wurde er 10. Oct.
dem Nationalconvent zur Deportation
t, nach Brüffel abgeführt u. jenfeit bes
bracht. Er lebte erit in Emmerich, danm
Ahaus in Wehfalen u. ging zuletzt nach
Holländiſchen, wo er 11. Inni 1804 fl.
beiner, Der Cardinal von F., Freib. 1850.
mberg-Lubwigäborff,i Ssrandenberge).
enburg, Markifleden in Ofterreich ob der
er Nähe des Hausrudwaltes, Schloß, Lei⸗
summoollenmeberei, Glashiltte; 1200 Ew.
enfelde, Dorf im Kreife Cherbarnim bes
u Regierungsbezirts Betstam; Merino-
Lehranſtalt für Schafzüidhtler.
mbaufen, 1) Ant im rubolftäbtifchen
er unteren Grafſchaft Schwarzburg; 2}
‚250 Ew.; 2) Stabt darin, am Fuße des
ges an einem Arın ber Wipper; Haupt»
nterberrichaft, Sitz Der Laudbhauptmann⸗
) Amtes, eines Confiftoriung u. anderer
„fürſtliches Schloß, Gymnaſium, Sal⸗
Leimſitederei, Fabrikation von muſilali⸗
rumenten, Färberei u. eine den Bürgern
Zaline, mit ihr ſteht ein Soolbad in Ver⸗
5500 Ew. welche bei. Woll⸗ n. Kornhandel
Weinbau treiben. In der Nähe Braun
ven u. das Jagdſchloß Rarbefeld. —
gehörte F. ten Grafen von Rothenburg
w denen von Beichlingen. 1349 verkaufe
e %. an bie Örafen ven Schwarzburg. Am
525 bei 5. (auf dem Schlachtberg) Sieg der
Braunſchweiger u. Heſſen ilber bie 59 —
Zauern unter Thomas Münzer, ſ Deutſch⸗
ih.) XL »). 1833 große Feuerebrunſt.
477
Wranfenpeim (Sranfenan, Braufan), Markt⸗
fleden im batrifchen Kreife Mittelfranken, am Schloß»
g bei Schillingefürft nahe ver reirttembergilgen
Grenze; Simultanlirche, Belbbau; 1500 Ew. Da»
bei das unergränbliche Roͤthe Meer.
Srantenhöhe, Höhenzug im weſtlichen Baiern
n. in Württemberg; es ift ein verſchieden benann⸗
ter Zug von Keuperrüden mit Einſenkungen u.
Knoten, der fi füblich durch das Harbtfeld an bie
Alp anſchließt, in nörblider Richtung verläuft m.
fih im Steigerwald bis zum Main, jenfeit derſelben
aber noch in ben Haßbergen fortfegt; ex bildet bie
Scheibe zwiſchen dem fränkiſchen u. ſchwäbiſchen Lande.
Frankenla (F. L.), Pflanzengattung ans ber
amilie der Frankeniacese, 1. Orbn. 6. M. L.;
rten: F. hirsuta u. F. laevis, in Südeuropa u.
Afien; F. corymbosa, in der Barbarei; F. micro-
phylia, in Sübdamerifa, u. a.
i „Pflanzenfamilie aus der Klaffe
ber Parietales Endl., mit langröhrigem,
bis fünfipaltigem Kelche, unterftändigen, langgeftiel-
ten Blättern der regelmäßigen Blumenkrone, mei
6 Staubgefäßen, einem freien Fruchtknoten mit
3— 41 wantflänbigen Samenträgern u. einem Griffel
mit 3—4 Narben; Kapfel brei- bis vierflappig,
Samen auf dem unteren Theile des Rildens ber
Klappen; Keimling orthotropiſch. Gattung: Fran-
kenis u. bie verwandten Gattungen Anisadenia,
Fouquiera u. Bronnia.
Frankenidae, bei Reichenbach unter ber Fa⸗
milie der Ciftusgemädhle.
kenmarkt, Marttfleden u. Hauptort bes
feichnamigen Bezirks in Ofterreich ob ber Enns
Sanerud reio), Eifenhammer, Yeinmeberei; 950m.
ankenrecht, |. Fräntifches Recht.
ranfenftein, 1) Kreis bes preufifchen Res
pierungobeytrtes Breslau; ift im Garen bügelig,
ım Suden flebt das Eufengebirg u. ein Theil des
Reichenſteiner Gebirgs mit dem Wartha⸗ u. Spitz⸗
berge; Hauptfluß Die Neiße; 9,65 M., 49,700 Ew.;
2) Kreisſtadt daſelbſt, am Vauſebach; Woll⸗, Lein⸗
n. Strumpfweberei, Salzfactorei, Fabrikation von
Strohhüten, Salpeter⸗ u. Scheidewaſſerhütte,
Flache⸗, Garn⸗ u. Getreidemärkte; 6300 Ew. —
1341 wurde bier Herzog Bolco von den Böhmen
belagert; im 15. Jahrh. wurde 5. von ben Huſſiten
verwüſtet u. 1465 bei ber Einnahme durch Georg
Podiebrad das alte Schloß zerftört; 1520 ließ Herzog
Karl die Stadt wieder berftellen ıı. feit 1524 das
Schloß bauen, mo Lie Herzöge dann refibirten.
1622 brannte bie Stabt ab, 1646 wurde das Schloß
zerſtört; 24. April 1558 wieder große Feuersbrunſt.
8) Burgruine im Kreife Darniſtadt der großberzog-
lich beiftligen Provinz Starfenburg; merkwürdig tft
das fogenannte Frankenſteiner Eſelsleben: Die Far
milie von F. hatte nämlich von Beſſungen jährlich
12 Malter Korn nebfi 2 51. 12 Alb. zu beziehen,
mogegen fie einen Ejel halten mußte, auf welchem
die Weiber durch Darmftadt geflihrt wurben, welche
ihre Diänner geichlagen hatten. Der Bote, welcher
auf Erfortern den Eſel brachte, führte dieſen felbfl,
wenn die Frau durch binterliftige Bosheit ihren
Mann gefchlagen hatte ; hingegen mar ber gefihlagene
Mann der Kührer des Eſels, wenn er in offener
Fehde feine Schläge befomnien hatte. Noch 1588
wurde von dieſem Ejel Gebrauch geinacht. Bol.
Seriber, Befchichte ter ehemaligen Burg u. Herte
haft F., Darmſt. 1853. .
478
Frankenthal, 1) Lanheommifjariat inı baieri⸗
ſchen Kreile Pfalz, 5} DOM. ; 44,000 Ew.; 2) San
ton bier, 23 OM.; 20,000 Ew.; 8) Hauptflabt
darin, am — Rheinlanals, welcher durch
den Fuchebach u. Die Iſenach fein Waſſer erhält, u.
an ber Ludwigsbahn; hat Lateiniſche Schule, Lager⸗,
Armeu- u. Strafarbeitehbaus; Fabriken in Tuch,
Baunımolle, Golb- u. Eilberbraht, Feilen, Siegel⸗
Ind, Tabak ꝛc., Slodengießerei; Handel mit Holz;
Freimmaurerloge zur ae am Rhein;
5500 Ew. — 5%. war früher ein 1119 vom rei»
ren Erlenbart von Dalberg geftiftete® Klofter;
urfürſt Sriebrich ILL von ber Hal; gab dem na
a. nach zu einen $leden erwachſenen u. von ihm
erworbenen F. Stadtgerechtigkeit u. begränbete 1562
durch Aufnahme anegewanderter Nieberlänber ben
Wohlftand bes Orts, veranftaltete auch bier 1571
ein Religionsgeſpräch; durch Friebrih IV. wurbe
F. befeſtigt, 1623 von deu Spaniern vergebene be-
lagert, 1632 von ben Schweben u. 1635 von ben
Kaiferlicden erobert, 1648 be Kurfürften zurüde
gegeben, 1688 von ben Franzoſen genonmen u.
—2** darauf wieder aufgebaut u. im rer
Revolutionskriege 14. Juni 1796 von den Fran⸗
enonmien; 4) Pfarrborf im Gerihtsamt |
feu
Biiho Imerda bes ——— ſächſiſchen Kreiſes Bau⸗
tzen (Oberlauſitz), Schloß, Lein⸗ u. Bandweberei,
Grauit⸗ u. Wetzſteinbrüche; 1230 Ew.; 5) deut⸗
ſche Colonie in ber braſilianiſchen Provinz Rio⸗
Graude (Sübanterifa), 1830 vom Major Schäffer,
ehemaligem Commandanten bes deutſch⸗braſiliani⸗
ſchen Frenidencorps, gegründet. Vgl. Braſilien
Geſch.) III. A). .
Frankenwald Gebirgezug, welcher, in Baiern
den Steilrond be Fichte ebirgsebene im NM. fort-
ſetzend, Hon dein Thale der Saale u. bes Main in
inınıer höher ſteigenden Wellen ſich erhebt u. fi
zuletzt im Bleßberge an ven Thüringer Wald an
chließt; feine größten Höben bat er auf reußiſchem
Gebiet, den Kulm von 2298 Fuß u. Siglik von
2260 Fuß bei Lobenftein; bem Rüden entlang flihrt
eine alte Lundmarkung zwiſchen Thüringen u. Fran⸗
ten, aud) zugleich fahbrbare Straße von SO. nad
NW., der Kenufteig, welcher fih dann weiter über
ven Thilringer Wald fortfegt. Das Waſſer ſendet
der F. in Yoquig, Selig u. a. zur Saale, in ber
Rodach, Haslah, Steinach u. a. zum Main.
Frankenweine, bie in ber baieriichen Provinz
— wachſenden, meiſt weißen Weine; die mei⸗
en haben unter allen deutſchen Weinen die wenigſte
Säure, u. die guten Sorten ſtehen den beſten Rhein⸗
weinen an Oüte u. Blume gleich. Sind ſie ent⸗
wickelt, fo zeigen fie eine eriwärmentbe u. belebende
Kraft, viel Annehmlichleit, Geiſt u. einen eigen-
tbilmlichen, ebeln Grundgeſchmack. Zu bei feinften
gebören: 9 vonden Würzburgern: a) Leiſt eu—
wein, auf den Bergen nm bie Citadelle Würz⸗
durgs (Leifte) wachſend; b) Steinmwein, auf bem
Stein, einem Berge bei Würzburg zwiſchen Veits⸗
höchheim u. der Stadt machfend, nicht jo lieblich
von Geruch u. Geſchmack, allein feuriger u. kräf⸗
tiger; e) Harjenmein, auf der Harfe, einem
Berge bei Würzburg, gewonnen. Ale drei führen,
bu ein Tbeil der Berge, auf denen fie wachſen, dem
E pital zu Würzburg gebören, Den Namen Heiliger
Geiftwein; SC chalfaberger, wird als feiner
Bein benutzt; eKalmuth, vou Natur filg, wächſt
auf einen jürftlich röwenſtein⸗Werihheiniſchen Hel-
dagegen gewirkt, indeſſen ift
Frankenthal bis Frankfort
fen über Trieffenftein priſchen Lengfu
burg am Main nah Aſchaffenburg
dem Oberungariſchen; NGreffenw:
c—f angeführten Weine find feurig, 9
ſehr edel; gIter Bfliiben von R
nähert fich ben Yeifteumein; b) &
Saleker wächſt bei Honmelburg.
Werthheimer Weinen iſt beſ.bele
locher, kommt dem Rheinweine fehr
ſtelhäuſer, hat wenig Kraft, mi
etwa6 Branntwein veriekt, ſtark v
Klingeuberger, zwiſchen Schwein
en am Main wachſend, iſt vorzüg
IRembergeru Wetterburgen
feiner Bein. Da Würzburg u.
bie erfien Tagen gelten, fo gehen unte
Bin urger u. Werthheimer auch
. nt, boch Tiefern auch audere £
kai, fo: 6) Sommerach, Röbelfe
Heibingefeft, Frickenhufen, Iphojer
Mainftodhein, Marltſteft, Voilach,
Altenburg, Ochſenfurt, Ziel, Eı
Mainbernheim, Dettelbach, Eichernd
end von Schweinfurt gute Weine,
urg, Kitzingen, Bamberg, Fulda,
rankfurt a. M. x. in ber Gegend
Sachen, Weftfalen, Helfen, Brander
fien, Bolen, Breußen :c. einen flarfer
ben. In neuerer Zeit haf ver Berbra
Ausland jehr abgenoınmen, weil mar
Molochens (Welohens), b.b.
des 5-8 mit Sprit, KRofinenbrühe,
branntem Zuder 2c., bef. durch Juden
gegen %. geworben ift. Zwar haben
duch ſtrenge Verbote ſolcher Verjäl
das £
.. bis jetzt noch nicht wich
n neuefter Zeit fabricirt man aus f
fat von Zuder u. Hollunterblütbe
—— Lünel. Einen Theil
beſ. Steinwein u. Safeler, verjenter
thünilich geforinten Flaſchen, Bode
Frankford, 1) Stäbtifcher Bezirt
in der Srafihaft Sufler Des Staate
(Rorbamerila); 2000 Ew.; 2) Stät
in ber Grafſchaft Cumberland bes €
ſylwanien; 1300 Ew.; 3) Poſtort (Po
in ber Townfhip Orforb in ber Gı
abelphia des Staates Pennſylvanieu,
Greel; Sewerbthätigleit in Wolle, 2
ein Srrenbeilanftalt; 6000 Em.
ranffort, 1) Boftort in ber Gr:
des Staates Maine (Nordanıerila) a
River, 3 Kirchen, Banl, Schiffsbau
2) Städtiſcher Bezirk mir Poſtamt (Po:
in ber Grafichaft Herlimer tea Staate
3000 Ew.; 3) Haupiſtadt Des Sta.
u. Gerihtsjiß ter Grafſchaft Franli
am Kentudy⸗River; Öffentliche Gebä
lich Das S<taatenbaus aus weißem Ma
dhildem Siyle, das Gouverneurban:
jangenbuns u. a.: 4 Kirchen, Akabem
7 Zeitungen; lebhafter Handel, Schiffe
ſchiffiahrt aui dem Kentuckv⸗River, E
Louisville u. Lexringten. Wurde 17
1792 Sigter Regierung, batte 1653 ül
durch eine Kettenbrücke mit bem gegeni
Southfrankfort verbunden; 4).
Frankfurt bis Frankfurt am Main
nten im Staate Indiana, am MWilb-
“u Em
r, beutfche® Dorf unweit Jamburg
des Kreiles Jamburg im ruffiichen
ıt ©t. Petersburg).
t am Main (Freie Stabt F.),
t 2. als folche ſeit 1815 Mitglieb des
indes; liegt zwiſchen Naſſau u. ben
roßherzoglich u. landgräflich heſſiſchen
ge der ihm angehörenden Ortſchaften
bes Gebiets diejer Länder. Flaäͤchen⸗
M.; 75,000 Einw. Mit republikani⸗
ſung, an deren Spitze ein Senatftebt.
aniſchen Geſetze vom 16. Septbr. 1856
mit Einſchluß von d Syndiken (rechto⸗
tateren) aus 21 auf Lebenszeit ge⸗
eten Mitgliedern, von denen wenig-
Handwerkerſtande angehören müſſen.
ahme der Wahl eines Senatsmitglie⸗
n den Senate ſechs u. von den Ge⸗
örper ebensfalls ſechs Wahlmänner
llle Jahre finket tie neue Wahl ter
ſtatt: kein Zenatsmitglied darf zwei
inander Das Amt des Bürgermeiſters
m Zeiten der Reichsſtadt in Beziehung
&mablen bevorzugten beiten Geſell⸗
be ſich im Yaufe der Zeit bie Namen
Banerkichait des Hauſes Alban Lim⸗
lige uralte Geſellſchaft des Hauſes
wigelegt haben, beſtehen noch, ge⸗
keinerlei Prärogativen mehr. Der
Körper beſteht aus 57 von ber Bür—⸗
biten Mitgliedern, Darunter 4 Iſrae⸗
D Delegirten ber ſtändigen Bürger;
m. aus 11 von ten Yanbgemein-
gemwäblten Mitgliedern. Der Senat
iſſen Füllen, jet cd aus eigenem An-
auf den Wuunſch der Verſammlung,
n tie Ausſchüſſe tes Geſetzgebenden
Ausgleichung von Meinungeverſchie⸗
ſchen beiden Körperſchaften dient ein
ausſchuß aus fünf beiderſeitigen Mit⸗
Falle einer Nichtverſtändigung ſteht
en Theile tie Berufung an das Ober⸗
richt frei. Zur Controle des Finanz.
Bürgercolleg beftimmt, beflen Mit-
ebenszeit ermäblt werten. Die Er-
8 aus 51 Dlitgliedern (daher Colleg
nfaiger) beftebenten College erfolgt
Lahlausſchuß ven 12 Perſonen, von
na dem Bürgercolleg felbft aus feiner
on ter Gefeßgebenten Verſammlung
te gemäblt werten. Zu ten Smede
Dteviſionogeſchäfts bilder fie ans nem
ber ein von ihr felbft unabhängiges
g ber fogenannten Neuer, beflen
ch Sitz u. Stimme in der Behörde
Der Senat ſorgt für Die verfafiungs-
ze Einrichtung des Gerichtésweſens ı.
en geſetzlichen Rang der Nechtepflege.
flicte zwiſchen Verwaltungsämtern u.
ein eigeuer Gerichtsbof, zur Hälite
n, zur Hälfte aus Richtern beſtehend,
»joluter Mehrbeit ein ſiebentes Mit⸗
i, entſcheiden. Außer dieſem Gerichtt»
berappellationegerichte (dritte Inſtanz)
teben folgende Bebörden für bie Ver⸗
echt apflege in ſtreitigen u. nicht ſtrei⸗
479
tigen Civilſachen: ein Appellationsgericht (zweite
Inſtanz) mit fieben Räthen; ein Stadtgericht (erſne
Inftanz) mit neun Räthen (auch zweite Inſianz für
Stadtamtoſachen); ein Stadtamt fir freitige Civil⸗
rechtsjachen unter 300 Fl. mit drei Richtern; ein
Landjuſtizamt mit einem Richter, womit bie Füh⸗
rung des Zransfcriptione- u. Hypothekenbuches
verbunden ifl; eine Standesbuchführung, auf wel-
chem Amte andy die Eivilehe vollgogen wird, beren
Rechtsgültigkeit auch obne kirchliche Einfegnung an⸗
erkannt ift u. welche der kirchlichen Einfeguung vor⸗
ausgehen muß; das Fiscalat. Zur Ausführung der
Strafgerihtsbarkeit: ein Rügegericht mit
einem Richter für Ubertretungen; das Zuchtpelizei-
gericht (erfie Inflanz), gebilbet durch das Stadt⸗
ericht, drei Richter ; das Appellationsgericht (zweite
Inſtanz); das Appellationegericht in Lübed bildet
ben Safjationshof, aud die Berufung an brei für
beftimmte Een bezeichnete Facultäten iſt zuläſſig;
der Aſſiſenhof beſteht aus ſecht Räthen bes Appel⸗
lations⸗ u. Stabtgerichte. Zu ben Aſſiſen werben
zur Entfcheitung üter bie Schuldfrage Geſchworene
zugezogen. Cine Staatsanmaltfchaft verfolgt um
Wege ter bffentlichen Klage Die Verbrechen, Ver⸗
geben u. Übertretungen, foweit nicht die Privatllage
zugelajien iſt. Das &erichtsverfubren iſt öffentlich
u, miludlich; Die Unteriuhung wird von dem Unter
fuhungsrichter geführt. Die gerichtliche Polizei
wird von der Staatsanwaltſchaft u. ihren Hillfe-
beamten ausgeübt. Das großhexzoglich heſſiſche
Strafgeſetzbuch iſt mit geringen Anderungen am
16. Septeniber 1556 als Gefeg publicirt. F. bat
ein Zuchthans mit Arbeitshaus u. ein Gefängniß⸗
gebäude, die Conſtablerwache; die ſchwereren Ver⸗
brecher werben in heſſiſche Zuchthäuſer gebracht.
Dem Senate ſieht das Recht der Begnadigung u.
bei Lebens⸗ od. ſonſtigen ſchwereren Strafen ber
Betätigung u. Mitderung des Urtbeil® zu. Der
neu conftituirte Geſegebende Körper trat im
Novbr. 1856 in Thätigteit, feiner Wahl folgte bald
die Zufammenfegung ber Gerichte aus Den neuen
Richtern u. bie Reduction u. NReconftruirung bes
Senats, teilen überzählige Dlitglieber jedoch ale
außerordentliche an ten Senatsfigungen Theil
nebmen, bis mit ber Zeit das norınale numeriſche
Verhältniß von 21 Mitgliedern hergeſtellt it. Beim
Deutfhen Bunde bildet ter Staat F. im Enger
ren Rath ter Bundesverſammlung mit Hamburg,
Yübel u. Bremen bie 17. Curie. Die Stimmfüh-
rung wechſelt unter ben ‚Freien Städten nad) einem
vereinbarten Turnus. Sm Plenum ber Bundes
verfamminmg bat F. eine Stimme. Einnahmen
u.Ausgahben wurden pro 155% von dem Geſetz⸗
gebenden Körper auf etwas über 1,950,000 Fl. ver⸗
anſchlagt. Die öffentlihde Schuld betragt
17,162,556 Fl., hiervon v, 103, 700 31. Eiſenbabhn⸗
anleben, 1,000,000 von ter Bank ten Staate un⸗
verzinölich vorgeſchoſſen. An Mititär ftellt F.
zur Reierveinfanterietivifion des Bundesheeres
1044 Dann. Die Uniform bes Feer Militärs
it: Linie: blaue Röcke mit rothen Nufichlägen,
grane Hofen, Pickelhauben, weißes Yererzeug, Ge⸗
mehr mit Bajenmet; Scharfigügen: ariine Auf⸗-
ſchläge, Büchien n. Girfchfänger, ſchwarzes Leder⸗
zeug. Die Militärverwaltung iſt Das Kriegs⸗Zeug⸗
Ant, zwei Seuats⸗ u. ein bürgerlicher Depu⸗
tirter. Gentarmerie: 64 Maun mit 6 inter»
offizierem, 8 zu Pferd u. 56 zu Fuß; Schutzmaun⸗
Frankfurt am Main
ſchaft: 32 Mann; Gtabtwehr: 4 Bataillone, | iſt zur Wahrung des Intereſſes bes G
wozu alle Männer von 19— 35 Yahren gehören, | eine Gewerbelammer gegründet werb
nebft einem Loſchbataillon u. einer Eſscadron Ea- | aus Handwerkern u. Kabrikanten, gleid
vallerie (200 Dann). Seit 1848 ift von der Stadt» gliedern, welche in achen bei
wehr nur noch das Löfchbataillon in Activität, bie | achtet u. ſich bereite mit bem Entwurf
übrigen Stabtwehrcorps find fuspendirt. Wap- | Gemerbeorbnung beichäftigt. Die %
Kein: ber fogenannte — Adler, ein ein- | handlungen beläuft ſich auf 30, bed
acher goldgelrönter filberner Adler mit ausge⸗ u. Steindrudercien, Schrift⸗ u. Ste
Breiteten Ylügeln im rothen Feld. Stäbtifche | reien find vorhanden. Ein bebeuten
arbe: Rothu. Weiß. Orden u. Ehrenzeichen: | zweig, uamentlih der Bewohner
berne Medaille für die Freiwilligen u. das Linien | Sachſenhanſen, welche auch Obfi-, 2
militär im Feldzuge 1814; für die Freiwilligen u. | tenbau treiben, it der Gemüfebau. t
das Linienmilitär im Feldzuge 1815; militärtfches | bahnen befteben, werben bie er &
Chrenzeihen für 50, 25, 15 u. 10 Dienftjahre; | verfandt. Die Production an Welt
Felbdienft - Ehrenzeichen für das Linienmilitär für | F. ſelbſt unbebeutend. Als Entrepot f
1848 u. 49; Feld-Ehrenzeichen be Generalgouver- | handel befindet ſich am jenfeitigen U
nements &-8 für 1814. Die beiden Ganerbichaften, | einenene Fruchthalle. Alljährlich fin
Haus Alten-Limpurg u. Haus Frauenſtein, befigen | fen flatt, die Ofter- u. Herbfimefl
ein Ordenskreuz. Für das Poſtregal zahlt der | u. Mariä Geburt. Die Mefien ba
ürſt Thurn n. Taris, zu deſſen Vermaltungsge- | Bebeutung ſehr verloren, doch find fi
ie gehärt, jährlich 12,000 81. F. ift dem Oſterrei⸗ Artileln, wie Leber, fächfiichen Wei
chiſch⸗ deutſchen Poftvereine beigetreten. Rechts- | noch ſehr bebeutent; auch ber Detail
quellen: die Stabtreformation von 1611, viele | ergiedig. Münzen: In 5 wird |
ältere u. neuere Berorbnungen, Geſetz⸗ u. Statu- Gulden & 60 Kr. od. 240 Heller; od. au
tenfammlung, die organifhen Geſetze von 1856, | mweife nach Neichstbalern à 90 Kr. ei
das neue Dtzafgeleböud von 1856, die allgemeine | Die gan der Batzen d 4
deutſche Wechſelordnung von 1852, das eine | nicht mehr vor. Die Währung iſt bei
NRehtu.a.m. Hiftorifde Quellen: Lersnere | nach ber fübbeutfhen Dllinzconventi
Beer Chronik, Fichards K-er Archiv, Geſchichte Fes der 244 BI.» Fuß — 243 BI. auf ein
von Kirchner, besgleihen von Lange; Rönıer- | Marl Silber. Die Notirung ber Wi
Büchners Forſchungen über Fos Geſchichte. Das | in Gulden biefer Währung; 1 Fl. im
Archiv für 5-8 Geſchichte u. Kunft erfcheint alljähr- | = 17 Egr. 1,710 Pf. preuß. Con
lich in 1 Band, besgleichen eine F-er Jahreschronit. | Münzen der Stabt B find: in Gel
5. ift einer der wichtigſien Plätge für ben Han- | in Silber (nach ber ſübdeutſchen Mi
del bes deutſchen Binnenlandes u. ein erfter Wech- | von 1838): ganze u. halbe Bufbenf
ſelplatz. Der Handel mit Fonds u. Effecten ift ſehr
bedeutend u. die Coursnotirungen ber Frankfurter
Börje, neben welder noch eine fogenannte Effecten-
focietät außer der Börfenzeit ben Handel mit Werth.
Papieren in einem eigenen Locale betreibt, find fr
den größten Theil von Süddeutſchland u. der
Schweiz maßgebend. Außer ben großen Banl-
häufern, unter denen bie Firma Rothſchild u. Söhne
u. Gebrüder Betbmann mweltbelannt find, vermit-
telt Den großen Weltverkehr bie jeit 1854 beftehenbe
Fer Bank (f. Band). Zur Wabrung ber Intereffen
des Hanbeleftandes befteht eine Handelskammer u.
ein Yörfenvorftand aus 20 Mitgliebern, deren Mit-
glierer auch das Handelsgericht conftituiren, ein
yndicat der MWechfelfenfale u. ein Wechſelproteſt⸗
comptoir. In commerciellen Angelegenheiten gibt
bie Handelsfammer dem Senate durd bie Vermit-
telung des Rechnei-⸗ u. Rentamtes Gutachten ab.
Die ökonomiſchen Verbältnifie 5-8 eignen fich nicht
zur Entwidelung einer großartigen Induſtrie.
Das Fortbeſteben des Zunftweſens hemmt Kiefelbe
u. die Productionswerbältniffe find nicht günftig,
weil zu foftfpielig. Große Handelebäufer befiten
bedeutende Fabriken in anderen bentfchen Staaten
n. England; doch bar ſich Die ſtädtiſche Induſtrie
ſehr gehoben, Tabak, Cigarren, Gold⸗ u. Silber
tapeten, Wachätuch, Tadirtes Leber, Buchbruders
ſchwärze, chemifche Producte überbaupt, nameut⸗
lich das berühmte Chinin, Eiſengußwaaren, vLuxué⸗
u. Galanterieartikel, kunſtinduſtrielle Erzeugniſſe
aller Art, Portefeuilles, Etiketten, Strohbüte, cent
primirte Gemüſe, Runkelrübenzucker, Haſenbaare
(bedeutend) u. a. m. werben erzeugt. Seit 1855
30 Kr., Dreieinhalb «- Gulbenftüde —
— 2 Thlr. preuß. Cour., ale Verei
Scheidemünze: 6⸗, 3- n. 1-Kreuge
51.» Fuße; in Kupfer: Seller, 4 auf 1
geld: Noten ber Feer Bauf zu 1000,
10u.5%. Die Bons der Recharil
oo nr fogenannte Recha
heine & 1000 u. 500 Fl., find voll
lungsmittel. Geſetzliche Wechſelzahlur
Silbergulden⸗ u. Halbguldenfüce,
preuß. Cour., F⸗er Banknoten, öfte
bergulden; ſeit Mai 1858 haben
Zwanziger u. Zehner aufgehört, gefei
zablungsmittel zu fein. Ausnahmen
Des Dlangels an Silbergeld werben aı
Frankenthaler u. holländiſche Guidenfl
ſelzahlung geſetzlich zugelaſſen. Seit
iſt der Wiener Münzvertrag vom 24.
Kraft getreten, durch welchen F. gleid
Staaten des 241 Fl.⸗Fußes den 52
halt = 52! I. auf I Bund feinen €
öfterreihiichen 45 51.» u. dem 30 T
zeitherigen 14 Thlr.⸗Fuß⸗Länder.
5 nur bie groben Münzen bes neuen
wei⸗ u. Einvereinethalerftüde A 37
45 Kr. bisheriger Währung, prägen.
ber neuen, für bie 244 51.» Fuß - Für
nen mittelgroben Münzen umterbieibi
abfichtigt, ſich nit den übrigen Staate
Fußes über Die Annahnie bes Öfterreid
| Fußes zu verftundigen. Das Bapie
|
nachbarten Staaten, Buiern, Württen
Hefien, Naſſau, preußifche u. füchfliche
Frautfurt am Main
hutichen Berkebre zu ſeinen vollen |
: 28
12 Zoll & 12 Linien, 100
‚es pr. Buß, 1 Fuß 126,
in 4, 4. 4 26. getbeilt, hat 242,616
Feer Brabanter Elle — 309,963
ı er Ellen == 82,061 Berl. Ellen,
en — 104,837 preuß. Ellen; ber
e) Stab — 523,976 Bar. Linien,
1,228 preuß. Ellen; ta Klafter ber
riſchuh, das Reis (eine Reihe auf-
er iebenter) Schieferfleine 8 Werk⸗
aliche od. Felvruthe — 123 Werl-
eldſchubh A 10 Zoll & 10 Yinien ge-
== 3 Werkzoll; die Waldruthe —
h ıft in 16 Theile, aber auch in
I0 300 & 10 Pin. getbeilt; Flächen⸗
en ob, Feltınorgen bat 160 ORu⸗
en 79,3154 preuß. Morgen, er
ber MWaltmorgen, eben fo‘, bat
en, 100 Waldniorgen — 5,1650
Kubikmaß: Breunbolzmaß ift der
zerlſchuh in Yichten breit ı. Goch,
vobnlider Scheitlänge von 3 Werf-
Pubil- Merfibub, 2 Steden find
Lannenfcheiten 3 Stecken — 1 Gil⸗
lafter ift 5 Echub breit, 7 Zchufs
Schuh Scheitläuge 124 Kubit⸗
ſtlafter im Forſtanmts Holzuagazin
reit, 491 Werlzoll boᷣ, 1 Kiaſier
ker; Fruchtinaß: das PDlalter hat
Zechter A 4 Geſcheid A 4 Viertel-
ſcheid hält 1 altes Diaß, das Mal⸗
Aubil-Wertzol, 100 Malter =
Scheffel, gemefien wird mit bem
ohlenbülte hält 5,2574 Kubil-Wert-
itte 6,15718 Kubik⸗Werkſchuh; Ge⸗
» Kuder Wein bat 5 Ohm, das
aß 8 Chin, Die Zulaſt ift 4 Stüd
Orboft ed. die Pirce wird zu 1}
die Ohm bat 20 Viertel vd. 80 alte
4 alte Schoppen, die alte Maß —
0 alte Map — 156,580 preußiſche
— 2,0877 preußiiche Gimter; Pie
zSchenlinaß ber Wirthe, fie bat 4
ungmaß — 8 Altınaß, 100 jnuge
; preußiihe Quart. Gero ıchte:
1858 iſt in F. gleichzeitig im
rttenıberg, das Zollaewicht einge⸗
yatte Die Einführung deſſelben eine
tung, indem Damit eine Dienge
be, als Golb⸗, Eitber-, Fiſch⸗,
se, Schwergewichte u. auch anbere
mit wurden. Das neue Geſetz be⸗
ichtseinheit das Zellpfund zu 500
immen mit ter Cintheilung in 32
tet als Unterabtheilungen Den Ge⸗
on Halbirungen, als auch der De-
bes Bundes, letzteres, inebeſon⸗
ung auf edle Metalle, wobei das
afenbtbeilen mit becimaler Abſtu⸗
ſendtheil zu zehn Aß gerechnet wer⸗
snahnıe Les Apotbekergewichte (gilt
rger) u. des Juwelengewichts (gilt
velentarat Ynit feier Tiutbeiluug),
a Poſt⸗ u. Zollämtern titlichen Ein⸗
nb6 in 30 Yerb, berrijcht jcis 1. Juli
ne Gleichförnigleit im Gewichte.
om. 4 Rufl. VI.
e
ar. ;
481
Unfulten u Bereine für Kunf n. Wiſ⸗
enmaße find der Fuß, Schub | jenibaft. Die Stubtbiblisthel, welche Die Samm⸗
(ungen bes Domſtifts u. der früheren Doininitaners
u. Karmeliterliöfter in fi aufgenommen bat, if
1484 vurch ein Verinächiniß Yubtwige von Marburg
geftiftet ıw. ſpüter durch verſchiedene Privatbiblis⸗
thelen vermehrt iourden u. zählt an 70,000 Bände,
dabei mehrere Hundert Incunabeln u. eine große
Anzabl wichtiger Manuſeripte; iu ben Bibliothek⸗
gebäude befinden ſich auch ein Münzcabinet, eine
anındung von meiſt ägyptiſchen Altertbümern u.
ba Prehnſche Gemalvecabinet. Die Daem''ſche
Gemãlbegallerie, welche auch ber Bibliothel gehört,
iſt in dem ehemaligen Gebäude des vun Verbniunne
Shen Wufeurns aufgeftellt. Das Städel'ſche Kunſt⸗
infitut, geftiftet von 3. F. Städel, mit einer pri«
daten Kunſtſammlung u. einem Capitale von
1,200,000 Fl., umfaßt außer ber Kunſiſammlung
ſelbſt eine Biblivthel u. eine Lehrauftult, werin in
ftufenweifen dortzun vom Elementarunterricht
bis zum höheren Kunftunterricht, in ben Ateliers
ter Meiſter den Kindern verbilrgerter u. unbemit⸗
telter Eitern Gelegenheit gegeben if, ſich ſowohl
zu Künftiern als auch in WBauprofeffienen u. ver-
wandten Handwerken u. Gewerben auszubilden.
Dus von Detbmann'jhe Mujeum, jet vor bem
Friebberger Thore in einem neueu, eigens ge⸗
baten Locale aufgeſtellt, eine Samınlung von
Antiken, Statuen u. Eypsabdrücken, barınıter die
berrliche Ariadne u. bie toloffale Büfte vun Sıhiller,
beide von Danneder. Die Seudenbery’iche Natur-
ſorſchende Geſellſchaft zur Förderung ber Natur⸗
lunde, zur Unterftügung dev ihr zewidnieten bereits
bier beſtehenden naturwiſſenſchaftlichen Anftalten
u. jur Sammlung bierzu dienliher Gegenſtände,
neh! aus ordentlichen urbeitenten u. anßerorbente
lichen Ehrenmitgliebern, welche zum Theil Jabres-
beiträge, zum Theil ewige Beiträge in Geld leiſten.
Die Gejellihuft hat ein naturgeſchichiliches Muſeunm
gefliitet, welches zu Ehren bes Stifters der Senden
beryifchen Stüitung, bie aus einein Bürgerbofpitale
befteht, mit melıhem ein mebicinifches Inſtitut mit
anatumifchen Theater, botaniſchem Earten, einer
Teihbibliothel, einem phyſikaliſchem Cabinet u. che⸗
miſchem Laboratorium verbunden wurde, den Na⸗
men des Senckenberg'ſchen Muſeums erhalten bat.
Vorleſungen über alle Zweige der Naturwiſſen⸗
ſchaſten werden in den Localen der Geſellſchaft ge⸗
halten. Die Geſellſchaft zur Veförderung nilglicher
Künſte u. teren Hülfswillenichaften, damit verbun⸗
ten eine allgemeine Unterrichtsanſtaltd mit Sonn⸗
tageſchule, Abenbſchule, Generbeſchule; die Spar⸗
falle; bie Erfpurungsanftalt; ein Inſtitut für Gar⸗
ten⸗ u. Feldbau; ein Gewerbeverein; ein Verein
zum Wohl der dienenden Klaſſe; eine Blinden⸗
anftalt; die Wöhler'ſche Stiftung für wittellofe
junge Techniker. Der Phyſilaliſche Verein; ber
Bereit für Geographie u. Statiſtik; der Arztliche
Berein;, die Gartenbaugefellfchaft Flora; ver auf
Actien gegründete Kunftverein mit einer permanente
ten Kunftausftellung u. jährlichen Prämienverlo⸗
fungen; ver Berein füc Deutſchlande ältere Ge⸗
jhichtelunte u. Altertbumsiorihung, verbunden
mit einer permanenten Auiftellung vou Alterthü⸗
mern ; dus Muſeum fuft ausfchlienlich Ausführungen
der ciaſſiſchen Muſik geroidinet. Die Koucerte finden
im Herbft u. Winter alle vierzehn Tage ſtatt. Mu⸗
illaliiche Vereine jür Supcunental- u. Bocalınufld
1
482
find: der Eäcilienverein; bee Philbarmonifche Ber⸗
ein; ber Rübliche Verein; Die Vereine für Kircheu⸗
gelang (katholiſch u. proteflantiich); a Mänuer⸗
tjangvereinen zählt F. etliche zwanzig, deren Älter
er ber Liederkranz iſt; diejer verein hat unter dem
Hamen Mozart-Stiltung eine Art Stipendium für
Austildung von Mufiters gegründet, befien Ca»
pital alljährlich durch den Ertrag öffentlicher Ge⸗
ſaugsausflihrungen vermehrt wird.
Kirhen m. Bethäuſer: F. bat 11 Kirchen
(3 katholiſche, 6 lutheriſche u. 2 reformirte) u. 4
Iutberiiche Berhäufer, melche mit ben öffentlichen
Mobhithätigkeitkanftalten verbunden find. Kathofi-
ſche: die Domkirche (zu St. Bartholomäi) ; die Kirche
St. Yeonbard u. die Kirche umferer lieben Frauen;
auch Die Kapelle in dem Gebäude zur Mofenberger
Einigung, einen ehemaligen Nonnenlloſter, wird
zum Gotteedienſte benutst; Lutheriſche: bie 1633
eingeweihte (einft Barfüßer⸗) Paulskirche, in wel-
cher 1848 u. 1849 das Deutſche Parlament tagte;
die Katharinenkirche; die Weißfrauenlirche (ſeit 185-4
reſtaurirt a. mit einem neuen Portale verſehen);
‚bie Peterskirche; bie Et. Nicolailirche, hie Heilige
Dreitönigskirche in ber Vorſtadt Sachſenhauſen;
bie 8 Ortſchaften F⸗s beſitzen jede eine proteftan-
tiſche Kirche; die Franzöſiſch⸗ u. Deutſch⸗Reformir⸗
ten Gemeinden beſitzen jede eine Kirche; die Deutſch⸗
Katholiſche Genieinde befitzt einen Andachtsſaal in
einem Priratgebäube. Die lutheriſchen u. refor⸗
mirten Kirchen ber Stadt find feit mehreren Jah⸗
ren alle mit Heizungsapparaten verfehen u. EN
Beleuchtung mit Gas eingerichtet worben. Die
fraeliten befagen früher nur eine Synagoge ı.
einen Betfaal, wo in veuticher Sprache gebetet u.
aefungen veurte; 1854 haben ſich bie altgläubigen
Sfraeliten eine neue Synagoge im öfllihen Theile
ker Stadt gebaut, die fogenannten Reformifraeliten
haben an der Stelle ter alten Synagoge eine neue
gebant, welche 1858 in ihrem Innern beenbigt
wurde. Der chriſtliche Friedhof bat inufterhafte
Leichenhäuſer, neben demſelben befindet ſich ber
iſraelitſche; Sachſenhauſen hat ſeinen beſonderen
Kirchhof. Offentliche Schulanſtalten: das
Gymnaſium, in conſeſſioneller Beziehung paritä-
tiſch; 6 evangeliſch⸗proteſtantiſche Schulen, darunter
die Muſterſchule, die neue höhere Bürgerſchule,
4 Bürgerſchulen, 8 Schulen der Landgemeinden;
4 katholiſche Schulen, darunter eine Knaben Se⸗
leeten⸗, eine engliſche Fraͤuleinſchule u. 2 Volke⸗
ſchulen; eine iſraelitiſche Real⸗u. Vollsſchule; be-
ſendere Schulanſtalten: Zeichnungsinſtitut; Klein⸗
tinderſchule; Taubſtummenerziehungsanſtalt, Un⸗
terrichtsanſtalt für Blinde, Turnanftalt u. Inſlitut
für Heilgymnaſtik u. Orthopädie; filr männlide ı.
weiblibe Zöglinge beftehen zahlreiche Privat- u.
Erziehungaanftalten, bie auch von Auswärtigen jehr
beſucht fint, außerdem eine größere Zahl ven Beaui«
ſichtiguugeſchulen filr Zöglinge beiderlei Geſchlechts.
Wohithätigkeitsanſtalten. Die Armen⸗
verpflegung im Allgenieinen ohne Rüdjicht auf |
Cenfeſſion beforgt ber allgemeine Almofentaften.
Die Siadt ift in 90 Bezirke eingetbeilt,. welchen
Arınenpjleger worftieben. eben ibm beleben cin :
evangeliſch⸗ lutheriſcher, ein deuiſch⸗ u. franzöſiſch⸗
evangeliſch⸗ reformirter, ein katholiicher u. iſraeliti⸗
ſcher Almoſenkaſten, eine Niederläudiſche Gemeint e
. (Augsbirgifcher Confeſſion) mit einein Waiſeninſti⸗
|
Frauffurt am Main
Confeifioen). Außer dem für tie dr:
beftimmten Befpitale der Senden!
tuug find verſchiedene Hoſpitãler
Wohlthätigkeit gewidmet; das aur
ftimmte Hoipital zum beiligen Bei
für Irre u. Gpileptifche, das
die Entbindungsauftalt, Tas Ch
bofpitaf, bie Armenklinif, Die Ange:
Hoſpital der ifraelitiihen Gemeiı
Iitiichen Männer- u. Frauen Stra
Baht der Wittwen- u. Waifenlaflen
Stiftungen zu ben werfchietenartisfl
Zwecken ift groß. Bon Vereinen zu
lichen Zwecken find zu erwähnen: tı
der iſraeliſche Frauenverein, ber
die Vereine zur Unterſtützung noth
werker, zur Berbreitung nüglider V
ichriften, zur Nachweiſung von Arbı
ter Auswanderer, zur Beförkerung
u. Gefelligteit unter ben jüngere
Gewerbeftands, zum Schutz der TI
lozziverein, die allgemeine Männer
Brliderlichkeit u. Die Krankenlaſſe
commis. Die Sfraeliten haben 6 &
dernug ber Handwerle unter ben
Ausftattung, zur Unterſtützung arı
nen, zur Suftentation von Yebre
zur Holgveriheifung u. zur wechſelſ
rung gegen bie Koften für era
Geſinde. Große öffentliche Woblthã
find das Verforgungehaus, ta6 T
vereinigten weiblichen Berforgunge
Katharinen u. den Weißfrauen. 9
Ben Pfandhanſe beftehen private X
Unterfiätung von Heinen Geſchä
Verforgung ber ärmeren Klajien
Nahrungsmitteln u. Brenumateria
Conſumverein gebiltet. Berfiche
ten: die ſtädtiſche Verfiherunges
mobilien gegen Brand ſteht unı
Bauamts; der deutihe PBhönir F
Immobilien gegen Brand, verbu
Fraulfurter Lebensverficherungsan!
tie Brovibentia ſeit 1856 für Met
bilien, Lebeusverfiherung, Kindern
fiherung für Krankheit, Wlter u. 1
Eiſenbahnen, Seeverfiherungx. Di
wärtiger Berficherungsanftalten fin
Sreimaunrerlogen: der Gfich:
3 Logen, tie Loge zur Einigkeit
Stanthaftigleit, tie Loge Karl zı
Licht; Die Loge Karl zur aufgehende
unter ber großen Loge von Englan
Lege zum Franhkfurter Abler, un
Loge von Hamburg ſtehend, find vı
litiſche; in neueſter Zeit if eine |
eutſtanden, die unter der greßen
ſtadt ſteht. An Zeitun gen demm
Frankfurter Journal, Poſtzeitung
Franctort, Frantljurter Sanbele
när, Arbeitgeber, Fraukfurter Angel;
für tag mittlere Deutſchland, bb
mit Belitit, Handel n. Volkewirthie
blätter find Das Jutelligenzolatt
ber Anzeiger, ter Bellefreund; beflet
Ditajlalia, Cenverjalionsblatt, |
Muſenm, Reichsadler; Cheaterblän
- tuten. eine K berländifche Geinelube (Ungsburgiicher | vorhanden.
Frontfert am Main
| Pantlurter; and Örloktniecete
dt F. If Siu der Bumbesverfammlung,
m aller auswärtigen Großmächte, welche
e-beglaubigt find, fewie auch ber beim
zebitirten GBefchäftsträger u. Cenſuln.
iguen Beſatung hat bie Stadt eine per-
untesbefatung, befiebenb aus öſter⸗
preußiichen u. baiexiſchen Soldaten, im
chſchnittlich 4000 Mann, darunter 200
lerie ıı. 8 Kanonen. Der Oberbefehl
nbesbe wechſelt alle brei Jahre
terreih u. Preußen; auch im Stadt⸗
findet ein dreijähriger Wechſel ſtatt; iſt
jebl über die Bunbesbefahung bei ber
das Stabteommanbo bei ber anderen
: Bollverein bat in F. eine Zollverwal⸗
sem aus brei Mitgliebern beftehenben
t, ein Hauptfleuerant m. eine Zoll⸗
gobehörde. Die Stadt felbſt liegt am
Des Main, ift mit der Borftabt Sachien-
eine 1342 erbaute fteinerne Brüde
dieſe beſteht aus 14 Bogen, iſt 950 Schub
Schub breit u. auf ihr Acht jeit 1816 das
ſtädt mobellirte Standbild Kaifer Karls
. Unterhalb der Statt verbindet feit
me fieinerne Brüce, tie zugleich Eiſen⸗
ſt, die beiten Ufer des Fluſſes. Um die
u, wo früher bie Feſtungswerle ſtanden,
lagen (tie Promenade ob. bie Glacis
n biefe ber giebt fich ein Guͤrtel der fchön-
u. von reizenten Gartenvorfläbten.
mit eilernen Gittern n. Wachhäuſern
Ihren vou ber Stadt anf die Broniena-
€ Gartenvorſtädte. Sachfenhauſen bat
Thore u. mehrere kleinere Land⸗ u.
. Die Hauptthore find: das neue Zau-
‚ ben wefllihen Bahnhöfen, das Boden-
pberger- u. Allerheiligenthor, dieſes bei
ı Babnıhofe, das Affenthor in Sachien-
ie älteren Stabttbeile haben meift enge
nitlleinen Säufern. Die Hauptverlehre-
Die —— nie Allerheiligen«, Fried⸗
Benbeimer Baffe u. bie Zeil. Die Zeil,
t der Reuen Kräme u. dadurch mit dem
made Berbindung geletzt, mit ihren ele-
Mäten, Palais u. großen Hotels ift bie
aße der alten Statt. Neuere Stabt-
Hönen Straßen find tie Schöne Aus-
Mointaiftraße, ter öſtliche Stadttheil,
Ben (Lange-, Eciler-, Bleich⸗, Hoch⸗
zerſtraße), welche fih von Oſten bie
bie Statt hinziehen. Die baufälligen
Judengaſſe, in welcher bie Juben bis
a mußten, werben jet niebergeriflen
nn wohnen in allen Stabttbeilen. Zu
'Läten Fee, deren Zahl fi) auf 20 be»
in ber weftlichen Gartenvorſtadt ein
Taunusplatz, gejellt. Die brei größten
Stadt im: der NRoßmarlt, mit dem
male für tie Erfindung der Buch⸗
. ber Römerberg mit tem Rathhans
framenberg, feit 1856 burch vie neue
raße mit ber Zeil verbunden, alle brei
beumsen verfeben, deren Wuflerbebarf
e Räbtilche Waflerlertung von ber Frieb⸗
e ber verfehen wirb. Cine neue Kädtifche
ıg von bem jenſeite bes Main gele-
bexge kommend, wird im Laufe 1958 m.
ver. Fur bie Stwwaßenbeleuchtung fore
u. viele Wohnungen find mit Gas befeuchtet. Die
merfwürbigften Gebäude 5-6 find: der Abmer,
Urfprung unbefaunt, 1405 vom Rathe angelauft,
ſeitdem Rathhaue, 1511 u. 1602 erweitert, 1740
renebirt, mit bem Wahlconferenziaale, jet Si⸗
Sungefaal des Senats, u. bem Kailerfaale. In dem
Bahlconferenzfaale wirb bie Goldene Bulle (I. d.)
Kaiſer Karls IV. von 1356 aufbewahrt. Im Kal⸗
ferfaale wurben bie feſtlichen Krönungsmahle ge-
halten. Er enthielt früher ſämmtliche Bitbniffe
ter Kaiſer Yon Konrad I. bie Kaifer Franz II. in
Wandniſchen en camayeux gemalt. Die alten
find nun durch neue, von ben beften beutichen
Malern, Beit, Seltigaft, Claſen, Stille, Kicberich,
Rethel, Hübner, Oppenheim, Steinle ıc., gemalte,
erſetzt werben. Der Salbof, an der Stelle ber alten
Sala Ludwigs bes Frommen, welche der erfie Au⸗
bau der Etabt biefjeit® bes Main war, erbaut,
1338 zur Kaufhalle umgewandelt, 1717 neu gebaut;
in ihm wurde Karl der Kable geboren, wohnte
Ludwig ber Deutſche mit feinen Söhnen u. flarb
bier, bie St. Stifabethlapelle mit zwei Kreuzgewöl⸗
ben in einer Gruft ift noch vorhanden. Das
Deutſchordenshaus mit einer Kirche in Sachſen⸗
haufen an ber Brücke zur Linfen, 1221 gegründet
n. 1709 vom Deutſchen Orben neu erbaut, jetht
Kaferne der baieriſchen u. eines Theil ber Üfter-
reihiihen Bundesbeſatzung. Die Domkirche zu
©t. Bartholomäi im gothiſchen Styl erbaut, ei
Wahl- u. Krönungstirche ter deutſchen Kaifer, mit
ber faiferliden Wahlkapelle, 3 anderen Kapellen,
7 Altären, 2 Tabernalein u. 9 Dentmälern,
von Ludwig bem Deutfhen 554 als ter Hel-
ligen Jungfrau Haus auf ber Mauer gegründet,
864 vergrößert u. Salvatorlirche genannt, 1239
als Kirche zu St. Bartholomäi nen erbaut, im An-
fange des 12. Jahrh. erweitert, feit 1856 baulich
abgeäntert u. reftaurirt; Thurm bie 1512 auf
520 Buß Höhe fort-, jedoch nicht ausgebaut.
Das Fürſteneck, Wohnhaus der KHurfürfien, Das
alte Yeinwanthaus mit dem Waiſenſaale, ber
Eſchenheimer Thurm, 1346 unter Lubwig bem
Batern gebaut, der legte noch verhantene Heft der
mittelalterlichen Feſtungswerke, mit vier auf dem
Haupttburme angekauten Meineren Thürm
Der Balafl des Fürften Thurn u. Tarie (1733) im
italieniſchen Geſchmacke gebaut, VBerfammiungsert
der Bımdesverfammlung, 1548 u. 1849 Siß bes
Neiheminifteriumnd. Bom Cigentblimer an Oſter⸗
reich zur Benugung unter ber Bedingung Überlaffen,
daß daſſelbe bie Koflen feiner Erhaltung trage;
erreich ftellt dem Bunde die Sigungs- u. Kan»
leilocalitäten kofteufrei zur Verfügung; es bat fiber
100 Zimmer u. prachtoelle Säle; das Braunfele,
in ihm 1495 das Reihslamntergericht, feit 1694
gigenppum ber abeligen Gejellfchaft Frauenſtein.
zur deßzeit, feither Bazar von Luxusartikeln, jet
agazine u. fländige Möbelverkaufshalle. Bon
neueren ſchönen Gebäuden find zu erwähnen: das
Stabtbibliothelgebäude (1529) mit 6 weißen korin⸗
thiſchen Sänlen vor dem Eingang, in ber Borballe
Goethe's Marmorſtatue von Marchefl; das Waiſen⸗
hans das Gebäude bes Siadeiſchen Inftitnts, bie
neue Börſe (1846); die Paulskirche, Et. Ricolat-
fichhe, bie neuen Syna ogen; die neuere hohere
Vurgerſchale; das Schauſpiel⸗ u. ypernbaue, 1786
tert, der Main⸗Neckar⸗Bahnhof. Denkmäler:
das Heffenbenkmal vor dem Friebberger Thore, ge-
fegt von König Friedrich Wilhelm II. von Preußen,
nm Andenlen ber heififchen Soldaten ı1. bes dieſelben
brenden Prinzen von Heffen- Philippsthal, bie
1792 bei ber Erftlirmung ber von den Franzoſen be-
festen Stabtfielen, 1844 durch Sriebrih Wirhelm IV.
reuovirt; das Goethedenkmal auf bem Goetheplat
von Schwanthaler (1844 enthüllt) mit Gcethe’6
Gtanbbild ; das Denkmal ber Erfindung ber Buch⸗
druderkunft zur Säcnlarfeier 1840 errichtet (1857
enthüllt) von v. d. Launit, zugleich Brunnen mit
Baffin ; im weichen Theil ber Anlagen das Dent-
mal Yuioletts, Directorialrath, Waire u. Senator
unter ber Regierung bes Kürften Prünae, bes
Shöpfers ber Sranlfurter Anlagen, bie er 1806
bie 1843 ind Leben rief. Offentlihe Bergnü-
gungen: verjchiebene große Elubgebänbe mit Sä⸗
len, Lejesinmern, Reftauration; bie vornehmſten
perjeiben find bie beiben Cafıno®, das Diplomatiiche
u. das Frankfurter (1788), befien Mitglieder bie
Haute finance repräfentiren, beide in ber Galluo⸗
ſtraße; ber alte Bürgerverein, 1848 — der
zahlreichſte wit Clubgebäude auf ber Eſchenheimer
Gaſſe; der neue Bürgerverein, 1849 gegründet, auf
den großen Kornmarkt (beive Bereine ſpielen ſeit
ihrem Beſtehen eine große Rolle in der ſtädtiſchen
Bolitil, man uennt bie Gothaer jet die Partei Des
alten u. bie demokratiſche Fraction diejenige bes
neuen DBilrgeroereine); das Braunfelscolleg im
Braunfelegebäude, bie Hurmonie, Concordia u.
veriehiebene Kleinere Kollege, bie Nachfolger der ehe⸗
maligen Trinkſtuben. Die AUnterhaltungsörter:
Muinluft am unteren Main, ber Zoologiſche Gar⸗
ten (1858) an der Bodenheiner Genbfrafe, ein
parfähnlicher Garten, Eigenthun bes Stäbeljchen
Kunftinftituts, mit verfchiebenartigen Thieren, Re⸗
fauration u. allwöchentlich mehreren Concerten; bie
neue Anlage an der Hanauer Landſtraße, verſchie⸗
dene Felſenleller auf dem Mühlberge u. Röder⸗
berge, mehrere Unterhaltungsgürten in den be⸗
nachbarten Ortſchaften Bodenheim, Haufen, Boru-
heim, Oberrad, Niederrad, Vergen (mit reizender
Ausficht) , das Forſthaus im Stadtwalde, Bierhal-
len in u. außerhalb ber Stadt; Weinhäufer ; Schau-
fpiel u. Oper, Sommiertheater in Vockenheim, ele-
gante Kaffee u. Weinhäufer, Tanzjäle (öffentliche),
große Spaziergänge um die Start, Ausflüge in
bie Nachbarſchaft, nah dem Taunus, bem Oden⸗
wald, den benachbarten Badeorten, Wiesbaden,
Soden, Homburg, Wilhelmebad u. a. m., welche
durch die Eifenbahnen fehr erleichtert find. Eiien-
bahnen im&angen vier: Taunusbahn nach Mainz,
. Wiesbaden bis Lahnfein au ben Rhein, in Berbin-
bung mit den Rheindampficifien; Diain-Nedarbahır
nach Darmftabt, Heibelbera ıc.; Main» Mejerbabn
nach Kaffel, Leipzig, Berlin, Kien ıc.; Baierifche
Bahn nah Aſchaffenburg, Würzburg, Nürnberg,
Bamberg, Hof, Leipzig einer-, Yugsburg, Münden
andererfeitd. Yocalbahneu geben nach Ofienba u.
Soden. Zur Berbindung ber weftlichen Bahnhöfe
mit dem öftlichen, bes Zollbaufes u. bes Hafens bes
Main mit den aa ee iR eine Berbindunge-
bahn auf ftäbtifche Koften gebaut. Der Hafen
Main wurde 1858 erweitert, unterhalb der neuen
Drüde wurbe ein großer Winterbafen gebaut u.
1658 exöffnet. Dampfſchifffahrt deu Main auf⸗ m.
Fraukfurt um Main
gebaut, 1855 sm reftaurirt u. iin Inneren ertvei- |
abwärts. Kür beri Räbtifigen Bertch I:
30 Onmibus, zahl Kohututicher.
Frankfurt am Mein (Geſch). Un’
wo das heutige F. „ fol gegen
4. Jahrh. unter Kaiſer , mac
630 von bem fränfifchen Kürfien Chlı
Genebald III. eine Stadt gegründet fein.
%. Palatium Frauconenford) Tom
lich zuerfi 794 vor, wo unter bem Bi
Karls d. Gr. ein Rei u. Cor
wurbe, welches bie Aboptatiauer verban
Bilderdienſt verwarf. Zubwig ber ro
her %. oft befuchte, legte hier 822 ei
(Salbof) an u. hielt in bemfelben Fahre
verfanmlung, wo bie Gefanbten d
Slawen erihienen; 823 eine gleiche, w
wilhen ben Söhnen bes Wilzenlön
—**— wurde; 838 wurde 8 mit
lie u. 843 zur Hauptftabt Oftfranfe
amals erhielt F. auch bie erfie M
Jahrh. wurbe es Brauch, daß bie
in F. ſtattfand, nachdem zuerſt 1152
rich I. daſelbſt gewählt morben war. 1
F. das Recht, alle vou den Kaiſern i
verſetzten Güter einzuldfen, 1330 bas |
ur Saltung einer zweiten Meſſe, 1339
ubwig das Miüuzrecht u. 1360 bie
Juden gegen ein Schußgeld anzumehn
dem die Stabt ſchon feit geraumer Seil
ter Aufenthalt ver Kaiſer gersefen war
1356 förmlich zur Wahlftabt u. 1564 fe
lian II. auch zur Crönungsſtadt erhoben
lage zur Reichsfreiheit legte fie 1257 bu
gung bes kaiferlihen Bogte während be
nums, 1372 wurde ihr Diefelbe ansdri
fannt, indem fie das kaiſerliche Schu
erwarb. Im Laufe ber Zeit war F. ber
inehrerer wichtiger — reigni
Sriebensfchluffe, des Couvents ber pre
Fürſten 1531, wo der Kurfürft von €
vom Yuntgrafen von Heflen gerün
ber Schweizer zuin Schmaltalbefchen 8
ihrer Abweichung in ber Lehre von: Abaı
warf. Während diefer Zeit wurbe im
chenreformation eingeführt, jedoch wer
tholiciemus nicht ganz befeitigt, n. d
Stadt, obwohl proteftantifch, Inchte fowi
lich eine neutrale Stellung zwifchen ben
parteien anzunehmen, un es mit bem
zu verderben. Daher wurben in F. oft d
halten, jo 1536 u. 1539 2 Convente der!
it kaiferlichen Gefanbten, wo eine Ern
Nürnberger Religionefriedens auf 15 '
ſchloſſen wurde; baum ztoei, bie Beft
Schinalkaldiſchen Bundes u. bie Grö
einer unter den Proteftanten noch um
Bunkte besmedenbe Convente; ferwer I
tag, auf welchem 1558 ber Sranffurter
eichtoflen wurde, u. 1599 aberınaliger |
2 zur —— der
tände, |. Deutſchland (Geſch.) AL»). |
ten Hälfte des 18. Jahrh. nahm F. viel
©lautens willen vertrießene nieberlänt
lien auf, welche ben Unternehmungtgeiſ
werbthätigfeit der Stabt belebten, jpät
Calviniſten von ber latheriſchen Benätt
leraut behaubelt wurden, fo daß fie er
des 18. Jahrh. die Crlaubniß zur Crrich
Frankfurt am Mais
Noichten. In Ofterreichiſchen Erb⸗
ıb in F. am 22. Mai 1744 die Union
Ben einer- u. dem KRaifer Karl VII.
un» Raflel anbererfeits flutt; 1732 er-
nbt burch kaiſerliche Berordnung bie
B Bürgerausichuffes zur Ortnung ber
anzwirthichaft bes Rathe. Im Gier
kriege wurbe die GStabt 1. Januar
Franzoſen unter Soubife überrum⸗
ımzöfiihen Revoluticnälriege 23. Oc⸗
on ben Franzoſen unter Cuſtine ge-
December unter Rüchel duch Sturm
: bann 15. Yuli 1796 von ten Fran⸗
leber befchoflen u. am 16. Yuli in
jitulation der Eſterreicher unter War-
LE Die brüdenden Kontributionenn,
ınzojen ter Stadt auferlegteu, ver-
ben Reſt der geringeren Sympatbien,
mfurter für bie revolutienäre Frei⸗
yei Lem Reihsteputationshauptichluß
. feine Reichsfreiheit, murbe aber 1806
zu den Stauten des Fürſten Primas
‘es geichlagen u. 1610 Hauptflabt bes
ms. Im März 1813 wurde F. von
ſchen Corps beſetzt; bier am 31. Oct.
Bdyug ver Franzuſen Vrückengefecht
ranzoſen u. Vaiern; am 4. Nov. nahin
warzeuberg bier ſein Hauptquartier;
aifer Alexander n. Kaiſer Frauz u. am
Bilbelin ILI. hier ein, wodurch F eine
Sammelpla ber politifchen Welt wart.
pieber Freie Stadt u feir 1816 Sit des
abes, erhiell %. eine neue Euuftitution.
€ berfelben wurde im Jahre 1726 ge⸗
er Zeit verwaltete ein Ruth) tie Statt,
chtbeſitz fich tie ſogen. Geſchlechter u.
ünftigen u. nichtzünftigen Geſellſchaf⸗
ne lange abwechſelnd firitten. Gin
ger mit dem Rathe (tm Jahre 1705),
er ſchlechten finanziellen u. ter Gunſi⸗
figuidigte, hatte eine Intervention
6 I. zur Folge. Eirenge Verſügungen
» Rathowahlen getroffen u. dem Rathe
sch heute beftehenber) ftäntiger Bür-
eigeorknet, weicher die Aufficht über
übren, bei wichtigen Vorfallenheiten
er Bürger bei dem Rath Erinnerung
sie Feſthaltung ber failerlichen Reſo⸗
jaupt ſehen ſollte. Der Stadiſchult⸗
m Schöffen bildete das Gericht, wel⸗
t noch bie Benennung Reichegericht,
adtſchultheiß diejenige eines Reichs⸗
ibehielt. Schultheiß u. Schöffen wa⸗
ſenbauk des Rache. Die Verfaſſung
ihr im Jahre 1516 durch bie ſogen.
er d. J. beſchworene Conſtitutions·Er⸗
weſentliche Anderungen; F. erbielt
bemolratifche Verfaſſung. Die Ober⸗
nach derſelben der Geſammtheit der
aatsbũrger int Gegenſatze der Beiſaſ⸗
ohner m. iſraelitiſchen Staatsangehd-
ie Ausübung der Hobeitsredhte reurde
ebenden Körper, einen Senate u. tem
ten fläntigen Bürgerausichufie, der
rgerrepräfentation, übertragen; ber
Körper, geräblt durch ein Wablcole
5 2 welches bie in drei Wuble
eingetheilten Griflichen Bürger ( Ge⸗
485
lehrte, Veamte, GBeiftliche, Offiziere, KUußler, Leh⸗
zer n. Rehtiers; Sanvelsiente; zilufige Gandiver
fer u. Künſtler u. ulle den beibeu erften Abtheiluns
en nicht zugewieſenen Bürger) gewählt hutten, exe
ieht als Wirlungskreis die Gefepgebung überhuupt,
die Beſteuerung, bie Auordnung u. Eiurichtung ber
bewuffneten Mucht, bie Bunction aller Eituutöner-
träge, bie Prüfung u. Gutheißung ber Buranfıhläge
über Ausgaben u. Einnahinen, bie Eutſcheibung
bon Suinpetenzfireitigleiten zwifchen Senat u. län»
biger Büryerrepräfentation, Die Einwilligung zur
Berüußerung von ſtäbtiſchen Geuieindegütern, bie
Mitwirkung bei ben Senatswahlen, das Recht n.
tie Verpflichtung der Bewahrung u. Erhaltung ber
Berfullung, 45 gemuhlte Bürger, 11 Wbgeurtnete
ter Orticyaften, 20 Delegirte bes Senats u. 20 ber
häntigen Bürgerrepräfentution bilbeten beufelben.
Der Senat erhielt Lie eyecutive Gewalt u. bie
Stubt- u. Juſtizverwaltung im Allgeıneinen, ben
Senat bilbeten 42 Diitglierer in brei Orbuungen
(Vänlen), der Orbnung ber älteren Senatoren eb.
Schöffen aus 14; derjenigen ber jüngeren Sena⸗
toren gleichfalls aus 14; berjenigen der Rathöner-
wandten britter Vanl, meift Handwerkern, gleiche
falls au® 14 Perſonen beſteheud. Gr wäblie aus
feiner Dlitte alljährlich ziver Vürgerineifter, den
älteren u. ben jüngeren, n. ergänzte fih durch
Wahlen, an weldyen ver Geſetzgebeude Körper Theil
nahm. Die ſtänvige Vürgerrepräſentation behielt
bie Vefugniſſe des ulten Bürgerausſchuſſes. Alle
chriſilicheu Religionsparteieu beſahen nach ber Con⸗
ſtitutivns⸗Ergänzungsacte, wie im ganzen Deut⸗
ſchen Bunte, fo auch in F. gleiche ftaatsbürgerliche
Rechte; die Iſraeliten konnten nicht Das volle
Bürgerrecht erlangen, namentlich nicht in eine der
drei zur Ausübung ber Hoheitsrechte beſtehenden
Körperichaften gewählt werben. Die Gerichtsver⸗
faffung war, wie folgt, urgenifirt: Es beſtanb für
Civilſachen in 1. Inftung Lie auf 300 Fl. dus Stabt-
amt, für größere dae Stadtgericht, iu 2. u. 3. Ju⸗
ftanz das Appellutiensgericht, beide mit Senate⸗
mitgliedern beiegt, in 3. Juſtanz fir Stadtgerichts⸗
juchen das gemieinfchaftliche Dberappellationsgericht
ber vier jreien Stäbte in Kübel od. eine Facultät.
Für Griminalfachen das peinliche Verböranıt ob.
Criniiualamt al6 Unterjuchungsbebörde u. das Ap-
pellationegericht als vichtente in 1. Inftunz, das
Oberappellationsgericht in Lübeil in 2. u. letter
Suftanz. Kür geringere Verbrechen das Polizeie
gericht in 1. u. Das Appellationsgericht in 2. Ju⸗
ſtanz. Die politiiche Bewegung von 1330 blieb auf
bie Berfaliung F ˖s ohue Ciufiuß, rief jedoch eine
gegen die Bumbdesverjunmlung gerichtete Agitation
hervor, beren Folge das fogen. Franljurter Atten⸗
tat (j. Deutſchlanb, Geſch. x n) war, 1536
ſchloß ſich 5. dem preußiſch⸗deutſchen Zollverbante
an, nachdem ber 1832 mit England geſchloſſene
Dantelevertrag abgelaufen war. 1819 ım Auguf
Auflauf u. Thatlichleiten gegen tie Zuben. 1845
am 23, Sept. Unterzeichnung tes Staatsvertrag®
zwiſchen Djterreich u. ter Stadt F. über Feftftellung
‚ter Verhältniſſe tes den Deutichen Orben noch gehö⸗
rigen Deutichen Hauſes u. feiner Yiegenjchaften. 1846
im Juni wurde Den Deuiſchkatholiken tie lutberifche
Weißfrauentirche zum Gottesdienſt eingeräumt.
PP * 1540 u. on * —*
rlaments u. ber durch Erzherzug Johaun
Opexxeiq —— Uns
von geführten Wei
sı. Mär; 1848 erfle Berfaunnfnug ber deutſchen
Bullsvertreter in ber Paulelirche; aın 4. April trat
im Katferfaal bes Adinert ber Funfzigerausichuß
anmien; am 18. Mai Eröffnung ber großen con⸗
irenben Berfammlung im ber Paulslirche, m.
um 30. Mai 1849 letzte Sitzung biefer Berfanım-
fung. Der Erzherzog Johaun zog ale Mei
verweſer am 11. Juli 1848 in F. ein u. legte bie
ne Stelle auı 20. Dec. 1849 nieber. Die
eoBllerung, vermehrt durch zahlreiche pulitifihe
Sanatiler aus anderen Bunbesflaaten, verfolgte
mit lebhafter Theilnahme bie Verhandlungen bes
Borlaments, u. ale die Parteien immer fehärfer an
einander gerietben, kam es außerhalb des Parla-
ments oft zu Reibungen, bis enblüch 18. Septem⸗
ber ein förulicher Straßentampf ausbrach, toelcher
von ben Truppen mit MBuffengewalt unterbrädt
wurde (vgl. Deutſchland, Sei. XIII. C) Die
Berfuffungsverhättnifie 5-6 ſelbſt erlitten durch bie
Bewegung eine Beränberung. Eine Bollsverfamm-
lung in einer Reitbahn gehalten u. eine von berfel-
ben an ben Seuat geichidte Deputation beſtimmten
ben Senat am 28. März, bei dem Geſetzgebenden
Köcher ven Antrag zu fiellen, einen gemeinſchaft⸗
lichen Ausſchuß zu eruennen, welcher bie Beräube-
rung ber Verfaflung berathen follte. Dan vereimi
‚u. durch ein Geſetz vom 19. October 1848 fellte
Senat u. die ändige Bürgerrepräjentation ſich
fo lange nicht ergänzen, bis die neue Berfaflung
fertig wäre, welche von einer zu wählenben ver»
—— — Verſammlung berathen werben
ollte. Dieſe Berfamminng legte am 29. März
1849 dem Genate einen Berfaflungsentwurf vor,
nachdem bereite am 20. Februar ein Geſetz über
die bürgerliche u. ſtaatsburgerliche Bleichheit ber
Gtanteaugehörigen erfhienen war, wodurch bie
Siraeliten, Landbewohner u. Beifaffen ben drift-
lichen Stabtbürgern in allen büryerlichen u. flaate-
bürgerlichen Beziehungen gleichgeftellt wurden. Gin
großer ‘Theil der Bürgerſchaft n. der Senat waren
en ben neuen Entwurf. Der Senat ſchloß das
ungelocal ter verfaflunggebenden Berfamm-
fung, legte ber Bürgerfchaft am 31. December 1849
die Gründe vor, warum er beren Entwurf nicht
zur Abfimmung der Bürgerfchaft bringen könne, u.
verfuchte die Wahl eines neuen Gefegebeuben
Körpers nach bein alten Wabhlmodus. Es wurde
von einem Theile der Vürgerſchaft gewählt, bie
Anhänger ber früheren verfaffunggebenven Ber-
fanmlung enthielten fih ber Theilnahme an ben
Wahlen, u. bie Fraction ber Bürgerjchaft, welche
fih un den Wahlen betbeiligte, erhielt, da an ihrer
Spitze zuneift Männer ſtanben, welche fich zu dem
befannten deutſchen Verfaſſungprogramme von
Gotha befannten, im Laufe ber Zeit bie Bezeich⸗
nung ber Gothaer, während bie Anhänger ber auf⸗
gelöften verfaffunggebenben Verſaunnlung bie ber
mofratifche u. tie Anhänger bes früheren Hechts-
nflandes u. ber fireng rechtlichen Entwidelung ber
Berfoffun die confervarive Partei genannt wur⸗
den. Dieler Geſetzgebende Körper nahm nun das
Berfafiungswert in bie Hand u. übergab am 19.
Yımi 1850 dem Senate einen Entwurf. Diejer
nahnı ihn nicht an u. legte am 17. Sept. einen
anderen vor. Es erichienen nun von beiben Kör⸗
perichaften taeitere Entwürfe, wozu ein Ausſchuß
des Geſetgebenden Körpers nene Anträge fügte, u.
am 22. Yuli 1861 ein neuer Entwurf des Seuats,
Fraukfurt am Maik
welcher jedoch im October 1851 vor
ven Körper verworfen wurde. Der I
um ein uvrganifches Geſetz u. Übergs
2. März 1852 dem Gefeggebeuten 9
nahnı Abänberungen vor, Aberreiid
April 1852 dem u. cite &
baf bie en 3 von dem Sem
ern auch bu wirkung
Körpers gewählt werben follten. 9
nungsverhhiebenbeit fegeiterte ber 1
Am 12. Auguft erliärte bie Buubı
in ber Abflıht, bie in Berrwirruug
fuflungsungelegenheit wieber auf
Rechtsbeſtand zurücdzufllbren, auf
46 ber Wiener Gongreßacte das L
wähnte Geſetz vorn 20. Yebruar
Gleichſtellung ber Iſraeliten, Beiſa
wohner als nicht legal u. ausbrädtic
u. ber Senat ſetzte vaſſelbe durch Be
6. October außer Wirkſamleit. Be
Körper verwahrte ſich gegen den &
Far Nuvember erinnerte Sefek«
ben Senat an ben — bes ⸗
ſetzes in der von ihm be hluffenen
25. Novennber Iub ter Senat ven
Körper zu Senatstoablen ein n.
auf das organifche Geſet eine
24. November 1852. Gr tbeilte m
Grünven bes öffentlichen Wohls bi
gen wegen bes organiihen Geſetzet
vielmehr bie Vorlage hierüber zur
GSefetsgebenbe Körper verweigerte bar
nahme an ven Genatsmwahlen, weil de
erflärt babe, feine neuen Wahlen zu v
er bie Verfaflungefruye geerpnet ba
ber Senat am 27. Hovember bie Aid
bie Borfchläge zur Anderung ber Ber
egungen feten, u. daß er erwarte,
Piafie gefaßt würten, die auf eine
Organifation des Senats binausgü
eine fulhe Anderung zu beruthei
figleit er von % der Mitglieder
n. des Geſetzgebenben Körpers ı
nüffe. Auf diefe Rüdäußerung Bi
ſetzgebeude Berſamnilung auf die Sei
u. es wurden fech6 neue Senatoren ı
terdefien war am 12. Septanber |
nifches Gefe über bie Eriveiterung
gerlichen Rechte ber Iſraeliten erſh
an die Stelle bes in Folge Bundes
gehobenen Geſetzes von 20. Febru
An ber allgemeinen Atftiinmung 8
ſetz, durch welches bie alte Vürgerg
ſermaßen aufgelöſt n. in eine Eint
umgewandelt wurde, hatten fich bei
ter öffentlicher Abftiinmung von 700
tigten Vürgern nur 859, von beu
ſtimmten, betheiligt. Durch tiefes
den Beiſaſſen das volle Stadtbürgt
base Veiſaſſenweſen überbuupt ab
ſtautsbürgerlichen Rechte der Landbe
ben wurden erweitert; die Meitglieber
ter Stadtgemeinde wurden ohne Unt
furter Bürger genannt, Die Mitglied
meinden als Viryer ibrer Gemein
den Frankiurter Bürgern ilraelitild
belenntniffes wurden außer ver zufkel
gleichheit in prieatbllrgerticher Sinch
Frankfurt an Diaiu
: bahin erweitert, daß fie fich wohl
einen Urwahlen für Lad Colleg der |
welches die Mitglicher ter Gef
mmlung zu ermwäblen bat, betbeili«
eſes Kolleg gewählt werben bürfen,
B Wahlcolleg nur vier iſraeliliſche
geurbuete in bie Geſetzgebende Ber⸗
bien darf; den iſraelitiſchen Bür⸗
such Die öffentlicheu Äniter im All⸗
iglich gemacht, jetoch ſind iu den
ſtäubige Bürgerrepräſention nur
er wählbar, ebeuſo bleihen bie iſrae⸗
er von Richterſtellen u. Anıtern aus⸗
en Wirkungokreis chriſtliche Kirchen,
tungen betrifft, u. in ähnlicher Weiie
ger ber Landgeneinden nicht bei ber
es Vermögens ber ftäbtiichen Ge⸗
llt werten, find jedoch zu Richter⸗
‚auch ſollen Die in die Geſetzgebenbe
gewäblten Vertreter ter Landge⸗
auch Lie iſraelitiſchen Mitglieber der
Verjunmmlung, an allen Beratbun⸗
fen derſelben theilnehmen, mit Aus-
venniger bei. bezeichneier Gegenſtände.
ſes organiſchen Geſetzes wurde der
ende Körper gewählt, welcher ſich
g des vorigen gegen den Bundee⸗
ete. Unterm 29. Tetober 1653 ride
reative Bürger, ter Veiſtimmung
‚heil ihrer DWiittürger gewiß, eine
e Buntesverfanmmung, in melcher
jbeſchluß wem 12. Auguſt 1852 als
et, den Geſetzgebenden Körper ale
:erflärten, eine Reihe weiterer Ve⸗
jten u. Die Bundesverjannimlung min
x Wirkſamleit tes Geſetzgebenden
ı die Wieberherſtellung eines poli⸗
flandes, wie ihn tie Ehre u. das
er Stadt verlange, erfuchten. Diefe
e keine Wirfuug. Die deinoiratifche
ſürgerſchaft enthielt fich furtwäbrenn
ig an ven Wahlen u. damit an ten
ı 2. December 1554 legte der Senat
nben Körper ein erganifches Geſetz
er der früher Beanftanderen Anficht
ben Körpers reegen ter Richterwahl
ber Geſetzgebende Körper nahm die⸗
beſetz auı 22. Deceniber 1554 unver⸗
£e Dandwerler- u. Gemerbeftand hielt
ı Beziehungen verletzt u. überreichte
ı 10. Januar 16555 einen Proteft für
ber Entwurf ter Bürgerſchaft zur
fimmung vorgelegt werten jollte.
dem Brotefte der Handwerker keine
publicirte das organiiche Geſetz am
beraumte die allgemeine Abſtim⸗
5. n. 6. Februar au. Nach Artitel
ıtiond-Ergänzungsacte erhielt eine
immung iber eine von Senat ı.
Koörper beichlofjene Verfaſſungsän⸗
n Geſetzestraft, wenn über dieſelbe
ztheilungen der Stimmberechtigten
zeit abgeſtimmt worden u wei Ab⸗
Die Anuahme geftinmt haben. An
Abtteilungen batte nun eine Mehr⸗
Geſetz ausgeſprochen, u. auf Grund
B machte der Senat durch Erlaß vom
wnt, bag das organijche Geſetz durch
487
anzeusinimen worden ſei u. baher
un Kraft trete, Die In dieſer Weiſe abgeänderte Bere
taffung von 1816 gelangte am 16. Sept. 1856 zur
Ausführung. Zugleich wurbe ben bei dem Barri⸗
tadenlampfe vom 18. Sept. 1848 Betbeiligten eine
Amneftie ertbeilt. Obwohl jet bie beiten anderen
Parteien ihre Baffivität bei den Wahlen aufgaben,
erbieft Die Gothaer Partei dennoch die Mebrbeit in
bem Geſetzgebenden Körper. Der Senat befland
nad) feier Rebuction aus 21 ordentlichen Mitglie-
bern: 18 Juriften, 2 Kaufleuten u. 1 Sanbmerfer,
obgleich nach tem neuen organiſchen Geſetze 4 Sand»
werker ortentliche Ditglieberdes Senats fein müffen.
Anßerten verblieben noch 11 außerordentliche u.
iberyählige Cenatsmitglieber ber früberen 3. Bank
mit der Berechtigung, allen Senatsfigungen beizu-
wohnen. Die Gehalte ter ordentlichen 21 Sena⸗
toren wurden zum Theil mebr als verbeppelt. Im
Taufe des Geſetzgebungsjahres 1856—57 beſchloß
bie Geſetzgebende Verſammlung ben Yan einer Bere
bindungsbahn (f. eben), trotzdem daß ungefähr 2000
Bürger eine Eingabe an ben Senat richteten, um
die Ausführung derjelten zu hindern; ferner kam
eine neue Iutheriiche Gemeindeordnung zu Stande,
durch melde bie Stadt in Sprengel eingetbeilt u.
bie Wahl ber Pfarrer den Gemeindeangebörigen
überlaffen wurde. Die deutich-äfterreihiiche Dünz-
comentio: wurde fanctienirt, mit bem Zufate, ber
Senat möge dahin mwirten, baß die Staaten bes
52-Guldenfußes bie neue Äfterreichiiche Währung
annähmen. Gin Anlehen von 3,500,U00 Fl. wurde
genehmigt, ſowohl zur Dedung ber Ausgaben für
bie neue Gerichtsorganifation, al® auch zur Aus⸗
führung Öffentlicher Bauten, Berkinbungebahn,
Waflerleitung 2c. Die Bermehrung ber Staatsichulb
ſchwächte indeß das Anfehen ber berrichenben Partei,
fo daß bei den nächſten Wahlen im October 1857
ein Theil der ehemaligen Conſervativen für tie des
molratiihe Wahlmännerlifte ſtimmte uw. ber neue
Geſetzgebende Körper mit Ausnahme von 9 Mit«
gliedern aus Anhängern der bemolratifchen Fraction
beſtand; derſelbe nahm einen Antrag auf meitere
Verminderung der GSenatsmitglieter mit großer
Mebrbeit an. Am 15. Jau. 1850 ertheilte er ber
Einführung des allgemeinen deutſchen Zollgewichte
in F. feine Zuſtimmung, verwarf Dagegen den vom
Senate abgeichloffeuen Vertrag mit frankreich zum
Schutze des literariſchen u. artiftiichen Eigenthums
Dem Antrage auf VBerminterung der Senatöntit:
glieber gab der Senat feine Folge. Noch Deutliche
zeigte fich ber Zwieſpalt zwiſchen Senat u. Gele:
gebentem Körper bei verfchiedenen liberalen For
beruugen tes letzteren, al® ftaatstürgeriuhe Gleich
ſtellung ter Siraeliten, Verbeſſerung der Gebaltı
Ber Beamten xc. Bei den Wahlen im Herbfte 1858
unterlag die Gothaer Fraction in allen 3 Kinfien
der Urmäbler. Am 1. Novbr. conftituirte fich Die
neugewählte Verfammlung. Ein erneuerter Ber»
ſuch, ben Senat am 7. Nov. zu ergänzen, mißlang,
ba die Wahlmänner tes Geſeßgebenden Körpers wie
un berigen Fahre, fich auch diesmal mit ben übrigen
Wapiterechtigten nicht einigen fonnten.
Vgl. Faber, Beſchreibung ven F. a. M., Frankf.
1788 f., 2 Bde.; Morig, Staateverjaſſung der
Reichsſtadt %., ebd 17855; G. Käppel, Beſchreibung
von F. a. Di, Eßling. 1311; Stizzirtes Gemätde
von F. u. Umgebung, Painz 1311, C. v. Bra,
Topographijcher UÜberblidd der Stadt F., Frantf.
zwei Alchei
488
1821; A. Kirchner, Geſchichte der Stadt
1507—1810, 2 Bbe.; Feyerlein, Nachträge u. Be-
xichtigungen, ebd. 1809 f., 2 Bbe.; v Fichardt, Die
Entftehung der Reicheflabt F. u. des Berbältnifies
ihrer Bewohner, ebd. 1819; Panorama von 3
zeichnet von F. Morgenftern , befchrieben von 8.
Suabesbasen, ebd. 1814; Thomas, Frankfurter
Annalen von 739—1300, ebd. 1838.
Frankfurt a. d. Oder, 1) Regierungsbezir!
ber preußifchen Provinz Brandenburg, gebildet aus
faft ber ganzen Neumark, Theilen der Mittelmart,
des Fürſtenthums Glogau (Kr. Schwiebus), aus
der Nieberlaufig, Threilen des fonftigen Meißner
Kreifed Sachſens (die Amter Finſterwalde u. Senf
tenberg) u. aus einer Parzelle Bofens ; grenzt an bie
Regierungsbezirte Stettin, Köslin, Marieuwerder,
Bromberg, Bojen, Liegnitz, Merſeburg u. Potsbar:;
351,53 QM., 894,800 Ew. Flüuſſe: Die Oder, wel⸗
cher rechts die Wartha u. Miezel, links der Bober
u. die Neiße zufließen, außerdem die Spree mit der
Oder durch den Friedrich⸗Wilhelms⸗Kanal verbun⸗
den, u. die Dahne. Seen ſind ziemlich zahlreich, der
rößte daruuter der Schwielunger See. Das Land
iſt eben u. zum großen Theil leichter Sandboden,
beſ. in der Mark u. Niederlauſitz, der aber Braun⸗
Tohlenlager von großer Dächiigleit, in verſchiedenen
Gegenden auıh Thon, Diergel u. Gyps enthält; bes
waldet ift bef. der Often u. Süden, wo ber 6 Dielen
Iuuge u. gegen 1% Meilen breite, von der Spree
durchfloſſene Spreewald fteht. Fruchtbar ift Das
Sand ur längs der Flüſſe. Der Landbau ift nicht
unbedeutend, ebeufo die Bieh-, bei. Schafzucht. Der
Betrieb von Gewerben ift lebhaft, pie Inbuſtrie ſchafft
duch Maſchinen in zahlreichen Fabriken Garne,
Tuch, baumwollene, feivene, halbfeidene Zeuge,
Papier; außerdem gibt es Eiſen⸗ u. Kupferhäumer,
Slashütten, Theeroͤfen, Bottajchfiedereien, chemiſche
u. verichiebene andere Fabriken. Für die Volle»
bilbung forgen Volls- u. Bürgerſchulen, 2 Schule
lehrerſeminare, 7 Oymnafien. Der Handel wird
ſchwunghaft betrieben u. unterftügt durch Die Ober
u. die große Gijenbahn von Berlin über Franl-
furt nah Sclefien u. nach Bofeu, ſowie Oft ı.
Weſtpreußen. Cingetheilt ift ber Regierungsbezirk
in die 16 Kreife: Arnsiwalde, Friedeberg, Buben,
Kalau, Königsberg, Kottbus, Krofien, Lands⸗
berg, Lebus, Ludau, Lübben, Soltin, Sorau,
Spremberg, Sternberg, Züllichau. 2) Dauptftatt
im Kreife Lebus, lints au ber Oder, von einer
Mauer, durch welche 5 Thore einführen, u. 3 Bor-
ftäbten umgeben, deren eine auf bein rechten Ober-
ufer liegt; iſt regelmäßig gebaut, wit geraden
Straßen u. ſchönen öffentlichen Plätzen, als Dem
Markt, Neumarkt, Roßmarkt, Anger ꝛc. 5. it
Sitz der Regierung, bes Oberlandesgerichts, ber
neumärkiſchen Nitrerfchaftsdirection u. bes Yand-
rath⸗Anites für den Kreis Vebus. Unter ten 6
Kirchen find die Marien» (Ober⸗) kirche, melde
1858 im Innern reflaurirt worden tft, u. die Ni⸗
colaitirche die anjehnlichfien ; auch beſteht hier eine ka⸗
tholiſche Kirche u. eine Synagoge; Rathhaus, Pachhof,
Bankcomun. andite, Hojpitäler, Waiſenhaus, Jucht- u.
Arbeitohaus, Landwirthſchaftliche Geſellſchaft, Heb-
ammeuinſtitut, jüdiſche Buchdruckerei, Friedrichs—
gymnaſium mit Bibliothek, die Oberichule, Knaben⸗,
2 Mädchen⸗-, 3 Vorſtadtsſchulen, Leopolbefreiſchule,
Are⸗chule, die 1506 bier gegrinbete Univerfität
uach Breslau verlegt. Fabrilen in
Frankfurt an der Oder
8, ebb. | Yayence, Tabut, Zuder, Gtrilmpfen, Se
Sutent Seuf, Hanubſchuhen, Gerbereie
weinbrennereien, Topfereien, 5 Bud;
mebrere Buch⸗ u. Steindrudiereien,
uahrungsquelle jedoch ift ber Handel
die Oderſchifffahrt, burch bie 1842 erö
bahn von Berlin nah Fraukſurt, au
jpäter die Bahnen wach Breslau (
bahnen nah Glogau u. Görlitz) u.
ſchloſſen, u. burh 3 Meſſen, nad |
Margarete u. Martini benannt, ge
bie Zuſuhr zu denfelben beftebt bef. in 2
Baumwoll⸗, Seiden- u. Kurziwaaren, rı
Tellen zc., im Werth von eima 40 M
doch ijt der Verlehr in neuerer Zeit m
als früher. Über die Ober führt e
Brüde; jenfeit derſelben fteht das De
ber Orer bei einem Rettungsverjuche ı
1785 ertruntenen Herzogs Yeopolb '
ſchweig, eine dreiſeitige Spitzſäule n
u. Inſchrift; zu feinem Gedächtniß iſt
nannte Leopoldse⸗Freiſchule gegrüude
dem ehemaligen Kirchhof, das Dentm
Schlacht bei Kunuersdorf nei wundeten
gefterbenen Dichters von Kleift, danebe
mäler bes Profeſſor Daries u. des €
Diringshofen. Das Schaufpielhaus au
platz iſt 1842 erbaut; viel bejuchte &
orte find der Karthausgarten, Zeit
ſchaftshaus, Die Bergyürtnerei, Gratte
neralbab, in der Umgegend die Buſ
Tzſchetzſchnow'ſche Schweiz, Stante’s
x. Sreimuurerloge: Zum aufrict
nit Freimaurerelubb. %. hat ohne M
Einwohner. — F., wahrſcheinlich ſch
diſchen Zeit eine nicht unbedeutende
1253 von Gedin von Herzberg un
zwifchen dein oberen u. Gubenſchen
tert u. erbielt von den Markgrafen
u. Otto III. (IV.) von Brandenburg,
Felge der Theilung des Landes Yet
Erzbiſchoſ von Magdeburg zufiel, Diet
tigfett. Dadurch u. durch feinen Ani
Hauſa wurde F. bald einer Der belebte
plätze der Oder. 1290 wurde es von
Dietrich von Meißen belagert u. 13
Markgrafen Waldemar noch mehr be
wurbe tie Stadt von Kaijer Karl IV,
Anbänglichleit an ten falſchen Walder
1351 erbielt fie vom Kurfürft Ludwig
Zollfreiheit durch die Mark u. unf ber
wurde ſie von ben Huſſiten, 1450 vo
1477 von dem Herzoge von Sagan
Iugert. Den 27. April 1506 flirtete $
aim I. die Univerfität, Die 1516 we
auf eine Zeitlang nad) Kottbus verlegt
reformirten Grundjätzen eingerichtet r
hatte F. Streitigleiten mit Stetiin, r
ber Stapelgerechtigkeite +6 ausge
wollte. In Dreißigjübrigen Kriege n
beiden Parteien mehrmals erobert, jı
1631 von den Shweien, u. fam erſt!
Schweden wieder an Brandenburg.
jährigen Kriege u. den Striegen ven
litt F. beträchtlich; 1810 wurde bie Un
Breslau verlegt. Vgl. K. R. Huufen, (
Univerfität u. Stadt F. a. d. O. Fr
1806; Sachſe, Geſchichte der Steht
Sruntfuttes Altentat bie Fraukiſches Reit
Tepographiſch· ſtatiſtiſche Überficht des
irko F. a. d. O. Frl. 1807. .
Attentat wirb ber auf das Bun-
r Yrunffurt a. M. am 3. Upril 1833
ene reoolutivnäre Anſchlag genanut, wel⸗
m ſogenaunten Männerbunde aueging
Sland (Geſch.) XIII. 2).
itter Pillen, f. u. Beyer 1).
irter Neceß, ein 15598 auf einem
zu Frankfurt, zwiſchen den evangelifchen
von der Pfalz, von Sachſen u. von
rg, dem Taubgrafen vun Heilen, dem
w Württemberg u. dem Pialzgrafen
rüde seihloffener Vergleich, worin
ten, daß fie bei der Augoburger Con⸗
en wollten u. nähere, von Melanchthon
vems Geiſte verfaßte Beſtimmungen über
aufügten, welche tie Zänkereien unter
den Theologen veranlaßt hatten.
trter Echwarz, ſchwarze Farbe, welche
mei, zur Bereitumg der Kupferdruckfarbe
abrilation tes Wachstuchs benutt wird.
es burch Slüben von Weintrebern unter
ex Luft ber; die bejieren Sorten erbält
Blähen von Weingelager od. Eſſigmutter,
gut abgewaſchen u. getrodnet find.
Die Durch Verkohlen von Weinreben er-
karze Farbe unter diefem Namen verfauft.
seter Würſte, febr fette, in der Größe
ifle, aus bloßem Schmeinefleifch fabri-
e, welche, damit fie ſich halten u. befier
was augeräuchert werten. Man giebt
em Wafler aufgemwallt, ale Beilage zu
merkzaut, auch wohl als Zmifchengericht
ıg, eine öflerreichiiche Familie, flammt
u im Gerichte Wildshut anı Inn; fie
6 in ben Ritter⸗, 1605 in ben Frei⸗
1697 in ten Grafenftand erhoben;
fir: Graf Adolf, Sohn bes verftor-
em Ludwig; er ift geb. 1329 u. ſteht in
en Militärtienfien, er ift zur Zeit un⸗
ein Bruber Ludwig iſt 1835 geboren.
en (v. ital.), frei machen, bef. einen
I. Franco.
de Alp, fo x. w. Alp 1).
und, der Vertrag vom 26. Nov.
ſen Biſchof Friedrich von Bamberg, Bi⸗
ın von Würzburg u. die Markgrafen
Johann von Branbenkurg mit den in
a zu Franken geſeſſenen Srafen, Herreu
auf 10 Jahre machten, dag zur Erhal⸗
ftentlicben Ruhe u. Sicherheit bie unter
enden Zwiftigleiten gütlich abgemacht
ten. Im Laufe tes, Jahres traten bem
Graf Yubwig von Ottingen, Graf Al⸗
Dohenlohe, Biſchof Johann von Eichſtädt
en von Ebenheim bei.
der Dialekt (Bräntiihe Nundarth, ſ. ı.
prache III. A) b) u. Deutihe Yiteratur II.
Soden (3. Daden, 3. Sandflab),
Des Mittelalters, beſtehend in einem
b, oben mit Widerhafen. Wlan flach ihn
liche Schild u. juchte dies fo bein Gegner
ı, um Blößen zu erbalten.
der Jura «Präntiiher Landräden,
ij. ber norböftliche Theil des deutſchen
Iaiern; ex ſchließt fih auf der Grenze
F bie
anleuböhe gegeu R. eutwickelt, n. ftreicht * zwei
fügen, der erſte vou ber Wornitz u. Altmuͤhl durch⸗
brochen, iu nordöſtlicher Richtung die Donau ent⸗
laug bid Regenoburg, von da au aber ber zweite im
uördliher Richtung zioiichen Raab u. Read, bie
zum fichtelgebirge, n. dieſer gelte Zug allein wirb
gewöhnlich F. I. genannt. Gr ift eine weite Hoch⸗
‚ebene, deren Scheitelpunlte faft überall unter 1500
Fuß abfolnter Höhe zurüdbleiben u. die baber uur
durch Die Tiefe u. Steifheit feiner Thäler ein ge-
birgsartige® Relief barbietet; bie Hochebene zeigt
wellenförmige Unebenheiten des Bodens, mit weiten
Flächen u. Fanft gerundeteu höheren Bergplatten
wechſelnd; es finden fih eimelne Kuppen, häufi
koloſſale Dolomitwände. Wegen ber Beihaffenbeit
biefes Hochlandes gibt es in demſelben feine Gebirge«
päſſe, fondern zahlreiche Strafen führen über baffelbe,
u. der Yudwigslanal durchſchneidet es von Norden
nah Silben. Das nörklihe Ente bes F. 9. zwi⸗
fhen ber Pegnith u. ten Main beifit die Sränft-
(de Schweiz: fie beträgt 10 Meilen im Umfange,
breitet ſich aus zwiſchen den Stäbten Baireuth,
Bamberg, Nürnberg u. Thurnau, bat viele Ruinen
von Ritterburgen u. ift bef. merfmirbig burch Die
zablreihen, wegen ihrer Zropffteingebilbe u. An⸗
bäufungen von Thierknochen berübmten Höhlen,
wie Die von Dluggentorj, Gailenrenth, bie Lud⸗
wigshöhle u. wiele andere mehr, eine Erſcheinung,
die im ſüdlichen Theil bes Brenn 3. wohl auch nicht
febit, Doch aber nur felten vorlommt. Vgl. Körber,
Illuſtrirter Fremdenführer durch tie Fränkiſche
Schweiz, Banıb. 1858.
rankijche Kaifer, bie veutichen Kaifer von Kon⸗
rab IL. bie Heinrich V., 1024—1125, |. Deutichlend
(Gefich.) VI. IL.
Fraͤnkiſche Kirchenlieder, unrichtige Bezeich⸗
nung von 4 altbochteutihen, aus tem lateintichen
(nicht in fräntifcher, fontern eber alemiannijcher
Sprache) überſetzten Öymnen ad noctem u. 2 ad
matutinum u. das Te Deum; züerft von Hickes
in ter Grammatica france. -theod., dann die 3
erften von Eckard in Franc. orient., ba Te
Deum bei. Helmſt. 1714, herausgegeben.
Fränkiſcher Kreis, Kreis des alten ehemaligen
Deutſchen Reichs, zwiſchen Oberſachſen, Böhmen,
Baiern, Schwaben n. dem Oberrhein; 490 OM.
u. 1) Mill. Ew.; begriff Die Hochſtifte Bamberg,
Würzburg, Eihfläbt, bie Kürftentbilmer Ansba
Baireuth, Hohenlohe, das Deutichmeifterthium, die
gefürjleten Grafjchaften Henneberg u. Schwurzjen«
berg, Die Srafichaften Kajtell, Wertheim, Reineck,
Erbach, Limburg, bie Herrſchaften Seinsheim,
Hauſen, Specdcfeid, vie Heicheftätte Nürnberg,
Hothenburg au ber Zauber, Schweinfurt, Weißen-
burgen. Windsheim. Der F. 8. ftellte ala einfaches
Sontigent 1902 Mann zu Fuß u. 9SU zu Pferd.
Kreisausſchreibende Fürſien maren ber Biſchof von
Bamberg u. der Markgraf von Branbenburg
(Ansbadhy u. Baireuth), Yebter auch Kreisoberfl.
Der 5.8. wurde 1806 aufgehoben u. ift jetzt meiſt
in den baierifchen Kreifen Sber⸗, Mittel» m
Unter. sranten enthalten. Henneberg befitten
ber Großherzog von Weimar u. Die Herzöge von
Koburg- Gotha u. von Dieiningen, ferner Preußen
u. Kurheſſen, Wertheim Baden u. Erbach Heffen-
Darmitadt. ’
Fraͤnkiſches Necht, im Gegenfag zum Saächſi⸗
Keen Wuürttemberg au bie Alp an, we
RN.
Rechte, ſowohl das Hecht ber fränkiſchen Herr⸗
(namentlich ber Capitularien), als auch das
perſoniiche Recht der Individuen fränkiſcher Abluuft.
Nach der Goldenen Bulle von 1356 wurde das
Reicheoicariat in ben Ländern fränkiſchen Rechte,
worunter man bier ben fübweftlichen Theil Deutſch⸗
Hands zu verfiehen bat, bem Pfalzgraf bei Rhein,
Fr —— chſiſchen Rechts dem Herzog zu
fen ilt.
Fran (eb Neich, tie von Chlodwig ger
grlindete Monarchie, |. u. Franlen. 233
Bräntiiße Schweiz, Theil des Fränkiſchen
ura, |. b.
Fraukl, Ludwig Auguft, geb. ben 3. Februar
1810 zu Chraft in Böhmen, jtubirte feit 1829 in
Wien Medicin u. ging dann nad Italien. Nach
Wien zurüdgelehrt, begann er die ärztliche Praxis,
ab biefeibe aber balb auf ıı. murbe Secretär ber
Wiener Iſraelitengemeinde, rebigirte eine Zeit lang
das öfterreichiiche Morgerblatt u. begann 1842 bie
Herausgabe ber Sonntagsblätter. Er ſchr.: Habe⸗
burgslied, Wien 1832; Epiich-Igrifche Dichtungen,
ebd. 1834; Sagen aus dem Morgenlande, vpz.
1834; Chriſtoforo Colombo, Stuttg. 1836; Ge⸗
Dichte, Lpz. 1840; Nadel, Wien 1842; bas Epos:
Don Yuan dAuſtria, Lpz. 1846; zur Gefchichte der
Juden in ‚Bien, 2 Bde., Wien 1847 — 1853;
Gusle (ferbiiche Nationallieder), ebd. 1851; Hip-
polrates u. Die moterne Medicin (Satyre), 3 Thle.,
Wien 1853, 4. Aufl. 1854; zu Lenau's Biographie,
Wien 1854. Er gab heraus: Libanon, ein poetiſches
ilienbuch, Wien 1855.
anklandia (F. R. Br.), Pflanzengattung aus
ber Kamilie ber Proteaceae - Nucamentaceae-
Franklandiae, 4. 81. 1.Orbn. L.; Art: F. semi-
folian, Straud in Neuholland.
Franklin, 1) Benjamin, geb. 17. Jan. 1706
in Bofton, wer der Sohn eines Seifenfiedere. An-
fange für den geiftlihen Stand beſtimmt, trat F.
fpäter als Lehrling in das Geſchöft feines Vaters,
beflen Vermögen nicht zureichte, ven Schne eine
gelehrt: Bildung zu verfchaffen. Diefem fagte indeß
ie Beſchäftigung nicht zu, u. bei feiner früh ſich
Tuntgebenden Neigung zu Büchern fanb er einen
derſelben mehr entipredenben Beruf al Buch⸗
druder. Er trat bei feinem älteren Bruder, welcher
ine Druderei befaß, in bie Lehre, wo er bald auch
für bie in berfelben gebrudte Zeitung Artitel ſchrieb.
Da er ſich indeß mit feinem Bruber nicht gut ver⸗
Neben Tonnte, fo verließ er deſſen Geſchäft heimlich
u. ging 1723 nach Philadelphia; von dort begab er
ſich 1724 nad London, um fich größere Geſchäftso⸗
kenntniſſe zu erwerben, kehrte 1726 nach Philabel-
phia zurüd u. legte, nachdem er einige Jabre in
einem kaufmänniſchen Geſchäft gearbeitet hatte,
1728 eine eigne Druderei an, welche ſich raſch zu
einem blübenben Etabliffiment erhob. Bon Wifiens-
durſt getrieben, ſuchte erfeine Kenntniſſe zu erweitern,
lernte Franzoſiſch, Italieniſch, Spaniſch u. Lateiniſch
u. gründete, um jungen Handwerkern u. Kauflenten
zu ihrer Ausbildung behülflich zu ſein, 1728 einen
wiſſenſchaftlichen Berein, welcher bald Nachahmung
fand, u. 1731 eine öffentliche Bibliotbet, indem er
mehrere wehlhabente Männer zu freimilligen Bei-
feuern dazu veranlaßte. Außerdem entfaltete er in
ber von ibm herausgegebenen Zeitung fein Talent
als Volkeſchriftſteller in einer überaus |egensreicen
Meise u. rief eine Menge gemeinnligiger Auftalten,
7 Yeanliihes Reich Be Pranfiin!
fo bie Pflaſterung ber Straßen, einen Fen
verein, eine Mlabemie zur Erziehung der
niſchen Jugend sc. ine Leben. Er bellei
Stadt⸗ u. Staatsämter als Friedentri
glied bes Stadtrathe, Generalpoftmei
geordneter der Landesverſamml
blos als Bürger erwarb F. einen
Namen, auch als Forſcher er id
Ruhm, inden er 1734 den Blitz zuerſt ai
Erſcheinung auffaßte n. ben Blitzable
Bedeutungsvoll für fein Vaterland
fein Wirken als Politiker u. Staator
Bevollmächtigter Pennſylvaniens beſud
ben Congreß ber Colonien in Albary,
dem drohenden Wiederausbruch des Krie
Srantreich u. England, über bie &
ofonien zu einander n. zum Mutterlan
ſollte. Der Plan %-6 (Albanyplan), ei
Krone ernannten, aber durch einen von:
verſammlungen erwählten großen Rath!
Generalpräfidenten an der Spite ber
Colonien zu ſtellen, wurde angenomm
aber von ber Krone u. von ben Colonit
gegengefeten Gründen verworfen. Gi
Rolle fpielte er in dem Eonflicte der pein
Fandesverfammlung mit den Rachlonm
welche für fih Steuerfreibeit beanſprucht
Volle nach England geihidt, wo er |
aufhielt, erlangte bie Abweilung ver
Anſprüche. Beim Ausbruch ber Zwiſti
chen dem Mutterlande u. den Selen
Präfident der geſetzgebenden Berfamu
ſolcher protefirte er gegen bie von bei
Miniſterium beabfichtigte Einführung ı
pelftener u. erflärte, vor das Parlam
tag nur Waffengewalt feine Panbslente;
nöthigen könne. Immer entſchiedener
der Anficht hervor, daß Die Cofonien u
mit England nur durch Perfonalunien
Länder feien u. wirkte in biefem Sin
Agent für Georgien, New⸗Jerſey u. I
in London. Vergebens waren intel
mübungen ſowohl durch mündliche Ber
als Durch die Preſſe feiner Auffafiung t
in England Eingang zu verfchaffen, 7
einzelne bebentenbe Staatdmänner, wi
Dabei unterſtützten, indem fie Das bluti
Eonflictes zwiſchen Mutterland u. Color
faben. Am 5. Mai 1775 nach Philadel
gelehrt, wurbe er Mitglieb des Congre
auch des Sicherheitsausſchuſſes ur. erl
vom Mutterlande genommene Stelle ein
poftmeiftere von den vereinigten Colo
Sein Entwurf wurde nun die Grundle
faffung des von den Colonien 177!
Staatenbundes. Im folgenden Jahre ı
dritten Male nad Europa, u. zwar i
des Congrefies, um mit Frankreich ei
zu ſchließen. Seine politiiye Erfabrun
nehmendes gefchmeitiges Weſen, fein I
lehrter u. Schriftfteller wirften zufammı
Sentung mit Erfolg zu krönen. Nach!
Binbniffes u. Dantelsvertrags mit Fra
biieb er als Gefanbter ber Vereinigten '
Hofe zu Berfailles u. ſchloß 1793 im
zwei anderen Commiſſaren ben rietem
Euglanb, in welchem biefes die Unabhe
Nordameritanifchen Freiſtaaten anerlanı
Franklin
Bhlladelphia yurüd u. wurbe pn
ennfolvaniens erwählt. Ale 1737 die
ig zu Stanbe lam, welche den Staaten-
rien zu einem Bundesflaat umfchuf,
R großem Gifer das Ginigungewerf,
zfaffung in mandyen Punkten, fo na⸗
etveff bes Zweilammerſyſtems, feinen
erſprach. 1738 nötbigte ihn Kränt-
ne Privatleben zurüdzuziehen, doch
it, obwohl von Schmerzen geplagt,
iftſteller für Bereblung der Sitten u.
er Bildung thätig zu fein. Beorzüglich
üben barauf gerichtet, bie Abſchaffun
erei herbeizuführen, meshalb er no
r bie Präfidentenwürbe Der pennſyl⸗
ittoniftengeiellichaft annahm. Er farb
90, n. 1556 wurde in Bofen fein
richtet. 2) John, geb. 1786 zu
er Grafſchaft Lincoln, trat 14 Jahr
gliſchen Seedienft, nabm ale Dlit-
Theil an her Belagerung von Ro-
an 1803 mit Flinders an ter Ent⸗
ach Neuholland, fpäter in China an
t in ber Straße von Malaltı, auf
bon 1807 an ter Schlacht bei Tra-
amandirte 1818 ale Schiffelieute⸗
Nordpoh⸗Expedition des Kapitän
rigg Trent. Nachdem die Auffuchung
Durchfabrt dem Capitäu Roß miß-
ibernahm F., zum Capitän befördert,
der Reaierung 1819 eine Expedition
ben Mündungen bes Kupferminen-
verftändnig mit dem Capitan Bay,
nden zu Schiff beſuchen follte. Qlüd-
820 nach großen Anfırengungen an
°, umterfcchte Die Kiite nordweſtlich
Ihe Meilen meit u. fand das Land
ein, bie durch Meine Kanäle durch⸗
n. Rah mannichfachen Beichwerben
ne engliſche Niederlaſinng u. lehrte
ıgland zurüd. 1525 mmternahm er
Iftrag der Regierung mit Lieutenant
Mon u. X. eine neue Jteije, um eine
chfabrt, wefilich von ber Mänbung
eflufles zur Bebringeftraße zu ent-
m Gapitän Beechey aus vem Ztillen
en tlommen ſollte. Er fcifite ten
hinab, erreichte das Arktiſche Meer
, dem Fort Franklin am Bärenſee
ſollte Die Expeditien, in 2 Tbeile ge⸗
it 2 Booten, ihre Reife antreten;
arbfon den öſtlichen Arm bes Flufie®
te F. felbft jetzt Den weſtlichen Arm
er den mittleren Arm unterjucht), kam
is zu 70° 3u‘nörki. Bretie, 150 weſtl
aber bier, megen vorneriidter Jahrer»
‚ ohne feinen Zwock erreicht zu haben.
dem Bärenſee zurück, biieb dort den
u kehrte im Sept. 1628 uach England
fer Expeditien wurde die Küftein einer
inabe 36 Yängengraben aufgenommen,
rungen über den Magnet n. bie Wire
dlichis auf die Magnetnadel geniacht,
viffenfchaft, namentlich Lie Botanik,
uig enter Pflanzen bereichert. Nach⸗
itterwürde erbalten, trat er wieder
n den eugliichen Flottendienſt; zum
der 1844 von ter Societät ber Milfen-
haften in London beſchloſſenen m. von ber Re⸗
gierung unterſtützten Nordpolexpedition ernannt,
verließ er am 15. Mai 1845 mit den Schiffen Ere⸗
bus u. Terror die Themfe. Im Dec. d. I. erhielt bie
Admiralität in London bie legten Nachrichten von F.,
datirt vom 16. Auguft an der Nordtüfte von Gren⸗
land, oberhalb bes Gilbertſundes, wo er überwin-
tern wollte. Da nun bis zum Schluß des Jahres
1847 weitere Nachrichten von 5: nicht eingegangen
waren, fo griff bald die VBefitrchtuug Bla, Daß vie
Erpedition entiweder von Eismaflen umgeben feſt⸗
file, od. untergegangen fei. Es wurden baber feit
1848 von ber englifhen Abmiralität, ven Privaten
in England u.-Amerila u. von 5-6 Battin Erpe⸗
bitionen ausgefcbidt, um bie Verlornen au retten
od. wenigſtens Kunde Über ihre letzten Schichſale
einzuziehen. 18948 murden Capitän Moore u. Sir
James Roß mit Bird nad) dem Polarmeere gefenbet,
der Erftere, um durch die Bebringoſtraße, die Letz⸗
teren, um burch ben Yancafterfund won Weſten ber
nach dem Dielvillefund vorzutringen; während
Richardſon u. Rae zu Lande bie Mülndung Des
Madenzie erreichten. 1549 folgte von Weflen ber
3. Saunders, von Often ber Kellet u. Reb. Shedden.
1850 fegelten Capitän Penny u. Jobhn Roß nad
bem Wellingtonfanal, bie Capitäne Auftin u. Om⸗
maney ır. eine auf Betrieb des Amerikaners Griunell
außgerüftete Unternehmung unter de Haven nad
denjelben Gegenden; Forſyth, mit einer auf Lady
5-6 Koften ausgerüfteten Brigg, drang ebenfalls
duch ben Yancafterfund vor; von Often ber aber
paffirten Kellet, Dioore, Kollinion u. M'Clure Lie
Behringsſtraße u. ftellten ibre Nachforichungen an
ber Norbtüfe bes Kontinents u. in ben Gegenden
von Banfs- u. ‘Prinz Albertslaud an. 1851 inter»
nebın Rae bie zmeite Yanberpebition, erreichte Die
Mündung des Kupferminenfluffes u. durchſtreifte
PRollafien- u. Bicteria- Land; Kennedy drang in
bie Prinz Regento⸗Einfahrt ein u. unterſuchte Pie
Küjten von Nord Someriet. 1952 ging eine Eppe⸗
ditien unter Capitän Belcher u. Kellet mit 5 Schiffer
abermals nach dem Wellingtonkanal u. dem Mel⸗
villefund. 1851 u. 1352 ward Capitän Inglefielb
nach tem Wellingtoukanal geſendet. Ju Amerika
war inzwiſchen bie zweite Grinnellſche Erpebition
unter Kane ausgerüftet worden u. 1853 durch
den Smithſund nordwärts gegangen. 1854 fubr
Inglefield zum 3. Dale durch Den Yancafterfund nach
dem Wellingtonlanal u. Rae unternabm bie dritte
Landreife von der Repulfebai nach Bcotbia, ber nord⸗
lichſſen Spite bes amerilanifchen Kontinents. Keine
Spedition hatte %. gefunden od. Kunde von ibm
einziehen Können, blos Rae hatte im April 1854 an
ber Bellybai (699 nördl. Breite, 72° meftl. Länge)
von Estimos gehört, daß 10—12 Tagereiien weiter
gegen Weiten eine Aızabl von mebr ale 40 weißen
Mänıern durch Mangel an Lebensmitteln umge»
fommen wären. Bei Fortſetzung feines Weges erfuhr
er nun, daß im Krübjabr 1850 einige Eslimoe, bie
in der Nähe bes nörtlichen Geftades ber König
Williams Infel auf den Robbeufang ausgegangen
waren, etwa 40 weiße Männer über das Eis dem
Süden zuwandernd gelchen batten; einige Mochen
ſpäce „wurden 30 Yerrbuame weißer Männer an der
Küftfies amerikaniſchen Continente, eine Tagereiſe
im RNordweſten eines großen Fluſſes, u. dazu 5 an⸗
tere auf einer nahe liegenden Inſel gefunten. Et
ergab ih, daß die Coliinos noch Pulver, Kugeln,
Franklin
Schrote, Uhren, Sompaffe, Fermðhre u. Flinten vor⸗2) Grafichaft im Staate Meffeiarfetis,
funben Batten, be von letztern Segenjtänden we⸗
—2* Theile, ſowie füberne Löffel, Gabeln zc.
von Mae entbedt ı. eingetauft mwurben. inter
dem erften Eindrude ber Botſchaft Nach erwachte
in England ber Gedanle, baß das Schidfal ber ver»
unglüdten Erpebition an Ort u. Stelle ber leisten
Kataſirophe erforicht werben müſſe, n. von ber Hub»
fonebaigefellichaft ausgerüftet ging am 22. Yuni
1855 vom fort Rejolution am Großen Sflavenfee
eine Erpedition unter James Anbersion u. Green
Stewart nad ben Gegenden an ber Milnbung bes
Großen Fiſchfluſſes u. der Adelaide» Halbinfel ab;
fie tehrie Aniang December zurück u. batte zwar
mebrere von ber Franklin'ſchen Erpebition herrüh⸗
rende Gegenſtände aufgelunden, aber nicht ficher in
Erfahrung gebracht, wie u. wo biefelbe ihren Unter⸗
gang gefunden habe. Auf dieſe unficyeren Refultate
geftügt, fuchte nun Lady F. nochmals bie eng-
liſche Admiralität zu neuen Unternehmungen zu ver-
anlaffen; Richard King u. Lieutenant Bin unier-
ſtützten fie in ihren Beitrebungen, auf Die Mögliche
teit hinweiſend, daß noch einzelne Mitglieder ber
Feſchen Erpedition lebend unter den Gelimos au⸗
etroffen werben fönnien, body vergeblich. So fah
ich denn Ludy F. auf ihre eigenen Mittel angewie⸗
fen, rüftete im J. 1857 das Schiff Iſabel zu einer
neuen Fahrt aus u. ließ bafielbe 1858 durch bie
Behringsfiraße nach ten Arktiſchen Gewäflern vor-
dringen. Fes erfte u. zweite Exrpebition ift beſchrie⸗
ben ın Narrative of a juurney to the shores of
the Polar Sea in the years 1819 —22, Lond.
1823 f., 2 Bde. (deutſch, Wein. 1824, 2 Bbe.);
Narr. of a second expedition to the shores of
the Polar Sea 1825— 27, ebd. 1828, 3 Bde. (beutfch,
Weimar 1828). Vergl. K. Brundes, Sir Iohn
Franklin, die Unternehmungen für feine Rettung 2c.,
Berl. 1854. 3) Eleoncra Anna, bes Bor. erfte
Sattin, geb. Miß Porden, geb. 1795, zwei ihrer
größern Gedichte, The veils u. Löwenherz, machten
ihr, wie ihre kleinern Gedichte, in England einen
Namen. Ihres Satten erfie Expedition befang fie
in einem Gericht The arctick expedition, u. Died
war ber Anlaß, daß %. fie fernen lernte u. ebelichte.
Schon hatte fie eine unbeilbare Krankheit gefaft,
deunoch trieb fie ihren Gemahl zur Abreife u. gab
ihm eine von ihr geftidte Flagge, bie er nicht eber,
als au ter Küfte des Polarmeeres wehen laffen
follte, mit. Sie ft. 1825, wenig Tage nad) F⸗s
Wieberabreije. Wirklich entfaltete F. eine Flagge
erft, als er auf der Parryinſel anlangte.
Frunklin, 1) Grafſchaft im Staate Maine (Norb-
amerika), 4 OM., theiliweis gebirgig (Mount Abra-
ham u. Sadblebad - Diountaın); Flüſſe: Deab- ıı.
Sandy- Rivers; Boden im Allgemeinen fruchtbar;
Brotucte: Weizen, Kartoffeln, Rindvieh, Schafe;
organifirt 1830, aus Theilen der Grafichaften Ox⸗
ford u. Somerfet gebildet, genannt nach Benjamin
Franklin (f. d. 1); 1850: 20,027 Ew.; Hauptflabt
Furmington; 2) Grafſchaft im Staate Bermont,
30 DOM., im W. vom EChamplainfee begrenzt, von
ten Miſſiſque- u. Yamoille- Rivers burdfloffen;
Boten bilgelig u. fruchtbar, Probucte: Hafer, Kar»
toffeln, Rindvieh, Sıbafe, Eiſen, Marmor; Gewerb⸗
thätigkeit in Eiſen, Wolle u. Leder; Schifffahrt auf
dem Champlainfee; die Burlington⸗Rouſe's⸗Point
Eiſenbahn Durchichneitet die Grafſchaft; organifirt
1792; 1850 28,586 Ew.; Hauptftabt Gt. Albauıs;
ffe: Connecticut⸗, Deerfield- u. Me
oben hiigelig, theilweis gebirgig, im U
frudtbar ; Producte: Mais,
Gewerbthätigleit in Melle, Bunurnwolle,
(feine Tiichlerarbeiten); Schifffahnt auf
necticutu. befien Kanälen ; die Hartford⸗
u. bie Lowell-Breenfielb Eiſenbahnen be
bie Graffchaft; erganifirt 1811; 1850 3
Hauptftabt Greenfield; 0 Grafſchaft
—— 80 DOM.; Fluͤſſe: Seraner
gay⸗, Salmon⸗, St. Regis- u. Radet-R
reiche Heine Seen, worunter ber Sara
Loonjee bie bebeutenpften ; Boben hägel
gebir ig u. ſtark bewaldet, im Allgemei
r; Brobucte: Mais, Weizen, Rınbui
Eilen; Gewerbibätigleit in Wolle ı
DOgbensburg-Roufe's-Point Ciſenbahn
bet die Grafſchaft; organifirt 1808; It
Ew.; Hauptftabt Malone; 5) Grafichef
Venniylvanien, 34 OM., theilmeis gebin
Mountain im D., Tuscarora- ad. Con:
im NW., Kittatinny- Range mit dem Baı
im N.); Flüffe: Conedogwinet⸗, Antie
carora= u. Congcocheague-Sreels; Beh
lich in den Thälern fehr fruchtbur;
Weizen, Roggen, Obſt, Rinbvieb,
Marmor, Schiefer, Kalt; ſtarke Gewerb
Eiſen, Holz (namentlich feine Tifehl
Leder, Wolle, Aderbaugerätbichaften; d
Hagerstown Eiſenbahn Durchichneibet bir
organifirt 1784; 1850 39,904 Ew.
Shambereburg: ©) Grafichaft im Staat
40 OM., im RD. vom Staunlon-Rie
von ber Blue-Ridge begrenzt; Bote
jehr fruchtbar; Probucte: Tabak, Ma
Eifen; organifirt 1784; 1850 17,430 Ex
5726 Sklaven; Hauptftabt Rody- Mom
ſchaft im Staate Norb- Karolina, 21
Zar River burchfloffen; Boden ziem!
fruchtbar; Prodnete: Mais, Safer,
Naleigh-Gafton Eiſenbahn Durchfchneib
ſchaft; 1779 organifirt; 1850 11,713 6
5507 Sklaven; Haupiilabt Lewisburg
haft im Staate Georgia, 30 OM.; |
galoo⸗Niver, Norih⸗Forken. Hubfon-f
bügelig u. namentlich an ben Flüſſen fel
Broducte: Baumwolle, Mais, Weizen
großer Menge), Gold (nur wenig); 1850
worımter 2352 Sklaven; Hauptflabt (
9) Grafſchaft im Staate Florida, an t
nischen Meerbuſen grenzenb, 214 OM.,
ladhicola-River durchfloſſen; Boten fan!
angebaut; Danıpffchifffahrt auf dem A
River; 1850 1561 Ew., worunter 31
Hauptort Appaladicola; 10) Graffchaf
Alubama, 49 DDE.; Flüffe: Tenneſſee⸗R
fluß gegen W.), Bear- u. Cedar⸗Creeks
elig, fruchtbar ıı. gut angebaut; Gichen
Bropuete: Mais u. Baummolle; Dam
auf dem Zenneffee-River; bie Mempbis
Eiſenbahn durchſchneidet pie Grafichaft; !
Emw., worunters197 Sllaven; Hauptort
11) Srafichaft im Stuate Miffiffippi, 35
Homoditto-River durchfloſſen; Woher
nur in ber Nähe bes Fluſſes fruchtbar;
Baunmvolleu. Mais; große Fichtenwaldr
5904 Ew., mworunter 3350 Glisven
deanklin
B) irchſpiel (Parish) im GStaate Loni⸗
R. von ven Voeuf⸗ u. Macon-Bayous
oben hägelig u. fruchtbar; Producte:
w. Mais: Dampfisifffehrt auf dem
u; 1850 3251 Ew., worunter 1573
uptert Winnsborougb; 18) Graſſchaft
tanfas, 36 OM., vom Arlanfas River
Boden hügelig u. namentlid in beu
fruchtbar; Probucte: Mais, Hafer,
wolle, Rindvieh; 1850 3972 Ew.,
ı Sllaven: Hauptort Ozark; 14) Graf⸗
sate Tenneſſee, 365 OM., vom Eil-
often; in SO. durch einen Zmeig der
» Mountains gebirgig; Moden fehr
ilweis [hönes Weideland; Probuete:
a, Baumwolle, Rindvieh; die Eiſen⸗
ſhville nach Chattanooga (Tunnel von
nge) u. bie Winchefter-Alabama Gifen-
eiden bie Öraffchaft; 1850 13,769 Cw.,
23 Eflaven; Hauptftatt Wincdhefter ;
tim Staate Kenumdy, 10 OM., von
a. Elkhorn⸗Rivere durchfloſſen; Bo⸗
fruchtbar u. ſehr gut angebaut; Pro⸗
‚Weizen, Hafer, Hanf, Marmor, Kalt;
Met auf dem Kentudg- River ; die Lonis⸗
w Eiſenbahn burdhichneidet Die Graf
12,162 Ew., worunter 3365 Sklaven;
—— F— 16) Grafſchaft im Staate
RM.; Fliüfſe: Scioto- u. Olentangy⸗
unt- u. Alum⸗Creeks; Boten ziemlich
mw u. gut angebaut; Probucte: Mais,
er, Rindvieb, Schweine; bie 4 Eiſen⸗
Eofumbus nad Cincinnati, Cleveland,
„ Wbeeling durchſchneiden die Graf-
42,910 Ew.; Hauptfiabt Columbus;
t im Staate Anbiana, IT DOM., vom
River durchfloſſen; Boten theilweis
Agemeinen fruchtbar; Broducte: Mais,
er, Kartoffeln, Rindvieh, Schweine;
be, Baummollenmanufacturen, Bapier-
Wbitewater »- Kanal burchfchneibet bie
1810 erganifirt, 1850 17,968 Ew.;
Breoteille; 18) Grafichaft im Gtaate
ı OM.; Flüſſe: Big⸗Muddy⸗River u.
k; Boten fehr frudtbar, große Wal⸗
bucte: Maid, Meizen, Hafer, Tabak,
1650 5681 Ew.; Hauptort Benton;
ft im Staate Miffenri, 40 QM.;
ouri⸗, Maramec⸗ u. Boeuf- Rivers,
u. Indian» Creels; Beben bflgelig u.
m den Flüſſen fehr fruchtbar; fchöäne
Broducte: Mais, Weizen, Hafer, Ta-
5, Schweine; Kupfer, Blei, Gifen;
ıbrt auf dem Maramec- River; bie
ach dem Etillen Dcean (bie große Pa-
y) wird durch dieſe —8 führen;
Ew., worunter 1459 Eflaven ; Haupt⸗
d) Grafſchaft im Staate Jowa, 27 OM.;
„River, Otter⸗ u. Pipe: Creeks ( Neben⸗
Aebar⸗River); 21) Stäbtifcher Bezirk
: (Post-town«hip) in ter Grafſchaft
es Staates New⸗Hampfbire, am Mer⸗
r u. an ber Concord⸗Weſt⸗Lebanon⸗
mbahn; 1300 Ew.; 28) Gtäptiicher
Iofiamt in der gleichnamigen Grafſchaft
Bermont ; 1700 Ew.; 23) Gtäbtifcher
Boßanıt in ber Grafſchaft Norfolk des
flachufeite, an ber Norfolk⸗ County
Eiſenbahn; 1900 Cw.; 24) Gtädtiicher Berirf mit
Boftamt in ber Graffhaft Delaware bes Staates
New» Port: 3200 Ew.; 25) Staͤdtiſcher Berirt
(Township) in ber Graffchaft Bergen bes Etaates
New⸗Jerſey; 1800 Em. ; 26) Gräbdtifcher Bezirk in
ber Grafſchaft Sloucefler des Staates New⸗Ferſey;
3000 Ew.; 27) Stäadtiſcher Bejirk in der Grafichaft
Somerfet des Staates New⸗Jerſey; 3000 Ew.; 28)
Städtiſcher Bezirk in ber Grafichaft Warren bes
Staates New - Ieriey; 1600 Ew.; 29) Stäbtiiher
Bezirk in ber Grafichaft Adam des Staates Penn⸗
ſylvanien; 1800 Ew.; 30) Städtifher Bezirk in ber
Grafſchaft Alleghany des Stastes Pennſylvanien;
1400 Ew.; 31) Städtifcher Bezirk in der Grafſchafi
Armftrong bes Staates Benniyivanien, am Alle⸗
ghany-River; 2500 Em.; 32) Städtifcher Bezirk in
der Grafſchaft Butler des Staates Pennſylvanien;
1200 Ew.; 33) Städtifcher Bezirk in der Grafſchaft
Hayek des Staates Pennſylvanien; 1500 Ew.; 84)
täbtifcher Bezirk im der Graffchaft Greene bes
Staates Benniylvanien; 2600 Ew., enthält Way
neöburg, ben Hauptort der Grafſchaft; 35) Stäbti⸗
ſcher Bezirk in ber Grafſchaft Huntingbon des Staa-
tes Pennfylvanien, ar der Benn'ulvania-Kifenbahn ;
1500 Ew.; 36) Städtiſcher Bezirk in ber Grafichaft
Lycoming des Staates Pennfylvanien; 1100 Ew.;
37) Hauptort der Grafſchaft Venango des Staates
Permiyivanien, am French⸗Creek u. tem Kanal nad
Meapdville ; Dampffchifffahrt auf demſelben; das bier
gelegene Sort gleiches Namens wurte 1787, bie
tadt 1795 angelegt; 1300 Em.; 88) Stähtifcher
Bezirk in der Srafichaft Weltmoreland bes Staates
Bennfylvanien, an ber Pennſylvania⸗Eiſenbahn;
2600 Ew.; 89) Hauptort der Brafichaft Pendleton
im Staate Pirginia, am Botomac; 40) Sanptort
der Grafſchaft Diacon des Staates Nord⸗Carolina,
am Tenueflee-River; 41) Hauptort der Grafſchaft
Hearb bes Staates Georgia, am Chattahoochee⸗
River; 48) Hauptort u. Einfuhrhafen des Kirchipiel®
(Parish) St. Mary, am Teche-River, Handel in
Baummolle, Zuder n. Mais; Dampfidifffahrt;
1600 Ew.; 48) Hauptort ber Grafſchaft Robertfon
bes Staates Texas; 44) Städtiſcher Bezirk in der
Grafſchaft Union des Staates Arkanſas; 1400 Em. ;
45) Hauptort der Graffchaft Williamſon im Staate
Tenneſſee, am Harpeth⸗River; Bant, Vaumwollen⸗
manuſacturen, Eiſenſchmelzerei; 46) Hauptort ber
Grafſchaft Simpfon im Staate Kentucky, am Drakes⸗
Creet; 47) Städtiiher Bezirk in ber Graff
Adams tes Staates Ohio; 2000 Ew.; 48) Stäb
ſcher Bezirk in ber Grafſchaft Brown bes Staare®
Ohio; 1200 Ew.; 49) Stäbtiiher Bezirk in ber
Grafſchaft Clermont des Staates Obiv, am Ohio⸗
River; 3000 Ew.; 50) Stäbtifcher Bezirk in der
gleihnamigen Grafſchaft tes Staates Ohio; 1900
Ew.;5ı) Stöptifher Bezirk in der Grafichaft Har⸗
rifon des Staates Obio; 1100 Ew.; 58) Stäpti-
ſcher Bezirk in der @rafichaft Jadjon bes Staates
Obio; 1300 Guo.; 58) Gtäbtifcher Bezirk in ber
Grafichaft Yiding des Staates Obio; 1100 Ew.;
54) Grädtifher Bezirk in ter Grafſchaft Monroe
des Stautes Ohio; 1600 Ew.; 55) Stãdtiſcher Be⸗
zirk in der Grafſchaft Diurrem bes Staates Ohio;
1500 En. ; 36) Stäbtifcher Vezirk in ber Grafſchaft
Bortage des Staates Obie; 1800 Ew.; 57) Städti⸗
ſcher Bezirk in der Brafichaft Richland des Staates
Ohio; 1300 Ew.; 58) Stäbriicher Bezirk in ber
Graffchuſt Warren des Staates Ohio, au der Cin⸗
>.
einnaii⸗ Dayton Eiſenbahn u. am Miami⸗Kanal;
2700 Ew.; 59) Stäbtiicher Bezirk in ber Graſſchafi
Wayne des Staates Ohio; 1600 Ew.; 66) Etäbti-
fcher Bezirk in der Grafichaft Lenawee des Staates
Michigan; 1300 Er. ; 61) Siaͤdtiſcher Beirk in der
Grafſchaſt Henry des Staates Judiana; 1200 Ew.;
68) Stadtiſcher Bezirk mit Poſtant in der Graf⸗
ſchaft Ichnion des Staates Indiana; 3200 Ew.;
68) Hauptort der Graſſchaft Johnſon im Staate
Suriana, am Youngs-Ereel u. au der Madiſon⸗
Indianapolis Cifenbahn, 5 Kirchen, Franklin⸗Col⸗
jege ; 2000 Em. ; 64) Stäbtifcher Bezirk in der Graf
fchaft Kosciusto des Staates Indiana; 1300 Ew.;
65) Städtiſcher Bezirk in der Graffhaft Marion des
Staates Indiana; 1600 Ew.; 66) Stäptifcher Be
zirt in der Graſſchaft Montgomery bes Staates
Indiana; 1500 Ew.; 67) Stäbtifcher Bezirk in der
Grafſchaft Owen des Staates Indiana; 1200 Ew.;
68) Städtiiher Beirk in ber Grafſchaft Butnanı
des Staates Inbiana; 1300 Ew.; 69) Stäpdtifcher
Bezirlinder Srafichaft Ripley des Staates Indiana ;
1900 Ew.; 70) Stäbtifcher Bezirk in ber Graffchaft
Waſhington des Staates Indiana: 3000 Em.; 71)
Städtilcher Bezirk in der Grafiheft Mayne bes
Staates Indiana; 1400 Ew.; 72) Städtiſcher Ber
zirt mit Poſtamt in der Grafſchaft Milwaukee des
Staates Wisconfin; 1200 Ew.; 73) Infelgruppe an
ber Sudküſte ber englifchen Eolonie Südauſtralien.
Franklinbai, Bufen des nördlichen Bolarmeeres
an der Nordküſte des Hubfonsbai- Territoriums
(Britifch Norbamerila), zwiſchen Cap Bathurft u.
Cap Barıy,_ BN
Franklinit, Mineral, kryſtalliſirt in Oktardern,
deren Kanten zuweilen abgeflumpft find, auch derb
u. eingefprengt; if ſchwarz, Strich röthlichbraun,
Metallglanz, undurchſichtig, hat blättriges Gefüge,
anebenen Bruch; ſpec. Gewicht 5, Härte 6— 7; be»
ſteht aus Eiſenoryd, Manganoryd u. Zintoryb;
finbet fich bei Aranklin in Nordamerika.
Sranklin- Mills, Bofort in ver Townſhip
Zertun der Grafſchaft Portage im Staate Ohio
ordamerika), am Cuyahoga⸗River u. am Maho⸗
ning⸗Kanal; Tuch⸗ u. — 1600 Ew.
Franklin⸗Range (ſpr. F. Rendſch, Franklind
kette), die nördlichſte Berzweigung ber Rocky⸗Moun⸗
tains im Ruſſiſchen Nordanierika.
Franklinton, 1) Hauptort des Kirchſpiels (Pa-
rish) Wafhington im Staate Louiſiana (Nordame⸗
rita); 2) Poſtort in der Grafſchaft Franklin bes
Staates Ohio, am Scioto⸗River, Columbus gegen⸗
über; früher Hauptort (Gerichtsſitz) ber Grafſchaft.
Franklinville, Städtifcher Bezirk mit Poftamt
(Post-township) in der Grafſchaft Cattaraugus des
Staates ——— (Nordamerila); 1800 Ew.
Frankoa, |. Francoa.
Frankreich (a. Geogr. u. Ant.). F. wurbe von
den Grieden Keltike, jpäter Galatia u. mit zu⸗
fammengejegtem Namen auch Keltogalatıa,
von ben Römern aber Gallia, u. zwar im Begen-
ja zu Gallia cisalpina, Öberitalien, Gallia
transalpins (G. ultima, G. propria)
emannt. Daneben waren noch vulgäre Namen:
.braccata für ben, von den Römern zuerſt
eroberten füdöftlichen Theil, von der Sitte der Be⸗
wohner, Beinkleider eBraccae) zu tragen; ıL (r.
:coınata fiir Das Übrige Land, weil bie Bewohner
das Haar lang trugen. Die Grenzen waren un⸗
ter Augufus: in Weſten die Pyrenäen, iu Süden
Franklinbai bis Frankreich (Alte Geogr. u. Antiq.)
| das Mittelmeer, hier Marp gallicum ($
li genannt, ım O ber Sa
De en u. ber —— %
nus, Fretum gallıcum (Kauaf) u. da
Dieer, weiches auch die
Fortſetzung M. Vogesus (Vosegus,
in Rorboften bie Arduenna silva (j
Borgebirge: an der Süb
Cap de l'Aigle od. C. de Mouret),
Ia Erotfette od. Bec de Sormien),
(j. Landſpitze von Cette); an ber eig
num promontorium (j. Bointe be Gu
Ferrei), Santonum prom, (j. Peinte
B. de l’Aguillon), Pıctonam prom, (
Voidvinet), Gobaeum prom. (j. Cap
von Sobeftau); auf der Rorblüfe: Pro
(j. Cap Brisne;). An Flüijen war Ge
Die Hauptſtröme waren: Rhodanus (j.9
ben Nebeuflüffen linke: Ifara (Iſtre)
(Sorgue), Druentia (Durauce), a ra
(Saone) u. Vardo (Gard); die Gar
tonne) mit dem Tarnis (Tarın), Clint (
ranius (Dorbogne); der iger (Loire) w
duana (Mayenne) u. dem Elaver ob. Glav
die Sequana (Seine) mit Matrona (M
(Dife), Incaunus (Youne); die Moſa
Sabis (Sanibre); der Rhenus Rhei
aus Gallien kommenden Mofella (
(Sour) u.a. Außerbenn viel Küftenfi
ben: Varus (j. Bar), Bulpis (Xonp), A
ſlumen (Argens), Ubelca (Buveaune), 6
Claſſius (Colajon), Ledus (Nee), Araurt
ribria (Livron), Orbis (Drbe), Narbe
(Aube), Berunodubrum (Giy, Agly), So
Tichis (Tec); an ber Weftieite: Aura
Sigman (Dlimijau od. Leyre), Garantı
reute), Herius (Auray); ar der Norhli
(Zrien), Olina (Orue), Frudis (Brei)
(Somme). Seen gab es int eigentih
nur wenige u. Meine u. fie befanden |
ber Nähe der Südküſte: Diaftramela eb.
rum stagnum (Etang bu Caroute ob. d
od. Mer de Dartigues), Yatera (E. de Hl
Stagna Volcarum (@. te Tau wa),
od. Lacus Narbonitis ((. de Gigean)
(E. de Lencate); ir nerböftschen *8
NViackreich (Alte Geogr. u. Antig.) -i.: es :tuc. v.
nehrere Smpfe, welche theile durch
n des Meeres, theils Durch Das Aus⸗
thenus veranleßt; doch hinberten bie
b Antegung von Deicheu bie weitere
berfelben. Wenn tie Römer früber
als raub u. kalt ſchilderten, fo fan-
ver dech geſund u. in ben jüblidheren
ı Klima Italiens u Spaniens nicht
Das Land ſelbſt war fruchtbar u., bis
Ien der Wälder u. Sümpfe, angebaut.
bes Me enreich® gen: Getreide,
Dirfe, Hanf, ein, Ol, Obf, bel. Sir
1, Mifpeln, Spargel, Baftinaten, Ser-
eu, ſchwãmme u. Arzneipflan⸗
w. andere Karbefränter; die Waldun⸗
vorzüglih Eichen, Tannen, Ulmen,
m, Buchebaun; an Thieren gab es
mm Kriegsgebrauc, Rinder, vortreff-
1. Schweine, Hafen, Hunbe, zur Jagd,
inböde ; von Geflügel viel Gänfe, dann
Rebhühner ıc.; die Gewäſſer lieferten
meden, Korallen u. Fiſche; das Mine-
Bold in den Gebirgen u. im Flußſand,
u meht Kupfer, viel Bier, auch Eiſen,
Vinnober, Diergel, Salz 2c. Mit ihren
zieben tie Bewohner einen ſchwung⸗
1 zur Ste u. zu Lande u. wurden barın
ren Flüſſe u. die in ber Römerzeit
freien Heerftraßen unterſtützt. Ein⸗
mrde Gallien A) von Cäſar nach ben
ern ber Aquitanen, Celten u. Belgen
‚heile: a) Aquitania, von ben Py⸗
us Garumna; b) Coltica, von ba
mana ob. Matrona; e) Belgica,
zum Rhenus. Nachdem bie Römer
ı fid unterworien hatten, wurde es B)
a8 27 v. Chr. in 4 große Provinzen
Gallia Narbonensis, ber füt-
{, ſchon früher ben Römern ale Pro-
ng; tanı b) GC. Aquitanica ([. u.
e) G. Lugdunensis ([. b.) u. d)
>a (f. b.). Unter ben ſpäteren Kai⸗
Gallien mit Spanien u. Britannien
großen Präfecturen des Römiſchen
sefectura (salliarum) u. Gal-
ar eine Diöces (Dioscesis Gal-
welche C) im 4. Jahrh. mit Beibehal-
en Eintheilung, in 14 u. nachher, mit
g einiger Theile Italiens, in folgende 17
ungen geteilt wurbe: a) Grullıa Nar-
it: aa) Narbonensis prima, j.
„ Rouffillon; bb) Narb.secunda,
nce; ed Alpes maritimae, bie
eile der Dauphine u. Brovence, nebft
t; dd3 Viennensis, ber Reft ber
BWeſtſavoyen; ee) Alpes Grajae
nase, Wallis, Nertoftiavoyen; b) G.
nit: f Novempopulana, Gas⸗
karı; sg) Auuitania prima,
xbonneis, Auvergne, Delay, Gevau⸗
zue, Guercy u. Limoſin; kb) Aquit.
‚ ein Theil von Guyenne, Bourbeloie,
Angoumecis u. Poiton; e) G. Lugdu-
ih Lugdunensis prima, Lyon⸗
jogue, Nivernois u. Suͤb⸗Champagne;
ın.secunda, Normandie; I) Lug-
ia, Zouraine, Maine, Anjon, Bre-
> Lugdun. quarta, Theile ven
Champagne u. Jole be France, daun Ehartrein,
—— Drleansit: d) &. Beigica mit: we Bel-
gios prima. Lothringen, ein Theil von L
burg u. die fübliche Hälfte von der preußiichen
Rheinprouing; ee) Belgicasecunda, Nor»
Champague, der Heft von Isle de france, Vicar⸗
bie, Artois u. die franzdfifchen Riederfanbe; pp)
(sermanissecunda, bie öfterreichiichen In
derlande u. ber nördliche Theil ber Rheinprovinz;
>» Germania prima, das weſtliche Rhein⸗
ufer von Bingen bis Schlettflabt; rr) Maxima
Sequanorum, Elſaß, Weft-Helvetien u. Franche
Eomte. Das Ganze ftanb unter ben Vicarius
dioeceseos Galliarum, bie einzelnen Provinzen
wurden theile von Gonfularen, theils von Präfl-
benten verwaltet.
Die Älteften Bewohner %-9 waren Celten
(1. d.), fie wurden von Griechen u. Römern Celtä,
Salstä, Salli genannt, u. namentlich befchränlte
fi tiefer, früher mehrere Länberbevöllerungen ber
greifende Name jeit ber Kaiferzeit auf bie F. be»
wohnenben Kelten; zum Unterſchied von ben Eel-
ten in Oberitalien nanute man bie in F. auch Galli
transalpini. Sie waren von Geſtalt groß m.
fräftig; hatten weiße Hautfarbe u. blonte® ob,
rötbliche® Haar, bei. tie rauen mwurben als fchön
erühmt; fie zeichneten ſich Durch Kriegsliebe, Kühn⸗
it, Tapferleit u., trotz ihrer Rohheit, durch Gafl-
freiheit u. Wrtigleit gegen fremde aus; gegen
Kälte u. Näfſe waren fie abgehärtet, aber gegen
Sitte empfindlich; fie fcheuten anhaltende Stra⸗
paten, waren unbefonnen, zwar offen, gerade, ge»
lehrig u. erfinberifch, aber auch floly, anmaßenb,
reizbar, leidenſchaftlich, neugierig, unzuverläſſig, zu
Revolutionen geneigt, babgierig, putylüchtig, daher
ſie ſich ſpäter dem römiſchen Luxus leicht hingaben
u. durch Verweichlichung feig wurden. Sie redeten
eine zum Indogermaniſchen Sprachſtamm gehs⸗
rende Sprache (ſ. Celtiſche Sprache), ſpãäter wurde
die Römiſche Sprache in F. herrſchend; ihre Schrift
beim büuͤrgerlichen Gebrauch mar eine der griechi⸗
fhen ähnliche. Die politiſche Berfaffung bes
Landes anlangenb, fo beftanden mehrere, von ein⸗
ander unabhängige Böllerfchafteu u. Staaten. Die
größeren Stämme waren in Gaue getheilt. Zwiſchen
größeren u. Heineren Staaten beftanben Schutzver⸗
bindungen. An ber Spige ber Staaten ſtanden
Häuptlinge aus bem Abel, welche von ben Fremden
Könige genannt werben (weil fich bie Namen vieler
Bäuptlinge der nörblichen u. öſtlichen Stämme auf
das von ben Römern mißverſtandene -rix endigtem),
aber deren Würde nicht erblich war, ſondern ihnen
durch Wahl übertragen wurbe. Die Berfalfung
war ariftoltatiih; Die bevorzugten Stände waren
der Abel, welcher durch kriegeriſche Macht Das Au⸗
ſehen erhielt, u. Die Druiben (f. d.), welche bie In⸗
baber aller Wiffenichaften ı. die Träger des geiſti⸗
en Elementes waren, jelbft bie Macht des Abele be-
chränlten, in mandyen Staaten. ben Häuptling ex-
nannten, Rechtöfachen entſchieden, bie öffentlichen
Beſchlüſſe leiteten ꝛc. Wer fich ihren Anorbunungen
widerſetzte, wurbe gebannt u. in Folge Davon ehr⸗
: 1. rechtios.
In manchen Staaten gab es einen aus
dem heben Adel beftehenden Staatsrath. Die
linedeln galten als Siiaven u. zählten nicht. Ieber,
welcher ein Äußeres Gerücht in Beziehung. auf
ben Ötaat vernommen hatte, war grieglich ver-
pflichtet, ungefäumu banayı ber Veh
286 Frankreich (Alte Geogr. u: Antig.) bie Fraudreich (Nene Geogr.
machen .m. fonft Niemand davon eitoa® zu jagen.
De uniidehuns über allgemeine Angelegen
wurben Berjammiungen ber Ebeln mehrerer
ten berufen; die Theilnehmer erfchienen bewaffnet;
die Entfcheibung folgte nach Stimmenmehrheit; bie
Beredſamkeit u. Stimmen ber Druiden war von
großen Einfluß babe. Das Gericht wurbe von
den Druiden gehalten, u. jährlich war ein großer
Gerichtstag auf einem heiligen Plate bei ben Car⸗
nutern (im j. Pays Chartrain, Departement Eure
u. Loire), welder für ben Mittelpunft des gangen
Landes galt; dahin famen bie ftreitendben Barteien
aus allen Theilen bes Landes u. nahmen Recht. Ihre
Religion war polytheiſtiſch, |.u. Celtiſche Religion;
die Religionslehre war im Befi ber Druiven u.
galt ale Myſterium; Orte ber Verehrung der Götter
waren heilige Haine, Seen, Quellen, Infeln u. an-
bere Platze, eigentliche Zeinpel wurben wohl erſt in
ber römiſchen Zeit gebaut (f. Druibenbenfmäler);
Menihenopfer waren gewöhnlich ed wurden bazu
Berbrecher genommen, doch gaben ſich auch Frei-
willige aus dem Volle Dazu ber auch bie Kriegs⸗
beute gebörte ben Göttern. Zu ben heiligen Ge—
Ichäften ber Druiden gehörte auch die Weiſſage,
. wobei aud) Druitinnen vorfommen; dazu dienten die
Eingeweide der Opferthiere, ber — u. Flug der
Bögel, Lufterſcheinungen, Träume, Geiſtererſchei⸗
nungen x. Die Zeitrechnung beſtimmten fie uach
Nächten. Im Kriege, mwelder häufig zwiſchen
den einzelnen Stämmen geführt wurde, beſtand ihre
Macht inı Fußvolk, doch hatten fie auch Reiter,
daum eine bejondere Truppe, wo Reiter mit Fuß-
gängern gemifcht waren; fie Lämpften auch auf Wa⸗
gen (Eissedae) n. branchten ſelbſt große Hunde,
welche dazu abgerichtet waren. Ale Waffen führten
fie ven Celt, einen ehernen Steinleil; ein an ber
rechten Seite berabhängentes, nur zum Sieb
brauchbares Schwert, welches fich aber bei jedem
Siebe bog u. jedesmal wieber gerade gerichtet wer⸗
den mußte; außerdem Yarzen, große u. eine
Wurfipieße, Bogen u. Pfeile, letztere zuweilen ver-
giftet, u. Schleutern; an Schutzwaffen trugen fie
eherne Helme, mit Infignien, Haruiſche u. Banzer-
hemden, u. zweierlei Arten von Schildern: lange,
welche ben ganzen Mann bedten, u. Kleinere, beide
mit Emblemen bemalt. Die Aufftellung geihab in
großen Mengen, welche im Rüden von einer Wa-
genburg umgeben waren, hinter biefer ftanden wäh⸗
send des Kampfes Weiber u. Kinder. Nur ter erfte
Angriff war furchtbar, ba die Gallier keine Aus-
bauer Lefaßen n. ihre Angrifje nicht mit Auftren-
ung fortzujegen wußten, wenn fie ſeſten Wider⸗
Kant fanden. Gemöhnlih war auch das Hervor-
treten Ginzelner, welche den Feinb zum Einzel⸗
lampf ausforberten. Auch Druiden zogen in ben
Krieg u. fangen a e u. die Loblieder
auf die gefallenen Helden. Die Bewohner der Küfte
am Atlantijhen Ocean waren auch zum Seekrieg
geichidt ; ihre Schiffe hatten flachere Kiele, eijerne
Ketten ftatt Ankertaue u. lederne Segel.
Das Privatleben der alten, F. bewohnenden
Böller betreffend, jo war die Erziehung ber Kin-
ber in den Händen ber Frauen; Söhne burften
erft, wenn fie waffenfähig geworben waren, vor
ihren Vätern u. mit benfelben öffentlich ericheinen.
Die Schule machten fie bei ben Druiden (f. b.).
Dei Verheirathungen murbe eine glei
Summe Geld, wie bie Frau zur Mitgift erhalten
hatte, von dem Manne zugelegt m.
ital die Zinfen davon —
en beiden Ehegatten ſtarb, worauf t
das Ganze erhielt. Die Dlänsler ha
über Leben u. Tob der Weiber ı.
ein Daun geftorben war, m. «6
dacht vor, bie frau möchte an bes
Schuld haben, jo kamen bes Mam
zujammen, um eine Unterfuchung ba
len (babei konnte bie Kolter
u. wenn bie Frau in der Schuld be
jo wurbe fie granfam umgebracht. (
fteller berichten auf von einem lı
Hange der Gallier zur Knabenliebt
nungen beflanden aus Holy n.$
to) u: Bretern bedeckt; fie Tagen «
bern od. an Flüffen, od. waren ;
Städten vereinigt, welche mitunte
waren, das Hausgeräth war ſehr
Site bei Tiſch waren Strobfiflen
untergebreitetes Gras ob. Thierfell
auf ber Erbe. Ihre Kleidung bi
kleidern, bie bald enger, bald weiter
auf bie Lenden berabreichenbes Wam
zer, im Sommer leichter, im Winter!
Die Kleider ber Bornehmen waren
Gold geftidt. Das Haar trugen fie
nad dem Scheitel hinaufgezogen u.
herabhüngend; ber Bart mar, bis au
Knebelbart, geichoren; um ten H
Ketten, um bie Arme Spangen, aı
Ringe von Gold u. Bronze; bie f
auch Ketten von Beruflein u. Koralle
Als Nahrungsmittel diente be
mentlih Schweinefleifch, u. Mil; a
ches leicht u. yut war ut. zu befien $
fih der Bierhefen bediente; getrunt:
Bornehmen Wein, oft ehr unmäßig
nen Bier aus Weizen u. Gonig o
(Kurmi); ihre Triufgeräthe maren
doch auch fübern. Ihre Da abe
war Ader⸗ u. Weinbau u. Viehzuch
einzelne Städte auch lebhaften Kant
Zwiſchenhändler mit Britannien, als
Tandesproducten u. ben Erzeugniflı
firie. Namentlich waren bie Gallier
tallarbeiter,, fie fertigten treffliche W
Schmudjachen u. gute Münzen; fie
Kunft des Vergoldens, Verfilberne
verfertigten Glasarbeiten, Kleibungs
fer, Seife zum Färben der Haare
Das gefellige Teben bes Adels
Sammtung ber Kleineren um bie 9
beren Höſen fie, außer ben Krieg
Etwas gemöhnliches waren Zmeiläm
meift bie geringften Wortwechfel fühı
ffattung ber Todten war fehr e
Leichen wurben verbrannt u. mit ber
les, was ihnen in Leben lieb geweſ
Thiere u. bi® zur rönrifchen Zeit wear
ven u. Glienten, welche ber Herr be
mit beifen Leiche verbrannt worde
Geographie der Griechen u. Römer,
theilung; Cäſar, De beilo gall. 6, 1
Frankreich (n. Geogr. u. Sa)
Kaiſerthum im mweftlichen Gurepa, er
emer Länge von 130 Meilen vow 42
5° nörbl. Br. u. in einer Breite won
Stanfreih (Gesgr. u. Statiit.)
497
50 51° öſtt. 8. (v. Ferro), grenze | kend u. in ten Kanal mündend, mit 29 größeren
den Kanal (La Manche) u. die Straße
Ras-te-Gulaie), im Nortoften an
ıburg, Rheinpreußen u. Rheinbaiern,
aten (durch ten Rhein getrenut), bie
rbinien, im Süten an das Dlittel-
ien, im Meften an ten Arlautifchen
faßt (in Liefer Austehnung 9589,16
ließlich ter 159,03 Dt. großen In»
nen Sefammtflädenraum von
. OM. od. 54,452,600 Hectaren
186,963 Dectaren) mit einem Grenz⸗
Ml., weron 427 DI. auf die Küften
ser 62 MI. betragenden Küftenlänge
235 Mi. auf tie Lanbgrenzen kom⸗
m 3 tie Grenzen Fee beſpülenden
ber Kanal die mannichfachſte Gliede⸗
chneidende Buchten u. weit auslau⸗
; die bedeutendſten Buchten ſind:
rn Ber Somme u. Seine u. ter Buſen
l mir der Bai von Et. Male; der
san, obne tiefere Ginfchnitte, u. faſt
zen Weftlüfte 15-8 ten Biscayifchen
dend, bat die Baien von Breft,
‚ubierne, Bourgneuf, Breton u. Ans
ie breiten Mündungen der Vilaine,
nee. Das Mittelmeer bildet von
6 Toulon ten Löwenbuſen (Golf du
Rhönemündungen u. niehyeren Tei⸗
stangs, ter beteutentfie Etang de
» ven Toulon die Buſen von Gir-
u. Jouan. Die größeren zu F. ger
In find im Atlantiihen Ocean:
ir, Belle-Isle, Noirmoutier, Dieu,
; im Mittelmeere: Corſica u. Die
elu (ſ. d. a). Die Hauptgebirge
oſt u. Südweſt mit Abdachung nach
nu. Süden. In Südoſten liegen a)
wor die Gottifchen od. Daupbineer
Spitze: Diont PBelvoug 12,610 Fuß)
Neer⸗ od. See-Alpen auslaufend, de⸗
is Eſterel⸗ u. Maures⸗Gebirge ſich
meer erfireden; nördlich an die Cot⸗
chließt ſich der Jura (höchſte Spitzen:
5316 Fuß, Pre de Marmiers 5000
ang an, diefen die Bogelen (Vos-
Spike: Balloıı te Sulz 4410 Buß);
zhen verbinden biefeiben durch Yo»
sen Argonnen u. Arbennen, bie fich
ıß erheben u. dann allmälig fich nad)
flachen. Im Südmweſien b) die Py⸗
„ fang tie Grenze gegen Spanien
höchſie Epigen in Spanien liegen;
n F.: Pic tu Nidi de Bigorre 8356
laufen nordöſtlich in die Sevennen
zelne Zweige: Levezon⸗ u. Forez⸗Ge⸗
ebirge von Lozere über, bie ſich wie⸗
rge von Auvergne verzweigen, nord⸗
Cote d'Or mit den Vogeſen u. öft-
Debirgszuge von Gevaudan, Viva⸗
mit ben Alpen zufanımenbängen. F.
[üffe: a) Rbein, nur theilmers fran-
Muß. Die ſchiffbare Länge tes zu 2
le feines Stromgebietes (einſchließ⸗
eren Nebenflüſſe Moſel [mit Meurthe
taa8, ſoweit dieſelben F. angehören)
dilometers; b) Seine, auf der Cote
end, in nordweſtlicher Richtung flie⸗
sifen. 4. Wfl. VI
Nebenflüffen (Aube, Yonne, Marne, Dife [mit
Aiene), Sure ꝛc.), fdhiribare Fänge deſſelben 1838
Kilometers; ey ?oire am Weſtabhange ber Seven⸗
nen entſpringend, Anfangs nordweſilich, dann weſt⸗
lich fließend, it ben Biecayiſchen Meerbuſen bes
Atlantiſchen Oceans mündend, mit 41 größeren
Nebenflüſſen (Allier, Cher, Indre, Vienne, Sartbe,
Mayenne, Maine ꝛc.), ſchiffbare Länge deſſelben
2340 Kilometers; dy Garonne auf dem nördlichen
Abhange der Weflpyrenien entipringent, Anfangs
nerböftlih, dann nordweſtlich fließend, nach ihrer
Vereinigung mit ter Dordogne ten Namen Gi⸗
ronde annehmend u. al& ſolche in Den BRiscaviſchen
Meerbufen fließend, mit 50 größeren Nebenjlüffen
(Arriige, Tarn, Gert, Yot, Dorkogne zc.), ſchiff⸗
bare Länge defleiben 2397 Kilemeters; e) Rhone,
aus der Schweiz kommend, in ibrer Hauptrichtung
innerbalb F. fürtich fließenb, in den Löwenbufſen
(Golf du I.ion) Bes Mittelmeere mindend; wirb
erft in 5. ſchiffbar; Nebenflüffe: Ain, Saöne (mit
Doubs), Ifere, Arbiche, Durance 2c. Kleinere n.
Küftenflüfle find noch: Schelte (mit Scarpe u. Lve)
nur eine kurze Strede in F. fließend, Var, Herault,
Aude, Tet, Bidaſſoa, Adour, Charente, Sevre, Vi⸗
laine, Orne, Somme. Insgeſammt gegen 6000
Fluſſe u. Väche; ſchiffbare Länge der geſammten Flüſſe
8817 Kilometers (über 1100 Mi.). Binnenſeen
gibt es nur wenige; der bedeutendſte iſt der von
Grand⸗Lien bei Rantes, über 7000 Hectaren bes
dedend; dagegen Strandſeen (Teiche, Etangs) ähn⸗
lich den Haffs (theils natürlich, tbeils künſtlich unter⸗
halten) in großer Menge, namentlich am Biscayifchen
Meerbujen u. am Diittelmeere. F. bat gegen 900
Mineralquellen u. ungefähr 100 Mineralbabes
anftalten, bie berühmtefien in Barrege, Cauterete,
et. Sauvenr, den beiten Bagneres, den beiden
Bourbons, Air, Blombirres, Forgé u. Engbien.
Der Boden bes Landes ift ſebr verichieben, je⸗
tech im Allgemeinen fruchtbar u. moblangebaut;
die fruchtbarften Gegenden find im Elſaß, in Flan⸗
dern, im Gebiete ter Seine u. Somme, einem
Theil des Foire-Gebiete® u. in ter Ventee. Im
Sütmeften finden fih große Haiden (I,andes),
in denen meilenweit fein Ort zu treffen ift, im De⸗
partement Bouches du Rhone, ein großer mit
Steinen bebedter Yantftrich (I.a Crau, f. d.); fer⸗
ner find unfruchtbare Gegenden tie Sologne im
Departement Loir u. Eher, ber Kreideboten der
Champagne pouilleuse, fewie einige Gebirgo⸗
ftrihe ın den Alpen, Pyrenäen u. Sevennen. Das
Klima ıft ebenfalls fehr verfchieten, im Allgemei⸗
nen jedoch gemäßigt; am Dittelmeere tem italie⸗
nifchen, iın Norden ben Leutfchen ähnlich; die Tem⸗
peratur nimmt von Norden nach Zlten u. von
[fen nah Weften zu. Dintirden (51 0 3° nördl.
Br.) hat eine mittlere Jahrestemperatur von +
83° R., Paris (4980 50° nördl. X.) von + 8,8°
R., Troges (48° 18° nördl. Br.) von #9’ R.,
Boitiers (146° 34° nördl. Br.) von + 9,9° R.
Avignon (430 57’ nörtt. Br) von + 11,60 R,
Toulon (43° 7’ nördl. Br.) von + 12,8° R., fer⸗
ner, für die Zunahme von Often nach Weften ſpre⸗
nd, bie unter gleihem Breitengrade liegeuden
tädte Etrusburg u. Breſt: Strasburg (25% 24°
öftl. 2. v. Ferro) mittlere Jabrestenıperatur von +
19° R., Breft 113° 15° öftl. X.) von + 11,69
R., fo daß aljo ganz F. von ven Iſothermen + 8,
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Frankreich (Oeogr. m. Statifet Politiſche Vartelen w. Keligion)
Deuifchland in England if m F. höchſt
ınbel u. Wandel ſind fie zur Uberſpecu⸗
ufpiel) geneigt. Im den Wiſſenſchaften
e Oberflächlichleit der gründlichen Tiefe
n den eracten Wiffentchaften mehr lei-
en abfiracten. In ben bilbenten Kün⸗
en Deuifchen u. Stalienern zurüdfte-
Behandlung ter Gefchichte Höchft geift-
zn von der gründlichen Forſchung ber
. Deutjchen, ausgezeichnet in Der po⸗
rifeftellerei (namentlich Flugſchriften,
); im Drama ebenfall8 binter Eng-
tſchen zurlichſtehend, im Luſtſpiel
Abertreffend (vgl. Franzoſiſche Litera⸗
dordfranzoſe iſt im Allgemeinen thäti⸗
Sfer, zurückhaltender, beſonnener u.
ender als der Südfranzoſe, dieſer da⸗
er u. witziger als jener. Die Fran⸗
rache iſt die herrſchende. Sie zerfiel
m zwei Hauptmundarten, bie ſüdfran⸗
ian provenqal, Langue d’oc) u. tie
he (Roman wallon, Langue d'oil od.
Btere verbrängt die erſtere allmälig u.
s erfien Hälfte des 16. Jahrh. Natic-
ke jedoch noch immer in verfchiebenen
prochen wird (f. Branzöflhe Sprade).
mb noch Bretoniſch, Baskiſch, Deutich,
: den betreffenden Gegenden, u. Wal⸗
e beigifchen Grenze geiprochen.
ve Barteien: Sen ber Revolution
bie Bolitit dem Franzoſen zut Lei⸗
erden. Bis in bie niederften Volks⸗
& hängt faſt jeder einer gewiſſen poli⸗
tan, zeichnet fich aber auch in dieſer
ꝛineswegse durch Treue u. Beharrlich⸗
bern wechſelt oft ſchon nach wenigen
politiſchen Anſichten. Die 5 Haupt⸗
nd: a) Yegitimiften, Anhänger ber
benenlinie, meiſt altabelige Familien
der Seiftlichkeit (wenigſtens ingehein);
ft: Königsehum won Gottes Gnaten;
deyos von VBordeaur (Graf v. Cham⸗
i .), ihr Führer iſt Berryer, ihre
ızette de France u. Univers, leß-
k nltramentaner Färbung; D Or⸗
Anhänger ber jüngeren Bourbonen⸗
weile tie reiche Bourgeeiſie ı. ein
1 Der wiſſenſchaftlichen Celebritäten;
nftitationelle Monarchie; Diittelpuntt:
mis (Entel Pouis Bbilipp’s), bervor-
tglieder: Thiers u. Guizet; Organ:
s Debats; ce) Bonapartiften, An-
tapoleonifhen Dynaftie, cin Theil der
e Armee, der Geiſtlichkeit n. ber Arbei⸗
ns bem äußeren Scheine nach), liber-
ejenigen, Lie von ben jegigen Zuflän-
zieben ch. erwarten; obne beftimmit
nes Brincip (Rapoleon III. feitfi neunt
Ben PBrincipien Des Jahres 1759 feine
: anfer tem Kaiſer, ten Miniftern ı.
fein heroorragentes Mitglied zählend;
‚niteur, Patrie, Pays; dd Republi—
tentheils ben mittleren Handels⸗ u. Ge⸗
gebörig,w. ein großer Theil der jüngeren
vocaten ꝛc. Brincip: Sellsfouveränetät;
e Majorität ift das höchſte Geſetz. Sie
n a8) bie blauen od. gemäßigten Re⸗
ige politiſcher Mittel» u. Schwerpunkt
war der General Cabaignae; Organe: Sitcle
früher National ; bb) Die rothen Republilaner
Radicalen, jogen. Bartei Ledru Rollin; ihr Org
war La Reforme; e) Sociafifien, ein grof
Theil der Arbeiter (Broletarier); Princb: fen ı
ſchriebenes Geſetz (Berfaflung), Leine Mat t
Sapital®, Herabſetzung ber Rente, volllommen
Freiheit ber Affociation m. der Selbfiregierum
—— — Schrififieller: Proudhon; ihr £
gan war Le Peuple (fpäter I,a Voix du Peur
genannt). Betrachtet man dieſe 5 Parteien ihr:
mefentlihen Gehalte nach, fo haben die Legitimifi
den Glanz Des Namens n. ber althiſtoriſchen Er
nerungen, Die Orleaniften bag Gewicht bes Capit
n. ber Intelligeny, Die VBonapartiften die Macht |
beftebenten Verhaͤltniſſe u. bie materiellen Intereff
bie Republikaner die Kraft ber Jugend u. bes Idea
die Socialiften das Gewicht der Maſſen u. des }
natisınus für fih. Im öffentlichen Yeben machen |
lübrigens alle dieſe Parteien, mit Ausnahme der be
ſchenden, kaum noch geltend, feitbem ber Drud |
letzteren im Jabre 1858 in einer Weife verftärft
welche jete Kundgebung in der Prefle ob. an äffe
lihen Orten unmöglie od. doch geführlich maı
Defto gräßere Neigung aber zeigen vorzngemeile
Sccialiften, in geheimen Selellihaften für ihre]
litiſchen Zwecle Propaganda zu machen, n. trot al
polizeilihen Wachſamleit u. eigerofen Maßreg
tauchen immer neue Geheimbünde anf, un
denen verzugsmeife tie Marianne ſtark verzwe
zu fein fcheint. An die Stelle ber gefetzlichen Op!
fitien ift Die Confpiration getreten. Die öffentli
Ordnung fügt fich auf Die Furcht u. hat ihren H
nur in der Perſon des Kaiſers. Der Mangel '
moraltichen Achtung wor dem Geſete untergr.
zugleich ten Kffentlichen Credit, u. obwohl bie !
giernug alle Mittel anwendet, das Capital zu ei:
tünftlihen Hebung bed Staatecrebits aufzubiet
ift es ihr doch unmöglich, Die Rente au nur ı
näbernd auf ben Stand zu bringen, den biejelbe
leuten Jahre der Julimonarchie einnahm.
Religion. Rad) der Conſtitution if zwar |
Iigionsfreigeit (Liberte des cultes) garantirt, b
exiſtirt biefelbe nur in der Theorie, u. die Pra
ges Geſehy) unterfcheitet anerlanıte u. mit |
ante Culten (Cultes reconnus u. Cul
non reconnus), zu ben erfteren gehören bie i
miſch⸗Katholiſche Kirche, Die Reformirte Kirche (C
vinidmus), die Augsburgiſche Confeſſion (evar
ltjch-Iutherifh) u. das Judenthum. Der Thei
nach hat keine Diefer Confeſſionen Verrechte vor
anberen, Loch macht bie Praxis zu Qunften ber
miſch⸗latholiſchen manche Ausnahmen. Alle ü
gen Culten ſind nur tolerirt, dürfen zwar nicht !
folgt werden, aber ſich auch nie ohne Na
ber Verwaltungsbehörde zum Gottestienft ver]
mein. Wirkliche Religioſität ift in F felten, Di
' gegen gehört eine zur Schau getragene Frömn
ı gu guten Tone. Die bei weiten überwieg
Mebrzabl ber Franzoſen belennt fih zur Röm
Kathelifchen Kirche (über 35 Millionen, aljo
Proceni der Gefammtbevölkerung); fie gilt
| Staatelirche u. wird ala felde ale Gallicani
Kirche if. P.) bezeichnet; ihr Verbältniß zum
miſchen Stuhle beruht auf den Coucerdaten
1516 u. 180] (8. Concordat p) n. x). Sie wii
50 Diẽceſen eingetbeilt, woven 15 unter Erzbi
fen u. 65 unter Biſchöfen Reben. „Die Erzbi
\
mer find: Paris, Cambrai, Lyon, Rouen, Sen
Frankreich (Geogr. u. Shatift.: Staxteverfaffung)-
ben rifllichen u. ifraelitifgen Cult
(niit Aurerre), Rheime, Tours, Bourges, Albi, nach dem Budget von 1858 677,200
Bordeuur, Auh, Zouloufe (mit Narbonne), Ay
u Arles u. Embrun), Beſançon u. Aoignon.
ie Erzbijchöfe werben vom nur im Ginver-
ftandniß mit dem Papſt ernannt. Sechs von ihnen
find gegenwärtig (1858) Carbinäle u. als fol
HRitglieher bes Senats. Jeder Cardinal bezieht
einen Iahresgehalt von 30,000 Franken, jeder Erz⸗
bifchof 20,000 Franken (ber von Paris 50,000),
jeber Bilchof 15,000 Frauen. Jedes Erzbisthum
u. Bisthum hat 2 od. 3 Generaloicare (zuſammen
177), ein Capitel von 8 ob. 9 wirklichen Canoni⸗
lern (gujammen 669), ein großes u. ein fogenann-
tes Heines Seminar, welches letztere zu erſterem ſich
wie das Gymnaſium zur theologiſchen Kacultät ver-
hält. Diejelben zählen zuſammen ungefähr 24,000
Stubenten u. Zöglinge, für welche durch das Bub»
et von 1858 2568 Bourjen (Stipendien) ausge⸗
est find. Zur mittleren katholiſchen Geiftlichleit
gehören gegenwärtig 3409 Pfarrer (Curés od. De-
cane, Doyens), biefelben werben vom Bilchof mit
Genehmigung ber Regierung ernannt, find unab-
ſetzbar u. beziehen einen Jahresgehalt von 850 bis
1500 Franken nebft bisweilen fehr einträglichen
Safualıen; ‚ne nieberen Geiftlichleit 29,886 Pfarr-
verweier (Desservantg, Borfteher ber Succur-
falen) u. 7769 Capläne (Vicaires, zeitweilige Ge⸗
bülfen od. Stellvertreter ber Bfarrer), beibe wer⸗
ben vom Bilchof ernannt u. können von ihm abge-
feßt werben. Bon Klöftern gibt es bei weiten
mehr für Nonnen ale für Mönde: die Anzahl ber-
felben beläuft fih auf ungefähr 1800 mit über
36,000 Nonnen; bie Anal der Kloftergeiftlichen
erreicht nahe 6000. Vor der Revolution von 1798
gab es in ganz F. 488 Abteien u. 41 Domftifte mit
27,000 Mitgliedern; unter dem erften Kaijerreiche,
welches ihre Herftellung begann, liber 12,000 Re»
Iigiofen ; nach der Reftauration über 18,000; feit-
dem bat fich ihre Anzahl jährlich vermehrt. Für
den katholiſchen Eultus find im Budget von 1858
über 42 Millionen Franken ausgeworfen. Zur
Reformirten Kirche (Calvinismns) bekennen
fih über 480,000 Em. od. ungefähr 1,4 Brocent ber
Bevöllerung (namentlich im weſtlichen %.); fie hat
105 Conſiſtorialbezirke mit 530 Geiftlihen. Ihre
theologische Facultät ift zu Montauban, zu berjel-
ben gehört ein Prebigerjeminar, welches vom Staate
Stipendien bezieht. Zur AUgsburgiſchen Con—
Teflion (evan —— über 260,000 Ew.
od. gegen 0,8 Procent ber Bevöllerung (namentlich
in den Rheindepartement®); fie hat 44 Eonfiftorial-
bezirke mit 253 Geiftlihen. Ihre tbeologiiche Fa⸗
eultät mit einem ebenfalls vom Staate unterftüßten
Bredigerfeminar ift in Strasburg ; ihr Oberconfifto-
rium in Strasburg u. Conſiſtorium in Paris. Für
den Eultus der beiden proteftantiichen Belenntnifle
if im unge von 1858 1,390,936 Franken ausge⸗
worfen. Der Mofaismus (Judenthum) zählt
über 70,000 Belenner od. ungefähr 0,2 Procent ber
Bevdlferung (Überall zerfireut, am bichteften in ben
norböftlihen Departements); er bat 8 Eonfiftorial-
bezirle mit 116 Oberrabbinern, Rabbinern u. Vor⸗
längern. Im Baris ein Centrafconfiftorium aus
einent Oberrabbiner u. 8 Rabbinern beftehend.
Rabbinerſchule in Metz. Im Bubget von 1858
ſiud für den ifraelitifchen Cultus 164,000 Franken
ausgeworfen. Außerdem trägt ber Staat noch für
Die übrigen Einwohner (ungefäh
der Bevoͤlkerung) ae ben richt
Culten an. Was bie Che betrifft, fo
F. nicht lirchlicher Natur, ſondern ei
licher Vertrag (f. unten unter Ginilre
Staatsverfaffung: F. MR
(1858) ein (ber Form nach) confitu
failerreih; in ber That
unumfchräuft. Seine Regierung bat
— — 1868 auch ix
onfitutionalisnne anz —
geſprochenen Charakter — Mili
— Folge dieſes Atteutate
egentſchaftsgeſetz, welches bie Kai
ber Kaiſer ſtirbt, ehe ber Throufolger
an bie Spitze ber Monarchie ſtellt. Di
tende Berfaffung ift die Conſtitut
Jan.1852 (uripringlic republitamifd:
Präfiventur für Louis Napoleon Bo
ficirt durch das Senatsconfult vom
Wiederherſtellung ber Kailerwürbe, ı
das Plebiſcit vom 21. u. 22. Novem
1,824,189 gegen 253,145 Stimmen.
am 2. December 1852) u. bas Semi
23. December 1852 (Aufhebung, re
tion ber Paragraphen Über die reput
ierungsform u. bie Befugnifie, Mad
fbenten). Die fo modifkcirte Eonftitut
beftätigt u. gewährleiftet (Titel I.)
1789 proclamirten großen Grunbjäl
Grundlagen des öffentlichen Rechtes |
9— Titel II. (modificirt durch be
ult vom 7. Rovember 1852): die 8
ift wieber bergeftellt, Louis Rapole
wird Kaiſer der Franzo ſen unte
Napoleon III. Titel III.: Die 4
erblich in directer, natürlicher m. le
lommenſchaft deſſelben, in männlich
Ordnung der Erſtgeburt, mit ewiger
ber weiblichen Nadhlommenfchaft u. bi
men. In Ermangelung natürliche
männlicher Erben kann ber Kaiſer ein
lihen Nahlommen ber Brüder Napo
tiren. Der Kaiſer ift oberfter Bel
land» u. Seemacht, erllärt Krieg,
deneverträge, Bünbnilfe u. Handelt
ren Tarifftipulatiouen Gefetgeskraft f
ſämmtliche Beamte, erläßt alle Regi
Ausführung ber Gelege uöthigen :
Juſtiz wird in feinem Namen geübt
gnadigen u. amneſtiren. Er allein I
tive zu ben Geſetzen. Er bat das Re
gerungezuftanb in einem ob. mehr
ments zu erliären, jeboch mit dem \
fürzefter Be den Senat davon ü
ſetzen. Er bat das Brecht, Conceff
töten von Privaten zu unternebn
lihen Arbeiten, Eiſenbahnen u. ber
beanfpruchen diefelben eine —e
ten des Staates, jo müſſen fie durch
nehmigt werden. Die Winifter find
fer verantwortlid, u. zwar jeber wur
nen Amtshandlungen; es eriflirt d
Solidarität unter ihnen. Die Mim
glieber des Senats, bes Geſetzgebend
bes Staaterathes, die Lande» u. Oi
Frankreich (Geogr. u. Statift.: Staatsverfäffiiig)
entlichen Beamten ſchwören ben Eid: |
dehorſam ber Konftitution u. Treue ı
Die Dotation der Krone u. der Civil-
6 werben für bie ganıe Dauer jeber
arch einen fpeciellen Senatöbeichluß
asulte) beftimmt. Die —
25 Millionen Franlken jährlich;
(Domaine de la couronne) beſteht
u, Gärten, Mufeen u, ben laiferlichen
a (Gobelins, Sövres, Beauvais).
chen, außer den Minifterien, der Se⸗
ebenbe Körper u. ber Staaterath
Die 10 Minifter finb der Staate-
Sausminifler; Juſtiz m. Großſiegel⸗
e Auswärtige Angelegenheiten; Inne⸗
ı Attentat vom 14. Januar 1958 [laut
8. Februar 1858] eine Zeit lang zu-
r der allgemeinen Sicherheit), Finan⸗
Narine (diermit waren feither die Co⸗
nben); Gultus u. Unterriht; Han-
ı n. öffentliche Arbeiten; hierzu iſt
juni 1858 noch gefommen: tnifte-
erien n. Colonien, n. der Prinz Na⸗
maparte 39) Damit betraut worden.
er Senat beſteht a) aus ben Carbi-
Mllen u. Atmiralen; b) aus den vom
ebenszeit ernannten, unabfeßbaren
deren Zabl 150 nie überſteigen darf.
ır erhält eine Dotation von 30,000
ih. Der Senat ifl der Wächter de
vertrage® (Pacte fondamental) u.
n Freibeiten. Kein Geſetz kann pro-
en, obne ihnen vorgelegt worden zu
eigert feine Genebntigung der Promul⸗
eſetzen, meldye gegen bie Couſtitution,
die Moral, die Religionsfreiheit, bie
retbeit, die Gleichheit ber Bürger vor
Die Unverleglichleit des Cigentbums,
arfeit ber Richter verjioßen, ob. bie
3 des Landes gefährben könnten. Der
durch ein Senatsconfult die Conſti⸗
lonien u. Algeriens; alles das, was
e allgemeine Eonftitution vorgefehen
em Gange nöthig ift, ben Siun ber
onftitution, welche zu verichiebenar-
ng Beranfafiung geben. Die Senats-
en dem Kailer zur Genehmigung vor-
Senat beftätigt od. erllärt Tür nichtig |
m Acte, weiche ihm bie Regierung ale
idrig vorlegt od. welche ihm Durch Pe⸗
ſolche bezeichnet werden. Er kann in
t an dem Kaifer Grundlagen zu Ge⸗
roßem Ratienalinterefje in Vorſchlag
: fan Berfaflungsabänderungen vor-
nmt der Kaiſer den Borichlag an, fo
ı Genatsconfult; wird dadurd jedoch
ntlichen Gruupbeftiimmungen ber Ber-
fie in ber Proclamation vom 2. Der
vorgefchlagen u. vom franzöſiſchen
mmen worten find, abgeändert, fo
allgemeinen Bollsakftimmung unter⸗
m. In Fall einer Aufldjung des Ge⸗
Rörpere u. Eis zur Einberufung des
ı trifft der Eenat auf den Autrag bes
zum Gange ter Regierung nöthigen
m u. Maßregeln. Die Yrpupaen bes
nicht öffentlib. Titel V.: Der Ge⸗
e Körper (Corps legislatif) befteht
Inſtanz in der Bermwaltungsgerichtsortnung ;
sy
aus 261 auf 6 Fahr gewählten Deputirten (je einer
auf 35,000 Wähler), bie Deputirten werben durch
allgemeines Stimmrecht ohne Liftenfcrutinism ge»
wählt; Wähler ift jeber 21 Jahr alte Franzoſe, der
feine bürgerlichen Rechte genießt; wählbar jeber 25
Jahr alte Franzoſe, ber feine bürgerlichen Rechte
genießt u. fein Amt befleitet. Gin Beamter, ber
das Mandat eines Deputirten annimmt, wirb ale
Demilfionär betrachtet. Nur die Generale u. Offi-
ziere, welche in ben Kabern ber Reſerve eingetra-
gen finb, Können Mitglieder des Gejetsgebenben
Körpers werben. Jeder Deputirte bezieht mährent
der Dauer ber orbentlihen u. außerorbentlichen
Sitzungsperioden eine Entſchädigung von 2500
Franken monatlid. Die orbentlihen Situngen
dauern jährlih 3 Monate, doch kann der Geſetz⸗
— Körper auch zu einer außerordentlichen
itzung einberufen werden. Die Sitzungen ſind
öffentlich, außer wenn 5 Mitglieder das Gegentheil
verfangen. Der Geſetzgebende Körper discutirt u.
votirt das Budget u. bie Gefelgesvorfchläge, bie ihm
von der Regierung vorgelegt werben. Amendes
ments müffen dem Staatsrath vorgelegt werben;
nimmt dieſer fie nicht an, fo dürfen ſie nicht zur
erathung des Geſetzgebenden Körpers kommen.
kerbaupt können in den allgemeinen Situngen
die Regierungsvorlagen nur berathen u. angenom«
men ob. verworfen werben. Alle Sigungsberichte
müffen ansfchlieglih auf dem officiellen vom Prä-
finenten veröffentlichten Protokolle beruhen; lein
| Deputirter darf ohne Be ang der Verſamm⸗
lung feine Rede drucken Iaffen.
er Präfibent u.
die Vicepräfidenten werben jährlich vom Kaiſer er-
nannt. Die Minifter können nicht Dlitglieber des
Geſetzgebenden Körpers fein (wohl aber bes &e-
nats), auch haben fie mit Ausnabme bes Staate-
miniflere, wenn er ——— überbringt,
feinen Zutritt zu demſelben; bie Geſetzvorſchläge
werben von ben Mitgliedern bes Staatsraths ver⸗
theidigt. Petitionen Dürfen nur an den Senat, nie
aber an den Geſetzgebenden Körper gerichtet wer-
den. Der Kailer beruft den Geſetzgebenden Kör⸗
per, prorogirt ihn, LöR ihn auf. In letzterem *
muß der neu gewählte binnen 6 Monaten zuſam⸗
menbernfen werben. Titel VI.: Der Staats»
rath (Conseil d’etat) hat alle Geſetze zu berathen,
ehe dieſelben dem Geſetzgebenden Körper vorgelegt
merben, u. vertritt die Regierung vor biefer Ber-
fammiung. Cr if die höchſte berathende Behörde;
doch bat fich feinem Gutachten dae Miniſterium nicht
zu unterwerfen. Auch fungirt derſelbe als böchfte
wer
ih durch einen Minifterialbeichluß in feinen Rechten
verlegt glaubt, fann an den Staatsrath appelliren.
Die Minifter haben Rang, Sit u. berathende
Stimme im Staatsrath; der Bräftdent des Staats»
ratha hat Minifterrang. Die Mitglieder des Staats⸗
rathe® werten vom Kaifer ernannt u. fönnen von
ihm abgefetzt werben. Sie beſtehen aus 40 bie 50
| orbentlihen Staatsräthen (mit 50,000 Franken
jährlichem Gehalt), 15 orbentliden Mitgliebern
n. 20 auferordentlihen Staatsräthen, aus 40 or-
dentlichen Requetenmeiftern (Maltres des reque&-
tes [Unterftastsrärhen] mit 6000 bis 10,000 Fran-
fen jährlichen Gebalt), aus einer unbeflimmten
Anzahl außerorbentliher Requetenmeifter u. 40
Alrfenitatoren (Auditeurs) in 2 Klaſſen (mit 2000
Sranfen u. ohne Gehalt). Der Staatorath beſteht
ni —
en —
J. Picarbien mit Nxtois.
* bampagne
—* ——— is mit Beinjeleis, r in
—
—
| T Sach be E77 9— ; |
‚BranEreic, (Besar, u. Stat: en
Beh
DON —— *
|
Kuthe ei "Fri “ *
ne
LTE
se), Feine BE Gen
e u. Picardie), 5) Seine-Dar:
* agn — (mit
mme u. 7) Pas
a
y gun (Bonrgegm)-
ae
u.
— Foir,
* u, Belay,
roid.
ale mit Saintonge,
Ar —— ——
Marſan, Chaloſſe,
Landes, Armaguac u, Bir
gorre u. Nabarra.
X. Dricaneis mit Nivernois,
Berry
r ‚Maine, An |: |
do To u. eg
KL Bretagne
XKILRormanbie.
Mm
RM. lotbringen Oefraine) mit |
n De za Ber) M
ep Fu.
&VvL ae (Aiface) nebſt dem
xu Die Inkl u ica Itle de
Korfe).-
Mine) ee! T, —
‚| magnac u. Eonbomeis), 44) Lot⸗Garonne (
EI — 8 se J — |
40
no Sankeb Wucenres (Oberpyrenäen, ®
45) —— ep 46) Lot — 47) Ta
), 48) Anchron
| — —2 —S * —
XII. 1. Bramäfifhe For nen er-|
74) ta Manche u. 75) Orne (mit;
16) Nord (Rorben).
a7) Haute (Ober-) Saöne, 78) Sura, 79) Doubs.
80) Vonges ( 81) Meurthe,
Pa —— Bogejen), ) ax Refelk
84) Bas · Rhin (Mieber
Fun ae — —
te:
a la 7 r ar
ame —— — —
—— Beibe erhalten fee aung, *
tung, Heigung rc. eher. Canton hat einen ge⸗
(f. unten). Die
Marihallate —8— ge⸗ Semeinden (Communes) find zu gleicher Zeit
inem Marichall an ter Spipe, wel⸗ | Lanbestheil m. 5 —EE
uß tb bet, bei etwaigen Unruen fofert | fen). Un ber Spitze ihrer Berwaltung ſteht ein
ı Gewaltmaßregein zu treffen, ohue Maire (Bilrgermeifter) mit einem ab. (wenn bie
holung eines fpeciellen Befehls bes — mehr als 2500 Em. bat) mehreren A
jun
ng: Das Minifterium bes Innern il 1); der Maire if daher N zu
suche * ee inneren Ber- —— —— als ee jet
verfällt mit dem Minifter als Chef — er bie — zulommenbden Aufträge zu voll;
weralfecretär in die 4 MALEN,
u. —— 2 | — von Departementehauptſtãdten Nyon
- u. Sommunalverwaltung, Direc i :
neinen Gicjerheit u. Direction ber ‚ handhaben. In Städten fiber 3000 ww. wird ber
An der Spige jeden Departe- | Maire vom Kaifer, in ben Mleineren Gemeinden
aBräfect, vem ein Bräfecturratb u. | vom Präfecten ernannt. Als Gemeindevorfland
b (Conseil de prefecture, Con- liegt ihm bie Berwaltung ber — ob,
beigeordnet find. Das Departement | legt er ber Gemeinde das Budget vor, repraͤſentirt
bestheil u. felbRänbige Sinheit (mo⸗ eh vor —— 1a hält die @eburts-, ——
, bat alö foldhe eigene — zieht bie Civilwaun
— no: u. verlaufen. ee ie *
nerfeit® ierungdorgun, an t. ter if jeber 21jäbri anzofe,
iteeebeifesizut —— muß —— 49 geich . ee, br
wichriebenen Yällen) das Gutachten 6 Monaten iu ber Gemeinde wohnt; wählbar
Üranofe, ber feine brgertichen Rechte — —
wenn er nicht in der Gemeinde wohnt. Der M
nieipalrath beſteht ans mindeſtens 10 Wtgienen;
in den Gemeinden über 300 bis zu 1500
12 Mitgliedern u. fofort ſteigend Bis zum Maxi⸗
mum von 36 Mitgliebern in Städten Über 60,000
Ew. Der — irn bat nach den Gele vom
18. Juli 1837 folgende niffe: a) er faht end»
gültige Beföttfle übe über ir ea ter Ge⸗
meindegüter, Bedingung ter Bachtverträge ꝛc. Die
Beſchl — dem a ne
t das inner»
le nãchſten kan Tage zu —— nit
abguändern), letstere fan un das Miniſterium bes
Inneren appefliren; der berathet das Gemeinbe-
t, Kauf m. Berka
athe einholen, als letter wirb er
ath controlirt u. befchräutt. Der
eftebt au6 3 ob. 4 nom Kaiſer er-
yeren, abſetzbaren Räthen u. bildet
e Jahr fungirende (berathente) Ber
eueralvath wirb vom Boll auf neun
ge u. hält jäbrlih eine jentägige
: Mitglieber find unbefolbet.
in eingelnes Mitglied nicht abſetzen,
en Generalrath auflöſen. Zur Be
teralsathe gehört Die Vertheilung ber
enden Körper tem Departement
mern unter bie einzelnen Arronbilfe- ⸗
rt bie Departementalſteuern, berathet
vr Anika Berlauf, — —
rtement be
Ps m cr Geahnigung, be E Bei *
it. bie einzelnen Verwal⸗
at — einen Domd⸗
— der indirecten Abgaben, Ge⸗
Jaſpector der Brüden n. Stra⸗
— 8 Dictionnaire de l’admini-
ıwtementale, Bar. 1823; Lpineis,
»sratif, Par. 1825). An der Spitejer
Vene nisßetenumterpeäfecn; | Mi
mm Arrondiſſement ge
beß Präfecten dem - artement z
t nur in feltenen Fällen felb-
mei - bie ibm zukommenden
zwiſchen dem Präfecten
Das — iſt weder —
fon, mach hat es fein eigeues Bu
d’arrondissement wird auf ih
? ber Genereirath gewählt, er hat bie
r ben Seneraltath u. hie Beribeilung
teuern am die Bemeinben. Präfecten
ten eruemmt der Kaiſer auf Vorſchlag
beB Iumeun.: Dex Gehalt eines Pe»
theilung in a * nheiten, Annahme ven
—— — —*
——— Budget ber Aiechen⸗
taflen, wenn bie —— zum Cuitus beiſteuern.
Außerdem ſteht ihm das Recht zu, gegen Stewuer⸗
beträge zu veclamiren. Seine en find mit
öffentlich, Die ordentlichen I
ri einmal Ratt u. dauern 10 ag —
—— Une vom Maire mit Geuchmi⸗
— —* Unterpräfecten . auf Berlangen wen
mindeften® einem Drittel der DRitglieber mit Be-
nebnnigung bes Präfecten einberufen werben. Der
Präfect farın den Mumicipalrath fnspendiren, ber
Naljer denjelben aufläfen. Die franzöftiche Munici⸗
palverfaſſung beruht aufben Gefeheii vom 24. ſt
1790, von 31. März 1931 n. 18. Juli 1837.
übertr Departementalverfaflung Oeneralrãtheve.:
Deppiagrin ver Drsiiden Bierrijuieeiäiein NAD;
Fr Hi
2 . RE
>
#
et
1
fnerfa
Aber die Diunicipafverfaffung: Pechart, El6ments
:6e T’administration municipale, 4. Autz. Par.
1822; Dupin, Histoire de l’administration lo-
:onle, ebd. 1828; Delacau, De la nature du
uvoir munieipal, ebh. 1829; Bulan, in feiwem
rbuch der Geſchihte n. 184. ©:
: Rechtn. Rechts pflege. Die gefammte Rechts⸗
‚fee bt auf dem Code Napoidon ob. Les
:&ing Codes (f. Gobe), ſowie auf dem Grunbfet
der Öffentlichteit m. Mändtichkeit. Die Juſtiz wird
‚an Namen bes Kaiſers burch von bemfelben er⸗
-nannte, aber unabſetzbare er geübt. Niemand
kann feinem oxbentlidhen ter entzogen werben.
au len in bem e civil, auch vor⸗
.ugerseife Code Napoléon genannt (f. Cobe A),
enthalten; nur wenige Artikel deſſelben find. durch
"Das Geſetz vom 14. Juli 1819 abgeändert worden.
Auf dem Römischen Rechte, den früheren Geſetzen
'n. Gewohnheiten beruhend, ftellt Dies ne
das Eivilrecht unter feine Reli ift aber au
in das rein Kirchliche nicht ein. Die Ehe ift baber
lediglich bürgerlicher Vertrag ( Ciwilehe i
‚rechtliche Giltigkeit derſelben wird nur durch bie
burgerliche Tranun — welche von einem
Civilſtandabeamten (Mat B erun
— —— ——
Adjunct) vollzogen wird.
hres
and) war fie bereite in bie Conſtitution von 1701
‚aufgenommen. Beſonders ſcharffinnig iſt im Code
‚civil bie Geſetzgebung über bie Ehe, bie eheliche
Gütergemeinfchaft u. bie Lehre von ben Abweſen⸗
ben; eigenthlimlich ber Kivilftand, die Rechte bes
Samilienratbs u. das ——— Anderwãrts
macht ſich oft Mangel der Übereinſtimmung, un⸗
genaues Verſtändniß bes Römiſchen Rechts u. man⸗
‚pelhafte Orbnung bemerkbar; am ſchwächſten ıft
-die Sinriätung bes Hypothekenweſens (Grenier,
Traite des hypotheques, 3. Ansg., Bar. 1828,
-2.Bbe.). Doc, bat daſſelbe in neuefter Zeit einige
Abänberungen erfahren’ (ogl. Groſſe, Explication
au point de vue practice de la loi du. 23.'mars
1855 sur la transcription en matiere hypo-
thecaire, Par. 1857). Bergl. außer ben Bearbei-
kungen des Code (f.d. A) Deloincourt, Institates
du droit francais, Bar. 1824, 3 Bbe.; Prondhon,
-Coura du.droit, ebd. 1837, 21 Bde. ; Frey; Lehr-
Buch bes frangöflfchen Civilrechts Manh. 1840,
3 Sde.; Defl., Drang} ifche Civil⸗ u. Eriminalver-
fefiung, ebd. 1842; Thilo, Controverſen des fran-
n Civilrechts, nach Boilenr, Stuttg. 1841;
Thibaut, Lehrbuch des franzöſiſchen Eivilrechte,
Berl. 1841; Zachariä won Lingenthal, Handbuch
bes framöfifehen Cioifechts, 5. Aufl., bearbeitet von
Anfhüg, Heidelb. 1852 |., 4 Bde. (auch franzöftfch
bearbeitet 1842), Die CinilproceBorbnung
beruht uripränglich auf der Ordonnance eivile
Ludwigs ZIV. von 1667, dem Decret sur l'or-
Suniestion judicisire vonı 14. Auguft 1790, ber
rdonnance sur l’organisation des tribunaux
vom 18. Mai 1800, namentlich aber auf bem Code
de proc&dure civile (f. Code ») , welcher letztere
am 1. her Ie
1810 u. 1030 einige yernien Mk ene —*
JInſtanz [Tribunal de
‚I.b.); bie
Yrantsei ( Geogr. m. Etatiſt eltaletin)
bat. Jeber Canton bat ee Berglei
od. Friebensgetidt (Bureau d
tion), neu organifirt durch bie Geſehe
1839 ı. 2. Diai 1852. Das Friebens
aus einem wom Kaifer ernannten, '
durch ihn abfehbaren Michter- (Friet
de pais], welcher nicht Inriſt zu
2 unbejolbeten Stellvertretern (Juger
Der Friedensrichter 4 zugleich Mir
mittler. In erflerer Eigen ſchaft emil
yet a zum Werth don 10
in erfier Inftanz bis zum Werth von
Appellation findet beim Kreiögericht |
> Eigenschaft * er inſoſern, als kei
reisgericht anhängig gemacht werben
——— ——— rteien zu ein
verſuch berufen u. ihnen die Bergebli
bejcheinigt bat. Das Kreisgerih
d’arrondissement, bisweilen auch &
4
remiöre i
nannt), beftebt je nach ber Größe bes Ar
aus 7 bie 12 wirklichen Richtern u 48
tretern. Die erfieren find bejolbet;
welche aus ben Arocaten gewählt 7
jeitweilig flir bie Richter fungiren, un
ompetenz des Kreisgerichts gehört im
alles, was bas Geſeh nicht ausdrüd
dern &ericht zuweiſt, in letter Inf
Detrag von 1500 FFranfen, ob. bei
bis zum Werth von 60 Franten Rente.
Hof (Cour d’appel) befteht je nad 1
| betreffenden Gerichtebeziris ans 24 I
u. bat bei-24 Räthen 3 Sammern (1
proceß, I flir corzectionelle Appellati
Beriegungen in Anllagezuftand), #
40 Rätben 4 resp. 5 Hammeru (2, rı
Eivilproceß). In mandhen Fällen oh
lihen Räthen in pleno geumrtbeilt. ‘
iſt in ben meiften Fällen zweite, i
Inſtanz für Das Kreis⸗ Gorrectionell
gericht; nur im wenigen Källen iſt
ftanz. Die Kreisrichter u. Appellati
unabſetzbar. Über beu Gaffjationms
unten. Außer ben Richtern, resp. Ri
Gericht ein Staatsanwalt (Procur
j. unten), mebrere Greffiers u. Huiſſu
| u. deren Functionen durch bie Decrete
1808 u. vom 14. Iumi 1813 beftimmt
vilgerichten bebient man ſich ber Am
u. Xboocaten (Avocats), welche Peist
nur plaibiren bürfen u. nach bem !
14. Dechr. 1510 u. 20. Roobr. 1822
Beamtenftand (Ürdre) mit Difeipli
seil Je discipline)- bilben, am bel
gewäblter Bätonnier fteht (vgl. 9
orbentlide Cipilprocefi mit
ſchriftlichem Berfahren, bem gemeinen
unäbnlich, ıft langwierig u. koftipiel
mariihen Brocefje führen ſchuel
bung. Die freiwillige Gerichte
burc Notare (Notaires) verwaltet.
ben unt, &obe B) genannten eu
beirumgen noch Panjey, De l'antori!
3. Ausg., Bar. 1827, 2 Bde; Garni
la procddure civile, ebb. 1826, 28
de procädure civile, ®oitiers 1
La proc. civile, 4. Ausg: , Bar I
Draukreich (Geogr. n. Statift.: Nechtepfiege) - -
| Sranten Gelbftrafe ob. 5 Tage Befängnig. Man a
Bbe.; Nanter, Cours de proc. civ.,
Schend, Traité sur le ministöre
1813, ®anly, De l’independance
l., Colmar 1830; Berrin, Sur le
refhiers, Bar. 19823; Dumont, Bia-
issiors, ebb. 1824; Delaporte, Le
1., ebd. 1811, 2 Vbe.; Leglige, Re-
. des huiss., 2. Ausg., ebb. 1828,
pellirtuon demielben an das Auchtpolizeigerid
Dies if ein Theil bes Kreitgerichts, beficht aı
3 Richtern u. urteilt über alle Geſetzegübertretu
gen, welche mit einer höheren ale Polizeiftrafe E
droht find, ohne Verbrechen zn fein. Dan appell
| vom Zuchtpolizeigericht ber Arronbiffements- ;
ba ber Departementöhauptflabt, u. won dieſem
en, Code des huissiers, ebd. 1828; | bas einer anderen Departementehauptflabt beffelb
otaire, ebd. 1813, 3 Bpe.; Paufey,
ence des juges de paix, 7. Autg.,
ati von Hoffmann, Zweibr. 1834);
anuel des justices de paix, Bar.
Le droit franc. dans ses rapports
isdiction des juges de paix, ebt.
.; 2avaur, Man. du trib. de cas-
27; Garnier, Repertoire general.
le et la loı de l’enregistrement
loctrine et jurisprudence, 4. Autg.,
ie Handelsgerichtobarkeit be-
ı Code de commerce (f. Code C)
ben Santelsgerihten (Tribunaux
ce) u. den Edieberichtern (Prud’
rwaltet. Die Diitglieber bes erfleren
ven Kaufleuten u. Fabrikanten unter
ihre gewählt u. vom Kaifer beftätigt,
on den Fabrilanten, Meiftern n. Ge⸗
nen Hälfte aus Dleiftern, zur andern
beftebent) ebenfall® unter fich gewählt.
nbelsgerichten kann man ſich weder
Bnoch eine® Advocaten bebienen. Der
mmerce bat durch das Geſetz vom 8.
ver Fallimente eine weientliche Ahände-
? —* außer ben bei Code c) genannten
ı, Eommentarenzc.noch Parbefius, Bi-
de droit commercial, Par. 1821;
über den Code, |. d.; Savary, Le
tiant, 3. Ausg. Bar. 1752, Fol.; Bar-
s de droitcommercial, 3. Außg., ebb.
e. (dentſch von Schiebe, Lpz. 1838);
, Cours de droit comm., Par. 1821,
sent, Le&gislation commereiale, ebb.
; Sorfon, Questions sur le Code de
. 1829; Fremery, Etudes de droit
1833; Perfil, Des societes comm,,
Yerf., Des commissionnairs et des
1836 ; Bravarb » Veyricree, Manuel
nm., ebd. 18383; Journal de juris-
ıerciale et marıtime, herausgegeben
Glariond. Die Criminalproceß⸗
. das Criminalrecht find in dem
zuction criminelle u. tem Code
)e D) u. x) enthalten. Der Griminal-
: auf ben Örandfägen ber Anklageichaft,
keit n. Müntlichleit u. ber Freiheit
igung; fein Berhafteter joll über 24
serhört bleiben. Dem Anllageproceß
eime Vorunterfuhung voraus Das
t unterfcheitet 3 Grabe von Ge⸗
ungen (Infractions) : Polizeivergeben
ions),Bergehen (Delite) u. Berbrechen
—* bie erſteren urtheilt das Polijei⸗
die peiten das Zuchtpolizeigericht
le police correctionelle), über bie
jſfiſenhof (Cour d’assises). Das Bo-
‚t (das Priebensgericht in jeter Can⸗
pt), bei welchem der Poligeiconmiflär
waltſchaft vertritt, erlennt bie zu 15
Appellationsgeritebejirle, am Sit eines Appe
bofe an dieſen felbft. Die Verbrechen werben v
der Anklagelammer des Appellbofsan den Afifife:
bof verwieſen; dieler tritt aller 3 Donate in t
Departementshauptfiadt zufammen u. beſteht a
12 Geſchwornen, weiche mit Stimmenmehrheit üt
ben Thatbeſtand urtbeilen, u. ben Richtern , wel:
bie Strafe erlennen (f. Gefchwernengericht). Auf
den Berbrechen urtheilen die Aſſiſenhöfe auch mı
über Preßvergeben jeder Art (vergl. Hellie, I
jury appliqud aux delits de la presse, ®ı
1834; Chaſſan, Traitc des d6litse et contrave
tions de la parole, de l’Ecriture et dela pres:
ebd. 1837— 39, 3 Bde.) u. über politifche Bergeh
u. Verbrechen (mit Ausnahme des Hochverrath
Bor den Zuchtpolizeigerichten u. Alfiienhöfen wi
bie Staatsanwaltfchaft durch den Procureur in
erial vertreten. Ron einen Urtbeil bes Aifife
* findet eine Appellation nicht ſtatt; nur
Caſſation bes Urtheils Pourvoi on casaatio
wird die Anklage vor ein neues Geſchwornengeri
verwieſen. Vergl. außer den bei Code op) u. x)
nannten Überjegungen, Sommentaren ıc. noch T
four, Code criminel, Bar. 1810, 2 Bbe.; Pige
Cours el&mentaire, ebb. 1818; Beriat ei ®
Cours de droit crim., Grenoble 1822; Carr
Instruction criminelle, Bar. 1817, 3 Br
Dupin, Observations, ebd. 1921; Bavoug, I
ons preliminaires, ebd. 1824; Marcel de Ger:
{anuel de cours d’assises, ebb. 1823, 3 U!
Bourguignon, Jurispr. des codes crim., ı
1825, 3 Bde.; Rauter, Traité du droit cri
ebd. 1836, 2 Bbe.; Boitard, Lecons de dı
crim., ehb. 1836; Mittermaier, Das deu!
Strafverfahren in Vergleihung mit dem fraı
ſiſchen, 3. Ausg., Heidelb. 1838. Für Hochverrat
beſteht noch ein befonderer hoher Gerich
hoff. oben, Staateverfaffung). Obgleich es «
ber erfien Grundfäge bes franzöfiichen Rechter
daß Niemand feinen orbentlichen Richter entz
werben ann, flieht es boch nach ben fogenan
Sicherheitsgeleh vom 2. März 1555 der Erecı
gewalt zu, jeden ihr Mißliebigen zu jeder Zeit ı
richterliche® Urtheil nach Algerien zu transport
od. in irgend einem Departement zu interniren.
Eaffationehof(Cour de cassation) hat nie
ben ftreitigen Bunte ſelbſt, fondern nur über bie
tige Anwendung bes Geſetzes u. Über die Befolg
bes vorgeſchriebenen, im Jutereſſe des Angella
beſtehenden, Berfahrens zu entfcgeiden (Belek
27. Novbr. 1790). Gr befleht aus 1 Präfide
u. 48 Mitglietern , welche in 3 Kammern zerfe
bie Nequeteutanmmer (Chambre des réquè
bie Civilkannuer (Chambre civile) u. bie &
naltammer (Chambre criminelle). Reine 8a
tauu ein Ertenutnig fpregen, wenn nicht 11
zugegen find; bei zum zweiten Wulf einger
Gaflationsgefuchen entigeitet das Plenum
Regnetentammer hat in Civilſachen bie Bo
ä ggle ne Gerichte I no * —
s
— 852,937,400 Fr
‚Aber 532 DA. Fr.
ve an —
de: Das Gefsde geh Sn
ci. Bei —— — erfennt bie ——
erbirechoßne eid. Sobald ber
ird zum gmweit
Caffetion eingefommen, fo
hof in pleno (toutes chambres —
Rechtsanfiht iR dann bindend für den Appellhof,
dem ‚bie Sache zum enbgiltigen Urtheil-überwielen
— Geſetz * 1. April an — Caſſa⸗
tionshof. Beſondere von den ee vor.
flrativen
Gerichte, die Kriegsgerichte (ſ. unten, Militär⸗
te), —— Diſciplinarkanmern der
tionalgarde, der Notare, Abvocaten ꝛc. u. für
er Unterrichtewefen bie vom Bräfecten präfibirteu
Departementsräthe (Conseils depnrtementaux)
n. der vom Enitusminifter präftbirte kaiferliche
-Rath (Conseil Imperial de Virwrasion pub-
Iique). Die Abvocaten am Staatsrath, die No⸗
en Anwälte, Gerichtoſchreiber, Gerichtavollzieher,
Wechfel agenten, Mälfer u. Auctionstaratoren Bu⸗
nen nach bem Gert vom 28. April 1816, Art. 91.
— Rachfolger präfentiven m. mit Genehmigung
der Regierung ihre Stellen an dieſelben verlaufen.
Binenzenu. TS Veran die ein Nach
dem Bybget fr 1859 betra
Staatseinnahmen 1 Mile 114
f * eg ee
en atsausaabern 1 080; anken,
I Def nahen Ton |
* 1. — — a ſchwebende Staate-
e cohfolibirte Staate⸗
D(4 2 vom 9. 1825: 19,656,889 Fe.; 418
vom 3.1852: 3,817,081,511 $r.; 4%: 68,839,200
33383 4 — — Fr.) jnfammen 8,031,992,466
u woftkt bie Yabhresrente von 299, ‚099,242 m:
In zahlen. Die Staatseimmahmen — n:
directen Steuern (Grund⸗, Thlir- u.
Berfonal«, ge n. . Batentfeue), —— —
zn ungefübe Millionen : birecten
— la: von Wein, er u— Bramnt⸗
wein, inl andiſchem Zucker, „ —*— — 36.) jn-
fe jährlich ungefähr über nn Le —
nn verkaufter Grmbrt
Li 360 A gel u. re
be 250 Mill. oſt — mi
Ede anbere Einnafmen Golzverk
er St Sußwaſſerfiſche
—5 "Gelbsugen —728 ⁊c.) Kir
ungefähr 225 Mil. Fr. Un der Spige be
ammten Yinanzivefene ſteht ber Sinamminkfter.
des Departement
einen Director der birecten u. einen Director der
t einen Generaleinnehmer,
inbirecten Stenern, n. jebes Arrondifſement einen
Kreibeinnehmer, unter diefem wieder die werfchie-
denen Untereinnehmer. Bon den Ausgaben fommıen
auf bie Seren ber ſchwe⸗
benden m. ——— Staatsſchuld; ungefähr
r. auf bie Dotationen (25 Ritt. aKein
40 Mit.
Se Eine; über 1200 MI. auf bie — ——
erien (darunter 354 ZRIR. für dae Kri
—
un
u Uientiidhe Arbeitri/ 06-DRUL. Tine — 2
t ver Caſſation⸗
u. feine |
ſammten
t
Branfreid (Geige; x Statife: Finanzen &: Miffetgiqhe Bitte
bat‘ 5 vändet, verwei 28 t2 IE. Eis
le Ci — ass * | — * 10 —
nWwoärtigen U
de Finn a ige -Ditang
zig. "FR das gefamunte Höhere kim
en bed ganzen
.Spite va —* er Rh Fr
Staat angeftellte
glieder der Univerfität, ‚weiche bie zu
1850 ausichNeßfich — Unterricht lein
(od. Facnitäts-) — Der erſte
son Laien beiterfel Geſchlechts,
vatkhulen) gibt es gegen 60,008 1
49,000 Lehrern u. 23,000
* MIN. Kinder Unterricht exhalten.
biefeb Lehrerperfonuis gehört geiftiäch
346 44 ehe von * — 2
beiderlei Geſchlechts ohne allen Un
wachſen. Für ben mittleren Unterricht
ment secondnire) beſtehen 58 von
gründete Lyc6es (Gymnafien), 246 ve
ans eigenen Mitteln unterbaltene Co
munaux (Progymmnafien), 1100 Pri⸗
126 fogenaunte Heine Seminare ni
Collegien zählen ungefähr 20,000, t
flitute gegen 40,000, die Heinen Ges
20,000 Schiller. In. —— von 18!
ben Gecunbärunteeright 2 Mill. Fe. ı
Was den höheren U
an Univerfitäten (Unfaiten mit fü
täten) nur zwei (Paris n.. Strasser
auch dies keineewegt
ba jebe Facultät vereinzelt bafteht, ı
| En Nector noch Senat diefef
nzen vereinigen. Das bößere Um
tennt 5 Wacuftäten (Academies):
Droit (#edt), Mddeeine, Lettre
ne ru de —
Wiſſenſchaften: Mathematik Vi
Kaurgefc te) Solcher Facultaten
bie Theologie 8 (u. zwar 6 batholijche:
Ar, Bordeaur, Rouen u. Tonloule,
zu Montauban, 1 Iutheriiche zu Gin
die Yurisprubenn 9 (Karies, Wir, Dijn
Ca .
fir ie Diebieh —
Deo nr Vifſenichoftliche Miduugn. Eiehiäftigkefisanuftalten1BB7
diteratur ıc. 17 (bie
lonſe, Stratburg, Diien a.
egacten Wi aften 16 (bie ber
aris, Caen, Diien, Grenoble, Tou⸗
wg), fe ferner * 3 pharmecentifche
mebscinifche Bo
‚ält hie Univerfität nur 800
— —
n einem beſonderen Budget a
fe alle zu ber — u.
6 Naturhi ke Muſenm mit 15
Schule der le n Orientalifchen
Lehrſtühlen, bie Ecole des Char-
d’archeologie a. ber mit dem
longitudes verbumbene Cours
in den meiften von ihnen wird ber
zeitlich ertbeilt. — — |
olytschnique zu un
m Paris, St. er ae, De
tz, bie Mari
entaufchule (
— * N
ieune, bie e
sire des arts eot möllers ju —
s arts et mdtiors zu
‚ bie Handelsſchule zu Paris, bie
—— zu Roville u ,
Alfort, Lyon m. Toulouſe,
3 yon n. Dijon,
— u. andere, den Schönen
ete Schulen zu Paris u. eu auberen
ag anf das Unterrichtsweſen iſt ganz
getheilt, deren Lehrerperſonal eine
demie) ber allgemeinen Univerfität
wcon, Borbeau — t,
zrenoble, yon, Montpellier, Naucy,
‚Wenues, Strasburg m. *
jeder Alademie Rebt gr
dem Sultusminifter —
u. mittleren Unterricht leitet u. ben
richt überwacht ,, deſſen Lei⸗
vom Bräfecten präſidirien
dnseils d6partementauz) 0
— — me 3 der
eiſt das Inutat Imperial de
ce II. c); ferner bie
que, 8. botanique, B.de
ıncouragement pour l'industrie
les gens de letires, des aut-ur:
‚8.
——— agrioulturs, S.
limatisation, bie Da "1a
ve , Minmuli
in
lungen, bene
/ Erebun. Sripbie, Mer
| el er Commilfionen verwaltet werben
Sauptkabt zuräd. — ge Tee
Lower: , im
‚’ bem dewdin des
ellkha —
mg Sehe: a bie Un Biblie⸗
ee —— — —
fe übe 1 42T
85,000 Maunferipte, ungefähr
viöve (250,000 Bbe., 30,000 Steankripe), B.
u. anbere hiſtoriſche
d’Arsänal (180,000 Bde, 6300 Ranuferipte), B
| Mazarine, B. des Instituts u. a. fämmetlich u
übrigen $. zu Lyon, Borbeaur, Ur,
——
————— ontpellier, Toulouſe u.
a. —— 3 Theater gt «6 in
in Bari); 28 Stäbte
—— Truppen aut beften in das kuſt⸗
—— Wohlthäti le ———
1338 Spitaler — ee
Gefanımteintäufte derſelben betragen
57 una u. bie jährlichen ade e
23—ı Mill. se In demſelben
werben jahrlich Aber 500 Kraule heiten Bla
wovon ungefähr 59,000 (1 il fro. )fterben fo
gibt 28 eine jeher große Anzahl Berpflegunge-
bänfer für arme Ulte (Hospices). Yindel-
bänfer (Maisons des enfants trouwes) gibt ee
in 5 144, — über 123,000 Kinder bie
Departemente
rg das 5 HL das in Paris (f. Fiubel⸗
Tan Heinern Orten noch
———
(Cröches), Krippen, |. b ulenr
(Sales d’asile). Irrenbeilenfelten
beuer Art 35, mit Aber 20,000 Geifteötranten u.
mir Abe 6 BL. Orc Koften für die Departe-
Bon ben ee IR das
von von Üninse- Vingta I
(tm Jahre 1851 gab es 21.068 ; Blade in gen) 8).
Ben ben 41 — nten
Ba ee ——
5 ubſtumme amımt
Urmenanfalten — den bienfaisance)
in — 8000 —— ei 14 Mil. nen
* Rütumgüuerein ——ã nee
dı -pi6td) 48; — —3
von 000 Yrce. m. 2,560,000
vefonde, 865,952 Epartaffenbüder u. 271,881,006
Inne der eingezabiten
ereine gurgegenfeitigen Unterfägung
Socidtds de reconrs mutuels), unter
wärtigen Regierung jehr besünftigt. 1856 gab es
deren 3123 —* 345,128 wirttichen Mitgliedern u.
41,434 Ehrenmitgliebern (blos begablenbe) einer @e- |
fammteinnahme von über 6 Mil. Fres. u. 5 Mill.
Ferch. Ausgabe. Die Benftionslajfe für Greiſe
{Caisse de retraile pour la vieillesse) wurde
1850 vom Staate gegründet u. am 11. Mai 1851
eröffnet. Der Arbeiterftand legt feine Eriparnifie
Dort an, um fich ein forgenfreies Alter zu fichern;
die Beiträge werben jährlich ob. monatlich einge-
zahlt bis zu einem Marimum von 750 rc. iähr-
licher Rente. Ende 1855 zählte Diefe Caſſe gegen
43,000 Theilnehmer, von benen bie dahin über 42
Mill. Fres eingezahlt worden waren.
Heerweſen, Militärverfaffung u.
B eftungen. Den Oberbefeht über das gefammte
ranzöſiſche Heer führt der Kaifer; an der Spike
der Verwaltung u. Verpflegung beffelben ſteht ber
Kriegaminifter. Die franzöfiiche Armee hatte 1857
eine Stärfe von 366,064 Dann u. zwar: A) In⸗
fanterie: 220,268 M. in 117 Regimentern (379
‚Bataillonen, 3014 Compagnien); a) Kaiſergarde:
1 Regim. Gensbarmerie zu Fuß (2 Bataill.), 3 Re⸗
gim. Grenabiere (12 Bataill.), 4 Regim. Voltigeurs
(16 Batatll.), 1 Bataill. Jäger zu Fuß (10 Comp.),
1 Regim. Zuaven (2 Batall.), zufammen 9 Regim.
u. 1 Bataill.; b) Linie: 100 Linieninfanterie-
imenter (300 Bataill. à 8 Comp.), 20 Bataill. |
re
Zäger zu Fuß (A 10 Comp.), 3 Regim. Juaven
(9 —X Bataill. — afritamifehe ie
terie (a 7 Comp.), 8 Difciplinarcomp., 2 Fremden⸗
regim. (6 Bataill.), 3 Reg. Algieriſche Schüten
(9 Bataill.), zufammen 108 Regim. u. 23 Bataill.; |
außerdem noch 5 Comp. Veteranen u. 117 Comp.
u. 24 Sectionen hors rang. B) Kavallerie:
62,988 M. in 58 Regim. (348 Schwahronen); a)
Kaifergarbe: 1 Schwabron Hundert-Garben, 1
Schwadr. berittener Gensdarmerie, 2 Regim. Kü⸗
zaffiere, 1 Regim. Dragoner, genannt Kaiferinbra-
oner, 1 Regim. Lanciers (Uhlanen), 1 Regim.
baffeurs, 1 Regim. Guiden (jedes berfelben zu
6 Schwahr.), zufammen 6 Regim. u. 2 Schwabr. ;
b) Linie: 2 Reg. Sarabiniers, 10 Regim. Kitvaffiere,
12 Regim. Dragoner, 8 NRegim. Yanciers, 12
Regim. Chaſſeurs, 8 Regim. Hufaren, 3 Regim.
Chaſſeurs D’Afrique, 3 Regim. Spahis (jedes dieſer
Regim. zu 6 Schwabr.), zufammen 58 Negim.;
außerdem noch 64 Pelotons hors rang. () Artil-
lerie: 34,282 M. in 19 Regim. (245 Batterien |
a 6 Geſchützen) mit 49 Depotcompagnien 1470
Veſchützen; a) Kaifergarbe: 1 Regim. zu Fuß
(12 Batterien) mit 1 Depotcomp., 1 Regim.
Reitende Artillerie (6 Batterien) mit 1 Depot-
<omp., zujamnıen 2 Regim. (18 Batterien) mit
.2 Depotcomp. u. 108 Geihüten; b) Tinte: 5
Regim. zu Fuß (90 Batterien) mit 5 Depotcomp.,
4 Regim. reitende Artillerie (32 Batterien) mit
4 Depotcomp. 7 Regim. fahrente Artillerie (105
Batterien) mit 7 Depotcomp., 1 Regim. Ponto-
niers mit 17 Depotcomp., 12 Handwerksdepot⸗
&omp., 2 Depotcomp. Waffenjchmiebe, zufammen
17 Regim. (227 Batterien) mit 47 Depotcomp.
u. 1362 Geſchützen; außerdem noch 19 Pelotons
hors rang. D) Seniecorps: 9068 M. in 3
Regim. (A 2 Bataill.) u. 4 Comp. ; a) Kaifergarbe:
4 Diviſion (2 Comp.); b) Linie: 3 Regim. (6 Ba⸗
taillone) Genietruppen, 2 Eomp. Arbeiter; außer⸗
bem noch 3 Comp. hors rang. E) Genebar⸗
‚vallerie, Kürafftere
Frankreich (Gesgr. u. Statifl.: Mifitärtsefen)
merie: 22,712 M. n. zwar: a) Laiſerg
Gensdarmerie zu Fuß n. 1 Schwab
b) 25 Legionen im ben Departements,
Algier, Die Garde de Paris, 4 Comp. üı
nien u. 3 Detachements zu Taiti, Nukal
uelon, zuſammen 144 domp. resp. S
:Generalftab. a) Beneralität: 10
91 Divifionsgenerale n. 159 asp
Hetivität ob. Disponibilität, m. 76 Z
171 Brigabdegenerale in Referve; b) I
Generalftab: 32 Oberften, 31 Obriſtli
Chefs D’Escabron, 281 Gapitäns u. 124
zulammen 4345 M. 6) Eraiu: 4
VBeteranencorpe: 1135 M. N!
mit allem bazu gehörigen 6295 M. Hu
noch: Srembenlegion ın Algier: 6110|
leur» u. Cavalleriecorps ber Gingeb
M., alfo alles Insgefammt: 378,911 U
1855 (während bes Krimfeldzuge) befk:
zöſiſche active Arinee aus 555,289 IR
ım Smmern 375,231 M., in Afrile
64,893 M., im Orient (Krim zc. 104,
Stalien 10,473 M.; hierzu an Reſerve
aljo zuſammen 594,728 M.; im
dieſelbe beftehben aus 392,400 M. (322,
nern u. Italien, 69,521 DM. in Wigier
Pferden, u. zwar: A) Garbe aller &&
M. (mit 1381 ieren. B) Linie: a
214,180 M. (mit 10,156 Offizieren); |
55,310 M. (mit 3627 Offizieren);
30,099 M. (mit 1452 Offizieren); &
M. (mit 260 Offizieren); e) GBensbur
M. (mit 642 Offizieren). Uniform:
blaue Waffemöde mit rothem Krage
rothem Aufichlag (bei ben Voltigenro gı
nabiere ſcharlachrothe, Die Boltigentt
Centrum grüne Epauletten; Beinfleibı
Lederzeug weiß um ben Leib gefchnallt,
vorn befeftigt, Kopfbebedung: niebrig
den Öarbegrenabieren Bärmlten. Die
blauen Rod mit gelb, grüne Epauletts u
talons. Die Offiziere goldene Epanlei
der Seconbelieutenant ein Epaulette
auf der linken, ein Eontreepauletis am!
Schulter, Lieutenant dieſelben Abzeiche
gelehrt, Kapitän 2 Epauletten mit Yra
volles Epaulette mit Bouillons auf
DObriftlieutenant auf ber rechten Schu
2 volle Epauletten mit Bouillens. 1
ber ZInaven ift blan u. krapproth, bi
ſchen Tracht nachgebifpet sc. Die Uni
u. Karabiniere U
mit Helm u. blankem Bruft- u. R&
Dragoner grün, ebenfalls Helme; Lanı
mit rotbem Kragen u. bergl. Eyaplal
‚grün mit gelbem Kragen; Hufaren kr
von verſchiedenen Yarben;
ämmtlicher Cavallerie frapproth. Artil
blaue Waffenröde, roth vorgeftoßen,
auf bem Kepi 2 übereinander lieg
röhre, rothe Federbüſche, dunkelbiang
-Heider. Geniecorpo dunteſbͤlaue Wa
aufgeſchlagen, roth vorgeſtoßen, werke 4
lelblaugraue Beiufleiben" En Armete i
Militärrobercommandos (Di
28. Januar n. 13. Februar 185$) gett
in 21 Militärdivifionen nm. 89
ſionen zerfallen. Au ber Spike jedes 9
FJeankreich (Geogr. u. Statift.: Militärivefen): :. -
| Gubalternoffigieren (bid einſchließlich zum Lapitän)
5 ein Marſchall von Beantreidı,
er Mititärdivifionen ein Divifione-
lilitãrdiviſionen find: Paris, Rouen,
jur Marne, Meg, Strasburg, Be-
Marfeille, Montpellier, Perpignan,
oune, Bordeaur, Nantes, Rennes,
4), Zours, Bourges, Clermont,
1. Commanto umfaßt die Militär-
tordene, nämlich: 1., 2. u. 3. Haupt⸗
is, Obercommandant: Marſchall
2. Commando die Militärdivifionen
mlich: 4., 5., 6. u. 7. (Hauptquar⸗
Dbercommandant: Marſchall Can⸗
. Commando die Militärbivifionen
(einſchließlich Corfica’s), nämlich:
17. u. 20. (Sauptquartier: yon,
ant: Marichall Caſtellane); das 4.
Milttärdivifionen bes Sidweftens,
12., 13. u. 14. (Hauptauartier:
rcommandant: Marſchall Bosquet);
nanto bie Militärdivifionen bes
&:15., 16, 18.,19.u. 21. (Baupt-
irs, Obercoinmanbant: Diarihall
Niere). Die franzöfiicde Armee er-
urch freiwilligen Eintritt (ber frei-
nre muß dae 18. Jahr zurüdgelegt
n Grlaubuißfchein der Eltern bei-
ich Confcription. Militärpflichtig ift
e Franzoſe, ber die hinreichende
gelund (militärtüchtig) iſt; auge»
ilitärdienſte derjenige, welcher eines
Iber beſtraft worden iſt; befreit da⸗
Re Bruter von vater⸗ u. mutterloſen
nzige od. ältefte Schn (beziehentlich
ittwe od. eines blinten ob. Tujährigen
nich Großvaterd), der jüngere von
yelhe in bemfelben Jahre militär-
1, ber Bruder eines unter ber Fahne
im Dienfte verftorbenen Soldaten,
Heute, die Schiller der Polytechni⸗
elche fich verbindlich machen, während
lihtigen Jahre im Staatsdienft zu
Leute, die fich bem Lehrfache widmen
ten, vemfelben mindeftens 10 Jahre
die Studenten ber Theologie, bie
iſtlichen Seminarien, bie Candidaten
tes, bie jungen Leute, bie beim In⸗
miverſität einen großen Preis zuer⸗
haben, endlich auch ſolche, die ihrer
enermaßen unentbehrlich find. Unter
g befundenen entſcheidet das Loo8
tritt in die Armee; bis zum Geſetz
1855 ſtand e8 jedem Conſcribirten
Üvertreter (Remplacant) zu faufen
Rellen ; ſeitdem beſtimmt die Militär»
1 Raufpreis, zieht denſelben ein u. ſtellt
it (gewähntid einen gebienten Mann).
anen direct fir einanber eintreten,
ſelben Ortes ihre Looſe vertaufchen.
währt 7 Jahre, die Präfentzeit ge-
t bie 5 Jahre. Jedem Soldaten flieht
nt bis zum böchften Range offen; bie
ind: Unter »« (Seconbe-) Pieutenant,
ıpitän, Bataillond- u. Schwadrons⸗
yaufig auch Commandant genannt),
it, Obriſt, Brigadegeneral, Divi⸗
Marſchall von Frankreich Mlaréchal
Das Avancement geſchieht bei den
theils nach Berdienſt (au choix), theils nach dem
Dienſtalter (& l'ancienneté); bei ben Stabeoffi⸗
zieren (vom Major an) nur nach Verdienſt. Die
Dffigiere werben zum Theil auf den Militärfchulen
gebildet, zum Theil (meiftens 4) au® den linter-
offizierftante entnommen; leistere rüden felten höher
ale zum Kapitän auf. Was das Avancement zum
Korps des Großen Seneralftabe der Armee abe»
trifit, fo kann ſich für daſſelbe jeder Offizier melben,
muß jedoch bereits 1 Jahr bei einem Regiment ge-
dient haben, fich einem ſehr firengen Cramen unter»
werſen, um feine wiffenjchaftliche Befähigung zu
erweiſen, u. dann noch 2 Jahre als Lieutenant bei
berentgegengefetsten Waffeugattung (nämlich 1 Jahr
Infanterie bei Tavallerie, od. Cavallerie bei Infan-
terie, 1 Jahr bei Artillerie u. Geniecorp6) dienen.
Diejenigen, welche dann ein nochmaliges Examen
beftehen, treten in ihr Corps zurlid, werben zu Ca⸗
pitäns beförbert u. treten päter in den Großen Ge⸗
neralftab über, aus dem bie meiften Generale her⸗
vorgeben. Jede Divifion hat einen Militär-
gerihtshof ob. Kriegegericht, won denen jeber
aus 1 od. 2 permanenten Kriegsrätben (Conseils
de guerre) al& erfte Inftanz behebt: bie zweite In»
ſtanz Bilden die Revifionsrätbe (Conseils de revi-
sion), deren 8 permanent find; jeder ber erfieren
it zufammengefettt aus 1 Obriſten, 1 Major,
2 Capitäns, 2 Lieutenante u. 1 Unteroffizier; ber
letere wird gebildet aus 1 General, I Obrif, 1
Major u. 2 Sapitäns. Die Mitglieder ernennt ber
Divifionsgeneraf. (Vergl. Foucher, ber Geſetzgeb.
für die Militärgerichtohöfe in Kritiſche Zeitſchrift
VII. Nr. 20 931 u. Mittermaier, ebd. VIII. Nr.
8.p. 171.) Bon Militärfhulen gibt es außer
den bereit® oben (bei Unterricht) erwähnten noch 8
Militärgymnafien u. die Regimentsichulen von
allen Waffengattungen, eine Schießſchule zu Bin-
cenne® u. eine gymnaſtiſche Lehranftalt nahe babei.
Ein großer Theil der Offiziere wirb auch in ber
Bolytehnifhen Schule in Paris gebiltet. Die En-
fants de troupe find Kinder von Soldaten u.
Unteroffizieren, welche (wenn ber Vater noch lebt,
im 2., andrenfalls im 8. Lebensjahre) zum Regi⸗
ment gebradt, in bie Uniform deſſelben eingelleidet,
in der Kaſerne unterhalten u. bort zu Tambours u.
Soldaten erzogen werben. Für den Sanitätehienft
follen nach einem Decret von 4. Aug. 1855 1577 Ärzte
u. 322 Apotbeler (zur Zeit jedoch nicht vollzählig)
in der Armee angeftellt fein, 358 Thierärgte forgen
für Die Pferde. Die Truppenverwaltung ift in 2
Sectionen getbeilt, von denen bie erfte Die 14 Ar-
beiterabtheilungen, bie zweite Die Kentraldirection
ber Parks umfaßt. Militärgefängniffe finden ſich
40 ın J 12 in Algier, zu Lambäſſa in Algier iſt
ein Dileiplinäretabliffement, die Werlflätten für
bie zu Öffentlichen Arbeiten Berurtheilten find jſämmt⸗
lich in Algier u. zwar zu Algier, Tenez, Oran, Böne,
Diersrel-Kebir, La Calle u. Cherchell. Für den Ber-
kehr mit ben Bebuinen finb ber Armee von Algier
40 Dollmerfcher beigegeben. Im Allgemeinen gilt
bie franzöfifche Armee alseine ber beſtgeſchulten, beft-
organifirten u. trefilichft ausgerüfteten. Die fortwäh-
renden Kämpfe in Algier find für fie eine vortreffliche
Schule. F. beſitzt 116 Keftungen u. 64 zum Theil
befeftigte Deititärpoften, außerdein Paris, das Durch
eine Anzahl Forts geſchützt, ein verſchanztes Lager
in großartigſſem Style bildet. Bon biefen 116
540 Frankreich (
ngen find 7 Plätze 1. Ranges: Met, Stras-
—* —2 Cherbourg, Breſt, Lille, Gravelines;
10 2. Ranges: Mezidres, Givet, Charlemont,
Thionville, Beſançon, Perpignan, Bayonne, Ro⸗
chefort, Valenciennes, Calais; 24 vom 3. Range:
Bincennes, Briancon, Grenoble, Antibes, Mont
Lonis, RE, Oleron, Rochelle, Belle Iale, l'Orient,
St. Malo, Havre, Amiens, Beronne, Dünfirchen,
Cambray, Maubeuge, Donai, Bitſch, Arras, Bou⸗
logne, St. Omer, Baſtia u. Ajaccio; 75 vom 4.
Range: Eonde, Landrecies, le Quesnoy, Belle»
garde, VBergues, Aire, Bethune, Bouchain, Aves⸗
nes, Rocroh, Ardres, Montreuil, Hesdin, Doulens,
Bapaume, Guiſe, Abbeville, laFere, Ham, Soiſſons,
Laon, Sedan, Verdun, Longwy, Montmedy, Toul,
Pfalzburg, Luneville, Lichtenberg, Schletiftadt,
Neu⸗Breiſach, Belfort, Dijon, Fort Ecluſe, Fort
Barraux, Blianſon, Mont Dauphin, Embrun,
St. Tropez, Cette, Prats de Molo, Villefranche,
Lourdes, Navarreins, St. Juan Pieb be Port, An-
Dage, fa Rochelle, Bort Louis, St. Dialo, Dieppe,
Ealvi x. Bon benjelben decken 24 bie ziemlich offne
Nordgrenze von der Küfte bis zur Maas (die be⸗
dentenhften darıınter: Boulogne, Calais, Grave⸗
fines, Lille, Balenciennes); 6 die Norbgrenze zwi⸗
{hen Maas u. Rhein, hinter benen 8 eine innere
2. Reihe bilden (bie bebeutendften darnunter find:
Charlemont, Givet, Möieres, Sedan, Meb,
Thionville), 11 die Oſtgrenze gegen Rhein u. Aura
(bie bedeutendſten Strasburg, Schlettſtadt, Belfort,
Beſançon), 16 bie ſüdliche Oſtgrenze gegen bie
Alpen (bie bedeutendſten Briancon, Mont Dau⸗
»bin), 18 die Suüdgrenze (u. zwar 5 am Mittelmeer
die bebeutenbften: Antibes, Toulon, Cette, Rare
onne) u. 13 an den Pyrenäen, wovon Perpignan,
Bellegarde, Lourdes u. Bayonne bie bebeutendften),
14 die Weftlüfte gegen den Atlantifchen Ocean (bie
bebeutenpfien: Rochefort, Ta Rochelle, Orient,
Breſt), 9 bie Norbtüfte gegen den Kanal fa Manche
(bie bebeutendften: St. Malo, Cherbourg, Havre);
unter den 5 Feftungen im Innern ift Paris bie
bebeutentfie, von ben 6 auf der Inſel Eorflca:
Ajaccio u. Baftia. Die Sefannmtausgaben für bas
franzöfifiche Heer u. Vertheibigungswefen (Bud⸗
get des Kriegeminifteriums für 1859) betragen
354,042,020 * Die Nationalgarde, zu
deren Dienſt früher jeder ſelbſtändige Staatsbürger
verpflichtet war, iſt unter der gegenwärtigen Re⸗
ierung in den meiſten Städten ſuspendirt; in
Bari mag fle ſich auf 60,000 M. belaufeıt.
Marine. Den Oberbefehl iiber Die geſammte
Seemacht führt ber Kaifer; an der Spibe ber Ber-
waltung derſelben fiebt Der Diarineminifter. Die
franzefiiche Kriegsflotte beftand im Jahre 1857 aus
40 Lintenfchiffen mit zufanımen 3950 Geſchützen
(m. zwar 10 erften Ranges zu 120 Geſchützen, 10
zweiten Ranges au 100 Geichügen, 15 dritten Ran⸗
ges zu 90 u. 5 vierten Ranges zu 80 Geſchützen),
40 Fregatten mit zufammen 2510 Geſchützen (u.
zwar 17 erften Ranges zu 60 Geſchützen, 17 zmei-
ten Ranges zu 50 ı. 16 dritten Ranges zu 40 Ger
hüten), 20 Corvetten mit zufammen 523 G@e-
Ibügen (u. zwar 8 gu 30 u. 12 zu 24 Geſchützen),
30 Brigas zu 20 Geſchützen, 10 Aviſocorvetten zır
— — — — — — — ⸗·
16 Geſcültzen, 20 Aviſobriggs zu 16 Geſchützen,
10 leichte Briggs zu 4 Gefchligen, 40 Gorletten u.
Kutter von 4—10 Geſchützen, 20 Laftcorverten zu
800 Tonnen, 30 GBabarren zu 350 Tonnen, 3
<
‚u. Statift.: itttäroefeni: Marine)
Dampffregatten zu 540 Pferbetraft, 11
gatte au 320 Pferbefraft, 40 Dampfce
250 —E 6 Dampfcorvetten “2
kraft, 33 Aviſodampfer bis zu 100 Bier!
Ganzen 353 Kriegsiahrzeuge. Außer
noch auf den Werften 13 Linienſchiffe vı
Ranges mit znfammen - 1146 Gelhiike
gatten mit zufammen 1445 @eichüßer
vetten mit zufammen 340 Geſchützen n.
jo daß die geſammte franzöſiſche Marin
zenge mıt nahe an 12,000 Geſchütze
mwürbe. Ein Theil der Linienfchiffe v
find in neuefter Zeit mit Schrauben ve
den, fo daß fie je nach Umftänben mit
Dampffraft fahren können (Navires m
Laufe der nähften 10 Jahre follen noch 151
zeuge u. 73 Zrandportbampfer gebaut v
Demannung der geſammten Flotte zi
Matroſen x. (zur vollſtäudigen Bema
feiner Kriegsfahrzeuge würde F. üb
Mann bedürfen); das Corps der Mai
(Infanterie u. Artillerie) 19,987 Mamı
4 Regimenter u. 124 Eompagnien. D
beftand der Martineoffiziere zahlte im 3
2 Admirale (mit Marfchallsrang), 13
rafe (Divifionsgeneralsrang), 22 Ten
(Brigadegeneralsrang), 111 Linienid
(Obriftenrang), 229 Sregattencapitäne
tenantsrang), 673 Schiffslieutenant® (
hauptmannsrang), 493 Schiffefähnrid
nes, Infanterielteutenantsrang), 139
(Aspirants de marine). Die Seedi
feit Mt durd) bas Befet von 3. Bruma
res IV. georbnet; bie Mannſchaft mir
Inscription maritime, in deren ?iftt
25jährıgen Schiffer u. Matrofen einge
recrutirt; die Dienftpflicht mährt 3 Ja
Seemann merben 3 Proc. feines Sol
abgezogen, wofür ihm bie Caisse de.
de la mer einen Halbfold fichert. |
Grabe wie die Stärte hat fich auch die
ber franzöfiihen Marine in neuefter I
Die franzöfiihe Seenmacht u. Das ba
Corps des €qnipages de ligne iſt in
nen getheilt, von denen je eine ben 5 g
zöfifchen Kriegebäfen zugebört. Diele 5
ſtationen (ugleih Site ber See!
find: Cherbourg (mit den am 7. Ang.
neten großartigen neuen Baſſins ber !
Kriegshafen -9; biefe Slottenftatien un
dem noch die Sriegehäfen von Havre
hen); Breſt (mit Et. Servan); L
Nantes); Rochefort (mit Borbeaur u.
Toulon (mit Marjeille n. Baftia); au:
Kriegähäfen gu Seulcane, auf ten 9
Oleron, zu Ya Rochelle, St. Tropez
Die Geſammtausgaben für das franz
mefen (einfchlieglich ber bis habın unt
rinentinifterium ftehenben Celeniafvert
tragen nach Dem Bubget für 1359: |
Ran Seit bem 24. Juni 18558 &
ür Algerien n. Die Colonien ein eiger
rium unten bie Franzöſiſchen Colon
Der Ackerbai iſt frei; die Erbtbei
werbs⸗ u. Defibesireiheit iſt ungehinde
ungeachtet u. trotz der vielſeitigen N:
von Seiten ber Regierun (Srüntun;
bauſchulen, Beranflaftung Affentlicer 2
Frankreich (Geogr. u. Statift.: Landbau u. Inbuſtrie)
Yaitlicher Ausftellungen, Unterflügung |
„wozu 1956 100 Millionen Fres. be-
m), ſteht derſelbe keineswegs auf ber
wie in England, Deutichland u. eini⸗
Norbamerilas; troßdem taf an 56
20 Millionen Zeelen) der Geſammt⸗
dent Baüernſtande angehören, find
‘a 46 Proc. (über 25 Diillioneu Hec⸗
tare — 3,9 preußiiche Dlorgen) ber
eläche bem eigentlichen Aderbau ge-
T al® J davon (nahe an y Millionen
zört noch dem großen Grundbefig an,
‚a biefem wird (ausgenommen in ber
aris) ver Boten nicht fo angebaut u.
sie in ben genannten Yänbern; bem
dbeſitz fehlt es dazu ar Antelligenz u.
eichwehl erbaut F. bei der Güte u.
feines Bodens felbit in Mitteljahren
ir dad ganze Yand. Der capitafijirte
zrundbeſitzes in 7%. iſi feit Den lebten
a 40 auf &4 Milliarden Fres. geſtie⸗
urchichnittlich Den Meinen Grundbefig
t greßen zu Gute gekommen ift. Die
rctaren der Bodeunoberfläche Fos ver-
olgentermagen: iiber 25 Dlillionen
erland, über 5 Millionen Hectaren
e 2 Millionen Hectaren Weinberge,
dionen Hectaren Waltungen, über
taren befleuerte Obſt⸗, Gemuſe⸗ u.
‚ über 110,000 Bectaren Lliven-,
Maulbeerbaumpflanzungen, iiber
teren Kaſtanienwaldungen, tiber 7
etaren unbebaute Flächen (Haiten 2c.),
men Hectaren Straßen, Gebäude, Ge⸗
ibahnen sc. Im N. u. O. findet fich
ter Kornboden, daher merten kort
gebaut: Weizen, Roagen, Gerſte,
elrüben (zu Zuder), Si⸗ u. Hülfen-
8:c.;im W. namentlich fetter Gras⸗
zedeutende Viehzucht; im S. Getreibe,
Mais, ferner Wein, Manlbeerbäume,
. Die vorherrſchende Brodirucht iſt im
nittlern F. der Weizen, im ſidlichen der
eſammtwerth ber Cerealien einer mitt⸗
:ente beträgt Über 3 Milliarden Free.
au iſt eine der wichtigſten Hülfsquellen
nit Ausnahme von & uördlich gelege⸗
nents im ganıen Yante betrieben; er
ıgefähbr 3 Millienen Meufchen u.
ähr 4 Proc. (iiber 2 Diillionen Bec-
rge) ber Bobenoberfläche tes Landes
auptierten find Die Borteauny-, Bur-
ampagnerweine . d. a.). In mittleren
et man den Geſammtertrag zu 60
ctoliter Wein, wovon ungefähr 20
ctoliter von den Producenten ſelbſt
rden u. 40 Millionen Hectoliter zur
kommen; der Durchſchnittspreis ftellt
Jahrgängen auf 12 Fres. pro Hee⸗
3 aus ten geringeren Sorten, na⸗
yer Loire u. Chareute, wird Braunt⸗
) bereitet. In den nörblichen Gegen⸗
x Normandie u. Picardie, ericitder
n Mein: namientlich ang den Apfeln
reitet (jährlich im Durchſchnitt für
Franken). Die Forſtenltur ftebt
berer Stufe; greße Waldungen find
789 bejaß 5. Über 17 Diilliouen, jetzt
nur noch Über 8) Millionen Hectaren Walbınıgem,
deren Ertrag ſich auf jährlich 36 Millionen Stoͤres
(Kubilmeter) Holz im Geſammtwerth von unge-
führ 200 Millionen Franken beläuft. Die Vieh⸗
zucht ift ebenfalls nicht hinreichend eultivirt, u.
namentlih wirb bie Bierbezucht (obwohl die nor⸗
manniſchen u. limoufiner Pferde ausgezeichnet find)
ſehr vernachläſſigt; au ſchönen ftarten Pferden ifl
trotz ber 27 Geftüte, welche ber Staat unterhält, gro⸗
Ber Diangel, u. bie Remonte muß deshalb tbeifs
weis aus dem Auslante bezogen werben; ben Ge⸗
fammtbeitand rechnet man in ganz F. auf etwas
über 3 Vlillionen Stüd. Auch die Rindvichzucht
ift nicht ausreichend, das befte ziebt man noch in
ter Normandie u. ber Auvergne; Tii-$. iſt auf die
Schlachtvieheinfubr aus Deutichland n. der Schweiz
angemwiejen. Schafe find durch fpanifche u. deutſche
veredelt worden, Boch bezieht man noch immer einen
großen Theil der Wolle vom Auslante. Schweine⸗
zucht ift namentlich in der Auvergne, Bretagne u.
der Umgegend von Bayonne jebr bebeutend. Ziegen
find Dur Augoraziegen u. Durch tibetanifche ver»
ebeit worden, ihre Haare werben zu Zengen verare
beitet. Eſel find das gemöhnliche Kaflthier in F.
im &. auch Maulthiere. Die Viehproduction bringt
jährlich in ganz F. gegen 1} Milliarden Fres. ein.
Die Fiſcherei iſt ebenfalle ſehr einträglich; der
Waufiichiang liefert jährlich 14,000 metriſche Etr.
Thran u. Fiſchbein; der Stocſiſchſang beichäftigt
gegen 400 Schiffe ı. nahe an 1300 Menfchen u.
bringt jährlich 270 metriiche Eentner Waare. Der
Seidenbau mwirb nanıentlich in ten im Rhöne⸗
gebiet gelegenen Departements betrieben u. beichäfs
tigt während der erften 2 Sommernionate Tauſende
von Familien; 90 ‘Proc. ter gefammten in F. er-
bauten Seide werden bert erzielt.
Die Induſtrie fiebt in F. auf einer hohen
Stufe der Bolllommenbeit, ihre Hauptvorzüge
find Wohlfeilheit, Eleganz in Bezug ſowohl' an
Form als Farbe) n. verfeinerter Geihmad. Ir
F. befteht volllommene Gemwerbefreibeit; vie Zünft
find Durch Die Rewolution aufgehoben worden ; jebe
kann jedes Handwerk ch. auch mehrere zugleich trei
ben, ohne fi beionteren Bedingungen (Prüfen
gen 2c.) unterwerfen od. um Conceſſion nachfuche
je milſſen; nur die Zahl der Bäcker u. Fleiſcher i
n manchen Gemeinden beichräntt. Der Gejunt
beit nachıheilige od. ruheſtörende Fabriken u. Sta
bliffements bebürfen einer beionteren Erlanemij
Die Baummolleninpuftrie if namentlich
der Normandie, der Picardie u. dem Elſaß vertreten
Ganz %. beichäftigt in mehr ale 2500 Fabriken ur
gefäbr 250,000 Arbeiter , die jährlich an 150 Mil
Kilogramıne Baummolle verarbeiten u. für mel
als 600 Millionen Franken Waare liefern. D
Yeineninbuftrie veſchäftigt über 60,000 4
beiter, welche jährlich an 125 Millionen Kilegr. Ha
u Flachs verarbeiten n. fr ungefähr 500 Pirllien
Fres. Waare (Leinwand, Barift, Sripen .\ 1
fern. Die Wolleninpufrie 2600 Fabrıten ı
ungefähr 150,000 Arbeitern, jährlih v2 Millie
Kilogranınne Wolle (werunter 55 Millionen ®
gramıne inlänbijche verarbeitend 1. "UT ad SE
Fres. Waaren Lieiernd ıbie beſten Zudem Se
Eiboeuf u. Louviers, ferner and Tuch ın %
ville, Rouen, Lifieur, Limeges. Neubair, im
reichen anderen Orten: glancle, Merines, =,
Teppiche, Strümpiex.). Die Seiden RDV
512
es zählt die beſten Fabrilen der Welt; fie iſt na»
meutlich vertreten in Yyon, Paris, Nismes, War
lence u. St. Etienne, u. Hefert jährlich an feibenen
Waaren, Bändern ıc. für mehr ale 450 Millionen
gi an Werth. Tederinbuftrie (Schuhniacher,
andſchuhmacher [namentlich in Paris, Grenoble,
Luueville u. Chaumont], Sattler zc.) an 300 Mil.
* Papierfabrikation (über 200 Fabriken)
tefert 30 Millionen Kilogramme (über 4 Millionen
Ries) Papier; die geſammten Drudereien bringen
gegen 40 Millionen Fres. ein; Möbelfabrilatton
50 Millionen Fres., Seife, Parfümerien zc. gegen
70 Millionen $rc3., Uhrmacherei (namentlich in
den Departements Jura, Doubs, Ain u. Nonne)
über 40 Mill. Fres., Gold-, Silber- u. Bronze»
waaren gegen 90 Millionen Fres. Olaswaaren,
Spiegel zc. gegen 80 Millionen Fres. Porzellan,
Havenze (namentlich zu Paris, Scores, Limoges,
ouftine u. Rouen) 2c. ungefähr 22 Millionen
Fres., Töpferwaaren 30 Dlillionen Fres.; bie ſo⸗
genannten Barifer Artikel (Lurusgegenflänte
aller Art, bie fih namentlich burch Kleganz ber
Form, Seihmad in ber Farbewahl zc. auszeichnen)
zufammen über 150 Millionen Fres., außerbem
noch zahlreiche Eiſen⸗ Stahl-, Kupfer, Meifing-,
aa Holz, hemilche u. a. Waaren. Der Ger
anımtertrag ber franzöſiſchen Inbuftrie im den ger
nannten Fächern beläuft fi jäyrlich auf mehr als
3 Milliarden Fres. DieRuntelrübenzuder-
fabrifation beläuft fich jährlich auf 50 Millionen
Kilogramme (aus 20 Millionen metriigen Cent»
nern Runtelrüben). Ban Förderung ber Induftrie
tragen bie jährlich zu Paris ftattfindende Kunſtaus⸗
elung u. die Socidts6 d’encouragement pour
"industrie nationale, fowie ähnliche Sefeuicafe
ten viel bei. Bergbau. u. Hüttenweſen: in
5. bedarf es zur Gewinnung ber zu Tage liegen-
den Erze keiner Konceifion, wa® die nicht zu Zage
liegenden Erze anbelangt, jo erflärt ziwar das Ge⸗
ſetz vom 21. April 1810, gleich dem Code Rapo-
leon, das Eigenthum des Uutergrundes für iden⸗
tiſch mit der Oberfläche, behält aber ber Regierung
das Recht vor, bie Conceſſion zur Ausbeute ber
Erzlager folchen zu verleihen, die fich durch Intel⸗
gen) u. Capital am beften Dazu eignen ; ber Eigen-
tbiimer erhält bafür eine Rente. Die höheren Berg⸗
beamten (Ingenieurs des mines) werben auf ber
Ecole des mines zu Paris, bie Unterbeamten
(Conducteurs des mines) auf ber Bergwerks⸗
ſchule zu St. Etienne gebildet. 1852 beichäftigten
die Steinkohlenwerle 35,361 Arbeiter (an 20 Dil»
lionen Fres. jährlichen Gehalt) u. 460 Dampjma-
ſchinen (mit zufammen 12,580 Pferdekraft) u. pro»
ducixten 49,039,259 metriiche Centner (a I00 Kilo»
gramme od. 2 Zollcentuer) Kohlen im Werthe von
46,751,506 res. (doch mußten noch iiber 30 Mill.
Gentner aus dem Auslande eingeflihrt werben).
2153 Torf u. Braumloblengruben probucirten
4,333,272 metriſche Centuer im Werthe von
4,668,223 Franken. An Eijenerz: 88 Gruben
(Mines) u 864 Lager (Minieres), mit zuſammen
11,603 Arbeitern, probucirten 20,806,334 metrijche
Gentner. An anderen Erzen (24 Gruben mit 2103
Arbeitern u. 656,500 Fres. Gehalt) wurde produ⸗
cirt: Kupfer (im Rhönebepartement) 92,849 me⸗
triſche Gentner für 121,991 Fres.; Blei (nament⸗
lich in den Departements Buy de Done ıı. Hautes⸗
Alpes) 35,943 metrifche Eentner für 135,805 Fres.;
Frankreich (Geogr. u. Statift.: Iubuftrie u. Hackel)]
Blei mit Silber 78,164 metrilge Ca
968,532 Fres.; Antimou 21,799 merrüg
für 164,743 Fres.; Zinn 31 merriſche C
4185 res. an Werth. Die Galıprodec
fih auf 4,280,376 metriſche Centner fhr
Arch. an Werth. Die Hätteumwertf
an rohem Gußeiſen mit vegetabiliichen B:
2,633,400 metriſche Centner für 42,709,
mit mineralifchen 2,593,034 metriſche G
32,276,415 Freo.; Eiſenguß nad zweit
ng 900,886 metriſche Centner für :
—* an Stabeiſen, Stangen, Eiſenb
vegetabiliſchen Brennſtoffen 860,427 me
für 38,385,456 Fres. mit mineraliſchen
metriſche Ctr. fir 122,116,620 Fres.
bahnſchienen 604,616 metriſche Ctr. für I
Fres.; an Stahl 180,981 metriſche &
15,388,235 Fres.; an Blei 23,403 me
für 1,036,179 Fres.; an Kupfer 19,18
Centner file 5,167,338 Fres.; an G
Gramınes für 62,261 Fres.; an Silber!
gramme für 1,354,012 Fres. an Werth
Der Handel %-8 ift von großer Bd
febt nur hinter dem Großbritannienge.|
eutfchlande (Hanfeftäbte, Zollverban
reich). zurüd; er wirb im Innern ber
poliftifche Beſchränkungen, mach aufes
verfchiebenartigften Hemmniffe au feiner]
faltung gehemmt. Der franzöftfche Sa
dem Ausland) umfaßt Aber 14 Proc. dei
ten europätichen Handels. Die jährlich ve
miniferhum, publicirten Tableaux de
geben eine Uberficht Über ben Umfang!
len u. bes fogeuannten allgemeinen
fer umfaßt in ber Einfuhr blos bie f
neren Verbrauch verzollten Waaren u. i
fuhr nur die inländiſchen Producte; Id
dem noch ben Tranfit und bie in den
niebergelegten Waaren. Ferner enth
Tableaux die Preisangaben nad den
Werth (Valeur ofhcielle) und dem:
wirtiihen Werth (Valeur actuelle)
ber Breis wie er 1826 für alle Waare
wurde, letter ber wie er (feit 1840
Waaren jährlih aufs neue beftimmt ı
Jahre 1855 betrug bie Einfuhr de
meinen Handels nad officiellem 2
Millionen Kraulen, nad wirklichem 8
MI. Fres. davon für ben fpeciellen Ho
resp. 1594 Dil. Freo.; biervon wu
offtciellem Werth) für 1276 Mill.
und für 676 Dil. Fres. zu Lande ein
den 1366 Mill. Fres. (officieler Werth)
Mill Fres. (wirklicher Werth) bes |}
Handels lommen auf England und }
nien 249 (resp. 295) Mill. Fres.; Verei
ten von Nordamerika 205 (resp. 176)}
Belgien 145 (resp: 197) Mill. Free;
102 (resp. 114) Mill. Fres.; franzöfld
89 (resp. 99) Mill. Freo.; Sollverein
108) Dill. Fres.; Spaniar 66 (resp.
Fres.; Britiih Indien 52 (resp. 31) 3
Türkei und Ayypten 72 (resp. 52) Mil
Die beteutentften Cinfubrarrifel wx
Seitefilr 153 (rexap. 176) Mill. Area; n
wolle 135 (resp. 121) Will. res, d
resp. 122) Dill. Fres.; rohe Melle 69
Mill. Fres.; Rohrzuder 59 (resp. v2; 3
Prantei ( Geogr. u. Statift.: Handel u. Säiffaheh)‘. A
27.) MIN. Fres: Eteintoßlen 57 | 4674 Mill. rc. (eine Zunahme von 912 Mill.
| Fres. gegen 1955); außerdem noch 814,000 baar
eine
[. $re6.; ferner Olfamen, Holz,
7, Zuder, Kaffee, Indigo sc. Die
:6. (officieller Werth) betragenbe
be wurde vermittelt durch 22,087
m Gefammtgehalt von 3,302,568
I Kilogr.), wovon 9557 franzöfifche
S6 Tonnen u. 569 Mill. Free.) u.
Zchiffe (2,054,4982 Tonnen u. 708
Die Ausfuhr bes allgemei« |
betrug im Jahre 1855 nach officiel-
27 Dil. Fres., nach wirklichen
U. Fres. (davon flir den fpecielfen
esp. 1558 Dill. Fres.); biervon |
iciellem Werth) für 1582 Mill. Freo.
445 Mil. Fres. zu Lande ausge '
1444 Mill. Fres. (officieller Werth) | von erfter waren Ente 1855: 210,473 Obliga«
ill. Fres. (wirklicher Werth) des
affırte Zichtmechfel im Werthe von 1121 Mil.
Dec, Die Vorſchüfſe auf Staaterenten, Eiſen⸗
abnactien sc. betrugen in dem genannten Sahre
852 Mil. Fres. Die Circulatien ber Bankſcheine
ſchwantte zmifchen 555 u. 667 Dill. Freo., ber
Baarvorrath zwiihen 159 m. 201 Mill. Fres. Die
von ber Barifer Hauptbank auf die 38 Zweigbanken
u. vice versa gezogenen Wechſel betrugen 518
Mill. Kres. (137 Mill. mehr ale im Jahre 1855.)
Sämmtliche Operationen ber Bant beliefen fich auf
nahe an 36 Milliarden. Von ben Erebitanftalten
find die bedentendſten ber Credit foncier de
France u. die Société generale de Credit mo-
bilier. beite zu Paris (wgf. Erebitanftalt 2) u. 3);
tionen im Werth von 61,148,250 Free. im Umlauf;
andels kommen auf England u. | ferner a6 Comptoiro d’esconpte ju Paris
257 (rexp. 317) Mill. Fres.; Ber- | (1548 gegrilndet, da bie Bank ven
von Nordamerika 203 (renp. 247)
Igien 131 (resp. 151) Mill. Free. ;
esp. 104) Mill. Freo.; Spanien 93
I. Fres; Schweiz 65 (resp. 70)
ranfreich nur
Wechſel Discontirt, welche mit 3 Unterfchriften ver»
ſehen ſind); Die Operationen deſſelben find jäbrlich
in bebeutenden: Zunebmen; fie betrugen im Jahre
1855 nahe an 677 Mil., 1556 über 735 Mil. Freb.
iirkei mit Agypten 70 (resp. 86) überhaupt hat ſich das Affociationsmeien in F.
Overein 61 (resp. 66) MIN. Fres.; | während ber leisten Jabre außerordentlich vermebrt.
.esp. 64) Mil. Free. ıc. Die be
fubrartifel waren: Seidenwaaren
er 2c.) filr 307 (resp. 3583) Dil.
oflenwaaren 196 (resp. 74) Mil.
Ente 1855 gab es in ganz F. 18 anonyme @efell-
ſchaften, 367 Actiengelellichaften, 489 Commandi⸗
ten, 2816 einfache Compagnien (en nom collectif).
Ron ben Affecuranzen find die bedeutendſten gegen
waren 171 (rexp. 160) Dill. Fres. | Seegefahr: die Compagnie d’assurance gend-
37 (resp. 87) Dill. Fres.; Wein
Mil. Free; ferner verarkeitere
a. Leinenzeuge, raffinirter Zuder,
swaaren, Papier, robe Seide, Me-
paaren, Krapp, Karben, Brannt-
rien, Sold- u. Eilberwaaren ıc.
Free. (officteller Werth) betragenbe
ee wurde vermittelt Durch 13,770
mm Gelammtgebalt von 2,030,698
d Kilogr.), wovon 5768 franzöfifche
3 Tonnen u. 672 Dill. Fres.) n.
iffe (1,096,750 Tonnen u.910 Mill.
ammte auswärtige franzdfiiche Han⸗
ıady im Jahre 1555 nach officiellem
ill. Fres., nach mirklichen Werth
% Der Binnenbandel über
‚hen Betrag des auswärtigen, boch
re denſelben feine genauen Zah⸗
a autbentifche Angaben darüber feh⸗
nicifffahrt betrug im Jahre 1855:
ıen, wovon 1,597,916 Tonnen anf
tlantiichen Oceans u. des Kanals
633,808 Tonnen auf bie bee Mit-
en. Abgeſandt für die Küften-
e am meiften in Marjeille, Ha⸗
Zorbeaur; am meiften eingelaufen
ſeille, Borbeaur, Havre, Zoulen,
» Nantes. Die michtigfien Pläte
indel find Barie u. Lyen, baranf
g, Niomes, Beaucaire, Montpellier,
mes, Lille. Jahrmärkte u. Meſſen
jährlich 25,378, worunter bie von
gdalenenmefle, 22.— 29. Juli) bie
ber das franzäfiihe Bantweien
ant II. p) d). Der Betrag ber bei
n Branteeig (zu Paris) Die
ze belief fih im Jahre 1856 auf
fon. & Nufl. VI.
rale maritime, die Chambre d’ass. marit., Sa-
lamandre (auch Feuer⸗ u. Lebens-Affecurans),
I.loyd Francais, ſämmtlich zu Paris; die Comp.
commune d'ass. marit. 3u Savre, tie Comp.
Bretonne d’nss. marit. zu Nantes; für die F
ſchifffahrt: IPAlliance (auch Genen » Affecneang)
zn Paris; gegen Feuersgefahr: Compagnie d'al-
liance, Coınp. Lyonnaise d'ass., Comp. Im-
eriale d’ass., La France, I.’Immortelle,
’henix, Salamandre u. m. a. mit zufammen
52 Mill. Fres.; Lebensverficherunge - Anftalten:
I.’Alliance, Ass. generales, Comp. Imperiale
d’ass. sur la vie, Salamandre u. m. a. ; Kinder⸗
ansfattunge-Berfiherung: Caisse paternelle zn
Paris. (Dal. Affecuranz II. A)—n).
Schif an hert. Die franzefifche Handelsmarine
(d. 5. pie Anzahl der in ven franzöſiſchen Häfen im⸗
matriculirten Schiffe) betrug Anfang 1856 : 14,248
Fahrzeuge mit zufammen 872,156 Tonnengebalt
u. zwar 14,023 Segelſchifſe mit 818,254 Tone
nengehalt u. 225 Dampfer (117 auf den Mittel»
meere, 109 auf dem Xtlantifchen Ocean u. Ranal
Manche) mit 23,902 Zonnengehalt. Größere See-
handelshäfen befittt F. über 40; die bedeutendſten
davon find: Düukirchen, Dieppe, Havre, Rouen,
Et. Malo (ſämmtlich am Kanal Dance, Rouen
wenigſtens dorthin gehörig); Nantes, Bordeaur,
Bayonne (ſämmtlich am Atlantiſchen Ocean) ; Kette,
Marfeille, Tonlon (am Mittelmeere). An Leucht⸗
thürmen u. Fichtern aller Art merben 156 unter-
halten, wovon 2% im Mittelmeere). u
Innere Berkehrewege (Kanäle, Eiſenbah⸗
nen, Chauſſeen 2c.). F. beiaß Anfang 1559 97
Kanäle, wovon die bebeutentiten: ter Canal
de Bourgogne, ber bie Nonne mit der Saene,
alfo die Seine mit ber Rhone (anal fa Dance u,
Mittelmeer) verbindet; bie Kandle du Nivernais,
4
de Briaire u. d’Orleans, die Seine u. Loire (Ra-
nal La Manche u. Atlantiichen Ocean) verbindend ;
der Canal de Ia Marne au Rhin : der Canal du
Rhöne au Rhin ; der Canal du Centre, ber bie
Loire mit ber Saone, alfo mit der Rhone (Atlanı-
tifhen Ocean u. Mittelmeer) verbindet; der Canal
du Midi, 241 Kilometres lang von ber Garonne
bei Toulouſe nach dem Etangs bei Cette, aljo ven
Allantifchen Ocean mit dem Mittelmeere verbin-
tend ; ferner die flaudriſchen Kanäle zwiſchen Dün-
tirden, Calais und ber Schelde; die Somme-,
Srozat-, St. Ouentin- u. Ranbrecis- Kanäle, welche
die Schelde u. Sambre mit ber Dife u. Somme
verbinden; bie Arbennenkanäle zwifchen ber Maas
u. ber Dife; Die Kanäle von Beaucaire u. Arles
wilhen den Rhonemündungen u. |. w. Die Ge⸗
ammtlänge ber ranzöligen Kanäle beträgt 4715
Kilometres (Über 620 Meilen); vechnet man hierzu
nun noch die 8817 Kilometres (über 1160 Meilen)
ſchiffbare Länge ber franzöfiichen Flüſſe (f. oben) jo
ergibt fich für die franzöfiiche Binnenſchifffahrt eine
Sefammtlänge von 13,532 Kilometres (nabe an
1800 Meilen). Das franzöſiſche Eiſenbahunetz
hat ſeinen Knotenpunkt in Paris, von wo aus die
Eiſenbahnen in 6 Radien nach den Grenzen des
Landes auslaufen. Die 6 Pariſer Bahnhöfe (der
ber Nordbahn, ber Straeburger, der Lyoner, ber
Orleauser, ber Berjailleser (linkes Seineufer) u.
der NRouener) find durch eine um bie Stabt laufende
Gürtelbahn verbunden. Diefe 6 großen Linien find:
a) Die Nordbahn von Waris über Creil nad
Clermout, Amiens, Boulogne, Calais (hiervon
ibeigt fih in Amiens eine Bahn ab nach Arras ı.
ouai, u, trennt fich dort, einerfeits über Lille nach
Calais u. Diinfirchen, andrerjeits über Balencien-
ned nach der Belgiihen Grenze u. Brüſſel füh—
rend) nach St. Quentin (bier jüdöftlich nach Rheins
abzweigend), in gerader Linie aber (nortöftlich) nad)
ber Belgiichen Grenze (Mons, Lüttich, Köln) füb-
vend. b) Die Oft- od. Strasburger Bahn,
von Paris Über Chateau Thierry, Epernay (bier
fih uortöftlich nach Rheims abzmeigend) weiter fort
über Chalons jur Marne nach Bitry (hier fich ſüd⸗
lich nad) Chaumont u. Langres, u. von bort wic-
derum nad Dijeu u. Bafel abzmeigend), weiter fort
über Barle Duc nad Frouard (dort jich iiber Pietz
nach ber deutſchen Grenze [Forbach, vndwigshaſen)
abzweigend) weiter fort über Nancy u. Saarburg
nad Strasburg. Bon hier aus jührt die Weißen⸗
burger Bahn nördlich nach Rheinbayern, die Elſaß⸗
bahn ſüdlich nah Bafel. e) Die Süpofl- od.
Lyoner Bahn, von Paris iiber Fontaineblean,
Sens, Tonnerre (hier ſüdöſtlich nach Belancon,
Mühlhauſen u. Neuchatel abzweigend), Chalens
jur Saone nah Lyon (bier morböftlich nach Gen,
ſüdöſtlich nach Grenoble abzweigend) weiter fort
jütlih über Balence, Avignon, Tarascen, (bier
weftlih nach Montpellier. Cette abzweigend) nad)
Diarjeille. Die Sid-od. Orleansbahn, von
Paris iiber Korbeil (bier iiber Montargis nad)
Nevers abzweigend; noch im Bau begriffen) 1.
Etampes nad Orleans; bier weiter fort füblih nach
Vierzon (dort ſich öfttih abzweigend nach Nevers
zum Anschluß ach Lyon) Chateauronx, Argenten,
Limoges u. Perigeur, dort ſich verzweigend weſtlich
nach Coutras, ſüdlich nach Agen, Toulouſe u. Cette
(ned) im Bau begriffen), öſtlich nach Aurillae, ſüd⸗
weſtlich über Blois nach Tour, von dort weſtlich
Fraukreich (Geogr. u. Statift.: Eiſenbahnen u. Yehtweien)
nach Saumur, Angers u. Ranies: a
Koutras, Bordeaug, Bayonne. e) Die
von Paris über Verſailles (lintes €
Chartres, Le Mans (bier nörbiih ua
zweigenb) u. Rennes nad St. Brieng (
Tperl noch im Bau re n) De !
m
Bahn von Paris aus
welche jeboch noch mehrere Zweigbaßmend
werben. Durchſchnittlich Toftet ber
Fres zu bauen (in beutiches Maß a
ducirt pro Meile ungefähr 780,000
den im Jahre 1854 dem Betrieb
Anlagecapital von nahe an 2 Milli
4318 Kilom. Eifenbahnen betrug bie Ex
nahme (über 28 Mil. Bafie iere, üb
Tonnen Güter) an 200 Mill. Free, we
zug von ungefähr 40 Proc. Ausgabe
gewinn von 6' Proc. ergibt. Außer be
trieb übergebenen 6500 Kilom. find ı
Kilom. (ungefähr 640 Meilen) concefjien
1866 vollentet jein follen, fo baß bauz 4
ſammte franzöſiſche Eiſenbahnnetz über Il
Bahnlänge haben wird. Ülber die Ge
ransöfifden Ciſenbahnweſens vgl. Eiſe
Die Landſtraßen zerfallen in F. in
a) 654 kaiſerliche od. Naticnalftraken (:
unterbalten) mit einer länge vou 36,035
1694 Departementöftraßen (aus ben Der
kaſſen unterhalten) mit einer Länge vont
metres; c) 69 firategiihe Straßen (vom
ben Departements unterhalten) mit einer
1463 Kilom.; d) 286,000 Bicinalmey
Gemeinden unterhalten) mit einer !
570,000 Kilom.
Das Boftwefen bat fih in wm
fehr vereinfacht: ein einfacher Brkl
15 Grammes) koſtet im Innern berief
frantirt 10 Centimes, unfrantirt 150
jeden andern Orte ohne Unterjchieb I
nung ber einfache Brief (bis zu 74 |
franlirt 20 Gentimes, uniranlırr 3
Was die Boftverbinbung mit Deurichlaz
jo iſt das Porto durch den am 21. Ma
Ihen F. u. Preußen abgeichlofjfenen Bear
jallö bedeutend ermäßigt werden. Nah
beträgt das in Preußen für eisen einla
(10 Grammes — 1 Zollfoth) zu erh
janımtporto für franfirte Briefenud 52
aus ter Rheinprovinz 3 Sgr., aus Ü
übrigen Provinzen 44 Sgr.; für unfram
aus 5. u. Algerien ! Sgr. Zuſchlag, A
b Egr. Eine Ausnahme tritt für bieder
& (Geogr. u. Statiſt. Colonien; Wappen u. Orden; Mängı ıc) ©
sigen preuß. u. franz. Poflanftalten
letnung von einander nicht mehr ale
reuß. Boftmeilen) beträgt, wo daun
} Gar. erhoben wirb. Necomman-
ſſen jrantirt werten u. minbeflens
abgebrüdte Siegel enthalten, u. toften
rto noch 4 Sgr. Recommandationsge-
dficht auf das Gewicht. Gemänztes
n ac. hürfen nicht eingelegt werben.
itfhriften, Profpecte u. dgl. toften
in Deutſchland üblichen Beſchränkun⸗
Ichriebenes außer Datum, Name ıc.)
sd. Streifbaub, wenn frantlirt, für je
(2,4 Zollloth) 9 PBfennige, ebenfo
ı unter den nämlichen Bedingungen.
gif am 1. Juli 1558 in Kraft getre-
Zeit nur für die in Preußen ſelbſt
resp. dahin beflimmiten Briefe und
Die Telegraphenlinien 56
1858 eine Geſammtlänge ven nabe
ym. u. bejörderten monatlich durch⸗
10 Depefchen. Auf fubmarinem Wege
it England (über Calais nad) Dover
+ Sardinien) mit Algier telegraphiſch
ien befitt 3. in Afien: Pondichery
Oſtküſte der vorderindiſchen Halb-
£ (ebenfalls im Carnatif) u. Mahé
Weſtküſte von Vorderindien), ⸗
OM. mit 165,000 Em.; in Afrila:
Nieberlaffungen am Senegal nebft
t. Lonis u. Goree, ferner die Infeln
le de la Reunion) u St. Marie
abagascar), zufaunmen 6552 DOM.
2) Dil. Em. ; in Amerika: die Klei⸗
Rartinique, Guadeloupe, St. Martın
Marie-Salante u. Yes Saintes; bie
5t. Bierre u. Miquelon (bei Neufund-
me (franzöfiich Guyana, in Südame⸗
m 1470 DM. mit uugeführ 270,000
eflen:: bie Marqueſasinſeln mit Rula-
' mit 20,000 Ew. u. das Protectorat
Ichaftsinfeln, insgeſammt alle an Cor
IN DOM. u. nahe an 3 Mill. Em.
farbeu, Wappen, Urden x.
farben find feit ber Aulirevolution
roth u. Blau (Tricolore) wie fie es
ber erſten Republik u. bein Kaiſerreich
der frühern (auch unter ber Reſtau⸗
u Fahnen u. Cocarden. Die Fahnen
ragen die 3 Karben in ſenkrechten
5 zunächſt am Stab; auf der Spitze
in goldner Adler (daher die Fahnen
n Les aigles genannt) wie unter dem
eich; unter ber erſten Revolution u.
Julitynaftie Der Galliſche Habu. Die
wuriflamme, Oriflande). eine feuer-
nfahne von Zt. Denys ınit 3 grünen
nte feit Kart VII nicht mehr als
Wappen: ein geftuer Akler, auf
bi rubend, in einem ven ber Keite
ton geſchloſſenen Kreile, an deſſen
ein N nit den Orden ſelbſt, dahiuter
ter (ber zur Rechten mit der Hand
teit) ſchräg übereinander gelegt, um
er Purpurmantel, oben darauf die
Die früheren Wappen waren während
t ber ältern Bourbonenlinie 2 zu⸗
ſammengeſchobene Schilde, ber rechte Blau ı
3 goldenen Lilien (wegen Frankreich), ber li
roth mit goldenen in Kreuzform geichloflenen A
tengliebern, in ber Mitte ein vwierediger Say
(wegen Navarra); Schilbhalter: Engel mit
ſranzöſiſchen u. nararrefiichen Flagge: Wappen;
außen blau, mit goldnen Lilien, inwentig Der
lin, darüber die Königskrone, hinter ihr die C
flamme mit ber Devife: Mont-joye St. Den:
dies Wappen kehrte 1815 mit den älteren Be
bonen zuräd u. fiel 1630 wieder mit denſelb
wäbrend ber Julidynaſtie: in blauem Feld
geöffnete®, ſenkrecht geftelltes Buch, auf befien
weiß aufgelhlagenen weißen Blättern in ſchwar
Letteru die Charte von 1830; babinter 2 &cey
(wie beim jetigen Kailermappen) vom rot
Bande der Ehreulegion umſchlungen, an meld
unten der Orden ſelbſt hängt; oben bie Köni
frone , ueben ber auf jeder Seite 3 farbige Pabı
hervorragen. Das Staatöfiegel war ganz ähm!
uur auf dem Buche einfach tie Inſchrift: Cha
1830. Der einzige Orden 75-6 ift Die Ehrenleg
(Legion d’honneur), |. Ehrenlegion; außert
beſtehen noch die Krimmebaille u. die St. Hele
Denkinänge (f. b.), beide erft in neuerer Zeit !
Napoleon ILL. geftiftet. Unter ber Julidynaſtie
ftanten ncch das Julikreuz, breiarmiges, Tec
ſpitziges, weißes Kreuz mit Kugeln an den Spil
n. runtem reth-blau-weißem Mitteljchilb, we
einerſeits: Donne par le Roi des Francı
27., 23., 29. Juillet 1830, anbernfeit® ber galli
Hahn mit ber Umſchrift: Patrie et liberte,
das Kreuz ein Eichenkranz, darüber eine filbe
Deauerkrone, an blauem Wand mit roıbem Na
u. bie Zulimebaille, von Silber, einerfeite 3 ı
ſchlungene Kränze, darin 27., 28., 29. Jui:
1830. Umſchrift: Patrie Liberte. anternfeits
getiice Hahn auf einer ſchrägen Fahne in eit
orbeerkrange, Umfchrift: La patrie reconn«ı
sanie à su5 defenseurs; Want roth, blau, w
Dagegen wurben durch Srdonnam tom 10.%
1531 die frilberen frauzöſiſchen Orden aufgehol
diefe waren: ber Yilienerben, die Orden bes
ligen Yutwig, bes beilinen Geiſtes, des beil
Michael, des heiligen Lazarus, Unferer fü
Frauen vom Berge Carmel u. der Militärverdi
orben (1. d. a.).
Die franzöüiihen Münzen, Maße m |
wichte beruhen geſetzlich durchgehende auf
Decimalfyften, wiewohl im bürgerlichen 2
mehrfache Abtweihungen Davon vorkommen. Mi
einheit ift feit 1795 der Sranc, in 100 Centi
getheilt; 5 Centimes find I Sou. Schriftlid ı
net man unter bem Werth von 1 Frane nad (
times, im bürgerlichen Leben jedoch häufig
Sous. Der Franc wiegt (bei einen Feingehalt
1, Silber nad) dem Münzregulativ vom 28. 9
1503) 5 Grammes u. hat demnach einen V
von 8 Eilbergrofeben 1,027 Piennig; in v
Berhälmiß find in Silber geprägt: 5°, 2e,
u. % Spranfenftüde; ferner in Gold (zu 1%
ebaft) 40°, 20-, 10- u. 5 Srantenitüde,
Franken Sollen auf 1 Kllogramm Dünzgord
alio 155 Stüd zu 20 Franken 2, nad
— in Kupfer: 5> u 2 GCentim
apiergelb (b. h. Kaflenanmweilungen in y
Appoints, wie 3. B. in Deutihlann g;
Sünf-, Ben» x. Ihalerifeine) gibe |
MB. " Weaifkreldh (Geodr. u. Statifl.; Münzen, Maßen. Saolchary
wit; bie Alfignaten (f. d.) ber erften Republit Buß:
Haben das Vertrauen zu jeter Art von Papiergeld | metres, 1000
Änzlih vernichtet. Größere Sunmen werben
baber fiete in Gold od. Banknoten zı 1000 eb.
800 Franken ausbezahlt, zu teren Emilfion allein
die Bank von F. berechtigt if. Bon ben frühen
von Jahr zu Jahr aber immer feltener werdenden
Münzen tommen nod vor: in Gold: Louisd'or
von 1640—1709 (alte Louisd’or), 214 Karat fein,
38,02 = 1 Marf fein od. 5 Thlr. 3 Sgr. 1 Pf.;
Lonisb’or von 1709—16 (Sonnen-Ronisb’or), 2
Kar. fein, 32,08 — 1 Mark fein ob. 6 Thlr. 4
.; Lonied'or von 1716—18 (Noailles ob.
Bierwappenpiftoien), 21 Kar. 8 Er. fein, 21,184
— | Marl fein ob. 9 Thlr. 9 Sgr. 2 Pf.; Louisb’or
von 1718—23 (Chevaliers, Malteferkrenz⸗Lonis⸗
b’or u. IL), 213 Kar. fein, 28,49 — 1 Mark fein
od. 6 Thir. 27 Sgr. 7 Pf.; Lonisb’or von 1723
bie 1726 (Mirlitons), 213 Karat fein — 40,108
— 1 Mark fein ob. 4 Thle. 17 Ser. 52 Bf.;
Louisb’or von 1726—85 (Schilblouish’or), 21 Kar.
8 ®r. fein, 32,846 = 1 Mark fein od. 6 Thlr.
4 Sgr. 8 Pf., Doppelte u. halbe nah Verhältniß;
Leuisb’or von 1785—93, 21 Kar. 8 Gr. fein,
83,87 == 1 Mark fein od. 5 Thir. 24 Sgr. 1 Pf.,
Doppelte nach Verhältniß. In Silber: Ecus
uis blanc) von 1604— 1709, 9,855 = 1 Mart
in; von 1709—18 (neue Kronenthaler), 8,497 =
1 Mark fein; von 1718—24 (Navarrathaler),
10,545 — 1 Mark fein; von 1724—26- (Bidet
neuf, ‚IL-Xhaler), f. Bidet neuf, vgl. Ecu;
Eeus neufs, A 6 Livres, von 1726—95 (Raub-
thaler, königliche u. republilanifche), 8,844 — 1
Mark fein od. 1 Thlr. 17 Sgr. 6 Pf., an beren
Stelle der Künffrantenthafer, Ecu de einq francs
getreten ift, Halbe (3 Livres), Künftel (24 Sols
tourn.), Zehntel (12 Sols) u. Zmanzigftel (6 Sole)
nah Verhältniß; 30 Sols während der Republit
= 12 Sgr. ı. 15 Sols = 6 Sgr.; in Kupfer:
Solsſtücke zu 12, Doppel⸗Liards zu 6 u. Liardso zu
3 Deniers. Die Geldcourje werten in Franken n.
gentimen per Stüd, die Goldmünzen in Agio per
ille notirt. Die Preife von Gold u. Silber ent-
weber nach dem alten Tarif (Gold 3434 Franken
44 Cent. das Kilogr. fein; Silber 218 Franken
89 Gent. das Kilogr. fein) ob. nach bem neuen
(Gold 3437 Franken 77 Cent., Silber 220 Fr.,
ebenfalls das Rilogr. feinen Dietalls). Die Wedhiel-
eonrfe werten in ganz %. nach dem Parifer Eoure-
ettel regulirt; als Durchichnitt kann gelten: 100
—* — 26,9 Thaler norddeutſches Vereinsgeld
== 47 rhein. Gulden — 40 öoſterreichiſche Gulden
— 3,0 Pſd. Sterl. u. umgekehrt 100 Thlr. nord⸗
deutſches Vereinsgelb ⸗375 Franlen; 100 rhei⸗
niſche Gulden — 213 Franken; 100 öſterreichiſche
Gulden = 250 Franken; 100 Pfd. Sterl. —.2520
dire Das geſammte franzöſiſche Längen⸗,
lächen- u. Hohlmaß beruht auf dem Metre;
dies iſt nach dem Geſetz vom 10. Dec. 1799 ber
zehnmillionſte Theil des Erdquadranten (d. h. ber
sierzigmillionfte Theil des Umfangs der Erbe am
qnator). Die Thetlung od. Vermehrung aller
Maße findet nur nach Decimalen ftatt; bie Be⸗
seihnung wirb in erfterem Falle durch die Zuſam⸗
menſetzung mit lateinifchen, in letzterem burch eine
olche mit griechifchen Zahlwärtern gebilbet. Län⸗
genmaß: Einheit der Metre (— 443,296 alte
pariler Linien — 3,186 preußifche [cheinfänbifche)
1 Mitte bat 10 Deeimètres,
Millimetres; 1 Din
10,000, 1 Kilometre 1000, 1 Sec
1 Decametre 10 Mitres; 1 Kilomi
beutfche Meile (alfo 1 beutfche Meile
mötres). Die nene Lieue ifl ter
(10 Kilometres) — 1,33 dentſche Meil
Lieues de France; auf einem gemößi
torialgrab gehen deinach 11,11 Lienue
zofen theilen jeboch jetzt den Rquat
400 Grabe & 10 Myriamitres) ; offic
nah Kilometres geredinet. Die m
(Mille marine) N ber 3. Theil ber
marine) u. entipricht 1,85 Rilomktret
maß: 1 Duabratmätre bat 100 Quab
à 100 DOnabratcentimetres & 100 £
miötres, 100 Ouabratmetree find 1 £
metre; Feldmaß: Einheit der Are=
becamötre (alfo 10 Mötres fang, 10 I
die fteigenden Größen finb: Decar
Dectare (100 Ares), 1 Bectare — 3,4
orgen ; 5486,962 Hectares — 1 beuff
meile), Kilare (1000 Aree), Myriare (
Cubitkmaß: 1 Eubitmitre hat 100
metres & 1000 Subilcentimetres x.
metres find 1 Cubifdecamötre. Brer
Einheit ber Stere (— 1 Eubifmitre
weder in 2 halbe Steres od. 10 D
Deca⸗ Stere hat 5 Doppel» Steres ol
Stires; in mehreren Gegenten wirt
holz auch nad den Gewicht verfauft
für flüffige 1. trodne Waaren: Ein
(= 1 ifbecimetre); 1 Litre hat 1
100 Centilitres, 1000 Millifitves; 19
10,000, 1 Kifolitre 1000, 1 Hectoliter
liter 10 Litres; 1 Litre — 0,873 preu
1 Hectoliter für Flüſſigleiten — 87,
Duart, fir trodne Waaren — 1
Scheffel. Der größte Theil ber tro
ſoll nicht nach dem Maß, fondern nad
verfauft werben. Gewicht: Einheit
(1 Eubifcentimötre beftillirtes Waſſer
in Iuftfeerem Raum gewogen), I Gra
deutſches Zollfoth ob. 6 Cent) bat 10%
100 Eentigrammes, 1000 Milliigramı
gramme bat 10,000 Grammes, 1
1000 Grammes (= 2 beutfche Zollyfi
genau dem Gewicht von 1 Pitre Wafl
gramme 100 Grammes, 1 Decagram
mes; I metriſcher Centner (Quintı
bat 100 Kilogrammes, entfpricht
deutſchen Zollcentnern. Die Schiff
neau de mer, and Millier gen
Quintaux mätriques od. 1000 Kit
20 deutſche a eh Srammes ı.
bienen ebenfalls als Mebicinal-, Gol
Dünzgerwicht ; beim Mebicinalgewicht
zn 500 Grammes, die Unze zu 32 C
Drachme zu 4 Grammes, 20 Grän 5
1 Srän zu 0,05 Gramme angenomu
welen bebient man fi) noch bes Karı
1 Karat = 0,2058 Gramme. Alte
wichte, die noch häufig im bürgerlich
tommen, find: Längeninaß: ber Zuß
roi) zu 12 Zoll (Louces) zu 12 Yu
zu 12 Punkten (Points) ift gleich 0,
100 Pieds = 32,485 Mietreg — 10
(theinlänbifche) Fuß; die Eile od. t
5 (Geogr. u. Statiſt) bis Frankreich (Geſch) I. (Altefte Zeit) 317
fer Linien (T,ignes) — 1,108 Mitre | Bewobner des hentigen %-6 waren Kelten (f.b.), vom
ner Glle; die Klafter (Toise) bat : ben Römern Gallıiergenannt: nur einzelne Theile
3) — 1,919 Mitre; die alte Meile
rance, 25,04 auf 1 Xquatorialgrad)
Eoifen == 4,14 Kilomötres — 0,59
e; Feldmaß: der Arpent — 100
8 (1 Perde — 5,54 Dieiree) ger
2 berliner Morgen angenommen;
e Gcheffel (Boisseau) hatte 16 Li⸗
im Hälften 2c. getheilt u. war 13,008
oisseaux Korm u. 24 Boisseaux
jetier; 12 Setiers == 1 Muid Ge
Muid ot. Poincon Ylüffigleitemaß
: in 2 Feuillets & 2 Quartauts à
8 Pintes, 1 Muid (Poincon) ==
; Gewicht das Pfund (Livre) zu
nare à 8 Onces à 8 (sros à 3 De-
ains; 1 Livre — 489,5 Grammes;
= 20 Quintaux — 62 Charges ==
Außertem kommen noch häufig fol-
mngen vor: Bayonne u. Bordeaur
inpreije gewöhnlich nach dem alten
a5) à 4 Barriques (Orhoft) A 30
Belte foll 7,6 Litres, bie Barrique
Litres enthalten, kann aber nie zu
» Litre® angenommen werten; Lyon
ren die Aune zu 1,174 Diötre u. das
de Soie zu 489,506 Granımes.
ietionn. geogr. hist. et pol. (des
:la France, Bar. 1761— 70, 6 Bde.,
niv, géogr. statist. hist. et pol. de
bb. 15041; Ehrmann, Hiftorifcheftati-
ohiſches Leriton von Frankreich, Ulm
4 Bde.; 3. Peuchet, Description
tatist. de la France, ebd. 1807;
istique generale et particulidre
e et de ses colonies, ebd. 1807,
tlas; J. G. Chanlaire, Description
tatist. de la France, ebb. 1810 f.,
ot u. Aupit, Nouvenu atlas de la
zusgegeben von Duprat Duverger,
riant de Berze, Dictionnaire geo-
statistique et commercial de la
ses colonies, Paris 1831; Schnitz⸗
jue gendrale, raisonnde et com-
ı France, Bar. 15412; Heufchling,
ie historique de la stat-stique en
fiet 1951; Ännosire de l’&conomie
de statistique 1642 —55 von Joſepb
utllomain, jeit 1556 von Guillomain
18gegeben; Block, Dictionnaire de
on fruncaise, Paris u. Strasburg
ueur, Nouveau Dictionnnire (des
le France, Paris 1%57; Almanac
‚nnuaire international, diploma-
Jistratif, rtatistiqgue, financier, in-
ommercial, Bar. 15598; ferner bie
Annuaires u. Comptes rendur,
h von den einzelnen Dlinifterien u.
publicirt werten. An Karten: Done
ter, Baris 1917; Adin, 4 Blätter,
rue, 4 Blätter, ebd. 18505 Dufonr,
b. 1850; Carte topographique de
veranegegeben vom franzöſiſchen Oe⸗
) Blätter, Bar. 1532 ff.
B (Gei.). I. Bom Anfang ber
hen Zeit bie zum Ende der rö—⸗
eriheft, 486 v. Chr. Die erfien
bes Landes wurden zu der Zeit, mo bie erſten hiſtori⸗
ſchen Nachrichten über paffelbe aufgezeichnet wurden,
, von anderen Bollsffämmen bewohnt. &o waren
ſchon einige Jahrhunderte vor der chriſtlichen Zeit-
rechnung deutſche Stämme im norböftlichen Theile
anjäßig, welche mit Gelten untermiſcht ale Belgier
in ber Geſchichte auftreten, während im ſüdweſt⸗
lihen Theile zwiſchen Garonne u. Byrenien Die
Iberer wehnten u. mit celtiihen Elementen ver-
jeht ald Agnitanier eine von der galliichen ver⸗
ſchiedene ſtaatliche u. religidie Entwidelung nah⸗
men. Bon den Culturvöllern des Alterıbuns famen
zuerfi Die Bhönizier, fpäter die Griechen mit
den Galliern an ben Hüften bes Dlittelmeeres in
Berührung, u. etwa 600 v. Chr. gründeten Phokäer
öftlih von ber Mündung ber Rbone die Eolonie
Daijilie. Die Coloniften unterbielten Handels⸗
bezichungen mit der galliiben Bevölkerung bes
zantee, denen fie fih durch Kinführung ter Wein
n. Dlbaumeultur nütlih machten. Spüter, ale
livereötferung einzelne Stänume der Gullier ver
anlapte, fich nene Wohnſttze zu ſuchen, kamen fie,
in Norditalien einfallend, auch den Römern nabe
u. machten fi benjelben durch ihre verwegene
Zapferteit u. roben Sitten furdtbar, bis ſich Das
Berbättniß umkehrte m. Die Römer erobernd ge»
gen Gallien vordrangen. Die erfte römiſche Co⸗
lonie in Gallien, Aquae Sextine, gründete 123
v. Chr. ber Proconſul C. Eertius. Wenige Jabre
jpäter, 118, warde bie Kolonie Narbo Martius
gegründet, u. zugleich begann römiſche Sitte u.
Sprache durch Einwanderung röniſcher Bürger
an ter Südfüfte des Landes zwiſchen den Alpen
u. der Rhone beimijch zu werden. Die Erobernng
des Yandes ſelbſt, Dad achtjührige Wert Julius
Kälare, gelang den Römern erft 51 v. Chr. in
Kolge ber jortwährenden gegenleitigen Streitigfei-
ten ter einzelnen galliichen Volloſtämme n. ihrer
Hänpter (vgl. Salliiher Krieg). Damals murbe
auch Arioviftus mit jeinen (Bermanen, welcher 72
dv. Chr. den Sequanern gegen Die Aduer zu sbülfe
gekommen, im Lande geblieben war, banıı immer
mehr Germanen nad fich gezogen u. fich immer
weiter n. weiter ausgebreitet hatte, wieder aus Gal⸗
lien vertrieteu. Bon da an ift Die Geſchichte Galliens
als römische Provinz mit der Weichichte Roms auft
eugfte verknüpft, vgl. Rom (Geſch.). Diefe Verbin⸗
dung mit dem Römiſchen Reiche, welche eine Vers
wiſchung ber nationalen Cigenthümlichkeit zur Folge
hatte, indem römiſche Sprache u. Zitte, römiſches
Staats u. Rechtswejen immer tieier Wurzeln iching
u. auch das Ehriftentbun gegen Ende bes 2. Jahrh.
Aufnabme fand, dauerte bie zu der Zeit, wo bie
germanifhen Bölker der römiſchen Herrichaft anı
Rhein ein Ziel jetten u. um Die Mitte bes 3. Jahrh.
n. Chr. eine Reihe von Eroberungszitgen gegen
Gallien eröffneten. Indeß bielten bie Römer faft
2 Jahrbunderte hindurch Den Andrang ber germa⸗
niſchen Völkerſchaften, welche im Yaufe der Zeit Die
gemeinfame Bezeichnung Franken (ſ. d.) erbielten,
auf. Wäbrend dieſer Zeit gelangte das EC hriften-
thum in Gallien zur allgemeinen Anerkennung,
u. die römiſch⸗chriſtliche Cultur wernichtete den tra⸗
ditioucllen Zuiammenbang Des Volkes mit feinen
celtifchen Borfahren bis auf wenige Reſte. Zugleich
flieg das Anſehn der Geiftlichleis gegenüber der
18
fent, defto mehr nahm bie Zügellofigleit ver Sitten,
namentlich unter den Großen, zu u. raubte bein
Volke die Widerftanpstraft gegen bie eroberungs-
luftigen u. naturkäitigen germanifdhen Nachbar»
pöller. Derjelbe unruhige Sinn u. dieſelbe Händel»
fucht, welche Gallien zur Beute ber Römer werben
ließ, Teiftete auch der Breberung bes Landes durch
diegranten großen Vorſchub. Außer den Sranten
drangen auch noch andere germaniiche Stämme in
Gallien ein u. fetten fi zum Theil darin feft, fo
die Vandalen, welche 409 die füdlihen Gegenden
verbeerten u. fiber die Pyrenäen nah Spanien
vordrangen. Ihnen folgten auf bemjelben Wege
413 die Weftgothen u. biefen die Burgunder,
welche indeß am linken Ufer bes Oberrheins fefte
Wohnfige nahmen u. zum Chriſtenthum übertra-
ten. Dielen Raub- u. Groberungszügen germa-
niſcher Böller jettte die gemeinfame —* welche
jenen zugleich mit den Römern von Seiten der
Hunnen drohte, für kurze Zeit ein Ziel. Aber nach
der Schlacht in den Catalauniſchen Feldern u. dem
Tode Attilas 453, worauf die Ermordung des be⸗
rühmten und gefürchteten römiſchen —**
Artius folgte, wurden die Weſtgothen unter Theo⸗
derich II. bald Herren des größten Theils von
Gallien, von welchem 475 den nordöſtlichen Theil
die Franken, den ſüdöſtlichen die Burgunder inne
hatten. Nur ein geringer Reft ber römiſchen Herrſchaft
beſtand noch zwiſchen ben Grenzen ber Weftgotben
u. Burgunder. Diejen Ref eroberten bie Franken
486 unter ihrem Könige Chlodwig. Der Über⸗
tritt beffelben zum Chriftenthum 496 bewirkte eine
Annäherung an die Römer u. Burgunder, eine
ſchroffere Stellung gegenüber ben Wefgotben. Die
rrichaft der Letzteren wernichtete er durch feinen
ieg bei Bougle an ber Vienne 507, u. vergeblich
fuchten die Oftgotben ihm die Eroberung 508 ftrei-
tig zu maden. So kam ganz Gallien, mit Aus⸗
nahme Burgunde u. des Landſtrichs zwiſchen Py⸗
zenden u. Garonne, welcher einſtweilen ben Weſt⸗
gotben verblieb, unter die Botmaͤßigkeit der Franken
u. wurde nach Ermorbung der übrigen fränkiſchen
Könige ein Theil der von Chlodwig geftifteten
großen fränfifhen Monarchie, |. u. Franken.
U. Frankreich unter den Franken von
486 bi8 zur Gründung bes franzöfifhen
Königthums durch den Vertragvon Ver—
bun 843. Der Theil des Frankenreiche, auf wel⸗
hen Später der Name beffelben überging, bewahrte
indeflen feine römiſch⸗chriſtliche Kultur u. verharrte,
obwohl unter bem Scepter germanifcher Herricher,
fortdauernd in einer abgefchloflenen, wo nicht feind-
lichen Stelimg gegenüber dem Heimatblanbe ber
Eroberer. Dieſes Berhältniß wurde noch beſonders
begilnftigt Durch bie nach Chlobmwigs Tode unter
deſſen Nachfolgern vorkommenden Sheilungen bes
Reichs, namentlich als daſſelbe fich gegen Often
erweiterte u. bie rein gerinanifchen Völter Deutſch⸗
lands in fi aufnabın. Der öftliche germanijche
Theil des Reich® erhielt ben Nanıen Auftrafien,
der weftliche, früher römiſche Theil den Namen
Nenftrien (Neuftrafien); einen britten, bem letz⸗
teren verwandten Theil ber Fränkiſchen Monarchie
bilbete das feit 534 eroberte Königreih Burgund.
Die Schwäche ber nachfolgenden Herricher aus dem
Haufe ter Merovinger hinberte jebe Berichmel-
auua ber verichiebenen Nationalitäten u. ließ den
Frankreich (Geſch) IL (ABO--BEB). -- ©; +
weltlihen Macht bes Staates u. je mehr biefe |
Großen des Reiche freien Spielraum für
erweiterung. Diefe aber Rügten ik w
Particularen Rechte, Geſetze u. Gewo
Stammes, bem fie angehörten. Un
Fehden u. Bruberfriegen bauerte der
ſammenhang ber drei Reiche bit zum
Merovingiſchen Königshaufes, defien I
linge nur noch ben Kamen von Käni
während thatſächlich Die Hansmeier (A
mus) die Regierungsgewalt ausübte
beberrichte bie vereinigte Monardhie de
Pipin von Heriftall ald Dux et prin
corum. Ihm folgte fein Schn K
in Anıt u. Würden, der die Macht fe
noch mehr befefligte, n. biefem 74:
Kurze, welcher den Königstitel annahı
ſehn u. der Ruhm, welchen fich Pipin
gänger erwarben, bereiteten beu Bı
roßartige Wirkjamleit Karls des (
ohnes Pipins, von welchem das Rege
Namen Karolinger erhielt. Dief
das Fränkiſche Reich zum römiſchen K
gab dem Staate in der Verfaſſung, Ni
Verwaltung die Grundlagen, melde fi
Entwidelung des mobernen Staaten
gebend wurden. Aber bie große Schi
des Großen wußte beilen Nachfolger
Fromme (814) nicht zu erhalten. Fe
ten theilte er das Reich verichiebene
feine Söhne, beren Ciferſucht zu Krie
den Söhnen u. dem Bater u. den Bı
fih führte Dadurch erhielt die Sen
geiziger Bafallen wieber freien Spielr
jeligleiten unter ben Volfsflämmen t
fhärfer hervor u. endlich fand nach be
wigs des Frommen bie Theilung |
am 11. — durch den Vertrag zu
welcher die Monarchie Karls des Große
dermaſſen ſonderte, von denen jeke
eigene ſtaatliche Entwickelung nahm.
Pr a Ludwigs des Frommen erhiı
Kaijerwürde u. Italien, nebft einem
linfen Rheinufers (ſeitdem Lothringen
ben öftlichen Theil von Südfrankreich:
Deutihe Deutſchland; Karl ber Ka
übrige F. u. die ſpaniſche Mark Cata
Sranfen.
UL Sranfreihalsfelbfänbi
hie unter den Karolingern.
weiches nadınala ben Namen Frank
umfaßte bei feiner Begrünbung unt
Kahlen als Weſtfränkiſches Reich uid
Ländermaſſe des heutigen F. u. war v
fränkiſchen (Deutſchen) Reiche durch eiı
Landſtrich getrennt, welcher, bei Oſt
ginnend, ſich längs des linken Rhein
den Alpen zog u. einen Theil der H
Kaiſers Lothar ausmachte. Der bei v
wiegende Theil ber Bevölkerung redet
niſche Sprache. Bon dieſem ſchieden
ſtammung u. Sprache die Aquitanier ir
u. bie Bretonen von britiſcher Serkunft
maligen Bretagne. Der mittlere Theil
Francien genannt, hatte neben der rom
beutiche Bevölkerung. Karidem Kal
die Verſchmelzung der Nationalitäten ni
trachteten Aquitanier n. Bretenen nad
abhängigleit, u. aus ihren Serzögen enı
Frankreich (Gefch.) III. (843—878) 519
ige Feinde, mährent das Reich von | beffen war Kaifer Lothar geftorben n. feine Söhne
e Raubzüge der Normannen bedroht | waren ihm, dem Bertrag von Merien gufolge, ger
verbeerten bie Küften, jeibft Rouen, | folgt. Habgier trieb Karl dieſen Vertrag zu brechen.
u. Karl mußte ibren Abzug von St. Er überfiel 861 den jünnften Sohn Lothars, Karl,
durch Geld erkaufen. Die Kämpie, | bem die Provence zugefallen war, wurde jedoch von
mit feinem Neffen, Herzog Pipin dieſem gefchlagen. Als 669 Lothar II. farb, nahm
‚u. tem Graſen Bernbark v. Bare | Kari der Kable deſſen Land, welches rechtmäßig
endeten mit tem Tote tes Erfteren | Yurmig II., König von Italien, erben follte, in
u. mit der Vertreibung des Letzte⸗Beſitz u. lien fih zu Met zum König von Yorbrin«
g Nominoe von Bretagne bagegen | gen erflären. Ludwig ber Dentfche machte indeß
Unabhängigkeit, u. Karl mußte Tem gleiche Auſprüche, u. Karl mußte 870 den öſtlichen
folger —2 Eriepoe, 851 die | Theil Yorbringen® in dem Bertrage zu Prolaspie
u. Nantes abtreten u. ihn ald Kö- an ter Diaas feinem Bruder überlaflen, fo daß
Karl u. feine Brüder, Lothar u. Beider Reiche Durch Die Maas, Die Ourthe, eine von
utſche, veriprachen fih auf ben Zus ! Arteu über Berbun nad ben Duellen der Saone,
zu Merjen 651 Freundſchaft u. | Bejaitcon, yon u. das rechte Ufer der Rhone ent»
tere u. Äußere Beinte n. verhieien, | lang mach Uſez gezogene Linie gefchieden murben.
Todes, ihre Söhne ruhig in ihren | Nach tes Kailers vudwig Il. Tode eilte Kari nach
zen zu faffen. Aber Ludwig der | Jtalien, um dieſes Yand u. die Kaiferfrone in Beſitz
fih nicht an dieſe Verabredung, ald | zu nehmen; Ludwig der Deutiche, welcher gleiche
nachdem Pipin zum zmeiten Diale | Anjpriiche hatte, ſchickte nach Italien feinen Schn
{eben u. dann in das Klefter zu | Karl, dann, als dieſer von Karl tem Kablen zurüd-
cht war, ihn aufforberten, bad Yanb | geträngt wurde, mit grüßerer Heeresmadht feinen
hn Ludwig in Befig zu nebmen. | zweiten Sohn Karlmann. Diefem begegnete Karl
> ungehindert 854 nach Aquitanien, | mit Yift, indem er vorfhlug, bie Anſprüche
tt Mübe der Normanneı erwebrte, | auf Italien friedlicher Enticheitung zu überlaffen
3 in Das Land eingefallen waren. | u. vorlüufig beiderjeitig Das Yand zu väumen.
7 fih tie Aquitanier batd Laranf | Karlmann, auf dei feierlichen Eidſchwur feines
ft entiprungenen Pipin zu, u. tie | Cheims bauend, zog nach Baiern zuriid, Karl der
6 wieder in ungeftörten Befig Der | Kable aber eilte nım nach Rom, me er fih Ende
in Francien felbft griff nun Die Un- | 875 vom Papfte Johann VIII. tränen lich, bielt
it Karls Herrſchaft um ſich, als die | zu Pavia einen Neichstagen. ging dann nach F. zu⸗
mmer kühner verdrangen u. eine | rüd, wo vudwig dev Deutſche inzwiſchen verheereud
r andern eroberten u plünberten. eingebrungen war. »Diejer 303 fi in Januar 876
fchen Großen bebräugt, jah er fi | über ben Rbein zurüd u. Da er bald darauf im
m genötbigt u. verlor tur dieſe Auguft ſtarb, konute fih Karl leicht im Beſitze ſei⸗
ned mehr an Anfehen u. Macht. | nes Reiches erbatten; durch heuchleriſche Vorſpie⸗
m fich michrere Gra’en u. Herzöge an | gelungen fuchte er dan den einen Der brei Söbne
utſchen u. boten demſelben die Krone | Ludwigs des Deutſchen zu überliſten. Sein fal-
an. Diejer erfchien auch S53 in F. | iches Spiel wurde aber verrarben, u. bei Anternach
ben Großen zum König ausgerufen. | erlitt er von ten verbündeten Söhnen feines Bru-
zankelmuth u. MWertbrüchigleit ver« | ders 856 eine ſchwere Niederlage. Auf einem
im Lager zu Orleans von Allen ver- | Keichdtag zu Kierſy ordnete Karl ber able 877,
ige nah Burgund zu fliehen. Bon | von Bapfte gegen die Sarazenen zu Hilfe gerufen,
ra kräftig unterftütt, fiel er Daun | einigermaßen tie vermworrenen Zuſtände feines
ale Ludwig fein deutſches Heer Reichs, nachden er zuvor den Abzug einer Ror-
‚in F. em, u. Ludwig, über den | mannenfhaar abermals mit Geld ertauft hatte. Er
ebrängt, erfannte ibn 860 im rie- | übertrug feinem Schne vrudwig, feit 867 König
ı3 als König an u. ſöhnte fih mit | von Aquitanien, Die Negierung während feines
deſſen vermochte jest Karl fo mes | Zuges nach Italien u. fidherte den mit ibm zichene
er ber Emperungen u. Terfhivdrun. | den Brafenfähnen Das Ertfolgerecht in den Lehen
derr au werben, u. feine babfüichtigen | ihrer Täter zu, woraus erfihttich ift, daß dieſes
en Beamten erregten Haß u. Erbit- | Recht Shen Damals als allgemein gültig betrady-
unter bem Tolfe, ale unter der Geift- | tet wurde. Mit einem großen Heere zog Karl
Abzug der Nermannen, welche fih | darauf Über Die Alpen, als er aber zu Pavia Nach⸗
: feftgefetst hatten, mußte er abermals | richt von dem Heranziehen Karlmauus erhielt,
ufen, gewann aber durch Werfpre= | melcher fein Recht auf tie Kaijerkrone gelteut ma⸗
\raten Robert ten Tapfern, Dlarke | hen wollte, ging er, da zugleich die Rachricht won
njou, welcher nicht nur die Ner⸗ einem Aufſtande bes Hericgs Boſo u. anderer
ach ſchlug, ſondern auch den Beherr⸗ Großen einlief, über deu Mont Cenis zurüd, ftarb
nen, Zalemo, den Nachfelger Eris- | aber unterwegs im October 577.
13, Die Yebnahebeit Karla anzirerten- Ihm folgte Lud wig II. der Stammler, fein
ibut zu zahlen. Aber nach Reberts Sohn, welcher jedoch, bevor er zur Krone gelangen
zte Karl, um ſich in Salomo eine : Tonmte, durch Bewilligungen verichiedener Art die
gegen die normanniſchen Heerer⸗ anmaßenden Großen Ted Reichs zufrieden ſtellen
t, dieſen ala König anerkennen u. mußte. Er wurde erſt vom Erzbiſchof Hinkmar
‚nah dem Tede Salomos 814 nicht zu Rheims u. den 7. Septeniber 878 vom Papft
eit zur Geltung zu bringen Unter⸗Johann VIII. zu Troyes noch einmal gefrön.
——
520
Frankreich (Geſch.) ILL. (878898)
Mit Ludwig dem Züngern, König ber. goent- | günftigte das Streben ber mädtigern?
e
fen, ſchloß Ludwig 878 zu Furon bei rien
einen Vertrag, welcher feinen Söhnen bie Suc«
ceffion fihern follte. Als Ludwig der Stamm.
Ier aber ben 10. April 879 zu Compiegne farb,
brach Ludwig ber Jüngere fein Verſprechen u.
folgte der Aufforderung einer dem Herzog Boſo,
Karls des Kahlen Schwager, dem mädhtigiten von
deſſen Bafallen, feindlichen Partei, die franzöftiche
Krone an fi zu bringen. Doch begnügte er fi
mit ber Abtretung bes einft Karl dem Kahlen zu⸗
geftandenen Theils von Lothringen. Darauf be
wirkte Bofo durch feinen Einfluß, daß Das Heid)
unter bie beiden Söhne Ludwig des Stammlers,
Ludwig III. u. Karimann, ber mit Boſos
Tochter verlobt war, getheilt wurde. Karlmann
erhielt Burgund u. Aquitanien, Ludwig III. aber
Neuftrien. Indeſſen wuchs der Ehrgeiz des mäch⸗
tigen Herzogs, dem felbft nach der Krone von Bur⸗
au gelüftete. Diefe zu erlangen gewann er hie
rzbiſchöfe u. Bifchdfe Burgunds u. ließ ſich von
ihnen im Oct. 879 zu Mantaille als König aus-
rufen. Nun verbauden fih Karlmann u. Lud⸗
wig III. mit den deutſchen Königen Ludwig bem
Süngern u. Karl den Diden, ba es bei der Be-
Benpfung Bofos ſich um das allen gemeinfame Erb⸗
recht ber Karolinger handelte. Karimaun, von Karl
bem Dielen unterftilttt, befagerte Bofo in Bienne,
tonnte aber bie Belagerung nicht mit Erfolg zu
Ende führen, ba Karl der Die nach Italien u.
fein Bruder 881 gegen bie Normanneı gerufen
mwurten. Endlich mußte er 882 felbft das Belage-
rungsheer verlafien, um, nad tem Tode Lud⸗
wigs III., defjen Reich in Befit zu nehmen u. gegen
bie Normannen zu vertheidigen. Während er gegen
bie Letzteren kämpfte, fiel Btenne in die Hände *
nes Feldherrn, doch hielt ſich Boſo auch dann ug
in dem ſüdlichen Theile von Burgund. Indeß ſa
ſich Karlmanu, 883 von den Normannen bei Dia»
nai geichlagen, mit Zuftimmung ber Großen feines
Reichs gendthigt, 854 für 12,000 Pf. Silber einen
12jäbrigen Waffenftillftand zu erfaufen. In dem—⸗
felben Sabre ftarb Karlmann ohne directe Nach-
tommenschaft.
Nah dem Erbrecht gebührte ber Thron nun
feinem Stiefbruber, dem jüngften Sohne Ludwigs
des Stammlers aus zweiter Ehe, ba aber dieſer
erft 5 Jahre alt war u. Das Neich eines kräftigen
Schutzes bedurfte, fo mählten die Großen an feiner
Statt Karl den Dicken zum Könige, welcher da⸗
mals die beutjchen Länder unter feinem Scepter ver-
einigt hatte. Indeſſen rechtfertigte Karl bie Hoff-
nung ber Weflfranfen nicht. Die Normannen er-
oberten Paris 885, ır. der König ſchloß 586 mit ihnen
einen jchimpflichen Frieden, wonach fie 700 Pfd.
Silber u. bie Erlaubniß erhielten, in Burgund zu
überwintern, welches Land fie ausplinberten. Dies
Berfahren u. die immer deutlicher herwortretenbe
Unfähigkeit Karls, die Orbnung im Innern Des
Reichs aufrecht zu erhalten, hatte eine allgemeine
Mißſtimmung zur Folge, welche Lintward, Bifchof
von Dercelli, ber in Ungnade gefallene Rathgeber
des Königs, benußte, um Arnulf, einen natürlichen
Sohn Karlmanns, des Bruders Karls des Diden,
auf den Thron zu erheben. Karl der Dide, Ente
837 von ben zu Tribur verfanmelten Reichsſtän⸗
ben des Throns entiet, ftarb 888 aufder Inſel
des Reiche eine von ber Krone völlig u
Stellung zu gewinnen u. führte zu ein
terung des Reichs in viele Heine Herrid
Stand der Gemeinfreien war faſt gam ve
u. außer ben Bewohnern ber Städte ga
ı Hörige, ja ſelbſt Über einzelne Stabte h
re — — — — ———— —
— — — — — — — — — —
die Grafen u. Herzöge ihre Herricherge
dehnt. Gemalt u. Willkür herrichten über
ten jeden politiſchen Fortſchritt u. jete.
widelung ber Nation. Um biefe Zeit !
varra als ein befonteres Königreich
ebeujo ad und unter feinem {
dolph. In F. felbft bildeten fich aber ;ı
weldhe um den Thron ftritten: bie ı
dem jüngften Sohne Ludwigs bes Star
dem Einfältigen; bie anbere zu Obe,
Baris u. Herzog ven Francien, ausge:
Körperichönheit u. ritterliches Welen.
digkeit Karls bes Einfältigen verichafft
ren bald bie Oberhand. Außerdem ie
Herzog Berengar von Friaul, Herzog
Spoleto (aus der weiblichen Linie ber
Graf Arnulf von Anjou u. Sep
Burgund den Königstitel bei. Doc
dem tapferen Odo, welcher durch eim
bie Normannen fein Anjehen beieftigt
Arnulf, König von Deutichland, ba ı
menkunft in Worms, als Köntg auer!
Als er aber jpäter den Verheerungen
nen feinen Einhalt zu thun vermochte
Bartei Karla des Cinfältigen, an ber
Bormund deſſelben, Rainulf II., @ra
ftand. Diefer verband ſich 892 mi
Wilhelm von Auvergne, Herbert von
Pipin von Senlis u. dem Erzbiſch
Rheims, u. ver Letztere fette bem vie
Karl II. dem Einfältigen, ı
Krone auf.
Bis 896 friegten beite Parteien
bem Kriegsglüd. Die gemeinjame,
mannen drohende Gefahr führte eml
Vergleiche, in weldem Odo Das Lan
Seine u. den Pyrenäen als Lehen vı
Karl III. der Einfältige aber bie Bı
ihen der Seine u. Maas als $
Nah Odos Tode 898 wurde Karl
König von ganz %., ohne jedoch bat
Karolingijchen Königshauſes wieder
tönen, denn ſchon hatten bie Groß
fih Daran gemöhnt, die Königswahl
zuſtehendes Recht zu betrachten. :
müthiger wurde das Treiben ber |
mer zahlreicher bie feften Burgen, we
ten, inner blutiger u. verheerende
welche fie mit einander führten, fo
neren Vaſallen ſich genöthigt faben, fi
unter Die Lehnshoheit der Mächtiger
Dadurd u. durch einen vejultatlofe
ten König Zwentibold von Lotbring
türlichen Sohn Arnulfs, 899, Titt Das
Königs in hohem Grabe, fo Daß es 8
war, bie mächtigen Bafallen zur Leif
veöfolge gegen bie Normannen zu
dieſe abermals Schreden u. Furcht
lüſte Fes verbreiteten. Er ſaun te
friedliches Abkommen, irten er den
Heidenau. Die Schwäche ber legten Könige be» | Normannen Rollo (Rolf) die Hank |
Frankteich (Geſch.) ILL. (912-954) .
feines Reiche ale Leben anbot, falle
riſt werden wolle. Dieler nabın das
anf einer Zuſammenkunft in Eptean,
la n. führte ein geordnetes Staats⸗
m abgetretenen Ländern, Normandie
n, woburd er den verheerenden Zü⸗
eleute ein Ziel fette. Als mit Lud⸗
Arnulfs Sohne, Yil der Stamm der
in Deutichland erloſch, nahmen die
, bem Tcbe Zwentibolds Karl ben
n König an, u. bieler behauptete das
m Kaiſer Konrad I. um io leichter,
Rormannen nichts mehr zu fürchten
chtete fogar beim Zwieſpalt zwiſchen
Il. u. Herzog Heinrich von Sachſen
f Dentihland u. nahm Heinrich ale
. Als aber Heinrich den beutichen
wollte Karl der Einfältige Elſaß,
Deutichland gebliebenen Reſt von
fi reißen u. drang bie Worms ver,
eim Aurücken eines bentichen Heeres
zogen u. ſchloß 921 mit Heinrich I.
Freundichaftsbündniß. Unterdeſſen
abermals eine Verſchwörung der
ichs gegen Karl vor, veranlaßt durch
Bemiübungen Haganos, tes treuen
; Königs, den Troß ber Bafallen zu
ı Könizgtbinne das alte Anfehen zu
ı ter Spitze Derfeiben ſtand der Graf
7 des Königs Odo. Der Erzbiſchof
bradte zwar eine Ausſöhnung zu
ber Herzog Richard von Burgund,
unter den dem Könige treitgebliebe»
922 ftark, erbob ſich Rebert I. von
fihd zum Gegenkönig auf u. vers
zbiſchof von Rheims gekrönt, Karl
ı nah Aquitanien. Dort fammelte
st von ten Yothriugern n. Nor⸗
eer. Bei Soifjons kam es im Juni
bt; zwar fiel in berjelben König Ro⸗
Sohn teilelben, Hugo der Weite od.
riß Karln den Sieg. Karl gab feine
oren, als nun auch Herzeg Rudolf
ich zu den Empörern wandte ır., als
zürſt bes Reiches, bie ibm angebotene
nahm. Karl der Einjältige flch zum
rt von VBermanboig, welcher ibm
sochen batte, murbe aber non biejem
‚hierry feftgefegt. Die wirren Zus
Ste ſich indeſſen König Heinrich 1.
d zu Wirte, indem er 924 in Lothrin⸗
1. dies Yand 925 mit Lem Daut-
ereinigte. König Rudolf war in-
‚ entfernt, allgemeine Anerkennung
n meiften machte ihm Heribert von
ı fchaffen, der ſich mit Herzog Hugo
verband, als der König feine an-
berungen nicht erjüllte.e Doch nö⸗
Jeite zur Unterwerfung, u. Heribert
Sinfältigen 925 heraus. Diejer fl.
hm Rutolf die Freiheit geſchenlt u.
fen batte.
936, ohne Söhne zu hinterlaſſen,
18 nächſte Anrecht auf ben Thron
infältigen Sohn, Yubwig IV,
(übers Meer, fo genannt, weil
Dgiva nah ter Schlacht bei Soif-
nach England zu ihrem Bruder,
521
dem Könige Abelflan, geflohen war). Die Ber-
wendnug bes Letsteren bei bem Herzog Wilhelm
von ter Normandie u. die Nebenbublerfchait tes
Herzogs Hugo u. bes Grafen Heribert, meldye
einer dem anderen bie Herrichaft mißgännten,
verichaffte Ludwig IV. ben Thron Frankreichs u.
berjelbe wurde im Juni 936 in Laon gefränt. Erf
16 Jahr alt, ließ er fiy anfangs gauz von Hugo
ven Francien leiten, welder die Gunſt des Könige
benugte, um feinen Länderbeſitz immer weiter aus»
zubebnen unb feinen Ehrgeiz und feine Habfucht
zu befriedigen. Indeſſen zeigte ver König bald auch
einen eignen energiichen Willen, inbem er den Gi»
genmächtigkeiten tes Grafen Heribert entgegentrat
n. fih 939 entichloß, ben Bitten ber Yothringer,
welche ihn zur Beſitznahme ibres Yandes auf
forderten, Folge zu leiften. Als aber Ludwig mit
mit feinem Deere gegen ben deutſchen König Otto J.
anriidte, verband ſich Hugo mit feinem ehemaligen
Gegner Heribert u. mit ben Grafen von Flandern
zum Sturze Des Königs. Dieier lehrte daher eiligſt
von Berbun zurüd, nachdem er ſich vorber mit der
Wittwe des im Kriege gegen ben Kaifer Otto ge-
fallenen Herzogs Giſelbert von Yothringen, Ger-
berge, vermäblt hatte, mußte ſich aber, da Otto I.
940 nachrückte u. ſowohl von Hugo von Francien als
auch von Heribert von Attignv den Lehnseid empfing,
nach Burgund flüchten, wo er bei Hugo dem Schwar⸗
zen von Burgunden. Wilhelm von Poiton Unter⸗
ſtützung fand. Doch erſt der Fur mit Otto L.
weichen Die Angelegenbeiten ſeines Reiche sach
Deutichland yurädricen, u. bie Drobung des Pap⸗
ſtes Stepban VIIL., bie frangdiiichen Großen, welche
fih Dem Könige nicht unterwürfen, zu ercommuni-
ciren, gab dem Könige ben ungeftörten Veſitz ſeines
Reichs zurüd. Nun fann Ludwig auf Kräftigung
u. Srmeiterung feiner Wacht, indem ey zuerft bie
Unmüntigteit bes Herzogs Richard I. von ber
Normandie fi zu Nuthe machte, un dies Yand
wieder mit feinem Reiche zu vereinigen. Er bes
mächtigte fi mit Yift bes jungen Herzogs u. hielt
denſelben au Laon in ftrenger Haft. Darauf fuchte er
nach dem Tode tes Grafen Heribert deſſen Söhnen
einen Theil bes väterlichen Erbes zu entreigen ; ver-
anlaßte aber dadurch eine ihm feinkliche Verbin»
dung Derfelben mit Hugo von Francien. Zugleich
wurde Richarb, Herzog von der Normandie, befreit
und bie Normannen erhoben ſich unter Führung
des Dünenfürften Harald. Ludwig 303 ihnen ent-
gegen, wurde aber beimtüdiicher Weile von Harald,
zu einer Zuſammenkunft verlodt, Dabei überfallen
und auf der Flucht gefangen gencimmen. Von ben
Normannen an Hugo, ben er Durch feine Vermäh⸗
lung mit Gerberge verihwägert war, ausgeliefert,
erbielt er von dieſem nicht eber Die Kreibeit zurück,
als bis er ihm od. deu Söhnen Des (Srafen von
Vermandois die Grafſchaft Laon abgetreten hatte.
Da wandte ſich Gerberge an ihren Bruber, ben
Kaijer Otto, um Beiftand für ihren Gemahl. Die-
fer leiftete bie erbetene Hülfe, ohne jedoch deu Her»
309, der bei ben Normannen Unterſtützung fanb,
zur Unterwerfung nöthigen zu können. Erſt 950,
nachdem Ludwig fi Durch Uberfall in Befig von
Laon geſeht batte, kam ed zu einem Vergleich, in
welchem Hugo die Lehnshoheit des Königs aner⸗
kannte.
Als Ludwig IV. 954 ſtarb, wurde fein u. ber
Gerberge Älterer Sohn, Lothar, obgleich no
522
Frankreich (Geſch.) ILL (954-987). IV. (987-996)
unmändig, auf Vorſchlag Hngos von Trancien, | des Herzogs Richard von ber Rormantie
welchein die Königin dafür die Dergogthümer Aqui⸗
tanien u. Burgund zuſagte, zum Könige gewählt.
Lothar, unter der Yeitung jeiner Mutter Gerberge
u. Ongos, welcher ben Titel Beſchützer des Kö-
nigreiche führte, mußte ben letzteren kegleiten,
um an ber Eroberung Agnitaniens, wo der Graf
von Poitou nicht aus feinen Beftungen weichen
wollte, Theil zu nehmen. Indeß belagerten fie
Poitou vergebens, u. der Graf Wilhelm behauptete
fi, da Hugo 956 ftarb, ungeftört in feinem Be⸗
fittbum. Der Tod Hugos veranlafte Gerkerge,
den Söhnen beffelben, Hugo u. Otto, die Lehen des
Baters zum Theil wenigflens wieder zu entziehen,
bamit ihre Macht nicht cine ber Krone gefabrdro-
hende werbe. Aber ver Erzbilhof Bruno von Köln
nahm fich der Söhne an u. brachte es dahin, daß
Hugo, nahmals Eapet beigenannt, das Herzogthum
Srancien u. die Grafichaften Paris n. Orleans,
tto aber, u. nach Ottos Tobe 965, der britte Bru⸗
der Heinrich das Herzogthum Burgund erhielt.
Als Lothar mündig wurde, erneuerte er ven Plan
feines Bater® zur Wiebererwerbung ber Norman»
die, in welche er mit einem Heere einfiel. Aber der
Herzog Richard, vom Dänenlönig Harald unters
fügt, zwang ihn durch verheerende Kriegszüge zum
trieben, in welchem Lothar Richarbs u. feiner
tachlommen Thronrecht beflätigte. Dagegen be-
fiegte er Arnulf, Grafen von Flandern, melcher
ihm 964 bie Heeresfolge verweigerte, nahm Arras
u. mehrere Städte ein u. behielt im Frieden einen
Theil der Eroberuugen. Zu Köln erneuerte Lothar
bie alten Verträge mit den Deutſchen u. erhielt 965
Kaiſer Ottos Stiefſchweſter Emma, Tochter Lothars
von Italien, zur Gemahlin. Als aber Otto der
Große geftorben war u. Otto II. 977 Nieberlo«
thringen an Karl, Lothars Bruder, zur fehn gegeben
batte, überfiel Lothar 978 den Kaiſer in Aachen, blieb
aber nur 3 Tage, ba die Stimmung des Volks ihm
nicht günftig war, u. kehrte mit ſeinem plünternden
Heere nah F. zurüd. Für dieſen Einfall . rächte
fih Otto durch einen Verheerungsfrieg, den er tm
October bis andre Borftäbtenon Paris unternahm,
wurbe aber auf dem Rückwege bei Aisne überfal-
len, wobei die Nachhut des Heeres große Verlufte
erlitt. Der Frieden kam erft um 95U am Fluſſe Eher
zu Stande, wo Lothar mit feinem Sohne Ludwig,
welchen er zum Mitkönig ernannte, u. mit prächtigen
Geſchenlen tem Kaifer entgegenlam. Nach Ot⸗
tes II. Tode ſtrebte Lothar nach der Bormundichaft
über deſſen Sohn, Otto III., als ſeinen Verwandten,
u. nahm unter dem Vorwande, daß er ihn gegen Hein⸗
rich den Zänter ſchützen wolle, Verdun, ſah ſich
aber, als Otto III. allgemein als Kaiſer anerkannt
wurde, zur Herauagabe dieſer Stadt u. zur Er⸗
nenerung ber alten Verträge genöthigt. Lothar ft.
955 zihmfelgtefen SopunfutwigV.derfaule,
welcher indeß ſchon 957, angeblich wen feiner Ge⸗
mahlin Blancavergiftet, farb. Als darauf deraflein
erbberechtigte Karelinger, Herzeg Karl von Nicder«
lothringen, welcher durch Annahme eines Tentichen
Lehns die Gunſt der franzöfifhen Großen verjcberzt
hatte, aögerte, nach ber durch feines Neffen Tod ere
lebigten Krone zu greisen, werfammelte der Herzog
von Franeien, Hugo mit dem Beinamen Capet,
ber Sohn Hugos des Großen, feine Vaſallen, ließ
ſich von dieſen, unter Zuſtimmung feines Bruders,
bed Herzuga von Burgund, u. feines Schwagers,
nige wählen u. wurde 3. Juli 987 zu Ab
Erynifasf Adalbert gekrönt.
V. Srantreid unter ben Cape
bis zum Übergang bes Fendalſt
eine&@rbmonardie 987 — 1328. |
Capet fih zum König von F. frönen Tief
Königthum bereits feine ganze Bebent
büßt. Der König, jebes unmittelbaren ©
bis auf die Stadt Laon beraubt, beſaß
walt über bie länderreichen Kromafall
Erbrecht jo ftark befeſtigt war, daß bie &
gung nur noch als eine betentungslofe |
etrachtet werben konnte. Die großen
* beſtanden damals aus den Herp
ancien, mit welchem die Grafſchaft
Dielun, Etampes u. Orleans verbund
Normandie, Guyenne (Aquitanien),
u. Burgund, den Grafſchaften Toule
manboie n. der Markgrafichaft Flau
Bretagne war feit 907 in bie 4 Graficdk
nee, Vannes, Nantes u. Eornuaille je
auch die Champagne beftand aus mehre
von denen das wichtigſte Troyes war. .
Kronvafallen hatte wieder Aftervaſallen,
mit einem Theile feines Lehns belehnt hat
ſowie das eigentliche Volk, ftanben in ı
Beziehung zum Königthum. Der Stan
meinfreien war — vernichtet, u. mu
bene Grade ber Leibeigenſchaft machten i
ßen Maſſe des Volles einen Unterſchi
über die Städte u. ihre Bürger dehnte
fallen ihre Hoheitsrechte aus u. riffen nı
Kirchen- u. Kloftergüter, welche in ihre
lagen, an fi. Die Geiftlichteit, gri
durh Zucht» u. Sittenlofigfeit um 9
Würde gelommen, gerieth auf diefe Weil
in völlige Abhängigkeit von ben mächti—
len, u. die Bilchöle wetteiferten mit biele
praflen ihrer Einkünfte, in Fehden un
tbaten. Nur einzelne größere Stäbte dei
Frankreichs bewahrten fi, tur Ham
werbe blübenb, vor biefem allgemeinen
Lehnsweſens, welches jebem Bortichritt i
hemmend in den Weg trat, u. einige Rs
mirten fich, indem fie nach dem Vorgang
tes von Clugny die canonifchen Vorjchrift
Mönchsleben wieder zur Geltung bradıt
ſolchen ungünftigen Berbältnifien gel
Haus der Lapetinger auf den Thron
große Länderbeſitz defielben, obwohl nid
als der ter beteutendften Bafallen, gab i
Königthume ſchon einen weſentlichen ©
und die ununterbrochene Erbfolge ber ı
naftie Durch drei Jahrhunderte verhalf b
thume zum Siege über das Lehnsweſen.
zwar blos der Erfte unter Gleichen (Priı
j,ares), doch hob er gleich von vorn bereit
ſehen durch muthvolle Bertbeibigung ſei
gegen ben Herzog von Niederlothringen,
dem Herzog Wühelm von Guyenne u
jeine Kronrechte geltenb zu machen ſu
nahm denfelben in Laon durch' Liſt gefan
Karl bald darauf in der Gefangeuſchatt
kannte auch der Herzog von Guyenne
König an.
Hugo farb am 24. Octbr. 996 a. il
Robertll, ſchon v88 zum Könige gelräu
Frankreich (Geſch) IV. (908-1108).
d n, als 2 Siege ber Normannen Heimid I.
| ms
‚ige Herricherfinn feinen Vaters.
religiõs gefinut, trachtete er daruach,
lichen Verbältniſſe Fee noch mehr
Streit Der Bilchöfe mit dein Papſte,
e pãpſiliche Entibeidung abzuwarten,
des Erzbiſchofs Arnulj von Rheims,
m Herzog von Lorbringen gehalten,
hatten, in Güte beizulegen. Er jehte
wieder in fein Bisthun ein, doch
yem Banne bes Papſtes nicht ertiie»
h weigerte, feine Gemahlin Beriba, |
3 Grafen von Charıres u. Bloie, bie
ade mit ihm verwandt war, zu ver⸗
{ih die Ermahnungen bes Abtes v.
wogen, bein Bapfte Gehorſam zu
rmäblte fi darauf in zweiter Ehe
‚ Gräfin von Zoulouie. Als 1002
einrih von Burgund ber Manns⸗
rzogthums Francien erloſch, wollte
n Dem Herzog Richard von der Nor⸗
tügt, des beimgefzllenen Lehns be»
ihm Heinrihe Stiefſohn Otto ſtrei⸗
ie türjtigen Geſchichtsquellen biejee
fen den Erfolg des Kriegszugs un⸗
‚gibt fich jo viel, daß 1015 Roberts
d, ala Herzog von Burgund allges
ıt wurde. 1017 wurde Fein ältefter
ils Mitregent gekrönt. Diefer em-
n den ihmachen Bater, von bem er
6 Theile der Krongüter verlangte,
efiegt, erhielt aber das von ihm ger
thum. Ri
chon 1025 flarb u. der zweite Sobn
innig war, fo wurbe Heinrich I.
me gekrönt. Nach dem Tode Ro-
wirkte Die verwittwete Königin aus
ihren jüngften Sohn, daß viele
egen Heinrich erllärten u. deſſen
ıder Robert huldigten. Heinrich I.
ten. Unterftügung bei Robert II,
srmanbie, eroberte mit deſſen Hülfe
m Bruder in Befig genommenen
ich füch aber mit ihm, indem er das
Burgund an ibn abtrat. Uın tiefe
Bemühungen ber Beiftlichleit, melde
brigen Mißwachs u. fortdauernde
ie Strafgericht Gottes hinſtellten,
en Fehden ter Grafen u. Herren
ihen Gewaltthaten, Die aller Geſetze
bda6 Geber bes Gottesjriedene
‚|. 8.) einigermaßen zu beſchränken.
ı des Jahres follte jede Fehde ruben,
ſter mit Kriegszügen verichont u. der
bt mit Plünderungen bedroht ob. gar
g. Während faft ganz F. ben Gottes⸗
n, mar Francien der Schauplatj eine®
rieges zwiſchen dem Könige Heinrich I.
ı bes Grafen Odos Il. von ühartres,
dbfinnigen Bruder des Könige Odo
ı erheben wollten. Nachdem der König
fchen Grafen mit Hülfe des Grafen
dlich bezwungen batte, vermochte er
ich zu einem Zuge gegen die Nornian⸗
ichſende Macht des Herzogs Wilhelm,
ter Normandie iſpäter ats Wilhelm
zelaunt), die Mißgunſt Der franzdfie
erwedte. Schon waren Die Franzo⸗
an ber noruiauniſcheu Küfte vorge⸗
1059 Durch
1034 (wgl.
trieben u. zur Jurüdgabe des Eroberten ber
mogen. Nachdem Heinrich 1. feinem Schne Philipp
uftimmung ver mächtigften Vaſallen,
der Erzbiichöfe m. Bilhäkz, Die Krone gefichert batte,
fiarb er 1060. linter ihn wurde das Königreich
Arelat ed. Hochburgund der franzafiichen Oberherr⸗
ſchaft entzogen u. dem Deutſchen Reiche einverleibt
eutſchland Geich.] VI.).
ber Philipp I. ſührte Graf Balduin V. von
laudern die Vormuudſchaft mit Kraft u. Klugheit.
la dieſer aber 1067 ſtarb, überließ ſich der König
einem zügelloſen veben, vernachläſſigte die Regierung
u. trieb, um ſeine Einnahmen zu vermebren, einen
ſchmäblichen Handel mit den geiſtlichen Stellen. Ilm
dieſelbe Zeit begann ber Papſt Gregor VII. gegen
dieſen Unfug mit aller Energie einzufchreiten u. bee
drohte ganz F. mit dein Interdict, falls der König
ber Simonie keinen Einhalt thue. Doch gelang es
tem Bapfte eben jo wenig, Der Simonie in F. ein
Ende zu madenı, als feinen Anſpruch auf das Recht
der Indeſtitur durchzuſetzen. Ale Wilhelm, Herzog der
Normandie, Eugland erobert hatte u. in dieſem Lande
vollauf beſchäftigt war, trachtete Philipp danach, bie
Normandie wieder an ſich zu reißen, wozu ſich
eine günſtige Geſegenheik bot, da Robert, ter Sohn
Wilhelms des Eroberers von England, fich gegen
feinen Vater empörte. Aber Wilhelm bebielt in
bern ausbrecbenben Kriege die Oberbanb ıt. ver⸗
beexte, als Philipp auch nach wieder hergeſtelltem
Frieden nicht abließ, ihn zu reizen, 1087 die Graf⸗
ſchaft Berin, zerftörte bie Stabt Dante u. würde
tem Könige noch größere Verlegenheiten bereitet
aben, wenn er nicht balb darauf geftorben märe.
urch ſolche u. andere erfolglefe Fehden ſchwächte
Philipp ſein königliches Anſehen, noch mehr aber
durch ſein —* Yeben. Seine Ehe mit Bertha,
Toter des Grafen Florens von Holland, löſte er
eigenmädhtig auf u. entführte dem Grafen Fulco
von Aujou deflen Gemahlin Bertrade, nıit welcher
er fih vermäblte. Der Bapft, welcher gegen bie
neue She u. bie Löſung ber alten Einſpruch erhob,
belegte den König 3 mal mit dem Banne, bis die⸗
fer endlich 1104 auf einer Kirchenverſammlung in
Baris barfu als Büßender erichien. Als Abge⸗
ordneter Paſchalis II. ertheilte ihn Lambert, Vie
ſchof von Arras, tie Abſolution. Wahrſcheinlich
fanctionirte übrigens ber Papſt ſpäter Die zweite
Ehe, denn Beriradens Schue wurden für rechtmä⸗
bi u. fucceifionsfähig erfannt. Philipp farb in
elun, 1108, u. hinterließ feinem Sobne Yubmig,
ben er ſchon 1100 zum Diitregenten angenommen
batte, ein burch innere Unruhen zerriittetes Reich.
Mit Ludwig VI,dem Diden, beginnt ein
neuer Abſchnitt Der Geſchichte F-s. Nicht nur, daß
ber neue König ſowohl durch Klugheit u. Mäßigung,
als auch durch Muth u. Tapferkeit ausgezeichnet, das
Königthum wieder zu Ehren brachte, auch der
Geiſt der Zeit erhielt eine neue beſſere Richtung
durch das Aufblilhen des Ritterthume, welches mit
dem Beginn der Kreuzzüge vorzugsweiſe in F. ſich
entwidelte. Mit ihm gewaunn auch die Nation ei⸗
nen geiſtigen Inhalt; tie Sprache des Volles bes
gann mehr u. mehr die Yateiniiche Sprache ala bie
Sprache ber Gebildeten, der Dichter u. Schrififteller
zu verdrängen, jeitvem Lei. in der Provence bie
Mitterpoefie ber Troubatours fich des vollsthilme
ligen Idiome bediente. Philipp I. war ber geiflie
328.
gen et welche feit Anfang bes 12. Jahrh.
Die chriftlihe Welt ergriffen hatte, frenıb geblieben,
aber als König 30g er von ihr materiellen Nutzen
indem er Städte n. Burgen von Krenzrittern er-
warb, welche durch Vetkauf ihres Beſitgthume fich
die Mittel zur Theilnahme an Kreuzzügen verfchafe
fen wollten. Auch geftattete das Fortzichen vieler
mächtiger Großen in ben heiligen Krieg bem Kb»
nige feine Macht ungeflörter zu entfalten u. zu er»
weitern. &o famen bie Umftände dem thatkräfti-
gen Zubwig VI. zu Hülfe, um bie politiſche Um⸗
wanblung bes franzöflichen Staatsweſens *
bereiten. Bevor er ſich jedoch auf dem Throne
feſtigte, hatte er mit ſeiner Stiefmutter Bertrade
u. deren Sohne Philipp, dem ſie, von den Grafen von
Anjon u. von Montfort unterſtützt, die Krone zu
verſchaffen fuchte, harte Kämpfe in befteben.
Zu gleicher Zeit führte er einen hartnädigen Krieg
mit Heinrich I. von England, welcher als Herzog
der Normandie nicht die bei der Belchnung ge-
gebenen Verſprechungen erfüllte. Eine Reihe von
riegen entipann fih, in denen Lubwig VI. mit
abwechſelndem Güde kämpfte, aber fein Bier, Wil⸗
beim von Flandern, den Sohn des Herzoge Robert
von ber Normanbie, zum Herzog einzujegen, ee
erreichte. Der Papft vermittelte einen Vergleich,
nach welchem 1120 Heinrichs I. Sohn Wilhelm bie
Normandie von Ludwig VI. zu Pehn empfing.
Trotz dieſes wenig befriebigenden Ausgangs bob
der Krieg die Macht des Königs, denn viele ber
minder mächtigen Vaſallen fuchten num feinen
Schub u. andere zeigten ſich mit Freuden bereit,
ihm gegen feinblich gefinnte Herzöge u. Grafen
Hülfe zu leiften. So zwang er 1121 ben mäch⸗
tigen ©rafen von Audergne, bie Stabt Elermont
dem Bijchofe derjelben, bem er fie genemmen hatte,
zurüc zu geben. Als der Krieg mit England 1120
wieder ausbrach, indem Graf Fulco von Anjou
mit anderen Großen in bie Normandie einflelen,
bewog ber König von England ben Kaijer Hein-
rih V. zum Krieg gegen F. Da rief Lubwig bie
Großen bes Reichs zu gemeinfamer Vertheidigung
des Vaterlandes auf, u. wie ftarf ſchon damals bas
Netioualbewußtjein war u. das königliche Anſehen
fi befeftigt hatte, geht aus der großen Heeresmacht
hervor, welche der König in kurzer Zeit um fid
verjammelte. Das rafche Handeln bes Königs be-
wog ben Kaiſer, fein Vorhaben aufzugeben u. ſich
zurück zu ziehen. Als Heinrich I. ftarb, kam es
1125 zu einem Frieden mit England, ber mehr
Beitand als die früheren hatte. 1128 ließ er feinen
älteften Sohn Philipp, u. als biefer 1130 ftarb,
feinen zweiten Sohn Ludwig vom Papfte Juno⸗
cenz II. zu Rheims krönen. Er fl. 1137 in Paris,
nachdem er kurz vorher bie Macht feines Hauſes
buch Vermählung feines Sohnes u. Nachfolgere
Ludwigs VII. mit der Erbin von Aquitanien,
Cleonore, bebeutenb erweitert hatte. Was Lub-
wig. VI. noch beteutender fiir die Geſchicke F⸗s
machte, als ſeine triegerifche Thätigleit, war feine |
ftrenge Rechtlichkeit u. fein Streben, Gefetlichteit
an Stelle ber Gemalt zu fegen. So beförberte er
bie Gründung ſtädtiſcher Communen, d. h. Ber-
bindungen ber Bürger einer Stadt zu gegenfeiti-
gem Schutze gegen Gewaltthat ır. Syrevel, u. legte
dadurch ten Grund zum Entſtehen einer neuen
zelitiihen Macht, des freien Bürgerthums, welches
Xer Krone ein wichtiger Bunbesgenoffe gegen bie
Frankteich Geſch) IV. (LIBU1EEEF
großen Bafallen wurde. Bo bie Leb
Grajen u. Herren Die Bilbung freier
nicht geftattete, wurben fogenaunte
eingeführt, Bürgerſchaften, welche bei
Nubeftörumgen dem Befehle eines vor
bern eingejegten Beamten (Bär
leifteten, um ben gefeßlidhen Zu
erhalten.
Lubwig VIE, der Jüngere
vermochte mit feinem bis an das Bu
außsgebehnten unmittelbaren Länter!
nigthume eine achtunggebietende St
ſchaffen. Dennoch wagte e8 ber G
bon ber Champagne, dem König bi
zu verweigern u. bei einent 1141 aı
Streite bes Papſtes Innocenz IL mi
iiber das Recht der Inveftitur für de
tei zu nehmen. Ludwig verheerte ba
des Grafen u. verbrannte bie Stab
über ihn verhängte Ercommunication
folger de3 Papfies Innocenz II., CU
ber auf. Gefährlicher ale biefer Krieg
König ber Wiederausbruch bes Kam
fand; boch führte der Graf Bottfrie
einen Angriff auf die Normandie gli
Ludwig belohnte ihn mit dem erobe
thume gegen Herausgabe der Etabt
Ludwig VII. unternahm 1147 eine
ließ den Abt Suger, ber ſchon fein
treuer Rathgeber geweſen war u.fid
ſamkeit u. Raatsmanniiche Gewandthei
u. den Grafen Robert non Vermando
verweſer zurüd. Er führte ten 8
Glück (ſ. Kreuzzüge), Tehrte 1149 3
von den Griechen gefangen, aber &
Noberts von Sicilien wieder befrei
1152 geftorben war, gab fich ter Kd
fiuffe ſelbſtſüchtiger Rathgeber hin,
Betrieb geihah es, dag Yubmig VL
dung von feiner Gemahlin Gleonore,
gen zu naher Berwanbtichaft, im tk
wegen ihres anftößigen Lebenswande
Dur biefen Schritt wurbe Die Pla
nicht nur direct, weil Lubwig die a
haltenen Länder zurückgab, geſchwächt,
inbirect dadurch, daß jene Länder,
Poiton u. die Herzogtblimer Aquita
cogne, durch die Wiebervermählung 8
Heinrich II, Herzog von der Normaı
ſem Herzogtum verbunden wurden
welche dem Könige aus dieſer Madı
eines ſchon mächtigen Vafallen ern
aber erft ihre volle Bedeutung, als ı
ber erfle Plantagenet den englijchen
beitieg u. num barauf binarbeitete, fı
beſitz ın F. ber ah bes franzö
zu entziehen, nm biefelben als unm
ſitzthum mit ber Krone von Gnalaı
ten. %. 0. England, welche fche
wegen ber Normandie u. Bretagne
Berübrung gelommen waren, trate
ale rivalifirende Mächte noch ſchrof̃
Die Politik der meiften englifchen Kör
Haufe Plantagenet ging dahin, ga
mit ber Krone von England zu verbin
bie Gapetinger Schritt vor Schritt k
Engländer auf dem Feſtlaude zu ſchm
Schon vor der Thronbefleigung He
Frankreich (Geſch) IV. (11541201)
ndem Ludwig unter dem Vorwande, Frieden, welchen der Papfl vermittelte, um beibe
sa er des Königs Veftätigung zur
it Eleonore nicht eingebelt habe,
bt verlegt babe. Aber der Krieg batte | Tipp fich mit Richard, Herzog von Agnitanien,
ünfchten Erfolg, ja vudwig konnte
sdern, daß Heinrich feine &rpebition
Englunds ausführte. Als Heinrich
eworden war, vermehrte fich fein
8. noch nin Die Beſitzungen feines
der 1156 ftard. 1155 vermäpfte
[I. mit Conftange, Tochter Alfons
u. als tiefe fchon 1160 Aarb, mit
hter Theobalds von Champagne.
: England brach 1159 von Neuem
Heinrich durch unbebeutenbe zug
luges Berhalten, ſowie durch die
ies Sohnes mis ber Ludwig von
renen Tochter, Diargaretbe, ben Kö»
‚atte. Nun aber, als Heinrich Die An»
Bemablin auf Tonlouſe zur Geltung
‚, tonute Ludwig nicht länger der
: engliihen Macht in feinem Reiche
abwechſelndem Glück u. nur durch
illftände unterbrochen, währte der
4 Der Triebe zu Montlouis geſchloſ⸗
Ivry nochmals beftärigt wurbe. An
dandenen Verhältniſſen wurde da⸗
indert. (Bgl. England Geſch. IX. A).
ſtarb 1150 u. ihm folgte fein ein«
83. Ehe, Bhilipp II. Auguf,
Jahre alt. Eon 1179 war ber
ne m. zwar unter Mitwirkung fo
„Ken gekrönt worben, daß daraus
m bes Töniglihen Anſehens fi
en läßt. Als Philipp fih auf An⸗
Japftes bewegen ließ, den Grafen
weicher ſchon während der [echten
re Lubmigs VII. das Gtaatsruber
vom Hofe zu entfernen, verbündete
tem Herzog von Burgund u. beim
na I. von Sancerre n. begann 1191
ı den König. Durch Beraubung ber
Zinwanterung Ludwig VII. begün-
ſchaffte fih Philipp II. bie Mittel,
r zufanımen zu bringen, mit wel«
ber der tiberjpenftigen Bafallen ver-
2 König Heinrich II. von England
rmittelte. Nun vermanbelte ſich je
er in eine Landplage, indem einzelne
nd verheerend durchzogen. Erft 1184
Könige mit Hilffe ber Bürger dieſe
ellen od. Brabancone, weil fie Mi
tamımteh) zu vernichten. Die nnanfe
Ientriege, namentlich bie Fehden ber
dönigs Heinrich II. in Aquitanien,
Rormanbie, liefen intel bald wie-
en folden Raubgefinteis entſtehen,
er König ſelbſt 1185 ein Heer bil»
Grafen von Flandern Vermandois
Dieler Krieg endete mit einer Thei⸗
fenden ®rafichaft. Daum zwang ber
: Herzog von Burgund, ſich vor ihm
nn. wegen feiner rechtsmwitrigen Ver⸗
em Grafen von Slandern 1156 Ab⸗
In ber Abficht Bortheile für ſich zu
ſchte ex fih 1187 in ven Krieg ber
93 II., drang in Aquitanien mit
eere ein, verſtand fich aber zu einem
Könige für einen Kreuzzu
zu gewinnen. Doch
brach ber Krieg 1189 von
euem aus, indem Phi⸗
en
Beflen Bater, Den König von England, verband.
Letztere mußte im Frieden zu Tours Die Auvergne
abtreten u. leiftete von Neuen den aufgefünbigten
Lehndeid. Er unterbrüdte die Fehden ber großen Ba-
fallen u. verfchönerte u. befeftigte Paris u.a. Städte.
Darauf zogen, ber Verabredung zu Nonancourt ge
mäß, Richard, jetzt König von England, mit dem
Beinamen Löwenherz, u. Philipp gemeinfam mit
einem großen Heere nach Baläftina. Schon unter»
wege fam es zwiſchen beiden Königen zu &treitig-
keiten, boch verfähnten fich dieſelben wieder, indem
Philipp in Die Aufhebung der Berlobung feiner Toch⸗
ter Alice mit Richard einwilligte. Nach ber Eroberun
von Akre wollte Philipp nach %. zurückkehren, do
ließ ihn Richard nicht eher ziehen, bis er geſchworen
hatte, bie engliſchen Befigungen in F. waͤhrend der
Abweſenheit des Könige in keiner Weiſe zu beun⸗
ruhigen od. anzugreifen. Ente 1191 traf Philipp
wieber in Paris ein. Seine ſchnelle Rückkehr hatte
bef. der Tod des Grafen von Flandern, welcher in
Ptolemais ftarb, veranlaßt, ba er ale Gemahl ber
Nichte deſſelben einen Theil von deſſen vLändern als
deren Mitgift in Anipruch nahm. Den darüber mit
ber Bittme des Grafen gefüänten Streit legte ber
Erzbiſchof von Rheime bei. Pbilipp erhielt einen
Theil Des Landes u. ben anderen vereinigte Bal⸗
bin VIII, Schwager ber Gräfin von Klanbern,
baldbaranfmitjeiner Brafichaft Hennegau. Als kurze
Zeit nachher bie Nachricht won ber Grlangennahme
Richards I. durch ben Herzog Leopold von Ofter-
reich einlief (ji. w. England Geſch. IX. A), verbanb
fih Philipp mit dem Bruder Richards, Johann,
um Letzteren zum Throne zu verhelfen, wofür diefer
bie Abtretung des auf bem rechten Ufer ber Seine
liegenden Theils der Normandie verfprad. Die
Kreilaffung Richards 1194 u. bie tapfere Verthei-
digung ter Stadt Rouen vereitelte das Unterneh
men. Dem von Richard fortgefeten Kriege machte
ber Friede zu Gaiblon 1196 ein Ente, in welchem
Zuilipp ben zwifchen ber Seine u. Eure gelegenen
heil der Normandie u. das normännifhe Berin
erhielt. Doc währte ber Friebe nicht lange, inbem
Richard bald darauf einige ungehorfame Bafallen,
u. a. den Grafen Balbırin II. von Flandern, gegen
BHitipp nnterffütte. Der Tod befreite indeß 1199
ben König von 5 von feinem gefährlichften m.
mãchtigſten Vaſallen u. Nebenbubler. Leichtere®
Spiel hatte Philipg mit Richardo Nachfolger Jo⸗
baun ohne Yand. Diefem gegenüber unterftügte er
ten Reffen deſſelben, Krb von ber Normanbie,
der fein Näyerrecht an die Krone Englands bee
baupten wollte, ließ beufelben aber fallen, als Io»
haun die Hand zu einem vortheilhaften Frieden bot.
In dem Bertrage zu Goleton 1200 erbielt Philipp
die Stadt Coreuy u. einige antere Orte u. für
feinen Sobn Ludwig die Nichte Ichauns, Blanca
von Eaftilien, zur Gemahlin. Um biefelbe Zeit war
er in heftigen Streit mit bem Papſtthum gerathen,
indem Innocenz III. bie grundloie Trennung ſei⸗
ner Ehe mit Ingeburg, Prinzeſſin von Dänemarf,
nicht anerkannte u. die Auflöfung feiner neuen Che
mit Maria, Prinzeffin von Meran (1196), unter
Androhung des Bannes verlangte Nach vielen
Streitigleiten fügte fich Bhilipp 1201 Tem Aus⸗
526
ſpruche ber Kirchenverſammlung zu Soiſſons. Im
folgenden Jahre bot ſich ihm eine günſtige Gelegen⸗
heit dar, ſeine Pläne gegen England wieder aufzuneh⸗
zmeu. Auf eine Auflage bes Grafen Hugo von La
Marche hin, daß König Johann, fein Lehnsherr, ihn
in feinen Rechten gekränkt habe, zog Philipp ben
König als Herzog von Aquitanien u. franzöſiſchen
Baſallen dafür zur — erflärte ibn,
ale er nicht erichten, aller Lehn veriuftig, eroberte
bie 1204 die Normandie, Maine, Zouraine m.
Poitou u. ſchloß 1206, nachdem er auf die Bre-
&agne erobert hatte, einen Waffenſtillſtand, welcher
ibm auf 2 Jahre den Beſitz ber eroberten Län-
der ficherte. Bergebens verbaub fi Johann mit
Dtto IV., Kaiſer von Deutichland, da biefer im
eigenen Reihe un feine Anertennung lämpfen
mußte, während Philipp fogar Die Krone Englands
in Ausficht geftellt wurde, als Papſt Junocen; IIL
den König Johann 1212 des Throns eutfehte m.
Philipp Auguft aufferberte, England für fi im
Befig zu nehmen. Indeß, nachdem Philipp 1213
zu Soiſſous auf einem Neichötage die Rüftungen
zum Kanıpfe gegen England vorbereitet hatte, 309
der Papfı jeine Aufforderung zuriid, da Johann
um Gehorſam gegen die Kirche zurüdgelehrt war.
Um fi zu entfhäbigen, griff Philipp Auguft bie
Grafen Ferdinaud von Flandern u. Rainald von
Boulogne an, da biefe des Einverflänbnuiffes mit
Johann en waren, fiel in Flandern ein u.
eroberte Gent, Fille, Douay u. Courtrai. Währenb
deſſen landete Johann 1214 in La Rochelle u. drang
in Aujou ein, indem zugleich Kaifer Otto IV. in
gaben zur Unterflügung ber Grafen einrüdte.
ie Verbündeten wurden aber am 27, Juli von
Feiuipe II. bei Bovines gänzlich geichlagen, n. die
zafen von Flandern u. Boulogne gefangen. Zu⸗
gleich hatte auch Philipps Sohn, Ludwig, bie Eng-
länder aus Anjou vertrieben. Der Siegbei Boviues
wur Für tie Entwicklung 5-3 von folgewichtiger
Bedeutung, er beieftigte die Eroberungen u. bie
eugere Verbindung der vormals eugliichen Landes»
tbeile aus u, verſchaffte dem Könige ein großes
- Uebergewicht über feine Vajallen, jo dat von jener
Zeit an das Echnsweien in der Geſchichte 5-6
immer weiter hinter die königliche Gewalt zurück⸗
gebrängt wird. Zunächſt jchloß Philipp Il. nun
einen Waffenſtillſtand mit Eurgland u. 303 vie Graf.
ſchaft Boulogne für die Krone ein. Zwei Jahre
ſpäter sing fein Sohn Ludwig nad England, um
von dem Throne Diejes Landes VYeiig zu nebmen,
indem eine Verſammlung auflästticher Barone
ihn an Johauns Stelle zum Könige gewäbhlt hatte.
Aber das Unternehmen Ichiug ſehl, als Johaun ſtarb
u. ein Theil bes nalen Adels ſich Dem Sohne
deſſelben, Heinrich III. Zumwantte. (Vgl. Eugland
Geſch. IX.) Um dieſe Zeit war das ſüdliche F. Der
Schauplatz eines verheerenden Religiendkrieges,
weichen Innocenz III. gegen Die Secte der Al»
bigenjer (j. D.) erregt hatte. Auf der Seite der
pisftlihen Partei m. au der Spige bes zur
Ausreitung ter Ketzer zuſammengebrachten Kreuz
heered Stand Simon Graf ven Moentfort, müde
rend Graf Raimund VI. von Toulouſe Laud
u. Leute gegen Den Angriff deſſelben zu ſchü—
gen ſuchte. Ben ben wortbrüchigen Unterhänd—
lern Des Papſtes in eine Kalle gelodt, verler an⸗
fange Graf Raimund fein ganzes Beſitzthum, doch
gelang es ihm 1219 mit Hülfe der über das ruhe
| mit Heinri
Branlreich. (Geſch) IV. (1202-1922)
loſe Treiben der Sieger empörten Sta
zurildjuerobern. Bergebens batte te
König von F. aufgefordert, ber Kircht
tung der Ketzer Beiftand zu leißen.
u jehr mit ben engliſchen Angelegeı
efefigung feiner Macht im Korden
tigt, um ber Kirche den Dienß ungefäl
zu können. Enblich fanbte er feinen ı
1219 gegen Touloufe; indeſſen
Die Belagerung dieſer Stabt auf. 9
farb anı 14. Juli 1223.
Sein ältefter Sohn Lu d wig VIN
wurde im Auguft 1223 mit feiner Gem
von Saftilien, zu Rheins gekrönt. Bei
befeigung ſtand das Erdrecht der C
eifelbatt fehl. Bom Papfte Hono
elünpfung des Grafeu Raimund \
loufe aufgeforbert, rüftete er ein He
fiht, die Grafſchaft in unmittelbar
zu bringen, u. gab ben Feldzug um
der Graf ſich den Partien Korben
zeigte. Er wandte jein Heer nun g
liſchen Beſitzungen in F., welde er
Ill. geſchloſſenen Frieb
geben ſich verpflichtet hatte. Linter ba
Bag auch Heinrich III. die überzen
pflihtungen nicht erfüllt habe, erfi
jeines Damals geleiſteten Eides für l
Poiton ein. Er eroberte Niort, St
gely u. la Rochelle. Bei bem in gi
ausgebrochenen Bürgerkriege erllärtı
fange gegen die regierende Gräfin 1
u. erkannte bes faljben Balduin D
von Flandern an; nachdem bieler
bingerichtet worden mar," ichloß er ir
einen vortbeilbaften Bergleic mit
Johanna, demuach er gegen bie 3
großen Summe die Be unane bes
gelangenen Grafen Ferdinand, ihr
verſprach. Der Krieg mit Eiglanl
nur langiam vorwärts. Da Heinrich
Richard in Bordeaur über eine nurg
macht zu verfügen hatte, fo mwantt
lieber gegen ben Grafen von Zoulı
Papſt von Neuem zu einem Kreuzzu—
ſelben aufiorberte. Er eroberte aud I
Nismes, Beaucaire, Carcafjonneu a.
aber am 8. November 1226 in Mont
Bou jeinen Söhnen erhielt ber 2.,R
ber 3., Johann, Aujou u. Maine, di
Boitou u. Uuvergue, ber 5., Karl,
geiftlihen Stand, ber ältefte aber, 8
der Heilige, jolgteals König. Diefe
erſt 11 Jahre alt u. ſtand unter der &
feiner Mutter Blanca, welche deu itali
dinal Romanus VBonaventurz zu ibı
möhlte. Die Viinderjährigleit bes Ki
dei nielen ber größeren Vaſallen bas
verlorene Macht wieder zu geminn
fie fih weigerten, bei ber Krönung !
wenn ber König nicht Die, vinzeine
Herzögen von einen letzten Norgäuger
Länder zurüdgebe. Gleich nad ter!
ſchloß Blanca die Züchtigung ber
Manche derſelben unterwarfen fich ik
Unterttügung von England, auf weicbe
gweifeihaft wurde. Nur der Graf
lieb hartnädig u. verftanb fi af:
Frankreich (Geſch) IV. (12291260)
1229 enbigte Blanca ben Krieg gegen | Reich zu immer größerer Geltung Tam. Bon
aimund VII. von Toulouſe. melden | gloner Wichtigkeit für die Vefeftiguig der Lönig-
ie Beiigungen am rechten Ufer der li
one u. die des linken Ujers der Kirche
Ya6 reiche Land deſſelben durch zahl⸗
feit Jahren verbeert, litt nun noch
zn fanattichen Keperverfelgungen, be-
jegeben wurde. Für die Krone aber
rbung eine wichtige Erweiterung ihrer
lichen 5. Ludwig, jeit 1236 groß-
te noch mehrere, in der Hofinung auf
Mand unternommiene Aufflänte des
von Gefinnung, von echter Gröm-
3 aber peinlich fireng in ber Veob⸗
mßeren Kormen tes Gottesdienſtes,
ur darauf bedacht, feinem Yande beit
Innen u. nah Außen zu bewahren.
er fi, Den Zwift zwiichen dem Papft
Friedrich IT. beizulegen, ſchlug 1239
uber, den Grafen Artois, die dieſem
yotene Raijerkrone aus u. weigerte ſich
befriegen. 1244 that er nad einer
neheit Das Gelübde, das Krenz zu
übergab feiner Diutter die Regierung
1245 in Aigues⸗Mortes über Eypern
ein, landete im Frühjahr 1249 in
brang gegen Kairo vor. Bei Man-
en u. am 6. April gefangen, ging er
Befreiung nah Syrien, ohne auch
uszurichten, ſ. u. Kreuzzüge. Ju F.
a Unordnungen eingeriſſen u. Lud⸗
1252 geſtorben. Im Juli 1254
zurück u. begann die Ordnung wie⸗
en. Dit Aragenien ſchloß er 1258
, werin F. allen Lebnorechten auf
rona, Urgel, Ampurias, Cerdagna
entfagte, Aragonien aber feine An-
viele —— Gebiete aufgab, ſ.
ſch.). In dem 1259 abgeſchloſſenen
England trat er Gascoegne, Limouſiu,
duercy als Herzogthum Guyenne un⸗
er Lehnobarkleit ab, wogegen Heitt-
n Aniprüchen auf bie Normandie,
e, Poitou 2c. entiagte, ſetzte ben Abt
o u. den Grafen von Nesle zu Reichs:
eu. ging 1270 nach Tunis unter
‚ber bier am 25. Aug 1270, |. Kreuz⸗
h Ludwig ben unmittelbaren Kronbe-
rte, jo gedieh Tech unter ibın bie kö⸗
It zu immer größerem Anfehen. Er
zucrft tie geſetgebende Gewalt ber
EZ ouceränetäterecht übte u. bie Gül-
ı ibm gegebenen Geſetze auch über bie
jallen austehnte. Dererfte Schritt zu
nen Rechtsordnung des geſammten Rd»
ſchon von Philipp II. gethan worden,
18 den Inhabern ter 6 gröſeren Kron⸗
ebenialls Rronlehen befibeuden vor-
laten ben Pairshof zur Eutſcheidung
siten der Vaſallen unter einander od.
errichtete. Auch ter Glanz des kö—
8 nahm unter Ludwig IN. zu, obwohl
bt und einiach lebte, u. die Großen
mehr u. mehr daran, am königlichen
hren, wo das Leben reihe Genüſſe
die Reſidenz Paris immer mehr das
der Nation cemcentrir.e u. Durch
rihönerungen als die Haupiſtadt bes
az ——
— — — — — — — — nen
|
lichen Macht wurde das von Ludwig IN. einge-
richtete Lönigliche Gericht (Appellationsgericht), vor
welchem Jeder Recht ſuchen konnte, welchem das Recht
von ten Gerichten Des Lehnherrn verweigert war
od. weichen das Urtheil eines ſolchen nicht recht m.
billig ihien. Die ſtrenge Rechtlichleit Ludwigs gab
biefem Gerichte bald ein hobes Aufehen, da zugleich
die Macht bes Königs dafür bürgte, daß der Bafall
an feinen vor dem Könige Recht juchenden linter-
tbanen keine Rache nehmen werbe. Der gerichtliche
Zweikampf wurde abgelchafit u. ter Zeugenbemeis
eingeführt. Aus dem königlichen @erichtöhofe ent-
mwidelte ſich nach u. nach ein geſetzgebender Körper,
ſchon unter Pubwig IX. Barlamentgenannt, in-
dem bie Beichlüffe deſſelben ſeit Mitte des 13. Jahrh.
aufgezeichnet u. ihnen für das ganze Reich, mit
Ausnahme der Normandie, Geſeheskraft beigelegt
mwurte. Miiglieter des Parlanments waren Die
Faire, bie vom Könige dazu beruienen Barone, Die
Prälaten u. die Hofbeanten, weiche ſich jedech oft
durch Rechtänelehrte vertreten ließen. Die Verwal⸗
tung der Kronländer ordniete Ludwig von Grund
aus u. fteuerte Der Corruption des Beamtenſtandes
durch firenge Gelege gegen Beſtechungen u. Be⸗
brüdungen. Unter dem Schuge weiſer Gelee hob
ſich raſch der Wohlſtand der Stätte, melden Lud⸗
wig geſtattete, tie Lehnshoheit abzukaufen. Noch
wichtiger für die Entwickelung bes Nationalreich⸗
thums war die Vildung eines freien Bauernſtan⸗
des in ben Kronläntern, mo ber König bie Yeib-
eigenichaft nach u. nach aufbob. Dem Handel gab er
eine folivere Baſis durch Einführung einer unver-
änderlichen Münzwäbrung, Doch blieb das Münz⸗
recht derjenigen Vaſallen deſtehen, welche daſſelbe
von Alters ber geübt hatten, jedoch mit Der Veſchräu⸗
fung der Kircnlation ihrer Münzen auf das Gebiet
des Lehnträgers. Zroß feiner lirchlich⸗ religidien
Richtung zeigte fi Yupwig IX. bartnädig in ber
Behauptung des der weltlichen Obrigkeit zukom⸗
menden Rechtéegebietes u. verhehlte ſich nicht, daß
Habſucht u. Herrſchſucht mehr als frommer Sinn
die Tricbfeder mander Danblungen u. Beſtrebun⸗
gen Des mehr u. mehr verweltiichten Papſtthume
u. der böberen Seiftlichleit war. Den Erpreiiungen
Des päpſilichen Hofes trat er mit großer Entſchie⸗
denheit entgegen u. wurde dabei Durch die Stim-
mung des Volkes gegen bie Anmaßungen bes Rö⸗
miichen Stuhls unterftüßt. Auch jeßteer der Ausdeh⸗
nung der geiftlichen Gerichtsbarkeit in Vereine mit
den Krouvaſallen ein Ziel, ja er erflärte ſegar bie
Juterdicte der Biſchöfe für ungültig, wenn er bie-
jelben nicht gerechtfertigt fand, u. endlich erlich er
1259 die fogen. Pragmatiſche Sanction,
weiche Den Umfang der Beingniſſe Des Kirchenregi⸗
ments genau abgrenzte u. Die Grundlage Der Selb»
ſtändigkeit der Gallilaniſchen Kirche (j. d.) wurde.
Großes Verdienſt erwarb ſich Ludwig auch durch
die Verbeſſerung Des öffentlichen Unterrichts u. Die
Förderung der Wiſſenichaft. Er gründete die erſte
öifentliche Biblioihek n. brachte Die Univerſität in
Paris zu einer ſolchen Brüche, daß dieſelbe den erften
Rang unter allen Yehranftalten Europas einuabm.
Unter ihm erlebte Die Provencaliſche Poeſie ihre
Bluͤthezeit u. Die Franzöſiſche Sprache begann auch
außerhalb Fs als Schrift⸗ u. Gelebrtenſprache
neben der Lateiniſchen Geltung zu erhalten.
28
Philipp III. ber Kühne, ber ältefte Sohn
Ludwigs IX., gab Die Unternehmung gegen Tunis,
wohin er feinen Bater begleitet hatte, auf u. kehrte
im November 1270 nach Europa zurüd. Eine Fehde
wiſchen Gerhard von Caſaubon mit dem ©rafen ven
U emagnac, mit dem ſich der Graf von Foix verbünbet
—* ab ihm Veranlaſſung, ſeine königliche Gewalt
—* zur Geltung zu bringen. Philipp nahm
Gerhard von Caſaubon als ſeinen Lehnsmann in
Schutz u. zwang die beiden Grafen die Waffen
nieberzufegen.. Um ber Xochter feiner Eoufine
Blanca, Johanna, welche er feinem Sohne Philipp
zur Gemahlin beftinmte, die Erbfolge in Navarra
zu fihern, fanbte er den Grafen von Artois mit
einem Heere gegen Pamplona Nachdem dieſe Stabt
erobert u. das Land unterworfen war, zog Philipp
ſelbſt Über die Pyrenäen, um feines unmündigen
Neffen, Fertinand de la Cerda, Anſprüche auf den
Thron von Eaftilien, welchen deſſen Obeim Sancho
uſurpirt hatte, zur Anerkennung zu bringen. Doch
hatte biefer Feldzug feinen Erfolg. Nicht günftiger
enbigte ein Feldzug, den er 1285 unternahm, um
Die Sicilianiſche Veſper zu rächen u. Aragonien, wel-
ches ihm der Bapfi, welcher Peter III. des Thrones
für verluftig erflärte, für einen feiner Söhne ge-
ſchenkt hatte, zu erobern. Philipp führte zuerſt Die
Arelshriefe ein u. geftattete ben Bürgerlichen bie
Erwerbung von Afterlehen; er ft. 1285. Die un-
mittelbaren Beſitzungen der Krone waren unter
feiner Regierung jehr verinehrt morben. Durch ben
Tod feines Bruders, Johann Triftan, fiel Balois,
u. durch den feines Oheims Alfons Boitou u.
Auvergne an bie Krone zurück. Auch Tonloufe u.
bie Brovence vereinigte Philipp nach dem Tode
ber Gräfin Johanna von Toulouſe vollends mit F.
Philipp IV.der Schöne, erfi 17 Jahre alt,
als er den Thron %-8 beflieg, erbte von feinem
Bater den Krieg gegen Aragonien, den er auf Be⸗
trieb bes Romiſchen Hofs, aber ohne Nachdruck, fort«
führte. Erſt als Papſt Bonifacius VIII. 1294 zur
Regierung lam u. den König Jakob II. von Aragonien
som Banne losiprad, fam 1295 zu Anagni ein
Frieden zu Stande, in welden %. feinen An-
De auf Aragonien entjagte. Dagegen fagte
atob II. dem Könige von F. Hülfe gegen England
zu, mit welchem Laube die alten Verwickelungen
von Neuem zu einem offenen Kampfe filbrten.
Zwar hatte Eduarb I. von England 1286 in Paris
bie Zehn über feine Beſitzungen in F. empfaugen,
aber bald entſtanden, geraubter Schiffe wegen,
Händel zwifchen beiden Monarchen, ıı. Philipp IV.
Ind im November 1293 Eduard I. als feinen Ba-
fallen nah Paris, damit berjelbe fih bort fei-
nem richterlihen Ausſpruche unterwerfe König
Eduard I. fchidkte feinen Bruder Edmund von Lan⸗
cafter, den Stiefvater der Königin von F., nad)
Baris, u. diefer vermittelte einen Vertrag, dem⸗
nach England, um Philipp Genugtbung zu geben,
6 fefte Blätse in der Gascogne den Franzofen ein»
räumen follte; Dagegen follte Philipp die Vorla⸗
dung widerrufen u. dann, da feiner Ehre genug
gethan fei, bie feften Plätze an Eduard zurüdgeben.
Der Letztere, froh dieſe Sache beenbigt zu ſehen,
übergab ganz Guyenne an F aber kaum war
dieſes geſchehen, ala Philipp IV. nicht nur Die Zu⸗
rüdgabe ter Provinz verweigerte, fontern auch
Eduard I. nochmals vor Gericht lud. Eduard kün⸗
bigte ihm nun bie Lehuspflicht auf, verbaub fich
Frankreich (Geſch) IV. (1270-1808)
mit bem bentfchen Kaifer, MWolf von I
dem Herzog von Brabant, ben Grafen
bern, Geldern u. Bretagne m. begann
Philipp dagegen ſchloß ein Buudniße
land (1295), u. da anch bie Waliſer
waren, jo wagte es Cbuarb nicht fe
überzufeßen. Die Englänber wırke
Zartas in der Gascogne geichlagen. '
beerte Lille m. a. Stäbte Flanterne.
1298 ging Eduard I. anf einen Raffen
in welchem er einen Theil feiner Vet
abtrat, die bis zum Ende des Krie
übergeben werben folltenr. Im
wurde biejer Waffenſtillſtand verläinger
feftigung bes Friedens heirathete Edu
Schmefter, Margarethe, u. fein Soh
Philipps Tochter, Ifabella, verlobt. '
fih Philipp gegen ben von Eduard L
gegebenen Salem bon Flandern u. bei
1300 des ganzen Landes. Indeſſen fü
willen, namentlich ber gewerbtreiben
über die Bebrlidungen ber ——
1301 zu einer Empörung, welche
das ganze Land verbreitete. Um ben
umterbrüden zog Robert von Artois
Heere nad Flandern, aber er wurde
1302 bei Courtrai geſchlagen. Nun bei
großartige Nüftungen Ju See u. zu 2a
1304 in Flandern ein. Dennoch ſetz
ben Krieg fort u. ſchlug am 18.
FSlanderer bei Mons. Aber der €
theuer erlauft u. ber Widerftand bi
fo wenig gebrochen, daß Philipp fi
ſchluß eines Friedens entſchloß, im
— ihre Freiheit bebielten, |
ahlung von 200,000 Livres verpfli
zwiſchen war Philipp mit Dem Papf
Streit gelommen, indem ex aufgebr
Bulle Clericis laicos, durch wel
cius VIII. die Beſteuerung ber Geift
unterfagte u. Philipps herrſchſüchtig
Sinn beleibigt hatte, alle Gelbfentun
verbot. Alle Verſuche, bie Streitigt
en, feheiterten an ber Hartrrädigteit t
einer Räthe, Wilhelm Rogaret u.
Vergebens fuchte der Papſt Durch Rad
Hauptjahe den König zu vermögen,
fer ihm entze enkomme. Philipp v
völlige Zurücknahme alles defien, ı
ben Bullen des Papftes als eine Bee
feiner Herrſchermacht erfchten. Um |
rungen noch größeren Nachbrud zu ı
Pbilipp 1302 eine Verſammlung bes
der Geiftlichfeit u. von Abgeordneter
(das erfte Beifpiel einer Berufung bee!
des zu einem Parlament nach Paris),
theil deſſelben über feinen Streit mil
zu hören. Obwohl der König durch!
kürlichkeit n. Gewaltthat u. Durch feiı
bes Weſen ſich viele Feinde gemacht I
doch bie Abneigung gegen Die Einmi
Bapfles in die weltlihen Augefegenbeit
tes groß genug, um Abel u. Bürger }ı
ohne Weiteres des Könige Meinung
Auch die Geiſtlichkeit wagte nicht, amı
ben Zorne des mächtigen Monarden,
VE u. juchte eine Berm
uführen. Als nun aber der Bapft a
; Mankrei (Geſch.) IV. (13031322) .. -
Bannflude drohte, erflärte Wil»
1303 vor den verJammelten Pra⸗
den Bapft für einen —8 Dar⸗
cius wirflich Den Baunfluch Über
Diefer aber berief Bald tarauf ein
nah Paris, auf welchen die Be⸗
meinen Concils nach Lyou be-
um über bie wider ben Papft er»
; der Keberei, Simonie 2c. Unter-
t au balten. Um inteß ganz ficher
en Willen durchzuſeten, fanbte
Rogaret u. Eciarra Colonna
n ben PBapft aufzuheben. Dies
ber in Folge ber erlittenen Krän⸗
ifaciu® u. Dalb darauf auch beffen
ct XI. Nun brachte Zulippe
Larbinal bu Prat, es dahin, daß
of von Borbeaug, Bertrand be
V.) zum Bapft gemählt wurbe.
na Sıg in F., erflärte bie Verfü-
us’ VIII. für nichtig, geftattete
er Geiſtlichkeit u. willigte 1307 im
er Tempelberren, teren Güter
ber König bemächtigte (f. u. Teum⸗
(hen Gewaltthaten griff Philipp,
te zu vermehren öfters, als er,
nügen des Volles nicht noch in
ı erregen, nach Beendigung tes
ges von der Grhebuug neuer
en für gut fand. So wurden
e Juden ın ber Nacht überfallen,
beraubt u. ihre Forderungen zu
ne einkaſſirt. Auch machte er ben
h Verſchlechterung der Müunze zu
iber ſpäter davon zurild u. ſtellte
wieder her. Gegen Ende ſeines
ilipp feinen alten Plan zur Er⸗
us wieder anf, lie abermals
n erheben, unterfagte den Baro⸗
jdes Münzredtes, um felbft Dar
ben zu zieben, erreichte aber ba-
ine Verbindung von Baronen u.
itſtand, welche fich energiſch den
der Krone widerſetzten. Schon
jab der König nach u. ſiarb am
na älteſter Sohn Ludwig X.
Dieſer überließ aus Hang zur
Regierungegeſchäfte feinem du
von Valois, welcher bie Räche
Ihe dem Abel beſonders ihrer ge-
vegen verhaßt waren, abiette u.
r Enguerrand von Marigny 1315
ugen ließ, ta ta® Bolf die'en ale
willtürliden Eteuererhebungen
‚chtete. Ludwig ſah fich auch noch zu
ncelfionen bem Abel u. ber Geiſt⸗
genöthigt, u. zwar fo, daß auch
Der Krone, welches Ludwig IX.
sieber verloren ging. Den Krieg
un Ludwig mieber auf, als ber
weigerte, ver dem Rairshoie in
u, wo man, m fich jeıner zu be⸗
en gegen ihn erheben hatte. Die
zuges mußten größtentheils bie
en eine Steiner bie Rückkebr nad
‚u. Die in F. Handel treibenten
eute tragen. Das Unternehmen
2. & Aufl. VL
ſchlug indeß ganz fehl. Die Belagerung von Eour-
trai mußte Ludwig megen Qungersnoth u. Regen
aufbeben.
As er bald barauf 1316 ſtarb, Hinterlieh er
feine Gemahlin ſchwanger, mesbalb fein Bruder,
bilipp, bis zu deren Nieberkunft bie Regent.
haft Übernahn; ale aber fein machgeborener
Sohn ſchon am fünften Tage nad) ber Geburt
farb, beftieg Philipp V. der Lauge ſelbſt
den Thron. Obwohl Ludwig eine Tochter, Jo⸗
banna, aus erfler Ehe mit Margarethe von Bur⸗
unb binterlaflen hatte u. kein Geſetz in F. bie
Töchter von der Thronfolge ausſchloß, fo lie Phie
lipp, feit einigen Monaten fhon im Beſitz ber Re
gierung ſich doch eilig, trotz bes Widerſpruchs vier
er Großen, bei. feines Bruders, des Herzogs von
Burgund, frönen (6. Ian. 1318) u. berief im Febr.
1317 eine Reihsverfammlung nad) Paris, melde,
einverftanten mit dem Parlament, bahin entfchieb,
Laß das weibliche Geſchlecht von der fran-
Bfifhen Thronfolge anageialofien ſei.
Johanna, die jedenfalls auf Navarra Anſpruch
hatte, erhielt dieſes Land erft mach ihres Chein,
Karls IV., Tote. Um ſich populär zu machen, wer»
ringerte Bhilipp Steuern u. Mogaben u. berief bie
Abgeorbneten der Städte von Nordfrankreich nach
Baris u. bie von Sütfranfreich nach Bourges zu
einer Berathung über die Maßregeln, welche zu
Hebung ber öffentlihen Wohlfahrt geeizuct ſeien;
dann führte er eine beflere Verwaltung des Krone
gutes u. ter Finanzen ein, reorganifirte das Ju⸗
ftizmefen n. bob bie Schenkungen u. Veräußerun⸗
gen von Krongiltern, welche fetne Borgänger vor⸗
genommen hatten, auf, indem er zuerit tie Vebre
von ber Unveräußerlichleit der Domainen aufftellte.
Den Krieg mit Flandern, den Philipp noch un»
beenbigt faud, fette er zwar fort, begnügte ſich aber,
al® er die Flanderer zu Unterhandlungen bereit
fand, 1320 mit der Abtretung von Lille, Douai u
Bethune. Im Begriff, gleihes Maß u. Gewicht
einzuführen, ftarb er am 3. Ian. 1322, nachdem er
Vieles wieber gut gemacht batte, was fein Vor⸗
gänger verborben. Unter ihm durchzogen tie Pa⸗
— oureaur (Paſtorels), 50 - 60,000 in Südfrank⸗
reich zuſammengelaufene u. unter dem Mönch
Jakob verbundene Bauern das Land, welche ſo
viele Gewaltthaten ſelbſt gegen königliche Beamte
begingen, daß die Regierung endlich einſchritt u.
eine graufame Verfolgung derielben veranlaßte.
Ebenſo wurben abermals bie Juben, welche man
anklagte, in Guyenne bie Brunnen vergiftet zu ha⸗
ben, ſchweren Verfolgungen ausgejegt u. nebfi den
Ausfägigen, auf welchen ein gleicher Verdacht la⸗
ftete, in Mafien verbrannt.
Da Bhilipp V. feine Söhne hinterlieh, jo folgte
ihm fein BruderKarl IV. der Schöne, Graf von
la Marche. Das Streben dieſes Fürſten ging haupt⸗
ſächlich auf Bereicherung der Krone; desbalb veroi d⸗
nete er die ſirenge Durchiährung der Zurückgabe aller
unter Philipp IV. u. Ludwig X. verfauften u. ver⸗
ihenften Domainen, befteuerte Waaren u. Landes⸗
erzeugniſſe u. werichlechterte Die Dlünze. Seine Hoffe
nung, tie Deutiche Kaiſerlrone zu erwerben, ſchlug
jebt, ebwohl er Junocenz XXII. dur die Be⸗
killigung eines Zehnten für ſich gemennen hatte.
Dagegen machte er fi die Streitigfeiten des Kö⸗
nigs Eduard II. von Enyland zu Nutze, um bie
frangöfijchen Lehen deſſelben, zum Theil wenigften®,
34
om fich zu Bringen. Ein Blutiges Anfammentreffen
zwiſchen ſeinen Beamten u. de Seneſchall von
Guyhenne wegen einer ſtreitigen Burg gab ihm er⸗
wünſchte Beranfaffung, in Guyenne einzurliden,
ebwohl Ehuarb IT. fich zu einer Genugthuung er
bot. Zwar ftiftete Elifaberb, Königin von En Land
nt. Karls Schiwefter, 1326 den Frieben, in Folge
deffen ber Prinj von Wales, ihr Sohn, Budenne
ielt u. dem Könige huldigte, aber mit der Er»
füllung’ ber Friebendbebingungen mar ihm nicht
ernft, denn er bielt fortan einen Theil des Yanbet
beſetzt u umterftiigte die Pläne Eliſabelths, melde |
auf bie Entfernumg ihres ve Gemahls gerich ·
tet waren (vol. England IX. A). Er flarb am
1. Bebr. 1328 in Vincenmes, Da feine Gemahlin
ihm nur eine Tochter geboren hatte, aber ſchwan⸗
gr war, jo entftand über die Megentfchaft ein
Streit. Dem Erbfolgeseieb nad fland Philipp
von ®Balois, ber Sohn Karls von Baleie, Bru⸗
bersvon Philipp dem Schönen, ben Thron am —*
ften ; außer ihm machte aber ber König Philipp TIL
born Nabarta, Gemahl ber Frimgeff Johanna,
Tochter Ludwigs X., auch Ebuard III. von Eng-
land, als Neffe des vorigen Königs von weiblicher
Geite, auf die Negentichaft u. eventuell mif bie
Krone Anſpruch. Die Pairs bed Neihs u das
Parlament ſprachen Philipp von Balois bie Re |
—38 zu it. erklärten ihn file ben Thronfolger,
all die Königin Wi eine Töchter gebären
tollxde. Als Legreres geſchah, beſtieg er als'ber
erfte Baloid den Thron. - - - "
V. Das Haus Balois bie —
ben der geraden Linie deſfelben, 1328
bis 1498: Philipp VE der GIIeließ
ih, fobalb die Succeiflon entſchieden mar, zu
Rheims Tränen. Gleich nach feinem Nenierumgs-
antritt verglich er fih mit Johanna von Navarra,
überließ derjelben das Königreich Navarra befinitiv,
bebielt aber bie Grafichaften Ehampanıte u. Brie,
wofür er fpäter 1336 ihr noch die Graſſchaften An⸗
göuleme u. Mortain geb: Johanna mußte dage⸗
en für ſich n. ihre Nachlommen zu Gunſten des
Sanes Valoié anf F. verziägten. Daranf z0g er
gegen die empörten Flanderer, die ihren Grafen Lud⸗
wig verjagt hatten, elle diefelben in der Schlacht
bei Rafiel 1328 u. fette ben Grafen wieder ein.
Diefer Sieg - teng weſenklich — bei,‘ daß
@buarb III. ber jimge König von Eugland, 1329
dein -König von F. ala Herzog von Guyennd per
ſönlich in Amiens die Hnldigung leiflete. "Mehr
weht in ber Abſicht, fi an ben ihm vom: Papite
für 6 Jahre zugeſprochenen Zehnten zu bereichern
ale in wahrer Abficht, erflärte fi Philipp VL.
1331 bereit, einen Kreuzzug zu unternehmen, ver»
ſthob aber die Ausführung des Planes: bie 1336.
Inzwiſchen brachen aber neue Mißhelligleiten zwi⸗
ſchen ihm u. dem Könige von England aus, u. Phi⸗
lipp benuste num Die aufgebrachten Gelber zu einer
roßen R Kung gegen England. Schon vorher
* er die Macht Eduardés IH. durch Unter⸗
üÜßung ber empörten Schotten zu ſchwächen ge⸗
acht, u. Eduard war beshalb um jo mehr geneigt,
den Aufiorberungen des bon Philipp VL: feiner
Grafſchaft beraubten Grafen Robert III. von Ar»
tois Gehbr zu geben, als ihm berfelbe, nach Enge
Iand entfloben, vorſchlug, Die Krone Fes, bie ihm
geblibre, mit —— an fi zu bringen,
dor jeboch beide: Mächte zum offenen Kanpfe
Wa ill
| ——— um die Verdindun
Frankreich?“ Gefchy IV. (13261328 VIER — 1346)
ſchritten ſuchten fie ſich durch Büntnil
tet. Philibp werbiinbete fich mit hei
Navarra, dem Herjog bon ——
von —* aa SEE ek :
In, jog.don Julich u, ben
* Holland mit Eduard EIN. ein
ingen. Zwar ließ ſich Euard U.«
Bay ee bewegen, von bem Angriff a
Ba | Ai gegen bie er iu®
ihtiagten Kreußgugeé, 1397, a
ind, derfidh bervitehniger Feten pi
bemächtigt hatte, bie Feindfeligfeitenei
ald aber der Letztere ſich deſſen mei
Eduard noch den Kaifer Furbmig I
| rlidte im Sept. 1339 vor Cambrai,
er indeß vergeblich belagerte. Der f
fir Ebuarb He Gewinn; eimebeben
fung für bie Ernenerung beffelben
aber an ben Flanderern, welche den ih
Grafen Pubwig zum zweiten Male
Eduard beniogen, 1940 Titel u. Way
nigs von Franfreih anzunehmen. 9
Die frangöftiche Flotte auf Der Höhe me
ben Englänbern vernichtet u. ber Di
son der Normandie, ein Schn Phil
ve Quesnoy zurüdgefchlagen worden
anb Ar 2 Jabre zu St
mit Edward zu ſprengen u Erfteren |
winnen. Dafür aber erbielt Eduard
Bunbesgenofien an Johann von Dicı
ber e, beflen Thronrecht P
Gunflen jeines Nefien Karl von 1
| — gerietb Montfort in franzbſiſ
ſchaft, über feine Gemahlin jetste di
gezen ben König fort u erbot fich, Eb
Ken Pläße ihres Yandes einzurä
fie in ihren Anſprüchen unterſtützte
Darauf ein, warf nad ur, mach eim
Truppen in die Bretagne, n. da bi
ſcheuten, ihre Kräfte in offener Schla
fm am 13. Ian. 1343 burch pa
lun in Malettoi
lis 1346 zu Staude Unterbeffen litt
Druck ſchwerer Kriegbſtenern, weiche
bes Friedens nicht gufhörten, ba dei
riſche u. prachtliebende König ſich im |
Geldverlegenheit befand. —
Salzhandel ald Monopol an ſich n. er
verkauften Waare eine Abgabe; bazı
Berſchlechterung ber Munze, melde
delsverhaͤltnifſe endioſe Berwirrunge
ter ſolchen troſtloſen inneren Zuftänb
ches probocirte Philipp VA. Son 1
derausbrudg bed Krieges, indem er
jangennahme u. Hinrichtun,, me hrere
Edeln den Waffenttillifland brach. N
ben Jahre griffen bie Englänver non
an u. machten ſich a Herren der Su
u. vieler Yefler Pläde Diefer Erfolg ı
gen der Engländer mußten Philipp
nächſt ſuchte er nun die Sünde yu g
bem er verſprach, Yon feine: Gemwal
ber Abgabenerhebung abzuftehen, wı
Stäude mit Mannihaft unterf
Sufi 1346 landete Ednard TIE mit
in ber Normandie, eroberte Cam ı
wendete füh vircet auf Parie Min
Frankreich (Geſch) V. (1346-1356)
mit Überlegener Mat entgegen, wethalb
Ich nach Flandern wenden wollte, um ſich erſt
r Bunbeögenofien zu vereinigen; um dies
, folgte Phitipp ben ſchon Dur Strapa-
tteten englifchen Heere, griff baffelbe am
1346 bei Crecy an, erlitt aber eine fürchter⸗
verfage, in welcher fein Bruber Karl, Graf
on Ylandern, nebfi 12 anderen Grafen,
ter, 80 Bannerberren u. 30,000 Franzoſen
L Im Folge diefer Niederlage fiel Calais
ger Belagerung am 4. Aug. 1347 in bie
er Engländer, u. dieſe Stadt wurbe nun
ger Stügpunft der Angriffe der Englän-
5. Philipp VI., der Die Kräfte bes Landes
& neue Kriegennternehmungen in Anipruch
ne wagte, ba bereit® Tumulte u. Unruhen
we Beſteuerung der a Le⸗
afniffe ausgebrochen waren, mußte einen
end auf 1 Jahr abſchließen, ber immer
bmenert wurbe u. bis zum Aprif 1351
Jahre 1347 wurde der Ausbruch ber
e neuer graufanıer Berfolgungen der
man wieberum bie Vergiftung ber
Us Grund der Epidemie, ſchuldgab.
kinderloſe Hubert II. die Daupbine
g an. ab, daß einer der löniglichen
Titel u. Wappen eines Dauphin füh-
1350 kaufte ber König die Herrfchaft
son dem König Ialob von Majorca
Goldthaler; früher fchon hatte er von
Butter Dlargarethe, Tochter des Könige
von Neapel, Anjou u. Maine geerbt.
*v Philipp VI.
an II. der Gute, bither Herzeg von ber
die, beſtieg den Thron ſeines Vaters, un⸗
iu wirthſchaftlichen Ruin feines Reiches
gen; herrſchſüchtig, gemaltikätig n. fitten-
2 er fich nicht nur dem Würgerflande ver-
ber brachte auch gleich beim Autritt feiner
g ben Adel gegen ſich auf, inbem er ohne
„ Recht den Connetable des Reihe, Gra⸗
£ von Eu u. Guines, welcher ihm ver-
ar, mit ben Englänbern in Berbinbung zu
haupten u. deſſen Güter einziehen ließ. Den
entriifleten Adel fuchte Johann vergeblich
ftang bes Sternordens (f. d.) zu gemin-
war ber erfte weltliche Orden in F.). Die
dieſes Ordens erhöhte zwar den Glan
* aber ſie Ber aud den Aufwand
ollen Hofhalts, fo daß der König wie⸗
Munzverſchlechterung das Land be⸗
te, um ſeiue Bebürfniſſe befriedigen
Trotz der übeln Stimmung gelang es
Berſprechungen bie Stände zur Stener⸗
für die Wiedereröffnung des ftrieges
and zu ‚bewegen. Zwar fan im Sept.
nmener Waffenſtillſtand anf 1 Jahr zu
«aber nach einigen Jahren entbrannte ber
höger als zuvor. Die Veranlaſſung zum
‚waren bie Streitigfeiten zwiſchen Jo⸗
m. König Karl von Navarra, ber als
r Tochter Ludwigs X. gegründete An⸗
uf den Thron Fes zu baben glaubte. Da
er Dem franzöfifchen Adel viele Freunde
in ter Rormandie reich begiltert war, fo
dohann für gerathen, mit demſelben ein
es Verhältniß zu uuterhalten, weshalb er
Tochter Io zur Gemahlin gab u.
ihm eine Rente von 12,000 Livres verſprach. Fa
gleich vermählte er ben neuen Conuetable des
ches, Karl de la Cerda, Prinzen von Spanien, ıı
feiner Nichte Margarethe von Blois u. ſchenkte den
jelben die Grafſchaft Angouleme, auf weiche Kon
Karl von Navarra, ale Erbtheil feiner Mutter, Wı
ſpruch madte ; biefer, aufgebracht Über die Begllı
fligung des Connetables u. über bie Nichterfüllun
mehrer ihm von Sohann TI. gegebenen Berfpr
Hungen, ließ Karl de la Cerda 1354 zu Aigle in bı
Normandie durch Meuchelmörber überfallen n. e
morden. Aus Furcht vor einer Verbindung des Ki
nigs von Navarra mit England, wagte Johann I
nicht, das Verbrechen durch offenen Krieg zu ahı
den, fontern traf mit Karl ein Abkommen, wona
biefer formell Abbitte that, dagegen neue Zu
ſtändniſſe an Land u. Geld erhielt. Kaum ab
mar Karl nah Navarra zurückgekehrt, ale Johan
fich Der Befigungen deſſelben bemächtigte, er vertri
fih dann aber wieber mit demfelben, ale bie Ery
länder nicht in der Normandie, fondern von Be
deaur aus den Angriff im Frübjahr 1355 eröf
neten. Bon bier aus verwilſteie ber Schwarze Prit
(f. d.) Auvergne, Limouſin u. Poitou u. mad
reiche Beute. Unterdeſſen verhandelte Johann I
niit ben Reicheſtänden um Kriegefteuern n. ve
ſprach ihnen Abſtellung ber Übelflänte des Mün
u. Gerichtsweſens. Ale er aber feine Verſprechm
gen nicht erfüllte, wurden bie Reichsſtände, 135
abermals verjammelt, ſchwieriger, u. Johann muß
fih zu einer Organifation des Steuermelend ve
fteben,, indem eine Einfommenfleuer eingefübet
zu berfelben auch der Adel u. Die Geiftlichleit heran
gezogen wurde. Mit Mitteln zur Ausräftung ein
Heeres verieben, glaubte Johann, einen Gewal
fireich gegen den König von Navarra n. deſſe
Freunde unter dem normännifchen Abel ausführe
zu können, da er deren Verbindung mit Englar
ftet8 fürdten mußte. Er überfiel dieſelben bei eine:
Gaſtmahl, welches ihnen ber Daupbin in Ront
gab, Tieß mehrere Erle fofort enthaupten u. be
König Karl in Paris gefangen fegen. Sofort b
gab ſich der Bruber bes Letzteren, Philipp, u. mel
rere Edle aus ber Normandie nach England m. le
fieten Ebuarb III. ven Lehnseid. Alsebald flele
bie Engländer von der Bretagne aus in bie Ro
manbie ein, während ber Prinz von Wales gegı
tie Loire vorrückte. Johann II. wandte ſich ge
Dielen u. ſchuitt ihm glücklich mit einem —
überlegenen Heere den Rüchzug nach Borbeaug a
Bergebens bot der Prinz für freien Abzug eine
jlebenjäbrigen Waffenſtillſtand an. Johaun ſchli
jeden gütlichen Vergleich aus. Es kam daher a
19. Sept. 1356 anf der Ebene von Maupermis zı
Schlacht, in welcher bie Franzoſen eine ſchmählic
Niederlage erlitten u. der König Johann II. feil
von den Engländern gefangen wurde. Die Gefa
gennahme u. Flucht vieler, wegen ihres gegen b-
Bilrgertbum geäußerten UÜbermuths verhaßter B
rone u. Grafen, bereitete dein Adel u. dem Köni
tbum einen großen Berluft an ihrem früher
Anſehen u hob ba® Selbſtaefübl des dritten Sta
bes, deſſen Einfluß auf bie Regierung fon |
Wachſen begriffen mar. Dies zeigte fich fogleich, <
ber Danphin Karl, nachdem er mit den Prinz
von Wales einen Waffenſtillſtand geſchloſſen bat
bie Stänte bes nörblichen 5. 17. Det. 1356 n«
Baris berief; mehr als bie dälfte perfelben gebi
22
ven bem Brgerflanbe an. Die Stände wählten |
eiren Ausſchuß, u. dieſer beichloß, dem Dauphin
eine lange Reihe von Beſchwerden vorzulegen, u.
die Stände nüpften an die Abſtellung derſelben
». an bie Einführung einer aus ihnen gewählten
Behörde zur Beauffihtigung ber Regierung, bie
Bewilligung von neuen Steuern n. Auflagen zur
rtführung des Krieges gegen England. Karl
Re deshalb die Stände auf u. fuchte feinen Obeim,
den Kaiſer Karl IV., in Dieb auf, um von demfelben
Hülfe gu erlangen. Um inzwiſchen ſich Geldmittel
zu verkhaffen, nahm der Daupbin, da auch bie
Stände von Languebsc u. von ber Auvergne ſich
feinen Wünſchen nicht Kaglam zeigten, feine, Zu⸗
flucht zu einer Münzverichlechterung, aber ein Auf-
Pan in Paris, an befien Spike fich der Prevot
r Stadt ſelbſt ſtellte, nöthigte ihn, den Umlauf
der ſchlechten Münze zu unterſagen. Im dieſer Ver⸗
legenheit ſah ſich der Dauphin genöthigt, abermals
bie Stände von Nordfrankreich zu berufen; dieſelben
traten am 5. Febr. 1357 in Parts zufanımen, waren
aber noch weniger als früher gewillt, ihre Anträge auf
beflere Finanz⸗ u. Rechtsverwaltung fallen zu laſſen,
ja fie fügten no bie Forderung hinzu, baf der König
Karl von Navarra freigelaffen u. 22 Beamte bes
Königs Johann, weil fie ſchuld an bem Unglüd
bes Meiches feien, ihres Amtes entſetzt würden.
Der Dauphin, welcher feinen anderen Ausweg fab,
gab zu den meiſten Worberungen feine Einmwilli-
gung, doch blich der König von Navarra in Haft,
aus welcher berjelbe indeſ am 9. Novbr. zu ent⸗
kommen wußte Ein Ausſchuß von 36 Dlitglie-
bern der Stände wurde zur Durchführung ber
Steuerauflage für die Aufftellung von 24,000
Mann u. der Reformen im Münz⸗, Yuftiz- u.
Berwaltungswejen niebergefet. Zwar erflärte ber
in England gefangen gehaltene König die Bewil⸗
Higungen bed Dauphins für null u. nichtig, aber
bie darüber entftandene Aufregung zwang ben Letz⸗
teren, die Grhlärung des Königs unbeachtet zu lafien.
Während der Zeit ging, tro bes Waffenftill-
Randes, in der Bretagne ber Krieg fort u. ber
Derpog von Larcafter belagerte Rennes. Hier that
ſich zuerſt Bertrand bu Guesclin hervor, welcher viel
dezu beitrug, daß bie Engländer bie Belagerung
aufheben meutent. Indeſfſen hauften Banden abge-
Danfter Soldaten u. Bauern im Innern bes Lan⸗
des. Unter einem Bauer, Namens Jacques Bon-
homme (baber Jacaqnerie), fanımeite fi) im Mai
3858 erne Schaar ven etwa 100,000 Mann, mit
eifenbeichlagenen Stöden bewaffnet. Mehr ale 200
Schloſſer der Edelleute wurden von ihnen üder⸗
fallen u. ansgeplündert, bis endlich ber Graf von
Koi un Sommer deſſelben Jahres ben Haupt⸗
ſchwarm derfeiben vernichtete. Unterdeſſen ſtaud
in Paris der Prevot Marcel an der Spitze der
Bolkspartei u. übte einen großen Cinfluß auf bie
Begierungemaßregeln; er zwang ben Dauphin,
beim aus bem Gefänguig entlommenen König
von Navarra freies Geleit nach Paris zu ger
ben u. mit demſelben einen Freundſchaftsvertrag
zu ſchließen, ber aber von beiben Seiten nicht ernit
emeint war; ben Könige wurben nicht, wie ber-
Vorocen, feine feften Pläde in der Rormandie ein⸗
eräumt, n. ber Bruber beffelben, Philipp, fuhr
ort, ınit ſeinen Kriegsnöllern das Land felbft bis
im ber nächften Nähe von Baris zn beunrubigen.
Su diefer Stabt hatte der Prevot inzwilchen das
Frantreich Weſch) V. (1337-2608
Toll zu einer bewaffneten Medi cı
wachte den Dauphin u. alle Regien
defielben, ja er ließ zwei Marſchäl
Urheber der ſchlechten Staatemir
eines Zages wor den Augen des De
fen u. hinrichten. Unter ſolchen I
fih der Dauphin, welcher am 14. |
er 21 Jahre alt war, ben Titel eine
5. annahm, in Paris nicht mehr fi
die Refidenz nach Compiegne; bori
terftügung vom Adel, nachdem e
Verſuch, die Stände zu einer Steue
wegen, feblgeichlagen war, u. rüfl
terbrüdung des Yufrubrs in Paris.
Boll, auf den Rath bes Prevote,
Navarra die Stabt libergeben; da
daß die andern Stäbte bes Landes ;
Beifpiele zu folgen, fo trat er in U:
mit dem Daupbin. Inzwiſchen er
lichen Söldner des Königs ben Be
vote, er Überfiel dieſelben, ließ fie ı
308 mit feinem Bolfsheere gegen t
von Paris plänbernden Englänbe
eichlagen, floh er nach Paris, wo
rtei bes Dauphin bie Oberhand g
Se kam zu einem Straßenfampfe,
Prevst fiel, worauf der Dauphin, nı
nig von Navarra ſich bereite zurü
wieber feine Regierung nad) Paris
mußte ber Dauphin mit bein Könige
ber ihn mit einem geworbenen |
einen Frieden —— worin er
die Beſitzungen deſſelben zurüdzu
12,000 Livres Renten zu zahlen v
vorher hatten bie Engländer wiede
öifnet, drangen überall flegreich vor
März 1360 vor Paris. Da der Da:
{uf der Hauptflabt u. bes Reiche |
bot er Die Hand zu Unterhandlunge
zerftörte er die Jacquerie, ließ deren:
Caillot, Hinrichten u. ftellte bieranf t
ris mieber ber. Ungeadtet des W
mit den Engländern gingen bie N
ben u. des Königs von Navarra ir
1360 ber Friede von Bretigny %
weicher F. Ichivere Deingungen a
hann II. follte nämlich für feine $
Goldgulden in Raten abzahlen, u. En
auf bie Rormandie, Maine, Tourai
zichtete, zu feinen bisherigen Beſitzun
cogne noch Poitou, —— —
Limouſin, Onercy, Rovergue, Ange
ſtriete, ferner die Stadt Calais mit ı
genben Stäbten u, bie Stabt Moutı
ouveränetät erhalten. Der Köri;
varra Schloß ebenfalls am 24. Oct
mit Johann II., welcher ihm feu
ficherte u. feinen Anhängern vol:
währte. König Johann tam nach F.
die Bedingungen bes Friedens zu «
die, in bem Frieden für England A
binzen ab u. bemilhte ſich auf alle Art
menzubringen, welches er als Raieı
Das Land war aber fo erfhöpftn. s
von ber Bel u. von ben Blünderen
Böldner dermaßen heimgeſucht, d
das Löſegeld nicht auferingem Leute
er, feinen Beriprechen gemäß, nad
:Mahlrei (Geſch) V. (1364-1382)
ı 8. April 1363. 1361 war Bur⸗
Ten des Herzogs Philipp an die
womit Johann feinen jüngften
sen Kübnen, belebnte.
ſchlug tie Engländer 21. März 1373 bei Chizey n.
eroberte bie Bretagne, Deren Herzog ſich wieder
den Engländern zugewandt hatte. Im folgenden
Fahre beichräntte er die engliihe Herrſchaft in
Weile od. Beredte befiieg nun den | Aquitanien anf bie Stäpte Bordeaur u. Bayonne.
bgleich ſelbſt nicht Feldherr, wußte 1375 wurde durch Vermittelung bes Papftes ein
abi der Heerführer u. bef. durch Ber-
tin, welcher gleich im Anfang ber
ı den navarrifchen Solbtruppen in
empfindliche Verlufte beibrachte,
erlangen ; deshalb fandte Karl, dem
n zu tbun war, im Lande ſelbſt Frie⸗
ie geſetzliche Ordnung wieder heraus
lin nach ver Bretagne, nm Karl von
ann von Montfort Ju unterſtützen.
von Auray am 29. Eept. 1364 ent-
ort, melden nun Karl aus Furcht,
tönige von England bultigen werde,
ı &. ven den bewaffneten Banben
randes compagnies) zu befreien,
‚ nachdem ſchon ber Marquis von
ı Theil zum Kriege gegen Nisconti
er die Alpen geführt hatte, vollende
u Guesclin fommeln u. ale Hülfs-
‚8 von Traflamare nach Gaftilien
Grauiamen führen. Beter, welcher
ben mußte, nahm bie Hülfe tes |
ales in Anipruch, u. dieſer fchlug
in bei Wavarrete u. nabın ihn ger
sin Yöjegelb befreit, begab fich tu
in den Eold Heinrichs von Tra-
d ber Bring von Wales in Guyenne
ſammeln ſuchte. Neue Siege du
he Heinrich von Traſtamare den
lien verſchafften, u. die Etreitig-
e ter Prinz von Wales mit dem
ne megen ber bemielben anfgeleg-
:atben war, beftiminten Karl V.
udern, den Aufforverungen der
— — — —
Waffenſtillſtand geſchloſſen. Als aber Eduard III.
1377 geftorben war, begann Karl V. den Krieg an
bie Küſten von England zu ſpielen, die Englän⸗
der rüdten dagegen von Catals aus in F. ein n.
drangen 1380 dis Troyes vor. Kurı darauf ſtarb
Karl 1350. Gr hatte, als er ſtarb, ten Eng⸗
ländern faft alles Land entriffen, welches ſein Vor⸗
gänger an biefelben verloren hatte. Das Anieben
der Arone war durch Sicherung des Gigentbums,
Orduung des Staatehaushaltes u. WVerbeflerung
ter Rechtspflege wieder hergeftellt u. das König⸗
thum batte eine mehr monargiiche Form angenom-
men, intem Karf V. fo wenig wie möglich Stände⸗
verſammlungen berief, auch bei ber Wahl feiner
Räthe nicht den hohen Adel begünftigte, ſondern
befäbigten Männern aus bem niederen Adel bie
hächften Ämter des Reiches verlieh. Seine Herr⸗
{haft batte den Sieg des Königthums über das
Lehusweſen entihieten, indem er bie größeren Zehen
fan fännmtfich mit ber Krone vereinigte, wäbrenb
viele der alten angeſehenen Adelsgeſchlechter ausge⸗
fierben waren.
Da Karl VI. erft 12 Jabr alt war, als fein
Vater farb, fo eilte Ber Herzog Yubwig ven An-
jou, fein ältefter Cheim, nad Angers, bemäch⸗
cgte fi Des Schatzes n. machte auf Die Bormund-
ſchaft Anſpruch. Die Herzöge von VBurqund u.
Bourbon aber waren von Rarl V. ale Kormünder
feines Sohnes beſtimmt u. griffen nun zu ten
Waffen. Indeß kam es zmilchen ben drei Wrüdern
bes verftorbenen Königs bald zu einer friedlichen
Einigung. Dem Herzog von Anjeu wurde bie
Regentichaft, den Herzögen von Berry u. Burgund
one aus der Sascogne Gebör zu | Das Gouvernement der Provinzen Languedoe u.
rbobeit über die Gascogne wieber
ſehmen. Nachdem er mir Heinrich
Bündniß geſchloſſen batte, citirte er
en Schwarzen Prinzen ala Lehus⸗
airsbef in Paris; dieſer aber ant-
de in Paris mit 60,000 Mann er»
ewann inzwifchen ben Grafen von
„indem er demſelben Yille, Douai
tu. dafür die Einwilligung deſſel⸗
ath ſeines Bruders Philipp von
ſtargarethe, der Tochter tes Gra⸗
on Slandern, erlangte. achten:
Rimmung ber Stänte u. Hülfs⸗
yatte, begann er ten Krieg. Die
rte du Guesclin gegen ben Prin⸗
‚ welcher durch Krankbeit ver-
ine geflirchtete Kriegsthätigkeit zu
der Eroberung von Limogee 1371
urädtegrie. Um dieſelbe Zeit ge⸗
durch Beflätigung tes 1365 ge⸗
rags, bie Freundſchaft Karls von
ufen. Der erfie bedeutendere Er⸗
V. enielte, voar 1372 die VBernidw
ew Flotte vor la Rochelle durch die
denen Epanier, worauf tie von
nen Lehnsträger als ncue Bun⸗
Katie Deere ftießen. Bald dar⸗
senclin Poitiere, eroberte Poiton,
Normandie u. Lie ſpecielle Rormundſchaft Über ten
jungen König Übertragen. Karl VI. wurde bieranf
ben 3. Novbr. 1350 in Rbeime gelränt. Da reizte
ter unerträgliche Abgabentrud, welchen der Herzog
von Anjou dem Lande auferlegte, das uicdere Velk
in Paris zu offenem Aufrubr, u. wenn terfelbe auch
durch Abſchaffung der drückendſten Yaften nieder⸗
geſchlagen wurde, fo blieb doch ſtets ein neuer Aus⸗
bruch der Vollswuth zu befürchten. 1382 er
wirllich Die Rebellion wieder aus, verbreitete fü
auch in Langnedoe, wo ber Herzog von Anjou bef.
verbaft war, u. ın Neuen, wo die königlichen
Stenererheber vom Volle erınortet wurden Dies
Beiſpiel fand in Paris Nachabmung, al$ der Her⸗
zog die Erbebung der früberen Abgaben verordnete.
Indeß murbe ber Aufftand in Rouen raſch ınter-
triidt, u. um Paris zu berubigen, gab der Re—
gent, nachdem ibn eine Ständeverſammlung Die
Wiedereinfübrung ber drückenden Verkauioſtener
verweigert hatte, endlich nach, indem er für
ein Geltgeichent von 100,000 vivres, welches
ibın Die reicheren Bürger anboten, velle Amneſtie
ertbeilte. Während der inneren Unruben lantete
ter Sergey von Buckingham in Wretsane, er
reichte aber für England nichts, Da Die Lretagner
zu jebr franzöndd acliınt waren. Ter Deizog Der
Aretagne ſchleß deehalb Frieden mit F, u. der iin
feines Landes wurd: ihm gegen Leiſtung der Hul⸗
Unruhen eilte der Herzog von Anjon, als Adoptiv
fohn ber Königiu Johanna von Neapel, von ben
Ländern berielben mit einem geworbenen Heere
Beſitz zu ergreifen, nahm bie Provence, weiche Jo⸗
hauna gleichfalls bejeflen hatte, u. drang in Italien
ein, ftarb aber auf diefem unglüdlichen Zuge Im
Set. 1384. Nach Ludwigs ortgange fiel Die Reichs-
verwaltung faft gang bem Herzog Philipp von
Burgund zu. Diefer war ber präfumtive Erbe
feines Schwiegervaters, bes Grafen von Flandern,
u. es lag daher in feinem Intereffe, die flanbriichen
Städte, melde, von England unterſtützt, unter
Philipp von Artevelde den Grafen Ludwig vertrieben
batten, su begiwingen. Mit bem unmündigen König
z0g er daher im Novbr. 1382 nach Flandern, er-
oberte alle flaudriſchen Stäbte, außer Gent, u. Tebrte
dann nach Paris zurüd, wo er ben wieber auege
brochenen Aufftand ſtillte u. den Kaufleuten u. Ge⸗
werten viele ihrer alten Gerechtſame, fo die ber
eigenen Gerichtsbarkeit, nahm. Zur Verhinderung
fernerer Auflehnungen ber Bürgerfchaft wurde ber
Bau eines feften Schloffes, der Baftille, in ber
Mitte ber Stadt vollendet. Nachben er auch bie
anderen aufrübrerifchenStäbte, Orleans, Rouen ıc.,
zum Gehorfam zurüdgeführt u. von ben Bürgern
große Geldſummen erprefit hatte, zog er Ende 1383
wieder nach Flandern, mo die Engländer ben Gen-
tern Hilfe gebracht hatten, —* aber, nachdem
das Land von beiden feindlichen Heeren geplündert
u. ausgeſaugt war, einen Waffenſtillſtand bis zum
1. Mat 1385. Als nach dem Tode bes Grafen von
Flandern bie Genter ber Tochter beffelben u. Ge⸗
mahlin des Herzogs von Burgund bie Hulbigung
vermweigerten, bewog ber Letztere ben König zu einem
neuen Feldzuge gegen Gent u. beffen Bunbesge-
offen, die Engländer; ber Friebe feste den Her⸗
zog in Befi ber ganzen Grafichaft. Des Herzogs
Plan, England feibft anzugreifen, vwereitelte 1386
ein Sturm, welcher die franzöfifche Flotte zerſtreute
u. die meiften Schiffe in bie Hände der Engländer
lieferte. Ebenſo nutzlos war das Kriegsunterneh⸗
men gegen ben Herzog von Geldern wegen des ftreie
tigen Beſitzes einiger flandriſcher Schieffer.
Diefer koſtſpielige Zug hatte ohne Zweifel den
König überzeugt, daß der Herzog von Burgund
feine Macht migbraude, um jeines Privatvor-
theils willen; besbalb erklärte er 1358 plötzlich
vor einer Reichsverſammlung feinen Entichluß, die
Regierung jelbft zu übernehmen, umgab fich mit
einem Ratbe erfahrener Männer, bie zum Theil
ihon feinem Vater gebient hatten, u. befahl feinen
Oheimen, ſich in ibre Provinzen zurüdzuziehen. Er
Ichafite bie brüdenden Abgaben wieder ab, reorga-
nifirte da8 Parlament, gab den Pariſer Bürgern
einen Theil ihrer alten Rechte zurüd n. ſchloß im
Juni 1389 mit England einen Waffenſtillſtand auf
drei Jahre. Auf einer Reife durch fein Reich kamen
ihm in Langueboc jchwere Klagen über die Erpref-
jungen bes Herzogs von Berry zu Obren, welche
viele Bewohner zur Auswanderung bewogen hatten.
Er entſetzte deshalb den Herzog des Gouvernements
u. ließ die Ereaturen deſſelben ftreng beftrajen.
1390 unterflügte er die Genueſen zu einer Unter
nchunung gegen Tunis mit 1500 Mann unter bein
Herzog von Bourbon, doch hatte dieſelbe feinen
Cırelg. 1392 unternahm er einen Zug gegen ben
Herzog von Bretagne, weil biejer bie Auslieferung
Frankreich (Geſch) V. (1134 100)
digung gewährleiſtet. Nah Dämpfung ber inneren |
eines Mörbere vertweigerte, welcher w
mit ihm im Einverſtäudniß bem läni
netable Cliſſon eine gefährlicde Wund
batte. Ilnterwegs aber wurde er bei }
lich wahnfinnig. Der Herzog von Bı
nahm die Staatsverwaltung wieter
Käthe des Könige u. ſuchte denjelben du
Hayen den Proceß zu machen. Doch hi
König, welcher bald wieber gena®, abe
mer fo geſchwächt war, daß ihm bie St
nicht übergeben werben konnte. Im
er bie Thronfolge u. ernannte bie 2
auf den all feines Todes. Danach
gentihaft während der Minderjäh
Sohnes ax feinen Bruber, ben He
leans, die Vormundſchaft über jenen
Oheim u. den deniog Ludwig von B
feiner Gemahlin, übergeben. Der W
mit England wurbe 1396 auf 30 Zah
ugleih fand die Verlobung ber T
fabella, mit Richard II., König ı
ftatt. In demielben Jahre nunterfl
ben König von Ungarn mit einem Hill
die Osmanen, welches jedoch unter bi
Bnucicault bei Rilopoli faſt ganz verr
Wirkſamer gegen benfelben Feind we
ſtützung, welche F. der Republik G
gemäß eines Vertrages vom 26. Oethi
welchen ver König den Gouverneur »
ernennen n. biefer das Gebiet ber A:
Angriffe zu fchügen hatte. Dieß Amt
Süd u. Geſchid der aus ber titrfifch
ſchaft losgekaufte Marihall Boucicaı
(vgl. Genua). Große Mühe gab fi:
Befeitigung bes Kirchenſchisma, wi
. zuerft für Clemens VII. Bartei
url VI. die Erpreflinigen deſſelben
laßten, ihn 1394 fallen u laflen. D
deſſelben, Benebict XIIL., ließ er 139
gefangen haften, um denfelben zur Abt
wegen. Der Krieg mit Eugland brad
aus, ald der Herzog von Herefork, :
feinen Oheim Ridarb II., den €
Karls VI., entthronte u. Karl VI. ı
Lesteren unterftüßen wollte. Doc
fleinen Nedereien u. Sharmügeln zu
Lande. Iſabella aber, Karls VI. T
nach dem Tode Richards II. nach F. ı
Um dieſe Zeit begann zwiſchen dem
wig I. von Orleans, Bruder des 8
Herzog Philipp von Burgund, Oheim
lang gehegter Groll zu offener Feindſch
hen, indem beide Herzöge nach dem Bel
rungsgewalt trachteten. Um tem St
zu machen, ſchloß Karl auf Betrieb
1403 beide von ber Regentichaft aui
biefelbe fir Die Zeiten, in welchen il
verhinderte, fih mit den Staatsgeid
faffen, einem Staaterath u. ber Kini
firebten beide Nebenbuhler noch immer
a verichaffen, u. es gelang auch ven
rleans u. a., bie von ihm angeſtre
nung des Papfles Benediet xın.
(1403). Als 1404 ber Herjog *
ſchien der Herzog von Orleans bei
Wilnfche erreicht zu baben. Aber beri
gunft hochſtehende Sohn Philipps,
Unerſchrockene, bilbete für fich eine wen
Benmftreih (Geſch) V. (1406-4615)
amentlich gegen tie Gewaltſtreiche feines | Sieges von Burgund abzuziehen. Als es aber meter
8, ber fich nicht heute, Bas Gigentbum wurde, daß fie demſelben ganz Aquitanien für feinen
jerabesu anzugreifen, als bie Steuern -
ıng feines luxuriöſen Hofhalts nicht
energiſch auftrat. Zwar kam ſcheinbar
ing zu Staude, u. 1406 bekriegten beide
inſchaftlich bie Engländer in Guyenne
ie; ber Herzog von Orleans belagerte
ourg vergebens u. ber you Burgund
tagerung von Calais aufgeben u. einen
nfillftand abichließen. Als aber Zub»
eaus kurz darauf bie Statthalterfchaft
e fih vom Könige übertragen ließ,
ı einen Meuchelmörder u. ließ ihn im
4107 ermorden. Anfangs floh Johann
aber bald kehrte er mit Heeresmadht
owohl beiden Pariſern, ala auch bei dem
Billigung feiner That n. bemächtigte
atſchaft. Vergebene ſuchte ihn die Kö⸗
e, welche der Partei des Herzogs von
ebörte, zu ftürzen, indem fie ihn 1408,
tertrüdung eines Aufftantes ber Lüts
zug gegen ibren Btichof Johann unter-
zarlament jilr Des Mordes ſchuldig er-
Er zwang vielmebr ten König, ihm tie
m bem Vergleich von Ebartre® 1409 zu
. fie 1410 den Finanzminiſter Mon⸗
nfling ter Königin, binrichten. Durch
g er fih neue Feinde zu, da Diontagu
wandte batte; doch hefeftinte er feine
end bie Genueſer den franzöſiſchen Gou⸗
ieben u. alle Franzoſen in ihrer Stadt
yurch ein Bündniß mir bein Könige von
eine Ausſöhnung mit der Königin.
n auch bie Vormnndſchaft über ben
ertragen mar, bielt er fih für fidher
uch ben Herzog von Berry völlig von
ig auszuſchließen. Da verband fich
n jungen Herzögen von Bourbon u.
ern mächtigen Grafen Berubarb VII.
ie zum Sturze Iebanus von Yurgund
von ten Verbündeten zuſammenge⸗
rogniſchen Kriegsvöller u. Die Mubänger
fhen Partei erhielten ſeitdem den Na»
znacs. Plündernd u. raubend rückte
BVerbündeten bis vor Paris, wo ſich
zog ven Burgund entgegenſtellte. Zwar
toobr. 1410 der Vergleich von Bicetre
wodutch Die Häupter beiter Parteien
gierung ausgeſchloſſen u. ein neuer
gebildet wurte; alo aber ter Herzog
die Rüftungen mit Hülſe bes Adels
t der Generalcapitän von Paris, ein
urgunds, auf deſſen Aufforderung das
is zum Widerftande auf. Bewaffnete
durchzegen Paris, moerteten alle ale
Berdädhtige, plüinberten Die Wohuungen
u. zwangen den Staatsrath, fi ganz
ifchen Partei auzuſchließen. Als bald
> von ben Armagnace wieder bedroht
ber Herzog von Orleans, feine Brü⸗
indete für Sochverrätber u. außer dem
t. Bald taranf reitere Der Herzcg von
. Stadt mir Hülfe ter ihm verbiinteren
ver Rürgerkrieg im Lanten ü:hete, ſuchte
che Partei den König von England,
, Durch Anerbietungen im Kalle eures
Beiftand veriprochen hatte, bot ter König ſelbſt Alles
auf, um bie orleaniſtiſche Partei niederzumerfen,
Doch kam es nad) einer Entſchließung der Heriöge
von Berry u. Burgund 22. Aug. 1412 au einer
abermaligen ſcheinbaren Ausjähnung ber Barteien.
Inzwiſchen war ein engliſches Heer unter bem Her⸗
zoge von Clarence von Calais ans in franzäflfches
Gebiet eingefallen, durchzog %. u. ging erft auf
englifches Gebiet in Ouyenne zurfid, ale ber Herzog
von Drieans den bebungenen Gold begahlte. Die
drohende Haltung der Engländer veranlaßte indeß
den Herzog von Burgund, welchem mwieberum bie
gende Negierungsgewalt zugefallen mar, 1413 bie
eichäflände zu nerfammeln; aber ftatt Gelbbewil⸗
ligungen brachten bie Stände nur Klagen gegen bie
ſchlechte Finanzwirtbſchaft vor. Diefen Klagen gab
die Univerfität Paris Nachdruck, u. in Folge deſſen
reurben fämmtliche Kinanzbeamte in Baris plötzlich
fuspenbirt u. ihnen ber Proceß gemacht. Die ber
abfihtigte Flucht des Dauphin, welcher ſich ber
Aufficht des Herzogs von Burgund entziehen wollte,
wurde inzwifhen Veraulaffung zu einem neuen
Bollsaufftante in Barie, welcher gegen bie Erzieher
u. freunde bes Daupbin gerichtet Yvar, indem
diefelben in Verdacht Renten, abfihtlih deflen
zügellofes u. ausſchweifendes Yeben befördert zu
haben. Die Anbänger ber burgundiſchen Partei er⸗
hielten Dantalsten Namen Laboe dhieusvoneinem
ibrer Führer Cabochi; als Abzeichen trugen fie eine
weiße Kappe. Der fireng bewachte Dauphin ver
ſtandigte ſich indeſ insgebeim mit dem Herzoge von
Orleans, welcher von Neuem ein Heer rüſtete.
Zugleich trat in Paris ein Umſchwung der Stim-
mung ein, indem ter höhere Bürgerſtand ber
Poðbe herrſchaft überdrüſſig wurde. Mit feiner
Hülfe beſiegte der Dauphin die Partei der Weiß⸗
kappen, u. am 31. Aug. zog der Herzog von Or⸗
leans mit ſeinen Anhängern in Paris ein. Der
Herzog Johann von Burgund, welcher, um ſeine
Sicherheit beſorgt, ſich ſchon 8 Tage vorher nach
landern begeben hatte, wurde für einen Reichs⸗
eind erflärt, die meiften feiner Berorbnungen wi⸗
derrufen u. das Volk in Paris entwafinet. Die
meiften von burgundiſchen Söldnern beſetzten
Stätte fielen nun ben Armagnacs in bie Hände,
welche, Da man ihnen feinen Sold zahlte, Das Land
ausraubten u. allerlei Gräuelthaten verübten.
Sreeinal verglichen fih bie Parteien, aber ein
eigentlicher Friede kam nicht zu Stande; jede juchte
deshalb zur Beſiegung ber anberen nad Bundes⸗
grnoſſen, u. es gelang 1415 dem Herzoge von
Burgund, den jungen König von Englaud, Hein⸗
rich V., file fi zu gewinnen. Zwar verglich er
fih nochmals unter günftigeren Bedingungen mit
dem Herzog ven Orleana, ber feine Berbindung
mit England filrhtete, als aber Heinrich V. 1415
bei Harfleur wirttich landete, Diefe Stadt eroberte
u. fih Paris näberte, verweigerte er bie Hülfe⸗
teiftung, zu Der er verpflichtet war. Dem welt
überlegenen Heere ter Franzoſen juchte indeß Heine
rip V. auszumeichen, um fich nach Calais zu ziehen,
aber bei Azincourt 24. Detbr. 1115 von den Fran⸗
zeſen unter dem Con :etable d'Albret erreicht, var
er zu einer Echlacht gezwungen, in welcher er am
folgenben Tage ben Franzeſen eine völlige Nieder⸗
lage Beihradyie u. die Herzöge von Orleonsd m.
Bourbon gefangen nahm. Da bie Steger fich nah
Ealaid wandten, wagte indeß ber Herzog von
Burgund nicht, Paris jelbft anzugreifen, ſondern
ging nach Flandern zurück.
Um dieſe Zeit Karben bie beiden älteren Söhne bes
Könige Karl VI., n. ver jüngfle, Karl, wurde Dau⸗
phin. Die Staatsgewalt Übertrugbie Königin gleich
nach der Schlacht bei Azincourt dem megen feiner
Kriegstüchtigleit n. Graufamleit gefiicchteten Gra⸗
fen von Armagnac. Diejer begann fein Regiment
mit Eee u. mit Borkehrungen zur ſchleu⸗
nigen Unterbrädung etwaiger Bollsauflänfe. Um
auch von der Königin nicht in ber abioluten Gewalt
beeinträchtigt zu werben, lief er dieſelbe nach Tours
verweiſen u. dort in ftrenger Haft halten (1417).
Iſabella aber ſchloß ſich insgeheim an ihren bisheri⸗
yen Feind, ten Herzog von Burgund, an, v. dieſer ſah
ald den größten Theil des Volkes auf feiner Seite,
Da tie Sewaltherrichaft Armagnacs u. das gräuel-
volle Treiben feiner im Sande umberziehenben Söld⸗
nerſchaaren bie Erbitterung' aufs Höchfte gefteigert
te. Eine PBroclamation, mit welcher der Herzog
einen Kriegszug eröffnete, indem er Verringerung
der Steuern u. Herftellung geletslicher Einrichtungen
veriprach, hatte ben Erfolg, Daß in faft allen größeren
Stäbten bie Armagnacs niedergemacht murben, Am
10. Aug. rüdte er mit einem Heere in fr. ein, nabm
eine Stadt nad) Der anderen, befreite bie Königin
in Tours n. handelte nun im Namen berielben, als
ber Regentin bes Reichs. Er hob das Parlament
n. die. Rechenfammern in Baris auf u. berief ein
neues Parlament nach Troyes, wo er bie Regierung
organifirte. Bald fiel ihm auch Langueboc u. das
ganze ſüdliche F. zu. Gleichzeitig eroberte Hein-
rich V., welcher ben Titel König von F. angenon-
men batte, bie Normandie. 29. Mai 1418 glüdte
es einem burgundiſchen Haufen, Paris zu über-
rumpeln u. den König u. Armagnac gefangen zu
nehmen. Kaum war bieß gelungen, als die lang
niedergebaltene Voltsmutb fich in den gröbiten Er-
cefjer Auft machte. Die Anhänger des Connetable
wurden ermorbet, ibre Häufer gepliindert, die Ge⸗
fängniffe erftiivmt, in welche der Herzog von Bur⸗
und, der am 14. Juli wieder eingezogen mar, bie
Däupter ber Gegenpartei geletst hatte, u. bie Ge—
fangenen, unter ihnen auch ber Graf von Armagnac
a. der Kanzler de Dlarle, umgebracht. Der Auf-
ruhr erhielt fortvauernd neue Nahrung durch bie
von der Armagnace in der Nähe von Paris aus⸗
eführten Streifzüge. Endlich ſuchte ter Herzog
** bie Pöbelherrſchaft zu beſchränken u. ſandte
6000 der Unruhigſten gegen die Armagnaes. Der
Daupbin, welcher nach Bourges geflohen war, ſah
bald feinen anderen Rath mehr, als mit bem Her-
307 von Burgund u. tem Könige von England,
welcher im Sanuar 1419 Rouen genommen batte,
in Unterhandlungen zu treten. Cr ſuchte zunächft
ten Herzog von einem förmlichen Bündniß mit
Heinrich V. abzuhalten. Wirftich brach der Herzog
Die Unterhandlungen ab, als Heinrich V. anf ben
Beringungen des Friedens von Bretigny beftand,
u. verfähnte iih mit Dein Daupbin, wurde aber,
als die Auafdbnung perjöntich ftartfinden fellte, bei
ber verabrebeten Zuſammenkunft anf ver Yonne⸗
briüde bei ter Stadt Montereau von ben Begleitern
Des Dauphin nichergebauen. Der Sohn Johanns |
von Burgund, Bbilipp, ſchleß Darauf, un ben Tod
feines Vaters zu rächen, iu Arras einen Vertrag nit
Ftaukreich (Geſch) VATER
ber Königin von FF. n. Heinrich V. von
—7* Karl VI. zwar lebenslang den
ürbe eines Königs non F. behalten
Tode aber ber Thron nicht an ben Di
fondern an Heinrich V. kommen fol
Lielt deshalb auch die Hanb Katharimı
ter Karte VI., weile er am 21.Mai
Derielbe Vertrag wurde von Kart V
beftätigt u. am 10. Dechr. 1420 ver
ftänden genehmigt. Der Dauphin, ve
ftänden 3. San. 1421 aus F. verbe
inter bie Loire, fiegte zwar bei Be
Über die Engländer, fah fich aber ir
die Defenſive gebrängt, ale ber Tat
31. Aug. 1422 feiner Sache zu Hülf
da auch Karl VI. kurz baranf 22.
Kari VII tie ſich fogfeich in Poiti
ansrufen. Zwar wurbe Heinrich VI
dige Sohn Des Könige Heinrich V. ver
nördlichen F. u. in den Länbern te:
Burgund als Herricher anerfannt,
Namen führte der Herzog Iohn Ple
Bedford die Regiernng mit Kraft u
beit; aber die Fremdherrſchaft, wel
ringeren Drud als das frühere Reg
Bürgerfiand ausübte, wurde num,
Karls VI. Zobe der Schein der Yegiti
war, als eine nationale Schmad emp
in ber Barteileivenjchaft erftichte Ratic
allmälig wieber zur Geltung. Karl
heiten waren Deshalb nieht ganz boffmr
auch die fhönften Provinzen F⸗s i
ber Englänber waren u. 1423 felbftt
‚Bretagne fich denfelben anfchloß. Kar
fih dagegen mit den Schetten, bie it
pen jantten. Sein Heer unter ba
Johaun Stuart von Schottland erol
Milon u. Meulan, u. ber Graf du
1423 bei Gravelle ein engliiche® Ce
Juli wurde der Connetable Stuart I
Burgund von den Engländern beii
yen. Seine Nachfolger, Die Grafen
u. von Buchan, wurden am 27. 3
Verneuil vom Herzog von Bedford be
in der Schlacht den Tod. Dadurch
fih Karls Lage ungemein: als plögl
welcher zwiichen dem Herzog von Bi
Herzog von Gloceſter, bem Regenten
ausgebrochen war, der Sache eine an
gab. Die Beranlafjung dazu war
Gräfin non Henuegau u. Scllant, ı
ihrem Gatten, bem Herzog von Brake
ter des Herzogs von Burgund, batte
um ben Herzog von Gloceſter zu beira
terſtützung feines Betters wandte fich ı
von Burgund nah Flandern, u. ek
im Laufe der Zeit Durch eine neue Sc
büa’8 beigelegt wurde, fo beraubte dien
doch der Sache ber Engländer jebeV
Herzogs, ter in Flandern vermeil
Commetable Karla VII, Der Herzog‘
melcher unter ber Bedingung, taß d
Herzogs Johann von Burgund beftr.
Karls VII. Dienfte trat, glich bafe d
Königs wieder aus. Dieſer berwer!
den Herzog Jobann VI. von Arern.
mieber mit Karl VIT. 3u vereinigen,
nois, Baftard von Orleans, entiek
Fentreich (Geſch) V. (1428-1459)
däbrend ein anderes franzöfiſches Corpo gefteuert u. eine Verſchwörung (bie Araguerie)
be. Aber Karl jelbft beſaß zu wenig That-
e Erfolge zu benugen, u. die Ränke jei-
je lãhmten Die Operationen Nihmonds.
mitete er ſich fogar mit dem Letzteren,
var, daß der Herzog von ber Bretague
ı Den GEnglänbern überging, welche
iD vorbrangen. 1428 rüdten bie Eng-
rieans, u. auch Diejes wäre, Der tapfe-
dr des Grafen Dunois ungeachtet, in
jefallen, wenn nicht bie Jungfran
as, Jeanned'’Arc (. d.). ten Muth
n wieder belebt hätte. Nach mebreren
efechten befreite fie Drieans am 9.
1. nun ging fie, das Bolt fanatifirend
{ben als eine Heilige betrachtet, zum
‚ Drang nad Rbeims vor u. ließ ba-
VII. trönen. Auf dem Wege babin
Ingländer bei Batay, mo die Anführer
cales gefangen wurten, u. eroberte
3e bis in bie Nähe von Paris. Als fie
er Stadt Compiegne Hillfe brachte,
1 einem Ausfall gegen das englifghe
en u. Darauf als Zauberin zu Rouen
Obwohl Karl VII. in Bergnügungen
andelte u. wie bie Jungfrau von Or⸗
b andere jeiner Anhänger im Norben
Rache ver Engländer preisgab, gingen
elegenbeiten der vetztern von jegt an
Aus Mangel an Gelbmitteln wurde
m beiden Seiten nur lau betrieben.
te durch bie feierliche, 1431 zu Paris
rönung des kaum 10jährigen Hein⸗
engliſchen Herrſchaft neues Anſehen
cch den Herzog Philipp von Burgund,
hung von Brie u. Champagne, zu ge⸗
ein dieſer ſchloß, den Ermahnungen
u. des Baſeler Concils u. ten Wün⸗
zen Landes, welches furchtbar verbeert
n war, Genlige leiftend, mit Kart VII.
edenscongreß zu Arras, welchem Ge⸗
apſtes, ber Könige von Navarra, Ca⸗
ıgal, Polen, Dänemark u. Des Kaiſers
beimohnten, einen Vergleich, welcher
en bes Herzogs bedentend vermehrte u.
ſönlich rer Yebnspflicht aegen Karl VIL.
urz vorher, ebe dieſer Vergleich abge-
de, war ter Herzog von Bedford 14.
5 gefterben, u bie Engländer, melde
r. ben Congreß verlaften batten, weil
chgehenden Fordernungen nicht berid-
erben nun, Der kräftigen ır. einheitlichen
aubt, in entichietenen Nachtheil. Die
jläntern anbängenden Städte ergaben
ach, endlich 1436 auch Paris. Kari VII,
sch mie vor läſſig in Der Kriegfübrung
3a8 Land weit n. breit won plünberne
ötfern, von Hungersnoth u. Seuchen
be, bGeichräntte er feine Regierunge⸗
f Durchführung ter von dem Baſeler
ı Das Papſtthum angeordneten kirche
nıen. Indeß führte ber Herzog von
n Krieg fort u. belagerte 1436, mie»
96, Calais. 1137 eroberten Die Eng-
ie n. Die Franzoſen Montereau. 143%
zebliche Friedensunterhaudlungen ges
n aber zog Karl VII. nachdem er eini—
sm Unweſen ber bewaffneten Banden
: beftrafte tie Theilnehmer an ber P
einiger Großen, denen bas Aufhbren der Anarchüe
unlieb war, fich zerichlagen hatte, felbft ins Weib,
raguerie, er»
oberte amı 19. Eept. 1441 Bontoife wieder u.
entfetste 1442 das von ten Sngländern belagerte
Tarbes. Während Dunois 1443 Dieppe entichte
u. die Engländer weiter zurüdbrängte, eroberte
Karl die Raubichlöfter tes mit den umberfireifen-
den Söldnerichaaren verbundenen Adele im ſüb⸗
lichen Fraukreich u. trat fo energiich gegen bie An-
maßungen des aus ter engliichen Gefangenſchaft
zurüdgelehrten Herzogs von Orleans un. anderer
Großen auf, daß er bereutend an Anfehen gewann,
u. das Vertrauen zu ſeiner Regierung fich befeftigte.
1444 fam endlich ein Waffenſiillſtaud zwiſchen
Franzoſen u. Engläudern auf 1 Jahr zu Stande,
ber aber bis 1148 verlängert wurde.
Nach der Rückkehr bes Friedens erwuchſen bem
Könige neue Berlegenbeiten aus ven Söldnerſchaa⸗
ren, welche nun unbefchäftigt n., da ihnen ber Kr
nig feinen Sold zu zablen fähig war, mit den
übrigen noch im Yanbe berummichenden bewafl-
neten Banben gemeinjame Sache nıachten u. Yeben
u. Gigenthum gefährdeten. Karl entichieß ſich
daher, dieſe Kriegsoöller, welche man ald Ar
magnacs bezeichnete, außer Landes zu verwenden.
Deshalb gewährte er Lfterreich Hülfe gegen Pie
Schweiz ı. ließ 1444 ben Daupbin Ludwig über
Mömpelgard gegen Bajel aufbrechen. Dieſer ver-
nichtete zwar am 25. Aug. ein Meines Korps
Schweizer bei ©t. Jalob, erlitt aber durch bie ver-
zweifelte Gegenwebr derſelben fo große Berlufte,
daß er es für gerathen fund, von einer Bekriegung
der Eidgenoſſen Abftand zu nebmen. Gr führte
Dann den Reft Des Heeres nach Dem Elſaß u. mandte
fih mit einer fleinen Abtheilung gegen Diet, welche
Stadt Karl VII. für ten Herzog Rene von Yo-
tbringen zu erobern gedachte. Die Stadt verthei⸗
digte fich aber hartnäckig u. erlaufte endlich ihre
Freiheit. Die Berheerungen u. Gewaltthätigkeiten,
welche ber im Elſaß zurüdgebliebene Theil ber
Armagnacs dort anrichtete, drohten Karl VII. in
einen Krieg mit dem Deutichen Reiche zu verwideln
u. nöthigten ihn, den Neft derſelben (ter größte
Theil wurde von ben mit ben Schweizern verbun-
benen Stiaflern nach ıı. nach niedergemacht) nach F.
zurüdzuführen; dort wurden fie endlich in eine
difciplinirte Truppe umgewandelt. Kine durch⸗
greitende Organiſation bes Heer u. Finanzweſens,
welche num erfolgte, gab dem Lande entlich Ruhe
w. Erbelung. Die Orbnung ter Finanzen ver»
dankte F. einem Kaufmann Jacques Koeur, welcher
auch bem Könige tie Wiittel lieh, um vie Wieder⸗
eroberung der Rormandie zu bewerkſtelligen. Coeur
führte zuerft eine regelmäßige Steuer (Taille) ein
u. machte bie zeitweiligen Steuern (Aidles et Ga-
belles) fe. 1449 begann der Krieg gegen Eng-
land von Neuen. Der König u. Dunois zwangen
im November Rouen zur libergabe, 1450 ver⸗
loren die Engländer die ganze Normandie u. 1451
Guyenne, jo daß von ibren Groberungen nur Ca⸗
lais übrig blieb. Zwar eroberten tie Engländer
unter Talbot 1452 Guyenne zurück, verloren daso⸗
felbe aber, 1453 bei Caſtillou geſchlagen, von
Neuem, inden am 19. October Die Haupiſtadt
Borberur von Karl VII. eingenommen wurde.
Die legten Lebensjahre Karla VII. trübte ber
Dauphin (nachmals Ludwig XI), welcher fi
1451 wider Willen befielben mit ber favoyifchen
Prinzeſſin Charlotte vermählte m., als ihn der Kö⸗
nig mit ——ã— zwingen wollte, ſeinen
Willen zu erfüllen u. nach Hofe gurüdzulebren,, zu
ben Herzog von Burgund floh, welcher ihm jedoch
bie segen ben König erbetene Hilfe verweigerte.
Karl VII. fi. 22. Juli 1461 zu Mehun fur Yevre
in Berry. Obwohl er durch feine Meitrefien-
wirtbichaft m. manche Ungerechtigleiten, nament-
lich burd bie Confiscation der Büter Jacques
Coeuro jein perjönliches Anſehen beeinträchtigte,
fo bob ex doch das Königthum auf eine noch nie
dageweſene Höhe der Gewalt. Noch in feinen letz⸗
ten Regierungsjahren Deugte er ben Trotz eier
mädtigen Balallen, des Grafen Johann V. von
Armagnac u. bes Herzogs Johann von Alencon.
Beider Beſitzthümer vereinigte er mit ber Krone.
Durch Erridtung eines Corps von 5400 Aum⸗
bruſtſchützen, zu Fuße u. zu Pferde, legte er ben
Grund zum ftehenden Heere.
Lubwig XI, Sohn u. Nachfolger Karls VII.,
ließ fih zu Rheims krönen u. empfing bort ben
Lehnseib non bem Herzog Philipp von Burgund
für die Länder, welche unter franzöfifcher Souverä⸗
netät ſtanden. Er war herrſchſüchtig, mißtrauiſch,
aber mit großer Menſchenkenntniß u. anderen
Geiſtesanlagen begabt; er entließ die bewährten
Heerführer u. Räthe Karls VII. u. umgab ß
mit Menſchen, welche er völlig als Werkzeuge ſei⸗
nes Willens gebrauchen konnte. Anfangs ſchmei⸗
delte er dem Abel, fette den Grafen von Ar-
magnac u. ben Seraog von Alencon wieder in ihre
Güter ein u. bebrüdteden Dürgerftand mit Steuern,
u denen er ebenjowernig wie feine Vorgänger bie
ewilligung ber Neichöftände verlangte. Dann
aber verjeindete er ſich ben Adel durch die Berufung
von Leuten des nieberen Bürgerftandes zu hohen
Staatsämtern u. durch Nobilitirung berfelben.
Seine innere Bolitit ging dahin, bie letzten Hefte
der Macht der Bajallen noch zu bejeitigen; feine
äußere, durch Heine Unterſtützungen, bie er fremden
Herrſchern gewährte, große Bortheile zu erlangen.
So gewährte er 1462 Johann II. von Katalonien
Unterftügung gegen deſſen empörte Unterthanen u.
ließ fich Dafür die Grafichaften Rouſſillon u. Cer⸗
dagne verpfänden. 1463 als Schiedsrichter zwiſchen
den Königen von Caſtilien u. Aragon berufen, ent⸗
ſchied er zu Gunſten des Erſtern. In demſelben
Jahre kaufte er die Städte u. Herrſchaften an der
Somme, welche dem Herzog von Burgund im Frie⸗
den von Arras abgetreten waren, für 400,000
Goldgulden zurück. Die von ſeinem Vater 1438
eingeführte Pragmatiſche Sanction, welche den
päpſtlichen Gelderpreſſungen ein Ziel ſetzte, bob er
wieder auf, zum großen Schaden für fein Land, ba
jest eine jo große Dienge Geld nad) Rom ging, daß
der König fih genöthigt fab, an die Concilien zu
appelliven. Bon feiner Abficht, aud in Burgund
die Salzſteuer zu erheben, ließ er ab, ben Wider⸗
ſtand des mächtigen Herzogs fürchtend; dagegen
trachtete er danach, die Bretagne in engere Ab-
hängigkeit von ber Krone zu bringen. Als er aber,
um bieien Zweck zu erreichen, gegen den Herzog
von Bretague, Franz II., ungegrüntete Anklagen
erheben lieh, verband fich diejer mit Karl von Char
rolais, Schn des Heizogs von Burgund, welcher
über den Rückkauf der Städte au der Somme un⸗
Fraukreich (Geſch.) V. (1461-1468)
| pehatten war nu. bem Könige mißtrant
te Qubwig bie Gerzöge von Petl
Bourbon, von Ulencon, von Nemen
von Angouleme, von Bonlogne u. a.
feiner Abficgten auf bie Bretagne hi
führen. Dieje fcploflen
(Ligue du bien public) zur ®h
des Tehnöwefene, für fie ſog
Bruber des Königs, ben u
wannen. Im März 1465 brad bi
108; die Burgunber, von Karl ven
führt, rüdten gegen Paris vor, u.n
Führung berfelben ermögfichte es bei
der unentichiebenen Schlacht von Mei
Juli 1465 fich einen Weg ans der Pro
nais, mo er fi befanb, nach Barıe |
nen. Bon bort eilte er nah ber Rı
ein Heer anfzubieten, u. lehrte noch 3
zurüd, um Paris zu halten. Run
die Berbündeten zu trennen u. zu e
bandlungen mit einzelnen Herzögen
zufnüpfen. Da auch das end
er endlich in die Erfüllung ber an
Korberungen u. gewährte jebem bi
rafen einen Zuwachs feier Macht
fitted. Die Normanbie trat er feinem
Theil Der Bicarbie dem Herzog von:
Grafichaft Etampee dem — 8
Bretagne ab u. ernannte ben Grafer
zum Gonnetable. Doch bachte Ludwi
bie Bewilligungen gelten zu laffen, ion
Berlorene wieder zu gewinnen, fob
Iungen war, einige dev mächtigen Ba
übrigen zu trennen. Gr gewann bı
Bourbon, indem er ibm zum Generalf
großen Zheild von Süd⸗F. machte
unterftiigt, eroberte er die Rormanl
Mühe, da der Herzog fi mit dem {
Bretagne entzweit hatte, u. ließ 146
Tours verfanmelten Reichsftäude Di
keit der Normandie von‘. erllären. 3
Bretagne aber war zu ſchwach, um all
fortzufegen, u. Karl von Charofait, fe
von Burgund, lag in Fehde mit bei
aufgebebten Püttichern u. fonnte daher
1468 ind Feld rilden, um den bedr
von Bretagne zu unterſtützen. Da
England verbiindet hatte, bemilligti
ftände dem Könige eine Kriegsunter|
Herzog von ber Bretagne mußte, vo:
desgenoſſen in Stich gelaffen, 14. 4
Ancenis einen Vertrag fchließen, du
Ligue aufgelöft wurde. Die Unterh
Karl tem Kilbnen, Herzog von Buı
indeſſen ſehr langſam won Statten, u
Ungeduld, einen Frieden zu Stant
bat endlich den Herzog um freies €
periönlihen Zufammentunft zu Peru
der König, auf Des Herzogs Eidſchwi
in Peronne die Berhantlungen anlı
ben Herzog gemeldet, Daß bie Lütticht
wieder gegen ihn aufgehetzt wären n. |
griffen hätten. Hierüber erzürnt, lie|
Bent bewachen u. ſchwankte, ob er d
. jelbft einnehmen od. an Ludwige
ſollte. Endlich entſchloß er ſich, die
nige angebotenen günftigen Bedingu
men. Der König beſchwor den Berti
Brankreich (Geſch.) V. (1468-4464)
1639
Reue n. verſprach, feinem Bruber, bem Her- | bie @rafidaft Burgund als erledigte franzöftiche Lehen
mw Berry, hatt der Rermanbie bie Champagne
ie, weiche an Burgund grenten, zur Apanage
en, nahm bau an ber Bel von Lüt-
HR Theil u. kehrte erſt nach Einnahme ber
nach Paris zurüd (Ron. 1468). Darauf be⸗
er Den von Berry, Guyenne flatt der
me anzunehmen, um bie Berbinbung bees-
sit Burgund zu erfchweren. Kari ber Kühne,
m von Berry verlafien, ſchloß nun
rim ein Bünbuig mit England u. Bretagne,
3 Zubwig ber revolutionären Partei in Eng⸗
welde Eduard IV. Rürge wollte, Unter-
g bet. As Eduards IV. Sturz erfolgte,
ı ber König arı ber Zeit, in Burgund einzu-
Mit immuug ber Notabeln überſchritt
1 Die Grenze ber Picardie, war aber am 4.
De es dem Connetable Graf von St. Pol
Kriegführung nicht ernft war, zu einem
Rand genörhigt, welchem 30. Oct. 1471,
IV. wieber den englifhen Thron ein-
batte, der Friede von Crotoy folgte.
5 24. Mai 1472 ber Herzog von Guyenne
au Gift flarb u. der Köng deſſen Staa-
PR bem Kö⸗
uld, fiel in
ie ein u. belagerte Beauvais (f. d.
fette). Dem verihmigten Rathgeber bes
n6, gelang es indeß, erft den Her-
Bretagne u. dann auch Karl den Küh⸗
einem efienpiahene zu bewegen. Wäh-
Ber Lehtere darauf 2 eutſchland
ke, um bie Lehnshoheit des Kaiſers Über einen
Beiner Befigungen abzumwerfen, begann Lud⸗
zig feine Berfolgungen gegen bie ehe⸗
m Mitglieder der Ligue filr das Staatewohl.
derzog von Alencon lief er gefangen feten u.
„she veruriheilen, ben Grafen von Armagnac
Ben u. beflen Bruder in den Kerler werjen.
Den derſelben zog er ein, ebenfo Lie Grafichaft
6 der leiste Graf unbeerbt ftarb. Als Karl
AUhne in feinem Kriege gegen ben Kaifer, na-
cqh bei ber Belagerung von Neuß, großen Ber-
lätten hatte u. ein zur @roberung 5-8 beſtimm⸗
zp8 Engländer von Burgund aus fih zum An-
Iefete, verband fi Ludwig mit Kaifer Fried⸗
u. ben Schweizern. Darauf fjchloß er
1474 mit tem König Eduard IV.
Balanıd einen fiebenjährigen Waffenſtillſtand,
Ige er bemfelben 75,000 Thlr. fogleich
M80 jebes Jahr, fo lange er od. Etuard
zablen verſprach u. Eduarde Tochter mit
Sohne verlobt wurde. Karl der Kühne,
en befchäſtigt, verftanb fih nun aud
einem Waffenſtillſtand auf Y Jahre,
aß er St. Quentin abtrat. Den Eonne
Braten von St. Bol, ließ Ludwig als Hoch⸗
binrichten; der Herzog ven Bretagne
Hand zum Frieden, welcher 9. Oct. in
zu Stande kam. Als Karl der Kühue in
en Jahren immer tiefer in Kriege mit
eizern u. dem Herzog von Lothringen
feft wurde u. 1476 vor Murten eine furcht⸗
Heberlage erlitt, fäuntte Ludwig nicht, bavon
I am ziehen. Maren er noch mit den Schwei⸗
her ein Bündniß verbantelte, fiel Karl ter
vor Raucy 1477. Eofort nahın nu der
die Bicardie, Flandern, das Herzogthum u,
in Befig. Bergebens machte Maria, bie Tochter bes
Ders von Burgund, ihre Rechte geltend, u. als
fie Maximilian, Sohn des Kaiſers Friebrich III,
geheirathet hatte, bot biefer ein Heer ‚ge
wann einen Theil ber verlorenen Provinzen wieder
u. flegte bei Guin 7. Aug. 1479 über base
feanzöfiihe Heer. In Folge deflen lam erſt ein
kurzer Waffenſtillftand a., ale Maria geſtorben
war, 23. Dec. 1492 ber Frieden zu Arras zu Stande.
Der Dauphin ſollte demſelben gemäß die Tochter
Marin’s, Margaretha (die von nun an in Paris
erzogen wurde u. den Titel als Königin erhielt),
heirathen u. bie Graffchaften Artois u. Burguund zur
Mitgift bringen, Pbilipp, ver Sohn Maria’s, aber
ben Reſt der Erbſchaft behalten. Der Städte in
ber Picarbie, der Grafiaft Boulogne u. dem Per-
zogtbum Burgund geſchah in biefem Bertrag feine
Erwähnung, u. fie verblieben F Ludwig — ſtarb
20. Aug. 1483 in Pleſſio le Tour. Trotz ſeiner
Feigheit u. ſeines geringen Kriegeglückes erhob
er, bie Umſtände ſchlau benußenb n. feine Geg⸗
ner durd Boripiegelungen berliftend, F. zu
größerer Macht, Ginigkeit u. Selbſtändigkeit m.
verjchaffte ihm in der europäiſchen Bolitit eine her⸗
vorragende Stellung. Gegen Ende feiner Regie-
rung eriveiterte er die Örenzen feines Reiches noch
bedeutend durch bie Aneignung der Provence nach
dem Zobe des legten Herzogo u. Titularkönige von
Sicilien, Rene J. von Anjou. Mit Hülfe der Städte,
bie er beſchützte u. deren Cinwohnerzahl in Folge
ber ihnen gewährten Freiheiten bebeutend wuchs,
brad) er die Macht des Adele u. ber Geiſtlichkeit
u. bob die Gemerbthätigfeit uw. den nationalen
Wohlfiand durch Freundſchaftsverträge mit ber Re⸗
publil Venedig u. ber deutichen Hanſa. Dagegen
jeufite Dad Yand unter den Drud faft unerſchwing⸗
liher Stenern, u. das Rechtsweſen war in folge
ber Korruption des Beamtenſtandes u. durch bas
ſchlechte Beijpiel des Regenten in Verfall geraten.
Bemerlenswerth unter Ludwigs Regierung ift noch
tie Einrichtung einer Poſt durch ganz %., welche
freitih nur Staatszwecken diente
Da Karl VIII., Sohn u. Nachfolger Lub⸗
wigs XI., noch minderjährig war, fo entſtand
Streit wegen der Regeniſchaft. Ludwig hatte
verordnet, daß feine älteſte Tochter Anna von
Beaujeu dieſelbe führen follte, aber bie verwitt⸗
iwete Königin Charlotte machte ihr das Recht dazu
freitig, u. als tiefe Bald darauf ftarb, wollte fih
ter Herzog Ludwig von Orleans, der Gemahl ber
zweiten Zochter bed Königs, der Bormunbdfchaft be»
mächtigen; auch Der Herzog Karl von Bourbon er-
bob gleiche Aniprüde, u. da die verſchiedenen Par«
teien fich nicht einigen konnten, verftändigten fe
fi, dem überall kundgegebenen Wunfche des Lan»
tes nachlommend, zur Berufung ber Reichaftänbe
auf den Januar 1494 nad Tours. Diefe orbneten
Die Regentjchaft, beren Hauptleitung ben Herzog
von Orleans übertragen wurde, u. legten bann der
von dem Kanzler Wilhelm von Rodelort elciteten
Regierung eine Reihe von Forderungen in 6 Ca⸗
piteln vor, welche tbeils bie Abſchaffung von Miß-
bräuchen in der Bermwaltung u. Rechtopflege, theil®
bie Rechte der Stände felbft betrafen, indem bie»
jeiben das Steuerbewilligungsvecht in Anſpruch
nahmen u. eine Berufung ter Reichsverſanimlung
alle zwei Jahre begehrten. Nachdem ihnen bie mei⸗
Ben ihrer orberungen nad langen Verhaublungen
zugelagt waren, löften fie fidh 14. März mıf, einen
Arroſchuß zur UÜberwachung der Ausführung ihrer
Beichläfje zurücklaſjend. Karl VIII, ſchwächlich an
Körper. u. vernadläffigt an Geift, fiel auch, nach⸗
dem er volljährig geworben war, dem Ginflnß feiner
nächſien Berwanbten anheim, u. gleich nach Aufld-
fung der Stänbeverfamminng brach ter nieberge-
halteme Streit zwiſchen Anna won Beaujeu u. dem
Herzog von Orleand 106. Der Lebtere, von dem
Grafen von Dunois angeipornt, forderte das Par⸗
Jament auf, ihn zu antorifiren, ben König aus ber
Gewalt ber Frau von Beaujeu zu befreien. Dieſe
aber gewann ben Herzog von Lothringen flir fich
u. |päter auch ben Herzog von Bretagne, ſchloß den
Herzog von Orleans 1485 mit einem Heere in
HOrleans ein u. zwang ihn u. feine Verbündeten,
fich ihr zu unterwerfen. Im folgenden Jahre ver-
Rärte fih aber Die Bartei Orleans namentlich da⸗
urch, da ber.Dergog won Fothringen, welchem Anna
die Belehnung mit der Provence verweigert hatte,
u. ber Herzog non Bretagne ihr anſchloß n.
der König von Navarra Hälfeleiftung verſprach.
Unerfhroden nahm Anna den Kampf mit bieler
mächtigen Verbindung aufu. zwang durch einen raſch
ausgeführten Kriegezug bie Herzöge von Bourbon
u. Angonleme 1467 zur Unterwerfung. Der Her-
309 Franz II. von Bretagne nahm ben zur oe
genöthigten Herzog von Orleans auf, ıı. anf Hilfe
aus England u. Deutjchland boffend, rüftete er ſich
zum Kriege. Nachdem das königliche Heer beide
Herzöge vergeblich in Nantes belagert hatte, berief
Anna am 1. Febr. 1488 eine feierliche Barlaments-
ſitzung (Lit.de justice). Diejer Gerichtshof erflärte
die Herzöge von Bretagne u. Orleans u. die mit den⸗
felben verbundenen Orafen fiir Hochverräther, u. der
Marſchall Ia Zremouille, an die Spite des könig⸗
lien Heeres geftellt, fchlug am 28. Juli 1498 bie
Dretagner bei St. Aubin u. nahm den Herzog Or⸗
leans gefangen. Nun bot der Herzog von Bretagne
bie Hand zu einem Frieden, welcher 20. Aug. 1489 zu
Sable geſchloſſen wurde. Bald darauf ftarb Franz II.
ven Bretagne u. hinterließ eine Erbtochter, Anna.
Anna von Beaujeu, feit kurzer Zeit Herzogin von
Bourbon, da ihr Gemahl die Beſitzungen des ver-
florbenen Herzogs, feines Bruders, geerbt hatte,
bemädhtigte fi), ohne fi an die Beſtimmungen des
Vertrages zu kehren, fofort des Herzogthung. Die
junge Herzogin fand aber Unterflügung bei Dein-
rich VII. von England u. bei dent römischen stö-
nige Maximilian, welder fogar 1490 um ihre
Hand anhielt. Diefe gefährliche Verbindung zu hin⸗
bern, rüdte Kari VILL 1491 vor Rennes, wo fi
die Herzogin befand, machte mit Anna Frieren
verlobte ſich dann mit ihr u. heirathete fie, ob-
‚gleich fie ſchon Lem Erzherzog Marimilian durch
Brocuration angetraut u. er mit Marimiliane
Tochter Margarethe verlobt mar. Karl vercinte
auf die Weije ein® ber mädhtigften Herzogthümer
mit der franzgöfiihen Krone, rief aber auch bar
duch den Zorn Marimiltiand wach. Heinrich VII.
von England, welcher Maximilian durch Verträge
verpflichtet war, belagerte Boulogne in Der Er-
wartung, daß Marimilian F. von einer anderen
Eeite angreifen würde. Da biefer aber mit den
Fendriihen Städten in Etreit lag, fo konnte er
en beabfichtigten Angriff nicht ausführen. Hein⸗
xich VII. ſchloß daher den Frieben zu Etaples am
nun au
am 23.
Frankreich (Geſch) V. (1380ER)
3. Nov. 1492, In welchem ſich Kari V
tenweiſen Zahlung ven 750,000 Bei
pflichtete. Um bie Sühgrenyen jeinee 4
Angriffe zu fihern, bie ihm von lab
ſtilien drohten, ſchloß er mit dieder ı
bon Aragon-eirien Beriran, zn —
die Grafſchaften Nonſfillon u Kerr
Marimilien, jeht Kater von Deutie
mit Karl VIII. den Fried
ai 1493 nm. erbielt babarı
Sohn Philipp die Mitgift Margare
Bon feinen Feinden befreit, teanbeltı
welcher feit feiner Bermähblung feinem ı
folgte u. fih mit dem Herzog von Or
föhnt hatte, die Luft zu einem Feldzugt
an, um bie fon von feinen Bater
ſpruche bes jiingeren Haufes Anjon
geltend zn machen. Die Aufbeyungen
ter Emigranten n. bie Einladung Pu
Herzogs von Mailand, gaben dazn d
Mit 30,000 Manı u. 140 Städen (
Karl im September 1494 nach Ital
gleich ter Papſt die Belehnung bes
Neapel u. Venedig u. bie erbetene Hi
batte. Florem un. Piſa öffneten bem
Thore; er hielt am 22. ehr. 1495
ing in Reapel u. vonrbe bier zum Kix
pel u. Sernfalem ausgerufen. Bald
die Herrſchaft der Franzoſen, tie ſich
zogenen Gütern des neapolitaniſchen
cherten, in Italien allgemein verhaßt
tismus der Italiener beſiegte zulent
ſich befämpfenden Parteien u. —*
fam ein Bundniß zwiſchen bem Herz
land, dem Bapfi Alexander VI., dem
miliau, bem Erzherzog von I flerreid
nig Ferdinand von Aragonien gegen
zu Stande. Eilig zog Diefer ben 20. 9
Neapel u. fchlug ic ben 6. Juli t
durch Die Venetianer u. deren Verbür
befreite den Herzog von Orleans, te
belagert murbe. Die unter Dem Here
penfier in Neapel zuridgeblieberen
mußten zu Atella capituliren, u. Ferd
fangte wieber. zum Bei feine 3
Yeicbtfinn Karls, welcher lieber bie bı
u. Stenernerworbenen Gelbmittelin®
vergeudete, als baf er fie zur Unterfl
Kriegeoperationen vermenbete, war der
bes fo raſchen Wiederverluſtes bes Kön
pel. Zurüdgelehrt gab er fich Mübe, g
ſamkeit in den Hof u. Stantebandhal
u. die Rechtspflege u. Kirchenzucht 3
doc ftarb er am 7. April 1498, u. ba e
hinterließ, foerlofh mit ihm bie!
dee Hauſes Valois.
VI. Die zweite Linie des Han
(1498 - 1589). Der nächſte Thror
Herzog von Orleans, ber Entel Lutn
lean®, der Bruter Karls VI. u. Ure
Er beftieg unter dem Namen Yubı
Thron u. erwarb fih ten Beiname
Volle. Greßmilthig verzieb er fen
Begnern, bef. der Herzogin Anna v
ter ehemaligen Regentin, u. dem M
wouilie; er minderte auch Die Ster
ven Xande bie bei der Thronbefteigun:
gabe von 3U0,U00 Livres u. uıngab fi
Trantrei (Geſch) VL: (14-4319
Deren Vefragung er- kein en
verboten ben Berlauf u. Ka
ge bie en der
2 bie Satzungen ragma⸗
Dan Stänten ber Rormanbie
ap
it der Königin Wittwe, Anna
), mit weicher er Thon, che fe
te, ein Liebesverflänbnig gehabt
feiner Krönung ds
. eines Herzogs von Mailand,
feiner Örofmutter Balentine
e batte, u. eines Königs non
au. Gr verband fih, um feine
ı machen, mit Bau ne
Papft Alexander VI. badurch,
chen Sohn, Cäſar Borgia, zum
inois erhob, u. erwarb non ben
ht, in ihrem Lanbe Truppen
Die Franzoſen, durch 5000
‚ eroberten im Sommer 1499
on Ligny Genua ohue Schwie⸗
ielt am 6. October feinen Ein»
ım April 1500 fiel ihm bei No⸗
Sranzofen nach ber Eroberung
zugeit war, ber mit einem neuen
e Ludwig Moro in die Hände.
ar Borgia, dem er Unterftigung
ger Romagna gewährte, einen
November 1500 mit ben ſpa⸗
Büntniß, welches die Theilung
ıpel zwiſchen Spanien u. F. be
mit dem Kaifer Diarimiliau im
Baffenftillftand gefchlofjen hatte,
oberuug Neapels, indem fein
uy Kapua eroberte u. fein Ad⸗
Iavenftein den König Friedrich
m nahm. Als aber der Thei⸗
erbinand dem Katholifchen, wo⸗
en u. Kalabrien als se
on F. Dagegen ter Neft ats Koͤ⸗
ur Ausführung kommen follte,
Katholiſche Ludwig durch Un⸗
a. brach dann platzuch ben Ber⸗
e Beute für ſich in Auſpruch zu
mier griffen unter Gonſalvo bi
Bfiiche Heer au, ſchlugen am
ubigny bei Seminara u. wenige
ex309 von Nemours bei Cerig⸗
franzöfiicgen Heeres mußte ſich
deu u. erlitt 27. December bei
terlage. Ohue ſonderlichen Er⸗
um beu Krieg an den Pyrenäen
Wittwer geworben, Ludwigs
exrmaiue De Bei, heirathete, u.
ichſam zur Witgift, bewilligte,
dern, welche Ferdinand mit ı
Iven follte; Dagegen erhielt F.
April 1505 bie Velehnung mit
Ludwig nach Genus, wo 1506
ven waren, beren Zweck war, Der
3 — — I machen.
Sr
Darauf berbanb fib Lubwig mit dem Kaifer u.
bem Bapfte Yulind II, indem er fi der Ligne von
Gambrai anjchloß, u. zog am 10, Dec. 1503 gegen
bie VBenelianer, jehlng Vebtere am 14. Mai 1509
bei Aguadello u. nahm bie ihm in dem. Wertrage
von Kambrai hugelogten Städte. u. Diftricte im
Beſitz. Sich in ben Beſitz vou Mailand u. bein
von Benebig eroberten Bebiete ficher wähnenb, er-
neuerte Lubwig bie früber mit ben Schmeizern ge».
ſchloſſenen Berträge ui webhl aber 23. März 1510
bas mit. Eugland ge] — Bundniß mit dem
jungen Könige Heinrich VILL, als F. durch ben
Tob bed Carbinald v. Aniboiſe, ber Ecele ber aub⸗
wärtigen Belitit Yubmigs, einen ſchweren Berluſt
erlitt. Zugleich befchloß der Bapfl, durch bie Macht
ber Frauzoſen beunrubigt, bereu Vernichtung in
Italien u vereinigte ſich * bleſem Zwect mit Ve⸗
nedig u. Neapel. Sobald Yubmwig bie ibm drohenbe
Gefahr erlamute, berief er im Septeinber 1510 ein
Goneil zu Tourd, um bie Auflimmung ber Prälar
ten zu einem Sriege gegen ben Bapfl zu erhalten,
Mit bem Kaiſer verbuuben, berief er I. Nobember
1511, nachdem die päpftliben Zruppen ſich vor dem
anrüdenden Franzojen nuter Trinlzio bei. Bos
logua zurüdgezogen, hatten, ein Coucil in Piſa u.
lieh ben an vorladen. Über von Maruniliau
wicht wirlſam unterftgt, batıe Ludwig leineu an-
beren Erfolg, als den, daß ber Papſt das Interbict
über baflelbe ausſprach u. bie Thelluehmer baran,
faft nur franzöfiiche Brälaten, fi ihrer Sicherheit
wegen nad Mailand begaben. Dagegen ſchloß ber
A. October 1611 mit ben ihm verbundenen
Mächten bie Heilige Ligue, welcher ſich aud 17.
November Heiurih VIII. von England anſchloß.
Siegreich brangen inbef; bie Franzoſen vor. Der
a Pen be Foit aus bas Kanihiihe eer
bei Ravenna, il. April 1512, u. obwohl er felbft
ba6 Leben verlor, fo ben Frauzoſen ber Weg
nad Rom offen. Ehrfurcht vor ber Würde bes
Bepes bielt Lubwig ab, bie Bortheile zur völligen
eritichtung. ber päpftlichen Macht zu benuken, al
bie Hortihritte ber in Guyenne eingefallenen En 5
länber, bie Eutziehung ber zwar geringen, aber 1a
politiicher Hinficht wichtigen ‚welde
ibm ber Kaiſer geboten hatte, u. ber ang
Scmeizer r der Ligue ih nöthigten, ſich nach Dber-
italien zuri en u. einen ſeines Heeres
nach Quyenne zu fchiden, zumal ba auch König Fer⸗
dinanb von Aragonien erobernb in Navarra ein⸗
drang u. ſich ber Graue rte. Der
—* num he die — Franzo⸗
——I wieber, u. bie Schweizer erober⸗
ten im Mai 1512 Mailand. Lubwig ſchloß, um
wenigfiene das tum Mailand halten zu
un — 23. * — eg —
en Bunduniß, zufo r —*
— — — * e ii
Neuem, aber
ud zur Bezung
bie acht bei Novata,
6. Juni 1513, vereitelt Während in folge dieſer
Schlacht bie Franzoſen fi eilends aus Stalten
— mußten, feite Heinrich VIII. nach Ca⸗
laie über, flegte bei Quinegate am 17.4
in ber fogen. Sporenſch (Journde des &pe-
rons, weil bie haben Gran ſich gleihlam
nur mit.ben Sporen ——
547:
Frankreich (Geh) VE (1518-1928)
tois n., in Verbindung mit Kaiſer Marimilian, / Heinrich VIII. bie von ben
Tournay. Nach diefen giildlichen Erfolgen wollte
Maximilian für feinen Enkel Karl die Anfprüthe
deſſelben auf Burguub mit Waffengemaft zur Gel⸗
tung bringen. Schon belagerten tie von ihm in.
Sold genommenen Schweizer Dijon, als La Tre-
mouille, Statthalter von Burgund, diejelben durch
Unterbandlungen zu gewinnen wußte. Er veriprach
ihnen 400,000 Goldthaler ıı. die VBerzichtleiftung
des Königs auf Mailand. Als fle aber die Bela-
gerung aufgegeben hatten, verwarf Ludwig XII.
ten ohne feine Einwilligung geſchloſſenen Bertrag.
Der neue Papſt Leo X. verſöhnte ne mit Ludwig,
als diefer am 6. October 1513 das Concil in Pila
verwarf n. bem Lateranifchen beitrat. Ferbinand
von Aragonien verftand ſich leicht zu einen Frie⸗
ten, als Ludwig einmilligte, ihm ben Beſitz bes
Königreichs Navarra nicht ftreitigzu machen, u. feine
Tochter Renata einem von Ferdinands Intel zur
Ehe gab. Mit England u. bem Kaifer kam 13. März
1514 ein Waffenſtillſtand zu Stande, welchem 7.
Auguft der Friede in Lonbon folgte, zu Folge deſ⸗
fen Ludwig, beffen Gemahlin, Anna, geftorben mar,
mit Heinrichs VIII. 16jähriger Schwefter, Maria,
ch verheirathete. Ludwig ftarb bald darauf am 1.
annar 1515.
Da Ludwig III. teine Söhne hinterließ, jo folgte
ihm Branz I., Herzog von Nngouleme, Sohn
Karls von Orleans u. Louiſens von Savoyen, mit
ihm von einem Ahnherrn, dem Yergog Karl von
Drleand, ftammend. Franz, noch nicht 20 Jahre
alt u. vermäbhlt mit Claudia, Älterer Tochter Lud⸗
wigs XII., welde ihm bas Serpatfum Bretagne
ſchenkte u. ihre Aniprfiche auf Mailand übertrug,
beſchloß, kriegsluſtig gefinnt, den bereit3 von feinem
Borgänger vorbereiteten Feldzug zur Wiebererobe-
rung Mailands zur Ausführung zu bringen. Vor⸗
ber berief er jeboch feine Günftlinge zu ben höchiten
Staatsämtern un. entließ bie bewährten Diener fei-
nes Vaters. Zum Kanzler erhob er Anton Duprat,
ein gerwiffenlojes Wertzeng der königlichen Willkür,
u. zum Connetable u. Gouverneur von Paris ben
Herzog Karl von Bourbon. Nachdem er inı März
mit dem Erzherzog Karl (nachmals Kaiſer Karl V.)
in den Nieberlanden ein Schutz⸗ u. Trutzbündniß
eichloffen u. mit dem Könige von england ben
8 Teundfhaftsvertrag auf Lebenszeit erneuert hatte,
rüftete er eine Arınee von 55,000 Mann aus u.
brach, obgleich Ferdinand ber Katholiſche mit Eng-
Yand ein Bündniß ſchloß, das gegen ihn gerichtet zu
fein fohien, im Juni 1515 gegen Stalien auf, wo
ihn die von dem Kaifer bekriegten Venetianer als
Bundesgenoſſen erwarteten. Er umging bie Alpen-
päſſe, welche pie Schweizer beſetzt hielten, bejiegte
diejelben am 13. u. 14. September bei Marignano,
nahm Mailand anı 12. October ein, u. Marimilian
Sforza trat ihm das Herzogthum förmlich ab. Mit
tem Papſte ſchloß er ſchon 13. October in Biterbo
einen Frieden, in welchem er Barma u. Piacenza
erhielt, u. mit ben meiflen Schweizercantonelt am
7. Rovenber in Senf einen Vergleich, welcher ihm
gegen eine Geldſumme ben Seit ven Bellinzong
einräumte u. 29. November 1516 in Freiburg in
ein förmliches Freundichaftsbündnig mit allen Kan-
onen verwandelt wurte. Mit bem Könige Karl I.
von Spanien, tem Nachfolger Ferdinands ven
Aragonien (nachmals Kaiier Karl V.), ernenerte
er 1516 in Neyon bie alten Verträge u. Taufte
Lee ne, — —
33 — am Fr Oct. 1516 ab. '
efitze Mailands zu fichern, erlanfte er!
ſchaft des Papftes durch ein Eoncorbat (
Auguſt 1516, worin er viele Freiheiten
canifchen Kirche opferte. Zwar protef
das Parlament, wie die Barifer Unive
bies Concorbat, aber ber König erzwa
fennung u. Regfrirung bel ben dir
perfchaften mit Gewalt. äbrenb d
führte Franz I. ein glänzendes Hoflebe
bete, um feiner Eitelleit u. feiner ©
fröhnen, 'ungeheuere Summen, wodr
der Yuflagen noch vergrößert wurbe. |
Kaifer Darimilian geftorben war, be
un die deutſche Kaiferwürte u. gewan
große Summen bie Stimmen einiger
Erbittert über das UFAE SE en feine
fann er baranf, ben Kaiſer Berfegen
reiten. Erſt trater 1521 dem mit tem
Brabant in Streit liegenden Grafen
ber Marl bei, dann, ale ihn Heinrid
England ermabnte, nicht mit bem Kai
begmmen, leiftete er bein Könige Heit
Navarra zur Wiebererobernug tiefes 2
fame Unterſtühung. Karl V. griff nun
ſeits zu den Waffen. Adolf von NRafl:
Taiferlihe Arnıee über die Grenze u. mı
Vermittelung Englands fruchtlos blieb
Jahres Tournay ein. Schon vorher h.
fer mit dem Papfle ein Bündniß zur
ber Franzoſen aus Italien gefchloffen, ı
Iih-päpftliche Heer in Italien eroberte
ber beffelben Jahres Mailand. Der
Befehlshaber Lautree verflärfte zwa
Heer burh Werbung von Schweizern,
27. April bei Bicocca gefhlagen. Ein
ter anderen fiel nın in die Hände ber
jo daß im April 1523 die Sranzofen ı
Citadelle von Eremona in Stalien b
Die Unordnung in ben Finanzen, |
durch die maßloſen Berfchmenbungen
u. feiner Mutter, fowie durch die Unte
rupter Beamter, war ber tiefere Gruni
verlufte, Da bie ſchweizer Sölduer wegen
ner Soldzahlung nach u. nach ben franzẽ
verfafien batten. Um feinen Gelbe
abzuhelfen, griff Franz I. zu den verwer
teln, indem er ben Stellenverkauf wie
n. um Geld zu machen, die Jufiizämte
vermehrte. Außerbem begann er zuerf
zu einer dauernden, fortwährend fid
Staatsſchuld zu legen, indem er zun
Stadt Paris eine Anleihe von 20
machte u. zur Dedung ber 8 Proce:
ben Zinfen die Weinacciſe verpfändete.
erwuchs dem Könige im Lande felbft ei
Feind, indem ber durch bie Größe ſei
gen u. durch feine Kriegsrüchtigfeit am
30g von Bourbon (mehrfach von Frar
legenber Weile zurüdgejegt u. mic |
Mutter verfeinbet, weil er Die ihm ange
derſelben ausgefchlagen hatte), mit bı
dem Könige von England geheime B
zum Sturze Kranz I. anknũüpfte. Der
indeß verrathen, Der Herzog mußte fire
@&ilter wurden, al® er 1527 flarb, ceuf
ber Krone vereinigt. Trotz ber ihmt
Frankreich (Geſch) VI. (1523 — 1535
broßenden Gefahr ſandte Franz I. | bürben, beſtimmte Franz, ben Frieben zu beflätle
Bonnivet im Sonmer 1523 nad
end die Picarbie von Lautrec gegen .
Yeutiche, Guvenne von fa Tremouille
nier vertbeibigt wurde. Bonnivet,
egern in Stich gelaffen, wurde 30.
ei Nomagnano von den vereinigten
daiſere, Des Papſtes u. der Venetia«
u. bie Sramafen mußten darauf Das
ımen. Die kaiferliche Arınee, geführt
Bourbon, folgte ihm, fiel in bie Pro⸗
agerte 19. Aug. Marieille ; indeß von
resmacht, welche Kranz I. raſch ge⸗
zur Aufhebung der Belagerung gend»
y rafch wieder über die Alpen zurüchn.
a Franz I. bis Pavia verfolgt. Wäh⸗
wia belagerte, fammelten tie Ver⸗
Kräite u. erfochten am 25. Februar
n Mauern biefer Stadt einen glän⸗
ei welchem ber König felbft gefangen
ırte. Uneinigfeit der taijerlichen
derten das Vordringen ihrer ſieg⸗
n gegen F. mo die Königin⸗Mutter,
raſch Die nötsigen Vertheidigungsan⸗
an erkauite ſie die Freundſchaft Eng⸗
dillionen Goldkronen u. machte den
. ten Bapfte Anerbietungen. Der
rid gefangen figeut, ſchlöß 14. Januar
ı Kaijer ben Frieden von Madrid,
er gegen völlige Abtretung des Her⸗
gund u. Berzichtieiftung auf Neapel,
rnay u. Arras feine Freiheit erhalten
verſprach er den Herzog von Boeur⸗
üter wictereinzufeßen u. ging noch
emächigente Bedingungen ein. Am
m feine beiten älteſten Söhne aus⸗
berriej er iofort alle Zulagen, lief
ıpfle des dem Kaiſer geleifteten
n u. ſtiftete mit dieſem, Lem Ser-
en. Im ben folgenten Jahren beichräufte fi
Fran darauf, ben Kaiſer dadurch zu ſchwächen,
daß er den proteftantifchen Fürſten u. dem Sultan
Anerbietungen machte, um fle zu einen Kriege ge-
gen Karl V. aufzuſtacheln. Mit England ſchloß er
egen benjelben 23. Juni 1532 en Schutz⸗ m.
rugbänbnig. Nachdem er feit 1534 eine gang
nene Organilation des Heerweſens vorgenommen
batte, wobei er zuerft eine Art Conſcription aus⸗
fchrieb, um keine fremden Soldtruppen annehmen
zu müffen, erbob er 1536, als das Haus Sforza
ausgeftorben mar, wieder Anipriihe auf Mailand
u. veriprach dem Kaifer, trot feiner den Gegnern
beffelben gegebenen Berjprechungen, im Kriege ge⸗
gen bie Osmanen u. die proteftantifchen Kürften
zu unterſtützen, wenn er feinen Sohn Heinrich von
Orleans ale Herzog von Mailand anerfenne. Da
der Kaiſer aber den Borfchlag ablehnte, jo befahl
der König dem Admiral Brion mi einem großen
Heere in Savoyen einzuriiden, beifen Herzog dem
Kaiſer verbündet war. Während derſelbe in Pie-
ment feine Etellung beieftigte, überichritt Karl V.
ſchon bie Grenze ter Frovence, mußte jich aber aus
Mangelan Lebensmitteln wieder zurüdziehen. Ztatt
ihn zu verfolgen, 303 es Kranz ver, * an⸗
zugreifen, nachdem er den Kaifer tur das Parla⸗
ment für einen Rebellen hatte erflären laften, um
Flandern als franzefiiches Leben von Rechtswegen
einzuzieben, aber Kram hatte dort chen fo wenig
Gluͤck wie in Piemont, u. beide Theile, des Hriege®
müte, fchloffen 16. November einen Waffenſtillſtand,
welcher 17. Mai 1539 zu Nizza auf 10 Jahre were
längert wurde u. jete Macht im Vefig ber von
ihnen belebten Stätte lieh.
Nun ſchlug Montimorency, damals ter Leiter
ber Staatdangelegenbeiten %«8, eine andere Politik
ein, indem er durch Freundſchaftebezengungen den
Katier zu bewegen fuchte, daß er das Herzogthum
Maria von Mailand u. der Republit | Dlailand freiwillig an F. abtrete. Es gelang ihm,
dai 1526 in Cognac tie zweite jo- ! ben Kaiſer 1540 zu einem Beſuche des franzöſiſchen
igeLigue. Mit tiefen Mächten ver»
noch Gngland in dem Vertrage zu
Seies zu bewegen. Die in Paris u. ſpäter noch
gerflogenen Unterbanblungen führten indeß nicht
ril 1527, wonach er dem Könige Hein⸗ zum Ziel, vielmehr belehnte ver Kaijer feinen Sohn
yefjen Nachfolgern eine jährliche Ab» | Philip mit Mailand. Tarüber erbittert, entließ
WU Goldkronen zu zahlen verſprach,
e mit einem Heere in Italien ein⸗
December 1527 verfammelte Franz
ter König Montmorency n, andere Räthe, melde
zu einer frieblihen Politik gerathen hatten, ı.
nüpfte, ta Englaub u. bie proteftantifhen Füur⸗
n Paris, um von ihnen jeine Pläne ! ften Deutichlands feine Anträge zurüchviefen, mit
beftärigen zu lafien. Diefe zeigten fih ! Dänemark, Schreeten u. tem Sultan an, nın den
ihrten dem Könige die veriangte Gelbe
ſtzug ven 1528 lief indeß unglüdlich
je traten zum Kaifer über, u. Die zur
apels ausgejandte franzdfiiche Armee
guft bei Averfa vernichtet. Im fole
wurde eine antere Deeresabtbeilung
21. Juni bei Landriauo unweit Mais
n, u. da ter Kaiſer den Papſt Ele»
e ſich gewonnen Latte, bot Franz die
rieten. Den ſozen. Damenfrieben
Inigin-Mutier, Louiſe von Savoyen,
Bater:chweſter, Wtargareibe, Stätte
ſtiederlaude, 5. Auguſt in Cambray
derjeibe beſtätigte einfach den Frieden
bis auf die Aitretung des Herzog⸗
ad, welche Forderung der Kaiſer ſal⸗
r tie Unmöglichleit, Dem durch ben
ſchöpften Lande neue Steuern aufzu⸗
Krieg gegen Karl V. von Neuem zu eröffnen. Die
Erniordung franzöfiſcher Geſandten im Mailändi⸗
ſchen gab ibm einen Vorwand, den Waffenſtillſtand
von Nizza zu brechen. Er begann 1342 den Krieg
mit einem Angriff anf das Herzeg:bum Luxemburg
u. Die Grafichaft Reufillen, u. der Herzeg von Oro
leans eroberte dieſelben 1543 mit Hilfe res Herzogs
von Cleve. In Piemont flug der Marquis von
Guaſto die Kalferlihen 14. April 1514 bei Ceri⸗
ſela, Boch Harte dieſer Sieg feinen Eriolg, Da ber
Marquis einen Theil jeines Heeres nach Frankreich
ſenden mujte, um ben von Kaifer u. ven dem Id»
nige von England vorbereiteten Angriff abwebren
zu belfen. Als der Kailer im September 1547 fiege
rich Bis Epernay vordrang u. Parid bedrobte,
ſchloß Franz 18. Zepteinber mit ihm Deu Frieden
zu Creſpy, Doch famen die Beſtimmungen deſſelben
nicht zur Ausführung, da Frauz, als der Kaiſer F.
*44
Fraukreich (Geſch) VI. (1547-4548)
geräumt hatte, fein Wort zurüd;og. Den Krieg | Cambrai. Auch während des Friet:us
mit Englaub endete er 7. Juni 1546 durch deu
Frieden von Guine®, zu folge deſſen die Eugläu⸗
der bie Sralihait Moufogne zurüdgaben, Fran;
fi aber zu Zahlung des Jahrgehalts von 50,000
Goldkronen, früheren Berträgen gemäß, verpflich-
tete. Die durch Ausſchweifungen herbeigeführte
errüttung feiner Geſundheit u. die völlige Er⸗
Opjung aller Geldquellen binberte beu König, ben
Krieg gegen ben Kaifer wiereraufzunehmen. Gr
ſtarb 21. März 1547. Seine Regierung hatte %.
in wirthfchaitlicher u. moraliſcher Beziehung weit
zurüdgebradit, Bürgerſtaud u. Geiftlichleit in ihrer
Selbftändigleit beſchränkt, Dagegen ben Adel in fei-
nen Vorrechten begünftigt. Wiſſenſchaft u. Kunft
fand an Franz I. einen einigen Förderer; er grün
bete bie Univerfität Angoulime, 309 Gelehrte u.
Künftler nach Frankreich, trat aber ter Reforma⸗
tion mit großer Uiduldſamkeit entgegen u. führte
die Cenſur ein.
Heinrich II., der Sohn u. Nachfolger Gang] I.,
bermählt mit Katharine von Medici n. eberricht
von feiner Maitreſſe, Diana v. Poitiers, u. dem
Sonnetable Montinorency, den er an den Hof zu⸗
rüdrief, ſetzte bie Regierung in bemjelben Geifte fort,
wũthete gegen bie Broteftanteu mit Folter u. Scheiter«
haufen, verjchiwendete die Staatseinkünfte an Günſt⸗
linge, ruinirte den Handel durch Münzverſchlechte⸗
zungen, vermehrte bie Staatsichulten, verpfänbete
bie Domänen u. veranlaßte Durch Vergrößerung der
Steuerlaften zahlreihe Auswanderungen; er une
terftätgte Die Schotten, bie durch König Eduard VI.
von England hart bebrangt wurden, 1548 mit
Truppen, bis auf Beſchluß des ſchottiſchen Parla⸗
ments die junge Königin, Maria Stuart von Schott»
land, nach F. geſandt wurte, um fich beim jungen
Dauphin Franz zu vermählen. Er 309 nun feine
Truppen aus Schottland zurüd u. begann 1549
den Krieg auf dem Feſtlande gegen England, indem
er Boulogne, das noch in engliſchen Händen war,
belagerte. Indeß fam im März 1550 ein Friede zu
Stande, nach welchem Boulogne an F. zurückge⸗
geben wurde u. F. ſich zur Rückzahlung der für die
Befeſtigung der Stadt aufgewendeten Koſten ver⸗
pflichtete. Nun dachte Heinrich II. an Wiederauf⸗
uahme des Krieges mit dem Kaiſer u. fand dazu
einen Anlaß, als 1550 Karl V., mit dem Papſt Ju⸗
lius IIL verbunden, dem Haufe Farueſe Parma
entreißen wollte, weshalb der Herzog von Parma
franzöfifchen Schutz fuchte. Heinrich fagte bemfelben
ülfe zu u. ſchloß mit dem Kurfürften Morit von
achjen 5. October 1551 in Friedewalde ein gehei-
mes Bündniß gegen ben Kaifer. Im Frühjahr
1552 fiel er in Lothringen ein, nahm Toul u. Dieg,
ba Karl V. ihm fein Heer entgegenftellen konnte,
mußte aber die barauf unternommiene Belagerung
von Strasburg aufgeben. Der Krieg in Italien
beſchränkte fich auf Heine Streifereien, u. Die grü-
Beren Unternehmungen zur See, welche Heinrich IL,
mit den Türken verbunden, gegen Neapel u. Corfica
richtete, vereitelte Die beiten ändern von ben Ge⸗
nuejern gewährte Hillfe. Judeſſen nahın der Krieg
in Lothringen, Flaudern u. Hennegau immer grö»
Bere Dimenfionen an, da beide Theile große Trup-
penmaſſen heranzogen. Die Franzoſen verheerten
Das Land, wagten aber feine entfcheidende Schlacht,
u. Heinrich ſchloß am 5. October 1556 einen fünf
jährigen Waffenftillftand im Klofter Vaucelles bei
Zwangsmaßregeln, Anleihen, Stelle
Vermehrung der loniglichen Ginlünfteh
lichkeit betrog ber König um 3 Milliene
indem er berjelben Grmeiterung ih
barkeit verſprach, im Beſitz des Gel
Parlament dies Verſprechen ald ung
lireu ließ. Obwohl auf ſolche Weiſe!
bes Volles untergraben u. ber öffentl
nichtet war, nahm Heinrich II. den Sri
als Bapft Paul IV. ihn dazu auffordert
jen 16. Oct. 1555 ein gegenjeitiges ©
bünbniß, u. ber Herzog von Guiſe, be
Diana von Poitiers vernichteten bie
fihten Montmorencys. Anfang 1556|
309 von Guiſe ein franzöfiiches Heer
alfrte ben Kirchenftaat, um zunächfi
Könige Entipp, zugleich Königoon S
zu entreißen, währenb ber Herzog t
Grenze gegen den von ben Spante
benjeiben verbundenen Englänbern i
landen brobenben Angriff vertheibigi
des Letzteren wurde aber am 10. |
Schlacht bei St. Duentin von bem H
voyen faft total vernichtet. Den Ber
von feinem erfolglofen Zuge nach Wr
zufene u. zum Generallieutenant des A
dege von Guiſe durch die Eroberm
u. Guines im Januar 1558 zwar wi
die Staatskaſſen waren durch ten K
ſchöpft, u. bie auf einer Reichsverſam
ris, auf welcher die Zuftizbeamten
Stand erfchienen, erpreßten Anleihen
der König in Hoffeften zu Ehren be
bes Dauphins mit Maria von Sch
Herzog von Guiſe eroberte indeß nod
in Slandern, wurde aber 13. Juli b
von den Örafen Egmont bermaßen e
fchlagen, daß Heinrich II. fi zu Un
erbot. Uneinigleit zwifchen feinen S
ihn in den Frieden zu Chateau Caul
1559 mit England, 2.0.3. April mit
Spanien abgeſchloſſen, zu vortbeilbaf
gen, iudem England mit Ealais u. Gi
ten Befigungen in %. aufgab u. bas:
Me, Toul u. Verdun an F. abtra
heirathete, um ben Frieden zu bekräfti
ältefte Tochter Elijabeth, u. Beide ver
um den Calvinismus, ber ſich imm
breitete, zu unterdrücken, bie ftrengfl
gegen die Keter anzumenben. Sein
halb viele reformirt gefinnte Barlaı
fangen jeßen u. binrichten. Bei der 2
lung zwijchen feiner Tochter Eliſabetb
von Spanien u. der anderen Tocht
niit dein Herzog von Savoyen traf
29. Juni, als er mit Gabriel von
Capitän ber fchottifchen Garde, eir
ein abgefprungener Zanzeniplitter in
Winde hatte 10. Juli 1559 jeinen 2
Unter Heinrichs IL. Schn u. Nach
IL., einem an Körper. Geiſt gleich ſchu
nabmen bie Berfoligungen ter Huger
wie man die Anhänger ber Reie!
nannte, immer größere Verhältniſſe an
das Yand in blutige Bürgerkriege, we
jtelling 5-8 nad außen noch mehr ve
würden, wenn nicht ähnliche Kämpfe
Brankrei (Geſch.) VL. (15601563)
im Inneren beunruhigt u. geihwädt |
der Spitze der reformirten Partei fand | Brubers, von
Bonrbon. Die Häupter dieſes Haufes
on, durch feine Bermählung mit Jo⸗
Navarra König von Ravarra, u. Lud⸗
; von Conde, Antons Bruder. Nächſt
ber Admiral Caspar von Chatillon, Herr
‚, u. Franz Ehatillon, Herr von Anbelot,
eft der Infanterie, Beibe Neffen des Con⸗
ntmorency, welcher, zwar jelbft Gegner
tion, hoch wegen ber ihm von ben Gui⸗
n Zurüdjegung bie Se derſelben un-
m wmeiften bei ven Qugenotten in An-
der Spitze der katholiſchen Partei fer
ifen, von denen Franz von Guife u.
er Karl, Cardinal von Lothringen, bie
n waren. Beide, verbunden mit ter
ten eine völlige Herrjchaft Über ben Wil»
196 aus. Fortgeſetzte Berfolgungen ber
u. Beleidigungen, bie bei. Dem Prinzen
fügt wurden, bewogen biefen, fich an die
unzufriedenen Bartei zu ftellen, welche
mr von religiöfen Diotiven, fondern
ber Gewaltmahregeln der Quifen Oppo-
‚tie Herrichaft derjzlben machte. Um bie
e zu vermehren, annullirte Pie Regie»
Bohne Weiteres alle Berläufe, Verpfän-
Schenkungen von Domänen u. erlaubte
sflen Gingriffe in privates Eigenthum.
derſelben brachte Conde bie Berfhw3-
UAm boiſe zu Stande, deren Zweck war,
die mit dem Hofe in Blois waren, zu
ge en zu nehmen. Diefe erhielten
achricht, begaben fich nach Amboiſe u.
Gegemnmaßregeln, fo Daß, als ber Leiter
"umens, Herr von la Renautie, fie bort
560 angriff, fein ganzer Haufe gelangen
: wurde. Conde, bamals ſelbſt im Am-
end, wußte fi fo gut zu verantworten,
nı nichts anhaben Fonnte, aber bald dar⸗
re fi) nad Bearn zum Könige von Na-
:reitete bort einen neuen Plan gegen bie
x. Um ter durch tie Religiensverfol-
nbenen Unruhen ein Ende zu machen
tieren Verhältniſſe des Reichs zu ord⸗
b ter Kanzler von F., Michel von L'Ho⸗
Berufung einer Art Reichsverſamm⸗
ronttainebleau, bei welcher jedoch nur bie
m Männer bes Adels u. ber Geiftlichleit
Diele empfahl bem Könige tie Veran⸗
nes Nationalconciis, Cinftelung ber
gungen u. Berufung einer allgemeinen
ammlung. Letstere trat Ente October
zufammen. Auch ber Prinz Conde er-
erfelben, in ber Meinung, ter Einfluß
abe fich bereits akgefehreädt. Diele
ine Mittel gefpart, um Anhänger ih⸗
in die Berfammlung zu bringen. Sie
m bie Anlage bes Hochverraths gegen
g u. fiellten den'elben. vor ein willkür⸗
sen efenies Gericht. Im Nevbr. wurde
2 ber ihn geſprochen, u. ſchon jollte
z werben, als Franz II. am 5. Decbr.
fen getrauten fich nicht, ten Spruch
a laſſen, ba die Königin-Mutter, Kar
ı Diebici, ihre Zuſtinmmung verweigerte,
& gegen den König von Navarra,
(sBerifou. 4. Wfl. Vi -
549
leihes Schidfal, wie das feines
eiten ber Quifen brobte, freundlich
gefinnt bezeigte, um bdenfelben zu vermögen, daß er
u ihren Gunſten auf die ihm zuſtehende Vormund⸗
(haft über ten jungen, erſt 10 Jahre alten Nachfol⸗
ger u. Bruber Franz' II, Karl IX., Verzicht leiſte.
ie erreichte ihren Zwed u. berrichte nun that»
ſächlich als Regentin von F. Schon unter Hein»
ri II., ihrem Gemabl, batte Katharina großen
Einfluß auf bie Regierung geübt, mußte aber
jpäter den Quijen werden, fo daß ihr ven biefen,
während Franz' II. kurzer Regierung, mit Hülfe
ter jungen Königin Maria Stuart, ihrer Nichte,
alle Herrihaft entriffen wurde. Katbarina fehte
während Liefer Zeit alle Hebel ber macchiavellie
ftiihen Politik in Bewegung; fie unterftütste, ob»
wohl file der Reformation abhold war, bie prote⸗
ftantifche Partei heimlich gegen bie Guiſen u. umgab
fih, um Aubänger zu gewinnen, mit einen durch
Schönheit u. Liebenowürdigkeit auegezeichneten
weiblihen Hofflaat, melder für bas jüngere Ger
fchlecht des Adels eine große Anziehungetrait befaß.
In diefem Geifte führte fie Die Regierung fort. An⸗
fange war fie gendthigt, bie Herrichaft mit dem Kö⸗
nige von Navarra zu theilen, u. berief 13. Decem⸗
ber eine allgemeine Ständeverfammiung, um bie
Beſchwerden u. Wünfche derjelben zu vernehmen.
Auf diefer Verſammlung wurde zum erftien Male
ein ausführliher Bericht Über bie Finanzlage des
Staates vou der Regierung erftattet, aus welchem ſich
eine Schultenlaft von über 43 Dill. Livres ergab.
Zur Tilgung derſelben verſprach ber König Min⸗
derung der Hofausgaben u. erwirkte Dagegen bie
Erhöhung einzelner Steuern. Zur Ausführung
ber Reformen in der Rechtöpflege, Kirchenverjafiung
u. der Verwaltung erließ Der Kanzler am Schluffe
der Reichsverſammlung die Ordonnance d’Or-
leans, beſtebend aus 150 Artikeln. Aber bie vor»
trefflihen Abſichteun Des Kanzlers fcheiterten an ber
Selbſtſucht der übrigen Räthe des Könige, an ber
Schwäde des bald allen Einfluffes beraubten Kö⸗
nigd von Navarra u. an der Herrichlucht der Ka⸗
tbarina von Medici. Letztere gewann ben Connetable
für fich, u. dieſer bildete mit dem Herzog ven Gutife
u. tem Marſchall St. Andre das ſpottweiſe fogen.
Zriumoirat zur Untertrüdung ter reformirten
Lehre. Dielen gegenüber fürchtete Katharina wie»
ber Einbuße ibrer Macht u. unterftügte deshalb bie
toleranten Abfichten tes Kanzlers. Alse aber nun
bie Der fih Ausichweifungen erlaubten,
Kirchen plünberten u. ber Bilder beraubten u. die
neue Lehre in Folge bes Toleranzebictes vom 17.
Jaunuar 1562 u. des Religionsgeſprächs in Poifiy
immer teftere Wurzeln flug, griff bie katholiſche
Partei zu Gegenmaßregeln. Der Herzog von Guiſe
überrebete ben König von Navarra, fih von ber
Reformation loszuſagen, u. veranlaßte dann burch
tas Gemegel von Vaſſy, wie ber Angriff der Gui⸗
ſiſchen Reiterihaar auf die unbewafineten Bewoh⸗
ner des Dorfes Vaſſy wäbrend tes Gottesdienſtes
genannt wird, ben Ausbruch des 1. Hugenotten⸗
trieges (ſ. Hugenoteen). In Folge beiten überließ
Condẽe für die ferner Partei gewährte Unterflügung
der Königin Eliſabeth von England tie Stadt
Harre. Der Krieg eubete mit der Ermordung bes
Herzogs von Guiſe bei ber Belagerung von Dre
welden ein
. leand, worauf ter Friede ven Orleans am 12,
März 1563 au Stuute kam, zu ‚Beige beffen den
5:6
Reformirten Geriffensfreibeit, aber Tein öffent⸗
licher Gottesdienſt geftattet wurde. Die Eng-
fänber gaben Havre 11. April 1564 gegen 120,000
Thaler Entihäbigung zurück. Schon vorber, 17.
Auguft 1563, wurde Karl für münbig erflärt,
jedoch ohne Befragung des Parlaments in Paris,
weshalb daſſelbe Gegenvorftellungen erhob, ſchließ⸗
lich aber der Gewalt nachgeben mußte. Da ber
Herzog von Guiſe tobt war, trat Katharina, in
ihrer Serrfehfucht über ben König nur von dem
Prinzen von Condé beengt, ber Partei befjelben
entjchieden gegenüber, u. bald waren bie a Ni
folgungen wieber in vollem Gange. Mord, Brand,
Raub, Plünderung u. Schanpthaten aller Art mur-
ten im Lande verübt, ohne daß der Arm bes Ge⸗
etzes die Verbrecher erreichen konnte. In Bayonne
hatte Kari IX. u. jeine Mutter 1565 eine Zuſam⸗
menkunft mit bes Erfteren Schwefter, Elifabeth,
Gemahlin Philipps IT. von Spanien, u. mit dem
Herzog von Alba. Die Hugenotten, wegen biefer ıt.
anderer Vorgänge, wie ber Werbung von 6000
Schweizern u. bes Einrüdens des Herzogs von Alba
in den Niederlanden, argwöhnend, daß es auf ihre
völlige Vernichtung abgejehen fei, wollten ten Kö⸗
nig auf dem Luftichloß in Monceau aufheben, wäh⸗
rend Andere fich mehrer fefter Pläte verficherten.
Aber e8 gelang dem Könige zu en u. nun
brach ber 2. Hugenottenfrieg aus (f. Hugenotten),
welchen der Friebe von Longjumeau 23. März 1568
entigte. Der König verſprach darin bie Aufreht-
erhaltung des Edicts von Amboiſe. Auf Katha-
rinas Wunſch erhielt jet, ba ber Connetable in
Folge einer in der Schlacht bei St. Denis gegen
Condé (10. Noweniber 1567) empfangenen Wunbe
farb, ihr Lieblingsſohn, ber Herzog Heinrich won
Anjen, den Oberbefehl über Die königliche Armee.
Das Mißtraren dauerte jedech fort, u. ſchon nach
6 Dionaten kam e8 zum 3. Hugenottenfrieg, an wel⸗
hen auch ber König von Navarra, nachmals Hein-
ri IV., deſſen Mutter, der Prinz von Oranieır,
miebrere proteſtantiſche Fürften Dentſchlands mit
Truppen, n. die Königin von England mit Sub»
ſidien im Intereffe ber Hugenotten fich betheilig«
ten. Diefer Krieg wurde 1570 durch ben Frieden
von Et. Germain geendigt, in weldem nicht nur
Das Edict von Amboiſe beftätigt, fonbern auch tie .
ftaatsrechtliche Gleichberechtigung der Reformirten , tes finderfofen Karl I
auerkannt wurde.
Inzwiſchen ſuchte der 1570 mit Eliſabeth, Toch⸗
ter bed Kaiſers Maximilian II., vermählte König
ſich ſeiner Mutter gegenüber fetbftändiger zu ſtellen,
in Verkehr mit den Häuptern ber Hugenotten,
licher, ja er ließ Erſterem ſogar 100,000 Livres
gerkrieges auszablen u. ermächtigte ihn, Truppen
zu einen Angriff auf die Spauiſchen Niederlande
auszuheben. en
feiner Schwefler Margarethe mit dem Könige Hein
rich von Navarra (18. Auguft 1572) entfernte der
König faſt all un. jedes Mißtrauen, fleigerte aber
ten Groll feiner Mutter gegen Coligny u. deſſen
Barteigenofjen. Mit dem Herzog von Anjou ein»
terftanten, dang fie einen Meuchelmörber, melcher
indeß Celiguy nur verwundete. Obwohl ber König
feinen beftigften Unwillen über bies Ereigniß zu er»
lennen gab, griff doch das Digtranen ver Hugenotten
Dadurch u. durch bie Vermählung
Frankreich Geſch) VL (1564-2176)
welche zur VBermäblung bes Könige
nach Paris gelommen waren, verlieh
Katharina glaubte nun feine Zeit wer!
fen, um ihren Plan zur Ermorbung
anweſenden Hugenotten zur Ausführu
Es kan ihr auch, den wanfelmütsi
n. Mißtrauen geneigten König am
einem geheimen Befehle zu beflimmen,
24. Aug. 1572 das unter bem Rameı
mänsnacht befannte Blutbad (ſ. P
no chzeit) unter den Hugenotten au;
nter den Ermordeten war Geligu
liche Ereigniſſe in den größeren Stal
brachten die reformirte Partei völlig
nahe. Karl IX. [hob Anfangs alle
Guiſen, bald aber erflärte er im Bar
That auf feinen Befehl gefchehn ſei,
notten wegen ihrer Verbrechen zu fir
zweiflung trieb inbeß die Hugenottes
Segenwehr. Der Stütpunkt der P
Stadt la Rocelle, u. mit der Belagı
dur den Herzog von Anjou beg
4. Hugenottenfrieg. Die Wahl tes
Könige von Polen verichaffte Der Pa
mirten freieren Spielraum. Dazu
eine neue Partei bifbete, bie ber fo,
Titifer od. Mißvergnügten, welche
langten, auf eine durchgreifenbe Reft
pflege u. Verwaltung drangen u. |
Königin Katharina beabfichtigten. 2
ftanden der König von Navarra, be
u. viele andere hervorragende Berlor
zum Schein bie katholiſche Reli
Ihnen ſchloß fih der jüngſte Br
ber Herzog Franz v. Alencon, an, zı
als der Plan des Aufftandes vorber
jelden der Königin Diutter zu binte
ih deren Gunſt zu erwerben. Die
u. ben König von Navarra fireng b
rend Condé nach Deutichland flch
Trotzdem erfolgte Die Waflenerheb
nirten n. Damit der 5. Qugenotte
genotten). Kur nah Ausbrud
Kart IX. am 30. Mei 1574 in ka
cennes.
Da der Thronfolger geinsie
.die p
angenommen hatte u. ſich bereits
Monaten in Polen befand, fo üf
bem Teftamente Karls IV., Kathaı
bie Negentfihaft bis zur Anfunfi
ugen welche im September 1574 erfel
Eoligny u. Conte, wurde mit ber Zeit freund» id er 3
war Sie aufſiändiſche Partei durch
u res des Marihalld v. Damoille verfiän
ala Entfehäbigung für Verlufte wäbrend des Bür⸗ &
Politiker u. Reformirte ſchleſſen am
die Union zu Nismee. Im Sept. ent
v. Alençon vom Hofe u. ſchloß ſich de
an; im Febr. 1576 folgte der Köni
biefen Beijpiele. Heinrich IIL dage
gregen, zum Theil in Deutſchland ga
bedroht, — am 6. Mai 1576 m
beten einen Bertrag, wonach ben H
Neligionsfreiheit bewilligt wurde.
ten die fanatiſchen Katholiten neue‘
vie refermirte Religion zu unterbri
Prieſter hetzten das Bolt auf, n. |
let h N geſtiftete Heilige Yigue fand unter
wieder un fi, u. viele ihrer angejehenften Häupter, geftiftete Heilige Yigue fa
atligen Derren zahlreiche Anhänger
Ernnteeich (Geſch) VL (1576—1388): 7,
: ber Iiguiftifchen Beſtrebunger war
ex Guiſen (Haus Lothringen) auf
ı Thron, Damit nicht Heinrich v. Na⸗
bmaßliche Thronerbe, (Heinrich III.
Der Herzog v. Alençgon unvermählt)
gelange. Heinrich III. warf ſich,
entſchloſſen, ber lignifiigen Partei
m 6. Dec. 1576 eröffnete er bie all»
everfammlung zu Blois, auf wel |
it 72, die Geiſtlichkeit mit 102, ber
it 150 Mitgliedern vertreten war.
eſſerungen ber Verwaltung ı. Über⸗
etggebenten Gewalt an bie Stände⸗
img der König, ohne beftimmte Zu⸗
ı, hinweg, fand aber bei allen brei
nmung zu feiner Abficht, bie refor⸗
interbrüden. Conde u. der König v.
ten die Stänteverfommlung megen
bien vorgelommenen Geſetzwidrig⸗
rfatboliihen Partei pas Übergewicht
ı u. rüfteren fich zum Widerſtande.
gtheit ber Stände zur Unterbrüdung
waren dieſelben aber in ihren Gelb»
'ebr jchiwierig, zumal da die Staate-
3 über 100 Miu. Livres betrugen.
ırde deshalb nur läſſig geführt u.
durch ten Frieten zu Bergerac ge-
ben Inhalt ber früberen Verträge
ante nach beftätigte. Diefer Frieden
zen Separat⸗Frieden mit dem Kö—
tra zu Nerac 29. Febr. 1579 noch
nun an ging bie Bolitil Katbarinas,
mer bie Seele Der Regierung war,
pter ber verbündeten Parteien unter
iigen. Dies Bemühen fcheiterte an
Königs v. Navarra, u. ale trot des
3 die Reformirten ben ihnen zuge-
en Schuß nicht fanden, verweigerte
Serausgabe ber ihm als Unterpfand
eften Plätze. Damit begann der 7. Hu⸗
velcher indeß ſchon am 26. Nov. mit
ing des Friedens von Nerac beendigt
zrund dieſer raſchen Beendigung des
7 Wuunſch des Königs, feinen Bru⸗
og v. Alencon, and F. zu entfernen,
ebrgeizigen Plänen ficher zu fein.
:unde gemährte er Dem Derzoge, wel⸗
Spitze Der gegen bie jpaniiche Herr»
Niederländer ftellte, im Geheimen
zu feinem Plane, jich zum Herrn ber
machen. Ohne jein Ziel erreicht zu
r Herzog 1554, jo daß nun Heinrich
rXrone am nächften ſtand. Dieſer
te bie Katboliten zu neuen Anftren-
var hatte fich Die Ligue faſt ganz auf»
Überbfeibjelderielben befand noch in
‚etion des Seize Gund ber
. Under E pipe ſtand ein reicher Bür⸗
zlond, u. ein Ausichuß von 16 Perſo⸗
ben 16 Bierteln der Stakt für Aus⸗
ſundes zu mirfen hatten (daher ber
König anfangs nicht beachtet, erhielt
mg eine große Wichtigkeit. als der
ife fi an Die Spise berje.ben ftellte,
e zur Erwerbung tes franzdfifchen
Aufeen. Indeß verbarg ber Her⸗
üchtigen Abfichten umter Lem Vor⸗
rdinal von Bourbon auf ben Thron
947
zu erheben, u. fchlok im Schloffe Jeinville 31. Dec,
1594 mit Philipp II. von Spanien einen Vertrag,
worin diefer ibm zur Ausifihrung feines Vorhabens
Hülfegelber zuſagte. Da der König ſich nicht ent-
ſchließen tonnte, ter ihm drohenden Gefahr Durch
Gegenmaßregein vorzubeugen, geichahen bie Wer⸗
bungen ber neuen Yigue ungeftört, u. am 1. Mpril
faud die Waflenerbebung derſelben ftatt, eingeleitet
durch ein Manifeſt des Cardinal von Bourbon.
Muthlos u. um feine Krone beforgt, ſchloß Hein⸗
ri‘ III. daranf 7. Juli au Nemours einen Vertrag
mit der Ligue, in welchem er alle Edicte zu Gun⸗
ften ber Hugenotten wiberrief, den Sold für bie
von den Guiſen geworbenen Truppen zu zahlen u.
ben Guiſen mehrere fefte Plätze als Unterpfand zus
eben fih verpflichtete. Zudem fprach ter Papſt
irtus V. den Bann liber Heinrich v. Ravarra
u. den Prinzen vo. Condé aus. Beide vereinigten
fi tarauf mit dem jungen Herzog v. Montmoreney
u. eröffneten zu Anfang des Jahres 1556 den 8.
Hugenettenfrieg. (f. Hugenotten.) Da Heinrich III.
zwilchen beiden kriegführenden Barteien ftebeub,
ſeine Kroue u. jein Leben von den Liguiften be»
droht ſah, indem diefe Das Bol in Paris gegen ihn
aufhetzten u. bie Löniglichen Truppen 12. Mai 1588
(Barriladentag) zwangen, bie Stabt zu verlaflen,
fo gab er ihnen Anfangs nad u. erlich 19. Juli
das Unionsedict zu Gunſten ber Yigue. Um gegen
bie Übergriffe ber Häupter berfelben ein Gegenge⸗
wicht zu erhalten, bericfer eine Etänbepertamm-
lung nach Blois. Aber ftatt deſſen ſah er fih noch
mehr in die Enge getrieben, denn bie Stände bil-
ligten den Krieg gegen bie Hugenotten, verwei⸗
gerten aber die Viittel, benfelben zu führen, u. zo⸗
gen tie Finanzbeamten bes Könige wegen unor⸗
dentliher unb fchlechter Verwaltung zur Berant-
wortung. Der König, nicht mit Unrecht argmöh-
nenb, daß ber Herzog v. Quife Die Stände injpirire,
u. ſchon vorher von vielem u. beim Bruder befielben
auf empörende Art beleidigt, ließ Beide 23. Dec.
155$ in feinem Balafte ermorden. Wahrfcheintich
mußte feine Mutier Katharina um dieſe That; fie
ſelbſt Harb bald darauf 15. Ian. 1599. Der Worb
des Quijen brachte die ganze Partei deſſelben zu
offenem Aufruhr. An die Spitze ber Ligue trat der
Bruder des &rmorbeten, ber Herzog von Mayenne,
weicher nach Baris eilte u. dort eine renolutionäre
Regierung conftituirte. Machtlos u. von feinem
Heere verlaflen, warf ſich Heinrich IIT. dem König
von Navarra in bie Arme. Mit diefem brang er
fiegreich gegen Paris vor, wurde aber während ber
Belagerung der Stadt von einem fanatiihen Do⸗
minicaner, Jakob Element, in einem Yanbbaus bei
St. Cloud aın 1. Anguſt 15%9 ermordet.
II. Das Haus Bourbon auf dem
irauzöfifgen Throne (1559 — 1792). u
Bis zum Zeitalter Ludwigs XIV. u XV.
15589 — 1643. Da mit Heinrich III. der Manns
ftanın der Valois erlojchen war, jo nahm Heinrich
von Navarra, als König von F. Heinrih IV. ber
Große, da er der einzige Prinz des jüingeren Bour⸗
beniihen Stammes u. ter nächſte Verwandte ber
Valois war (ſ. Bourbon), ſogleich den Titel Kö⸗
nig von % u. Navarra an, während bie Yigue,
u. an ihrer Spite der Herzog von PVlayenne,
en Cardinal v. Bourben (|. Bourbon 6) in
bereinſtimmung nit dem Parfanıent als Karl X,
zum König proclamirte. Der Sarbinal nahm aber
548
die Krone nicht an m. flarb ſchon 1590. Heinrich
ſah ſich trogbem in eine fchlimme Lage verieht.
Ein großer Theil des Adels, welcher iın hrigiter
Heere dieute, verließ ihn, ebenſo auch viele Refor⸗
wiirte, als er feinen Übertritt zur Katholiſchen Re-
ligton ans politischen Rädfichten in Ausſicht ſtellte.
Dadurch wurde fein Beer jo vermindert, daß er die
Belagerung von Paris aufgeben mußte. Aber ber
männlihe Muth des Königs, feine Erfahrung,
Leutfeligleit unb Kingheit gaben ihm bald eine fe-
Rere Stellung gegenliber dem Herzogvon Mayenne,
ber nun das ganze Land zum Kriege gegen bie Ketzer
aufbot. Der König, um ben Unterhalt einer Trup⸗
pen zu erleichtern, theilte ſeine Armee in 3 Theile,
wovon 2 in Die Picardie u. Champagne marſchirten,
während er ſelbſt nit dem Reſt, etwa 10,000 M.,
nad) der Normandie zog, um fich mit einen englifchen
Hülfscorps zu vereinigen, das ibm bie Königin
Eliſabeth zuſchickte. Diefes Corps fam aber erft im
October an, u. fon im September erſchien ber
Herzog von Mayenne mit 25,000 M. vor Dieppe,
wo danri bei dem Dorfe Arques im Lager ftand.
Die Angriffe ber Liguiften fchlug Heinrich zurüd,
u. ale ihm bald darauf Berftärfungen vom Deraog
von Longueville zugeführt wurden, gab Mayenne
fernere Verſuche auf u. zog mit feiner Armee nad
lanbern, mo er bie ihm vom Philipp II. von
panien zugejagte Hülfe and den Niederlanden er-
wartete, während Heinrich mit 4000 Engländern
vereinigt am 1. Nov. vor Paris erihien. Da aber
ber Herzog v. Mayenne zur Hilfe berbeteilte, bob
ber König bie Belagerung auf u. ging nach Tours u.
von dort nah Maine u. der Normandie, bie er faft
ganz unterwarf. Von dei Schweizercantonen u.
en Beuetiuneri mit Solbtruppen unterflligt, wen⸗
dete er ſich dann von Neuem nach Paris, ſchlug am
14. März 1590 den Herzog v. Mayenne u. ben
Ipan. General Egmont bei Jvry, ſchloß im Mai
nochmals Paris ein, u. ſchon war die völlig ausge⸗
bungerte Stabt zur Übergabe geneigt: als der Statt⸗
halter der Niederlande, der Herzog von Parma,
mit fpanifhen Truppen anrüdte u. den König zur
Aufhebung der Belagerung nöthigte. Als Der Car⸗
kinal Bourbon geftorben mar, machte jein Neffe, der
jüngere Carbinal Karl v. Bourbon, u. Bbilipp II.,
König von Spanien, für feine Tochter Eugenieauf
den Thron Anfprücde. Außerdem boffte der Her⸗
30g von Lothringen bie Krone für feinen Sohn zu
ewinnen, u. ber Herzog von Savoyen beanfpruchte
tefelbe als Sohn einer Tochter Srany I. Da der
"Herzog von Mayenne nicht den Muth hatte, felbft
den Thron an fich zu reißen, aber aud feinen frem⸗
den Fürften begünftigen wollte, fo ſah er feine Thä⸗
tigleit als Generallieutenant des Königreichs, wo⸗
zu ihn die revolutionäre Regierung ı. das Parla⸗
ment ernannt hatte, durch Die Umtriebe der einzelnen
arteien fehr geheinmt. Sowohl ihm als auch dem
önige fehlten die Geldmittel, um ein großes Heer
unterhalten zu können, weshalb der Krieg von beiden
Seiten fi nur auf Heine Gefechte u. Die Einnahme
einzelner Städte befchränfte. Während Heinrich bie
geit benugte, um Geld u. Truppen von England,
n Vereinigten Nieterlanden u. ben proteflanti.
ſchen Sachen Deutihlands zu erhalten, vergrö-
t der Zwieſpalt in ber Ligue, indem ber
erzog von Mayenne ınit Dem Bunde der Eeche-
cn 6 immer mehr verfeindete, als diefer erft die
aniſche Partei, dann den jungen feiner Haft ent
Franfreich (Befch.) VIL (A. 1596-2394)
| fiohenen Herzog v. Guiſe begünſtigte.
ſich Nayenne ſogar gendthigt, gegen de
Sechdzehn, welcher eine formiliche Pobe
densherrichaft in Paris errichtet hatte,
ten, n. ließ 4. Dec. 4 Mitglieder defiel
ten. Seit Det. 1591 Gelagerte Heinrich
aber ber Herzog von Barma, von päpfl
pen unter bern Ben von Diontemarti;
zwang ihn anı 20. April bie Belager
ben. Heinrich IV. Inlpfte neue Be
mit ben Bapflen. Mayenne an, wer
Übertritt zur Ratholifchen Kirche zuſag
von ihnen als König anerkannt, ohm
reformirte Bekenntniß aufgeben kin
Berbandlungen zu keinen Ziele führten
er fih endlich, nun fidh Die Krone zu ſu
nere Ruhe wieberherzuftellen u. zu v
das Lanb unter ben ebrgeizigen Pli
Machthaber leide, offentlich zur Katho
überzutreten. Während in Paris ſeit
eine von Mayenne berufene Stände
tagte, refipirte Heinrich IV. in St. ;
geolich bemübte ſich ber fpanifche (
tände zu einer Königewahl im Sinm
zu bewegen, es fam vielmehr am 31. |
den ftreitenden Parteien zu einem Wal
Wenige Tage vorher, 25. Iuli, trat:
zur Kathotiichen Kirche über, u. der €
Bourges ſprach ihn vom Banne los
Aet erlitt die Stimmung einen großer
zu Gunſten des Könige, welcher de
Reformirten durch die Zuſage, ſie i
ihrer Religion nicht hindern zu wolle
Bor Ablauf des Waffenftilifiandes au
fieß er ein Amneftieedict für Alle, wi
der ihm feindlich gefinnten Bartei los
olge davon war, daß eine große
täbten ihre Unterwerfung unter !
Gewalt ausfpradgen, jo Bourges, Lyo
Am 27. Febr. 1594 ließ fich Heinrich
tres von dem Bilchof dieſer Stadt krẽ
war nuch in ben Hänten der Ligue).
verließ Mayenne Paris, um ſich zu d
Hillfsheere zu begeben, u. in der Nach
22. März öffnete der Graf v. Briffac,
von Paris, dem Könige bie Thore ber
Widerſtand u. unter dem Jubel de
Heinrich IV. ein u. vermehrte raſch bi
Anhänger durch Milde u. Güte, inden
Friebensebict allen feinen Feinden vor
zeihung verhieß. Nachdem Heinrich !
Sapitulation gewonnen hatte, ſchlug er
it. Liguiſten dreimal, w. ale auch der Ha
berjelben, Laon, in feine Hände gefallen!
ſchloſſen der Herzog v. Guiſe, welcher bu
ment ber Provence erhielt, u. ber Herz
gen im Nov. mit dem Könige Frieder
gerfrieg war bamit faft zu Ende, alt
verſuch eines Kanatilers, Namens Cha
bes Königs bedrohte. Die Abſicht bes M
fehl u. hatte außerdem die Bertreibu
als Anftifter des Verbrechens, an6 }
1595 rüdte Heinrich, nachdem er dem
Spanien den Krieg erklärt hatte, mıt ein
Armee in Burgund u. der Branche Ce
Herzog von Mayenne ſich zu halten
u. 1cplun bie Spanier im Mai bei Fer
Saije. Unglüdlih waren feine Gem
Frankreich (Geſch) VIL (A. 1595-1614)
gen ben ſpaniſchen General ferantes. | indem er Las Übergewicht Spaniens u. Ofterreihe
eachtet untennvarien fich im Sept. 1595
ich ter Papſt dem Könige Ablolution
en Bann aufgehoben hatte, die Häupter
Gen Partei, die Herzöge von Mayenne
Nur die Spanier waren noch ale
g, bieie eroberten zwar 1595 Doulens
u, 1596 Calais u. Ardres u. über-
1597 Aniens; aber Heinrich, der ſchon
96 mit der Königin von England ein
ſchloſſen hatte, welchem aud Die Nie⸗
traten, entriß ihnen Die Stadt am 25.
Zriede mit Spanien, welcher zu Ver⸗
11 1598 abgejchloffen wurde, beftätigte
von Chateau⸗Cambreſis, indem Fran⸗
panier gegenjeitig Alles herausgaben,
t 1595 vou einander erobert hatten.
er Friedensunterhandlungen ergab fich
7303 von Mercoeur, Gouverneur der
fo daß nun all u. jeder Wirerftand bes
. befiegt war. Einen Streit Über das
u Saluzzo ınit dem Herzog von Sa⸗
yete 17. Jan. 1601 der Friede zu Lyon,
Saroyen den Belig bes flreitigen Za-
ınd, aber Dagegen Breſſe, Bugey, Val⸗
x erbielt,
: wichtige Regierungebantlung Hein-
18 er ſich im Bollbefig feiner königlichen
‚war tas am 13. April 1595 erlafiene
Nantes, worin zwar die Ausübung des
Gottesdienſtes auf beſtimmte Städte u.
chränkt, jonftaber volle Gewiſſensfreiheit
Gleichberechtigung der Reformirten mit
ten ausgeſprochen wurde. Während bie
ehältnijje Heinrichs IV. der Littenlofig-
ange zum Wohlleben, wodurch jeine Zeit
t iſt, entiprachen, zeigte er fich als Herr⸗
:aft, Würde u. Gerechtigkeit. Unterftügt
vortrefflichen Miniſter Sully u.von an-
ach tem Range, ſondern nad) ftaatsmäns
‚gleiten ausgewählten Rätben, orbnete er
ee Finauzweſen die Staatsſchuld belief
Mil. Yiores), ftenerte der Korruption
‘= u. Beamtenftantes, beförberte den
Yhiftand, hob ten Aderbau u. das Fabrif-
den Kanal von Vriare an, begiünftigte
erbaummpflanzungen u. die Zeitenzucht,
e Sobelinafabrit, ſendete Kolonien nach
Yuyana, baute u. verichönerte den Pont
hlöljer von St. Germain, Fontaine⸗
re u. errichtete mehrere Hofpitäler u. Ge⸗
len. Dabei vermehrte er das Heer ı.
vie Feſtungen. Zrogdem geftaltete fich
lage bes Staates von Jahr zu Jahr
reilich nicht obne einen läſtigen Steuer-
den Umtrieben der Spanier, welche bei
uverneurs u. Großen zeitweile Erfolg
begegnen, organifirte er eine geheime
sete aber unter gewiſſen Beſchränkungen
wieber tem Orten ber Jeſuiten. Er
ben Frieden zwiſchen Spanien u. ben
en, dem Bapfı u. Venedig u. ftellte Das
) ewigen Friedens u. einer europäiſchen
ublif auf. Zwar fcheiterten feine huma⸗
en in der angeftrebten Form, aber er
mwenigfiens durch engen Auſchluß an
ı, bie Bereinigten Niederlande dahin,
e Urt europäilches Gleichgewicht biltete,
in der europäiſchen Bolitil paralyfirte. Sein letzter
wichtiger Act in Bezug auf auswärtige Politik war
fein Bündniß mit der Union ber proteftantiichen
ürften Deutſchlands u. feine Kriegerüftung gegen
Punten. Als er fih aber, bevor er in den Krieg
309, noch mit feiner zweiten Gemahlin, Maria von
Medici, rönen laffen wollte, wurde er vor Beginn
der Feierlichkeiten am 14. Mai 1610 in ber Rue
de la Feronie in Paris von einem katholiſchen
Fanatiker, Kranz Ravaillac, erdolcht.
Der neunjäbrige Ludwig XIII. der Gerechte
folgte ſeinent Bater Heinrich IV. Die Regenticaft
führte Die Königin Maria von Debici mit Hilfe
ihres Yanbsınanıs Concini, Les Herzogs von Eper⸗
non u. des Pariier Parlaments, nachdem fie bie
Prinzen Condé u. des Grafen v. Scilfons, welche
bem Parlament Las Recht ftreitig machten, bie
Regentſchaft obne Zuziehung der Prinzen von
Geblüt zu beftellen, durch große Juhrgelber ge-
wonnen hatte. Aniangs blieb Maria ter Politik
Heinrichs IV. treu, ließ zwar ben Angriff auf
Spanien fallen, gewährte aber den proteftantiidhen
Fürſten die zugeſagte Hülfe gegen Ufterreid, u.
dieſe eroberten, von einem franzöſiſchen Heere unter⸗
ſtützt, 2. Sept. 1610 die Stadt Jülich, um welche
ſich der Streit mit dem Kaiſer drehte. Zu derſelben
Zeit wurde vudwig gekrönt. Aber ſchon jetzt zeigte
ſich die allmälig eiutretende Veränderung des Ke-
gierungsiyitems. Sully, mit den übrigen Miniſtern
in Widerjpruch, namentlich in Betreff ber Finanz⸗
verwaltung u. der Politik gegen Spanien, wurde
gendthigt abzutanfen. Dagegen wurde Concini
zunt Marfchall von Ancre ernannt. Diefer fuchte,
um die Macht des Prinzen von Condé uw. deſſen
Parteigenoſſen, des Grafen v. Soiſſons, zu ſchwä⸗
chen, die reformirte Partei unter ſich zu veruneini⸗
gen, während er tie Regentin immer mehr zu einer
Verbindung mit Spanien u. bem Papfte bintrieb.
Die fortbauernven Begünftigungen Ancres, welcher
30. Mai 1612 eine Deienfivalliany mit Philipp III.
von Spanien beichloß, fteigerte den linmuth ber
von der Theilnahme an ver Regierung ausgeſchloſſe⸗
nen Großen. Der Prinz Condeé, Die Herzöge von
Bouillon, Nevers, Vendome u. A. verließen ben
Hof u. fammelten Anfangs 1614 Truppen bet
Mezieres. Nun gab die Königin iheinbar nach, n.
am 15. Mai 1614 fam ein Bergleih in St. Mind
bould zwiihen ter Regentin u. dent Prinzen von
Conde zu Stante, bemgemäß im Auguft d. 3. eiue
allgemeine Verſammlung der Keicheftände berufen
werden u. dieſe über die ſtreitigen Punkte entſcheiden
ſollte. Die Stände traten 10. Oet. in Paris zu⸗
ſammen (e$ war dies bie legte vor Der Franzöſiſchen
Revolution berufene Reichtverſammlung), u. ber
König, jetzt volljährig, eröffnete dic Verſammlung
perjönlich. Bei diefer Gelegenheit trat zum erſten
Dale der Zwieſpalt ziviichen Adel u. Vürgerftand
in greller Weiſe hervor. Bei allen Berbandlungen,
wo die Intereffen beider ins Spiel famen, konnte
feine Einigung erzielt werden. Nur in Betreff der
Verbeſſerungen des Finanzweſens richteten alle
drei Stände gemeinjame Borftellungen au ben
König. Der Bericht itber die Finanzlage des
Staates, melchen der König, obmohl er nicht dazu
verpflichtet jet, endlich auf dringendes Berlangen
vorlegen ließ, enthielt eine Menge offenbarer Fäl⸗
fhungen, u. um ſich nicht bioszumellen, ſchnitt bie
‘50
Regierung zuletzt alle Verhandlungen über bas |
Binanzweich ab. Am 24. März 1615 wurde ber
eichotag geſchlofſen. Nur wenige Bitten u. Wünfche
verſprach der König zu gewähren (Aufhebung bes
Gtellencerlanfg u. der an den Adel gezahlten
Jahrgelder u. Einführung einer Juſtizkammer zur
—— ber von Beamten verübten Unter⸗
fchleife). Es blieb aber bei dem Verſprechen. Für bie
Sache ber Prinzen war ber Reichstag ebenjo re⸗
jultatlos geweien, u. vieje Hedten fich nun hinter
das Pariſer Parlament, deſſen Bedeuntung die
Minifter berabzubrüden fi bemühten, Als end»
ich ber König dem Parlament alle Befugnifie ab-
— ſich in die Regierung zu miſchen, wurde
onbe bewoge. ben Hof im Mai 1615 zu verlaſſen
u. bie Waffen geyen bie Partei der Königin zu
ergreifen. Die Prinzen Soubije u. Rohan u. meh⸗
rere reformirte Große traten auf Condes Seite,
doch kam es nur zu unbedeutenden Feindfeligteiten,
u. im Febr. 1616 wurde die Ruhe durch den Frie⸗
den von Loubun bergeftellt (f. Hugenotten). Condé
erreichte zwar durch diejen Frieden die Entlaffung
mehrerer ihm mihliebiger Minifter a. für fih An⸗
theil an der Regierung, aber die Heirath des Königs
mit Anna von Oſterreich hatte er nicht hindern
tönnen, u. bald umgab ſich Ancre, der nad) wie vor
in der Gunft bes Hofes blieb, mit neuen Collegen
u. Räthen, welche Condé noch gefährlicher wurden.
Unter tiefen befand ſich auch Richelieu, Almofenier
ber Königin u. Bilchof von Lugon. Condé verband
fi) nun mit feinen Sreunden, um Ancre mit Ge⸗
walt vom Hofe zu entfernen, wurte aber, als dieſe
er ruchbar wurde, am 1. Sept. 1616 auf
Befehl des Königs verhaftet. Empört hierüber be-
gannen feine Aubänger, welche durch Flucht einem
gleichen Scidjal entgangen waren, den Krieg von
teuem, doch gelang e8 dem Könige, bie Herzöge
einzeln zum Aufgeben ihrer Triegerifchen Abfichten
zu bewegen. Dur feine Erfolge übermüthig
ervorden, begann Aucre nun eigenmächtig, ohne
ch um ben König zu kümmern, die Leitung Des
Staates zu führen. Belcibigt durch das Betragen
des Marichalls, ließ fih Ludwig XIII. von feinen
ein Luynes einen Berhaftbefehl gegen den
Marſchall entloden, mit der Erlaubniß, denfelben,
falls ex ſich widerſetze, zu töbten. In Folge deſſen
wurde Ancre von einen feiner perfönlicen Feinde,
welcher ten Verhaftbefehl erhielt, ermorbet (24
April 1617) n bie Königin nach Blois verwieſen,
wohin ihr Nichelien folgte. Luynes bemädhtigte
ch nun des Einfluſſes auf den ſchwachen König,
ielt jedoch, um feine Herrichaft zu fihern, Conde
nod immer gefangen. Indeſſen confpirirte bie zu
Blois ſtreng bewachte Königin mit den unzufriede⸗
nen Großen gegen Luynes. Als dieſer aber beim
Ausbruch der Feindſeligkeiten denſelben raſch ent⸗
gegentrat, bot Maria die Hand zum Frieden. Sie
wurde ihrer Haft entlaſſen u. erhielt das Gouverne⸗
‚ment Anjou; eine äußerliche Verſöhnung mit den
Könige fand zu Conzieres im Sept. 1619 ftatt.
Um eine neue Stüge gegen feine zahlreichen
Neiber zu haben, befreite Luynes 20. Oct. deflelben
Jahres ven Prinzen Conde, indem er öffentlich bie
Schuld der unrehtmäßigen Berfaffung auf bie
Königin ſchob. Wald darauf erregte die Königin
neue Unruben, unterftäüt von bem mißvergnügten
Adel, deſſen Habſucht Luynes bei fortdauernden
Finanzverlegenheiten nicht mehr durch Verwilligung
Frankreich (Geſch) VIL (A. 1010 1020
von Jahrgehalten beſchwichtigen leume; i
hängern ließ jedoch Luynes nicht Zeit, ie
gen zu vollenden, u. ſchon am 10. Ang. 1
diefelben die Waffen wieder. Der Gi
ſpaniſchen katholiſchen Partei beftimmmate |
Niedernavarre u. Bearn mit F. zu verei
Karholiten die Ausübung des Betten
Bearn, wo berielbe von Heinrich IV
worden war, zu geftatten u. bie Reſorr
zufordern, ben Katholiken bie entrifien
mieberzugeben. Dagegen erhoben fü
ihre Staubensfreiheit deforgten Reform
ührung bes Herzogs von Noban.
rieden von Montpellier, 19: Oet., v
eformirten alle ihnen eingeräumten €
pläße bis auf La Rochelle u. Monty
zwiſchen war Luynes geftorben; ber Kön
am Hofe lebte, gelang es Darauf, ihren al
wieber zu gewinnen u. ihren Sobn y
am 29. April 1624 den Cardinal Rice
Sinfling, in ven Staatsrath zu ber
geiftige Überlegenheit biefes außerortenti
nes liber feine Collegen brachte denſelb
die Spie des Staates. Klug wußte er
glauben zu maden, er handle nur t
Willen, während der König fich willen
fihten des Cardinals fügte.
Mit Riche lie u begann für F. eine 3
innerer u. äußerer Umgeflaltung. Die:
feines Willens, fein rfblick, feine Bi
kunſt u. fein Ehrgeiz, der vor feinem M
heute, warf im Innern alle Barteier
gründete die abjolute Gewalt des König
bie Machtflellung Fes auswärtigen Mit
über zu einer bisher nicht gefannten
erhoben wurde. Obwohl er zur Vefei
Königthbums im Lande felbft eine Un
der rejormirten Partei für nöthig biel
er es in demielben Intereffe filr nothn
Ipanifch » päpftlichen Einfluß abzumei
überhand nehmenten Gebietserweiter
reich8, welches, nıit Spanien verbunt
2 Seiten bedrohte, durch Bündniſſe
Gegnern, ben proteftantifchen Fürften Di
entgegenzuarbeiten. In tiefem Sinne
er die Graubündtner, denen die Of
Spanier, um fi bie wichtigfte Ver
über die Alpen zu fihern, das Veltlin al
batten, u ſandte ein in ber Schmeiz :
Heer nad Graubilndten, welchem biete:
pipftliden Truppen fofort das Feld
Zugleich bediente ſich NRichelieu Der Ru
des Herzogs von Savoyen, um bie ſpan
zu ſchwächen, gemübrte jenen Eubfikie
ftügte biefen in feinem Angriff auf G
wichtigſten Stitzpunkt ber ſpaniſchen
mungen in Oberitalien, mit Truppen.
drückliche Kriegführung gegen Genua hir
die abermalige Waffenerhebung ter R
welche durch vielfache Verlegung ber i
kannten Rechte 1625 zur Aufrechterhe
felben Gewalt gebrauchten. Eine nene |
des Edicts von Nantes von Seiten |
brachte indeß ſchon Ente 1626 tie An
zum Geborfam zurüd. Inzwiſchen bil
Hofpartei zum Eturze des mächtigen
an beren Spite bes Könige Bruder, Gef
fand. Richelien beugte der ihm drohen!
Feankreih (Geſch.) VIL (A. 1627—1640)
es Handeln vor, indem er einige ber
der gegen ihn geiponnenen Intrigne
8, andere, jo auch Gaſton te Koir,
Herzog von Orleans machte, durch
ungen jür ſich gewaun. Mebrere Diit-
hoben Adels buͤßten ben Anſchlag mit
» mit Gefangenichaft, u. Die riidfichts-
, mit weldyer der Cardinal verfuhr,
jen Stellung gegenüber ven Umtrieben
dels. Das Ichon geſpaunte Verhältniß
it F. fam 1627 zum Bruch, als bie
Geiftlicden, melde ter Königin ven
scchter Heinrichs IV., gefolgt waren,
Franuzoſen von England ausgewiejen
un ſchloß Richelien ein Bündniß mit
zen England u. bie in Hoffunng auf
terftiigung abermals fich empörenden
- Aber der Anichlag der Engländer
el RE 1. Nov. 1627 mißglüdte, der
er Reformirten im Norden Ya Rochelle
uach einjähriger tapfrer Vertheidigung
auch tie Proteſtanten in Yanyuebec
1. ihr Waffenplag Montaubau erobert.
: Madıt ter Rejermirten gänzlich ge⸗
", löſte Richelieu Das Bündniß mit
8 dieſes in Verbindung mit X fterreich
ben Erben tes Hexzogihums Dian-
ven Nevers, einer Staaten berau⸗
ı. der Kaijer demſelben die Yelebnung
udwig XIII. Drang 1629 ihm zur
wien ein, zwang Savoyen zum Frieden
ı Herzog von Nevers in ben Beſitz
en. Ald aber ter Kailer den Herzog
ff, eilte Richelieu, zum Preimierminiſier
ieutenant ernannt, felbft mit einem
1630 dein Herzoge zu Hülfe, ereberte
en u. Piemont, was 1631 den Frieden
0, in welchem dem Herzog von Nevers
chert wurde, berbeiführte. Ta es dem
Berdenm gelang, den jungen Herzog von
chwager Yutwigs XIII., zu gewinnen,
arich franzöſiſcher Truppen durch Sa⸗
ſtatten, ſobald Pdantua wieder ange:
e, ſo hatte er dadurch Dem franzöſiichen
beritalien eine ſichere Bahn gebrochen.
alt, welche Richelien durch alle dieſe
ı. durch eigne Charalterſtärle über den
t, wurde immer größer; die Königin
er Herzeg Gaſton von Orleane, un—
tie Almacht Des Cardinals, welche
Einſluſſes auf Lie Regierung be—
elten aujs Neue eine Verſchwörung
lieu an, an welcher fie Herzöge ven
Siegelbewahrer Diarillac u. viele a:
ene Dlitglieter tes hoben Adels Theil
chon glaubte Die Königin ihren Sohn
; haben, als ter Kardinal ihre Abſichten
ihre Sejangenhaltung in Cempiegne
Bon dort ging fie 1631 nad Brüſſel,
sg von Orleans flch nach Yerhringen.
hatten bie Anhänger des Herzoge Div
Aaffeu; aber ter veiter tes Aufftantes,
panifhem Gelde unteritige wurde,
ven Moutmorency, Souveric.ir von
wurde bei Caſielnaudary am 1. Sept.
gen, gelangen u. in Toulouſe im ect.
ptet. Auch der Marſchall ven Viarillac
Theilnahme an ber Verſchwörung mit
551
bem Leben. Der Herzog Gaflen von Orleans,
weicher Dontnierench mit einem in ben Nieder»
landen gewerbenen Meinen Gorps unterfiütst hatte,
erhielt zwar Verzeihung, ging aber, da feine Für⸗
bitte für das Yeben Montmorency's feinen Griolg
batte, nah Brüilfel, wo er mit Epanien Unter⸗
banblungen aufnüpftee Dec führte er ſich bald
Darauf mir Richelieu aus u. lehrte nach F. zurüd.
Nun erſt konnte Der Minifter daran denken, ſeinen
Einfluß auf den damals Deutſchland verheerenden
mar, unterſtützte Richelieu die Schweden mit Zub-
fibien, als aber Guſtav Adolpho Macht dein Car⸗
dinal bedeuklich wurde, näherte er ſich den ligniſti⸗
ſchen Fürſten u. ſuchte durch Spaltungen unter den
kriegführenden Varteien für F. Vortheile zu ge-
winnen Nah Guſtav Adolfe Tode begünſligte er
jedoch wieder die proteſtantiſche Partei u. erneuerte
1634 mit ten Niederlanden ten Subfidienvertrag
zur Unterftügung ihres Kriegs mit Spanien, nach⸗
dem fein Gejantter Feuquieres ſchon im April 1633
die proteſtantiſchen Fürſten u. Orenſtierna auf
bent Gonvent zu Heilbronn wieder geeinigt u
ihnen Subfidien gegen ben Kaiſer zugeiagt batte.
Die von demſelben verjuchte Beſtechung Wallen⸗
feine ſchlug inteß febl. Tie Verbindung, welche
der Herzog von Lothringen mit den Katterlichen
unterhielt, gab inzwiſchen dem Könige Anlaß, fi
in Beſitz dieſes Landes zu Teen u. Dem Herzog
durch das Parifer Parlament als Majeſtätéver⸗
brecher verbannen zu laffen. Die Niederlage ber
Schweden bei Nörtlingen 1634 trieb die mit ihnen
verbüudeten deutſchen Fürſten in die Häude 5-6,
deſſen Hülfe ihnen nur gewäbrt wurde, indem ſie
deu franzöſiſchen Truppen viele Städte, namentlich
im Elfaß, einräumen ıf. Dreißigiähriger Krieg).
Die bedrängte Yage der Proteftanten im Jahre 1635
nöthigte Richelieu endlich zu einem offenen Bruch
mit Spanien, in Folge deſſen ein franzsfiiches Heer
in ben Niederlanden einrüdte, ohne jedoch etwas
Wejentliches auszurichten. Ebenio ruhmles Lanıpfe
ten die Franzoſen im Elſaß u. am Miittelrhein.
Erf als der Herzog Bernhard von Weimar den
Z:berbeiehl übernabm, wurde ter Krieg mit einigem
Erfolg geführt, Doch konnte derſelbe nicht verhin⸗
tern, Daß im Herbſt ein kaiſerliches Heer unter dem
Herzog von Lothringen in Burgund einrückte, wäh-
rend tie Syanier im Norden die Picardie ver-
beerten u. im Süden bie franzefiiche Grenze un Der
Bidaſſoa überſchrieten. Das Kriegsunglück u. Die
dadurch erjelgente Stenerlaſt ermuibigten die
Feinde Richelieus, namentlich den Herzog von
Orleans, zu einem Auſchlag auf das Leben bes
Min'ſiers. Derſelbe kam jedoch, Da dein Herzog
der Muth entfiel, nicht zur Ausfübrung. 1637
verloren die Franzoſen zwar das Veltlin, erjoch⸗
teu a.er im Elſaß u. in Ten Niederlanden einige
Vortbeile, brängten bie Spanier 1633 an ben
Porenäen zuräd, ebue ſich jedech auf ſpauiſchem
Sorten haften zu fäunen, we fie am 7. Sept. bei
Fuentarabia eine ſchimpfliche Niederlage erlitten,
sin folgenten Jahre wadıen die Franzefen am
Rhein größere Korticbritte, u. 1640 gab ein Auf-
fand in Catalonien ihnen Gelegenheit, den Spa»
niern Bieje ‘Provinz flreitig zu machen, auch einen
Aufkand in Portugal auzuftiften, weicher dort bie
552
fpanifche Herrichaft vernichtete u. %. einen neuen
Bundsgenoſſen in dem zum Könige erhobenen
Herzog von Braganza verichaffte. In demfelben
Jahre wurde den Spaniern die Gen Arras u.
in Italien bie Stadt Turin entrifien. Während
089 Kriege war Richelien gendibigt, mehrmals
gegen Bollsaufftände, durch den Drud der Steuern
veranlaßt, mit Waffengewalt einzufchreiten. Ge⸗
fährlicher ſah fi ber Cardinal 1641 durch eine
neue Adelsconfpiration bedroht, welche im Einver⸗
ſtändniß mit den Spaniern einen Aufftand vor⸗
bereitete. Die Königin Mutter erbielt trog aller
ihrer Bemübungen keine Erlaubniß zur Rückkebr
nah Paris, fondern jollte fich in Florenz anfiebeln.
Sie ging 1639 nad England, 1640 nad Köln u.
ftarb bier 1642. Aber ver Führer der Rebellion,
der Graf von Soilfons, fiel bei Sedan am 6. Juli
1641 u. Damit hatte Die Sache ein Ende. Richelieu
erneuerte 1641 das Bündniß mit den Schmweben,
u. die jährlichen Subfidien %-8 wurden auf 480,000
Thaler erhöht. Katalonien begab ſich unter frait«
öftfche Herrichaft; bald darauf 1642, als der König
ho ur Belagerung von Perpignan nad Spanien
eben hatte, bildete fich eine neue Verſchwöͤruug
gegen ben in Narbenne erkrankten Richelien. An
der Spitze bes Unternebmens ſtand ber Herzog von
Bonillen u. bes Könige Günſiling, Cinqmard; ber
Letztere benntzte mäbrend bes Aufentbalts in Rouſ⸗
fillon, Ludwigs Ärger über Richelieus Herrſchſucht,
um den — zu ſtürzen. Richelien entdecte indeß
das Comploi, u. Cinqmars wurde als Hochverrätber
bingerichtet. Nachdem Perpignan gefallen war,
drangen bie Franzoſen fiegreih ver u. nabmen
auch in Stalien meßrere Städte, welche Die Spanier
befett hatten. Bald Darauf ftarb Nichelien 4. Dec.
1642. Eeine großartige Thätigleit, aus Frankreich
einen menarchifch » centralifirten Staat zu machen,
um dadurch die Dlöglichkeit zu gemeinen, wicht nur
Die politifhe Bebeutung F⸗s durch feine Lande u.
Seemacht zu vergrößern, fondern ibm auch in
Handel, Kunft u. Wiffenfchait Die erfte Stelle unter
den europäiſchen Staaten zu werichaffen, wird durch
viele Anſtalten bezeichnet, welche Den Wechſel der
Zeiten bis auf tie Gegenwart übertanert haben.
Dahin gehört u. a. Die Pariler Alademie. Riche—
lieu's Rachfolger im Amte war ter in der politifchen
Schule deſſelben gebiltete Cardinal Mazarini (Pla -
arin, |. db.) Nachdem Ludwig XIII. für feinen
odesfall eine Regentichaft für feinen minderjüb-
rigen Schn Ludwig XIV. ernannt batte, Deren
Hauptleitung dem ringen von Condé u. Mazarin
zuertbeilt wurde, während bie Königin Anna nur
ben Titel einer Regentin u. ter Herzog von Or-
leans den Titel eines Generallientenant aller ‘Bros
vinzen Des Reichs erbielt, fiarh er 14. Mai 1643
in Paris.
B) Zeitalter!ubwigsXIV.u.XV., 1643
Bi9 1774. a) Yurmig AIV., 1643—1715.
Mazarin fette das Merk Richelieu's fort, aber
er mußte fich anderer Mittel betienen, um bie
königliche Zelbftberrichaft gegenüber dem Abel u.
dem Bürgerftante zu befeftigen. Schonungsloje
Strenge mar für ibn, den Ausländer u. Neuling,
gefährlich Kunftgriffe u. Ränke fübrten an daſſelbe
Ziel, indem er Lie gemeinjame Action bes Adels
u. Bürgerſtandes durch Hervorlebrung des inneren
Segenabes beider hinderte u. beide Elemente durch
Nefard-vung inueren Zwieſpaltes in ſich felber
Frankreich (Geſch) VII. (A. 1641—1643, B. 1648—1647)
ſchwüchte. Durch Milde, Fremdlichteit u. g
Weſen gewann er zumächft wicht nur die :
u. bie Prinzen, fondern auch viele Geg
Cardinal Richelien, weiche er ans der Haft
Als aber trotbem der Herzog von Beazfeı
Spitze einer Abelspartei, ber fogenammten 3
tants, den Minifter zu verberben firckte, 6
rin diefen u. deffen am meiften compremitt
noflen im Sept. 1643 verhaften. Den fr
Spanien u. Ofterreich ſetzte er mit Eifer f
Herzog von Enghien ſchlug bie Spaurier
1643 bei Rocroy in den Nieberlanden, ı
aber, wo Quebriant, in Spanien, we}
Houdancourt, u. in Piemont, wo Tu
fehligte, wandten fi bie Dinge zum
F⸗s. 1644 vereinigten fi Tureme 1
am Mittelrhein u. brachten mehrere wid
fo Mainz, Worms u. Manheim, in ün
(f. Dreißigjähriger Krieg). 23. Yuni Mi
Graf von Harcourt die Spanier bei
Catalonien n. Enghien erietgte ben Bd
Schlacht bei Mergentheim (5. Mai)
Sieg bei Nördlingen (3. Aug). 12.
eroberte Enghien Dünkirchen; Xureme
Schweden vereinigt drang gegen Bein
zwang ben Kurfürften 14. Marz 16414
Waffenftillftand, In Italien gewann M
Bundesgenoſſenſchaft ber Herzoͤge von S—
Modena. Während 1648 ber Marſchall ven
berg Tortoſa erſtürmte, nahm Enghien,
Tode feines Baters Prinz von Condte,
ſchlug ten Erzherzog Teopolb bei Lens (
Nach der von Zurenne u. Wrangel 17.
wonnenen Schladht bei Zusmarshaufen
Friede von Münfter (24. Oct. 1645) p
in welhem %. ben Sundgau, Breiſad
großen Theil vom Eljaß erwarb (vgl
jähriger Krieg XL). Die Unterbandie
Spanien führten inbeß zu keinem Zid,
Staaten bereiteten fich zu einem neuen £
An bie Stelle bes äußern Kriegs traten;
Unruben. Der Krieg batte hohe Auflagen
u. bie Freigebigkeit ber Königin an Große,
zu gereinnen trachtete, die Finanzverlege
vergrößert. Die Vermebrung ber zu ver
Amter u. ter Verlauf von Adelsdiplem
dem Geldbedürfniffe nicht abhelfen, we
Regierung zu Zwangsanleihen u. anden
maßregeln griff. Indeß wurde das U
melches bie füniglichen Edicte zu regifti
u. benielben dadurch Geſetzeskraft weriich |
Diefer oberfte Gerichtshof des Reiche 6
unter Ludwig XIII. mehrmals verfugt,i
lihen Gricte vor ber Regiftrirung zu
Darüber zu beratben, eine Befngniß, a
frübere Herrſcher wenigſtens in einem be
Maße zugeftanden hatten, aber Richelies
dieſe Beeinträchtigung der königlichen Ante
gefallen laſſen u. tie Parlamentsrätke,
mit Abſetzung u. Strafen brobte, ben |
Willen ohne Weiteres zu vollziehen geyrnn
hofite das Parlament, geſtützt auf bie ı
fih funbgebente Mißſtimmung bes Gel
verlorene Macht wieder zu gewimen
gab Dluzarin nach, aber dieſe Nachgiebigh
ihm als Schwäche au@gelegt. Aue 1617 1
Steuer für Baris ausgeſchrieben murte, E
Parlament nicht regiftrirt Hatte, wurde Ni
Fevitelch (Geſch) VIL (B. 1648-4088)
kan
hegern verweigert, n. im Januar 1648
wultmariichen Auftritten. Endlich wi»
die Mitglieder ber hoͤchſten Juſtiz⸗ u.
hebörben, des Barlaments, der Re-
un. des Stenerhofs gemeinſam den
regeln der Regierung, ale Mazarin
8 ‚ welche
von Abgeordneten aller Gerichtenäfe
am über mehrere Berlegungen beſte⸗
je von Geiten ber Regierung zu con-
Aufregung des Volles in Paris nö⸗
in, von Gewaltmaßregeln gegen bie
band zu nehmen. Dieſe einigte ſich
tel, welche eine Berbefferung des di
izweſens berbeifübren u. dem Parla-
dende Stimme bei der Regiftri-
bieten fichern follten. Das Selbfige-
Haments wuchs, al6 Mazarin in einer
declaration jcheinbar nachgab. Es ver-
Jaration am 19. Aug. Nun griff Ma⸗
waltmaßregeln u. ließ 1648, als er
ei Lens erfochtenen Siegs eine für die
Anftige Stimmung bes Bolts berbei-
bte, den Hauptrebner im Parlament,
mehrere Parlamentsräthe verhaften.
‚ ber Anfitand in Paris aus, u. am
das Volt die Straßen u. er-
Wlaflung ver Gefangenen (Zweiter
entag). Die Ruhe kehrte zwar wieder
Mazarins Macht ihien gebrochen. Die
Iben, auf bie große Maſſe des ge
aufgebrachten Volles geſtützt, ſchloffen
ı Siege reger an einander u. erhielten
m Namen Fronde, |. d. (ronbenrs),
a bie Angehörigen der Hofpartei Ma-
te. Die Wieberherfiellung ber Ruhe
jarin, umam 13. Sept. den König aus
St. Germain zu führen, u. von bert
er die Verhaftung zweier ehemaliger
bes Staatsratho, welche er für bie
er der Unruhen bielt, Chavigny n.
. Da erneuerte bas Parlament, wei-
naßregeln bei Annäherung eines Trup-
6 den Rieberlanben fürchtend, ein al⸗
ıglich gegen den Marfchall von Ancre
Deich, welches jeben Ausländer von ber
nes Amtes im Minifterium ausfchloß,
Bönigin, demgemäß den Cardinal Ma⸗
ner Stellung zu entlaflen. Doch ver-
Prinz von Conde einen Bergleich, dem
r König zurückkehrte, die Zuftimmung
jents zu ben zu regiſtrirenden Steuer⸗
erforderlich anerlaunt wurbe u. bie
des Rechtes begab, aus eigner Macht»
Semanden verbaften zu laffen u.
d zu verbannen. Demgemäß wurben
gefangenen wieder in Freiheit geſetzt.
yartete Mazarin nur auf günfligere
feine Zugeftändniffe zurüdnchmen zu
lb brach ein neuer Zwieſpalt zwiſchen
sent u. ber Regierung aus, ale tie vom
m Gonbe in r va —— zu⸗
zogenen Truppen rpreffungen er⸗
a6 Parlament befahl Unterjuchung ber
u Unerbeungen u. verfagte feine Zu⸗
u einer von ber Königin ——
azarin verließ darauf mit dem König
6. Yan. 1649 Parit, n. der ganze Hof folgte ihm
nad St. Sermain. Eonde ſchloß bie Stadt ein, u.
die Bürger griffen zu ben Waffen. Ein löniglicher
Befehl, weidher das Barlament nach Montargis
verwies, wurde nicht berüdfichtigt, Mazarin ba»
gegen 8. Januar vom Parlament ale Feind des
taat8 aus F. verwiefen.
Dadurch brach der Streit Mayarins mitber Fronbe
in offenen Krieg aus. Es betbeiligten ſich daran wicht
nur diejenigen, welche bie Beftrebungen bes Parla⸗
mente billigten, ſondern auch viele perjönliche Fei
Mazarins unter dem hoben Adel u. ſolche, welche nach
Macht u. Anſehen trachteten. An ihrer Spitze Kun
ber Prinz Conti u. der Herzog von Eihoeuf. Die Blo⸗
dade von Paris hatte nicht den gewünfchten —
u. da der Aufſtand ſich in ben Provinzen verbrel⸗
tete n. Spanien bie Grenze bedrohte, trat ber Def
mit dem Parlament in Unterhandlungen, u. e6 kam
ben 11. März 1649 ein Friede zu Stande, welcher
aber die Bartei derer, weiche den Sturz Magarins
durchſetzen wollten, nicht im geringften befriedigte.
Während der Krieg mit Spanien ohne erhebliche
Sreignifle fortgeſetzt wurde, kehrte Mazarin mit
bem König ben 18. Aug. na Paris zuräd. In⸗
zwiſchen verftärkten bie Umtriebe Pauls von
Gonbi, der an Mazarins Stelle zu treten hoffte, n.
feiner Bunbesgenofien, Beauforts u. der Herzogin
von Longeville, Schmwefter Conts u. Kontis, die
dem Cardinal feindliche Partei. Sie gewannen ben
Brinzen von Condé für die Beſtrebungen ber
Fronde; bald darauf aber, 18. Ian. 1650, wurde
diefer, fein Bruder Eonti m. fein Schwager Longe⸗
ville plötslich verhaftet. Gondi hatte fie geopfert,
um durch den Verrath für fich zu gewinnen. Die
Bartei bes Brinzen, die neue Fronude genannt,
u ber auch Zurenne gehörte, erarifl fofort die Waf⸗
En u. trat mit Spanien in Berbindung. Als Ma⸗
jarin durch Unterdrüdung des Aufflunbes von
Guyenne, welche Provinz der Stüßpunlt ber neuen
Fronde war, wieder an Macht gewann, trat Die
alte Fronde wieder zur Oppofition über. Das Bar-
lament forderte die Freigebung der Prinzen, weil
die Verhaftung geſetzwidrig fei, u. ber Herzog von
Orleans ſchloß dieſer Forderung an (20. Jan.
1651). Durch die Vereinigung ber Fronden u
durch einen Bollsaufftand in Paris in Die Enge
etrieben, kündigte Mazarin felbft den gefangenen
rinzen ihre Freiheit am u. ging 9. Febr. 1651,
von dem Parlamente zum zweiten Diale als d
bes Staates u. bes Königs verbannt, nach Brühr
zu dem Kurfürften von Köln. Dennoch leitete er
von da aus die Königin u. die Regentſchaft, indem
er auf eine —— des Adels von dem Parla⸗
mente hinarbeitete. Dieſe vollzog ſich von ſelbſt,
als die ın Paris verſammelten Edelleute fich über
Wiederherſtellung bes Lehnsſtaates beriethen u
eine Verſammlung der Geiſtlichkeit ſich ihr anſchloß.
Auf Betrieb des Parlamentt wurde bie Adelsver⸗
ſammlung vom Herzog von Orleans genöthigt,
aus einander zu gehen Dann gewann bie Köni-
gen Condé durch Verſprechungen u. entließ ben
bon biefem gehaßten Winifter Ehateaunenf, doch
kamen dafür andere Ereaturen Mazarins ins Con⸗
feil. We die Königin in gleicher Weile Turenne,
ben Herzog von Longueville u. Gondi gewonnen
hatte, lieh fie Conde u. beſchloß ihn zu ver⸗
354
Yaften. Diefer von ber Gefahr unterrichtet, ent
fernte ſich erfi aus Paris, kehrte aber dahin zurüd,
um fi megen ber gegen ibn auf Gondis Betrieb
im Barlament erbobenen Auflage zu rechtiertigen.
Um fi) zunächſt Eondes zu entledigen, genehmigte
die Königin die Verbannung Majarius, wodurch
Belt u. Parlament günftiger für fie geftimnit wur⸗
den, Dann lie fie ven am 5. Eept. greßjährig ge-
worbenen König frönen. Coupe, fich nicht länger
ſicher wähnend, begab fich in ſein Gouvernement
Guyenne, um den Krieg vorzubereiten, n. wurde
num nebft feinen Bruder von ber Königin für einen
Mujeftätsverbrecher erllärt.
Da die euergifchen Maßregeln Chateaunenfs, ben
bie Königin wieder an bie Spitze bes Couſeils berufen
hatte, den Carbinal Mazarin eine jhnelle Dämpfung
tes Aufftuubes in Guyenne erwarten, aber zugleich
eine Gefährdung feines Einfluſſes fürchten ließen, fo
Lehrte dieſer mit in Deutſchlaud geworbeuen Trurpen
nuch F. zurück u. wurde vom Hofe 30. Jan. 1652
in Poitiers mit Auszeichuung enipfangen. Aufge⸗
bracht über bie Woribrüchigkeit der Königin, erklärte
das Parlament ten Carbinal für einen Hochverrä⸗
tber. Die königliche Arınee unter Zurenue rückte
vor Paris; Conde eilte zur Dedung der Haupiftabt
perbeh nachdem er bie köͤniglichen Truppen 7. April
i Bleneau geichlagen batte. Aber die Stimmung
des Parlanıents war bem hochmüthigen Brüungzen
nicht günflig, u. bie öffentliche Veinung wandte ſich
noch mehr gegen ihn, als er ben Pübel in Paris be-
waffnete u. durch deuſelben das Parlament einzu⸗
ſchüchtern ſuchte, um bie Unterbandlungen deſſel⸗
ben mit den König zu hintertreiben. Das Parla⸗
ment berief deshalb Bürgercompagnien zu feinem
Schutze. Bon Turenue bei Charenton 1. Juli zu⸗
rüdgebrängt, warf Conte feine Truppen im bie
Haupiftubt u. zwang nım ben ſchwachen Herzog
von Orleans fi mit ihm zu verbinden. Der Po»
bei erftürınte das Stadtbaus u. vertrieb u. ernior-
dete zum Theil tie dort verſammelten Barlaments-
räthe u. hohen ſtädtiſchen Beamten. Dies Ereigniß
u. bie fortdauernde Pöbelherrſchaft begünftigte Die
Eade des Hofes. Die angejehenften Bürger ver-
ließen Paris, u. als auf Bitten mehrerer Parla-
menteräthe der König fih entſchloß, Diazarin zu
entferuien, u. am 26. Aug. eine allgemeine Amne⸗
ftie verkünden ließ, wurbe die Lage Condes immer
unficherer. Am 14. October verließ er Die Stadt, u.
am 21. zog der König unter Dem Jubel der Bevöl-
ferung ein. Mit ibın kehrte die Orbuung, zugleich
aber auch ber unverhülltefte Deſpotismus zurüd.
Dem Parlament wurte jeder Einfluß auf bie Bere
waltung entzogen, u. ohne Widerſpruch mußte daſ⸗
felbe Die Steueredicte des Königs regiſtriren Gondi,
der feine Erhebung zum Cardinal von Retz durch
Achjelträgerei entlich erreicht hatte, wurde verhaf-
tet u. Conde, als er ter Aufferterung tes Parla-
mente, vor ihm zu erfcheinen, nicht Folge leiſtete,
als Majeftätsnerbrecher zum Tode verurtheilt. Am
3. Febr. 1653 kehrte auch Mazariu nach Paris zu-
rüd u. trat won Neuem an bie Spitze der öffentli-
hen Angelegenheiten. Der Herzog von Orleans
nahm die Aınneftie an, u. der Prinz Conti, nachdem
er durch libergabe der von ihm bejegten Plätze in
Qupyenne fi Verzeibung geficbert batte, beirarbete
1654 eine Nichte des Cardinals Mazarin. Der
Krieg gegen Spanien war währen ber Zeit iune—
zer Zerrättung zum Nachtheil für F. abgelaufen,
Frankreich (Geſch.) VIL (B. 1652-1668)
die Spanier hatten inzwijchen in
fale, in den Niederlanden Düulirche
obert u. fi ganz Catalonien wieder
Btüdlicher fochten die Franzoſen 16
reune iu bei Rieberlauden, u. 165416
mit Wazarin ſelbſt dahin. Die Fra
ten Stenuy u. entſetzten Arras, wel
Condeé mit den Epaniern belagerte.
an 25. Auguft bei Arras gunztic ı
Satulouien u. Italien war 1653—55
tenbes geicheben, voch trut Lothriu
Spauien zu %. über, u. Mazarin ſch
tell ein Bündniß gegen Spanien.
denen Belagerungen verliefen bie ı
Um den Kuaiſer zu verhindern, fich f
verwenden, ſchloß Wazarin 15. Am
geuannte Rheinijche Alltanız mit uich
Neihsfürften u. dem Könige won |
demſelben Sabre belagerte Zurenne
läntern Dünkirchen, ſchlug am 15.
Eutſatz anrüdenten Don Juan t"
oberte an 25. Anni Die Stadt. D
wog entlid Spauien zun Ppremi
(7. Nov. 1659). Nah einen: Artikel
mäblte ſich Ludroig XIV. wit ber 3
Therefiu, Tochter Philipps IV. von
lobte jeboch eiblich un, daß er, wie fe
auf jeden Autheil an ber Erbſchaj
behielt Roufjillon, Artois u. wiehr
Hennegau, Flaudern u. Luxenibin
Eonde wurde beguubigt u. ber Di
tbringen trat bem Könige einen Yanı
cher F. eine Directe Berbinbung mit
1661 ftarb Mazarin u. Ludwig XIV.
ſtändig bie Regierung zu ergreifen.
Ludwig XIV. deſſen ftaatsındnni]
Mazarin mit Fleiß vernachläſſigt ba
Abhängigkeit zu erhalten, erſetzte, mar
niffen maugelte, durch natürliche U
u. eine eiſerne Couſequeuz, womit cı
deipotiihen, eroberungoſüchtigen
Etreben entgegenfiehente Hinberni
Hälfte feiner Regierung bis zur &
(1689) zu überwinden wußte. Er ve
lente aufzufinten u. zu nüten, obne
lihen Willen den Neigungen u. We
ner Rathgeber unterzuordnen. 2
batte er vornehmilich Yerellier, Sta:
Kriegsangelegenbeiten, Lyonne für
tige, Colbert, welcher jeinen Borg:
verbrängte, indem biejer wegen grof
jchleife erilirt wurbe, für Die Kinanzı
biejer Deinifter u. erfabrener Feldbe
ihn, bie erfte Hälfte feiner Regierun
Glanzperiode der franzöſiſchen Geſchi
Colbert orduete in umjaſſender u. ra
zerrütteten Finauzverbälniſſe des S
nicht ohne Gewaltutaßregeln u. Ein:
tes Eigenthum. Dieie Eingriffe ıru
ſolche, welche fih Durch Beruntreum
ſchleiſe während der Zeit Kıdyeiieus
bereichert hatten, inden er eine allge
hung gegen Die Finanzpächter bie zu
1655 anordnete u. durch Die benicibı
Seldftrafen tie leeren Kaſſen des &
füllte. Die Regulirung des Sinany
jens, verkunten mit einer Durchareit
jerung ber Rechtspflege, bie gieich
Weanfreich (Geſch.) VII. (B. 1662-1672)
| Douay u. andere Orte, ſowie auch bie Franche
‚ bob den äffentlihen Credit, vermin-
nefuß u. ermöglichte den Auffchwung
ı a. der Inbuftrie, obwohl die zwin⸗
gehäffigen Maßregeln. mit welchen
die Entwickelung derjelben wirfen zu
ibte, mei zu dem entgegengelegten
arten. Die Hebung des Nationalwohl⸗
Berbeflerung ver Ainamı u. die Ve-
T Populatien durch Begünftigung frü-
st u. zahlreicher Familien machten es
ht nur ein großes, ſondern auch ein
lirtes ſtehendes Heer zu errichten, eine
grüuben u. zur Unterftügung derfelben
ızulegen. Der Glanz des Hoflebens,
tch äußeren Prunk, fontern auch durch |
iehung geiftvoller Männer bewirkt,
a8 ſchon durch Kriegsglück gewonnene
über die europäiſchen Staaten, u. die
Dichter u. Schriftiſteller, welche bie
e ter Franzöſiſchen Literatur berbei-
icine, Corneille, Moliere, Bascal,
ffuet, Leſage u. A.d, erböhten dies Über⸗
m fie der Cinführung Ler Franzöſiſchen
Hof⸗ u. Diplomatenſprache weſentlichen
leten. Wenn bie Erſtarkuug des Stua-
mern tet Greberumgsplänen Lud⸗
ine fichere Bafis bereitete, jo fam ihm
ehr die Zerritttung ber flautlihen Ver-
Auslantes zu Etatten. Die Schwäche
taaten beutete Ludwig XIV. auf alle
ſowohl durd offenen Kampf als Durch
inte. Ludwigs Ehrgeiz zeigte fich zu⸗
meflreitigteiten. Ein Streit biefer Art
em u. dem fpanifchen Gefandten in
welchem jener thätlich beleidigt worden
ıgte ihn zu einer Kriegedrohung, wor⸗
IV. von Spanien ben Vorrang Fes
Den Kaifer vermochte er, den Tıtel
8 der Chriſtenheit u. eines Grafen von
geben; ten Papſt nöthigte er 1662,
Digung jeined Geiandten in Rom, ihm
nbe Genugtbuung zu geben; von
n England fauite er 1662 ten Hafen
ben, welcher jeit Cronwell in eng-
em war, für 5 Millionen Fr. n. von
von Lothringen erzwang er bie Abtre-
tadt Marial; ten Kaiier fandte er
ifscorps gegen die Türlen, welches un-
an der jiegreihen Schlacht bei dem
Gotthard Theil nahm, u. unterftügte |
enretianer in Candia gegen die Türken.
brachten Dem Könige indeß feinen &e-
fich jeinem Verlangen nach Krieggrubm
je u. gerechifertigte Gelegenheit zum
die Nachbarſtaaten darbot, fo brach er,
ine Zuflucht nehmend, eine ſolche vom
es Schwiegervaters Philipp IV. Tobe
‚db er nämlich, ungeachtet ber aus⸗
Berzichtleiftung im Pyrenäiſchen Frie⸗
e Gemahlin auf einen Theil der Erb⸗
iche u. begehrte Flandern, Hennegaun.
itk unter ben Vorwaud, Daß bier, ver⸗
ſelbſt geitenten Devolutionsrechtse, fei-
im vor jenem Schwager bie Succeffion
: bejeßte, als Spanien fein Verlangen
‚im Dai 1667 die Epanijchen Nieder⸗
‚ Zournay, Courtray, Dudenaarde,
355
Comteé wurben faft ohne allen Widerſtand von dem
Prinzen Condé erobert. Die Generalftaaten, durch
tiefe Eroberungen bedroht, Rellten darauf im Juli
1667 mit Schweden das frühere, aus den Dreißig-
jährigen Kriege ſtammende Bündniß wieder ber.
Am 23. Jan. 1668 fam ein Bündniß zwiſchen Eng-
land u. ben Niederlanten zu Stande u. alle drei
Mächte vereinigten fich zu einer Tripleallianz
gegen 5. Nah mehreren Unterhantlungen u. ei⸗
nen, von den Verbiindeten erzwungenen Waffen-
ſtillſtand, u. nachdem bie Niederlande, als Lud⸗
teig XIV. Miene machte, diefen zu brechen, den
Spaniern 6009 M. zu Hülfe jchidten, fam am 2.
Mai 1665 ber Friede von Aachen zu Stande, dem
gemäß Frankreich die Franche Conite an Spanien
zurückgab, bie in ten Katholiſchen Niederlanden er⸗
oberten Plaätze uber behielt.
Die Republik der Niederlande hatte durch bie Spa⸗
wien geleiſtete Hülſe Ludwigs XIV. heftigſten Unwil⸗
len erregt, weshalb er feine Kriegspläne jetzt gegen
diefe richtete. Zu dem Ente gewann er zunächſt
Kurt IT. vun Englaud, dem er Unterftiäung zu defien
egen bie englifhe Verfaſſung beabfichtigten Staats»
Ereiche verhieß. Dieſer trennte ſich von dem Nieber-
lunten u. verfprach ben König Yubwigmit Subſidien
zu unterſtützen. Dauun brachte er auch Schweden von
dem Wüntniffe mit den Generafftuaten ab u. ſchloß
niit biefen Staate einte einerfeits gegen Dünenurf,
anbererſeits gegen bie Nieberlande gerichtete Defen-
fioullianz (14. Apr. 1671). Am 12. April 1672 er-
Närte Frankreich u. Englund, buld burauf auch der
Biſchof von Münſter u. der Kurfürft von Köln ben
vereinten Nieberländern ben Krieg. Anfunge hat⸗
ten die Generaiftaaten feine anderen Verbündeten
als Spanien, ntit den fie am 17. Dec. 1671 eine
Alianz geichlefien hatten, mwerin ihnen Spanien
Hülfe an Geld u. Truppen zufagte, u. den Kurfükc-
ften von Brandenkurg, welcher 20,000 M. Trup⸗
pen veriprad. Ein franzöſiſches Geſchwader unter
d'Eſtrées hatte ſich mit der englifchen Flotte unter
beim Herzog von Merk u. Dientague, Grafen von
Sandwich, vereinigt; beide Geſchwader züblten
ſammen 120 Schiffe u. lagen bei Solebay vor An⸗
ter. Der bolländiſche Admiral Ruytex griff mit 95
Kriegefihifien u. Fregatten tiefe Ülberınacht am
7. Zuni 1672 an u. ſchlug fie nach blutigem Ge-
feht. Während deſſen war Ludwig XIV. in Bere
fon, ven Turenne u. Conte begleitet, mit einer
Arınee von 120,000 M. gegen bie Vereinigten Rie-
derlande vorgedrungen, marfchirte gegen Geldern,
nahm Triei, Weſel u. Rheinbergen obne Wider⸗
ſtand, überſchiffte den Rhein bei Tolhuis am 12.
Juni 1672, nahm Doesburg, Zütphen, Arnheim,
Nimwegen, Crevecoeur ꝛc. n. hielt am 30. Juni,
nachdem der Herzog von Luremburg ſich mit
30,000 M. tötniichen u. münſterſchen Truppen ver⸗
einigtu. ganz Over⸗Yſſel jaft ohne Widerſtand erobert
hatte, feinen Einzug in Utrecht. Die Vereinten Nies
derlande begannen nun Friedensunterhandlungen,
während Ludwig nach Paris zurlidlehrte. Die For⸗
derungen Frankreichs waren indeß fü boch geſpannt,
daß die Neicderländer es lieber auf das Äußerfte lom⸗
men laſſen wollten. Wilhelm von Oranien, nad
ben Sturze te Wirts zum lebenslänglichen Statt»
balter in 4 Provinzen ernannt, fchloß mit Dem
Kaijer Leopold I. im Juli 1672 ein Bündniß. Die
kaijerlichen Truppen ftießen bei Halberſtadt uuter
356
. Montecucnli zu dem Heer bes Kurfürſten von Bran⸗
cenburg u. rüdten gegen Münſter u. den Rhein
oor. Nun begann Ludwig, da bie Holländer wieber
ortſchritte machten, mit bein Kaifer u. dem Kurfür-
en von Brandenburg zu unterhandeln, u. ber Letztere
chloß am 10. Juli 1673 zu Voſſem einen Neutra⸗
litätsvertrag mit F., um den Verheerungen feiner
am Rhein gelegenen Landestheile ein Ende zu ma⸗
en. Der Felbaug 1673 wurde von den Franzoſen
mit der Belagerung von Maftricht eröffnet, welches
fi den 1. Juli ergab. Gleichzeitig fiel Turenne m
die Länder am Mittelrhein u. in Franken ein. Der
Kaifer, dadurch zu größerer Anftrengung bewogen,
‚jammelte ein Heer von 17,000 M. am Nieberrbein
u. fandte Montecuculi mit 30,000 M. gegen Zur
zenne, vertrieb biefen von rechten Rheinufer, über⸗
fhritt den Rhein bei Coblenz u. verband fich bei
Andernach mit Dranien, welcher unterbeffen im
Septeniber Naarben genommen hatte. Beide bela-
gerten Bonn, das am 11. Nov. auch fiel. Der Ein-
fall ber Franzoſen in Deutſchland bewog das Reich,
den Reichskrieg an Frankreich zu erllären, Brau⸗
deuburg (das ein Si Ifscorp8 von 14,000 M. ver-
iprad), Pfalz u. Braunſchweig ſchloſſen Separat⸗
verträge mit dem Kaifer u. ben Nieberlauden, wie
denn jchon im Mai Dänemark 10,000 M. u. 40
striegsichiffe u. im Juli der Herzog von Lothrin-
gen, welchen Lubwig ſchon 1670 aus feinem Her-
Jogthume vertrieben hatte, 3000 Reiter gegen Sub⸗
ſidien verhießen hatten. Noch ungünſtiger wurde
Die Lage Fes durch drei von ben —
erfochtenen Seeſiege u. durch den am 19. Febr.
1674 zwiſchen England u. Holland abgeſchloſſenen
Frieden zu Aral a Die Berbandlungen auf
dem Friedenscongreß in Köln zerſchlugen fich we⸗
gen ber übermäßigen Forderungen Ludwigs XIV.
im April 1674, ber Kurfürft von Köln u. ber Bi-
{hof von Münfter entjagten Darauf ber franzöfi-
{hen Allianz. Um bie fpanifchen Truppen in Ita⸗
lien an einen Durchmarſch nach Deutichland zu hin⸗
dern, traf Ludwig 1674 eine Convention mit ter
Schweiz. Der Brinz von Oranien drang indeß ger
gen die franzöfifhe Grenze vor, Conde hielt ihn
aber bei Senef am 11. Aug. 1674 auf u. lieferte
ihm dort eine Schlacht. Beide Theile fehrieben fich
ben Sieg zu. Da die Niederländer einen Separat-
frieden nicht eingehen wollten, jo nabın der Krieg
1675 feinen Fortgang, beſchränkte ſich aber auf
Märſche u. Gegenmäriche, Beobachtungen u. De⸗
monftrationen. Judeſſen fiel Turenne beim Be⸗
ginnen bes Gefechts bei Sasbach am 27. Juli 1675,
u. Condé erhielt da8 Commando. Auf Ludwigs
Betrieb eröffnete 1675 Schmeden den Krieg mit
Brandenburg; dadurch wurde ben Niederlanden bie
Unterfiügung des Oroßen Kurfürften u. der Braun⸗
jchweiger entzogen, n. F. erlangteinden Niederlanden
u. am Rhein wieder das Übergewicht. Die Franzojen
benutten dies, um Karl von Lothringen, ber bad
Commando ber kaiferlihen Armee 1676 übernom⸗
men, Trier erobert, Philippsburg genenimen u.
fi) Lothringen genäbert hatte, anzugreifen, Sie
vertrieben den Herzog aus Dlainz, nörhigten ein in
Elſaß eingedrungenes öfterreichifches Truppencorps,
zu capituliren u. beſchloſſen den Feldzuq damit, daß
ie am 14. Nov. 1676 Freiburg im Breisgau ein⸗
nahmen. In den Niederlanden machten fie ebeufalls
aeue Fortſchritte. Auch der Kampf zur See lief in
dieſem Jahre günftiger ab, indem %. das gegen
— —-
Frankreich (Geſch.) VIL (B. 1673-1699)
Spanien empörte Meſſina mit Exrkeig
Das erfte größere Treffen zwiſchen ber
ipanifhen u. franzöfiichen Flotte bei
Yan. 1676 zwiſchen Strombeli u. &
unentidhiebeg. In einer gueiten Edi
Beh: des Atua, wurbe Ruyter gleich
N ährlich verwundet u. ftarb ben 29.
ie ihres ausgezeichneten Führers ber
lãndiſch⸗ ſpaniſche Flotte wurde bald d
lermo gli geichlagen, u. Ludwig X]
bes Mittelmeeres. Unterbeflen wurde
von den betheiligten Mächten über ı
verhandelt, ohne baf eine Ginigung
fonnte. Das Jahr 1677 brachte bi
neue Vortheile, Balenciennes murke
ber Marihall von Luremburg ſchlu⸗
Mont-Ealjel. D’Efirdes nahm in der
ben Holländern bie Infel Tabage
brobte England fi nıit ben Gegner
binden, indem es fi) durch ven Bert
ben 6. Jan. 1678, mit Holland allii
ein franzöfiiches Heer in Flandern ein
u. Ypern eroberte, ſchloſſen die Gew
nen Waffenftillftand, welchen troß ix
Wilhelms Ill. von Oranien ber deftni
frieden zu Nymmegen, ben 10. Aug.
Kurz vor Ratification bes Frieden
Franzoſen zwar noch einen Berluf
Prinz von Oranien am 14. Ang. be
turemburg bei Mons ſchlug, jeder
Vertrag trotzdem ratificirt. er war!
gelungen, alle feine Gegner zu trem
ben Abſchluß von Separatfriedener
den einzelnen Mächten erreichte er beı
Länderzuwachs. Hanbelsinterefien |
milder gegen bie Generalftaaten aufyı
er daher alle Eroberungen zurüdgab ı
ftelung der beiberjeitigen Untertban
ber Schifffahrt u. des Handels ver
Beilpiel Hollands folgte am 17. St
welches in dem erft 16. Dec. beflätigt
Franche Conité u. alle von den Fran
bern gemachten Eroberungen, mit A
Charleroi, Courtray, Dudenaarbe, |
Limburg, an F. abtrat. Der Friebe n
u. dem Reiche kam 6. Febr. 1679 zu
Kaiſer gab darin ſtillſchweigend zu, d
behielt, was e8 befaß, gab bagegen ı
tion ein, wodurch er feine u. des Rei
bie Stäbte im Elſaß wahrte. Freibum:
burg mwurben an das Reich zurüdgeg
zwang Lutwig dur WVerbeerung Pd
Beſitzungen Brandenburgs ben Kurfi
Frieden von St. Germain en Laye ã
demzufolge biejer die ben Schweden en
ber zurüdgab. Unter ähnlichen Benin
auch Dänemark, Braunſchweig u. be
Minfter Frieden.
Diefer glänzende Erfolg feiner X
ner Diplomaten flillte indeß keineswe
begierbe Ludwigs XIV., fondern ſpo
mehr an, faft ganz Europa noch einn
gegen ſich aufzubieten. Inzwiſchen
Innern das Ziel feiner Heirſucht e
Parlament war das fügſame Rarke
malt geworben u. die Previnziaffän
nicht mehr, gegen bie Steuerauflagen tı
auch wenn fie noch fo brüdend waren,
Teaufseih ( Geſch) VIL (B. 16801685)
37
. Eubwig hatte es bahim gebracht, | er fchleifen ließ, bemädhtigte, Tonnte tweber Oraniem
& ben befannten Aneſpruch L'étot ı noch ber Kaijer den Bebrängten beiftchen, u. es lam
: tonnte. Durch Eentralifirung der | am 29. Juni u. 26.9
‚5 er bie provinziellen Berſchieden⸗
bem bie Separatintereflen der Gou⸗
» ben allgemeinen Interefien bes
bes Könige, unterortnen mußten,
nzoſen ſich ale Nation fühlen, u. das
wigefühl Lehrte fie die Gewaltthä⸗
Könige weniger ſchmerzlich empfin-
Befriedigung feiner Ruhmbegierbe
amen für Kriegerüftungen wie für
es Hofes vergeubete. Die Einbuße,
idte durch die Beſchränkung ihrer
ng erlitten, wog ber materielle Ge⸗
die beflere Organtfation der Ver⸗
Regierungsbeamte erwirfte, u. ber
n Berluft mancher Vorrechte um fo
zahlreichen Hofämter ihm Gelegen-
den Vergnügungen u. Zerſtreuun⸗
Theil zu neben, u. bie triegerijche
Könige ben Cbrgeiz vieler auf deu
ılte, Den ihnen die Tbeilnabme an
m ber frauzöſiichen Armee gewährte.
jeder rechtliche Anlak zur Wieder
Kriegs gegen bie öſtlichen Nachbar»
fand einer jeiner Räthe ein Mittel,
rechtlichen Schein über den beabjich-
ub zu breiten. Zu bem Ende wurben
ı Reuniondglammern errichtet,
be feit 1680 Anſprüche, welche Frank⸗
bes Beſitzes der ihm in den letter
zen abgetretenen Gebiete auf andere
ithümer u. Srafichaften batte, reno⸗
fie richtig wären, bie Städte u. Di-
ziehen ſollten. Demgemäß wurden
em König von Schmeben gebörig),
eldenz, ein Theil der Biothümer
Speier, Sponbeim, Miimpelgard,
{hen Nieverlanten die Grafichaft
, Yuremburg u. mehrere lüttichiche
Frantreich gehörig erflärt u. von ib»
der Lehnseid geicrbert, bei Strafe
ion. Die Meineren Städte u. Staa-
derſtehen konnten, geberchten, Die grö⸗
weden, Pfalz u. Württemberg, wen⸗
an den Kaiſer u. verlangten Schutz
Uſurpation. Durch ſolche Anma⸗
jt, ſchloſſen bie Generalſtaaten u.
1681 ein Schuß⸗u Trutzbündniß
ich auf 20 Jabre, den ſogenannten
trag, dem 16%2 auch Spanien u.
traten; allein innere Parteiungen
iederlande art energiichen Maßregeln.
wußte Dänemark durch Zahlung ei-
bſidie von dem Bunde zu entfernen,
’, indem er Karl II. einen Jahrge⸗
fodann hinderte er durch Beſtechung
in einer gemeinfanten Action, machte
ye, wie Brandenburg u. Münfter,
deſſelben abipenftig, indem er die⸗
ı Reutralitätövertrage bemog, u. be⸗
'aifer im Oſten feined Reiche, wo er
iſche Agenten Ungarn u. bie ‘Pforte
onen gegen Lfterreich vermochte.
>84 in den Spaniichen Niederlanden
nd einfiel, ſich dort Courtrays, Dix⸗
senburgs, hier Trier, deſſen Werte
ug. 1584 zu einem 2bjährigen
Waffenſtillſtand zwilchen ben Kriegführenden. Bei
demfelben behielt Ludwig einftweilen Strasburg
(mit Kehl), das er fhon 1680 ohne Witerfiand ge«
nommen batte, Yuremburg, Bovines, Beaumont
u. Chimayh, jo mie die Pläge in ben Nieberlanden,
bie vor dem 20. Aug. 1683 mit Frankreich verei⸗
nigt worden waren, auch follten bie Souveränetäts-
rechte auf Elſaß vom Kaifer nicht mebr beftritten
werben; dagegen verſprach Ludwig AIV., in den
neu erworbenen Befiyungen bie Katholische Religion
aufrecht zu erhalten. In bemfelben Jahre demü⸗
thigte Ludwig XIV. die Genuefen u. zwang fie
durch das Bombarbement von Genua vom 18.—28.
Mai zu einem Frieden (12. Febr. 1655), wodurch
bie Republit dem Bünbniffe mit Spauien entlagte.
Rübmlicher war ber Seekrieg Ludwigs mit ber
Raubfiaaten Algier u. Tripolis, melde beibe
Städte von ber franzöſiſchen Flotte 1684 u
1655 bombartirt ır. zu Verträgen zur Sicherheit
bes franzeſiſchen Seehandels genöthigt wurben.
Wäbrend der glückliche Erfolg dieſer Kriege der
Kriegerubın rudwigso noch vergrößerte, ſank das
Anjeben feiner Krone im eigenen Lande in Folge
bes immer mehr gefleigerten Deipotienus u. ber
mit deniſelben verbuntenen Sittenlofigleit des Ho⸗
je. Drüdente Steuern zebrten an dem Marke des
Bolkes, u. Colbest, um bie Geldbedürfniſſe des Kö⸗
nigs zu befriedigen, ſah fich genötbigt, zu den ver
werflichften Mitteln zu greifen, weiche ſchon feine
Borgänger zum Ruin des nationalen Wohlftandes
u. der geſetzlichen Orduung des Staates angemenber
hatten. Straßenanflänfe u. Erceſſe des Volles ge
gen Steuerbeamte mußten blutig unterbrüdt wer
den, der Yanbbau lag darnieber u. Auswanderun
war für Viele die einzige Rettung, um bem Bette
fake zu entgehen. Diejem Elend gegenüber ftaub
te maßloſe Verſchwendung Des Hofes, wo die Mat
treſſen des Königs mit den Günftlingen deſſelben fich
im Aufſuchen raffinirter Geuliffe Überboten. Dazu
fam, Daß nach Colberts Tode (1683) der König ſich
ben Einflüfterungen feiner Maitrefie, ver Marquiſe
von Maintenon, ergab u. von biefer u. von feinem
ränlevollen Dinifter Louvois bewogen wurde, am
22. Oct. 1655 das Erict von Nautes zu widerrufen
Hatte er fchen vorher jebe ſelbſtändige religiöle
Richtung innerhalb Der Karholifhen Kirche zu unter
bräden gefucht, weil er das Überfpringen derſelben
auf das politifche Gebiet u. beshaib eine Macht⸗
ſchwächung des Königthums fürdhtete, fo war e8 jet
fein Plan, mit Gewalt die völlige Einbeit der Kran
zöflfchen Kirche herzuftellen, welche cr im Übrigen ben
päpftlihen Einwirkungen gänzlich entzogen batte.
Aller erfinnliche Zwang ward angewendet (f. Dra-
gonaden), um bie Proteftanten zum Katholiciomus
zu befebren; viele fügten fih ber Gewalt, aber ein
großer Theil der gewerbtbätigften Fabrikanten u.
Kaufleute reformirter Städte wanderte aus u. fie-
belte fich ale Refugies mit beträchtlichen Capitalien
in Eugland, Holland u. Norddeutſchland an; ein
anderer Theil fliichtete fich vor den Verfolgungen
in die Sevennen u. erregte bort fpäter ben Krieg ber
Samifarden (Sevennenkrieg, ſ. d.). Dieſes Er-
eigniß ſetzte die proteſtantiſchen Staaten Europas
in natürliche Oppofition gegen F., während bie treu⸗
loſe, eroberungsſüchtige Politik des Könige, feine
558
tes Auftreten auch die katholiſchen Mächte endlich
zu gemeinfamem Wiberftande gegen ven Störer bes
europäilchen Friedens emigen mußte.
Der 1686 erfolgte Tod des Kurjürften von Pfalz-
Simmern, bes Brubers ber Herzogin von Or⸗
leans, gab Ludwig wieder Gelegenheit, auf Die Allo«
binfertichaft im Slamen ber Herzogin, obfehon dieſe
bei ihrer Heirath förmlich darauf Verzicht geleiftet
batte, Anſpruch zu machen. Zugleich gab die Wahl
eines Kurfürften von Köln, zu welder Ludwig
ben Bifchof von Strasburg, Egon v. Hürftenberg,
vorſchlug u. deſſen Wahl 1688 durchſetzte, der aber
vom Bapfte u. Kaifer nicht beflätigt murbe, "fo mie
das Glüd des Kaiſers gegen die mit 5 in freund-
fchaftlicher Beziehung ftebende Pforte, Beranlaffung
zu einen neuen Kriege mit dem $taifer, Spanien,
England, Holland, Savoyen u. dem Deutichen
Reiche. Am 21. Juni 1686 kam zwiſchen dem Kaiſer
Leopold J., den Niederlanden, Schweden u. ben
vornehmften Reichsfürften das Bündniß zu Augs⸗
Burg zu Stande, wodurch fich dieſe Staaten ver-
pflichteten, Frankreichs Anmaßungen zu wiberftre-
ben u. bie bisherigen Verträge aufrecht zu erhalten.
Ludwig XIV. fuchte erft Durch Unterhandlungen
den Streit binzuzieben, um zu rüften, u. ließ 1687
80,000 Dann unter dem Befebl bes Dauphins in
die Pfalz einrüden. Um die Anfprüche des Grafen
v. Fürſtenberg auf das Erzbisthum Köln zu unter-
ſtützen, befetste er Bonn, Kaiſerswerth u. a. Haupt⸗
ftädte des Kurfürſtenthums, während Köln felbft in
den Händen ber Kaiferlihen war. Ohne Schwie⸗
rigteiten eroberten die Branzofen Pfalzburg, Speier,
orms, mehrere anbere Rheinfeftungen, Trier u.
Huy, u. vor Ablauf des Jahres 1687 war bie ganze
Pfalz u. ber Mittelrhein in ihren Händen. "Der
Bebaug Ludwigs XIV. 1688 hatte den Zweck, eine
iverfion zu Gunften der Türken zur machen, melche
Kaifer Leopold I. abhielten, etwas gegen %. zu un⸗
ternehmen; darüber verfäumte er aber, fih mit
einer bedeutenden Macht gegen bie Niederländer zu
wenben, um zu verhindern, daß Wilhelm v. Oranien
feine Landung u. Thronbefteigung in England durch⸗
fee. Während ver Abweſenheit Wilhelms hatten
Spanien, das Deuntſche Reich u. bei. Brantenburg
ben Schutz der Niederlande, welche unter bem Gra⸗
fen Wilhelm v. Walded ein Heer auiffiellten, über-
nommen. Der Erfelg Wilhelms v. Oranien n. feine
Anerfennung ale König von England bewog das
Deutiche Reich, am 14. Kehnar 1659 vudwig AIV.
den Krieg zu erflären. Ludwigs XIV. Truppen
zogen fih beim Anrüden der Reichötruppen vom
rechten Rheinufer zuriick, verheerten aber zuvor auf
Louvois Befebl auf das Unmenjchlichite Die Pialz
u. brannten alle Wohnſitze, bie fie erreichen fonnten,
nieder. Die Verbündeten nahmen nun einen Theil
von Köln, das Kurfürftentbum Trier u. das Lüt⸗
tichiche wieder u. fchlugen ten Marſchall von Hu—⸗
mieres bei Walcourt. Die Brandenburger, Braun-
fihweiger, Ofterreicher, Sachſen, Baiern u. Heffen
anter dem Herzog von Lothringen ercberten Miatıtz
u. vereint mit den Brandenburger Bonn. Der
Kailer vermochte tie Generalftaaten am 12. Mai
1699, mit ihn in einen Bund zu treten, deſſen
Zmed war, F. zu zwingen, Alles herauszugeben,
was es fett dem Pyrenäiſchen Frieden erobert habe,
aud ten Herzog von Yorbringen in feine Staaten
|
wieder einzufetgen ; zugleich gavantirte ein geheimer :
Frankreich (Geſch) VIL (B. 1686: 20837
Mißachtung gefchloffener Verträge u. fein verleden⸗
Artikel dem Haufe Öfterreich, nad ven
Spaniens, die Succeifion in ſͤmmtũch
Befiyungen. Später traten Witheim I]
von England, Spanien, das Deutjch
voyen u. Schweden biefem Bertrage be
bie berühmte Große Alliam gebilter.
mark entfagte dem franzöfi Bäni
8000 Mann gegen F. Dennoch gt
Heere u. Flotten faft allenthalben.
Head ward am 10. Juli bie vereinte |
englifche Flotte geichlagen; gleichzeiti
Franzoſen unter bem U von!
bie Rieberlande ein, mıngingen ben ©
u. ſchlugen denfelben bei $leurus am 1.
20 wurde die Lage F⸗s bedenklich,
König Wilhelm ILL. in Haag die (
Mächte der Großen Allianz babin baı
Mann gegen F. ins Feld zu ftellen
Ende mehrere deutiche Fürften Subfl
land befamen. Indeß brangen bie Frı
vor, nahmen Mous vernieben abe
fehte. Im Juni 1692 eroberte der D
ban Ramur u. ter Herzog von Lu
den Angriff Wilhelms III. kei Stern
mit Grfolg zuräd. Inbeffen Drang iv
Savoyen verwüſtend in Die Dauphin
fi) dort feſt. Unglüdlich lief das Umte
wigs zur See ab, al er eine Flotte ve
ausgerüftet hatte, um Jakob II. ve
wieder auf den Thron zu fehen. !
wurbe biejelbe von ter englifchen n.
Flotte bei la Hogue gänzlich gefchlag:
nur 29 Schiffe retten konnten. Day
der Befehlshaber berjelbken, der Gr
ville, inden er über eine Handelsflott
beten berfiel, bei Cap St. Bincent
Folgen jedoch unwichtiges Seeneiter
folglos war aber auch das von den B
Inni unternonmene Bombarbementt
mehr Nachdruck wurden Dieppe u.
von der vereinigten Flotte beſchoſſen.
centrirte Ludwig XIV., nachdem er i
ben Orden des heil. Ludwig zur X
tapferſten Offiziere geſtiftet hatte, ſeine
macht auf die Niederlaude u. erſchien
Juni zum letzten Male bei der Armee.
wurde von Luxemburg am 29. Juli b
eihlagen, ein Zieg, welcher Den fran
n große Bertbeile brachte. Am Rhe
befebligte, vermieden beite Theile ei
treffen ihrer Hauptcorps Indeſſen n
wig AIV. mehr Der Mangel an &k
folge der Verbündeten ein Antrieb, d
juchen. &8 waren bereits alle Mittel
Unterhaltung der Armee neue Steuer
Ludwig bemühte fih deshalb wieder.
ratverträge Die Macht jeiner Feinde
aber Wilhelm von Oranien, der Kaiſer
fürſten ließen ſich dieſes Meal nicht ü!
mehr trat auch Sachſen zu dem gre
Braunicweig -Woltenbüttel fehler ı
mit England ur. Holland wegen Stellu
truppen gegen Subſidien, u. die Große
1695 in Haag zwiſchen dem Kuiler,
ſtaaten, England, Spanien, Sucoyı
burg, Vaiern, Braunhmweig-Yünebut
u. mehreren anberen Neichsftänten en
mehr wurden die Franzoſen, weicener
Fraukreich (Geſch) VIL (B. 16951715)
fen Felbherrn, den Marfchall won | Begierig machte, das Erbe am fi zu reißen. Um
wrioren, in bie Defenfiwe gedrängt.
ziemont u. Catalonien war ihnen das
Dies benutzte Ludwig, um zunächſt
a Eavoyen zum Frieden zu bewegen,
J. 1696 kam ber * von Turin an
emäß F. ulle Eroberungen zurüdgab.
ven verbunden, zwang nun nicht nur
en Kaifer für Italien einen Waffen⸗
gefteben,, ſondern Ludwig gab auch,
den aus Italien gezogenen Truppen
drei Armeen verſtärkte, den inzwiſchen
end Vermittelung angeknupften Frie⸗
Mungen größeren Nachdruck. Der
eh zu Rosmwijd, einem Dorfe bei Haag,
Mai. Anfangs drangen der Kailer,
Spanien auf Erfüllung Des Wefttäti-
ãiſchen Friedens, verlangten demnach
e Straeburge nebſt Zubebör, Frei⸗
iſachs, ten Widerruf ter Reunionen
einſetzung des Herzogs von Lorprin-
e Ercberung Barcelenas, 27. Aug.,
ten zu arößeren Conceifionen, u. als
and u. Zpanien am 20. Sept. 16547
Zeparatiricten unterzeichneten, ſchloß
ſer u. Das Reich ben 30. Oct. Frieden.
Srmijcer Frieden wurde Ritbelm III.
: England anerfannt, ben Niederlän-
Burrierepläße in ben Katholiſchen Nie⸗
tlliat, ein Handelstractat mit Hellaud
panien alle demſelben in dem legten
nen Zritte in Catalonien ıı. ben Nie⸗
ücaeneten u. faſt fännntliche Einver-
‚Ge die Reunionskammern in Namır,
Flandern, Brabant u. Kennegan ge⸗
wieder aufgehoben. Das Deutſche
lee außer Elſaß u. Strasburg zurück,
mebrere Feftungen geſchleift. Wegen
der Herzogin von Orleans an die
n beide Tbeile den Papſt ale Schieds⸗
iſtweilen erhielt die Herzogin jährlich
9. Der Herzog von Baiern wart als
Köln anerkannt u. der Cardinal Für-
: in fein Bisſthum Strasburg zurüd.
on Yorbringen erhielt feine Staaten
behielt F. das Durchzugsrecht m. die
ouis u. vongwy.
te in dieſem lebten, in feinen Reſultate
en Kriege ten Woblſtand Der Nation
nzeen Eroberungsjichtaufgeopiert. Die
8 Staates war in den traurigften Ver⸗
Durch Creirung von Renten u. durch
bie Echuldentaft tes Staates auf 209,
eftiegen, die zum Tbeil mit 81 Procent
n mußten. Der größte Tbeil bee Sil-
:r königlichen Schlöſſer u. vieler Land⸗
te während tes Krieges in bie Münze.
ung ber Amter, welche bem Könige,
[ben verkaufte, iin Laufe des Krieges 30
trug, vermehrte auch Die Staatslaften,
tt Durch mehrmalige Driinzverrdlech-
unbedeutend, das Grunteigentbum
Hälfte feines Werihes geſunken u. die
es Landes bedeutend zurückgegangen.
Des Departements bes Auswärtigen
Marquis be Torcy gerreten, ald das
eheude Erlöſchen des den ſpaniſchen
yenben Hauſes Habsburg Ludwigx IV.
ben Anfprücen tes Königs ale Geniahl ber Schwe⸗
fter Karls II. ven Spanien größeren Nachdruck u
geben, zumal da Ludwig AIV. bei feiner Bermäh-
lung auf alle Erbanfpritche verzichtet batte, fnchte
fih te Torcy Durch diplematiſche Kunftgriffe ben
nöthigen Einfluß auf Karl IT. zu verichaffen. wo⸗
durch dieſer dahin gebracht wurde, ſein Reich dem
2. Sohne des Dauphin, Philipp von Anjon, au
vermachen. As aber nach tem Tode Karle TI.
Pbilipp V. ald König von Spanien 4. Dec. nad
Matrid abgereift war, erhob der Kaifer gegen bie
Toronbefteigung Einſpruch, u. Ludwig XIV. murbe
genätbigt, das Recht feines Eukels mit MRaffengemwalt
zu vertbeibigen. Der Spaniſche Erbfolgefrieg ver-
einigte von Neuem England, tie Generalftaaten,
Kaifer u. Reich zum Kampfe gegen %. in der großen
Allianz vom 7. Septtr. 1701 zu Haag; f. Eyanie
{cher refofgefrieg, In diefem Kriege bot Lubmi
vie fehten Kräite feines au@gejegenen Landes aut
Wiederum mußten Lie alten verberbliden Maß⸗
regeln ter Münzverfhlechterung (welche üÜberdies
faft ganz dent Auslande zu Gute kam, indem na-
mentlich Holland, ſobald tie Einziehung der oefferen
Münzen begann, dieſe auflaufte), der Berfauf-nen
geihaffener Aınter (welche zum Theil auf ben nie
drigften Befchäftigungen berubten, wie 3.3. das Anit
ter Plancheurs, d. i. ter Arbeiter, welche vom Ufer
Breter an die Schiffe legten), u. der Creirung von
Renten mit einer Zinszahlung von 10 Procent den
von Jabr zu Jahr freigenten Bedürfniſſen bes
Staats zu Hülfe fonıınen. Dazu kam noch die Aus⸗
gabe won Papiergeld, beftebent in Anweiſungen,
welche eingelöft werben felften, fobald bie Imprä-
gung der Münzen vellentet war, ed. in ten von
der Darlehnkaſſe mit 8 Brocent Zinfen ausgegebe⸗
nen, nad 6 Monaten einzuldienten Villets. Beibe
Sorten Papiergeld, fo lange der Staat feine Ber-
flichtungen erfüllte, zum Nennwerth curfirend,
anfen bald bis anf 36 Procent herab. Die Noth
bes Yantes ſieg 1708 in Folge einer Theurung auf
ben äußerfien Grad, fo daß es in Paris bereite zu
Straßenauflänfen am. Da endlich dachte der König
ernſtlich daran, 1709 den Frieden zu Stande zu
bringen. Aber Lie Unterbandlungen mit ben ein»
zelnen fiegreichen Mächten filbrten zu Leinen Ziel,
u. nur der Durch einen Zufall berbeigefiihrte Sturz
der Whigpartei in England rettete F. vor einer voll»
ſtändigen Demüchigung durch die Waffen des eng
lifchen Feldherrn Marisoreugb u. des kaiſerlichen
Generals Prinz Eugen von Saveyen. Doch erfl
1712 ſchloß Großbritannien für fich den Frieden zur
Utrecht, ten ſich die Generalſtaaten bald Daranf
anſchloſſen. Auch ber Kaifer verſtand fich endlich zu
dem Frieden von Raftabt im Februar 1714, in
welchem ter Rysmwijder Frieden beftätigt wurde, ber
Kaiſer aber tie Stadt vandan an F. abtreten mußte
Das Ziel des Kricges, Philipp V. Den Thron Spas
niens zu fichern, hatte Ludwig XIV. erreicht, alle
Nebeunländer Zpaniens aber waren Üfterreih u.
Savoyen zugchallen, Ber Rubhm u. Glanz feiner Res
gierung war verblichen, Der öffentliche Erctit ruinirt,
Du8 Platte Land bem Elend preisgegeben, während
Die ftenerfreien Stände, der Adel u. tie Beamter
in Eittenlofigleit u. Corruption verfielen. Nach
Ludwigs XIV, Tode 1. Sept. 1715 begab ſich ber
Herzog Philipp von Trleans, des verftorbenen Kö⸗
niga Neffe, nach dem Parlament u. ftic die Be⸗
von Maine, natürlicher Sobu des verftotbe-
—— bie Rege el ee für. deu ‚wunänbigen
Mreutel Ludwige
Lubwi aan N ubnigkV,
ber 2. Sohn des Herzogs von Burgund, war faum |
5 Jahre alt, al8 ber Herzog bon Orleans fich von beim
Parlamente zu Paris die ie Bst Stnatögewalt über-
tragen lief. Die Negierung ging jebt a bie Hanbe
eines Mannes Über, Der wobl Tbatkvaft u. Berfiand
aeg gehabt hätte, F. von ber Bahn bes Verberbens
abzuhalten, beim ber Staat mit raſchen Schritten ent»
‚gegeneilte, aber deſſen Unfittiichkeit u. Irreligiofität
aur dazu beitrugen, den jocialen Ruin bes Laudes zu
beiörbern. Um ſich in feiner Stellung zu bejeftigen,
Nice erte. er feinen frühern Gegnern Berge ai. zu,
ärte ben hart bebrüdten Janjeniften Weg
aa bertrieb. bie Yeluiten u. nahm bie unter Yub-
AIV. gegen Erſtere —— Verhaftsbefehle
gurilc, Um die Öffentliche Meinung noch mehr zu ge»
—5—— gab er ſcheinbar einen Theil ber abjoluten
Gewalt auf, indem er die jogenaunten Negierungs-
conjeils für bie verſchiedenen Zweige ber Regierung,
‚aus je 72 —— beftehend, einrichtete, deren
Beratbung jeber wichtige Act unterbreitet Werben
wlite, a au jtellte ex jr eſugniſſe bes Parlaments
in jo weit wieber ber, als er bemjelben ar
vor Regiſtrirung ber Edicte beim Könige Vorflel-
ungen bagegen zu Banden banfte 2,000 M.
Truppen ab, verließ bie adhe ber Stuarts Altz«
lid u. gab "deu auswärtigen Mächten Friebend-
verſicherungen. Um aus ben Finanzverlege JE
BTL Beilionen 16 melde ibm ui 6 mr
illionen ſchwebender Schulden in Sch
ſcheinen auf —A8— Kaſſen u. 86 Mil. Eiai
— ein Capital von 1200 Mill. reprä
alſo pn Summa 2 Milliarden binterlaflen *
erlärte ber Herzog zwar nicht geradezu ben Staats⸗
banlerott, rebucirte aber tie Forderung der Staats⸗
läubiger fowohl in Betrefi des Capitals wie ber
Su wodurch der Staat 400 Mill. Schulden
ſchüttelte. Die Aproc. Staatebillets, welche an
e ber 5— 10 prxoc. Schuldſcheine traten, hat⸗
— in Folge dieſer Gewaltmaßregel ſo geringen
Credit, daß fie auf 60 Proc. ſanken. Noch mehr
verlor das öffentliche Vertrauen durch bie unter ber
Form des Rechtes wegen früherer Unterſchleife vor⸗
genommenen iheilweiſen Berm —
wodurch den Finanzpächtern u. königlichen Lieferan⸗
‚sen 220 Mill. abgepreßt werben ſollten. Protectio⸗
‚nen bei ben Maitrefien des Herzogs u. den zahl-
reihen Genoffen feiner ——— reducirten die
— auf 70 Millionen. Alle dieſe Operatio⸗
ſowie die Umprägung ber Münzen, um fie ob⸗
oh in früherem Gehalt zu höherem Nennwerthe
auszugeben, reichten indeß nicht aus, um Ausgabe
und Einnahme ins Gleichgewicht zu jegen: ale —
Schotte, John Law, dem Könige die Errichtu
ner Töniglichen Zettelbauk vorſchlug, um bie S IE
den sach u. nad) durch den Gewinn zu tilgen, den
er dem Staate von dieſer Einrichtun verfprad.
Sein ſchwindelhaftes Project hatte Anlage eiuen
unerwarteten Erfolg, u. davon verblenbet, über-
zun der Regent feine Roués, wie er bie fittenloje
Schaar ſchmarotzender Höflinge nannte, mit Reich
thümern u. zahlte ſelbſt England Subfidien, indem
erdas Papiergeld ins Unendliche vermehren ließ. Das
Partfer Parlament verweigerte endlich im Juni 1718
gegen
Eine, franzöfildhe Armee unter bem
Seautcih: er — ——
onlaufe, — —
ben bei dieſer — von dem
zen von Geblüt zu
—* —— —— ————
5 —— alle ten Negenten yı
bem Herzog v. Maine bie Regeutichaft!
Des Regenten erfier Minifter u. Ber
ber burd feine — it beruch
welcher ſchon amd. Jan. 1717, uum de
ilippe V. von Spanien auf die R
enlgegemuwirten mit Euglaud u.
aaten die fogenamte Zripleallian; ini
jen hatte, entdedte Die Berjhwörunga
nil n Sei eianbten, ‚og v. Cellamar
IB oo. "hie Herzogin v. Maine —*
bed Bretagni
Beitritt bes ee in eine —
wandelt worden, u im Jar, 1749 wen
ber vereinigten ps
Berwick, 40,000 M., fiel in Spanitı
am 16. Juni Fuentarabia u. am |
Den ian u. eig bier bie im
fpanifche Kriegsflotte. Der König
trat in Folge —* Berluſte m.
Duboit cheuen Beichwater bene
1720 der Ouabrupelallianz bei, ja c
gar 27. März 1721 in ne Birne,
tubiwig XV. mit einer
einer
Mittlerweile Dar ek Tagen
(Del. Bank U Tun Law)
Bantlerott ber er en te Tanſend
mögen u. die Schulbenlaft. des Stasi
abermaliger gemaltiamer Gchufben
rebuctionen aufibrer enormen Höfe,
Vergeudung bes Hofes, welder «fl
Millionen jogenanute Staatspenfione
ben Law’ihen Banlerott verarmien a
lien zahlte, jebe® yo überfchritt.
Entihädigung fand ber Ratioralreid
Berbeflerung ber Bobencultur, wel
Lawſche Syſtem, indem e8 die Berm
Grundbelaſtung ermöglichte, herbeig
aber bie Handelsverwirrung wer |
bie Erbitterung des Volks ge biete
von Tage zu Zuge zu. Ro
allgemeine Unzufriedenheit, al6 der
ſönlichen — en Dubois 7:
denfelben vie taugt
Jeſuiten u. mit ihnen die ara
rädrief. Ein Jahr fpäter, 1
Frankreich (Geſch) VIL (B. 17231748)
|, ei ber Regent überlebte ihn nur bie zum
ssıber.
ng XV., feit 15. Febr. 1723 volljährig,
} die Sorge für die Regierung nad) bem
e6 Cardinals Dubois u. bes Herzoge von
5 feinem Lehrer Fleury, welcher bie natür-
lagen des Könige, auf Tändeleien binge-
. bie angeberme Angftlichteit deſſelben ge-
»tte. Den Namen des Premierminiftere
jzFleury bem babgierigen Herzog v. Bour-
em durchaus unjäbigen Kopfe. Die boben-
sanzperwirrung, hervorgerufen Durch bie
gften Operationen, wie 3.8. tie Fixirung
Taufspreifes der Waaren auf ein Fimitum,
y ter durch Münzverichlechterungen herbei-
m Theurung vorgebeugt werben fellte, nahm
‚mit der ſchamloſeſten Maitreſſenwirthſchaft
ke nun noch mebr überband. Auch trat noch
Strenge in der Berfolgung der Refermirten
bens widerſetzte fich das Parlament den
n Experimenten ber Regierung ; vera-
gein zwangen e8, fich dem Willen des
ad. Fleury's zu fiigen. Um dem ibm ver:
gen Herzog von Orleans jete Ausficht
n zu rauben, beſchloß der Herzog von
wig XV. fo bald ale möglich zu ver⸗
Desbalb wurde die Sjährige, jeit4 Jah⸗
am franzöſiſchen Hofe lebende ſpaniſche
Maria Anna zurüdgefhict, Dagegen hei
wig XV. Maria Yelzczundfa, die Tochter
eßten Bolenlönigs. Die Folge dieſes Bor-
yar eine Spannung mit dem beleibigten Hofe,
wbefj wegen der Bermidelung Spaniens in
ge Berhältniſſe keinen Friedensbruch nach ſich
ĩd Darauf entfernte Ludwig AV. den Herzog
bon vom Hofe, als diefer Fieury zu verbrän-
ihtete, u. bie volle Gewalt eines Premier-
6 ging 1726 an den, vom Papfte zum Cardi⸗
Kennen Fleury über. Wein biefer aud) eine
Reform der beſtehenden Zuftände nicht zu
ufgabe machte, io bemübte er fi, wenig.
nr grödften Gittenlofigfeiten Des Hoflebens
ee, Die Ausgaben bes Hofbalts zu beichrän-
urch eine tbeilweile Beränterung des Ab-
en den Drud der Etenern zu vermin-
(nf feinen Antrieb rief der König den Her⸗
Maine wieber an ben Hof. Obwohl von
a Fanatismus frei, begünftigte Fleury doch
webungen bes Bapftes gegen bie Sanjeniften,
aber, als ter König die Abjegung eines
Biſchofs auf Grund ter Bule Uni-
durchfetzen wollte, mit tem Parlamente
Differenzen. Nachdem Fleury anfangs
dung, dann buch Smangsmaßregeln
zur Regiftrirung bes löniglichen Edicts
gefucht hatte, ſah erfich endlich 18. Ang.
lat, nachzugeben, ba bie Oppofition fich
ze Kreiſe zu verbreiten brobte. Diefe Nach⸗
& hob wieder das Selbftgefühl u. Die poli-
ebeutung des Parifer Parlaments, ale
u bes Rechts gegen Königliche Willfilr. Hin-
ber äußern Bolitit war Fleury bemüht, F.
wen zu erhalten. Er brachte estabin, daß in
ebens- u. Defenfiotractat am 9. Won. 1729
Ma alle Mifverhältniffe zwiſchen Epanien,
b, Holland u. F. ausgeglichen wurben, wid
Gewährleiftungber PragmatifhenSanction
ehr RaiferKariV I. deshalb auch in ihn Drang.
erfafs@erifon. 4. Mufl. VI.
561
Trotz ber riebensliebe des Earbinale wurbe %.
inbeß 1733 in einen Krieg mit dem Kaifer u. Au
land verwidelt, ale nach des Könige Augufl .
von Polen Tode (1733) durch franzäfifchen Einfluß
ber Erlönig Stanislaus Leſzezynoli, Tubwige XV.
Schwiegervater, zum König von Polen gewählt
worden war. Am 10. October erklärte F. bem
Kailer ben Krieg; ber Graf von Belle Isle beſetzte
Lothringen u. eine franzöfifche Armee unter Vil⸗
lers drang in Stalien ein u. eroberte mit Hülfe
Eardiniens 4. Novdr. Mailand. Die Eroberung
von Kehl veranlaßte auch das Reich zur Theil-
nahme am Kriege. Am 2. Mai 1734 wurden bie
ranzojen aın Po geſchlagen u. erlitten 15. Septbr.
eine neuen Verluſt bei Secchia. Die Theilnahme
Spaniens am Kriege gegen, ben Saifer gab ben
franzefiihen Waffen neues Übergewicht, ale 1735
die Spanier Sicilien u. Neapel erobert hatten,
Folge deſſen kam 3. Octbr. 1735 der Frieden von
Wien zu Stande, demgemäß Stanislaus der Krone
von Polen entjagte u. Lothringen u. Bar mit ber
Bebingung erhielt, daß dieſe Länder nad feinem
Tode an 5. fallen follten. So erwarb F. ohne große
Anftrengungen ein für die Abrunbung feines @e-
bietes wichtiges Grenzland. Die friedliche Politik
Fleury’s u. Die Verbeflerung des Abgabenweſens
brachte immer größere Ordnung in den Gtaate-
bauabalt, wenn auch der innere Wohlſtand bes
Yandes fih noch nicht heben wollte, Die Ausficht
auf eine Abftellung der zahlreichen Übel, an welchen
ber Staat krankte, wurde vollends durch ben Cha⸗
ralter des Könige vereitelt, indem biefer bafb
der Spielball ehrgeiziger Günſtlinge u. ränkevoller
Paitreffen wurbe. Als der Tod Kaifer Karls VI.
20. Ocibr. 1740 den Oſterreichiſchen Erbfolgelrieg
veranlafßte, mußte Flenry der Kriegspartei nach⸗
geben u. von ber Anerkennung ber Bragmatifchen
Sanction zuritdtreren. Alle Einheit ber Bermaltung
hörte aber auf, al® der Cardinal 29. Ianuar 1743
ftarb, u. der jeitber nur mit Berluft geführte Krieg
brachte das Yand von Neuem tem Staatsbankerott
nabe. Vergl. Ofterreichiicher Erbfolgekrieg. Der
Triebe au Aachen 18. Octbr. 1748 brachte F. nicht
den geringften Gewinn, während ber Krieg unge»
beure Summen verichlumgen, das Yand entvöllert,
den Handel zerrüttet u. die franzöfifche Seemacht
faft ganz vernichtet hatte. Die Etaatsfchuld hatte
fih in Folge des Krieges um 1200 Millionen ver⸗
mehrt; Elend u. Roth herrichten im ganzen Lande,
der Aderbau lag darnieder u. der Gewerbfleiß kam
nur langfaın wieber zu Kräften. Der König aber
hatte kein Auge u. kein Obr für bie Leiden feiner
Unterthanen, Seitdem bie zur Marquiſe von Pom⸗
pabourerbobne Frau eines Finanzpächters über feine
übrigen Maitreffen 1744 den Sieg davon getragen
batte, ergab er ſich blinklings ben wüfteften Aus-
[hweifungen, während die herrſchſüchtige Marquiſe
bie Regierungsgewalt immer mehr an ſich riß u.
die dem Lande erpreßten Abgaben in der tollſten
Weiſe verſchwendete. Das Beiſpiel des Hoſes
verbreitete die Sittenverderbniß in immer weitere
Kreiſe. Die Achtung vor der weltlichen u. kirchlichen
Autorität ſchwand mehr u. mehr, Laſter u. Verbre⸗
hen verzehrten ben geſnuden Kern ber Geſellſchaft.
Die Literatur Diefes Zeitraums trug das Ihrige dazu
bei, ben öffentliben Zuftänden allen moralif
galt zu rauben. Der Hof u. tie fogenannte feine
ejellichaft liebte es, mit den philefophilden Aneeıı
3
568
Frankreich (Gefch) VII. (B: 172908
Voltaires m. der Encyklopädiſten zu ſpielen, dem | Erfhöpfung ber Kaflen n bes Landes,
boblen Unglauben u. der Perläugnung aller fitt«
lichen Geſetze das Wort zu reben u. in ber frivolſten nien, in Kolge deſſen
Weile das deilige zu profaniren. Vergebens war
das Bemühen Machaults, des Generalcontroleurs
ber finanzen, die allgemeine Einführung einer
Grund⸗ u. @infommenftener durchzuſetzen. Die
Geiſtlichkeit u. der Adel bebarrten bartnädig bei
ihren Rechte, zu ben Laſten tes Staates nur durch
fogenannte freiwillige Gefchente (Dons gratuits)
beizutragen. Um biefelbe Zeit erneuerte fich ber
Streit zwiichen der Geiftlichkeit u. dem Parlamente,
intem das Lebtere gegen tie auf die Bulle Uni-
genitus geftügten Verordnungen bes Erzbiſchofs
von Paris als ein Eingriff in die richterlichen Befug-
niſſe des Parlaments Proteft erhob u. bie Ausfilfrung
jener Verordnungen 18. April 1752 gerabezu unter-
fagte. Als aber vudwig von ber Seiftlichleit gewon⸗
nen wurde u. das bei jeinem Widerſpruch bebar-
‘rende Parlament aufbob, um die Befugnifie deſſelben
einer fogenannten Juſtizkammer zı übertragen,
verbreitete fich Die Oppofition auch auf bie Unter-
‚gerichte, welche den Befehlen der mit Hohn u. Spott
überhäuften Juſtizlammer keine Folge leifteten.
Der König gab endlich nach u. büßte Durch Wieder⸗
berftellung des Parlaments 30. Aug. 1754 abermals
einen Theil bes geringen Anfebens ein, welches ihm
noch geblieben mar. Aber ſchon inı folgenden Jahre
erneuerte fich Der Zwieſpalt in folge eines püpft-
lichen Breve. Als Darauf der König dem Großen
Rathe ((srand eonseil d’6tat) die Befugniß des
Parlaments Über die Eingriffe geiftlicher Richter
in bie weltliche Gerichtsbarkeit zu nrtbeilen über⸗
trug, legten fait alle Deitglieder des Parlaments u.
ber großen Kammer ibr Ant niever. Die dariiber
entſtandene allgeineine Aufregung u. cin Mordver—
fuch gegen ben König im Januar 1757 beſtinnnte bie
Regierung, fi dem Willen des Parlaments zu fü-
gen. Einig war dagegen Das Parlanıent mit der
Regierung fortwährend, in der Verfolgung der Res
formirten u. gegen die nächtlichen gottesdienftlichen
Berfammlungen berfeiben wurden bie blutigften
Mittel nicht geichent.
Die troſtloſen Zuſtände des Landes verſchlimmer⸗
ten fich noch mehr durch den grundlos berbeigefüihrten
Krieg mir England in Folge ber Greusftreitigleiten
zwiſchen ben Kolonien beider Reiche in Oftindien.
Die Abrufung des Gouverneurs Dupleig (j. d.) 1754
binterte ben Ausbruch der Feindſeligkeiten nicht, wie
auch in Nordamerika ähuliche Verhältniſſe zu Reibun—
gen führten. Den Krieg eröffneten die Frauzoſen 1756
mit Beſetzung der den Engländern gehörigen Inſel
Minorca. Zu gleicher Zeit ließ ſich Der König durch
die von Maria Therefia gewonnene Marquiſe von
Pompadour bewegen, „die Alianz mit Preußen
eiter Verbindung mie X fterreich aufzuopfern. In
Folge deſſen nahm F. Theil an ten Siebenjährigen
Kriege (ſ. d.). Die geringe Diſeiplin ber zwei
franzojiichen Armeen, welche Ludwig AV. gegen
Preußen u. Hannover ausiandte, ermöglichte es
Friedrich dem Großen u. Ferdinand von Braun⸗
ſchweig, bie eine 1757 bei Roßbach, bie andere 1753
bei Krefeld ohne große Anftrengumgen zum Rückzuge
zu nötbigen. Trotz bieier Verluſte rüjtete Ludwig
1759 eine britte Arnıee aus, welche bei Diinten
“ofchtzgen wurde, u. verjtärkte den Neft derſelben
—1762 auf 150,090 Mann. Der Verluſt
glück der Engländer auf dem Meere u.
., deſſen $ie
nichtet war, im eignen Lande bedroht w
eudwig XV., obwohl er durch ben
Bourboniſchen Familienpact, welcht
ſeitigen Garantie ihres Beſitzthume
boniſchen Höfe: F., Neapel u. Spoe
15. Aug. 1761 verband, Bunbesgeno|
batte, zum Abſchluß des Friedensvon
1763. In dieſem Frieden verlor F. al
auf dem Feftlande von Rorbamerila
am Senegal. Mehr ale diefe Länderver
das Land der Drud der Kriegsfteuer
König un. die Marquife von Por
binderte, für ben Hof allein 117 9
einem Sabre (1759) zu verausgaben.
fchulden hatten fi) während bes Krie
leihen, die in bei verſchiedenſten $orı
gebracht waren, fo vermehrt, daß a
Gewaltmaßregeln Staatsgläubiger ı
ter in ihren Rechten tief verletst wi
Die Verichleuderung der Domaine
Fortgang. Die Üble Finanziwirtl
endlich das Parifer Barlament n. au
Provinzialparlamente dahin, ben
des Königs, welche auch nach Be
Krieges die während deſſelben gefd
ſumtions⸗ u. Kopfftenern fortzuerb
die Kegiftrirung zu verweigern. Di
Oppofition ber Barlımente nötbigte
bei der herrſchenden Mißſtimmung
einigen Punkten nahzugeben. Da
durch feine fteten Erfolge ermuthigt,
1764 bie Bertveibinig Der Jeſuiten. 9
Zeit fand auch ein Umſchwung Der €
Parlaments zu Gunſten der religi
jtatt, u. bie Cinwirkung ber neuen Zeit
ih Die Yehre ven ter Gleichbere
Menschen, Ientte bie Gemütber meh
dem religigjen Fanatismus ab, wäbr
nach einer Umgeftaltung ber fich imn
wirrenden ftaatlihen u. focialen Zu
Zage zu Tage beutlicher, nanıen
Menge von Flugſchriften, zu erken
Herzog von Choiſeul, welcher dam
bes Staatsweſens war, bemübte fi
Retuction des Heeres bie Mittel
um wieber den Grund zu einer Ma
auch den Verluſt Canada's durch die
Guyana's zu erfegen, die Landwirt
Sechanbel zu heben u. ben Gewerbfl
jeitigung einiger Zunftbeſchränkunge
aber ker Grund Des Übels, an meld
litt, entging jenen Scharidlick. &
Staatöleitung fiel Verbringen nad |
Königs Stanislaus 1766 an F. u. |
1769 von ten Genueſen durch B—
ben, mußte aber erft von einer fra
mee unterworfen werben. Indeſſen
Conflicte der Regierung mit den
fort, namentlich fchritten dieſelben ae
rauch der königlichen Verbartabet:t
ten aber tie Anerkennung des Eru
: Niemand jeinen geſetzlich beſtimmten
zogen werden Dürfe, nicht erreichen,
‚ begünftigte den, wegen ſolchen gex
t bei Wilhelniſtbal 24. Juni 1762, die Gegner verlibien Mißbrauchs der Gm
Trusted {&d&) VIL (B. 1971-1976; —
ichteriachen ionen —53 |
y Necht, beliebige Werbäftäbeichle |
bt aufgeben weilte. Da es jeist mit
Rahbrnd bei der Oppofition vers |
Gewalt ar. Eimlönigliche®
ter der Parlamentärätbe
* des Barlamients trat wieder
XVI. u. die Entwidelnn der
1774—1789. ZudbwigäVl,
lei Könt beftieg ben Thron
v Berftanb lich ibn bie
ganzer Stände
währenbe este ei bes Kems u
hwächte die Gewalt ber gierung
ı Maße, bis dieſelbe enblich —
nig® entgleiten mußte. Wie Lubwig
zung antrat, laftete anf ber großen
4 noch der ganz 3e Drud bes Fendal⸗
| der Abel längft feine politiſche Ber
Aßt hatte u. ſelbſt der von ber Ge⸗
ben als hoffähig ausgeichiebene hohe
lbſtammung bi6 vor das San Fr
ante, fein anderes Vorrecht
taben te als —* ae ie
It wurben. Die meiften Be
—— waren ——— von
nu. von dem en mit —
— in Anſpru a geh
————— ————
—28 des Volles jo ut wie gar
jegen die Willfür bes Grunbberem
en Beamten. Befler war bie Yage
— obwohl biefe ala Blirgerfiand
» litiſche Bedentung hatten, denn
ou hatten ſich von der Seſammtheit
— — Klaſſe abgeſon⸗
wier exblich waren u. bie Beſther
eiſtens Anelstiplome nefauft hatten.
mem, Bärgerfanbe rubte faſt ber
gs Abgaben, von welchen bie Weift-
Yia, jogenannten freiwilligen Ge⸗
zu Zeit Sreilanfte, während bie
mer) De ſowohl von bem Grund⸗
» as ben Rachtern bezahlt wutve.
djeſe aus dem reichen B
Di) war elme and) dem
—— Kopf kur ee
ee BP; * vor
—T
auch te
deren jedes ———
. B. ver — ne Ahlen.
F was. Bur Srhebung
won
uf Die Staatebaſſe zus
Diele Berwidiung bes ne
55 medien, n. enbfich troſtloſen Hechtegu-
nie eigen
eijigen Gtreben jener — — ihre
g zu behanpten u. ihre en. erweitern.
enfe war ber Denk, welchen die nichtpriile⸗
irten Stäxbe be Oppofition dee lamente
zollten, nicht rd eine Art der Aabänglichlelt au
tionen, fonbern Aus
ben Abel eg euch er
zu
uubermeibi * di in ‚non dem
nn is Men — er 5*
u. — bes kirchtichen u . ‚welttiden Deipor
Maurepas glaubte. darch
Rekung ber — (1974) der vffentlichen
Infitut hatte ſich völlig überlebt u. war ber Durch⸗
Whrung wirllicher Reformen nur hinderlich. Dies
zeigte ſich Iogtei, als Turgot ben Handel buch
Abichaffung r Innern Zolliehranien, ber Weg⸗
feohnden u. Zünfte in eine freie Bahn Ienten wollte.
Mit dem Barlamente traten die Prinzen, bex Abel
u. der Cierus dieſen Mafregein entgegen. Mau⸗
repas wurde durch die Deshalb angezettelte Intrigue
ewonnen u. Zurgot n. Maleeherbes nahmen ihre
ntlafjung (Mai 1776). Ebenſo fcheiterte der
Kriegsminiſter St. Germain mit feinen Beſtre⸗
bungen, das Heer zu bilcipliniren, an bem Wider⸗
fpruche bes Adels (1777). Auf Zurgot folgten in
der Finanzverwaltung Elugny, dann Tabureau,
u. als dieſe ſich nicht zu helfen wußten, Necker.
Die Stellung deſſelben als Ausländer, Proteſtant
u. Bürgerlicher war den Cabalen des Hofes gegen⸗
über eine ſehr ſchwierige, aber die Rathlofigkeit der
Regierung erhielt ihn im Amte von 1777 bie 1781.
Das Zutrauen, weiches Neder genoß, verichafite
auch dem Staate Erebit, u. ‚ohne die Steuern
erhöhen, konnte Ludwig an bem Kriege ber engli-
en Eolonien in Rorbamerifa gegen das Mutter-
nd zu Gunften der Erſteren Theil nehmen. (Bol.
Nordamerikaniſcher Freiheitskrieg.) In dem Frieben
zu Verſailles 1783 erhielt F. die Infel Tabago zu⸗
rüd u. das Gebiet von Bondichery wurde erweitert.
Die rückkehrende Armee, welche unter Yafayette
Auhm geerntet hatte, war inbeß erfüllt von ben
Kreibeitsibeen ber Norbamerifaner- u. beförberte
nicht wenig ben Drang nach politiichen Neuerungen.
Inzwiſchen war Neder ein Opfer der Hofintriguen
geworben. Sein Compterendu, bie erfte Veröffent-
ichung bes Budgets, war bie Urſache feines Sturzes.
Nach zwei verunglädten Verfuchen, ihn zu erfegen,
trat Calonne 1783 an feine Stelle. Maurepas
war mittlerweile (1781) geftorben, u. ſeitdem er-
hielt Die Königin, ald Haupt ber Partei Polignac,
entichiebenen Sinfus auf bie Regierungsmaßregelu
des Könige. Dieler Einfluß war indeß anfänglid
fein dem Staatowohl geradezu nachtheiliger, viel⸗
mehr räumten neue Geſetze u. Berortnungen manche
barkarifche Einrichtung des Mittelalters im Erimi-
nalweſen aus bem Wege, bie religidfe Duldung
wurde mehr u. mehr Regierungsgrundſatz, u. es
fehlte nicht an Anftrengungen, ben Handel u. bie
Induſtrie zu befreien u. zu heben. Aber die Königin
wear theils al8 mitwirkende Urfache biefer Reformen,
theils als Oftreicherin, theils wegen ihrer Abneigung
gegen das Treiben u. die Gewohnheiten bes fran⸗
zöſiſchen Adele, am meiften aber weil fie den Blänen
ebrgeiziger Höflinge, fi) in bie Gunft bes Könige
einzujchmeicheln, entgegen wirkte, allen Hofparteien
ein Stein bes Anftoßes, u. ber hohe Adel u. bie
Geiftlichkeit verſchmähte kein Mittel, um auf bie
öffentliche Meinung zum Nachtheil bes Ruf ber
Königin einzumirten. Schmählchriften Ei bie
Königin wurden in Maffen verbreitet u. ber Parijer
Pöbel bezahlt, um Demonftrationen zu machen.
Das von ben Hof- u. Adelsparteien übrigens
auch bei allen Gelegenheiten, wo fie eine beab-
fihtigte Regierungsmaßregel riidgängig machen
wollte, angewandte Mittel, ben Pöbel zur Aus-
Übung von Erceffen zu organifiren, mar feine ge⸗
ringe Urſache der Macht, welche allmälig die Hefe
bes Volks gewann, um ben Staat in ben Strudel
ber Anarchie hinabzureißen. Anfangs ſchien unter
Kainnne's Verwaltung Alles trefflich zu geben,
Srankrelch (Geſch) VIL (C. 1776-989.
benn in ben Zöniglt Kaflen war
Geld, welches buch Amterverlauf,
Anticipationen beigetrieben warte: €
ben König das Schloß Rambonifiet, |
Bauten, vermied jeben Anlaß, ben S
fi an bem Ende feiner it, u
biefer Zeit die Schuldenlaſt um 700
vermehrt m. ein jährliches Deficit vı
get. bewirkt hatte. Rum beftimmte
önig zur Zuſammenrufung ber Not⸗
dieſen, ba er die untern Stände nich
erhöhungen zu bebrilden wagte, Abhäf
Die Berfammlung ber Rotab
letsten Dale 1626 berufen worden war,
Juli 1787 exdfinet. Bor biefer legte
Rechnung ab n. verlangte die Bermillig
gemeinen Grunbfteuer, um das jährlı
deden. Die Verhandlungen ber Berfam
balb in heftige Angriffe anf die Fina
Calonnes über. Eine gegen beniel
Streitihrift Neders trug überbies ı
ben Unwillen zu vergrößern. Galom
laſſen, u. an ſeine Stelle trat ter Erzbi
welcher mit Lafayette Die Oppofition
eleitet hatte. Dieſer fam auf bie
—* zurück. Da Abel u. Geiſtlichl
Opfer bereit waren, ſchloß Brienne 25.
fanımlung, u. ber König verfügte av
Erleichterungen bes Handels, bie E
Stempeltare u. einer Örundfieuer. 2
Iament von Paris weigerte fich, bie
u. Stempeltare zu regiftriren, u. ale
durch ein Lit de justice erzwungene
Proteft erhob, indem es öffentlich erk
Bewilligung fo der Steuern ı
meinen Reihsftänden zukomme, eric
weifung des Parlaments nad Troye
läufe u. feine Abneigung gegen Gen
veranlaften den König nachzugehen.
ment lehrte 20. Septbr. nad arıe
König verfammelte dafielbe zur Bewi
Anleihe von 240 DIN. Ale der Herzo
Orleans bei biefer Gelegenheit gegen |
auftrat, verwies ihn ber König OR
u. ließ zwei Oppofitionsmitglieder wı
wohl das Parlament immer deutlich
Hemmſchuh jeder Regierungsmaßregel
welche eine Verbeſſerung der beſtehen
bezweckte, behielt es dennoch die S
Bollkes für ſich nur, weil es Oppofition
jeber neue Widerſtand den Rüdzug t
zur Folge hatte. Nicht um ben Fordern
manttät u. bes Rechts zu genügen, fi
größerer Macht zu gelangen, protefin
auch gegen bie Verhaftung ver Barları
bie erneuerte Hinweifung auf das Red
Hände war nur eine, keineswegs ernſtg
bung. Brienne u. Lamoignon bejchloffe
Parlaments zu entlebigen n. die Regifl
licher Edicte einer neuen Behörde (Cor
beſtehend aus den Prinzen, Bairs, Parl
benten, Provinzialdeputirten WW zı
Das betreffente Edict, gegen welchet
ment ſchon vorher eine Serflellung ı
gerichtet hatte, erſchien am 8. Rai, bi
Frankreich (Befch.) VIL. (C. 1788 u. 1788.‘ DL1789)
*; nur 2 Sitzungen hielt die Cour |
rall erffärte das Volk fich für Die Par⸗
in ber Bretagne u. Daupbine traten
Bewegungen ein. Die Erbitterung,
die Clubo, welche fich in den größeren
Iden begannen, ſtieg noch, al6 am 16.
ite8 Edict erfhien, wonach 4 ter Zah⸗
niglihen Schatzes in Creditſcheinen
ı follten. Der König, eingeichlichtert
iltuariſchen Bewegungen ın Paris u.
zen, entließ Brienne u. Lamoignon u.
bon Neuem in die Regierung. So—
die Staatöpapiere um 30 Prec., alle
urden baar geleiftet, die verhafteten
‚tglieber befreit, die Cour pleniere
aufgehoben, u. da Neder keine Aus⸗
as Barlament ihn unterftügen werbe,
. die Neichsftände auf den 1. Mai
nberufen. Uber die Einrichtung der
nlung u. die Art der Vertretung bes
‘es ſollte eine am 6. Nov. berufene
mmlung berathen. Da biejezu keinem
ordnete Neder bie Vertretung des
8 Doppelt ſo ſtark als jeben Der beiden
ean, überließ aber bie Enticheibung,
n ob. Stänten abgeftimmt werten
chsverſammlung felbfi. Die Wahl⸗
Lande war von TZumulten, heftigen
r Flutb von Flugſchriften Begleitet,
namentlih tie Schrift bes Abbe
ift ter tritte Stand ? großen Eindrud
n Eieyes für ben britten Stand auf-
ıerft Das Veifpiel eines Abfalls von
ten Ständen, ein zweited yab der
u. Diefer Abfall begründete tie Po⸗
bie Bebeutung beider ‘Dlänner im
gniſſe.
rſte Revolution: vom Auße
zur Entfegung bes Könige
2. a) Bié zu Mırabeaus Tode
'91. Am 5. Mai 1789 wurde der
u Berfailles eröffnet. Gleich an-
rfuchung ter Vollmachten eutſtanden
Adel u. Geiftlichleit verlangten, dies
von jedem Stande abgelontert, der
e& follte gemeiniam Durch Bevoll⸗
eben werten. Nach vergeblichen Un»
ſchritt ber dritte Stand zur Berifi-
Umachten. Als die Wablprüfung be»
-Blärte fich der britte Stand 17. Juni
bes Abbe Sieyis für Die Annahme des
nalverfanmilung, indem bie nicht
n Deputirten der andern Stände als
ı betrachtet wurden. Die Erwartung,
n Allgemeinen von der Berufung ber
yegte, u. die Aufgabe, welche die Na»
lung zu haben meinte, ging weit über
me, welches Die Regierung im Auge
rbnung des Staatshausbaltes war
ie Feſiſtellung einer repräfentativen
‚ ber Volksrechte Hauptjache gewor⸗
kannte auch Neder nicht u hoffte durch
Berfaflung bie revolutionäre Bewe⸗
ten. Inzwiſchen batie ſich die Mehr⸗
a8 entichloffen, fich an der National⸗
zu beiheiligen. Damit drohte Neders
ettern, u. um bie De einiguug der
indern, wurde plöblich bie nächſte
Sitzung tes dritten Standes umterfagt u. ber
Standeſaal mit Wachen beſetzt. Dennoch verfam-
melten ſich tie Abgeordneten bes dritten Stanbes
gleich darauf unter Baillys Borſitze im Ballhauſe
u. ſchworen, nicht eher aus einander zu gehen, al®
bis die Verfaffung des Staates vollendet ſei. Am
22. Juni verfammelte man fi in ber Ludwigs⸗
fire, u. hier trat ber größte Theil ber Geifilichleit
nebft einigen Adelsabgeordneten zur Nationalver⸗
fammlung. Nun fuchte der König auf friedlichem
Wege zum Ziele zu kommen u. verfammelte bie
Stände zu einer königlichen Sitzun , Neder nabın
daran nicht Theil, weil der König ine Vorſchlãge
zum Theil abgewieſen hatte. Die Erklärungen bes
Königs liefen un der Hauptfache Darauf hinaus, daß
jeder der drei Stände abgefonbert für fich berathen
jolle. Dem am Schluß der Sigung den Ständen
gegebenen Befeble, fich fogleich wieder zu trennen,
kam nur der Arel u. ein Theil der Geiſtlichkeit
nad, allein die Ahgeorbneten des dritten Standes
blieben, u. al® fie der Großceremonienmeifter an
den Befehl des Könige erinnerte, ergriff Mirabeau
das Wort u. riß die Verſammlung zu der Erflä-
rung bin, daß fie nur der Gewalt der Waffen meis
chen würde. Diele anzumenben war ber König zu
ſchwach, u. Die Folge war, daß die Stellung ber
Nationalverfammlung fi) befeftigte. Zugleich bes
ftimmte ein Bollsanflauf den König, Die Entlaffung
Neders riidgängig zu machen. Am 25. Juni trat
ein Theil des Adels, geführt vom Herzog von Or⸗
leans, zum dritten Stande u. am 27. Inni verei-
nigten fich auch Die iibrigen Adeligen u. Geiftlichen
auf Befebl des ratblofen Königs mit Der Nationale
verfamininng. Inzwiſchen begannen bie Parteien
außerbalb ter Berfammlung zu agitiren, Die Freunde
des Beſtehenden bei Hofe, Die Revolutionäre unter
ten: Volle u. in den Klubs. In Paris nahmen bie
öffentlichen Reden der Bolleführer einen immer
drohenderen Ton an, u. Da and die Beſatzung ver
Stadt im revolutionären Sinne bearbeitet wurbe,
309 der Hof etwa 30,0U UM. unter Marſchall Bro⸗
glto bei der Hauptftadt zufammen. Die ausbre-
chende Theuerung nährte die Aufregung in Paris,
n. als am 12. Juli Neckers Entlaſſung u. heimliche
Abreife fund wurbe, brad ber Aulrube aus,
Die Soldaten der (rardes trancaises ſchloſſen ſich
ben Bürgern an u. ber beftländige Ausſchuß ter
Wäbler von Paris organifirte eine Nationalgarde,
nachden Waffen u. Munition aus dem Zeugbanie
mit Gewalt berbeigejchafft waren. Die Plünterung
des Invalidenhoteis 15. Juni vollendete tie Be»
waffnung des Volkes, u. am 14. erflürmte baffelbe
Die mit ihren Kanonen die Stadt beprobende Ba⸗
aan Der König konnte fich nicht zu militärie
chem Widerſtand verfteben, u. als die Zügellofig«
feit ber Bollsbaufen in Baris Überhand nahm, wies
er auch ferner die Anwendung von Gewalt zurüd
u. begab fih am 13. Juli in die Rationalverjamme
lung zu Berjailled, um biefe aufzuforbern, ihm
in Wiederherſtellung der Ordnung behülflich zu
fein. Yafayette, mit einer Deputation nad Barıe
gefandt, um Die Rube wieder berzuftellen, tourbe
zum Commenbanten der Nationalgarde, Bailly zune
Maire von Paris erwählt u. Beide vom Könige ber
ftätigt. Jetzt wähnten fich viele mißliebige Perſo⸗
nen aus ter hohen Ariſtokralie wicht mehr ficher,
ter Graf Artvis, die Prinzen Conde, Vroglio, Bre-
teuil, bie Poliguach u. U wugberten nach Deuticdlanb
366
aus en Am 17. flattete
ben Parilern einen Beſuch ab
Stadthauſe bie beeifarbige Cocarde unter: allgemei«
nem Subel. an. Der Strafenunfug bes Pöbels
örte indeß nicht auf u. bie Ermorbung eines miß-
ebigen Beamten, Foulon, durch wüthenbes Ge⸗
findel wurde, da das Gericht das Verbrechen nicht
frafte u. bie bewaffnete Macht es nicht verhindern
onnte od. wollte, das Beilpie zu einer Reihe ähn-
licher Exceſſe, welche die völlige Anarchie vorberei«
teten. Die Provinzialftäbte errichteten nun. auch
Bürgermiligen u. das Anjehen des Könige u. ber
Geſetze begann auch bier allmälig zu verlölchen.
Die Nüdtehr Neders auf Verlangen des Könige
wurbe zwar mit Beifall aufgenommen, aber Die ton
angebenben Führer ber Maflen, Mirabeau u. ber
— von Orleans, drängten ihn bald in den
intergrund. Die Beſtrebungen derſelben reichten
bereits weit über die Abſichten Neckers hinaus.
Inzwiſchen war in der Nationalverſammlung
eine ſchärfere Gruppirung der Parteien er
folgt. Die ariſtokratiſche Partei, deren Verfech⸗
ter Sazales u. der Abbe Maury waren, ſchmolz
leich von vorm herein durch Emigrationen zu⸗
—** die gemäßigte Partei, bie ſogenannten
Sonttitutionellen, bildeten bie Bauptmafte u. zühle
ten viele ausgezeichnete Mitglieder bes hoben
Adels u. Clerus; bie britte Partei waren bie De⸗
molraten unter der Leitung von Sieyes u. Mira⸗
beau; eine gejonderte Fraction berjelben bildeten
die zum Republikanismus ſich Neigenben, unter ber
Fübrung von Petion, Bugot u. Robespierre. Die
überhandnehmende Theuerung brängte mittlermeile
zu neuen Sinanzmaßregeln. Zur Abbülfe der Roth
wurde gleihmäßige Steuervertbeilung auf alle
Stände vorgeſchlagen. Der hohe Adel machte noch
meitere Conceifionen, u. am 4. Aug. wurden von
des Nationalverjammlung alle Privilegien u. Stans
desvorrechte aufgehoben. Am 10. Aug. wurben bie
eiftlichen Zehnten abgefchafit. Der plötzliche Zu-
— des Feudalweſens gab wieder Anlaß
zu Exceſſen, namentlich auf dem platten Lande, da
der Freiheitswahn bie Regelung der Zuſtände durch
Geſetze nicht abwarten wollte. Die Verfaſſungsar⸗
beiten fohritten indeflen immer weiter vor, u. man
entſchied fih am 12. Sept. fiir Eine Kammer, Die fich
alle 2 Jahre erneuern follte, u. gewährte Dem Könige
anı 21. Sept. ein ſuspenſives Veto. Der König
acceptirte alle Beſchlüſſe ver Nationalverſammlung,
zumalder Geldmangel u. bie Hungersnoth neue Aus⸗
brüche ter Volkswuth fürchten liegen. Zur Hebung
ber Geldverlegenbeit willigte die Nationalverſamm⸗
lung in Neckers Vorſchlag, von jedem Einkommen
Über 40 Franes ein Viertel als Steuer auszu⸗
ſchreiben. Die Theuerung gab der Demagogie um
dieſe Zeit ein wirklſames Mittel in die Haud, um
tie Revolution in Perntanenz zur balten. Gerüchte,
welche die Abfichten des Hofs verbächtigtei, wurden
ausgeſprengt, fo namentlich won Marat, welcher ein
vielgeleſenes Blatt herausgab. Nachdem der Küng
zur Sicherheit des Hofes u. um Ten Drud von
Außen auf die Nationalverfammlung abzumehren,
am 1. Oct. das Militär.in Berjatlles verſtärkt u. in
oſſenſibler Weiſe bewirthet hatte, 303 am 5. Oct.
ern tobenber Vollehaufen, zum greßen Theil aus
Geniieverläufernnen (Damen ter Halle) befic-
ben, nad) Verſailles. Der König beſchwichtigte Den
Daufen ınit der ung, baß er ber
oth in |
BZyrankreich (Geſch.) VIL (D. 1780 u. 1790)
jt Nationalgarben. T
—R———
walt mißbilligte, wurde ſeine Stell
bag er ſich der Anordnung des Ki
nach London ins Eril ging. Bald de
Nationalverfanmlung nad Paris,
mit Hülfe bes gegen Zuſammenrottu
Martialgeſetzes die Ruhe aufrecht er
tionalverjammlung, um einen betri
ihrer Mitglieder vermindert, welch
gration anjchloffen, erffärte am 2. 9
der Geiſtlichkeit, 3000 Mill. Livr., ı
gehörig, u. ber König beflätigte bie
geiftlihen Pfründen u. Güter. Am
den auch die Parlamente u. bie gei
aufgehoben u. am 12. Mon. die Cini
83 Departements u. 747 Wahldiſtr
Jedes Departement erhielt eigene V
börben, jeder Ort eine Municipalitä
gezogenen Güter ber Geiftlichkeit
Staatshanshalt nugbar zu ınachen, ı
tionalverfammlung 400 Mil. Affie
Anweifungen auf das Durch den Verl
zu löſende Capital. Die Nation:
bielt feit bem 9. Nov. ihre Sitgungen
Keitbahn, welde mit geräumigen
Zuſchauer wngeben war. Ihre auf
mie hatte ſich on bebeutenb verän
Rechte Seite jehr zufammen gejchm:
bedeutend verftärkt worten war. 8ı
gann bie Tribune einen immer flär
Einfluß auf die Berathungen ter Bi
üben. Hinter der Tribune aber ftant
lutionären Elub8 ber Stabt Paris.
Agitation ging hier Hauptfächlich von
verjammilungen aus, welche mit ver
ten Diumicipalität ber Hauptftadt in
Streite lagen. Der wichtigfte Diejer
ber ber Cordeliers, mo Danton,
moulin u. Fabre d’Eglantine Das 4
Spott u. Schmähſchriften gegen t
Parteien verbreiteten. Die Diunicipa
jen Treiben Einhalt zu thun, inte
name Nahforfhungscomite
polizeiliche Anftalt, welche bald Den g
revolutionären Journaliſten wach ru
Die Nationalverfammlung fette
fafjungswerf fort, bob ten Erbade
Iieh dem König Den Titel König
jen, lich ihm aber bie Anrede Zir
Dieje, jowie alle aundern Beſchlünſe
wig XVI., mwelder am 4. Febr. 1i
perjönliches Erſcheinen in der Rat
lung allgemeinen Enthuſiagemus bei
gegen ihu erhobenen Anlagen, daß er
treibt, zum Schweigen brachte. Re
einer gefährlichen Aufregung gaben
Seanfreich (Gef) VIL (D. 1790 u 1791)
567
Nationalverſammlung über bie künftige | Witerfireben u. nnter dem Drange ber äußeren
bes Klerus, melcher insgeſammt gegen
sation der Kirchengüter proteflirte. Am
eurbe die Kivilconftitutien des Clerus
dieſer fuchte nun in ten Provinzen Des
nen zu feinen Gunften zu veranlaflen.
u Emeuten u. Excefien, aber cbne daß
die Geiftlichleit etwas anderes ald grö-
terung ihrer Gegner gewonnen wurde.
ber war ter theilmeije Verkauf der Na⸗
von ber Natienalverſammlung beſchloſ⸗
tliche Hofpenſionen wurden aufgehoben,
e eine Civiſliſte von 25 Hill. Francs zu—⸗
. ben Aſſignaten Zwangecours ertheilt.
lle dieſe Mittel der Finanznoth fein ra⸗
zu bereiten verſprachen, ſo beſchloß die
rſammkung auf Mirabeans Vorſchlag
Papiergeld mit Zwangoͤcours zu creiren
„auf die Discentokaſſe lautenden Aſſig—
gen einzuzieben. Dieſe Maßregeln u. die
eit feiner Stellung zwiſchen dem Hefe
ttionalverſammlung veranlaßten Neder
ine Entlaſſung zu nehmen, ein Schritt,
zeifall als Bedauern in der Nationalver—
u. den Clubs erregte.
ent juchte ter Hef an Mirabeau,
ttendſien u. gewandteſten Reduer der
rfanımlung, eine Stütze zu finden.
ht, zum Miniſter berufen zu wer—
der Meinung Vieler auch Geldgeſchenke
z, beſtimmten ihn mehremale, zu Gun—
zniglichen Autorität auf Die National
ng einzuwirken, fo namentlich bei ker
rem Könige Tas Recht über Krieg u.
ftchen fe. Am 14. Juli zur eier
sfefles ter Ereberung ter Baftille, Das
Mardfelde zu ‘Paris glänzend gefeiert
ſtete Der König den Erd anf Die von der
janınlıma vellendete Verfaſſung, u. Der
ruc tes Jubels u. ber Begeiſterung ſchien
ſein für die Rüchlehr eines geerdueten u.
cheszuſtaudes. Trotzdem narm die Auar—
ı Erovinzen überband; tie Parteien ges
mer beitiger an einander u. Armee u.
de ven dem Gat der Meuterei angeſtedt.
das Treiben Piarats, Deemoulins u.
fen, durch die gemeinſten Verdächtigun—
zolk gegen den Def, gegen Mirabeau,
Adel u. Klerus aufzureizen. Der
18 fand in den Flugblättern der Der
nimer neue Rahrung. Auf Der anderen
tem bie Umtriebe ber Emigranten, welche
zrößeren Maſien an der deutſchen Grenze
reinigten. in gleicher Weiſe aufregend, n.
ſt von 30 Biſchöfen gegen Die Civil—
ı tes Clerus that Tas übrige, um
nung ter Semütrer zu vergrößern.
mtrieben des Clerus entgegenzuwirlken,
e Ratienalverſaumlung am 27. Novbr.
allen Geiſtlichen Den Vürgereid zu ver—
Schritt, welcher die Gallicaniſche Kirche
thum ablöſte u. eine Der haupiſächlichſten
ner wilden Parteitämpfe wurde, welche Die
er Hauptſtadt auch in die Provinzen ver—
zon 131 Biſchöſen leiſtelen nur Iren Eid,
n der niederen Geiſilichkeit weigerien ſich
Anzahl Pfarrer, dem Geſetze Genilge au
ver König hatte am 26. Decker. nur mit
— — — — — — — — —
Uniſtände dieſer hauptſächlich von Mirabeau befür⸗
worteten Maßregel ſeine Zuſſimmung gegeben. Kurz
vorher verließ ibn fein ganzes Miniſterium auf ben
Wunſch ber Nationalverfammiung, welche wieber
durch bie Agitation ber Clubs, namentlich Durch eine
Deputation unter ber Führung Dantons gedrängt
wurde, die Entlafjung der Miniſter zu fordern.
Immer größer wurde inzmwiichen ber Drud,
welchen das Treiben ber Clubs u. Der von ihnen
inipirieten Tribune auf die Nationalverfammlung
ausübte. Der bei weitem wichtigfte derſelben war
ber von ber äußerten Linken gebildete Club ver Ja»
kobiner (ſ. d.), welcher auch Nichtniitglieber der Nas
tienalverſammlung aufnabnt, regelmäßige, öffent-
lihe Sitzungen bielt u. durch affiliirte Clubs in den
Provinzen feinen Einfluß über Dad ganze Land aus⸗
dehnte. Exit Mirabeau mit Der überzeugenden
Krafı feiner Rede fich Den Beſirebungen Der außer-
ften Vinken, dem Königihum nur ben Schatten einer
Staategewalt zu laſſen, entgegeuſtemmte, u. Die ges
mäßigten Mitglieder Der Yinlen, darunter Bailly
u. Yafavette, in dem Club Der patrietifhen
Geſeliſchaft ebenfslls einen Stützpunkt außer⸗
halb ber Natienalverſammlung au gewinnen ſuch—
ten, während Die Diitglieber ter Rechten (Mous
ardhiften) aus Furcht vor wüthenden Pübelbanien
ſich nicht mehr zu Tem von ibnen aefifteten Club
(Salon frangais; zu werjanmmel wagte, wurde
die Parteileideuſchaft immer beiger entflamuit.
Schon b;gannen Drebungen u. Den Anſtaud ver—
Iegenbe Außerungen in der Neationalverſammlung
zu fallen, u. Die Teputirten ter Rechten mußten,
vom Pöbel inſultirt, um ibre eigene Zicherbeit bes
jorgt werten. Gegen Ende Des Jahres 1790 er—
bielt Die Bereits erganiſirie Macht Des Pariſer Pöbels
einen Zuwachs durch Tie aufkeimende Bedeutung
ded Clubo Der Cordeliero, deſſen Beſtrebungen auch
auf eine ſociale Umwandlung Des Beftebenten, anf
eine Emancipation Des Pöbeis im weiteften Sinne,
geriibtet waren. Bier übten Dauton, Deomoulins,
Santerre unbedingte Herrſchaft aus n. predigten
ben robeſten Materialienuus. Noch war indeß von
feier Seile Die Republik ald Zieipunft Der revo⸗
Intienären Bewegung bezeichnet worden. Aber Dad
ungeſtüme Forträumen aller Grundlagen, auf Denen
das alte Staatsweſen bafırt war, u. bie Unfähigleit
der Rarifer Municipalität, Dein Zreiben Der Clubs
u. Der Die gröbſten Schmähungen gegen ſegenannte
Bollsfeinde verbreitenden, ja Pirest zur Inſurree⸗
tie aufferternden Preſſe Schranten zu ſetzen,
brachten der neugefij.eten Ordnung ber Dinge von
Tage zu Tage größere Gefahr. Der König konnte
fi tas Berenlliche Der Situation nicht länger ver⸗
hehlen u. feit Anfang 1791 trat er mit Mirabeau,
dem Cinzigen ber Durch jeinen Aubang, feine Fähig⸗
keiten u. feinen Much ven Umſtänden gewachleit
ſchien, in geheime Unterhandlungen. Tumultuariſche
Auitritie, welche ſich gegen Ende Februar täglich
wiederhoiten u. ihren Hauptgrund in dem von ben
Jeurnaliſien verbreiscien Gerüchte hatten, ber ganze
Hof wolle fliehen (nur Die Tanten Dee Konigs reiften
mit Zuftimmung ter Nationalverfaumiung ab),
Prängten ben König, Mirabeau zur Ubernahme des
Miniſteriums zu bewegen. Da erlraulte dieſer u.
ſtarb am 2. April 1791.
by Non Mirabeaus Tode bis zur Pro—
clamatien ber Repubrik. Don num au jah
MR
368
Bleiben ihm noch unerträglicher machte, waren res
figiöfe Scrupel wegen ber Civilconftitution des
Clerne, als ter Papit am 10. April in einem Schrei»
ben bie Billigung derfelben heftig rligte u. am 13.
April in einem offenen Erlaf an das Bolt in $.
vor jeber Gemeinſchaft mit ben beeibigten Prieftern
warnte u. dieſe ihrer Stellen für verluftig erflärte,
Als der König am 18. April nad St. Cloud reifen
wollte, verbreitete fi) das Gerücht, er wolle flie-
ben, das Bolt hielt daher ven fchon in den Wagen
Geftiegenen, trot allen Bemühungen u. Drohun-
gen Lafayettes u. Baillys, auf u. nöthigten denſel⸗
en, in feinen Balaft zurüdzutebren. Lafayette be-
jchmerte fich vergeblich über ten ihm vom Volle ane
gethanen Zwang in ber Nationalverſammlung, als er
die Municipalität nicht zur Verlündigung des Mar⸗
tialgeſetzes bewegen konnte. Dies Ereigniß beſtärkte
den König nur in feiner Abſicht, ſich Durch Die Flucht
vor ferneren Infulten zu retten. Es gelang ihm
mit feiner Familie 22. Juni glüdlih zu entkom⸗
men (Flucht des Königs), aber m St. Mene⸗
honld wurbe er vom Poſtmeiſter Drouet erlannt
n. in Folge deſſen verhaftet u. nach Paris zurüd-
geführt. Mit diefem Fluchtverfud war Das ges
ringe Anſehen bes Königs völlig dahin. Zwar
wurde feine Reife als gejetzlich zuläffig Lei Ge⸗
enftand weiterer antinge, u. Lafayette trieb 17.
Sur das von den Jalodinern u. Corbeliers nach
bem Marsfelde zur Unterzeihnung einer gegen
ben König gerichteten Petition beichiebene Seftnbel
(Sansculottes, hier erfchien ber Name zuerft)
mit Gewalt auseinander, aber bie Nationalver-
fammlung ſuspendirte die königliche Ge-
walt bis zur Beendigung bes Conſtitutions⸗
werfes. Am 14. September beſchwor der König die
am 3. vollendete Verfajfung, die National»
verfammlung wurbe entlaffen u. die Geſetzgebende
Verſammlung ber Berfaffung gemäß einberufen.
Am 14. Sept. mar auch bie Einverleibung der bis»
ber päpftlihen Befigungen Avignon u. Benaifjin
von der Nationalverfamminng ausgeiprochen wor⸗
den. Die Republikaner in Avignon vertrieben bie
Meine päpftliche Partei nach Carpentras, der Haupt⸗
ftabt von Benaiffin, u. dieſe eroberte Der wegen fei-
ner Greuelthaten jogenannte Kopfabſchneider Jour⸗
dan mit einem Haufen republikaniſchen Geſindels,
nachdem er von Paris aus unterſtützt worden war.
Die äußeren Verhältniſſe Frankreichs ſtellten in⸗
zwiſchen kriegeriſche Verwickelung in nahe Ausficht,
weshalb auch die Nationalverſammlung nicht geſäumt
hatte, für Verbeſſerung des Heerweſens u. Verſtär⸗
fung der Flotte Sorge zu tragen. Die Emigra⸗
tion, welche ihren Hauptſitz in Coblenz hatte, juchte
fremde Dlächte zu einem Kriege gegen bie Nationale
verjammlung zu beftimmen. Sie mwurben dabei
bei. von Ruflanb u. Schweden unterftütt. Durch
viele Übergriffe der Nationalverfammlung in Die
Hechte deutſcher Fürſten u. namentlich durch bie
Einverleibung vieler beutfcher in franzöfifches Ge⸗
biet enclavirter Gebiete bei der Departementsein-
theilung gekränkt, ſchloß ber Kaifer Leopold II. mit
dem König von Preußen am 27. Aug. 1791 ben
Bertrag zu Pillnitz, welcher zunächſt feinen Aus
ifföfrieg gegen F., fonderun nur ein gemein«
ames Handeln, um Deutſchland von ber von F.
ausgehenden revolutionären Bewegung zu ſichern,
Deywedte.
3
Frankreich (Geich.) VIL (D. 1791 u. 1798)
ber &imig nur noch fern Heil inber Flucht. Was fein |
Am 1. Det. trat bie Gefehgebent
ſammlung, beflehenb aus 715 meif jun
ter dem Einfluffe er Jakobiner gewählten
julemmen, Unffuger Weife hatte die Ne
ammlung die Wiederwahl ihrer Mitgliet
zuläſſig erflärt, fo daß bieneue Berfamml:
alten in garleiner Berührung ftand. Aud
geenbe Berfammlung ſchied ſich in eine‘
nle u. ein Centrum, aber dieſe Partrinau
gen feinesmegs denen der Nationaler
a8 dort das Centrum u. die gemäßig
weſen, war bier bie Rechte, deren Mity
Feuillants, nad dem Klub, Dem fie
genannt wurben. Diefer Club batte ſich
obinern abgefondert, als Letztere imme
wurden, u. löfte fih 27. Dec. auf, ale
Jalobinern gewonnene Municipalität die
des Locals unterfagte. Die Feuillants
wahrhaft conflitutionelle, das Centrun
ftimmte, aber mehr u. mehr zur Linfen
Partei. Die Linke war im ihrer Har
Erhaltung der Eonftitution im Allgeme
ihren Einzelheiten. Ihre Führer waren
vollen Deputirten der Gironde (daher
ften), welche damals noch mit ben Jalk
Partei bildeten; doch ſonderte fich fcheı
eine äußerſte Linke ab, deren Beftrebe
—— deren Abſicht Befriedigung
ucht n. ihres Ehrgeizes war. Der Ki
delte die Verſammlung von vorn |
u. da er nicht ſtreng genug gegen die
den Prieſter u. die an der Grenze mit K
den franzoͤſiſchen Prinzen auftrat, fo
Geſetzgebende Verſammlung in zmei 3
Emigranten, welche der Aufforberung ;
nicht Folge leiften würten, fiir Hochverr
unbeeibigten Priefter für Empörer.
ſchlüſſen jetste Ludwig das ihm zufteben
gegen, forderte abır feinen älteften X
Graf von Provence, auf, bei Verluft de
auf die Kegentihaft, binnen zwei Men
zufebren. Auch gab Ludwig der Auffeı
Geſetzgebenden Verfammlung nad, int
bie Nüftungen proteftirte, welche tief
Fürften am Rhein unternahmen or. we
ftatteten. Im Dec. 1791 wurten 160
ur Bertheibigung ber Grenze zuſamme
im Laufe des Januars die emigrirten
Hochverräther erflärt. Immer rüdjid
fuhr die Berfammlung gegen ben Kün
dem fie 16. Jan. 1792 das Zequefter üb
der Emigranten angeordnet hatte, zwan
März, Das Miniſterium zu entlaffen ı
Minifterium aus ter Linken zır kilt
gehörten an Durantbon für Die Zuftiz, 8:
Marine, Roland te la Blatiire für ı
Claviere für die Finanzen u. Dumou
Krieg.
Dem Drängen tiefer Minifter, den K
Auslante zu beginnen, um das imme
wertende Parteigetriebe nach Außen ab;
?utmwig XVL 20. April nach u. er
Oſterreich den Krieg. Die erſten
Armee (f. Franzöſiſcher Revolutiondkri
aber Dre Maſſen in heitige Aufregung:
von Einverſtändniſſen des Könige mil
lihen Heerführern. Die Geſetzgebende
luug becretirte die Zuſammenziehung eu
ee tik Diefer * — be
* eiſten Male eine muthvolle am
ee Feſtigleit machte ſelbſt auf ben
ſichtbaren Cindruck. Vergebene bot
ı Einfluß auf, um die Municipalität
ebende Verſammlung zu Gchritten
lwirthſchaft zu vermögen. Erſt Pe
Bollspartei angebörige Maire von
am Abend die Mafien dahin, fich
ien zu entfernen. Der König fette
ige Hoffnung auf bie ausmärtigen
. Yali ertlärte bie Geſetzgebende Ber-
Barrrfand in Gefahr, errichtete *
te das Voll. Die Anarchie brach
tefenfchritten herein. Immer laut»
Ruf nad) Abſetzung des Könige, na⸗
Juli bei Gelegenheit der Feier des
lie auf dem Marefelbe.
den trafen am 30. Juli ein, n.
* die Geſetzgebende Berſammluug,
zuech bie von ben Jakobinern aufge⸗
äbte, zur Discuffion über die Frage
it des Könige. Die fieberhafte Aufre⸗
m hatte indeß neue Nahrung erhalten
icht von bem Einrücken ber Berblinbe»
Ipagne (f. Franzöfiſcher Revolutiont⸗
ıbe Bolkshaufen machten bie Fort⸗
athung in ber Gejeßgebenden Ber⸗
li, u. am folgenden Zage, ben
folgte der Sturm bes aufgeheigten
e er Die ben König ver⸗
hweizer u. Royalifien wurben nieber»
Fi ſelbſt n. jeine Familie flohen in
amminng. Diefe faßte auf
rg den Beſchluß, ben en König feiner
an un anthohsn Rio Raw aha
— — eng Danten nd ln bezablie 300 Mör-
um aus dem Wege
A orgen ir 2. Geptbr, wurden
gef ofen, bie Sturmglode ertönte ın
ki ſchaaren en in bie Ge⸗
Intbab an, bei
Zap u. — ein ehe
gen 7000 Dienfchen untgelommen jein
follen. — 52 that dieſen Gräueln Einhalt, ſon⸗
bern bie Rationalverfammlung gab während deſſen
am 3. Geptbr. ein Geſetz über die Scheivemänze.
Am 21. Septbr. ldoſte die Geſetzgebende Ber
fammlung — ae lat
zu machen, deſſen
waren, als ihre Bo Bargknger. Di Die alte ae ent (Gi⸗
rondiſten) bildete mum bie rechte Seite, auf der
Linken ſaßen nur entſchledene Repubiitaner, darum
ter bie utirten von Paris, welche unter beim
beiben Grin oe
——
Umflän uud
hin u. eye ſchwankte, nannte man bie
Ebene (La plaine), fpottweife aut
(Le marais). Die erſte Mafıregei, welche ber
Convert ergriff, war bie Brociamatisn ber
Repnubiit 25. Gert. 1792.
IL $rantrei als Republit big zur
Gründung bes Kaiferreihs, von 1792
bis 20. Mat 1904. A) Bis zum Sturye
Nobespierres. Hatte das Vorbringen ber Ber
bänbeten früher ben Grund gelegt zur Macht Wet
ah —— Dreier t
re
rg es
Samım EBERERS
5* zu DEE
2, Behr. 1793: erlänte anb bem Krieg m. der
Konvent ſelbſt erflärte denjelben cin 7. März auch
an Spanien; bie -Rritgberliärug Heu Deutichen
Reiche erfolgte am 22. März. Der Übergang bes
Generals Dumourieg (4. Apriſ
Repnblil wurde eine neue Hand für die Plane
ber Bergpartei gegen bie Girondiſten, die man jetzt
«ie heimliche Rohaliſten verbächtige. Nachdem
Ihon am 9. März auf Dantons Antrag die Errich⸗
tung: eines Revolutionse tribunalo beſchloſſen
war, welches fiber bie bes Rohalismus Verdächtigen
aburtheilen follte, wurbe am 6. April auf Dantons
Betrieb ein Wohlfahrtsansfhuß (Comite du
salut public) mit dictatorifcher Macht errichtet,
- Bon num an war bie Echredfendherrichaft or»
ganifirt, zumal ba am & April auch die Un-
veriegglichleit der Conventsmitglieber aufgehoben
wurde, fo baf ben Plänen ver Jalobiner, ſich ihrer
durch Zähigleit u. geiflige Begabung gi rlichen
Gegner zu entledigen, nichts mehr im Wege ſtand.
Bon Verhandlungen im Convent war feine Rede
ein Nur Anlagen, Beihuldigungen u. grobe
Schmähungen wurben von beiden Seiten laut.
Marat u. Robeapierre erklärten endlich die
Girondiſien geradezu für Landesverräther. Diele
aber hatten noch die Mehrheit des Convents,
welche fich dem Terrorismus wiberfeßte, für fich
x. festen eine Anklage Marats u. eine Unter⸗
nung gegen bie Kommune, namentlih gegen
Hebert, den Hanptleiter berfelben, durch. Die
Verhaftung bes Letzteren trieb bie Jalobiner dahin,
den Böbel aufzubieten, um Gewalt gegen ven Con⸗
vent angumenben. Am 20. Mat: drang bewaffnetes
Geſindel in den Sitzungsfaal u. erzwang bie Frei⸗
laſſung Heberts. Schon in ber Nacht gem 31. Diei
vereinigte fich ber bemaffnete Pöbel ber Borftäbte mit
dem ber ftäbtifchen Sectionen. Um 31. Mai früb
läuteten die Sturmgloden, Commiſſäre von 37
Secrtionen ber Stadt caffirten die ſtädtiſchen Be⸗
hörden u. fetten einen revolutionären Geſammtrath
ein. Abgeordnete deſſelben erſchienen im Convent
u. forderten ein Anklagedecret gegen 34 Giron⸗
diften, 40 Sous täglichen Sold für jeben be⸗
waffneten Sansenlotten, Ermiedrigung bes Brod⸗
preiſes auf 3 Sous Aifignaten ze. Aber ber Na⸗
tionalconvent befaß noh Muth u. Ehrgefühl ge-
nug, um ſich nicht als Werkzeug ber brutafen Ge⸗
walt geb en zu laſſen. Ale aufs Nene angezet⸗
telte Tumulte am 1. Inni ben Zwed gleichfalls
verſehlten, erzwang Henriot, Oberbefehlehaber ber
Nationalgarbe, indem er bie Zullerien, wo bie
Situngen gehalten wurben, mit Sanscenlotten be⸗
feten u. Kanonen auffahren ließ, mit Gewalt bie
Anklage der Gironbiften. Viele berjelben hatten
ſich bereits durch bie Flucht gerettet, bie übrigen
wurden verurtheilt u. guillotinirt. Zwar braden
zu Gunften ber Gironde in verjchtebenen Departe-
ments Aufſtände aus, aber bie Truppen u. An⸗
hänger ber. Bemalthaber in Baris blieben überall
Sieger. Als der Abgott des Volks, Marat, 13. Juli
von Charlotte Eorbay ermorbet worben war, theilte
Robespierre mit Danton, St. Juſt u. Hebert bie
höchſte Gewalt u. den Auf der Tugendhaftigkeit.
Das Renolutionstribunal war in ununterbrochener
Thätigkeit u. überlieferte ein Opfer nach bem andern
der Ouillotine. Die am 24. angenommene gene
Verfaſſung, welche bie Muffenderrichaft organifirte,
wurde zwar am iM Aus. auf.bem Maxreielde ber
.
x
—* Feinden der
(£Orı Qrantreich?(Geſch) VII (A:
chworen, aber am 26. bio zum Mbichi
—— — I Sr
be a
' Frans waren %.
— Dos
hatte, am 20. Nobbr. eroberten, wen
gien n. am Rhein das BLU den Revol
—5 — Yun 12. wurden elle
änuer, 1,200,000 ‚vom &
koten.. Mehrere Bunte i i
DE ni e Gelbbedůr
* ber Güter ber richteten, t
u. Kloſtergüter herbeigeſchal
— *
man den Staat jo gut wie vernichtet h
die Reihe an Religion, Eitte u. Herle
u. Plünderung begann: der gemöbul
Erwerbes zu werben. Handel u. Gen
ten u. mad der Krieg nicht that, um!
untergraben, ba8 taten bie Decrete |
eonvents, das Verſchwinden bes 6
u. bie Entwerthung ber Alfiguaten. |
wurbe der Preis der not t
aufein Marimum feftgeftellt, am 29.bs
2000. Mill. Alfignaten, am 5. Dct. b
von 73 girondiſtiſch gefinnter Deputirt
welche gegen ba® Verfahren miber bie
teft erhoben batten) .becretirt, am 1
Königin Marie Antoinette
bingerichtet. Ihr folgten auf pas!
Dct. 21 Mitglieder ber Rechten u. aı
Herzog .von Orleans (Philipp Ega
ebebeit Durch Dantons Vermittelm
Staatsgewalt an fih zu bringen beffte
Partei, bie Orleaniften, gebildet hati
liche Zeitrechnung u. der chriftliche Ka
am 6. Det. abgejchafft u. ein neuer re
her Kalender mit dem Renjahrsi
1792, als bem erflen ter Republ
Schon am 8. Aug. hob ein Decret bi
verfität mit ihren Facultäten, fo alle
Gelehrtenvereine auf. Am 7. ſchwe
eibigter Erzbiſchof von Paris, vor t
ſchranken, Namens feiner anwejenbe
tatholifchen Glauben ab. Am 10. |
die Pariſer Commune den Dienfi de
ein, am 7. Mai 1794 decretirte der Na
daß es fein höchſtes Weſen u. am 24.
es feine Unfterblichleit der Seele geb:
Inzwiſchen war bie Rivalität bes E
ſchuſſes u. Der Pariſer Municipalität i
bervorgetreten. Bei Bielen begannti
Blat zu greifen, Daß ber Terrorien
Ente haben milfje. Dagegen fuchte Rol
her u Konvent u. beiden Jakobinern
Pöbel fortwährend mit beunrubigen!
in Atbem zu halten ıL ben Blutdurſt
bie Ausrottung aller Laſterhaften zu f
Parteigenoſſen waren zum großen TI
benbubler od. Gegner geworben. Ku
breitung von Furcht u. Schreien ven
in feiner Stellung zu bebanpten, bem
Weanfihiil (o.q) VIEL. (A: 4704. B, er
2 war fon fo gut wie eine Ber-
—E u. der Bohl⸗
waren nur bie willenloſen Werk⸗
volt. Im Jannar 1794 Yehrte Dan⸗
für Aube, wohln er. ſich feit dem
gege von Drfeans begeben Hatte,
Id u. verband fi. nm feins eigue
gt, mit Robespierre, welchet m
der Cordeñers, Hfbert u. je
ichten wollte, als biefe den Ja
eitig in machen anfingen. Die
Ütglieber des Clubs ließ Robespierre
if Antrag St. Juſte verhaften. Anı
erminal) wurden Hebert u. 19 feiner
zuillotinirt. Deomoulins u. Sabre
A., welche ſich von Hebert, ber da⸗
Nobespierre in biutbürftigen An-
fich zu alten hoffte, getrennt hatten
ng der blutigen Strenge des Ver⸗
zes waren, näherten fi nun Dan⸗
tfönlichen Anhängern, währenb ber
liers u. ber Parıjer Stadtrath um
unſt buhlten n. die unbedingte Herr-
fahrtsausſchuſſes auerlannten. In
31. März wurde auch Dauton ver⸗
croir, Cam. Desmoulins, Herault
. 10 anderen Barteigenofien am
erminal) bingerichtet. |
‚ode Datons berrichte ber Mobl-
x. in ihm Nobespierte unummdhräinft.
noifle, der öffentliche Anfläger, war
deſſen fich ber Dictator bediente, um
le Lafterhaften aue zurotien, durch⸗
haft war aber Jeder, ber an ber Tu⸗
zes zrveifelte. Mit ihm aufs Enafle
a St. Juſt u. Couthen. Die Am
m jetzt fait immer obne Anhörung
ofutienstribunal werutibellt,
bis 10. Juni 1794 fielen im Ganzen
ter ber Gnillotine. Aber bie Art
war für Robespierre noch viel zu
nmflänblich. Nachdem am 8. Juni
Heft ber Bernunft zur Belufligung
t großem Bomp veranftaltet wor»
e Couthon am 10. Iunt (22. Prai⸗
3 in bem Sinne beantragen, daß
agten bes Revolntionstribnunals bie
on Zeugen unnötbig fei. Der NRa- |
jenehniigte das Geſetz, obwohl bie
‚ten, gegen welche es jpeciell gerichtet
damals Präſident ber Jalobiner,
nes, Bourdon te l Oiſe, Tallien n.
ie. Be alle an bes Wohl⸗
9, machten fie zunrächfi ſelbſt von bem
Zuni den ſcheußlichſten Bebrauch. Die
zre willenlofen Creaturen, verurtheil⸗
unde oft 50 Perſonen. Die Zeit ber
ngen’(Fourndes) begann u. vom
27. Iuli wurben 1400 Angellagte
Der Zitel ber Anklage war entweber
piration ob. benfaction. Wäh⸗
re, ber ſeit Ende tes Prairial nicht
fahrtsausſchuſſe erichien n. fich dort
. &t. Yuft vertreten tief, feine Wi⸗
ıttonalconvent durch a8 Gefetz, wel⸗
Huf jeben Zügel nahm, zu verberben
n fich dieſe ju dem Kampfe um Tod
in ber Macht * mit
u. Leben dor. Seit Mitte Jull begannen wieder
Reibungen im Rativmalconvent, Robespierre llagte
Fouche u, Talfien ber Krembenconfpiration an, u.
au Pe | ee | 4 en *8 aa —*
espierre aufgeſtellten oßen orbli Am
8. Fhermiher 6. Juli) —* biefer feine Anklage
im Nationalconvent zunächft.gegen bie untergeorb-
ueten Parteigenoffen feiner Gegner. Aber am fol«
enden, Tage (9. Thermibor) erbob_St. Juſt bie
nflage gegen Collet u. Billaud, , Diefe hatten ſich
' bei ihren Parteigenoſſen der«
ſtandigt u, ber Woblfabrlsausfähuf war auf ihrer
Seite. Collot präftbirte am dieſem Tage im Na»
tomalconvent. Die Anflage St. Juſſe wurbe bon
ben Angeflagten nit nur — ſondern
biefe beihulbigten Robespierre felbft der Tyrannei
a. bes Berrathe ber Freiheit. Die Reben Talliens,
Billaude u. Eollots riefen einen förmlichen Sturm
im Nationalconvent hervor, ber mit.ber Berhaftung
Robespierres, Koufbons, ‚St. Juſts u. Lebaß
enbere. Det Stabtrafb ir. bie Jalobiner trafen
por Unftalten zur Befreiutig der Gefangenen, aber
er Wohlfabrtsausfhuß ‚gewann einen, Theil ber
Nationalgatbe u, bieje flürmte das Stabibaus, wo
ſich Robespierre n. feine Genoſſen, deren Befreiung
gelungen war, befanben. Die Rieberlage berielben
war dadurch eutſchleden. Am 28. Juli erfolgte. bie
Hinrichtung Nobespierres u. 21 feier Ge—
noſſen, am folgenven Tage bie von 71 Dlitgliebern bes
geäcdhteten Stabtratbe u, bald barauf wurben auch
noch A Übrigen Wortführer der Jalobiner hiuge⸗
ribte
M Vom 28. Iuti (10,
bie zur Einfesnug bes Dikectoriime,
EI behaupteten baß u die buch ihren
tdurſt u. den — Terrorismus ver-
rufenſten Gegner Robespierres; aber ber Sieg
bereitete ihr elgnes Verberben nor. Der National-
cohvent begann aus feiner Balfivität herauszu⸗
treten u. bie Partei ber Gemnäßigten (Thermt-
boriften) — don Tage zu Tage an Beden⸗
tung. Das Geſetz vom 10. Sur wurde vernichtet
it. viele Gefangene befreit. Die Jakobiner, deren
Club fih ten auf Wiederherftellung der Geſetzlich⸗
feit hinarbeitenben Maßregeln des Rationalcowenis
entgegetftellte, verſuchlen Are Ende October einen
Angriff auf benfelben mit ——— Titel»
bauen. ber Angriff mißlang. Die befferen Elfe»
mente ber —— at bereits Muth ne»
wonnen, fich dent Sansculottismus zu mwiberfegem,
u. namentlich war es Freren, welcher bie Iugene
ber höheren Stäube (Jeunesse dorde) in feinem
Salon verſammelte, um aus ihnen ein bervaffne»
te8 Corpo gegen bag Treiben ber Terreriſfen zu
bilden. Die Reaction wurde idımer mädhklaer, D
auch bie Departements fich für den Matten
ausſprachen. Am 11. Noobr. warte Der Eis Der
Satobiner fir immer — am %. Drrbr.
chtungen aufgehoben, am Ich Be Ta 9:
verbafteten Gironbiften freigeieien = im tem
tionalepnvent wleder aufgennumee PTamit nor 9
völlige Rieberiage ber Errreriiru eu
ben, u. viele Überjägier® : a
[ ichen Orbmung %e
p’gerboid, Billamb e —
holt ange |
ern
rmibor) 1794
3
aijee Geſinnung u. befeitigte einſtweilen nur bie
nriöätungen des Terrorismus, Die Anverwand⸗
ten der Hingerichteten wurden wieber in den Beſitz
isrer Güter gejeht, bie Jreideit bes Gottesdienſtes,
Primairſchulen u. eine Normalſchule au Baris wie⸗
ber hergeftellt 1. am 8. März alle geächteten Mit-
glieder des Nationalconvents zurüdberufen. Ins
wiſchen mehrte ſich die Notb bes Landes. Das
— Sinken der Aſſignaten, die von Eng⸗
land angeordnete Handelsfperre ı. der Mißwaches
des Jahres 1794 vermehrie die Troftlofigleit ber
materiellen Zuftände. Die Theuerung aber mar
Die Urfache zu neuen unrubigen Auftritten in Paris,
Da die Dienge nach Brod fchrie u. vom National-
tonvent Aeirfe begehrte. Diefe Umſtände benuß-
ten die Jakobiner noch einmal, un ben National»
convent mit Hülfe Des Pöbels einzuichlichtern u.
die Freilaſſung ihrer angeklagten Genoſſen zu er⸗
zwingen. Die Nationalgarde zerſtreute das zuſam⸗
mengelaufene Volk ohne große Mühe. Nichts deſto
weniger regeen ſich die Jakobiner noch einmal. Am
20. Mai erhoben ſich die Vorſtädte St. Autoine u.
St. Marceau, die Rotte drang, nach Brod u. nach
der Conſtitution von 1793 ſchreiend, in den Sitzungs⸗
ſaal der Abgeordneten u. ſprengte Abende um
9 Uhr den Convent. Indeß wurde die National⸗
garde ſchon nach zwei Stunden Herr der Inſur⸗
cection. Am 23. wurden Die Vorſtädte entwaffnet
ai. bie Rädelsführer gefangen u. zum Theil guillo⸗
tinirt. Nun 309 der Convent zur Sicherheit Trup⸗
pen nad) Paris, ftieß 62 Deputirte aus u. begann
mit raftlofem Eifer bie Reſte der Terroriften un⸗
ſchädlich zu machen, während ber Royalismus wie-
der lühner das Haupt erhob. Die Reaction theilte
fi auch ben Provinzen mit. Toulon, von Jako⸗
binern Seit Zerftörung ihres Parifer Clubs bevöllert,
erhob fih im Mat für biefe, wurde aber von den
ſüdlichen Städten, bef. Marfeille, bezwungen u.
faft alle Jakobiner getäbiet, Auch in ben füblichen
Departements verbreiteten geheime Gefellichaften
Furcht u. Shreden durch Morbthaten, melche fie
egen die Anhänger ber Schreckensherrſchaft übten.
Am 25. Juni wurbe bie von Cambaceres, Damon u.
Sieyes entworfene Conſtitutionvon 1794 1III)
dein Convente vorgelegt u., wenig abgeändert, ange⸗
nommen. Nach ihr ſollten zwei Kammern, ein
Rath der Alten von 250 Mitgliedern u. ein Rath
der Fünfhundert errichtet werden u. der Letztere Ge⸗
ſetze vorſchlagen, der Erſtere dieſelben beſtätigen
können. Die vollziehende Gewalt wurde fünf von
beiden Kammern erwählten Directoren (Barras,
Rewbell, Lareveillere, Letourneur u. Carnot) über-
tragen. Jedes Jahr ſollten 4 der Räthe u. + bes
Directoriums erneuert werden. Der Umſchwung der
Stimmung, welcher inzwiſchen ſtattgefunden hatte,
brachte dem Nationalconvent u. ber neuen Verfaſſung
nunmehr Gefahr von der anderen Seite. Zahlreiche
Emigranten hatten ſich in Paris wieder eingefunden
u. bearbeiteten das Volk in den Sectionen durch
Flugſchriften u. Reden, um der Reaction zum voll⸗
fändigen Siege zu verhelfen. Dieſem Treiben
g° enüber beſchloß ber Nationalconvent 22. Aug.,
Ki ber Geſetzgebende Körper ber neuen Verfaſſuug
zu zwei Dritteln aus Mitgliedern bes Nationale
convents befteben, u. daß auch bie Land⸗ n. Sec»
macht über Annahme ber neuen Konflitution ab»
Pinmen folle. Zugleich zog ber Convent Truppen
einem Lager bei Paris zuſaumen. Die Sectio⸗
* .Frankreich Geſch) VIII. B. 1795: C. 1709, nk
nen von Paris fanbten nun Deputatiemen ı
Nationalconvent, um bie Selten Decrete d
rüdgängig zu machen; biefer aber beharrte
nen Beikl fen. Ale aber 6. Septbr. vie
jfammlungen zur Abftinmung über bie U
der Eonftitution begannen, wıtrbe bie Agit
ben Barifer Sectionen immer heftiger, u
23. Ceptbr. das Refultat der VBolleabkimm
den Nationalconvent ausfiel, boten bie R
allen ihren Einfluß zur Sprengung bes 9
convents auf. Am 4. Octbr. erhoben ſich
nen u. ber größte Theil der Nationalger!
ben Nationalconvent. Diefer zog bie I
Innern nach Paris, bewaffnete die zu ſeine
bereiten Sauscnlotten (Bataillon sacre)
trug Barras u. Bonaparte ben Tberbefehl
Zruppen. Yebter übernahm bie Zeitung |
növers, kam den Sectionen u. Natien
durch Wegnahme von 40 Kauonen zuvorz
mit biefen am 5. Octbr. (13. Venden
jolde Verwirrung unter ben Infurgenten
biefelben ihr Vorhaben aufgaben. Am 6
tourden bie Sectionen entwaffnet u. S
vom Nationalconvent zum zweiten Comm
ber Armee bes Innern ernannt. Eire!
mit menigen Ausnahmen u. tie Abfdafl
Tobeöftrate gehörten zu ven letzten Beſchü
Nationalconvents, weldher ſich am 26. Oc
löfte, um ben: aus 5 Mitgliedern beftchen
rectorium Platz zu machen.
raufreih unter dem Direc!
bom 28. Detbr. 1795 bis zur Rev:
des 18. Brumaire (9. Novbr.) 1799.
zur Revolution vom 18. Frı
(4. Sept. 1797). Das Directorium, bed
Barras, Rewbell, Lareveillere,!
neuru. Curnut, fand die Lage bes St
Außen hin glänzend, Holland erobert, bie:
über den Rhein gedrängt, ben Frieden mit
(5. April 1795) n. Spanien (22. Juli)
Ihluffen; auch im Inland hatten die Büı
in ber Vendee, wenigftens theilmeife, aul
mr zur See war England Sieger. Zi
noch lebeude Tochter Ludwigs XVI. (be
Ludwig XVII. war Anfangs 1795 in!
wahrfam eine® Arbeiter geſtorben) wur
bie, feit Dumouriey’ Verrath gefangenen €
abgeorbneten, nebit dem bei Maubeuge ge
ehemaligen Poſtmeiſter Drouet u. ben il
ſcher Seits aufgehbobenen Maret u. Semer
Baſel —— Das Directorium by
Amt zunächſt mit Maßregeln zur Side
Staates gegen bie Ummälzungen u. erln
Rathe ber Fünfhundert die Zuflimmu
ſchränkung der Preffe, der Clubs u. zur
rung u. ftrengen Beftrafung von Ecmpiel
multen. Wie nötbig polizeiliche Vorlebru
xen, zeigte fich bald, nachdem ter &enn
ben royaliftiichen Aufſtand im Weſten
hatte u. die Führer veſſelben, Stufilet ni
gefangen u. nad) Standrecht gerichtet m
März). Im April entbedte Soden, ber
errichtete Amt eines Polizeiminiftere belleit
weitverzweigte Berihwörung mit comma
Tendenz, welche gegen das Leben ter Di
cridhtet mar. Sanptanftifter derſelben
ruuet u. Baboeuf; der Letztere wurde ?
ber Erſtere eutkam. Gin Berfuch der Verſche
WR Frankreich (Geſch) VILL (C. 1796-1788):
373
aufzuwiegeln, mißlang 9.— 10 Gept. | im Aug. 1797 bie Generafe Bernabotte u. Augerean,
nführer murben gefangen u. burch daß
t verurtheilt. Auch an ropaliftiichen
sverſuchen fehlte es nicht, eine Ver⸗
ı Qunften Subwigs XVII. wurbe im
utdeckt u. vereitelt. Außer diefen, bie
vom Jahre III von zwei Seiten be-
Befabren machte der Aufand der Fi⸗
Directorium viel zu ſchaffen. Die Aſ⸗
ı denen über 45 Milliarden ausgegeben
en, ſanlen nad) u. nach auf 445 ihres
8 herab. Ein gegwungenes Anleihen
L.in Metallwerth u. der theilweife Ver⸗
atswaldungen half bem bel nicht ab,
die Ummanklung der Affignaten in
Territorialmantate, welche berielben
inen antern Namen gaben. Diefe Ver⸗
ang das Directerium, trot des Sieged-
azchiihen Armeen in Italien, Bona⸗
Dantua u. Anfang 1797 bis Inner»
3 Deutſchland Moreaus u. Jourdans
g, trot aller von den fiegreichei Heeren
. Zeutichland eingebenten Summen ıt.
„twoßtereroberten Provinzen (ſ. Fran⸗
‚elutionsfrieg), zu der Ausſchreibung
feine Zuflucht zunehmen. Eine Gruud⸗
U Mill. Fr., eine Aufwants-» u. Per⸗
jum Betrage von 60 Mill. Fr., eine
ings⸗ u. eine Stempeltage, einige klei⸗
n auf Kanäle, Spiellarten, eine Ba-
x Öewerbtreibente u. ein Zoll wurden
dech ertrug leßter für jetzt faft noch
3 Alles reichte aber nicht zu, bie laufen⸗
n zu deden, geichmeigebenn ben Ztaat8-
fzuhalten. —* das Decret vom 20.
worin die öffentliche Schuld un % berab-
e u. nur bie conſolidirte (1 ber Nomi⸗
das Greße Auch eingetragen. Zinfen
beiden andern aber nur beim Nuttonal-
ltig fein follten, wurbe ber Staats⸗
erllärt. Mehr als bie Unfäbigkeit bes
s, ben öffentlichen Eretit wieter auf-
hywächten das Anſehen deſſelben bie
ı ter Directoren ſelber. Einer miß-
andern, fo taß der Royalismus, bei.
„des Einverfäubniffes mit den Roya-
undig bezildhtigt, anı 20. Mai 1797
er Fünfhundert wurde, große Yort-
te u. drohende Bewegungen unter ben
rn einen neuen Ausbruch der Revolu-
ı lichen. Zwar ließ Das Directorium
en Ludwigs XVIII. verhaften, allein
te nicht® gebeflert. In tem Directo-
Barras offenbar nah I bergemalt;
Seite fanden Rewbell u. Lareveillere,
irnot u. Letourneur ihm bie Wider⸗
; Letzter ſchied jetst aus, u. ftatt feiner
urch bie Ergänzungswablen int Mai
ꝛxſtärlte Royalifleupartei im Rathe ter
: einen ber ihrigen, Barthelémy, in
einm. Dus Vorhaben bes Letzteren, der
zegen die Triumvirn (Barras, Rewbell
re) ſich verband, vereitelten dieſe, indem
te, den General der ſiegreichen Armeen
einem Staatsſtreiche bewogen. Bona⸗
ich ben Tadel, der feinen Maßregeln
I. Venedig ven Seiten bes Raths ber
zu Theil getoorben war, gereizt, fanbie
von benen ber Lehtere den Befehl Über bie Parifer
Militärbivifion erhielt, nach Baris. In der Nache
vom 3. zum 4. September rüdten bie vorher bei
Paris gefammelten Truppen ein, obwohl ein Ar⸗
titel ber Verfaffung das Zuſammenziehen von
Zruppen im ber Umgebung von Paris ausbrüdiich
unterfagte; Augereau befehte bie Tuiferien, Ramel,
General ber Directorialfeibwadgen, Barthelemy u.
Pichegru (Carnot war entronnen) wurden verhaftet,
u.bie Revolution vom 18. Fructidor war
ohne Blutvergießen beenbet.
b) Bis zur Eiuſetzung des Confulats.
Am 5. September wurten, nad einem Ausiprudge
beider Räthe, Barthelemy u. Carnot, 11 DMitglie-
ber vom Rath ber Alten, 42 der Fünfhundert ır.
viele Journaliften zur Verbannung nah Cayenne
verbammt. Gin anderes Decret vernichtete tie Wah⸗
len von 48 Bezirken u. gab dem Directorium Voli⸗
macht zu einer neuen Emigranten- u. Priefterver-
folgung. Zu neuen Directoren wurden Mer⸗
lin u. Francois von Neufchateau ernannt u.
42 Zeitihriften unterbridt. Indeſſen kehrte auch
General Bonaparte, nad Einrichtung der Ligurl-
hen Republif u. Schliefung des Friedens von
Campo gormio (17. Oct. 1797), nach Paris zurũck
Diefer General, ber Liebling der Armee, melcher
am 19, Fructibor zum zweiten Male über das
Schidfal des Staates entihieten hatte, erregte in⸗
beß das Mißtrauen bes Directoriinne. Ans *
vor einer Militärdictatur übertrug ihm das Hirec⸗
toriumm ben Oberbefehl Über ein, an den Küſten des
Kanals zur Eroberung Englands gefammeltes Heer
(Armee von England). Da aber Bonaparte ſich von
ber Gefährlichkeit bes Unternehmens überzeugte, fo
trat an bie Stelle tiefe® Planes ber einer Er⸗
oberung Ägyptens. Mit 20,u00 Mann ſchiffte er
ih im Mai 1798 in Toulon ein u. ging nach
Ägypten unter Segel, ſ. Franzöſiſcher Revolutions-
frieg. Kurz vorber im März batten ſich tie Gren-
zen %-®, intern daB Deutfche Reich das linfe Rhein⸗
ufer abtrat, bedeutend ermeitert.
Während Bonaparte Agypten eroberte, murbe das
eigenmächtig u. willkürlich berrfchenbe Directorium
in 5. ftet8 verbaßter. Anı 5. Jan. 179% murbe unter
dem Vorwande zur Dedung ber Landungskoſten in
England ein gezwungenes Anlehen von 80 Millionen
Franken ansgejchrieben, Auflagen, Lotterien, Wege»
gelber u. Stempeltaren fellten bie trot aller ge⸗
waltjamen Mittel ſteigende Finanznoth hemmen.
Doch tiefe Mafregeln, welche zum größten Theil
nur durch ten Unterhalt einer großen Armee be-
kingt wurden, deren Rückkehr bie Macht ber Die
rectoren zu untergraben brobte (weshalb biefelben
den allgemein gewünſchten Frieden abgeneigt wa⸗
ren), hatten neue Unruben zur Folge, n. bie feind⸗
felige Stimmung ber Bevölkerung machte ſich bef.
bei den Wablen fir Die Ergänzungen des Raths
ber 500 im April 1798 kemerflih. Das Direc»
torium caffirte indeß am 11. Mai 1798 alle ihm
mißfällige Wablen u. eignete fih auf ſolche Weiſe
eine Gewalt zur, welche ihm bie Gefetse nicht ver-
verliehen hatten. Während ber innere Zuftand bes
Landes dem Velle nur geringe Befriedigung bot,
ſchmeichelten die Erſolge Ber Armee u. hie Stellung
Des Staates auswärtigen Mächten gegenüber ber
franzöjiichen Natioraleitelfeit, Die Bereinigung von
Mühlhauſen, Piemont u. Genf mit F., bie Errich⸗
374
tung ber Helvetiichen, Römifchen u. enblich der Bara
thenopäiichen Republil (Jau. 1799) an ber Stelle
des Königreichs Neapel, fo wie bie im März 1799
erfolgte — des Papftes Pius als Gefan⸗
genen nah %., bob das Nationalgefühl ı. Teitete
die politiſchen Beftrebungen ber Parteien nach Außen
ab. Mit dem Eintritt Treilbards, an die Stelle
des im Mai Aue euuen François be Reufchateau,
in das Directortum, begann baffelbe feine Stellung
durch ſcharfe Verordnungen gas Angriffe von
Außen zu fihern; den 26. Auguft 1798 hob ein
Geſetz die Preßfreibeit bis auf Nusarbeitung eines
Preßgeſetzes für bie — u. Sonrnale auf;
aut >. September erſchien, um bie Verluſte, welche
die franzöfiihe Armee inzwilhen, namentlich in
Stafien, erlitten hatte, zu beden, das neue Con⸗
ſeriptionsgeſetz, welches alle Franzoſen waffeu⸗
pflichtig niachte (es erregte jedoch in — mehrere
Mänte, die aber ſchnell unterdrüdt wurdeu);
ein Decret vom 6. October beraubte die na
Cayenne Berbannten ihrer Güter. Das Deficit
bes Schatzes betrug am 3. October 114 Millionen
France u. mußte ım nächſten Monat allein um
44 Millionen fteigen. Das Directerium forderte
die ſchleunigſten —— u. ſagte
ſich öffentlich von aller Verantwortlichkeit für bie
Folgen los, als am 22. Februar 1799 ein Salz⸗
ſteuervorſchlag von dem Rathe der Alten verworfen
wurde. Die Finanznoth ſteigerte ſich noch mehr,
als nach dem Mißlingen des Congreſſes von
ber Krieg mit ber 2. Coalition (England,
fterreih, Rußland), ber balb eine für Front.
reih unglüdliche Wendung nahm, zum Ausbruch
kam. An die Stelle Rewbels, für deſſen Austritt
aus tem Directorium das Loos entſchieden hatte,
trat am 16. Mai Sieyes, ein Gegner bes bisher
Befolgten Syftems. Zugleich fielen am 20. Mai Die
Wahlen zu Ungunften des Directeriums aus. An
der Spite der Oppofition ſtanden Yucian Bona-
parte, Boulay be la Meurthe u. Françeis de Nau⸗
te. Am 16. Juli 1799 wurte die Wahl Treil-
hards vom Rathe ber Alten, als zur ungeſetzlichen
Be geſchehen, für nichtig erflärt, u. ſein Nach—
olger war ber frühere Juſtizminiſter Gobier.
Am 17. Juli Hagte Lucian Bonaparte Merlin von
Douay u. Yareveillire vor dem Rathe der Alten der
Verſchleuderung öffentlicher Gelber u. ber Will-
türberrichaft an u. forderte fie auf, ihr Amt nieber-
ulegen. Dies geſchah, u. ihre Nachfolger waren
Gore: Ducos u. ber General Mouline. Die
republitaniiche Partei bot nun alle Mittel auf, bie
Unglüdefälle, welche bie franzöſiſche Armee betrafen,
zum Sturze des Directoriums auszubeuten. Sie bil⸗
dete im Juli 1799 bie Geſellſchaft der Berfai-
ſungsfreunde, welcher ſich mehrere Generale, jo
Jourdan, Augereau u. Mafjena, anſchloſſen; aber ber
Bolizeiminifter, Fouche, ließ am 26. Juli die Reitbahn
na. am 13. Auguft Die Dominicanerlirche der Vorſtadt
St. Germain, ihre Verſammlungsorte, ſchließen.
Inzwiſchen erregten neue Zwangsmaßregeln gegen
bie Gmigranten, von beren Anverwandten man
unter ter Form bon Anleihen Gelber erpreßte,
neue Unruhen, u. der in Folge deſſen mieberer-
wachte Bürgerkrieg mit ben Chouans u. Beudéern
wurde feit Enbe etobers 1799 mit wechſelndem
Bortheile geführt.
"Inter jo mißlichen Umſtänden lehrte Bonaparte
krönt aus Ägypten zuriid. Nach jeiner An⸗
Frankreich (Geſch) VIII. (G.1790. D. 1799, 2. 1800)
— —— 4. Octeber, fü
artei in ibr Intereſſe zu ziehen. :
faner boten ihm eine ——
Commando in Italien an u Sie
mit dem Antrage entgegen, eine ne
einzuführen. Diefen Plane vage
geneigt. Eine große an ber
ter Alten wurbe für feme
Diefe fetten, um ein bintiges Zuſam
Parteien in Taris zu vermeiden, bie
beiden Räte nah St. Cloub durch
torium wagte nid? Gewalt anzıum
Offiziere ihm den Gehorſam verwei
aber, als bie Anzeichen immer brot
Bonaparte feine Entlafjung zu. Ar
15. Brumaire) [prengte Bo:
itungdes Rathe ber500 im
fanle zu St. Cloud, als dieſer ef
ftand, Das Todesurtheil Aber ihn aus:
Rathe der Alten entſchied bie Abſtimmi
hebung der Verfaſſung vom Sabre I
verſammelten ſich beide Räthe unter d
cian Bonapartes. Um Mitternacht wi
torinm aufgehoben, 62 Abgeorbriete
ausgeſtoßen ı. von dem Heft deſſelbe
Roger Ducosn. Bonaparte,‘
men von Confuln, proviforiich bie
walt zur Wieberberfiellung der Rul
übertragen. Zugleich wurde der Gefi
per bis zum 20. Sehr. 1800 vertagt.
faflungsverlegung war dieſe Eutfcheii
ber großen Maſſe des Volkes, wel
harte bie age zur durchgreifend
ber inneren Verhältniffe geeignete Be
während bie Republifaner in der m
achtung ter republifanifchen Form
neue Regierung anſangs auszeichne
haft gegen die Rüctehr des Roy:
beffen Anhänger jedoch von Bona)
entgegengeiebte rel begten.
) Sranfreih unter Der (
ierung bis zur Proclamiru
jerreihe, vom 9. Novbr. 1
Mai 1804. Die drei Eonjuln ı
lich u. der Pröfidirente hieß Konf
Bon den Miniftern behielt man nur (
die Juſtiz, Bourbon, welchen bald
für das Seeweien u. Foucheé für di
nannt wurden: Bertbier für den Art
die Finanzen, Laplace filr das Inner
Seneralfecretäe: Später trat Tall
Spite des Auswärtigen; die 120
Conſulargarde befehligte Diurat. T
fallıng, von Sieyis entworfen,
Einfluß Bonapartes, welcher den Sitz
faſſungscommiſſion ſtets beiwohnte
Stücken geändert, trat am 27. Dece
ſamkeit u. wırde am T. Februar 1
nommen erllärt. Nach terfeiben ı
Gewalt ſcheinbar unter 3 Confuln
in Wirflichleit aber ganz in der H
Conſuls. Alle 3 waren für ihre R
regeln umverantwortlih u. wurden
Jahre, mit Vorbehalt der Wiederer
nannt. Die 3 erften nach der neuen
wählten Confuln waren Bonapar
ceres u. Lebrun. Neben ten C
3 höchſte Stantsbehörben gefchaifen
Gene ec) WELL. (D. 1800-1802) 3:rtn.”
wvateer) von 80, ein gejegeben-
bon 300 u. ein Tribunat von 200
Der Eomat, deſſen Mitglieber Iebene-
Denatorenwürte bebielten, war bie
bes Belles =. von um fo zwei⸗
‚ als die Wahl derſelben unter
des Tonfulate Rattfand. Der Senat
mrch eigene Wahl, ernannte bie Mit⸗
ebenden Corps u. bes Tri⸗
die Eonfuln, u. batte das Recht
' übrigen Staatsgewalten, nament-
den Conſuln vorgeichlagenen, dann
bunat geprüften n. endlich im Geſetz⸗
ser beichiofienen Geſetze, zu prüfen, zu
andernfalls zu verwerten. Am 24. De-
t Lucian Bouaparte das Minifterium
u. am 2. April 1800 mwurbe Carnot
re. Um ſich zu befeftigen, fuchte Bona⸗
itützpunkt in den Mittelklaſſen, welche
republilanifch geliun waren, zu fiu⸗
e bie meiften Amter mit Republi-
Michtigte jedoch auch bie beiben ertre⸗
‚u. mo Amterverfeibung an Royaliften
wicht pafjend fchien, that Beftechung
g berfelden aus ber Hauptftabt ben-
Zur Aufrechterhaltung der Ruhe u.
8 noch fortdauernden Royaliſtenauf⸗
e Bendee, traf Bonaparie forort bie
Maßregeln. Zu biejen med theilte
t 25 Militärdiviſionen, Deren Weichls-
irten) er alle Truppendiviſionen unter-
te General Hedouville nach ben em-
temenis u. erreichte Durch energiſche
bue jedoch Wafjengewalt anzuwenden,
z ber Unruben. Am 18. Januar 1800
uville n. Brune, unter Zuſicheruug
ihung, Friede mit ver Vendee u. den
zeniger glücklich war Bonaparte in
igungen zur Hebung des öffentlichen
von den Emigrautengütern erzwun⸗
ließ er aus politiſchen Rückichten
er auch bie Liſte der Emigranten jchloß
u aller berer darauf jtreichen ließ,
F. nicht die Waffen getragen hatten.
ten 3% Millionen France Papier-
|, die Grundſieuer beträchtlich erhöht,
x Öffentliche Amter eingeführt u. bie
wier& zu einem Vorſchuß von 12 Mil-
vermocht. Die Departementsverwal⸗
ie gänzliche Umänderung (17. Febr.),
yer Municipalbeamten !Prätecten in
ents, Unterpräfecten in ben Kantons
ben Gemeinden, ftreng einander ıı.
zung untergeortnet, angeftellt wur-
—* wurde durch polizeiliche An⸗
chränkt. Die nächſte Sorge bes erſten
ben inneren Wohlſtand des Laudes
eine nöllige Reorganijation des jehr
serwefens zu ermöglichen, mußte nun
ines Friedens mit England u. Ofter-
it dieſem fchloß er, nachdem er jelbft
L in Italien wieber übernommen u.
14. Juni 1800 gefiegt batte, am 9.
ben Srieben von Luneville, dem zu
lweg bes Rheins bie franzöſiſche Grenze
ngland jhloßerjepccheritam25.Dtärz
eden von Amiens. Da Bonapartes
m Tag zu Tag mehr bejeſtigte, ſo
griffen bie vergebens auf einen Anlaß zum Umfiuxg
Bulk ar — —— * *
t zu Mor w m
sor deu Umtrieben ber Complottenro —A
ordnete Bonaparte, welchen mur ein glüclicher Zup
fall vor der Ermordung gerettet hatte, ein polijei⸗
liches Spionirfyhem an, an deſſen Spike Fouché
Hand, u. ließ viele Berdächtige zur Deportation
verurtheilen. Die Eonfulargarbe wurde außerbem
berinehrt, u. das Auftreten bed erien Eoufule nahm
unmer mehr eisen fürftlichen Charakter am.
Nachdem mu auch der Friede dem leben eine gröw
Bere Behaglichkeit gewährte, wurbe der Drang der
befjeren Geſellſchaft. frühere Sitten u. Gewohnheiten
wieder anzunehmen, immer mächtiger. Die Parifer
Salons belebten fih von Neuem. Biele Adelige
kehrten zurüd, als der Conjul bie Gmigrantenli
gänzlich aufbob u. nur etwa 1000 Familien von bei
ſtrafloſen Rüdtebr nach F. ausſchloß, u. in den von
Bonaparte bewohnten Zuilerien begann fich ein hö⸗
fildes Treiben zu entwideln. Ebenſo ſprach fich das
Bebüriniß aus, Die hriftiihe Religion zu re⸗
abititiren. Schon feit Aufang Des Jahres 1801
tte Boutaparte mit Dem Papſte iiber Lie Wiederher⸗
ftellung bes Latboliichen Gottesdienfies in Fraul
reich unterbantelt u. ein Nationalconcil angeorbiet,
welches in Nötre- Dame zu Paris verſammelt am
12. Juliden Bapft zwar als Oberhaupt auerkannte,
aber bon dieſem nicht ala Coneil betrachtet wurde
Jedoch kam am 15. Juli zwiſchen Dem Cardinal
Sonialvi u. Bonaparte ein päpſtliches Coucorbat
(| d.Lr) zu Stande, meibis am 15. Aug beflätiar
wurde. Da Vonaparte Widerſtand gegen das Con⸗
cordat im Tribunat fürchtete, ſo wurden durch
Senatsbeichluß die als ſirenge Republilaner be⸗
kannten Mitglieder deſſelben ausgeſtoßen u. Die
Zahl der Tribunen auf 80 beſchränkt. Da ber ge⸗
ſetzgebende Körper nach Vollendung des neuen
Civilgeſetzbuches am 21. März ſeine Thätigleit ein
geftellt hatte, jo berrichte Bonaparte faft mit um
umfchräntter Gewalt, u. Die repnblilaniichen Kor
men entipradhen immer weniger dem monarchiſchen
Weſen des Staates, zuntal da Bonaparte Sorge
trug, fih mit einem neugeichaffenen Dienflabel zu
umgeben, zu welchem Zivede bie Errichtitng bes
Ordeno der Ehrenlegion (j. d.) vom Senate beichloj-
fen wurte. Die Umwandelung ber repnbiilanifchen
Kormen des Etaates in monarchiſche vollzog fich
rafh. Gleich nad dem Frieden von Amiens im
Mai 1802 beſchloß dad Zribunat, dem Obercouſul
ein glänzendes Pfand der Nationaldankbarletit dar⸗
zubringen, u. ſetzte fi deshalb mit bem Senate in
Berbiudung. Diefer beichloß, Bonaparte auf neue
10 Jahre zum Conſul zu ernennen. Als ber Conſul
aber die Annahme dieſer Dankbezeugung von dem
Willen der ganzen Nation abhängig machte, wurbe
vom Senate ein Plebifcit über die Frage, ob Bona⸗
parte lebenstänglicher Conſul fein folle, veranftaltet.
Bon 3,577,399 enegern ftimmten 3,568,885 für
das Iebenslänglihe Confulat, a. durch Senatsbe-
ſchluß am 2. Ang. 1802 wurbe Bonaparte zum
lebeunslängliben Conſul ernannt. In—
gleich änterte ein Senatsbeſchluß die Berinffungin der
Art, daß bie vollziehende, geſetzgebende u. richterliche
Gewaltin bie Hände bes Erften Conſuls gelegt wurde,
u. bie conflitutionellen Körper des Stantes zu beden⸗
tungelojen Schatten herabſanlen. Die völlige Ber-
wandlung ber Republik in eine Mounarchie gab fish
576 Pranfreich (lei) VLLT. (D. 1808 u: 4804). I. 48904 n. 1805)
das Ziel ber Bonapartifchen Regierung immer beut-
licher zu erlennen. Das Heer, auf welchem das
Unichen u bie Macht des Confuls ruhte, wurbe
auf rei erhalten n. vortrefflich organiftxt,
die Refidenzichlöfier des Erſten Conſuls, St. Cloud,
die. Tuilerien u. Malmaiſon, wurben reich ge⸗
— tn. die Civilliſte von auf 6 Millionen erhöhet.
4. Januar 1803 wurde bie Errichtung von 31
Senatorien mit 20 — 25,000 Francs Einkünften
decretirt. Jedes Arrondiſſement eines Appellatione-
gerichts erhielt eine Senatorie, welche die conjula-
riſche Gewalt ın ben Provinzen repräjentirte. Der
Inhaber einer ſolchen war verpflichtet, 3 Donate
im Jahre am Sitze berielben zu refibiren. Auf den
Münzen erſchien hinfort das Bild bes Erften Conſuls,
u. das Hofleben wurde glänzenter u. geräufchuoller.
Mehrmals fuchte Bonaparte Rubwig XVIIL zur
Aufgabe feiner Anſprüche an F. zu bewegen, je-
doch war fein Bemühen vergebene. Ein neuer An⸗
ſchlag auf jein Leben von dem Anführer ver Chonans,
George Cadoudal, in Verbindung mit Pichegrn,
welche Beide im Kebruar 1805 heimlich bet Beville
Ianteten, aber zur Haft gebracht wurden, gab den
nächſten Anftoß zur Ausführung feiner Abficht, bie
erbliche Kaifermürbe anzunehmen. Die Entbedung
noch auderer Eonfpirationen, bei denen England
mittelbar im Spiel war, benutzte Bonaparte, um
dieſe Macht als eine ihm perſonlich feindliche darzu⸗
ellen, nachdem er ſchon längft zu einer Bekriegung
glands großartige Anftalten getroffen hatte, ı.
bereits im Mai 1803 die Seinbfeligleiten wieder
ausgebrochen waren. Den Krieg ſelbſt aber wollte
er als Kaiſer eröffnen. Anfangs (fett Ende März)
wurde das Vorhaben vom Senate nur angebeutet,
dann mußten Adreffen aus ben Departements ben
Aet einleiten u. endlich brachte ber Senat den Bor-
ſchlag au das Tribunat, welches am 3. Mat 1804 die
Erhebung Bonaparteszumerbliden Kai-
fer von F. befürmortete. Den darauffolgenden Se-
natshefhlng vom 18. Mai beftätigte auch noch ein
nenes Plebiſcit, demzufolge fi) von 3,574,498 Stim-
menden 3,572,329 fir das Kaiferreich ausiprachen
IX. Srantreih ale Kaiferreih vom 28.
Mait8045i18 zur AbdantungNapoleons
Auen aim en ean 11.April 1814. Am2.
c. 1804 murbe Bonaparte ald Napoleon J. in
Paris von Pius VII. geſalbt u. ſetzte ſich u. feiner Ge⸗
mahlin Sojephine die Krone auf. Die Revolution
hatte ihren Kreisiauf vollendet. F. war zu einer nur
noch: ſcheinbar beichränften Monarchie zurückkehrt,
aber das mittelalterliche Staatsweſen war unmwie-
berbringlich vernichtet u. die Verworrenheit der recht»
lichen u. jocialen Zuftände, welche das mit ber Bil»
bung der Zeit in Widerjpruch ftehende Feudalweſen
erzeugt hatten, war einer anderen Orbnung bes.
Staates gewichen. Obwohl Napoleon ber Nimbus
— welcher den Thronerben alter Herrſcherge⸗
chlechter eigen iſt, ſo wußte er doch bald durch
geeignete Einrichtungen feiner neuen Wurde die
zeit: Folie zu geben. Er umgab fi mit einem
prunkvollen Sofflaat, creirte eine Menge Hof-
chargen, fo die ber Großmlrbenträger u. Groß-
offtziere, u. feste den hoben faiferlihen Gerichtshof
ein, zu befien Competenz alle Verbrechen gegen den
Gtaat ı. etwaige Vergehungen ber Angehörigen
bes Kaiſerhauſes u. der höberen Staatsbeamten
ebörten. Dann fuchte er ſich den alten Adel zu
efreunden u. benfelben durch Gunſt⸗ u. Ehrenbezeu-
zu verwifchen, wurbe 1805 derrepublilg
en an feinem Hof zu betien. Die
ld nut: bem i —
worden waren, wurden. ſebald F. zum
erhoben war, ebenfalls in erbliche Küm
fo vexwanbelt, m. nm and iu
ichen Leben bie Spuren ber
Kalender wieber mitbem@regorieg
vertauſcht. Das Tribunat, der ichte &ıe
conftitutionellen Beigränkung des Rei
erſt 1807 befeitigt. England, uf
verweigerten bie Anerfennung bes Kaiſer
die Bemühungen des Könige von Enge
Erbland Hannover bie Franzoſen im 8
mit ben Beſtimmungen bes Kriebens wei
jeit 1805 bejegt hatten, während fie Ab 5
Angriff anf die Küften von Großdrituui
ten, führten zu der 3. Coalition gegen
ih Rußlaud u. Ofterreich anfchloffen (
Ehe Napoleon den Krieg begaun, bat
jentliche Erebit ungemein gehoben, 2.
gegriimbete Bank von F. ü Baul IL. DS
bemt Stante vortreffliche Dienſte. Map
tete ben — ber Verbündeten auf Ih
nicht ab, brady mit ben zur Landung i
beftimmten Truppen nah GSübbestili
Ihlug, während Maffena ben Erzherg
Italien am Borrüden binberte, bie &
bei Elchingen, eroberte Ulm, befegte
brachte den Ruſſen bei —— 21
eine große Niederlage bei; ſ. u. Oflerreil
gegen Fraukreich von 1805 — 1809. |
zu Presburg, 26. December 1805, tea
ge en 1000 DM. feines Reiche ab, weile
rundung Des Königreichs Italien, the
lohnung von Württemberg u. Baiern, ben
genoſſen Napoleons, verwendet wurden
den Staaten erhob Rapoleon zu fouveräue
reichen u. gab, indem er auch Baben mit
Soxveränetät beſchenlte, dadurch die nähle
laffung zur Auflöiung bes Deutfchen Re
März 1805 legte fich ber Katjer auch den
von Stalien bei. Er vereinte bald baraf
u. Biombino mit F. u. fette bie Akt
thümer von Norditalien unter franzö
tung. Gleichzeitig verlor jedoch F. durh
der Engländer bei Trafalgar feine game
großen Anftrengungen neubegrünbete Em
gerieth dadurch in neue finanzielle Berg
England, um feinen Bortheil weiter p
u. das gegen feinen Handel u. feinen
erichtete Continentalſyſtem (f. b.) zu
nüpfte Unterbanblungen mit Schmeai
land an, welde um fo leichter zum Ad
als das von Napoleon begründete Febe
das Europäifche Gleichgewicht immer me
Um Preußen von einer ihm feinti
abzuhalten, überließ Napoleon biejem &
Kurfürſtenthum Hannover. Kamifemek
gen follten Baiern u. Baben an F. fetten,
Napoleons nächte Verwandte und
räle mit Königreihen u. Kürftenthümes
I
wurten. Seinen Bruber Joſeph nzd &
König von Neapel, feinen antern Brsba!
zum König von Holland, feinen Stiefel!
Beaubarnais zum Bicelönig von Italien, !
Murat zum Großherzege von m ſege
Stelle bes Deutichen" Haie ben heiter
Frankreich (Geſch) IX. (1806—1814) ’
; ber Heineren deutſchen Staaten unter
' Brotection (1806). Preußen trat end⸗
en Allianz gegen F. bei, ala Napoleon
ber zu emtzieben drohte. Diefer nahm
Kampf mit ben vier gegen ihn verbun⸗
hen Staaten auf, ſchlug tie Preußen
bie Ruſſen bei Evlau u. Friedland u.
n am 7. u. 9. Juli 1507 mit Preußen
ı abgefchloflenen Frieden von Tilfit (1.
uſſiſcher Krieg gegen Frankreich von
17) in Folge deſſen Das Königreich Weſt⸗
7, u u. dreien anderen deutſchen
lien - Kallel, Braunſchweig u. Oranien)
nen Ländern, ferner das Herzogthum
. eine Republil Danzig errichtet u. Ruß-
ußen dem Eontinentaljyftem beizutreten
urden.
n war Talleyrand Miniſter ber aus»
ngelegenbeiten geweien, aber im Au⸗
ab Napoleon beifen Portefeuille an ben
mpagny, da Tallevrand in des Kaiſers
Spanien unter fein Scepier zu bringen,
n wollte. Der nächſte Schritt zur Aus⸗
jelben war tie Belegung Portugals
dem Borwand, auch Dort bie Häfen den
zu jperren. Darauf milchte fih Napo⸗
Zmift ber ſpaniſchen Königsfannilie u. er⸗
‚ge defien im Juli 1505 Die Krone von
welche er feinem Bruder Joſeph über-
end er bie erledigte Krone von Neapel
vager Murat gab. Die Spanier ließen
cht gutmwillig die frauzöfiihe Herrſchaft
u. das Volk begarın einen hartnäckigen
Die franzöfiichen Deere, unterftügt von
iejen u. den Engländern, welcher erft
er Vertreibung ber Franzoſen enbigte
portugieſiſcher Vefreiungstrieg). Die
Berbündeten in Spanien hatten dieſe zum
ile der Wiederaufnahme Des Kampfes
eons wachſende Macht von Seiten Ofter-
akten. Tſterreich erſchien 1809 mit einem
n Heere (f. Cfterreichifcher Krieg gegen
on 1809). Indeß hatte Napoleon Ruß⸗
m Congreß zu Erfurt unter dem Ver⸗
e gemeinjane Beute zu theilen, am 25.
)8 zum Beiftante gegen OÖſterreich ger
nach den Siegen von Eckmühl, Aspern
bictirte ber Kaifer den Schönbrunner
Oct. 1509, wodurch Ofterreicy abermals
feines Landestheils an Rußland, theile
en des Rheinbundes u. theils an Italien
te. Der Kirchenftant wurde nun mit
Schweden durch Rußlands Einfluß zum
n Continentalſyſtem bewogen, u. ber
ibar durch die Bermählung Napoleons,
1809 von feiner finberlojen Gemahlin
iſchieden hatte, in 2. Ehe ınit ber öfter-
zrinzeſſin Maria Luiſe, 2. April 1610,
iefe gebar ihın am 20. März 1611 einen
yer den Tirel König von Rom empfing.
ftand jet auf den Gipfel feiner Macht,
& feiner Waffen, das politifche Über»
über alle europäiſche Staaten, liei Die
en Berluft ibrer politijchen Freiheiten
erzen, u. verjöhnte fie mit beim wieder⸗
folutismud. Der Erbatel war inzwi⸗
bergeftellt (1. März 1505), jedoch ohne
rechte u. an ben Beſitz eines großen
Lexiton. 4. Aufl. VI
577
Vermögens gehrüpft. Die Rangordnung deſſelben
ftellte oben an die Fürſten, dieſen folgten bie Her-
zöge, Grafen, Barone u. Ritter. Wichtiger n. von
großem Segen für das Reich war bie neue Orga-
nifation der Gerichte, Die Einführung vortreffli
Geſetzbücher (Codes Napoleon) u. die Stiftung
ber Pariſer Univerfität. Um bie Continentalfperre
wirkſamer zu machen, wurde Holland, bie Nordſee⸗
küſte, aus denen die Departements der Ems, Weſer
u. Elbe gebildet waren, dem Reiche einverleibt. Da
auch Wallis, Toscana u. der Kirchenſtaat mit $-
vereinigt worben waren, fo umfaßte ber Staat, in
130 Departements ftatt ber uriprünglichen 83 ge
tbeilt, ein um bie Hälfte größeres Läntergebiet al6
zur Zeit der Republik. Während dee Friedens wurde
indeß Dem Handel u. ber Induſtrie nur in einzelnen
Fmeigen ein glüdlicher Aufſchwung zu Theil. Die
ontinentalſperre laftete wie ein Alp auf ber han⸗
beltreibenten Welt, namentlich als England zu Re⸗
preflalien ſchritt, u. dennoch verjeblte fie ihren med
un Großen u. Ganzen, denn dem Schmuggel war
nicht zu fteuern, u. die mit F. verbüudeten Ufer⸗
ftaaten wehrten Temjelben mit nur geringer Sorge.
Endlich verließ Rußland, welches in ber Vertrei⸗
bung tes dem Kaifer Alczander nabe vermanbten
Herzogs von Oldenburg einen Bruch ber Friedens⸗
verträge erblidte, 1510 das Syſtem u. näherte ſich
England, der Waarenzufuhr defielben fein Hiuder⸗
niß in ben Weg legend. Napoleon beichloß deshalb
den Krieg gegen Rußland, bot alle feine Buntes»
genofien zum Zug gegen daſſelbe auf u. fiel 1612,
uch ebe er ten Kampf in ter ‘Pyrenäifchen Halb»
inſel beendet hatte, mit einer halben Million Men⸗
Ihen in Rußland ein, drang bis Moekau vor, ver-
lor jedoch auf bein Rüdzug fein ganzes Heer, mehr
durch Die Strenge des Winters u. Die ungewohnten
Entbehrungen, ala durch bie ruſſiſchen Daffen.
Der moraliſche Eindruck dieſes unerjeglichen Ber»
luftes war noch wichtiger in feinen Folgen als bie
materichen Nachtbeile. Preußen trat Der Koalition
von England u. Rußland im Februar 1513 bei u.
deren Deere drangen gegen Sachſen vor. Napoleon
fiegte zwar in einigen Schlachten u. gewanu Ter⸗
rain; allein ba auch Tflerreih u. Schweben als
Gegner 5-8 mit auf Dem Kampfplate crichienem
u. Die Völkerſchlacht bei Yeipzig, 15. Oetober 1513,
gegen Napolcen entſchied, brach das folge Gebäude
jeiner Macht in Trümmern. Die dentichen Fürſten,
gebrän, t von ben ber Frauzoſenherrſchaft Längft
berbrilffigen Völkern, erlärten fih nun für Die
Aliirten, welche 1914 von allen Seiten it F. ein.
drangen u. nad) der Cinnahme von Paris (1. April)
die Abdankung Napoleons zu Fontainebleau,
11. April 1814, erzwangen. Nicht unbedeutend
batte zu tiefem Sturz der Abfall bes Königs von
Neapel, Murat, beigetragen, ber fich gerade im
entscheidenden Moment gegen ben Kaiſer erllärte.
Über bie Einzelheiten des Krieges |. Ruffiich » deut⸗
ſcher Krieg von 1812 — 1815.
X. Sranfreih unter der Reſtauration
ber Bourbons bis zur Julivevolution,
1814 bis 1830. A) Erfte Reftauration
3. Mai 1814 bis 20. März 1815. Der Bru⸗
ber Ludwigs XVI., der Graf von Artoie, leiftete
der Aufforderung des Senats, von dem erledigte
Throne Beſitz zu ergreifen, unverziiglich Felge, u.
langte ben 3. Diai 1814 in Paris an, wihrend Na»
poleon fi) am 20. April auf die ibm als Beſitzthum
7
578
zugewieſene Inſel Elba zurückgezogen batte. Der
neue König aus dem alten Hauſe Bourbon Lud⸗
wig XVIII. ſchloß mit den Verbündeten ben Frie⸗
den ven Paris (30. Mai 1814), welcher F. im We⸗
Tentlihen auf Das ihm wor 1792 zugehörtge Gebiet
befchräntte, Dagegen feine Colonien, mit Ausnahme
von Tabago, St. Lucie u. Isle de France, England
uſprach. Einen ihm vom Senat vorgelegten Ber-
—— wies er zwar zurlid, gab jedoch am
4. Juni burd die conflitutionelle Charte %. eine
Sonftitution, welche Gleichbeit vor dem Gelets, in
den Etaatelaften u. in den Anſprüchen auf Amter,
Amneftie, Unverletslichteit des Eigenthums, per-
ſönliche Religions» u. Preffreiheit u. 2 Kammern
feſtſetzte, welche über nene Gefege u. Abgaben ent»
ſcheiden ſollten. Indeffen leuchtete aus verſchiedenen
Maßregeln die Abficht ber Regierung hervor, bie in
der Charte gewährten Zugeftänbnifje zu fchmälern
ob. ganz zuriidzuzichen. Dies erregte den Miß-
muth der Mittelliaffen, auf denen zumal ein ſchwe⸗
rer Steuerbrud laflete, während ter Napoleoniche
Adel dur die Rüdfehr der alten Adelsgefchlechter
feine® Einfluffes u. Anſebens beraubt, Die Unzu-
frietenheit der Armee theilte, welche feine Sym-
pathien für tie Bourbons hegte, ja durch Vermin⸗
derung des Soldes, durch Entlaffungen u. Pen-
fionirungen geradezu erbittert wurde. Diefe Im«
ſtände w. ren dem entthronten Kaifer zur Ausfilh-
rung feines Planes günftig, der darauf ausging,
fih mir & walt wieder in Befit der Krone zu ſetzen.
b) Vie Hundert Tage 20. März bis 21.
$unt 1815. Am 1. März 1815 landete Napo⸗
Teon bei Frejus u. gelangte ohne Schwertichlag am
20. Mär; a aris (Rückkehr Napoleons),
während ter König 19. März nach Gent floh, da
er fi von tem gege: Napeleon ausgefanbten Mar⸗
ſchall Ney verlaffen jab. Napofeen 30g unter bem
Fıibel Des Volks u. Der Armee in die Tuilerien
ein, verhieß in e.nir Proclamation eine friedliche
Politik beobachten zu: wollen, ließ Die Conftitntions-
acte Ludwigs XVIII. im Mefenttiichen befteben u.
beſchwer tiefelbe ver den von ihm zufamntenge-
rufenen Abgeorbnieten auf dem Marefelte 1. Juni
1515. Aber der Wiener Congreß, auf welchem Die
verbündeten Mächte noch berierben, erflärte Napo-
(een für einen Störer des Weltfrietens. Die Dua-
drupelallianz zwijchen Preußen, Ofterreich, Ruf
laud u. England gegen Napoleon wurde gejchlofjen
u. bie verbündeten Heere zogen gegen ben Rhein.
Napoleen rüdte ihnen entgegen, gewann anch ei-
nige Treffen, wurde aber ven den vereinigten
Preußen n. Engländern mit feiner Hauptmadt
bei Waterloo 18. Juni total aeichlagen u. Dante,
da ilem fie Kammern zur Fortführung des Krieges
Die geierderte Geldhülfe vermeigerten, am 21. Juni
zu Ennften feines Sohnes, Napoleon IT., ab.
Am 3. Juli capirulirte Paris; ſ. u. Preußiich-Ruj-
fiicher Krieg gegen Frankreich.
6) Zweite Reftauratien 9. Ruft 18195
bi8 1830. Die Alliirten, welche am 7. Inli in
Paris einzogen, erkannten jeted tie Abdenkang
Napeleons zu Gunſten ſeines Sohnes nicht au,
1. den 9. Juli ſchon traf Ludwig XVIIL wie
ker in Paris ein, mm vom Throne abermals
Defig zu nehmen. Napoleon, ver fi ten Enz
ländern ergab, wurde von nun an auf der Inſel
Et. Helena gefangen gehalten, mo er 1621 ftarb.
Am 20. Never, 1815 ſchloß nun Ludwig XVLIL
Frankreich (Geſch.) X. (18141818)
ben 2. Barifer Frieden, welcher tie G
auf den Stand von 1790 beicräntie, 1
die Belegung ven 15 Feſtungen turd
pationsheer von 150,000 Mann auf 5
ftand u. F. verpflichtete ich, nicht mar
terhalt dieſes Heeres zu forgen, fonber:
dem 175 Millionen Thaler Contribnti
Auch mußte F. die in den früheren Kri
ten Kunftichäße wieder herausgeben n.
Ih maden, alle rechtmäßigen Eniſd
ſprüche von Individuen, Körperichafte
ten in ben Ländern ber Berbinteten ;;
Kaum war Ludwig XVIII. wieder au
langt, als eine fanatifche Verfolgung
u. Günftlinge Napoleons Kegann, ı
ftifche Reactionseifer ſelbſt über bie
Regierung hinaus an manchen Orten
zu brutalen Exceſſen führte. Die un
fluß der Regierung neugewählte Kam
noch —* als der König; fü
Regierung die Befugniß ein, Alle, t
ſchwörung gegen ben König verbächtic
Weiteres verhaften zu fönnen, u. billi:
welches Alle, welche für den Ted Li
geſtimmt hatten, jo wie viele Säupt
regierung, verbannte. Die verſproche
Anıneftie wurbe durch eine aroße M
men verfümmert, u. ba bie Regierun
dem Drängen ber Kammer nad einer
Reaction, um die Erhaltung ber Ku!
beforgt wurde, löſte fie dieſelbe Ende
In den neuen Kammern hatte bi
no‘ immer viele Stimmen für fic
toh durch Entdeckung ter fogenan
Verſchwörung, welche beswedte, vr
ten zum Umſturz der Charte Interftü
langen, u. in Folge der Unterſuchung
ten Royafiften 1815 u. 1816 verüßt
Ermerbungen in Süd⸗F. (f. Bru
conipromitrirt, Daß ihr Einfluß beder
drückt wurde. Zur Abhillfe ver Fine
tie Negierung hinter einander 3 A
Congreß zu Aachen im October 19
den völligen Abzug der alliirten Ocen
ans F., ließ bedeutende Summen an
ten Forderungen u. an den Contrib
nah u. geftattete den Beitritt Fei
Allianz zur Erhaltung des Curopäiic
Die ropaliftiidhe Partei erhob jekt a
Hanpt; der erſte Minifter, der Herz
hie, leiftete ben Beſtrebungen beriel
u. beabfichtigte, Das Denaireiten de
nellen Eyftems aufzuhalten. Der lit
gelang es, ben Herzog zum Beitritt
nachdem fie ein liverales Wablgeſetz
feine Ansnahme geftattentes Recr
(1518) Durdhrejeßt hatte. Dax neuel
ſterium, an deſſen Spite Marguie ı
fand, wurde aber in November in g
einten Angriffe ber ertreimen Parteien
Decazes erbielt ben Vorſitz. Als t
äußeriten Rechten zu näbern fuchie n. '
nabmegefete zur Beſchräukung der F
derbaltung der öffentlichen Meinan,
neues Wablgeſetz zur Begünſtigung
Grundbeſitger eingebracht hatte, wurt
Oppeſition immer heitiger, u. ſchen fe
ſich auf ihre Seite zu wenden, alt t
Frankreich (Geſch) X. (1820-1828) - -
Herzoge von Berry durch Louvel
‚1820 ber ganzen Sachlage ein anderes
» bie Ultrapartei belam völlig bie Ober.
zes mußte abtanten, ber Bering von
este ihn, von Neuen zum Miniſterium
i. ein firengerer Monarchiemus wurde
x Grundſatz. Neue Ausnahmegeſetze
die Prefje wurde durch eine Cenſur be-
ieder einneues, bie großen Bliterbefitger
:günftigenbes Wahlgeſetz gegeben. Um
nb ber ben conſtitutionswidrigen Maß-
egierung nicht Folge leitenden Beam⸗
ven, erfolgten viele Amtsentjegungen,
yeit Des größten Theiles der Nation
biefen Maßregeln u. aus biefer wieber
rjuche zu Militärrevolutionen, bie von
en für ihre Zwecke ansgebeutet wurben.
' traten Die bisherigen Minifter ab,
Riniftertum, ausfchlieglih aus ftrengen
ebildet, Platz zu machen. Letzteres, von
dſten Tapacität.beffelben, dem Finanz⸗
‚lete benannt, nahm zmar, um ſich bie
tei geneigt zu machen, fogleich einen
r Berlängerung ber Cenjur zurüd, u.
sen 5. Februar 1522 auf. Aber fein
m Abel u. der Geiftlichleit Vorrechte zu
1. bie Ausuahmegeſetze eher zu ver⸗
aufzuheben, raubte ihm bald feine Po⸗
och verfilgte er in ber unter feinem
y ben neuen Wahlgeſetze zufammenge-
nmer über eine bedeutende Majorität.
siten Sitzung der Deputirtenlanmer
ntfaltete Billite fein großes Verwal⸗
welches ibm den Borfig im Conſeil
tte, u. wandte ſich nun zu ber Partei
ten Royaliften, da die Gewaltſamkeit
an ernjilich die Rube bes Landes zu
zrohte u. ter erbitterte parlamenta-
f die Aufregung im Lande fteigerte, als
yeit ber Verſchwörungsverſuche Des Ge-
on u. bes Chriftlientenants Caron u.
eien höchſt leirenjchaftlich auftraten u.
en die Yiberalen öffentlich einer, burch
a reihenten Verſchwörung gegen ben
ius beſcheildigten. 1523 beichloß ber
Krieg mit Spanien, um bie dortigen
ellen, welche Ferdinand VII. gezwungen
Charte von 1812, welcher bie franzö⸗
tution von 1791 zu Grunde lag, zu
t. Die Majorität der Kammer ſtimmte
ch den Krieg nöthig werdenden Maß⸗
unter heftigem Widerſprnuch der Linken,
es Deputirten Manuel, und als dieſer
auf bie Intervention Der Alliirten zu
bwige XVIII anfpielenten Außerung
elen Folgen berartiger Interventionen
ließ, erhob fih ein nener Sturm auf
‚ welcher mit der Ausftogung Manuels
ie Annäherung ber Parteien für immer
)er Herzog ven Angeuleme brang nun
0 Mann in Spamen ein, fiegte dort
ohne Schweriſchlag, befreite Ferdi—
zu Catir u. fegte ihn in feine Macht
(f. Spanien ſGeſch.)). Michtiger war
aniiche Krieg für bie Bourbonen dadurch,
ei bie Treue ber Armeeszuerft bewährte.
iriege blicb ein Tbeil ber franzöfiichen
panien, um bie Ordnung zu erbalten,
@
379
In der Deputirtenlammergemann das Minifterium
1824 dadurch, daß es eine fiebenjährige Dauer ber
Kammer burchiegte, eine dauernde Stübe u. führte
kurz vor ten Tode Ludwigs XVII. (16. Septbr.
1824) die Cenſur wieder ein. Dagegen ſcheiterte
ein Geſetzesvorjchlag zur Rebuction der fünſprocen⸗
tigen Rente au ber Pairsfammer, u. un Das
regelmäßig wiebertehrenbe Deficit zu dbeden, wur⸗
Den neue Berbrauchöfteuern geichaffen u. das Ta-
baksmonopol eruenert; Damit näherte fih bie Han⸗
belßpchitit %-9 noch mehr dem Napoleoniichen
Prohibitivſyſtem.
Kar lX. Bruder u. Nachfolger Ludwige XVIII.,
beſchwor zwar bei ſeiner Thronbeſteigung bie
Verfaſſung, gab aber bald dem Drängen der
Minifter, der Höflinge u. ber ultraroyaliſti⸗
ihen zmeiten Kammer nach, die Berfaflung erft
u umgeben u. nad u. nad zu nutergraben.
ur die Oppofition der Bairslaınmer, welche mehr⸗
mals verfafjungswibrigen Geſetzesvorſchlägen die
Sanetion verfagte, hielt bie Regierung von ber
völligen Bejeitigung zurüd Im Yande wurde in
Folge der unverlennbaren Abfichten des Miniſte⸗
riums Die Mißſtimmung allgemeiner, nanıentlid
da die Regierung dem Vrden ber Jeſuiten Vorſchub
leiftete, fo daß derjelbe fi) durch Ausnehmung der
von ihnen bejetten Heinen Seminarien eines be-
deutenden Theils des öffentlichen Unterrichte be⸗
mächtigte. Der Unwille gegen das Miniſterium
wurde noch geſteigert, als viele hohe Beamte des
Staates, bes Unterſchleifs angellagt, nicht den
orbentlichen Gerichten überliefert, ſondern durch
Niederſchlagung tes Proceſſes geſchützt wurben, m.
bei den neuen Wahlen zur Deputirtenkammer. Enbe
1827, ergab ſich eine demſelben entichieden feind⸗
jelige Mehrheit in der Verſammlung. In Paris
ſelbſt hatte bei einer Revue ber Nationalgarde im
April ein Theil derſelben: Nieder mit ben Mini»
ftern! gerufen, worauf diejelbe am 30. April aufe
gelöft wurde, was aber noch mehr erbitterte. Ver⸗
gebens verjuchte Villele den Sturm durch die, furz
vor der Eröffnung der Kanımer eingeführte Cenſur
ber periobiichen Preſſe zu beſchwören, dieſelbe mußte
bei der Eröffnung der Kammer conſtitutionsmäßig
wieber aufhören. Der König fand fich nach langem
Widerſtreben enblich doch bewogen, Villele u. fein
Miniſterium zu entlaſſen u. durch ein neues, ob⸗
gleich auch im ultraroyaliſtiſchen Geiſte gebildetes,
* erſetzen, an deſſen Spitze Dartignac ſtand.
ieſer ſolgte zunächſt den Abſichten Des Könige,
durch Verfolgung einer populären auswärtigen
Bolitif ven ben inneren Zuſtänden abzulenlen.
Schon 6. Juli 1827 hatte F. einen Zractat mit Ruß⸗
land u. England gefchloffen, welcher bie Befreiung
ber Griechen won ter türkiſchen Serrfchaft zum
Zweck hatte, u. im Scpteinber vereinigte fich. eine
franzöftiche Flotte mit der engliſchen w. ruſſiſchen,
welche den Zürfen am 20. Oct. 1527 Die Schlacht
bei Navarin lieferten (ogl. Griechiicher Befreiungs⸗
frieg). Um dieſelbe Zeit lieh ber König, um bie
Yeleidigung bes franzöſiſchen Conſuls in Algier zw
rächen, die Küſten dieſes Landes blediren. Auch
gab Martignac in Betreff ber Jeſuiten der Oppo⸗
ſition nach. Im Juli 1828 gab ter König eine
Orbonmanz, welche Die Beſchränkung der kleinen
Seminarien u. Die fortbauernte Ausſchließung der
Jeſuiten ausiprad. Unmittelbar Darauf erfolgt,
vor der Deputirtenfammer eine offene Auflage des
37
chemaligen Minifiers Billdfe, bie aber zu keinem
Reſultate führte. Indeß war das Minifterium nicht
tm Stande, die Cppsfition au verfähnen,
— — beiden ſchroff u. unvermittelt ſich
endlich zum NRücktritt gendtbigt. Am 31. Juli
1820 wurde die Kammer anfgelöft; nun berief der
König deu Sürften Bolignac zur Bildung eines | ft
—2 Die Gefinnung dieſes Mannes war | ging
3a ut a. bie Bildung bes Eabinets ans ultra⸗
montanen u. ultraroyaliftifchen Elementen zu ecla-
tant, m das Bolt über die Abflchten der Regierung
in Zweifel zu laſſen. Die liberale Partei bereitete
We befhalb zum Wiberftand gegen ben erwarteten
taateftreich vor. Bald gten fih Stenerverwei⸗
gernngövereine, deren Mitglieber fich verpflichteten,
der Erhebung von den Kammern nicht verwilligter
Abgaben fi zu widerſetzen, fte bildeten fich aueh
‘in den 5 „Departements ber ehemaligen Bre E
. in anderen Departements un. auch felbft in
aris.
Das Miniſterinm getraute ſich nicht, direet
einzuſchreiten, ſuchte aber die Prefle durch nnab⸗
laſſige Vexationen unſchadlich zu machen, erreichte
aber dadurch gerade das entgegengeſetzte Ziel. Die
Oppoſition wurde immer mächtiger, u. ale am
2. März die zweite Kammer von Karl X. mit einer
Thronrede eröffnet wurbe, welde bie Anbeutung
von Gewaltmaßregeln enthielt, erflärte die Kam⸗
mer mit 221 Stimmen gegen 116 in ihrer Antwort
auf bie Thronrebe, J die Wünſche der Nation
— den politiſchen Abſichten der Regieru
in Einllang ſtänden. Am 19. März wurde hierau
vertagt, eine Menge liberaler Präfecten, Unter⸗
räfecten u. a. Beamte bgeieht, am 17. Mai bie
ammer für aufgelöf erflärt u. Die Wahlcollegien
auf den 23. Juni zufammenberufen. Bergebens
war bie Doffnung lignacs, durch die Erpebition
gegen Algier (f. d.), welche mit der Eroberung der
tadt 5. Juli glücklich endete, ſich Bopularität zu
verihhaffen u. die Oppofition abzuſchwächen. Die
neuen Wahlen fielen troß aller Machinationen,
Drohungen n. trotz der Siegesberichte aus Algier
entichieben gegen das Minifterium aus. Polignac
vermochte nun den König, die Preffreibeit aufzu-
heben u. ein neues Bahigeiet zu octroyiren. Ale
aber am 25. Juli 1830 bie
Donnanzen im Moniteur erſchienen u. zugleich bie
Ernennung des Marſchalls Marmont zum Befehls⸗
baber ber erften Militärbiviflon mit dem Auftrage,
alle Anftalten zur Aufrechterhaftung der Ruhe zu tref⸗
fen, brach am 27. Juli in Baris die Julirevoln-
tion aus, welche am 29. Juli mit der Capitulation
derjenigen Lönigl. Truppen, welche nicht jchon zum
Bolte Übergegangen waren, endigte. Die National-
garde wurbe am Abenb bes 29. für wieberbergeftellt
erflärt u Lafayette an ihre Spitze berufen. Eine
Proviſoriſche Regierung, aus dem Herzoge von
Choifeul n. den Generalen Lafayette u. Gerard be-
ftehend, bildete fi, ebenfo eine Municipalcommif-
Kon für Paris, zu welcher der Graf von ber Lobau,
Lafitte, Cafimir Perrier ꝛe. gehörten, u. in ben
Gitsungsjälen der Kammer veriammelten fidh bie
in Paris anweſenden Bairs ır. Deputirten n. faßten |
ven Beihluß, den Herz
Louis Bhilipp von Or-
Jeans zu erſuchen, nad
zu bommen u. bie
2
feine liberalen Maßregeln de Ultras ihm — |
erfiehenden Parteien ſchwankend, ſah es
eireffenden vier Or⸗
Frankreich (Geſch) X. (1828 u. 1880). Kl (1898)
Herjog® von
nad England. Am 8. U
308 von Orleans oßue u
ichtleiftung Karls X, zu Gunſten bes £
aur ale König preclamirt.
AL Frankreich unter der I
des Hanfes Orleaus bis yur |
revolution, ale Bubwio Bhifin
eg ale Lubwig ip
pa Grund ee ne
warb
Orleans
zöfiichen Thron anf
welche das Königtäum mit engeren
au — — he ge Die I
rung, wurbe aud bie Ranımern
bie en it ber —
en u. die Pre geben
— zur Kugel ung zugewieien.
Karl X. ernannte Paire wurben Di
Nationalzeichen erflär, die vormali
von denen Boll nnet, &
| —— —X Bere worbe
Anklageſtand verfetst, bie Sarben, vi
| . die — — vweiche fi
| Kamp es verba em
die Deputirtenlammer bis zum 1. Septbr. d. J. sg pt
gedankt, die Rationalgarbe in ganz
anifirt u. Lafayette zu ihrem Chef ernaı
bilipp bebieft das proviforifche Din
einigen Mobificationen bei, indem er
| von Broglie den ãA u. das Amtt
tigen, Sebafliani die Finanzen über!
Berrier, Lafitte, Dupin, Biguon zu
des Staatsrath8 ohne Bortefeuille en
erfte Sorge Ludwig ilippe war, fei
tbum von anderen Mächten Anerkenn
Ichaffen, u. alle Großmächte (England
land zuletzt) erfannten den König an. €
rigen Stand hingegen hatte ber König
tanifchen Partei gegenüber, welche nicht
war u. fi) in ihren Hoffnungen getäufi
ftänbe, welche im Anguft 1830 in Belgi
heilen Deutſchlands u. Italiens u. tı
in Polen von größerer ob. minberer
ausbrahen, unterſtützten das Treiben
ttonären Propaganda melde anf eine
mit fremden Fürften zur Befreiung
drang, ein Beftreben, für welches id
Arınee große Sympathien kund gaben.
ſtellte der König das Princip ber Nicht
auf, u. der Miniftercongre zu London,
die fünf Großmächte, Ofterreich, E
Preußen u. Rußland, Theil nahmen,
jem ®rundfage bei. Inzwifchen hemmi
feiten im Minifterium bie völlige Wiebe
ber Ruhe, u. namentlich kam e6 bei der
lung bes Minifteriums Polignac dur
kammer zu einem Straßentumult, be &
jpruch dem lärmenden Volle zu mild er
Erſt als Eafımir Berrier, 13 |
Frankreich (Geſch) XI. (1831 —1836)
| corp6 ben König ber Rieberfanbe zur Annahıne bes
"Staatsgeichäfte ale Bremierminifter
bmen die öffentlichen Zuſtände einen
alter an. Er ſchloß fi nach Außen
es jogenannten bewaffneten Friedens
a Schwerpunkt des Staates in ben
(Bourgoifie). Der Kriegsminifter
nzreifchen Die franzöfiiche Armee von
‚00,000 Mann gebracht, wodurch frei-
zlage des Staates ſehr verſchlimmert
‚Aber bie europäiſchen Verhältniſſe
dieſe kriegeriſche Vorſicht. Einerſeits
rrier das Einrücken ber Oſterreicher
8 dem Grundſatze ber Nichtinterven⸗
hend, u. um ben Einfluß berjelben
zu ſchwächen, fie er Ancona über-
von franzcfifhen Truppen beſetzen;
ihien die Beſetzung des Großherzog.
burg durch deutſche Bunbestruppen
end, ſodaß auch F. an feinen Grenzen
tobt worden wäre. Als im Auguft
änder Anftalt trafen, Belgien wieder
ndte Perrier den König Veopold von
Irmeecorps zu Hülfe u. nöthigte Die
1 Frieden. Anden führten theils Die
b, eine Folge ver Geſchäftoſtockungen,
riebe ber Yegitimiften (db. h. ber An«
uſes Bourbon), wieberbolt zu Ruhe⸗
ım Nov. 1831 zu dem Aufftand ber
inLyon, welder nur durch Entwicke⸗
ofanten Heeresmacht unterdrückt wer⸗
iſt unmittelbar darauf brachen in Süd⸗
eich faſt in allen bedeutenden Städten
‚ bald zu Gunſten der vertriebenen
», wie in Marjeille, Toulon, Nie»
wegen anderer Urſachen ob. Yocals
in Orleans, Laon u. Örenoble, u.um
ig zu vollenden, landete im Mai 1632
n von Berry an ber Südküſte von
ihrer Anhänger, worunter Bourmont,
eilte nach ber Benbfe, um biefe zu
» Sohnes aufzuregen. Mehrere Offi-
löſten Garden u. einige 100 Schweizer
rt ein u. bildeten den Kern des gro-
ter fih um tie Herzogin fchaarte.
eral Solignac bämpfte Ichnell dieſen
bie Herzogin ſah fih zur Flucht ge
rend bie Vendee noch nicht beruhigt
am 5. Juni, bei Gelegenheit bes
tes Generals Lamarque, zu einer
Paris, weldhe bald einen gefähr-
ter annahm, fo daß am 6. Juni Paris
z0zuſtand erlärt werben mußte.
er, im Mai, war Berrier geftor-
8 Philipp dachte num felbft bie Lei⸗
taates zu übernehmen, obmohl er
in Gefahr begab, gegen tie erfien
es conflitutionelleu Staatörejens zu
r ergänzte u. mobificirte zum Theil
um, in welchem ter Kriegsminifter,
mlt, ben Vorſitz, ber Herzog von
Ansmwärtige, Thiers das Innere,
ultus, Humann bie Sinanzen, Barthe |
Argout den Handel u. be Rand bie
t. In feiner auswärtigen Politik blieb
tem Örunbfaß, ben Frieden aufrecht
. alle conftitutionellen Beftrebungen
8 zu unterflütgen, getreu. Ende 1932
yen Hutwerpen autgefanbtes Armee»
581
in London zwiſchen den Großmächten geſchloſſenen
Vertrags vom 15. Novbr. 16831. Der Einfluß des
Königs auf die Regierung u. die Intriguen am
Hofe machten ſich indeß bald in Übler Weife bemert-
li, indem die Stellenjägerei Dadurch beförbert u.
bie Kaınmer argmöhnifch wurde. Neue Barteiungen
innerbalb der Kammer kamen dazu, um ben Stand
ber Miniſter zu erfchweren, fo daß ein fleter Mi⸗
niftermechiel bie Regierung verhinderte, innerlich
zu erftarfen. Die Rechte zerfiel in eine dynaſtiſche
(orleaniftifche) u. eine legitimiſtiſche Fraction, Die
Linke in eine bynaftifche u. eine republilanifche,
während bas Centrum wieder in brei Fractionen
geipalten war. So lam es oft, daß eine Maßregel
der Regierung nicht deßhalb fiel, weil fie im Princip
gemißbilligt wurde, fondern weil einzelne Bra
nen fi zum Sturz des Cabinets, dem fie feindlich
gefinnt waren, vereinigten. Die Erihütterungen,
welche tem Julitbron aus biefem fteten Wechſel
der Minifter erwuchſen, brachten venfelben allmälig
zum Schwanlen ıı. enblich zum allen. Dazu lanı,
daß wiederholte Mordverſuche auf den König bie
Gemüther in Aufregung verfeßten u. Furcht u.
Mißtrauen eine Vermittelung ber Parteien un«
möglich machten. Um bie Gefahr ber fih immer
wiederbolenten Arbeiteraufftände zu befeitigen, gab
bie Kammer Gnde März 1834 ein ieh egen po»
litiſche Aſſociationen. Diefe Maßregel rief eine Em⸗
pörung in Lyon am 10. April hervor, welche erft
am 12. durch Waffengewalt niedergeworfen werben
tonnte. Auf die Nachricht des Lyoner Aufftandes
brach am Abenb des 13. April auch eine republila-
niihe Emeute in Paris aus (Aprilunruben), bie
aber ebenfalls durch bie Garniſon u. Nationalgarbe
ſchnell unterbrüdt wurde. Gleiches Schidjal hatten
die Heineren Unruhen in St, Gtienne, Toulon,
Grenoble, Nismes u. an anderen Orteu,' bie fat
leichzeitig mit jenen vorlamen. Das Minifterium
4 im Mai mit England, der Regentin von
Spanien u. der Königin Marie von Portugal eine
Quadrupelallianz, deren Zweck die Herſtellung der
Ruhe auf der Pyrenãiſchen Halbinſel war. Als aber
bie Königin Chriſtine ein Heer zur Belänpfung ber
Carliſten von Louis Philipp verlangte, weigerte
fi) der König, zu ihren Gunften zu interveniren,
u. Thiers, der nah Eoults Rücktritt ben Vorſitz
im Sabinet führte, nahm deßhalb mit dem geſamm⸗
ten Minifterium feine Entlaffung. Ein neues Mi⸗
nifterium unter Maret, Herzog von Baflano, hielt
fih nur vier Tage u. wurde durch ein Cabinet er-
fett, in welchem ber Marfhall Mortier, jpäter ber
Herzog von Broglie, präfibirte (18. Nov.), deſſen
eigentliche Leiter aber Thiers u. Guizot waren,
Cine Folge des zweiten von Fieschi ausgefübrten
Artentats auf den König waren bie jogenanntem
Septembergelete, welche Beſchränkung des
Mißbrauchs der Prefie, Beengung des Journale
weſens u. eine Beränderung des Verfahrens bei den
Geihmornengerichten zum Zweck hatten, indem nıam
die Duelle eines Mordverſuchs in ber übertriebenen
Sieeng ber Prefie fuchte. Die Finanzverlegeuheiten
bes Staates wurben 1836 der Anlaß zu einem
abermaligen Cabinetswechſel, inben die Kammer
auf gewaltfame Reduction des Zinsfußes ber fünf-
procentigen Rente beftand, das Minifterium aber
im Einverſtändniß mit dein Könige fi} dieſer Ope⸗
ration wiberjeßte. In dem neuen Cabinet erhielt
E
entfchiebener auf; er unterftüßte zwar In der
een ber Shligen Mächte Da
weifung ber fremden —— ‚ wies dagegen den
Untrag, Ancona zur or bie —5 —
das 5 liche Gebiet verlaflen hätten, von der Hand,
nahm fid ber Republik Krakau an, ſchützte ben Dey
son Tunis gegen die Tfirken u. miles ben Plan,
mit 25,000 Bann, die man als Freiwillige ans
werben n. in Meinen Corps über die Grenze ſchicken
wollte, Spanien bie zum Ebro zu beſetzen, nm ben
Rarkiftiichen Aufftand zu erftiden. Aber ber Köni
zog nachträgich die Billigung biefes Planes zurück,
n. am 7. Sept. 1836 wid das Minifterium Kriens
dem Minifterium Mole, Diefes Minifterium ftellte
Die Fett mehreren Jahren — freundſchaftlichen
Berhãltniſſe mit den Nordamerilaniſchen Freiſtaaten
wegen ber Schulbforberung derſelben an F. wieder
u. glich auch die in Folge der Flüchtlingofrage
re Differemen mi ber * 9
«as. Um die öffentliche Meinung für u ges
winnen, bewirkte am 6. Octbr., als bem tt»
fage bes Königs, das Mintfterium bie Begnabigung
von 63 politiichen Berbrechern ; Bald darauf wurden
auch die Minifter Kari X. anmeftirt, obwohl erft
furg'vorher dab Leben bes Königs wieder durch ein
Attentat bebroht murbe, beffen Urheber, Alibaud,
Mitglied ber Geheimen Gejellihaft der Men-
fhenrechte war. Um biefelbe Zeit verunglüdte
ber Berſuch des Bringen Louis Napo-
feon in Strassburg bas Militär für ben Um-
ſturz des Julithrons zu gewinnen. ‘Der Prinz
wurde gefangen, nigli Befehl von
Strasburg in einen Seehafen gebracht u. von dort
nach Amerila eingeſchifft. Die Mitſchuldigen, vor
Die Aſſiſen des Niederrheins geſtellt, wurden aus
dem Grunde, daß der Hauptſchuldige durch bie
Regierung ber Unterſuchung entzogen worden ſei,
am 18. Ian. 1837 ſämmtlich freigeſprochen. Im
Bertranen auf bie Majorität brachte das Miniſte⸗
Ham jetst mehrere Geſetze in die Kammern, die auf
Bermehrung der Löniglihen Macht zielten. Das
wichtigite von denfelben war die Loi de disjonction,
wmonad Militär» u. Civilperſonen, welche ein ger
meinſchaftliches Berbrechen zuſammen begingen, bie
erſteren vor ein Kriegsgericht, die anderen vor die
Jury geſtellt werben; u. an dieſes ſchloß fich ein ande⸗
rer, auf das kurz vorher durch Meunier, verübte 4.
Attentat gegen ben König ſich ſtützender Entwurf an,
dem zu Solpe Jeder mitharter Gefängnißftrafe belegt
werben follte, der, von einer Verſchwörung gegen
den König ob. deſſen Familie unterrichtet, nicht
Binnen 24 Stunden Anzeige davon machte. Die
Ablehnung diefer Geſetze hatte die Folge, daß im
April 1837 die ale Doctrinärs charalteriſirten
Mitglieder bes Eabinete, Guizot, Gasparin, Perſil
2. Duchatel, aus dem Minifterrum austraten u. von
Salvandy, Montalivet, Barthe u. Lacave⸗Laplagne
erietst wurden. Zwar erwies fid) die Kamıner in
Bezug auf das Budget nicht ſchwierig, bewilligte
dem — Herzog von Orleans, bei ſeiner
Bermäblung mit der Prinzeſſin Helene von Medien.
burg - Schwerin eine jährliche Dotation von 2 Dill.
Sranten u. geftattete die Ausfteuer fr die Tochter
Des Königs, der Königin von Belgien, mit 1 Dill.
Indeß hofite das Minifterium, feine Stellung durch
eine Neuwahl zu verbeiiern, m. löfte 4. Octbr. tie
Kammern auf. Aber das Sabinet hatte ſich ver⸗
Frenkreich (Geſch) XT. ET
Thiersben Borfi. Diefer trat gegen das Ausland |
rechuet; bie republitaniſche u. donafik
operixten jetst genieiniam, um bein Stur,
nifteriume berbeizuflibren, ber Renten
rebuchionsfrage bebielt bie Tinte bie Oberh
fcheiterte bie Sehuctioh an dem Wiberfpi
Paird. Bon nachtheiligen Folgen für ı
war bie Coalition ber Linlen mit ben D
u. einem Theil ber Conſervativen gegen
ban eines Eiſenbahunetzes auf Staatefefte
ben Intereſſen ber Kapitaliften, melde in
_ mer flarf vertreten waren, wiberſprach.
Um biefelbe Seit mwurben bie au
BVerbältnifie 8 getrübt; die Entbedh
Höllenmafchine, beren Erbauer-veon bi
zu leben slänglicher Zwangsarbeit verurtbe
das Ericheinen einer fulminanten Flu—
Gunſten Louig Napoleon u. Die Nie
biejes Prinzen in ber Schweiz erregie
Regierung bie Furcht wor einem re
ren Gomplot, uw. ba bie Schweiz i
forderung, ben Prinzen bes Panbes zu
feine Folge leiftete, jo wurden Trupp
Grenze beorbert. Der Conflict wurden
ausgeglichen, da Prinz Louis Napoleon au
Antrieb die Schweiz verlieh. Zugleich
bie Händel mit Bırenos- Apres u. Mexico
bebenflicheres Auſehen. Mit erfterem
e8 zum Krieg, weil Franzoſen bort in ibrı
thume verleist worben waren; fiber ben
Krieg bis 1941, wo ber Friebe zu Stande
Franzoſen den Genuß gleicher Rechte mitde
dern erbielten, ſ. Argentiniſche Repubtit (d
Dei der Eröffnung der nächſten Seffien, |
1838, vereinigte fi bie coalifirte Fine
mit ben Doctrinärs, boch bielt ber qün
druck, melchen bie Nachricht von ber Erot
* von St. Inan de Ulloa, der Cit
eracrıız, machte, ben Fall des Minifter
weiches inbeß Ende Januar 1839 erflärh
Kannmer nicht länger regieren zu Lönnen. ‘
löfte daher die Kammer auf. Da die 9
dem Cabinet feine befiere Ausficht ſtellten
daſſelbe die ſchon früher angebotene €
Die folgenden Monate vergingen nun in]
Verſuchen, aus den zum e bes Gab
einten, im Grunde aber auf fehr ver
Brincipien bafirten Barteien ein Coalitio
rium zu bilden. Ein Aufftand mit ſtark
fer Färbung, welcher am 12. Mai 1834
Alların feste. beiehrte enblich bie unei
häupter, baf bie Fortdauer des Inter
Gefahren einer Anarchie nahe bringen wi
kam daber endlich zn einem Compromiß;
Minifterium war folgendermaßen zufamn
der — Soult lm ärsen n
es Auswärtigen, Teſte tzminifter,
Schneider Kriegsminifter, Print Mari
Finanz, Cunin- Gribaine Handeleminif
main Minifter Des Unterrichts, Duchatel M
Innern u. Dufaure Minifter der öffentlichen
Das neue Minifternm Hatte indeß wen
zwar wurde Don Carlos gezmungen, fei
gegen die beſtehende Regierung Gpauicı
eben, inbem bie franzöftfche Flotte ihm
uhr abfchnitt, aber Turz nachdem der fi
Orleans Algier verlaffen hatte, brach &ı
Kader ben Frieden von ber Tafna (Ret
im Qrient fiegte Ibrahim Paſche über Ni
Frankreich (Geſch) XI. (1840-1842)
| flicte mit England Tam es inteß nit, u. bie
aus ben Berwidelungen ber inneren
ten ber Pforte ging für 55. eine Diplo»
berlage gegen England u. Rußland
ers, welcher damals an ber Spitze der
and, brachte durch feine Bekämpfung
des Herzogs von Nemours, bei Ge—
deſſen Bermäblung mit der Vriuzeſſin
Koburg⸗Kohary, das Minifterium zu
nabm nun felbft, 1. März 1540, die
6 neuen Cabinets, in welchem er das
für fih in Anfprudh nahm. Remufat
ortefeuille tes Innern, Pelet Das der
ivten das ter Juſtiz, Cubieres wurde
er, Couſin Minifter des Cultus, Gouin
‚ Roufjin der Marine u. Jaubert ber
rbeiten. Diejes ganz liberale Mini»
en Seele Tbiers war, erfüllte zwar
Theil ber Franzeſen mit Hoffnungen,
er nicht nur bie Conſervativen in %.,
te auch Belorgnifie in ganz Europa
riegerifchen Äußerungen bes Miniſter⸗
n der Hammer auf eine Derarte Ten⸗
‚abiners jchließen ließen. Während er
der liberalen Partei von ten verſpro⸗
nen durch bie beabfichtigte, ſpäter mit
p veranftaltete Überfübrung ber Aſche
on St. Selena nach Paris ablehnte,
Nittel auf, um ven Einfluß %-8 im
e berzuftellen u. den Paſcha von Agup-
m, bie ſchon eingeleitete Vermittelung
bte in feinem Streite mit dem Sultan
Aber die Politit Englands fiegte in
u. die Angelegenbeit wurde ohne Zur
von den librigen vier Großmächten
eſe diplomatiſche Nieterlage hatte eine
ufregung im Lande zur folge, melche
usgebeutet wurde, um die kriegeriſche
e6 Volkes zu vermehren. Der Ruf
‚rherftellung der Rheingrenze
1. das Dlinifterium ordnete umfaflente
zen an. Mitten in dieſer Aufregung
18 Rapoleon ven England aus in
einen zweiten Verſuch zur Wiederher⸗
tatjerreichs, welcher inte mit Der Ge⸗
bes Prinzen u. jeiner Giniperrung in
am endigte. Da Die Kriegstrehung u.
iihen Noten bei den Großmächten
ten, jo wollte Tbiers inı Ct. 1840 zur
ıng ſchreiten. Dem widerſetzte fih aber
ftimnt, u. am 23. Oct. 1540 for«
anze Miniſterium feine Entlafluny.
war bay 5. Attentat von tem Arbei⸗
ıuf den König gemacht worten.
j ernannte am 29. October ein neues
‚in welchem CS ountlt das Präſidium,
Auswärtige, Duchatel das Innere,
manzen, Martin du Nord dıe
» die öffentlichen Arbeiten, Cunin—
t Handel, Villemain ten Unterricht
Die Marine übernahm. Die Seele
t6 wurte Suizot u. fein Beſtreben
zere Politik wieder in die Bahn des
uienten. Die Kriegsrüftuingen wur—
t, Ba Guizot in ter von den übrigen
beſchloſſenen Milderung der Bedin⸗
welchen Mehnied Ali Frieden ſchlie—
- eine F. gewordene Geungthuung bes
einer völligen Ausgleichung des Con⸗
383
Stimmung des Landes gegen England befunkete
in Wort u. Schrift eine fortdauernde Gereizt«
heit; ber Finanzminiſter bemühte fich indeß, Die
durch Thiers kriegeriſches Benehmen vermwirrten
Finanzen wieder zu orduen. Dieſes that um fo
mehr Noth, als das Budgeı um viele Diill. Fres.
überſchritten worten war, u. die Befeſtigungsarbei⸗
ten um Paris follten trotz des Mideripruches des
Landes, welches Darin fein Vertheidigungsmittel der
Haupıftadt gegen das Ausland, fondern ein gegen
den Liberalismus gerichtetes Unternehmen fab, ıı
trotz ihrer ungeheuern Koften vollendet werben.
Die Vefeftigung der Stadt felber wurde von bem
Kammern Anfangs 1S41 genehmigt. Inder äußeren
Politik änderte ſich Manches zu Sunften %-6. Am
31. Oct. 1840 wurbe ein Vertrag mit Buenos -
Ayres abgeichlefien, in welchem bie den Franzoſen
gebührenden Entſchädigungen anerfannt u. bie
sranzofen den am meilten begünftigten Nationen
gleich geſtellt wurden Au chlamanı 22. Mayein Han⸗
delsvertrag mit Holland zu Stande. Dagegen kam
es im Innern wieder zu Un ruhen, als bie Reviſion
des Steuerlatafters angeordnet wurbe, fo nament⸗
ih in Toulonſe, mo bie Regierung von ber be»
waffneten Gewalt Gebraudy machen mußte. Diefe
Unruben waren nicht ohne Zufammenbang mit den
Umtrieben der fecialiftiihen u. communiſtiſchen
Propaganda, welche das niedere Voll bearbeitete,
um wicht nur eine politifche, fontern auch eine fo»
ciale Revolution berbeizufiibren. Ein Ausfluß bes
Treibens ber geheimen Geſellſchaften war auch das
auf Die Söhne Des Königs am 13. Sept. 1841 ane
gelegte, aber fehlſchlagende Attentat des Arbeiters
Duenijfet. In der Kammerſitzung, welche am 27.
Dec. 1541 eröffnet murbe, kam die gereiste Stim⸗
mung gegen England zum Durchbruch bei ber Frage
über das Durchſuchungsrecht (ſ. d.). Der Köntg
kounte daher nicht umbin, auf die Proteftation beider
Kammern im Febr. 1542, die unbedingte Ratifica⸗
tion bes Londoner Bertraged vom 20. Dec. 1841,
das gegenfeitige Durchſuchungsrecht der Schiffe ber
treffend, zu verweigern, u. muchte biejelbe von ver»
ſchiedenen Modificationen abhängig. Hierdurch
wurde die Spannung zwiſchen dem engliihen 1.
franzöſiſchen Dlinifterium noch ſchärfer, u. beide
Theile rüfteten ſich zur See, während bie übrigen
eurepäiihen Großmächte (Oſterreich, Preufen
Rußland) das Durchſuchungsrecht in der von Eng⸗
land beantragten Faſſung anerkannten. Am 13
Juli ftarb Der Thronerbe, der Herzogvon Or-
leaus, u. dies erregte neue Beiorgnilfe von Une
ruben, filr ven Kal, daß der König fterben follte, da
ter Sohn Des Herzogs, der Graf von Barie, unmün⸗
dig war. Die im Juli zuiammengetretene nene
Kammier ordnete die Regentſchaft für den Full des
Todes Ludwig Philipps ganz im Zinne der Res
gierung an u. bewies ſich im vellften Mae cone
jervativ. Das Ende Des Jahres 1812 brachte F.
noch eine Vergrößerung jeiner Befigungen außer⸗
halb Europa, indem Der Kontreadmirat Dupelit-
Thomnars noch die Marqueſasinſeln in Beſitz nahm.
Die Regierung ſchien nm Diele Zeit ſich völlig be⸗
feſtigt zu baben, u. wenn es auch bei einzelnen Vor⸗
gängen, fo namentlich bei der noch im 3. 1842 crfol«
genden Grüntung eines Staatsminifterinms ohne
Bertefeuille, wodurch fich der König zur weiteren
Befeftigung feiner Regierung einen geheimen Rath
SON
tion nicht ga
ſelbe ts feine Be EN für bie *— —
a en
e Grun er Reg F
lerne u. feinen Aufhetzereien
gegen Anberebentenbe entgegenyutreten. Dagegen
machte fie unnötbige Anftrengungen, um Die je
Popularität u. baber jever Hoffnung baaren
tem ber Legitimiſten fir Heinrich V. im Pe u
vereiteln. Gerechteren Grund zu erhöhter Boriht
bagegen gaben bie ſchärſer heruortretenden come»
mmuniftiichen u. jocialiftiichen Umitriebe coat. [. Com.
munismus), wäbrenb bie Agitation ber Reform-
Fa rung, bi
= — —
lächerl
‚am ee erang fir
Beg
e en Ser ung von 1791 wachzu⸗
rufen. che —
trate ae in bie
fÜrderten bie ha ste Bam — Verhãlt⸗
niſſe, den Drang nad) einer Umwandlung derfelben
im republilaniihen Sinne. Mochte baher immer⸗
bin. durch verſchiedene Ereignifie, welche allerbings
einen nenen Glanz auf ven franzöflihen Namen
warfen, ber Gitelleit ber Nation & eichmeichelt wer⸗
ben, wie 3. B. das franzöflihe Geſchwader in ber
Süpfer, außer bie Marqueſasinſeln, auch die Ge⸗
jeltichaftsinjeln, bei. Otaheiti, mit deren Königin
Bomare, bie Oberhoheit 5-6 anzuerfennen nöthigte,
woneben das — mit England u
einen Beluch, ben bie Königin Bictoria am 2. Sept.
dem König Ludwig Philipp in Eu abftattete, eine
neue Unterlage zu erhalten ſchien; ber Boben, auf
weichem das Minifterium Guizot ftanb, mar bereite
unterwäühlt, u. ber Verſuch, eine wahrhaft conftitu-
tionelle Regierung in F. einzuführen, bei ber ge
en Achtung, welche bie Verfaſſung ſelbſt bei den
en iebenen Parteien heſaß, als miklun
ngen zu be⸗
trachten. Das Jahr 1844 bereitete ber
aubem auswärtige Mißhelligkeiten. Die Beſitz⸗
ergreifung ber Inſel Otaheiti u. bie Ausweifung
Des bort —— engliſchen Miſſionars Pritchard,
veranlaßte England zu einem Proteſt gegen das
Berfahren des franzöſiſchen Admirals, —— Gui⸗
zot, um das gute Einverſtändniß nicht zu ſtö⸗
ren, ben Admiral Dupetit⸗Thouars förmlich des⸗
are Diele Nieberlage der franzöfiihen Poli-
te um jo größeren Unmillen ın F., ale ber
Sri kg oinville fe eibft en die Regierung auftrat u
ängel der hen Marine, der englifchen
n
—* — * De‘ en des Königs in
barauf erfolgte,
deu Hoſeubaudorden, welche batb
| Hegierung — engläichen Premiere Lo
| hervor u. führte zu eimer Spannung zu
egierung |
Fraunkreich (Geſch) XL. ——
— prive), inte bentlich wurbe, ——— |
Se Brergke * Be —— Berteung bes nn
o ——
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zoffo Age welche den ar:
—— nõthigten.
Ibe Zeit in b
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‚ 8. dieſe jung
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beteiligten C Bon um
—— dem Cabinet der Tuilerien
Verlegenheiten zu bereiten n.
Bläne deſſelben Aberall zu —
der Sieg ber Scheider a Bol 2 Dee |
e
dem Staatsgefängnifje in Ham. Inzwi
men bie Bewegungen unter ben arbeitent
einen gefahrbrohenben Charakter an; bi
einftelungen, welde im Jahre 1845 w.
ohne Anwendung von Gewalt vorä
— u ein friedliches Abkomme
rbeituehmer befeitigt wa
irre ip, gingen aber, ba bte Theı
Lebensmittel überhanb nahın, jet an wi
in Zwinulte über, welche mit mit Plünde
Böderläben n. anderen Gewal
ben waren. Dabei traten bie ſocialen
ber Nation immer dentlicher hervor,
ſcandaldſe Proceffe, welche bie — *
m einem noch ſchlimmeren Lichte erſchen
ale bie unteren Vollollafſen, mehrten be
gen das beftebenbe Regiment, ben: eben
erberbniß der Sitten, wie bie meter
zum Borwurf gemacht wurbe. Zwar
zwei neuen Morbverfuchen auf ben 8
Du — ae inet : ei ir
aflen wie ebhaft ihre
ee laut werben Iaflen, aber N
derſelbe mit dem neuen, bereits
beſtehenden, allen ibm brobeuben Sch
Schlangenwindun en ent hgenen q
Guizot jo verwachſen, ba
teren fi der Sturz der
ließ. Die große Majorität, ü
as zu verfügen hatte, ſchmo
ammen, u. bie Debatten im La
wurben wit größerer
Frankreich (Geſch) XI. (1847 u. 1848)
Zezug auf Lie Frage wegen Erwei⸗
rechtes, u. nur bie Abhängigkeit, in
ı Sauter Staatsbeamten beſtehende
n Depntirten fi dem Minifterium
id, bewahrte daſſelbe vor wiederhol⸗
. Dazu kam, daß trotz bes Friedens
Bhalt ſich in einem traurigen Zu⸗
indem das Budget ein zu deckendes
Mill. auswies u. für das folgende
6 Deficit in Ansficht flellte. Em⸗
de das Minifterium getroffen bei
gen wegen ber portugieliichen Wir⸗
m Begünſtigung bes Abiolutismus
3 Grunbfages der Nichtintervention
Der ſchwerſte Schlag aber, welcher
e der Seſſion traf, mar feine Nie⸗
fhmweizer Sonberbunbswirren, wo
almerfion irre geführt, dem Eon-
ſtütßung zu gerräheen beabfichtigte ;
fo größeren Unmillen, als tie Sache
bes mit ber ber verhaßten Zefuiten
tracbtet wurte. Als bie Kammern
jeihiefien waren, verlegte Die par-
ppofition ihre Beſtrebungen, eine
Ilgeſetzes nach außen turcdh;ufegen, u.
enannte Reformbankete, bei de-
tfönlichleiten ter parlamentarifchen
den Oppoſition erfchienen. Bor
ın ten boben Cenſus u. ten likel-
ie Regierung auf die Wahlen Ein-
die große Zahl der Beamten, weiche
fe in tie Sammer gelangten, das
rlamentariſchen Regierung vernich-
attion für Reform der Wahlgeſetge
über ten Zielpunkt ihres Strebens
blitaner u. Soctaliften bemächtigten
nglih von der dynaſtiich gefinnten
ten Bewegung u. drängten Die ge>
immer mehr in den Hintergrund.
trat Marihall Soult von feiner no⸗
ıng als Präfitent des Minifterrathes
wurde aud dem Namen nach Mini⸗
Hleichzeitig wurde ber dritte Sohn
: Herzog von Aumale, zum General⸗
n Aigier ernanut. Der glüdliche
azen, dem fich Abt-el-Kaber 21. Dec.
tachte indeß nur geringen Eindruck,
bewegung das gejammte öffentliche
Birte.
chr. 1947 erjolgte bie Eröffnung
für das Jahr 1649. Im der
unterlag die Oppoſition, melde
ıng der auf die NReformbanlete be-
nden Worte ter Thronrede durch
Im Laufe ber Adreßdebatten gab der
nnern, Duchatel, bie Erflärung ab,
ung auf Grund eines OGeſetzes von
ft ein Perbot aller Reformbantete
n. als das Wahlcomité des 12. Ar-
von Baris ein Refermbantet anord⸗
: Abhaltung deſſelben von ber Pelizei
ıgeachtet jenes Verbotes erklärten
ımiflare, das Banket abhalten zu
teten an bie Mitglieber ber Oppoſi⸗
ng, ebenfall® babei zır erfcheinten,
putirte u. darunter 3 Pairs, ker
ıwcourt, der Marquis von Boiſſy u.
Alton⸗Shee, zujagten. Die Bevöl-
585
ferung von Paris gerieth daburd in die äuferfte
Spannung. Indeß wurden von Seiten ber Re⸗
gierung den meiteren Vorbereitungen zum Banket
keine Hinberniffe entgegengeſetzt, u. die Commilfton
bee Reformbantete erließ am Montag (den 21. Febr.)
in den Oppofitionsjournalen ein Manifeſt, werin
erflärt wurde, daß das Reformbanfer, welches am
aha ben 22. Febr. um 12 Uhr jtattfinben jolle,
eine friebliche Proteftation gegen die Anmaßung
ber Regierung, das Vereinsrecht einseitig zu Ind»
pentiren, vorftellen folle. In folge eines plötzlich
aufgetaudhten Gerüchte, daß die Regierung bes
ſchloſſen habe, mit Gewalt gegen das Reiormbantet
einzufchreiten, wurde bie Deputirtenlammer am
21. Dec. der Schauplats einer beftigen Scene; mehr
ale 250 Deputirte eilten in der äugerften Aufregung
in ten Saal, um aus dem Munde der Minifter
ſelbſt Gewißheit über jenes Gericht zu erhalten.
Sofort wurde durch allgemeine Acclamation bie
Zagesorbnung vertagt, werauf Odilon-Barrot bie
Zribiine beftieg u. erflärte, Daß Diejenigen Mit-
glieder, welche das Recht der freien Berfammlung
vertbeitigten, beſchloſſen hätten, dem willfürlichen
Verbote ber Regierung einen thatſächlichen Proteft,
nämlich tie formelle Abbaltung eines Reformban⸗
kets, entgegenzuftellen, damit ben Gerichten Ge⸗
legenheit gegeben werde, bie fireitige Frage zu ent⸗
icheiten. Der Minifter Duchatel beftätigte das Ge⸗
rücht u. fuchte die Gründe zu der Gewaltmaßregel
darzuthun. An demſelben Abend fand bierauf eine
Verſammlung der Oppoſition im Hauſe COdilon⸗
Barrots ſtatt, doch konnten ſich bie Verſammelten
nicht über die zu ergreifenden Maßregeln einigen.
Der größte Theil war indeß gegen Abhaltung des
Bankets u. für Anklage der Dlinifter. Die Neugier
über ten Ausgang bes Conflictes riefam folgenden
Tage, 22. Yebr., eine zahlreiche Menſchenmenge
auf die Straßen.
Gegen 12 Uhr 309 eine Mafje von 5000 bis
6000 Menſchen unter dent Rufe: Es lebe die
Reform! Nieder mit Gnizot! an Das Gitter
ter Deputirtenfammer. Erſt jeht erichienen zahl⸗
reihe Truppenabtheilungen u. fuchten bie Yf
Läufe in ben verichiedenen Straßen u. auf den offe⸗
nen Plägen zu zerftreuen; u. wirklich gelang e&
benlelben auch, fcheinbar des Aufruhrs Meifter zu
werben, obgleih in einigen Straßen das Pflafter
aufgeriffen, das Militär mit Steinmürjen verfolgt,
in dem Hotel Guizots die Fenſter eingeworien u. auf
einigen Punkten Barrilaben gebaut worden waren.
Dies war der Beginn der Februarrevolution.
Ein großer Therl von Paris batte in ber Nacht
vem 22. Febr. das Anſehen eines Feldlagers; große
Machtfeuer loderten auf den Boulevards, die in
langen Reiben von ber Linie beſetzt waren; Ge⸗
ihiltge mit brennenden Punten wurben bier, ſowie
auf mebreren Plägen aufgefabren. Am 23 *
nahm der Aufſtand erſt gegen Mittag eine gefähr⸗
liche Wenduug, ba einzelne Abtheilungen der Na
tionalgarbe mit ben Auffläntiichen gemeinjame
Suche machten, jo Daß es Guizot filr gerathen fand,
mit dem ganzen Cabinet feine Entloffung zu neh»
men. Schon begannen bie Geniüther fich zu berubie
gen, als ein Zwiſchenfall den Ausbruch eines föorm⸗
lihen Straßenkampfes berbeifliprte; die Republika⸗
ner u. Socialiften fuchten nämlich die Revolution
u provociren, al® bie gemäßigte Partei Das Ziel
ihrer Beſtrebungen erreicht zu haben meinte. Ein
506..
beiwaffueter Vollshaufen rüdte in nffenbar feinb-
feliger Abficht ver bas Hotel Guigots, weiches son
einem Pifet Infanterie bejetst mar, Ein Baus
ber Mitte beflelben, welcher einen: Unteroffiji
tete, war bas Eigual zum Kampfe, Die tem
gaben Feuer. In Folge bejlen wurbe, da ber Volls⸗
baufen, jelbft auf bie Salve gefaßt, ſich nieher⸗
budte, eine Anzahl babinterftebenber unbetheilig!
Perjonen theils getöbtet, ibeild verwundet. Dies
rebolutionäre Bubenftüld verfeblte nicht Die beab-
fihtigte Wirkung ; man glaubte fih verrathen. Wü⸗
thendes Geſchrei erfüllte bie Strafen u. forderte
die Bürger zum Widerſtande auf. rall wurben
Barriladen erridtet, der Straßenlampf begann u,
—— nze Nacht hindurch bis zum Vormit⸗
tag des 24.
—8 einzuſtellen, u. ein Miniſterium Thiers⸗
Barrot verhieß. Inzwiſchen hatte aber auch das
Militär ſchon zum Theil mit dem Bolle gemein⸗
fame Sache gemacht. Um 11 Uhr bemächtigten fich
bewaffnete Bollahaufen, mit Nationalgarben unter
wmifcht, auf bem Boulevard des Italiens mehrerer |
Kanonen n. Bagagewagen, anberwärts lieferten
viele Soldaten ihre Flinten freiwillig bem Bolle
aus, welches nun, ba fein Sieg nicht mehr zieilel-
haft war, bie ugeflänbnie des Hofes unauläng«
Fr > Während bie Truppen, meift entmafinet,
fi fam zurädzogen, rlidten bie wohlbewaffne⸗
ten Bollsmaflen gegen dae Eastrum ber Stabt
vor. Da ve ete Mittag um balb 1 Ahr
eine zweite Proclamation bie Abbanlung bes
Königs Ludwig Philipp zu Gunſten jeiues
Enkel, des jen von Paris, mit ber Herzogin
* ee Regentin. Aber auch biefer Schritt
zu Wal
bie Tuilerien vor, u. faum gewann noch önig
fo viel Zeit, die Flucht zu ergreifen. In der Deputir-
tenfammer, bie fih um 1 Uhr verfammelte u nad)
erhaltener Nachricht von ber Abbankung des Könige
für permanent erflärt hatte, — 14
zogin von Orleans mit ihren beiden Söhnen, wah—
rend ſich gleich yon anch die Eorribors mit Boll u.
Nationa 5 üllten. Die gleich von Anfang
an hochſt bewegte u. von ben Beifalls⸗ u. Miffalle-
bezeugungen ber Triblinen oft unterbrochene u. ge»
ſtärte Debatte wurde in kurzer Zeit jo tumultua=
riſch, daß es die Herzogin von Orleans für rathfam
hielt mit ihren Kinbern fich zu entfernen. Die Un⸗
orbnung flieg aufs Höchſte. Enblich gelang es La-
martine zu Worte zu fommen, welder jedoch
ebenfalls vos weiter fprechen. konnte, als: eine
en egierung wirb proclamirt werben!
nmitten bes Lärms verlas Lebru- Rollin bie von
der republikaniſchen Linken ſchon in Bereitſchaft de
haltene Lifte ver Mitglieder der Broviforifchen Re⸗
gierung. Die Situng wurbe fobaun aufgehoben
u. bie Proviforiiche Regierung Fe fi) nad} dem
Stadthauſe, wo fich bereits ebenfalls eine Art Pro⸗
viſoriſche Kegierun gebiltet hatte. Beide wurben
mit einander verfhmolzen u. proclamirten ohue
Dezuß bie Republik. —
Il. Frankreich zum zweiten Mal als
Republit vom 24. Februar 1848 bis 2.
MNerember 1852. A) Bis zur Präjident-
"ouis Napoleons, 10. Dechr. 1848,
iſoriſche Regierung erließ fofort zwei.
guen, von melden bie eine bie Grund»
| ak Conſeil
ebr., wo ber a {, die Feind⸗
Die Vollsmaſſen ae FE |
ebie Here |
Frankveich ( Geſch) XL (1848) XIM. HRS)
Gtaats i werben 38
— — ———
1
Läneiät auf eüt. Ks Mi der
rifhenXtegierung wurden genannt:
2 —
minier Shru Bel, Deinikerben:
ubechang, fi
en
16, Öene
ber rotben Fahne, verſehen, firdnte
Seiten bi u u, zogen nad bem Stab
ee Frege
Bf Dan ars feine glänzenbt
w
feit u. Jacien Bund, = wilb·
ungen
beſchwichtigen, doch lich er das Stedth
J—— beſetzen, um vor eim
ber ber Proviſoriſchen Regierung zu ei
nung ihrer bemofratifch - ehe
wingen, allein auch diefer Verſuch
efien Haltung ber Proviforifchen er
wohl einige Mitglieder berfelben, bei.
Louis Blanc u. Flocon ben ſocialiſtiſqh
getban waren. Ginfiweilen gelang ı
ie Maſſen nieberzubalten, bie
zwiſchen gemäßigter u. rotber Republi
neuen Kampfe vorbehalten. Paris
ruhig, in den gewohnten Verkehr kehrte
nung zurüd. Das ebenfo fee wie verf
treten ber Proviſoriſchen Regierung
Bertrauen u. das energiiche Einſchrei
bei nenen Tumulten u. Exceſſen bes Bä
das anarchiiche Treiben ber Demagoge
lität» — — —— bu
nung der Dinge als zu t befieben
belgsiche, engliihe u. norbamerifanild
gierung fäumten nicht, die Repnblil a
Die größte Schwierigkeit, welche et
Staatsweſen zu überwinden galt, war
friedigung ber arbeiteuben Klaffer
2 auf. benen das ‚neu Au orbnenbe | rung mußte ſich zunächß
Frankreich (Geſch.) XIL (A. 1848)
587
teen u. eine Irganifatien der Are | kaum befeftigte Stellung ber Proviforiigen Regie-
Da aber Die natürliche Folge der
yütterung eine Stodung des Han-
zwängte Die Löſung Der Frage geyen-
ſchäftigten Menge von Broletariern,
erzeit Die Erneuerung der Unruben zu
. Zur Umerfügung u. Prüfung :
über Gemäbrleijiung Des Rechts auf
ine permanente Kommijfion einge⸗
m Vorſitze ven Leuis Blanc ein jo»
witerparlanient, wobei 200 bis 250
geordnete der verjchiebenen Gewerke
10. Värz eröfjnet. Die Errichtung
almwertjiätten (Ateliers natio-
cerfte Verſuch Der Urgantjation ber
Unausführbarteit fich bald heraus⸗
euerrichtete Arbeiterparlament ſetzte
erftien Sitzungen ben Arbeitstag für
für Die Provinzen auf 11 Stunden
t außerten Die Accortarbeit (Mar-
3 etwas Wicderträchtiges. Bei ber
ertebrejtodung fonnten Daher Die
itten nichts anderes werben, als
ingsanſtalten, in denen Die auf das
ene Recht trotzenden Arbeiter, deren
von 20,000 bald auf das Doppelte
ja enblih bi8 auf 150,000 Maun
Macht heranwuchſen, welche ber ger
Ordnung u. Bildung Vernichtung
kam, daß tie Staatslaflen geleert
Regierung, um nicht von vornherein
zu erregen, ben bejigenben Klaſſen
mge Steuererhöhung zuzumuthen
forgnig vor den anarchiſchen Wühle⸗
er von Tage zu Lage, je mehr ſich
iß Ledru⸗Rollin u. jeine Geſinnungs⸗
Stellung benutzten, um das Land
für eine neue Revolution im Sinne
zu bearbeiten. Ju Paris u. in den
tſtanden, von Ledru⸗-Rollin pro⸗
u. Verbrüderungen nach dem Mu—
binerclubs n. anderer Geſellſchaf⸗
ſtevolutien, welche vorzüglich auf die
r von der Proviſoriſchen Regierun
ftituirenden Verſammlung Einfluß
n Häuptern Sobrier, Cabet, Blanc,
Te Mehrzahl Stimmen zu verichaffen
ſſen fuchte tie Regierung, in welche
Stelle Garnier-Pages als Finanz⸗
scten war, durch verichiebene Mah
dtlemme bes Stauted abzubelfen, tie
ı u. Bas aus ben Tuilerien, Neuilly
chlöſſern der Civilliſte berrübrende
ie Grundſtücke der ebemaligen Gi«
Tbeil ter Staatswälder wurden
naht, die ven der franzöſiſchen
Iten Zettel erhielten Zwangscours,
Steuern wurden um do Cenlimen
erhöht, Die Rüdzablung ker Spar—
gen tourte juapeutirt, indem man
blung Fordernden nur Sprocentige
ftatt baaren Geldes gab, u. Die Zıns
ateſchuldſcheine gegen das Veripre:
afenvergütung auf 6 Menate ver-
Folge dieſer Finanzmaßregeln, Die
erott nur verhüllten, war cine Er
öſffentlichen Credits, welche wieder
Yasıbel u. Induſirie einwirlte u. Die
rung neuen Stürmen ausſetzte.
Judeſſen waren die Agitationen der Socialiften
ſoweit gebieben, daß es um 16. u.17. März zu öffent
lichen Demonftrationen fam, welche feinen anderen
Zweck hatten, als die Proviforifche Regierung zu
ſprengen. Diefe Deimonftrationen wiederholten ſich
am 16. April in größerem Maßſtabe, fc daß bie
Regierung die Nationalgarte aufbieten laſſen
mußte. Nur die Uneinigfeit der verfchiebenen Bar»
teihäupter, beren Beftrebungen in manchen Puukten
auseinander gingen, binderten ein blutiges Zuſam⸗
mentreffen. Übrigens fielen bie Wahlen für bie
Conftituirende Verſammlung zum bei weitem größe
ten Theil auf Männer der gemäßigten Republik, u.
bei. murte Yamartine die Auszeichnung zu Tbeil, von
10 Wahlcollegien zu gleicher Jeit zum Repräſentanten
gewählt zu werben. Als amd. Mai die Ratioual⸗
verfammlung zufammengetreten war, dankte bie
‘Previloriihe Regierung ab, u. an ihre Stelle wurde
am 10. Mai eine Erecntivcommifjion von
5 Mitgliedern gemäblt, welche interimiftiich fort«
regieren u. Die Miniſter ernennen folte. Zu dieſer
Commijfion wurben erwählt Arago, Garuier⸗Pa⸗
8, Marie, Lamartine u. Ledru⸗Rolliu. Das neue
tinijterium war folgendermaßen zuſammengeſetzt:
Recurt, Deinifter des Junern mit Carteret als Une
terſtaaisſecretär; Baftide, Miniſter bes Auswärti⸗
en mit Jules Favre als Unterſtaatéſecretär: der
rzt Trelat, Miniſter der öffenilichen Arbeiten;
Duclerc, der Finanzen; Cremieur, der Juſtiz;
Bethmont, des Cultus; Carnot, tes öffentli hen
Unterrichts; Flocon, des Aderbaues u. Handels;
ber Oberſt Charras verwaltete, bis zur Ankunft des
Generals Cavaignac aus Afrika, vor ber Hand das
Kriegsweſen; ber Abıniral Cafy Tas Seeweſen; ber
Buchhändler Pagnerre belam die Stelle des Gene⸗
raljecretars mit berathender Stimme bei ber Exe⸗
eutivcommilfion, Marraſt bebicht die Mairie von
Paris u. Cauſſidieère Das Oberpolizeiamt. Die ent»
ſcheidende Niederlage, welche die Anhänger der Ro⸗
then Republik gegenüber der Blauen bei der Be⸗
fegung ber Executive erlitten hatten, ſpornte Die revo⸗
Iutionären Clubs zu größerer Tbätigleit an. Man
einigte fih, ein Attentat zu Gunſien ber Polen
u. Stalieneram 15. Maigegenbie National-
verfjammlung zu veranftalten. Am befagten
Tage Morgens ſetzte fidh ein Zug, aus vielen tau-
ſend Arbeiteru u. Geſindel beitebend, geführt von
Sobrier, Huber, Blanqui u. Rafpail, vom Baſtille⸗
play in Bemegung, drang in ben Sitzungsſaal der
Nationalverſammlung ein, wo fi alsbald ein all-
gemeiner Tumult erhob, während die Regierungs⸗
commiſſion rathlos die Suche ihren Gang gehen
ließ. Als aber die National» u. Mobilgarde durch
Generaimarich verfanumelt wurde, offenbarten bie
Aufrübrer ihre wahre Abficht, eine Proviſoriſche
Regierung, beftebend aus Lonis Blanc, Hüber,
Barbes, Albert, Blanqui, Raſpail, Cauſſidiere,
P. Leroux, Cabet u. Proutben, wurde von ihnen
ernannt, u. Huber verkündigte von der Reduer⸗
bühne die Auflöſung der Nationalverſammlung.
Nun ging der Zug nad dem Stadthauſe, wurde
bier aber von ber inzwiſchen zufammengetretenen
Natioualgarde zerfireut, während man mehrere
Rädelsführer im Stadthauſe ſelbſt gefangen nahm.
Damit war im Rejultat für bie befiebente Regie»
zung wur Wenig gewonnen. Vou Tage zu Zuge
538
mehrten fih bie Befürchtungen, welche fi} an
—ã— Natiemafwerffätten Is ee
unter den Ben ber Behörben bie Vorbereitungen
zu einem kräftigen Schlage gegen bie Nationalver⸗
ſammlung getroffen wurben. Dielen Herd ber
evolution zu vernichten, erlannte bie National⸗
verfammfung ale das einzige Mittel zu ihrer fer-
neren Sicherheit an u. bob durch ein Decret bie
Rationalwerflätten anf.
Die nähfte Folge vieles Beſchluſſee war ber
Aufftand der mit allerlei Geſindel verbunbe-
nen Arbeiter, welcher vom 23. bis 26. Juni
dauerte. Das Attentat war ein wohlvorberei-
teter u. woblgeleiteter, verjmweifelter u. furcht⸗
Sarer Kampf Nothen Repnblil gegen ‘die be»
nude ung U. erforberte die ganze Energie,
nlichen Muth u. bie Umfidyt bes Kriege-
En ers, Gene — eigen „vor bem
t ber foctal- demokratiſchen Repu u
ü zeiten. Nm Abend bes 23. Inni übertrug bie —*
tionalverſammlung an Cavaignac alle Civil⸗ u.
Militärgewalt un. ernannte ihn zum Dictator.
Baris wurde in Belagernngezuftand erflärt, n. Ca⸗
paignac zog nun bie Linie ui. Mobilgarbe zur Ein-
8 eßung ber infurgirten Stadttheile näher heran.
m Abend des 24. Juni gelang es dem General
Lamoricitre die Berbindung zwiſchen den
denen Theilen u. bem Hauptquartier des Auf⸗
ſtandes abzuſchneiden; indeß waren viele höhere
Offiziere gefallen u. der Kampf währte mit größerer
Seibenthch fort. Am 25. Imni wurden die Gtadt-
theife einzeln ang iffen u. nach einen vergeblichen
Berſuch des Erzbiſchofd von Baris, ne Ben nung
der Infurgenten mit ber Reglerungegeiu ft herbel⸗
zuführen, wurden alle Poſitionen der
son den Truppen genommen, bie auf bie Fau⸗
bourgs du Temple u. St. Antoine, erfteres nahm
General Ramoricitre noch in ber Racht vom 25.
zum 26.5 bie Eroberung bes letzteren war bie bin-
tige Urbeit bes 26. Juni. Am 27. Juni war bie
ederlage der Infurgenten entichieden, u. am 28.
Yımi legte Cavaignac feine außerordentliche Ger
malt nieder, dagegen beffeidete ihn vie National⸗
verſammlung gleih darauf mit dem Amte eines
Sonfeilspräfidenten zur Ausübung ber Executio-
gemalt. Zur weiteren Sicherheit ließ Cavaignac
en Belagerungszuftandb fortbefteben u. befchräntte
das Berlammiungeredt u. bie Breßfreibeit. Wenn
auch nicht zu gleich furchtbaren, aber doch immer
bedenklihen Unruhen kam es während berfelben
eit in ben Provinzen, namentlih im Silden
, wie in ben Städten Montpellier, Rismes,
vignon, Marfeille, Arles zc., u. obwohl faft alle
Häupter der ſocialiſtiſchen Partei entweder entwi⸗
Ken oder gefangen genommen waren, fo fette die⸗
felbe doch den ampf gegen bie gemäßigte Republik
in der Preſſe u. bei den Wahlen fort. Cine Haupt»
flüge fand fle an Lebru-Rollin, welcher, obwohl
im Einverftänbniß mit ben Inſurgenten, keinen di⸗
recten Anıbeil an der Infurrection genommen
hatte, dagegen täufchte fie fih in ber Gefinnung
der anf ihren Betrieb zur Nationalverſammlung
gereählten Abgeordneten Louis Napoleon Bona⸗
parte m. Achille Fould. Der Sieg ber befteheuben
Ortmung nöttigte indeß die Bergpartei ber Na⸗
“erfammlung zu einer vorfiätigeren Taktik,
Cavaignac die herrſchende Partei ben Or⸗
pr wäpern juchte, tube er zwei Anhänger
Frankreich’ (Geſch) XIL (A. 1808’ BIS)
bie | berfefben,
wo ; aufnahm.
Berh 4. Row. hatte bie *—
ungtwerk vollendet u. manthe
Sinne der Socialiſten darin aulgen
weſentlichen Grundl ber Berf
— — —
en j 1 te
bar feinfollte, Vie Be einer au
dern beftehenben Berfammiung wit b
den u. eines auf vier Jahre zn
mit ber auslibenben t.
begann bie Bapı des Bräfiden:
1,327,345 abgegebenen Stimmen
Napoleon Bonaparte6,048,872. Die
au .
wohlorganifirte Bartet Im Lande, e
Ramen hrüpften fich Die Erinnerungen
ten Ruh ber nene
worben, daß bie
nad) fangen Debatten
befleiben ale Boflerepräfentanten bei
) Bis zum Staatsfireid ı
cember 1851. Am 20. Dec. Yegi
Minifter, fowie auch Cavaignac, ihre
u. Lonis Napoleon leiſtete als Br
Republik den Eid auf die Berfafle
niſterium beſetzte er faft nur mit Mä
ber dynaſtiſchen Oppofition bes Jufili
gehört hatten; nahm jeboch fpäter, =
niſſe ber ä Hepubft er 601
beroorra
ne * ee ‚ De Zracy, &
yte Paſſy waren; Changarnit
—— der Rational- 2.9
nannt. Dem Auslande fünbigte der '
friebliche Politik an, erflärte fich abeı
Rom nad) der Vertreibung bes Pap
ben Zerrorismus u. f ein
Heer unter Dubinot nah Rom.
ſetzte er at Cavaignace fort,
derſelben beihloß die Nationafverf
Moiangellagten des vorigen Jahri
Rafpail, Barbie, Wibert zc. vor t
richtshof zu Bourges zu ftellen, u. e
Regierung gegen da6 Treiben ber r
Eiubs einzujcreiten. Ein in Folge bi
am 29. San. verfuchter Aufftanb der
wurde von Changarnier ohne große
unterdrüdt. Am 18. Jar. 1849 warl
de la Meurtbe von der Rationalverfe
Bicepräfitenten ber N 144
ohne berworragenbe
eantreich (Geſch) XIL (B. 1849 ». 1630)
dem fernern Laufe ber Dinge eine gang | ber Bonapartiemus. Dieſer Sieg gab dem Präfl-
te Rolle ſpielte.
Rauflöfung ber Conflituante wurbe
ruar beichlofien u. bei ben nun an⸗
Neuwahlen zur Geſetzgebenden Ber-
ereinigten fich alle monarchiſtiſche Bar-
miften, Orleaniften u. Bonapartifien
engen Republifaner. Die Folge da-
aß bie am 28. Mai berufene Geſetz⸗
erſammlung (Legislative, Assem-
ale l&gislative) auß einer großen mon-
Annten Rechten u. einer focialiftifchen
nd, während das rein republilanif
ir eine geringe Anzahl Mitglieder auf
te. Der nãchſte Gegenſtand ber par»
m Grörterung war die römiſche Ange-
Die Intervention ber Regierung zu
Papftes, welche zugleich gegen die Er⸗
es öfterreichiichen Einflufles in Italien
de, erregte bei ber Linken den beftigften
Us aber Ledru⸗Rollin dieferbalb eine
n den Präfitenten u. Das Dlinifterium
urde Deren Dringlichkeit in ter Sigung
si mit 377 gegen & Stimmen verwor⸗
ge deſſen erließ die Bergpartei am 13.
ufruf an das Bolt zur Vertheidigung
"planmäßigen Verſchwörung bedrohten
Baffenzuergreifen. Die Wirkung diefee
indeß ſchwach, u. ter Aufftand (Juui⸗
nahm bald ein Hägliches Ende, indem
energiſch gegen bie Rubeftörer einfchritt.
führer wurden verbaftet, bie haupt⸗
ber, Lebru-Rollin, Confiderant, Pyat,
.Thore, retteten fich durch bie Kluct.
ng ſäumte nicht biefe neue Rubeftörung
um buch Verhängung bes Belage-
6 Über Paris, Beichränlungen ber
| Bereinsrechtes, Überwachung u. poli-
eifung politifcher Flüchtlinge der ultra⸗
m Partei die Hänte zu binden. Die
e Berfammlung genehmigte am 7. Juli
ung der Poften eines Auführere der
be u. des Befehlehabers ter 1. Milie
m ben Hänben tes Generals Chan-
durch biejer über 300,000 Bewaff⸗
ı konnte), u. am 27. Juli ein neues,
eßgeſetz. Du zwiſchen ber Mehrheit
r, wenigftens bei allen DMaßregeln
» Störungen ber öffentlichen Orbnung,
fipenten das befte Einvernehmen be-
wanden bald die Befürchtungen vor
Umtrieben, aber es entftanden
:gniffe, denn die Bildung einer großen
hen Bartei ſchritt ralch vorwärts, u.
eon zeigte bei verſchiedenen Anläfien,
darum zu thun fei, feine Perſönlichkeit
zu bringen. Dies trat namentlidy in
u Frage hervor, inden der Präſident
rn —— ließ, in welchem er
geb über das Berfahren ber päpſtlichen
meoſprach u. eine liberalere Politik em⸗
’ Biebereröffuung der Gefetsgebenben
ıg am 1. Detbr. 1849 trug dieſe kein
er Regierung bie geforberten Erebite zu
a. felbft ale Orleaniften u. Legitimiften
ten, um bie Aufhebung ber Verban⸗
gegen bie beiden Linien ber königlichen
zzielen, flegte bie Regierung u. mit ihr
benten Muth, einen weitern Schritt gegen bie Ge⸗
jeßgebende Berfammlung zu thun, um bem unver»
meiblichen Conflict zwiſchen beiden Staategewalten
zu befchleunigen. Am 31. Dct. entließ er ploͤlich
fänmtlide Miniſter u. berief ein neues Miniſterium
mit ſtark Bonapartiftifcher Färbung, beſtehend aus
General d'Hautpoui (Präfident u. Krieg), Achille
Fould Finanzen Faucher (Juſtiz), Ferd. Barrot
(Innere), Raynevolle (Wuswärtiges), Dumas
(Handel u. Aderbau), Barrieu (Kirche u. Schule),
Admiral Rom. Desfoſſes (Seewefen u. Colonien),
Bineau (öffentliche Arbeiten). Indeſſen legte
Kammer den weiteren Reactionen ber Regierung
feine Sinderniffe in den Weg, u. ber PBräfident et»
gen noch Nrengere Maßregeln, un bie beftehenbe
egierung Mu fefigen. Dahin gehörte die Er⸗
nennung Carliers zum Polizeipräfecten von Paris,
bie Gründung eine® eigenen Departements für Po⸗
lizei im Mintfterium des Innern u. bie Auflöfung
ber ationatverfammlung in vielen Städten, we
man der Stimmung des Volles nicht traute, u. ber
mobilen Nationalgarde zu Paris. Al Anfang
März 1850 die Erſatzwahlen für bie Nationalver-
jammiung einige Socialiften in Die Kammer brachte,
benugte die Regierung die aufs Neue ange
Furt vor weiterem Umſichgreifen bes Sociali®
mus, um abermals eine Berihärfung bes Preßge
fege® u. eine Beichränkung ber Bereinsfreiheit vop
ber Legislativeu zu erlangen. Indeß ging biefelbe
noch weiter als der Bräfibent, indem fie auch das
Wahlrecht befchnitt, fo ba bie Zahl der Stimm
berechtigten von 9,600,000 auf 6,800,000 berab
ſank. as von dem, an bie Stelle Ferdinaud
Barrots getretenen Miniſter bes Innern Baroch⸗
vorgefchlagene Deportationegefe, wonach in allen
Fällen, für welche bie Berfaflung von 1848 tie To
desftrafe abgejchafft hatte, Deportation eintretem
ſollte, erhielt am 8. Juni bie Sufimmung ber Le⸗
islative, Doch verweigerte dieſelbe bie Gehaltser
bung bes Präfiventen bis zu ber beantragten
Höhe von 3,600,000 France u. bewilligte nm
2,160,000. Sinfihtlih ber äußeren Politik war
ber Präfident im vollen Einklange mit der Legitla⸗
tive; ber Hauptgrunbzug berjelben war ein enger
Anflug an England. Am 9. Aug. erfolgte daranf
eine Bertagung ber Legislativen Verſammlung auf
3 Monate, boch ließ biefelbe einen permanenten
Ausſchuß von 25 Mitgliedern zurüd, welcher ir
feiner Zufammenfegung offenbar zu erfennen gab,
daß es damit gegen bie immer deutlicher fich eigen
den Beftrebungen bes Bonapartismus abgefeben jet
Louis Napoleon ließ ſich aber weber dur
biefe noch dur bie Demonftrationen der Legitt
miften u. Orleaniften fchreden, von melden bir
einen nach Wiesbaden zum Grafen Chambord, bir
andern nach Elermont zur Herzogin von Urlean®
eonie Philipp war am 26. Auguſt 1850 geſtor
en), pilgerten, um filr ben erwarteten bonaparti
ſtiſchen Staatsftreich Berakrebungen zu treffen. Der
Bräfident benutte bie Ferienzeit Der Legislative,
um feine Popularität zu vergrößern, gab dem Mir
Iitär regimenterweile geche Weflefien, bucchreifte
einen großen Theil %-6 u. bereitete burch Re⸗
ben, welde Anbeutungen liber bie Rettung gs
von dem revolutionäcen Treiben enthielten, |
Anfichten vor, welche zunächſt auf eine Bere
‚längerung feiner Präfidentfchaft gerichtet waren.
Frankreich (Geich.) XII. (B. 1850 u. 1857)
Er fubr fort bie einfiußreichten Stellen mit ben | eegielative abge ehnt, Der Bräfbent en
pri
Männern feines Bertrauens zu bejegen, Dagegen
ciejenigen aus dem Staatedienſte zu entfernen,
welche eine Abneigung gegen das Kaiſerreich ver-
rietben, unter Lebteren ben unter Changarnier
ftebenten General Neumeyer, welcher feinen Mann⸗
schaften den Ruf vive l’empereur! unterjagt hatte;
u. ba Changarnier bie Anerbietungen, welche ihm
als Preis für ben Übertritt zum Bonapartismus
gemacht wurden, von ber Hand weiſend, dem Prä-
en gegenüber eine trogige Haltung annahın,
o wurde Louis Napeleon gebrängt, raſch feine
Bline ind Werk zu jeen, ee bie ihm gegenüber-
flehenden Parteien zu gemeinfamem Hanbeln fi
verftäutigten. Die Pegislative murde am 12.Novbr.
wieder unter tem PBrafibium Dupins eröffnet. Der
Sahrestag ter Präfinentenmwahl bezeigte, daß Der
Bonapartisuns jchon ziemlich ungenirt zu Werke
ging; denn Diefer Tag wurde auf Dem Rathhauſe zu
Paris mit einem eheffen glänzender gefeiert, als
die Einſetzuug Der Repubiit, u. der Präſident ſchickte
an jedes ber verſchiedenen parifer Armenpflege-
bureaus 12,000 Ar. Aber erft im Ianuar 1851
kam es zum entfchiebenen Bruch zreifchen dem Prä-
fiventen u. der Legielative. Am 4. Januar entitch
der Bräfitent diejenigen Diinifter, auf deren unbe⸗
dingte Dingebung an feine Berjon er nicht rechnen
fonnte. Das neue Diinifterium beſtand ans fol
genten Mitgliedern: NReouber, fiir Juſtiz; Drouyn
de l'Huys, fir auswärtige Migelegenheiten; Saint
Sean D’Angely, für den Krieg; Ducos, für bie
Marine; Baroche, für das Innere; Magne, für
öffentliche Arbeiten; Bongean, für Landwirthſchaft
u. Handel; Parrieu, für öffentlichen Unterricht;
ould, filr Finanzen. General Changarnier wurbe
eines Voftens enthoben u. Dagegen General Perrot
zum Öberbefehlsbater ber Ilationalgarden ber
Seine, u. ber General Baraguay d'Hilliers zum
Oberbefehlshaber ver erſten Militärtivifion ernannt.
Dieſe Maßregeln wurden als eine Directe Kriegs«
erllärung des Bonapartismus gegen die vollsver-
tretenbe Yegislative betrachtet, u. als daber der
Abgeordnete Remuſat in der Yegislative den Antrag
ellte, Daß die Berjammlung einen Ausſchuß wählen
—* um bie durch Die Umſtände gebotenen Maße
regeln vorzuichlagen, fand derſelbe mit 330 gegen
273 Etimmen Annahme. Indeſſen konnte Die
regi⸗lative, melche bereits das Vertrauen des Lars
bes verloren hatte, fich zu feiner ernfteren Maßregel
erheben, als daß fie am 17. Januar eine Miß—⸗
trauenserllärung gegen das Minifterinm befchloß.
Lie Weinifter dankten ab, u. bei der allgemeinen
Aufregung lenkte der Präſident formell cin, er-
Hate ein euch, and beinabe lauter höheren Be⸗
anten ber DWitnifter beftebendes Miniſterium. Zu—
lei wurde eine Dienge legitimiſtiſcher u. orleanie
ſiiſcher Beamten abgejeßt, an deren Stelle bona»
partiftifche traten, u. Dabei in zablreichen Zeitjchriften
von den Bonapartijten fortwährend auseinander»
geſetzt, Daß der Präſident Die Nation, u. bei. die
unteren Volksklaſſen u. das Heer, glücklich machen
wilrte, wenn bie Legislative ihn nicht in feiner
Wirkjamkeit bemmte. Damit wurde ber Kampf
ber fich einander feindfelig gegenüberftehenden Ges
Wulhten ein offener u. riidbaltlofer. Die Forderung
am 11. das Ubergangemmmifri
an feine Stelle ein neues Miniftert
Boucer, für das Innere; Baroche, für
ngelegenheiten; Ranton, für ten &
für bie Finanzen; Buffet, für den Hanl
für öffentfihe Arbeiten; Rouber, für
Sourcelies, für den Unterricht; Chaffe
für Die Marine. Die Zufgmmenfegung‘
trug einen durchaus bonapartiftiice
Ebenſo wurden alle Präfectenftellen m
tiften befet, u. nee Regimenter, aı
ebenheit zu zählen war, nach Rarie ze
Ehriften bereiteten bie öffentliche Mein
beabfichtigten Staatäftreich ver. Ben
Königlichen fuchte man indeß vergebli
ſchmelzung ber Orleaniſten u. Vegitimiſt
herbeizuführen; Die Bewerbung bes %
ville bei der am 4. März 1852 zu eriol
wahl bes Präfibenten fand feine Inte
den Legitimiften, m. biefer Zwieſpalt
Pläne Louis Napoleons.
Am 14. Juli begannen bie Berbar
Legislative Über die Geſuche um |
verändernng; bie verfaffungsmäßi—
Dreiviertelmehrheit kam indeß nicht
Die Regierung berief nun tie General
seils gendraux) ſämmtlicher Depart
fih vom 10. Auguft bis 10. Noven
ſammeln batten, zufammen, um
welche verfaflungsmäßig politiiche Frag
bandeln burften, bie Perfaffungsfra
betreiben, während Die Legislative an
bie 4. Novbr. ſich vertagte u. einen 3
25 Mitgliebern zu ihrer ——
Bertagung zurückließ. In der Mitte A
neuerdings große Pulvervorräthe in 9
ſämmtliche umliegende Forts wurden i
gungszuſtand geſetzt. Da ſich inzwiſt
ſtellte, daß auch den Departementalrä
trauen mar, fo ſuchte Vouis Napelcon,
einiger Zeit Prinz⸗Präſident nenne
Annäherung an tie jecialiftiiche Linke
er bie Wiederherſtellung bee allgemet
rechts verbieß, welche ten Schmi
Staates wieder in bie Maſſen tes
u. das libergemicht ber befienten .
nichtete. Auch ein Theil ber Yegirimii
Verlängerung Der bonapartiftiichen P
für vortbeilbafter hielten, als die Rüd
Icans, ſchloß fih Den Plänen Des Prim
außerdem war bie fatbolifche Geiſtlichlei
cherlei Willfübrigleiten gewonnen we:
Die Legislative Die Wiederherſtellung tes
Stimmrechts ablehnte, fo jollte ne a
ten, u. der Präſident wollte Bann eine
den Willen Des Volkes ergeben laſſen.
die Miniſter vom 4. April Bedenken
willigung zu tiefem Plane zu geben u
14. Octbr. ihre Entlafjung ein; ebenſo
prüfident Earlier. Schou verber war
baber Der Nationalgarde Durch den Gen,
erjeßt worden. Das neue Miuniſterin
DOctbr.) beftand ans folgenpen Mitatier:
für Juſtiz; Turgot, für Yußeres; CH
Liu Jimiiteriums, dem Präfitenten außer feinem ; ben Öffentlichen Unterricht; wen Tee
bt tommen ncch eine jährliche Zulage
ir. zu bewilligen, wurde von ber
Innere; von Caſabianca, fiir Pankr
Handel; Lacroffe, filr öffentliche Arbeit
Fraukreich (Geſch) XIL (B. 1851. CL '1881)
a
a Rrieg; Hippolyte Fortonl, für die | Roger, Obrift Charras. Um 8 Uhr verfammeltar
bel, für bie Finanzen. Rur St. Ar-
e Bolgeipräfident Maupas u. General
ren in das Geheimniß bes beabfichtig-
eingeweiht. Als tie Legislative am
ammentam, war die pariter Beſatzung
m 2 Regimenter verftärkt worten. Uus-
irde nun ein Geſehentwurf zur Wieber-
v allgemeinen Stimmrechts der Legit⸗
gt, dieſe hielt es aber für dringender,
g ihrer Quäſtoren in Berathung
x darauf ausging, die Autorität ber
3 gegenüber dem Präjidenten zu wah⸗
onftration fette Louis Napoleon
ntgegen, indem gegen 2000 Offiziere,
Senerale, im Eiyſée erfchienen, um
unten ihre Ergebenheit zu verfichern.
‚br. wurde die Wiederherſtellung bes
Gtimmredtes mit 355 gegen 348
a der Legislative verworfen, mobei bie
ıfer ſehr verftärkten Bonapartiften mit
tie ber linfen Eeite zufaınmengewirft
en gelang es am 18. Novbr. ben ver-
ıpartiften u. Demokraten tie Verwer⸗
iſtorenantrags wegen Requiſition der
Diacht Durch den Bräfibenten der fer
408 gegen 300 Stimmen herbeizu-
eben wurde auf Befehl des Kriegs⸗
Decret vom März 1848, welches ben
3er Rationalverfammlung ermächtigt,
zubieten, in ten Kafernen abgerifien.
ar in ben Befehlshaber ganz bona-
e Rationalgarde machtlo® u. die Be⸗
e Veorftäbte ſtaud unter dem Beſehl
Geſellſchaften u. Elubiften, bie in F.
äbrigen politiichen Welt ganz abgeſon⸗
den. Sie haften den Prinz» Brä-
ıfo wie bie Legizlative u. hofften bei
nenſtoß Veiter ten Einen wie bie
fegen; aber gegen fie ftand ber Prinz-
it Überwiegenter Heereemacht fchlay-
bigte feinen Sieg im Voraus in einer
ter am 25. Novbr. im Nationalfaal
en Felder bei Gelegenheit der Aus-
Irden u. Mebaillen an die Preisträger
: Inbuftrieausftellung bielt. In ben
ı be® November hatte er täglich Über
wifer Arnıee Diufterung gehalten u. fie
t. Am 30. Noxbr. war noch ein ent-
mapartift, General Lawoeſtine, zum
aber ter Nationalgarben ernannt wor⸗
tegierung jeit mehreren Tagen mit ber
eines Anleihens von 25 Dill. Fres.
dung, welches auf die Zuficherung, daß
3 durch keinerlei Maßregel die Sicherbeit
Fünfte gefährten werde, gewährt wurde.
Gtaatöftreih bes 2. December
mr Broclamation bes Kaijer-
December 1552. Um 2 Uhr
ı 2. December wurte das Miniſterium
obificirt u. beſtand nun aus Turgot,
dorny, Reuber, Fould, Magne, St.
rtoul. Um 4 Uhr Morgens beſetz⸗
ruppen den Palaſt Bourbon,
egislutive ſich verſammelte, u. ließen
Polizeiagenten verhafteten GU Bolks⸗
ruuter Chaugarnier, Cavaignac, La⸗
edean, Charras, Thiers, Leflo, Baze,
ſich mehrere Volksvertreter bei Odilon Barrot, der
fie jedoch zum Bicepräſidenten der Legislative, Darn,
beftellte. Dort fand gegen 10 Uhr eine Berfamm-
lung von etwa 200 Mitgliedern flatt, weiche im
Namen ber Legislative die Gewalt des Prinz - Prä-
fiventen für erloſchen erflärten u. ben hoben Na⸗
tionalgericht@hof einberiefen. Raum waren tiefe
Beſchluſſe gefaßt, als die Berſammlung ber
Legislativen von Soldaten gejprengt
wurde. Der Präfivent verlieh um 10 Uhr das
Elyſée, begab fi, von einem zahlreichen Offigier-
corps umgeben, in ben Hof ber Tuilerien n. er»
ließ vier Proclamationen, worin der Staate⸗
ftreich al& zur Rettung F⸗s nothwendig dargeftellt,
das allgemeine Stinmmrecht wiederhergeſtellt, das
Bolt zur Abgabe feiner Stimmen für od. gegen das
Verfahren des Bräfinenten aufgefordert, bie Sol⸗
Daten zur Treue gegen ben Präfidenten ermahnt m.
Paris in Belagerungszuftann erfiärt wurde. Der
aufgelöfte Staatsrath veröffentlichte eine Rechts»
verwahrung, teren Verbreitung aber unterbrüdt
wurbe; der Nationalgerichtishof lud ben Prin⸗
en wegen Verfaſſungebruchs u. Hochverraibe vor
Feine chranken. Inbeffen fing am 3. Decem-
ber in Paris ein bewaffneter Aufftanb
fih zu bilden an; auf ınehreren Punkten wurde
ernfibaft -gelämpft. Bis zum 5. December Mit-
tage tauerten einzelne Gefechte fort, bie jedoch
mit dem eisge der Truppen enbigten. Die be-
rühınteften Männer 5-8, tie noch nicht in Ges
fängniflen faßen, wie Mole, Leon Raucher u. X,
erklärten fich Öffentlich negen den Gewaltſtreich. In
verſchiedenen Departements brachen Unruhen aus,
bie aber bald unterbrüdt wurden. Das Pantheon
wurde ber fatbolifchen GBeiftlichleit als Kirche ber
beiligen Genoveva zurüdgegeben, General Ranbon
zum Gouverneur von Aigier, die Generale Baillant
8. Hariſpe zu Marſchällen von F. ernanıtt, 2,700,000
Sei zur Unterſtütung aller Soldaten aus ben
eiter der Republik u. bes Kaiferreiche ausgefetst,
u. da Ludwig Napoleon feines Sieges gewiß war,
auch mehrere Verhaftete, u. A. Thiers u. Cavaig⸗
nac, wieber freigelaffen. Gin Decret vom 8. Dechr
enthielt die Beftimmung, daß fünf» bis zehnjährige
Deportation gegen biejenigen werbängt werben
würde, welche entweber pelizeilicher uͤberwachung
Wr entzögen ob. ermwielener Maßen geheimen Ge⸗
ellſchaften angehörten. Berichietene Mafregeln
deuteten auf bie Wiedereinführung eines ftrafferen
Pilitärregiments, wie unter dem Kaiferreih. So
murte bie Centralverwaltung des Minifteriums
bes Innern durch Decret vom 15. Dechr. ganz im
Sinne jener Zeit umgeftaltet, fpäter die von ber
Republik beſchloſſene Derabfegung des Beſtandes
der Armeedivifionen u. des &eneralftabes aufge⸗
beben u. berielbe wieder auf bie frühere Höhe ger
bracht, entlih ganz %. in 21 Dilitärabtbeilungen
mit 86 Militärunterabtheilungen gerheil. Am
31. Dechr. überbrachte der Vicepräfitent des gleich
nad) dem Staataftreiche eingeſetzten Begutachtungs⸗
rathes dem Prinz⸗Präſidenten das Ergebniß der
VBolksabſtimmung. Es waren 8,105,630 Stimmen
abgegeben worten, u. zwar 7,491,231 bejahenbe
für das Verfahren bes Prinz Prüjidenten u.
647,292 verneinende, 37,107 ungültige. An dem⸗
ſelben Tage murbe anf den Fahnen u. Ordens⸗
treuzen der kaiſerliche Adler wieder hergeſtellt u.
wer
. den .
die Ph von Preßvergehen ben Zuchtpeligei
ing Baht auc) bie Hoffnung, bag Die lolgenben
. w e ' te
Gier abre von ben Y higtioen —R—
gen
Louis Philipp ftigt hatte, um %-6 Auftreten
in binbern, fprad) feine
Billigung bes Stastsftreiches aus. Louis Napo⸗
feon hatte fich auch ſtets der Balmerftonichen Po⸗
litik loſſen, ſo hatte die frauzoͤſiſche Regierung
tm Berein mit der engliſchen Verwahrung eingelegt
gegen ben Eintritt Geſammtöſterreichs u. Gefammt-
Sreußens in ben Deutichen Bunb u. beibe Regie-
zungen hatten ber ſpaniſchen kräftige Hülfe ange⸗
Boten, um bie von Nordamerila aus gegen Cuba
gerigiteten Angriffe abzumweifen. Auch Me die Zu⸗
ft vechuete Falmcrfton auf pie Kreunbfchaft Fob,
am das Übergewicht, welches land im Orient
gewonnen batte, zu befeitigen. Die lauen Republi-
er ver —X u. alle diejenigen, welche
von
arkung der Regi sgewalt einen
nenen X ung öffentlichen. Erebits u. eine
Wiederbelebu es ſtockenden Haudels erwar⸗
teten, ſohnten ſich raſch mit dem neuen Stande ber
Dinge aus. Die Herſtellung ber Hülfemittel bes
großen Beltverlehre, Eifenbahnen u. hen,
ten, waren in gebeihlicher Entwidelung begriffen,
ber Telegraphendienft am 1. März 1851 in Paris
dem Bublicum eröffnet u. am 29. September ber
unterjeeifche Telegraph zwiſchen Dover u. Calais
vollendet u. in Gebrauch genommen worden. Da
Lonis Napoleon eine friebliche Politik verſprach u.
ber Krieg in Algier mit ber vollftändigen Unter-
werfung der Kabylen beendet worden war, fo konnte
man fi auch ber Hoffnung einer Verbeflerung bes
Staatshaushaltes hingeben. Nach ber Bollsab-
fimmung wies Alles darauf, daß es auf eine voll»
fländige bonapartiftiihe Reftauration abgefehen
war, Louis Napoleon bezog die Tuilerien. Durch
ein Decret vom 9. Januar 1852 wurden 67 Mit-
glieder der aufgelöften Legislative aus F. u. feinen
Colonien gewieſen, u. ihnen bie Rüdtehr bei Strafe
der Deportation unterfagt; 18 Andere, unter ihnen
Changarnier, Lamoriciere, Bebeau, Emil Girar-
bin, Thiers, wurden auf Zeit verwieſen; enblich
bie gewejenen Bollsabgeorbnieten Marc- Dufraiffe,
Greppo, Miot, Mathe u. Richarbet nach bem fran-
, zöſiſchen Guiana beportirt (viele hundert von ben
Gerichten Berurtheilte hatten gleiches Roos); bie
Nationalgarben wurben im ganzen Bebiet der Re⸗
publit aufgelöft, die Worte: Freiheit, Gleichheit,
Brüberlichleit, von den öffentlichen Gebäuden ent-
fernt u. den Plätzen, Straßen, Dentmälern bie
Namen, welche fie vor der Revolution von 1848
gehabt hatten, zurüdgegeben.
._ Am 14. Januar 1852 erfchien die neue vom
Frin präfisenten ſelbſt verfaßte Reihsver-
ajfung. Der Name Republit wurde beibehal-
ien u, Louis Bonaparte ihr Bräfibent auf 10
Weanfoeich Geſch) ZH. (C. 1858 2: MEER)
—A ven mit
e
vom Präflbenten eruaunt u. ſiud ale!
® Die a 2
bb u ea
a
halten nal von ber Regie
orbueten, „bie *
10 Jahre in der Art wert
35,000 Wähler 1 Tommi
bes Rub u
—2R * i .1
ngen nicht
| eh erbieit eine neue Org⸗
Adelstitel wurden wieber bergeftelt,
z
Eagle
befeftigen, oxbnete ber
en = Deicene!
.b.) an, olge beffen
Morny, Rouber u. Fould
—* „u. au ihre Stelle
far u. Bineau. Rab dem
Igier u. bie Colonien feine Ber:rei
der Abgeorbneten wurde auf 262.
folbete Beamte follten nicht gewählt '
Abgeorbneten keine Taggelder exrhe
—— —8 neh ‚mu
efeierten Nationalfeſte eboben u.
einiges Nationalfeſt bie ee dee 13.
Geburtsfeft des Kaiſers Napoleon L, ı
Decret vom 17. Febr. brachte bie 5
um alle Freiheit. Am 27. Mär wz
gerungszuftand in geus $. aufgehoben
u. Gejelsgebende Körper am 29. Mäg
aitglicher a aaenenben Korper
von ben Präfeeten nn. Regierungsbe:
wurbe, el ſich als volloumen fl
wenigen .von ber Oppofition, bie fü
Theil der Wahl enthielt, burdhgefekte
Cavaignac, Carnot u. Henon, in ı
ſchaftlichen Briefe an die Kammer ten
verweigerten u. in Folge deſſen all
betrachtet wurben. Gleich in einer ber:
gen wurde für die Haushaltung bei
illionen jährlih u. die Befugniß b
ſämmtlicher königlicher Schlöſſer weti
früher mit dem Auslande an
lungen wegen Herftellung ber kaiſer
— —— ohne Erfolg.
iedensverſicherungen des Prinzen
bie Confiscation ber Dileaniigen &i
—
Frankreich (Gef.) XIII. (A. 1852)
593
:ct verleht hatte, von anberen Cabi⸗ feinen Cheim Hieronymus Bonaparte u. deſſen
{ vermerkt worden war. Auch in | rechtmäßige, unmittelbar männliche Nachhlemmen-
g bereiteten fih dem Präfitenten ſchaft zu Erben einſetzte. Der Senat nahm e6 am
jfeiten, ta viele Beamte den Gib
. der traurige Zuftand der Finanzen
fe forderte. Richt allein das Budget
te bei näherer Prüfung ein Deftcit
r., ſondern auch dasjenige filr 1853
von 40 Millionen nebft einer ſchwe⸗
von 770 Millionen. Bon Seiten
nden Körpers mwurten einige Er⸗
geihlagen, allein ber Staaterath
uf ein, u. da nach ver Berfaflung
von Gejeentwürfen nur dann be=
en follten, wenn ter Staatsrath fie
ärte ter Brinz » Bräfident, biefe Be⸗
auch von Berinterungen bes Bud⸗
Hluß Des Gejengebenten Körpers
, Juni. Darauf machte ber Prinz
14. Septbr. eine Reife in die Süd»
nad) Yyon, wo er eine Neiterftatue
mweibte, u. nach Marſeille, wo bie
ge vor feiner Ankunft eine Hölen-
tte, teren Urfprung im Dunkeln
u 9. Octbr. in Borbeaug angelangt,
utlich jür Annahme der Kaiſerwürde.
zweite Kaiſerreich bis zur
‚om2.December1852—1858.
Attentat vum 14. Jan. 1858.
Rundreiſe durch die Provinzen
3 Napoleon volllommen überzeugt,
hme ter Kaiſerwürde feine Be⸗
ne Wege ftlnten, n. am 7. Nor
ber Senat einftimniig folgende auf
tellung des Kaiſerreichs bezilgliche
e kaiſerliche Würde ift mieber ber-
g Napoleon Benaparte ift Kaifer
men Napoleon III. (ta wegen Na⸗
onentfagung am 21. Juni 1815 am
ten feines Sohnes, dieſer als Kai⸗
I. gezählt werben follte); bie kaijer-
erblich in ber unmittelbaren u. recht⸗
ommenſchaft Ludwig Napoleon Bo⸗
Ranneſtamm nad tem Rechte ber
enn Ludwig Napoleon Bonaparte
n Erben bat, fo kann er bie Kinder
ı männlichen Nachlommen der Brü⸗
Rapoleon I. ale Kinter annehmen;
n vom 14. Ianıar 1852 wird in
iht mit gegenwärtigem Genatebe-
berfpruch ftebt, — gehalten;
Senatébeſchluſſes wird dem Volle
vorgelegt, um darüber in ber am 2.
zeliebten Form abzuſtimmen. Am
br. ergaben ſich bei der Abſtimmung
jende u. 254,501 verneinende Stim⸗
etablirung bes Kaiſerreichs
Ludwig Napeleons. Der Geſetzge⸗
b ohne Weiteres feine Zuſtimmung.
rm am 2. Dechr. 1852 das Kaiferreich
:on III. proclamirt u. Die Hauptbe-
erneuten Staatsjorm, Et. Arnaud,
fiellane, zu Marſchällen von %. er⸗
euen Kaifer wurden 25 Mill. Sr. u.
en Briuzen 14 Mill. jäbrlich ausges
rliche Nachfolge ortnete ein Decxet
- in ber Art, daß ber neue Kaiſer
Seite der Kammern Er bedürfe.
23. Dechr. an u. beſchloß an demſelben Tage
mebrere Berfaffungsänderungen, die ben Kaifer
unbetingtes Amneftierecht, das Präſidinm bes Se⸗
nates u Staatsrathes zuſprachen, ferner das Recht,
mit dem Ausland Friebens-, Bundes⸗ u. Hau-
delsverträge ganz allein abzuſchließen u. Abände⸗
rungen im Zolltarif vorzunehmen, bie Beziehungen
der großen Staatsgewalten unter fi) u. zur Ere-
cutivgewalt durch bloße Decrete zu verändern,
ebenjo große Bauten zu öffentlichen Zmeden anzu⸗
orten, ohne Daß es einer Gelbbewilligung von
Außerdem
wurbe feftgefetst, Daß bie Zahl Der Senatoren nicht
150 überfteigen, daß jeber Senator einen Jahres⸗
gehalt von 30,000 Fr. haben u. jedes Mitglied des
Gefehgebungstörpers eine Auslöfung von monat-
lich 2500 Fr. erbalten, Daß die Abſtinimung bei der
Berilligung bes Auegabebudgets nicht bie einzelnen
Poſten, fendern einen ganzen Etat betreffen, daß
die Sitzungen beider Kammern geheim u. die Be-
richte Über tie Berbandlungen bes Geſetzgebungs⸗
körpers nur nad vorhergebenber Genehmigung
von Seiten bes Borfittenden veröffentlicht werben
ſollen.
Seit der Zeit von dem erſten Staatsſtreiche
bis zur Reſtauration des Kaiſerreichs zeigten ſich
in den Beziehungen zum Auslande auffalfenbe
Schwankungen im engen Zufanımenhange mit bem
Entmidelungsgang ber deutſchen Verbältniffe, mit
der dadurch bebingten Stellung ven Ufterreich,
Preußen u. Rußland u. mit der Politit Englands.
Ein mit Belgien angezettelter Streit ſchien anzu⸗
deuten, daß die franzöfiiche Regierung nur einen
glinftigen Zeitpunft abmwarte, un durch Beſetzung
Belgiens ten Anfang eines Europäifhen Krieges
berbeisufiihren, wobei England feiner Sanbele-
Intereffen wegen filr Belgien hätte einftehen müſſen.
Kein bie —— der Monarchen von
ſterreich, Preußen u. Rußland im Mai 1652,
wobei die Verföhnung zwiſchen Ifterreih u. Preu⸗
fen vorbereitet wurde, vereitelte bie auf den Zwi
diefer beiden Mächte gebauten Hoffnungen. Die
frangöfifche Negierung gab num ben auswärtigen
Mächten tie Berfiherung, alle bie Verpflichtune
gen, welche die Regierungen %-8 -feit Napoleons
turz eingegangen waren, treulich beobachten zu
wollen, u. legte den Streit mit Belgien durch eine
Übereinfunft vom 9. Dechr. bei, wonach bie früheren
Handelsverträge zwiichen beiten Ländern, welche
franzöſiſcherſeits gelündigt worden waren, wieder
in Kraft traten. Dabei näherte fie fich wieder mit
größerer INS DEN nDeIt ber englifchen Regie
rung, wofür biefe bereite am 6. Dechr. Durch ihren
Geſandten in Paris bie Anerfennung bes neuen
Kaiſerreichs ausfprach, bein ſich Belgien am 7. Dee.
anichloß. Lfterreih u. Auen erffürten faft
leichlautent, Daß fie fich in bie inneren Angelegen-
Beier 5-8 nicht miſchen würden, Napoleon IIL
anertennten, ohne jedoch im Voraus bie Folgen
annebmen zu können, welche man in Zufunft viel⸗
leicht Daraus ziehen könne. Der Kaifer von Ruß⸗
| fand begnilgte fih, ganz kurz bie Anerkennun
Napoleons
II. auszuſprechen, indem er jedo
denſelben in feinem Schreiben an ibn nicht Mon-
nes Abfterbens ohne männliche Erben | sieurinon fröre, wie es unter Dirnarchen von Ge⸗
siton. & Aufl. VI.
—*
504
burt ublich ift, fonbern nur Sire anrebete: Diele
abſichtliche Formverletzung legte ben erfien Grund
un Der Spannung. yoilden den Gabineten von
-Baris u. Betersburg, welche für die Folgezeit ber
beutungecell wurbe. Deutlicher zeigte ſich die Ab⸗
neigung der Cabinete gegen das neue Kaiſerreich,
als Napoleon III 8 den alten Dynaſtien dadurch
zu näbern ſuchte, er ſich um bie Hand ber Er⸗
‚bin des berühmten Namens eines alten Fürſtenhau⸗
ſes bervarb. Da alle;derartige Berfuche ſcheiterten,
‚jo vermäblte er fih, um feiner Dynaftie Beſtand zu
geben, am 30. Januar 1853 mit Eugenie von Guy
man Bräftg v. Tebe. Die kalte Zuriidhaltung ber
continentalen Mächte trieb den Kailer, fich jo eng
wie möglich au England anzufchließen, melche
Macht grade damals Borbereitungen traf, um bem
Vorbringen Rußlands an. ber Morbgreuze von
Ehina einen Damm entgegen zu jehen. benio
Re wer für Napoleou ber Umſtand, bafı bie
zage wegen ber Heiligen Stätten in Paläftına
noch eine offene war. Nach einer Ülbereinfumit dom
14. Febr. 1852 zwiſchen ber Züirkei u. %. waren
den Lateinifchen Ehriften Borrechte eingerkumt
worben gegen bie ausbrildlichen Privilegien ber
Griechiſchen Chrifien, welche Rußland durch Ber-
träge mit der Türkei zu jchülgen verſprochen hatte.
Die Bforte ſah ſich baber gemöthigt, bald Darauf
der Griechiſchen Kirche einen Herman zu ertheilen,
worin dieſer wieber Borrechte einaeräumt wurden,
namentlich ber Beſitz der Schluſſel zum heiligen
Srabe, während ber jranzöfiiche Sejanbte zu Eon
Rantinopel auf Aufrechtbaltung ber ihm. gemachten
ugeftänbnife beftand, Dieje Yage ber Dinge trieb
ngland u. F. zur Beobachtung einer gemeinfamen
gegen Rußland gerichteten —96 im Orient.
er Krieg mit ben Kabylen batte auch im Jahr
1852 jeinen Fortgang u. Dur Die Einnahme ber
Stabt Laghuat am 4. Dechr. war wieber ein be»
beutenber Schritt zur gänzlichen Unterjochung der
Eingebornen gethan. Im Innern wurden fort
während Maßregeln zum Ausbau bed bonaparti-
ftifhen Syſtems ergriffen. Dod trug bie Regie
zung zugleich Sorge für Orbnung ber Finanzen u.
verfügte die Converfion ber filnfprocentigen Staats-
Papiere in Alprocentige. Mehrere Maßregeln be
zmwedten bie Hebung bes Bobencrebits, nament-
lich die Errichtung einer vom Staate verwalteten
HSypothetenbant (Credit foncier) durch Decret
vom 28. Febr. Zur Hebung bed Gtaatscrebits
bot Louis Nopoleon allen Einfluß bei ver: Börje
auf. Da aber die Rente ſich nicht in ber gewünſchten
Weiſe bob, fo hofften bie finanziellen Rathgeber bee
Kaiſers den Capitaliften u. Börfenmännern durch
ein großartiges Geld⸗, Erebit- u. Hanbelsinftitut
beizulommen, welches Anfangs als Reportbant,
fpäter Credit mobilier (. d.) genannt, das öffent-
liche Intereſſe von ben politiſchen Zuſtänden auf
bie Börfenfpeculation ablentte.
Inzwiſchen dauerten bie diplomatiſchen Streitig«
feiten mit Rußland fort u. Ende Febr. 1853 waren
die Reibungen im Orient bereits fo weit gebiehen,
daß der ruſſiſche Kaiſer einen außerordentlichen Bot⸗
chafter, Fürſten Mentſchikow, nad Conſtantinopel
Janbte, welcher bie Pforte ber engliſch⸗franzöſiſchen
ai” big machen, eventuell mit Krieg dro-
4. März len — —
ranzöfiichen Regierung Befehl,
im bie —e ewãſſer zu
Nantab (ach Kit (a. RL Tee
begehen, u. am 21. Mei suchen bie!
Berbindungen zwiſchen Siußland u:
brachen. Nunmehr trat bad Bünda
F. n. England offen berwor, inbe
die —
om 2. Zul ben: Aberſchritte
——— eriärte, Daß fi
n. Walachei als ein Pfand a
am 24: Juli Bevollmãchtigte ;
Englaude n: «8 au Conferenzen it
men, um u Deilegumg Des (
rathen. Aber bie Tärfei felbft führte ı
Wendung herbei. F. u. England ert
mehr an bie en Berträ
unterf aaa
engliich - franzöffchen Kriegeichifie. |
banellen in den Boßporus ein. Ei
Leben es jeboch beide Grofmächte Di
i
sorihläge, non
7. DOctbr. von ber Sfifchen E
fen: mit dem Bemerten, 9
nur Eine Triebfeder gehabt tte, I
Intereſſe Europas. Ein Decret ve
befahl die Zahl der Schügenbataillon
de Vincennes, f. 2) von 10 auf
u. jedem Bataillon die Stärle von |
eben, Eine Irienfihe Greberung mei
eſetzung Reu-Kaleboniens-amı 24.
Im Innern erregte während ber erir
widelung bie Theuerung ber Lebens
forgniß der Regierung u. um biefe
in den großen Stäbten ben Arbeitern ı
weniger fühlbar zu machen, bürbete |
Weiſe den befigenden Klaflen ber &
zum Theil auch dem Staate bie
u. billiges Brod auf. Zunãchſt wı
eine Einrichtung unter bem Ra
tafſe (Caisse de la boulangerie)
vom 27. Dec. 1853 ins Leben ger
die Bäder in den Stand geſetzt wert
Brod in ber Zeit der Theuerung zu
Preiſe zu verlaufen, bie baburd ent
luſte aber fo zu deden, daß fie in w«
das Brod theurer verlaufen, ale ei
treibepreiien eigentlich fein würbe. £
Natur ber — —— ve
növer erforberte bebeutenbe Capital
Stadt durch Anleihen aufzubringen g
Sroßartige Bauunternehmungen v
von Städten ausgehend, bienten ba
mittelten Vollsklaſſen lohnende Bi
eben. Außerdem machten 31 Stän
wede verichievene Anleihen im G
von 37,800,000 Franken, während
durch Begünfligung von Actien⸗GSe
Induſtrie iu Hülfe zu kommen mes
die folge lehrte, bie dadurch prove
tionsſucht Die Grebitverhältnifie in
Verwirrung brachte u, bie Thei
Stantsbeamten am Börfenfpiel t
Grundlagen bes Handels u. Berke
licher Weiſe antaftete.
Wahrenddem entfernte fich bie scie
Veaitceich (Geſch) KIT. (A. 1838-1088
r von einer frieblichen Loſung, m. ber
Geſandte su Baris, von Kiffelew,
4. Febrnar bie Biplomatifhen Be-
nab. Am 7. März Ipradhen beide Kam⸗
iſehung ber drohenden Kriegegefahr bie
ng zu einer Anleibe von 250 Mill.
3, n. fo ſehr hatte fich bereite tas An⸗
japoleonifchen Regierung befefligt, daß
ehigriff that, indem fle fich zut Aufbrin⸗
nleihe an die Nation wandte. Die df-
ubjcription erreichte fa ten doppelten
geforterten Summe. Am 12. März
undesvertrag zwiſchen England, F. u.
zu. Stante, wonach fi die beiden
verpflichteten, die „Integrität des Län-
ver Pforte u. ihrer Hoheitérechte gegen⸗
amaßungen Rußlands mit den Waffen
igen.“ Die förmlihe Kriegsertid-
tußland erfolgte tarauf am 27. März.
inzelbeiten bes nun von Englaub, F. n.
zemeinſam geführten Krieges ſ. Ruſſiſch⸗
rieg von 1853—56. Die Fortführung
rim fiegreich begonnenen Krieges erfor-
neue Beltmittel, u. eine neue National-
500 Dill. France fam im Jan. 1854
rerigkeit zu Staude. Das Verhältniß
terreich u. F. hatte in Kolge der gemein-
m gegen Rußland eine jehr günftige Ge⸗
mmen u. wurbe noch inniger Durch ben
:. erfelgten Abichluß einer Übereinkunft,
öfterreihiiche Regierung gegen Zahlung
Rillionen Francs Gold u. Silber einer
öfterreihiichen Geſellſchaft 300 Wege⸗
enbahnen u. mehrere Staategülder über⸗
Krieg hatte nur auf Algier nachtheilig
Die Übrigen Kolonien aber unberührt
Rebrere Kabylenſtämme empörten fich,
T, daß ein großer Theil ber Algier be-
ruppeu in ten Orient gejandt wurben.
endete mit einem entſcheidenden Siege
iſchen Commandanten Marmier in ber
arin am 29. Nov., in Folge deſſen ſich
Zugaurt ergab u. alle Gemeinden bes
i. — ſich unterwarfen. Die Re⸗
g an, die reine Soldatenherrſchaft zu be⸗
zur Bildung von Gemeinden mit ſelb⸗
erwaltung aufzufordern.
ältniſſe im Innern hatten ſich unterdeſ⸗
ce 1854 nicht beſſer geſtaltet. Die Ernte
ittelmäßige geblieben u. bei bem in Pa⸗
en Berjuche mit der Bäckereikaſſe (f. 06.)
t8 23 Diillionen zugelegt worden. Staat
en mußten weue Opfer bringen, um bie
ı unterfiügen u. ben Arbeitsfähigen Ar-
u. So wurden allein vom Staat 7 Mill.
r ten gewöhnlichen Bedarf als Almofen
u. als Arbeitslohn ungeheure Summen
aris ausgegeben, wo ber Kaifer u. Die
ne durch Vollendung des Louvre, den
neuer Stabttheile u. Straßen tie Hand⸗
äftigte. Außerdem nahmen 64 Städte
en France als Darlehn auf, um auf
ife ihre Arbeiter durch Arbeit zu untere
ı Unterrichtsmelen traten neue Verän⸗
in. An die Stelle der bisherigen 86
in den Departements famen 16, bie im
n unter die leitung ber Präfecten geftellt
a6 gewöhnliche Nusgabebutget für 1855,
oßne bie Kriegsfoften, war auf 1,562,030,309 A
gefliegen, ber Boranihlag der Einnahmen si
1,566,012,213 $rance angenommen worden; baw
unter befanben fich aber 87 Millionen, die man bet
Schuldentilgung entsog, welche 1855 eingeſtellt
werten follte, u. 10 Millionen aus dem Berlanf
ber Güter der Familie Orleans, gar nicht gerechnet,
daß mehrere Einnahmen, die durch den Krieg litten,
wie im Frieden berechnet waren. Trotzdem war
Gelb in Überfluß ba, als die neue Anleihe ausge
ſchrieben wurde. Das Heer betrug nach der Angabe
des Kaiſers zu Eude des Jahres 1854 581,000
Mann u. 113,000 Pferde, die Zabl der Matroſen
auf den Schiffen bes Etaates 62,000. In der än-
Beren Politik hatte F. weitere Erfolge, indem es am
26. Jau. Sardinien fiir den Krieg gegen Rußland
gewann, dagegen wurde feine Stellung zu Breußen
u. dem Deatiihen Dunbeötage eine fchroffere, da
beide fich auf eine bewaffnete Neutralität beſchränk⸗
ten. Das Minifterium hatte feit dem Beginn des
Krieges mehrere Veränderungen erlitten u. beftand
jegt aus Walewseki, Außeres; Vaillant, Krieg;
Hamelin, Marine, Magnan, Finanzen; Billault,
Inneres; Abatucci, Juſtiz; Kortoul, öffentlicher
Unterricht; Fonld, Staatsminifter; Rouber, Ader-
ban u. öffentlidde Unternehmungen. Eine Reife des
Kaiſers u. der Kaiferin der Sranzofen nach London
am 15. April u. die Aufnahme des Kaifers in den
Hofenbantorden war ein Schaufpiel, twelches bie
Würbe und das Anfeben bes Herricher® in einem
glänzenden Fichte erjcheinen ließ. Je mehr ſich in⸗
ben bie Herrſchaft Napoleons befefligte u. $ in der
europäiſchen Politik cine bedeutungẽevolle Rolle zu-
wies, deſto mehr wurde ber Kaiſer ber Gegenftanb
des Hafies der revolutionären Propaganda und bie
erfte Außerung bes altdemofratifchen Fanatiemus
war der auf den Kaifer von dem Italiener Pianori
am 28. April unternommene Mordanfall, welcher
jedoch feinen Zwed verfehlte. Am 15. Mai wurbe
vom Kaifer jelbft bie allgemeine Kunft- und In-
duftrieausftellung in Paris eröffnet, aber bie äffent«
lichen Verhältniſſe zeigten wenig Erfreuliches, eine
neue Anleihe von 750 Millionen Brance; eine
Steueroermehrung dur Erhöhung ber Steuer
auf Einfuhr u. Verkauf von Spirituofen u. Er⸗
bebung einer Abgabe von den Eiſenbahnen, welche
15 des erzielten Reinertrages vom Perfonen - m.
Öiltertransport betragen follte; u. eine neue Aubhe⸗
bung von 140,000 Mann waren bie durch bie Um⸗
fände gebotenen nächſten Maßregeln der Regie⸗
rung. ie Anleihe wurde wieder auf dem Wege
ber Unterzeichnung bewirkt u. war in kurzer Zät
gefihert. Den ungünftigen Eindrud diefer Maß⸗
regeln werfcheuchte einigermaßen ber Beſuch, den
die Fönigliche Familie von Englaud in Parts bem
Kaiſer u. ber Kaiferin der Franzoſen machte (19.—
27. Aug.) 3. die Meldung von der, am 8. Sept. er-
folgten Groberung des filblichen Theiles von Ge
baflopel. Indeſſen ftellte fi) im Innern die Ernäh⸗
rungefrage täglich lauter u. ungeftüner in den
Vordergrund u. bie Zahl ber Ortichaften, wo Brod⸗
unruben ausbrachen, wurde immer größer. Un⸗
ter diefen Umſtänden fchien e8 ber Regierung ge-
rathener, Truppen in F. zufammenzubalten, anflatt
an eine vollftändige Eroberung der Krim zu denken,
u. zwar um fo mehr, als auf dem pariſer Geld⸗
markt fich bereits im October bie Kolgen ber von
der Regierung geförderten Überfpecutation fig gel⸗
8
dend machten m. eine finanzielle Krife eintrat, bie
duch den Ausfall der Ernte u. die Kriegsanleiben
beſchleunigt werden war. Am 29. Det. reihe Ge⸗
neral Canrobert nah Stockholm, wohin er dem
Könige von Schweden das Großkreuz ber Ehren⸗
legion überbrachte, zugleich aber auch wegen eines
wiſchen Schweden u. den Weſtmächten abzuſchlie⸗
en Bündniſſes unterhandeln ſollte. Am 24.
Mon. traf der König von Sardinien in Paris zum
Beſuche ein, u. auch Die deutſchen Mittelſtaaten be-
‚eiferten fich in Freundſchaftsbezeugungen gegen den
Railer, dem es gelang, immer mehr Fäden ber
europãiſchen Politik im feiner Hand zu vereinigen.
e Unterbandlungen mit Schweden blieben indeß
binter den Erwartungen zurüd u. bie mit Däne-
mar hatten gar keinen Erfolg. Nach einem laifer-
lichen Decrete vom 28. Dee. erfolgte eine bebeutende
Bermehrung ber Taiferlihen Garde auf ungefähr
40,000 Mann, u. bie Rüdtehr mehrerer Regimenter
aus ber Krim gab dem Kaiſer Anlaß, den Ruhm
u. Glanz feiner Regierung in einer großen Feſtlich⸗
keit der auptflabt vor Augen zu führen.
Indeß gab fich in den Finanzen ein fortwähren-
ber Rüdgang zu erfennen. Mad einem Berichte des
Sinanzminifters vom 16. Ian, 1856 war bas Aus⸗
abehudbget von 1855 um 120 Millionen France
berfchritten worden, wovon 52 Millionen für öffent-
liche Bauten u. bie Koften ber Ausftelung berechnet
waren. Wan hoffte einen Theil diefer Mehraus⸗
gabe durch UÜberſchüſſe der Einnahmen zu deden;
namentlich hatten die Auflagen 950,879,000 France
(103 Millionen mehr als 1854) eingetragen; aud)
wurbe weröffentlicht, daß von ten beiben letzten An⸗
leihen noch 525 Millionen France verfügbar feien.
Allein ſchon am 7. Jan. hatte fich die Verlegenheit
ber Regierung dadurch fundgegeben, daß nad einer
Berfügung des Finanzminiſters bie Zinſen ber
Schagicheine um 4 Procent erhöht wurden, fo daß
ber Staat dafür 54 Procent Zinfen zahlte. Dabei
waren die Staatspapiere jo gefallen, baf bie drei⸗
procentigen zu 63 Srancs angeboten wurten, ohne
Käufer zu finden. Der Schred unter den Wechſel⸗
agenten u. Banliers war allgemein, u. der Ausweis
der franzöfiichen Bank vom 11. Jan. nichts weniger
ale geeignet, ein größeres Vertrauen hervorzurufeg.
‚Der Preis ber Lebensmittel blieb auf einer ernfte
Beſorgniſſe erregenden Höhe, jo daß bie zur Unter»
Rüßung der Armeren errichtete Bäderkaſſe zu Paris,
im ihrer Befimmung au genligen, monatlid 4Mill.
France in 5%. u. 6 procentigen Schulpfcheinen auf-
nahm. Eine gedrüdte Stimmung machte fich jelbft
bemerkbar, als am 9. Ian. eine zweite Abtheilung
der aus der Krim zurüdkehrenben Truppen in Baris
einzog, bie ohne geräulgnolk Kundgebung aufge
nommen wırrde. Man ſchien allgeme ven Frieden
als ein bringendes Bedürfniß zu betrachten, u. bie
Regierung fing an, bie entſchiedene kriegexifche
Sprache aufzugeben u. in ihren Maßregeln u. Auße-
rungen die Möglichkeit des Friedens durchbliden
zu loffen. Als am 11. San. der längft angekündigte
große Kriegsrath, beftehenb aus mehreren Prinzen,
©enerälen u. Abgeorbnieten ber fremben kriegfüh⸗
renden Mächte, unter bem Vorſitze des Kaijers in
den Tuilerien zuſammentrat, einigte ſich berfelbe
zu milderen Friedensbedingungen, u. am 25. Febr.
kamen zu Parie mutter Vorſitz des franzöfijchen Dii-
nifterd des Außern bie Bevollmächtigten von %.
(Graf Waleswli u. von Bourqueney), Englaub
Brankreich (Geſch.): XIII. (A. 1820 13:48)
Eord Clarendon u. Lorb Cowley), IR
Buol u. von Häbuer), Rußlaud (Gi
v. Brunnow), Sardinien (Graf Cavow
Billamarina) u. der Turkei (Großveü
u, Mehmed Diemil Bey tärkifcher Gef,
ris) zu einer Kriebensconferen
ſchloſſen in der erfien Sitzung, nacht
denspunfte des Wiener Protofolls vor
riebenspräliminarien erhoben worder
affenftilfiaub bie mit 31. März, o
Blockade zur See aufzuheben. Am 3.9
ber Kailer bie Sigungen des Senats
orbneten mit einer ‚ worin er
bie Segnungen feiner Regierung für
den Ruhm jeiner Herricheft darzuth
für 1857 vorgelegten Budget waren b
mit 1709 Millionen, die ordentlichen |
1641 Millionen, die außerorbentlid
für Banten it 52} Millionen Yrancı
jo Daß ein Überſchuß von 154 Mil
follte. Die Ziffern der auszuhebende
wurden auch für 1857 zu 140,000 fei
rend früher in Friedenszeiten jährlic
Mann genommen werben waren, bau
ſehr teilig Errichtung ber Hm
(148 Wann) verfügt. Zu dem Kri
leons fam am 16. März noch ein gi
lienereigniß, bie Geburt eines Br
mit [hwanben zum Theil bie Beforge
an ben etwaigen Tod bes Kaiſers fir
am müpften. —&* ließ di
nicht unbenutzt, um durch großartige
den Pariſern willlommene Unterhafes
ren u. durch Qunfl- u. Gnadebezengr
ergebenen Perfonen ſich noch enger
zugleich aber eine Berföhnung mit ber
gegenüberftehenden Parteien anzubah
verfünben, daß er Pathe u. die Ku
aller am 16. März in F. gebornen eh
fein werbe, u. bot wiederholt Allen |
nad F. an, weiche erklärten, daß fie |
Regierung unterwürjen u. fich auf (
teten, deren Geſetze zu achten. Dat
merkt, daß der Kaifer die Zahl ter i
Deportirten u. VBerbannten von 11,201
Begnadigung auf 1035 herabgefett hi
Unterdefien war das Friedenswerl
geichritten, bag am 12. März Bra
Konferenz aus Gründen bes europäiie
und als Dlitunterzeichner bes Vertra
eingeladen wurde, Bevollmächtigte
nahme an ihren Sigungen zu erne
ber preußiſche Miniſter des Außere
teuffel, u. der preußiſche Geſand
Graf Hatfelb, dieſem Rufe Folge le
30. März wurde der britte Par
ben abgeichloffen, welcher Amar 5.1
zuwachs u. auch keine Kriegsentichät
Dafür aber die Stellung $-8 im eure
cert zu einer feit der 1. Reftaurarier
jenen Höhe erhob, u. der neuen napol
naſtie eine feftere Grundlage verlieh
Abends allgemeiner u. glaͤmender
am Geburtstage bes Kronprinzen.
jelgte ein Waffenſtillſtand zur See, na
am 4. April von Seiten Rußlande hi
Getreideausfuhr aufgebeben worken
15. April ſchloß 5, Oſterreich m. G
Frankreich (Geſch) XIIL (A. 1856) - 592.
en Bertrag, wonach die Unabhängig.
Ibarfeit Der Türlei gemährleiftet u.
ıng des Pariſer Friedens von 30.
für einen Kriegsjall erklärt wurde.
tten ſich die Beziehungen des Peters-
et8 zu ten Tuilerien ſchon während
unterhantlungen immer freuntlicher
es war nicht der geringfte Triumph,
aus dem Kriege erntete, daß Ruß-
ben dynaſtiſchen Interefien des Kai-
am menigften geneigt war, nun alle
‚um fi der Kreuubichaft des frau⸗
ſchers zu verfihern. Dabei war das
en mit England u. Oſterreich unge-
Pannung mit Preußen ſchien geheben.
iſſe zur päpftlichen Regierung wurden
flegt, tie Errichtung mehrerer neuer
in F. geftattet u. Die Genehmigung
Bemeinten in neue Kirchſpiele einzu-
ꝛi fi) berausftellte, Daß bie neuen bie
:gie annahmen, während Die alten bie
hen Kirche beibehielten. Im Algier
n Santel u. Landwirthſchaft ſichtlich
ie Kabylen regten fih von Neuem
baß zu einem abermaligen Kriegszug
ıgerüftet werden mußte. Jm Inneren
tegierung der Crönung der Gelbver-
ıvere Sorgfalt; Der Baarvorrath ber
it 3 Monaten zu ben cireuliregden
: hart am Mante des äußerſien Ber-
1 zu 3 geſtanden, hatte zu Anfauge
das Derhältniß, bon 10 zu 24 erreicht,
ſierung durch Niederlegung von 100
ancs bei ter Bank aus den Einzah⸗
zten Anlehns beitrug. Die Sprocen-
Papiere waren nah Unterzeichnung
wieder auf 73} Francs geſtiegen, ob-
anzminifter am 7. April ermächtigt
hatbons bis auf die Höhe von 350
ancs zu bringen. Mit ber Hebung
ebits griff aber zugleih bie Specu-
sieter um fich, das Vörfenfpiel forterte
)pfer, u. um einer noch größeren Zer⸗
zirthſchaftlichen Verhältniſſe, nament⸗
1 Capitaliſten, vorzubeugen, verſagte
m 9. März jeder Unternehmung die
woburd die Ausgabe neuer Werthpa⸗
würde. Zugleich erregte das Umſich⸗
eheimen Geſellſchaft neue Beſorgniſſe
ein Geſetz, wonach die Befugniffe ter
jerichte noch mehr eingeichräuft, da⸗
ichtpolizeigerichte ermächtigt wurden,
jahre Gefängniß zu erfennen. Noch
ſich die Spuren antibonapartiſtiſcher
ts aller Anſtrengungen der öffentlichen
zelizei, öffentlihen Kunbgebungen in
adlichem Einne vorzubeugen. So wur⸗
u Baris die Vorlefungen bes Profeſſor
zur Negierungspartei übergegangen
multuariſche Auftritte der Studenten
Rede bes Herzogs von Broglie bei
bme in bie Alatemie ber Wiflen-
‚ April entbielt eine verhüllte Demen-
ı daß berrichente Syſtem. In einem
ı des Grafen Chambord an bie
vurben biefe ermahnt, die Orleans,
ı nene Bande hrüpiten, zu ſchonen.
ber Deputirten in ben gejebg
Körper verloren noch mehr an Bedeutung durch
die Berortnung, daß bie Vertheilung von Gans
Didatenlifien bet Wahlen obne vorausgebente Ge⸗
nehmigung des Präfecten verboten feien.
Das Bubgetfür 1857 beroilligte ber Gefepgebungs-
lörper in folgenten Hauptfummen: 1698,904,664
Sranten Ausgaben, 1709,874,512 Er. Einnahmen,
10,969,848 $r. Überfhuß. Die Finanzlage erheiſchte
die größte Vorficht, denn die nicht gebedten Schul⸗
ben aus ben Borjahren betrugen gegen 900 Mill,
u. boch follte die wegen des Krieges erfolgte Er⸗
höhung der Orunbfieuer aufhören. Die Reduction
ber Ausbebung von 140,000 auf 100,000 Dann
reichte inbeß allein nicht hin, um bie zu ermög⸗
lihen. Da nun gegen Die unmittelbare Befleuerung
des Capitals bie Erfahrung fpricht, fo dachte man
an eine mittelbare turch eine Auflage auf Geld»
eihäfte u. Wertbpapierhandel. Hundert Diiflionen
ranlen wurde die Regierung ermächtigt, nad u.
nach Grunbbefigern zur Ausführung von Drai⸗
nirungen vorzuſchießen. Die Auswüchſe des Unter-
nehbmungsgeiftes, der ſich bei Actiengefellichaften
gezeigt hatte, veranlaßten bie Regierung zur Vor⸗
lage eines Geſeges über Actiengeſellſchaften (So-
cietes en commandite), welches ber®efeggebungs-
körper im Juni 1856 annahm u. am Schluſſe feiner
Zibnng noch den Kailer ermächtigte, Männern, bie
im Staatstienfte hohe Perbienfte fich erworben, #.
beren Wittwen n. Kindern eine jährlihe Penflon
von 20,000 Fr. zu geben. Der Senat erließ zur
Vervollſtändigung der Reicheverfaflung ein Sena⸗
tusconfult über die Regentfchaft während der Min⸗
berjährigleit Des Torenfolger®, Nach einem Bericht
tes Kriegeminifters an den Kaiſer waren 309,268
Manu nach ben Trient geſchafft worben u. 227,135
Mann zurüdgstehrt, alfo 82,133 Di. verloren ge»
gangen. Die nationalskonomiſchen Zuftänte wur-
ten im Laufe bes Jahres 1856 immer weniger ber
friedigend. Die Ernte war fhlccht, ber Seidenbau
unergiebig, die ausläudiſchen Waaren mußten baar
bezahlt werten, u. ba ber Hanbel mit Oftinbien u.
Shina nur mit Silber geführt wird, fo betrug bie
Eilberausfubr nah amtlihen Angaben in biefem
Jahre 500 Mil. Fr. Die Bank jah ne baber ge
nöthigt, große Ipfer zu bringen, um ſich Silber⸗
barren zu verfchaffen (6,250,000 Fr. auf 560 Mil.
Fr.). Zu ber Durch übermäpiges Börſenſpiel wäh.
rend des Krieges berbeigeführten Finanzkriſid kam
alſo nun noch eine Geldtlemme, bie noch zunahm,
als für 1800 Mill. Fr. fremdes Getreide u. Mehl
angelauft werten mußten. Die allgemeine Theue-
rung brüdte bei. die niederen Volksklaſſen. Um den⸗
feiben zu helfen, orduete bie Regierung öfjentlige
Bauten an. Allein in Folge ber durch Die Erlaub⸗
niß, Getreide, Wein u. Maſtieh frei einzuführen,
fih ergebenden Ausfälle bei ten Eingangszöllen
batte fie ſelbſt laum ausreichende Mittel bazu, fon»
bern veraulaßte bie ſtädtiſchen Bebörben zu öffent⸗
lichen Unternehmungen ; dieje aber mußten, um bie
nötbigen Mittel herbei zu fchaffen, bie ftäbtif
Abgaben u. Acciſen erhöhen u. vermehrten auf biefe
Weiſe bie Thenerung. Im Paris wurden ganze
Stabitheile niebergerifien, um fie fchöner aufzu⸗
bauen; aber bie Hausbeſitzer benußten ben dadurch
zeitweilig entfiebenten Mangel an Ziopnungen,
um Ungebeueren Mietbzins zu forbern. In ben
Departementen Rhöne, Sadne, Loire u. Mllier
verwüßcten gegen Ende bes Mai Waflerfluthen, wie
598
fe bisher noch nicht bagewefen waren, bie reidgen
yalgelänte der Gegend, namentlih von Lyon,
Tours, Orleans, Blois ıc. Ganze Dörfer waren
verſchwunden, eine Dienge Säufer felbſt in Lyon
Aingefürzt, die Ernte verborben, große Streden
von Eiſenbahnen zerflört. Der Gefetsgebungstörper
bewilligte fofort 12 Mil. Sr. zur Unterftügung, u.
der Kailer war thätig, um für ben Augenblid zu
fen u. ähnlichem Unglüd für die Zukunft vorzu-
eugen (wohl vergeblich, da bie von den Waldungen
enthlößten Abdachungen der Gebirge Die Regen⸗
röme jäh in die Binnen der Tböler zufammen-
Hütten). Unter folhen Umſtänden war ber Zeit-
punkt übel gewählt, als bie Regierung am 9. uni,
mahrfcheinlich um den Wünſchen Englands zu ent-
fpredhen, dem Gefetgebungstörper ein Zollgejet
vorlegte, welches an die Stelle der hohen Zölle, bie
einem Verbote frember Waaren gleichtonmen, mä⸗
ßige Schutzzoͤlle zu ſetzen Beabfichtigte. Die Aufre-
gung war in den Fabrikgegenden fehr groß u. drohte
ernfie Kundgebungen; die Regierung machte daher
befannt, daß die Berathung Des Gefeges bis zum
1. Zuli 1361 aufgefchoben werben folle, bis wohin
die franzöſiſchen Induſtriellen ſich auf eine Herab-
fegung ber Gingangszölle vorbereiten könnten.
1.— 10. Juni fand bie große landwirthſchaftliche
Ausfellung in Paris ſtatt. Den Kaifer u. fein
Baus bejuchten in diefem Sommer u. Herbft der
König von Württemberg (2. Mai), der Erzherzog
erdinand (15. Mai), Prinz Oscar von Schweden
19. Mai), Brinz Adalbert von Baiern, der Prinzre-
gent von Baben (21. Juni), ber Erbgroßhergog von
o8&cana (28. Octbr.) u. Prinz Friedrich Wilhelm
von Preußen (11. December). Das Eifenbahn-
ne, welches am 31. December 1855 5537 Kilo»
meter umfaßte, hatte einen Zuwachs von 674
Kilometer erbalten u. waren in biejen beiden Jah⸗
ren 919 Millionen Krane auf Eiſenbahnbauten
verwendet worden. Das ganze franzöfiiche Eiſen⸗
bahnnetz Loftete bis Ente 1856 überhaupt 3080 Mil.
Br. zu bauen, movon nur 601 Mill. auf bie Staats-
affe famen. Die Volkszählung von 1856 zeigte,
daß Theuerung, Cholera u. Krieg die Bermehrung
der Bevölkerung gehindert habe; fie berechnete
36,039,364 Seelen, nur 256,194 mehr ale 1851.
Die Auswanderung hatte in dieſem Zeitraum kaum
12,000 Seelen jährlich betragen.
Die franzöfiihe Diplomatie fonnte fi im Jahre
1856 außer dem Barijer Frieden noch man»
ches Erfolges rihmen. Es gelang ihr die Schwie—
rigleit zu befeitigen, welche die Ausführung des
Friedensvertrages in Bezug auf die Feſtſtellung
der ruffticherlisfiihen Grenze in Europa fand;
Griechenland u. Belgien gab mehr od. weniger
den Wünſchen ber Banzöfifchen Regierung nad);
nur Neapel wollte Dem guten Ratbe 5-9 u. Eng-
lands keine Folge geben u. behauptete, jeltft am
beften zu wiffen, was ihn nütze, worauf der fran-
öſiſche u. Der engliſche Geſandte Neapel verließen.
hin folgenreichere Rolle übernahm die franzöftiche
Diplomatie in dem Nenenburger Handel, welcher
gänzlich durch ihre Vermittelung beigelegt wurbe,
auf eine Weiſe, melde ben Einfluß Fes im der
Schweiz erireiterte u. befeſtigte u. Preußen voll-
ſtändig hinausdrängte. Ehenſo hatte ſie die Hände
in Kopenhagen gegen Deutfchland wegen ber Hol⸗
ſteinſchen frage im Spiele, ohgleſch fie fih wohl
hütete, offen hervorzutreten. Mit europätichen
Frankreich (Geſch) XIII. (A. 1856 u. 1857)
| Staaten kamen im Jahre 1856 folgenke
zu.Stanbe: mit dem Königreih Sachſen
Des literarifchen u. lünſtleriſchen Eigenthr
gleichen mit Luremburg u. Hamburg; peit
England, Portugal, Baden; wegen Be
von telegrapbiichen Depeſchen mit Belgi
nien, Sardinien, ber Schweiz; ein Autl
vertrag mit Belgien u. ein Orenzoertrag
nien. In Hinterafien ſchloß tie franzſiſche
Verträge mit Siam u. Codindina. Rad
bruche ber Feindfeligkeiten zwiſchen E
China im Herbſte 1856 ſandte fie einen au
lichen Commiſſär'u. mehrere Kriegeſchif
neſiſche Meer, um gemeinſchaftlich mit E
chineſiſche Regierung zur Aufhebung von!
u. zun Aufgeben eines politifhen €
zwingen, bei welchem ber europäiiche H
befteben kann, während bie dhinefijchen
uns zum Bebürfniß geworben find. T
Regierung ſchickte einen außerorbentlichen
Brut Khan, nach Paris, u. aus tem Ui
eiche kam eine Geſandtſchaft nach Eure
auch am franzöfifchen Hofe vorftellen lief
Der am 16. Febr. 1857 eröffnete Geh
förper nahm das Budget für 1959 m
Ziffern an: Ginnahmen: 1737,088,15
Ausgaben: 1717,156,190 Francs, u. g
fimmung zu einer Beflenerung von
ren, welche 46 Millionen Francs einbrii
Die am 23. Juni erfolgenbe Neuwahl
ſetzgebungskörpers, 267 Mitglieter, i
5. eine große politiſche Erfchlaffung v
der Maften. außer in Paris m. eimt
Orten, no Gegner ber Regierung geräh
Henou, Sure, Olivier, Darimon, (
Carnot u. General Cavaignac, wovon!
am 30. Octbr. plötlich ftarb, u. Heneu, |
u. Carnot den Eib auf bie kaiſerliche
vermeigerten, während Ollivier u. Darir
Einberufung der neuen Verſammlung (2
den Verfaſſungseid leifteten. Dies, ſowi
fahren der Regierung bei dem Begräbn
rublifanifchen Dichters Beranger (gen: be
welches 21 Stunden nach feinem Tode
bes Kaiſers erfolgte, weil man eine be
Kuntgebung befürchtete, u. Die Haltung
Menge aus allen Schichten ber Geſellſch
Begräbnifie Cavaignacs im Vergleich;
Juftigminiftere Abatucci (geft. 11. Nevb
bebenklihe Zeichen. Die Entbedung e
Verſchwörung gegen das Leben bes Kaifeı
lieferte wenig Ergebniffe; das Haupt
Tibaldi, wurde nach Cayenne vermieien
befierten fich die volkswirthichaftlichen 8
durch gute Ernten, obwohl auch Frankre
großen Hanbels» u. Geldkriſis tes Is
nicht verſchont blieb. Die Regierung fi
ftrenge Maßregeln zur Verhinderung ki
Des Silber einigermaßen zu belien. A
fehlte e8 tem Kaiferreihe auch in bie!
nit. Der Zujammentritt von Bevol
der Großmächte u. der Schweiz in Gen!
Paris im März, um das in der Neuen
gelegenbeit perroffene Übereintemmen t
ertrag zu janctioniren; ein glüdlicer |
iger gegen Die Kabylen, deren gänzlice
u. Unterwerfung auch dießmal, wie Ide
Male früher, genteldet wurde; der Ydug
Frankreich (Geſch) XLIL. (A. 1857. B. 1858)
3
antinin Toulon (30. Apr. bis 15. Mai); | für den Fall des plötlichen Todes bes Kaifers u. Ber-
196 von Baiern in Paris während der
te des Mai; der bes Großherzogs von
aiferlichen Hoflager zu Plombieres; die
des prachtvoll vollendeten Lonvre, ein
Baden, wegen Erbauung einer ſeſten
bei Kehl, das am 25. Juni eröfinete
m 25,000 Dann bei Chalone fur Marne,
ıgen im Auguft ber Kaifer felbft leitete;
; der fogenannten Helenamebaille (De-
. Aug.) für alle Militärs , welche unter
Fahnen an ben franzöfiichen Kriegen
1815 Theil genommen, ſchienen glän-
je von 5-6 Macht. Dabei murben Die
ihen Verhältniſſe mit England eifrig
n 5. Aug. langte der Kaiſer u. bie Kat-
efuche in Osborn bei der Königin ven
, welche bald darauf mit ihrer Hamifie
urg fuhr, um die Stadt, Las Arfenal
erbauten Kriegshafen zu befichtigen.
e Müniche des Kaifers jchienen durch
nenkunft mit dem Kaifer von Rußland,
l., ın Stuttgart (ben 25. Eept.) erfüllt
bie zur Befefligun, des Weltfriedens
ng ber heiligen Allianz aller Staaten
‚ voelhe mit Hülfe ber Civiliſation das
ber Dienfchheit zum Zwecke habe. Cine
: feheint das einträchtige Zufammen-
ante, Frankreichs, Rußlands u. der
miſchen Union in den chineſiſchen Hän-
zu ſein, welches auf eine Eröffnung
alle Nationen abzielte. Als Früchte
atiſchen Thätigkeit find zu nennen:
Echifffahrtöverträge mit Neugranaba
I, Vertrag mit Dünemart wegen Ab-
Suntzols, mit Baiern in Betreff des
rfehre, mit Baden zum Schub ber
Lu. Sabritgeichen, vor Allem mit Ruß-
r wichtiger Handelsvertrag (gezeichnet
nt 1857). Eine für bie Eolonien ein-
daßregel ergriff die Regierung durch
angeblich freier Farbiger, bei. Neger,
ien, woburd ihnen neue Arbeitefrafte
tben, ohne dem Verbot des Sflaven-
ider zu handeln, obwohl Reibungen
zöfiihen u. engliſchen Schiffen davon
ren
BWendepunkt bildet das Attentat auf
am14. Jan. 1858. Abends halb 9 Uhr,
ublide, als ter Kaiſer u. bie Kaiſerin
sater vorfuhren, platten drei gefüllte,
b geworfene Hoehlgeſcheſſe, verwunde⸗
ten eine Menge Menſchen, auch von
thuenten Truppen, jedoch ohne das
ar zu verlegen Die Verbrecher waren
er, Graf Orfini u. Joſeph Pieri ald
(he am 13. März bingerihtet, Rudio
6 Scehülfen, melde nach Cayenne ge⸗
en. Bei ter Eröffnung bes Gejep-
r6 (18. San.) kündigte der Kaifer ver»
ngegefege an. Die Gefahr ber Gejell-
acht in ten Übertriebenen Vorrechtlen
ewalt, ſondern in tem Mangel an
en. Sofort trateine verboppelte Much
breite egenliber, ftrengere Paßpolizei,
einflufung res Affenzlihen Unterrichts,
j gegen England, ‘von wo die Stalic-
a waren, ein, u. wurden Maßregeln
feßung ganz Fes in Kriegszuftand getroffen. Der
Geſeygebungskörper gab, obwohl nice ganz ohne Wi⸗
derftreben, feine Zuftimmung au jogenannten Sicher»
beit@gefegen, weburd bie Regierung ermächtigt
wirb, Jeden, der zu einem gegen das Staats ober⸗
haupt feindlichen Amede mit In⸗ od. Ausländern
Einverftäntnifle u. dgl. unterhält, od. zu Haufe
ob. öffentlich Der Aufreizung zu Haß u. Verachtung
egen bie Regierung fi Ihulbig mad, auf dem
lege ber Verwaltung ohne Urtbeil u. Recht
in Gefängnißhaft zu balten od. nad Befinden
nah Cayenne od. Algier zu verbannen. Nun
erfolgten plötzliche Verhaftungen von Hunber-
ten ın allen Departementen, welche Schreden
in ganz F. verbreiteten. Am meiften waren ber
Verfolgung ausgeſetzt Die aus ven Jahren 1848 u.
1849 n. von den legten Wahlen Betannten; in
Folge falfcher Anzeigen, litten auch viele Unſchul⸗
bige. Ganz F. wurde in fünf Kriegsbezirke, jeder
mit einem Marfhall an ter Spite, getbeilt, worin
jeter Aufftand fejort von Paris unabbängig unter«
drückt merben könne. Das Minifterium dee Innern
u. der Polizei wurde in ber Sand bes Generals
Eipinafie vereinigt, um auch militäriſche Zucht in
bie Verwaltung zu bringen. Außerbem ernannte
der Raifer für ben Fall feines Todes bie Kaiferin
ur NRegentin. Das Heer, mach Krieg verlangen,
"ide Arefien an ben Kaifer mit verletzenden Aus-
fällen gegen England; ter franzöſiſche Geſandte in
London brängte'die engliiche Regierung, ein bie Aſyl⸗
freiheit ber Fremden beſchränlendes Geſetz zu geben ;
allein als die öffentliche Meinung in England fich zu
ſtürmiſch gegen ten Minifler, welcher nachgeben
wollte, erhob, trat biefer ab u. fab auch ber franzoͤſiſche
Raifer ein, daß er feine Forderung fallen laffen
müffe. Graf Perfigny wurde von tem Gefanbten-
poſten in London abberufen, u. an feine Stelle trat
ein entſchiedener Anhänger bes engliichen Bünd⸗
niffes, der Marſchall Beliffier. Um ber leidenden
Staatakaſſe aufzubelfen, ordnete ber neue Mini-
fier des Innern ten Verlauf ſämmtlicher lie⸗
genden Gilter der milden Anftalten an, ungefähr
136,000 Morgen, im Werth von 496 Millionen
Fr., wofür eine fefte Rente aus der Staatskaffe ge-
währt werben ſollte. Die Entrüftung darüber war
allgemein u. der MWiberftand fo entſchieden, daß ber
Minifter erflärte, bie Ausführung folle verfchoben
werben. Allein Damit berubigte man flch nicht, def.
da auch Brinz Hieronymus Napoleon im kaiſer⸗
lihen Haufe Borftellungen gegen das neue Syſtem
machte. So wurde denn der Minifter Eipinaffe be»
reits am 14. Juni abgeſetzt, das Winifterium des
Innern einem gebilbeten Hechtsgelebrten u. Richter,
Delangle, anvertraut, das Polizeiminiſterium wie⸗
ber davon getrennt u. ber liberale kaiferlicye Prinz
Napoleon zum Minifler der Kolonien u. Algiers
erna:nt, während Algier bisher unter bein Kriegs»
minifter u. bie Eolonien unter den Flottenminiſter
geſtanden hatten. Delangle erflärte, daß bie Re⸗
gierung nicht an bie Austührung bes Verkaufe ber
liegenten Güter der Stiftungen denle, vermittelte
tie Zurücberufung mehrerer bereits nad Algter
Deportirter u. fuchte bie öffentliche Meinung zu be»
fänftigen, welche fi auch beunrubigte, mel ber
Stier Majorate herſtellen wollte u. ein ſtrenges
Geſetz gegen ten Gebrauch falicher abeliger Titel
gegeben wurde. Eine ganz beſondere Thätigkeit
entwidelte ber Kaiſer in ber Ausftattung bes Heeres
u. in ber Bermehrung der Seemacht in einem Ver⸗
hältniſſe, welches chne die großartigen Vorarbeiten
u. Borräthe aus der Regierungszeit Tubwig Philipps
ganz unmöglich geweſen wäre. Am 7. Aug. wurbe
der große neue Kriegsbafen von Cherbourg
vom Kaiſer feierlich eingeweiht, befien Ban im
Jahre 1837 begonnen hatte. Die Königin von Eng-
land mit ihrer Familie nahm an biejer Feierlichleit
perſönlich Theil. Außerdem follten zur Vervolllomm⸗
nung Cherbourgs, zum Bau von Yinienjchrauben-
fchiiten, einer Hlotte von 150 Kriegebanıpfern u.
menigfteng 72 Traneportichraubenfregatten jährlich
73 Mill. Sr. verwendet werden. Das Kriegslager
zu Chalons fur Marne wurde auch in dieſem Sabre
unter Canroberts Leitung abgehalten. Der Hof
hatte fich des Beſuches bes Bringen Georg aus den
fähfiihen Königshaus, der Königin ber Nieber-
Iande u. ihres Bruders, bes Kronprinzen von
Württemberg, zu erfreuen; auch erfchien im März
eine Gejanbtichaft des Königs von Siam. Der
plötlihe Tod der Herzogin von Orleans gab von
Neuem ten Anhängern der conftitutionelen Mon—
archie Selegenheit, ihre Stärke durch Kundgebungen
zu zeigen, die fich nicht verbieten laſſen. Im ven
Conierenzen der Bevollmächtigten ber Vertrags⸗
mächte des letzten Parijer Friedens wurden bie
Verhältniſſe der DonaufürftenthHämer geregelt u.
Die zur Negulirung der Donaufchifffahrt getroffenen
Maßregeln muitgetheilt (vom 22, Mai bis 17. Aug.).
Die neuen Poftverträge mit Preußen, Baiern u.
Belgien beweilen, daß endlich auch in F. die Grund⸗
ſätze der englijchen Poſtreformen durchdringen. Das
wichtigfte veigni bes Sommers war aber un-
- zweifelhaft die Nachricht des im Juni mit der chi⸗
nefiichen Regierung abgeichlofjenen Friedens, wel-
cher durch die vereinigten Bemühungen der See⸗
großmächte errungen wurbe. China ift dem Ehriften-
thume u. beinahe vollftänbig auch dem Handel u.
der Iubuftrie geöffnet. Diplomatiſche Agenten wer-
ben zeitweilig in Peling refibiren können, Miſſionäre
werben allenthalben zugelafien. Ein chinefiicher
Botſchafter wird nach Paris kommen.
Yiteratur: A) Quellen, außer denen unt.
Franken angeführten: Francorum historiae ab
a.C. 900 ad 1285 scriptores AI, Frkf. 1590,
Sol; U. du Chesſsne, Francorum historiae
scriptores Ccoaetanei ab origine gentis ad
nostra usque tempora, Par. 1636, 5 Bbe., Fol.;
Br bu &hesne, Scriptores gallici a Carolo
Iartello ad Philippum Augustum, Bar. 1641,
2 Bde., St; N. du Stesne, Les antiquitez de
toute la France, Bar. 1647; Recueil d’ordon-
. nancesetc.(1051— 1411), ebd. 1723—55, 9 Bde;
M. Bouquet un. And., Rerum Gallic. et Franci-
carum scriptores (Beeueil des bistoriens des
Gaules et de la France), ebd. 1738 — 1832,
19 Bde. Fol.; Guizot, Colleciion des m&moires
relatifs a l’hist.dela France (bis zum 13. Jahrh.),
ebd. 1823 ff, 31 Bde.; 3. A. Buchon, Collection
des chroniques frangnises écrites en langue
vulgaire du XIII. au XVI. siecle, ebd. 1824 ff.,
41 Bde. ; Betitot, Oollection complete des mem.
relatifs à l’histoire de France (von Philipp Au-
guſt bis Anfang bes 17. Jahrh.), ebd. 1819 — 27,
53 Bde.; De Thou, Llintoria sui temporis (1445
bie 1607), ebd. 1520, deutſch Frif. 1621, 2 Bde.
Dupleſſis⸗Mornay, Mem. et correspondances
Frankreich (Geſch) XII. (B. 1858) "
| pour servir A l’hist. de la r&format
guerres civiles et religieuses en
1571 & 1623, 0. O. 1624—25, 2 Bix
bie Fortſetzung Leyd. 1651 — 52, 2 Bi
ber Altere, X. Petitot u. Montmergut,
des mem. relatifs A l’hist. de Franc
ih IV. bis 1763), Par. 1785 — 1501
Michaud u. Boujoulat, Collect. des
servir&l’hist. de France, ebb. 1833—
DB) Allgemeine Geſchichte vonF
Eieur du Haillan, Histoire gen. ı
France depuis Pharamond jusı
les VII., Bar. 1576, 2 Bbe., Fol.; 5.7
gen. de France, ebd. 1621— 24, 2 3b
ist. Franc. a diluvio usque ad L:
ebd. 1639, Fol.; Fr. E. Mezeray, His
depuis Pharamond jusqu’ä main
1643 — 51, 3 Bbe., Fol.; Derfel
chron. de l’hist. de France, Amfi
6 Bde.; ©. Daniel, Hist. de France
17 Bde. (deutſch Nürnb. 1756 — 176;
J R. Schlegel, Geſchichte von F. (bis 1
1762—67, 5 Thle.; Belly, Billareı
Hist. de France (bi8 1564), “Bar.
15 Bde.; J. M. Schrödh, Geſchichte
1771 — 72, 2 Bbe.; J. ©. Meuſel,
F., Halle 1772— 76, 4 Bde.; Ch. 3
Abrégé de l’hist. de France, Bar. 1
W. Beckford, Geſchichte von F., audde
Lpz. 1795—98, 4 Bde.; Cb. G. Heint
von F., ebd. 1802— 04, 3 Bde.; v.
Hist. de France (bis zum Tode Pur
Par. 1805, 14 Bde.; Sismontede Sid
des Frang., ebd. 1821 — 40, 24 Br.
J. Michelet, Hist. de Fr., ebd. 1823-
8.4. Schmitt, Geſchichte von F., Ham
4 Bde.; Schäffner, Geſchichte der Reı
5-8, Frif. 1843, Thibaudeau, His
generaux de France, Bar. 151
Marnlönig u. Stein, Franzöſiſche
Nehtögeicichte, Baſel 1816—4$, 39
Ihichte einzelner Zeitabſchnitt
gebung der meilten Über Napoleon u.
Sfrörer, Geſchichte der oft- u. weſtfr
rolinger, Breib. 1848, 2 Bde.; Thi
de temps Merovingiennes, Bar. 1°
Etudes sur l’histoire et les inst
l’Epoque Merovingienne, Bar.1642
3%. Ph. Levesque, La France sous |
miers Valois, Par. 1788, 6 Bte
Histoire de Philippe Auguste, eht.
Ch. Lacretelle, Hist,. de France j
guerres de religion, ebd. 1514 -
(deutfh von I. ©. E. Kiefemetter
2 Bde); M. Levaffor, Hist. gener. ı
sous le r&gne de J,ouis XIII.,
7 Bde.; Ranke, Geſchichte 5-8, vornel
u. 17. Jahrh., Stuttg. 1552 fi.; (
Aulaire, Hist. de la Kronde, ebb. 1
Lemontey, Hist. de la rdgence et ı
rit& de Louis XV. jusqu’au miniat
dinal de Fleury, ebd. 1832, 2 Bi.
telle, Ilist. deFrance pendant le X
ebd. 1808, 6 Bbe.; Roux te Budkr,
m:ntaire de la revolution fran
1833 — 38, 4 Bde.; 5. X. Bages, T
storique.de la rev. frung., ehr. 1
3 Bde., Fol.; Derfelbe, Hist. secret:
Frankreich (Genealogie)
jusqu’& la bataille de Marengo, ebb.
-1801, 7 Bde.; Ch. Lacretelle, Hist. de la
tion franc., ebd. 1921-27, 8 Bhe.; Mig-
ist. de la revolution franc. jusqu’en
Bar. 1824 u. 5., 2 DBbe. — von E.
ıwbt, 2p3. 1835 u. 36, 2 Bde., illuſtrirte
e ebd. 1841); Thiers, Hist. de la revo-
franc., 1823— 27 n. d., 6 Bde. (keutſch
Pbilippi, Lpz. 1836, 5 Bde.); W. Wade»
Beichichte %-8 im Revolutionszeitalter, Hamb.
44, 4 Be; L. Blanc, Hist. de In révol.
ebd. 18453 — 51, 11 Be. (deutſch von
1846— 51); Bignen, Hist. de Fr.
8 Brumaire jusqu’& la paıx de Til-
1829— 30, 6 Bde., Fortſetzung bis
1838, 2 Bte.;©.H. R. Montgaillard,
France depuis la fin du r&gne de
Jaaqu'en 1925, Par. 1826, 9 Bde.;
‚ Hist. de France depnis la re-
on, ebb. 1838, 4 Bbe.; Gerelgue, Hist.
sstauration etc., ebb. 1831 f., 10 Bde.;
Hist. de la restauration, ebb. 1852 ff.,
Banfebelle, Hist. de deux restanration,
b2 .5 Sapefigne, L’Europe depuis l’av&
e Louis Philippe, ebd. 1849, 10 Bbe.;
ix, Hist. de dix ans 1830—40, ebb. 1841 f.
son Buhl, Berl. 1844— 45); Regnault,
huit ans 1640—19, Par. 1849, 3 Bde.;
Ise, Hist. de la ré vol. de 1948, ebd. 1849,
ch von Reclam, Yp3. 1849, 2 Bte.);
‚Bist. du ‚gouvernemont provisoire,
* Deivon, Hist. de la révol. de fevrier,
2
‚2 Bde.
& (Geneal.). I. Regierendes Kai-
(Bonaparte):
Beifer Karl Ludwig Napoleon III., Sohn
Neefigen Königs Ludwig von Holland u. ter
Hörtenfie, geb. 20. April 1808 (f. Bona-
), Kaiſer feit 1. Dec. 1852; vermählt feit
1853 mit: Raiferin Eugenie Marie geb.
tan Gräfin von Tebe, geb. 5. Mai 1826;
apoleon Eugen Ludwig Johann Jo⸗
16. März 1856. ,
eronymus Rapoleon, Oheim bes Kai-
als König von Weſtfalen, geb. 15. Nov.
1807 vermähft mit Brinieffin ieberife
berg, ſeit 1835 Wittwer (. Bona-
b); Kinder: aa) Prinzeifin Mathilde, geb.
Bi 1820, feit 1841 mit Fürſt Demitomw
MR; 86) Brinz Napoleon, geb. 9. Exp
1822; f. Bonaparte 39). Die antern noch
m lieder des Haufe® Bonaparte, |. d.
Rönigshbaus Bourbon (f.d.);
} hei — Ve
ar inand, Heryog v. Berry, 2. Sohn
36 verfl. Könige —2 u. ber Königin
‚geb. 24. Ian. 1778, fl. 14. Febr.
1820; er war vermählt feit 1916 mit Garofine,
Tochter des Königs Franz I. Beiber GiciHen, geb.
5. Nov. 1798; Kinder:
a) Prinzeffin Louiſe Marie Therefia, geb. 31.
Sept. 1819, vermäbft feit 1545 mit Herzog Kari EIL
von Barma (f. b.), feit 1854 Wittwe.
b) Prinz Heinrich Karl Ferdinand Marte Dien⸗
bonn von Artoie, Herzog von Borbenuy, dermalen
Graf Chambord, von den Legitimiften Hein⸗
rich V. genannt, geb. 29. Eept. 1520, zu feinen
Gunſten entfagte fein Großvater, König Karı X,
u. fein Obeim, Dauphin Ludwig, am 2. Ang. 1830,
er lebt ſeit dem 16. Aug. 1830 im Ausland; feit
7. Nov. 1846 vermählt mit Maria Thereſia,
Tochter des verſt. Herzogs Kranz IV. von Moe
dena, geb. 14. Juli 1817.
B) Haus Drieans (f. b.): König Lud wig
Philipp, Sohn tes 1793 verft. Herzogs Ludwig
Philipp Joſeph, geb. 6. Oct. 1773, wurbe 9. Aug.
1630 König von Frankreich, entfagte 24. Febr.
1848 zu Bunften feines Entel!, Ludwig Philipp,
Grafen von Paris, lebte feitbeın in England u. fi.
26. Aug. 1850; er mar feit 1509 mit Marie Ama
lie, Zochter bes Könige Ferdinand IV. Beiber
©icilien, geb. 26. Aug. 1762, vermählt; Kinder:
a) Prinz Ferdinand Philipp Ludwig Karl
Heinrich Fofepb, Herzog von Orleans, geb. 3. Sept.
1510, ft. 13. Zuli 1842; vermählt 1837 mit Ser-
ogin Helene, Tochter des verft. Erbgroßherzogs
—* Ludwig von Medienburg-Schwerin, geb.
24. Jan. 1814, fi. 18.Mai 1856; Kinber: aa) Prinz
Ludwig Philipp Albert von Irleans, Graf von
Parie, geb. 24. Aug. 19838; bb) Prinz ——
lipp Ludwig Eugen Ferdinand von Orleans, Her⸗
zog von Chartres, geb. 9. Nov. 1840. "
b) Prinz Ludwig Karl Philipp Rafael, Herzog
bon Nemours, geb. 25. Oct. 1814, vermählt 1640
mit Herzogin Vietorie, Tochter bes ver Deryoge
Ferdinand von Sachſen⸗Koburg ⸗Gotha, fl. 10. Nob.
1657; Kinder: aa) Prinz Ludwig, Graf von Eu,
geb. 23. Aug. 1842; bb) Prinz Ferdinand, Her-
309 von Alencon, geb. 12. Zuli 1944; ce) Prin-
Gef Margarethe, geb. 16. Febr. 1846; dd)
jüngfte Tochter geb. 23. Oct. 1857.
co) Prinzeffin Clem entine, geb. 3. Juni 1817,
vermahlt 20. April 1843 an Prinz Auguſt von
Sachſen⸗Koburg⸗Gotha, |. d.
d) Prinz Gran Ferdinand Philipp Lubwig Ma⸗
ria, Prinz von Joinville, geb. 14. Ang. 1818, fett
1843 vermählt mit Franzieca, Tochter bes verſt.
Kaiſers Peter I. von Brafilien; Kinder: aa) Brin-
effin Franzis ea, geb. 14. Aug. 1844; bb) Prinz
Yr ter, Herzog von Penthitore, geb. 4. Nov. 1845.
©) Prinz Heinrich Eugen Philipp Ludwig, Her⸗
zog von Aumale, geb. 16. Jan. 1822, feit 1844
vermählt mit Caroline, Tochter bes verflorb. Prin⸗
en Leopold von Salerno , Kinder: aa) Prinz Louis
bilipp, Prinz von Eonbe, geb. 15. Nov. 1845;
bb) Herzog von Quife, geb. 5. Jan. 1854.
n Prin Anton Maria Philipp Ludwig, Here
og von Montpenſier, geb. 31. Juli 1824, vermählt
—* 1846 mit Louiſe, Tochter des verſt. Könige
Berbinanb VII. von Spanien, geb. 30. Jan. 1832;
inder: aa) Prinzeifin Maria Ifabella, geb. 21.
Erpt. 1848; bb) Prinzeſſin Marie Amalia, geb.
28. Aug. 1851; ce) Prinzeſſin Maria Chrifina,
geb. 29. Oct. 1852; dd) Prinzejjin Maria de Regla,
geb. 8. Det. 1656.
Frankſtadt, Etadt an der Lubina im Bezirk
Weißlirchen bes Kreiſes Olmütz (Mähren); Salz⸗
amt, Lein⸗ u. Wollweberei, berühmte Käſe; 4600
Ew. Dabei das Pfarrdorf Frankſttadti mit 1500 Ew.
Fecankstown (fpr. Franketaun), Städtiſcher
Bezirk mit Boftanıt (Post-township) in ber Graf⸗
ſchaft Blair des Staates Pennſylvanien (Nord⸗
amerika), am Juniata-River u. dem Pennſylvania⸗
" Franguelin (pr. Sranfläng), Jean Auguf
angquelin (ſpr. Frankläng), Jean Yuguftin,
eb. 1798 in Paris, wibniete fich der Ange
der Schule Reguaults, nıalte bibliſche Hiftorien-
bilder, erwarb ſich aber vorzugsweiſe durch feine
Bollsicenen u. a. Charalterbilder, von denen Er |
buch Bervielfältigungen in Stahlſtich befannt find,
einen geadhteten Künſtlerniamen. Er fl. 1839 in
aris. Werte: Ehriftus in Tempel, ine Dome zu
une; ber Tod der Dlalvina, im Schloffe zu Fon⸗
tainebleau; bie Einnahme von Briflac, in Ber-
ſailles; Bragella, in ber ſtädtiſchen Gallerie in
—
anquemont (fpr. Franglkmong), Friedrich
Graf von F., geb. 1770 in Ludwigeburg; wurde
1787 Lieutenant bei einem bollänbifchen Infanterie⸗
regiment, welches nad) bem Kap ging, wurbe dann
nah Batavia u. nach Trinkonouiale auf Ceylon
verſetzt; 1795 von den Engländern gefangen warb
er erit nah Madras, dann nad) England geführt; |
1800 befreit wurbe er wlrttenibergiicher Haupt⸗
mann, flieg bis zum Geuerallieutenant, machte bie
eldzüge 1813 — 15 nıit, wurbe 1818 Staats- u.
riegeininifter u. 1819 Staubesherr; er fl. 1842.
Yhın verdankt Württemberg feine neue, zwedunã⸗
Bige Vrilitäroerfaflung.
anquetot (ſpr. Franktoh), Franç. be $.,
fo v. w. Coiguyh.
oek, Gebirgopaß im Caplande
Afrila), durch welchen man aus dem Diftrict
tellenbofch über die weſtlichen Kleinen Zioarte⸗
berge iu den Diſtriet Worcefter gelangt.
Grenfäßet ‚fo v. w. Frangbeih, nt
nſcini (pr. Kranfchtui), Stephan, geb. 1796
Bodio im Kanton Teifin, Aufangs zum Geift-
ichen beflimmmt, ergriff er fpäter das Schulfach u.
wurbe zuerfi in Mailand, 1826 aber in Laguno
Lehrer. Als fich im Jahre 1829 in Teſſin eine Ver⸗
foffungsreferin vorbereitete, wirkte F. ſür biejefbe
bei. als Rebacteur des Osservatuore de Carefio
a. wurbe in Folge deſſen nach Annahne der neuen
Conftitution 1830 zum Mitglied bes Großen Rathes
u. bald darauf zum Staatfecretär erwählt. Seit
dieſer Zeit gehörte F. faft fortwährend der oberften
Gtaatsbehörde feines Kantons an, in welcher er bei.
für Hebung der Schulen, ſowie Beförderung von
Handel u. Iubuftrie zu wirken bemüht war. Als
Bertreter feines Cantons wohnte er auch mehreren
Tagfagungen bei u. übernahm im Auftrage ber
Kidgenofjenfchaft mehrere ſchwierige Conimiſſionen,
wie 1847 in Wallis u. 1848 in Neapel. Nach An⸗
nahme der neuen Bunbesverfaffung wurde er Ende
1848 zum Mitglied des Bundesraths gemählt u.
biefe Wahl bei den folgenden Wahlperioden ſtets
wiederholt. Er war Ehef des Departements bes
Innern u. fl. 19. Juli 1857. Er ſchr.: Statistiea
della Suizzera, Lugano 1828; n A. 1848 f.,
2 Bde., Suppl. 1851 (gleichzeitig auch deutſch,
Bern 1848 — 51, erſchienen); ferner Statistica
della Suizzera italiana, Lug. 1837 -39, 3 Bbe.;
lattonstribunal zu
Frankſtadt bis Frauz (Kaiſer)
a m eg an
51; we
Statiſtik der Schweiz begründet
en, fo v. m. Franzen.
erie (F. Caven.), Yflanyen
ber Yamilie der Compositae- Sen:
Melampodineaa- Ambrosiene, Rı
andrie Z.; Arten: F. ambrosioides
F. artemisioides, in ®eru, F. Chaı
Kalifornien.
Frunfbdni, — b. 1788 in &
1820 Biſchof von Foſſano u. 1832 €
Turin. Alser feinem Clerus in einen. $
nad bem Erlaß des Siccarbifchen Gef
bie Geiftlichleit unter das Staatsgeſet
dem 18. April 1850 bie Defolgung v
unterfagte, wurde er vor das Gericht
ba er ſich nicht Rellte, verhaftet u. auf bi
Turin abgeführt. Auch bier erſchien
Mai nit vor dem Gericht u. wurt
maciam zu 1 Monat Gefängniß u.
Strafe verurtbeilt. Als a bei ba
1850 erfolgten Tode bes
ergab, ” F. verboten batte, bem
bie fette Olung zu reichen u. deſſen Le
in ber Kirche auzuftellen, weil er a
nation bes Siccardiſchen Geſetzes 2
nen babe, jo wurde F. erſt genötbigt
Berbot zurüdzunehmen, baun v
efte Feneſtrelles abgeführt u. ſtaatere
anblungen —— im September
eben&twieriger Be
Einziehung feiner ®üter verurtbeilt n
teraber über bie Grenze geführt. Er br
Frankreich u. lebte feitben: bort u. ir
rang, Rlamer Wilp., geb. 1774 in
war zuerſt Collaborator au ber bortigen
dann Pfarrer in Oberbörnede bei Egel
fi verdient durch Wiebereinführung d
ralınelobien u. ſchr.: Choralbuch, zur
eines würbenollen, barmonifchen Kin
Halberft. 1811, 2. Aufl. 1848; Borfchl
beilerung bes ınufllalifhen Theile
Duebf. 1816; Über bie älteren Kirchen:
Behſpiele erläutert, ebd. 1818.
Franul, weibliher Vorname, Ab
ae br. g —
anyobva (ſpr. Franjowa),
der Theiß im N les &
gebietes Temesvar (Ungarn); mit Mi
6250 Ew.
Franz (lat. Franciscus, franz. &
Braneisce), männlicher Borname, I
Sranzmann, Seanzofe, ihn führte zuerf
ciscus von Afifi, |. Franz 63), n
Sertigfeit im Sranzöfiichiprechen. I
A) Kaiſer von eutſchland
reich: 5: L Stephan, Sohn!
Leopold Joſeph Karl von Lothringen u
8. Dechr. 1708; folgte 1729 feinem 4
thringen u. Bar, traf 1735 mit Frankre
einlommen, bem gemäß er feine Erkla
wige XV. Schwiegervater, Stanisiant
vormaligen König von Polen, u. nad
an Frankreich abtrat u. dafür Toscam
Tode bes Großherzogs, Johann
ten ber Medici, erhalten follte, hi
Toscana. 1740 nahm ihn feine Gem
Franz (Kalter u. Könige). '
Ditregenten fämmtlicher öfterreichifcger | wurde vom Grafen Bombelles erzogen; 1818 zum
u. 13. Eeptbr. 1745 wurde er nad
vie VII. deuticher Kailer. 1763 über-
ucceifion von Toscana feinem zmeiten
id u. fl. 18. Aug. 1765 in Innsbrud.
gerung ſ. Lothringen, Toecana n.
Geih.XI.r). Er war feit 12. Febr.
N mit Maria Therefia, Tochter bes
VL, welche ihm 16 Kinder gebar, von
farben; von deu Übrigen wurben Io⸗
polb II. deutſche Kaifer, Ferdinand Her»
na u. Marimilian Hoch u. Deutfchmeie
son ben Töchtern war Chriſtine an ben
t von Sacjen- Zeichen, Amalie an
von Parma u. Marie Antonie an
dwig XVI. von frankreich vermäßlt.
ı Karl, als römiſch⸗deutſcher Kaifer
eifer von Ofterreich F. I., Sohn bes
old II. u. Maria Yuifens, Infantin
„geb. 12. Febr. 1763; machte 1788
en bie Türken mit u. übernahm unter
ung ten Öberbefebl. 1792 trat er
iters Tode tie Regierung in ben öfler-
Alanden an, wurbe am 6. Juni zum
igarn gelrönt, am 7. Juli zum rö⸗
: erwäbit u. den 14. Juli gelrönt. Er
sche Kriege vermwidelt, jo in den Re⸗
| 1792—1801, in ben Krieg von
. von 1809 u. in den 1812—15, alle,
e bes gemeinſam mit Napoleon gegen
3 unternemmenen Feldzuges, gegen
793—94, 1805, 1813 u. 1814 war
beim Heere, ohne ein Commando zu
6. Aug. 1806 legte er in Folge des
2 Presburg u. der Errichtung bes
‚ woburd ſich ganz Süddeutſchland
ufgen Reiche losgejagt u. zu Frank⸗
t hatte, Die deutiche Kaiſerkrone nieder
inzig ben Titel Kaiſer von Ofterreich,
lie er fi ſchon am 11. Aug. 1804,
bes franzöſiſchen Kaijertbums, er-
pt. dazu hatte krönen laffen. Nach
von 1815 nahm er wenig Theil an
j, bie er faft ganz in bie Hände bes
Ts von Metternich legte, u. fl. 2.
na Wien. Über feine Regierung f. u.
zeſch XI. x) u. Sſterreich Geſch.). Er
1788 mit Eliſabeth, Tochter des Her⸗
irttemberg (ſt. 1790); in zweiter Ehe
ria Thereſia, Tochter des Könige Fer⸗
Sicilien (fl. 1807); in driuer (be
fe, Zochter dee Herzogs Ferdinand
(fl. 1816); in vierter ehe mit Karı-
6 Könige Marimuilian I. von Buiern;
aus erfter Ehe ftarb früh; ebenfo ftar«
12 Kintern aus zmeiter She 5 in der
keinen Söhnen folgte ihm Ferdinand I.
pärte u. Franz ß unten 46) verzich⸗
Nefignation feines Bruders, auf bie
Gunſten feines Sohnes (f. d. folg.);
chtern beirachete Marie Yubovile 1810
ipoleon L, Teopoldine den Kaijer Pe⸗
afilien, Marie den Prinzen Leopold
Raroline den König Friedrich Augunıll.
Ihm find Denkmale zu Wien. Prag,
zensbab errichtet. 3) 3.50 eph J.
ohn Des Erzherzoge Franz Karl. der
phie von Baieın, geb. 18. Aug. 1830,
Statthalter von Böhmen ernannt, nabm er Theil an
den friegerifchen Unternehmungen zur Unterbrüdung
des Aufſtaudes in ven italieniſchen Staates ber öfter-
reichiſchen Monarchie u. zeichnete fich zuerft bei ta.
Lucia (6. Mai) aus. Wach ber Abdankung feines
Oheims, des Kaifers Ferdinand I., 2. Mai 1948,
fam er in Folge der Berzichtleiftung feines Vaters
als Kaifer von Ollerreich u. König von Ungarn u.
Böhmen zur Regierung. Mit großer Energie ging
er nun and Werk, den Staat zu einer Geſammt⸗
monarchie zu centralifiren, begab fich im Mai 1849
auf ben Kriegsihauplat nah Ungarn u. fuchte
nad) Beendigung bee Arieges durch Milde die gegen
ihn empärt geweienen Völler * verſöhnen. In der
Orientaliſchen Frage wies er Ofterreich eine bebeu-
tende Rolle an u. jorgte nach Beendigung bes Ruf-
ſiſch⸗ türliſchen Krieges filr eine raſche Aufbefferung
ber öfterreichifchen Finanzen u. bob durch eine libe⸗
tale Handelspolitiken. Durch zablreiche abminiftra-
tive Reformen ben inneren Wohlſtand bes Landes,
ſ. u. Ofterreich (Geſch). Gin Mordanſchlag, wel-
den 18. Febr. 1853 Job. Libenyi gegen fein Leben
verübte, mißglildte. Am 24. April 1854 vermählte
er ſich mit Cliſabeth, Pringeffin von Baiern; Kin-
ber: Sophie (geb. 5. März 1855, fl. 29. Mat
1657), Giſela (geb. 12. Juli 1856) u. Kronprinz
Rudolf (geb. 21. Aug. 1858).
B) Könige. a) Bon Frankreich: 9 F. J.,
Sohn Karls von Orleans u. ber Luiſe von Savoyen,
geb. 12. Sept. 1494 in Cognac; führte ale Bring
ben Titel Graf von Angouldme n. Herzog
von Balois, folgte feinem Schwiegernater Lub⸗
wig XII, mit bem er von Einem Abnberrn, dem
Herzog Karl von Orleans, ſtammte, 1515 auf dem
franzöfiichen Thron. Bol Ehrgeiz u. Länderfncht
richtete er ſeine Pläne hauptfächlich auf Italien, ge⸗
vieth, ale er zur Eroberung deſſelben ſchritt, im
langwierige Kriege mit dem römiſchen Kaiſer Karl V.,
wurde 1525 von den Kaiſerlichen bei Pavia gefchla-
gen u. gejangen u. erhielt erft 1526 in Folge des
Bertrages von Mabrid die Freiheit wieder. Treu⸗
108 u. wortbrüdjig begann er den Krieg von Neuem
u. ft. 21. März 1547 an der Syphilis; f. u. Frank⸗
reich Geſch. VI. Ihm wurbe 1855 im Loupre zu
Paris eine Reiterſtatue errichtet. Er war vermählt
jeit 1514 mit Claudia, Tochter des Königs Lud⸗
wig XII. (ft. 1524), u. in zweiter Ehe mit Eleonore
von Lfterreich (fl. 1558); Kinder hatte er nur aud
eriter Che, von biefen folgte ihm Heinrich II. in ber
Regierung, Magdalene beirathete den König Jar
tob V. von Schottland u. Margarethe den Herzog
von Sanoyen. Bgl. Gaillard, Llistoire de Fran-
ois I., Bar. 1766—69, 7 Vte. (deutſch Braune
chweig 1767—69, 4 Bbe.); U. X. Hermann, 5. L,
Köuig von Frankreich, ein Sittengemälde, Leipzig
1824; Röberer, Louis AlI. et Frangois I., Bar.
1525, 2Bte. 5) F. II., älteſter Sohn Heinrichs II.
u. Katharina's von Medici, geb. 19. Jan. 1544 im
Fontainebleau; vermählte fih, 15 FJahre alt, mit
ter jungen Maria Stuart von Schottland u. folgte
jeinem Water 1559, ftarb aber ſchon 5. Dec 15605
ſ. u. Frankreich Geh. VI. Kinder hinterließ er
nieht, fein Wachfolger war fein Bruder Kari IX.
b) Von Navarra: 6) F. Phöbus, f. Foir 16).
or Beider Sicilien: 7) %. I. Januarius
Joſeph, älteſter Sobn bes Könige Ferdinaud J.
u. Karolinens von OÄſierreich, geb. 20. Aug. 17773
Baters, wurde 1816 Bicelönig von Gicilien, 1817
og von Kalabrien, folgte 4. Ian. 1825 jeinem
Bater als König u. fl. 8. Nov. 1830; über feine
Regierung f. u. Neapel u. Sicilien (Geſch.). Er
war vermählt 1797 mit Elementine, Tochter Kai-
ſers Leopolb II. (fl. 1801), u. in zweiter Che 1802
mit Sfabella, Tochter des Könige Kari IV. von
Spanien. Seine Tochter aus erfter Ehe war Karo-
Iine, Gemahlin bes Herzogs von Berry; von den F2
Kindern aus zweiter Ehe folgte ihm Ferdinand II,
Dann Karl Brinz von Capua, Leopold Graf von Sy
racus, Ludwig Graf von Aquila, Franz Graf von
Trepani; Luiſe heirathete ben Infanten franz von
Spanien, Chriſtine den König Ferdinand VII. von
Spanien, Antonie den Großherzog Leopolb von
Toscana, Amalie ben Infanten Sebaftian von Spa-
nien, Karoline ben Infanten Karl Ludwig von
Spanien u. Thereſt ben Kaifer Beter IL. von Bra-
rar dy König von Spanien: 8) F. d' Af-
i8 Maria $erdinand, Herzog von Cadiz,
Sohn bes Infanten Franz de Baula n. ber Luiſe von
Sicilien, geb. 13. Mai 1822, vermäbfte fih 10.
Det. 1846 mit feiner Coufine Yabella, ber regie-
renden Königin von Spanien, u. erhielt babei ben
Titel,ale König; beren Kinder: Iſabella (geb. 20.
Dec. 1851) u. Alfona (geb. 20. Rov. 1857). -
6) Andere Fürften: a) Herzog von An»
halt-Deffau: 9) Leopold Friedrich g. ſ.
Leopold. b) Herzog von Braunſchweig⸗Luͤ—
neburg-©iffborn: 10) %., vierter Sohn Hein-
richs des Mittleren von Braunfchweig, geb. 1508
in Giffhorn, war Kürfibifhof von Minden; erhielt
in ber Theilung mit feinem Bruder Ernft, 1529
das Amt Giffhorn, 3 Boigteien u. das Klofter Ifen-
hagen u. fi. 1549, blos Töchter binterlafiend. 11)
F. Otto, Sohn Ernſts von Braunſchweig⸗ Lilne-
burg, folgte feinem Bater 15461. ſt. 1559; feine Brü⸗
der folgten ibm. c) Herzöge von Bretagne:
12) F. J. Sohn des Herzogs Johann V., geb. 1410 in
Bannes; folgte 1442 feinem Vater u. fl. 1450, ſ.
Bretagne (Geſch.). Er warwermählt mit Yolantha,
Tochter des Königs Ludwig II. von Sicilien (ftarb
1440) u. in zweiter Ehe mit Ifabella, Tochter bes
Königs Jakob I. von Schottland. 13) F. II., Sohn
Richards von der Bretagne u. Grafen von &tampes,
Enkel Johannes IV.; folgte 1458 feinem Oheim Ar-
tbur III. u. regierte bis 1488, ſ. Bretagne (Geſch.).
Er war vermahlt mit Margarethe, Tochter des
Strafen Safton IV. von Koir; feine Erbtochter Anna
beirathete nach feinem Tode König Karl VIIL von
Frankreich, u. fo kam Bretagne an bie Krone Frank⸗
reich. )& Herzöge von Mailand: 14). J. na⸗
türticher Sohn von Jalob Sforza, geb. 1401; wurde
vom Könige Ladislaus von Ungarn zum Grafen von
Trimacindo ernannt, führte die Mailänder gegen
Benedig, bemädhtigte fi 1450 ber Stadt u. des
Herzogthums Mailand, 1464 der Republil Genua
m. ft. 1466; ſ. u. Mailand (Geſch.). Er mar ver-
mäblt mit Bianca Maria, natürlicher Tochter bes
Herzogs Philipp Maria Visconti von Mailand; fein
Nachfolger war fein ältefter Sohn Galeazzo Maria.
15) 8.11. Sforzya, Sohn von Ludwig Moro, geb.
1436; floh mit feinem Vater nach Deurfchland u.
blieb dort bis 1521. Als ihn Karl V. u. der Papft
wieder einfeten wollten, der Kaifer aber mit ver
Belehnung zögerte, verband er ſich mit ber italienie
ſchen Ligue, wurde von ben Kaijerlichen in Mailand
Franz (Könige m. andere Büfften)
führte 1809—12 bie Regierung im Namen feines |
befagert, mußte fi 1526 ergeben x.
1529 die Belehnung mit Mailand. Erf
108 1535 u. vermachte fein. Land dem
Mailand (Geich.). Gr war vermählt w
Tochter des Königs. Chriſtian II. von
e) Herzöge von Lothringen: 16)'
bes Herzogs Anton, geb. 1517, wurke ı
nes Better Franz 1. erzogen, folgte
Bater in Lothringen u. ftarb fchon- 1:
thringen. Er war feit 1540 (1541) 1
von Dänemark, Wittwe bes Borigen,
fein Sohn Karl II. folgte ihm. 17)
des Borigen u. Sohn Karls II., geb.
1624 feinem BVruder Heinrich IL, ve
fogleich zu Gunſten feines Sobnes Ka
1632; er war vermählt mit Chriftine,
Grafen Baul von Salm. 18) %. S
v. w. Franz 1). ſ) Bodefta’sn. He
Mantua: 10) F. Gonzaga, Sohn
Mantua, wurde von ſeinem Bruder
deſſen Mitregent als Podeſta er mar, im
Bruder Ugolino, um 1369 wegen ang
ſchwörung hingerichtet. 20) 5. L
Sohn von Ludwig IL, geb. 13635 |
Bater 1382 ald Podefla von Mantse,
Ken Johann Galeazzos, Herzogs a
eine Gemahlin Agnes, Tochter Be
conti, 1389 unfchuldig binrichten u. @
Sohn aus zweiter Ehe mit Mlargarelf
ren folgte ihm. 2 E
Sohn Friedrichs II. geb. 1533; folge!
als zweiter Herzog von Mantna 16
unter Bormunbfchaft feines Obeims; db
Hercules Gonzaga, u. ertrant, als:
Mantuaner See fuhr, 1550. Er war!
Katharinu, Tochter des Kaifers Ferdia
feine Kinter, deshalb folgte ihm fein !
beim. 22) %. III., ättefter Schn Vin
1586; folgte 1612 feinem Water, ſta
in bemjelben Sabre, von feiner Gema
rethe von Sapoyen nur eine Tochter |
weshalb ihm fein Bruder inand |
diefe |. u. Mantua (Geſch.). Dr G
von Medlenburg- Schwerin: 1
„1. Friedrich D Herzog von M
. J. von Efte, Sohn Alfons IIL
bernahm, nachdem fein Water in ei
gangen war, 1629 bie Regierung v
* von Spanten das Fuürſtenthm
u. fl. 1658. Er war vermäßtt ler Yes
Farneſe, Tochter des Herzogs Ranuziol
1648 in zweiter Ehe mit deren
u. in dritter Ehe ſeit 1654 mit Lucreti
ihm folgte ſein älteſter Sohn ans eri
fons IV. 25) 5. II. Enkel des Be:
von Alfons IV., geb. 1660; folgte
Vater unter Bormunbfchaft feiner Mi
Martinczzi, übernahm 3674 bie Negi
beeinflußt von feinem Großoheim Ca
1694, ohne von feiner Gemahlin Mar;
neje, Tochter des Herzogs Ramınie ı
Kinder zu binterlaflen, weshufb fein Ob
folgte. 26) F. III Maria, Sehr |
Rainald, geb. 1698; regierte-von 1737
ſtarb. Er war vermählt mit Charlette!
ter des Herzogs Franz Maria ven Di
weicher er einen Sohn, Herculet I
feinen Rachfolger, hintertieh. 27) 8. I
Franz (Andere Fürſten)
oſius Stanislaus, Erzherzog
Sohn tes Erzberzoge Berninai,
odena, u. der Maria Ri rda, ber
) legten Herzogs von Modena, Her-
inald, geb. 6. Oct. 1779; gelangte
aters Tode, Ente 1806, nicht zur
flen Staaten, indem biefe 1505 durch
gerogen werten waren, erhielt aber
uſhebung des Königreichs Italien u.
etate von 1914 u. 1515 das Herzeg-
ı zurüd u. fuccedirte jeiner Mutter
Serzogthümern Mafla u. Carrara.
rreichiſche Dienfte als Feldzeugmeiſter,
allen europäiſchen Fürſten der ein⸗
ich weigerte, Ludwig Philipp anzuer⸗
L 21. Yan. 1846. Über ihn u. bie
Modena (Geſch.). Seit 1812 mar er
ber Tochter des Königs von Sar⸗
: 1840 ftarb, vermäblt. 26) F. V.
Germinian, älterer Echn bes
1. Juni 1919; folgte feinen Bater
-eignijfe zwangen ihn zweimal, 21.
. 12. März 1549, Motena zu ver
si des letzteren Jahres kehrte er un⸗
ſ. Medena (Geſch.). Er iſt fett 19412
e, Tochter des Königs Ludwig von
ihlt; jeine einzige Tochter Anna (geb.
. h) Fürſt von Monaco: 20) F.
Sohn u. Nachfolger des Fürſten Gri⸗
ind in ten damaligen Kämpfen auf
uelfen u. wurde 1265 von Karl von
ouverneur ber Provence ernannt; er
feiner Gemahlin Aurelie von Caretto
inen Nachfolger Rainer I. k) Her-
ma: 80) 5. Farneſe, Schn von
geb. 1675; regierte von 1694 u. fl.
3, |. Parma (Geſch.). IH Herzogin
81) F., Sohn ven Bogislaus AL
Braunihmeig-Lilneburg, geb. 1577;
28 Stift Kamin u. nach feines Vaters
Amt u. Stadt Bütew, folgte 1618
e Bhulipp II. in Stettin u. fl. 1620
zommern (Geich.). Vermählt war er
Tochter des Kurfürften Chriſtian I.
m) Herzöge von Sachſen. aa)
ne Koburg- Saalfeld: 32) F.
ihn des Herzogs Johann Ernft u.
banneus ven Waldeck, geb. 25. Sept.
e fi 1719 in kaiſerlichen Dienften als
n Italien aus, folgte feinem Bruder
fe 1749 u. fl. 17645 ſ. u. Sachſen
na Rachfelger war fein Sohn Gruft
) 5. Friedrich Anton, Enkel bes
ter Schn bes Herzogs Ernft Friedrich
‚ Antoinette von Braunſchweig⸗Wol⸗
15. Juli 1750; felgie feinem Vater
Dec. 13065 |. Sachſen. Er war ver⸗
6 mit Sopbie, Tochter des Herzogs
ichſen⸗Hildburghauſen (farb in dem⸗
u. feit 1777 in zweiter Ehe mit Au⸗
e bes Grafen Henrich XXIV. Reuß
welche ihm 8 Kinder gebar, darunter:
r Ernſi I., der Herzog Ferdinand von
9 u. Leopold I. König von Velgien;
vermählt mit tem Grajen Diend-
„Autoiuette vermählt mit Herzog
a Württemberg, Juliane ald Anna
Greßfürſten Conſtantin von Ruß-
605
land, Bictoria Gemahlin des Fürſten Karl von Lei»
ningen, daun des Herzogs Eduard von Kent. bb)
Bon Sahbjen-Fauenburg: 84) F. J. Sobn
Magnus IL, geb. 1498; folgte feinem Bater 1543 u.
fl. 1581; unter ihm fam bie Kurwürde befinitiv an
das Haus Meißen; |. Sachjen-Lauenburg (Geſch.).
Er mar vermäbft mit Sibylle, Tochter Des Herzogs
Heinrich Des Frommen von Sachſen, von welder
er mehrere Kinter hinterließ. 35) 5 II., Sohn
bes Vorigen, geb. 1547; wurde zu Dreeden erzo⸗
gen, focht 1566 in Ungarn, war 1567 bei der Bes
fagerung von Gotha u. dann in ben Niederlanden
unter Alba. Im dieſen Dienften blieb er auch, als
er 1581 die Regierung erhielt, machte 1594 auch
einen Kriegezug nah Ungam u. ft. 1019; ſ. ebd.
Er mar zuerft mit Margaretha, Tochter des Her⸗
3098 Philipp von Pommern (ft. 1581), u. Dann ınit
Maria, Tochter des Herzogs Iulius von Braun⸗
ſchweig, vermäbft u. hinterließ 19 Kinber, barunter
fein Nachfolger Auguſt. 86) 5. Erdmann, Sohn
bes Herzegs Julius Heinrich, geb. 25. Febr. 1629
in Zeufingen; war Generalmajor in ſchwediſchen,
dann Generalfeldmarſchall in kaiſerlichen Dienften;
er felgte 1665 feinem Vater in ter Regierung u.
fl. 31. Juli 1666. Er mar feit 1654 vermäblt mit
Sibylle Hedwig, Tochter bes Herzogs Auguſt von
Sachſen⸗Lauenburg, von welcher er feine Kinder
hinterließ, meshalb ihm fein Bruder Inlins Franz
folgte. m Herzogvon Sanoyen: 37) F. Hya-
cinth, Sohn des Herzogs Victor Amadeus L., geb.
1632; folgte feinem Bater 1637 unter Vormund⸗
haft feiner Mutter Anna Maria von Orleans, farb
aber hen 1633, ſ. Savoyen (Geſch.). o) Groß-
berzogvon Toscana: 88) F. I. Mariavon
Medici, Sohn Cosmos I., geb. 1541; trat, lange
Mitregent feines Vaters, bie Alleinregierimg 1574
an. Nah dem Tote feiner Gemahlin Johanna,
Tochter des Kaifers Ferdinand I, verinählte er fidy
mit Bianca Capello, nit ber 1597 er an eineın Tage
an Gift farb; ſ. Toscana (Geſch.). Maria von
Mebici, Königin von Frankreich, war feine Tochter.
89) 5%. II, fo v. w. ran 1). pP Herzugvon
Urbino: 40) 5. Marial.vonRuvera, Sohn
des Herzogs Johann von Eora u. Johanna von
Montefeltro, geb. 14915 wurde von feinen Cheim,
bem Herzog Guido Ubaldo won Urbino, adoptirt
u. folgte bemfelben 1508. Papſt Julins II., auch
Oheim von ihm, ernannte ibn zum Gouverneur
von Rom u. zum General der Kirche, während bes
Krieges niit Venedig, Ferrara u. Frankreich. Unter
leo X. mußte er mit feiner Familie nah Mantua
flieben, u. leo X. gab Urbino feinem Nepoten Lo⸗
venzo von Mebici ; allein nach Leos X. Tode.eroberte
er fein Land wieder, wurte 1523 von Adrian II.
in den Beſitze beftätigt u. wenetianifcher General;
er ft. 1539. Er war vermählt mit Eleonore Hip⸗
polyte von Gonzaga, fein Nachfolger war fein älterer
Sohn Quito Ubaido. 41) F. Maria II., Entel
des Vorigen u. Sohn Guido Ubaldos u. der Priu⸗
zejfin ven Parma Bictoria Farneſe, geb. 1549;
—* 1574 ſeinem Vater u. ft. 1631. F. war zwei⸗
mal vermählt: erft mit Lucretia von Efte (fi. 1598)
u. dann mit feiner Coufine Fivia von Rovera. Da
fein einziger Sohn vor ihm gefterben war, fo fanı
das Herzogthum an ben —— die Allodial⸗
güter aber au den Großherzog von Toscana, wel⸗
her bie einzige Tochter F., Vitoria, geheirathet
\ hatte; j. u. Urbino.
606. *
1
Da hin älteſter Sohn des Königs Franz I. m.
der Claudia, geb. 1517; wurde 1532 zu Rennes
zum Herzog von Bretagne gekrönt u. fi. 12. Aug.
1536 in Lyon an Gift, welches ibm fein Mund⸗
ſchenk, Sebaftian PMontecuculi, beigebracht haben
fol. 48) F, Herzog von Alengon u.Anjou,
eigentlih Hercules, Sohn bes Könige Heinrich II.
u. der Katharina von Mebici, geb. 1554; erhielt
1566 von feinem Bruder Kari IX. das Herzog-
thum Alencon; er hielt e8 mit der Partei ber Mi.
xergnägten, weshalb ihn feine Mutter einfperren
ließ, doch gab ibn ſein Bruder Heinrich III. nach
feiner Thronbefteigung wieder frei; aber %., auch
dadurch nicht mit — *— von Jugend an verhaßten
Bruder ausgeſöhnt, betheiligte ſich von Neuem an
einer wider den König emachten Verſchwörung u.
verband ſich mit dem —— Johann Caſimir,
welcher gegen Fraukreich zog. 1576 machte Hein⸗
rich mit $ einen Vertrag, in weldem er ihm noch
Anjou u. Berry gab (u. —* heißt F. gewöhnlich
Herzog von Anjou), u. wieder zum Lieutenantgene⸗
tal von Frankreich erhob. 1578 erklärte er ſich für
die Union ter abgefallenen Staaten der Nieber-
Iande, weshalb ihn der König verhaften u. im
Louvre gefangen ſetzen ließ; won hier entkommen,
ging er in bie Niederlande, kämpfte mit Olück gegen
die Spanier u. wurbe 1592 zum Herzog von
Brabantu. Grafen von un gekrönt;
aber in Folge eines Zerwürfniſſes mit dem Prinzen
von Dranien u. eines Aufftandes der Antwerpener
gegen ihn, 1583, zog er ſich nach Frankreich zurüd
u. fl. 10. Juli 1584 ın Chäteau-Thierry. Er hatte
einft um bie Königin Elifaberh von England gefreit,
aber einen Korb empfangen. Da er leine Nadılem-
nen hatte, jo fiel Alencon wieber an die Krone. 44) 5.
von fothringen, Herzog von Buije, |. u.
Guife. BJ BonHobenzollern: 35). Xaver,
Prinz von Hohenzollern» Hechingen, Sohn des
Bringen Franz Xaver, geb. 21. Dlai 1757; trat
in öfterreichijche Dienfte, zeichnete fich in dem Revo⸗
Intionstriege, 1793 in den Niederlanden, 1796 u
1797 in Italien, jowie 1805, wo er ben Rüdzug
Merneds dedte u. ſich mit dem Erzherzog Fer⸗
tinand vereinigte, u. 1809, wo er das zmeite öfter«
reichiſche Corps befehligte, aus, commandirte 1812
als Feldzeugmeiſter das an der galiziſchen Grenze
ſtehende Reſervecorps, führte 1815 das zweite
öfterreihifche Corps gegen Frankreich, wurde nach
tem Frieden Hofkriegsrathspräſident, Comman-
direuder in Illyrien, Inneröſterreich u. Tyrol u.
ft. 6. April 1844 als Wirklicher Geheimer Ratb u.
Generalfeldmarſchall; feine Gemahlin Marie Thes
vefie, geb. Gräfin von Wildenftein, vermählt
1787, 11.1835. 0) Bon Oſterreich: 46) Erz
berzog F. Karl Joſeph, zweiter Sohn des Kat-
ferö Franz I. von Ofterreih u. deſſen zweiter Ge-
mahlın Marie Therefe von Sicilien, geb. 7. Dechbr.
1802; ift Feldmarſchalllieutenant u. Inhaber bes
Infanterieregiments Nr. 52.; bei ter Refignation
feines Bruders Ferdinand 1848 verzichtete er zu
Sunften feines Sohnes Franz Joſeph auf Die Suc-
ceifion in Oſterreich; er iſt vermählt feit 1824 mit
Sophie, Tochter des Königs Mar Joſeph von
DBaiern. 47) 5%, Graf von Deran u. Frei—
Herr von Brandhof, Sohn tes Erzherzogs
Johann u. ber Gräfin Anna von Meran, geb. 11.
Piärz 1839, er ift Oberlieutenant in ber Armee.
Franz (Prinzen u. Geiftliche Fürſten) u
I. Bringen. A) Bon Franfreid: 42) 5. |
u
PD) Bon Sachſen: 48) 8. Karl,
Herzogs Franz II. vom Lauenburg, |
nahm jächfifche, 1630 aber ſchwediſche Kr
fammelte ein Meines Corps für Gufte
Hamburg, welches aber mit ihn 1630 u
beim bei Ratzeburg gefangen murbe; er]
liſch geworden, feine Grabe wieder, maı
Reifen in Stalien u. fl. 2. Mai 1669.
bert, Bruder bes Borigen, geb. 1598; t
reichifche, ſpäter 1630 in ſchwediſche Ki
u. nahm 1632 Theil an ter Sclacht ke
er in Verdacht gerieth, ben König Aufl
[hoffen zu Haben. Er trat hierauf
Dienfte, wurde 1633 in gebeimen Unter
von Wallenftein an den Herzog Bernhar
mar nad) Regensburg gejandt, gerid
Rückwege in bie Hände ber Kaiferlice
nah Wien gebracht, wo er latbholiſch w
ferliche Dienfte nahm. 1642 führte er cd
Schleſien unter Erzherzog Leopold, wırl
Verſuche, Schweidnitz zu entfetgen, ver
gejchlagen, ſchwer vermwuntet ıı. ‚gelang
au den erhaltenen Wunden zu Schwe
. Zaver Auguft, Herzog von Sad
riebrih Angujts II., Könige von Bei
fürften von Sachſen, geb. 25. Aug 1
gierte als Abminiftrater von Kurſachſ
der Minderjährigteit feines Neffen, dei
Friedrich Auguft, nachmaligen Königstr
bi8 1768, u. ftarb 21. Juni 1806 i
murbe dann königlich franzöſiſcher Gener
war feit 1767 vermäblt mit Klara ®ri
Lauſitz, Tochter des italienifchen Grafen
Spinucci. E) Bon Savoyen: 51)
fo v. w. Eugen 18). F) Bon Sicilie:
Paula, Giaf von Trapani, jt
des Königs Franz I., geb. 13. Aug. 11
real de canıp u. feit 1850 mit Jah
des Großherzogs Leopold II. von Te
mählt. 6) Bon Spanien: 33) 3
Paula, Herzog von Cadiz, F
Karls IV., geb. 10. Diärz 1794; ber
niſche Prinz, welder es, als Ferdin
ſpaniſche Thronfolge zu Gunſten feiner
belle änderte, mit biejer hielt. Nach be
feiner Schwägerin Chriftine 1840
Frankreich, kehrte aber 1842 nad e
u. fpielte dort den Tiberalen; er if d
Königs Franz (f. oben 9) u. war feit 18
mit Yuife Charlotte, Tochter bes Koͤni
von Sicilien, welche 1844 ſtarb.
III. Seiftligde Fürſten. A) ER
von Banıberg: 54) 5. son Haß
—42, aud) Biſchof von Würzburg, f.
w Würzburg. 55) 5. Konrad, Er
dion u. Tannhauſen, geb. 29. Aug. I
1692 Domicellar in Bamberg, 1722
daſelbſt, 1729 Dompropſt ın Wurz
Propft anı Stifte Haug, 23. Juli 1753
von Bamberg u. ftarb daſelbſt 6. Dlän
5. Ludwig, Freiherr von Erthal, geb
ierungsrath in Würzburg, dann des
Sofepbs II. Betrieb, in beilen Dienften ı
[hof von Bamberg u. Würzkurg; er
Bamberg (Geſch.) Er fr.: Bet:
Laudvolle, Bamb. 1797, 2. Aufl. Wi
Bgl. Biographifhe Nachricht, Kent.
Bernhard, Tüb. 1852. DB) Kurfüurkve
Stanz (Heilige)
ig, ein Sohn bed KRurfürften Philipp | Deutung daran verſuchen follte. Diefer en if
.4.
ter Bialz, geb. 1664; 1633 Biſchof das b
.1695 Cherbauptmann von Cher- u.
1, 1657 Canenicus in Köln, 1694
»es Deutſchen Ordens, Biſchof von
ropſt in EUwangen, 1716 Kurfürft u.
n Trier, welches er 1729 mit Mainz
x trug viel zur Annahme der Prag-
nction bein. fl. 1732 zu Meißen ın
bmte Teſtament des St. F. Cr
Oct. 1226 bei Aſſiſi, wo er auf einem Berge als
Ginfiekler lebte, u. wurde ſchon 1228 von Gre⸗
ger IX. Iauonifirt; fein Tag: 4. Cctober. Man
verglich, ja erhob ibn ſogar noch Über Chriſtus. Bgl.
Bartbolom. de Pifis, Liber conformitatum vitae
S. Franeisci ad vitam Jesu Chr., ſ. u. Bar
tbolemäus 3). Ausgaben feiner Werke, unter denen
- Kurfürften von Trier: 358) 5. ! bei. die Briefe geiftreich find, Anım. 1423; Lenb.
Franz 57). 59) 5. Georg, Graf
m, war erſt Laiferlicher Hofrath u.
bes Vorigen, wurde 1729 beflen Nach⸗
56; f. Trier (Kurfürſtenthum, Geſch.).
von Würzbaurg: 60) F. Graf von
1 Philipp Arcıfa Nachfolger, wurde
reden vertrieben u. ging nach Paris,
ieber zurüd u. ſt. 1642. 61) 5. Yubd-
. Franz 36). E) Deutfhordens-
J F. Ludwig, fo v. w. Kranz 57).
ge:63) Zt. F. von Affifi, eigente
scoBernardone, Sohn des Kauf
9 Bernartone zu Aſſiſi, geb. 1182.
re Iobann, ſpäter wegen feiner Fer⸗
anzöſiſchſprechen Frarciſscus ge
ein feiner Jugend an der Spitze eines
nJünglingsbundes) ſehr loder, machte
der Truppe ſeiner Vaterſtadt einen
n Perugia mit u. wurde gefangen;
ihre wieder befreit, kehrte er zu feinen
Eu. wurde nad einer gefährlichen
3 umgewandelt, verſchmähte die Welt,
inſamleit, pflegte Kranle, lehrte zwar
fift zurüc, aber nach) Anhörung einer
Match. 10,9 f. warf er, 1208, alle
mf einen grauen Ned, von fi, ware
eine Kutte mit einer Kapuze un, ums
it einem Strid, trat ald Bußprediger
teifall. In einer Hütte bei Alfıfi ver»
feine Anbänger, Darunter Bernhard
Me u. 3 ‘Priejter, zu dent Grunbfag,
ven u. überall zu betteln, ſelbſt wenn
u. Scheltworten enıpfangen würden.
5. eine Regel für feine Gefährten (I.
), reifte nah Rom, wurde Anfangs
nnocenz ILL. abgewieſen, erbielt aber
enehmigung für jeine Regel u. führte
ıen Anbängern ein fireng ajcetiiches
ſchloß fich ihnen auch die ſchöne Klara
elche 1212 Stitterin der Klarijfinnen
ndete 1212 bie Brüber zu zwei durch
jebft ging nach Toscana, wo er meh⸗
Riftete, u. wollte 1213 nah Afrika
: aber in Spanien durch eine Krank⸗
t. Der Orten wuchs nun reißenb
anciscaner) u. erbielt endlich 1223
#8 III. die Beitätigung. Zwei Jahre
ode fol ihm Ehriftus erichienen fein
Wunden eingetrüdt haben, bie er bis
d ohue Fäulniß mit fich berumtrug
S.Francisci). Begen einer Ber-
r einen gelreuzigten Cerapb ſah, hat
nen Seraphicus u. fein Orden bei
He erhalten. Bol Ahnung, Daß an
ı für tie Minoriten viel gebeutelt
, ſchrieb er kurz vor feinen Tode den
daß Nieniand eine Anderung an ber
nen, nicht einmal eine Erklärung ob.
1653, Fol.; Voigt, Leben von 5.2. X., Tüb. 1810;
Malan, Ilistoire de S. Francois d’Assis, Bar.
1841 (beutfh, Münch. 1842). 64) St. F. von
Baula, geb. 3416 zu Paula in Calabrien; wurbe
früh Franciscaner, zog fich ſchon in feinem 14.
Zahre in eine Höhle zurück, fchlief Hier auf bloßen
Boten u. begnügte fi mit ben gröbften Lebens.
mitteln. Er ſammelte Schüler um fich, erhielt vom
Erzbiſchof von Kofenza Erlaubniß zum Bau eines
Klofters u. einer Kirche u. ftiftete fo 1436 einen
neuen Orden, befien Glieder von Siztus IV.
1474 als Eremiten bed St. %., 1493 vom
Papſte Alexander VI. aber als Minimen (f. d.) be-
ſtätigt wurden. Bon Ludwig AT. nad Fraukreich
berufen, nm ibm Das Leben zu retten, kam er erſt
auf des Papſtes Befehl 1452, wurde von Pubwige
Nachfolgern, Kart VIII. u. Ludwig XIT., febr
ehrenvolf behandelt u. ft. 1507 in Pleſſis les Tours;
er murbe von Papfte veo X. 1519 fanonifirt; Tag
der 2. April. ag. H.lavien de Coſte, Le portrait
en petit de S. Fr. de Paul, Paris 1655. 65) $.
Xavier, Apoftel ven Indien, Sohn bes
Johann Yſſe, eines navarriſchen Edelmanns, geb.
7. April 1506 auf dem Familienſchloſſe Xavier un
weit Pamplona; er fintirte Theologie in Paris u.
wurde daſelbſt Stubengenoß Iynatins Loyola's,
zu deſſen Orten er trat, ging 1541 als Miſſionär
nach portugiefiih Indien, Durchreifte auch Malaga
u. 1549 Japan; zu St. Boa fliftete er ein Jeſuiten⸗
collegium ı. überjette den Katechismus in das
Malabariihe; er fl. 2. Dechr. 1552 auf der Inſel
Santhian, unmeit Canton, n. wurde 1621 fanoni»
firt, Benediet XIV. erhob ihn zum Protector von
Indien. In der Nähe tes Cap Comorin if feine
Bildſäule aufgeftellt, wohin tie Heiden weither
wallfahrteten. Seine Mütze, welche von St. Goar
nach Portugal gebracht worden war, wurde von den
Jeſniten als Uniwerfalmittel für unfruchtbare Weiber
anempfoblen, u. die Königinnen von Bortugal follen
fid terjelben öfter bedient haben. Seine Briefe
gab. Hor. Turfelinus heraus, auch in Paris 1631
berausgelommen ; andere Briefe fammelte B. Poſin
u. gab fie lateiniſch überjegt, Rom 1667, heraus;
Fragmenta epistolarum Fr. Xavierii, geſam-
melt von Küfferit, Brest. 1735; Lebensbeſchrei⸗
bung von Zurfelinus, Bertoli, B. Buhoure, Par.
1621. 66) St. F. Borgias, Herzog von Gan⸗
dien, geb. 28. Oct. 1510 in Spanien, mütterlicher
Seits Urenlel Ferdinands des Katholiſchen; be⸗
kleidete am Hofe Karls V. die anſehnlichſten wWůr⸗
ben, wurde Bicelönig u. Generalcapitän von Ca⸗
talonien u. vermäblte fih mit Gleonora be Caſtro.
Nah jeiner Gattin Tode murde er 1551 Sefuit,
Öeneralcomnifjär aller Ipanifchen u. portugieſiſchen
Sefuitencollegien u. 1565 ber dritte Orbensgeneral.
Er begleitete auf Befehl des Papfles Pius V. ben
Sarbinallegaten Alexandrin auf ber Reiſe na
Spanien, Portugal u. Frankreich u. flarb bal
8
Frauz
nach der Rückkunft zu Rom 1572; er wurde 1671 deutſche Staatsgeographus, Ari. 1753
Tanonifirt, Tag der 10. October. 67) St. F. von
Caraccioli, hieß eigentfih Afcaniusvon@ar
raccioli, geb. 13. Oct. 1563 zu Sta. Maria in
der Landſchaft Abruzzo; er ftubirte in Neapel Theo»
logie u. gründete bajelbft mit Job. Auguftin Abo-
ruẽ u. einem anderen Aſcanius Caraccioli Die Con-
gregation ber tegulirten Kleriler niederen Drbens,
welche von Sirtus V. 1588 beftätigt wurbe; 1592
wurde %. nach dem Tode Adornos Orbensgeneral
u. reifte mehrere Male (1590, 1595, 1598) zur Ver⸗
breitung feines Ordens nad Spanien; nad ber
letzten Reiſe Tegte er jein Amt nieder u. fl. 4. Juni
1608; auf feinem Grabe in Neapel follen fi meh⸗
rere Wunder ereignet haben. Gr wurde von
Er VII. 1807 Tanonifirt; fein Tag ift ber 4.
uni. 68) St. F. von Sales, Sohn bes Grafen
. von Sales, geb. 21. Aug. 1567 bei Annecy in
avoyen; fiubirte in Paris u. Babua die Rechte u.
Theologie, wurde nad feiner Rückkehr 1593 Abd»
vocat in Annecy u. Dompropſt von Genf, wirkte
feit 1594 von Thonon aus mit großen Eifer gegen
die Reformirte Kirche, wurbe 1599 Coabjutor u.
1602 Bifchof von Genf, führte 72,000 Reformirte
Aut Katholifchen Kirche zurück u ftiftete 1610 bie
alefinnerinnen; er ft. 28. Dechr. 1622 in Lyon u.
wurde 1665 lanonifirt; Tag ber 29. Ian. Seine
Werte, vorherrſchend ajcetiihen Inhalts, gefammelt
— 1830—34, 5 Bde., Ba Baudry,
on 1836; daraus Philothea od. Anleitung zum
ottjeligen geben, bearbeitet von Bobemann, Braun⸗
Moweig 1854. 69) St. F. Regis, geb. 31. Ian.
1597 zu Foncouverte im Bisthum Narbonne; er
eichnete ſich ſchon in früher Jugend durch frommen
anbel aus, genof jeinen erſten Unterricht in Be⸗
iers bei den Jeſuiten u. trat 1616 in Toulouſe in
ren Orden ein; feit 1621 lehrte er zu Billom,
dann feit 1625 in Buy Humaniora, ftubirte 1628
in Touloufe Theologie n. wurde 1630 zum Priefter
emeibt; 1631 beganı er feine Thätigkeit als Miſ⸗
ionär, zueeft in Diontpellier, wo er den Grund zu
dem Kloſter Notre-Dame du refuge legte, dann
in Sontieres u. feit 1633 in Vivarais; er fehrte
1634 nad Buy zurüd mar aud bier unermüdlich
in Bekehrungen u. Krantenpflege u. ft. 31. Deckr.
1640 in Louvesc. F war ein gewaltiger Prediger,
beilte viele Kranke u. verrichtete Wunder; er wurde
1737 vom Bapfte Clemens XII. kanonifirt; fein
Tag der 16. Juni.
tanz, 1) Sodann Michael, geb. 1700 in
Ofrüugen, fubirte feit 1721 in Halle Jurisprubenz,
erbte 1730 die Homann'ſche geograpbijche Handlung
in Nürnberg u. gründete vie Kosmographiſche Ge—
ellichaft, bie bei. in gen blühte; er wurde
päter von dem Prinzen dv. Oranien zu beffen Nach
n. Geographen ırnannt u. faın 1754 als Brofefior
‚ber Geographie an bie Univerfität Göttingen, wo er
1761 ftarb; er far. : Kurze Nachricht von dem Hu»
manm'ſchen großen "aıblartenatlas, Nürnb. 1741;
Avertissement .ouchant la publication d’un
grand atlas des cartes geographiques de
toute ra Homann’ihe Vorfchläge von
den nöthigen erbefferungen der Weltbejchrei«
bungswiſſenſchaft Nurnb. 1747; Kosmographiiche
Nachrichten u. Sammiungen zum Wachesthuum ber
Weltbeſchreibungs oiſſenſchaft, Wien, 1750; Ge⸗
dauken von einem Reiſeatlas u. der Nothwendig⸗
teit eines Etaatögeoyraphus, Nürnb. 1751; Der
Reichsatlas, mit 24 Karten, ®py 175
er den Grenzen der befannten ı
ten Welt alter u. neuer Zeit, Räte. I
meine Abbildung bes Erdbodens in 2
lein, ebd. 1764. 2) Ignaz, geb. 171
in Schleften, wurde 1732 Kapellan im
1753 Erzpriefter m Schlawe u. war:
her Rath, Rector u. Afjeffor des apofı
riats in Breslau, wo er 1790 farb;
chriſtlich katholiſche Kirche in Liedern, €
Schiefifches Geſangbuch, 1768; Loba
Tageszeiten von ber Todesangft Ebrifl
Brest. 1770; GSefänge zu ben Som:
prebigten, ebb. 1771, n. Aufl. ebb. 1
Empfindungen einer Gott Tiebenben
trachtungen des Kreuzweges (Orten),
Bone Bayer zum Unterricht u. zur@
egieriger Chriften, in Gefänge verfa
Gebete, —— u. Betrachtun
bende, ebd. 1775 ; Geiſtreiche auf dieE
tage abgefaßte Gefänge, ebd. 1775; ı
der für Handwerker u. Dienftboten
Lehr» u. Gebetbuch für Frauenzimm
2. Aufl. ebd. 1785; Geiſtliche Liebe
nifien, Sagan 1778 ; Katbolifches
Bresl. 1778; u.mehrere Sammlungei
ten u. Cafualreden. 8) Joh. Georg
geb. in Leipzig 1737 u. fl. als Profeſſe
1789; er ſchr. (meift anonym u.
Der Arzt ber Sottesgelebrten, Yp3.171
Bon dem Einfluß der Mufit auf ki
ebd. 1770; Der Arzt ber Reifenben
Briefe Über verichiedene Gegenflänt
funde, Laugenſ. 1775— 76, 3 Bhe.; u
wirthſchaftliche u. Blonomifche Schrii
aus: Scriptores physiognom. vet
1779; u. vebigirte nach Leske's Tode
tarii Lipsienses, bis zum 29. Banb..
geb. 1766 in Schleiz u. ft. 1847 als £
cretär der lanbwirtbichaftlichen Geſell
ben; er ſchr.: Wie iſt dem Holzmang
Preieſchrift) Lpz. 1795; Rettungsm
den Raupenfraß betroffenen Holzes
Der Epreemald, Görlitz 1500; Ueb
hen unjrer heutigen Forft- n. Landw
1801 5; Vorſchläge zur Erhöhung t
mohlftandes u. Völkerglücks, ebd. 15
für Forft- u. Bauleute, Drest. 191
Behandlung der zur Berebelung u.
nen Hausthiere, ebd. 1921 f.; 9
ervollkommnung ber Biebzucht, chi
träge zur richtigen Beurtbeilung |
Zerihlagung u. Zuſammenlegung bi
im Königreich Sachſen, ebd. 1335; |
zwedmäßigien Berwendung bes San
bodens, ebd. 1836. 3) Agnes, Tı
gierungsraths F., geb. s. März 17%
in Schleſien, zog nach Dem Tode ihre
mit ihrer Mutter nach Steinau, daun
nit u. auf das Rittergut Oberarnede
auch ihre Mutter geftorben war, lebt
| mit dem Hauptmann v. Rekoweli
Echmefter tbeild in Weſel, wo fie
ſchule für arme Mädchen grüntete, tb
burg bei Bonn, 309 dann 1526 mi
denburg u. 1837 nach Breslau, wo fi
ber Armenſchule wurde u. am 13. RR:
Kranz I. Orden bis Franzen
ycerion (Kleine Romane u. Erzäh⸗
ef. 1624; Erzählungen u. Sagen,
edichte, Hirſchb. 1526, 2 Thle., 2. Aufl.,
. (bie religiöl. Gedichte hollãnd. von
oop, Rotterb. 1837); Der Chriſtbaum
ef. 1829; Rarabeln, ebb. 1929; Neue
1541; Vollejagen, ebd. 1530; Au⸗
ich. in Briefen), Eſſen 1931, 4 Bde. ;
ählungen), ebd. 1533— 35; Stunten-
‚terabendicenen u. Feſtgedichte), ebd.
rrhein. Taſchenbuch flir 1634 (ipäter:
fsfagen, 183%) ; Andachtsbuch für die
ser Alters, Eſſen 1833; Gebete für
1835; Führungen (Bilter aus dem
erzen® u. ber Welt), ebd. 1840; Buch
Brest. 16-40, 2 Thle.; 1541, 3 Thle. ;
als Buch der Kindheit u. Jugend,
rluft, Breel. 1541; Mein Bermädt-
ugend, ebd. 1844; Literär. Nachlaß,
n von Julie v. Großmann, Berl. 1944,
mächtniß an die Jugend, Verl. 1845.
ed, aeb. 1504 in Nürnberg, ſtudirte
Philelogie n. habilitirte fich hier 1830,
tt König Otte nach Griechenland, mo
riech. Dolmetſcherbureaus wurde, pri«
I— 38 in Ren u. ging 1339 nach Ber-
40 Profeſſer der Philologie wurte u.
ftarb; er ihr. : Prakt. Anweiſung ur
FT Neugriehiichen, Münch. 1832 ; unter
en Namen Phraſikles: Neugriech.
ser deutſchen u. althelleniſchen Sprache,
Deutich-grieh. Wörterbuch, Hannover
.; De musicis graec.. Berlin 1840;
pigraphices gr., ebd. 1540; Dida-
hylos Septem contra Thebas, eb.
erand: Lyſias, Miinchen 16531; bes
ftein, mit beuticher Überfeung, ps.
sen 3. Theil von Bödhs Corpus in-
graec. 6) Klamer Wilh., ſ. Frantz.
Orden, ſicilianiſcher Orten, geſtif⸗
ept. 1929 vom König Franz I, für
‚on Civilverdienſt jeder Art; für 5 Klaſ⸗
uze, Commandeure, Ritter, goldene u.
daille; Decoration: weiß emaillirtes
ldener Einfaſſung, zwiſchen deſſen Arm⸗
me Lilien; Mittelichild gelben, Darin
trene: F.I., darum ein Lorbeertranz
Seifen die Deviſe: Optime merito
and: roth mit Blauen Rändern. Die
ragen auch auf der linken Bruſt einen
ri.
ad, Büchereinban in ganz Peber.
ider, celcrirte ſeidne Bänder, fo ge
ie zuerft aus Frankreich kamen.
ıme, Obſtbäume, welche fi niedrig
; ihre Früchte beißen Franzobſt, als
Franzbirn 2c. Dieje Art Obſizucht Fam
me, fo v. wm. Zmergbobne.
mintwein, fo v. m. Cognac.
d, Bacwerk aus Weizenmehl, Milch
Form Heiner Brobe.
rg, 1) Kreis tes preuß. Regierungs-
Mund, beſpült von der ftiee, ber
Ken u. im RW. von dem großen Bin⸗
urchflofjen von der Rednits, Trebel u.
‚niedrig u. fanbig, 20,17 OM., 61,000
Iezifron. 4. Ruf, VL
609
Einw.; 2) Kreisfiabt daf., am Nichtenberger See ı.
‚ ber Kleinen Trebel; Tuch⸗ u. Leinweberei, Fiſcherei,
Pferdemärkte; 1350 Ew.
Franzen, 1) Säume od. Bänder mit dicht berab-
bängenben Fäden von Gold, Silber, Seide, Wolle,
Zwirn, Kameelgarn, die zu Beſetzungen von Klei⸗
bern, Mänteln, Vorhängen, Bettdecken, Meunbles,
Kirchenornaten x. dienen. F. mit gedrehten Fäden
werben geſchnittene F. u. Die mit untermiſchten
kleinen Troddeln Crepined genannt; fie werden
von Gold⸗ u. Silberarbeitern, Poſamentirern u.
jetzt auch häufig im Sächſiſchen Gebirge Annaberg,
Chemnig, Buchholzre.) von den Klöpplerinnen ver⸗
fertigt. 2) Beſatz von etwas breiten Haaren am
Rande eines Blattes; 3) der aus nach innen bald
in einfacher, Bald in mehrfacher Reibe vorftebenden
faftigen Fortlägen od. gefärbten Häutchen beflebende
Theil des zwiſchen der Mocsbiücdhie u. teren Dedel
befintlichen Ringes.
Kranzen, D Adam Wilhelm, war zulegt
ordentlicher ‘Brofeflor Der Geſchichte zu Kalle, me
er 1766 ftarb: er ſchr.: Kritiſche Geſchichte ber Lebre
von der Linfterblichkeit Der Zeefe, Lübeck 1747: All»
gemeine Öefchichte ber Welt u. Natur, ter Völler,
ber Staaten, ber Kirche, ber Riffenichaften u. Künſte,
1. Thl., Berl. 1765; 2. Thl. bearbeitet von J. C.
Adelung, 1766; neue Aufl. unter dem Titel: Ein⸗
leitung zur allgemeinen Weltgefchichte, von A. F.
Bilſching, Berl. 1769. 2) Baltbafar®corg,geb.
1776 in Tondern in Schleswig-Holftein, ftubirte
feit 1794 in Kiel Theologie, wurde 1801 Prediger
zu Teting in der Landſchaft Eiderfiadt, 1505 Haupt»
pafter zu Niebüll in Amte Tontern u. 1822 Pfar⸗
rer zu Sörup in Angeln, wo er 1537 ftarb; er
ihr.: Danebrog (bifterifches Gericht); Der Apfel
ter Eris; Der Tod Les Herrn (lvriich-reiigiöfes
Drama); Die Auferfiehung u. Himmelfahrt Des
Herrn (Bericht), Tondern 1516; Gedichte, Frie⸗
tribeftant 1612—14, 4 Bde.; Gedichte fiir den
Haus n. Bürgerftand, Altona 1825, neue Aufl.
Flensb. 16829; Die Gedichte: Ppramus u. Thiſbe
u. Das Duell; außerdem: Cbhriſtliche Denkreime,
Kriebrihsftatt 1818; Hiſtoriſch-antiquariſche Are
teriucung über die Taufe Des Königs Harald Klagk
im Jahre 826, Schlesw. 1926.
Franzen, Frans Michael, geb. am 19. Kekr.
1772 zu Uleaborg in Finnland, ftudirte ſeit 1755 au
Abo, durchreiſte 1795 u. 1796 Dänemark, Deutſch⸗
land, Holland, Frankreich u. England, wurte nach
feiner Rücklehr Bibliothelar u. 1798 Profefier ter
Literaturgeſchichte u. 1501 der Gefchichte u. Moral,
1504 Paſtor zu Pemar u. Affefior des Domcapitels
zu Abo, 1510 Paftor zu Kumla u. Salsberg im
Stifte Strengnäs, 1624 Paftor der St. Clara»
gemeinde, Vicepräſes Des Confifleriume u. Zecres
tär der ſchwediſchen Alabemie in Stockholm u. 1831
Bifchof zu Herudfand; er fl. am 15. Auguft 1947.
Als Dichter trat er in Stockholms Posten auf;
er fchr.: Säng öfver Grefve Creutz, 1797 ; Skal-
destykken , Orebro 1624—36, 5 Bde.; hie beroi⸗
hen Epopden Guſtav Mafa u. Colunmibus, Stodb.
1831 ; Julie de St. Julien eller Frihetsbilden
(idyllifches Epos), Oretro 1521 ; mit Walliu gab
er beraus: Profpsalmer, Stodh. 1812 f., 2Heſte;
in Brofa ſchrieb er 1. a.: Gustaf III. med de
forsto aderton nf Svenska Acadl., Etodb.
1836; Skrifter i obunden stil, Xrebro 1835;
Rabulisten och landtprosten Stodh. 1840
610 Franzenqualle
(beutich Lüb. 1842); Selma och Fanny (deutſch
von Alten, Gothenb. 1843); Predikningar, 1841
bie 1845, 5 Thle.; Minnestekningar. 1.86.1848.
Als Secretär ber fchmebifchen Alademie wurbe er
Berfafier der Biographien berühmter Männer (in
den Abhandlungen der Alademie abgebrudt).
Franzenqualle (Callirrhod Peron), Gattung
der Scheibenquallen (ber Hutquallen bei Dien) ;
flach od. bulbfugelig, bat viele Fühler am Munde,
4 große Arme; der Dingen u. ber Mund find ein-
fa. Art: C. (Medusa) marginatus, häufig an
den Küften Hollands.
Tranzenebad (Kaifer » Franzensbad,
unrichtig auch Aranzenshrunn genannt), Flecken u.
berübmter Badeort im Bezirke u. Kreije Eger
(Böbinen), 1 Stunde nördlich von zger, feir 1703
unter dem Schute bes Kaiſers Franz J., deilen Na⸗
men es trägt, erbaut, bis zu welchem Zeitpunkte
Die Kranken, welche die Quellen benutzen mollten,
in Eger wohnen mußten, geichmadvoll gebaut u.
mit trefflihen Brunnenauftalten u. Badehäuſern
verfehen u. fi) von Jahr zu Jahr erweiternd. Die
Duellen bießen fonft von dem nahen Dorfe Schlaba
Schladaer Säuerlinge; als ſolcher war die
Franzensquelle ſchon im Fahre 1613 mit genauer
Angabe der Yocalıtät von Macaſius befchrieben u.
von Fremden befugt. Es werden 6 Quellen benugt:
a) die Franzensquelle (Branzens-, früher Egerbrun:
nen), bie fräftigfte n. berühmtefte, vorzüglich zum
Trinken, auch zum Baden, wird auch viel verſen⸗
det; über diefer ift ein Tempel mit einen zum
Kurjaal führenden Säulengang; b) die jeit 1807
gelabte Luiſenquelle, zum Baden, beide al-
aliſch⸗ jaliniſche Kifenquellen; cr die Salz-
quelle, jeit 1819 betannt, zum Zrinten u. Ber-
ſenden, ein alkaliſch⸗ſaliniſcher Säucrling; d) der
talte Sprudel, ein eifenhaltiger Säuerling,
zum Trinken u. Baden; er tie Wiejenguelle,
erft feit 1837 benutzt, mit vorwaltendem noch flär-
terem Salzgebalt, als beider Salzquelle, daher noch
mehr auflöjend u. abführend; das Gasbad,
in einem eignen Gebäude über dem verjchätteten
Polterbrunnen, ſeit 1812 benusst, won der ftar-
ten Gasentwicklung tejjelben fo genaunt, wird zu
Gasbädern gebraucht. Außerdem gibt c8 auch noch
träftige Moor⸗ u. Douchebäter, mie denn bie ganze
Gegend moorigen u. gashaltigen Boben bat u.
ehedem ber Boten eines Landſees geweſen zu fein
fcheint. Das Waller, be. bes erften Brunnens, wird
als Egerwaſſer weithin verfendet. Die Tem⸗
peratur der Duellen beträgt 99 R.; die Hauptwir-
fung aller Quellen ift gelinde auflöſend, reinigend
u. ſtärkend, weshalb fie bei Schwächezuſtänden, Un»
terleibsjtodungen, manchen Geſchlechtokrankheiten ꝛc.
angewendet werden. Ein eigens errichtetes Cur⸗
haus gehört der Stadt Eger. Dem Gründer des
Babes, Kaifer Franz I. von Ofterreih, ift durch
Graf Mind-Bellingbaufen 1853 ein von Schwan
thaler emtworfenes, in Erz gegoſſenes Standbild
errichtet worden. Die umliegende Gegend bietet au⸗
ao Spaziergänge u. Bergnügungsorte, jo Das
ägerhaus (Siehenbaus), St. Anna, das Egerthal
mit Sternfelds Garten, liebenftein, Hochberg,
Waldſaſſen, Seeberg, Schönberg, Wilpftein, Stöcker⸗
mübhle, Maria Kulm ꝛc.; merkwürdig ift der Kam⸗
merbühl (|. d.). Bgl. E. Ofann, Die inerafquellen
zu Kaiſer⸗Franzensbad, 2. Aufl., Berl. 1828; 5.2.
Lauiner, Kaiſer⸗Frauzensbad u. feine Heilquellen,
bis Franzke
Eger 1841 ; Palliardi, Die Dineralbäte
Aufl, Lpz. 19543.
ranzenskanal, Kanalim Kreiſe a
gariihen Verwaltungsgebietes Temesva
bindet die Donau mit ber Theiß zwiſchen
Bezdan u. bringt fo das fruchtbare Bana
Donau um 47 Meilen näher; er ift 1:
Meilen lang, 8 Klafter breit u. 8 Kup tü
fo wenig Fall, daß die Fahrzeuge auf-
gezogen werben müflen; der Bau biei
wurde im Juni 1793 begonnen, 1501 vı
Schifffahrt aber im Mai 1802 eröffnet.
Brassense ‚fo nv. w. Kriefente.
Franzesco, jo v. w. Francisco.
Kan (Bucb.), jo v. w. Bortfi
tanzgold, f. u. Blattgold H.
Franzbagen, Dorf im dänijchen {
Lauenburg, ſouſt mit Schloß, nad) ib
Vinie ber Herzöge von Holſtein⸗Franzha—
1627— 1708, benannt, ſ. Holftein (Gel
Franzholz, aus Frantreih komme
baumbolz.
— — ſo v. w. St. Francis
.Franzisceo, jo v. wm. Francisco.
Franziska, deutſche Schriftftellerin, |
en.
—— ob: fo v. w. Franciscan
anj⸗Joſeph⸗Orden, öflerreigiii
für &ivilverdienft, vom Kaiſer Franz
2. Dec. 1849 geſtiſtet u. 6. Febr. 18551
er befteht aus 3 Graben: Großkreuz, &ı
u. Ritter. Er wird ohne Rüdficht auf t
burt u. Religion als ehrenvolles Zeich
cher Verdienſte vertbeilt, gibt tiejelbe
nungen wie andere Orten (Zutritt zu.
Appartements), mir Ausnabme tee A
erblichen Vorrechte. Zeichen: auf cin
weißen, mit einem goldenen Streifen
Mittelfelde die Buchftaben F. J. (Fra
zwilchen ben 4 Kreuzesarmen der gelber
ihwarzemaillirte 2föpfige gekrönte Ar
beiden Schnübeln eine Kette halt, zw
Gliedern am untern Theile Des Kreuzes
Viribus unitis (mit vereinten Kräften!
der Rüdieite: 1849. Band: roth. Day
16. Set 1550 das Cirilverbienftlrenz.
Stelle der bis dahin verliehbenen Berbu
in 4 Abftufungen: das goldene mit ber
goldene, das filberne nit der Krone, '
filberne, getreten ift.
—— jo v. w. Franzenskauag
nzke, Georg von F., geb. 1594
in Oberſchleſien, ſtudirte ſeit 1612 in F
ber Oder u. Königsberg Jurisprudenz.
Advocat beim Jenaiſchen Hofgerichte,
der Grafen v. Schwarzburg u. 1633 Ri
mar; als folher legte er 1633 im Gi
Streitigleiten zwifchen Weimar u, Alren
ging in demſelben Jahre auf den rauf]
vent ; 1644 kam cr al® Kanzler des da
des Frommen nach Gotha, wurde 164
u. ft. 1670 in Gotha; er ihr.: Exercits
ridicae, Jena 1623, 3. Aufl. Heitelb.
mehrt herausgegeben von 3. ©. Bahn
1658; Besolutio legis famosissimae
Sena 1624, Strasb. 1653; Tiractatu
demiis, Jena 1628, 1664; Commen
Pandectas, Strasb, 1644; nene Aufl.
Branzleinwanb bis
utio de liberis et posthumis haeredihus
ıendis, Wien, 1644, Etrasb. 1658; Variae
ıtiones. Gotha 1648, Erfurt 1657; Commen-
in IV libros Institutionum, Strasb. 1658.
mzleinwand, ſchwäbiſche, im Garne ge-
geftreifte Leinwand.
nz30obft, |. u. Sranzbänme.
nz3ofen, 1) Bewohner von Frankreich;
rm, |. u. Dlajenjchwanz; 8) gemeine Be-
ng ter Beneriihen Krankheit; 4) (Perl«-
, KRrantbeit des Rintviehe, befüllt vorzuge⸗
as weibliche Rind u. ift ale die eigenthüm-
zirkung eines innern Drifenleidens anzıt-
Kennzeichen: ungemöhnlich gefteigerter Be⸗
Strich, der entweder unfruchtbar bleibt od.
erkalben nach ficy zieht ; jpäter jeltner, ſeuch⸗
dner Huiten, wobei ſich jedoch die Thiere
ohl befinden (fette %.); ber Huften wird
e, trodner, dumpf, die Haare firuppig u.
e, bie Freßluſt it geſtört, es tritt Abma⸗-
\„ ängftlidhes Arbınen, große Empfindlichkeit
Drud im ber vordern Bruſtgegeud (magere,
6) ein; tie Abmagrung nimmt zu ı. das
bt bald. Wach dem Anfbauen finden fi
eier inneren Fläche des Bauchfells, dem
iröſe, auf Bruſthaut u. Mittelfell klum⸗
Wärschen od, Knötchen, wie Hirſekörner,
Saubenartia zuſammenbängend, von braunro⸗
über, bleiartiger op, ſchwärzlicher Farbe. Bei
fr Dauer des Ubels euwickeln fich jene Knöt-
b au Lunge, Yeber und Nieren. Urſachen:
liche nabrbafte Kütterung, Mangel an Bes
gu. Befriedigung des Geſchlechtstriebes, zu
fe Sebraudh zur Zucht, dunſtige, warme
es. Pebanblung: ein Pulver von Spieh-
Edumerel u. glänzendem Ofenruß, von jedem
Krüb u. Abende, jeresmal 2 Eplöffel vol in
. Die Homöonpatben wenten bei Anfang ber
Hiryta carbon., beim Foriſchritt derſelben
fnsuluh.,, gegen vie tamit verbundenen Bruft-
erben Silicea u. Mer«. viv. an. Das Fleiſch
Elben Tbieres kann genofien werden, wenn
Emicht bereits zu Schr abgemagert ift u. fi)
on ein Zehrfieber eingeſtellt hat; font ift es
ME zu unterjagen. 5) (Spielm.), franzöfifches
£ob. Paroli.
imojenbar;, Franzoſenholz, Franzo⸗
Bien. m. Guajalharz, Guajalholz, Guajul-
tan! et Buchholz, Dorf, ſo v. w. Buchholz.
qher Bauſtyl, j.u. Franzöſiſche Kuuſt.
äh be Beeren, bie Frucht von Itham-
torıus (fr. (raines d’Avignon); une
ärbenb.
söfifcher Bergkümmel, ift Seseli tor-
sie Eolonien, tie Niederlaffungen
Mae (ji. d.) im Auslande.
14 14 e Eonfeffion, ſ. Confessio gallica.
söjirched *7 fo v. w. Manſarddach.
der Dedel, j. u. Bucht ruckerpreſſe.
e Gartenanlagen find im franzö⸗
inact angelegte Gärten. Sie zeichnen
durch fortlaufende grüne Hedenmwänte, Lau⸗
ien mit Kunſtwäſſern, Statuen, Grot⸗
rRümmelte Bäume, welche verſchiedenartige
iche Figuren bilden, Ginfafiungen mit
n. einer Umgebung ter ganzen Gare
Franzoͤſiſche Kunſt 611
tenanlage mit einer undurchdringlichen Mauer ⁊e.
Wegen ihrer Sieifheiten. Einförmigkeit find die ans
ber Ludwigſchen Zeit herſtammenden Fen ©. jetzt
meiſt mit den Engliſchen vertauſcht.
Franzöſiſches Hußn(Urevecoeur-Hubn),
ſchöne, robuſte Hilhnerrace, hat ſehr ſtark entwickel⸗
ten Körper, breiten Rücken, kurze ftarfe, reich befie⸗
derte Schenfel, einen Kamm, ber in 2 Spitzen aus⸗
läuft, duukelſchwarzes Gefieder mit blaulihem ob.
grünlichem Bronce⸗Luſtre an Kropf-, Rüden,
Schweif⸗ u. Blügelietern, da® übrige Gefieder if
mattſchwarz, mit Ausnahme ber braunſchwarzen
Bürzeliedern. Dieſe Race liefert daB ausgezeich⸗
netfte Fettgeflügel u. ift von großer frühreife.
Enapi ide Jagd, fo v. w. Parforcejagb.
Franzöfiſche Karten, vie zum Pharao, Wbift,
Piquet u. andern Kartenipielen faſt allgemein üblichen
Karten, deren vier Farben Coeur (Herz), Carreau
(Edſtein), Treile (Kreuz) u. Piyue (Schüppe)
heigen. Bal. Spielfarten.
ranzoͤſiſche u. Franzoͤſiſch⸗katholiſche Kir⸗
che, |. Gallicaniſche Kirche.
J—— Kloben, Unruhkloben (f. d.) der
Taſchenuhr, wenn er mit zwei Schrauben auf der
Platte der Uhr befjeſtigt iſt.
Branzofiihe Kunft. Die mannigfachen Ele⸗
mente, welche die franzöſiſche Nation zuſammen⸗
jegen, u. bie eigenthünnliche Yage Frankreichs, deſſen
weit geftredte Deerestüften im Süden ben Völkern
Italiens, im Norden Denen Britanniens ı. Sfan-
binavien® Zugang gewährten, gaben biefem Yande
eine ungemein vichgeftaltige Runftentwidelung, u. bei
feinem andern Volle baben Die verfchiedenen Pro⸗
vinzen eine jo greße Selbftändigkeit in Der Ausbil⸗
bung eigenthümlicher Bauftyle an ben Tag gelegt,
wie bei ber franzöjiihen. Die jürlichen Gegenben,
tenen zuerft der romaniſche Kirchenbau überkam,
bielten unter der Einwirkung noch zahlreich vor⸗
bantener rämiſcher Baumerfe an ber antiken Tra⸗
dition feft, wäbrend die nördlichen Herzogthümer
hen früh Die romaniſche Bauweiſe in eigner Art
modificirten u. die mittleren Theile Frankreicht
ein Gemiſch ſüdlicher u. nördlicher Eigenthümlich⸗
keiten in der früheſten Periode chriſtlicher Bauthä⸗
tigleit aufzuweiſen haben. Der Romaniſche Bauftyl
tritt im jüblichen Frankreich ſchon in den erſten Jahr⸗
zehnten bes 11. Jahrhunderts in origineller Weiſe
ausgebilbet aui. Charafteriftiich für dieſe Bauten if
die Auwendung des Tonnengewölbes, Die Oliederung
tes Chors durch mehrere Apfiden, gewöhnlich zu dem
Seiten einer Hauptapfis, u. die Sorgfalt, welche
auf die den antifen Werken nachgeahmte Ausſchmü⸗
Aung ber Façaden verwendet ıfl. Neicher ale in
biefen in der Provence vorloinmenben Kirchenbau
ten iſt das Innere in den frübften Kirchen ber
Auvergne gegliebert, wo ſchlanke Säulen mit zier-
lihen Capitaͤlen die Pfeiler gliedern, auch wohl
ohne etwas zu tragen an ben flachen Pfeilerwänden
auffteigen u. die Seitenfchiffe ſich jenfeit® Des Quer⸗
ſchiffes ald Umgang des halbkreisförmig fchließenden,
in mebreren fapellenartigen Apfiven ausladenden
Chores fortfegen. Diefen verwandt find die kirch⸗
lien Bauten ber erften PBeriote in Burgund, we
aber ſchon eine freiere Behantlung der antilen Kor»
nen ſich kundgibt. Weſentlich verſchieden aber von
dieſen Burgundiſch⸗Provenzaliſchen Bauten zeigen
ſich die erſten Schöpfungen ber chriſtlichen Vau⸗
kunſt in Süd⸗Weſtfraukreich. Hier el cht ber byzau⸗
3 x
612
Uniſche Kuppelbau, modificirt Durch den Einflu
ß
der romaniſchen Bauten, ſo daß der Grundriß ſich |
wie bei diefen in die Länge ftredt u. ein ausgebil-
deter Chor jenſeits des Querjchiffes mit einem Um⸗
gang u. mehreren Apfiden ſchließt. Das Langbaus,
ohne Abfeiten, tft von einer Reihe Kuppel über-
bedt, deren jede auf einem quatratiich aufgeführten
Mauerwerk ruht. Ein eigenthümliches Gepräge,
obwohl in der Anlage ſich den franzöſiſchen Bauten
anſchließend, tragen die Kirchen in Poiton in ber
äußern Erfcheinung, welche das celtiiche Element an
der wunderlich phantaftifchen Überkleidung der Faça⸗
den mit Sculpturen ertennen läßt. Einen gan
jelbftändigen Entwidlungsgang nahm die Baufunft
in Norbfrantreich, wo der normanniſche Volksſtamm,
von der flach gededten Baſilika ausgehend, zuerit
das Kreuzgewölbe zu allgemeiner u. origineller An»
wendung brachte, wontit zugleich die reichere Ent»
widelung bes Pfeilers in enger Beziehung ftand.
Bedeutfamer für tie Entwidelung ber Architektur
Frankreichs wurde ber Einfluß germanifcher Ele⸗
mente im Norden des Yandes, während der 2. Hälfte
des 12. Jahrhunderts, wo, während in der Detail⸗
bildung noch an den romaniſchen Grundlagen feſt⸗
wurde, die Conſtruction bie erfien Anfänge
es Sothifhen Baufyftems zeigt. Eins ber Älteften
Dentmöler der Übergangszeit vom Rundbogen zum
Spitzbogen ift die Abteifirche von St. Denys, an
deren 1140 vollenbeter Fagade beide Bogenformen
zugleich vorkonımen. Die conjequente Durchfüh⸗
rung des gothiichen Syſtems blieb aber ben rein
ermanijchen Völkern vorbehalten u. wurde, aufbeut-
* Boden zur Vollendung gelangt, als etwas
Fertiges wieder nach a verpflanzt. Charaf-
—28 für die franzöſiſche Gothik iſt, daß ſie auch
während ihrer Blüthezeit zu Ende des 13. u. zu
Anfang des 14. Jahrhunderts das horizontale Prin⸗
cip nicht ganz fallen läßt, indem namentlich die
Façade duch ein großes Nofenfenfter, durch ſta⸗
tuengefchmildte, über die ganze Breite der Fronte
Binlaufende Galerien u. turd Abichließung ber
Thuͤrme mit einem Gefims od. einer Gallerie ben
Horizontalismus aufrecht erhält. Mit Beginn bes
15. Jahrh. hebt ver Verfall der Sothik in Frankreich
an, u. der fogenannte Flamboyantſtyl (j.d.) beginnt
bie reinen gothifchen Kormen zu verbrängen.
Während des Verfalls der Gothik kam das Stre-
ben nad) einer ornamentalen Überlatung ber architel-
tonischen Kormen der Bildhauerkunft zu Gute,
welche fih im 15. Jahrh. als felbftäntige Kunft aus
ihrer Abhängigkeit von der Architektur befreite. Die
Kriege Karla VIIL u. Ludwigs XII. vermittelten
eine nähere Belanntfchaft mit ven Reften ber anti«
ten Sculptur in Stalien, u. ſchon aus dem Ende des |
15. Jahrh. bat Frankreich treffliche Grabmonumente,
Iogat Portraitftatuen, aufzumeiien. Der namhafteſte
Künftler, deſſen bilbnerifche Thätigleit zum Nach⸗
fireben aufforberte, war zu Aufang des 16. Jahrh.
Sean Goujon, welcher neben chriftlichen auch antite
Stoffe zum Borwurfnahm. Aber die nationale Fort»
bildung diefer vorzüglichen Anfänge einer ſelbſtän⸗
digen Bildkunſt wurde bald gehemmt durch ven Ein
fluß, weichen die von Franz I. nach Frankreich ge»
rufenen italienifhen Künftler, unter denen manıente |
lich Primaticcio für die Berpflanzung bes florentiui⸗
ſchen Manierismus nach Frankreich Sorge trug,
auf die heimische Kunft ausübten.
Inzwiſchen war auch bie Malerei aus einer
Franzoͤſiſche Kant
banbwerfsmäßigen Technik eine freie $
den. Als Miniaturmalerei ſpielte viei
10. Jahrh. eine untergeortmete Rolle ı
fang bes 14. Jahrh. gingen die Minh
— Herſtellung deo
ſchmucks ab u. verwandten größern Fl
fere Ausprägung ber Formen u. cer
nung. Der Tonft goldene cd. ſchachbi
tergrund der Figuren löſte fich in ei
liche Beripective anf, u. da Der Geld:
ftent u. Großen an biefen Diniaturer
dernollfommnete fich biefer Zweig ber
u. gegen Ende des 15. Jahrh. erre
ganz originell aus dem Stubium der
ntife unter Einwirkung der Flandı
ſchule hervorgegangen , ſeine bachfte
diefer Zeit an machte fi der Einfinf
ſchen Künſtler bemerkbar. Borzüg
franzöftiche Künfller um dieſelbe Fr
malerei, welche feit dem 11. Jahrh. i
ebenfo in ber Schmelzinalerei, welch
fit in Linıoges hatte. Die Tafel- n.
Dagegen war m an zurüd
— L berief deshalb, als er der
ontainebleau einen reichen Bilder!
ben wollte, mehrere itafienifche Künfl
weile von anderen gefolgt, die
Fontainebleau bildeten. Der f
wurde bald u. zwar zum Nachtbeil
Kunft der herrſchende. Die effectvo
überteog dem geiftigen Gehalt der Sı
fer Schule, u. erft gegen bie Dtitte
zeigt fih ein befferer Geſchmack ıı. ei
38 Kunſtentwickelung, deren
Clande le Lorrain, Nic. Bouffin u.
Die erſte Hälfte der Regierung Ludwi
eine Glanzperiode nicht nur der Maler
der bildenden Künſte überhaupt. J
iſt ein Zurückgehen auf die Antife be
gleich das Streben durch Großart
niren. Daß die Schönheit u. Reinb
dabei meiſt unter dem Bemüben €
wunderung zu erregen, leiden mußte,
aus dem Charalter jenes Fürſten
Zeit den Stempel feines eigenen Me
Die Baulunft, melde von Zt
Verblühen der Gothik eine neue Am
hatte u. al& Renaiffance auch in Sri
Antike zurildging, erhielt ein reich
Thütigleit in den Profanbauten für
private Zmede. Schon während b
hatte der Renaiffanceftyl eine Anza
Schloßbauten, jo den alten Louvre,
Theil der Tuilerien, den Küchenbof zu
u. a. hervorgebradyt. Das bedeutent
Styls unter Yudwig XIV. mar
Schloß. Aber ſchon im letten Jah
Jahrh. beginnt Die Ausartung beijelt
u. bie Würde, welche bie breiten Rafl
werls bervorrufen, gebt verloren in
und Zänbeleien mit Ornamenten, n
tails fuchen den Mangel fchöner G
zu erjegen, Mit Riefenjchritten brich
occoco- od. Zopfftyl herein, deſſen
Prunken bei innerer Leere au t
Bildhauerfunft u. Malerei fennzeichn
ſich gegen Ende der Regierungsgeit
wieder ein Zurückgehen auf die Anti
Branzöfifihe Literatur J.
Sr
5 Reſultat einer As Laune al® | zeitalter liegt, jo daß bie frühere dem Mittelgfter
aadslänterung, jo in dem Garde-
in bem Pantheon (Genovevafircke).
u. Bildhauerkunſt waren jet
3 17. Jahrh. ganz beuf Wandlun⸗
gauknnſt unterworfen. Erſtere entfal-
brun u. Mignard in ber Berſailler
e Blüthe im Anfange der Regierung
V. er kam zu keiner freieren ſelb⸗
twidelung, u. bie Erſcheinung Bujets,
oquetten Klafficität jener Zeit mit der⸗
ismus Re eine ganz ver⸗
der Bildhauerfunft äußerte ber
egen ben Geift ber zepheit eben fo
aukunſt als ſtlaviſche Nachahmung ber
— gi er nee
abei in Kran aft durchweg maß-
Anfang des 19. Jahrh., namen
Reftauration, begann ein frifcher NRa- |
auf charakteriſtiſche Darftellung bes Le-
tlich bei Porträtftatuen, ausg
eitig Maffiihen Idealiomus anzuflre-
aupt diefer modernen naturaliftiichen
en b’Anger. — — F
offe Uebergang vom Zopf zur Angſt⸗
Antike Ar Louis — — Maler
on u. Kaiſerzeit. Freiere Bewegung
die Malerei in Frankreich erſt während
tion, als Horace Bernet, Delacroir,
u. vor Allen Paul Delaroche fih un-
r Natur u. dem Leben zumanbten.
Romantiſche Schule, melde Bu
enre ungemein förberte, zeigte indeß
Sartung in einjeitiger Berlolsung der
Richtung. Der fprechenven, bis ins
t Kopie des Lebens wurbe das höhere
voller Schönheit u. ideeller Berllärung
eit geopfert. Das Haſchen nach Effect,
übte Auge bes Laien zu bienben, führte
he Schufe zu dem äußern Pathos zu⸗
ches Louis David nicht binauslonnte.
romantifche Richtung trafen hier auf
e wieber zuſammen. Zwiſchen beiben
yauptete Ingres eine ziemlich ungbhän-
zu übte als Lehrer zahlreicher Schliler
„gen Einfluß auf die ——
it.
en Zei
die Literatur. Datei auch bie $.2.
in gültigen Geſetze, baß bie Literahır
nur das geiftig burch Rebe u. Schrift
tionalbemußtiein mobificirt burch ben
das Ergebniß bes Rationalche
iſtes fein muß, nicht entgehen konnte,
', vermöge ber Beweglichkeit, mit der
weinen Elemente der neueren abenblän-
turen en er Bei den am
ınszuprägen wußte, gewiſſermaßen zur
: Sa Kr 3 Kane bes
‚laun bie F. L. gu ber Zeit
o fih aus ben verfchiedenen Bälle.
peldhe bie Bevölkerung Galliens nah
& bildeten, ein
des Wefrömifchen Rei
das franzäfiiche, entwidelt haste. Ühre
en baber in bie Zeit ber Karolinger,
reich von Deutſchland getrennt hatte
veiben Völker feine eigenen Bahnen ein-
Snwwidelung f erfolgte in zwei
en, zwiſchen beuen rmations-
d, ge⸗
Lehrenden u. Schreibenden
ufällt, Die jlingere aber, bie man gewöhnlich mit
Kran; T. Beginnt, ter neueren Zeit Se
Je ach deu Drei Hauptpotenzen, welche das ganze
geiflige u. jociale chen des Mittelalters geſt
lafien ſich aud drei Entwidelungsphafen der Er 2.
vor ber Zeit Franz I. unterfcheiden, von denen
erfie, umter ber Herrſchaft des Chriften- u. Kirchen⸗
thums, bie Zeit von der Begrüubung bes Frauzb⸗
hier bis zum Anfang des 12. Jahrh. um⸗
aßt; die zweite, Die Blüthezelt ber eigentlich mittel-
alterlichen Titeratur, das 12. u. 13. Jahrh. begreift
u. zugleich die Blüthezeit bes Lehn- u. Rittertbums
bildet; enblich bie tritte, weldhe vom Ende bes 13.
bis zum Anfang des 16. Jahrh. reicht, die in der
Ausbildung bes König- u. — owie bie
Zeit der Gegenfäge u. bes Überganges von ber mit⸗
telalterlichen zur modernen Literatur.
I. Erfte Periode. Bom Beginn ber
ranzdjifgen Literatur bis zur Zeit
ranzl. A) Bis zu Anfang des 12. Jahrh.
ach dem Sturze des Weſtromiſchen Reiches wurbe
and) in Frankreich das Chriſten⸗ u. Kirchenthum
das mädhtigfte ſociale Bildungsmittel für das nen
erfiehende Staatsgebãude, fowie das neue on
princip u. bie mädtigfte geiſtige Potenz, ber fich
affimifiren ı. unterorbnnen mußte. Daher mußte
auch die geſamnite Literatur eine veligids-Firdh
gärbung u. Tendenz belommen, wie denn auch bie
eologieale Bi entchaften — en fuchten. alle
em geiſtlichen Staude
(baber Clares) angehörten, Zugleſch ſchrieb man his
zum 9. Johrh. nur lateiniſch, in Der Sprache der
Abenbländiſchen Kirche; doch zeigen ſich ſchon früber
Spuren davon, daß ſich bie, rouianiſchen Bolle—
mundarten (j. Romaniſche Sprachen u. Frameſiſche
Sprache), ſowie bie Formen ber Bollepoeſſe von
ber Lateiniſchen Sprache u. deren ſtrengen melti⸗
Ihe Geſetzen abzufonbern m zu emancipiren ſuch⸗
ten, u, fo ſich bie Keime zu einer jelbflänbigen Na-
tionalipradye u. Nationalfiteratur zu bilden began-
nen, Es ift nicht zu begmeifeln, daß bie bad Dama-
lige Kranfreich bewohnenden Bölfer, wenn auch feine
eigene Viteratur, fo Doch einen Schabs von Sprüchen,
Liedern u. Sagen befaßen. Nicht blos bie alten cel-
tiſchen Sallier hatten eine eigene veligiös-nipftiiche
u. epijche Poeſie, von welcher ſich bei ben heutigen
Bretonen (j. Bretoniſche Sprade u, Yiteralur) noch
Nefte u. Nachklänge finden, ſondern auch eingebrun-
gene germaniiche Stämme brachten ibre Sagenpoeſie
in bie neue Heimath mit, wo fie fih_meiter ent»
widelte (Ziegeslieb ber Franken unter Thlotar IL).
Auch bie romanifirten Bewohner Galliens 6
ihre vollomãßigen Lieber jr in ber I
Schriftſprache, wie viele Beiſpiele bemeifen,
auch in ben galliid-romanifchen Dialelten, wohl
wir zwar feine Dentmäler, aber doch
Bigte hiſtori iffe befiten. Kür Letzleres
Price end, Bien nfang . Jahrk. Ber
reits an — — —
Hauptmundar ra
u. das Nordfranzoſiſche (. ſi 3*
nur erſt dann Überhaupt möglich war, ale
einen charalteriſtiſch verichiedenen Gruubton exhal⸗
ten hatten. Doc konnte in dieſem Zeitraume, wo
erſt die Keime zu beiden Literaturen gelegt wurden,
die Grundvei ſchiedenheit noch nicht zur Geltung
Lommen, namentlich weil ſie durch ben dominiren⸗
den lirchlichen Zeitgeift noch in zu engen Schranten
“gehalten wurde. Der Stoff war faft nur ans kirch⸗
‚Ligen Schriften u. Überfieferungen genommen, bie
Vendenz eine religiös-paränetifhe, bie Form eine
Nachbildung einer Beam a Atelelichen Kirchen⸗
oefie; die erſten namentlich befannt gewordenen
tſieller in beiden Mundarten waren Geiſt⸗
üiche, die nach lateiniſchen Vorbildern arbeiteten.
Die ätteften Denkmaler in en ar
nd: Bruchſtück eines Lebens bes Bo ‚ das
ben Zweck ber Erbauung behandelt u. gegen
Ende bes 10. Jahrh. verfaßt war; bie Legen⸗
ven vom St. Amantius u. der Sta. Fides von
Agen, nach bem Lateinifchen, aus bem 11. Jahrh.;
halb Yateintfche, halb romaniſche Kirengelänge,
wie das Mofterium von den weilen u. thörichten
Jungfrauen, bie Todtenfeier des St. Stephan
aus dem 11. Jahrh.; ferner gehören hierher die
moraliſchen u. religiöfen Dichtungen Der Walben-
ſer (j. d. in einem eigenthümlichen (beim, piemonte
ſiſchen) Dialekte, aus bem 12,, tbeilweife yielleicht
noch aus bem 11. Jahrh. ſowie einzelne funftmäßige
Summen, nad Art ber lateiniichen, aus dem Ans
fang bes 11. Jahrh., in denen ſich die Anfänge der
Kunftpoefie ber Troubabours jeen. Ebenfo ber
eben bie erſten jchrüftftellerifchen Berfuche in nord»
—5 — Mundart in Übertragungen u. Nach⸗
dungen lateinijcher Originale * aueſchließlich
Urchlich religibſen Inbults; dahin gebört die Proſa
von ber Sta. Eulalia, das älleſte rhythmiſche
Dental im nerbfranzöfiichen Romanzo aus dem
9. Jahrh. (herausgeg. von Hoffmann von Fallere-
(eben n. Willeme in beren Einoneusia, 2 Aufl.,
Gent 1845) ; bie Baraphrafen von ben Büchern ber | my
Könige u. ber Mallabäer, aug dem 12: Jahrh. iu
Brofu aber mit verfificirten Stellen untermifcht,
- welche nebft einem Bruchſtück einer Moralität über
* u. ber Überſetzung mehrerer Predigten bes
"St. Bernhard, aus dem 12. Jahrh., von Lerour
de Lincy, Paris 1841, herausgegeben wurden;
Seltigeniegenben, wie La passion de Notre
eigneur u. La vie de St.-Leger, zwei Gebichte
bes 10. Sahrh., u. La vie de St. Alexis, ein Ge-
dicht des 12. Jabrh. (herautgeg. von Haupt in beffen
eitſchrift, Bd. 3), die in Bezug anf ihre poetiſche
orm gi voftsmäßig find. Vgl. Diez, Altroma-
: prachdenfnale, Bonn 1846.
? Der zweite Abſchnitt, das 12. u. 13.
Zahr h., umfaßt die Blüthezeit ber Literatur bes
anzöfifchen Mittelalters. Der Lehnsſtaat u. das
itterthum war mit den Krenzzligen zu voller Ent-
wickelung aelangt; unter dem Einfluß der feineren
höfiichen Geſelligkeit (Courtoisie), des Frauendien⸗
ftes (Galanterie), fo wie der ſich anſchließenden
‚ Geiftlichkeit, erwuchs das ideale Ritterthum (Chova-
— „welches auch der immer mehr ſich entwickeln⸗
den
“xalter, Tendenz u. Färbung verlieh. Obgleich jos
wohl bas filblicge, wie das nörtliche Bıantreic,
Kon demſelben Zeitgeifte beeinjlußt wurten, ı.
beide Literatimen ihre formelle Bildung zunächſt
‚ ber mittellateiniſchen Kirchenpoefte verdankten, fo
kann doch noch nicht von einer allgemeinen Ben L.,
ondern nur von zmei ſelbſtändig nebeneinander be»
ſehenden —*
fchen u. ber provenzaliſchen, bie Rebe fein. Wäh⸗
rend fich bei ben Provenzalen in Südfrankreich bie
Nationalliteratur glei von vorn herein als Kunſt⸗
attonafliteratur ihren eigenthlünlichen Cha⸗
|
erliteraturen, ber norbiramydfle | Die wichtigften gedruckten Epen dieſet
ten als vierte Klaſſe — Dichte
183250, 12 Bbe.);
*beruntäeg. von · Mi
Franzöſiſche Kiteratur T.
Iyrif geſtaltete, trat fie m Nordftanft
germanischen u. celtilchen Elemente ei
tige Romanifirung bes Bolles mid
hatten, ale seltemäbige Epit, epiſche ©
bung u. Iholaftiiche Didaktik auf. A
Norpjrauteeih die ſich Aunfimäfige
Porfie ſtete mit ber Bolfspichtung,
baupt mit. ben Herzblut bes Bolle⸗
* Die großen nordfranzdfiichen
epen laſſen ſich in auf ihre Form
in gefagte u. geſungene (Übansons de |
* te ob. gelefene(Romans, Contes)
— ——
ro normanı
diſchen u. dem bretonifeh-normanbifce
antite u. o de Stoffe inı ve
Tone u. Colorit bein. Als One
a en hen Epen wer
lebende Trabiti
tchneten Geſchi
——
Nationalepen, in denen jedoch noch d
—* — an t h :
aupttbema bilden u. das rob-egoifl
thum vorherrſcht, erfolgte zur Zeit bei
tinger; um bie Zeit Philipp Augufte
Krenzzlige erhielten fie Die Weihe zu di
lichen Epen, in benen bie Karolinger
dime w zu Borlämpfern ber Chrifte
über den Hauptfeinden berfelben, be;
umgeftalteten. In ein britte® Stabiu
die Entwidelung ber Epif nnı vie 9
Jahrh., als bie Begeifterung für bie
das fromme Rittertyum vorüber war
Epen, willkürlich umgebichtet, mit €
Kreife verfhmoßen mwurten u. man
Den u. Qunbertbaten auf ven
er einzuwirken fuchte. Die vorzäglic
gefchlecdhter, deren Großthaten u. Geid
gen, u. um bie fi) bie Abrigen grurpi
urgundiſche des Gerars be Rouffill
thringifchebelgifche ber Loherains, ba
Königsgeichlecht, das auftraftjch-beutf
fin de Mayence u. das aquitaniſch⸗
bes Sarin de Montglave. Mehrere €
verfchtebene Hauptzweige (Branches!
u. eneykliſch bearbeitet wurden; and
meiſten dieſer Epen in verſchiebenen
Homans des donze pairs Je Fr
a chanson
; Bar. 1836, ver
Sranzöjifche Literatur I.
‚615
ıarlemagne, an Anglo-Norman Poem | matbia, bee ritterlichen Geltenapoftel®, u. fübiran-
3. von Dlichel, Fond. 1836).
en desnormanniſch⸗normandiſchen
zöſiſchen Sagen, u. verwandte tiefe phantaſtiſchen
Gebilde zur Verherrlichung des idealen geiſtlichen
reiſes entlebnten ihre Sioffe beſ. dem Ritterthums, namentlich aber feit der zweiten Häifte
de u. Thaten ihrer eigenen Sergöge u. Kö⸗
erfieren gehören das Lai d’Haveloc le
berausgeg. von Madden, Lond. 1525, von
el, Bar. 1533) u. der Roman du roi
rautgeg. von Michel, Rar. 1545), zu letz⸗
Zoman de Robert le Dinble (herautgey.
utien, Par. 1537), Waces (f. d.) Roman
et des duca de Normandie (berausgeg.
uet, Rouen 1527); Benoits Chronique
de Normandie (herausgeg. von Michel,
—44, 2Bde.) u. a. Ja ſelbſit einzelne Rit⸗
teurer wurden in Gedichten efeiert, wie
wer Llistoire de Foulques, Fitz- Warin
g. von Michel, Bar. 1940) u. Roman
he le Moine, pirate fameüx (herausgeg.
el, Rar. 1934).
en Poeſien tiefes Kreiies, welche, wie
rere Gedichte Les karolingiſchen Kreiſes,
termantiiher Mundart (der Höfe ven
London abgefagt find, zeigt fi) mebr
er Verſchmelzung mit celtiihen Zagen
n, woher fid) Das hobe Alter, Der Reich»
meite Zerbreitung des bretoniſch—
diſchen Sagenkreiſes erltärt. Lie
je deſſelben bilteten tie celtiihen Sagen
chen Mytben, welche, als das Ritterthum
Herrſchaft gemanı, in chevaleresles Ge⸗
leidet u. zur Verherrlichuug ber Ideale
rihums benutzt wurden; ſie nahmen bald
kunſtmäßige Geſtalt an, wurden faſt nur
hen Dichtern vertagt u. blieben für bie
höfiſche Geſellſchaft beſtimmt. Dieſes zeigt
lſchon das bis jetzt älteſte Denkmal dies
6, die nach der lateiniſchen des Gottfried
mouth bearbeitete Reimchronik od. Brut,
nermankiichen Treuvere Wace, ans dem
35 (herausgeg. von Leroux de Liney, Rouen
3, 2Bde.). Vorzüglich wurden bie celti⸗
zen von den anylonermantiihen Treue
Hofdichtern bes englischen Königshauſes,
kleineren epifetenartigen Erzählungen, ben
18 in größeren u. colliſchen Dichtungen
s H’Aventure) zur Verherrlichung Des
Ritterthums, ſowie bebnis ter höfiſcherit⸗
[benteuer liebenden Geſellſchaft verarbeitet.
ı Lais ſind am berübmteſten Die Der Marie
e (herausgeg. von Requeiort, ‘Par. 1820,
Zu den größeren Dichtungen über Arthur
itter der Taictrunde: Romans d’Aven-
la Table Bonde- gereren tie von Trie
olde tin Ir. Piidels The Poetical Beo-
af Tristan. vend. 1835, 2 Pre); ferner
alier nu Lion. Lie Geſchichte Iweind cut:
n der Lady Gueſt Mabinoeion. Bd. 2.;
k, herausgeg ven Keller, Tüb. 1841), vom
Ehrriftien ven Treves, Tem fruchtbarfien
e Bicles Sagenkreiſes (wal. Holland,
von Troies, Tüb. IS51), Ber auch Den
rdela Churrette od Lancelot verfaßte
geben von Tarbe, Rheims 1849, von
, Haag 1839 — 51, 2 Bre.. Nach einer
dichtung bin verichmmelz man Die breteni—
en mis ter Legende ven Joſeph von Arts
u. angelſächſiſchen Sagenfreije od. feierten , des 12. Jahrh. zur Verbreitung ber Geheimlehren
= ı ber Templer (Tempeleifen) an.
Arthurs Tafel»
runde murde mit ber Genoſſenſchaſt tes Tempels
u. des Heiligen Graals in Verbindung geſetzt, zu
Trägern ber Idee des geiftlichen u. weltlichen Rit-
terthums gemadt u. Diefe in ten Romans de la
quete du St. Graal big zu ihren äußerften phan-
taftiihen u. myſtiſchen Spitzen ausgebildet; dahin
gehören ter Roman du St.-Graal (beramsgeg.
von Michel, Bordeaux 1841) u. verichiebene Berle
des ermähnten Chreftiens te Troves, wie ter Ro-
man de Perceval li Galoia, (Bgl. Rochat, Über
einen bisher unbelannten Percheval li Galois,
Zürih 1855). Faſt gleichzeitig jetoch wurden in
Englaud, auf Veraulaſſung der Könige Heinrich JI.
u. Heinrich HIT. zu Ente des 12. u. in der erften
Sälfte des 13. Jahrb. von gelebrten Meiſtern
(Clercs, Maistres) biefelben Steffe in Profaro⸗
manen verarbeitet, vun Denen bie meiften, wenn
auch verjüngt et in Überurbeitungen u. Auszügen
gegen Ente bes 15. u. im Lauie des 16. Jahrh.
getrndt wurden. Tiefe find nach ber Zeit ihrer
Abfaſſung: ter Roman du St.-Graal ou de Jn-
seph d’Arimathie u. der Roman de Merlin
von Robert de Borren, ter Roman de Lancelot
du Lac, ter Itoman de la quöte du St.-CGiraal
u. ter Roman de la mort d’Artus von Walter
Map; ter Roman de Tristan, begonnen von Lu⸗
ces de Saft, beeubet von Helis be Berron; ber
Roman de Gyron le Courtois, vom letztgenann⸗
ten Dichter.
Neben biefen Zugenkreifen finden ſich auch ſchon
frübzeitig Dichtungen, welche ihre Stoffe ten an»
tiken Sagenkreiſe entnebmen u fih nır in
Form u. Einleitung den nationalen Epen anfchlie-
gen. Naınentlih wurde die Zage von Trojas Zer⸗
ftörung häufig bearbeitet, wie fcben von dem anglo⸗
normandiſchen Trouvere Benoift be Saint» More,
einem Zeitgenoflen Wacee, der ben Roman de la
destruction de Troy es ſchrieb: vemnächſt waren es
die Thaten Alexanders bes Großen, welche ben rit-
terlichen Geiſte jener Zeit entſprachen. Die Aferan-
berfage wurde im mebreren Branches von verſchie⸗
denen Dichtern des 12. u. 13. Zahrh. bearbeitet,
mie von Nlerandre de Paris u. Lambert li Cors um
1184 (beransaeg. won Michelant, Stuttg. 1846) u.
Aymeé de Barcımes, um 1159. Nach letzteren Ge⸗
dichten führen die Alexandriner ſ. d.) ihren Nanıen.
Außerdem gibt es nah Vachahmungen mit mittels
altertichen Coftiin der Aneide, (Vgl. Pev, Essaı
sur li romans öEneas. Par. 18561, ber Thebaide,
Thejeide, der Argenautica u. dergl. Nachdem bie
Bibel durch Paraphraien, Der Irient Durch bie
Krenzzilge dem vaien u. dem Abendlande näher ge»
rüct war, begann man auch bibliſſche Stoffe, wie
tie Geſchichte von Judas Maccabäns, ſowie or ien⸗
taliſche Sagen in altiranzöſiſchen Epen zu bear—
beiten. Dahin achören die Dichtungen von Bars
laam u. Kofaphat, Deraffins (ven Vautiers Ar:
ras um 1218 verfaßt, beramsgeg. von Maßmann,
Quedlinb. 1812); Goenmades, von Adenez le Rei;
Flus u. Blanatlo-, mach mauriichen Sagen her-
audgeg. ven Bekker, Vet 181) 2c.; anch loecale
u. gemiſchte Sagen, bie nur äußerlich mit irgend
616
Sranzöfifche Literatur L
einen ber größeren Sagenkreife verknüpft find, | ſchränkt, trug fie einen ganz ſchola
wurden zı umfangreieren, epiich gebaltenen Dich-
tungen benntzt. Dabin gehört vor allen der Ro⸗
man von Partenopeus de Blois vom anglonorman-
difhen Trouvere Denis Piranıus im 12. Jahrh.
(herausgeg. von Robert, Par. 1834), vom Comte
de Poitiers (herausgeg. von Michel, Par. 1831) u.
derſelbe Stoff in mehr funftmäßig rtterfiher Sorm
im Roman de la Violette (berausgeg. von Michel,
Bar. 1834), von Gibert de Montreuil im 13. Jahrh.
verfaßt. Letzterem ähnlih an Form u. Behaudlung
des Stoffes find die Romane vom Kaftellan be
Coucy (f. d.) u. von Guillaume de Dole; halb in
Brofa, halb in Berjen die Erzählung von Aucaffın
u. Nicolete 2c. Bei der die ganze Zeit beberrichen-
den Vorliebe für das Abenteuerliche konnte e3 wicht
fehlen, daß Begebenheiten der Zeitgefhichte
epiihe Behandlung erfuhren ; jo vorziiglich ber erfte
Kreuzzug ı. deſſen Held, Gottfried von Bouillon;
bie Thaten bes Petteren behaubelt ber Roman du
Chevalier au Cygne ou de Godefroi Bouillon,
begonnen von Jehan Renax, beendet um 1205 von
Gandor de Douay (herausgeg. von Neiffenberg,
Brüff. 1816—48, 2 Bde.). Auch die Reimchro⸗
nilen dieſer Zeit find noch voll fagenhafter Züge u.
oft in ganz epiſchem Tone gehalten, tie die Chro-
nique rimde von Philipp Moustes aus Tournay,
in der erften Hälfte des 13. Jahrh. (herausgeg. von
Reiffenberg, Briffel 1836—37, 2 Bde.). Daſ⸗
felbe gilt auch von ben eigentlichen Zeitgeſchichten
in Brofa, wie von ver Ystoire de li Normand
(in Michel Chroniques anglo-normandes, Par.
1836) u. der Chronıque de Robert Viscart, von
Aymf, einem Mönd des Klofterd Montecaffino,
bereits aus dem 12. Jahrh. (heransgeg. von Cham⸗
pollion Figeac, Par. 1835), jowie von den De
moiren bes Villehardouin (ft. um 1215), Den erfien
biefer Gattung der franzöfijch-hiftorifchen Literatur,
u. denen bes Sean, Sire de Joinville (ft. 1315).
Faft nur durch den geringeren Umfang von ben
Romans d’aventure unterjchieben find bie Con-
tes, welche einestheils noch Sageuftoffe u. vorzugs⸗
meije Liebesabentener erzählen, anberntbeils auch
eiftlihe Stoffe, namentlich Dlarien- u. Heiligen-
egenden behanbeln; im lehteren alle filhren fie
den Ramen Contes devots ob. Miracles; be-
ſtehen bie weltlihen Contes in bloßen Umarbeitun-
gen von Bolfältedern, fo führen fie auch nach ihren
Duellen ben Namen Lais. Daneben blühte noch
eine Gattung Heinerer, blos zum Sagen beſtimm⸗
ter Erzählungen, bie Fabliaux, welche fich bald zu
Darftellungen anekpotenhafter Tagesgeſchichtchen ge-
ftalteten u. zum Vorbild der italieniſchen Novelle
wurden. Als Dichter von Contes devots ift Gau-
tier de Coinjy aus Amiens (1177— 1236), al8 Ver:
fafferin von Fabliaux bie erwähnte Marie be
France zu nennen. Sammlungen jolder kleinerer
Stüde find: Mion, Fabliaux et Contes des
oetes francais (Par. 1808, 4 Bde.); Derſelbe,
ouveau recueil de fabliaux inédits (ebd.
1823, 2 Bde.); Jubinal, Nouv. recueil de conteg,
dits, fabliaux et autres pieces inddites (Par.
1839).
‚Die didaktiſche Poeſie der Nordfranzoſen,
nicht minder reich als die epiſche, wurde zuerſt vor⸗
zugsweiſe von Geiſtlichen, namentlich der Nor⸗
mandie geübt. Anfangs faſt nur auf Paraphra⸗
ſen u. Nachbildungen Iateinifcher Schriften ber
' Philippe be
. 8. das L.ivre de cre
ban u. deſſen Bestiair
Anfang des 13. Jahrh. Mehr Driginalii
moralijch-paränetifchen Werke, wie das]
ber Roman de Charite von Reclus de
wie die Prebigten; in letteren finden fü
loge, Exemplcs (Beifpiele) u. Chätim
gungen) beigemiſcht. Die Apologen vet
u. Orients fanden mehrfach Nachbildn
der Aſopiſchen Fabeln in ben
Ysopets (mehrere bei Robert, Fablı
Par. 1825, 2 Bbe.), worunter bie Habe
de France am berübmtelten wurben.
Orient gelangten nach Franfreich der]
des Tronvere Herbers, ber anonyme
ct sages de Rome (herausgeg.
Tüb. 1836) u. ba8 Chastoiement d
son fils (mit der Disciplina cler
1834), letzteres eine Bearbeitung ver
clericalis des getauften jpanifchen I
Alfonft. Mit tiefen Kabeln nur äuße
aber nah Urfprimg m. Bildung gam
ind die theils einzeln in Brandes,
lifch bearbeiteten Thierfabeln von B
in den Romans du Renard; biejelke
ber volksthümlichen deutſchen Thierſag
in Flandern von Geiſtlichen zuerſt latı
eihnet u. dann im norbimeftlichen Fi
rouveres in fran öfiihen Gedicht
wurden. Die erſten cke dieſer Art,
fang bes 13. Jahrh., find noch ganz ep
fpäter nehmen fie immermehr eınen all
rifhen Charakter an. Mehrere Brant
Meon in Le roman du Renart
4 Bde., Chabaille® Supplements.
Vgl. Rothe, Les Romans du Renart
Überhaupt wurden in ber norbfranzö
bie Allegorie u. Satyre bie vorherrſche
der Auffaffung u. Darftelung. Die €
fih nit nur in ben vielen Dits u. (
diefer Zeit, fondern auch in ben ſogena
od. ſatyriſchen Zeitfpiegeln von Guio
u. Hugo de Berfil, u. in den von |
ausgehenden Disputations u. Bata
letzteren ift die Bataille des sept art
vere Henry d'Andely hervorzuheben, w
binal feiner Ausgabe (Par. 1839, 2 Br
des Rutebeuf (ft. 1296) beigegeben bat
berühmte Dichter ſchwingt in Den meift
fien ſchonungslos die Geißel über bie (
ner Zeit. Die ſchon in dieſem Zeitran
reihen allegorifhen Gedrchte tr
fang noch einen ernften, an das Moft
ftreifenden Charalter, nehmen aber mit
immer ftärfere ſatyriſche Färbung an;
ten Inhalt gern in die Form von Träi
od. Reijen (Voyages d’enfer, de p
In ber Blüthezeit der Salanterie wu
Liebe Gegenftand ter didaktiſchen u.
Poeſie; mehrere Dichtungen führen ten
d'aimor; allegorisch wurde die Liebe
man de la lose (herausgeg. von 3
1813, 4 Bde.) gefeiert, Der noch ie folg
bene feine Berühmtheit bebauptere.
eu u. ähnlichen Dichtungen gibt es an
uch viele Werke lehrhaften Inhalte, !
Poeſie blos der poetilchen Form betiene
chnitt, wie
ze
du monde bes Walther von Re,
päbie aus bem 12. Jahrh.; ver»
Rorifhe Reimwerle, mit m Ti-
olacraire, Lapidaire xc. Die
Sprücdmörter des Volles wurben
n ben Tronveres geſchickt zu Rah⸗
wenbet, wie in M&ccal et Salo-
ıverbes au Conte de Cretai jo
: Sammlungen veranflalteten Cra⸗
I) n. 2eroug be Lincy (Le livre
r. 1842, 2 Bbe.).
eitigen u. reichen Entwidelung ber
ichen Poefie gelangte bei den Nord⸗
uſtlyrit u Hofporfie erft ſpät m.
alien Muſtern zur Ausbiltung.
ren zeigen fi
13. Jahrhe; fie haben gan je ar
oubadourpoefie, welche au
nordfranzöflihe Lyrik maß ebenb
re erreichte ihre böchfte Billige in
bes 13. Jabrb, ir. wurde eine rein
fl. Könige u. Yürften traten ſelbſt
1. verſchmähten es wicht, mit ihrem
Wette zu fingen. Dabin gehören
rienme; Thibaut IV. von Cham⸗
n Navarra, einer ber berlüämteften
hen Kunfibichtern (Po6sies, her-
be, Rheime 1851); Heinrich ILL,
bant Peter von Dreux, Graf von
ſt der berüchtigte Karl von Anjon,
el. Unter den böfifhen Lieberb
13. Jahrh. befinden fi auch
fihem Stande, unter benen ber
uch (f.d.) am befannteften gewor⸗
ehr fih auch bie norbfranzöflfce
zug auf Form u. Darſtellung ber
iſchloß, jo biteb fie jeboch nicht bei
der Minne- u. Konverlationapoefle
ſtehen, fondern entwidelte mehrere
(wie bie Lais Iyriques, Ballades,
. den heutigen Romances äbuliche
e einen eigentbünmlicheren Geiſt u.
Kormen haben. Proben bieler [y-
e gaben Yubinal (Jongleurs et
ir. a $ Paris (Romancero
833); er
(Bafel I
ers de la Gebete an XII.
® 1850) u. Mätner (Alt⸗
17
Diefe Beriode bie Anfänge ber fran-
ati
amas ſtuden ſich bereits feit Mitte
ziemlich ausgebilbete Proben. Aus
en u. Epitres farcies entflanben
. Miracles, aus ben Jeux-partis,
Batailles, Pastourelles ber Jong⸗
heu Stücke, anfänglich blos Jeux,
annt. Fur die Klafje ber Mystöres
das Bruchſtück ber Resurrection
yon den Miracles das von Theo-
ebeuf, fowie das vom Sı. Nicolas
Id’Arras, verfaßt um 1250; das
iſche Drama Adam (beransge he
2 fol noch dem 12. Jahrh.
älteßen weltlichen Dramen 4*.
n — de la Feuillie von Adam be
6) u. ba& fpäter fo berühmt gewor-
zu Ende bes 12.m.
nicht
ideale Ritterthum erl
— —
Bon allen Arten bes mit⸗ris
me
En
Theätre frangais au
u; een ne 13. bis Unfang bes
16. Jahrh. Nachdem fon gegen Ende *
vorigen Periode das Königthum u. BA
bereits den Sieg Über bie Lehnsariſtokratie u.
nn ochten hatten, ma —
sd der 8
ai ae si terielle gr fonbern
jeber geiflige Smmpale fe feinen 2m eh nahm. —
führte wenigſtens ein — 2— — % be — ewor
denen Formen; über die Phantaſie gelangten Ben
fland u. za, über den Slanben bie von ben Br
ſch
Epiſche — nur —A Fer⸗
men fügen hansons de geste. u. Romans
d’Aventaro wurben zu Dits od. Eipruchgeichten,
wie 3.8. die Dits de Guillaume d’Angleterre,
die Dite de Robert le Diable x. um eformt, ob.
nodhäufigerin Brofaromane tereß
Geſchict betraf zumal die Romane bes bretom
Sagenkreijes, deren Stoffe veränberten
richtung amt meiften zufagten a. baher haufig
eneytliſch bear . * 35 —
tbeils ganz willfärlich fort t od. au rt md»
ben. dm beachtens ———————— ei ber ber Per-
au Gine weitere bie Amadisromane,
t ifchen ratanntiche
— — gefalteten ſich gern u Boltt-
büdern um ch von mehreren
Then, halb "ihorifhen Lecalfagen gilt, wie z. ».
von der [hönen Magelone, von aus: von Pa⸗
u. Bienne x. ad letzterer Art bienten auch
einzelnen —e— Werken,
* bie Drelufne im im 14.3 ham Ersesire
Couſdrette (heransgegeben von Michel, Niort 1854).
Unter den in dieſer rein e n Liebeöro-
manen verbient der das Ritterthum * ironiſcher
— ———— arſtellende Roman de Petit Jehan de
aintr6 (Bar. 1843), des Ant. be Lafalle, um 1459,
beionbere . Auch bie Fablieux u. Con-
tes treten in projaij Gewanbe auf; unter den
Gammiungen a3 A hai
Lungen flub Mach nt nouvelles (herausgegeben
don Seronz be Sinch, „1841, 2 Bde.) um be⸗
— —— 6 eine Kachblüthe des rit-
texiichen —* —5 uede —
(sneselin ——— von —— € ‚
2 Bde.) yon Tronvere Ganeller in Form eime
618
Chanson de geste verfaßt. Spilchen Sei zeigen
aud noch einige Geſchichtſchreiber dieſer Zeit,
vor Allen Jean Kroiffart (. d.) in feiner Chronik;
If gar nicht ber Fall ift dies bei feinem Fortſetzer
onjtrelet, ſowie in den Memoiren bes Philipp be
&omine® (f. d.). ,
Bei. günftig waren bie Zeitverhäftniffe der Di-
daktit. Obgleich biefelbe an Umfang bebeutenb
zunahm, bewegte fie fich jedoch vorzugsweiſe nur in
den beiden Hanptrichtungen, bie fie bereit in ber
vorigen Periode eingefchlagen hatte, der Satyreu.
der Ällego rie, fort. Viel trug dazu der Koman de
la Rose bei, deilen Anfehen immer mebr wudh8 u.
viele Nachahmungen hervorrief. Moralifirend- od.
fatyrifirend-allegorifche Dichtungen in ber Form
von Doctrinaux, Songes, Debats, Danses,
Nefs, Blasons xc. finden ſich zwar in großer
Menge, doch erhebt fi nur Weniges über bie Mit-
telmäßigfeit. Zu nennen dürften fein der Songe
du vergier von Raoul de Presle; Les trois pe-
lerinages von Guillaume de Guilleville; das Doc-
trinal de cour u. bie Danses aux aveugles
von Pierre Michault; der Champion des dames
von Martin Franc, eine Bertheidigung bes weib-
lichen Geſchlechts gegen bie Angriffe in Roman de
la Rose; bie berühmten Danses macabres u.
Arrèôts d’amour bed Martial d'Auvergne; die fri«
vol-burlesten Gebichte des Buillaume Coquillart
(Oeuvres, Rheims 1848, 2 Bde.), im echt-franzd-
fiſchem Spottgeifte geſchrieben.
Auf dem Gebiet der et finden ſich noch Nach⸗
Hänge der ritterlich⸗höfiſchen Minne⸗ u. Converfa-
tionspoefie in ben Gedichten des Herzogs Karl von
Drleans (herausg. von Guichard, Par. 1842), ſo⸗
wie in benen feiner Hofdichter u. ſelbſt Froiſſarts.
Im Allgemeinen jedoch war bie Kunftpoefie zur
lebloſen —* u. ſpielenden Künſtelei aus⸗
geartet, auf der einen Seite unter den Händen der
zünftigen Meifterfänger, die ſich nunmehr Rhéto-
riciens nannten, auf der anderen Seite unter ben
Händen der zwar zierlichen u. künſtlich formiren-
den, aber börafendaften u. Blatitüden fagenden
Gelegenheitsdichter des Hofes. Die bürgerlichen
Meifterfänger verfaßten nach allerlei neu erfunde-
nen Modellen u. Leiften (Formes et Patrons) in
ihren Zunftftuben (Puis de palinods) Serventois
et sottes chansons, Chants royaux, Ballades
Lays, Virelays, Rondaux ıc. Unter ben Hof»
dichtern find Alain Chartier, Molinet, Chriftine be
Piſan, Meſchinot, Guillaume Dubois, genannt
Eretin, ıc. zu nennen. Dahin zählt auch Johanns
de Lescurel im 14. Jahrh. (berausgegeben von
Montaiglon, Par. 1855). Während alle dieſe bür⸗
gerlichen u. höfiſchen Dichter ven Einfluß pedan-
tiſcher Gelehriamteit, fowie tie Sucht zu allegori-
firen u. moralifiren nicht verkennen laffen, gibt fi
der Grunddaralter des franzöfifchen Volkes in fei-
ner ganzen Eigentbilmlichleit bei zwei echt volks⸗
tbünnlichen u. darum nationalen Dichtern kund,
nämlich bei Khan Billon, einen Pariſer Schüler u.
liederlihen Batron, ber nur mit Mühe ber verwirf-
ten Todesftrafe entging (Podsies, herausgegeben
von Prompfault, Par. 1832), u. bei Olivier Bafje-
Iin, emem normandiſchen Walkmüller (1350 —
1419) in beffen Trinktiebern (Vaux-de-Vire von
feinein Wobnorte Bire genannt, baber Vauxville)
ſich bie fröhliche Bonhomie des franzöfifchen Fand»
manus abjpiegelt (herausgegeben von Travers, ebb.
Stanzöfifche Literatur L
1831; von Leeroix, Bar. 1858), u
mit Gewandtheit u. treffendem Wil
u. Bebanterie feiner Kunflgenoflen v
Am reinften trug jedoch jenen voll
ralter in biefer Beriobe die Drama
der Franzoſen Dem König wie der
angenehm, gelang durch bie zünfti;
Städte u. ben vergrößerten Hofhalt
Ginführung ine Leben. Zu Ende
bildeten fidy mehrere Bereime zur 9
matifher Stüde. So um 1398 di
la Passion, ein Berein frommer He
her bie Diyfterien aus ber Leiden
ftellte, bereits 1402 bierfür von K
girt wurbe u. im Holpital ber 3
dem Shore von St. Denys bie
Schanbühne in Baris begründete (
bier, Notice sur les Confreres
Bar. 1834). Die Zahl ber Myſteri
blos über Ibie Leibenegefchichte, fon
andere Gegenftänbe ber biblifchen
redte, war ziemlich angewadhien,
Aystöres, welche zunächſt Heili
Wunderſagen zum Gegenftand hat
Stoffe ber Brolangeichichte behandel
ſelben nur erbaulicher Tendenz wart
ber Arten bei Jubinal, Mysteres in
sitcle (Par. 1837, 2 Bbe.) u. en
les Mystöres (ebd. 1837); vgl. Me
la mise en scene depuis les Myst
Cid (ebd. 1836); Berriat St. Brij
sur les jeux de Mysteres (in ben
la Soc. des Antiquaires de Fra
Eine neue Gattung dramatiſcher St
ih ber Grundcharakter des framy
eier ald in ben Myſteres u. Mirac
fonnte, wurbe durch eine Geſellſche
unter Karl VI. geſchaffen, welde
sans souci nannte, nach bem Geifle
fi eine zunftmäßige Verfaffung ga
hatte, in Schaufpielen Die Narrbeil
sottise) barzuftellen u. zu geißeln.
Borftelungen oft mit ben Myſteret
öffentlihem Markte (A la halle). |
Sotties waren, wie faft alle ſatyriſt
gen jener Zeit, in Die Form ber Alle:
u. wurden oft perfönlich u. pelitifch,
ihrer zur Einwirkung auf bie äffentli
biente. Letzteres war der Fall unter?
ben Sotties du nouveau monde,
l’homme obsting, den Sotties de
cerf des cerfs u. De la mere so
legtgenannten Etilde haben Pierre
Bertaffer, der in diefem Genre Ber:
Als die Sotties endlich dem König
ten gefährlich erfchienen, wurden fi
geftellt u. zulegt ganz unterbrüdt.
Hang zur fatyriichen Poſſe zu feft
verwachlen, als Daß er fich nicht, n
einer anderen Form, wieder Babn
Noch in ter cerften Hälfte bildere
eine dritte Schaufpielgeiellichaft, di
neue Art von Dramen ſich entmide
Zunft der Gerichts⸗ u. Parlament
elerces de la Bazoche, murten die
gebradt, eine Gattung von Schauir
ber Diable Des Komiſchen eine er
Zenbenz verjolgten. Aus biejen
Franzöfifäge Literatur II.
arce, welche im Unterſchied von ber |
ig an Perſönlichkeiten heftende Sot-
ben Zweck hatte, das Lächerliche im
ſchlichen herausznheben, u. fo das
frauzöſiſchen Charakterluſtſpiels
vollkommen ausgeprägt zeigt fich bie
mlichleit u. Meifterfcjaft der Fran⸗
Fache im Maitre Pierre Pathelin
von Genin, Bar. 1955), einer
noch dem 14. Jahrh. angehört.
bie Farcen jedoch fo jebr aus, daß
von den Sotties zu unterfcheiben
Unngen von Stüden beider Gat-
t, Recneil de plusieurs farces,
alités (Bar. 1795— 1806, 11 Bbe.);
livres singuliers et rares (ebd.
be Lincy u. Michel, Kecueil des
lit6s et sermons joyeux (ebd.
Über die Gefchichte des Franzöfiichen
aupt vgl. außer ben Älteren Werten
Beauchamps, Lavalliere, Suard ıc.
‚es origines du theätre moderne
Bd.) u. Leroy, Histoire compa-
:9 et des moeurs de la France
Beriobe. Mit dem Zeitalter Franz J.
te Hanptepoche in der Entwickelungs⸗
1L. Konnte dieſelbe während Des Mit⸗
ht zn höchſter Entwickelung gelangen,
echt national u. Ausbrud bes eigen-
zöfiichen Volksgeiſtes geweſen. In
poche zeigt ſich Dagegen die merfmär-
daß ein Belt jeinefrübere nationale
indig verläßt u. aufgibt, nm eimer
on aufenber fommenden, auf gelehr-
ührten Richtung zu hulbigen, welche
m zwar innig mit dem franzäflichen
serfhmolzen ıft, aber doch ein von
Sthünmlichen Icsgeriffenes, blos con⸗
eal erzeugt hat.
litt biszur Zeiteudwige XIV.
Ibſchnitte dieſes Zeitraumes gelangte
ng zur Entwickelung. Wie die Pe⸗
—1643 flir Kirche u. Staat eine Zeit
ar, fo auch filr bie Titeratur. Das
:ben ber Haffifhen Stubien
bebingung ber nenen Richtung. Zu
n Berbreitern ber Haffifchen Studien,
„8, einen großen Einfluß ausübten.
Budé, Jacques Teftore d'Etaples
enſis), Joſ. Scaliger, Iſaac be Car
aurat u. bie beiten Etienne (Stepha⸗
echiſchen u. römiſchen Autoren wur⸗
blos von den Gelehrten geleſen,
ichte dieſelben auch durch Überſetzun⸗
ugänglich zu machen. So bearbeitete
größten Theil des Cicero, Dupinet
mus, laute Örujet Die Briefe des
‚et den Lucian, Blaiſe de Vigenere,
überſetzer ſeiner Zeit, übertrug den
u. Amyot den Plutarch. Nachhaltig
ſſiſchen Vorbilder jedoch erſt gegen
dahrh. zu wirlen an; im ben erſten
Then bewegte ſich nech Alles in dem
ie, u. die ganze Literatur ericheint
mittelbare Fortietzung bes Mittel⸗
ste u. bedeutendſte mtr den Dieb»
tunbefanzenen, natienalen Richtung
619
it Element Marot (1495—1544), Kammerdiener
Kram’ I., der im Genre des Billon, doch mit mehr
act a. Feinheit, Dichtete. Unter feinen Freunden
nimmt Mellin be St.- Gelais (1491—1558), ein
Seiftlicher, den erſten Rang ein; in feinen wenigen
aber zierlicden Gedichten, meift erotifchen Inhalts,
zeigt er ſich weniger natürlich, aber gebifbeter, ale
Marst. Er führte das Sonett in die F. L. ein.
Bon ven vielen anderen Dichtern biefer Zeit, bie
faft alle mit Marot befreunbet waren, find zu nen-
nen: Etienne Dolet (werbrannt 1546), ein verbien-
ter Humanift; Bictor Brodeau, Thomas Sibilet,
Brangeie Habert, der Mathematiler Jacques Go⸗
orry, der Geiftliche Charles de Bourdigne u. vor
Allem noch Gilles P’Aurigny, ftarb 1553, welcher
die Tieblicde Dichtung Le jouteur d’amour ver-
faßte. Auch an ten Höfen fand bie Poeſie ihre
Stätte. Man hat Gerichte von Sean I., Hein⸗
rich II. u. Karl IX., fowie von der Maria Stuart;
die wirflih begakte Marguerite be Valois, Schwe-
fter Kranz’ I., Königin von Navarra (flach 1549),
zählte zu ben bebeutentfien Dichterinnen dieſes
yarauns, bie ihren Ruf weniger ihren ſonſtigen
ihtungen, al8 ihrem Heptamdron, einer Rovel«
Imjammlung, verdankt. Doch wird ber größere
Theil der in letsterer enthaltenen Erzählungen Ric.
Denifot, Jacques Beletier u. def. Bonaventure
Desperies, dem Berfaffer des Cymbalum mundi,
zugeſchrieben. Neben ihr gib noch Louiſe Labbe,
die Frau eines Seilers zu Lyon, wegen ihrer Ele⸗
ien, Pernette de Guillet u. beſ. die Madelaine
esroches u. ihre Tochter Katherine (beide ſtarben
1385) als Dichterinnen hervorzuheben.
Das was Kranz I. u. die Humaniften feiner Zeit
für die Haffiiden Studien getban, begann unter
Heinrich II. bereits Früchte zu tragen. Gine be-
dentende Anzahl talentvoller Männer widmete ſich
mit dem größten Eifer nicht nur ben alten Spra⸗
hen, fonbern wandte auch diefe Stubien auf bie
Mutterſprache u. die theoretifhen Anflchten von ber
oefle an. Da größte Verdienſt in biefer Hinſicht
erwarb fih Jean Daurat ob. Anratus (1508—88),
ber ſelbft ale ander Dichter auftrat, beſ. aber
bie jüngeren Kräfte flir das Altertum zu begeiſtern
mußte. Zu feinen Schülern zählt außer vielen an⸗
beren aud Joach. Dubellay (fiarb 1560), welcherx
theoretijch in feiner Illustration de la langue
francaise (1549) u. praftifh in feinen eigenen
Dichtungen für Vereblung der Sprache nad beit
Mufter der Alten, ſowie auch ber immer mehr zu
Geltung gelangenden Staliener wirfte u. auf dieſ
Meife zum Herold nu. Vorläufer ver neuen Digter
ſchule wurbe, die nad ihrem Haupte u. Meiften
Pierre de Ronfarb (f. d.) benannt wird. Zu ih
gehören nch Jean Antoine ve Baff (1532—92
ber bie Metrit’der Alten im Franzöfiſchen einzufttt
ren fuchte u. zu dieſem Bebufe mit Ronſard, J
tele, Pasquier Rapin, St. Marthe Pallerat
Fibrac einen Berein ftifteten, welcher unter Kari X
förmlich zur Akademie conftituirt wurde, aber ©
dem Tote des Königs u. der Stifter ſich wie)
anftöfte. Unter den Übrigen Anhängern Ronfax
ift nur noch Iotelle von Bedeutung, antere
Jacques Tabureau (fl. 1555), Olivier ve Max
Sean de la Taille (fi. 1562) haben nichts Me
tenbes binterlaffen. Nicht zur Schule Rowde
gehört Guillaume de Salufte Scigneur du B
(1644— 90), der fi In feinem großen Tex“
.680 Stanzölife
semaine ou la crdation du monde, welches in
ven erſten zehn Jahren 20 Auflagen erlebte, als
einen der begabteften Dichter feiner Zeit belunbet.
Hielten fich bei den genannten Schülern u. Anhän⸗
gern ber neuen Dichterjchule bie pedantijche Nach-
ahmung ber Alten mit dem Einfluß ber Italiener
die Wage, fo find bie Werte von Philipp Despor-
te8 (1546— 1606), Sean Bertaut (1522— 1611) u.
des begabten Bauquelin be la Fresnaye (1536—
1606) bereit8 mehr von italienifchem als von anti«
tem Geifte angeflogen. Unabhängig biefen neuen
Richtungen gegenüber verhielt ſich der gelehrte
Jean Baflerat (1534— 1602), in deſſen heiler-[aty-
riſchen Boefien ber Geift Villons u. Marots fort-
lebt u. der mit Rapin u. Durand einer ber Hanpt⸗
mitarbeiter an der beriihinten Satyre Menippee
war. Unftreitig ber originelffte Dichter, ber in
Sranteeid feit Billon auftrat, war aber Mathurin
egnier (1573— 1613), der mit Bemwußtjein die rö⸗
milde Satyre auf franzöfifhen Boden bern fangte,
In der ſatyriſchen Poefie bilteten Jacques Dulau⸗
tens u. Thomas de Courval-Sonnet ben Übergang
von Regnier zu Boileau.
Durch die Bemühungen ber Humaniflen u. Diche
ter jeit Marot hatte bie Sprache einen beveutenben
Fortſchritt gemacht; fie hatte fich Durch Nachbildung
der Alten u. Italiener unftreitig über das Gemeine
erhoben, wenn fie auch ebendadurch viel an Beweg⸗
Lichleit, Friſche u. Natürlichkeit verloren hatte. Die
focialen Verhältniſſe hatten ſich veräntert; Paris
war in jetem Sinne die Hauptftabt bes Reichs ge-
worben; bie ftolzen Vaſallen u. Nitter waren zu
geihmeibigen Oöflingen geworden, bie Frauen als
Hiüterinnen ber feineren Eitte führten in ben Ge-
ſellſchaften den Vorſitz: alles biejes hatte die Wir-
tung, daß ſich der Auebrud verfeinerte, ein allge
meines Streben nad Eleganz, Abgefchliffenheit u.
Steihförmigkeit der Bildung fi kundgab u. ein con⸗
ventionelles Ideal ſich heraustilbete. Die Boefie
fonnte fih diefen Eiuflüffen nicht entziehen. Maß—⸗
ebend für biejelbe wurde François de Malherbe
& d.), ber als Dichter felbft nur ſehr Unbedeuten⸗
des gefeiftet hatte, aber die Correctheit für bie
Voefie zu allgemeiner Geltung brachte. Mit ihm
beginnt Daher ein neuer —* in der franzö⸗
ſiſchen Dichtkunſt, die Periode der ſogen Klaffici-
tät. Obgleich einzelne zu Gunſten der von Ronſard
eingeichlagenen freieren Richtung auftraten, wie
3. B. die Demoifelle de Gournay (1566— 1645), fo
ewann doch Malherbe's Syſtem die allgemeine
errichaft. Unter fernen Aubängern find hervorzu⸗
heben Honarat be Bucil, Marquis de Nacan (1559
— 1670), faft ber einzige Dichter jener Zeit, bei tem
man einen tieferen Einn für bie Natur findet u.
der als Ipyllendichter in der Fen L. bis jett wiel-
leiht noch unübertroffen ift, u. Francois Maynard
(1582— 1646), welcher jedoch nur der Sprache we⸗
gen Lob verdient. Beide gehörten zu den erften
Mitgliedern der von Nichelieu 1635 geftiften Aca-
demie frangaise. Nicht zu Überjeben find auch
Jean Ogier te Gombaud (1576— 1666) wegen jei-
ner trefflichen Epigramme u. Claude de Mallerille
(1597— 1647) wegen feiner Sonette. Weniger be-
kannt find Jean Frauçois Sarrafin (1604— 1664);
Claude de l'Etoile (it. 1652); Germain Habert
(ft. 1655); Marc Antoine Gerard be St. Anand
(ft. 1660) 2. Im den damaligen Hofirkeln gläuz-
ten als anmuthige, witige u. geiftuolle Gelegen-
Literatur EL
heitsbichter Bincent Voiture (15%-
als Epiftolograph verbient, n. Iſaac
(1612—91), ber namentlich für tie
Dichtungen lieferte. Noch fi zuen
feiner zarten Lieber Pierre de Gel
1649), ber in brovengaliicher Mu
zu den wenigen Patoisdichtern zählt
Fiat in ber frauzöſiſchen Literaturge
en haben.
Eine vollffändige Umgeftaltung
kanntſchaft mit bein Haffifchen Alteı
Gebiete der dramatiſchen Poeſi
wurben die alten Myſterien, Dloralit
Sotties noch bis zur Mitte des 16.
weife ſelbſt noch Darüber hinaus, a
war unterdeſſen Die neue Richtung jd
ſetzungen alttlaffiicher, theilweiſe a
Stüde, wie namentlich des Tereuti
Euripides, 3. B. von Mellin de Sı
u. Sean Ant. Batf, Sibilet, Ronja:
bahnt. Mehrere biefer überſetzung
Li zur Aufführung, wenn aud n
lehrtenſchulen u. vor ben Hofkreiſen,
zu dieſer Zeit allein ben Ton a
die Überfeungen folgten bie Nachab
Begründer bes modernen franzöf
wurbe ber talentuolle Etienne Jodell
Limodin (1532—73). Alle frübere
feit Franz L zur Grünbung eines
Dramas ut worden, waren mid
jedoch Jodelle jein flnfactiges Tre
pätre captive nad bem Muſter ver
römiſchen Tragöbie fchrieb u. 1552
ur Aufführung bradhte, war bie Raı
Kamöfiichen ramatil entſchieden.
nachhaltig gewirkt, daß jelbft Fra
Tragiker jein Syſtem nur verfeine
verändern konnten, bis e8 erfi in neı
die Romantiker einen Stoß erhielt.
mödie gab Jodelle mit feinem Ab!
La Rencontre eine ganz neue Geſto
mehr od. minder geiſtloſen Nachfol
de la Beroufe (ft. 1555), Der Berfa
dee, Jacques de la Taille (ft. 1605)
tain, Nicolas Filleul, Claude Roui
wähnen. Nur Robert Garnier
fchreitet mit einigem Talente auf ti
ter u. bringt bie von Jodelle eingefi
einige Zeit zum Abfchluß. Nur unb
ter, mie Jean Behourt, Claude 9
be Diontchretien, find ale ſchwache
erwähnen. Dean wählte nicht blos ı
auch gleichyeitige Stoffe, behielt abeı
Form bei. Theophile Viaud's (159
gödie Pyrame et Thisbé konnte tr.
u. mit Spielraum überladenen Spr
ben größten Beifall finden. Die
Passıon mußten 1588 ibr Tbe
de Bourgogne an eine Schauſpit
mietben, welche nunu auch bie Etü
Garnier's vor dem Bolfe zur Auffi
übrigens als die Wiege der beun
frangaise zu betrachten if. GCiu 3
entftand 1600 im Marais im Hotel
welche nanıchtlih Alerander Harty
tete. Letzter zählt zu Den fructk
tiſchen Dichtern u. ſoll iiber 500 €
geliefert Gaben. Obgleich er fich nid
Srangäftfege, Ritratur IT..
erdenen Geſetze ber Alafficität hielt, | verbreiteten ſich um bie nämliche Zeit viele Über-
in ber Gntoidelungegeidicht des
ramas einen Kor t, indem er
ven Verſtand, mehr Dialog u. Hand⸗
eine Bergänger zeigt. Auf ber von
Komödie ereffneten Babe, wo na- |
zmer, fat mehr noch bie Staliener |
Zaille u. X. vor. Der Talenwollſte
ce de Larivey, der 12 Komödien in
ven batte; mande feiner Stücke
vor Augen gehabt zu haben. Faſt
ben Stüden wirb ber Auſtand in
verießt wie Die Sprache. Die Städe
find nicht ohne einzelne feine Züge.
iſtleriſches, mehr aber ein hiſtori⸗
gewähren bie zablloſen bramatifchen
the Durch die lirchlichen u. politi-
jener Zeit beroorgeruien wurden.
find die Dramen Chilperic se-
i6 Leger u. Guisinde von Bierre
eq, Claude de Baſſecourt u. Guill.
aAdramatiſirte Schäferſpiele,
von Ric. Fillenl zuerſt in Frankreich
en war. Bgl. Ebert, Entwicklungs⸗
mzõſiſchen Drama, beſ. im 16. Jahrh.,
azöſiſche Profa bat in dieſem Zeit |
edeutende Umwandlung urfahren,
jt gerade durch bewußte u ablicht-
zen ber Schriftfieller,, weldhe erfi ne»
jiefer Beriode beginnen. Ben auch |
rlichen König Franz I. ber Ritter-
an Adrien Sevin, Glaube Collet
efefiart® Bearbeiter fand, jo konnte
Dauer keinen Reiz mehr ausüben.
>e, bei. als durch die Königinnen
arina von Metici die Kenntmiß u.
er italienijchen Literatur in gr
mmen war, bie Novelle nad ita⸗
ern, bei. nach bem Boccaccio®, bie
ber Kreile des Hofes. Das bereits
amd6ron ber Königin von Navarra,
nah Boccaccios
Hofe Rahahmungen, bie jedoch
eratben find. Zu erwähnen bürften
oyeux contes et devis des Bona-
er (fl. 1544) fein.
ugen aller Art, welche in Folge ber
1 Granfreich bervorgerufen. wurben,
ebrere der hervorragendſten Gelfter,
Begenftande theils ernfter, mehr aber
her Darftellung zu machen. An ber
Romane Gargantua et Pantsgruel,
feine ungeichicdten Nachahmer wie
ı Untele, Nocl du Fail, Beroalde
ıbeurot u. Gnillaume Bouchet gänz-
nheit gerathen find. Ghrenvolle Er⸗
le aufjer ber bereits erwähnten Sa⸗
o, bie Confession de Sancy u. mehr
m de Foeneste des edeln Tpdobore
ign⸗ (1550—1630) , ſowie bie latei⸗
ne, aber oft überjeßte Argenis ven
583-—1621).
u erufieven Gattungen bes Nemane , beflem
orbilbe amgelegt
2
ienen einige politifch-fatyriiche Werte
ſetzungen der in Spanien u. Italien [ehr beliebten
Schäferromane u. Schäferfpiele, wie berAminta
des Taſſo, des Pastor Fido bes Guurini u ber
Diana des Montemayor, weiche auch in Frankreich
ähnliche Dichtungen herverriefen. Am bebeutend-
Rem unter den Letzteren war bie Astrde von Ho⸗
nord d’Urfe (1567— 1625), welche noch Jahrgehnte
nad ihrem Erſcheinen mendlich bewundert u. un⸗
zählige Mal nachgeahmt wurde.
Auf dem Gebiet der Geſchich te hat dieſer ya
raum nur einen bebeutenden Gchriftfieller,
Jacque Auguße de Thou (Thnanus), aufzumeifen,
der jedoch fein treffliches Wert: Historiarum su
temporis (1544-1607) libri 138, Iateinifch ge»
fchrieben bat. Nach ihm nerfuchte in ber Dar»
ftelung ber neueren Weltgeihichte ber erwähnte
Theod. Agrippa d Aubigne. Mehr ſagte von jeher
dem Nationalcharalter ber Kranzofen bie Form ber
Memoiren (f. d.) zu, welche jedoch ben frü-
beren treuberzig - neiven Ton verloren u. ber mo⸗
dernen Correctbeit elen. Am belannteftien une
ter denfelben find bie Memoiren bes Pierre be Bour-
deilles, Seigneur te — nn
zwar witzig, geiftreich u. pilaut geichrie r
beren ſchmutziger Inhalt aber Kur 4 utren jene
fittenfofe Zeit widerſpiegelt. Noch Ju er⸗
innern bie interefjanten Memoiren bon Krancois
be Baflompierre (1579 — 1646) u. von Pierre be
lEſtoile (fl. 1611). Wichtiger für die Geſchichte
find noch bie Memoiren von Marguerite de Val
Gemahlin Heinrich IV. (1552—1615), von Blaiſe
be Montlue (1500 — 1577), von Michel de Caſtel⸗
neu (fl. 1592), von Philippe de Mornay, Seigneur
bu Bileffie (1549 — 1623), von dem Miniſter
inricht IV., Maximilian de Bethune, Due be
ully (1560—1641), u. von dem Dne be Roben
(R. 1638). Das dem Eardinal Armand Dupieifle
be Richelien (1585 — 1642) zugeichriebene 'Testa-
ment politique gebört zu ben beften politiichen.
Schriften. bie Sprache u. Darftellungsweile
ZYoinvilles erinnert noch bie Histoire du chevalier
de Bayard vom unbelannten Eecretär des Rit-
ters; weniger geichäßt ift die Histoire de Louis
de ia Tremouille von Jean Bouchet (1476 bie
1550).
Die didaktiſche Brofa, welche fich bereits im
| 15. Jahrh. nach dem Muſter bes Rateiniichen zu bil»
ben begonnen hatte, entwidelte fi in biefem Zeit»
Pa ee
t ⸗
be bie meiften fireng bie ftlichen —* noch
immer in lateiniſcher Sprache abgefaßt wurden.
chriftſteller, ſowie ganz einzig in ber |
t Rebt Francois Rabelais (f. d.) mit:
Namentlich waren es Anfichten vom öffentlichen
Leben, über menſchliche Veftrebungen u. verwandte
Gegenftände, bie zur Daun lnng ewäßlt wurden.
Diefe populär »philofophiiche Richtung blieb Bis
anf bie menere Zeit herab bie vorberrhepenbe. Das
Hauptwerk in diefer Beziehung bilden bie Essais
von Michel Eyquem be Montaigne (ſ. d.). Rächſt
diefem verdienen noch Beachtung Henry Etienne
(1523—98), Pierre Charron (1541—1603) —
feiner Traits de la sagesse, Etienne be la Bo
(1531—63) ; Olivier be Seres, Geignenr du Pro»
bei (1539 — 1619), beffen Theatre de l’agricul-
ture ein Geitenftüd zu Charles Eſtieunes Maison
rustique bildet; Hubert Languet, Jean Bobin, mit
inhattzelhhen !erte Aber ben Staat bie
622
wiſſenſchaftliche Bearbeitung ber Politif bei ben
Neneren beginnt, u. Calvin, ber fih um ben fran-
öſiſchen Styl vielfad verdient gemacht bat. Des
eßteren berühmte Institution de la religion
chretienne bietet das erfte Beifpiel einer wahrhaft
wifienihaftfihen Profa. Als Kanzelredner iſt
nur etwa ber Jeſuit Claude be Lingendes (1591
bis 1660) zu nennen.
Aus dem Streben, den Alten nachzueifern, ging
auch die Yiteraturgattung dee Briefe hervor, welche
nicht blos wie bie des Cicero u. jüngeren Plinius,
im Jutereſſe wes perſbonlichen Verkehrs, fondern
zur Unterhaltung fiir das gebildetere Publicum ge-
fchrieben find. Hervorzuheben find in diefem Genre
Sean Louis Gue de Balzac (1594 — 1654), ber
fi auch anderweitig in feinen proſaiſchen Schriften
mit Bemußtfein einen Styl nach dem Muſter der
Alten zu bilden fuchte u. deshalb allertings zum
Neformator der franzöfiichen Profa geworden if,
u. der bereits oben ermähnte Vincent Boiture,
welcher als Muſter deſſen gelten fanıı, was man
damals, ſowie im nächſten Zeitraume einen Bel
esprit nannte. Neben biefen ift nur noch Pierre
Coſtar (1603—60) zu nennen.
B) 2. Abſchnitt. Zeitalter Qubmwigs XIV.
War ſchon unter Richeliew ber Hof zu Paris bie
Sonne geworben, um welde fich alle Geſchmacks⸗
richtungen in Frankreich bewegten, jo war dies in
noch höherem Grade ber Fall unter Ludwig XIV.,
ver durch den Nimbus politifcher UÜbermacht u.
Größe, ben er um ſich zu verbreiten ſuchte, Die
übrigen Fürften u. Völker Europas nicht blos für
franzöfifche Politik, fordern auch filr ben franzöſi⸗
ſchen Geſchmack geſchmeidig machte. Mit unbegreif-
licher Schnelligkeit verbreitete ſich der letztere ſo⸗
wohl in Sitte wie in Literatur verderblich über die
meiſten europäiſchen Staaten. Das Franzöſiſche
wurde zur Weltſprache. Frankreich ſelbſt glaubte
ſich auf dem Höhepunkt ber Bildung u. blickte ver-
ächtlich auf Die Beftrebungen des Auslandes, ja ſelbſt
feiner eigenen Provinzen herab; man ſprach von eie
nem goſdenen Zeitalter der Franzöſiſchen;
Literatur, als deren Schöpfer man Ludwig XIV.
betrachtete. Obgleich Richelien Wiſſenſchaften u.
Künſte begünſtigt u. eifrig geliebt, ſowie 1635 Die
Alatenie u. andere wiſſenſchaftliche Anftalter ges
ftiftet hatte, To ift Doch Colbert allein als Die Urfache
alles Großen anzufehen, was unter Ludwig AIV.
für Literatur u. Gelehrſamleit in Fraukreich geichab.
Er ftiftete 1663 die Alabemie der Infchriften u.
Schönen Fiteratur, 1664 bie der Malerei u. Sculp⸗
tur, 1666 bie der Wiflenfchaften; 1667 wurde bie
Sternwarte, 1673 ber Botanijche Garten, das Che-
mifche Laboratorium, ſowie das noch gegenwärtig
beſtehende Journal des Savants begründet. Der
Hof ſelbſt mar der freien Eutwickelung der Natios
nalliteratur keineswegs günftig. Yiterariiche Cote⸗
tien, an beren Spige gewöhnlich geiftreiche rauen,
wie Ninon de P’Enclos u. Die Marquiſe von Se-
vigne, ftanden, traten durch ihre eigenmächtigen
Beurtheilungen jeter originellen Entwidelung Des
Genies entgegen. Das äfthetiihe Grundgeſetz ber
Dichter Jautete: Etudiez la cour et connaissez
la ville. Die Profa verlangte zwar einen ſolchen
Grad von Klarheit, Leichtigkeit, Feinheit u. Prä⸗
cifion, daß der banıalige franzöfifche Styl jür den
Projaiften inner maßgebenb bleiben wird; aber in
dieſen glatten Formen fehlte das freie, frifche Leben,
Franzoͤſiſche Kiteratur IL.
die naturwüchſfige Kraft, ver Schwung
ſterung, überhaupt alle Poeſie. Rur
Eriftel, das wigige Epigramm n. d
das eben bie Pariſer Welt zum Geyer
Darftellung mählte, konnte unter bie
den erbeblihe Yortfchritte miachen, we
übrigen Dichtungsarten ibre BVertrei
baben. Die frauzöfifcde Akademie we
diefem Zeitraum eine Nutorität u. üb
fluß auf die Literatur, wie er ihr ipi
ber vergennt war.
Unter ben verfchiebenen Gattungen
gewann in diefem Zeitraume tie bı
ihtung, als vorzilglich geeignet, |
zend zu verſchönern, das Übergewicht
eigentlichen Glanzpunkt defielben. Geb
Die freie Kemegung des Dichters durch
kommende, von Boileau ausgeſpreche
ſogen. drei dramatiſchen Einheiten. Die
den gewöhnlich dem Alterthum entlel
man hinzu, daß das neue franzẽſiſche
gelehrtem Wege entftanden, n. tie Dra
vor ben Hoifreifen zur Aufiäbrung fan
ren fich Die Borzlige u. Mängel dieſer Ha
zöfifhen Tragödie, ihr Pathos, ihre i
durchaus edle u. zierliche Sprache, ihr
Handlung, ihr Überfiuß an Monolege
Berichten, ihre langweiligen Confident
faden Galanterien. Dichter wie Zcan I
bie 1686), Francois Baro (1609 —
35 Tragödien im fentimentalen Sch
balten find, Francois Triſtan, benanı
(1601—55), deſſen platte Mar:amnı
boch gehalten wurbe, u. felbft ber taleı
Rotreu (1609 — 50), der vorzüglich !
auch im Venceslas, feinem beiten '
Augen Batte, wurden gänzlich verbı
tie Werke des Pierre Eorneille (f. d.),
Franzoſen den Großen, ben Vater ihr
nennen. Sein beriibmter Cid atbmet :
tiſchen Geift, fpäter aber wurde er biei
bet u. fügte fi den Forderungen ves K
Sein Bruder Thomas Corneille fich
ihm. Sowie Corneille im Erbabenen u
zeichnete ſich Jean Racine, gebildet an
werfen der Grieden u. Römer, dab
Kenner bes menſchlichen, bei. dee me
ens, im Rührenden aus. Er behaupte
Franzöfiichen Dramatifern unbebinut
Rang. Sein Rival, Jean Nic. Prabt
ber ebenfalls eine Phedre bichtete
Coterie des Hofes getragen wurde, i
Bergefjenbeit auheim gefallen. Anker
Dichter, melde, wenngleich jetzt Läng|
doch zum Theil Damals Beifall fanden
thier De Koftes de la Calprenẽede if. 166%
te Seudery (1603 — 67); ferner Kran
d'Aubignac (1604—76), Der durch jeiı
du theätre anf tie Firirung bes
Syſtems der Franuzoſen ben größten G
Cyrano de Bergerac (1620—55), Ch:
Geneft (1636— 1719), Yrancoig Dar
(1665— 1704), Antoine de fa Foſſe (lt
Hilaire Bernard de Yongepierre (1659
Die Stüde Jean Galbert Campiftreui
1723), eines Schülers Racines, bielte
lich lange in ber Gunft des Publicum
berer Schüler Racines war Lagrang
Franzöfifche Literatur TE"
Proper Jolyot de Crebillon führt
‚e terrible od. der franzöfiche
idarte be la Motte Tragödie Inte
> ihrer Zeit großen Beifall.
licher als in ber Tragödie beweg⸗
azojen auf dem Gebiete bes Ko ui»
eiſter, Muſter u. Borbild ſteht oben
ſte Pocquelin, genannt Moliere (|.
‚ ber ſich durch das Studium römi⸗
ber u. ſpaniſcher Komiler n. bes
uſtſpieldichter bilbete. Der einzige
ter, ber fich roch einigermaßen mit
ichen läßt, ift Jean Francois Reg⸗
1710), fouft find nur noch einige
Scarron u. bie Schubladenftäde
ir) von Edme B. Bourfault (1638
nnen. Schwächer find Michel Bar
29), einer der größten Schaufpieler
ber Schule Molieres gebildet; Guil⸗
eau de Brecourt (fl. 1685), Schau
er; der Schaufpieler Marc Antoine
— 1728), unter befien zahlreichen
ten bei. der Roi de Cocagne ſich
avid Auguſtin Brueys (1640 bis
alles gemeinſchaftlich mit ſeinem
Palaprat 650 - 1721) arbeitete;
Riviere Dufresny (1648—1724),
Dancourt (1661 — 1726) u. Rod
nteroche (1617—1707).
Ihe Drama, die Oper, murbe buch
aufpieler in Frankreich eingeführt,
l Mazarin batte kommen laſſen.
itte, die Oper in Frankreich heimiſch
chahen durch Corneille, deſſen An-
‘oison d'or mit theilweiſer Beglei⸗
MRufif dargeſtellt wurden. Hierauf
er Marquis be Sourdeac mit dem
einem unbedeutenden Dichter, u.
ambert zur Herſtellung von Opern,
369 ein Privilegium zur Bilbung
ie royale de musique. Da ihre
Müdtlich abliefen, verkauften ke ihr
den berühmten Componiften .
1633—87), welcher mit beim begab»
Bhilippe Ouinault (1635—88) der
franzöfifden Oper wurbe. Keiner
noſſen des Letteren, welche fich in
ten, wie Campichon, Th. Cor⸗
tonfjeau u. La Fontaine, kann ſich
mit ihm mielfen. .
ig für bie ntwidelungenefäichte
n Theater s find noch das Iheätre
Theätre de la foiro. Italieniſche
xtten ſchon ſeit 1570 ihre meiſt im-
ide in verichiebenen großen Stäbten
bis fie 1577 die Erlaubniß
m Paris 2 fpielen. Bis 1645, mo
ae ne a " —ãA
w eit, fling verichiebene
Sonfidenti, nr Gelosi, bie Comici
ten Gelosi 1. be al —
g ufangs ſpielten
Gab aber — u. franzöſiſch.
weiche une angebeutet u. von ben
mproviſirend ausgefüllt wurben, ex«
8 nach dem Tode Lubwigs XIV.
tolle Dichter, wie Regnard, Dis
Legrand, haben für biefe Truppe
gearbeitet. Bgl. Gherarbi, Theätre italien, Bar.
1741, 6 Bbe.; Nouveau Tbäätre italien, Bar.
1753, 10 Bde. Da während ber Meffen in Paris’
bie Privilegien des 'Theätre francais fuspentirt
waren, ſchlugen Saufvielergefelige) ten ihre klei⸗
neren Theater in ben Vorſtädten auf (Theätres
de la foire), auf benen fie poflenartige Stüde
aller Art, mit Geipräh, Gefang u. Tanz, kur
Aufführung brachten. Als jedoch 1697 dieſen Buͤh⸗
nen das Sprechen, eine Zeit lang ſogar auch das
Eingen unterfagt wurde, bediente man fi der:
Bantomime u. ber Couplets ob. Spottlieber,
welche bem Bublicum von ber Bühne aus Ieabar
vorgezeigt u. banın von biefem gefungen wurden.
N Yufbebung jenes Berbots entwidelte fih aus
biefen Vorſtellungen einerfeit bie Opera comi-
que, in welcher abwechſelnd gelungen u. geiprochen
w andererfeits bas Baudeville, in welchem
die gejungenen Partien nicht beſonders componirt,
ſondern nach allbelannten Melodien vorgetragen
wurben. Fur ba6 Theatre de la foire haben ud
au Lefage u. D'Orneval gearbeitet. L Lefage
u Dem ‚ Theütre de la foire, Bar. 1725,
|
0 Bde.
Das Epos, worin ſich früher [don Ronfarb ver⸗
(mit hatte, gelang in dieſer Periobe noch weniger.
epiſchen Dichtungen biefer Zeit machen
Eindrud künſtlicher, ben Alten u. Italienern 3*
gemachter Machwerle ohne inneres Leben. Sehr
geringen Werth beſitzt Jean Chapelains (1895 —
1674) Pucelle d’Orl&uns, obgleich es gleich nach
feinem Erſcheinen ſechs Auflagen erlebte; gen)
vergefien find ber Moise. sauv6 von Marc. Ant.
Gerard be St. Amanb dr der Clovis
von Jean Desmarett de St. Sorlin (1595 — 1676)
u. ber Alaric von Scubery. Reicher an Grfindung
und Bhantafie ift ber St. Louis von Piere Le
Moine a Als ſchwulſtiger Ueberſetzer
des Lucan Mi Georges be Breboeuf (1618
—$1) anzuführen. Aus der großen Menge meift
mißlungener komiſcher @pen ift nur ber Lutrin
bes Boileau, in feiner Art ein Meiſterſtück, aus⸗
uzeihnen. Die burleolen Dichiungen Paul
carrons, bes erwähnten Desmarets be St. Sor-
lin u. bes Charles Coipau b’Affouch (1604—79)
find ebenfalls der verdienten Bergefjenheit anbeim
gefallen. Dagegen find bie Tomifchen, bejonbers
erotifgen Erzählungen u. Schwäne, die Rad
blüthe der alten Contes et fabliaux auch in biefer
Beriobe trefilich vertreten. Mufler einer beiteren,
geiftreihen und aumutbigen Erzählung finb_ bie
allerdings etwas up en Contes bes Lafon⸗
taine, welche bie Contes bes Jacques Vergier
(1657—1720) nicht erreichen, welchen aber die ſitt⸗
lich reinen Erzählungen bes Antoine Banberon be
Seneck (ober ecay, 1643— 1737) ähnlich) find.
Kür die Lyrik Fi ber franzöfiiche Nationalcha⸗
raller von jeher nicht geeignet. Cinige Arten, wie
das eigentliche Fieb, das Kirchenlied u. das Volls«
lied (im deutſchen Sinne) geben ber franzöftiden
Literatur jo gut wie ganz ab, ba Letzteres nur in
ber Form bed Chanson auftritt. Der kanal en
Lyrik bleibt nur bie Ode u. das guig Triniieb
übrig; boch wird die Obe, bie ſich formell eng az
Horaz und Binbar 3* t, durch Steiſheit,
Schwulſt u. erfüuflelten froſtigen Enthufilasmns
enie bar. ALS Repräfentant ee fran-
zöflichen Lyrik dieſes ums iR Bapıifte
*
D
Rouſſeau (1669—1741) zu betrachten, ber, obgleich |
er in Bezug auf Erhabenheit des Ausbruds, Stro-
pbenbau u. Sprache feine Zeitgenoffen weit über⸗
ragt, doch eigentlich nichts weniger als Lyrifer ift.
Dagegen wurden diejenigen Arten von Lyrik, welche
keine eigentlichen Dichter, fonbern nur einen ger
bildeten, wigigen, mit Sprade u. Styl vertrauten
Weltmann verlangten, mit Erfolg gepflegt. Na⸗
mentlich bildete ſich bei der in den höheren Stän⸗
den immer mehr einreißenden Unfittlichkeit die
leichtfertige Poeſie (Poesie folätre, legere, fu-
gitive, badine) fehr fchnel aus. Die Ninon
be l'Enelos war ber Mittelpuntt, um welchen fich
viele witzige, geiltreihe Epikureer verfammelten.
Ihre Gedichte, Chansons, Madrigaux, Ron-
deaux, oft nur vom Augenblide beim Gelage ein-
gegeben, athmen alle nur Luſt u. verfemerten
üppigen Febensgenuß; fpäter jedoch unter der Re⸗
entichaft wurden in denfelben alle Ehre u. Zucht,
7 mie alle religißien Gefühle verbähnt. Unter jenen
Männern, bie jeboch unr weniges ſelbſt aufge
zeichnet haben, find die beteutenbften: Denis
Sanguin de St. Pavin (fl. 1670) u. Nicola® Ban»
geil bes Iveteaur (ft. 1649). Bekannter ift jedoch
(aude Emmanuel Luillier, genannt Chapelle (1616
— 86), an deſſen artiger Dichtung Voyage de Ba-
chaumont et de Chapelle aud jein Freund Fran
cois Te Coigneur de Bachaumont (1624—1702)
Antheil hatte. Im ber nämlichen Weiſe dichteten
Alerauder Lainez (1650— 1710), Guillaume Am-
foye de Chaulieu (1639— 1720) u. Charles Augufte
de Ia Fare (1644— 1712). Sonft verjuchten fich in
ber Poésie legere noch mit Glück Etienne Pa⸗
villon (1632— 1705), Antonie Ferrand (1642—
1719) u. Charles François de Ry de Charleval.
Unter den didaktiſchen Dichtern biefer Zeit
ift vor Allem Nicolas Boilean Despréaur (ſ. d) zu
nennen, in bem fich der Geſchmack der Zeit Lud⸗
wigs XIV. perjoniftcirt. Befonbers Durch feine Art
podtique in vier Gejängen übte er einen faum zu
berechnenben Einfluß auf die Literatur feiner Zeit
aus. Neben feinen Epitres find nur noch die ern⸗
fteren des I. 2. Rouflean u. die zwar anmuthigen
aber höchſt Teichtfertigen Chauliens zu nennen.
Unter den Fabeldichtern biefer Zeit, mie liber-
baupt bei den Franzoſen, ift Jean de Yafontaine (f.
d.) der erfte u. Meifter geblieben, weit unter ihm
Reben die Fabeln Houdards be la Motte u. Henry
ihers (1685— 1748) ; ganz unbebeutend find Eu⸗
ftache le Noble (1643— 1711) u. Efprit Sean d'Ar⸗
denne (ft. 1748). Sn der Hirtenpoefie konnten
natürlich Die Branzofen in diefer Zeit noch viel we—⸗
niger etwas von Bedeutung leiften als früher. Am
menigften verfünfielt zeigt —* noch Jean Regnauld
Segrais (1624— 1701); nächſt ihm dürfte vielleicht
nur noch Antoinette du Ligier de la Garde Des⸗
boulieres (1633 — 94) zu nennen fein. Ihrer Zeit
berühmt waren die jett kaum noch lesbaren Ele»
gen der Henriette Coligny de la Suze (ft. 1673).
a8 Unnatürlichſte find die Podsies pastorales
von Bernard le Bovier de Fontenelle (1657 —1757),
defien Schäfer fih wie Herren vom damaligen
Hofe geberten.
‚ImRoman fpiegelt fih mehr, als in irgend
einer Gattung der Yiteratur, der jebesnalige Zu-
fand der Sitten, der Gefelligfeit, der Geiſiesrich⸗
tungen eines Zeitalters am treueften ab. Der Klaſ⸗
ſicismus fand nicht gleich Eingang in die Roman⸗
Franzoͤſiſche Literatut IL
literatur. Mehrere Romanfcriftfte
erinnern noch an Die Chevalerie u.
älteren Ritterromane. In dieſer &
fih aus Santhier de Coſtes de la
1663), weldyer Berfönlichleizen u. &
thums in die Sitten des Rittermeien
nen ©alanterie Fleibete; feine Man
weiter ausgeiponnen in den Roma
leine de Scudfry (1607 — 1701), m
bes Alterthums mit allen ben zärti
ber raffinirten Galanterie u. be
Sprache der Precieuses jener Ze
deshalb von Molitre u. Boileau
jpottet wurden, während fie ihrer Zei
fanden. Den Gipfel in Diefer Manie
rin Le Roi be Gomberville (1600-
das Altertbum verjerrenden Manie
Madame de Billedien, die aud ir
Ipanifhen Novellen fchrieb. Neben
romanen fam allmälig ber hiſtori
Aufnahme, ber jeboch faſt nur von f
wurde. Die Reihe ber letzteren
Mabeleine Bioche be fa Vergne, Grä
(1663— 93) mit ihren Hauptmerlfen
de Clives u. Zaide; ihr folgten (
de Saumont be fa Force (1650—-
Catherine Jumelle de Berneville, &
(1650—1705) u. Marie Angeligı
Gomez (1684— 1770). Zu bei Leber
bes kleineren Parifer Bürgers ftiegt
Anteine Kuretiere (1620 — 88) beral
öfifches Wörterbuch feine Ausichlir
Franzöfifchen Alademie zur Folge bar
Gattung bes Romans repräjentirt
Sage (1667—47) in feinen nad f
ſtern gearbeiteten Gil Blas de Sant
lihen Werten; ſelbſtändiger zeigt fü
ril-luftigen Genre Paul Scarton
vorziglih mit feinem Roman com
ten Nachklang Rabelxisfcher Laun
Ein ſchamloſes Werk ift Die Histor
des (raules von Roger de Rabuti
Buſſy (1618—93). Gegen Ende
kam plötlidy Die Gattung der Feeun
nahme. Den Anlaß Dazu fibeint €
(ft. 1703) mit feinen Contes de
gegecen zu haben. Mehrere ver c
amen, wie die Gräfin D’Aulnev,!
la Force u. felbft der berühmte Fen
in feinem Tel&maque ten unverg
man dieſer — ſchuf, ich
für die Erziehung bes Herzogs v
Unter biefen Umftänten ınußten di
orientalifher Märchen, welche
(1646—1715) Petis de Yacreir (fi
men Gueulette lieferten, Beitall fin!
züglichfte jedod in der Märdyeng:
Graf Antony Hamilten (1646— 17:
Die Geſchichtſchreibung k
Zeit wie bie Yubwige XIV. n. fei
nicht vecht gedeihen; es treten zwar
ber in großer Anzahl anf, allein ee !
unter keiner, der ein Werk von blei
ee hä.te. Die meiften geichne
prachlicher u. ftyliftiicher Beziehung
nen find: Antoine VBarillag (1624—
stoire de France bödjft unzuvertä
haft ift; Eubes ve Méezeray (1610—
‚Wtanzäfifche. Lihesatue: IT.
x witzig zeigt, aber gruudliche
Ußt. —* it in noch höhe⸗
all bei den beiden Jeſniten Ga⸗
128) u. Bierre Joſeph b’Orleane
: ale Gränblichkeit n. Wahrheit
Viebenen Saritten bes Sefuiten | fen
3 (161688). Achtung
‚ouis XIII. von Michel le Ba
N: ‚aber ——
ſchone Da n net
n Werke von Céſar B ——
2) u. von Rene Aubert de VBertot
e ihrer Zeit ale Meiſterwerke
ex arbeitete Jean Baptifte Dubos
Nen Hauptwerk bie Histoire de
res be la Croʒe (1661—1739)
tage de Beauval (1653— 1723).
lichen lirchen hiſtoriſchen
rn treten latholiſche Kir⸗
Zu den beſten der⸗
ube, Bleury (f.. d.) mit feiner um
ire eccl&siastique; ferner tonis
be Tillemont (1637—
ragt an Zalent ber Kung
e Boffuet (f. d.) mit feinem Dis-
oire universelle, mit welchem
oſophiſche Behaudlung ber Ge⸗
‚nbebeutend find bie Arbeiten von
ie Werte über bie Geſchichte der
Zefuiten rancois Catron (1659
re Julien Routlld (1681— 1740).
ichriebene Compilationen die
achtbaren fen harles
40); fein Fortſetzer Jean Pap-
er (1693— 1765) Mr — u»
Memoiren wurben in dieſem
. Der erfte Rang gebührt denen
in François Paul be Gondy be
welcher Hit Meifterihaft die Un⸗
ſchildert. Vortrefflich geſchrieben
os bes Herzogs François be la
513—1680), weniger bebeufenb
aub be Gonrrille ——
darie Loniſe d'Orleans, H erzogin
16271693), noch unbebeu
: Bertaut de Motteville (1615—
igin Anna von Oſterreich. Um⸗
emoiren von Philippe be Cour⸗
: Dangeau (1638— 1720).
: Berebtfamkeit hatte vorzüg-
h beiden öffentlichen @erichtsver-
doyers) u. auf ber Kanzel u
in diefer Beriobe erreicht bielel
tufe der Bolllommenheit. Unter
nRednern find Olivier Patru
Intoine le Maiftre (1609— 58),
ren Henry Frangois b’Agneffeau
lien Mercuriales beſonders ge-
inl Pellifion (1624—93) wegen
x Bertbeibigungeichriften, ber»
bie Gelege nbeit jur —
te, fo bot bie Kanzel das ergie⸗
e Berebtfamkeit. Die Kanzel⸗
n 4. Wfl. VL’
beredtſamkeit, welche im Katholiciemus eine
andere Ste fie einniurmt als im dene
— nes Benigue Bofſuet =
e 1612-1710 ,
—* ei N er
ua Gain SEE ber jebedh
von — ‚
—5 — ſeinen T e, fo * durch feine
den erſten ein⸗
—— Bene
634— 1703). Iacauel
—— (1637 - 1730) ai für: den Bofinet bes
Broteflanten. Ws ber f naten Wie»
bemiſchen —— 323*
* de ale 254 Se Bet
ber gs Pirat giem —E— ⸗
ber Beredtſamkeit repraſentiren.
a eng
—3 * pfer der —— *
anfreich, ent Descartes (Gartefi
olas ——— von denen ber erfiere
Schriften je lateiniſch abgefaßt hat,
auch zu den he 2 ee a On eiylifen. Hervor⸗
—— find no Janfeniften,
m Portroyhal, u Benebiftinerabtei bei Baris,
atten br *3 lins Geſchichte won
ambg. 1843 gehört vor Allen
scal a ae einer ber
ber größte
äuner n. zugleich *
ſailer feiner Zeit, der Berfaſſer ber Lettres
vineisles u. ber Pensses. Aud feine u *
ude, Ant. Arnaufb (1612 94) m. ierve Süicofe
162 acer haben fich ale theologiſche u. Moral-
riftſteller aueg rei Dahn nn ges ehört auch Fand
der ber genannte | Geſchicht n,
ort?
deſſen Ma-
d’enseigner ge Yadier les beiles lettres
* —E war. Neben dieſen von tiefſter
genen Blumen, en u bee 1 na er Dee,
ben Jahrhundert par Derrfiaft selang —5—
en Jahrhu
benterei zu uber pr den Sr * bar»
is de sim iüer be St. h Gmenam 615 er und cm
mei aber a
— * — ie * * u auf
das wirkliche Leben riet Rab fh ı
t imos v 6
—
Bruyvere (1639-96).
Der Briefſtvl, der Boiture m. Balzae in
der vorigen Beriobe literariſche Geltung erlangt
hatte, fand im dieſem Lei eine volle Aus-
bilbung. Mufierhaft ‚weil —*5 — n. natürlich
hrieben, bie Briefe der rau Marie Re
butin be Sevigu: (1626—96), weiche au einen
treuen Spiegel ber damaligen
626
ben. Lange Zeit berübmt waren die Briefe bes
Edme Bourjault (1638—1701) an eine Geliebte,
Babet genannt. Mertwürbig find die Briefe bes
gelehrten Pedanten u. Arztes Guy Batin (1601 —
1672) wegen ihres fatyriichen Gehalts u. halb⸗
lateiniſchen Styis. Als Überſetzer find in fiyli-
ftifher Hinfiht von mehr oder minder Bedeutung
Nicolas Perrot d'Ablancourt (1506—1664), Ame-
lot de la Houffage (1634—1706) u. vorzüglich
Anne Lefebvre, verehelichte Dacier (1651 —1720).
Verdient um die franzöſiſche Sprache machte ſich
der gelehrte Gilles Menage (1613 — 92). Die litera⸗
riſche Kritik befindet ſich in dieſem Zeitraume noch
in ihrer Kindheit. Unter den verſchiedenen Schrif⸗
ten von Berrauft, Rene le Boffu, Rene Rapin u.
Dominique Bonhours, Die Damals Aufjehen mach⸗
ten, bejigen nur die Keflexions sur la poésie, la
peinture et la musique von 3. Baptifte Dubos
feibenden Werth.
. IL Beriode. Bonder ZeittudwigXlIV.
bis zur erfien Revolution. Im 18. Jahrh.,
das ſich ſelbſt mit Oftentation dag pbilofcpbifche (Le
sidole philosophique) nannte, ging ber allgemeine
Berfüll der Sitttichkeit mit Dem der Literatur Hand
in Hand. Mit der Regentjchaft trat in ber geiftigen
Entwidelung Frankreichs immer mehr ein ülber-
wiegenbes Streben nach dem unmittelbaren Nütz⸗
lichen, eine oft ſelbſtſüchtige Unzufriedenheit mit
dem Beftebenden, u. eine alles verhöhnende Fri-
volität hervor. Die unglaubliche Sittenlofigfeit
bes Hofs, des Adels u. ver Geiſtlichkeit wirkte nach⸗
theilig auf Die ganze Nation. Die teftgemurggelien
äſthetiſchen Anfichten Tonnten tie Ginwirkung
foicher ſittlicher Zuſtände auf ben Verfall der Lite
ratur nur unterftügen. Ludwig XV. fürchtete ta-
‚Ientoolle Schriftiteller und meinte, fie würben bie
Monarchie zu Grunde richten. Das literarijche Le⸗
ben 30g ſich taber vom Hofe in die Salon zurild,
bie von nun an in der Fiteraturgefchichte eine immer
größere Bebeutung gewannen. Die wichtigften
diejer glänzenden Vereinigungspunfte waren bie
Salons der Madame Geoffrin, Mat. del’Eipinaffe,
Diad. Dudeffandb u. des Baron Holbach. Der
geiftreiche Rivarol kann gemiliermaiien fiir ben
perlonificirten Geift Des damaligen Salonlebens
gelten. Was man Philoſophie nannte, war nichts
ndered als die natürliche, lang unterdrückt ges
wefene Neflerion Des kritiſchen Verſtandes über
bie höchften Angelegenheiten des Menſchen. Ober
flächlich, wie fie war, führte fie zur offenberzigen
Darftelung des Materialiemus u. Atheismus, zur
UAnnahme des perfünlichen Intereffes als Gruud-
lage der vernünftigen Moral, endlich zu Der Be—
hauptung, daß alle Religion Prieſtererfindung u.
ein Schanbfled für den menfchlichen Geiſt, daß
eine Gottheit nicht vorhanden, Daß ter Glaube an
Unfterblichleit ein verberblicher Irrthum jet. Alles
Lies äußerte natürlich auch feinen Einfluß auf bie
Poeſie. Es trat Die Herrichalt tes Stepticismus
ein, ber fich in der Literatur zumächft im den An⸗
griffen gegen die Alten äußerte. Das Anſehen Der
Letzteren wurbe zuerft durch Fontenelle u, Yanıotbe
erfchüttert, gegen welche Anna Dacier vergeblich aufs
trat. Den mädhtigften n. dauerndſten Einfluß auf
Frankreichs Literatur u. Oeiftesrichtung hatte Vol⸗
taire (f. d.); er ward der volllommenſie Reprijen-
tant feiner Zeit u. galt als ter gewichtigfte Wortfülh⸗
zer in berfiteratur. Sein geiftiger Antipobe, ber ticf
Ftanzbſiſche Literatur M.
fühlende Roufſeau (ſ. d.)), für alles Ga
ber Menſchheit begeiftert, wirkte nit
gewaltigen Umfturz ber focialen ı
Zuſtände in Europa. Un beite ſchl
tesquiens (j. d.), burch deſſen mufı
De l’esprit des lois bie &taaten
Lieblingsbeihäftigung bes Publil
wurde.
In der Poeſie lieh bie vornch
Gejellichaft, welche in Verbindung
rifhen Areopag ber Academie
Geſchmack u. die Kritik beberridt
gehenden Abweichungen ven tem
zu. Nachdem Boileau mit feiner
poetifhe Production bDurchgebrunge
lange Zeit hindurch feine irgend e
fition gegen die von ihm gegebene
Regeln aufkommen. Doch treten in
Jahrh. mehr Streitigkeiten u. Ride:
bis zulegt endlich die größten Talen
auch äußerlich durchdrangen.
Auf dem Gebiete ver Tragödie
Yahrb. außer den Tragẽdien Volta:
beutenbed bertor, wenn auch eini
zur Ummanbeluug bramaturgiide
ſchahen. Nur aus Ungerechtigkeit
konnten den. Stiiden Toltaires bir
Proſper Zolyot te Crebillon (167
ze lang au bie Seite geſetzt mer
artungen berechtigte Die Tragdı
Le Franc de Pompignan. Unte
Tragddiendichtern find Die nanıhal
te la Orange Ehancel (1676— 1755)
mont de fa Touche (1729— 1760); !
Lauoue 11701—1761); Sean Bar
Chateaubrun (1686— 1775); Pierr
rette de Belloy (1727 — 1775), ver i
diſche Stoffe wählte, weßbalb fein
lais die größte Bewunderung erregt
Yenierre (1733— 1793); Bernhart
rin (1706—$1); Jean Franceis |
1815), der zuerft die Grüße Ehatelı
u. die Stüde defleiben, wenn auc
ftümmelten u. vermwällerten Bearbe
VBühne brachte; Sekaftien Reh Mi
(1741— 94); Diarie Ipfepb Chenier
ber ebenfalls mehrere Gegenftände u
Geſchichte auf die Bühne brachte.
2a Darpe traf wie Der erwähnte (
einigen feiner beſſeren Stiide ben
jchen Altertbums. Wenig Süd bi
dien ven Piron u. Dlarmontel acır
Zragiiden bradte François The
Bacılard d'Arnaud (1718— 1805)
liye zur Darftellung. Im Serlau
entftand auch das Schaufpielor
Viittelgattung zwiichen Tragödie:
murde namentlich von Diderot, Des
de Ya Chauſſte u. Setaine in jei
sophe sans le savoir bearbeitet.
Luſtſpiel fand nur wenige bebeu
Faſt bei allen vermißt ınan tie
comica, bie nicht tur ip ı
Redensarten vertreten werten
Boltaire nacht bierven feine Auen
fpaltete ſich die Komödie in veri
mie das cigentliche Charatier- u.
bie. ſentimentale Komödie, das Vi
Franzðfeſche Literatur TTE.
er
e Oper. Die Sebeutenbfien Namen unter | ner Borgänger vermieb; Jear Joſeph Bade 170—
en ımbebenteuben im Fache ber eigentlichen
e find außer Philippe Neéricault Destouches
1754) etwa noch: Bierre Carlet de Che»
ꝛ Marimaur (1695—1763), von welchem :
ge Stilde auf der Dühne erhalten haben,
fie in einer jo gezierten, affectixten u. pre
Sprache geichrieben find, daß man feinem
en Epettnamen Marivaudage beilegte ;
stıch ähnlich if Claude Joſeph Dorat (1734
0) Belannter burch feine Poesies l>res.
tige Tleinere Stüde hat Chriſtoph Bar⸗
de Lugny Fagan (1702—55) verfaßt. Un⸗
ıber find: Joſeph Francois Ebnard te
bleu Desmabie 1722 — 61); vonio be
3694— 1755); Germain Francoti$ Boullain
at Koir (1703 - 1776), berilbimter burch
Kerijch-ftatiftiichen Essais sur Puris; Ber-
deph Saurin (fl. 1781); Mare Antoine
B- Recon de Chabannes (1730— 1%)
-gebört ber Mechant von Jean Baptiſie
et (1709 — 1777) zu den menigen
Wie noch gegenwärtig gegeben werben;
Piron's (16989— 1773) Metromanie
beilern Stücken aus biefer Zeit. In
Sälfte Diefes Zetiraums treten einige
bebententem Talente auf, wie Frans
Mlanme Antrieur (1759—1633) u. Jean
u Collin d'Harleville (1755— 18606), deſſen
kelibataire u. L'optimiste zn den beften
biefer En gehören ; ferner Bhilippe Frau
jaire Fabre, mit dem Beinamen d'Eglan⸗
rᷣ6 — 94; ; Charles Paliſſot (1730 - 1819;
Barthe (1734—55); Yonis Benoit Picard
2828), der ſelbſt Schauſpieler war u. mebr
Seilcke fchrieb, von Denen mehrere ſich auf
ne erhalten haben. Alle dieſe werben jeboch
At durch Pierre Auguftin Caron de Beau⸗
(1732- 90), unter deſſen Stücken ſich be⸗
Le barbier de Seville n. Le maringe
wo auszeichnen. Aus den Beſtreben die
ı dem bürgerlichen Yeben, ober wie man
B Natur näher zu bringen, ging eine Gat⸗
Melden hervor, welche wegen ber Einmi⸗
der Situationen, von der Spottluſt
en den Namen ter Come&dielar-
Fse erhielt. Als Schöpfer berfelben ift
Mivelle de la Ehauffre (1691— 1754) zu
defſen rührente Kamilienftllde das Beſte
Urt find. Schwächer find einige Stücke
vorn Sraffigny (fl. 1755). Auch Voltaires
jeligues u. La fille d’Aristide folgen
ng. Am deutlichſten trittdiefe Abficht zu
zu beichren in Diteret® Le fils naturel
de famille hervor, fowie ın nıehreren
Louis Sebaſtien Mercier (1740 bis
Große eder Heroiſche C per warb zwar
Beitraume won Biclen, aber von Keinem
gearbeitet, obgleich ſich Die bedentendſten
barin verſuchten. Zu nennen find Voltaire,
tenelle, 3. B. Rouſſean, Ya Dotte,
u Dandet (1671-1749). Pierre Charles
1653 — 1764). Beſſer gelang die Komifche
.das Baudeville, die ſich im Laufe des 19.
eines ſteigenden Beifalls zu erfreuen batten.
wibmeten fich: Charles François Panard
-1765), ber zuerſt Die Unanſtäudigkeiten ſei⸗
1757), der mit Talent den gemeinften Pariſer BB.
Bel nachzuahmen ſuchte; Charles Simon Favart
(1710—32), bef. glüglich in der Darftellung länd⸗
licher Verhãltniſſe. Nicht minder beliebt waren bie
Dperetten von Michel Jean Sebaine (1719—
1797), bie zum Theil auch auf Die heutfche Bühne
gelangten; daſſelbe gilt von einigen Stilden Mar-
montels. Noch find zu nennen ber Englänber Tho⸗
mas Hele (fl. 1750), ein Freund Gretrye; Charles
Eolit (1709— 1753), der außer einigen geiftreichen
Vandevilles ein fehr geihäßtes "Theätre de so»
eiété gefchrieben bat; Antoine Aleranbre
Boinfinet (1735 —69); eb. Noch Nicolas Ehame
fort (1741— 94). Selbft von Rouffenn hat man Le
devin du village, eine artige Meine Oper. Kür
das Vaudeville insbeſondere iſt Pierre Yoon Barre
(1749—193?), der am 12. Jan. 1792 bas There
du Vaudeville in Paris begründete, amtyue
zeichnen. Unter den Componiften filr tiefe Sachen
fteben Andre Ernefte Modeſte Grettry (1741 — 1614)
1. Etieime Senri Mehnl (1763— 1917) oben am.
Bei weiten geringer u. unbebententer ſind bie
Leitungen bicjes Zeitraums in ber epiſchen Poe⸗
fie. Obgleich ſich Voltaire's Henriade mit feinem
ähnlichen Werfe anderer Nationen meflen kann, fo
ftebt fie tech in ter Fen 2. einziq u. unfbertroffen
ba; nicht entfernt damit zu vergleichen ift ſelbſt
tie Colombiade ter Krau Marie Anne le Bage
du Boccage (17j 10 - 1802). 3wei Feinere epiſ
Dichtungen ſchrieb Anteine Thomas; Schöpfer der
franzöfiſchen Ballade wurde François Augnſtin
Paradis ve Monerif (1687- 1770). Anburleſken
epiſchen Dichtungen, welche dem Geiſte bes
Jahrhunderts mehr zuſagten, findet ſich ein größerer
Reichthum. An der Spitgtze ſteht bier 425
Voltaire mit feiner Pucelle, welcher an Scham⸗
Icfigfeit I,a gruerre des Jdieux anciens et mo-
dern«, vom Chevalier Erarifte Parny (ft. 1814)
ebenbitrtig if. An Echlüpfrigleit noch überboten
werben biefe durch Jean Baptiſte Joſeph Billart be
Greécourt (1683— 1743); anmutbiger u gefftreicher
ſind Die Dichtungen von dem bereits erwähnten Ereſ⸗
ſet (1709 -77). Bon geringerem Wertbe, wenn auch
in anftändigerem Zone gebalten find Die Contes
von Paul Philippe Rubin De la Brennellerie (1738
bis 1812), von Claude Joſeph Dorat (1734—80),
von Bartbelemy Imbert (1749— 90), Jean Louis
Aubert (1731 — 1814), Stanitlas de Boufflers
(1737 — 115); Malfilatre’s 11733 —67) Narcisse
dans l'Ile de Venus gehört zu ben beflern Pro.
bucten biejer Art. In der Fabel blieb Lafontaine
unübertreffen: zu ben beflern zählen außer den
Fabeln won Imbert, Dorat u. Aubert noch die von
Yonis Inles Varbon Mancini, Die de Kivernais
(1716— 95) u. ven Florian. An der Spitze der vielen
Dichter, die ſich Der eriſten didaktiſchen Poeſie
zuwandten, iſt Lonis Racine (1692-1763), der
Sohn des großen Dramatikers, wegen ſeines Ge⸗
dichtes Jun Religion zu ſetzen, ber von François
Joachim Pierre, Grafen von Bernie (1715—94),
von Nicelas Germain Yesnard (1744— 93) u.
Helvetius nicht erreicht wirt. Mebr Glilck, wohl
wegen ihres euiſprechendern Stoffe machten bie
didaktiſchen Dichtungen von Claude Het Watelet
(1713— 36) u, Antoine Dlarie Yernierre (1733—93
iiber bie Dlalerei, von Zofepb Alfonfe Eſsmena
(1768-1611) fiber die Saifilahtt, von Pierre
4
625
ag be Roſſet (fi. 1788) über den Aderbau,
erner von Jean Joſeph Thereſe Roman (1726-87)
u. von Dorat. Bien reiben ſich mehrere gelungene
Arbeiten ber beferiptiven Gattung; dergleichen hin⸗
terließen ber erwähnte Karbinal von Bernis; ferner
Charles Franc. de St.-Lambert (1717—1805),
deſſen Saisons nicht unbebeutenbes Talent ver⸗
rathen; Jean Antoine Roucher (1745—94); Rene
Ricarb Caſtel (1758— 1832), Louis Fontanes
(1757—1821), Legoune u. PB. D. Escoucharb Le
Brun; doch werben die Werfe ber genannten ſämmt⸗
lich weit übertroffen durch die Jardins von Jae⸗
ques Montanier Delille (1738— 1813), der einer
ber auögezeichnetften Dichter feiner Zeit war m.
die Sprache mit umübertroffener Meifterichaft be
herrſchte. Daneben fehlte e8 in biefer Zeit natürlich
auch an frivolen Dichtern nicht; am talentvoliften
eigt fich Pierre Joſeph Bernard (1708— 76) bei. in
einer l’artd’aimer. Die poetifhe Epiftel blieb
and) in biejer Periobe fehr beliebt. Dan hat Epitres
von L. Racine, Grefiet, Sebaine, Bernis; ferner
von Charles Pierre Colardeau (1732—1776), der
beſ. wegen feiner Lettre d’Heloise à Abailard
berühmt wurbe, u. Claude Joſeph Dorat (1734
bis 1780), ber mehrere poetiſche Epifteln unter
dem Namen Heroides fchrieb. Minder bebeutenb
finb die Héroides von Abrien Michel Blin de
Seintmaure; Maſſon Pezay (ft. 1777), La Harpe
u. A. Ihrer Zeit viel gelefen waren bie Lettres à
Emilie sur la mythologie von &. X. be Mouftier.
Die Idyllendichter, wie namentlich Leonard u.
Arnaub Berquin (1749—91), ahmten zum Theil
Geßner nach, der in Frankreich vielfach Anerfeunung
u. Berühmbeit fand. Nic. Sofeph Gilbert (1751—80)
war ein vorzüglider Satyriteru. ein bedeutendes
Igrifches Talent. Ein Zeitalter, dem gefellige An⸗
mutb, leichtfertiger Witz u. finnlicher Lebensgenuß als
das Höchſte galten, fonnte ber eigentlihen Lyriknicht
günftig fein. Ein berühmter heiterer Bollsdichter
it Pauard (fl. 1765). Die Oben von Voltaire u.
2. Racine find unbedeutend; befjeres befitt nıan
von Jean Jacques Le Franc de Pompignan (1709
bis 1784), deſſen Geſang auf Rouſſeau's Tod zu
ben ſchönſten franzöfifchen Dichtungen des 18. Jahrh.
ählt, ſowie von —** Denis Econchard Le Brun
——— der namentlich auch die Revolution
feierte. Podsies légères bat man von Voltaire,
dann von Piron, Dorat, Colardeau, fowie von
Boufflere, Imbert, Bernard u. zahllojen, weniger
nambaften Dichtern.
Aufdem &ebiete ver Romanliteratur blieben
die Beftrebungen des Grafen Lonis Eliſabeth be Id
Vergne de Treflan (1705— 82), durch Erneuerung
des Seihmads an ben alten Ritterromanen bie
leichtfertigen Producte des Tags zu verbrängen,
erfolglos. Großen Einfluß auf ten franzöfiichen
Roman übte England. Nah dem Mufter Richarb-
fon’s entftand beſ. Durch Antoine Francois Prevoft
b’Erifes (1697— 1763) aud in Frankreich der Fa⸗
milienreman. N biejer Gattung, in welcher Rouf-
feau in feiner Nouvelle Heloise das höchſte leiftete,
gehören aud einige Werfe von Duclos u. Maris
vaur. Im Ganzen folgte jedoch die franzöſiſche Ro
Mmanliteratur ber frivolen Richtung bes 18. Jahrh.
u. abgeſehen von tem oft mehr od. minder nicht»
würdigen Inhalt, bat diefe Periode vieles zum
Theil Meifterhafte aufzumeifen. Außer ben ver»
rufenen Romanen von Claude Profper Solyot be
Stangöfifche Literatur LIE.
Srebillon (1707— 77) finb no bie
Edme Retif de la Bretonne (1734-
Alleın Bierre Ambroiſe Chanderlot b
bis 1803) mit feinen Liaisons daı
wie Jean Baptifle Louvet be Couvr:
mit feinem Faublas ale bie Bü
Frivolität hervorzuheben. en
namentlich rauen in durchans rein
zuweilen ans Sentimentale ſtreifende
dahin gehören; Claudine Xiegandı
Tenoin (1681 — 1749), bie eine
öngeifter von Paris in ihrem
melte, Srancoife d'Iſſembourg d"
Graffignyg (1694— 1758); Mabamı
Beaumont (1711—80), bei. durch
Erziehungsſchriften belannt; ferner
de Miezieres be Laboras Riccoboı
Sophie Riſteau, Wittwe Cottin, A
be Souza u.a. Den größten Auf
mentalen Romane erwarb fi 9
Bernarbin de St. Pierre (1737-
Paul et Virginie ı La chaum
—F nz Europa geleſen u. bew
Die Vhuolophen bebienten fid) der
mans zur VBerbrei ibrer Ideen
Moral u. Staat; fo Diberot, Rou
u. A.; harmloſer find Le diablea
Jacques Cazotte (1720—92) u. bi
raux von So gei® Marnıeui
Den großen Beifall, den Fenelon u
l&msque gefunden, ermutbigte zı
nannten epiichen Romanen. Am beri
benjelben wurben der Beliszire $
einige Werle bes Jean Pierre Kia
(175598) mwähreub die Romane ı
mie Bitaub? (1730 bi® 1808) jegt
find. Bleibenden Werth befitst jedo
du jeune Anacharsis en Grece
ques Barthrilemy (1716 — 95).
Durch Voltaire's u. Montesgnier
Werke wurde der Gefhichtfchreil
Schwung verliehen; namentlich iſt
Gedichte der Menicheit ob. Phil
Ihichte der Menſchheit genannt hat
eine Schöpfung des 18. Jahrh. Al
durch dieſe jogenannte philofophifd
ber Geſchichte der Wahrheitsliebe m
Gintrag gethan; oft werben die Erei
angenheit ohne gründliche Forſchun
Ideen bes 18. Jahrh. beurtheilt. :
unter ben franzöfiihen Hiſtorikern!
unftreitig Voltaire. Sonſt find au
Thomas Raynal (1713— 96) no
Paul Francoıs Belly (1709—59), t
de France von Claude Billaret (f
Garnier fortgejettt wurde; Charles
bis 1772); Gabriel Bonnot de Mabl
ein ernfter u. gewifienbafter Korjch
Broſſes (1709— 77), Anton Yves
bis 1758) ; Charles Jean Srancois.
bis 1770); Germain Francois Pe
Foix (1703— 76); Gabriel Henri €
bis 1806). Die Arbeiten von Pier
vesque (1736--1812), Guißaume
Meheégan (1721— 66) u. namentlii
Francois Xavier Millot (172685)
oberflächlich u. nur durch ihre gefalli
end, Achtenswerther find Cla
Truth Sf era TV.
ubliei
——
eſer Zeitraum nicht
von ben Jeſniten
* l’&glise ee *
e6 iſt noch das gro
‚erißer sg gehe des dtatsete., groß
ab, — —* Sr. Alaie,
Ta
der gro
&erte zu enechehu — Be 18
Perſonen untergeſchoben, wie =
, — * dem Narſchall do
—— ir abie 1757 68
geben ıı. tentbeil® auch de
auch bie co t Kate —— —
— de e Seren Anıboife bi
; geiätehtfidh "an A
iren det Yoltid
Briefe, die abſichtlich fUr Ansecte
efaßt wurben, formen m
Aa te |
eller ber i
aire, Rn, — *
ebeufirng ift bie, —
h Melchior Grimm (1723 — an);
er russe von Pa A ch
eZeitacmäldema
1746-1814) betübnn; IM
nt (1115-49) ſchrieb —
{es Pinan Dutelos fi
Gern DIR — ur | m
Sr, Becietuntei mem |
ed 1 n ei
gten in Drud erj A die de
ırles Marie be Beaubais (1 133 |
118 Boufe (1711—51)) babeır nur bi
ter r mine t aber bie Hraftn. Ba
. Da
yatte, fo be et ſich gan g ah t*
jomte BEER.
un enen Itan
act (1732-85), Anteine Ponid
0 n. Simon Nicolas Henri ®
tgl. Pinarb, Le barreau —
fr Meiſterwerle gelten bie
aumardjais, ohne te au Je ein |
en Sadıe ichrieb. egen f
he Beredtiamteit n 1 Biefer
it; u derſelb — *5
amfort, Ca omas, Maury,
yn. ber Graf Silk bert aus.
raturwerlen biefer Beriode Täßt fi
— nung n. bie ar weiſe
ilo u od. auch
rfennen, welche ee
Be beberrichten. Dor allem
ven d Alembert, Diberotu, Helvetin®,
inie Eonbörcet, Neynal, Nobinet,
he . Jean Jacques suffeautf.b.) b.)
N das Entjäiebenfte zu ben Philo⸗
ıber bach birrch Geift u. Gefimumg
r, tie Überhaupt ga vereinzelt;
"Emile ir en Imermeßlichen u.
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auch hierher, raten aber | ale Se
Cingttet | Epoche auf. Durch den Einfluß der Phile
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SH tten viele Gemeinden ben alten Gottes»
ee er ber Ar 5 bie ——— Ne
ofeph be Maiftre u. Benalb, N Begtäitberbes
tn Be a Sy emein der -n d.; fermer
Lamennaie, wen varol ala Gegner der Re=
volution u. St. Martin ala Gegner ber Philoſop
bes 19, Jahrb,, — Etwas ſpater bie
Wirffamteic des Grafen Montafembert u. des Do-
minicaners Yacorbatre, zweier Schliler det Lamen⸗
zu: = Einflug Fonis — ‚einer ber
er ber ultramontanen ‘Bartet, iſt no
— mächtig. Zur Zeit ——— Pie
ber Materlationnid u. Jalobiniemus einerfeite,
re Utramentaniemus u. ger anberer*
feits feinblih 9 ‚trat jet eine
ka ni Ce md ur, BE
2 Brauzöffepe Bitesatur, IV.
ber Reftanrationgepoche zu voller Entwidelung ge»
langte, war nicht nur in ber Philoſophie, fonbern
in allen ihren bebeutenderen Richtungen ellektiſcher
Natur. Dahin gehören zunächſt Neder mit feinem
reunde Mallet du Ban; ferner Neder’s große
oäter. die Frau von Staeël, mit ihren Freunden
eſinnungẽgenoſſen, dem Gef — Sie⸗
ondi, Barante u. Fauriel. Auf ſpeculativem Ge⸗
biete machte ſich die neue Richtung beſ. in den
Schriften Maine de Bixan's, Noyer⸗Collard's u.
Bictor Couſiu's, fowie denen Jouffroy's u. Re⸗
muſat's geltend. Namentlich durch Coufin gewann
bie Philoſophie auch Einfluß auf bie Kunft im
reiteften Sinne bes Worts. Umgeflaltenb zeigte
fig die neue fpeculative Richtung in der Hiflorio-
rapbie, vor Allem in den Werken Guizot's u.
Auguftin Thierry's, denen fih Carnl, Raudot u.
Aleris von Toequeville anſchließen. Als bie popu-
lärften Geichichtichreiber ſtehen Thiers n. Mignet
da. Diefer Bewegung in der Philoſophie u. Ge⸗
ſchichtſchreibung mußten auch bie Literaturgeſchichte
u. Kritit folgen. Noch unübertoffen. bleibt hier
Villemaiu; weniger tief griffen St. Marc Girardin,
Niſard, Sainie Beuve u. A. in bie Fi ein. In
ber Boefie wurbe ben Franzoſen von Chateaubrianb
u. ber rau von Starl eine neue Welt erſchloſſen;
neben derſelben blieb aber bie va Manier u.
Methode fortbeftehbeud. Joſeph Chenier, Delille,
Sontanes, Daru, Etienne u. U. galten zwar ihren
Zeitgenofjen für bebeutenbe Dichter, waren aber
doch nur geiftreiche u. geſchickte Berstünftler, benen,
wie der ganzen Poeſie ber Kaiferzeit, der tiefe
Ahern bes Gemütbs fehlte. Einen Dichter im
wahren Sinne bes Worte erhielten die Franzoſen
exſt in Alphons de Lamartine, deſſen klaſſiſche ME-
ditations poetiques für ben vollendetſten Aus⸗
brud der neuern franzöfiichen Poeſie gelten können.
Der neuen Richtung, welche die %. L. angenommen,
gehören bei. Baul Kourier, Beyle, Charles Nobdier,
Proſper Mirimde, Charles de Bernard, Alireb be
Muſſet, Delatouche u. A. an. Während bei allen die⸗
en mehr od. minder noch Reminiſcenzen aus ber klaſ⸗
Ihen Zeit Durchtönen, trat Bictor Hugo, das Haupt
ber Romantifden Schule, in Konception,
Charalteriſtik u. Styl in nal änbigem Gegenjats zu
ten klaſſiſchen Idealen. Als fein bedeutendſter Mit⸗
fireiter muß Alfreb de Viguy gelten. Mit der Juli»
revolutien von 1830 griff die Literatur fühner als
je um fi, u. wurbe immer wmebr in bie politifche
ewegung, bie Parteikämpſe zwiſchen Mounarchiſten
u. Republikaner, Socialiſten u. Communiſten ver⸗
ſtrickt. Ausgezeichnete Talente, wie Niichelet u.
Edgar Quinet leiſteten der gereinbrechenben Anar-
chie ber Literatur wie ber Thatſachen, durch ihre
maßlojen Angriffe auf die Katholuche Kirche Vor⸗
fhub. Lamarline, Victor Hugo u. andere weniger
bedeutende Dichter, wandten ſich mebr ob. minder
der Politif zu. Die Schriften Balzac’d, Eugen
Sue's, Souli®’8, der George Sand, Alexandre
Dumas, Proudhon's batten zum Ergebuiß, daß Die
Gegenwart mit Allen was zu ibr gehört, Regierung,
Geſellſchaft, Sitte, verädilich wurde Eine erft
dumpfe, dann wilde Gährung bemächiigte fich Der
Semüther, aus welcher die Februarrevoiution von
1848 hervorging.
‚ Unter ben poetiſchen Yeiftungen bes eigent«
Lchen Revolutionszeitalters, gewähren nur bie
u.
a
brüche bes. mäthenbfien Haſfſet
tum u. Kirche, war bad. meife &
berechnet, bie Leidenſchaften bes Bet
flammen. Das Jngement des roı:
van Marcchal fireift au das f
Daß. Theater. war. mit. Gelegenheitef
ſchwemmt; viele berfeiben hatten ten:
Dugazon jum Berfafler, auch der ber
lat b’Herbois ſchrieb einige Stilde.
feine Seitgenoffen jedoch ragt durch T
fumung arie Joſeph de Chenier il
exvor, beflen Tragödien, obgleich t
iebungen auf Zeitverhältnifje, tod
rotucten ber alten Schule zur Seite
[einer berühmteflen Dichtungen int
"&tre supräme. Sein Bruber,
Chenier (1763 — 94), ſchilderte vie fani
bes Herzens nu belonbers Durch fein
vor allem bie Eclogues berühmt gem:
ber bebeutend find bie Tragäbien ı
Bincent Arnault (1766 — 1534), few
Sohn Lucien Emile Arnault. Noch
finn Gabriel Jean Baptiſte Legouvé (1
u. Jean Ponce Guillaume Biennet |
Die noch gen) auf klaffiſchem Boten fich
Nepomuckne Louis Lemercier (geb.
ven Ubergang zur Romantik zeigt. G
Stellun ahnen Jacques Francois I
1794), Baour Lormian (geb. 1772).
Raynouarb. (1761 — 1836), ber AA
provengalifchen Studien, ein. Zu ben
u ber alten Schule gebören nod bir
Wegander Soumet u. Bictor Joſeph
Jouy (1769—1846), ber jedoch als !
glüdliher war. Ohne der Romanti
anzugehören, tragen doch tie Stüd
Frauçois Caflmir Delavigne (1794—1
nichts mehr von ber Steifheit ber Ma
matik an fih. Eine mächtige Bewegu
teratur veranlaßte Louis Biter; Bi
Sefleln vollftänbig zu fprengen wagt
erandre Dumas, ber auf "einen
8a cour (1829) zahlreiche audere Di
lieg. Neben ihm der hervorragendſie
ber Romantifben Schule ift unfir
Dügo (f. d. Derjelben Richtung &
Iired be Vigny noch an Emile ©
Buftave Drouinean. Zwölf Sabre &
die Romantiihe Schule Die Bühne be
dramatische Poeſie vermochte ſie jet
hebeu, jondern nur ihrem Berfalle zu
dramatifhe Dichtung war iu Aukeı
Wunbderlicpleiten aufgegangen. Daber
1843 die Lucrece von Ponſard, einen
unbelannten Dichter aus ber Previnz
bie alten Haffiichen Muſter aulehnte, da
lichfte Kufſehn erregen u. dem Remar
volljtändigfte Niederlage beibringen !
ben vorzüglichern Dichtern won Luſi
Heinern Bühnenftiden ragen in bieie
verigen Periote noch Andrieux (it. 1:
b’Harleville, Fabre d'Eglautine u. Fi
nachträglich find noch zu nennen: Tin
Aerandre Vincent Pineux Duval (17
einer ker beften Komiker Der neuern 3ı
der zum Theil in Verbindung mit &
face Eaintine fiir die lleineren Tbeater
bramatifchen einiges Intereffe. Bloße Aus⸗uer Georges Fraucois Fouques Desk:
Franzoͤſiſche Literatur IV.
Nanien Desfontaines (1733— 1825).
e Despreg (1783 — 1824), Jean
cle (geb. 1785), Lonis Philippon be
(1731 - 1819), Jeau Baptiſte Radet
‚Nicolaus Aufte Auger St. Hippo⸗
fkmanuel Felicite Charles Dupaty.
den Doch übertroffen durch den uner⸗
tbaren Auguſte Eugene Scribe G. d.).
deville baben ſich vor Allem ausge⸗
te de Bird (1155 — 1532) u Jean
t; hierzu kommen Jean Etrienue Vice
it feinem Sohne Emanuel Arago;
Barrd (1766— 1832), Marc Antoine
1772 — 1527), ter berühmter ale
ft; Joſeph Marie Arınand Dlichel
162 — 1323); Charles Guillauıne
--1515), u. Germain Delavigue. Die
Proverbe dramatique warb
nontelle 11717 — 1806) in bie fitera-
das Beſie in derſelben leiftete ſeitdem
Michel Theodore Leclercq (ft. 1851).
mißlungener Epen, welde die frühes
erzeugt hatten, traten feit der Revo⸗
ehrere neue binzu Den meiften Ruf
Zeit Auyufte Marſeille Barıheldiny
9, teren Dichtungen Napoldon en
ı fils de I’honme jebody faum mehr
Bulletins ter Großen Armee find.
d noch Alexandre Soumet wegeit fei-
yopce u. etwa Parceval be Örand-
feines Philippe Auguste zu neu⸗
Gerard war glüdlih in ber Ro⸗
t bat man noch Epen von Pierre
and (1759—1926), Augufle Greuzf
I—18539), Louis Gorſſe, Darode de
an Chritien Julien Luce be Lancival
‚ Lebrun be Charmettes, Charles
(ibert Malion (1762— 1507), Paul
n be la Breucllerie (1733 — 1812).
gte fih Ebarles Hubert Millevoye
bie phantaftiichen Dichtungen Gb»
ehreiten über bie Grenzen Des eigents
aus. Auch das Lehrgedicht, weiches
) 19. Jahrh. fleißig bearbeitet ward,
Sgezeichnetes aufzuweiſen, außer ben
wähnten Dichtungen von Eémenard,
egouve find noch zu neunen ‘Pierre
o Daru (1767 - 1529); Claude Fran⸗
be Lezai Marneſia (1735 — 1800),
tin Bielh te Boisjolin (ft. 1832);
Berchoux wegen jeiner geiſtreichen,
erzbaften Gastronomie; Jean Bap-
Klorimont Yevol, Dominique Ricard
), Pierre Paul Rabottcan 11766 bis
Sharles Pougens (1755 — 1533) n.
dartin. Beachtung verbienen Lerourx
Les trois Ares u. Cheuedellé, ein
tartines, wegen feiner Etudes poé-
ber Örenze zwijchen dem Epiſchen,
i. Eentimentalen halten ſich Louis
-1826), Françoie Nicolas Vincent
72 — 16435, Biennet u. Alfred de
iner politiſch ſo bewegten Zeit kann
iden, wein Die Ekloge völlig unbe—
nen Fabeldichter hat die Zeit ſeit
ı nur in Viennet aufzuweiſen. Yeß:
fih nebft Barihclemy u Di ry auch
ſch-politiſcheu Cpiſtel aus,
631
Mit um fo größerem Glanze ift in ber neuern
Zeit tie Lyrik aufgerreten. Die Erzeugniffe aus
ten Jahren der Revelution baben mit wenig
Ausnahmen nur ein biftorifches Intereſſe. Her⸗
vorhebung vertient Joſeph Rouget Deliste (1790
bis 1836), der Berfafler u. Componift der Diars
jeillaife, u. Ponce Denis Gcouharb Lebrun
(1729 —1$07), der gefeierifte unter den eigentlichen
Revelutionsticrern. Auch Deiille (17398 — 1513)
batte jeine Muſe der Revolution geweibt. Ihm
geiſtesverwandt mar Roucher aus Marieille der
1793 guillotinirt wurde. Die ganze Richtung ber
Kaiſerzeit war cbeufalls ber Lyrik nicht günftig ; fie
artete entweber in eine fade kriecheriſche Gelegen⸗
heitspoejie aus, oter ftreiite an das Didaktiſche.
In freiern Formen bewegten fih nur Autoine
Defaugierd (1772 — 1927), beffen Chansons eine
echt nationale Farbe haben, u. Henore Riouffe aus
Rouen (1764— 1513), der Empfänglichkeit für Goe⸗
the’ichen Geift zeigte. Sonſt find noch zu nennen
Charles Nodier wegen feiner Napoldone (1302)
u. ber Eatyriler Joſeph Despaze (1779 — 1514).
Nach der Reftauraticn laſſen fich verſchiedene Rich⸗
tungen in ber Lyrik erleunen. Der klajſiſchen Tra⸗
dition buldigte vor Allem Caſimir Delavigne in
feinen Messdniennes; rovaliſtiſch u. latholtfirend
find die bereits erwähnten Iyrischen Poeſten Lamar⸗
tines. Als Nationaldichter im eigentlihen Sinne
des Worts zeigt.fich Beranger ıj. d.), in feinen un⸗
vergleichlichen Chansons, neben benen nur etwa bie
von Pierre Emile Debraug ıf. 1531) Grwähnung.
verdienen. Der bedeutenbdfte Yyriter ber neuern Zeit
ift unftreitig Victer Qugo, um beit BE 1825 _
eine Anzahl von Yyrilern ſchaarte (die fich Ceuacle
nannte), wie bie Brüder Ginile u. Antoine Des⸗
champs, bei. aber Sainte-Beuve, Alfred be Vigny u.
Alfred de Mouſſet, bie wieberum für Die große Schaar
der Romantiler als Muſter u. Meiſter galten. Zu
den gemäßigten Romantikern zählte Pierre Lebrun.
Noch machten ſich Victor te Laprade, Gerard be
Norvins u. Brizeur als Dichter befanit. Unter
ben dichtenden Frauen verbienen genannt zu wer⸗
den Eliſe Mercoeur (18600 —35), Marcelline Des⸗
bordes⸗Valinore, Amable Taſtu u. Delphine de Gi⸗
rardin. Die Julirevolution vermochte wider Erwar⸗
ten feine Dichter u. Schrijtſteller zu weden. Nur y%
Auguſie Barbier, der mit ihr auftanchte, aber au
faſt gleichzeitig mit ibr wieder abtrat, zu nennen.
Do brachte Die Julirevolution die Hanbmerler-
poe uven deren namhafteſte Repräſeutanten wa⸗
ren: Jean Reboul, ein Bäckermeiſter in Niemes,
Higefippe Moreau, ein pariſer Buchdruckergehilfe
iſt. 1535), u. Pierre Dupont, der den in z
reich längſt verllungenen Zon bes eigentlichen Volls⸗
liedes wieder angeſchlagen hat. Der Beifall, wel⸗
chen die in ſüdfrauzöſiſcher Muundart geſchriebenen
Poeſien des Jacques Jasmin, eines Haarlräuslers
in Agen, fanden, bat eine Menge Dialektdichter
in Südfrankreich hervorgerufen, die jedoch ohne lite»
rariiche Bebentung find. Bgl. Honegger, Bictor
Hugo, Lamartine a. Die franzöſiſche vyrik bes 19.
Jahrh., Zürich 1559.
Wie anderwärts, ſo war auch in Frankreich der
Roman diejenige Gattung der Literatur, welcher
ſich die meiſten Kräfte zuwandten. Es gibt ſaſt
keinen der bedeutenderen Dichter dieſer Zeit, bie
fich nicht auf biejem poetiichen Gebiet verjucht hät⸗
ten. Bor Alleın ſind hier zu nennen Chateaubriaud
632
(1769-1848) u. bie frau von StatT; neben ihnen
Nodier u. Senancourt. Inter bie Dichterinnen,
deren Romane zu Anfang dieſes Iahrhunderte im
Gunſt ftanden, gehören die Madame de Genliß, Die
Suliane Krübener, die Eottin, Adele de Sonza, bie
Herzogin von Duraß, ge: Kerjaint, u. Siabelle
Bolier de Bottens, Baroneſſe von Montolien
(1775— 1832). Am Höchften geftellt wird unter
den biftorifhen Romanen biefer Beit Notre Dame
de Paris von Bictor Hugo; faft ebenſo vortrefflich
in feiner Art muß Cing- Mars von A. te Bigny
enannt werben. In mehrfacher Beziehung an
Balter Scott erinnern die hiſtoriſchen Romane
von Baul Lacroirz nicht ohne Werth find die hifto-
riſchen Darftellungen von Pitre-Chevalier, beinahe
abgeihmadt Hingegen bie Romane bes Bicomte
d’Arlincourt. Noch gehören hierher Jean Fievee
—— u. Sri! Salvandy. Im pſychologi⸗
den Roman ift X. B. Saintine hervorzuheben,
defien Picciola auf Koften feiner andern Werle
große Berühmtheit erlangt hat. Im komiſchen Ro»
man bat fih Guillaume Charles Antoine Pigault
Le Brun (1753—1835) ausgezeichnet. Treffliches
auf dem Gebiet der Sittenſchil derung leiftete
Jony u. neben ihm der Graf Joſeph Hippolyte
San» Domingo u. Sallois. Überaus reiche Bei⸗
twäge zur Sittengefchichte ber neueren Zeit bieten
die Schriften von Baul Louis Courier, Die während
ber Reſtaurationsepoche vielen Einfluß auf bie
Stimmung des Volle übten. Etwa feit der Juli⸗
revolution murbe ber Roman u. bie Novelle bie
Lieblingsgattung ber ſchönen Riteratur; er wurde
bie univerjelle poetiſche KH u. jete Partei machte
ihn zu einem Werkzeng für ihren Gebrauch. Doch
machte fich ber materialiſtiſche Charakter, der in
das Drama einbrang, auch bald in ber Roman⸗
literatur geltend. Der Roman vernadläffigte
immer mehr vie Charakterſchilderung; man erfand
möglihft verwickelte Zuſtände, um bie Spannung
bes Leſers aufrecht zu erhalten. Es prägten fi
bie verſchiedenen Gattungen fefter aus: der Sitten-
roman, der Liebes. u. Feivenfchafteroman, der Mi⸗
Yitärroman, der Seeroman, der Tenbenzroman, ber
biftorifhe Roman. Obgleich die Zahl der Roman-
ichriftfieler ins Unglaubfiche wuchs, finb es body
nur fünf, die fih oben auf erbielten: Honor be
Balzac, Eugen Sue, George Sant, Alerander Du-
mas u. Frederie Soulid; am größten u. bedeutend⸗
ften unter dieſen ſteht unzweifelhaft die George
Sand oben an. Erhebliches haben auch Charles be
Bernard, ein Schüler u. Nebenbuhler Balzacs, ıı.
Prefper Merimee, ein vortrefflicher Erzähler, ge-
leiſtet. Einigen Kunftwerth befiten ferner noch die
Romane von Emile Souveftre, Louis Reyband,
Leon Gozlan, Elie Berchet, Jules Janin, Mery,
Alphonſe Karr; nicht ohne Intereſſe für die Beur-
theilung ſocialer Zuflände, wenn auch ohne eigent-
liche literariſche Bedeutung, find die Werle von
Paul de Kod, weniger die von beffen Sohne Henry
de Kod. Während die Kunftnovelle in biefer
Zeit nur wenig Vedeutendes, mir Ausnahme einiger
Werlke von Mierimee, ſowie auch von Arſeue Houi-
ſaye u. Paul de Moufjet, aufzumeilen bat, wurde
das Fahrer Schilderungen um ſo fleißiger an-
gebaut. Mertwürtige Urkunden für bie franzöſiſche
Sittengelchichte Liefer geit find: Le Livre des
Cent-et-un u. Les Francais peints par eux-
memes. Gewöhnlich erichienen berartige Werte
Franzöfifege Literatue IV.
mit Illuſtrationen von Gavarni, Zen!
Grandville, Henry Monnier u. €
Aufgabe ſtellten ſich bie ſatvriſchen Wit
blätter, 3. B. Charivari u. Cortaire;
die Feuilletons vielfach Skaym, R
Schilderungen.
Durch bie gewaltigen Ereigniſſe, n
Revolution Frankreich bewegten, mu
fhihtihreibung ein neuer Schwi
werben. Es bildeten fich mehrere Schu
Spitzen Guizot, Barante u. Mignet mit
Die allgemeine Weltgeſchichte wurder
von Anguetiln. dem älteren Segur, die
von P. Ch. Levesque, Em. Guilhem
mont u. dem Baron von St. Cro
Sonſt machten ſich um die Geſchichte de
noch Letronne, Naudet, Ph. Lebas,
der Hieroglyphenforſcher Champollion
verdient. Mit Vorliebe wandte man
ſeit ber Reſtauration der Erforſchun—
altere zu. Dahin gehören bie Arbeit
michel, des Publiciſten Koch, vie 9
Beugnots, die Werke von Frantin, 2
Die Geſchichte der neuern Zeit wur
Samfen u. Friedrich Schöll bearbeite
Werke murben ber Geſchichte Frantreic
Anquetil u. fein Fortſetzer Gallois fiel
niedrigen Standpunkte. Klaſſiſch fint
von Gnizot, Auguftin u. Amedeée Th
rante; beachtenswerth find auch die &
Lacretelle, Lemontey, bes Grafen €
Sismondi, des Grafen Montlofier, Di
Haube, Andins u. Saint-Aulaires. U
Isiehtichreibern über Die Revolution fie
ignet oben an. Die Gefchichte Napı
beiten Graf Segur, dann Bignen, ©
nauft, Say, Thrbauteau, Jouy u. Re
pulärer Korn Roreine, Laurent,
St. Hilaire u. Dumas. Wichtig für
Kriegsgefhichte Der Katjerzeit find d
Sfgur a. Dumas; ferner von Jomi
Seorge te Chambray, vom Marfchall
St. Eyr un. Foy. Obgleich Die Zeit ı
revolution bis 1848 bedeutende bifter
nit in jo großer Zahl wie in den I
der Reftauration hervorgebracht bat,
nicht ganz unfruchtbar geblieben. &
rante hatten ſich zwar ber Politik ang
ſetzten Auguftin Thierry u. Mignet i
fort. Hierzu trat Michelet, einer ter
franzöſiſchen Geſchichtſchreiber der ı
Hervorragende Arbeiten über die Gej
reichs lieferten noch H. Martin, Lau:
figue, Monteil in fürzerer Faſſung &ı
u. Burette. Einzelnen Perioden gewi
Arbeiten von Amedée Thierry, Yazin
rante; die Geichichte Der Franzöſijchen
wählten Couny, Marraft, Cabet, Br
Rour zum Gegenftande, während Lou:
glänzenten Verſuch zur Bearbeitung I
der Gegenwart madte. Die Memoi
tur dieſes Zeitraums leidet an liberflu
Berville u. Barriire veranflalteren gı
lungen für die Memoiren aus dem !
eitalter; von Bedeutung find die Me
tapoleon, Baurienne, Las Caies,
fat, Mabame Sampan, Baron F:i
von Abrautes, Frau von Larodye-Jacyı
Tranzöfifche Litesatur IV. V.
ffet. Hierzu lamen unter der Yulie | hielten, ſtügte fich bie junge Preſſe auf tie Neu⸗
ie _ Memviren von Ney, Lamarque,
ahette u. Varrire.
erwähnt war es unter allen Ülteratur
pulitifheBeredtfamteit u, bie
welche während ber großen Revolation
inkt erreichten. Der berilhmtefte vou
Rebnem war Mirabeau; neben ihm
Cardinal Maury, Mounier, Lally-
lermont⸗ Tunnerre, Adrien Duport,
ityes u. Jacques Antoine Marie be
er den Sirontifteu that ſich Vergniaud
& bie Herrſchaſt NRapoeleons wurde die⸗
Hintergrund gedrängt, wäbrend der
n feinen Reben u. Proclamationen ber
!ertreteter einer nenen Richtung, der
Berebrjaniteit, wurde. Mit ber Rüd-
bon blübte bie politifche Beredtſam⸗
if; namentlich zählte bie liberale Par-
e Redner wie Benj. Conflant, General
l, Ehatesuhriand, Billele, Royer⸗Col⸗
richtliche Beredtſamkeit wurde
Zrüdern Dupin, dem jüngern Berryer,
K. gepflegt. In ver geiſtlichen Re⸗
feit ihrer Blüthe unter Ludwig XIV,
‚griffen geweſen war, zeichneten fich ber
rury u. ber Biſchof Frayſſinous au.
ulimonardie madten nur ber Pater
ber Abbé Ravignan einiges Aufſehen,
Staatoberedtſamkeit im höchſten
ı den hervorſtechendſten Rednertaleuten
hörten Guizot, Tbhiers, Odilon⸗Bar⸗
in, Lamartine, Verryer, Duvergier,
Garnier-Bages, Lerru-Rollin unter
en, Eoufin, Montalembert, ber Herzug
66 u. der Marquis von Dreur-Breze
ir, Die berlihmteften Repräſentan⸗
ichtlichen Beredtſamkeit waren
age, Marie, Cremieur, Jules Favrerc.
iſelben Entwidelungegang, wie bie po⸗
tfamfeit, durchlief auch die Journa⸗
fie in der erſten Zeit der Revolution
d, fo &berjchritt fie während ber
t alle Orenyen bis nach dem 18. Bru⸗
er der Journaliſtik einen Damm ent»
Unter den Beſchränkungen ber Ratfer-
fie feinen großen politiihen Ginfluß
edentender war jeboch derſelbe anıf lite»
biet, mo bie Kritik noch ernft u. ge⸗
ꝛübt murbe. Unter ber Reflauration
enge ber Journale, in denen ber Kampf
ſficismus u. Romanticismus geführt
ser Theilnahme des Publikums an’den
VBeftrebungen ver Zeit. Die verſchie⸗
ngen fäufen fih ihre Organe in poli«
erariſchen Zeitſchriften. Großes An-
9.9. ber 1824 begründete Globe,
Bainte» Beuve Kritifen lieferte. Cine
älgung erlitt bie Journaliſtik unter ber
be (f. Zeitungen u. Zeitfchriften). Bis
ı die Zourndle bei ihrem außeror«
nfluß anf bie Affentlihe Meinung nur
Bublicität gehabt. ALS jedoch Girar⸗
t der Presse bie Bierzigfranlenprefie
en bie Grundlagen bes franzöfljichen
m völlig umgelcaffen. Wäbrend vie
nale ihre Kraft aus politiſchen Ideen
ſich fireng an eine beftimmte Richtung
ierde des Leſepublikums u. machte tie Politik ab»
Kanal von ber einträgliden Benubung u. Ausbeu⸗
rung bes Blattes. Das Feuilleton, in welchem
ang Romane erichienen, wurde jet bie Haupt»
4 Als Folge davon verlor einerfeit® Die Prefle
wmmer mehr an Einfluß auf die öflentliche Meinung,
während fie anbererfeite verberblich auf hie Litera⸗
tur wirkte u. bie Schriftftellerei zu einem bloßen
Geſchäft entwürdigte. Da ber Yenilletonroman
bald eine entichiedene feindfelige Nichhung gegen
bie beſtehenden Verbältnifie der Geſellſchaft ein-
nahm, fo war die Feuilletonliteratur auch von ben
ſchlimmſten Folgen für das ganze fittliche u. geiflige
Leben des Volles begleitet, zumal mehrere Blätter
eine unglaublidge Berbreitung gewonnen batten.
Blätter wie die Presse, Siecle, Constitutionnel
u. das Journal dea Debats mirften mit ihren
Fenilletonromunen von Eugene Sue u. And,
mehr für das Durchdringen focialiftifcher Ideen
ale Louis Blanc, Pierre Rerour, Konflberant,
Cabet in ihren theoretiſchen Schriften u. halfen Tor
mit unbemerft den Sturm vorbereiten, der im
Februar 1849 unerwartet zum Ausbruch fam. In
den eigentlichen Siterarifchekritifchen Journalen, un⸗
ter benen bie Rovoo des deux moniles ten er⸗
ſten Rang behauptete, zeichneten firh als Krititer be
Sacy, Sainte-Benre, St. Marc Girarbin, Pbila⸗
rete Chaſles, Genin, Granier De Caſſagnac, Theo»
phile Gauthier, Guſtave Planche am meiſten aus.
V. Die Franzsſiſche Literatur der Ge⸗
genwart. Mit der Februarrevolution von 1848
trat die Literatur unter bie Fahnen der Politik. Dich⸗
ter u. Kritiker ſchrieben über politiſche u. ſoeiale Fra⸗
gen bes Tags, die befannteften Romantichter, mie
eorges Sarıd, A. Dumas, E. Sue ihrieben Flug⸗ u
Tageblätter, während andere ald Minifter, Beamte,
Deputirte filr Die Neugeftaltung Frankreichs zu wire
fen fuchten. Doch warb troß alles Drängens u,
Schreibens nichts von Bedeutung u. bleibendem
Werth geichaffen. Als nach ben erften ftiirmilchen
Augenbliden der Zügellofigfeit durch Belöräntung
der Brehfreibeit bie Literatur wieder in eine regel⸗
mäßigere Strömung geleitet wurde, fo bebielt fie
bog ım Allgemeinen ihren revolutionären Cha⸗
rakter, bis fle in Folge Des Stuateftreich® (Dec. 1831
mehr ale je eingebämmt u. ihr ber fchmale Pfa
torgezeihnet wurde, auf tem fie fich noch gegen»
wärtig langfanı fortbemegt. Obgleih bie Gegen⸗
mart eine nicht geringe Anzahl gebilbeter Geifter,
ſowie tüchtiger Schriftſteller u. Dichter befitt, fo
ibt e8 doch in F. eigentlich feine Literatur im vollen
inne u. Maße, weil die Gemüther fein gemeine
fames Ideal haben, von dem fie erfilllt find. Die
Schriftfteller entfprechen der Geſellſchafi. Wie in
einer jeden Periode fiterarifcher Berflahung, tragen
zwar bie eruflern philoſophiſchen u. biftorifchen Stu⸗
bien noch einen hohen Charakter, während dagegen
bie frivufe Literatur einer großen Popularität ges
nießt. Die gefeierten Dichter ber vorhergehenden
Zeit, wie B ranger, Lamartine, Victor Hugo, Al⸗
fred de Muffet, Sainte- Beuve, haben fi von ber .
Probuction zurückgezogen; an ihrer Stelle ift eine
große Anzahl ven Dichtern hervorgetreten, Die je
Lob nur wenig Originelles bernorgebradht haben.
Dies gilt zunächſt von der fentimental-elegifihen
Richtung der moternen franzöfilchen Lyrik. Der
Grünter u. Hauptvertreter einer zweiten Richtung,
x
62 Franzaiſche Site tr
ſelb Keole tantaisiste nennt, u. aus der 5 in 7)
iſt Therohile | lee he
bie fi
Remantiien Schule be
Gauthier, dem wiebermm viele
Bon derſelben tresmie fi im neueſter
Eee deune Phalange; welde ie
R
er huldigen.
it die ſo⸗
Ræruqo
ris Ad ihr Drgen u. in deren Deramss |
t. Ee
Aarau De
iiefen: en achte fich.eine dritte —
nahanı-
ter i } &ee
mit einem —52* von Feinbeit, Urbaniedt u. Ele⸗
befingem.. Sehr auſprechendes in. dieſem von
unte-Brupe nugebahnten Geure bat: Charles
— (R. 1854) 9 eliefert. Hierher geh
ierre®npank, ber ns 0021848 glädkich im buloli⸗
Genxe verfuchte, während ber Revolution aber
ch den Rang EL re Le en
tiſchen Sinne erwarb. dra nætiſcho Dichte
u nimmt gegenwärtig — bebentende Stelle
ein, obgleich durch etwa 350, nn jaͤhrlich
an 250 Stüde probuchrt werben. Werthooll kan
nur weniges genannt werben; manches leibliche u.
geniehbare findet ſich unter den oft witzigen u. lau«
nigen, ‚aber epbemeren: Stüden fir die Meinern
Theater, Faſt alles ift auf beim materiellen Erfolg,
zu Gunſten der Theaterimbuftrie herechnet · In bex
Schöpferlkraft ber Dichter iſt völlige Erichlafjung
— das Theater file ben Zuhörer war
nur Sache der Serftrenung geworden. Anftatt
ad Hugo, Alexander Dumas, Alfred be
Digny gibt man Tragödien von Zofeph. Bou-
chardh, 9*— Maquet, Paul Maurice, Mare
—— Bictor Stjour; die Dramen von
ennexry, Paul Foucher, Anicet Bourgesis, Fern.
Dugut, Paul Feval befteben faft nur ans einer Ans
Ion von Scenen u. Sitnationen zu Gunſten bes
ecoratiensmalerd. Zwar juchte noch PBonfarb u.
neben ihm Yatour de St-Pbars: dem. eingerifjenen
irrwarr mit ihren den Uaſſiſchen nadhgebilbeten
gödien entgegenzutreten, aber mit wenig Erfolg.
Nur von Zeit zu Zeit wußte die große Echaufpie-
lexin Rachel Felix das Intereſſe für Racine u. Cor⸗
neille, fowie die alte Tragödie überhaupt anguregen.
Wie die Tragödie durch das Drama, ſo iſt die Gat⸗
ung bes höhern Luſtſpiels durch Das Vaudeville
ei den Hintergrund gebrängt t worden. Einige Be-
achtung verdienen nur bie Kuflfpiele von Ponſard,
— von Legount, Jules Sandeau, Scribe, Emile
(ugier u. Octave Feuillet ; tie Proverbes des Leꝶg-
tern find in ihrer Art vor ůglich Nur aus der Demo⸗
raliſation ber Geſellſchaft iſt es zn erklären, wie die
ſonſt höchſt bühnengerechten u. zum Theil gut aus⸗
geführten Lorettendramen des jüngern Alexan⸗
ber Dumas den außerorbentlichften Beifall fiuben
konnten. Selbft das Vaudeville ift theilmeife
entartet; indem es einerfeite ins Boflenbafte, ande⸗
en ins Hiftorifche u. Romantiſche übergreift.
Nod find die dramatifchen Arbeiten ber George
Sand zu nennen, bie obgläch von wenig Erfolg be-
gleitet, doch von literariſchem n See hub
Die im Drame, fo hat der ramsfiche, Geiſt in
ört and |
u
u. Ontäkrelies geleitet. ": Die:
——— Aare ve 1
ven Beldmad ves leſenden
1848 ans vLicht —A u
€ See it: Ki
wie der Giaf Moente €
—— de: Paris}'die Gesrge Saı
ihren ſoclal —
mies a
Sandean, Octave Denry Bin
Achard, Ermonb w. U. zu wen
veriftifch, ſowohl er tiefe Berfa
Literature, wie bes Geſchmacken u. Di
bes
Deſts mehr Haben bie Framzo f
— nicht €
Iren oben a and bas 85 —*
eines Aldfanber' Dumas, "des =
Madame: Yafarge 2c. erg Feen
rung begünftigt, ae
gegenwärtig aud in ben
Sergfältigfte, — ie fomohl u x
jeine gepflegt. erbinbung dal
groß Eifer, mit welchem man fe
on Jahren dem. Stubtum a. ber Rep
| tern frangöftidgen Literaturwerle zu
Die. franzdfifhe Literaturgı
nur wenige bad Ganze umfaffende
jen. Hervorzuheben dürften nur fein:
stoire de la litt. frane. (Bar. 1855, ;
Hist. de la litt. abreps de la litt. fr.
1841, 2 Bbe.), Peſchier, Cours de
Gais (Stattg. 1839), Bouchatiats Fe
La Harpe, Cours de la lıtieratur
ferner aus neueſter Zeit noch Die Werl
(£yon 1851), Gerugeg (Bar. 1852), 1
1854), Henry, Flistoire de la.po&sie
Bougeault (Petersb. 1854) u. Das se
beliebte von Demogeot. (Bar. 1838, 4.
großartig angelegted Sammtelwerf ĩ
Benedictinern begonnene Histoire d
ture de la France (Bar. 1733— 18
23), bie u ‚erft bis zum Schu
reicht. Mehr im Geſchmadck Der Are
Franzoͤfiſche Literatur V. bid Franzdſiſcher Nevolutlonskrieg J. 638
Kirente Betrachtungen Über einzelne Perioden
stlich Über einzeine Schriftfteller,, welche mei
zttel Tableau, Etudes od. Portraits führen.
w gehören bie Arbeiten von Bictorin Fabre,
ne Fay, Barante, Sufserte über die Literatur
3. Zahrh., von Bhilarete Chasles über das 16.
x (Eitudes sur le IBme siacle, Bar. 1848;
ean de la marche et du progris de la
ranc. depuis le 16me sidcle. Par. 1828),
übet über die Zeit Richelteu’s u. Mazariıı’e
>), von Seyous über das Reformationszeit-
E&Bar. 1854, 2. Aufl., 2 Bbe.) u.f.w. In
Anſehen fichen das Tableau historique et
se de le po6sie francaıse et du théatro
mise au i6me siecle (1828, 2 Bde; 3. Aufl.
se tie Portraits critiques et litt6raires
BB, 3 Bde.), bie Portraits litteraires
ins (1852, 6 Bbe.), bie Causeries
(1651 — 52, 5 Bte.) ur. bie Derniers
littersires (1852) von Sainte- Beuve
suber grünbliche aber glänzend fiylifirte
la litt6rature francaıse (Bar. 1823—
„2. Aufl. 1844), fowie bie Souvenirs
rains d’histoire et de littdrature (Bar.
fl.) x. Choix des études sur la lit-
temporaine (1857) von Billemain.
Studien ähnlicher Art bat man m. N.
ve Planche (mehrere Sammlungen feit
Binet (Etudes sur la litt, francaise
sitcle, 1857, 2. Aufl., 3 Bde.), von Re-
RCritiques et études litterairea,, (1856,
—X —28 Nifard (Etudes de critique
kire 1858), Barante (Etudes littsraires et
es (®ar. 1857 —58, 4 Bde.) ꝛec.
sihen fich Werke wie Roche's Histoire des
Bi 6crivains francais (1858, 2 Bde.)
va Voyage autour de ma bibliotheque
RM . Bu den letten Jahren find mehrere
werthe literarbiftorifche Arbeiten über ein-
Bipochen ot. Gattungen ber F. 2. erichienen,
— bie Histoire des marionnettes
2), von Magnin, der fchon früher tie
——— eo — — 1838,
‚ bie Histoire des livres popu-
EPar. 1854, 2 Bde.), von Nifard; er
BSoire de la litt. franc. sous la restaura-
War. 1854, 2 Bte., 2. Aufl. 1859) u. tie Hist.
mitt. franc. sous le gouvernement de
B r. 1655, 2 Bbe.) von Alfred Netternent.
B- men noch Ganillieur’s Etudes sur
de la Suisse francniae (Genf 1856).
werk für die franzöfifche Bibliographie
(1. d.) La France litteraire (Par.
10 Bde.) mit der Fortſetzung La France
eontemporaine (Par. 1841— 57,6 Be.)
en Ergänzungsmwerten. Auch in Deutfch-
‚eine das Ganze ln Bearbeitung
Bäfifchen Literaturgeichichte, mit Ausnahme
Ar den Unterricht berechneter Bücher, mie
Zeit von Kreuffig, de Caſtres, Haas
nicht erichienen. Sehr brauchbar ift das
Buch der franzöfiihen Sprache u. Literatur
2852, Op. 1, 11. Aufl.; BL. 2,7. Aufl. 1556;
& 5. Aufl. 1851; Bd. 4, 3, Aufl. 1842) von
m Nolte. Die erfie mabrbaft literaturge⸗
kupe Arbeit über bie F. L. gab Inlian Schmibt
er Geſchichte der %.X. ſeit der Revolution von
2p; 1858, 2 Bde. Souſt find noch zu nen»
| nem: Bilchner, Franzöfiſche Literaturbilber re dem
Bereich der Aſhetik,
pe Felf. 1358, 2 Bhe.; Echmidt
Weitenfels, Frankreichs moderne Literatur jeit Der
Reſtauration, Berl. 1956, 2 Bhe.; Arnd, Geſchicht
der franzöfiichen Rationafliteratur von der Re
naifjance bis zur Resolution, Berl. 1956, 2 Vbe.
„granzöhfge Malerfunft, f. u. Franzöfifche
ın
ft.
anzoͤfiſche Meile, fo v. w. Liene.
ranzöfifge Mufit, T. ı. Muſit. F
anzoöfiſches Paroli (Spielm.), ein Paroli in
ber Weiſe des franzäftichen Pappe, f. b.
Franzofifche Philsfophie, f. u. Franzöfiſche
— Mandat,‘ 2 huh
Franzöſiſcher Rauchfuß, fo v. w. Zwerghuhn.
——— RNecht, ſ. u. Frankreich —
Branzönje Mevolution, f. u. Frankreich
(Geſch) VIL. m), X. n. XI.
Franzöfiiher Revolutionskrieg. I. Ber⸗
anlajfungen. Die großen innerlichen Erichitt-
terumgen Frankreichs Durch Die Revolution mach-
ten die benachbarten beutichen Mächte beiorgt - für
bie eigene Sicherheit. Dennnd trug ſowobl Ofler⸗
reich wie Preußen lange Bedenlen, ben Emigran⸗
ten, welche ihre Hilfe gegen bie damaligen Gewalt⸗
haber in Frankreich anfprachen, Gehör zu geben u.
einen Krieg zu beginnen, bei welchem voransfichtlich
wenig zu gewinnen aber viel zu verlieren war. Da
fam Die Nationalverfammlung in Paris ben Kitr-
ften zuvor, u. nachdem am 20. April 1792 Yırb-
wig AVI., dem Drängen feiner Miniſter nachge⸗
bend, auf Krieg negen Ofterreich angetragen hatte,
beffen beigiiche Provinzen ber Frauzöſiſchen Re—
publik ein mwilltummener Zuwachs geroefen wären,
fo erfolgte Die Kriegserflärung an den König von
Ungarn, da Franz IE. noch nicht zum Kaifer er⸗
wählt u, gefreut war. Schon anı 27. Xuguft 1791
batten Tfterreich u. Preußen fich zu einer gemein⸗
jamen Action in Pillnig verftändigt, falls Die Ent⸗
wickelung der Ereigniffe die eine ob. antere Macht
zur bewaffneten Gegenmehr nötbigen follte, n. bie
übrigen beutfchen Klirften waren zum Beitritt zu
dieſem Fürſtenbunde aufgeforbert werben. Kaum
war baber Ofterreih in feinen niederländiſchen
Provinzen von den anriidenven Franzoſen bebroßt,
als (19.—21. Juli) zwifchen Preußen, Ofterreich
u. einigen anteren deutſchen Filrften in Dlainz ber
gemeinfafttiche Feldzugoplan verabredet wurde.
Auch das Deutſche Reich erklärte 22. März 1793
ten Franzoſen den Krieg, u. Sardinien verband ſich
anı 25. Juli zu Schug u. Trug mit den Alliirten;
Heffen, Sadien, Pfalzbaiern n. Die geifllichen
Kurfürſten rüfteten fi) eifrig, während England,
Spanien u. die Schweiz eine zumartende Stellung
einnabmen. König Friedrich Wilhelm IT. von
Preußen ging fetbft an den Rhein, den Feldzug zur
leiten, deſſen befontere Führung dem Herzoge von
Braunſchweig, Kart Wilhelm Ferdinand, übergeben
murde. Noch bevor Preußen den Krieg begann
(25. Zufi), erfchten ein vom Herzog von Brann⸗
ſchweig zwar unterzeichnete®, aber obne fein Mit⸗
wiſſen ertaffenes Dlanifeft, deſſen prablerifcher Ton
feine Wirkung wöllig verfehlte, da er nur den Haß
u. die Erbitterung der franzöſiſchen Republilaner
reizte, ohne den Alltirten ein Antrieb zu kriege⸗
riſchem Eifer zu fein. Am 27. Inli erfich der Here
303 von Braunſchweig eine ähnliche Erklärung von
Toblenz aus, gegen welche die der Prinzen (8. Au⸗
von Balel - ) Eröffnung bes — von
1792. Schon bei ben Kriegsansfichten hatte laffen, dieſe
Eule Plan Michertauben Garall mi Grmaltın | (fin nr bat Peuptferz nagräen, £
em, in den lauben, Gewalt mit Gewalt zu n
ne a Diejer verproviantirte Yuremburg u Kine Harkc Gelonme 5
die Gitabellen won Namur, u. Antwerpen. Ib | Berbindung mit bert here
baranf wurbe bie öfterreigiiche Macht, am Dber- | durch bie'falihe Nochricht ſcht. def
in um 50,000 Mann vermehrt, die unter Fürft | ſiſche Armet m. nah:
Hobenlohe-Kirhberg durch bas —I in Franfreich entrinnen ſuche befahl ber u
verbringen ſollte, u. Preußen ſchickte andere 50,000 | eisen ‚mi bem )
Mann an ben Nieberrbein, um unter bem Herjog | abzuſchtreiden; — ſah - man
von Braunfchweig, von einem öflerreichifchen Hittje- pfen,- Ratt anf: bee Flucht, lam
<orps unter Feltzeugmeiſter Clairfait unterätt, | fc. Auf einer ‚anfere. bes !
in Franlkreich * den. Der Herzeg Albert von Lune bei Balmy, am 20. &
Sad ſen⸗Teſchen befebligte ein abgefonbertes Corps | Kanonade, welche Kerl ber ®
ur Verteidigung. ber; Nieberlande, Die Brango- bie Heereblieben fich darauf ohne zu u
5 hatten damals 125,000 Mann am Rhein, Mor | verg Tage xMangel au &
bambeau mit 45,000 Daun ftanb in Flandern bei jechte: u. E beſ.
Vlle, Ludner u. Lafayette mit 45,000 Mann unmeit | währenden Fegen u: ‚machte ı
Trier. u. bie Alpenarmee war 20,000, bie Byre- | gen g i6 'numdglih, m. ber.
näenarmee 15,000 Mann ſtark. ‚Der Operations raun trat-amı 20. Geptember |
plan der Altirten war offenfio, hoch zeigte ſich Preur | unter ben m Mmfbänben am. 1
fen einem entjchiebenen Angriff geneigter, als bie | der Herzog ven en Teſchen in Ä
sch in ibrem Korbonfpftem bebarrenden Ofter- | die Belagerung von Yille aim 8. Octobt
reicher, Die äfterreihiihe Macht in den Nieder⸗ſich Über bie beigiiche Grenze zurüch
Landen befland aus ungefähr 30,000 Mann u; 250 Am. 23, October "überieritten Dum
Geſchllizen; Rochambeau ſollte nun, nah Dumon« | Offenfive ü hend, ebenfalls bie mi
ziez' Kriegäplanıe, auf Mons kosgeben, während La- | Grenze, ber Bortrab bie Qui
fayette Namur näbme, Über Brüfjel ins Lüttichſche
vorbränge, Dillen gegen Tournay u. Carle bis
Furnes verginge u. jo. benstrieg auf nieberländiiches
ebiet ſpieſe. Allein am 29. April murbe Dillen
zwiſchen Lamain u.,Marguwain-geichlagem;;
Biron bei Quievtain zurückgedrängt u. Gouvion
29. Mai von dem öfterreichiichen Feldmarſchall
Sitarray bei — * eworfen u. bis Phi⸗
lippeviſle verfolgt, Am I. wurde Gouvion
nochmals von Clairfait bei Gris vellegeſchlagen u.
getötet, Der Herzog von Braunſchweig überſchritt
nun, nachdem er ſich am 23, Juli mit Cairſait bei
Zuremburg vereinigt hatte, am 18. Auguſt die frau⸗
zöſiſche Grenze u. feine Aoantgarbe unter Hohen-
lobe trieb am 19, Auguft die Franzoſen mit Verluſt
in ibr feftes Lager bei Fontoi por Longwy. Longmy
fiel am 22. Auguft, u. ber von ben Bürgern zur Über⸗
gabe bes Platzes gezwungene Kommandant fhilräte
ſich ing Waffer. ‚Berbun wurbe am 2. September
eingenommen, nachdem Klairjait 1. September bie
Brangojen bei Stenay geihlagen hatte. Hohen⸗
obe rüdte inbeflen mit, dem Bortrab vor Thion⸗
ville u. begann die Belagerung bes von 3 Seiten.
inundirten Platzes Auch Landau wurde durch ben
1— *4 General von Erbach eingeſchloſſen.
übrend deſſen hatte ber, Herzog von Sachſen⸗Te⸗
{dien St. Amand genommen u. juchte burd Be—
ſchießung von Lille eine Diverfion zu machen, befien
Belabung u, Bürger ſich indeflen tapfer verthei⸗
Digten.
Mittlerweile war. der Herzog von Braunſchweig
in Frankreich vorgedrungen, u, bie franzöfijchen
Heere eilten Paris zu beden. Am 14 Sept. wurbe
Chazot bei Sreir au Duisigeihlagen, u. Du⸗
mouriez zog fih nah St. Dienchould zurlid. Da
aber bie Berbilubeten nicht raſch vorwärts, brangen,
ſo donnte biejer ſich mit Beurnonville u. Keller-⸗
brügfte die öſterreichiſ often zurh
unter. Beurnonville bie Crespi. Du
Mons jehr bedroht, wo der Herzeg v
Zeichen jein Hanptgutartier nahm. Zı
General Labourbonnage bon Ville am
drohte von Dünlirchen aus Oftenbe. 2
tober:bis 6. Ronembdgr d bie &
geu Monß vor;. bie . 13,2
wichen bis Iemappe, einem Dorfe vor
rüd. Dumeurie, 50,000 Maun flarf
Dftende dem Feinde
bei Anderlecht am 14. November
vie in Brüffel ein m. nahm am 18
Mecheln. Herzog Albert hatte fich Bei
geftelt u. Abergab am 16. Nevembe
mando an Slairjeit ‚ welcher num, bi
chelns Fall die Sommunicarion mit An
terbrochen war, ſich weiter zurädjeg m
da er, durch Deiertion ſehr gei
linten Flanle bedroht wurbe, fich am.
ber nad Zirlemont hinter bie
Cumptich beichoß Dumouriez bie
Stunden bindurd, nöthigte fie Bei
Rüdzuge u. rüdte am 18. November u
Miranda nahm am 27. Rovember
durch Kapitulation u. rüdte auf Rurem
3. December ergab fih Die Citabelle :
an Valence. Wım zug Ach am 14. Dece
fait hinter die Erf, worauf Dumoarie
fegte, während auf bejjem rechten Fıd
Saar, bei. bei Bellingen, am 6.—16.
Beurnonville mehrere Augriffe mißlen;
Smswölfän: Beveintinnälzieg: V.Ma ARN
Ichein war inzwilchen General Cu⸗
pibr. mit 18,000 Hann der Rein»
Ben der Berbäubeten unerwartet er»
wenigen heifiichen u. pfälgifchem zum
Pialz beſtimmten Regimenter
te er am 30. September Eyder,
ppenheim, drang Gnbe October tief
‚nahm, von ben Clubiſten der Stadt
ı 21. October Mainz. Am 23. Oc»
atzte er granliurta. M. u. hielt es
» ihm nach beftigem Rampfe von ben
efien am 12. December wieber ent»
ses Spiel hatten bie Franzoſen in
wo fie am 24. Septbr. unter Mon»
: Kriegeerliärung über bie Grenze
ne Widerfiand bis Chambery kamen.
mber nahm General Anjelme Rips,
vember wurte Savoyen als
miblanc u.31. Januar 1793 Nina als
ber Seealpen mit Frankreich vereinigt.
ug don 1793. Am 1. Februar
on Seiten Frankreicht F der Krieg
> u. Englaud erllärt. England trat
pige aller Bündniſſe gegen Frankreich
Berträge mit ben Hauptmädten
Ste Eoalition zufammen. Im
umouriez mit 20,000 IR.
du Nord, aus hollänbifchen
ehenb, u. vielen freiwilli
jebr in Holland eing
5. Februar, Gertruidenburg am *
ıbert am 3. März erobert u. war bie
byt vorgebrungen. Er wollte nun
%, Amfterbam u. Rotterdam geben,
e, welche Miranda gegen ben Prinzen
erlitt, ihm zwangen den 3 *
nba hatte namlich am 25.
Maftrichte, weiches der Bring von
—5— ‚ begonnen, während ein
Ai) j orps fih am 17. Februar
—* — bei Venloo bemächtigte, letz⸗
(ches preußiiche a das sel la⸗
Belagerungen wurden
ıen der Offenſive durch bie
m Prinzen von Koburg, —— — u.
g Karl vereitelt; die
© der Roer vor u brachten den ran
benhoven eine empfindliche Nie
i Schwalmen fiegten am 3. Hin
ermonbe bringenben Preußen, u. bie
ließen Aachen. Miranda wurbeam4.
aſtricht abziehend, bei Xongreenod)
»g gefchlagen, worauf am 5. März bie
ittich wieder bejegten u. über Zirlemont
a u. Löwen vorrüdten. Dumouriez,
engung von Klundert u. nach der Be⸗
vs, von den Preußen, Hollänbern m.
am bereit mit ihnen vereinigten Cug⸗
annoveranern gebrängt, übergab uns
Commando der hollänbikchen Armee
— — ee
gen die Oſterreicher auf,
r nachtheiligen Gefecht bei
t am am 16. März fich bei —A—
* Eee fe Dumouriez mit Übermadht
Er gebachte mit bem rechten
za überiä.
ofen
358*
— vie
unter Nirenda werbe
lagen, u. ba biefex au
linten $lügel ent⸗
anzofen: Abends mit gre=
a 22. Min In er
verwirrten Flucht
—— ergaben Ram Brebe
rtruiben erga n.
am 3. April ben Berbänbeten. 3 Damen wi ame
26. ı 27. März auf Mons u. Tournai gurüd m.
wegen ber periotenen Schlacht für fein Le⸗
ben fürdtend, mit den Berblinbeten Unterhanblun⸗
gen, in ber Abſicht, mit ihnen i
um ein
zu machen. Da aber jet
— sing er nei er neh Der Verhaftung ber
—— eg ae
ihen
—— an die bie here
reicher mit 1500 er Anhãn *
⸗
— von Menin bis Furnes Iten.
dan Aarke
Fe bei Quievrain ıL über bie Reſerve un⸗
airfait, welche zwiſchen Eonbe 1 Valencien⸗
and u. deren Berbindung unterbrach, führte
ber inz Joſiat von Koburg, ber am 9. den
ſeit ver Dumounriezſchen Unte ung b
Waffenſtillſtand auflünbigte. Der nächfte. Zweck
—— uahıne Eon sie al Otto
n. ring von sttember n, wäh
Latour Maubeuge 1. Mai
ließ aber 342
Maubenge, — u. St. Amand
nangri wäbrenb er Air —2*— keinen
Ben.
lagen u. verlor 3 Kanonen. Um
Rei srl terre Cl zum britten Dal
je w jedoch wie en ea n. —— =
farb bald mager.
ger bei
Gufine as Garmmanbe, ber
u
Am 1l. Fi fiel Sonde, en 2 Gi Balencien⸗
nes nach hartnädiger
Iung felbft wurde von den
t. Nach einem von u trennte
ſich nun, da bie Anſicht ber Briten im Kriegtrathe
d des verb er, u. ber H
ort zog vor — . unten), wäh
rinz von Koburg. fe Queſnoi wanbte
2. biefen Ort erfolglos —X Am 7. Auguſt wur⸗
ben bie Franzoſen aus dem Gäfarlager vertrieben
Bu an a u, ya
e genen itry, ge
buch Lille, PH, ai, wieder fam
7," Frangöfifcher Nevolutionskrieg II. (C. 1794) ;7
ir Bertbeibigung des Vaterlandes auf-
olfes zu wachen, fo daß die franyö-
übrer, Denen die Schwerfälligleit ber
hen Willen geleiteten I perationen
seten zu Gute kam, fon im folgen-
en ter Defenfive zur Offenſive über-
u.
zug 1794. Beim Beginnen bes
ven Kieterlanden hatten die Ofler-
etwa 0,600 Mann ftarle Dlacht
über Luremburg, Namur u. Ba-
bis Nieuport cerbenweile vertbeilt,
bewachen, mährend Die Dauptarmee
fagern u. erobern u. danu über St.
ch Paris zu eperiren fellte, wogegen
nzeien unter Picheyri u. Jourdan das
r Alliirten beichärtigen, mit beiden
eich vordringen u. beide Flaulen n. den
Berbindeten zugleich bedrohen wollten,
ſtänden ben einen od. Dei andern zum
j übergeben zu laſſen. Am 17. April
zewegung Der Armee Der Alltirten in 9
ie Holländer nabmen am 36. Yandreid,
pril murte bei Troieville der General
angen, bei Dem fih ber franzäftiche
wvorfand. Die Alliirten fandten Dee»
: mit 5000 M. zur Verflärtung des
irfait. Pichegru hatte fih nämlich, Dem
e zu Folge, nah Wefiflanbern, wo
. Morts Korps corbenmäßig landen,
ieß im Centrum nur Guiſe, Et. Quen⸗
ray ſiark beſetzt. General Charbonier
it der Ardennenarmee ben linlen Flü—⸗
üudeten bejchäftigen u. Deren Aufmerl-
bem rechten ablenfen. Mit etwa 30, 00
uter Souham bei Lille geſtanden hatten.
DD. unter Moreau, nahm er Courtrai
ſchlug Clairfait, Der leztrem Orte zu
im 28. April bei Moescrön u. nahm
I Denin, nachdem ſich ber hannöve⸗
al Hammerſtein mit der Beſatzung
zen hatte. Clairſaits Verſuch, ſich mit
von York vor Courtrai zu vereinigen,
nn durch ein hefiiges Gefecht bei Zour-
Diai wurde der Herzog von York von
m Rüdyuge gezwungen, u. Clairfait
jur Dedung von Gent nach Tbielt um⸗
er Prinz von Koburg brad in Folge
em größten Theile des Heeres am 16.
ournay auf, während eine andere Ab⸗
ie Sambre rüdte. Pichegru griff am 22.
erreicher an, allein ohne Enticheidung,
» blieben in ihren geyenfeitigen Stel-
lirfait ftand bei Thielt jo vortheilhaft,
s ed nit wagte, ihn anzııgreifen, als
ı von Souham bebrängten Mpern zu
ourde er am 15. Iumi bei Hooghlede
geſchlagen u. in feine frühere Stellung
en. Am 17. Juni fiel nun auch Ypern.
and um biefelbe Zeit mehrere fiegreiche
n Beautlien, nahm Dinant u, vereinigte
rechten Flügel Der Nortarmee u. ben
re. Der Prinz von Oranien fiegte zwar
i über Jourdan, allein am 18. Juni
m ber Übergang über die Zumbre, u.
gte die Beſchießung von Charleroi, zu
ig der Prinz von Koburg von Tournay
Jiejer griff am 26. Juni die Moſel⸗ u.
— —— — — — — ——— — — — — — — — — — — — — — — — — — ——
639
Ardennenarmee unter Jonrtan bei Fleurus au.
9 Stunden murbe heftig gelämpft u. ber Sieg ent-
ſchied ſich bereits für Die Öfterreicher, af@ ber Brinz
von Koburg den Fall von Charleroi vernahm u.
Dadurch Beftimmt wurde, auf Nivelfe zurildzugeben.
Dies entichieb das Geſchick ber Niederlande. Durch
ben Marſch Pichegrus auf Gent wurde ter Prinz
geyrenngen auf Brüſſel zuriidzugeben ır. legte hier
a8 Chercommanto in Die Hände Claiefaits nieber.
Allein anch biefer mußte nach einem harten Gefechte
mit Pichegru u. Jourdan, die ſich anı 4. Juli bei
Laupe vereint hatten, Bei Soignes an 10. Juli
bis zwischen Yöwen u. Mecheln zürückweichen. Nun
fielen Die Feſtungen, Landrech am 15. Imi, Ques⸗
noy am 15. Auguft, Balenciennes am 27. Auguſt
u. Sonde am 29. Anguſt, ben Franzeſen wieder in
bie Hätte. Auch Antwerpen fonuten tie Verbiln-
beten, als e8 von Pichegru angegriffen wurde, nicht
behaupten, am 15. Juñ fiel Die Stadt, aın 24. die
Citadelle, u. am 21. Juli gingen bie Ofterreicher
bis Lüttich, Die Engländer u Hellänter nah Breba
zurück. Alle Verbindung beider Heere börte auf.
Jourdan, durch einen Theil von Scherer® Armee
verjtärkt, Drang bald barauf fiber bie Maas, drängte
am 18. Sept. bie fterreicher bei Agpremont
zurück 1. zwang fie Aachen zu räumen. Sieber
dieß Maſtricht ein, wãährend Jonrdan durch einen
Angriff zwiſchen Jülich u. Düren am 2. October
die Ofterreicher von ber Roer bis hinter den Rhein
trieb u. Jülich, Köln u. Bonn bejegte. Pichegru
drang währenddem in Dolland ein, nahm am 24.
Augnuſt Stuys, dann Breda u. zwang durch bie
Gefechte Bei Boxtel am 14. September u. Geſtel
am 15. den Herzog von Nort hinter die Maas zu
weichen. Crevecoeur wurde nun eingeichloffen u.
fiel am 2. October, Herzogenbuſch am 18. October;
Venloo, Greven. Nimwegen warden ejngejchleffen.
Dei Teffelen ging Pichegrn in der Naht vom 19.
October über Die Maas. Souham griff nun ſogleich
den rechten Flügel bes Herzogs von York, ver ſich
an Druiten u. Die Waal Tebnte, an, ſchlug ihn u.
drängte am 30. October bie Hauptarmee nach Arne
ftein zurück. Nimmegen, Grave u. Benloo fielen
bald darauf, u. 10,000 Ofterreicher, die nun Venloo
entſeyen wollten, mußten zugiichweichen. Auch, das
gewöhnliche Rettungsmittel Der Holländer, Die Über⸗
ſchwemmungen, half diesmal nichts, denn der Winter
brach fo hart herein, Laß das Wafier bald eine große
Eisfläche bot, welche ben Franzoſen den Meg bahnte.
Zwar mißlang neh am 17. December ein Angriff
anf Die Bommieliuſel, allein Pichegru ließ geflifient-
lich Die Nachricht von einem Aufſtande in Belgien
u. daß ein Theil des Heeres eilig zurückkehren, ber
andere die Stamdgnartiere beziehen werde, ver»
breiten; getänfcht zogen die Holländer ihre Truppen
von der Bommelinſel zurüd u. fehidten Geſandte
mit Friedensvorſchlägen nach Paris; allein am 24.
December wurde bie Bommelinfel genommen, am
27. December die verichanzten Yinten von Breda
gefprengt u. Durch Überſchreitung der Waal bei
Pandern am 3. Jannar 1795 die Berbinbung der
Holländer u. Engländer unterbrechen. Holland
blieb fih nun ſelbſt überlaffen, ter Erbftatthalter
Ihiffte am 19. Januar 1795 fih zu Scheveningen
nach England ein, die Patriotenpartei in Holland
fiegte, errichtete eine Vataviſche Republik u. ſchloß
am 16. Mai 1795 mit Fraukreich ein Echuß- u.
Trugblintniß ab.
640
Am Mittel-u. Oberrhbeinwar nad ben Ge⸗
fechten von Kaifcrslautern das preußiſche Heer fo er-
ſchöpft, daß der König al® Bedingung feines ferneren
Antheils an der Coalition forderte, ber Deutſche Kai⸗
fer folle die Verpflegung der Truppen übernehmen.
Nach langem Unterhandeln ſchloß Preußen am 19.
April 1794 mit England u. —* einen neuen
Subſidienvertrag, dem zu Folge Preußen 6,300,000
Thaler empfing u. dagegen 67,000 M. zu ſtellen
verſprach. Der Feldmarſchall von Möllendorf über-
nahm nun den Oberbefehl u. begann am 22. Mai
die Operationen mit der Vertreibung des Generals
Ambert aus den Stelluugen bei Kaiſerslautern u.
Meorlautern, worauf die Franzoſen den Hundsrück
verließen u. binter bie Saar gingen. Berflärkt
drang aber die Rhein» u. Mofelarmee nad) wenigen
Wochen wieder nor u. verbrängte unter General
Mihaud die Ofterreicher am 13. Juli nah einent
blutigen Gefechte aus ihrer Stellung bei Edesheim.
Hierauf zog fih Möllendorf, ebenfalld auf feinem
Tinten Flügel bedroht, wieder nad) Kaiferslautern,
von bort aber am 15. Juli zurüdgebrängt, mit
Hohenlohe auf Alzei u. Worms u. behauptete dieſe
Buntte, die einzigen auf dem linfen Rheinufer, gegen
die Franzoſen. Die Kailerlien u. Reihötruppen
inbeß zogen fich bei Mauheim über ben Rhein zu-
rüd. Um fi mit dem Hauptheere in ben Nieber-
Ianden in Verbindung zu ſetzen, wandte ſich bie
wieber verflärfte Moſelarmee am 9. Auguft gegen
Trier, ſchlug die Ofterreicher u. Preußen bajelbft
u. nahm die Stadt. Vergeblich verfuchten die Ver⸗
bündeten zur Rettung berfelben am 20. September
einen Angriff auf die Rheinarmee bei Kaiſerslau⸗
tern, die Nachricht von Clairfaits Rüdzug aus
Belgien wirkte dahin, daß bie Preußen Anfangs
in ihre früheren Stellungen, am 24. October aber
über den Rhein zurüdgingen, wodurch Lurembur
mit zahlreicher Befatung, unter dem Feldmarſcha
Bender, abgejchuitten u. ausgehungert, am 6. Juni
1795 zur Kapitulation gezwungen wurbe. Rhein«
els fiel am 2. November u. die Rheinfchanze bei
anheim am 24. December, fo daß Mainz ber
einzige Punkt blieb, welchen die Berbünbeten am
Linken Rheinufer noch bejaßen.
An den Pyrenäen hatte Dugommier den
Oberbefehl der franzöfifhen Oftpprenäenarmee
übernommen, welchen der Graf de la Union ge-
genüber ftand. Die Spanier, zur Offenfive über⸗
gehend, wurden bei Bagnoles u. Ceret am
30. April mit Berluft von 8000 Daun u. 200
Kanonen geichlagen u. bis an bie Grenzen ge-
trieben. Hierauf belagerten die Franzoſen tie weg⸗
genommenen Plätze u. nahmen, nachdem tie Spa⸗
nier St. Elme freiwillig geräumt hatten, am 26.
Mai das von 6000 Mann vertheitigte Collioure;
Port Beubre fiel ſpäter. An den Weftpyrenien
griffen bie Spanier bie Franzoſen wiederholt an,
enußten aber die errungenen Vortheile fchlecht, bis
Derftärkung aus der Vendee untes General Manco
berbeizog. Der franzöfifche Oberbefeblehaber Müller
bemächtigte fih nun der Haupteingänge zum Thale
Baftarı, u. ber ſpaniſche General Bentura Caro legte
mißmutbig da8 Commando nieder, welches von
Talomera, bisher Vicekönig von Neapel, übernom⸗
men wurde. Sugommiet drang nad Einnahme
Bellegardes (18. Eeptember) auf die Spanier ein,
u. deren Heer wurde am 17.— 20. November bei
Monte Nero, wo Dugommier u. Graf de la Union
Franzoſiſcher Mevolutionskrieg IL (C. 1794) LIL (A. 1795)
fielen, durch Perignon fo vollſtãndig geichl
fie bis nach Gerona flohen. Am 9
wurde Figueras u. am 4. Februar 1795 ı
nommen. Auch die Weftpyrenäenarmı
General Müller machte ſchuelle Kortichrirte
binter einander fielen Anfangs Anguf Yan
©. Sebaftian u. Tolofa. General Moncey
Müller im Oberbefehl ablöfte, rüdte nad!
vor, durchbrach die Linien ber neuen ara
Armee, unter bem Prinzen von Caftelfraı
17. u. 18. Roveniber, ſchlig dielelbe am 28.
ber, eroberte die meiften Pläge Ravarras z
Pamplona. Run begann Spanien wegeni
ben® zu unterhbandeln, boch bauerte ber 4
krieg noch bis Mitte 1795 fort. General!
bamaliger Oberbefehlshaber iiber die Om
armee, wurbe im Berlaufe deffelben zus
gueras am 14. Juli gänzlich gefchlagen, |
drang Moncey mit der Wefpyrenäen
Juni gegen Pamplona vor, ſchlug bie
6. Juli bei Ormea u. nahm Bilbao
1795. Der Friede au Bafel am
enbete ben Krieg, u. Frankreich gab
Abtretung tes ſpaniſchen Autheild von E. N
alle Eroberungen zurüd. F
Schon vorher hatte ber Krieg in Itella
Vortheil der Franzoſen ein Ende geneame
Nizza aus gingen Anfangs April 1794 Wi
jofen duch das neutrale Genueſiſche Geh
ueglia, beieten ben Ort ohne Biel
ſchlugen am 16. April bei Ceva ben öflerre
GBeueral Argenteau. Am 28. April überwe
die Ofterreiher u. Sarbinier auf allen Pan
drangen in Piemont ein. Doch
Erſcheinen einer englifchen Flotte an ber
ber Provence u. Genuas bewogen bie fr
Piemont wieder zu räumen. Die Alpen
Savoyen hatte indeſſen ihre Stellung ke
obwohl fie ebenjall® ſehr durch Kranke
Erft im September brachen 3 franzöfifäe 6
auf das bisher neutrale Genueſiſche Gehe
bejegten Ende September Savona, Bader.
In Folge deſſen ſchloß der General Eat
Toscana, unter Anerlennung ber 9
Zahlung von 1 Mil. France u. dem Bel
ber Neutralität, am 15. Februar 1795 ia
mit Frankreich Frieden.
Preußen, erihöpft an Mannidak x
ſchloß am 5 April 1795 ten Friebenzu
u. überließ barın Frankreich bie zum Ka
deusſchluſſe den Befig ber preußifchen übe
ſchen Lande; auch Heſſen, welches tie —X
fels u. die Grafſchaft Katzenellubegen
miſtiſch abtrat, u. bie meiflen übrigen nerne
Staaten zogen ihre Truppen von tem
hinter die zwijchen Frankreich u. Preufa
barte Demarcationslinie zurüd. Se ii
beutichland allein auf dem Kampfplatze, ı
veih, dem von Norbbeutichland nur €
treu geblicen war, übernahm bie Ham
II. Krieg in Europa 179-
A) Feldzugvon 1795. Die franzönldt'
arınee unter Moreau ſtand damals an en
Hollands u. Weftfalens; tie Samdrewenl
unter Jourdan, Clairfait gegenüber, am Kim
bie Rhein» u. Mofelarmee unter Ficegr,
Wurmſer u. bie Emigrirten, am Mitetrbis
im Spätjahr begannen die Franzofen ta #
Joanzöffiger Pieweintisältieg III. (B. 1796)
Gr
ichland. Jourdan verlegte gleich An« | Coblenz u. über Montabauer u. Altenkirchen nach
yreußiiche Demarcationtiinie u. ging
sınber, 50,000 M. ſtark, bei Eichelcamp
ein. Düffelborf fiel, u. überall wichen
ber. Pichegru ging am 15. September
Über ten Rhein, bie Ofterreicher wichen
per, bie Sieg u Die Lahn zurüd, u. bie
tagerten nun Mainz u. Ehrenbreitſtein.
el am 22. Eepteinber u. alle pfätziichen
an beiten Rbeinufern wurden fir neu⸗
Dod bald wandte fich das Kriegegiäd;
ang vom Oberrhein bis nach Manheim,
ich ing am 24. Septbr. die Franzoſen
ir bei Handſchuchheim u. Klair-
Jerbr. bei Höchſt unter Jourtan. Die
ichen über ben Rhein zurück, verloren
. Theil des Belagerungsgeräths ver
ches Eude October von beiten Rhein
ır. Auch Manheim war von Wurmwſer
ber zuriid erobert worden. Nach Diefer
en Wendung beenbete ben Feldzug am
rein rüber von Seiten Frankreichs abge-
Tenfiiliftand. In Italien wurden
n durch mehrere blutige Gefechte aus
trieben, u. erft als bie Oſtpyrenäen⸗
Scherer, nach Dem Frieden mit Spanien,
zu Hülfe eilte, wurde ben Alliierten Durch
herers über den öfterreichifchen General
23. Roveniber bei Loano ein Ziel geieht.
ıgoon 1796. Der Felbzugepları, wel⸗
zegen Deutichland entworfen hatte,
gi bie Rhein-u. Moſelarmee un-
mit ver Sambre- u. Maasarmee
ban, fellte Durch Deutſchland gegen
erbringen u. ſich mit dem italientichen
ed Bonaparte befebligte, bei Wien ver⸗
rend Beurnonville mit ber Norbarmee
ve Reutralitätslinie beobachten follte.
rz kündigte Erzherzog Karl ten Waffen⸗
f. Jourdan drang am 21. Mai liber
Bd, u. Kleber ſchiug mit dem linken
Ldaas⸗ u. Sammbrearmee die Ofterreicher
ei Altenkirchen. Der Feldzeugmei⸗
d von Württemberg mußte ſich deshalb,
ı verfolgt, nach Limburg hinter Die Lahn
Aus der Erzherzeg Karl dieſe Unfälle
te er Mainz mit 20,000 Mann u. ging
Jumi über den Rhein zuriid, um ſich
jegenzumerien. Der franzöſiſchen Haupts
über bielt General Graf Wartensleben
Mann bie Üibergänge iiber die Lahn
1 Wernel ging am 15. Juli Über bie
rbe von franzöſiſchen General Lefebre
welcher ſich ter Gebirgepäſſe bei Wetz⸗
jen wollte. Erzherzog Karl, welcher her⸗
das ſchon halb verlorene Treffen wieder
kgriff nun tie Höhen von Altftetten u.
enden Bald an u. nahnı fie bein zwei.
Zugleich hatten ſich Die Sachjen unter
dt bei Meplar gefanumelt, u. die Fran⸗
ı Durch Die Siterreichiiche leichte Reiter ei
de bei Altſtetten vertrieben; auch bie
ſammit der fie vertbeitigenten Artıllerie,
ı Die ſächſiſche Keitereı unter General
nommen, u. Die Franzojen zogen ſich
m Wald zurück. Nun gingen ſämmt⸗
en ter Berbünteten über Die Lahn u.
e, fih anı 16. Juni nach dem Rhein auf
Kersten 4. Ruf. VI.
Düffeltorf zurtdziebende Maas⸗ u. Sanıkrearmee.
Graf von Wartensieben verfolgte Tetstere Colonne u.
Kray erreichte biefelbe am 19. Juni bei Uderath,
wo bie Deutichen endlich fiegten u. bie ſyranzoſen
nah Düſſeldorf bineinmwarjen. Die Oherrbein-
armee unter Wurmfer (f. unten), durch Die Des
tachirungen von 20,000 Dann, weiche Beaulieu zur
Hilfe nach Italien geſendet hatte, u. Durch den Ab»
zug des Erzherzogs bedeutend gefchmächt, mußte ben
Plan, in Eljaß einzufallen, gänzlich aufgeben u. ſich
in einer Stellung zwilchen ber Rehhütte u. Frans
tentbal verfrbangen. Moreau l’eß am 14. Juni von
Deſair bie Rehhütte, von St. Eyr Frankenthal ans
greiien u. nöthigte Wurmſer am 16. Juni, mähe
rend derſelbe Die Schanzen bei Manheim, Munden⸗
bein u. Rheingehnbeint beſetzt bielt, fiber Den Rhein
zurüdzumeichen. Rheingehnheim nahm Moreauam
20. Juni u. in den folgenden Tagen, nachdem er
den 24. Juni den Rhein überfchritten batte, alle
Scanzen der Deutfchen auf ben Rheininfeln, ſowie
auch das befefligte Kehl. Der franzöſiſche General
erino folgte nun dem Condeſchen Corps, iiber
ffenbach, wäbrend General Defair den Öſter⸗
reihern über Nenmühl ı. Appenweyer nachrüdte.
Alle Lager ber O ſterreicher bei Biehl :c. wurden
geräumt, viele feine Gefechte, jo bei Appenweyer,
Urloffen, ynmern u. bei. am 2$. Juni bei Ren⸗
hen, wo Deſair mit dem Kelbmarfcalllientenant
Sztarray focht, fielen zum Nachtheile der Ofterreie
der aus; Ya Roche erftürmte am 2. Inli ben Paß
von Kniebis u. Roßbühl iiber ben Schwarzwald.
Am 4. Juli wurbe von den Franzofen Freudenſtadt
genommen, bad Dorf Oos mit Sturın erobert n.
endlich Naftadt von Dioreau genommen. Unter«
beilen hatte Erzberzog Karl vom Rbeinübergange
bei Kehl Narhricht erbalten u. war, von Hochbeim
aufbrechend, Wurmſer zu Hülfe ins Lager bei Dur»
mershain gerückt. Da aber bie Stellungen Mo⸗
reaus zu vertheilbaft waren, zogen fich am 6. Aula
bie Lfterreicher in ein Yager zwiſchen Gttlingen u.
Mühlberg, u. am 7. Juli trafen die Sachſen in
Brorzbeim ein. Der Erzberzog wollte am 10. Juli
angreifen, allein Diorean kam ihm am 9. Juli zu⸗
vor u. zwang ihn Durch feinen Sieg bei Ett⸗
lingen am 10. u. 11. Juli über Karleruhe ır.
Durlach binter Pforzheim gegen den Nedar zu⸗
rüdzumeichen. Während biefer Borfälle hatte fich
auh tie Daad- u. Sambrearmee wieder
in Bewegung gelett, u. Kleber war am 28. Juni
von Neuem über den Rhein gegangen. Gr hatte
am 30. Juni die Lfterreicher vom linfen Ufer ber
Sieg vertrieben, u. am 2. Juli bemerfftelligte
Jourdan bei Neuwied feinen zmeiten Rheinüber-
gang, Die Ofterreicher wurden kurz Darauf nach
illenburg u. von da liber die Lahn n. nach dent Ge⸗
fehte bei Obermerlam 10. Juli von Kleber aus
Friedberg verdräugt. Am 12. Juli ftanten die Fran⸗
zojen vor Fraukfurt a. M., welches fie am 15. Juli
beichoffen n. zur Übergabe nötbigten. Am 22. Jnli
ergab ſich aus Waflermangel auch die Bergfeſtung
Koͤnigſtein. Die jchnellen Fortſchritte beider fran⸗
zöſijcher Heere bewogen nun Württemberg zu
Stuttgart u. Baden zu Baden, ſowie den Sſch w ü-
biſcheu Kreis auch am 27. Juli zu Stuttgart
mit Moreau Waffenſtillſtand u. dann uuter harten
Bedingungen den Frieden zu Baris zu jchlie-
Ben. Beide traten von der Koalition ab; Würt⸗
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Franzöfifcher Resolutionäfrieg II. (B: 1796)
nomeille ab, welcher ſich am 19. Sept. nah
Sberf zurüdzog. Der Rüdzug der Sambre-
aasarmee brachte Morcau, der noch am 18.
in Baiern fand, in große Berlegenheit, da
> ſchon auf Stuttgart u. Kehl mare
Merreicher
2, um ihm ben Nüdzug zu verfperren; er bee
‘aber eilig den Ruckzug, der mit meifter-
a Geſchick ausgeführt, zu den größten Waffen-
| 2 Feldherrn zählt. Am 19. Sept. bie
Yet. führte Moreau fein Heer, defien linker
4 ganz Preis gegeben war, ohne Berbin-
mit der Befatung von Kehl u. dem Bela⸗
vorm von Philippsburg, beinahe 50 Mei⸗
ein gegen feine Truppen erbitterte® ge⸗
Land, Über Augsburg u. Ulm, wo er ein
Miches Urrieregarteugefecht beftand, nach Vie
‘warf bier am 12. Oct. den General Latour,
| ben Weg veıfperren wollte, paffirte
das Höllenthal am 15. Det. nahm bei@m-
gen am19. Oct. mit dem Erzherzog, Wars
R. bem Prinzen von Wiürtteinberg ben
wf, bahnte ſich einen Weg bis Schlingen,
I 22. Dct. wieter aus feiner feften Stellung
wurde, u. gelangte über die Rheinbrüde
gen am 28. Dct. glüdtich nach Frankreich
Dieſer Rückzug tvar um fo fchwieriger, ba
der den General Tarneau, deſſen Corps
mbung mit Bonaparte herſtellen ſollte, am
bei Füſſen, am 17. bei Kempten u.
het Ißney mit bedeutendem Berlufte ge
Batten u. Morean aud auf den rechten Tügel
Br. &o war das ganze rechte Rheinufer wie⸗
oden Franzofen geräumt bis auf Kehl u. bie
pe bei Dianheim u. Sliningen, welche in-
Bebr. 1798 ebenfalls wieter in öſterreichi⸗
Rualt mareıt.
- trat am Rhein eine Zeit hindurch ber
A ein Wafjenftillftand ein, welcher es
s og Karl möglich machte, fi den un⸗
in Stalien vortringenden Gene
Baparte entgegenzuftellen. Bonaparte hatte
Marz 1796 das Commando in Italien ilber-
5. Sein erfies Wert war bie Reorganifa-
5 An Ichlechtem Zuſtande befindlichen Heeres,
"aus allen Berürfnifien Mangel leidend, in
Diuthlofigleit verfant, wogegen tie Oſter⸗
BB. Sartinier unter Beaufien, 60,000 Dann
: Neapolitaner verftärkt, eine impo⸗
Bacht bildeten. Bonaparte fehte, ohne das
km zu fragen, neue Tifiziere, jogar neue
ein, brachte ſelbſt auf franzöſiſchen Boten
REieferungen file Die Truppen zuſammen u.
% bald das allgemeine Zutrauen ber Sol-
an gleih hei Eröffnung bes Feldzuget
Rig zu fein, 30g er jein Heer an der genue-
üfte zwiſchen Voltri u. Finale zuſammen,
#B in die Divifionen La Harpe, Maflena,
Wr u. Serrurier u. wartete auf einen gün⸗
oment zum Loeſchlagen. Beaulieu verjchob
DIE des Feldzuges, verjchmäbte ben klu⸗
seslarbiniichen Obergenerals Colli, welcher
acht das Centrum ber Frameſen
His zur Küfte vorprallen u. fo den rechten
ven Flügel abſchneiden u. vernichten wollte,
u sem abſichtlich ausgeſtreuten Gerlichte, ala
WBenaparte zuerft Genua erobern, Ölauben
= Schft gegen ben äußerfien rechten Ylügel
Yin vor, wodurch zmijchen ihnt u. Colli
648
eine de entftand. Kaum war diefe von Bona⸗
parte bemerkt, als verfelbe, um Colli von Beaulien
ju trennen, vorging; zunächſt ließ er Montenotte,
ten Buß ber Apenninen, tiber welchen das Corps
neben mußte, das die öfterreichiiche Linie zu durch⸗
brechen beſtimmt war, von einer Brigabe beſetzen,
fegte tem Angriff Beaulieus anf Bogliera am
10. April fein Hinderniß entgegen, fonbern elle
mit ben gefammelten Truppen des rechten Flũgels
u. Eentrums nah Montenotte. Dies war inzivie
ſchen von dem General Argenteau ben Franzoſen ent-
riffen u. wurbe bei dem erneuten Angriff berfelben
am 10. April von den Ofterreihern tapfer verthei⸗
bigt, fo daß bie Franzoſen bie Monte Negro zu⸗
rüdweichen mußten, wo General Rampon u. bie
Divifion Ya Harpe Stellung genommen batten.
Am 11. April gingen bie Franzoſen zum Auer
über, die linfe Flonfe Argenteau® wurde von Bo»
naparte mit den Divifionen Serrurier u. Maſſena
überflügelt, mit Verluft von mehr als 8000 Manz
gefhlagen u. mußte nach Ponte Ivrea flieben.
Wafch ſtieg nun Bonaparte in die Thäler ber Bor-
mida n. ließ Durch Maſſena Dego beſetzen, während
La Harpe ſich gegen Beaulic wandte u. Augereau
über Millefimo vorrüdte. Diefer ſtieß hier anf das
Corps PBroveras, welches bie Berkinpung zwilchen
Colli u. Beaulieu bei dem Schloſſe Goffaria aufe
recht erhalten follte, u. durchbrach Die öſterreichi⸗
fche Linie. Gegen 1000 Mann retteten ſich in ba6
Schloß, vertheibigten es tapfer u. ſchlugen brei
Stürme der Sranzoien zurüd. Colli verſuchte nun
am 14. April, durch einen Angriff auf bie Fran⸗
zofen bei Millefimo, Provera in Coſſaria
Hütfe zu eilen, aber Maſſena liberwältigte bem
linken Biäge bes Feindes, u. Colli mußte ſich mit
ſchwerem Berluft zurüdsiehen. Als Brovera je!
in Folge deſſen ergeben hatte, drang Maffena
den rechten, La Die auf dem Iinten Ufer ber
Bormida gegen Dego vor, wo Beaulieu, ber nad
bem Unfalle bei Dontenotte ven Küftenangriff aufe
gegeben hatte, eine Stellung nahm, während Ar⸗
genteau mit 10,000 Mann bei Acqui bie Bormibe
vertheibigen follte. Dego felbft war mit nur :
Mann befetst, weshalb Argenteau tem Orte ein
enva ebenſo ftarfes Korps zu Hulfe fandbte, den
Dberften Bnkaſſovich mit 4000 Mann nach Bonte
Ivrea betachirend, damit berjelbe ben Feind in den
Rüden nehme. Allein ſelbſt von Maffena in Flanke
4 Rüden genonmen, wurden am 14. April bie
fterreicher mit großem Verluft an Mannichaft ır
Geſchũtz geſchlagen. Am 15. April nahm he
vich zwar den Franzoſen die Beute wieder ab, a
am Abend gelang es ber vereinigten franzöflichen
Heeresmacht, ihn zum Rückzug zu zwingen. Bona⸗
parte jendete nun am 17. April bie Diviflonen Ser»
rurier u. Augereau in Collis linke Flanke bei Ceva
u. zwang denſelben nady dem Tanaro zurückzugehen;
dert von Serrurier angegriffen, wich er am 22. April
zurück, als bie —— den rechten Flügel zu um⸗
gehen drohten. Inbeſſen eilte Beaulien ſich mit
olli zu vereinigen. Der König von Sardinien
aber, durch Bonapartes raſches Vorbringen ere
ſchredt, ſchloß um 28. April zu Genua einen Wafe
fenfilitiand, wodurch ben Prungofen Cont,
Ceva, Tortona u. Aleſſandria überliefert u. ber
Voibergang unterhalb Valenza geflattet wurde,
Beanlieu hierdurch alles Sıhutes im Rüden bes
vaubt u. um 15,000 Dann seihwänt, zog ſich bir
3
644
ist den Be u. erwartete in einer Stellung zwiſchen
Tertana u. Valbenza Berftärkungen, un den Frau⸗
zeien ven Flußũbdergang zu vermehren. Allein ſchon
em 7. Rai jegten die Sranzofen unter Lannes bei
Viacenza über den Po, trieben am 8. Mai bie Ofter-
weicher nach Pinzigbetone u. beſetzten Cadagno. Bon
ı bei Paria ſiehenden Theile ſeines Heeres u. von
fterreich adgeihnitten, war Beaulien genöthigt fich
darchzuichlagen u. forcirte, indem er über bie nach»
äifig marichirenden Franzoſen berfiel, bei Tobi den
a über die Abba. Unterbefien hatte auch ber
erz03 von Parma am 9. Mai unter ſchweren
NA einen Waffenftillftand erlangt, dem
im Tor. der Friebe mit Frankreich folgte, fo
daß rte den Oſterreichern auf ben Ferſen
Ueiden lounte. Feldmarſchalllieutenant Sebotten⸗
dorf jamnielte hinter der Adda 9000 Mann In⸗
fanterie u. 1500 Reiter, während Beaulieu nad
Mantus eilte, um biefen Play in Bertheibigungs-
and zu feßen; Die Hauptarnıee von 60,000 Mann
and in Reſerve. Am Dlittag bes 11. Mai er-
ten der Vortrab ber Franzoſen zugleich mit dem
Rachtrabe der Ofterreicher, die von Pavia ber nach
Ledi eilten, welchen Ort bie Franzoſen eilig beſetz⸗
ten. Die Divifionen Augereau u. Maſſena bereite
ten fih nun, die Brüde von Lodi anzugreifen;
wei franzöfifche Batterien, welche ben Angriff deden
Denen, waren gegen Abenb vernichtet u. die Bebie-
aung faft aufgerieben. Bonaparte ſetzte indeß Alles
daran, bie Brüde noch vor Abend zu erobern, u.
unter bem lebhafteften Geſchützfeuer ber Oſterrei⸗
&er, welche bie Brüde mit 14, im Halbkreis aufge-
drenen Kanonen ber Länge nach beitrichen, drangen
aflena, Berthier u. —5 an der Spitze ihrer
Toeuppen vor u. trieben die Sfterreicher in Die Flucht.
Diele Schlacht entichieb Das Geſchick der Lombardei.
Cremona, Piygighetone (1 2.Mai)u. Bavia (14.Mai)
jeleıı den Stegern in Die Hände; 4 Tage ned ber
chlacht zog Bonaparte als Sieger in Mailand
en, wo er 20. Mill. Contribution erhob, verließ
jedoch diefe Stadt am 24. Mai, um bie öfterrei«
bilde Armee von Neuem anzugreifen. Während
iner Abweſenheit entftanb in Mailand u. Pavia
ein gefährlicher Aufftand, den nur Waffengewalt
zu dämpfen vermochte, Pavia wurde mit Sturm
euonimen u. geplündert u. Mailand entivaffnet, Un⸗
erbeffen ſchlug Bonaparte am 29. Mai beim Über
gung Über ben Mincio die Oſierreicher bei Bor-
betton.Ballegio, n. Augereau nahm Peſchiera,
während die Oſterreicher über Caſtel Nuovo bie
Erich paifirten. Am 31. Mai gingen die Franzoſen
wach Rivoli; am 3. Inni 30g Bonaparte nad) ber
Einnahme von Brescia in Berona ein. Durd
Veſetzung diejer Stadt verlegte Bonaparte indeß bie
Neutralität Venedigs, weshalb Venedig fi zur
Gegenwehr rüftete. Maſſena folgte nun ber öfter:
zeiciicen Armee u. nabnı eine ſtarke Stellung bei
Rivoli u. fa Corona, während d'Allemagne u. Lau⸗
ves anı 4. Juni einen Brildentopf u. bie Vor⸗
inte S. Giorgio von Mantua wegnahmen. Auch
ugereau, ber Über ben Mincio gegangen war, -
iug am 18. Juni bei Borgoforte Über den Po u.
wm am 21. Juni in Bologna an, nachdem am
a Juni Bonaparte Urbino u. Ferrara genommen
Dieier kam nun ebenfalls nach Bologna, ver-
Me die päpfitichen Behörden, erflärte bie Stadt für
u. lieh fih den Eir ber Treue ſbwören. Hier-
ng deuuruvꝰ der Bapftı ben ſpaniſchen
Semtzöffcher Revolutionskrieg III. S. 1796)
Gejendten Azara u. ben Marquis Quidi
am 25. Juni mit Bonaparte einen Ba’
ftand fchlofien, dem zu Folge ber Bay
verftaub, 20 Mill. —5 zu zahlen 1.
tuen u. 500 Handſchriften ben Franzeh
lafien. Schon am 5. Juni bat anch N
rieden, unterzeichnete einen Waffenf
ve&cie u. erlaufte am 10. Oct. ben
in Paris mit 5 Mill. Francs. Aud
wurde, ungeachtet ber ihm früher zugefl
verletzbarleit ſeines Gebietes, in Schr
u. mit Mühe erhielt es bie Zuſicherm
ſranzöſiſchen Truppen nicht über Flore
über Siena geben jollten, dennoch wu
anı 28. Juni durch bie.Divifion Bau:
um die dort im Hafen liegenden englih
in Beichlag zu nehmen; jeboch entam
britiſche Schiffe, zeitig gewarnt, kurz ı
der Franzoſen. Auch der Herzog von
batte indeſſen ebenfalls gegen Zablung ı
Fres. einen Waffenfttilftand geſchl
half dieſem die Unterwerfung wenig, de
ter, am 8. October, Ferrara, Boloyus
magna fi) zum Cispadaniſchen Bunde
wurde Modena ohne Weiteres demſel
leibt. Am ſpäteſten unter ben italieniſch
unterwarf ſich Genua, das erſt am !
ranlreih eine ÜUbereinkunft in Pa
ih unter. franzöfihen Schut b
raues Contribution zablte u. 2 Mi
rieben unverzinslich vorſchoß. Am
lauch bie Citadelle von Mailaub. Ju
indeffen am 8. Zuli ein Aufruhr an
gereau mit vielem Blutvergießen bäm
wandte ſich Bonaparte felbft gegen Maı
rend Maffena bie äfterreichtihen Vorpe
Bocchetta de Campion u. Bellona vertr
deſſen war Wurmſer bei der öſterreichij
in Italien eingetroffen, hatte das Coma
nommen u. wollte Mantua eutſetzen. I
lagen unter dem General Konto Pi
Mann u. machten mehrere Ausfälle gegı
Ihliegungscerps unter Serrurier, de
lagerungsgeſchütz noch fehlte, doch eräi
18. Juli die Yaufgräben, während S
Davidovich, Mitrowaly, Mesraros u.
vich anf ber ganzen Linie Mallena mi
greifend u. die Franzoſen überall zuri
den 1. Entfaßverjudh von Mantı
Bonaparte bob daher die Belagerung A
u. zog mit feiner ganzen Macht an den?
1. Aug. kam es beitonatou. Saloy
welche zum Bortheil, der Franzoſen a
Augereau nahm den Oflerreichern Das rc
wieder eingenommene Brescia von '
Wurnier war indefien in Mantua ei
hatte jeine Truppen bis aftiglieonet:
wo erft Augereau feine Vorbut, bunn
ibn ſelbſt ichlug u. mit 2000 Mann
Mantua zurid warf. In 5 Tagen wu
Feldzug geenbet, in welchen Bonaparte;
eroberte u. 12 — 15,000 Gefangene med
bie von Maflena ausgeführte Erſtür
Lagers von Pizzighetone am K. Au
Wurmjer auch aus der Eteluug
Mineio verdrängt u. zog fih, in Ms
ftärtung zuridlafienb, mit dem Genera
novich zuriüd. Bon Maſſena aber au.
Franzöſiſcher Revolutionskrieg III. (B. 1796. C.-4709): 6448
:baldo u. Corona nch einmal
. geihlagen, 309 fih Wurmſer Deitte
rient zurüd. Hierauf nahm Bona⸗
General Sahuget mit 10,000 Mann
Blockirung Mantuas von Nenem auf,
ruch einer Lagerſeuche eine förmliche
hiuderte. In den letzten Tagen des
Wurmſſer aus ben tyroler Engpäſſen
einen 2. Entſatzverſuch von
ı machen, während Davidovich mit
n Tyrol dedte. Bonaparte aber ging
0 Dann nah den Engpäflen von
. bei Mori entgegen, eroberte am 3.
ortige verfchanzte Lager u. warf bie
auf Roveredo zurüd. Am 4. Sept.
Ingpäfle u. ber fat uneinnehmbare
iliono forcirt, fo baf Die Tfterreicher,
gen, mit Verluſt von 6— 7000 Ge-
5 Kanenen bie Flucht ergriffen. Am
j Mafjena in Trient ein, wäbrend
die Berihanzungen Davibovichs hinter
ıbm. Wurmfer, von Augereau were
die Verſchanzungen binter ber Brenta
o nicht halten, fie wurten am 8. Sept.
nzofen genommen, ter Nachtrab ber
m 9.bei Solano angegriffen u. mit
Flucht geworfen, fo daß auch Bafjano
der Franzoſen fiel. In ber Hoffnung,
s zu gelangen, wandte fih Wurmſer
sonta, wo ihm aber Kilmaine den Weg
£r 309 hierauf bie Etſch herab, liber-
e bei Porto Legnano, ſchlug tie Aran-
reau.rüdte am 13. Sept. in Dlantua
n hatte Augereau Borto Legnauo ges
nun wandte ſich die ganze Macht ter
egen Mantua. Oſterreichs Hauptin⸗
mn, ben in Mantua eingeſchloſſenen
retten, u. ſchon am 31. Tct. drangen
iſt Davidovich, 45,000 Dann ftark,
Entſatzverſuch Mantuas buch
rol abermals in Italien ein. Maſſena
ieſem Anfangs zurüd, verband fich bei
mit Augereau u. wich bis Verona.
durch gewonnenen Bortbeile vernichtete
Dieler von Berona aus bei Rouco bie
eitend, wandte fih auf langen u.
nmen, den einzigen gangbaren Straßen
gend, am 15. Nov. nach dem Dorfe
tem eine Heine fteinerne, von den Oſter⸗
ımmte Brücke führte. Angereau griff
gebli an, u. obwobl derſelbe ſich, ale
ter, Bon u. Verne ſämmtlich verwun⸗
‚aren, an die Spihe ter Sturmcolonne
n bie Franzoſen von dem heftigen Ge⸗
rüd. Endlich machte Bonaparte, eine
igener Hand auf tie Brüde pflanzent,
zerſuch, die Stellung zu nehmen, bie
‚ruppen riffen ihn aber mit fich fort,
s an bie Hüften in einen Eumpf u.
» Tapferkeit feiner Grenadiere, welche
Beneral Belliard ben Feind über bie
Igetrieben hatten, murbe er vor Gefau⸗
ttet. Erſt ala General Guyeunx am linken
om ericbien, räumten die —fterreicher
onaparte bejegte ven Ort, obgleich Die
hne Nuten war, ta Alvinczy, in
etzt, —5 er es mit der franzöſiſchen
iu thun habe, feine Stellung veränderte.
Die Franzofen zogen ſich in ber Nacht wieder anf
das rechte Ufer der Erich zurüd, u. bie Ifterreicher
tiffen am 16. Nov. an. Mafjena marf ven Generaf
rovera nach Porcil, aber Augereau fuchte ver»
gebeus das von Neuem ftarl beſetzte Arcole zu
nehmen. Während ber Nacht ließ Bonaparte eine
Brüde an der Müntung bes Alxon ſchlagen m.
griff am 17. Nov. wieder an. Die Afterreicher von
ber Beſatzung Porto Legnanot im Rüden bedroht,
wien nun unter großen Berluften zurüd. Bo⸗
naparte ſchlug am 21. November auch ben Ge⸗
neral Davitovih bei Campana u. trieb ihn
über Rivoli nah Ala. Nach biefen fiegreichen
Schlachten bejegten bie Aranzofen Brescia, Salo,
Peſchiera, Caſtel nuovo, Dolce, Corona u. Das Ufer
ber Etſch von Verona bie Porto Legnano. Bald
darauf unternahmen bie Lfterreicher ten 4. Ent«
jagverfjuh Mantuas Am 16. Dec. brang
Alvinczy mit 80,000 Dann aus Tyrol vor. Bros
vera ſchlug mit 10,000 Mann den General Augereau
am 9. Jan. 1797 an ber untern Etſch, warf ihn
aus Porto Legnane, überfchriut aber erſt den 17. Die
Erich. Maſſena wurde am 12. Ian. 1797 ebenfalls bei
S. Michele u. Joubert bi Montebaldou. Cv⸗
ronaam 12. u. 13. Ian. von Alviuczy gefchlagen,
welcher Bonaparte am 14. Ian. ſelbſt bei Rivoli
angriff. Eine blutige n. werwidelte Schlacht ent⸗
ſpann fich ır. endigte mit ber Niederlage ber flere
reiber. Nun wandte fid Bonaparte mit den er»
matteten Truppen noch gegen Provera, während
Augereau bei der Etſchbrüde den Ofterreichern 14
Kanonen abnahm u. dann tie Brüde abbrannte,
Provera indefien war bei ter Vorſtadt S. Giorgio
vor Mantia angekommen u. hatte fi mit Wurmſer
in Einverſtändniß geießt, u. Diejer tbat am 16. Jan.,
um fi) der Vorſiädte Favorite u. S. Antonio zu
bemächtigen,, einen Ausfall, wäbrend Provera an«
griff. Da aber Wurmſer zurückgeſchlagen wurde,
mußte Provera fi mit 600U Dann u. 20 Kanonen
ergeben. Ein neuer Sieg der Franuzoſen unter
Zonbert Über Alvincezy am 15. Dan. raubten ben
um 15,000 Dann geſchwächten Lfterreichern alle
Hoffuung, den Erſatz Mantuas durchzuſetzen, u.
am 2. Febr. 1797 mußte fih Mantuaergeben.
Die Beſatzung, 18,000 Mann ſtark, wart auf Ehren⸗
wort nach Oſterreich entlaſſen, uur Wurmſer blieb
nebſt einigen auserleſenen Truppen vollkommen
frei. Der Fall Dlantuns entſchied Den Krieg.
6) Feldzug von 1797. Eine 6 Wochen lange
factiſche Waffenrube trat nun in Italien ein, wäb⸗
rend welcher Der Erzherzog Karl ten berbefeh!
iiber die Siterreichiichen Streitfräfte in Italien
übernahm. As am 10. März Bonaparte ben Feld»
zug beganı, 308 ſich der Erzherzog langſam, faſt
ohne Gefecht, von der Piave zum Tagliamento u.
weiter nach dem Iſonzo zuriid. Allein auch aus
tiefer Stellung verbrängten ihn an 16. März die
Franzoſen, trieben ihn ganz aus dem Venetianiſchen
Hebiet u. beſetzten am 23. März Gradisca, Görz
u. Trieſt. Nach dem Gefechte bei Tarvis am 20.
März wurden auch Die Päſſe Der Kärntner Alpen
von Maſſena genommen, u. General vaudon z0g
fih nad) Finſiermünz, der Erzherzog nad Steier
zurüd. Briren, Botzen, Klagenfurt, Yaibach wur⸗
ten von den ine Innere der ficrreichiichen Erblaude
vortringenben Franzoſen beſetzt. Nur 9 Poftfta-
tionen war Noiaparte noch won Wien: als Erz⸗
herzog Karl die Generale Bellegarte u. Meerfeid in
Franzsſiſche. Nevolutiondkrieg III. (E. 1708)
647
er Verlegung des Völferrechts durch Aufe | gegen bie Framgefen mit 60,000 Dann ımter Mad
er Conriere, daß fie in 3 Tagen Rafladt
allein in Stra®burg tie Wiederaufnahme
antfungen abwarten würden. Am 28.
dem zu ihrer Abreife feftgefeßten Tag,
jedoch den größten Theil deſſelben noch
:, ala Abende um 7 Ubr eine Abtheilung
foren einrüdte. Der Aufforterung tes
Jarbaczy nachgebend, reijten fie num, un⸗
nen bie verlangte Escorte nicht genährt
n 9 Uhr Abende ab, mwurten aber 200
ın ber Stabt, auf dem Wege nach Plitters⸗
iner Batronille von Seller Huſaren über-
vei der Geſandten, Roberjot u. Bonnier,
etöbtet u. ihrer Papiere beraubt, ver
ın de Bry, entlam vermunbet u. ber Ge⸗
afecretär Roſenſtyl flüchtete fich ebenfalle.
ten ſich unter Schuß der preußiichen Ge⸗
. Diefe That (Raftatter Geſandten⸗
eren Schuld von ben Franzoſen Oſter⸗
en Emigranten vorgeworfen wurde, rief
ich ben heftigfien Groll gegen Oſterreich
. mit leitenfhaftlihem Eifer wurde ber
den Franzoſen wieder aufgenommen.
dzug von 1798. In Italien, bef.
war es unterbeflen zu Unruhen ge-
ein Haufen Volle hatte am 28. Dec. bie
Cocarde aufgeftedt u. bie Republik
1, u. bei tem dadurch entftandenen Auf⸗
be ber franzdfiihe General Duphot er»
Dies nahın Joſeph Bonaparte, der fran-
efandte, zum Vorwand, feine Päfle zu
‚ reifte den 29. Dec. ab. Das franzöfifche
m ergriff tiefen Anlaß zum Friedens⸗
efahl Berthier, von Mailand mit 15,000
Kom zu marſchiren, ein 2. Corp® 308
ua beran, u. am 11. Febr. wurde Ron
elsburg beſetzt. Am 15. Febr. ſammelte
— —38— auf den Campo Vaccino, ver⸗
e Römiſche Republil u. zog dann in
Duuptquartier zu Monte Mario, ibn zum
nzurufen. Berthier kam ſogleich nad
rätigte auf dem Capitol das Geſchehene
e Die neue Republik au. Der Papſt
er weltlichen Serrichaft entfagen u. Die
anerfennen. Bald jeboch riefen die Er⸗
; ver Sranzofen einen Aufftand ber Trane-
verwor, ter nur nach beftigem Kampfe
ıeral d'Allemagne unterdriidt merken
ber um fo gefährlicher ſchien, al® am 24.
r. zu Belletri, Marine u. Cartello gleich
ben auebraden. Doch auch dieſe wurden
t unterbrüdt, welcher am 27. Febr. Die
en fohlug u. zerfircuete. Der König
pel, in Folge der Lrrichtung ber Rö«
publit für feine Staaten filvchtend, nabın
das von feinen &ebiet umichlojfene Her⸗
zenevent in Beſitz. Die Franzoſen ver-
um auch in Neapel einen republifanifcben
nanzetteln, weabalb der König ten Schug
fuchte. Die desbalb geführten Untere
n, weiche fich auch am’ ein gleichzeitiges
mit Öfterreich erjtredten, wurdeun dem
im verrathen, u. dieſes ſuchte mun mit
brechen. Der König von Neapel gab
nad, vermebrie aber ſeine Aruiee auf
Naun, nahm ben Ffierreichiicken Geue vl
19. Eept. in jeine Dienite u. b ach eudlich
|
|
am 22. Rev. nad ber römiichen Grenze auf.
Championet mich ohne Verlun, nach Zurüdieflung
einer Beſatzung in der Engeleburg anı 24. Now.,
bis nah Ancona n. Civita Caſtellaua zurück, um
Joubert aus Piemont an fi) zu gieben. Am 19.
Nev. 303 ter König von Neapel in Rom ein u.
fein Heer rüdte faft unangefochten bis zur toßca-
niſchen Grenze. Dech Überall, mo die Neapolitaner
bie Franzoſen angriffen, gegen Erftere ben Kürzeren,
fo bei Zerni (27. Rov.), Fermo (30. Nov.) u.
Civita Caſtellana (4. Dec.); u. bei Calvi eraaben
ſich felhft am 9. Dec. 5000 Neapolitaner den Fran⸗
zofen ohne Gegenwehr. Als die Sranzofen ernft-
lihen Wiberfland leifteten, zogen fich die Neapoli«
taner auf Rom zurüd, u. am 13. Dec. wurde bie
Gtabt wieder von Franzoſen beſetzt Die entmu-
tnigte neapolitaniiche Armee, die ſchon ülber 12,000
ann an Gefangenen eingebüßt batte, zog ſich
immer weiter zurüd. Nur ein Teil unter Roger
Damas focht tapfer gegen Kellermann, 309 ficb auf
Civita Vecchia n. von Da nach Orbitello, mo er fih
einſchiffte. Mad indefjen hatte bei Capna bie
Heerestrimmer gefammelt u erwartete den Angriff
der Franzoſen. Capua u. Pescara fielen am 4. Jan.
1799 nu. Championet griff nun Mack am 6. —8. Jan.
peiigen Capua u. Kalerta an. Zwar batte der
ngriff feinen Erfolg, aber der Zuftand tes Heeres
u. die Haltung des Tolles war ber Art, daß Dad
fih gendthigt ſah, au Calvi am 10. Jan. 1799
einen Bertrag zu ſchließen, dem zu Folge
bie Granyolen Capua erhielten, bie Häfen von Neapel
u. Sicilien für neutral erflärt murden u. Die (gran
ofen binnen 15 Tagen 10 Diillionen Fres. erhalten
folkten. Am 12. San. legte Mad ten Oberbefehl
nieber u. wurbe aufter Rückreiſe nach Deutfchland
in Bologna verhaftet u. nad Frankreich geführt.
In Neapel hatten indeſſen bie Lazzaroni fich Des
Korts 5. Eine bemächtigt, bie Kriegefchiffe im
Hafen ron Neapel verbrannt u. ben Priuz Moli-
terno an bie Spite einer revolutionären Regierung
berufen. Hierauf ſchiffte ſich Pigna.elli in ver Nacht
dem 16. zum 17. Jan. nach Sicilien ein. Am 19.
Zar. rildten die Franzoſen in Eilmärfchen beran,
als Moliterno u. Abgeordnete zur Unterhanblung
erſchienen. Hierüber ter Verrätherei beichuldigt
tonnte Moliterno kaum ſich in das Fort S. Elnio
retten. Die Franzoſen zogen nach 3 blutigen Kampf⸗
tagen, während welder 10,000 Mann Yazıaront
getöbtet morten fein jollen, in Neapel ein, brand⸗
ſchatzten bie Statt um 5 Mill. Ducuti u. erllärten
am 25. Ian. die Parthenopäiſche Republik.
In der Schweiz batten die Franzoſen in-
zwiſchen fih ebenfalls bemüht, tie beflehenben
Regierungen zu Rürzen. Die Wegnahme des Bis⸗
thums Baiel zeigte indeß den Schweizer Die Gefahr,
in der fie ſchwebten. Am 15. Dec. 1797 rückte
St. Cyr ein, nahm Biel, Eryuel, Neuveville u.
Miüuftertbat für Die Franzöſiſche Republik in Beſitz
u. erflärte, Daß mau Euntſchädigung fiir Dielen
Bertuft ausmitteln werde. Dann wurde Kreiburg
u. Bern beichuitigt, die Kreibeiten Des Waadtlands
angetafter zu haben, welches Frankreich, ale in bie
Rechte Savoyens geneten, um Schuß angerufen
baite. In Bera ergriff Die Renieı ung halbe Maß⸗
regeln, neebalb Lie jranzöſiſche Partei immer ſtärler
würde, fo daß dieſelbe ohne großes Hemmniß am
25. Januar reiheitebäume u. die Lemaniſche Re⸗
648
Franzöfifger Revolutionskrieg III. (E. 1798. F. 1799)
publik werlänbigen konnte. Der franzöfifche General | Schweizer rüdten ten 22. April unter
Menard rückte indeſſen mit 15,000 in Das Ländchen
Ger u. bedrohte Bern, Unbedachtſam zog ſich hier-
auf ter bernſche General Wyß von Yaujanne nach
Yverdun u. gab auf diefe Weiſe das MWaadtland
Breis. Die Ermordung eines franzöfiihen Hufaren
durch eine ſchweizeriſche Patrouille gab Menarb
Beranlaflung, am 25. Jan. ins Waadtland einzu»
dringen u. 700,000 Francs Brandſchatzung zu er⸗
heben. Die am 2. Ian. in Aarau verjammelte
Tagſatzung konnte zu feinem Entſchluſſe gelangen,
die Uncnben, bei. in Bafel, durch Mengaud u. Ochs
betrieben, wurben bedenllicher, u. [hen wählten bie
Demotlraten am 2. Febr. Abgeorbnete einer Nas
tionalverfammlung: als endlich nach Aufhebung
der Aarauer Tagfahung aın 30. Jan. die Regierung
Berns Ernft zeigte. Sogleich entwichen die Auf⸗
rührer nach Lieftal. Doch ſchon am 8. Febr. ber
fetten bie Franzoſen Bafel, u. am 15. ſchloß ber
eidgenöſſiſche Befehlshaber Erlach einen 14tägigen
Waffenſtillſtand in Peterlingen. Erlach erhielt von
der Rathsverſammlung am 26. Febr. die Vollmacht,
bei der geringſten Gebietsverletzung Seitens ber
Franzoſen die — zu beginnen. Indeſſen
wußte der franzöſiſche General die Schweizer ſo
lange hinzuhalten, bis er 45,000 Mann ſtark war,
nabın dann am 1. März Dorned, in der Nacht
vom 1. zum 2. März Yengnau u. am 2. März
Solothurn u. Freiburg ein. Zwar trieben 2000
Landleute u. ein bernſches Bataillon die Branzofen
wieder aus Freiburg, da jedoch Brune ben unhalt⸗
baren Ort bombartirte, zogen fi) Die Berner nad)
St. Gined. Die Schmweizertruppen, bie ſich ver-
rathen glaubten, zerftrenten fich, andere brachen in
offenbare Dienterei aus, noch andere meigerten fich
zu fecbten u. nur ein Heiner Theil blieb in Ord⸗
nung. In Bern war inzwijchen eine neue Regie
zung eingeſetzt, Die füch zur Entlafiung der Armee
erbot. Aber antifranzöfiihe Demenftrationen bes
Teiles zwangen dieſelbe, Den Krieg unter den un»
günftigen Berbältnifjen von Neuem zu beginnen.
Den 5. März wurte ber Poften bei Guminen,
Neuenbeck, Yaupen u. St. Gines von ten Fran-
ofen, obſchon vergeblih, angegriffen, aber in
kr auenbrunnand. Diary überwältigte der fran»
zöſiſche General Schauenburg, Dreimal ſiärker, Den
often ven der Fronte u. den Flanken zugleich. Erlach
wi anf Urtenen u. von da nad tem Graubolze,
1! Stunde von Bern. Hier durchbrachen bie Fran—
zojen nad) einem dreiſtündigen mörberifchen Gefecht
Die Verbane u. unigingen Die Stellung der Berner.
In Folge deſien fiel Ban nad hartnädiger Gegen:
webr. Hierauf zegen fi bie bei Guminen u.
Neuened ſiebenden Zruppen in die Berge u. in Die
Stadt. Auch Die Truppen, welce bei Frauenbrunn
gejochten hatten, zerftreuten ficb, u. Erlach wurde
niit jenem Adjutanten am s. März bei Münſingen
durch meuteriiche Banden ermordet. Bruue verlegte
nun fein Dauptquartier nach Zürich, ließ ach einem
Auiftant in Yuzern, welchen Dar Landvolk zu Gunſten
Der alten Verjaſſung gemacht hatte, Truppen cin»
ilden u. am 19. Mai wurde bie unter franzöfijchen
wube am 15. Aprit beſchleſſene Hervetiſche Neputtit
proclamirt, fand aber keineswegs allgemeine Aner⸗
dennung. Unterdeſſen bare General Schauenburg
an Vrunes Statt den Cberbejebl über Die Sranzejen
u. zugleich Ten Auftrag erhalten, den Widerftand
ꝓxn die "Daunyg niederʒuwerfen. Die
— — —
——— ö— —— —— —r — — — — — — —ñ—— — —— — —— — — — — — — — — — — — — — ——
3000 Mann gefangen.
Lecourbe von Bellinzena vor, u. Tutine
' griffen Die
u. Auf der Diauer aus Unterwalden nit
in Ob tem Maid ein, allein, obgleich vi
am 26. April in einem harten Treffen be
gen geihlagen worben waren, wurden b
bob nah Muri zurüdigeworfen. Die
von Zug den 29. April zwang tie S
wiedergenommmene Luzern aufzugeben. 9
wurde Paravicini bei Willeram geſt
gleich ariffen die Sranzofen anı 1. M.
u. Küßnacht an u. nahmen Tas Letzt
ganze Kriegslaft ruhte inteß auf den
bie, etwa 1000 Mann, unter Reding be
am 1. Mai den Feind erwarteten.
10 Uhr griffen 2000 Franzoſen vergebi
lung an. Als aber von allen Seiten
von ben Foriſchritten der Helvetier u.
der einzelnen Cautone eintrafen, car
Schwyzer am 4. Mai zu Einftebeln;
Religion u. Befreiung von Brantice:
den verhießen, u. dagegen von Sd
übrigen kleinen Kantonen bie Helven
anerfanıt. Nur noch Graubündten ve
25,000 Oſterreicher geſchützt, jcbe Ih
ber Helvetiihen Republik. Indeſſer
Franzoſen vellauf zu thun, um tie ji
Aufftänbe bes Volle auh im ten (
bämpfen, welche Die Helvetifche Repub!
batten. Namentlich in Unterwalden, we
am 7. u. 8. Sept. bie Angriffe von 500
zurlidihlugen, erforderte bie Untert
Aufruhr große Anftrengungen.
F) Wiederausbruch bes 8
Ofterreich. Feldzug 1799. Schen
Hälfte 1795 hatte England, Das Mad
zöſiſchen Seemacht fürchten, Rußla
Bündniß gegen Frankreich vermocht.
ten Oſterreich, die Pforte, Neapel u.
u, bildeten ſo die Zweite Tealiti
Mann Ruſſen rüchten unter Suwar
1798 in Galizien ein. Die Piorte
12. Sept. 1795 den Frauzoſen u. den!
ter Bataviſchen Republik ten Krie,
ſchloß ſich am 28. Sept. 1799 dem
Frankreich u. Spanien an, Preußen
neutral. Hoch ver Auflöjung Tea Reſtet
congreſſes, Anfang Januar, forkerte de
Directeriunt über Das Erfcheinen von?
an der Donau Erklärung, u. ala d
überjhritt Die Donauarmee unter
23. Febr. bis 1. März zwiſchen Baiel ı
in mehreren Colennen den Rhein n. I
jebirte gegen Graubündten, u. als jih
ber Raſtadter Kongreß (j. oben m} auil
Krieg bereits im Gange Maſſena
Feldzug am 6. März mit einem glüch
tes General Auftenberg in Grautän
tigte den Lucienſteig, trieb tie Ti
Chur u. nabın Bier am 5. März Ar
Zugleich tr
jterreicher unter Hetze a. :
Feldtirch am 13. März an. Der A
indeß fehl; Dagegen warf eine Abiben
lienijichen Armte unter Deiſeles am I
General Laudon aus feiner Stellung
n. nabm am 26. März, vercimge in
ten Paß Finſtermünz u. bie übrige
Wenhtzöfifcher Ruchstienäßrieg ILE (N. aroch
ben dieſe BVortheile aber wieber auf,
Rärz Bellegarbe mit 20,000 Dann
m zu Hülfe eilte. Die Donauarmee
abrach aus ihrer Stellung bei Tut⸗
atwiel nach erhaltenen Berftärfungen
en; Sonham u. Tefebre drangen
„Mögkirch u. Pfullendorf vor, wäh«
gegen Sigmaringen auf dem rechten,
on Zutlingen auf dem linlen Donau⸗
ngen ı Gamerdingen u. ber rechte
Fernio über Salmannsweiler u. Über
te. Schnell aber 303 ihnen von Din
.—19. März der Erzherzog Karl über
ach Schuſſenried entgegen, griff Jour⸗
ah u. Pfullenborfam 20. März
n bis Stodad u. Lipptingen zurüd.
5. März ſchlug er ihn abermals bei
Zn der Nacht zogen fich bie Franzoſen
an gab das Commando ab, u. Ernouf
Hlagene Heer Über den Rhein zuriid,
am am 3. April bei Triberg von ben
überfallen worden war u. feine Hülfe
Mafiena übernahm darauf den
er die gefamnite Macht. Der Erz⸗
ee weichenben Donauarmee langfam,
Lügel unter Sztarray land bis Kehl
Hote in Vorarlberg u. das Haupt»
Erzberzogs war in Etodah, von wo
. April einen Aufruf an die Schweizer
bie Franzoſen aus ihrem Lande zu
be am 1.—4. Mai von Bellegarbe
urde 16. Mai aus ven Tyroler Bäflen
in vertrieben, Hotze nahm bem fran«
ral Menard den Lucienſteig u. fette
gans u. Glarus mit dem Erzherzog
3. Um 23. u. 24. Mai ging ber Erz⸗
raffbaufen über den Rhein u. rüdte in
Maflena mußte fih am 27. Mai
efecht bei Winterthur auf Züri
worauf der Erzherzog u. Hotze 8
Zugleich beſetzte Bellegarde den St.
n 3. u. 3. Juni wurde Maſſena bei
riffen, verlor einen großen Theil
sie u. 309 fih in eine flärter ver-
ng auf tem Albisberg zuräd. Diefe
yerzog, durch höhere Befehle gebunden,
n; ein Umftand, melden Maflena |
‚ nahdem er Berftärtungen an fid
‚ Zellahih an ver Sihl, auf bem
ei Einfiedeln, u. ven General Simb⸗
Aug. am St, Gotthard zu Ichlagen.
Kblöhung der Ofterreicher beſtimmten
Fürft Korjalomw anlamen, zog ber
28. Aug. ab u. ließ nur 12,00U Mann
Uznach, 800U Mann unter Jelladyich
ündtner Päſſen u. 10,000 Mann ale
er Schweiz. Die Ruſſen bejetten bie
‚an ber Aar u. Yımmat von Baben
Unterbefien hatten bie Sranzufen eine |
armee, zwilden Mainz u. Man
Beneral Müller gebildet; diefe ging
ı flart am 26. Aug. bei Dianbeim
ein, während Barayuay b’Hilliers,
ber, Frankfurt branpichagte u. ſich
yibelberg u. Aſchaffenburg maubte,
g verftärlte Den General Sıtarray,
Feinde ſelbſt über ann de
eich erhob fich unter dem meinzif
von Affoltern u.
Miniker Albini im Speſſart u. Odenwalde ber
Landſturm gegen bie Franzoſen u. that benfelben
großen Schaden. Nachdem Dlüller am 6. Sept,
vergebens bie Feſtung Philippsburg bombardirt
batte, war er gezwungen bei Annäherung des Erz⸗
berzoge am 12. Sept. die Belagerung aufzuheben
n. ging mit Zurüdiaffung von 6000 Mann unter
General Larodhe in Manheim am 15. Sept. über
den Rhein zurüd. Der Erzherzog nahm aber am 18.
Sept. Manheim mit Sturm. Nach dem Abzuge des
Erzherzog aus der Schweiz war es Ofterreich end⸗
lid gelungen zu bewirlen, daß Suwarow zur
Berflärfung Korialoms aus Italien nah ber
Schweiz gelanbt wurde. Maſſena griff aber zuvor
die Rufen mit voller Macht bei Zürich am 25. Sept
an, überfchritt vor Tagesanbruch bei Dietikon bie
Limmat, ſchlug bier die Rufen, ſtürmte bie Höhen
ing gegen Winterthur vor, um
den Ruffen den Rüdzug zu verfperren. Soult griff
gleichzeitig Hotze an. Als biefer General zu Anfang
des Treffens fiel, übernahm Petraſch das Com⸗
manbo, wurde geichlagen u. mußte fidh Über Lichten⸗
ſteg nad St. Gallen ziehen. Am 26. Sept. er»
ftürmten bie Franzoſen Zürich, eroberten bort das
ruffiihde Gepäd u. die Kriegstaffe u. verfolgten
Korfatow, der erfi nah Winterthur, dann nad
Sglifau, von da mit Oſterreichern u. Baiern unter
Kienmayer vereinigt nah Echafhaufen u. von bort
am 7. Oct. über den Rhein ging. Der Verluſt
der Verbünbeten in dieſen Gefechten betrug über
30,000 Mann. Gumaromw, ber inzwiſchen aus
Italien (ſ. unten) Über Airola u. Altorf am 30. Sept.
nad) Glarus gefommen war, 309 fi, ale er Kor⸗
faloros Niederlage erfuhr, nach Graublinbten zurück
Da faft alle Zugthiere auf bem beſchwerlichen
Wege erlagen, jo mußte er ſich eines großen Theile
feiner Geſchütze entledigen u. Tieß viele Kanonen
in die Thalſchluchten hinabwerfen; dennoch ſchlug
es bie Franzoſen unter Maffena u. Lecourbe am
10. Dct. bei Matten. Eudli vereinigte er ſich
über Chur zu Feldkirch u. in Oberſchwaben mit
Korfalow. Auch ter Erzherzog machte, auf bie
Nachricht von den Unfällen der Aufien, eine Be
wegung nach der Schweiz, blieb aber an ber
Grenze Schwabens fliehen Am 16. u. 17. Det.
war fecourbe, nun Obergeneral ber Rheinarımeg,
bei Oppenheim wieber über den Rhein gegangen,
hatte Manheim ur. Heitelberg beſetzt u. wollte eben
auf Stuttgart geben, ale ihn die Niederlage, welche
bem General Ney am 3. Nov. bei Lauffen von
bem Fürſten Hohenlohe beigebracht mar, zwang, nach
bem Rhein zurlidzulehren. Am®. Dec. von Sztar⸗
ray bei Wiesloch geſchlagen, wurde er auf das
linke un zurüdgebrängt.
In Oberitalien war ber Krieg unter bem
glücklichſten Ausfichten für die Koalition begonnen
worden. General Ecderer, welcher bie franzd⸗
fiihe Armee, 60,000 Mann ſtark, befebligte, wollte,
bevor die Rufen ben Ofterreichern zu Siülfe
fünıen, biefe einzeln angreifen, während Macho»
nald ih in Neapel u. Kom behaupten follte. Er
griff daher Krays Stellung an ber Stich, wohin
er nach Wiederausbruch ber Feindſeligkeiten ge»
gangen war, bei se, Verona, Bullolengo u.
Saftringo am 26. März an, aber fo unglücklich,
Daß General Montricharb eine gänztiche Nieberlage
erlitt. Ein neuer Angriff am 30. Dlärz bei Ronco
mißlang eben jo, u. kaum vermochte bie Kalte
blutigkeit Serruriers deſſen Divifion zu reiten.
Ein 3. Angriff am 5. April gegen Magnano u.
Berona wurde mit nach bebeutenberem Verluſte
abgefchlagen , ein Theil ber Armee geiprengt u. bie
Sliehenden bie hinter den Mincio u. bann hinter
den Oglio verfolgt. Durch dieſe Gefechte u. dürch
Detachements zur Berflärtung der Beſatzungen in
Mantua u. Pizzighetone ſchon bie auf 30,000 Mann
geſchwächt, wurde Scherer durch ben, am 16. April
anlangenden Suwarow am 22. hinter die Abba
ebrängt. Scherer überließ nu das Eommanbo
interimiftifh an Morean, u. biefer bezog auf dem
xechten lifer ber Abba, hinter bem ftarfen Brilden-
topf bei Caſſano, eine verſchanzte Stellung. Sur
warow griff am 26. April bei Lecco an, ging in
der Nacht zum 27. April Über die Abba, u. Serru⸗
rier, hierdurch abgefchnitten, wurbe mit 3000 Mann
gelangen ; Moreau, bei Caſſano mitgroßem Ver⸗
—A floh hinter den Tieino. Am 28. April
beſetzten die Sieger Mailand u. hoben die Cis⸗
alpinifhe Republit auf. Moreau verftärkte in-
zwiſchen in ber Ebene bei Aleſſandria fein Heer u.
erwartete bier bie Ankunft Macdonalds, ber eilig
von Neapel heranzog. Indeſſen fielen Peschiera u.
Birzighetone in die Hände der Ruffen, u. Suwarow
fanbte dem aus Uinteritalien heranzieheuben Mac»
Donald bie Generale Klenau, Ott u. Prinz Franz v.
Hohenzollern entgegen, um ihn ben Rüdzug abzu⸗
fhneiden. Zugleich hatte er Caſale nach kurzer Bela-
erung erobert u.warf nun Moreau durch das Ge⸗
echt bei Bercetto am12. Mai u. nad Räumung
von Aleflantria u. Balenza am 22. Mai nach Coni
urüd. Hier nahm Moreau eine fete Stellung, um
ie Berbinbung mit Genua zu erhalten u. um ſich
mit Macdonald vereinigen zu lönnen. Dieſer drang
bie Bologna vor, drängte Klenau zurüd n. ſetzte
fi mit Genua in Verbindung, während Moreau
am 6. Juni nah Genua zog. Machonald
wanbte ſich indeß nah Modena u. beihloß, nach⸗
dem er auch am 12. Juni das Korps des Prinzen
Branı geichlagen hatte, das Centrum ber Ber-
Undeten au durchbrechen. Er griff zu biefem Ende
die Eitabelle von Piacenza an u. drang bis an bie
Trebbia vor, ald Suwarow mit ihm zufammentraf.
Bom 16.—29. Juni fanden ſich die Gegner in faft
ununterbrochenen Gefechten gegenüber. Die Haupt⸗
ſchlacht entichieb für Suwarow; faum 14,000 Diann
zettete Macdonalb nad) Firenzuola u. Lucca. Dio-
zeau, ber am 16. Juni guch hervorbrach u. am
18. bei ©. Giuliano bie Ofterreicher unter Belle
garde fhlug u. Zortona u. Aleffanbria entfetste,
30g fih nun nad Novi zurüßt. Klenau hatte ſchon
am 25. Mat die Citadella von Ferrara, Prinz
Franz am 24. Mai die von Mailand, Vukaſſovich
am 27. Mai die Stadt u. am 20. Juni die Citadelle
son Zurin erobert. Bellegarde nahm nun am
21. Iuni Aleſſandria u. die Ofterreiher nahmen
am 28. Juni ben General Foſſac⸗Latour u. 7000
Mann gefangen, Inbefien hatte Das Directorium
bei der großen Überlegenheit der Feinte an Maunn—⸗
ſchaft u. Kriegsmaterial Joubert mit Berftärfungen
nad Italien gefandt u. ihm ben Oberbefehl über»
tragen. Joubert beabfidytigte anzugreifen, bevor
noch Kray von Mantuag aus mit 20,000 Mann |
herangezogen Sei, allein fchon am Abente vor der
Schlacht bei Novi anı 14. Auguft harte fich Die:er
mit Suwarow vereinigt, u. als Joubert am 15. Aug.
angriff, wurden die Franzojen, von benen Moreau
Franzoͤſiſcher Revolutionsftien ILL :CE. 4999)
an bes, in ber Schlacht gebliebenen Ic
das Commando Abernahım, nach zwanı
Gefechte vollſtändig geichlagen. Der
beiden Geiten war db. Um
fiel Tortona, währen Morean feine.
mern in bie Apenuinen führte, wo er
den Oberbefehl an Ehampienet Aber
auch Diefer wurbe am 4. Rov. bei Sar
bei Foſſano am 5. Nov. von Mela
ſchlagen, worauf am 3. Dec. Conti fih
Liechtenftein ergab. Noch am 18. Dec.
obwohl Anfangs am 12. Dec. von
[lagen , bie Sranzsien nad Genua, ı
nebft Nizza allein von allen italieniſch
gen verblieben war.
Schon im Februar waren auch in
Unruhen ausgebrocden, welche ein Pf
Rinalbi, leitete. Diefem wurde au
boltes Anfuchen der Cardinal Ruff
Cotrone, Catanzaro, Coſenza wurde
u. nun erihienen der Nitter Mich
ürft Leporano mit Truppen, um d
orıheile zu erbulten. Bald Iantete
u. Türken in Bari, worauf Apn
ſchaftliche Sache mit Kalabrien mu
rüdte der franzöfiiche General Duches
ein u. ſtürmte S. Severo u. Andri
dieſelbe Zeit kamen die Nachrichten
fällen in ber Lombardei u. ber Befel
nald, die bortige Armee zu unterfiiigen
Ducheſne wurbe zurüdgerufen u.
brach Machonalb, nah Dänupfung ei
in Saftellamare am 5. Dlai, auf, lie
Elmo, Capua u. Garta ſchwache Befal
u. eilte nah Rom. Allenthalben vomrt
litanifchen Republifaner geichlagen.
braug vor, fchlug den Kriegsminifter
Manthone, der om niit etwa 6000 M
zog, u. verfolgte ihn nach Neapel.
gelanbete ruſſiſche General Uichatom 1
u. ganz Apulien genommen batte,
Neapel erſchien, Ruſſen u. Türken t
landeten u. nad) Eroberung von Fanı
befugerten, ftiegen in Neapel Schrede
auf das Höchfte. Endlich griff Ruffe
die Außenpoften genommen batte, bi
pel von Drei Seiten art, während im
am 13. Juni ein biutiger Kampf zreifd
roni u. ten Patrioten entſtandenen
folgenten Nacht drang Ruffo in Nea
Abend hatte er den größten Theil ber
dem Kurt, erobert. Nach blutigen &
2. Hälfte Juni, capitulirte das Fert
1. Juli. Die Republilaner erbieiten
gelagt u. follten auf neutralen Schiri
reille geführt werden. Dieſe Capitu
aber auf einen von Nelfon überbracht
Befehl gebrochen u. Die Däupter ber |
unter ihnen der greile Admiral Ga:
gerichtet. Auch Cupua, Qarta u. ©. (
fihy am 5. Juli. Indeſſen hatten Ru
u. Neapolitaner unter General Bur:
jet. Auch vor Ancona erſchienen u
Fröhlich Ruſſen, Türken u. ſterre
men am 29. Oct. biefe Stadt, bie
bie Franzoſen nuch in Deittetitalien d
Wie in Neapel wollte Suylanıd a
| Fand mit englijch-ruffiicen Yanbung
Brunzöftfcher Nevelutionäfrieg ILL. (G. 1800)
65
inchen u. dies Yand u. fpäter Belgien | Augsburg zu hindern, wurbe er zurücgelchlagen.
Yie Anftalten bierzu waren aber fo un.
offen u. der Oberbefebiöhaber, Her⸗
‚ So wenig zum Feldherrn geeignet,
enehmen ſchon ver einem Begiun für
ten war. Zwar lantete Abercromby
itgarde von 12,000 Dann Briten ben
u. bie holläntiiche flotte ftedte bie
:arbe auf, verbaitete ibre Oifiziere u.
den englifchen Adiniral Mitcbel, aber
ung ber übrigen Erpetition bauerte
e Ankunft des General Herman mit
en noch länger, u. obſchon nur bie
u. frauzeftiben Generale Daendeld
t febr menig Truppen in Holland wa⸗
fogar wi, fo konnten Doch bie raſch
afften franzöfiihen u. bataviſchen
bt Miderftand leiften, ba baa mit Grä⸗
tittene Yand leicht unter Waſſer zu
Jer Herzog von York machte zwar zwei
jriffe bei Pellenu.Allmaar, aber
ıf den General Drune am 6. Oct, bei
urde abgeichlanen, u. ber Herzog mich
pp aurild, wo er bald Durch die fchlechte
nötbigt wurde, mit Brune Unterhand⸗
freien Abzugs auzuknüpfen. Brune
Herausgabe der holländiſchen Flotte
fung von 15,000 feauzöfifchen u. hol⸗
fangenen, begnügte fi aber ain Cude
tlatıon von Altınaar am 19. October
laffung ven 8000 Gefangenen, Dage-
en bie Briten nicht3 an den wichtigen
zerflören. Bis zum 1. November ba.te
uffiiche Arınee das Holländiiche Gebiet
Bol. Mitiutin, Geichichte des Krieges
b unter der Regierung Kaijer Pauls I.
39 (deutfch von Chr. Schmitt), Mün-
ug von 1800. Während alle Er-
7 Franzoſen in Italien u. Deutich-
gingen, war Bonaparte aus Ayypten,
rinmphe erfochten batte (j. unten VI.),
ch zurücgekehrt u. Dazu auserſehen das
der Franzoſen wieder herzuſtellen. Ehe
uf den Kriegsichauplag begab, führte
ser (15. Brumaire) ben Staatsftreich
hn zum Erften Coniuf machte. Er fand
zun Theil ſchon vwortbeilbafter für
nn Kaiſer Paul von Rußland batte fich,
and zürnend, ven der Eoalitiou los⸗
a batten Pfalzbaiern, Württemberg u.
ı Englands Werbungen bewogen, im
» Hülfe wieder zugefichert. Erzberzog
n Cherbefebl ber Heere entferut wor⸗
il Krav Hatte das Obercommando be-
m gegenüber ftaud Moreau, weicher
„daß er anı 25. April auf ſechs Puul⸗
Rebl u. Dieleubofen,, ten Rbein über»
Hug Krav am 3. Maibei@ngenu.
n 5. Mai bei Möskirch, am 6. Mai
dorf, während die anderen öſterrei—
ale bei Biberach aın 9. Mai durch Ri⸗
4 Memmingen am 10. Mai Durch Yes
»pen erlitten Kray wurde Dadurch ges
auf das fefte Hin zu zieben, u. als er
aus linken Flügel unter Richepauſe
u. Ochſenhauſen am 5. Juni anzu—
as frauzöfiihe Heer au dem Zug nach |
Hierauf ging er bei Yeipheim u. Günzburg um 15.
Zuni über die Donau, u. Lecourbe folgte ihm am
19. Zunimit 30,000 Maun. Bei Höchſtäãdt wurde
ber öfterreihiihe Nachtrab qeſchlagen u. bas Heer
zum Rüdzuge nach Neuburg u. ber Oberpfalz ge»
zwungen, fo baß faft ganz Baiern ben Sranzofen
in die Häube fiel. Moreau mollte noch weiter vor⸗
bringen, nachdem General Decaen fih Münchens
bemächtigt hatte, Kray bei Neuburg gefchlagen u.
am 27. —* die Stellung bei Jugolſtadt genom⸗
men worden war: als der Waffenſtillſtand an
Parsdorf am 15. Juli, in Folge der in Italien
eingetretenen Waffeuruhe geichloffen, ihn am Vor⸗
geben verhinderte. Nach langen Unterhaudlungen
nn. nach einer Berläugerung des Waffenftillfiandes,
in welche Moreau nur gegen Einräumuug von Phi⸗
lippeburg, Ulm u. Jugolſtadt willigte, begannen
bie Feindſeligkeiten ven 28. Novenber von Neuem.
Währeud der Waffenrube hatte Woreau fein Heer
auf 90,000 Mann gebracht u. am Nieberrhein ftanb
eine Referpearmee unter St. Euzanne, wie eine
andere am Main unter Augereau, fo daß ſäninit⸗
liche franzöfifche Arıneen in Deutſchland 200,000
Mann zählten. Die Uferreicher überfchritten aın
30. Noveniber ben Inn u. zwaugen 1. December ben
General Grenier bei Ampfingen zum Weichen.
Darauf marfchirte ihr Dlitteltreffen auf Hohenlin⸗
ben zu, ber linke Flügel fuchte Die Straße von Wafe
ferburg zu gewinnen u. der rechte ging Über Bur⸗
au. An ber Ebene von Anzing hoffte ver Erzberzog
Johann, der jet ben Oberbejehl führte, feine Trüp⸗
pen zu vereinigen u. bie Franzoſen aus Munchen
yu vertreiben. Am 3. Dechr. um 8 Uhr Morgens
egann der Rampfbei Hohenlinden. Erſt wurbe
Grouchy, bann Ney ohne Erfolg angegriffen u. end»
(ich wurben die Ofterreicher vom General Richepanfe,
welcher fie von Ebersberg über St. Chriſtoph im
Rüden angriff, voländig eichlagen. Moreau ver⸗
folgte dieſen Sieg, der die —*28 Kriegsmacht
bedeutend geihmwächt hatte, ohne Zögern, ging am
9. December über den Inn, am 14. December über
bie Salza u. war nach mehreren blutigen Gefechten
gegen rıberzog Karl, der am 18. Decenber den
Oberbefehl wieder übernommen hatte, ben Oſter⸗
reichern bis Liuz am 19. Deceniber gelolst: als ber
Kriberieg anı 21. Deceinber einen Waffenſtillſtand
anbot. Moreau nahm benfelben zwar an, boch nur
unter ter Bedingung, auch während beffelben weiter
vorrilden zu fönnen. Ex ging baber Über Die Enns
u. Die Vorpoſten des General Richepauſe ftanben
nur noch 11 Meilen von Wien: als ein neuer, am
24. December abgefchloffener Waffenſtillſtand
zu Steier 3u Stunde fam, in welchen: den Kran»
zofen Würzburg, Braunau, Kuſſtein u. bie
Scharniz u. Finftermünz Obertaffen wurtben, Tyrol
aber von den Öfterreihern geräumt wurde, Graf
Cobenzl, uachdem Oſterreich von England feines
Verſprechens entlaſſen war, ohne daſſelbe keinen
Grieten zu fchließen, wurte darauf bevollmächtigt,
Friedensunterhandlungen anzutnüpfen, u. den 9.
Februar 1501 kam der Friede zu Luneville (f. unt.)
zu Staude.
Zu tiefen Frieden batte ber Ausgang bes Felb⸗
ugs in Italien micht wenig beigetragen. Hier
begann Melas, deſſen Ziel die Eroberung bon
Genua war, unit 90,000 Daun am 6. April feine
Operationen mit ber Wegnahme bes Fortse vor
6
Baboy am 9. April nahm er bie ein FA
—* Basis bon Sucher" trennte Am 19. wortete im
er Maffena durch die Schlacht Kor
SR 4 mit —A— Mann nach un 3
> h —5 — io: Bug 5
Kiche Abmira ur See einſchlo nglei
Bi General Aniacı ir ei 6. Mai =) be
erobert u. General Elsnitz ben General
Sue amt. — — tra —
Nizza warb am 11. Mai von ben Öfterreichern be⸗
fetst, Suchet zog hinter den Var, Graf &t. Julien
eroberte amt 15. Mai Savona n. Melas rüftete fich
gim Einfall im bie — Inzwiſchen hatte
—— bis zum 29. April bei Di 100
Mann als Refervearmee unter Berthier verſam⸗
melt, die von Dort mach Genf zegen Am 8. *
am Bonaparte bet ber Armee an, welche ſich
5 Colonnen am 15. Mat nad ‚Sen " kr
weg, ben: u. mit unfägficher Anftrengung bie
Alpen ieg. Die Hauptarmee unter Bona-
nee Peitung, obwohl von bem bit
Hie Sferreicher tleten ‚Nr Bard genirt, pa
iz 35,000 Dann ftarf ven Et, Bernbarb,
er rechte Flügel (5000 Mann) unter General
Zurream brang über ben Dont Cenis in ber Ric)-
tung von Turin, ber linfe (15,000 Mann) unter
General Monced über ben St. Gotthard in ber
Richtung von Mailand vor. ücher hatte, N Ber
neral Bethencourt detachirt, ber mit 3— 4000 M Pan
über Pen een 309; Generaf Canıbran Br SR
er Di — n üßer ben Kleinen Bernhard
en trieben bie Franzofen bie — *
her her. befeftigte Jorea u, EM fen
RR {), wo file am 11. bie Wieb
Tel g ber —— Republif: vefffiten, een,
0 Bapta, Piacenza, Prescian. Turin. Melas fand
om Bar gegey Suchet, als er dei Übergang ver-
nahm, ir. wendete Au jogleich, Mi ja am 29. Mai
räumenb u. feine 1 mögfi eoncentrivenb,
&aı Bonaparte. Gluͤcklicherweiſe ergab ſich nog
enma, durch Hunger u, innere Unvuben aufs
ußerfte gebradt, Er 5. Juni an die Öfterreicher,
u. das Veloperunecorpe wurde nun ebenfalls bis⸗
otibel. Mit biefen brachte General Melas 40,000
an zuſammen u. boffte ſich —“ zu
57 — Die auge beider Armeen war höchſt bebent-
‚bie ber — ba ihre Communicatlion
t Mantta äbrbet war; bie ber 5 anzoſen, ba
Ir einzige RUchugslinie in ihrer. Flanke {ag u,
turd em ſchwieriges Sangebtrde ging. Bona-
arte nee deshalb alle jeine — EzE —
ruppen, da aber (ehr viele Beſatzungen u. De-
tachements abgingen, brachte er mm 30,000
Man zufanmen. Diele gingen Mitte Juni bei
Ele iiber ben Bo u. bicchichnitten fo bie letzte
Aid ugstine ber Öfterreicher. er General Lan-
nes ſchiug deu Üfterreichiichen General Ott, ber
Son der Belagerung von Genua zurild fam, am
9. YynibeiMontebello u. folgte dem Bfterreichi»
chen Seere Über re u. Tortona bis an die
Serivia. Dort ftellte fich bie franzöfiiche Armee bei
Marengo auf. Der rechte Flügel ſtand unter
Lannes, tas Centrum unter Dejaiz, ber linke Flü⸗
& unter Victor. Die Confulargarben bildeten bie
ejerve, Murat befebligte bie Kavallerie. Die Ges
gend ziwiichen ker Scrivia u. der Bormiba bildet
eine etwa 4—5 Stunden breite, mit Dörfern u.
Hãuſern beſetzte, von bes Chauffee von Tortona nach
ttab verfolgen. Melas batte aber I
bewegung gemacht, fonbern fich binte
concentrirt, überjchritt biefen am 13,
mit Aubruch bes 14. Juni ur.
am Morgen an. Bonaparte j
urüd u. boffte bie bis;
R t * — en
rreicher griffen aber gegen 8
linlen Flügel unter Bictor an, ne
ı trieben Bitter 2 Stunden weit
lie
Eehterb, beftiger Angriff Yü
brengen I ehe, ie
anfemmenben Divifion an vi
8 rpe ah ben Dorfe Caſtel Cerie
ataillong feiner Garbe ſich zwiſ
u. ber ſich —— franz
Duarre aufftellen. Su Bot
Bromofen —* bei ©. Giulian
2 aufgenommen mn
Ang onnen formirt, vs
mei 13 5 * Per Ui
eral 3a nlıd auf ber
heidungskampfe Se bor, wi
Bin von or ———— Gene
u. u e Ba e mu
Ivei Seiten ——
—— Bohne dieſe wi
zum Bortbeil ber frranzofen enti
denn bald barauf wurbe and ber fü
OÖflerreicher, ber fich zu meit ansgebeb
brochen. Die Kaiferlihen wurden in
BER zurüdgetrieben u. Marengo ati
hund Me Dit Die Erfürmung ve
1. bie Öfteren —
lich ‚gleicher Größe. Am folgenben !
Melas PBarlamentäre, um einen Biel
unterbanbeln, u. am 16. Inni ſch
parte bie Convention zu wet
zu Folge bie öfterreichifche Armee |
räumte, nur das Sand der
* linken Ufer des Bo n. auf bei
eben Stadt u. Feſtung
ilden Anconifche bI lieb in
Der Landſtrich zwiſ *— wiſchen der *
blieb neutral. Dag
bie Citadellen von Tortona, fen
Turin n. bie ungen Pinsigbetune
— — Savona u. Gem
ichen edensunterhaudl
—X— im Spätderif vie
Donald, beflimmt in Tyrol einzufaßfen
November mit ber Armee von Gru
ben er u. brang ins Beltiin
ng Dupont am 25. Dezember mi
le ber italienifchen Arımre beita 1
Diincio, dem Brune am 26, Der. f
bei Dionzambane Bellegaxke,
Franyöfrfiher Mevolntionäktieg iv. | (Big nad) Aghpien)
mmen hatte, mit Verluſt zurfid. Auch
de am 1. Jauuar 1801 zu Duffelengo
Verona am 3. Januar, fo wie Vie
Januar bejegt u. die Vorpoften über
is Treviſo vorgeichoben. Während
mpont Trident am 7. Januar genom-
ıe Berbintung mit Brune wieder her»
ih warb am 16. Januar der Waf⸗
dvon Treviſo geſchloſſen, melcher
ı das linke Ufer der Livenza bis Lienz
bie Feſtungen Peschiera, Serminone,
. Berona u. Legnago, fo wie yerrara
inräumte. Mantua blieb von ten
eingefchloflen. Dieß mar ber Grund,
Mactenald u. Bonaparte mweigerten,
anzuerfennen, u. erft al& durch eine
funft am 26. Januar zmifchen Jo-
irte u. dem Grafen Cobenzl zu
h Mantua den Franzoſen übergeben
nr bie Feinbjeligleiten auf. Zeit bem
wi madten bie grietensunter-
n zu Luneville ernſte Fortichritte,
e wurde am 9. Februar 1801 unters
sereich verzichtete uechmals auf Bel⸗
ridibal, welches an die Schweiz kam,
jegen das Benetianifche Gebiet. Der
Erich wurde bie Grenze ber Cisalpini-
it gegen fterreih. Der Serzog von
»r feine italieniſchen Staaten u. erhielt
zung den Breisgau; Toscana fam ale
rurien an Parma, wogegen ber Groß.
niſchädigung in Deutſchland erhaften
‚anze inte Rheinufer wurde an Fraul⸗
n, dagegen gab dieſes Allee, mas e6
ten beiett hielt, zurild, doch jollten
Ebhrenbreitftein, Philippoburg, Rafel,
ach gefchleift bleiben od. werden. Die
Cisalpiniſche, Yiguriide u. Batavi⸗
wurden anerlaunt. Am 7. Därz
ichetag in Regensburg biefen Frieden
. März erfolgte tie Auswechslung ber
n zu Parid. So war denn ber Krieg
ıf den Continent geenbet.
e außerhalb des europäiſchen Conti⸗
zwar geringere Bedeutung, griffen
ar in ben Gang ter europäifchen
n. Der wichtigfte unter biefen war
yartes8 Zugnad Agypten 1798
Gleich nach tem Trieben von Campo
das Directorium Frautreihs an ben
Jceans die Armee ven England unter
erfammelt. Anfangs beabfichtigte man
in England, aber an bie Stelle tiefee
brbaren Projectd fette Benaparte tie
lgyptens u. Syriens, vielleicht in Zur
ens; Deshalb wurden Die Rüſtungen
ir zum Schein fortgeietzt, wäbreud bei
30,00 Mann Kerneruppen fich faın-
:aparte fchiffte ſich mit Kiefen Truppen
auf einer Trausporiflette von 104
u. fegelte, vom Admiral Brueys mit
ffen, 5 Aregarten m. mehreren Meinen .
1 conveoyirt, nad Malta; dieſe Inſel
). Juli in Folge Der Unentichlofienbeit
fter6 des Dlalteiererteie, gerbinaud v.
der Berrärberei der Ritter vonder irau⸗
nge, ohne Anftrengung geuommen u.
653
fegelte Bonaparte, nah Zurücklaſſung von 4000
ann unter General Vanbais, mit 350 Schiffer
weiter. Relion hatte inbeflen Toulon beobachtet,
Stürme zwangen aber ibn kurz vor dein Auslaufen
der franzöfiichen Klotte in den Dafen von S. Pietro
einzulaufen, u. ale er am S1. Juni wieder vor
Toulon erihien, erfuhr er Bonapartes Abfahrt,
worauf er am 13. Juni nach Neapel fegelte u. am
19. Juni zu Meffina bie Eroberung Maltas erfubr.
Ohne Zaubern machte er ſich zur Verfolgung der
franzöſiſchen Flotte auf den Weg, verfehlte dieſelbe
aber, inbem er vor berfelben in Alegandrien eintraf,
u. fegelte, da er fie nicht fand, fogleich wieber ab.
Kaum mar er fort, al6 Bonaparte am 1. Juli bei
Alerantrien landete, die Truppen ausjchiffen ließ u.
am 3. Juli Alergandrien mu Sturm nabm. Bor
dort ſetzte ſich Bonaparte gegen Kairo über Daman-
bur u. Rojerte in Bewegung u. zu Ramanieh ver»
einigten ſich am 7. Juli Die verfchiebenen Divifior
nenber Armee. Bei Schebreifie traien die Franzoſen
zuerſt auf die Mamluken unter Diurad Bey u. ſchlu⸗
gen dieſelben, doch wurden die meiſten ihrer Fahr⸗
zeuge auf dem Nil durch Murads Kanonenböte in ber
Grund gebohrt. Zum zweiten Diale grifj Murad bie
Beanzofen bei Sinbabeh am 21. Juli an Schladht
eiden Pyramiden); er wurte aber geichlagen,
verwuntet u. fein Yager u. feine Artillerie erobert.
Während nad) Der Ginnabme von Kairo am 22.
Juli das Yand auf jranzefifche Art erganifirt wurbe,
erſchien Nelfon 1. Aug. bei Abukir, mo bie flotte
unter Admiral Brueys anlerte, Drang zwifchen das
Ufer u. die Schiffe, ſprengte das Admiralſchiff,
nachdem Brueys gleich Anfangs tödtlich verwundet
worden war, in die Luft u. vernichtete die ganze
Flotte, fo daß Bonaparte ven Europa abgeſchnitten
war. Dieſer indeflen verfolgte Ibrabim Bey nach
Syrien bin, gab aber nady einem mißlungenen Au»
riff der franzöſiſchen Reiterei bei Sulabieh am 11.
uguft die Verfolgung auf. Die Seeſchlacht bei
Abnkir ſiörte Bonaparte anſcheinend nicht: er fuhr
mit Organijation des Yanbes fort, unterbrüdte noch
einzeine Bollsaufftände u ercberte bald ganz Nie⸗
dere u. Mittelügypren. Auch nah Oberägypten
dehnte fich tie franzöftiche Herrſchaft aus, ald Mu⸗
rad Bey zu Bebnejle am Kanal ver Fahum am
26. Auguft von Deſair geichlagen wurde. Trotz
aller Siege wurde jetoch die Yage Bonaparte
höchſt bedenklich, ala aller Vorſicht ungeachtet, die
Jeiegeertlätung der Piorte gegen Frankreich in
gopien belanut wurde. Ein gefährlicher Aufruhr
brach zu Kairo aus u. erft nach 2 Tagen, in denen
6000 Zürfen nichergemact wurten, flellten bie
Sranzoien die Rube ber. Vergebens bemübte fich
onaparte indeß der Unzufriedenheit des Volles
dadurch Kerr zu werben, daß er Die Franzo⸗
fen von ten Mollahs für Dinielmänner erklären
ließ, u. beſchloß baber nach Svyrien vorzubrine
gen. Er ernannte Seneral Dugua zum Ober»
befeblehaber Nieberägpptens u. brach Anfang be&
Jabres 1739 mit 13,000 Dann gegen Syrien auf.
Am 25. Februar wurde El Ariſch, dann Gaza genom⸗
men u. Jaffa am 7. März mit Sturm erobert.
Hierauf ernannte Bonaparte den General Me⸗
nou, welcher zum Islam übergetreten war u. ben
Namen Adtallah Bey angencmmen batte, zum
Statthalter von Baläftina u. rückte am 16 Sin
gegen Acre vor. Allein dies vertheitigten die Türe
sn Frankreich abgetreten. Am 17. Juni | fer, von Sidney Smith, Befehlshaber bes eng-
654. Tranzöfifcher Revolutionskrieg IV. (Zug nad Agypten) V. (Geeirieg)
liſchen Geſchwaders an ber ägyptiſchen Küfte, n.
dem franzöfifhen Ingenieuroffizier Philippeau
‘einem Emigranten) gut geleitet, fo trefflich, bob
alle 8 Stürme abgeſchlagen wurden, u. das berbei-
gekommene Belagerinigegefchiig vermochte nicht
einen Thurm in den Mauern zu zertrümmern.
Zwar ſchlug Kleber anı 16. April das zum Entſatz
berbeieilenbe Bellsaufgebot beim Berge Tabor,
aber dennoch mußte Bonaparte, duch Mangel u.
bie türfijche Hartnädigteit bezwungen, die Belage-
rung am 19. Mai anfbeben u. lehrte mit fanm noch
7000 Mann nad Agypten zurüd. In Jaffa ver-
uahm Bunaparte die Kunde vom Gricheinen ter
Englänber vor dem, ſchon 9. December 1799 von
den Franzoſen befetten Suez u. eilte mit Monge
u. Dienou dem Heere nach Agypten voraus, wel⸗
ches erfi am 14 Juni in Kairo einzog. Seit drei
Monaten mar inbeien in Nieberägypteu ber Kampf
wieber ausgebrochen; Emir Hadſchi, Stellvertreter
Ibrahim Paſchas von Kairo, unterkgt von
einem Schwärnter, ber zu Damanhur im Bezirke
Bahireh aufgeftanden mar, hatte Die Provinz Schar⸗
kieh empört, die Mamluken unter Eify Bey ver⸗
fuchten einen Einfall in Niederägypten, ber Groß⸗
vezir zog von Syrien heran u. der Kapudan Pafcha
y ete fich von Rhodus aus zu einer Landung in
gypten. Am 11. Juli erichien eine türkiſche
Flotte, landete am 14. u. 15. Juli u. erftilrmte
die Forts von Abufir. Allein Bonaparte eilte
herbei, griff am 25. Zuli tie Türten an, fchlug fie
u. versichtete jaft Die ganze Arınee. Am 2. Anguft
eroberte Dienou die Forts von Abulir wieber. Bo⸗
naparte, der am 27. Juli nach Aleranbrien zurück⸗
gelehrt war, erhielt theil8 durch die Gefangenen,
theils in Folge feiner Unterhandlungen mit Sid-
ney Smith Nachricht von ber Tage der franzöfifchen
Angelegenbeiten in Europa u. beſchloß fogleich nach
Eurepa zurüdzufehren. Das Gerücht eines zwei⸗
ten Zuges nad Eyrien wurde ausgelprengt, u. ale
in Folge teffen bie türkiſche Flotte Agypten verlaf-
fen hatte u. bie englifchen Krenzer aus Mangel an
Lebensmitteln nach Cypern zuridgetehrt waren,
reifte Bonaparte nach Alerandrien, beftieg am 22.
Anguft die von Admiral Santhomme bereits feit
Anfang Juli fegelfertig gehaltenen Schiffe u. kehrte
mit Berthier, Andreoſſy, Monge, Berthollet, De
non u. Beifteres, nachdem er an Menou verſchloſ⸗
ſene Befeble für Kleber gegeben hatte, glücklich ilber
Eorfica nad) Frankreich zurüd, wo er in Krejus
lantete. Nun übernahm Kleber ben Obertefchl
über die noch ungefähr 15,000 Dann ftarke franzö⸗
filde Armee u. flug am 1. November die bei Da-
miette gelandeten Zürfen. Da aber unter ben
Truppen tie Pet wüthete u. Dieutereien ausbra-
chen, ſah ſich Kleber, als ber Großvezier EI Ariſch
am 29. December genommen batıe, genöthigt,
am 24. Jan. 1500 mit tem Großvezier bie Über-
eintunft bei EI Arifch zu fchließen, melde
den Franzoſen freie Rückkehr nach Europa ficherte.
Doch am 8. April zeigte Sidney Smith Kleber an,
tie englifche Regierung verlange bie Kriegsgefan⸗
genichaft ter franzöfiihen Armee u. er werde ſich
tem Vollzug des Tractats von El Ariich auf alle
Weife witerjegen. Als barauf der Großvezier wie⸗
ber vordrang, ſchlug ihn Kleber am 20. März bei
Heliopolis u. nahm Kairo ben Türken wieder ab.
Allein am 13. Juni wurde Kleber von einem ‘Türe
fen ermordet, u. Denon befam ben Oberbefjehl.
Sitney Smith zeigte nun am 17. Imi m,
feine Regierung in den Zractat ven Ci Art
lige, die Unterhanblungen zeriäfugen ſich abe
enou Bonaparte's Ginwilligung vera
17.000 Engländer unter Abercromby Im
hierauf bei Abulfir. Menou zog ibnen
wurde am 21. März bei Nemanieh mit
Verlufte gefchlagen. Roſette ging in Felge ı
am 19. April an General Suteinten verloren
um diefe Zeit Die Engländer turd Bairt ver
wurten u. der Großpezier von Nenem aus 6
gegen Kairo heranzog, fo fchloß &eueral dd
welcher dort befehligte, eine Capitulatien au
Juni, vermöge ber feine Divifton frei nad
zurüdtehrte. Auch Menou fchloß am #
1801 eine ähnliche Übereinkunft u. verlieh ig
worauf den 25. Juni 1502 in PBariseis
den zwifhen der Pforte u. Fraxulit
Stande kam.
V.Seetrieginbeneuropäijde
jern u. Landungsverſuche ber
Sranfreih u. der Sranzofen in
1793— 1802. Am 1. Februar 179 cd
Republik Frankreich den Engländern ven BR
im Mai erfien der Atmiral Hood nl
tie Abmirale Langara u. Gravina ſpariſe
mit ihren Flotten im Dittelmeere Bebb
nahmen anı 29. Aug. Zoulon, u. wenn fie
19. Dechr. wieber räumen mußten, fo haue
einen Hauptvortheil durch Vernichtung der
ſchen Flotte errungen. Schon während ter
rung Toulons entftanden indeß Mißhelligk
ſchen den Befehlshabern beider Flotien, iz
deren fie ſich nach Räumung der Etatt t
Während die Spanier an ihren Kilſten treuzie
Hood für den König von England Corſica
lantiſchen Ocean waren tie Franzie
glücklicher, denn als der Admiral Billarer Jede
Haſen von Breſt verließ, um das Einlaries
weſtindiſchen Kauffahrteiflotte zu ichügen,
am 1. Juni von dem Admiral Here anf de
von Ouefjant mit Berluft von 7 Schiffen:
Die Kaufjahrteiflotte jedoch erreichte giüdl
Auch ein zweiter Verſuch Villarets im Jam
mißlang, inten er zwar das Abfahren ver ag
Flotte nah Oſt- u. Weſtindien ftärte, aber
durch Stürme jehr beſchädigten Zchifien sc
zurückkehren mußte. Das Jahr 1795 wur
noch durch bie Yanbung Der von ben
unterfiügten Emigranten bet Ouiberen N
Diefer vandungsverſuch mißlang uber volle
Nur ein Meiner Theil der Ausgeſchifften em
engliihen Schiffen, Die Übrigen wurtene
ihrigen mit ibrem Führer Sombreuil zu
Ente Juli 1795 erſchoſſen (j. u. Bendichte
geringer har ter Erfolg eines zweiten Ya
verſuchs unter dem Grafen Artois, mei
ral Harvey von Portsmouth am 27. 2
nad) ter Inſel Diew führte. Die Koraıft!
ſuchten vergeblich fih ber Injel Neirme
bemeijtern u. kehrten endlich am 16. Dem:
England zurüd. Den 15. Septbr. 1795 erlll
aud die neue Bataviſche Republikent
land zu Folge eines mit Frankreich ge
Bündniſſes den Krieg u. verlor datum
alte feine oft- uw. weſtindiſchen Celenxs il
ten), während bie Franzeien im Pitileitt:
jhen von Breit aus verſtärkt, wen Leis
Framzoſiſcher Nevointionskrieg V. (Geetrieg) VL (Eelonialkrieg) 655
Ebalter wurden. In der Rordfee blodirte
Kies u. rujfiiches Geſchwader unter Duncan
ni bie bolländiihen Küften. 1796 mußte
» Eorfica wieter aufgeben. Am 10. Aug.
Keß au Spanien zu St. Ildefonſe ein
mit Frankreich u. erklärte in folge teilen
rt. au England den Krieg. Am22.Dec.
sternabhmen die Yranzofen, 15,000 Mann
ter Hoche eine Laudung zu Bantry Bay
ım. Da jetoh ter Sturm bie Aomirale
Morand de Gallas von ber Erpebitien
: Hatte, fo lehrten die übrigen Schiffe am
ember unverrichteter Sache nach Fraukreich
Anfangs 1797 verließ Der Admiral Jervis
Linienjhiffen den Hafen von Liffabon u.
11. Februar mit der jpaniihen Flotte, die
ber framzöfiichen Flotte in Breſt vereinigen
beim Cap St. Vincent zufammen. Obſchon
ser mit Berluft von 4 Linienſchiffen, na
fehren, wo er fie auf das Engfle ein⸗
die Holländer wurden geichlagen.
mlih der Atmiral Duncan 4 Dionate
I, mo die holländiſche flotte Tag, blo⸗
ing er mit einer Abtheilung feiner
armonıtb, u. ber Commodore Trollope
en Terel. Dies benutzte am 7. Octo-
diſche Admiral be Winter, um mit 15
u. 13 Fregatten aus dem Texel zu
Hiervon benachrichtigt lehrte Duncan
—e zurück, erreichte die Hollän⸗
Höhe von Campreduine, zwiſchen Wyl
mäb, u. zwang fie mit Verluſt von 7 Linien⸗
w 3 Fregatten in ben Terel zurückzugehen.
rbe der Seelrieg Anfangs nur lüffig ger
Man machte öftere Verſuche, in Frank⸗
L lanıben, griff Oftente am 22. Maian u.
Dirte am 23. u. 24. Diai Havre u. fette
pen aua, meldhe aber gefangen ge⸗
wurden, nachdem fie vorher die Schleu⸗
theils vernichtet hatten. Später fuchte
torium bie Unruhen Irlands zu bes
aanle beehalb den General Hatry dahin.
Binde hielten biefen zurüd, u. nur Gene
t landete am 25. Auguft mit 1000 M.
von Killala. Anſangs erfocht er einige
„ wurde aber bald von Lord Cornwallie
mud am 8. September geidhlagen u.
Der franzöfifche General Hey, ber am
ber an ter Inſel Rutland gelandet war,
daher eiligft wieber ein, u. eben jo verun-
dritter Verſuch des General Hardy, ber
tember von Breſt aus mit 3200 Mann
war, indem ihn am 12. Oxtober der
re Warren bei der Injel Tory angriff u.
Schiffe, bis auf 2 Sregatten, nahm. Ein
ber erſchien unter Savary am 27. ic»
Der Bai von Killala, wandte jedoch ſchlen⸗
1 NMochefort um, als es von den bisherigen
z Nachricht erhielt. Die Engländer dagegen
n jef ohne Witerfland Minorca won ten
we, indem tas Fort ber Inſel am 15. No⸗
4798 capitulirte. Auch die griechiſch⸗vene⸗
sw Inieln gingen für Srantreich verloren,
ew zufftiihe Admiral Uſchalow, ter am 20.
ber buch tie Dardanellen gegangen war
ait ber türliſchen Flotte vereinigt hatte, am
ember 1798 vor Gerigo erjchien u. von ben
Einwohnern unterflütgt, biefe Juſel nebſt Cefaleniz,
Zante, San Mauro u. Korfn, deſſen Feſtung am
1. März 1790 genommen wurde, eroberte. Weitere
große Ereignifie fanden zur Zee meter 1799, nech
1900 Statt, außer daß die Engländer am 2. Sep⸗
tember 1500 das von Bonaparte 1799 eroberte
Malta (f. obenIV.) ben Frauzoſen wieder abnahmen.
Als Pitt am 16. Mai 1801 vom Dlinifterium 3u«-
rüdtrat, Inüpfte Addington, melcer Daffelbe über-
nahm, nach Nelfons vergeklichen Verſuchen, am 4.
Juli u. 16. Auguft gegen bie im Hafen von Von⸗
logne befintlihen, zur Landung in England bes
ftiinmten Edyiffe, eine Präliminarunterhbandlung
an, welhe am 1. October einen BPräliminare
frieden in London u. den Definitivfrieden
in Amiens am 25. u. 27. März 1802 zur Folge
batte, England gab, außer daf es die Beſtimmun⸗
gen bes Friedens von Luneville anerkannte, alle Er⸗
oberungen an Frankreich, Spanien u. Holland zuräd,
die neuerrichtete Republik ber Sieben Inſeln wurbe
von den Franzoſen anerlanııt, Malta dem Malte-
jerorben wieder übergeben, Neapel follte von ben
ranzofen, Ciba u. andere Infeln von ben Eng⸗
lindern geräumt u. der Erbftattbalter Prinz von
Dranien entfchäbigt werben.
VI. Colonialtrieg. Auch über Aften, Afrila
u. Amerila verbreitete ſich ber Revolutionskrieg.
In Oftindien verloren tie Franzefen zuerſt
am 23. Auguft 1793 alle Kolonien u, behielten
nur bie Injeln Isle be France n. Isle de Bour⸗
bon. Auf Isle de France bildete ſich eine Art
Ialobinerclub (Chaumiere). Der Beſchluß der
Nationalveriammlung, welcher ben Eflaven die
Freiheit gab, minberte indeß die Begeifterung fiir
die Revolution bedeutend, fo Daß, als mar Robes-
pierres Eturz erfuhr, bie Zalobiner verhaftet u. bie
Gefangenen befreit wurden. Ia, ald am 18. Juni
1796 zwei Abgeorbucie bes Directortums, Baco
u. Burnel, mit Truppen unter General Malagon
erſchienen, um bie Sklaverei wirklich abzuichaffen,
wurben biefe mit Gewalt wieber nach Frank⸗
reich zurüdgefchidt. Auch die Batavifche Republik
verlor nach ihrem Entfteben alle fonft als holläu⸗
diſch geſchonte Beligungen, fo durch Atmiral Blar-
tet auf Ceylon Zriconomale am 26. Auguf
1795 u. mit Colombo im Februar 1796 bie ganze
Injel, Malacca im Nuguft 1795, die ſeſten
Bläpe von Malabar u. die DMolulten im Fruh⸗
jabr 1796, im Zuli 1501 Ternate. Nur Sumatra
u. Java konnten bie Holländer in Aſien noch bes
baupten. Ebenſo fielen Die afrilanifhen Be
figungen der Batavifchen Republit während bes
Krieges den Englänbern in bie Hände. Lord El⸗
phinſtene u. unter ihm General Clarke eroberten,
nachdem fie ben 14. Zuli gelandet, dad Borge»
birg der guten Hofinung am 16. September
1795. Zwar fantte die Vatavijche Republit im
März 1796 den Admiral Yucad mit 2000 Mann
ter Colonie zu Hülfe, allein c8 gelang Elphinſtone
leicht, Die holländiſche Flotte, 3 Linienſchiffe, 3 Fre⸗
gatten u. mehrere Leine Kahrzeuge, in ver Saldane
habai zur Capitulation zu zwingen. Dagegen zer⸗
ftörten die Franzoſen 1793 die engliice Solonie
Sierra Yeone u. 1795 bie engliiden Worts au
be, 2eentife Afrikas, Im April 1800 nahmen fie
auch Die Intel Soree. .
Im Yaufe des Krieges zwiſchen Prrantceiä
u. England wurde auch in Amerita auge
Guyana u. Cayenne 1793, Tabago n. Matti»
nique 1795, St. Lucie, Guadeloupe, St. Pierre,
Miguelon, Marie galante u. Defirade von ben
Englänbern erobert. So blieb nur noch S. Do⸗
mingo übrig u. auch diele Infel ging durch eine
Negerrevolution 1803 fir Frankreich verloren,
nachdem fie 1794 ſich den Briten ergeben hatte,
aber bald darauf ron Admiral Hugnes wieber ge-
nommen worden war. über alle dieſe Begebenbei-
ten auf S. Domingo f. mehr unter Hayti (Geſch.).
Auch Suateloupe hatte Hugues zum Theil erobert
n. Anfangs bes Jabres 1795 St. Euflaz, St. Lucie
n. Granada den Engländern mieber entriffen u.
St. Vincent, Dominica, Marie galante, Antigua,
St. Kitts u. Barbadoes geplündert. Später wurbe
von England eine uriprünglid zur Landung in
Frankreich beſiunmte Armee von 25,000 Dann,
welche fih, in jene Gegenden gefanbt, der franzö⸗
flihen u. bataviſchen Colonien bemächtigte. Gra⸗
nada, St. Yucie, St. Bincent wurden 1796 ge.
nommen u. furze Zeit barauf bie bataviſchen Be⸗
fisungen Demerary u. Effequebo, jo wie am 18.
Februar 1797 das ſpaniſche Trinidad. Außerdem
nahm England bie bataviſchen Eolonien Surinam
ben 21. Auguft 1796, Euracao ben 13. September
1800 n. St. Euſtach den 21. September 1601.
Franzöfliher Bauerampfer, it Rumex scu-
tatus.
—Ar— Schlag, fo v. w. Kanenenſchlag.
anzöſiſcher Schluffel, maſſiver Schlüſſel zu
ranzöſiſchen Schlöſſern, welche in das Holz; der
Thüren ob. der Schubladen eingelaflen find u. kei⸗
nen Dorn baben.
Franzoſiſche Schweiz, bie Cantone der Schweiz,
in denen die Franzöſiſche Sprache bie vorherrſchende
ft, als Genf, Waadtland, Neuenburg, ein Theil
von Bern, Freiburg u. Wallis.
Franzöfifhe Sprade. Die F. ©. ift eine der
ſechs Nomaniſchen Sprachen (ſ. b.), welche durch
Entwidelung u. Fortbildung der römiſchen Volks⸗
dialekte u. der lateiniſcheu Umgangsſprache (Lingun
romana rustica) hervorgegangen find. Die letztere
batte fich durch die römiſchen Deere u. Kolonien in
den Provinzen verbreitet u. feſtgeſetzt u. bier bald
die einheimischen Sprachen bis auf wenige Reſte
verdrängt. So auch in ben von ceitiichen ut. iberi⸗
ſchen Böllern bewohuten Gallien, wo nach ber Deuts
fihen Eroberung. bie römische Provinzialfpracdhe ein
fo nothwendiges Mittel ter Verſtändigung unter
den einheimifhen u. eingebrungenen Stänmen ge«
worden war, baß fie bereit8 gegen Ende des 7.
Fahrb. nicht blos das Deutiche (TTudesque) der ger-
manifchen Eroberer vollftäntig, fontern auch die
Muntarten ber celtifcheu u. iberiſchen Böller Gal⸗
liens bis auf Heine Refte, ven erfteren in einen
Tbeile der Bretagne, von letteren in einem vand⸗
ſtriche bes ſüdweſtlichen Frankreichs (Gascogne),
übermunten hatte. Dieſe römiſche Provinzialſprache
in Gallien wurde bieher im Allgemeinen mit ber
galliichen (Gallica) od. ber romantichen (Itoımana
rustica) Provinzialiprache bezeichnet, im Unter—
fihiede zu der Sprache der deutſchen Franken (ter
Francisca od. Francica); als jedoch Lie letztere
untergegangen war, wurbe ihr Name die allge-
meine Bezeichnung für die Romaniſche Sprache des
Frankenreichs. Wie bei allen Schwefterjpracdhen, jo
gehören auch bei dem Kranzöfiichen die Huuvtele«
mente u. ber Grundcharakter dem Lateinif-yen au,
"Sranzöfifher Eauerampfer bis: Zeugäfiflfe Maathe
welche bier in Gallien in pheouetiſcher
Hinfiht hauptfächlich Durch ceitifche m
nur in fehr geringem Grabde durch il
chiſche n. arabiiche Beſtandtheile u. €
dert u. mobificirt worden if. Bel
Essai philosophique sur la forn
langue francaıse, Bar. 1852; €)
gine et formation de la langue fı
1853—57, 2 Bbe.; Mone, Die Ga
u. ihre Brauchbarleit für die Seid
1850; Derſelbe, Celtifche Korichun
1857; Brandes, Celten s. German
Glüd, Die bei C. 3. Cãſar vorlomm
Namen, Münd. 1857; Roget ve ®
nog6nie gauloise, Par. 1558.
Im 9. Jahrh., nahbem das Fı
unter Karl dem Kablen im Norbe
tifche Reich von Bofo im Süden 5
ründet worden war, begann fi I
prache Galliens auch in zmei Harn
ten zu fondern, von denen ſchon
Schriftdenkmale nachzuweiſen find n.
nebeneinander zu Schriftfprachen aus
zwei Hanptmunbarten fint das Süd!
od. Brovenzalifche (Romau pro
gus d’oc) u. bie Norbfranzdfi
wallon, Langue d'oil ob. d'oui):
zwifchen beiben zieht fich durch Die Di
nais, Auvergue, Limoufin, Perigord
Während im Süpfranzöfiichen Das rı
meut reiner bewahrt wurte u. berrid
det im Norbfranzöfiichen das germa
ein bebeutendes Moment. Dur ti
zöfifche wurbe jetoch, zum Theil in f
tiichen Umgeftaltung Fraukreichs, &
ſiſche allmälig aus Der Literatur vert
das erftere unter Kranz I., Der ımter‘
an ber Barifer Univen firät eine Prefe
errichtete u. tiefelbe flatt Des bisber
Tateiniichen bei den Gerichten einfübı
nalfprache erhob u. nun von allen ge
zeſen geretet wurde. Die F. S. bie
15. Jahrh. od. das Altfranzöiiic
bedeutend von ber jekigen franzafi
ſprache unterjchieten, daß fie ein be
dium erfordert. Zur Zeit franz I. n
inneren Entwickelung derſelben eit
ein. Das Studium des Maffiichen A
feinen Einfluß and auf die F. S.,
Grammatik nad tem Dlufter tes Y
gelte u. fich der Wörterfchat aus X
cberte. Gleichzeitig tremute fi die S
bildeten jchärfer von ter des Bolkea:
Einflilſſe der Italieniſchen u. Spaniid
die immer anusfchließentere u. tenan
ſchaft von Paris u. namentlich des Hof
nach den Beftrebungen Ginzelner, w
durch Die Erricheung der Franzẽſiſche
das ſogenaunte Goltene Zeitalter ber
Literatur, unter Ludwig XIV., eine
abgegreuzte Geflalt erbielt. Diefelbe i
jentlihen bis auf Die Gegenwart verf
Veftrebungen ter Neuromantiker (et
jene Schranfen zu durchbrechen, nur
Erfolg begleitet geweſen find. Nol. (
or gine et proprès de la langı
Par. 1802; Henry, Hist. de la langı
ebd. 1814, 2 Bde.; bef. aber Franci
Tranzöfige Eprade
s de la Jangue eu France. ebb.
ırques sur la langae frangaise
„ebd. 1845.
ı ben analytiſchen u. funtaltifchen
tem, welche die Verſchiedeuheit des
pie Bberbaupt aller Romauiſchen
m Yatein bedingen, zeigen fich ſchon
ı Bollemundarten u. ber röntifchen
. Die vollen, fonthetifchen Formen,
mgenheit u. Energie ber römijchen
nd war im ——— verloren
en zeichnet ſich Letzteres durch Klar⸗
„Sefügigkeit u. logiſche Präcifion,
bümliche Nettigkeit u. Durchſichtig⸗
ſteht es gegen bie Übrigen romani⸗
rim Nadıkeit, infofern die cunfos
npften cd. in tunlofe Vocale abger
ante, ſowie bie Einförmigleit in der
ſildungsſylben ven Mobllaut u. die
meglichleit beeinträchtigen. Das
daher jeine Hauptſtärke weniger in
vielmebr in der Brofa u. eignet fich
r Sprache ber Converfatien. Vgl.
ranzos u. feine Sprache, Berl. 1849.
sanzöfifchen Schriftſprache beſtehen
ne große Anzahl von Vollsmund⸗
. Schon an den Literaturwerlen des
3 füch etioa fieben Dialekte unter-
literariſch cultivirt wurden, nänı«
tanbie, Picardie, Bourgogne, Isle⸗
npagne, Yorraine u. Bertevin, wozu
ı8 ter Normandie ftanıınenbe, aber
igebiltete Anglouermantifche rech⸗
Sullot, Recherches aur les for-
cales Je lu langue francaise et
es au 13me siccle, Bar. 1834;
techerches sur la fusion du
and et de l’Anılo-Saxon, ebd.
m Dialekt von Isle⸗de⸗France if
tige, franzejiihe Schriftiprache ber-
dit Übergebung der fürfranzöfifchen
‚he ben Gebiet der Brovensalifchen
ufallen, laſſen fie tie norkfranzefi«
n, wie fie gegenwärtig geſprochen
nördlichen, tie mittleren u. weſtli⸗
Hichen Tialekte eintbeilen. Zu den
das Normandiſche (Dubeis, Gilo⸗-
normanıdl, Caeu 1858); bie Volks⸗
Jole⸗de⸗Frauce u. der Champagne
ert, Glossaire du centre de la
1857, 2 Bte.); von Lothringen u.
m Burgund (vgl Mignard, Hirt.
e Bourguignon, Dijeu 1556) ;
u. Bloiſois; Das Angevin u. das
Mallenifche (Remacle, Dict. wal-
ättich 1639— 42; Hubert, Diction-
ancais, 2. Aufl. ebd. 1837; Grand⸗
von Waadt ob. der Rumonſche, der von Savoyen
u. Genf, ber in Lyon u. der in ben Stäbten ber
Danphinf. Bgl. Coquebert be Monbret, Essai sur
la g&ographie de la langue francaise, Bar.
1831; Schnadeuburg, Tableau synoptique et
comparatif des idiomes populaires ou patuis
do la France, Berl. 1540; Gscullier, Remar-
ques sur les patois, Dougi 1656; Pierquin be
mbloug, Hist. litt. philologique et biblio-
graphique des patois, Bar. 1641, 2. X. 1658.
Das Jargon ber franzöfiihen Gauner ift das Ar-
got Bel. Sr. Michel, Etudes philologiques sur
'argot, Var. 1856.
Das Gebiet der F. &. erfiredt ſich fomit über
ganz Frankreich (36 Diillionen Einwohner), mit
Ausnahme von etwa 100,000 Klamändern, 400,000
Deutſchen, 50,000 Baslen u. 150,000 Vre⸗
ton, fomie ber Gingeborenen Corſicas, feruer
über Belgien, mo es bis zum heutigen Tage
Sprade ber Regierung u. aller Gebildeten, ſo⸗
wie Stanımfprahe ber Wallonen ift; Über bie
weſtliche u. ſüdweſtliche Schweiz, über Savoyen u
das Gebiet von Nizza, fu daß das Franzöſiſche in⸗
nerhalb Europa für etwa 39 Mill. tie Mutter⸗
ſprache ifl. Hierzu lommen in Amerika Theile Ca⸗
nadas (etwa von 600,000 Einm.‘, Miſſouri u. Loui-⸗
fiana, mo e8 durch Coloniſten übergefichelte Mut⸗
teriprache filr bie Bevölleruug ift; ferner die Colo⸗
nien in Algier, die franzöſiſchen Beſitzungen am
Senegal, die Inſeln Bourbon u. Mauritius, wei⸗
tee Guadeleupe u. Martinique in Weſtindien,
Cavenne in Gitiaua ꝛc., mo es theils ala Mutter⸗
ſprache, theils als amtliche Sprache von etwa 1}
Mill. Menſchen geiprechen wirt. Die Negerbevöl⸗
kerung auf Haiti bat fih aus dem Franzöſiſchen,
weldyes nur von Wenigen rein geiprehen wird,
ein eigenes Jargon (Ilaitien) gebilter. Übrigens
war das Franzöfliche bereits im Mittelalter ale
Cenverfationtiprahe fehr beliebt u. verbreitet,
wozu namentlich neben Den politiſchen Verbält⸗
nifjen ſchon ibre frübzeitige (feit dem 10. Jahrh.)
u. reiche litcrariihe Sulmr beitrugen. Sie war
Hofiprache in England u. Schottlaud, kam Durch
tie Normandie nach Eicilien u. Apulien, war tie
Sauptverlehreiprade im Orient u. murbe durch
tie Kreuzfahrer nach Conftantinepel gebracht. Im
den leuten Jahrhunderten des Mittelalters war fie
ſelbſt an deutſchen Höfen fehr beliebt, uw. ift noch
negenmärtig (feit etwa 1735) Die Sprade ber
Diplomatie, fowie der Gebildeten aller Natie⸗
nen. Bgl. Allou, Essai sur l’univerralit$ de
la langue fruncaise. Bar. 1828.
Die älteſte Grammatik tes Neufrauzöſiſchen
fieferte der Engländer Palsgrave im Esclarcisse-
ment de la langue françoyse, Lend. 1530, new
berausgeg. ven Genin, Par. 1556; ıvyl. Wilder
muth, Die drei älteften ſüd⸗ u. nordfranuzöſiſchen
$tym. de lu langue wallone, eb. | rammnatifen, Tüb. 1557); in Frantreich jeitit er⸗
. Daran fchließen fi neh als | ihien Die In linguam Crallicam isagore (Pur.
wiltiprache, Der Dialekt von Ber-
(ugic; u. das Canadiſche. Die
nittleren u. weltlichen Dialckte
uch bie Mundart der Auvergne,
der Vendee, vom Bas-Hreton
° Bretagne, ber von Berri u. von
egen gebören zur Gruppe ber dit»
er von ter Franche⸗Cemte mit feie
dem Balois u. Neufchateleis; der
fen. 4. Rufl. VI.
1531) von Jacques Dubeis, genannt Zolving,
welche in fateiniiher Sprache u. ganz nad Ten
Muſier Der lateiniſchen Grammiatik abgefußt iſt.
Dieſem ſelgten in äbnlicher Leiſe Louis Meigret
(1545), Florimond (15333, Gt Delet (15939:, Rar
mus (1562) u. A., Die zum Tbeil auch orthogra⸗
phiſche Neuerungen anſtrebten, welche jedoch auf
mißverſtandenen phonelichen Grundſätzen beruhen,
Mit der Auoſprache beſchäitigten ſich Schriften von
42
ei de Fe
meiſte Verbreitung
bie KR eh u er ir
ala 1853),
u. vor * hi
—
——— eben,
e nennensiwerth rterbud ber
8. 8 — Robert Etienne Ka 1538), welches
von Jacques be Puys vermehrt ———
wurde (1564 u, 1594) ; eine durch die Marineaus-
drüe bereicherte Ausgabe wurde von Jean Nicot
(1600 N) agree Eu balb ben e jeibit
verdraͤngte, jo da Werte dieſer Art Überhaupt ER
@ 1}
mern 2** des diet
Sud ir In si |
= n wiſſenſcha gen Feen |
.
. 3349
langue francais u. Diet. des
frangaises, 1808 u. 1828); ©. 9
' gie ou vocabulaire des mots n
1801, 2 Bbe.) ꝛc. Die neueften le
ber Franz ofen find Poitevins Nor
naire EHER de la gangoe f
IE
= a hen W ln
Seller. Die franzöftihen Spnon
| ne rg
I |
| (Dienöh. EN hr A
1558). Blos * —— 3
—* nage (Par. 16
(1655), D * (1682, 1688), 9
Roguefort (Diet. etymol. de Ia la
18320, 2 Bbe.), u. Garpent
frungaise, 1831, 2 Bbe.), Cbar
Haufdilb (Epj. 1343); ein
atges Wörterbuch bat €. Pittrd m’
18 Begrünter ber en ’
le un Me S.,
zöſiſch » romanischen Philol ’
gauge von Koquclortm. ——
. enupöfiiches Stich bis Wraternie
(f. d) zu Betrachten, teflen Werle er
Decennium in ferantzeich Die verdiente
nertennung gefunten u. dort ebenfalls
Schule augebahrıt haben, Derielben
Littre noch an, Der obenermähnte
er Delatre (I.a langue fr. dans nes
e le Sanscrit et les autres lan-
uropiennes, Par. 1854, Bb. 1) u,
Iations philolopiques, ebd. 1856,
36 Altfranyöftiche insbelondere mach⸗
ent als Grammatiker Raynouard,
Zrelli, als Lerxilegraphen Roquefort,
udean, Mahn, vor allem aber in bei⸗
ſen Burguy in Grammaire de la
(Berl. 1853 — 1857, 3 Bde.). Mit
yen Richtung in ber Sprecdhiorihung
3 ftebt der rege Sifer, mit welchem
er kaiſerlichen Regierung in jüngfter
nzöflichen, fowie bie älteren neufran⸗
itnurwerle berausgegeben u. bie Dia⸗
etrieben wirb.
ber Stich, ein balber Kreuzſich,
‚ber einen gaben gebt.
Je Zuppe, jo v. w. Wurzelfuppe.
er Zbaler, fo v. w. Yaubrbaler.
zes Theater, ſ. u. Franzöfiſche Lie
bed Tbürſchloß, f. n. Schloß.
je Wage, fo v. w. Schrotwage.
ne, fo v. w. Kranzmeine.
N Batholifche Kirche, ſ. Gallica⸗
hereformirte Kirche, ſ. u. Refor-
en, ımechte Perlen, ſ. u. Perlen.
lach (Sranzo ſiſcher Scharlach), bunl-
es bereiteter Scharlach.
er, ehemals deutſche Benennung bes
‚cu blanc.
sen, jo v. w. Buchweizen.
se, 1) alle in Frankreich erzengte
e Meine. Außer ben belannteften
Burgunder⸗, Cbampagner-,
‚ Montaubaner Weinen (1. d. a.)
be)dietanguedoc-, Charente⸗,
Anjour, Borderie-, Contat-
ans der Gegend von Avignon) u. bie
eine, überhaupt vie geringeren Sor⸗
en Weine u. bef. in Deutichland 8)
rten unter diefen F. Mit Schwefel
eißt ter %. Baſtard.
3, fo v. wm. Sarpi, Paul.
(v. fr.), 1) überrafben; 2) befrem-
raypant, auffallend, überraſchend.
F.), fo v. w. Biauchi 1).
f Barafange.
a, Borgebirg auf ter Weſtküſte ber
ers, [üblich am Self von Driftane.
1) Stabt in ter Comarca die Roma,
ſtlich von Rom u. mit dieſem durch
bunden; es liegt am Abhange tes Al-
in reizenter Gegenb n. ift geſchätzt
Aunben Luft, daher Sommeraufenthatt
vieler Fremden; feit 269 Ei eines
yeiftiiches Seminar, berübmte Billen
end, wie die V. Aldobrandini, Ta⸗
la. In ter Näbe liegt auch bie
rata, eine griechiſche Abtei, um 980
von Mönden gefiiftet, weiche wer ben Sarezenen
aus Sicilien flüchteten. Oberhalb 5. am Gebt
liegen bie Ruinen des als m (f. D.),
welches 1191 von den Römern zerfäfet wurde,
worauf Die Bewohner nabe der alten Stadt eine
neue, %., erbauten. Es wurde 3849 vom den Fran»
zofen beit. 8) Berühmtes fru⸗
ber Spielhaus in der Rue Richelieu in Paris.
Fradeo, Flüſſigleitamaß in Nie Janeiro, —
2,139 franzöfiiche Yiter.
Trafera (F. Walt. ), Bllenyengattung, benamut
nach ben: Englänber Charles Yeafer (der mit Yır-
deren »Neuholland bereifte), aus ter Familie ber
(sentianeae verne, 4. Claſſe 1. Oybnung L.; merl⸗
würbige Art: F. Walteri, ſpamenhoch, äſti
an ſumpfigen Orten in Carolina, Birginien; d
Inollige Wurzel (Raclix fraserne) wird in Ame⸗
rila als toniſches, fieberwitriges Mittel gebraucht,
foınmt als falſche, od. Ameriſaniſche Columbo
(Kolumbo von Mariette), auch bäuftg vermifcht
ınit der echten Columbo, ber fie fehr ähnlich fiebt
u. fehınedt, vor.
Sraferburgs (for. Freſerborro, Urajerberongh),
Martıfieden an ber Nordſee, in der ſchottiſchen
Gratihaft Aberdeen; Hafen, lebhafte Kiicherei, bef.
Grönlandsiabrer, Gijenlager; 3200 &w.; in ber
Nähe Borgebirg Kinnaird Head mit Schloß.
raferfiuß u. Fraſerſee, jo v. w. Frazer.
raſinetto⸗di⸗ Po, Markıfieden am Bo u.
Hauptort des gleichnamigen Amtes in ber ſardi⸗
niſchen Provinz Kafale; Getreide» u. Flachoban;
2100 Em.
Frasſned (ſpr. Frahn), 1) (8.109: Buiffenal),
Marttfleden im Bezirk Ath, der Provinz Hennegan
(Belgien); 3950 Ew.; fertigt Spitzen, Leinwand,
Tuch nu. Strümpfe; Philharmoniſche u. Literariſche
Geſellſchaft; Trümmer des — Desemot⸗
tes, Auſenthalt Kaiſer Karls V. Bier 15. Juni
1815 Gefecht zwiſchen Preußen n. Franzoſen. 2) 9.-
In): Goſſelies, Dorf im Bezirk Charleroi derſelben
Provinz; 1930 Em.
Fraffine, Fluß in ber venetienifcen Provimg
Vicenza; entſteht durch Vereinigung ber Brentella
u. ®na u. heizt Fiume Nuovo bie Cologna, wo
er ſchifibar wird, ſich oſtwärts wendet bis Ele m.
ten Namen 5. erhält; bei Eſte theilt er fi im 2
Arme: einen fürlihen, Kanal Santa Catta⸗
rina, welcher fi mit ben Kanal Gorzone ver
einigt: u. einen Öftlihen, ber erfi Eſte⸗Kanal,
von Monfelice an aber auh Monfelice-Ranal
beißt u. fih mit bem Cagnola⸗Kanal bei Battaglia
vereinigt.
Fa montag, a
raſſo, Marktflecken im Diftrict Cafertz ber
neapolitan. Proving Terra bi Lavoro; 1000 Em.
Frat, fo v. mw. Euphrat.
Fratelli (Adelphi, Brüder), Meine griechiiche
Inſeln im Ayiichen Meere, in ber Nähe ver Inſel
Droni, gehören zur Momardie Eubba (Regre-
ponte).
Frater (fat.), 1) Bruder, |. Geſchwiſter; 2) ba
ten Römern der Liebling eines Bäderaften; 3) jebes
Mitjlied eines Ritterordens; 4) jeber Mönd, ber
nicht Geiſtlicher ift . Fratres) ;5) in Italien u. Spa⸗
nien al® Fıa tie allgemeine Bezeichnung ter Vettel»
mönde zur Untericheibung von ben anderen Orben.
Fratercũla (F. Briss.. Mormon Cur.), Uns
tergattung ber Gattung Aut (Alen I. ), Seepapa-
ur ‚Tat.), brübe
— 5 2): Brüder
an einander: rat
von Bufare Bier — 1854
Arritzegarbe unter
— in ber Reli * u. je Lebens
———
* 130
een er nanıte |
u. den Statthals
von 12 ⸗
lichen Berfonen, * e bie flei ewordenen =
—— fl Be
g Johannis
412 Söhne: (als die 12 Sterne ber eig
frau) gebären jollten, mit ——
wollte, Gine Zeitlang trieb e “ Frantreich
umber u. fam von da 1850 nad)
Fratres (lat.), Gelbe, (Fre here
Ku), Preires arvales, £ Arvales
* 35 ſo v. w. "Dienende — F. com-
zmissi E. converat), bie Saienbrũbet bei ben Humi-
Slaten, —— F. PD gan Mitglieder ber
le». w. Fratres
—
spirituales, ——— Monche aus auberen
ihres Safe in a Kor
fer; F. materl «F. spisttualen),. in
‚»». — and
Ieute, weldhe 16 einem Möncsorden einverleibten
n. durch —— au Kiöfter ıc. das Recht der
ann — Eau Werlen bes DOrbens,
Seide Der eb "ht rar Meike: —— ®
caleudarim,
5: w. Bar
o
Krembrüter. . —5 zu —
€ r der
lichen Lehre. F. miszrl, fo v. w. Arme Brüber.
pentifices, — w. Brüchenbrud rn.
et Borores liböri sp pan⸗
Apeiftifchemipftifihe Gecte des 13. Seh irienn, van |
felben Lehren u —— wie Almarich v. Leona
Hatten u. kurz nach deifen Tode in verſchiedenen
———— u, ber Nicberlaube auftra⸗
n. Sie
frei m. flig urache, ‚Daher Wica Mi
Eie
unter Boimenem sagen Di
ertäfen |
enampten firh bavon, —
here zatz fe.
Irale ru t. LI 0
= u
gerte fich fo, daß fie Biden 1314
fieem von Beziers m. Narbenne dee
IE —— in&äpd
au en u. Spiritwalen ı
Nein von ber Inquifitiom — To
| Gefängniß verurtheilt. Seit ber]
| Sabrb. verſchwinden Pe. =
Fratta, ı up im i
Venedig; entftebt als Tonga in de
cenza bei Montebelle,, dank ü
Badna, führt in einer erleitung
tarinafanal, bildet den Kanal Gorze
in bie Prenta; 2) Marktfleden ebd
fatal, im Diſtriete Lendinara ber Br
2700 'Ew.; 3) an ber!
. | tömijcdhen "Delegation Berusia; 11 17
8; maggiore, |pr. 5. matjchore), Diar
| Lich bei Neapel; ar |
Seilerwwaaren; 6000 Em
kung, gm
ſamm üd
— —
die ie ———
FT 3 ——
Heinrich Woligang, geb. 1694 in
e in Halle ie, wurbe 1721
met, 1723 Blarrer in Marbach u.
homaołirche in Exrjuxt; 1738 kam er
er Philojophie au bie dortige Uni⸗
ve 1744 Kirchen- u. Couſiſtorialrath
rintenbent von Koburg; er R. 1757
dem Namen Sincerus Evan-
hriftmäßige Prüfung des xömiid-
wbegrifis, Sranlf. 1724; Sieg ber
Bahrheit, Jena 1725; Pyrographia
37; er gab auc bie Erjurter Bibel
7 in L-uart heraus,
fon weiblichen Geſchlechte, |. Weib;
u. Ehe
‚mliealp), ein mit Gletſchern be⸗
! am Lfchinenfee im Berner Ober-
utigen; 10,900 Fuß hoch.
en, 1) Amt im Schweizercanton
zeformirte Ew., welche ſich von
iehzucht nähren; 2) Amtsort, an⸗
—* 525 Ew. Hier 1375
g der Berner über de Conci, Gra⸗
16; im Sranzöfifchen Revolutions⸗
ãrz 1797 Niederlage ber Schweizer
‚ofen.
(o. Iat.), betrügen, Bintergeben;
z, der fih einer Fraus (10) od.
s (Bevortheilung, Betrügerer) ſchul⸗
'; Braubülent, betrügeriſch; draudũ ·
t.
(Knat.) , Saphena, |. u. Schentel-
ah, Dorf am Einfluß der Aurach
im Landgerich Erlangen des baier⸗
dittelfranlen; Brauereien, Tabakls⸗
sit Milch, Butter, Eiern ꝛc.; 700
ier Dominicanerllofler, 1275 von
Bründlach geftiftet, 1550 fäcularifirt.
3,1) Herrichaft im reife Budweis
M. mit 15,200 Ew.; darin 2)
a der Moltau u. bem 2567 Fuß
zg, worauf ein fitrftlich ſchwarzen⸗
»ß ſteht; 2000 Ew.; 3) (Pfrauen-
mberg), Marktfleden im Bejirk
eiſes Eger (Böhmen), Blechfabrila-
m, Dammerwerfe; 1000 Ew. Das
vbe im Dreißigjährigen Kriege ver-
: Schweben belagert, 1742 erſt nach
ung von dem Fürften von Loblowitz
'44 von ben Preußen bejegt, aber
Karl von Lothringen wieder ge-
itadelle von Würzburg; 5) Berg
ehemaligem Benedictuuer-, nach⸗
ınerflofler u. Gartenanlagen, welche
Bergnügungen dienen; 6) fo v. w.
Froh, it Galium verum.
‚3) Alchemilla vulgaris; 2) Teu-
pdrys.
me, it Anagallis arvensis.
tungen, Dartıfleden an ber Werra,
jürstıich bei Salzungen, Tabake⸗
See; 630 Ew. Chemals ein Augu-
lofer; Kaijer Heinrich IV. hielt ji
t, weshalb ter Ort auch Könige⸗
kannt worden ift.
‚jo. 0. w. Unheſchuhte Carmeliter.
Stadt an ber Milinkungn ber
Baube in bas Kite Hafl, im Kreije Braundbeug
bes preubiihen Regiexungeberirle —
Domfiift u. Sitz bes Biſchofs won Ermeland,
dem Dome das Grab bes 1543 hier verßorbenen
Nu. Copernicus, Holyital, Zuchtwebetei, Gerberei,
Handel mit Sara, Federn, Hol; 2250 w. m
wurbe 1297 vom Bicof Heberic I. vom Ermelanb
gegründet; 1455 wurde das Schloß, weil ſich das
Kapitel ben Deutihen Orden unterworfen ˖batte,
von den Danzigern erobert, 'u. 1461 u. 1462 beie-
gerten bie Deutichen Ritter vergebens Die Stabi.
Frauenchiemſee, Iniel bes Chiemſee in Ober-
baiern, mit einem Benedietinerinnenkloſter, ueben
dem ein Fiſcherdörſchen mit 170 Ew. liege
Frauendiſtel, I) Carduus Marianus; 2)
Onppordon Acantlıium. W
Frauendorf, Dorj im baierſchen Kreiſe Nieder⸗
baiern, unweit der Donau, ber Stadt Bilthofen
gegenüber; anſehnliche Pflanzungen.
aueneis (Min.), fo v. w. Ovpe.
uenfeld, 1) Bezirk im —*— ercanton
Thurgau, ebenes, zum Theil bügeliges. mit
mildem Klima u. bedeutendem Gekreide⸗, Wein⸗ m.
Obſiban; 13,300 meiſt reformirte Ew., gerfäßt in
4 Kreiſe; 2) Hauptſtadt bes Cantons Thurgau m.
bes Bezirle F. an der Murg, altes Schloß, ehemals
Sitz ber thurgauiſchen Landvögte, Rathhaus,
Staatslanzlei, Zeughaus, Wollen⸗Baumwollen⸗
lache u. Seidenſpinuerei u. Weberei, Poß⸗ u.
grapbenbureau; 1800 Ew. — F. lam nad
dem Abſterben ber Grafen, von F. an bie Grafen
von Kyburg u. dann an üfterreich, wurde 1460
von den Eitgenofien genommen u. ihnen 1461 im
Koftniger Frieden gelafien. Seit 1712 wurden bier
bie Zagiohungen gebalten; 1799 fanb im ber Nähe
ein Gejecht zwiſchen Oſterreichern u. ramgofen ſtatt.
nenfeſte, jo v. w. Warienfefte.
auenfingerkraut, iſt Lotus corniculatus.
auenfiſch, jo v. w. Orf.
uenflachs, iſt Linaria vulgaris.
auengeld, ſo v. w. Bauernmiethe.
nengerade, |. u. Gerade.
rauenglas, 1) jo v. w. Gyp6; 2) Ruſſi⸗
ſches F., Glimmer aus Sibirien.
Frauengüter, das Vermögen, welches eine
Frau ihrem Manne in die She mitbringt od. wäh-
rend ter Ehe erwirbt, f. Dos, ,
Yrauenhaar, 1) Schwarzes %., Asplenium
Adıantum; 2) Sanadijches f., Adiantum pe-
datum; 8) Wahres F. (Herba capilli Vene-
ris, Adiantum capillus Veneris), in ben Fugen
ber Mauern u. in Selienrigen, in Südfrankreich,
Italien u. ber Schweiz häufig, füßlich, zufanımen-
— bitterlich, nicht nnangenehn fchmedend, zu
reitung des Syrop capillaire bennst; 4) fo v.
w. Flachsſeide, ſ. u. Cuscuta.
18 us, im Mittelalter fo v. w. Berbell.
rauenbofen, (Alt-u.Neufrauenboien),
2 Dörjer im Landgericht Bilsbiburg im beieriichen
Kreije Nieberbaiern, mit 1000 u. 800 Gr.; ſonſt
Reichsherrſchaft, erfteres mit dem Stannnicdhloß der
Freiherren von F.
Brauenfofera (F. Mart.). Pflanzengattung
aus der Familie ter Celastrinene - Elaeoden-
dreae; Art: F. muluflora in Brafilien.
Frauenkirche, Benennung einer ber Mutter
Ghrißi geweihten Kirche.
Kauentiihen vie Ftaunbofer
Yrauenlirden, Martifieden im reife Wielel- ! Opfer u. zur Unterſtiltzung von ®
burg der Berwaltungsgebiete® Odenburg (Ungarn) ;
. Kraneisfamerflöfier , Ufahrtstirche, Synagoge;
2350 Ew.. wovon 800 Juden.
uentlofter, fo v. w. Ronnenflofler. .
i auenkraukheiten, diejenigen Krankheiten,
welde ben Geichlehtsapparat ber Frauen betref-
fen od. mit den geichlechtlichen Functionen in ir-
gend welcher Beziehung Reken. Bgl. Scanzeni,
Lehrbuch der Krankheiten ber weiblichen Sernaf-
organe, Wien 1857.
Breneniehn fo v. w. Kunlellehn.
auenlod, |. Heinrich von Meißen.
nenmantel, if Alchemilla vulgaris.
rauenmark, Marktflecken, fo v. w. Bath 3).
auenmtinge, it Balsamita mnjor.
tauuennabel, ift Cotyledon unbilicus.
nenprießnis, Dorf im Amte Bürgel bes
weimariihen Kreifes Weimar; großberzogliches
S. loß, ehemaliges iftercienier- Ronnenllofter,
welches jetst Kammergut ift, in ber Kirche bie
Gruft der Schenken von Tautenburg ; 570 Ew.
Frauenſchiff, das nördliche Seitenſchiff einer
Kirche
Frauenſchuh, 1) Cypripedium calceolus;
8) in der Baukunſt bie der Blüthe dieſer Pflanze
äbnliche gothifche Giebelblume, auch eine Art des
Sielsrüdens, wenn die Spitze nach vorn überhängt,
ähnlich der Soble eines Schnabelichubes.
Srauenfee, Bfarrborf im Amte Ziefenort
(Kraienberg) des weimariſchen Kreiſes Kifenach,
font heſſiſches Amt u. bie 1815 Amtefig; 400 Ew.
In der Nähe Heine Seen , worunter der Hautfee
"mit einer ſchwimmenden Inſel.
graue ommer , |. Alter Weiberfommer.
ranemtpiegel, 1) Hedysarum Onobrychis;
2) (’ampanula Speculum.
Frauenftädtl, Stadt, fo v. w. Bergfäbtl.
Frauenftein, 1) Gerichtsamt im königlich ſäch⸗
fiiben Kreife Dresden, mit 12,800 Ew.; 2) Amts-
u. Bergſtadt darin, Schloß, Burgrninen, Super-
intendentur, Weberei, Garnhandel; 1300 Ew. —
Kaifer Heinrich I. fette hierher kaiferliche Voigte,
die jeit dem 12. Jahrh. erblich wurden; im 14.
Jahrh. lam F. an die Burggrafen von Meißen,
biefe verlauften es 1440 an Kurfürft Friedrich den
Sanften von Sadhien, der 1173 Schloß u. Stabt
an die von Schönberg Überließ, von denen es 1647
durh Kauf an den Kurfürften Johann Georg I.
von Sachſen kam. Seitdem ift %. Dontaine. Bom
14.—16. Jahrh. trieb die Stadt ergichigen Berg-
bau; 1534 brannte fie zugleich mit der Kirche u.
1728 mir Kirche u. beiden Schlöſſern ab; das alte
Schloß blieb Ruine, Das neue wurde 1783 wieder
aufgebaut, u. 1814 nochmale ausgebranmt, murbe
es 1817 wieder bergeftellt. Vgl. Bahn, rer Chro-
nit, Dresd. 1748.
Frauenftift, Anftalt zur Aufnahme regulirter
ob. weitiiher Shorirauen.
Brauentug, I) ein Marienfeft überhaupt; 2)
kef. Mariã Heimſuchung.
Frauenthal, 1) Herrſchaft im ſteyerſchen Kreife
Gratz, bei St. Florian; 2) Schloß u Dorf an ber
Yaßuig, kaiſerliche Meſſing- u. Drahthütte, Alaun⸗
ſiederei; 300 Ew.
Frauenveilchen, iſt Flerperis matronalis.
Frauenvereine, Vereine, die bei. in den Kriegt⸗
jahren 1809—15 zum Ginfanımeln vaterländiſcher
zu fonfiigen wobtıbätigen Iwedcen a
der gebilteten Stände in Deuricle
traten. Der erfte mar ter Biene
Spitze bie Fürſtin Lobkowitz trat: ih
in Schlefien n. in ganz Breußen ('
Prinzeffin Wilhelm von Brenken
ganz Deutſchland ähnliche. Die r
jetst beſtehenden F. finb Unterftäs:
bälfebebürftige Perfonen des weibl
u. wirfen bef. in den fällen, wo m
den Armengeſetzen weder ter Sta
meinde ausreichend helfen Täune:
Zeit wibmeten fie fih auch der ch
u. Krankenpflege (vgl. Diakoniſſen⸗
teten Anftalten fiir Arme u. für.
menbeihäftigungsanflaften für alt
Perſonen u. Arbeitsichulen für Mi
milier, um dem Beutelrmeien Einb,
der Biltung weiblicher Dienftbote
Frauen⸗Wöoͤrth, fo v. w. Fras
Frauenzell, Pfarrdorf im La
bes baierſchen Kreifes Oberpfalz
530 Ew. früher Benchictinerabt
boten.
Frauenzins, ſ. u. Bauernmietl
Fraͤulein, 1) eine junge Perſor
ſchlechte, beſ. 8) wenn fie erwachſer
u. von guter Ablunft, bei. 3) von
Sräuleingereitigkeit, was einer hi
abeligen Wittwe von Der Erbichafi
zulommt, Mußtheil, Leibgedinge
Stift für abelige unverbeiratbere |
dem wurden auch fürftliche TAd
welche jet Prinzeſfinnen heißen;
feuer noch im Staaterecht fo v. w.
Fraulein von Rumidien, Be
midiſche Jungfer (Grus virgo\, ſ.
Fraunberg, altes, ſeit 1855
Geſchlecht in Altbaiern, wo da
Fraunberg liegt; gehörte mit tı
law, Strundeck u. Meltingen yı
rittern bes beiligen römiſchen R
1630 in ten Reihsfreiberrenitand e
berr Maria Nepomuf Iofer
1786 auf Schloß Fraunberg; ut
burg Theologie, wurde 1731 Br:
u. Dekan zu Cham; nach Der Auf.
ſchen Stifte ging er al® baierſcher
Ron, mo er in ben Bertadt
Illuminatenorden in Serkintung
darauf wurde er vom König I
Baier mit ber oberften Leitung
Stubienwefens betraut, 1802 yı
Augsburg u. 1921 zum Erzbiiche
ewählt; er fl. 17. Jan. 1542. D
—*8 war 2) Freiherr Adelpb
verſtorbenen Freiherrn Kranz Paul
feit 1835 mit Maria Anna geb. D
er fl. 7. Ang. 1858 in München.
Sraundofer, Iofepb von F
1787 zu Straubing in Baiern, trie
wert feines Vaters, eines Glaſer
einem Dredeler u. Bann zu einem
Miinchen in die Lehre, murte ber
—— Hauſe verſchuttet, jeher
olge deſſen dem König Mar Ich
Teangheiten bis Trayſſinens
bien. Eine ihm von dieſem gereährie Geld⸗
ung wendete er zum Anlauf einer @las-
ine an. eine optiſchen Gläſer ermiefen
üb fe vorzũglich, daß er, als die Prefeſſoren
gu. von Ugichneiter mir Reichenbach u. Lieb-
n München u. Venetictbeuern 1806 eine Ge⸗
ft zur Fertigung opriſcher Inftrumente er⸗
im, als techniſcher Director der Fabrik anuge⸗
mirte. Bald machte er neue mechaniſche Er⸗
u. wurte 1509 ale Theilnebmer au der
an Benetictbeuern angenemmen.
zun eine trefflihe Polirmaſchine für eptiſche
5 erhielt 1811 auch tie Elaeſchmelzerarbeiten
jeine Aufficht, brachte eine Art Flintglas ber-
ER Tem and) Lie unterften Schichten daſſelbe
Bgövermägen hatten, mie die oberften, berei-
I Gremnyias, beifer als Tas engliſche, u.
Bellfommenften achromatiſchen Kernrähre.
Reichenbach aus ter Geſellichaft, u. F.
Oberleitung tes ſeit 1519 nach München
Geſchäfte. 1023 wurde er Conſervator
Ralifchen Cabinets u. 1824 geadelt; er fi.
#826. Ecine Juftrumente, vorzüglich fein
2, fein Ringmifronteter, finb durch ganz
reitet. Einer feiner ſchönfſten —22—
m Rieſenrefractor für Dorpat, ven
e Fuß Länge u. von 9 Bar. Zoll im Ob⸗
BWeite; tericibe vergrößert im Durch⸗
50umal, im Flächeninhalt 40,000 kie
Bel um. wiegt mit dem Stativ 3000 Pfund,
# 10060 Pfund Meſfing, 450 Pfund Gifen,
Bliei, das Übrige Holz iſt. Er übertrifft
elſchen u. Schröterſchen Spiegelteleſtepe
hqleit u. Bequemlichleit Dir Handbabung.
æbat F⸗s Inſtitut, das gegenwärtig ven
Mabiler geleitet wird, noch größere Re⸗
| iefert, unter benen namentlich der für
ie bei Petersburgen. der für Cambritge in
erita, jeder mit li par. Zoll (15 englifche
aung n. 21 Ruß Breunweite, berühmt
it dem letzteren wurde 1547 bie zweite
ond entdedt. F. rerdankt man auch bie
Beebachtungqgeu. Beſchreibung ber dun⸗
im Sonnenſpectrum, etwa 600 an ber
denen allerdinge einige Jahre zuror 1802
bereits Lie drei breiteſten bemertt batte;
raher auch von F., ter fie jedenfalls
entbedte, ibren Namen (Braunbefers
Mit Benugung terjciven bat F. bie
Beobachtungen fiber die Brechunggs⸗
verſchiedener Stoffe, namentlich Gias⸗
ft. (Schriften Der Münchner Alade⸗
1815).
ten, fo v. w. Fronleiten.
6, Martıflecen ter reußiſchen Herr-
k, flarke Brummollipinnerei; 1250 Em.
Alat.), Betrug, f.d., vgl. Dolus. Als
ou fo v. m. Apate. Frans legis, jede
a des Geſetzes durch täufchente ob. Schein»
m, d. 5. ſolche, bie zwar ihrer Abſicht u.
hatte nach unter ein beſtimmtes Geſetz
a, ihrer äußeren Erſcheinung (der ge
wu) nach aber nicht darunter begriffen
wu TI als eine Rechtohandlung anderer
en. Das finulirie Geſchäft kann nie
15 06 das urfprünglicy beabfichtigte gilt,
muutt eb, was das Belek, meiche® umgangen
Bei derartigen Umgebungen vorichreibt.
663
Frauftadt (yolu. Wschowa), 1) Rreis bee
preußifhen Regierungsbezirte Poſen u. Prouig
Poſen, von der Chra durchfloſſen;: if eben 1. fa
bewaldet, fantig mit viel Bruch, die Induſtrie RM
gering, Hauptmahrungszweige Aderbad u. Bieh⸗
ucht; 2) Kreisftatt bafelbfi au Der Eiſenbahn von
olen nah Groß⸗Glogau, unweit der ſchleſi
Grenze, beſteht aus ber Alt- u. Neuſtadt; Bat 3
tatboliihe u. 1 evangelifhe Kirche, Realſchule,
Hülfsſeminar, Anftalt für vermahrlofle Kinder,
Waiſenbaus, Fabrikation von Tuch, Leinwand,
Cichorien, Leder, Getreide⸗, Vieh⸗ u. Wollmärkte;
6250 Em. — Die BSrauftädter Mark (Liemin
Wechowska), werin F. lag, gebörte früher zum
Herzogtbum Schlefien u. wurde erft in der Nitte des
14. Zahrh. Pelen einverleibt. Das Land bebielt
eigene Vorrechte nu. eigene Verwaltung, deflen
Cherbaupt ber Yanbeelämmerer war, der alß jol-
cher auf den Reichstagen bei. Si u. Stimme hatte.
Die Stadt F. wurde 1630 durch viele hierher ge-
zogene Proteftanten jebr vergrößert. Bier im Nor⸗
Bifpen Kriege anı 33. Aug. 1706 Sieg der Schwe⸗
den unter Nenſtjdld über tie Ruſſen u. Sachen
unter Schulenburg; 1716 wurde $. von den Polen
verwũſtet.
Fravitta, Flavius, etier Gothe; leitete, als die
Gothen von Theedoſius tem Großen in Thracien
angeſiedelt wurden, die friedliebende Partei der⸗
ſelben, tie größere, welche nach Unruhben trachtete,
ter ſtelze u. treuloſe Erinlf, welchen F. bei einem
Gafimable des Kaiiers töbtere. 401 wurbe F. Con⸗
ſul, diente dem Arcatius treu u. machte ſich beſ.
durch die Siege fiber Gainas berͤhmt.
rarinella, iſt Dietamus albus,
arinetus, Carlus, fo v. w. Freone.
rarinin, ver Keller in der Rinte von Fra»
xinus excelsior auigefundener Körper, deflen Zu»
fammeniegung noch unbekannt if. Die Rinde
reird mit Waſſer ausgeregen, ter Auszug mit Blei⸗
eſſig nefällt, aus der filtrirten Flüſſigkeit Das über-
ſchüjſige Blei durch Schwefelwaſſerſiſoff entfernt u.
bie vom Schmefelblei abfiltrirte Flüſſigkeit verdun⸗
tt. Zus 5. [heiter fih in großen verworrenen
Kroftallen aus, welche luftbeftantig find, fich Leiche
in Waffer u. Alkebol, fchwierig in Ather Idfen u.
intenjiv bitter ſchinecen.
Frarinus (F. L.), Pflanzgengattung aus ber
Familie ter Oleaceae-Fraxineae, 23. El. 2.
Ordn. Z., mit 3—Atbeiligem Kelche, 3—Atheiliger
Ylumenfrone od. es jeblen beide, Fruchtknoten
2fächerig, Fächer eineiig, Nuß flach zuſamm
bride, an ber Epige geflügelt, Bluthen viel
jmeibäufig; Arten: F. excelsior, F. ornun x. _
Frayles, les (ſpr. Te Kräbls), 1) Gruppe
Heiner Klippeninieln an der Sürtüfte von ©. De⸗
minge (Üeftintien); 2) Gruppe ber Garaibiichen
Inieln unter dem Winde, norddſtlich von ber Ya»
jet Dlargarita, zu Venezuela gebörig. .
Srayifinous (ipr. Grätinub) Denys be F.
geb. 9. Mai 1765 zu Qurieres im Departement
Aveyron, wurde unter Napoleon Geiftlicder in Bar
rio, danıı Sanonicus zu Notre Dame u. enblich
Pfarrer en der Kirche St. Sulpice u erhielt hier
als Prediger vielen Beifall ; doch wurde ihm 1809
das Predigen unteriagt, weil er, ein Royaliſt, zu
laut gegen die beftehenbe Einrichtung ſprach. Yıc
ber ernen Rüdlchr der Bourbons wurde F. por
titiicher Senjor, ging, ale Napoleon wietertehrte,
66 Frazerborongh
nach dem Departenient Aveyron, wurde nach der
zweiten Rudkehr ber Bourbons Mitglied der Com⸗
miffien für dem Öffentlichen Unterricht, erſter Al⸗
mofenter u. Hofprebiger des Könige, Biſchof in
artibus von Hermopolis, Graf u. Pair von
—** u. 1823 Großmeiſter ber Univerſität
aris; 1824 wurde er Miniſter ber, geiftlichen
Angelegenbeiten u. des öffentlichen Unterricht,
huldigte dem Obfeurantismus u. wurde einer der
eifrigften Beförderer des Jeſuitismus. Mit Bil⸗
Ile verlor auch er 1828 fein Portefeuille, erhielt
aber 1829 das Recht der Präfentation für Erzbie-
thümer, Bisthlimer u. a. dgl. Stellen. Im der
Julirevolution 1830 folgte er der königlichen Fa⸗
milie in die Verbannung u. verlor, da er ber neuen
Regierung den Eid nicht leiftete, feine Stellen u lei-
tete bis 1838 die Erziehung des Herzogs von Bor-
deaur. Dann fehrte er nah Frankreich zurüd,
Iebte zurlidgezogen u. fi. 12. Dec. 1641 in St.
Genits. Erſſchr.: Les vrais principes de l’E-
glise gallicane, Paris 1818; Defense du
Christianisme, Bar. 1825, 3 ®be.; Conferences
et discours inedits, Bar. 1842.
azerborough, fo v. m. Fraſerburgh.
azerd Fluß (Braferluß, Sragerd River, Ta⸗
eutſche⸗Teſſe, ſpr. Frebfers Fluß), Fluß der
zum Gebiet der Hubfonsbaicompagnie gehörigen
Colonie Neu-Ealedonien (Britiihes Nordamerika)
aus tem Great-Forf u. dem Stuartöfluß gebildet,
bie fih bei Fort George vereinigen; ber erftere
(auch ſchon F. genannt) entipringt aus dem in ber
Nähe der Quellen des Athabaska gelegenen Frazers
se (Sow-Dun od): vereinigt mit dem Stuartsfluß
u. mündet in den Stillen Ocean. Der obere Lauf ift
Hiffbar, im unteren Lauf ift bie Schifffahrt durch
tromfchnellen u. Kataralte unterbrochen u. be-
ginnt erft wieder 5 Meilen oberhalb jeiner Mün⸗
bung, dort auch für große Schiffe An feinen
Ufern wurden Anfang 1858 bebeutende Golblager
entdedt u. zogen fehr bald, namentlich aus Cali-
fornien, viele Goldſucher nach dieſer Gegend.
azil, Gewicht, jo v. w. Farcell.
ech, Ich. Georg, geb. 1790 in Kallenthal bei
Stuttgart; widmete fih der Mufil, wurde 1813
Lehrer am Schullehrerjeminar zu Eßlingen u. 1820
Drganift u. Muſildirector an ter Hauptlirche da⸗
ſelbſt. Er gab heraus: Geſänge u. Fieber, Orgel-,
Dor- u. Nachſpiele, Deutfche Mefie für Männer-
flimmen; das Vater Unfer von Mahlmann; Poly⸗
melia, Sammlung vierftinnmiger Lieder religiöfen
Inhalte, Stuttg. 1831—37, 2 Hefte, u. m. a.
Frechen, Dorf im preußifchen Kreife u. Negie-
rungsbezirk Köln; Poferebition, Tabriten für
Borzellan u. ig ence, Töpfereien, welche bie Fre
dener Krüge Iefern; in ber Umgegend Torf» u.
Geite Aday 2650 Em.
Frechheit, ſchamloſe Dreiftigkeit, welche bie
Verachtung ber Geſetze, des Anſtandes u. der guten
Sitten zur Schau trägt. Als Fehler der Geſiunnung
u. des Betragens ſpricht fie fi in Mienen, Ge⸗
berben u. Handlungen aus.
Frechilla, Stadt rechts am Baltejinate, in ber
Pauiſchen Provanz Palencia; Wollzeugrveberei,
Köälebereitung; 2009 Em.
Freckenhorſt, Stabt im Kreiſe Warendorf tes
preußiſchen Regierungsbezirks Pünſter, ehema⸗
—— adeliges —— Frãuleinſtift, Tuch⸗
fabrik; 150U Ew.
bie Freberidc
eckſen, eine Gans ſtopfen.
eddo, Fluß in der ſicilianiſchen
tania; fommt von Atna, fließt dur
Demona u. münbet in ben Golf di
Tredeburg, Statt an ber tem
Meſchede des preußiſchen ——
berg; Pottaſcheſiederei, Fabrilatien
ſchwamm; 830 Ew.
Fredeg r(Sholafticus), frãu
ſteller im 7. Jahrh., wahrſcheinlich
er ſchr.: Chronicon (Geſchichte ſei
Anhang des Gregor von Tours mehꝛ
auch Bafel 1568 u. 1610.
Fredegunde, aus nieberem Stan
fräulein bei Audowera, erſter Gemub
perichs I. von Neuftrien, Bald karı
liebte u. bewog enblidh ben König, I
zu verfioßen. Aber ohne fie zur Ge
men, verftieß er fie auch wieder,
weſtgothiſche Königstochter Galſwi
Bald gewann jedoch F. Chilperichs!
ließ nun Galſwinde erdroſſeln u. wu:
Chilperich zur Gemahlin u. Königin
Als Sigbert, um feine Schwägerin z3
Chilperih zog u. denfelben in Tm
ließ ihn 5. etmorden, jagte tie Bel:
Paris, bemächtigte fih hier Brunhil
tin Sigberts, u. ihrer Kinder, ſperrt
Klofter ein u. fchaffte ipäter ibre 3
li bei Seite. Nach Chilperichs €
war fie Vormünderin Lothars II.
Tode 597.
Fredelsloh, Dorf bei Eimbed,
ringen ber bannöverjchen Landdroß
bier ein 1137 vom Erzbiſchof Albrech
geftiftetes Auguftinerllofter, jetst äuic
1000 Ew.
Fredensborg (Frietenssurg), 7
niglidem Luſtſchloß am Gercmiee
deriksborg auf der däniſchen Iufel ©
Stedenwalde (Groß⸗F.). 9
Kreiſe Templin des —— Re⸗
Potsdam, an einigen Seen, Schloß:
Freder, Johann, geb. 1510 zu K
mern; war zuerft Pretiger in je
dann Dompfarrer in Hamburg, I
auf Rügen u. in Straliund u. e al
bent in Wismar 1562. F. iſt der frux
Kirchenliederdichter in niederdeutſcht
Frederica, Poſtort in der Graffd
Staates Georgia (Nordamerika).
—— fo v. w Fridericia.
rederick, 1) Graffſchaft im St
(Nordamerila), 37 OM.; Flũſſe: P
Monocacy- River, Catoctin⸗, Pipe»,
BennettsoGreels, Boten: hilzelig,
gie (South-Diountain, eine fertiet
Ridge), fruchtbar; Producte: Diaie,
‚Kartoffeln, Rindvieb, Schafe, Kupfe:
gan, Marmor, Kalt; die Baltimo:
dahn durchſchnueidet Die Grafichaft, d
Obiolanal berührt Die Meftgrenze de
40,987 Ew., worunter 3913 Sklave
8. Eity, unweit des Monccacn-Rirc
4 Banlen, 6 Zeitungen, Bantel, |
keit in Eifen, Wolle, Ihonmwaarca
zum Anſchluß an die Baltimerc- CH
090 Ew.; 2) Grafſchaft im Eıs
Frederickotewur bie Yecberiöfnerd
üffe: Opequan-, Gleeyy- u. Blad- |
en: bügelig, im W. gebirgig (North
die Graffchaft nimm einen Theil des
of Birgima ein u. ift eine ber geilins
tbarften u. def, angebanten bes gan⸗
; Brobducte: Mais, Weizen, Hafer,
Schweine; bie Darpers- Ferry- Win
bahn durchichneidet Die Grafſchaft;
irt; 1850 15,975 Ew., worunter 2249
Gträbtifcher Bezirk! mit Bokamt (Post-
a ber Srafihaft Montgomery bes
unfplvanien, am Perkiomen⸗Creek;
4) Stäbtiicher Bezirk (Town-hip) in
t Krox des Staates Ohio; 1000 Ew.
Stown (pr. Freberidstaun), 1) ſo v.
on; 8) Boftort in der Grafſchaft Knor
Ohio (Nordamerika), am Bernen- |
Sandusky⸗Newark⸗Ciſenbahn, Säge⸗
7 angelegt; 1200 Ew.; 83) Hauptort
it Madiſon des Staates Wiffouri; in
d Kupfer- u. Bleiminen; 600 Ew.
:on, Yauptftabt der Grafihaft York
vinz Neu» Braunfchweig (Britiichee
) u. Dauptflabt der ganzen Provinz,
ns-River; Kings College, 5 Kir⸗
iche Biblioihet, Want, 2 Zeitungen,
apfſchiffijahrt; 5000 Ew. Wurde 1850
euersbrunft größtentheils zerftört.
or, däniſche Goldmünze — 5 Thaler
Hendrik⸗Inſel, Inſel ſlidweſtlich von
u⸗Guinea (Weſtliches Polyneſien), von
die Marianenſtraße getrennt; anf ihr
9 Waifh, mit Lichten Urmäldern betedt.
rich (9. Oendrick), Schanze (auch
Fort, unter franzöfifher Herrichaft
Erial genannt) in Staate-Plandern,
Ablich von Middelburg.
bat, fo v. m. Frederitsbaab.
Bberg, 1) Flecken auf Seeland, weſt⸗
enhapen, mit 2000 Em.; unter beim
rich LV. im neueren italienischen Style
‚gel erbautes Schloß; der große Schloß⸗
mgliſchen Anlagen, bilder einen vielbe⸗
nügungsort Der Bewohner von Ko⸗
) Fort, welches im Verein mit dem
ſenhuus ben Hafen der Stabt Bergen
dertheidigt.
85 1) Amt im däniſchen Stifte
LDD., 45,0 0 Ew.; 2) (Hilleröd),
ıt6fig darin, an einem Meinen See, bat
in Gymuafium, eine Salpeter- u. eine
zfabrif; in dem See iſt das in gothie
erbaute königliche Luſtſchloß F., mit
Rirche, in welcher die Könige von Dä⸗
Int werden; bei dem Schloß 3.-Labe-
iche Stüterei; 8) Zeitung auf ber Injel
Fingange zum Hafen der fchwebijchen
Stodhoim; 4) Stadt am Golanafluß
; 1821 gegrünket.
Bburg, 1) die größte Stadt ter Graf-
ylvanız des Etaates Virginia (Nord-
m Rappahannockh⸗River u. an ber
Richmond - Eifenbabn; Handel mit
ehl u. Tabak; in der Umgegend Gra⸗
5 Kirchen, 2 Eeminarien, 2 Banken,
n; 4000 Ew.; 2) (Brichrigöburg),
x Grafſchaft Gillespie im Otaate Te⸗
a0, an. ber Straße weis Nen ⸗Vrauifeis nuach bein
Srautgebiete (unfpränglick won: Malıtzer Bereik
angelsgt,- In: netierer Zeit an die dentſche Colonifa⸗
tionsgefelfchaft für Tegas ın Biebrich abgetreten) ;
wurbe von dem Berein zum Schutze beutidher Car
wanberer in Texa6 gegründet; 600 Ew.; 3)
Sauptort ber Srafgalt Gallatin im Staate Fen⸗
tudy, am Obio-Riser, Tabalfabriten, 2 Kirchen,
in neuerer Zeit Warfamw genannt, 1000 Em.
Vreberilögabe, 1821 in ter Harkthaide ange-
legte Armencolonie bei Altona im bänifchen Herzog»
tbum Solftein; 150 Em.
Frederiksgave, Echloß auf ber bäniichen Inſel
ünen.
6 rederikshaab, däniſche Kolonie auf ber
SWeüfte von Grönland, Hafen u. 450 Em.
Frederikshald (Friebrichshall), Haupt
ſtadt des norwegiſchen Amts Smaalehnen im
Stift Chriſtiania, am Einfluß des Tiſtedals⸗Elf in
den Swineſund, Hafen, Zucerſiederei, Tabaks⸗
fabriken, Handel mit Eiſen u. Bretern; 7500 Ew.
Dabei außer mehreren Forts auf einem 350 F.
hoben Felſen die Feſiung Ireberilökteen, vor welcher
Karl XII am 11. Dechr. 1718 blieb. Hier Reiner-
ned Monument feit 1814.
Frederikshamn, 1) fonft Kreis im ruſſiſchen
Großfürſtenthum Yinnland; 36,% OM., 26,000
Ew.; 2) (funiih Hamine) Stadt im Gouverne-
ment Wiborg in Finnland, liegt auf einer Halb⸗
infel am Finniſchen Meerbufen, Gig eines luthe⸗
riſchen Conſiſtoriums, hat Zengbuns, Cadetteuſchule,
Kaſernen, Hafen am Finniſchen Meerbuſen m.
4000 Ew. — F. wurde 1727 von den Schweben
erbaut; 1742 branute es ab, wurde Anfang Auguſt
1759 von Guſtav IIF. von Schweden vergeblich
von ter Yande u. Seeſeite belagert, u. in feiner
Näbe erlitten bie Schweden am 24. Auguſt 1789
eine Seenieberlage. Am 15. Mat 1796 fiegten die
Schieeben war bie Rufen, aber die Feſtung
tonnten fie nicht erobern; bier am 17. Sept. 1809
Friede zwilhen Rußland u. Schweben; 6. Auguft
1921 große Fenerobruiſt, am 21. Juli 1855 wurde
F. von englischen Ariegeichiffen in Brand geſchoſſen.
Frederikshavn, Stadt am Kattegat im däni⸗
[hen Amte Hidrring in Jütland, bar 1300 Giw.,
treibt Fiſcherei, Aufternfang nm. Lootſengewerbe u.
ift der Überfabrtsort nach Yreteritsvärn in Nor-
wegen. Sein Hafen wird vertheidigt durch die Ci⸗
tabelle Fladſtrand.
Frederiksholm, ort, vertheidigt den Hafen
der normwegiihen Stadt Ehriftianjanp.
Frederiänagor, ber ehemalige dünifche Name
der Statt Serampur in der britiſch⸗oſtindiſchen
Bräfidentichaft Bengalen, warb 1945 von Däne-
mart an die Oftindische Compagnie verkauft
Wrederißäde, eine der 3 kleinen dä iſchen In⸗
fein, welche norböftlich von Bornholm liegen u. Den
gemeinichaftlichen Namen Erthelmen jühren.
Frederiksoord, Armencolonie iu ber nieder»
ländijchen Provinz Drenthe, an ber Grenze von
Dveryifel u. fyriesiand, 18918 angelegt von ber
Geſellſchaft der Wohlthätigkeit. In Verbindung
damit ſiehen die zwei audern Colonien Wilbelr
mineverd u. Willemooord, die Etrafloionie
Dminerihans, die Beiileranſtalten zu Weenbutgen
u. die Aderbauſchule zu Wateren. Die Besdikerung
dieſer jänımelichen, unier verfeiben Leituug ſtehenden
Anſtalten betrug im Jahte 1854 10,659 Seelen.
66
+ . Zreberilöftab bie Freetewu
Fredevikoſtad. 1) befefigte Stadt im Amt | 11080 Ew.; 5) Gtäbtifder Bent (T
Emwalehnen, Stift Chriftiania-in Norwegen, liegt
' an ter Mündung des Glommen, hat einen Hafen,
Nageifabrit, Handel mit Brettern u. 3500 Ew.;
2) ‘ Frietrichftabt.
Wreberiköfteen, Befung, f. u. Kreberilehalb.
Frederiläjund, Stadt im däniſchen Amte Fre⸗
derifsborg auf der Inſel Seeland, liegt am Roes⸗
füterfierd, Hafen, Getreidehandel u. 1800 Ew.
Frederikſvrärk, Marktfleden im däniſchen Amte
Frederiksberg auf der Inſel Seeland, liegt an
te Arreſce u. nahe am Sund, bat große Sehüt-
gießerei, Salpeter- u. Pulverfabriken; 700 Em.
Frederifövarn, Yeftung u. Kirchſpiel im Anite
Zarlsberg-Laurrig, Stift Aggerhuus (Rorwegen),
am Kingange des Laurvig⸗Fjord, unweit Laurvig;
hat Secakademie, Secheipital, Arnıenbaue, große
Baraden, Citadelle; Peſt⸗ u. Dampiichiiiverbiit-
dung mit Jütland; zähle mit ber Strandſielle
Stavärn 2225 Em.
Kredman, Pſeudonym von KM. Bellman.
Fredonia, Boftort in der Grafidait Chautauque
des Staates Nem-Port, 6 Kirchen, Abademie, Duelle
mit ausftrömendbem Kohleuwaſſerſtoffgas, das zur
Straßenbeleuchtung benugt wird.
Fredro, 1) Job. Mar. Graf F. von Ples⸗
zomice, geb. 1784 in Galizien, trat 1806 in Mi»
litärdienfle, wurde Abjutant des Prinzen Por
niatomijfi u. 1813 Oberſt u. Kommandeur eine®
franzäfiihen Chaſſeurregiments. Nah der Wie-
berherftelung Polei® wurde er Adjutant, banı
Major-Seneral des Kailers Alexander, trat ale
Hofmarſchall zu Warſchau in Kivilbienfte fiber,
wurde Mitglied des Berwaltungsrarbes, Gehülfe
des Diiniftere tes öffentlichen Unterrichs u. Cura⸗
tor der Univerfität Warſchau. In Folge der Reve⸗
Iution von 1830 trat er ins Privatichen zurüd.
Im Eommer 1840 zu Weimar von einem Erblag-
fluß getroffen, lebte er feittem in N 33a. F. überſetzte
ins Volniſche Mebreres aus dem Deutichen, Engli⸗
fchen u. Frauzöſiſcheu, aus Horaz u. fhr.: Balla-
den (bie erften berartigen Verſuche), tie Trauer
fpiele Videw, Harald, Vanda. 2) Graf Aleran-
der, Bruder des Vorigen, diente 1810 — 14 im
polniſchen Heere u. war zulett Hauptmann im Ge:
neralftabe des Kaiſers Napoleon; er lebt jetzt auf
feinen Gütern u. tft ebeufalls als Dichter bekanut;
namentlich gehört er zu den Repräſentanten Der
nationalen polniſch⸗dramatiſchen Yiteramur; jeine
Eäauipiele u. and. Gerichte find getrudt, Yennb.
3 Bde.
Fredum (Fredas, Wette, Gewedde), eine
Geldſtrafe, welche nach dem Älteren deutſchen
Strafrecht neben dein Wehrgelte (j. d) für ten
Terlegten oder deſſen Familie noch ala Sübne ter
begangenen Friedensbruches an ten Rönin od. den
Richter gezabıt werden mußte. Sie bilbere je
wiliermaßen beu Übergang von ben Compeſitionen
(f. D.) zu Den öffentlichen Strafen
Freedom (ipr. Friedom), 1) Städtiicher Bezirt
mit Roftanıt (Post-township) in der Grafichuit
aldo des Staates Maine (Nordamerika) 12000w.;
2) Siäduſcher Bezirk mit Roftanıt in der Grafſchaft
Cattaraugus des Staates diew Port, 1700 Ew.;
8) Feftori in der Grafſchaft Cattaraugus dev Siaa⸗
tes Peunſylvanien am Ohio⸗River, —B u.
iffebau; 4) Städiiſcher Bezirk mit Poſtant
in der Grafſchaft Vorige des Staates Ohio;
is der Greilhaft Wafbtenam bes States
1300 Cw; 6) Städriiher Bart mit
ber Grafſchaft Lafayette Des Etaates
1400 Ew
Ew.
Freeholb (Ipr. Kriebett), 1) Suatu
mit Boftamt (Bost-townshig) in te
Monmouth ded Staates Kew-Ierien:
2) PBoftort darin u. Hauptort der Oraflı
hen, Bant, Alatensie, 3 Zeitungen;
zum Anfchluß an die Cambden⸗Amber
s00 GEw. Hier am 28. Iumt 1776 &
ritaner iiber bie Briten; 3) Stäpdriidge
Poſtamt in der Gratichait Warren
Bennjylvanien: 1200 Ew.
Freeholders (engl , ipr. Frihelder
britanmien Die freien Yanbbefitger, bie,
ihren Gütern 40 Pid. Sterl. Abgabe
Recht baben, Parlamentsteputirte zu 1
Copyholders.
reeld:Cap (ſpr. Fribls⸗Cap), 8
Oſtküſte von Neufoundland.
Freemantle (ipr. Frimäntel), 1)
der engliſchen Colonie WAuftralien, a
bung des Schwanenfluſſes; gegenübt
Rotteneſt mit Leuchtthurm; 2) (Hi
aus der Waſhingtongruppe des Menden
Freeport (ipr. Srihport), 1) Grätı
mit Boftamt (Post-township) in N
Cumberland des Staates Maine (R
2800 &w.; 8) Poftort in ber Tomn
Buffalo ber Grafihaft Armſtrong
. Benniyivanien, am Allegbany-River
vania⸗Kaual; Wellmanufacturen;
3) Städtifcher Bezirk mit Poſtamt nt
Harriſon des Staates Chico; 1200 Ew
ort der Grafſchaft Stepbenfen im Ste
anı “Pelatonila-River, der Ebicage-G
kabıı u. dem Nordzweig der Ilineis-t
2000 Em.
Freeſoilers (engl., ſpr. Frihſeiler
mäuner), in den Vereinigten Staaten
einer fecialspolitiihen Reformpartei,
Staate Die unentgeltliche Abgabe der n
ten Sraataläudereien in der Weile x
jedem freien Wanne, ber Das Land mw
machen welle, 160 Acres verlieben mei
dem bulbigen fie tem Freibandel u. vı
idaflung der Banten u. aller inbirecı
Ben ihren Geguern merten fie au
im Staute New-Port, Scheunenverbre
burners) genannt, indem man ibr
einen Ereeß mebrerer ben Erbzins vi
randleute jchult gab.
Freiteue (ipr. Frihſton). Braffcbal
Zeas (Nortamerila), 49 OM.; Klüt
miver, Richland⸗ n. Buffalo-Creets;
fahre auf dem Lriniy- River; Hanptor
Freetowu Gpr. Zribiaun), 1) Da
Diſtricies Sierra Ycone auf der Mel
liegt an der Nordirite der Halbinſel S
bui 11,000 Ew. u. iſt rer Sitz tes €
alle. rin chen NWefigungen in Be
Zudiiider Beirt mic Roſtanit (Post
un te Granſchait Britel res Stautet I
MNeriamcıHta); 1700 Cw; 3, Ziäß.
ic Puſtamt in der Graiſchaft Worten
tes New Y)ort; 1400 (Em.
Rongafon bie Frhel
‚behauptete. "Se Üüberuahrk während. ber Frau⸗
w, (pchiihen m. venetlaniſchet Fahr⸗
erer Größe, hinten vieredig, mit einem
Mittelmaf. —
e, dreimaffiges Kriegeſchiff, mit einer
Batterie a. Kanonen anf Deck, wo⸗
ch von ber gebedten Torvette unterſchei⸗
Deck keine Batterie führt. Im Range
n. Stärte fommt ter F. nach den Linien⸗
var nach den Zmeibedern. Eie find ſcharf
um Schnellſegeln eingerichtet. Sie füh-
2 bie 60 Kanonen u. haben 125 bis
Beſatzung Dampf⸗Fregatten, mit
chinen verſebene Fregatten, ſind in neue⸗
mer Schraubenſchiffe (ſ. d.) Sie ſind in der
‚ Bemaftung u. Bauart den Segelfregat⸗
: glei, nur fänger u. fehärfer gebant,.
eufchaften , bie dem Körper eines Danı-
3 find, nach Möglichkeit mit jenem einee
6 zu verbinten. F. können aud in der
e verwendet merben, ohne Zweifel aber
Gattung Kriegeſchiffe die geeignetfie für
ſtark u. zugleich leichter gu mandoriren
ienichiff, dann tie F. jeden Dienf leiften.
6 Kauffabrerfregatten, bei. in der
ompagnie, bie ohne Batterien, aber Doch
regatten gebaut find. Sregatten-Gapitain,
ſtlieutenant in ben Kriegämarinen aller
ein Etabsofficier, welcher F. u. getedte
u commeanbiren befähigt ift. Sregatten-
in Frankreich u. Ofterreih eine See⸗
e, tie dem Gapitainlieutenant gleich
getten: Fäbnziih,, ber nnterfle Offiziere»
oſterreichiſchen Marine. Bregatten-Urst,
in der Marine, mit tem Rangg eines
16 in der Armee gleichbebeutend.
eninfel (Ile aur regatee), Heine
Sechellengruppe im Indiſchen Ocean;
ber leiste
nächtigen Corſaren.
vogel(Tachvpetes Vieill.), Gattung
: Belicane; — abwärts gebogen,
mit weit ausgeſchnittener winim⸗
lſehr lang, Schwanz gabelförmig; ne
ner, oft bis 400 Meil. vom Lande, fref>
he, zun anbern Bögeln den Raub ab,
48 Stoßtauder auf bie Seefiſche; aufs
ver laſſen fie fig gewöhnlich nicht, ſon⸗
—— auf Felſen u. hervorragende
;t: T.aquilus, (Carbo aquilus. Pele-
ılus L.), von Gantgröße, 12 5. ſpau⸗
rz, Schnabel u. Geſicht roth.
) Chriſtian Gottlob, geb. 1715 in
alde bei Oſchatz, wo fein Bater Pfarrer
e Kaufmann, etablirte ſich in Leipzig
Undete bafelbft Das noch jet beſtehende
ms Berge & Gomp.; bis 1764 hatte
nze in Pacht, mas ihm während des
igen Krieges mehrmals zur Flucht aus
igte; 1763 erbielt er den Titel als
b, wurbe Bitglieb des Stadtrathes u.
)Ebrikian Gottlob, zweiter Schu
1, geb. 1747 in Leipzig, trat nach ver⸗
leiten durch Frankreich, Italien u. Eng-
ale Compagnon in das väterliche Ge⸗
jes bei. durch feine Geſchäftslenntniß,
u. Thätigfeit die große Ausdehnung u
Stellung erhielt, die es noch bis jegt
ufluchtsort der in dieſer Ge⸗
zöfiſchen Revolutiop mehrerer Regstiationen ber
triegfiigrenden Mächte, war nach ber Schlacht von
Jena mit dem Derzog von Weimar u. Frei⸗
herr von Gagern bei ben vorläufigen Unter
bandiungen Sachſens mit Rapeleon thätig u.
wirfte heim Abſchluß bes Friedens in Pofen we⸗
ſentlich; 1907 w. 1810 Abernahm er zwei Anteiben
für Sachſen von 3 Millionen Thaler. Er be⸗
tbeiligte ſich weſentlich bei dem 1792 geflifteten
Arbeitshaus für Freiwillige w. geb den erſten Anlaß
zu der 1803 gegründeten Armenanſtalt im Leipzig;
er ft. 1816. 3) Chriſt. Gottl., ülteſter Sohn des
Rorigen, geb. 1778 in Leipzig, feit 1801 mit feinem
Schwager Chriſtian Adolf Mayer Theilneh-
mer am väterlichen Geſchäft, in welches ſchon fri-
ber auch ber Kammerratb Ploß (R. 1625) u. 1908
fein jüngfter Bruder Chrifiau Ferdinand F.
(ft. 1821) getreten waren. Seit 1804 in verſchie⸗
denen ſtädtiſchen Verwaltungsangelegenheiten be-
ſchäftigt, war er feit 1912 Mitglied bes Stadtraths
Nach des Waters Tode übernahm er mit den brei
@enannten die feitumg bes ausgebreiteten Banquier⸗
geichäfts u. R. 30. Hug. 1855. 4) Ehrift. Gott-
106, &ohn des Borigen, geb. 18U4 im Leipzig,
wurde Theilbaber des »äterlichen Geſchäftes m.
löniglich bänii Conſul u. Commerzrath n.
fl. 1846 in Piſa: er jchr.: Aus dem Taſchen⸗
buche eines reiſenden Oypochendriften, Yypı. 1944 ;
Genretilber aus Paris im Sommer 1944, ebd.
1845; Erinnerungen aus bem Oflen, ebd. 1845.
3) Livia F, geb. Gerhard, geb. 1918, beirat 1933
bas Leipziger Theater als jugendliche Sängerin u
leiftete in ben erſten Partien Borzigliches, ging
dann 1835 nach Berlin, wo fie jedoch 1336 dem
Tbeater durch Heirath mit bem Dr. %., zweitem
Sobne von F. 3), entführt wurde.
"regel (a. Geogr.), Stadt ter Pelifer in La-
tium am Liris. Bon den Römern erobert u. 326
v. Chr. colenifirt; die Umgegend brachte guten
Wein. Im Bunbesgenoflenfrieg, 126 dv. Ghr.,
nahm %. gegen Rom Partei u. wurde desbalb von
x. Opimius zerfiört ; jetzt Geprano, mit Trümmern
ter alten Burg Arce auf dem Berge.
Wregänd (a. Geogr.), Seeſtadt in Etrurien, feit
246 v. Chr. römiſche Colonie; jetzt Torre Maca⸗
refe od. beim Caſtell Euide von Arrone.
Freghi (Btretto de), Kanal des Mittelmee-
res, zwiſchen ben Inſeln Malta u. Gozzo; in dem-
felben Liegt die Infel Comino.
aa us, ſo v. w. Steindohle.
goſe, genueſiſche Familie, welche ber Re⸗
publit mehrere Dogen gab: 1) Domenico, Doge
1370— 78, dann entſetzt; 2) Themas, Doge
1415 — 43, mit Unterbrechung. 3) Janus,
111748. 4) Auigi, Doge 1443—50. 5) Pie
tro, Neffevon Thomas, Doge 1450—58, fiel 1458
gegen bie Franzoſen. 6) Spinetta, Doge 1462.
7) Paolo, Kardinal u Erzbiſchof von Genua, jeit
1462 zu verfchiebenen Daten Doge, fl. 1498 in Rom.
8) Giovanni Battifia, Reife des VBorigen,
1497- 83 Doge, dann abgelegt u. nach Frejus
verwielen. 9) Giovanni, Doge 1512—13. 10)
DOttaviano, Dose bis 1515, damı Stuithalter
von Genua.
gregele, fo v. m. Campo Fregoſo.
redel, 1) Vorge irg ter Küifte des franzkſiſchen
Departements E-'re tu-Rord, aut Der Bai vol SL
» Dur Et. Freiberg
—— trtklede: | — auf rother Erde, ſo
Iericht. re FA
rn reiben (8 6.), 1. u. Preis).
u —— *
| Fe ET au
sanmemabm | fern. im böb Krtiſe Pilfen au
- | an it u. an. ber .bairiichen &rı
- | ‚Shüttenhofen; bie Eimvohmer baben
heiten, fertigen Glas, Spiegel u. a.
#reiberg, 1) Bezirlagericht u. Ge
nö en Kreije Dresben mii
Fönigric
in 1 Stabt ‚u. 35 Dörfern, wichtig
Bergbau; 2) Amts- u. Beraftadt d
ber Mulde am Münzbach gelegen,
oberjtei Bergbebörben (f. unt.), einer
mannſchaft, eines Hauptfieneramts, eiı
tendentur, bat nächſt 6anbern Kirchen (I
latholiſche) einen mach dem Brande r
1490— 1520. erbauten Dom mit ber üı
ſchen Styl erbauten fogenannten Gol
bem Grabmal des Diineralogen Eike
* is aliquotad | pelle, in welcher von Heinrich dem Fro
en Sir .1658. | mit Johann Georg IV. 39 fürfiliche $
r Mutbung Ienpans, 5 Epitäler, Schaufpielhaus, (
— ————
u a werben u. wenn in Sparlaſſe, Derglmappicaftstafie (Ini
u bezahlt wird, 5) terftfitsung inpaliber Bergleute u. beren
Der Rn en: mean keine Zubuße Iofbolzhei, Freimanrerloge zu den 32
ze: NY me Keſten von dem | ijt bie El ka. Sachſens u. ber
amt ächfiichen.
erh BR Kuzra. Eine ſolche Zeche | für alle auf ben jächfiichen . Ki -
dahrı A De ine jolche, ech jen bezligli a —— as W
— Freir. in F. iſt ber -Bergban auf Suber, 8
fun ber Yiebe, nad | die Gruben gewerfidiaftlich befiten, bet
zen, jie mar ſchön u. Er wird durch das Oberbergamt, welch
ſe ſich bei. ergötzte;
Fern en, ibr Bölbenee |
er her n,
5— mahl war Odur,
mend Def o8 u. bie anmuthige X
welchem Ne — pe ft verlaffen batte, | yigften von -Bergergebniiffen einnimm
e2
wobeifie als Dlar öll,
MT an unter ben Dienichen er⸗
u Bebltbaten erwies, wes⸗
Tendel gebaut — Ihr
ek Reitwang, worin fie bie |
ee Tede empfing; ber Pracht⸗
=
gest
— -er, Rach ihr iſt der Freitag | Zechen, von denen an 100 auf das:
al da gez Rach Ih Sreitag ar. Geihidtefe beirichen werben. Im;
ya ein Colli Kis auf ; frug das Nusbringenan Sibererzen 34;
— —2 geliefert wird, fo | im Werth von 1,159,051 Tplr.; jämmil
1 — —
— won 1,190, r.; bie glaͤnzend
* ver vom bem Befiger nah | mar 1850 1;400,000 Thlr, iiber Die
werben barf, deu ber Be» | ben am häufigſten bejuchten Gruben fit
gen Weibegerechtigteit zu ger | gi: Zeit die reichte Grube, &
ae gen laſſen muß. ,,,, | der Kur jährlich 400 Thir Ausbeute s
a ener Balfenlage diejenigen | prinz, Beichert Glüd, Alte Defimmg
zz Ninder ftebt; Daher Freige⸗ Ä Dimmtelsjürft, melcher lebte ſeit u0 ?:
galten =, das au einem ſolchen Ballen | tedt u. feit 200 Jahren ununterkrei
er” m Kehlbalten. iſt m. 1769— 1819 2176 Genen &i
ae bes Bilthauers, | Außerhalb F. find in bevamänmiger i
Geo! geipannt wird. | uoh mertwürdig: die Gilberjpimeli
Freiberg iO Freiburg im Breisgan
14 Reverberirdfen, u. bes große,
sete, auf falten Sg: bie er au
eAmalgamirmert bei Halsbrück,
em Brande mieber errichtet, das jähr-
000 Sentn. Erz amalgamirt u. durch
gelegten Kurprinzenkanal bie
zer Gruben angeführt erbält, u. wo
0 — 80 Eentn. Taf, durch ein Hebe⸗
Hebehaus aus ber Mulde in einen
m Kanal gehoben werben. F. befitt
bildung der Bergwerlebeamten bie
mie, 1765 gegründet, bievorzlglichfte
le in Europa, deren Ruhm ſeit 1775
gründete, Freiesleben, Lampabiuß,
‚ erbielten. Die Alademie befitst feit
nes VBergafaberniegebäude u. in ihm
‚ Bibliotbet, Wernerſches Muſeum,
Perrefacten-, geographiihe Karten-,
odellſammlung ıc., u. enthält 7 Pro-
brere Hülfslehrer u. etwa 70 Studi⸗
mie für fie ift bie Sauptbergfchute.
zergfabriken (morunter vie königliche
), Fabrilen von Leoniſchen Gold» u.
Tüch, Zwirn, Leder, Saffian, Hü-
erimutter- u. Diaphanmwaaren, Blei-
Leim ıc., Färbereien, 2 Bulvermüb-
mühlen, 2 Buchdrudereien, 2 Buch⸗
Spitenflöppelei; 15,700 Em. —
greiher Silbergruben bei Chriftiane-
gen Sechsſtadt, durch einen Goelaer
. teren Bearbeitung durch Harzer
, Beranlaffung zur Gründung Frei-
Bau nebft Dem des Schloſſes im Jahr
Regierung des Markgrafen Otto bes
Reigen begann, nachbem derſelbe vom
rgregal erlangt hatte. Ihren Namen
abt, in melcher es anfangs auch einen
oigt gab, von ten ihr errheilten wich⸗
ibeiten. Markgraf Heinrich der Er⸗
ere Die Münze, welche bie 1556 be-
‚den Bergfchörpenftuhl. Vom I. 1294
h das Feer Stadt⸗ u. Bergrecht. Im
erte Kaiſer Adolf nach 16monatlicher
die tapfer vertbeidigte Feſtung F.,
raf Friedrich ver —*— erſt nach lan⸗
1306 wieder gewann. 1449 wurde F.
Bilhelm vergeblich belagert, u. ben 14.
sche bier der Prinzenräuber Kunz von
ntbauptet. Bei der meißner Yandes-
.1485 fam F. ganz an Herzog Albrecht,
Bergmwerte beiden fächfiichen Fürſten⸗
iſchaftlich blieben, bis Derzeg Morit
vürde auch ben alleinigen Befit ber
rfe erlangte. Unter Herzog Heinrich
m, welder 1512 — 39 hier refibirte
Reformation einführte, bob ſich bie
ß fie im 3. 1540 über 40,000 Ew.
murbe der erfie Berghauptmann eine
Breißiajäbrigen Kriege wurde F.
n Raijerlichen unter Gallas erobert,
a Schmeden unter Baner zweimal,
12 bie 17. Febr. 1643, u. unter Tor⸗
ert. Bei %. od. eigentlich bei Brand
etbr. 1762 das letzte Treffen des Sie⸗
rieges vor, in welchem bie Oſlerreicher
irmee von den Preußen unter Prinz
lagen wurden. Im letsten Frauzeſen⸗
6 18. Sept. 1813 durch einen Überfall
db
der öfterreichifche General von Scheither ben Fran⸗
zofeu. Sauptbrände haben F. betroffen 1375, 1386,
1471,.1484 n. in den a 1632, 1634 u.
1639. Bgl. Möller, —* Chrenit, Freib. 1653;
Breithaup Die Berg abt F. 866. 1825; Benſeler,
Geſchichte —* u. feines Vergbaues, ebd. 1843,
2 Bde.; Trebnas, Merkwürdigkeiten ber tiefen
Hauptftollen des Bergwerks %., Freib. 1804; b’Au-
buiffon. Des mines de F. et de leurs explora-
tion, %p3. 1802, 5 Bde, 8) (Przibor), Stabt
an ber Lubina im mährifhen Kreife Brerau, 3400
Ew.;4) Schloß im Kanton Graubüntten, Stamm⸗
Nat be Familie Be
iberger Bergwerkskanal, große, ſehr
merfwürdige Wafferleitung, leitet vom Urf
der Flöhe das für bie freiberger Berg- u. Hütten»
werke nöthige Wafler ab. Zu ibm gebört ber
ee anonelen, in tem bas Waf-
er 4 Stunde unter der Erde durch einen Berg ge-
leitet wird, u.ber Dörenberger Kunftgraben,
ans einem Teiche bei Dörenberg tem Kanal Spei⸗
jung zuführend, geht ebenfalle durch mehrere Berge.
Green er Mulde, Fluß, f. u. Mulde.
eibeuter,, 1) fo v. w. Seeräuber; 2) über»
baupt fo v. w. Räuber; 3) fo v. w. Raubbienen.
Sreibiliets, Enireebillets, eigene bezeichnet, da⸗
mit ber Inhaber freien Eintritt zu Theater, Con⸗
certen u. funftigen öffentlichen Aufführungen u.
Belufigungen habe.
eibodenmanner, fo v. w. Freeſoilers.
bote, ſ. u. Fehmgericht.
brief, 1) Urkunde, wodurch Einem gewiſſe
Freiheiten od. Privilegien ertheilt werben; 2) fo v.
w. Salvus conductus.
Freiburg im Breidgau, Hauptftabt des babi-
ſchen — u. des gleichnamigen Stadt⸗
u. Landamtes, welches letztere 10 DM. u. 27,300
Em. zählt; liegt am Fuße des Schwarzwaldes, an
ber Dreiſam u. an der Eiſenbahn zwiſchen Heidel⸗
berg u. Bafel; Sig bee Erzbiſchofs der Cherrhei-
nifhen Kirchenprovinz, eines Domcapitel®, ber
Kreisbehörten, eines SHofgerichte, eines Forſt⸗,
Stadt⸗ u. Yanbamtes; au tem Fiſchmarkt ftebt
tie 1607 errichtete Statue Bertholbe IIT. von Zäh⸗
ringen, bes Stitters von F.; hat 7 Kirchen, Darunter
Las gothiſche Münfter, jetzt erzbiichäfliche Kathe⸗
trale (mit 356 Par. F. hohem Thurm, 26 Altären,
von 1152— 1513 erbaut), Die ewangelifhe Lud⸗
wigskirche, im Romaniſchen Styl, 1839 neu aufge⸗
baut; andere bemerlenswerthe Gebände find: bie
erzbiichätiiche Nefidenz, das Regierungszebäubde,
das Rachhaus, Das Kaufhaus. Die katholiſche Uni⸗
verfität (Albertina) wurbe 1457 vom Erzherzog
Albert von Kflerreich geftiftet, fie hat 41 Prof
ven u. zählt zwiſchen 300 u. 1400 Studenten. Mit
ihr verbunden ift eine Bibliothek von mehr ale
100,000 Bänden, Naturaliencabinet, Chemifches
faboratorium, KMinicum, Botaniſcher Gurten,
Anatomiſches Theater; vor ber Univerfität wurbe
am 30. November 1853 das Standbild des Mönchs
Berthold Schwarz aufgeridhtet. Außerdem ift hier
ein Möndhstlofter, ein katholiſches Theologiſches Se⸗
nıinar, die beiben weiblichen Yebrinftitute Adelhau⸗
fen u. der Urfulinerinnen, Kraulenhaus, Hoipital,
Waiſenhaus, Milttärbofpital, Diutterbaus ber
Barmherzigen Schweftern, Lyceum, böhere Bür⸗
gerſchule, Gewerb⸗ u. Handelsſchule, Leihhaus,
Findelhans, Blindeninſtitut, neues Muſeum, Thea⸗
‚670
ter, Cichorien⸗ n. Tabalsfabrif, 2 Pottaichefiete-
reien, Gerbereien, Yerılgang von muſikaliſchen u.
chirurgiſchen Iuftrunenten, Glockengießerei, 4 Buch-
bandlungen, 5 Buchdruckereien, 6 Steinbrudereien.
"Auch der Betrieb der Landwirthſchaft iſt von großem
Umfunge, u. bef. wird Getreide, Hanf, Raps, Tabat,
Obſt u. Wein gebaut. Mebrere ſchöne Epakier-
gänge auf dem ehemaligen Wall, im Alleegarten,
anf der Ludwigehöhe (fonfl Sqloßberg). Mit den
eingepfarrten Dörfern u. Militär ; 16,000 Ew. F.
if die Baterfiatt von Berthold Schwarz u. K. W.
von Rotted. — F., 1118 von Berthold III., Gra-
fen von Zähringen, erbaut, am 122% durch Hei⸗
rath an Die Grajen von Fürſtenberg. Nachdem bie
Stadt ſchon mehrere Verſuche gemacht hatte, fich von
der Gewalt der Grafen zu befreien, ſchloß fie 1327
‚mit anderen Stätten einen Bund u. behauptete
ihre Unabhängigkeit bis 1366, wo diefelbe von ben
Graſfen von Fürftenberg gegen 20,000 Dart Sil-
ber anerlannt wurde. Das Geld dazu gab der
erzog von Ofterreich ber, u. dieſem mußte ſich hie
tadt, als fie Die Summe nicht anfbrachte, 136%
unterwerfen. F., zur Zeit des Dreißigjährigen
Krieges eine bedeutende Feftung, wurde 1634 u. 163%
von den Schmeben erobert, am 24. Juli 1644 aber
von den Baiern unter Mercy genommen; 5.—).
Aug. 1644 bier Schlacht zwifchen ten Baiern nuter
Mercy u. Franzoſen ımter Enghien u. Turenne
zum Nachtheil ber Letzteren. Am 25. Now. 1677
nahmen die Sranzofen unter Crequi F. durch Ser:
rath u. hielten die Stadt bis 1697 beſetzt, wo F. im
Ryswijker Frieden an Ofterreich zurüd Tanı; au 16.
Sept. u. 17. Det. 1713 wieber von ben Franzojen
belagert, wurde F. durch Kapitulation genemmmen
u. im Raftadter Frieden an Oſterreich zurüdge-
geben. 1744 wurde F. wieder vom 30. Oct. bie
25. Nov. von ten Franzofen belagert u. anı 23 Nov.
durch Capitulation genommen. Die Franzoſen
[leiten bie bedeutenden Werke, bevor fie bie Statt
den Oefterreichern in dem Frieden zu Aachen zurück
geben, 1801 kam F. mit dem Breisgau an Erz-
erzog Ferdinand u. 1806 an Baden. Am 23, April
1848 bier Gefecht zwiſchen ben badiſchen Aufſtändi—
ſchen u. deutſchen Bundestruppen, welde Yeßtere
fiegten u. am 24. April bie Stadt einnahmen. Nach-
dem Ente Juni 1849 bie vevolutionäre Regierung
vor dem Anzug der Preußen Karlsruhe verlafjen
hatte, nahm biefelbe in F. ihren Sit, Jo wie fich
auch hier Lie Kefte der Injurgenten unter Siegel
ſammelten, aber Leim Herannahen Der Preußen
Die Stadt verließen, melche von biejen am 7. Juli
beſetzt u. erft 1851 wieder geräumt wurde. 1557
wurde das 4. Säcularfeft der Univerfität gefeiert.
Bol. Schreiber, Geſchichte u. Befchreibung tes
Münfters zu F., Freiburg 1825. Frenkele, 5-8
geſellſchaftliche Iuftitute, Freiburg 1356. Führer
Durch das Ser Münfter, Sreib. 1957.
Freiburg in der Schweiz, 1) 9. Kanton in
der Schweiz, beflebt aus tem Hauptland u 3 En:
claven im Kanton Waadt; Flächengehalt 26,6 (29,7)
DOM.; grenzt gegen Norden u. Often an ven
Canton Bern, im Süden u. Südweſten au den
Canton Maadt u. gegen Norbmeften an den Neuen—
burger See; an demſelben liegt auch Die größte Der
Enclaven mit Eftavayer, die beiden feinen, Sur
pierre n. Vuiſſens, etwas ſüdlich davon. Die Tier:
flähe des Cantons ift vorherrfchend bergig, ı.
.. . . Zreiburg in dee Schweiz
Nlichen u. füdweſtlichen Theile, we vom
zuerſt ein — Landrũcken zwiſchen
u. den Zuflüffen des Neuenburger &
2140 5. erhebt u. im Wiſſtenlach au
zweiter aber unter dem Namen des (
zwiichen Broye u. Saane auskreitet, de
böchften Gipfel die Höhe von 37u3 F.
ebenfo im öftlichen Theile, im melden
Stodborntette einen Zweig entente
Saane mit dem Perra 5300 $; de
6582 F., Kaiſeregg 6615 F., Schafbt
hoch; endlich ziehen ſich noch von ben 9
Alpen vom Deut de Jaman her Zi
fürlichen Theil, we der Molejon 61727
matt 6637 $., ter Tzermont 6979 7.
faire 7250 F., ber Banil noir 7346 $.
Der größte Theil des Hügel- u. Bergli
ans Sanbſtein, welcher viele Verſici
ſich har u. im Giblour von Nagelflu
wird, worunter fi häufig Steinfohlen
Kalkfteinformation der Alpen im Zi
häufig Feuerſteine, Gyps u. Kal
Größere Ebenen finten fig nur m ke
Eee, u. nörbli von dieſer breitet f
Sumpfland aus, zum fogenannten gt
gehörig. Die_meiften Flůſſe gehören
gebiet, Hauptfluß ıft bie Saune (Zar
die Mitte des Kantons von Süden ı
durdftrömt, rechts die Jaun, Erger
lints Hongrin, Treme, Sionge, Glaße,
nimmt u. bei Laupen in deu Tanton
gebt; bie Veveyſe fließt in den Genfer
der Biberubach u. Chanton in den Mi
Die Hälfte des fehteren u. ein bebeu
des Neuenburger Sees gehören bem
der außerdem noch fleinere befitst, mie
fer See bei Freiburg u. den Schwarzj
der Senſe; auch Diinceralgnellen
mehrere u. find ſämmtlich Ichmeieih
Klima ift im Norden milter als im
Virtelftand des Barometerd 6—7 Ar.
ducte in den Thalflächen ber jrlüile:
Mais, Obft, im Norbweiten Getreide
müſe, Tabak; höher hinauf wechſeln U
u. Wälder, u. bier ift Die Viehzucht v
nebſt Waldeultur; berühmt find Lie Kä
erz; gezogen werden Ninter, zum be
der Schweiz gerehnet, Schafe, Ziegen,
Pferde, an Wild finden fih Gemſen,
Luchſe, jelten wilde Schweine, im Norte
Geflügel. Außer den genannten jind
Erwerbszweige, Strobfledhterei, C
briintion von Zabat, Baumwellen- u.
mwaaren, lbren u. etwas Zeitenm
Belfipracde ift eine franzäfiich - Ten
iprache in mehreren Dialekte; die deu
vor um Freiburg u. Murten, Die Sprad
angelegenbeiten ift die franzäjifche: 1
Einw., wovon ! Proteftanten, alle üb
liten find, Die zum Bezirk Des Biſchefar
gehören. Eingetheilt tft der Canten
den Saane-⸗, Vroye-, Glane-, Arc
Senſe-⸗ u. Veveyſebezirk. Die Verie
Cantons ven 4. März, 1848 ſtimm
lichen mit der der übrigen repräſen
kratiſchen Cantene überein u. beta
ſchaffung ter Tedesſtraſe, Aumbedu
beſonders waltet der Gebirgscharalter vor im flld» joratsrechte, Subſtitutionen u. Fami
Fretbarg ih der. Echweiz
Fo
⸗ Unverleglichleit bes’ Cigenthums ale | wurde ir veichäunmittelbar, abet im 14. Jahrh.
imliche Artikel. Die geieggebende Ge⸗
zroße Rath, beftebt aus den durch
ſamuilungen, wozu jeter Bürger ge
6 20. Jabr zurüdgelegt dat, u. aus 10
zreßen Rath jelbſt gewählien Mitglie⸗
Amtsdauer iſt auf 9 Jahre feſtgeſetzt.
warath beſteht aus 7 durch den Großen
e 8 Jahre gemäblten Dusgliedern u.
em Werwaltmmgebezirte einen Ober⸗
ı feinem Etellvertreter. In den Na⸗
ender F. 5 Mitglieder, in ten Stän⸗
ım Bundesbeer jtellt es 4432 Dann n.
Franken ale Bundesbeitrag. Die orbi-
ıbınen betrugen 1853: 1,060,771 Fr.,
Ausgaben 938,049 Frauken. — In
Maßenu. Gewichten rechnet 8. in
t wie die Übrige Schweiz, ſ. d. rüber
iuchtich ald Längenmaße: der Fer Fuß
mer Werlihub; die Elle von verfchie-
‚der Etab in der Stadt F. — 474,16
; die Werfllafter von 10 Schub, ter
n 50,000 DSchub = 43 iranzöfifche
b das Getreidemaß war verſchieden;
t hatte ter Mütt 3 Sad, 12 Coupes
3ichets (Diäg), 28 Quarterons, 288
nn); 1 Sud — 127,746 Piter = 5440
bitzoli. Flüſſigkeitsmaß: das Faß A
(Eimer), & 25 Maß, à 1 Schoppen
ie Maß, welche wieterum verichieden
it in F. 9,583 Piter = 78,74 Pariſer
Das Gewicht war ebenjalls verſchie⸗
das Pfund Krämer- od. Eiſengewicht
Sramm; Gold- u. Silbergewicht Das
Poids de marc. 2) (3. im Üdtlande),
bes Cantons an der Suane, befiebt aus
:denben Unterftabt im engen Flußthale,
zöſiſch redenden Tberftadt, Die fich_ter-
jan einen Zantftein’elfen erhebt. Über
ührt eine große Hängebrücke, 1832 bis
t, 855 Schweizer Fuß lang, 20 Ruf
zweite Drabtbrüde jüdweſtlich bei der
Das Galternthal, 1840 erbaut, 594 Fuß
Stadt ift mit boben Mauern umgeben,
iche Plätze, Nathhaus, Ftegierungsge-
ize, Zeughaus, Staategefängniß, Stadt:
Archiv, Cantonoſchule im ebemaligen
Jeſuitencollegium, VBürgerhoſpital, Pri-
Pycrum mit Cantonomuſenm, Stern⸗
nomiſche Geſellſchaft u. Geſellſchaft der
richer, Sparkujle, Theater, 8 Klöſter
I, worunter die 1183 — 1500 im Gethi⸗
rbaute Haupikirche St. Nilolaue. Bor
je ſtebt noch Die 1490 zum Andenken
ver Schlacht gepflanzte Linde F. it
x Gantonbebörten, des Biſchofs von
iner eidgenöfftichen Poſidirection, eines
ibuweau 20.5 bat über 100 Gaftbäufer,
Bäder, Yrauereien, Fabriken für Zar ı
ie, Steob, Rayence, Eiſengeſchirre,
nebhrere Farbereien u. Gerbereien; Frei⸗
La Kögönerde; 95800 Ew.; wovon
500 Proteſtanten.
en F. gebörte im frühen Mittelalter, als
8 ũchilantes, zur Frauche Comte. Weit
ꝛs im 11. Jabrb. zum Deutſchen Reiche
m Gebiet ter Grafen von Zäbhringen.
V. gründete bie Stadi 1179, 1219 ;
.
den Grafen von Koburg u. darın den Grafen von
Babeburg unterrworfen. . 1450 eroberte fir ber Her-
og von Savoyen u. beſaß fie bis 1477. 1481 trat
4 mit feinem Gebiete durch das Stanyer Ber»
fommniß der Eidgenofienichaft bei. -1516 wnrde
in der Stadt der Friede zwiſchen König Franz I.
von Fraukreich un. den Schweizercantonen, welche
fih der Beftgnahme Mailande widerſetzten, unter-
zeichnet. %. blieb beim Beginn der Weformation
kei der Katholiſchen Kirche, weshalb fi 1525 der
Biſchof u. das Domftift von dem Proteftantiichen
Bafel neh F. begaben. Dennoch ſtand %. 1530
Bern u. Genf gegen den Herzog von Savohen kei,
der als Inbaber ber Gerichtsbarkeit im letzter
Stadt die Reformation mit Gewalt zu nnter-
drüden firebte; in Folge deſſen wurde ber Derieg
zum Frieden von St. Julien genöthigt. Als aber
1534 der Rath von Genf die öffentlihe Ansitbung
der Reformirten Religion geflattete, bob F. feinen
Bund mit Genf auf. F. theilte nun bas allge
meine Gefhid der Schweiz. Die Verfaflung des
Cantons war Anfanys demokratiſch, doch nad m.
nach bemächtigten fich die Patrizier der Regierung
un. bilteten ben Rath der Sechziger od. bie Heim⸗
lihe Kammer (die Heimlichen). Unter vielem
Nathe entftanden Barteiungen, Die ſich bald weiter
verbreiteten, u. 1787 empörten fih Vilrger u.
Landleute u. wollten die Lisberige Verfaffung um⸗
flogen. Anfangs begfinftigte Das Glück den Auf⸗
ſtand, aber mit Berne Hürfe unterbrüdte ber Rath
denfelben u. nachden er Durch Verfprechungen das
Voll berubigt Hatte, ließ er es beim Alten. In
Folge der Franzoſiſchen Revolution erneuerten fich
die Unruben, u. mit Dillie der Franzoſen, welche
am 2. März 1798 F. beſetzten, wurde die Berfaſſung
umgeftoßen. 1803 wurde %. einer der 6 Vorürterder
Helverifchen Republik. Die neue demokratiſche Ber-
faflung wurde nach Napoleons Sturz, am 27.
Mai 1815 wieder aufgehoben u. die ariſtokratiſche
Beriaflung mit einigen Dotificatienen wieder her»
geſtellt. Der Große Ratb von 116 Mitgliedern u.
der Kleine von 16, fo wie Pas Keninrgericht (Ger
richt ber Feimlichen), weiche über Erbaltung ber
Couſtitution wachen follten, traten wieder an die
Spitze ter Regierung Das ariftofratifche Regie
ment laftete mit fchweren Drud auf der großen
Mafie Des Volles u. wurde für ven Kanten u. ſpä⸗
ter fir Die Eidgenoffenichaft verhängnißvoll durch
bie Berufung der Jeſuiten, melde in %. den
Hauptſtützpunkt ihrer Ordenspropaganda fanden.
Schon 1829 zeigte fih in F. große Unzufrieden⸗
beit, die aber durch firenge polizeiliche Draßregeln,
Preßzwang 2c. niedergebalten murbe, aber im
He.bft 1930 wurden die Unruhen bedrohlicher.
Am 27. November 1530 verlangten Abgeordnete
von Murten eine Qeränderung der Verfaſſun
in bemofratiihem Sinne, u. obgleich der Sat
das Geſuch abſchlug u. Truppen in ter Etabt
zujammenzog, fab er fib doch ſchließlich ge⸗
nörhigt, dem Dringen Des Volkes nachzugeben.
1831 wurde nun cine nene Berfaflung einge⸗
führt, durch welche alle Vorrechte Der verfchie-
benen Orte vor den andern u. der Patrizier auf:
eboben u. velltommene Gleichheit Der Rechte u.
Bffichten für alle Staatsbürger eingeiührt wurde.
Nach Einfübrung dieſer liberalen Veriaſſung vem
24. Ian. 1631 blieb die eigentliche Regierungoge⸗
62
fuiten, bie das Landvolk beberrichten wm. ben
DBürgerfiand fogar .noch leichter in ihr Interefle
* ziehen wußten, als früher bie Patricier.
ie liberale Partei lämpfte vergeblich gegen bie
fi$ immer verftärlende geiflihe Gewalt an; im
Großrath zählte fie kaum ein Drittel der Stimmen;
der Staatsrath wie bie wichtigen Stellen der Be⸗
irterichter waren mit Ultramontanen bejegt. Am
rien regte fich ber proteftantilche Bezirt Mur-
ten, der [hen 1844 in Folge der Jeſuitenberufung
nad Luzern an ber, durch die Schweiz gehenden
Bewe lebhaften Antheil genommen hatte. Eine
Broteipetition ging von Murten aus an die Tag-
ſatzung nad) Zürich, u. ale dieſelbe vergeblich geblie-
ben war, brady am 6. Ian. 1847 ein Aufftand zu
Murten aus, der jedoch von ben Ultramontanen
unterbrüdt wurbe; bie liberalen Führer entflohen,
10 Santonsbärger wurden verhaitet u. erfuhren
die ganze Strenge bes GBejetzes. Die Regierung
hielt num erſt recht fe zum Sonberbunte, Im
Sonberbundstriege war %. ber erfie Canton, gegen
ben ſich der Angriff des eidgenöſſiſchen Heeres rich⸗
tete. Am 13. Nov. 1847 waren die beiden in das
Sand eingerüdten Divifionen in der Nähe von F.
angelangt, u. am 14. ergab ſich die Stadt; die Re-
gierung erflärte, fi ben Beſchlüſſen ber Tagſatzung
unterwerfen zu wollen. Die Jeſuiten waren ent-
flohen, ber alte Staatsrath hatte ſich ſelbſt aufge⸗
löf, Männer von erflärter Yiberalität bildeten, von
einer Bollsverfammlung provijoriich ernannt, bie
neue Regierung. Der von der Sonberbundsregie-
rung im Ian. 1847 verjaflungswibrig ernannte
Gemeinberath mußte dem früheren wieber weichen.
Durch Decret vom 19. Nov. wurbe den Jeſuiten
u. ben mit ihnen affiliirten Corporationen u. Con⸗
gregationen Das Nieterlaffungs- u. Erwerbungs-
recht im Kanton gänzlich entzogen, bie ihnen ange-
börigen Perſonen aus dem Gebiet des Kantons
gewicien u. alle von ihnen beſeſſenen Güter für
das Staatövermögen eingezogen. Franciscaner,
Capuziner, Auguftiner ꝛc. blieben ungeftört in
ihren Rechten. Bon der Regierung wurde dem
neuen, faft ohne Ausnahme aus liberalen Mitglie-
bern beſtebenden Großratb ber Entwurf einer
neuen Berfaflung vorgelegt, weiche auch, obſchon
dem Volle nicht zur Annahme od. Berwerfung vor-
gelegt, am 10. Juli 1848 die landesrechtliche Ge⸗
mährleiftung erhielt. Der Streit zwifchen der ans
Ruder gelangten Partei u. den Clerikalen ftieg jet
ur größten Erbitterung, theil® wegen in Die Ver-
N fıung aufgenemmener harten Beſtimmungen
über die Geiftlichleit, theils wegen ber gewaltigen
Höhe ber Steuern u. Strafen als Kriegeoccupa-
tionsloften von 1,600,000 Franken, die dem Cle⸗
zus in ſehr millfürliher Vertheilung auferlegt
worden waren. Als die Regierung Gewaltmap-
regeln ergrifi, appellirte bie Geijtlichleit an Tas
ohnehin ſchon aufyeregte Bolt. So brab am
23. u. 24. Üctober ein Bauernaufftand in
der Gegend von Rue u. Chatel St. Denis aus,
wobei an 2000 Landleute, nach Gefangennehmung
der Bezirkebeamten u. Großräthe, die Prieſter mit
dem Kreuze voran, gegen F. zogen. Die Regierung
unterdrücdte jeboh, mit Hülfe Berner u. Waadter
Milizen, die Empörung im Keime. Biſchof Da-
rillen wurde bierauf am 25. Oct. verbaftet, zu nächſt
nach Lauſanne, dann nad Schle Chillen abge⸗
Freiburg in der Schweiz
walt im Cantone denneoch in ben Hänten der Je⸗ |
führt, am 13. Dechr. Über die franzöfld
bracht u. ihm wnterfagt, in bem Eyı
nfanne u. Genf bilhöfliche Kunctten
üben u. in ben zur Diöcele gehörigen
fich ferner aufzubalten. Seitdem blieb bie
im Cantone troßg einer allgemeinen Un
vermindert. Die Regierung hielt fi y
jedoch immer mehr die Eympathien di
rung, wie ſich dies auch in einer Petiti
Aüdtritt des Staatsraths forkerte, fand
Schritt zur Berföhnung verjudhte Le
Bermittelung der Bundetverſammlung
tbun, daß ec am 21. Dechr. bie Strai
wegen ber Octoberereigniffe in fo meit ı
daß nur bie zeitherigen linterfuchyng
Angellagten jugewielen, Die Kriegit
1,600,000 Sranfen aber, um 200,000 7
mindert, in eine gejwungene Anleihe ır
werben follte, welche nach 20 Jabren
zablung zu vergüten fei. Inzwiſchen
Biſchof Diarilley bereits ben Kanten
Interdiet belegt, u. in Folge hiervon bi
1850 ein zweiter Aufſtand aus, der je
los blieb. Eben fo erfolglos war ein brit
am 22. März 1851, bet bem gegen 80
Greierz u. Romond unter Fübrung de
Carrard die Stabt überrumpelten,
duch Bürgerwehr u. Gensbarmerie i
1. großentheile gefangen wurden. Di
gewann aus dieſem Putſche neue Kraft.
dem 8. April einberufene Großrath bill
der Regierung getroffenen Maßregeln
einen außerordentlihen u. unbeichrän
bebufs Ausführung von Maßregeln zı
baltung der Ordnung u. verlangte vor
bie Internirung des Biſchofs Maril
ſchen ftellte fich immer mehr beraue, baf
° rer Bevölkernng entſchiedene Geg
ſtehenden Regierung waren, die ſich n
Bajonette der Berner u. Waabtlänte
dabei vor feiner Gemalttbärigkeit zu
Die große Menge mellte fih durch Xı
dieſem Drude befreien, Die Beſonnen
vor durch eine friedliche Moiksneriar
Stärte ibrer Sache zu zeigen, mas nad
meinen Schweizer Bundesrechte nicht
dert werben konnte. Sie wurde auf!
1852 zu Bofieur zwiſchen Stadt Freib
(Bulle) von den geachterften Männern d
Quilleret an ber Spite, anberaumt.
16,000 Bürger bes Cantons kamen bie
u. beichlofjen eine Eingabe an den i
worin fie gegen bie ihnen von einer fl
Derbeit mit Hülfe fremder Wañen au
Berfaflung fi verwahrten u. verlangt
Berfafluug ihres Kantons dem Volle
mung vorgelegt werde. Die eidgenöiſiit
Ichaften, welche Die Verfafiung ven 1
Jahre gewäbrleiſtet hatten, ſchlugen
langen ab, beſchloſſen aber, daß die re
noc rüdftäntigen, den Souderbundcan
legten Kriegsentſchädigung im Betrag
Millionen Denielben eriaſſen fein jehe. .
cale Regierung ibr gejtrenges Regimen
jo folgten neue Aufſt äünde; der vom ?2
mit dem Bürgerwehrhauptmann Bir
Spitze, murde erit in der Nacht vem?21.
Mai beſiegt, wo Die Affränteicen die?
Freiburg (aubire ShKtte) bis: Breibant
; wollen. Das Hervortreten ber malte
eſſen änderte aber auch bier bie poli⸗
indem die radicale Bartei mit der con⸗
ı dem Berlangen nach einer Eiſenbahn
See Über die Stadt F. nach Bern zu⸗
Unerwartet wählte daher ber Große
‚0. 1854 zwei Dauptgegner ber Radi⸗
trweide u. Bondallaz, zu Negierungs-
In Folge einer Übereinkunft mit der
terung fand tie Rückkehr bes vertrie-
16 Marilley unter ter Bedingung ftatt,
hof die Schweizer Buntesverfaflung
»malverfafiuug anerkenne u. daß vom
tegiement über tie Ausübung ber bi-
bemalt zur Verhütung jeder ferneren
iſchen der weltlichen u. geiftlichen Ge⸗
ı würbe. Einen entfchietenen Sieg er- |
nfervative Bartei bei ten Neuwahlen
Rathe (Bejetggebungstörper) im Dec.
einem Zufammentritt beſchwor berfelbe
atsgelege, beſchloß aber tie Verfaſſung
$an.1957). Dieneue Berfaflung wurde
gelegt u.von ibın mit großer Mehrheit
3 (27. Mai). Die in Folge der Ereig⸗
icht begnadigten Verbannten od. Ver»
sbielten Amneftie, darunter ber früber
:eihe Dekan Aeby. Der Verkauf von
geiftlihen Gütern wurde eingeftellt,
ſteheuren Klöftern die Aufnahme von
tattet u. das Decret Über Aufhebung
zurüdgenonunen. Der Große Rath
zeſoldungen ber Regierungsmitglieder
wieder heriniter u. ernanute größen-
Bigte u. bejonnene Männer. An bie
tautonsfchule ftellte Die Regierung wie⸗
eiftliben (Sept. 1857). Eine jejuiten-
Richtung fcheint aber weniger allgemei⸗
g gefunden zu haben, denn al® ber
(März 1858) beichloß, den efuiten u.
ihr im Jahre 1847 von ben Radicalen
nes Eigenthum zurüdzugeben, wurbe
ng weniger güuftig, fo daß bie Regie⸗
ranlaßt jab, um 3. April die Stubt F.,
3 der Radicalen, in Belagerungszuſtand
Eie beauftartete auch bie Verpflich⸗
er zu Gemeindebeauiten gewählten Ra⸗
ing an die Wahlen mit denſelben ger
‚ Mitteln zu beberrichen, mit beiien Die
ich im Beige ber Regierungsgemult zu
fucht hatten. Bgl. Lalive d'Epinay,
Fribourgeoises pour les années
d, Freib. 1810; Etantsverfaffung u.
Stadt u. Republit F., Freib. 1816;
treffend bie Organijation bes Kantone
17; Sammilung der Geſetze, Decrete 2c.
ng bes Cantons F., reib. 1503—1817,
g (andere Gtäbte), 1) 8. an ber ün-
im Kreife Duerfurt des preußifchen Re⸗
irts Dierfeburg ; Bergihloß (Neuburg,
); Tuchweberei, einbau; 2600 Em. —
5 Reuburg wurde 1069 vom Yantgra-
dem Springer erbunt, der auch bier
hei See Ludwig der Eijerne einen
m Thüringer Epelleuten, ſ. Tbliringen
293 eroberte u. zerfiörte es Kaiſer Adolf
; Friedrich der Gebißene lieg es wieder
1307 verpfändete es Albrecht ber Aus⸗
⸗Eexiton. & Aufl. VI
673
eartete an den Biſchof von Merſeburg, da aber
aub von ba aus getrieben wurde, fo ereberte
Landgraf Friedrich der Ernfthafte 1332 das Schloß,
u. nun refidirten bie ſächſiſchen Bfalzgruien u. bie
ganbgrafen von Thüringen in F. Hier ben 21.
October 1813 Gefecht zwiſchen ben erg
unter Bertrand u. ben Preußen unter Port. 2)
#. unterm Fürftenftein, gräflich Hochbergſche Stabt
an ber Polsnitz, im Kreiſe Schweidnitz bes preußi-
(hen Regierungsbeziris Breslau; 1 evangelifche,
2 fatholifche Kirchen; bebeuteute Leinwandg e,
Zabadfabril, Bierbranerei, Granutweinbrennerei;
5250 Ew. Dabei tat alte u. neue Schloß Für⸗
ftenftein, jenes 1288 errichtet, tiefes gegenüber,
mit Gemälve-, Kupferſtichſummlung u. Bibliothek.
3) Anıt in ber Yandbroftei Stade in hannöverfchen
ürftentbum Bremen, an der Elbe; umfaßt das
isberige Grüfengericht Kehbingen Freiburger An⸗
tbeilg, mit 66000 Ew.; darin 4) Marktfleclen u
Amtsſitz an ber Eibe, norbmeftlih non Stade, wit
kleinem Elbhafen, der aber verſandet; 950 Em.
Freibürſche (Jagdw.), fo v. m. Bürſch.
Freicorps, ein für die Dauer eines Krieges u.
in ber Negel aus Freimilligen errichtetes, zu ge⸗
wagten Unternehmungen in des Feindes Rüden
beſtimmtes Corps; befteht nach dei Unftänden aus
Cavallerie od. Infanterie, oft aus beiten, aud -
wohl aus etwas Artillerie. Oft waren bie F. zu⸗
nächſt nur aus liederlichem Geſinbel zu ſammenge
ſetzt u. machten ſich daher gewöbhnlich großer Un⸗
orbunngen ſchuldig. Im Mittelalter waren eigent⸗
lich alle größeren Deere F. (vgl. Armagnaken, Van⸗
ben, Laudéknechte), od. durch Aufgebot zuſammen⸗
gebracht. Als die ſtehenden Heere entſtanden, hatte
jedes nur einzelne F., ſo z. B. waren im ſchwedi⸗
ſchen Heere, während des Dreißigjährigen Krieges,
die Holtefchen Jäger, im Sſterreichiſchen Succeſſions⸗
friege das Trenkſche zc. F. Friedrich ber Große
organifirte im Stebenjährigen Kriege aus Kriegs⸗
elangenen u. Geſiudel Freicorpsbataillons, zuletzt
663 Freicorporegimenter, die hauptſächlich Die Ve⸗
ſtimmung hatten, für ten kleinen Krieg, zur Be⸗
deckung von Convois ꝛc. zu dienen. Im ben neue⸗
ren Kriegen gegen Napoleon haben bie F. eine höhere
Bebentung erhalten u. Bbeitunden vorzüglich aus
Jünglingen, welche der eteifte Patriotismug unter
die Waffen rief, fo das Brunnichmeig » Oleſche
%. 1909, das Lützoroſche F. 1513 u. 1S14 u. a. nt,
u. die preußiichen u. andere freiteillige Jäger. Der
Barteigänger- u. kleine Krieg waren auch hier das
Gekiet der Tbätigfeit der F. u. oft haben fie Un⸗
gewöhnliches geleiftet.
Freidan? (in mittelhochteutſcher Form Bri⸗
dank), neunt ſich Der Dichter eines mittelhochdeut⸗
ſchen Gedichts mit Lem Titel Beſcheidenheit (d. i.
verſtändige Eiunſicht u. richtige Beurtheilung ber
Dinge), welches er, wenigſtens zum größeren Theile,
auf dem Krenzzuge von 1229 verfußte, auf bein er
den Kailer Friedrich LI. begleitete. Aus 53 einzelnen’
Abichnieten (Sprüchen) beftebend, ftellt es bie
Meisheit u. Klugbeit des Volkes, namentlih unter
Benutzung ber Sprilchwörter, zufammen Der
Berfafjer bes auch poetiich wertbuollen Berichts,
der eine fehr tüchtige u. fernhafte Geſinnuug ver»
räth, iſt mit Sicherheit noch nicht ermittelt; W.
Grinm (Über $., Berl. 1850, 1. u. 2. Nachtrag
1851 — 54) bat zu erweiſen verſucht, daß es von Wal⸗
ther von ber Bogelweide herrühre, Qeranagegeben
4
64
von W. Grimm, Gott. 1834. Bon Seb. Brandts
ermeiternder Umarbeitung befjelben firb von 1508
—83 fiefen Auflagen erichienen. Das Gedicht war
im Mittelalter außerorbentlich verbreitet u. wurde
Freidenker bis Freie Semeinden
ſchaftliche Verfaſſung, über die Sal
daß jedoch ber principielle Fragen, eis
ber $:n ©. widerſprechend, etwas ſeſtge
Durd die Bewegungen des Nabres 13
durch Zuſätze u. Abänderungen aller Art bäufig ! das Freie⸗Gemeindeweſen eine neue Aur
umgeftattet, weshalb die Handſchriften vielfach un⸗
ter einander abweichen.
Freidenker, ſ. Freigeiſt.
Freidhoff, Johann Joſeph, geb. 1768 in Hegge
bei Arensberg in Weſtfalen, erlernte in Düſſeldorf
die Kupferſchabekunſt, arbeitete mit an den Blättern,
weiche tie Chalkographiſche Gejellichaft in Söder
nad großen Meifiern in Kupfer flechen lieh, ficbelte
mit der Geſellſchaft nach Deſſau fiber, wo er meh⸗
rere Kımftblätter fertigte, begab fich ach Auflöſung
der OGeſellſchaft nach Berlin, mo er Lei ber Akade⸗
mie als Senatsmitglied u. Profeſſor der Kupfer
ſchabekunſt angeftellt wurde, begann einen Kunfſi⸗
banbel, bereifte Holland u. Frankreich, ftach mehrere
Blätter in punktirter Manier in Kupfer u. wandte
ſich zuletzt auch der Porträt» u. Binmenmalerei zu.
Er ft. 1818 in Berlin.
Seen 1) (Rechtsw.), fo v. w. Freigericht;
2) |. n. Fehmgericht.
Freie Amter, Gegend der Schweiz an der Neuß
u. Bünz, gehörte fonft den alten Gantonen, 1803
mit Aargau vereinigt.
Freie Bauern, Bauern, welche für ibre Perfon
frei find u. nur gewiſſe Laften, welche mit tem
Belit eines Bauerngutes verknüpft find, zu tragen
haben. Gegenſatz: leibeigene Bauern.
Freie Gemeinden, religidie Gemeinden, bie
ſich von den beſtehenden Lanbestirhen losgeſagt u.
eine neue Gemeinfchaft gebiltvet haben. A) In ber
Proteſtantiſchen Kirche entflanden F. G. da⸗
durch, Daß, bei. in Preußen, vie ſtreng kirchliche
Bartei feit 1540 immer mebr daranf drang, genau
nah den Eyinboliihen Büchern zu lehren n. bie
Porichriften ter Agente zu beobachten. Diefen
Beitrebungen wirkten tbeil® bie Proteftantifchen
Freunde (j. d.), tbeil® einzelne ©eiftliche entgegen,
u. Da einige ber Letzteren ibr Amt verloren, jo ſam⸗
melten fih um jie gleichgeſinnte Gemeinbeglieter
zu Fen G. Die erfte F. ©. entftand nach Der Be⸗
endigung des Terfabrens gegen Rupp in Könige
berg den 16. Jan. 1546, an ber fich außer Nupp
bei. Dinter, Diotberby, Wechsler u. Sauter als
ührer betbeiligten. Anbere Gemeinden dieſer Aıt
ildeten fih 1546 in Halle unter Wislicenus,
1847 in Nordhanſen unter Baltzer, in Halber-
In unter Aislicenus jun., in Marburg nuter
rofefjor Bayrboffer, in Magdeburg unter Biar-
rer Üblig u. an mehreren Meinen Orten meiftens
wegen Dlißbelligleiten mit dem Kirchenregiment
a. Durch Äußere Anregung Shen 1547 traten
dieje verſchiedenen Gemeinten zu einer Conjerenz
in Rerdhauien vom 6.—8. September zuſam⸗
men. Außer ven oben genannten Städten maren
auch ans Neumarkt in Echlefin, aus Mismar,
aus Hamburg u. Altona Abgeordnete u. zugleich
mehrere Freunde ber Reform gegenmärtig; als
Zwei wurde ausgeſprochen, tie geiftige Einheit
aller Fen ®. zun Bewußtſein zu bringen n. Das
Leben berfeißen durch gegenfeitige Dittheilung u.
freie Berbintung zu bejörtern, u. man bejchäitigte
ſich vorzugoweiſe über das Die Fen ©. Einigende,
Über das Verhältnig zum Staate, über bie gemein⸗
— — — — ———— — — —— —— — — — — — — — — — —— — — — — — — — — — — — — — — — — — ——— —
entſtanden nene F. G. in Kirchbrembad
herzogthum Heflen, in Danzig.u. anderr
gaben die Grundrechte biefen Beſtrel
neue Anregung. Bei Weitem meichtiger
breitung u. Entwidelung ber &n ©.
Fahre 1849 ıı. 1850, mo bei dem pelit
ftand bie kirchliche Agitation bervertra
an ging die Demokratie n. Das Freie⸗
tbum ganz offen Hand in Hand: neue
bildeten fich fat gleichzeitig an wielen i
in Berlin, Chemnit, Dreeben, Peipzig,
Alien, Nürnberg, Müunchen; politiſche B
verwandelten ſich in religiöſe Vereine
heitiger werdende Polemik richtete fid
gegen bie Evangeliſche Kirche, ſonder
Chriftenthum felbft, u. allmälig ſch
Deutſchkatholicismus dieſer ihm verm
tung an. Dieſe Veränderung zeigte
zweiten Gonferenz ber Fen ®. in Sal
3. u. 4. Dctbr. 1949, mo 12 Gemein
ihrer Prediger vertreten waren u. wo!
Element ganz zurüdgeftellt, Die von?
den deutſchkatholiſchen Predigern u. Ax
wortete Bereinigung mit den Deutchle
gebahnt u. der freie Geift, bie freie Lie
Gemeinschaft ale Mittel die Welt ym ı
bejeligen empfoblen, Dagegen bie form,
Das Prieftertbum, bie Kirche ale nid
führend verworfen wurbe. Auf der lekte
welche am 22. Mai 1850 in Yeipzig be
ter wegen einzelner Ausmweifungen im .
geient wurde, wurde tie Verbindu
Deutichlathelifen zu einer Religit
ſchaft freier Gemeinben burd
fand der damals erlaflene Aufruf an
Volk nicht viel Anklang, da den Fen
ber Vorwurf gemadt wurbe, daß fie
politiſcher Gemeinschaft feien. Als el
des Apoftoliiben Symbolums wur!
anfgeftellt: Ich glaube an Gott u.
Reich, wie es Jeſus Chriſtus in die We
bat; für Gottesverehrung, Taufe m.
wurde Freiheit verlangt u. Mannig
Korm, vie alten Belenntniffe fellten
lijcher Freiheit geebrt werben 2c. Alle
wich man in ben einzelnen Genieinde
So fand die Ruppſche Gemermte
berg in der Heiligen Schrift, ale r
jhenmorte, nır die Quelle für den
die Einheit Gottes un. für Die Sitte
Halliſche Gemeinde betrachtete bie Te
kirchliche Sitte u. ſuchte febr bald mit il
eine heitere zwangloſe Geſelligkeit zu ve
Bayrhofferſche Richtung in Kurbeilen
chriſtlichen Dualismus, d. b. Den Glau!
perſönlichen Gott außer dem Menſcher
Welt, u. redete in ber Hegelſchen Sprod
zu erſtrebenden Humanismus das Wer
Verbindung ber $-n G. unter einanter,
die unbedingte, durch Die fittliche Ihr
barende Freibeit des menſchlichen Gem
gendes Princip binflellte,, fuchte man Et
zelnen Fen ©. die Selbflänpigteir zu
Freie Bemeinden bis Freie Handwerker
> bie Formel in das Statut auf, daß
xheit noch nicht gefunden habe, fonbern
ie Organifation der Fen G. murbe
demeinbeorbnung geforgt, bie ihrem
auf der vellfändigfien u. freieften
ng in ihrer Gefammtheit beruhte. So
m Rorbbhäufer Statut alle Gemeinde»
velche verbeirathet od. 20 Jahre alt
u. palfives Wahlrecht n. beide Ge⸗
he Berechtigung; bie Repräfentanten
e können jederzeit durch Die Majorität
yigen von ihrem Amte entfernt werben,
od. Prediger flieht anf balbjähriger
Kündigung u. fein Verhältniß muß
u Lage jedes Monaté erneuern, bie
n auf allgemeinen Konferenzen find
nen Geuieinden nicht bindend, fie wer⸗
nur als Meinungsäußerungen ob. ale
itgetbeilt. Die Differenzen mit dem
ent, welche ber Austritt ber Ölieber ber
den Landeskirchen berbeiführte, ver-
rungen in ber Gefeßgebung, u. in
nen das Toleranzedict vom 30. März
Berorbnnung zur weiteren Ausführung,
xgerlihe Beglaubigung der Geburts.
e durch Eintragung in ein gerichtlich
Regiſter fiir bie Gemeinden, beren
ht zufteht, bie auf bürgerliche Rechts⸗
ich beziehenden Amtshanblungen mit
r Wirkung vorzunehmen, angeorbnet
purbe, daß fein Beamter, weıl er ſich
ntengemeinte angefchloffen habe, in
em Amte verbundenen Rechte eine
‚ erleiben dilrfe, fofern nicht bae Amt
B. bei ben Schullehrern, durch eine
‚niehfion bebingt ifl, worauf ein ſpä⸗
rialrefcript allen Lehrern, bie ben Dif-
hörten, ihre Stellen an den katholiſchen,
n u. Simultanſchulen aufzugeben be-
nichmung bes Jahres 1848 u. nament-
weinen ber Grundrechte, hatte den Yen
leihterung , 3. B. bie ungehinderte Bil-
Jemeinden u. bie Mitbenußung evange-
ic. gebracht, allein bie veränderte Rich»
ı &. veranlafite fehr bald die Staats»
je firengeren Maßregeln, u. feit 1850
in allen Staaten Beſchränkungen, fo
iern, wo man ihre Taufe nicht ale
nnte, u. im Großherzogthum Heſſen,
ilitärifche Hülfe nöthig machten u. neo
ıftreten ber Xeifeprebiger unterfagte.
nu blieb das Toleranzedtct in Geltung,
nte ber Erlaß des Öberlirchenratbes
41851, baf die Mitglieter der $-n ©.
:te ber evangelifchen Yanbeslirche, we⸗
admahl, noch ale Taufzengen an ber
ig Antheil nehmen n. bie evangelischen
peber Trauungen noch Leichenbeflat-
nen verrichten Dürfen; bem Geiftlichen
A nicht geftattet, eine Rede auf einem
Kirchhoſe zu halten u. bei einer Wieber-
die Evangeliſche Kirche fintet eine be-
ung Ratt. Jedoch wurde fpäter ber
e erleichtert. uliche Berorbnnungen
51 im Anhaltſchen, im König
fen, in Altenburg u. anbermwärt®.
eier Maßnahmen Löften fich mehrere
andere famen in Conflicte mit bem
675
Staatsregierungen, be. wegen unbefugter Amte-
bandiungen, u. in Sachſen wurden fie burch Ge⸗
feg bes Minifleriums des Innern vom 11. Aug.
d. 3. wegen ihres mit bem Staatsrohle unverträg-
lichen Gebahrens auntzurn u. verboten. Außerdem
wurde aber auch das Yeben in ben %-n ©. immer
matter, u. bie Streitigkeiten in ber Dagbeburger Ge⸗
meinte, welche als politiſcher Berein 1855 definitiv
geiioften wurbe, über bie eeibebaltung od. Be⸗
eitigang des Namens chriſtlich, ſchwuͤchten bie
Theilnahme ab. Cine Conferenz, welche 1858 von
ben ührern ber Fen ©. in Gotha een wurde,
ſcheint keine wichtigen Ergebnifſe geliefert zu haben.
Im Allgemeinen bat ſich die Theilnahme an
ben Fen ©. nicht in der Weiſe gereist, wie man
fie erwartete, u. namentlich find bie Gebildeten,
welche vormals dem religidfen Liberalismus ange-
hörten, zum großen Theil von biefen Tendenzen
zurüdgelommen. Dies iſt aber auch von ben meiften
Geiftlihen der Fen ©. geichehen, welche zum Theil
wieder zur Proteſtantiſchen Kirche zurückgetreten
find. In titerariicher Hinficht ift Lie Angelegenheit
ber $-n ©. in einer Menge von Broſchüren behan⸗
delt worden. Ihre Organe waren: bie Reform
von Balter, die Freie Kirche von Rauch, das Sonn⸗
tageblatt von Uhlig.
In der Keformirten Kirche find gleiche
Posfagungen von ter Stuatefirche vorgelommen,
u. zwar: a) inter Shweizerifhen Kirche, wo
in Waadt, in Folge ter Februarrevolution 1845,
ber größte Theil ber Geiftlichleit im September d. I.
aus der Staatshirche austrat, welche bie ſogenannte
Nationallirche, in Gegenſatz zu der Staatslirdhe,
gründeten, |. u. Waadt; fobann b) in der Schot-
tifhen Kirche, wo feıt 1843 von Dav. Welſh u.
Thon. Chalmers geleitet Die Sreie Kirche neben ber
Staatslirche beftebt, |. u. Schottifche Kirche.
Auch im Schoße C) der AnglicanifhenKirde
zeigten ſich ſeit 1844 Beftrebungen, bie freilich in
anderem Sinne, al8 bie beutfchen Fen G., ebenfo
gegen ven Bufeyismus u. Katholicismus, mie auf
die Reformation der Staatskirche gerichtet waren u.
eine Union (Evangelical Alliance) mit einer allen
evangeliſchen Parteien ziemlich ſchon gemeinfamen
evangelifchen Lehrfumme erzielen wollten. Diefe
mehrfach auseinander gehenden VBeftrebungen einig»
ten fih auf ber Verſammlung zu Liverpool am
16. Yan. 1846 unter Sir Eulling Fardley Smith
u. Pretiger Biderfteth babin, dag in biefer Freien
Kiede (Free Church) ſich bie chriſtlich gläubigen
Individuen als Repräfentanten ber unjidhtbaren
Kirche einigen ſollten, in welcher die allgemein»
weientlichen Lehren bes pofitiven Chriftentbums von
ben anberen gefchieben fein u. auf eine heilige all»
gemeine Chriftenkirche gegründet werben follte, f.
Evangeliſcher Bund.
BD) In ver Römiſch-katholiſchen Kirche ifl
in neuefter Zeit das FreieGemeindeweſen vorzüg⸗
ih in Deutſchland in beim Deutfchlatholicisnus
bervorgetrefen, ſ. u. Deutſchkatholiken; früher in
Frankreich in ber Kirche Ehatels u. Auzous, |. Bal-
tcanifche Kirche. Endlich kat ſich auch eine freie
Richtung unter den Czechen in —32 laut ge⸗
macht, welche das Andenken an Huß treu bewahr⸗
ten u. beſ. ſeit 1818 für Reformen der Katholiſchen
Kirche ibre Stimme erhoben.
Freie Handwerker, fo v. w. Unzünftige Hand⸗
werter, |. u. Handwerk. u
‚man a en —
zu ben von Sllaven — — * am
| ungen
: Grammatil,
— Diale
| le — — * ei
— e m t * rworfen
Bea) e w un ‚Der, freien |
"AN ..W. a vl
rei —— eln |.
Freie Orte, ſon 8—
ae itze eines Cantons, aber bem-
nicht un
‚als; Aarau. En Diffenbofen, Engel tei),
‚Gerfan (Republik), ll, R > * * m⸗
‚pad, Stein am Rhein, Zurſee, —— F
fingen; Aarau iſt eigener Canton geworden,
Übrigen find je anderen Kantons gejchlagen.
Freie ', welche von ben anberen
——— verbanet wird. ö
e ©täbte 1) fo v. w. Neichsftäbte;
— a —*— hi Mg —
—— Lübel, u a.
ſchafters an 55 ohne ——
dom Capital on allen U an ob. allem Berl
— it.
Freier Sire 1. Greifeit; ®) ar
trium. liberum F
ftänbig u. una ingig zu feinen Sand ungen 1m pe
timmen, Die Lehre vom ber Hatır u.
in ber chriſtlichen Kirche viel Streit veranlaht.
Nachdem ſchon in ben erſten Jahrhunderten bie
griechiſchen Kirchenväter mehr die Selbſtthätigleit
Be Menichen, die lateinifhen aber mebr bie Gnabe
Gottes betont hatten, krat Auguflinus mit ber Ber
banptung auf, bag ber Menſch feit Abame Fall das
Vermögen, Gutea an un, b, b. ben F. Ben, gänz-
lich verloren babe, währen Pelagius eine mora-
liſche Eimwirfung ber göttlichen Guabe auf, ben
Willen lehtte u. Die Vermittler (Semipelagianer)
* ſittliche —— u. bie göttliche Gnabe in
äbere Berbinbung brachten. Diejer Streit 309 fih
Hi bie hola ir — Binburch u. ging in bie
N Baar e Über, inbern biefe bem Augu⸗
ins, bie Katholiiche Kirche aber ben Semipela-
gianern folgte. Luther firitt bariiber 1519 mit Ed
u, fpäter mit Erasmus von Rotterdam; wobei je-
ner das Servum arbitrium, biefer das Liberum
arbitrium vertheibigte. Auch in ber Katholiſchen
Kirche, obſchon a in Trident für ben Semipelagia-
nismus ſich bauerten durch Die Dominika⸗
ner u. Saufen | he een fort. In der
— Kirche Hte Melauchthon milber u.
— ss. — fee Synergiftiihen Streitigteis
n ber Reformirten Kirche meigten fich
* zu Luther u. die Dordrechter Sy⸗
nee LE ete ihre Auficht zu Qunften der Go-
mariften gegen bie Arminianer. Diefe verichiebenen
Anſichten haben bis auf bie neueſte — ihre —
ter — E u — — ratio
den In *
"Ir
elche J————
— u. Ham- |
leines Geſell⸗
gen, ſich ſelb⸗
Ader⸗ u. Gartenbau,
— Mrqhee —
tinden BRD)
alus), bei ben
im On
iſt er neuerlich bon
n waren 12, *
—— | *
Sat — er an ber
— — wurde
herren· u. 1692 im bem
l HORSE — —
Gelundbrunnen u. ‚bie. Küden
* lichſten z emperat
ind erbigeh iniſche Eiſenquellen,
erlich angewendet werben u. bei.
pavalytiiche Sufälle, Nervenichmwiche u
len ‚werben; bie. Babeeinrichtungen |
bie Bäder früher häufig von ber könig!
bejucht worden find. An einer einer Borfti
das Achilles ob, Alerandrine
richtet mit drei Quellen, wovon |
ähnlich, eine aber eine ſchwache Schm
auch ‚findet fih eine Kaltwaſſerhei
önigliches Luſtſchloß, großes Alaunme
aiſenhaus gehörig,
bamer W gr
4130 Ew. Bgl. von der
Stabt F. De
werfs, Berl. 1754; von Reichenbach,
kunde ber Stadt F. ebb. 18324. 2)
Stadt im Kreiſe natsig bes peu
rungsbezirkes Stettin, am Starig- 3
pelbad); Zudmall- u . Sch feı
Frei ich, Sauerbrunnenn. Bad
amıte Dberlich des badiſchen Kreiſes
am Fuße des Kniebis u im Thale ber
a tetem Babehaus.
reieöleben, 1) Sapann —*
bon‘... geb, 1690 uin®
birte in Yeipgig bie rap babifitiet
als Docemt, laın 1721 als ne we
Hof», Zufig® u. Comfi
wurde Peofellor ber Ju
Gymnaſium u. 1734 Bicelangler u. :
bes Sonfiftoriums; 1735 ermeuerte Kai
‚für ihm an. feine Nach
. Berifabne.. bio. Freiheit:
. wurbe 1750 Kanzler u. Präſident bes
me u. ft. 1770; ſeine Schriften beſtehen
tionen u. Programmen über Nechts-
. 2) Heinrih Ludwig, geb. 1698
rg, flutirte in Leipzig u. Wittenberg
wurbe 1725 Collaborator in Altenburg,
er in Zeblig bei Borna u. fl. 1752; er
"es hinc inde sparsi et ex historia
ca excerpti de meritis illustris gen-
lıanae circa reformationem Lutheri,
17, Sol. 8) Gottfried Chriftian,
in Altenburg, war berzoglich fachjen-
Hofrath u. Bibliothelar in Gotha m. fl.
74; er ſchr.: Kalichheit ber neuen Pro-
enb. 1751; Überfegung tes Microme-
Itaire, Dre&b. 1751 ; Ausgabeber Maxi-
orale tirdes des podsıes d’Horace
‚1759; Rachleje zu Gottſched's Nöthigem
x Geſchichte ber deutichen dramatiſchen
Lpz. 1760. 4) Johann Karl, geb.
tiberg, widmete fi bein Bergweſen u.
reiberg Werners Unterricht; er unter-
mit Yeopolb von Buch u. Alerandber
bt geognoſtiſche Wanderungen in Sach⸗
ıgen u. Böhmen; von Leipzig aus, wo⸗
1792 begeben Hatte, um bie Rechte zu
eſuchte er in wiſſenſchaftlichem Intereſſe
dann das Fichtelgebirge; mit Alex. von
1795 tie Schweiz u. Savoyen; nad ſei⸗
w wurde er 1796 Bergamtaaſſeſſor in
im Sädfifchen Erzgebirge, 1799 Berg-
SJobanngeorgenftadt, 1800 als Berg-
Srath Director des Mansfelbichen u.
n Bergbaues in Eisleben; als die Graf.
sfeld an Weftfalen kam, ging F. 1808
2 zurüd u. wurde Beifiger bes Ober-
Oberhüttenamtes, 1810 Director bes
werte im Kotbufer Kreife; 1814 über-
8 gewerkichaftliher Deputirter bie tech⸗
ng ber Salinen in Teudit u. Köbichan;
e er zum Bergrath ernanut u. 1839 an
cs Etelle als Cherberghauptmanu an
des fächfiihen Berg- u. Hüttenweſens
: ſt. 20. März 1946 u. fchr.: Mineralo-
erfungen über das ſchillernde Foſſil von
bei Harzburg, Lpz. 1794 ; Bergmänniich-
he Beichreibung des Harzes, ebd. 1795,
eiträge zur Kenntniß des Kupierichiefer-
reib. 1807; Geognoftiiche Arbeiten, ebd.
‚ 6 Bbe.; Magazin für Oryltograpbie,
f.; Epfiematifche Überficht der Literatur
logie, Berg- u. Hüttenfunbe, ebd. 1622.
riedr. Gottl., Sohn des Bor., geb.
8leben ; er fi. 1836 als Bergichreiber u.
ſſeſſor in Freiburg m. ſchr.: Der Staat
bau, herausgeg. von Bülau, Lpz. 1837,
39.
ne, Fahne, welche, öffentlich aufgeſteckt,
zu faufen u. zu verlaufen anzeigt.
ren (Bergb.), f. u. Freimachen.
ef (Theaterm.), ber Laufwagen, welcher
teren Verſenkungsboden auf Scheihen
& quer burch das Podium gehende Ka⸗
die Breite der Bühne gezogen wird;
Sgegenflände, Möbels, Celnenungen ic.
ihm Über die Scene gezogen.
w, Gemahlin einse Freiherrn.
4871
Bm. ber Gerichtodiener bei ben Fehm⸗
gerichten.
Freigebigkeit, die thätige Reigung, Anderen
burch Geſchenke Freude zu machen; fie gründet fich
bei. auf das eigene Vergnügen, welches die Spen-
dung dem Geber macht; wogegen Wohltbätig-
keit das Bebärftigfte zunächft beachtet u. Mild-
thätigkeit reichlich n. oft an Dürftige ſpendet u.
aus reiner Onelle eines edlen Mitgeſühls fremte
Leiden zu lindern bemübt if.
Breigeborene, 1) (rem. Ant.), fo v. w. Inge-
nuus; 2) nad altdeutichen Geſetzen die, weiche
durch eheliche Geburt von ſolchen Eltern u. Oroß⸗
eltern, ſowohl väterlicher als mütterlicher Seits,
abſtammten, die in keiner Leibeigenſchaft geſtanden
hatten, |. Deutſchland (Ant.); 8) jetzt Jeder, welcher
nicht in Stiaverei ob. Leibeigenichaft geboren if.
Weeigehinge, 1) fo v. w. Freigericht; 2) fo v.
w. Fehmgericht; 8) bie Arbeit in einer Grube,
welche ein Zögling ber Bergwiſſenſchaft zu feiner
prattiichen Ausbildung wie ein gewöhnlicher Berg-
mann fördern muß.
Freigeiſt, der, ohne bie Gründe zu prüfen, bie
Religion, bei. die geoffenbarte, verachtet u. allen
Ölauben für Aberglauben u. Betrug erflärt. Vgl.
Arheift, Deift, Naturalift, Materialift ; daber Arel-
geiſterei. Zu ben Freigeiſtern rechnet man allge-
mein: Herbert von Cherburg, Hume, Blunt, To⸗
land, Collins, Voltaire, Rouffeau, Strauß, Feuer⸗
bad) ; die firengere confelfionelle Partei auch Philo⸗
ſophen, wie Leifing, Kant, Fichte, Schelling, Hegel,
ſ. u. Materialien u. Retionaliften. Val. Noad,
Die Freidenler in der Neligion, Bern 1953 — 55.
Freigelaſſener, 1) ein durch einen beſenderen
Act in Freiheit geiegter Shave, ſ. u. SMaverei;
2) ber, deſſen Eitern od. Großeltern Sklaven ge-
weſen find.
reigelenf, f. u. Gelenk.
Sreigeriht, 1) Gericht, welches über Freie ot.
Freigelaffene gebegt wird; 2) Gericht, worin freie
Irre: über leibeigene urtheilen; 8) jo v. w. Fehm⸗
gericht.
teigerinne (Müblenm.), fo v. w. Ablaß.
reigraf, —— u. Fehmgericht.
reigut, frohndienſt⸗, oft zinsfreieg @ut (i. u.
Allod), weiches bei ber Landesregierung unmittelbar
in Leben geht; tie Befitser Breibauern ob. Sreiſaſſen.
Kleiner Heißt es Freihof.
Freihafen, ein Seehafen mit zellireien Nieber-
agen.
Freihan, 1) Minderberrihaft im Militſcher
Kreife des preußifchen Regierungabezirte Breolau;
ein Marktflecken u. neun Dörfer; 2) Marktflecken
daſelbſt, nabe an ter Grenze von Polen; Schloß,
Barl, Dampfbrennexei; 1100 Ew.
Freibandeläfyftem, im Gegeniah zum Schutz⸗
zollipftem, das handelspolitiſche Syſtem, in welchem
bie jreie Toncurrenz Des Auslantes, als das befie
Förderungemittel des nationalen Wohlftandes, vor⸗
nebmiter Grundſatz ıfl. Die Anhänger dieſes Sy
ſteins werten kurzweg Freibendler, ihre Gegner
Schu v3 öliner genannt; vgl. Handel.
Freibaus, Haus ın einer Stadt, welches nicht
zu ben gewöhnlichen veiſtungen u. Lafien verpflich®
tet iſt; od. welches einer auderen al6 der ſiädriſchen
Gerichtsbarkeit unterworfen if.
Freiheit, 1) das Bermögen ber Selbſtbeſtim⸗
mung für Das Handeln, ohne von fremden Ginwirs
M
Amgen: abhlugig ge: Elne ab ſotista F. bi.
eine —— ur aa! —2 *
von allen Äußeren —
er a.
| ie etwat zu: han
ob. zn laſſen —— auch eine innere, mit un⸗
ferem Meilen
geiftigen ‚Ede
.n.. dieſen ſinnliche Eindrütke vorhergehen,
—— Geiſt eine relative F. zugeichen,
— —
—
—— n. beberrf
e Sicherung ertbeilt; zugleich
aber iſt fie. «ls
egt
ichnet das Wort $. 2) jebe Umgebunbenbeit von
end einer brädenben jHellel, 3. %. von ber SUnde,
von den Moſaiſchen Geſetz ic. Die wahre FF. beiteht
hiernach darin, daß fidh ber Menich burdh bie chrift«
{ Wollen un. Handeln beftimmten
liche. rheit zum 4 h bi
läßt. Wer ſich durch äufjere finmliche Dinge Fleiſch
beſtimmen läßt, ift nicht frei, jondern eimRuecht
des Wleifches od. ber Sitube; vol, Rüm. 6, 18.
Gal.5, 1 u.a.; S).(Eraats- u. Naturrecht), der
Begriff ver F., als der aus der menſchlichen Natur
von felbft eutipringenden Selbſtbeſtimmung, iR aud)
im Gebiete des Rechtes ubalten.
orbneten. Staate ſteht vaher auch dem
F., zu thun u. zu laſſen, was er will, zu, tifofern
n. infomweit nicht ausbrüdticy gebietente od. verbie⸗
teube Geſetze iym darin Schrauten fegen. Die let⸗
teren find aber nothwendig, weil ohne fie ein ge-
ordnetes Zuſammenleben garnicht denkbar fein u
der Staat in Anarchie verfallen würbe. Der- tele
Begriff der F. kann daher bier nur Bahia. gefaßt
werben, daß man bie Gtellung des Bürgers, Die
Berfaſſimg x. dann frei nennen wird, wenn bie
Geſetze die Selbſtbeſtimmung nicht mebr beichrän«
ten, als dies nach ten biftortich gegebenen Staats⸗
zweden nothiwendig if. Diefe Selbfibeflimmung
wird babei nach ten Brunbfägen einer vernünfti⸗
en Staats» u. Rechteverfaſſung bef. im folgenden
ichtungen zu exftreben u. feſtzuhalten fein: A) ale
perfönlihe (natürliche) F., nach weicher ber
Gtaatsbürger nicht willfürlich eingefertert od. det!«
nirt werben Darf, fei es denn, baß bie öffentliche
Sicherheit ob. Bergeben gegen die Geſetze des Glaa⸗
tes dies nöthig machen € Oftraten, ſ. u. Ötra'e).
Der Staat Bat aber and) daranf en baf dir
perfönliche F. nicht Burdh andere atebärger, fo
bu tmä g, geſtörc werde.
— a Bra fm
Me >
abrung teitt Die J. uns nur in wnferem
| = Unter einer Meisge | ii. Leibeigenichaft wefetstich ift
Staates für bie Ansäbung gewiſſer
| a
Antinomie der theoretifirenden |
oftulat ber praktiichen Bernunft |:
Im dem Neuen Teſtament be= | rei
ger
Feeiteit⸗ bis: : Yeetgellsihum
liche Repräfentart feine® Vernunfilebent,d
® | der millfürlichen entehrenden —
handlung Anderer preiegegeben werben.
wird Diele natürliche F. in —— —*
—————
. bezeichnet das Verhältniß ber Reai
taatsregierung, nach welchem bie ae
ju blinden, fonberm blos zu verfaffungt
Gehorſam verpflichtet find, u. micht blos
ſondern auch Rechte haben, m. madı ber
für bie Intereffen bes Regierenden, jenbe
Mobil des Staates u. der Staatsbür
wird. Ein ſolches Berbältnig muß auch
monarchiſchen Staaten angenommen wa
hierdurch unterſcheidet fih Die abjelmte
von der Deipotie u. Tyrannei. C) Poli
ift das Recht u bas Berhältniß eines Be
welchen es vermöge ber Grunbser
ev, daß der
ſolche Staubensfreifeit it Slaubensiel
ausarte od. daß fie zur A ung br
ſätzen benutzt welche ſich mit em
neten Staatsleben u. einer gefäuterten 9
vertragen.
Lein- u. Tuchweberel, Spinnerei, Kallb
mals "Bergbau auf Süber u. Geh:
2) (3. vor Ofkeiede), Dorf im Umte O
‚bannöveriicher Landdroſtei Hildesheim, ı
— — her gurs, ng —
amilie von Oſterode geweſen
heitsbaum. Beim Auebruch
amerikaniſchen Freiheitatrieges verfant
die Bewohner Boſtons unter einem
por ter Stabt, um über ihre politi
Rath zu halten. Der Baum erhielt den
As der englifche Geueral Bage von Be
genommen, ließ er ben Baum umban
pflanzte ber Pfarrer Dubois zu St. &
; Departement Bienne ben erſten F. ini
u. in wenig Jahren wurden im bieiem {
Tauſende dergleichen Bäume gepflany.
big 1815 eine große Zahl derſeiben ei
aber unter ber Keftauration wurde no
fänmtliche Freiheitsbiume zu befeitigen.
ben ſich noch einzelne Kreibeltsbäume ai
der erfter Revolution, 3.3, im VBotanikf
zu Baris n. in der Veſte Ham. Auch in de
revolution 1848 wurben beren
Leute ob. Arbeiter ſchafften vie ame Pi
Freiheitſiaſein Bis. Freimaurerei
es
er geholten Bäume unter Mufit m. | Ratt, 1842—44 im St. Goar, datın in Oftende u.
| Brüffel. Seine beichreibenben Gedichte erregten
nen freien Platz cd. großen Hof, ob.
wo fich Straßen kreuzen. Aber be-
sar 1850 erichien ein Regierungserlaß,
bänme, melde dem Straßenvertehr
zen, bejeitigt werben jellten, u. ber
ach cinem Decret vom 7. Jan. 1552
uf ähnliche Art wurden in Italien
reiheitsbäume gepflanzt, aber auch fie
1649 wieder. In der Schweiz wurde
1551 ein F. zu St. Imer im Kanton
t.
3
inſeln, fo v. w. Fidſchiünſeln.
krieg, 1) ſo v. w. Nordamerikaniſcher
; 2) der Spaniſch⸗portugieſiſche Be⸗
‚1503 — 13; 3) jo v. m. Ruffiſch⸗
g gegen Franukreich 1812 — 13.
muße. Das Recht, kei Kopf zu be⸗
ſchen von je ein Zeichen der Freiheit
Hut ein Sombel derſelben, |. Hut
iher führt Britaunia zumeilen, Per-
tt bes Dreizads eine blaue Mütze mit
de u. der goldenen Uniſchrift Liberty.
Sombol auf einer Yanze, u. auch In
urde die Diuße, während der Zeit
epublit, gleiches Svmbol. Nach ver
: der Mützen der beirciten Galeeren⸗
de 1792 von Warjeille nach Parisé
t biefe Müne gleiche Farbe u. wurde
namentlich von den „Jalobinern ger
‚ 1) urſprünglich ein Edelmann, ber
bes feinen: Brogen lebnspflichtig mar,
Rinifterialen; jetzt 2) Adelstitel zwi⸗
ragen u. dem gewöhnlichen Edelmann
arom 1. vgl. Adei. Duber Freiberrn-
eif, der mit einer Pertenichuur um-
u. auf welchen gemeiniglich 5 Perlen
(Iubentb.), fo v. w. Brachjahr.
er (kEleuiherobranchii), Abtbeilung
Ihe, mit laınnıförmigen, am Außen»
‚, bemeglichen Riemen, eine einzige
19, mit einem Kiemendeckel betedt.
die Ordn. F. ohne Hauchfloffen (Haft-
Fnathi): die Gattungen Tetrodon,
us, Balıstes. Osiracınn ıc., u. Die
5. mit Bauchflofien: bie Gattungen
. Accipenser (Stör).
t, fo v. w. Abdecker.
In, i. u. Freiſchũtz 2).
‚|. u. Bergwerteverfaſſung b).
ng der Sklaven, f. u. Stiaverei.
(Miilbienm.), fo v. mw. Ablaß.
‚ 1) vom Jäger, menn er zu voreilig
iſpricht; 2) vom Huude, wenn er zu
ald teilt.
‚ kehn, beflen Inbaber von bem per-
ufte gegen ben vehnsherrn befreit ift.
‘, fo v. w. Freiknechte.
5, Ferdinand, geb. 17. Juni 1810
lernie ale Kauſmann in Soeſt, wo er
in freundlichem Verlehr ftand; mar
s auf einem Wechſelcomptoir in Am»
g 1936 nach Barmen u. conbitionirte
t 1834 lebt er, jeiner Neigung zu pee⸗
fiem folgend, in Unkel bei Köln, im
—41 in Weimar, 1541 in Darm⸗
fowobl wegen der Neubeit ihrer Stofje, ale auch
megen ter Sprachgewandtheit raſch allgemeine Be⸗
mwunderung, u. der König von Preußen verlieb tem
mittellofen Dichter zur Förderung ſeines Talentes
eine Benfion. F., beebalb ven Herwegh beitig an⸗
gegriffen, werzichtere im Iannar 1544 auf Die fö«
nigliche Benfion n. trat num in Die Reibe der poli-
tiſchen Dichter. Seines politiihen NRabicaliemne
wegen verfolgt, ging er 1545 nach der Schweiz,
wo er in Rapperſchwyl u. im September d. I. aus
tem Kanten Ar. Qullen ausgerielen wurde u. dann
in Zürich lebte; 146 mendete er fich nach Lendon,
we er bis Januar 1645 in dem Handelshauſe
Huth u. Comp. arbeitete. Nach ber Februarrevo⸗
Intion fehrte er nach Deutſchland zuriid u. lebte in
Düfjeltorf, wo er im Augnft werbaftet u. wegen
feines Gedichtes, Die Todten an bie Yebenben, vor
bie Affiien geftellt, aber im October freigefprochen
wurde, 1549 aus Holland, me er ſich niederlaffen
wollte, ausgewieſen, lebte er eine Zeit lang in Witt
bei Düffeldorf, dann in Köln ı. wurde im Mai
1851 als Ortsbürger in Diiffeldorf aufgenommen.
Im Juli d. 3. wurde ein Berbaftsbeiehl wegen des
2. Heftes feiner politiichen u. ſocialen Gedichte u.
wegen feiner Betheiligung an ber demoekratiſchen
Centralbehörde ın Köln erlafien. Scheu vorber
batte er fich indeß entfernt u. febte feitbem in Yon-
don. Er gab berans mit Maperatb 2. Simrod daß
Nheiniſche Jabrbuch flir Kunft u. Becfe, Kbln
1841 f.; mit Leo. Schücking: Das maleriſche u. ro⸗
manttiche Weftfalen,, Barmen 1810—42, 10 Lief.;
nit Duller: 1562, ein Gedicht (zum Beten bes
Kölner Doms), 1842; Dichtung u. Dichter, eine
Antbologie, Deffau 1854; er fehr.: Gedichte, Stutt⸗
gart 1835, 18. Aufl. 1557; Karl Immermann, ebd.
1842; Glaubensbekenntniß, Zeitgebichte, Mainz,
1544; (’a ira (politifche Yieter), Heriſau 1846;
Die Revolution, Ypy. 1848; Februarllänge, Verl.
184195 Neuere politifche u. feciale Gerichte, Köln
1849, 2. Heft Braunſchw. 1850; Zwiſchen ben
Garben, eine Nachleje älterer Gedichte, Stutt⸗
gart 1819.
greilinge (beutfche Ant.), fo v. m. Freie.
reimachen, 1) (Bergb.), erfüllt ber Mutber
eines Gangtheils feine Chliegenbeiten nicht wie ce
foll, u. will ein Auberer dieſes Lehn fich aneigenen
fo trägt ber Yeßtere bei bein Bergnieiſter auf bas
%. durch das Breifahren an; bef. ift dies ber mit
Friſt verichriebenen Zechen ver Tall. Es befteht
darin, Daß der Geſchworene ber Reviere, wenn er
bei breimaliger Befahrung bes Grubengebäubes
binnen eines gewiſſen Seitraumes feine Arbeiter
antrifft, die Zeche frei erllärt u. in das Brei
machungsbuch einträgt; 2) bie von einer eilt» ob.
ausgehenden Waare nörbigen Abgaben (JZoll sc.)
entrichten ; 8) das Borto für einen Brief beim Auf⸗
geben deſſelben auf Die Poft entrichten.
Freimänner, 1) fo v. mw. Freigeborene; 2)
welche unmittelbare Reichsgüter beſaßen.
Freimaurerei, eine unter eigenen formen be⸗
lebende Geſellſchaft, die zunächſt in England als
ein vereits gebildeter Verein öffentlich bekannt
wurde u. von Da aus fich in Kurzem durch einen
großen Theil Ber Welt verbreitete. I. Die Bret-
naurergefelfchaft od. Freimaurerbrũderſchaft, melde
erſt (mis Unrecht) nach ihrer Uberpflanzung auf ben
Gentiuent ben Namen einee
Bi befteht als «ein (mit Au
era
ber Frauen
ür bie eigentliche. —
ãnnernu aus allen
BB,
Macons, engl. Free- masons) nennen. In ihren,
beftimmien Regeln georbneten Zufammen- |
rachten fie allen Unterſchied bes: Nan⸗
‚ges, der Glüdegliter m. ber Con für_auf-
gehoben. Die.oft augescgte firane, ob uden zu Frei⸗
mayrern aufgenommen werben lönnen, wird ſehr ver⸗
wn. — u. iſt als eine noch wicht ——
zu betrachten. Die wahre F. iſt von allem Wir⸗
Tem, nach Außen, Das auf Staataverhältnifſe u. Reli⸗
ionsverfuffung Bezug haben könnte, fern, fo daß in
ihren echten Berſammlungen alle Diecuffionen über
ꝓolitiſche u. Tirchliche Gegenflände geimbaetekäich
ausgeihlofien find, wogegen Achtung bex beſtehen⸗
den Staatseinrichtung u. Unterwerfung unter bie
tzliche Ordnung u. Befehle des ierenben,
elbſt wenn von biefem Schliegung ber Verſamm⸗
lungen, geboten würde, fo wie bie Bermahrung eines
jireug veligiöjen Sinnes an ber Spike aller frei-
maureriſchen Berpflichtungen ſteht. Nach biejer
weſentlichen Grundlage bat die F. den Zmed ihren
Bunbesmitgliebern bie Möglichkeit zu gewähren, mit
Gleichgeſtimmten Neinmenjchliches zu erftreben, fich
fern von allem Pofitiven für ein freies Bernunft⸗
reich zu bilden u. in Gemeinjcaft mit einander das
Urbild ber Menfchbeit darzuſſellen. So innerhalb
des Bundes für alles Gute angeregt; jollen bie |
Freimaurer außerhalb beffelben an allem Edlen
regen Antheil nebmen, wie denn von benjelben
haufig wohltbätine u. edle Lebenszwecke beabſichti⸗
gende Anftalten begründet, unterſtützt u. gefördert
werben, Über ben Mißbrauch ber F. zu falfchen Zwe⸗
den u..über das beöhalb mebrjach ergangene Ber-
bot.ber Theilnahme an ber F., ſ. unten Il.
Die in einer Stabt u. ber Umgegend wohnen⸗
den Freimaurer vereinen fi, wenu fie fi) Part
genug fühlen, u Einem Eompleg, Loge; in größer
zen Stäbten befinben fich auch wohl zwei ob. mehr
2ogen, bie neben einander beftehen. Die gewähn-
Uichen Logen find Johannislogen, welche auch Logen
son.den blauen Graben (Zohannisgraben, niederen
Graben) genannt werben. Jede Toge muß, um
gelegmäßig (gerecht u. volllommen) zu werben, von
einer anderen, ſchon älteren geftiftet (conftituirt)
jeiu u. erhält von biejer ihre fchriftliche Conſſitution
(Conftitktionepatent),, auch ein eigenes Geſetzbuch
(Sonftitutionsbud)). Bei großen Logenvereinen in
inem Lande fieht das Recht zu conftituiren nur
ber. ob. ven leitenden Mutterlogen zu. . Nicht ger
hörig conflituirte Logen heißen Wintellogen.u. were
ben von den übrigen nicht anerlannt. Dagegen
lann jede Johannisloge (Hauptloge) in ber Regel
eine Deputationsloge einrichten, um zu einem be»
immten Zwed neben ihr zu arbeiten. Merten |
ſolche Deputationslogen währenb bes Kriege bei
im Felde aa Trubpen errichtet, fo heißen fie
Feldlogen. Jede Loge f
men, welchem ber Name bes Dxis, wo fie ihren Sit
Bat, beigejet wird, 3. B. Mineron zu ben 3 Pal
55 im Orient zu Leipzig, Memphis im Orient zu
emel zc. Die Berfammlungen, walche auch Los
gen heißen, werpen mo zpägiih in.-eigmuen, ber
| gelegenheiten leitet‘. bie
nach ihrem
Ehrenmeiſter u. fteben als foldhe bem !
xt einen ſymboliſchen Na⸗
nt ers
Loge ‚gehörigen ——
einer Großloge Heben.
Aus den Meiftern werben bie verfdhi
amten gewählt. Der Vorſtand ber log
fer vom Stuhl (Logenmeifter), welcher
L oge in der 9
u. ſchließen läßt. Ihm zur Seite ficht
m größeren Logen, der beputirte (zuges
fier, der ihn bei Abweſenheit u. Kraml
ihm, wenn bee Gefchäfte zu viel u
ae — un. wenn fi
u haltenben Logen zu fehr häuft, eim
biefen hält, Meier som Stuhl,
Wilrbe mehrere Jahre lang beffeibetem,
Zurüdtritt die Würbe a
Stuhl berathend bei. Der Meifter von
; die beiden folgenden Vorſteher (nad
Ritualen Aufſeher) werben gewöhnlich |
menmebrbeit ber Mitglieber g
fteher haben bie Aufficht in Den
dem Meiſter bei Eröffnung n.
u. ftehen ihm berathend zum Seite. 1
Beamten werben gewöhnlich von dem
Stuhl aus den Meiftern ernanzt. DE
furd der Eeremonienmeifter, welcher «nl
Befolgung des Rituale u. ber. Gebrä
der Secretär, welcher bie Proteloſle
Rogeufchriften, auch wenn ikarı nicht ein
direnber Secretär zugegeben if, Die Ge
beiorgt; ber Archivar, welcher das Logen⸗
Binkrarbelar, Sg
FJreimaurerei J.
chatzmeiſter, welcher die Kafſe u. Fi⸗
doge verwaltet; der Anmonier (Armen⸗
elcher das Almoſen u. die Armenpflege
t; der Redner, welcher Die Gelegenheits⸗
ı Rogen hält; bie 2 Stewards find Ge⸗
'Borfieber :c. Der Meifter vom Stuhl,
ru. Die Beamten bilten das Beamten-
welches wichtige Logenſachen vor ber
Loge berathet. Ju einigen Logen gibt
‚ein bei. Directorinm, welches aus tem
n Stuhl, dem beputirten Peiſter, Alt-
en VBorfichern befiebt. Im Ländern, wo
ob. ein Prinz ob. fonftiger Berwanbter
amilie Freimaurer ift, überninmt ber-
a6 Protectorat feiner Logen. Die Groß⸗
ı @roßmeifter, Großbeamte xc., n. bie
ı Repräjentanten kei bei Großlogen,
tereflen dei derſelben vertreten.
tglieder ber Legen ſiud entiweter
weiche Stimmrecht haben, u. bieuende,
Etimmredt haben. Zuweilen wer⸗
ber anberer Legen zn Ehrenmitglie-
nt. Dorbebingungen zur Aufnahme
liebes find Volljährigkeit u. fittliche
beit. Wenn tie Yoge fi über das
tn dieſer Pebingungen vergemifiert
nt die gewöhnlichen fchriftlihen Fra⸗
ne Biltung, über jeine Meinung von
u. einige andere Dinge beiriedigent
bat, mird über ihn abgefiimmt u.
abme unter entiprechenten Ceremo⸗
er Receptionsloge vorgenommen. Der
mmene erhält gewöhnlich nach geichehe-
me vem Meiſier vom Stuhl einen
etificat), daß er wirklich Maurer fet.
ng aus bem erften, tem Vebrling®», in
ben Geſellen⸗, u. dritten, den Meiſter⸗
tin ten Beförderungslogen u. nad be-
tnalen Statt. Durch das bei der Auf⸗
rlemmene Gertificat empfängt jeber
Das Mecht, fremde Logen zu beiuchen
r Bruter). In mancher Loge ifl dieſer
länger am Urte Lebenden unterfagt,
hält nur dann die Erlaubniß dazu, wenn
iren laßt. Außer ber Aufnahme kann
ırer, Der chen in einer anderen Yoge
en ift, dur Affiliiation im eine Loge
FR die Roge, bei welcher derſelbe früher
fand, nicht von ber, ihn nun in ihren
nehmenden anerlannt, fo beigt Die Af-
erification. Der Freiniaurer gelobt bei
abme Verſchwiegenheit gegen Kichtfrei-
sofane) über alles, was in ben Yogen
getbeilt wirt, u. was er über bie innern
des Bundes erfährt, er libernimmt
Aufnahme Pflichten, tie tbeils bie
. Veredelung bes Geiftes u. Herzens
eden, theils bie Beichafjung der Pittel
ıng der Yoge betrefien. Wenn ein Frei⸗
derum aus der Yoge treten will, je bedt
», db. h. erflärt —* Abgang. Die
nn für einige Zeit, od. für immex ſein.
seift die einfache Entlaſſung. ft gibt
ſe dann auch, wenn er für fie mit be-
ifer gewirki bat, ehrenvolle Entlafjung,
logar die Ehrenmitgliedſchaft. Mitglie⸗
‚, ale Maurer unwürtig benebmen, ob.
zu nicht erfüllen, werden mic Exclu.fieu
en — — —
belegt, od. wem Entſchuldigungegrunde vorliegen,
nur von ber Lifte geftrichen. Mitglieder, bie frei-
willig deden, baten feinen Anſpruch, an den Logeu
mehr Theil nehmen zu bürien, wohl aber bie-
jenigen, welche ebrenvoll entlaſſen find.
Biele Gruudſãtze u. Yehren der %. werten durch
Sinnbilder zu erkennen gegeben , melche der Werk⸗
maurerei entnommen find, u. daber anbeuten, daß
bie F. fih mit einem geiftigen Bau beichäftige.
Die veriammelte Loge wird ale Yicht ausſtrah⸗
lend betrachtet u. deshalb u. weil angenom-
men wird, daß der Meifler vom Stuhl in
ften feinen Blat babe, auch Orient genannt.
In den Logen wird nah einem gemifien Ri⸗
tual gearbeitet (b. i. toge gehalten). Die Arbeit
beginnt mit feierlider Gröffuung ter Yoge. Die
im Interefje der Yoge liegenden Gegenſtände wer-
ben baum Discutirt u. nach Beenbigung der Dis-
euffion Die ſchwebende Frage entmeber durch
Acelamation, bei minder wichtigen Fragen, od.
durch Balletage entidieben. ie Yogen find
a) Arbeitsiogen, in benen über innere Ver⸗
bältmiffe der Yogen verhandelt, Correipontenzen
mit auswärtigen Xogen u. ſonſtige intereffante
Saden, fo wie freie Vorträge mitgetheilt wer-
ben. Sie heißen aa) Inftructionsiogen, wenn
ber Hauptgegenftand Unterricht iiber den Zwech,
die Ceremonien u. Geſetze der Maurerei ift; bb)
Dtonatedlegen, wenn fie monatlich wiederkebren;
ce) Receptions⸗ u. Beförberungelegen, wenn
ein neues Wlitglied aufgenommen od. aus einem
niebern Grad in einem höhern befördert wird.
Befondere Verbandlungen werben in ben Ge⸗
jellen»e u Meifterlogen gefübrt. b) Feſtlogen,
bie zu feſtlichen Gelegenbeiten Statt finden, u.
zwar aa) ordentliche, welche zu beftimmten Ta⸗
gen gehalten werten, mie bei. das Johannisfeft,
am 24. Juni zum Gedächtniß des Et. Johannes,
ferner das Suiftungeieft, entiweber ter Yoge ſelbſt,
od. deren Mutterloge 2c.; bb) außerordentliche, für
bejontere Belegenheiten. Immer find bie Feitlogen
von einer Rede (tseftrete) u. von Geſang u. Deuflt
begleitet. ce) Zrauerlogen, meiftzum Gedächmiß
eines od. miehrerer verftorbener Dlitzlieber. dd Ta⸗
fellogen werten nad beenbeter Arbeit, bei. nach
Feftlogen u. Aufnahmen, gebalıen, wobei ein
vorgeichriebene® Ritual beobachtet, Die Yoge ähn-
li einer anderen Loge eröfjnet u. gefchlofjen wird.
Gewiſſe Toafte, Muſik u. Geſang bejonterer Frei⸗
maurerlieder würzen das Mabl ſolcher Tafellogen.
Geſchieht das Zufammenfpeifenohne weiteres Ritual,
zuweilen ſelbſt ehne vorausgegangene Loge, ſo heißt
es ein Brudermadl. Wie ſich die Tafelloge zum Bru⸗
dermabl verbält, ſo zur eigentlichen Lege die Logen⸗
cluba. Es find Dies, meiſt wöchentliche, Verſamm⸗
luugen, an denen nur Maurer Theil nehmen,
jedoch obne m:ureriſche Formen; es werben maus
reriſche Gegenſtände beſprochen, freie Vorträge ge⸗
halten u. auf F. näberen od. ferneren Bezug
habende Schriften vorgeleien. Unter Schweſtern
verſtebt die F. nicht nur leibliche Schweſtern der
Mitglieder ber Logen, ſondern auch Gattinnen n.
Bräute; manche Yogen vereinen fie bei feierlichen,
außerortentlihen manreriſchen Begebenheiten, In⸗
bilien, Einweihungen neuer Yocale u. dgl. zu
e) Schwefterlogen. Das Ritual iſt verjchieten
u. ziemlich willkürlich Die maurerigchen Fermen
werdeun nicht beobachtet, Raus ihrer treteu aber andere
- Tramerf
| Nüpeptione-
rer “mie | ab,
bei nehmen: Lufton
iR
{ Be
big 2* —
Breimaurer Theil Frage 2 bi Ei
D
manverei. Die
Wlgemeinheit an
bie Welt aber 4000 v. Ehr. ‚de fei; bee |.
halb zäblt fie immer in ihrer Zeitrechnung bie
Jahre nah Ehriftus + 4000, alfo Das Jahr 1859 |.
= 5859 als Jahr bes Lichts. Bei. jonft fanb man
es oft, daß Schriftfteller über F. bis auf ben
Eempelbau Salomos, Die äguptiihen Priefter, bie
Eleuſiniſchen Geheimniſſe, den Potbagoreifhen |:
Bund, bie Eſſäer od. Therapeuten, bie römischen
Baugemwerle (j. Sub ascia dicare), bie Dewiben,
‚Euibeer ze. zurüdfübrten, aber ohne allen Grumb,
benn obihen alle dieſe Einrichtungen, bei, bin»
fihtlich des Geheimbaltens, eine gemifje Ähnlichkeit
mit ber F. haben, jo hängen fie doch in hiſtoriſcher
Beziehung auf Teine Weife mit derfelben zuſammen.
- Dagegen iſt ver Zuſammenhang ber F. mit ben Bau⸗
ge ſchaften (f. b.) bes Mittelalters, durch melche
am 12.— 15. Jahrh. bie herrlichen Baumwerle bes |-
Mittelalters , bei. bas Straßburger Münfter, ber-
vorgingen, nachzuweiſen, benm {af überall finben
fid an leteren Embleme ber #. ſchon cher bieler
u. es it wohl anzunehmen, daß bie Borfteher
[nr bie .alten fun nbigen ı. n *
Kunſt lebenden Baumeiſter, die Baugeſellſchaften
nicht blos in einem zunftmäßigen, fonbern höheren
Sinne nahmen. Auch Urt ‚ jo die Orbnıen
der Steinmeßen 4464 in Strasburg, ſcheinen |
biexauf binzubexten, obſchon bie Iner Urkunde,
angeblich vom. 24. Juni 1535, — dies geradezu
aneipricht, u. bei welcher mehrere bean nte ner
bamaliger Zeit, wie — Coligny u. A.
mit unterichrieben find, höchft wahrfcgeinlich in ber
ve en Hälfte bes 18. Ja . untergejchoben wor⸗
it. Unbezweifelt famen bie Bangelellichaften
balbnah England, u. ſchon in früher Zeit ift, nach
ber altengliichen Sitte, baf die Großen Mitglieder
— Zunſt waren, nachzuweiſen, daß Prinzen u.
e von England Protectoren der bafigen Ban-
ã waren, jo der Sage nach Prinz Eb-
win 926. ber Yorker Baugeſellſchaft. Unter Ma-
ſonen verftaud man fänmtlide zum Bau ver-
wenbete Künftler u. Handwerler, doch unterfchieb
man fchon feit dem 14. Jahrh. Free Masons, d. i.
Steinmetzen, melde den freiftehenden Stein bear-
“beiten, von ben Rough Masons, ben Maurern,
welche bie rauhen Bruchfteine zufammeniligen. Die
ältefte neuere Urkunde, entſtanden zwiichen 1427
bie 1445, iR von Salliwelli in Londen 1840 heraus⸗
gegeben; "biejelbe enthält die alte Zunftfage, welche
„bie Gefhichte bis auf König Athetſtau zurüdführt,
Borſchriften über dus gegenfeitige Verhalten der
Genoſſen, Verorduungen des zn u. endlich
die Legende von Damı 4 ekcönten. . Um 1500. er
| die Grundlage ber Ma
‚der Maurer 1731 u. die
Sreinaureseiräis’A. B.
‚analoge — ———— | fienen Die altem:
Eonftitutiuen u. 6
—
ale Nitglieder. anzunehmen n. legte]
—— der $. ”
B) Erfie Beriode der eigentfi
meurerei 1717-1783: 1717
4 Kogen in konbon.gur 45
—* ‘1720 feierte aufs
Anderſonſche Conſtitutionsb
urerei. 173
Se > von Irland in Dublin
Conftitutionsbuche - ve
welches auch die Grundlage de
ausgegebene m. — —
| ee
1736 die Errichtung ber 5
land in — * —— Bi b
bon in Übereinſtinmmung im mamı
gen n blieb. Dagegen
ißhelligkeiten — zu
London lebenben Maurer
teten WR be ——
dig Logen h
man ſich auch im
warf, ſo fanden
nahmen ſtatt. Unzufri
führung unterſchiedener * Mi =
ichtung di
loge, u. bie. derſelben ertheil ten Be:
Nach —— ——— erhoben fi
friedenen wieber feit 1755, indem “
englilhe Maurer im Gegenfak
eugliſchen bezeichneten m.
Xoge im Lane, zu York,
zwar vereinzelt fortarbeitete, aber m
brüberlicher Verbindun blieb, bie
wurbe n. gegen 1784 ex 1764 =
nung. bis zur Beinbieligteit vollendet
bie altenglijche Sehe um von —*
land anerkaunt. Die
1813, wo die getrennten —
Freimaurerei SL. B.
Großen Loge der | friſten, gearbeitet u. den Tempelherrenorden fort-
en Kreimaurer. Das neue Sonfitu- ı i
Ralteten Vereinigten
hien 1815, in 2. Anflage 1827 x. in
841. In Schottland, weldes in
n n. mnftilchen Gefchichte der Mau⸗
mannt wird, beftanb feit alten Zeiten
Janlenten eine ähnliche Bereinigung
ab. Sie fanden bier unter Patronen,
lange Jahre in der Familie der Grafen
ern von Roslin, erblich war. Ber-
t war das Dorf Kilwinning, andere
Serfammelten fitd in Aberdeen. Im
erieth die F. in Verfall, bis fie fi
ber bob, fo daß 1736 bereite 32 Yogen
ben Großmeifter wählten, am 30. No⸗
: Geburtstage des St. Andreas, des
% von Schottland. Die Großloge
bat flets nur bie 3 urfprünglichey
annt u. ſich gegen jede Art von Hoch⸗
tu. verwahrt.
ottland, fonbern Frankreich iſt bie
rochgrate. Im Jahre 1725 wurde
yern vie erfte Loge in Paris ge
2 gab es 22 Pogen in Paris. 1743
fie Allgemeine Geſetzbuch zum Ge-
ogen in Frankreich belaunt gemacht,
rtifel fich gegen bie Sohprate er-
hatte Michael Antr. Ram)ay (f. d.)
j in Paris gebalten, in welchem er bie
renzzügen ableitete u. fie mit ben Dr-
Sohannes, dem Malteferorden, in
ng brachte. 1747 erichien von Abbe
feinbfelige Särift: Frane - Macon
e zuerſt bie Fabel von ben Übergriffen
in Lie Politik zu Gromsede Seite,
rts wieder auf ten englifchen Thron
äblt. Auf Grund des von Ramjay
ortragß bildeten fich ſchon 1742 drei
ve Grabe. 1743 erfand man in Lyon
y, welche bie Rache ver Templer dar-
308 Prinz Karl Eduard Stuart nad)
en, um ben engliihen Thron zu er-
ı nach ber Schlacht bei Sulloben 1746
rankreich zurüd. Ihn erbob bie Pabel
e zum Großmeifter der Diaurerei, ob.
aten Großmeifter ber Tempelherren u.
x bes Rofecroir- Grabe. Alle viele
derietten in nichts, ba der Prinz 1780
belauntichaft mit den Myfterien der
irte. 1754 gründete ber Chevalier de
n Sapitel der Hochgrade, genannt das
‚a Clermont, weldes von franzd-
men im Siebenjährigen Kriege nad)
berpflanzt u. von Sam. Rofa verbreitet
em Capitel folgt 1756 das ber Ritter
1758 das der Kaiſer des Morgen» u.
mit 25 Graben, 1764 führte Tichuby
s. St. Andreas von Schottland ein.
terwefen, u. bei. den Tempelherren⸗
der Maurerei in Berbindung zu
de behauptet, daß, nachdem Jalob
Grofmeifter der Templer, 1314 in
Ant worden ſei, 7 Templer, worunter
J des DOrtens, Aumont, nady einer
nfef geflüchtet wären, bort einen, ſchon
der Verfolgung der Templer bahin
empelherrn, Harrid, gefunden u daß
Yanbwertätusucer, um ihr Leben zu
gepflanzt, ibn jedoch, um verborgen zu bleiben, in
ilder u. Sinnbilber der Handwerlsmaurer geblllt
hätten. Hierauf wurde nun ber 6. Grad, ber
Tempeiberr, gegründet. Da bie Beiftlichleit auf
diefe höheren Grabe den bedentendſten Einfinß
üdte, fo fam nächft dem Namen Ritter der: Tem⸗
peiberr u. Cleriker, nebſt bem des Kapitels, flatt
der Loge anf. Während nun die engliſche F.
von London aus in Spanien (1729 in Gibral-
tar, 1728 in Mabrib), in Portugal (1736 in
Liffabon), in Italien (in Btoremg 1 7135), n Ruß-
land (1731 in Moskau), in den Niederlanden
(1735 in Haag ſobſchon bereits 1731 ter Großher⸗
zog von Toscana, nachmaliger Kaifer le T., in
einer zu Daag von Delegirten der großen Iq; u
London gebildeten, ſpäter ſogleich wleder geſchloſſe⸗
nen Deputationsloge aufgenommen worden mwar]),
in Schweden (1736 in Stodholm), in ber
Schweiz (1735 in Genf, 1739 in Laufanne),
noch fpäter in der Türleiw. in Deutſchland
(1737 wurde bie Loge St. Georg, jpäter Abſalom,
auch die Loge zu Sachſenfeld [Ipäter in Rußdorf er-
loſchen), dann die zu Naumburg, in Hamburg,
1740 die Provinzialloge zu Naumburg u. 1746
tie Provinzialloge in Hannover von Gnglanb
aus gegründet) Logen errichtet hatte, breitete
ſich dieſelbe auch nach fernen Welttheilen aus;
in Aleppo u. Damaak wurden feit 1728 Logen er»
öffnet, dieſelben 1730 nah Nordamerila über⸗
etragen u. auch in Oſtindien bie 5- auf engliſche
eiie geübt u. Überall Prowinzialgroßmeifter er⸗
nannt.
In Deutſchland brachte das Syſtem ber fricten
Obſervanz große Bewegung hervor. Es theilte Eu⸗
ropa in 9 Provinzen, zuerfi Aragonien, Auvergne,
Zanguetoc, Leon, Burgund, Britannien, Rieder-
dentichland (mit Einfchluß Polens, Livlande u. Kur-
lands), Italien u. Griechenland, in deren je der
Sit eines Heermeifters fein jollte ; da fich aber ſpäter
die meiften biefer Provinzen abgeneigt zeigten, bie-
fes Syftem anzunehmen, in 9 andere, nämlich Nie⸗
derbeutihland (mit Polen u. Preußen), Auvergne,
Languetoc, Italien n. Griechenland, Oſterreich,
die Yombartei, Rußland u. Schmeben. Diefes
Syſtem verdankt zum Theil fein Entſtehen, bei.
feine Verbreitung dem Sreiberru von Hund,
welcher 1742 zu Franffurt aM. zum Kreimaurer
aufgenommen u. 1743 zu Paris katholiſch u. in vie
daſelbſt beginnenten höheren Grabe eingemeiht wor⸗
den war. Hier hatte er ben E. f. General Graf
Marſchal, welcher ſchon früher in ben Bund anfe
enommen u. zum Provinzialgrogmeifter von Ober»
— *8*— ernannt worden warn. ſeit 1734 Logen (fo
zu Naumburg, 1741 zu Leipzig, 1742 zu Alten⸗
burg) geftiftet, fpäter aber bei einem Aufenthalt
in Paris fi) zu den höheren Graben hatte be⸗
fehren lafien, gewonnen u. errichtete 1747 im
Einverſtändniß mit demfelben einzelne Logen, je
fogar 1764 einen Logenbund, mwelder den Namen
Striete Obfervanz erhielt, weil in ben latei⸗
nifhen Reverſen jedes Mitglied firengen Gehor⸗
fam (Strictam observantıam) geloben mußte.
Der Kreiberr von Hund war fo durchdrungen von
der Wahrheit ber Erzählung von dem Tempel⸗
orben (von dem feine Anhänger ein Namensver-
zeichniß ſeit Molay bis zur neueften Zeit }ublicit-
ten), daß ex hoffte, es werde einmal ein Monarch
884
that, benfelben in Anſehen zu erhalten. Sein Sy-
ftem wurde auf 7 Grade erböht, nämlich außer ben
3 Iohanuisgraden beftand der Schottifche Meifter,
der Noviz des Ordens, der Tempelherr (ber ent-
iveder zum Eques Socius od. Armiger ernannt
wurbe), u. ber Eques professus, tem angeblich
Aufichlüffe Über die Geheimniffe u. Geſchichte ber
Maurerei ertheilt wurbei. Geheime Oberbäupter
(hobe, od. unbelaunte Obere, Cleriker) leiteten an«
eblih ben Orden zu Zmeden, welche, ſowie bie
Deren jelbft, den Brüdern der nieteren Grabe ger
beim gehalten wurben; wahrſcheinlich waren «8
wenigftens Anfangs Jeſuiten, welche unter dieſem
amen ein verbedtes Spiel trieben. Der höchſte
Obere hieß Eques a penna rubra (Ritter von ber
rothen Feder). Jeder von ben höheren Graben be»
kam einen Ordensnamen, jo Eques ab ensè (von
Hund), Eques a struthione (Schubart von Klee-
al Eques ab aquila fulva (Starf) ꝛc. u. führte
denjelben in maureriſchen Angelegenheiten. Wirl-
lich gelang e® von Hund, viele Logen zu errichten
a. felbft die Mutterloge zu ben 3 Weltkugeln in
Berlin zur Stricten Obſervanz zu belehren. Bereits
vor Errichtung der Stricten Obfervanz war nämlich
griebrih der Große 1738 noch als Kronprinz in
raunjchweig von vertrauten u. ihm befreundeten
Mitgliedern zum Freimaurer aufgenommen wor-
den u. hatte geftattet, daß nach feiner Thronbeſtei⸗
gung bie Loge aux trois globes (jetst die Natio-
nalmutterloge zu ben 3 Weltkugeln) in Berlin
1740 geftiftet werbe, welche in kurzer Zeit 14 Töch⸗
terlogen zählte. Sie arbeitete Anfangs in franzö⸗
ſiſcher Spracde. Nach Sriebrich II. hatten ſich meh⸗
rere fürftliche u. andere vornehme Perjonen in ben
Bund aufnehmen laſſen. Die Logen, bei. die der
Etricten Objervanz, waren damals Sanımelpläte
der vornehmen Welt, fie zählten zwar nur wenig
Brüder, aber faft alle aus ben erften Klafjen der Ge⸗
ſellſchaft.
Solche große u. ſchnelle Ausbreitung der
F. mußte aber Reaction erweden. Schon 1731
unterfagten bie F. Neapel, 1735 die Niederlande,
1738 Kaifer Karl VI. (aber nur in ben öjterreichi-
ſchen Nieterlanden), Hamburg, Schweden (bier bei
Todesſtrafe), Bolen 1734, Toscana 1740, ja in
Spanien u. Portugal wurden die Freimaurer ein-
geterkert u. hart verfolgt. In der Türkei, wo man
auh Muhammiedauer (mehrere berjelben, melde
gegen Ende des. Siebenjährigen Kriege® nad
eutſchland fanıen, legitimirten ſich als Maurer)
aufnahm, befahl Die Pforte, daß man, fobuld wieder
Logen gehalten würben, das Haus, worin fie Statt
fänden, umzingeln u. mit Mann u. Diaus verbren-
nen folle. Ain wichtigften war uber, daß Papft
Clenens XII. die F. 1738 mit Bann u. Ercom-
munication belegte, was Benetict XIV. 1751 be-
Räte. Dies bewog einen großen Theil, bei. ber
ranzöſiſchen Geiftlichleit, bie Fogen zu verlafien.
Nur die Jeſuiten achteten bie päpfiliche Bulle nicht,
denn fie begannen eben damals ihr Etermontifches
Spften u. bilbeten e8 vielleicht eben darum zum
neuen Tempelherrnorden aus. Ju anderen Ge—
geuten wirkte das Berbot nur wenig u. wurde ſo⸗
ar in manden bald, wie in ten Niederiauden
1740), Zoscana, Schweben (1746), zurüdgenom⸗
"in noch anderen wichen bie Freiinaurer durch
ähnlicher Geſellſchaften aus; ſolche warcıı
Freimaurerei XL: B.
denfelben zum wirklichen Orben erheben, u. Ales
3. B. ber Mopsorben, vom Kurfürk
geftiftet, ber Esperanceorben, von Bar
ber Harmoniesrben (f. d. a.) x. 1
der meiften Geiftlichen aus ten fran:
hatte dieſen bie beſtimmte Yarbe m.
nommen; franzöftiche Lebhaftigleit,
Leichtgläubigkeit, ſowie das bereits in
graben mit ihnen getriebene, noch fü
gehaltene Spiel, waren Urfacdhen, t
auf Grade gehäuft, bie verichietenfı
Ichaffen u. die gröbften Täuichunge
vorgenommen wurben. Aldhemie, (
Theoſophie wetteiferten mit einanbeı
ten Kopf zu verbreben. Der Grai
Caſanova u. Caglioſtro (f. d. a.) fı
jpiegelten das Auffinden tiefer E
Zwed der F. vor, ftifteten neue Eyi
(Letter bei. bie Ägyptiſche Manre
mande Spfleme gaben, bei. feit bei
gen Kriege 90 höhere Grade, mit
amen (wie Conseil de chevalieı
C. des empereurs de l’Orient et
etc.), noch andere Zweige ter Mu
befondere Abzweigungen u. Orden,
(Elu-Coene). Hermetifcde F., Philal
bie größte Berwirrung in ber %. ver
ber franzöfifden Armee, die 1757
erſchien, drang auch Die meuere fra
ierei mit Por Ihren —— ein
trieten Obſervanz viel zu ſchaffen,
viele Brüber au deren Borfpiegelu
bervorgehenbe Betrügereien glaubte
anhaltiher Siperintendent, Roja,
Namen u. Auftrag der 3 Weltkugeln,
Syſtem (Rojaiihes Syſtem),
land u. behauptete, daß daſſelbe 2
Alchemie, Theofophie, Kosmoſoph
gäbe. Auch die Afrikaniſchen Ba
trennten ſich von Hund. Ebenſo m
Illuminaten (geftiftet 1767 von Wi
Neuen Rojentrenzer (f. b.), ein Aus
braud der F., cd. ſchlichen ſich doch
ſpäter in ſie ein. Bedeutender ab
Hund das Mißtrauen, welches ma
Heermeiſterthum zu ſetzen begann.
Johnſon a Fünen (eigentlich ein Vaga
Leucht, welcher Kaſſendefecte gemad
von den geheimen Oberen in Schou
prior abgeſchidctt fein, die deutſche 3
formiren, auch höhere Geheimniife
rief Die echten Maurer nach Iena ı
Hund 1764 zum Congreß von
bei Kabla, im Herzogthum Altenbur,
Spielereien trieb, Johnſon Poften,
in Templertracht, ausſetzte u. in gi
Patrouillen reiten Ließ u. ſelbſt ritt,
ben, daß ihn der König von Breußen,
er angab, verfolgte, nicht aufbebe
Sobnfon endlich mir der Kaffe eurfle
Brüder jo in Hund drangen, mehr
bisher, baß er endlich auf fein Ehre
Degen verficherte, Daß das, was eri
meiftertbum ausgejagt habe (j uber)
u. daß er bif vor Kurzem: mit unbeli
zu Old Aberdeen correipondirt dart
zuhl des Condents nahm Diele Erk
uicht unbedeutender Theil erflärte
Dugeyen. 4757 erregten bie Cierile
Treimauterei IL B. C.
ordinis templarii), bie fi dur; | mißlungen war, bie Logen Kurlande für fein Cle⸗
"rater Archidemides ab aquila
ten, ber fich aber zuerſt nicht Affent-
bern unter dem neuen lateiniichen
‚ aber behauptete, die wahre Weis⸗
u wollen, die beiondere Aufmer!-
pter der Stricten Obſervanz. Dies
Syftem hatte aber den Oberhof⸗
in Darmftadt zum Stifter. Anßer
7 Jobannismaurerei hatte das Sy⸗
e,nämlih: a deu Jungſchotten;
ſchen Altmeiſter, od. St. Au⸗
e) ten Provinz⸗Capitular
Kreuze u. d) den Magus, ob.
er Klarheit des Yichts, mel-
» aber wieder folgende 5 Abthei-
aa) den Ritter u. Noviz
bb) benfelben vom 4. u. cc) deu⸗
abre; dd) ven Leviten, u. ee) den
dem Convent zn Kohlo, wo eine
er Etricten Obſervanz vorgenommen
arl von Braunſchweig zum Groß-
wurde, blieb von Huud, nachdem
nte Legitimation nochmals auf feine
Degen belräftigt hatte, nur Heer-
Logen Ztricter Obſervanz in Cher-
1, Dänemark u. Kurland. Noch
fih aber ber alte myſtiſche u. leicht»
yucch dieſen Konvent in ber F. ge
) vermochte der Leipziger Weinwirth
nen Logen 1772 — 74 durch Geifler-
‚Blenden, u. von Gugomos (Eques
ımphante) brachte, fi für einen
i heiligen Stuhls in Cypern ausge⸗
Heifterericheinungen, Golbmachen u.
miſſe berufend, ven Conventvon
1775 zufammen, wo er aber ent-
floh u. jpäter widerrief. Eben jo fan⸗
iſch⸗ myſtiſchen Martinifien Anhang
in Schlefien entftanden die Kreuz.
ı in Cherteutichland bie Aſiatiſchen
aber alle waren nur von furzer
r andern Seite wurten viele bisher
iſcht, u. ſelbſt Schubart von Klee-
'olger Rofas bei den 3 Weltkugeln
annte bie Nichtigleit des Tempel⸗
. fegte feinen Hanımer nieder. Die
zraunſchweig 1775 u. Wolfenbüttel
afjelbe noch mehr wunfent, u. end⸗
ernunft bei bem durch ein Circular
irl Wilhelm Ferdinand von Braun»
ein Vater nach befien Tote 1733 ale
r Stricten Obiervanz gefolgt war)
nventzu Wilbelinsbab 1783,
te Chfervanz, bie neuen Roſenkreuzer
saten Theil nahmen. Die Rückficht
war feit befien Tod (er fl. 1776 zu
chwunden, ein anderer Heermeifter
‚ der fchon früher zu Zurin erwählt
‚est anerlannt wurde, Bernez, wurde
icht beachtet, das ſchon ſehr wankend
ıpelberrnigflem für aufgeboben er-
ricte Obſervanz auf neue Grundſätze
it veränbertem Syſerm zurüdge-
{mebader od. Rectificirtes
efer Eonvent war Durch bie Jarten
„berhofpretigers Stark zu Darm
worden, welche biejer, ala es ihm |
ritaliſches Syſtem zu gewinnen, gegen bie Striste
Obſervanz gerichtet hatte; durch denſelben erhielt
aber auch Das Clerikaliſche Syſtem einen bebeuten-
den Stoß u. löfte fih nun nah u. nach von ſelbſt
auf, bei. durch Nicolais, Bieſters n. Gedikes ent»
ſchiedene Sprache in ber Berliner Monateichrift,
welche ten proteflantiichen Oberbofprebiger vor
Stark von 1794 an geradezu Des Katholicismus be⸗
ſchuldigten, was fich bei feinem Tode auch ale wahr
erwies.
() Zweite Periode. Die Freimauerei
feit dem Wilhelmöbader Convent 1783
bie zurFranzöſiſchen Revolution. Die.
hatte ſich geläutert; alle helldenlenden Maurer be⸗
rifien, daß man mit ben höheren Zwecken der
Oberen mit Geifterfeben, Goldmachen ac. getäuſcht
worden fet, daß zum Theil politiſche Zwede, zum
zheil das Streben für ben Katholicismus Prose-
Igten zu gewinnen unter ben Bildern, bei. ber
höheren Grade, verborgen gelegen bätten, u. in vielen
Spftemen zeigte fih (mie zum Theil fchen früber)
das Streben, die F. in ihrer Reinheit barzuitellen,
n. man juchte, da man ſich Über bie Mittel bierzu
nicht einigen konnte, dies in befonteren Zyftemen
u. ın inneren Crienten ob. Großlogen zu erreichen.
Schon oben iſi geſagt, daß ſichi Großbritannien
nächſt der altengliſchen Großloge große Logen in
Yondon (1717), Dublin (1730) u. Edinburg (1736)
bildeten, von Denen bie zmeite bef. wichtig mark.
Diefe neuengliſche londoner höchfte Großloge nahm
1770 nad tem Vorbild anderer Syfleme einen 4.
Grad, Royal Arch, an, während bie altengliichen
Logen von Port u. die ſchottiſche u. iriiche Groß⸗
loge fortfuhren, nur in brei Jobannisgraben zu ar-
beiten. Die neuenglijhe Großloge verpflanzte
tiejen Grad feit 1763 auch in ihre Provinziallogen.
In Frankreich erlirten troß des Verbots ber
5. buch Ludwig XV. faft feit dem Beginn ber F.
hen Öreßlogen, u. 1735 nahın der Herzog von
Autun, 1743 jelbft der Herzog Youis von Bourbon,
Graf von Clermont, aljo ein Prim von Geblüt,
das Großmeifterthum an. Dieje vornehmen Groß-
meifter befümmerteft fich intefjen wenig um ihr
übernommenes Amt u. ließen daſſelbe durch bepu-
tirte Großmeiſter verwalten, non denen einer, Ya-
corne, 1761 Zanzmeifter war. Gin Theil der Logen
wollte ihn nicht anerkennen, u. es gab daher einige
Jahre lang zwei franzöfifche beputirte Großmeifter,
bis e6 dem Grafen von Clermont doch zu arg
wurde u. er Lacorne abfettte. Aber nicht lonnte er
die inzwiſchen erfolgte Bildung. von Großlogen zu
Vordeaux, Lyon, Marſeille, Orleans u. Bouillon
verhindern. 1767 erfolgte ein neues Verbot der F.,
das durch frühere, ebenjalls erneute ſcharfe Ediete
ber Biſchöfe gegen fie ſchon vorbereitet war, aber
eben jo vergeblich, als früher, denn 1771 gelang
e6 dem Herzog von Chartres (jpäter von Orleans,
während ber Revolution Egalite genannt), der fid)
ale neuer Großmeifter an bie Spitze aller Syfteme
u. die ihn fünumtlih anerfennenden Großlogen
ftellte, bie F. wieder geftattet zu jeben. Er ernannte
ben Herzog von Yureinburg zu feinem Admini-
strateur genGral (deputirten Meifter). Ein Grand
Orient de France, beftehenb aus Deputirten aller
Logen, wurbe 1772 in Baris eingejett, u. ber Here
zog von Orleans felbit zum Souverain grand
maltre des tous les conseils, chapitres et lo-
ges 6cossaises de France antgerufen. "Diefer
große Orient hielt Ordnung unter ben Logen ı8 fuchte
1776 bie höheren Grade einigermaßen einzuſchrän⸗
ten; eim Konvent zu yon verwarf 1778 das
Tempelherrnſyſtem, das bef. in Lothringen u. Elſaß
Eingang gefunden batte, u. bie Logen beflelben
fchloffen fih nun dem Grand Orientan. Schon 1756
Yatte die holländiſche F. unter ber Bedingung,
daß alle hollãndiſche Yogen unter Einer Großloge
zu Haag ftänden, die Anerlennung bes Staats er-
langt u. 1770 ſchloß auch fie einen ereinigunge-
vertrag mit der höchſten Ionboner Großloge. In
Dänemark mwurbe von Staatswegen 1792 bie
ganze F. unter den Grofmeifter Prinz Karl von
Hefien geftellt. In Schw eben befiimmte 1785
en Geſetz, daß Leine Loge mehr anders als unter
ber Großloge in Stodholm arbeiten bilrfe, ıt. der⸗
ſelbe König, welcher die F. früher bei Tobesftrafe
verboten hatte, ließ fich von den neuen Logen feterlich
huldigen. Die ſchwediſche F. war aber nach franzö⸗
ſiſchen Formen geftaltet, arbeitete nach Clermon⸗
tiſchem Syſtem u. hatte dabei eine ſtarle Bei-
miſchung von Roſenkreuzerei. 1765 führte Schubart
von Rlecleib das Templerſyſtem bei ber ſchwediſchen
. ein, u. um 1777 war bafleibe u. das Clermon⸗
tiſche Syſtem zu einem ganz weränderten, neuen
Syftem umgebtitet, welches bem altenglifchen nahe
kommt. Der Untergang des Tempelberrnordens
a. die Wieberherftellung beifelben durch die F. ſoll
nad dieſem Syſtem ohne alle Beimiihung von
Katbplicismus verfinnlicht werben; das alte Syme
bol fehlt u. wird geſucht; Wohlthätigkeit wird als
Urzwed bes Tempelherrenordens betrachtet. Die
ſchwediſche Manrerei hat 9 Grabe, nänılich Die Jo⸗
pannisgrabe ‚ ven erwählten Scyotten, ben fchottir
ichen Meiſter, den Ritter in Often (Jobannisver-
tranter), den Ritter in Welten (Tcmpelritter,
Unterofficiant), dem Großofficiant, den Magister
templi (Utor). Andere führen dieſelben Grabe
mit einigen Abweichungen an. Indeſſen war bie
ſchwediſche F. nicht fret von Smetenborgianismus
u. damals die meiften Redner Smetenborgianer.
Dadurch, daß Guſtav III. die F. gegen ven Adel,
welder die Macht Damals in Händen bielt, benutzte
n jeinen Bruber, den Herzog von Silbermanlarıd,
zum Sroßmeifter ernannte, bekam bie F. bort eine
eigentbümliche Beziehung. In Rußland konnte
lange keine eigentliche Großloge zu Stande kommen;
obſchon Katharina II. Protectorin der Loge Klio
in Dioslau wurbe, mar diefe doch nicht Großloge.
1768 ward vom ruſſiſchen Obrift, nachmaligent
©enerallientenant Dielefino, einen gebornen Grie⸗
chen, das Meleſinoiſche Syſtem eingeführt; e8
enthielt Die 3 Johannisgrade u. außer biefen 4
Grade (das dunkele Gewölbe, fchottiicher Meiſter⸗
u. Rittergrad, Philoſophengrad u. Clericat); in
das Clericat war viel Roſenkreuzerei verwebt.
Dies Syſtem beſtand nur in wenig Logen in u. um
Petersburg u. war außer Rußland wenig bekannt.
1776 ward von England aus das Großmeiſterthum
des von Jolachin anerkannt. 1786 waren bereits
15 ruſſiſche Logen bekannt. In Polen eniſtand
1769 die erſte Großloge aus der 1749 begründeten
Loge zum guten Hirten in Warſchau. Als ter
ruſſiſche General Igelftrön 1783 u. 1794 Warſchau
bejegt hielt, wurden die Logen durch ihn gejchlofien.
Später, als die Theilungen Polens eintraten,
Freimuurerei I. ©...
tbeile unter bie Geſetze der Staaten, :
biefe geſchlagen wurden. Inter Schmei
Loge zu Lauſanne den Titel eines Helm
niſchen Directoriun:s an. Epäter ſchu
ber Schweiz mehrere Logen zur Stricten
u. Die zu Baſel nahm den Titel eines a
Directoriums an, Dagegen erhoben fih
zu Genf zu einem unabhängigen Gref!
Doch wurde erſteres nach dem ernente
F. 5 Bajel 1782 aufgehoben.
m meiften aber zeigte fich das Ent
Betten in Deutfhlanb. Hier um
tificirte Wilhelmsbader Syſtem durch d
her Herzog Karl Wilhelm Ferdinand
hweig u. deſſen Loge Karl zur gehi
repräfentirt. In Anfang gehörte die Rat
loge zu ven 3 Weltkugeln zu Berlin zu di
e8 begannen aber bald Streitigkeiten mi
1784 ertlärte fich die Rationalmutterfi
ibren Töchterlogen von allen maurerifi
tungen, alfo au von dem Wilbelmsb
ffir unabhängig; fie erfannte daber as
jenem beit fen 4. Grad nicht für gi
behielt, wie bisher, ihre 7 Grade kei.
denn auch der Name Stricte Obfervanz
auf das von ihr befolgte Syftem übe
die leitende Loge bes Wilhelmsbaber S
ein anderes Syſtem annahm u. bi
Stricte Obfervany fih nach n. nad ı
reits 1764 hatte in Berlim bie Loge ı
ibre Gonftitution von ber Loge
Braunſchweig erhalten, fie hatte
von York, Prinzen von England, 176
men u. durch beflen Bermitteln
twion ven daher belommen. Sie
deshalb Royal York zur Freundſchaf
Logen zu ihrem Eyſtent u. nahm Die
Mutterloge ein. Nur wenig fpäter bi
der Seneralftabsarzt Ellermann, Der
tion den Namen von Zinnentorf :
hatte, bie Bildung eines befonteren :
hatte von Hunts Yegitimation ala He
fiebenten Provinz auf dem Convent i
nicht anerkannt n. verfchaffte ſich dur
jecretär ver Öroßloge in Schweden bere
flärte Die Stricte Obſervanz für unedht
1770 12 Xogen zu einer Großloge im i
biefe erhielt ein Patent von London, u
Sins u. Herftreiten, wo er ſich unbı
(jo war es den Brüdern feiner Loge, |
Nattonalmutterloge, eine Zeit lang ı
Logen bed andern Syftems zu bejud
dem bie ſchwediſche Großloge erklärt ba
nendorf ohne ihr Biffen ibre Rituale c
erklärte fi biete Großlege zu Berlin
Landesloge von Deutichlant. Im G
Stricten erflärte Zinnendorf iein Zt
Yate Obſervanz, obihon es weit f
als jene, u. ſchloß mit der höchſten
in London, durch Bermittelung des
Georg Karl von Heflen, 1773 en
nach tem alle Logen in Deutfchland ih
jolten. Auch Zinnentorf nahm 7 Or
der ſchwediſchen an u. Die Yanbestege i
bi8 jet. Die Yoge Royal York vcrei:
mit ver Lunbesloge, trennte fich uke:
der von berjelben u. reclamirte ibre .
Tamen bie einzelnen Logen ber abgeriffenen Landes⸗ 1798 erging von ber preugifchen Xe
Freimaurerei IL D.
’e geheime Geſellſchaft unterfagt ſei,
t, wenn fie ſich einer ber genaunten
ı anfchließe; biefer Befehl if noch
In Frankfurt a. M. hatte eine
nzialgroßioge befanden; dieſe er-
ch ten Tod des Provinzalgroßmei⸗
ermöge einer ausdrücklichen Bekim-
ſten Großloge in Londen hätte bie
in Frauktfurt a. M der großen Lan⸗
in ſich anſchließen ſollen, Dazu wollte
icht bequemen, ſondern errichtete mit
deichsadler in Wetzlar ren Eklekti⸗
ſo genannt, weil er aus Vielen das
n wollte), Der nur bie drei Jobannis⸗
fi von Zectengeift u. Schwärmerei
das alte engliibe Syftem feitbalten :
gen traten ihm kei, doch wurde er
dadurch auigelöſt, Daß der Reprä⸗
yſten großen Loge in London bie
ovinzialloge wieder einſetzte. Allein
te ſehr zum Nachdenlen Anlaß gege⸗
re Logen modelten ihr Ritual nach
yäter conſtitnirte ſich Der Ellektiſche
wozu ſich Die Darmiſtädter u. and.
b die F. in faft allen genannten
srtichritte erfreute, fo trafen fie Doch
Periode in vielen Läntern Verbote
n. So wurden in Neapel, Spa»
ugal die Maßregeln gegen fie ge-
wert u. 1774 in Danzig, 1776 im
simaurer verfolgte. In Ofterreich
Kaiferin Maria Tberefia 1764 die
: fie bald wieder aufn. blühte unter
ya ſchon 1755 eine Landesloge aller
Staaten in Wien errichtet wurde u.
55 eine Cabinetsordre gab, wonach
öfterreihiiben Hauptſtadt nur brei
jellten, zugleich aber tie F. vellig
ater Schuß der Behörden geftellt
Id IT. war ihr tagegen nicht geneigt,
. die öfterreichiichen Logen bis 17494
Einfluß bare das Aufblüben ber
F. auch auf das Gedeihen ber ita-
in allen greßen Städten der Lom⸗
uden Logen, ja ſelbſt in Rom wurde
che ſtillſchweigend geduldet u. ſetzte
droßen Orient in Haris in Verbin⸗
wurde bie päpftlihe Bulle von 1751
ißigt, daß bie Freimaurer nicht mehr
werten follten. Schon 1754 mar Die
mberg unterjagt worden, wie denn
n Geiftlihen u. weltlihen Dienern
f8 von Hildesheim, Seitens deſſel⸗
urde, Yogen zu beſuchen. In ‘Pfalz.
e die F. 1754 u. in Venedig 1755
e Beriobe. Die F. mäahrend
tion u. dem franzöſiſchen
He. Tie Franzöfiihe Revolution
der Inftituiion der F. böchit nach»
ı. In Frankreich hörten jaft
smmlungen auf, da bie Mitglieder
od. guillotinirt wurden od. voll
en; zu den Clubs traten; ſehr
e auch ein, baf ber Herzog von
ite) ale Großmeifter erſt Republika⸗
ann unter ber Quillotine fiel. In
Großbritannien trug man baranıf an, baf alle
geheime Geſellſchaften geichlolfen merken follten,
was durch Parlamentsfchluß auch wirklich geſchah;
babei wurde aber bie F. ausdrücklich ausgenom⸗
men, weil Wohlthätigleit einer ihrer Zmede ſei.
In Deutihland trug Kaifer franz II. 1794
beim Reichstage ebenfalld darauf an, alle gebeime
Geſellſchaften, alfo auch Die F., in allen Reichslän⸗
tern zu verbieten, viele Reichsſtände, bef. Breußen
u. Braunfchweig, reinonftrirten bierauf, Daß dies
dem Kaijer zwar in feinen Yänbern iüberlaflen
bleibe, es den Reiheftänden aber freiftebe, ver-
möge ber beutichen Freiheit, dieſe Maßregeln in
den ihrigen zu ergreifen ob. zu unterlaffen. Die
öfterreichtiichen Logen deckten tarauf freiwillig. 1801
mußte jeber öfterreichiihe Beamter einen Revers
unterfchreiben, nicht Freimaurer zu fein ob. werben
zu wollen; auch mehrere fatholiiche Staaten (Mainz,
rier, Würzburg 2c.) ſchärften das friihere Verbot
ein. Im übrigen Deutichland blieb vie F. befteben,
tod ftellten mehrere Yogen temporär ihre Sitzun⸗
gen ein, theild (mie in Aranliurt a. M.) des Kriege
wegen, theild um jenen Verdacht politifcher Lime
triebe zu vermeiden. Auch inten Niederlanden
beftand tie F. ſelbſt nach der franzefiihen Invaſion
fort, eben jo wurde fie in Dinemartu.Shwe
den nicht genen, In Rußland entzog 1794
Katharina II., auf den Verdacht, daß bie Yogen 3m
politiſchen Clube führen könnten, der Moslauer
Yoge ihren Schu, allein dennoch dauerten bie
Logen fort u. jelbft der höhere Adel nahm an ihnen
Theil. Unter Baul I. wurden 1795 alle geheimen
Bejellichaiten, alſo auch tie F., unterfagt, wobl um
ben Daltejerorden zu heben, wenigftens wurden
Die Logenmeifter auf gegebenen Handſchlag, feine
Yogen mehr zu halten, zu Dalteferrittern ernannt.
Aleranter I. beitätigte 1501 bies Verbot; 1803
wurde er aber durch ben Staatsrath Böber bewo⸗
gen, fie zu geftatten; ja er ließ fich jogar jelbft von
biefem aufnehmen. In den iunern Verhältniſſen
der Logen änderte fich im Ganzen wenig, Die Sy⸗
ftemfucht hatte aufgebört, ja man ſchafjte in einigen
Großlogen die höheren Giade ab u. criegte fie
durch andere Inftitutionen. Dies war bef. bei der
Großloge Royal York ter Fall. Nachdem bie
Mutterloge Royal Perl in Berlin fih von ber
geoßen Yandesloge 1778 mieter getrennt hatte, ar⸗
beitete fie nämlich eine Zeit lang nach dem frühe»
ren Syſtem, dann trug fie dem Profeffor Segler
u. ſieben Mitgliedern auf, ihre Rituale u. Berfaffung
zu revidiren; Feßler gab ihr 1797 ftatt ber vier hö⸗
beren Grade ſechs Srtenptnißftufen Allerhei⸗
liges, Juſtification, Feier, Übergang, Heimath, Voll⸗
endung). Jeder dieſer Erkenntnißſtufen gebt eine
Einleitung (Initiation) voran, welche ben Namen
derſelben führt. Schon früher hatte Feßler um 1792
in Schleſien den Bund der Euergeten (Woblthä-
ter), auf maureriiche Formen geftügt, zur Beför⸗
derung der Sittenreinheit, zu gründen verfucht, er
kam aber eigentlich nie Damit recht zu Stande, u.
tie Euergeten löften fih 1795 wieder auf. Als
tsehler aus Royal York ausgetreten war, gab er
eine geichriebene Geſchichte des Freimaurerbundes
heraus, bie an Logen auch anderer Syſteme ver-
kauft wurde u. viel Gründliches über Geſchichte Der
3. enthält. Die Großloge Royal York nahm 1900
Das altenglijche (Yorker) Ritual für Die Drei Johan
niögrate an u. vereinigte fich 1301 mit ber Oroßloge
088
für das Kurfürftentyum Braunſchweig⸗Lüneburg
u. mit der großen engliihen Loge in Hamburg zur
feinen F. in den 3 erften Graben. In vieler
großen Provinzialloge in Hamburg Hatte ber
Schauſpieldirector Schröder in ben letzten Jahren
des 18. Jahrh. im Stillen eine ähnliche Anderung
bewirkt. Er ging nämlich auf das einfache alteng-
liſche Ritual zurüd, u. bies Ritual war es, weiches
viele anbere Logen annahmen (Hamburger ob.
Schröderfhes Syſtem); der dieſem Syſtem an-
gehörende geſchichtliche Engbund it eine beionbere
Bereinigung zum Behuf geichichtlicher Forſchungen
ohne alle maureriihe Formen. Seit 1796 mar
bie F. in Frankreich wieder aufgelebt, um 1800
ftand fie fhon in voller Blüthe, u. ala das Napo-
leonifche Kaiſerreich 1804 an Die Stelle der Revo⸗
Intton trat, wurde der Große Orient von Paris er-
richtet, alle Logen Frankreichs unter denſelben ge-
ftellt u. Napoleons Bruder Joſeph zum Großmei-
fter ernannt, obgleich berjelbe nicht Maurer war u.
auch nie eine Loge befuchte. An feiner Stelle be»
forgte Cambackroͤs das Großmeiſterthum. Gr ver-
einigte das bisher auf dem Kontinent unbelannte,
1804 von dem Grafen von Graſſe u. Tilly aus Nord»
amerifa babin gebrachte Syſtem des Suprôome
Conseil, welches 33 Grade fannte, mit bem bes
Großen Drient u. wurbe auch von diefem Syſtem
Großmeifter. In Paris gab e8 damals 120 Togen,
im ganzen Grand fien Reich 1200. Faſt fiberall,
wohin bie Waffen der Franzoſen reichten, in Italien,
Polen, Spanien, Portugal, lebte die F. wieber auf,
u. viele franzdfifche Regimenter führten Regimente⸗
Iogen. In ten beftehbenden Syſtemen änderten bie
franzöſiſche Invaſion wenig, nur im Königreid)
Weftfalen wurde eine Großloge in Kaflel errich⸗
tet a. in Warſchau 1809 der Große Orient von
Polen wieder proclanirt u. bie Logen in Polen
mußten ſich bemjelben anfchließen od. beden. In
Preußen ftellten die Berliner Logen vom kt.
1806 bis Dec. 1808 ihre Arbeiten ein, um Colliflo»
nen mit Sreimaurern ber franzöfifben Armee zu
vermeiden, doch bauerten bie innern Driente der
Großlogen in bejonteren Ausſchüſſen ohne mau⸗
reriihe Formen fort, un die Arbeit in den Logen
außerhalb der Hauptflabt zu leiten. Wie die fran-
zöfifche wirkte die englilche F. in biefer Zeit bedeu⸗
tend, u. engliſche Logen entftanden, mohin bie bri-
tiihen Waffen reichten, in Portugal, Spanien, Si-
cilien, Malta ꝛe. Auch in Schweden wuchs das
Anſehn der de al® der bisherige Grofmeifter, Her-
309 von Sütdermanland, 1809 nah Guftaus IV.
Abſetzung als Karl XIII. König wurde. Derſelbe
ftiftete 1811 ſelbſt für Freimaurer ven Karls XIIT.
Orden, den außer ben Prinzen noch 30 Mitglieder
befamen u. melcher ben Nittergrab bes ſchwebiſchen
Syſtems bilbet.
E) Bierte Periode. Seit dem Sturz
Napoleons 1815 bis 1830. Nach dem zmeiten
Pariſer Frieden ſchienen faft allenthalben für bie
5. gute Ausfichten zu fein. Zwar fuchte fich bie u.
ba (3.8. in Frankreich dag Misphraimſche Syſtem
von 90 Graben, das von Agypten ftamnıen u. iiber
Benedig nah Europa gekommen jein wollte u. in
Paris eine Großloge zu bilten verjuchte) die alte
Syſtemſucht u. die alte Täufchung zu erneuern,
aber nirgenbs mit fonberlihem Erfolg, Groß⸗
britannien ſchützte die F. allenthalben, wohin
ſeine Arme reichten, nur in Irland wurden 1820
Freimaucerei II. E.
bie Rogen, wahrſcheinlich wegen der man
verübenden Orangelogen (. %.), für |
Zeit lang mit ben andern gebeimen
gelöhofen. In Frankreich wurke
isherigen Großmeifler, Joſeph Rapele
baceris, drei, Macbonald, Beurnonvil
von Balence, zu Großmeiftern ernam
eifrig fortbetrieben , in Sicilien ie
nigfiens gebulbet; in Rußland a 9
fie in bem Laiferlihen Bruder Alerant
eifrigen Freimaurer, ber felbft zumeil
mit feiner nähern Umgebung hielt, €
Stüte zu haben, u. dort wurbe 1815
1811 beftiebenden großen Directorialle,
zur Ordnung die Großloge Aftria in
eftiitet. In ben Niederlantenm
Friedrich Großmeifter ber Großloge in
in Dänemarku.— in der Shweiz;t
in —EX Grade; in Deutſchl
F. auf demſelben Fuß wie vor ben
Preußen nahm bie Zahl der Logen I
ob aber ber König Friedrich Wilhel—
man neuerdings behauptet bat, wirt
vom Kaijer Alexander zum Freimaure
men worben ift, ift wohl höchſt zw
Baiern blieb zwar die F. verboten,
den 1805—15 nieuerworbenen Staaten
in Anebach, Baireuth, Nürnberg, Re
wurten gebulbet, nur burften keme nı
werden u. ſammtliche Beamte mußten
unterſchreiben, wodurch fie fich verpflid
Loge anzugebören, auch nicht fpäter
werden zu wollen; in hannover |
Großloge fih wieder erneuert; bie Loge
reichs Sahfen waren aber jeit 181
nahme zweier Leipziger Logen, r
bäugig blieben, zur großen Yanbesfe.
jen zufammengetreten ; die große Lex
burg u. bie des Eklektiſchen Bunde
furta. M., wie die große Loge von
u. mebrere tjolirte Logen, blübten, u.
den, mo der Kurfürft Karl Friedrich
wieder bergeftellt u. eine große Loge g
bie fih an den Großen Orient in Pe
wurden bie Lager durch Berorbnum
Sroßperzoge von 1813 u. 1814 wien
In Ofterreih, Spanien u. dem größe
Italien blieb dagegen die F. unterjag
daß die Freimaurer gehofft hätten,
überall Genehmigung ihres Streben
Da ftörte der Carbonerismus u. b
der fpaniichen Yogen ben geboffte:
ter %. u. bewirlte die Siflirung
vielen Ländern. In Neapel u ti
Teftland von Italien, fo wie in
waren nämlich alle Logen, al® von
zöfifhen berrübrend, geichlofien wı
noch fetten viele Logen obne Wiſſen
rung, ganz den allgemein anerlanr
jdgen ber wahren F. entgegen, Die Arl
ih nicht erlaubten Berjanımlungen
teten falihe, niebere u. höhere Gral
Politik ein u. conipirirten gegen ben
verwandelten Die echte F. in Carbenar
lagen denn viele Elemente des Auf
weil die Yogen nicht Übermacht u. offe
in biefen Alterlogen, u. die Berjchwsr
niſchen, nach Amerika beftimmten Ce
Sreimauserei IL E; F.
eon, u. alfe bie erfie Spanifche Revelution,
ſ. von ſolchen falſchen Freimaurern aus⸗
eun fein. Aid die Neapolitaniſche Revolution
a. bie Spanische 1523 mit Waflengewalt
üdt worden war, begann natürlich dort
mwte Berfolgung der Freimaurer. Beſ. in
2 gelten Freimaurer u. Negros (Viberale)
ichbebeutend, u. ter politiihe u. religiöfe
mus brauchte erflere Benennung, wenn fie
natifirten Pöbel u. die Löniglichen Frei⸗
Lt gegen irgend ein Inbivituum anbeten
ud in Rußland erging Ende 1522 ber
be Befehl an ben Miuifter bes Innern,
otſchubey, bie Logen bis auf Weiteres zu
ı u. allen Mitgliedern einen Revers abzu⸗
„Weder in- noch auslänbifche Logen zu be»
Da Kaiſer Aleranter ſelbſt eifriger Mau⸗
e, 30 bat man vermutbhet, daß tie kurz
1818) aus Rußland vertriebenen Jefuiten
ruſſiſchen Logen einen Schlupimintel geſucht
„amı für ibre Geſellſchaft thätig zu fein;
‚geben an, daß Lie Logen auf Anregung
„noch Antere, baß fie teehalb geichloffen
yären, weil man ſchon damals Spuren
be 1525 erplotirenten Verſchwörung u.
glieder von Logen compromittirt ger
eshalb aus Vorficht jene Maßregel ge-
hätte. Auch in Polen erfolgte 1622 bie
mg ber Logen. Nah Mexico war tie F.
‚ber Bortigen Revolution von England
Bemmen, u. ber lebhafte Charakter der Mexi⸗
Basift biefelbe mit ſolchem Eifer, daß bald
em überfüllt waren. Auch bier fpaltete bie
sicht tie F., u. Ecoffinos u. Morlinos be»
bie Anhänger ter franzöfithen (ſchotti⸗
‚ alten lichen Maurerei. Bald mifchte fich
in bie 5. u. bieje Namen wurben Bezeich-
$ ber beiden politifchen Sauptparteien in
1, woburdh die Regierung bewogen wurde,
Ichließen.
Europa Batte 1530 bie Julirevolution
3 auf tie F. menig Einfluß gehakt.
len reftituirten ſich zwar während ter
m Smjurrection 1830 u. 1531 einige
rben aber nach teren Unterbrüdung
' en. Das von ten Niederlauten ge⸗
Belgien belam eine eigene Großloge in
2. in Kurheſſen fand fih ber Kronprinz
Bat bewogen, tie Großloge in Kaſſel u. die
B Eucheffiihen Logen zu ſchließen. Sonfl
bie Logen wie Früßer rubig fort, wenig
Eyſtemſucht finden mehr Statt, u. außer
teonerfen über bie in Frankfurt a. M. nur
liten beftehenben Logen zur aufgehenben
the, welche von ber höchften Oroßloge in
ber zum Frankfurter Adler, welche von
lege von Paris ihre Konftitution erhiel⸗
alannt, aber von ben preußiſchen Logen u.
kiſchen Bunte in Frankfurt a. M., der
iſb als Provinzialloge völlig von der eng-
sBloge in London trennte, nicht aner⸗
hirben, u. über die Zulaßfäbigleit ber Juden
. F. überhaupt, haben in ter lebten Zeit
Gtreitigleiten der Yogen unter fid Statt
en. Dagegen wurten Krauſe, Moßdorf u.
sun, weil fie bie F. im philoſophiſcher u.
Hinſicht nach nichtmaureriſchen Quellen
beleuchteten u. ihre Schriften in den
Inerfafsesiton. 4. Aufil. VI.
&
a
689
öffentliden Buchhandel gaben, um 1820 megen
Verlegung ter Verſchwiegenheit arg angefeinber
u. Erftere fogar ausgeſchloſſen; mas menigfiens
an Moßdorf durch ungeforterte Wiederaufnahme
gut gemacht werten if.
F) Der Standter Freimaurerei in ber
Gegenwart In Großbritannien, dem Mut⸗
terlande der F., blüht dieſelbe vorzugeweiſe, eine
nicht unbeträchtliche Zahl neuer Logen entfteben, das
jegensreiche Wirken gibt fih allenthalben und durch
Stiftungen woblthätiger Iuftitute mannigfacherArt,
bef. zur Unterfligung alter gebrechlicher ob. durch
unverfchuftete Unglüdefälle verarmter Logenmit-
lieder, durch Sorge für Wittwen u. Waifen, durch
rrichtung von Unterridtsanftalten. Zerwürfniſſe
‚innerhalb ber Logen kamen felten vor u. die entftan-
benen wurden durch gegenfeitiges Entgegentommen
bald ausgeglichen. An tie Stelle des 1813 geftorbenen
Großmeifters ber Großloge von England, bes Ser-
DEN von Suffer, welcher feit 1817 dieſes Amt be-
eibet hatte, wurbe 1844 Lawrence Dunbas, Graf
von Zetland, zum Großmeiſter erwählt, welcher auch
jetzt noch als joldder fungirt. Die Logen in ten Co»
lonien ragen vielfach Über ven langſamen Geſchäfts⸗
gang; bei.ift hies in Canada ber Fall, wo fi
10 Det. 1855 in der Stadt Hamilton eine unab⸗
bängige Großloge neben der von England abhän⸗
gigen Previnzial ⸗Großloge bifvete. Auch die neuefte
Zeit hat wieber gelehrt, daß in England die Beftre-
bungen ber Logen darauf gerichtet find, die %. im
ihrer Reinheit, namentlid frei von allen fremb-
artigen, lirchlichen wie politifchen, Beimiſchungen
zu erhalten. Bei ber zwifchen mehreren beuticen
u. framzöfifchen Großlogen einer» u. ten Greßlo-
gen bes preufjifchen Staates andererfeit6 ausge⸗
rochenen Differenz wegen Bulafjung ber Beken⸗
ner des mofaiihen Glaubens zu den Logenarbeiten,
erflärte fih tie Grofloge von England für die Zu⸗
laflung folder in anderen gen gebörig recipirter
Mitglieber. Beilpiele von Intoleranz ſowohl der
anglitanifchen, wie der fatheliichen Beiftlichkeit gegen
die Freimaurerlogen famen höchſt felten vor. Die
Mitglieder der Logen betbeiligten fich unter Anfilh⸗
rung ihrer Großbeamten bei ten Grundſteinlegun⸗
gen öfferftlicher Gebäude Durch Aufzüge mit Fabnen
u. befleitet mit den maurerifhen Infignien. Unter
ter Großloge von England arbeiten gegenwärtig
iiber alle Erbtbeile zerftreut 956 Logen; 126 bavon
in London. Zwifchen den Großlogen von England,
Schottland u. Irland befieht fortreährend ein gutes
Einvernehnten. In Irland entftanden Mifhellig-
feiten zmwifchen ber dortigen Großloge u. einzelnen
Logen böheren Gradese, die jeboch durch kluge Maß-
regein der Großloge befeitigt wurben. Unter ber
Großloge ven Irland arbeiten gegen 700 Logen.
Im Begenfage zu den vielen Ordensſagen bält bie
Großloge von Schottlant an ber nriprünglichen
Iohanniemaurerei, welche nur Drei Grabe kennt,
grundgefetlich feft. Unter ber Großloge von Schott⸗
land arbeiten 536 Togen. oo.
In Frankreich wurden zwar in vielen Stät-
ten neue Logen gegrüntet, bieber in Ruhe geweſene
traten wieder in Thätigkeit, bie F. verbreitete fidy
in der eroberten Provinz Algier, ferner wohlthãtige
Anſtalten für Unterricht, Unterftützung Armer u.
Verwaiſter wurden geſtiftet, auch wiederhelt Beloh⸗
nungen für ausgezeichnete tugendhafte Handlungen,
Unterſttzung in heurungszeiten anderen Un⸗
690
lüdgereigniffen von ben Logen vertheift; aber es
baben zwiſchen ben einzelnen Logen unter ſich, wie
mit ben beiden Großlogen Grand Orient de
France u. tem Supr&me Conseil mehrfache Zer-
würfniffe ftattgefunden. Während von den oberfien
Logenbehörten über Lauheit der Logen n. deren
Mitglieder Klage geführt, auch einzelne ausgezeich⸗
nete maureriſche Schriftſteller von den Großlogen
verfolgt u. aus dem Bunde ausgeſtoßen wurden,
beſchuldigten die einzelnen Logen den Grand Orient,
daß derſelbe ſich der wahren F. nicht thätig genug
aunähnie u. bei, zwiſchen einzelnen Logen entſtan⸗
denen Zwiſtigleiten gar keine ob. nur unzuläng⸗
liche Maßregeln zur Beſeitigung der obwaltenden
belſtände ergriffe. Es wurden in dieſer Beziehung
ſehr ernſte Anträge wegen Umgeſtaltung ber ober»
ſten Logenbehörden in einzelnen Freimaurercon⸗
greſſen in Auregung gebracht. Auch wurden hier
u. da Klagen laut, daß in einzelnen Logen, ben
Grundgeſetzen zuwider, Politik getrieben werde.
Hierzu kam nod, daß 1845 der Kriegsminiſter Eoult,
ſelbſt Freimaurer, einen Befehl erließ, in welchem
er den Freimanrern in der ganzen franzöſiſchen Ar⸗
mee den Beſuch der Legen unterſagte, gegen welchen
Befehl der Grand Orient de France Vorſtellun⸗
gen miachte (ob mit Erfolg, ift nicht weiter befannt
geworden). In der Angelegenheit wegen ber von ben
preußiichen Großlogen ausgeſprochenen Verwei⸗
erung, Iſraeliten in ihren Logen auch nur bes
ſuchsweiſe zuzulaſſen, erklärte ſich der Grand Orient
entſchieden gegen die von den preußiſchen Logen er⸗
geifienen Maßregeln, empfahl aber den franzöfifchen
ogen feine Repreffalien zu brauchen, fonderu ben
preußiſchen Logen angehörenden Freimauen, wie
früher, den Zutritt zu geſtatten. Nach der Februar⸗
revolution des Jahres 1545 wurde vom Grand
Orient eine aus ben Öroßmwürbenträgern beſtehende
Deputation an die bamalige Proviſoriſche Regierung
abgeſchickt, um derjelben im Namen der Sreimaurer
u buldigen u. diefelbe ihres Geberjans zu ver-
ern. Im Ganzen wurde die F. von der Revo-
Yution wenig berührt. Tarin, Daß die jociafifti«
[hen u. conimuniſliſchen Verbindungen, melde
mehrmals durch offenen Aufftand zur Harrſchaft zu
gelangen juchten, auf ihren Fahnen, Proclamatio⸗
nen 2c. freimaurerifhe Enibleme (vgl. Freibeits⸗
bäume) führten, hat man Grund zu dem Verdacht
finden wollen, al® ob die F. u. der Socialismus u.
Communismus ein gemeinſchaftliches Ziel verfol:
gen, allein bei näberer Unterſuchung bat fich Liefer
erbacht als grundlos erwielen. Non Frankreich
aus, aber doch aus dem deutſchen Elſaß, entftand
die erſte Idee, dem Erbauer Des Strasburger Mün—
flers, Ermin v. Steinbach, ein Denkmal in feinem
Seburtsorte Steinbad im Großberzegtbum Baten
zu errichten; e8 kam Dies auch im Sabre 1544,
unterfiütt von deutſchen u. fchmeizeriichen Frei»
maurern, zu Stande, u. tie Erridtung, wie bie
in manrerifchen Formen am 18. Aug. 1945 began—
gene Enrblltungsicier wurde, ımgeachtet die F. im
roßherzogthum Baden bis dabin geſetzlich verbo—
ten war, von Seiten ber dortigen Bebörden in kei—
ner Weiſe gebinbert. Bei biefer Gelegenheit wurte
auch Lie Idee zu einem aligemeinen Freimaurer:
eongref angeregt, u. in Verfolgung Derfelben wurde
1846 ter erfte Congreß zu Strasburg, der zweite
1847 zu Stuttgart u. der driſte 1845 zu Baſel ab:
gehalten. In neueſter Zeit find die Veſtrebungen
Freimanteret II. F.
einer großen Zahl von franzöfikhen fe
richtet, unter Auihebung ber beiden 6
bebörten, des Grand Orient mu t
Conseil, eine große Nationallege ı
zu bilden u. bie Hochgrade gänzlid
Bon verſchiedenen franzöſiſchen Leg
ben letzten Jahren Berſuche u. An
um mit deutfchen Logen in nähere |
treten, Doch find marnende Stimmen
artiges allzu inniges Bünbnif laut g
den Vorgängen des 2. Dec. 1651 wur
Beſchluß des Grand Orient afle?e
Bei den fortmährenten, kei. von dem
gebenten Anfeindungen u. zugleich,
ben der F. in Frankreich zu fihern,
9. Ian. 1552, den Prinzen Lucia:
Grofmeifter zu wählen; derſelbe
Febr. jeierlich in fein Amt eingefüh
Sabre lang unbeſetzt geblichen u. di
fter - Abjuncte verwaltet morten ı
Großmeifter war König Joſeph Be
jen. Im Oct. 1854 erhielt Die F. in
nene Verfaſſung, durch welche Lie Lei
zen beſtimmter geordnet u. feſtgeſet
die Hochgrade nicht mehr mit Gelb ı
können, jontern durch wmaurerilde
Zafente verbient werben mäffen. ®
führte der Großmeiſter das Dogma
tutein, welches aus Mitgliedern des!
beſteht u. den Zweck hat, die Dogme
ſchen Wahrheiten) zu lehren, bie gen
ber Ritualien zu bewahren, fewie in
nıaurerijhe Kenntniffe unter ben 9
Bundes zu verbreiten.
Su den Niederlanden fe
Leitung Les Prinzen Friedrich Ka
meilter Dir Großloge ber Niederla
die Logen ohne bei. aufiallente Eri
Wirkſamkeit ungebintert fort, u, i
jeeifchen Colonicn murben Die Met
durch Errichtung neuer Logen zugä
In mehreren nieteriändiichen Yer
man fi) vorzugsweiſe mit geichicht
ſophiſchen Unterſuchungen iiber die
1556 in Haag das 100jährige S-iftu
ſchenkte ter Großmeiſter Prinz Friet:
das Logengebände, welches er 18
Koſtenaufwande von 70,000 Thlen
laſſen. Derfelbe kaufte auch die Freim
u. Urkundenſammlung des maurerift
Kae Klo zu Srantfurt a. M. ı
54).
In Belgien beſteben tie Loge
ſetzter Thätigkeit unter dem Grand
gique. Die Anfeintungen, meldet
dem katholiſchen Clerus zu erbulten
Veranlaſſung zu der Errichtung ven
ben Schutze u. mit Beibitlie der Pose
terricht nicht ausjchlichlich ter Geiſftli
laſſen; auch wurden eigene Friedri
um bie öfters behinderten Beertizun:
ranten Willkür ter farbetiisen Geift
jieben. Auch von tem Minifter Nerkar
Tentenzen ber F. verdächtigt u. derien
geben, Ben Zonterbundstrieg in der
anlaßt zu haben; Durch den Gregmii
ſchen Logen (Defacqz) wurden jered
vollſtändig widerlegt Dieſe Berg
Freimaureroi IL V
üben eine größere Thätigleit der Logen
m Zudrang zu beufelben zur Folge.
aßte ber fortgelegte Kampf ber politi-
chlichen Barteien den Grand Orient
e, ben Art. 135 bes Reglemeuts abzu-
ber die Betheiligung an ben politifchen
Angelegenheiten verbietet. Gegen diefen
Sroßloge von Belgien, als ein Attentat
unbgeiet ber Maurerei, erging zunächſt
Bermabrung ber Loge Apcllo zu leipzig,
oßloge von Sachſen, welche zugleich allen
den unter dem Grand Orient de
ebenten Logen unterfagte. Dieler Ber-
ben fi alle Großlogen Deutichlands
Schweiz vereinigten fi 1844 bie
: Großlogen, unter weichen bie Logen
fanden, nänılih das Directorium zu
Die große Landesloge zu Bern, zu
ege Alpina, u. dieſe gab 1845 revi-
eu berans. Dem Einflufie der F. wird
ben, baf Lie politifhen Parteien, bie
ben Scuderbunbslriege Dort einander
äberftanben, fich einanter weniger hef⸗
en. Bis jetst ift es der Großloge noch
n, alle Schweizerlogen unter ‘sich zu
a nod einige wenige (brei) unter Ober⸗
srand Orient de France geblieben
857 befindet fich der Gig ber Großloge
nemarf bat man über die F. in
10 uhren feine Kunde vernommen,
45 die Loge Zorobabel in Kopen-
jäcularfeft ihres 100jährigen Beſtehene
1555 wurbe bier nach einen Decret
großmmeifter6 König Friedrich VII. eine
e, bie Große Nationalloge von Däne-
est, u. zugleich vas Schwediſche Sy-
en Andreasgraden eingeführt. Eben fo
ntejondere Ereigniffe von Shweben
den; wie jehr man ſich aber bort an
iligt, beweift ber Umſtand, daß bie brei
en in Karlskrona, Chriftianftab u.
31 Mitglieder zählen. Auch bier lebt
ın der Spite der Brüderſchaft. Die
titung bed Bundes u. bie Begünfligung
ra Seiten bes Hofes ſcheint in einigen
er Benöllerung eine Mißftinnmung gegen
gt zu haben, weiche fich in wiederholten
Aftonblad fundgibt.
tſchlaud bat bie F. in den letzten 20
illenthalben einen neuen Aufſchwung ge-
denn ed auch an Zerwärfnifien zwilchen
:oßlogen unter einander u. zwiſchen ihren,
hängigen Töchterlogen nicht gefehlt hat,
och fir ein regeres Neben nicht nur bie
(1837), Berlin (1540), Breslau, Bai⸗
ß (1341), Altenburg, Frankfurt a. M.
e (1943), Braunſchweig (1544), Hal⸗
yannover (1546), zu Oldenburg (1852),
(1855), Erlangen (1557) unter zabl⸗
eiligung der Mitglieder u. mit großer
g begangenen Nubelfefte tes 100jäbri-
16 ber Legen; fontern auch Lie Entſte⸗
uambaften Zahl neuer Yogen in allen
Rn, wo tie 7%. geitattet ift, mie bie
ahme ber Tbärigleit in ciner ebenfalls
en Zahl folder Logen, weiche biöber
feit einer langen Reihe won Jahren im Umthätigleit
—— Aud durch Die deutſchen Logen wur⸗
den gemeinnützige Auſtalten zur Veförberung
Unterrits in Kunſt u. Wiſſenſchaft, zur Yinderum
bes Gienbes u. ber Armuth (nameutlih in bem
Theuerungsjahren 1846 u. 1847), theils neu
gründet, theile längft beftehende weſentlich gefürr
dert u. erweitert. Aber auch im Deutichland finb
Anfeindungen u. Bertäitigungen ber 5. von ein-
zelnen katholiſchen Geiftlichen erfolgt, dieſelben ges
ftatteten n. a. nicht, bag Kinber katholiſcher Eltern
Geſchenke, vie alljähriich in Logen vertheilt wer-
ben, annahmen, fie bebrohten fogar Mitglieber ber
Logen mit Ercommunication u. verweigerten den⸗
jelben, wenn fie bie Logen nicht verließen, bie
. Heilsmittel der Kirche u. bie Beerdigung anf den
tatholiichen Kirchböfen. Wie ungegrünbet ver fo
oft ausgeiprochene Verdacht, baß die F. verderblich
auf Staat u. Kirche wirke u. ihre Belenner verleite,
an Umwälzungen Theil zu nehmen, haben die Jahre
1848 u. 49 bewielen; bie Logen ſelbſt haben fich
von alleu politiſchen Veſtrebuugen fern gehalten,
u. wenn auch einzeine Mitglieder fih mehr ob. we⸗
niger bei ben Bewegungeun, bie auf Umflurz im
Staat u. Kirche gerichtet waren, betbeiligt haben,
fo find dies fehr vereinzelte Faälle geweien. Ja,
bie Thatſache, daß ſich gerabe jeit 1851 Die Logen
in einer ſeit langer nicht gelamuten Weile
füllten, namentlich aus bem gebildeten u. befigen-
ben Stande, Ionnte wohl beweifen, baf in jener
zablreihen Hinneigung zur F. das Beſtreben fich
enbare, fi) für das confervative Princip zu ver⸗
einigen. Trotz biefer Thatſachen aus der neueften
Geicdichte, erhoben ſich in neuefter Zeit bie heftigſten
Anfeinduugen gegen bie %., indem man fie als
ſtaats⸗ u. lirchengefährlich darſtellte 1852 über-
reichte der Advocat Edert ber ſächſiſchen Stände-
verſammlung bie bereits bei den Staatsbehörben
eingebrachten ſchriftlichen Geſuche um Aufhebung
bes Ordens ber Freimaurer, ald nach Organismus
u. nad Wirkſamleit unverträglich mit vent Staate-
wohle, nebfi einer umfangreichen Beweisichrift da-
für, u, forderte zugleich Die Stäube auf, ſich bei
ber Regierung bafür au verwenden, daß Letztere ben
Orben ın Sachſen aufhebe u. beim Deutſchen Bunbe
dahin wirke, baß bie Aufhebung bes Ordens in
ganz Deutichland verfügt werte. Eckert betrachtet
bie L als einen Weltorden, in welchem u. ınittelft
deſſen ein Geheimbund bie Revolutionen gegen alle
befiehenten Kirchen u. Monarchien, fowie Die Zer-
ſtörung des Eigenthums, der Stände u. Inunugen
zum Zweck einer theokratijch -focialen Drbens-
republit feit 3 Jahrh. vorbereitet, vollführt u. ge-
leitet hat. So unausgeſetzt Edert feit 1952 A
feine Anficht gefrhrieben un. gewirkt bat, jo bat man
ih Doch immer mehr von der Haltlofigfeit feiner
Erfindungen u. Behauptimgen überzeugt u. feinem
Geſuche nirgends nur irgend eine folge gegeben.
Int Gegentheil hat bie %. von politiiher Seite bie
glänzendſte Anerkennung gefunden durch ben Bei⸗
tritt des bamaligen Erbprinzen, jetzt regierenden
Fürſten Heinrih LVII. von Reuß-Schleiz 13. Mat
1852, des Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen
5. Novbr. 1953, des Könige Georg V. von Han⸗
nover 14. Ian. 1857 u. des Herzogs Eruſt II. von
Sadien- Koburg- Gotha 30. Jan. 1857, welcher
Letztere jogar den 9. Aug. 1857 das Amt eines
Meiſters vom Stuhl in ber eoge zu Gotha über
4 &
Wa
nahm. Un ber orte ber fürffichen Befchüher lebt
der gegenwärtige Prinz- Regent von en,
welcher ftet8 den Bund vertreten u. verf bat,
o daß ihm berfefbe jum Theil feine Erhaltung m.
einen gegenwärtigen blähenben Zuſtand in Deutich-
Iand zu verdanken bat. Bon kirchlicher Seite ber
wurde von ber ftreng confelfionellen Partei jeit
19353 bef. in ber Evangeliſchen Kirchenzeitung ger
eifert u. ber Austritt der Geiftlichen aus bem
Bunde verlangt, weil in ber F. eine Antipathie
graem das fpeciflich Chriſtliche malte. In beſon⸗
eren Schriften flellten bie Hauptſprecher jener
Bartei bie 5 u. das evangeliihe Pfarramt in Ge-
genſatz u. Juchten nachzumeilen, wie das letztere
mit der Theilnahme am Freimaurerbunde unver⸗
trägfich ſei. Im Folge dieſer Behauptungen erließ
1856 die Generalfuperintendentur in Magdeburg
ein oberhirtliches Schreiben, in welchem bie Geift-
fihen u. Lehrer der Provinz Sachſen ermahnt
wurben, die F. zu meiden, als etwas, mas weder
ihnen, noch den Gemeinden fromme. Dagegen er-
ſchien von acht Geiftlihen in Magdeburg 23. Mai
1856 eine Erwidernng u. Beleuchtung, welche alle
in jenem Hirtendrief angebeuteten Bedenten wider»
Iegte: In den Rogen feldft gibt fich in neuefter Zeit
altjeitig ein Beſtreben kund, von ben ——
ſich zu befreien, u. tritt dies um fo lebhafter hervor,
als es einer vorurtheilefreien Geſchichtsforſchung
auf dem Gebiete der 5. gelungen ift, pie Schwäche
des Grundes, auf melchen bie Hochgrade bisher ſich
geftätst haben, nachzuweiſen.
In den einzelnen dentſchen Ländern bat fich bie %
folgendermaßen geſtaltet: in Preußen hat bie %.
dadurch, daß der Prinz von Preußen an der Spitze
fämmtlicher Legen ge u: en mit Eifer
für die Zwecke des Bunbes thätig ift, unverkennbar
neues Leben erhalten, u. baber mag es auch gekom⸗
men fein, daß vorzugsmweife in dieſem Staate eine
nicht umbeträchtliche zen neuer Logen errichtet
mwurbe, welche fih in Gemäßheit der Staatsgeſetze
unter bie Leitung einer ber drei Großlogen geftellt
baben, namentlich unter bie ber Nationalmutterloge
zu den brei Weltfugeln. a) Die Rational»
mutterloge zu den drei Weltlugeln in
Berlin zählt gegenwärtig 94 arbeilende Töchter⸗
logen, von denen 9 außerhalb Preußen fich befinben.
Im Fahre 1850 hat biefe Großloge ihre revibirten
Statuten herausgegeben ; b) bie Große Laudes⸗
logeder Freimaurer von Deutſchland in
Berlin zählt gegenmärtig 66 arbeitende Töchter-
logen, von denen 18 außerhalb Preußen fich be»
finden; e) die Große Loge von Preußen,
genannt Royal Yort zur Freundſchaft, in
erlin bat dermalen 25 Töchterlogen, welche fich
ſämmtlich innerhalb bes preußiſchen Staates be»
Fer Wie bereits ermähnt, entflanden Miß⸗
elligleiten zwifchen den drei preußiichen Großlogen
u. denen von England, Frankreich, Nortamerila
n. den anderen Großlogen Deutichlands darüber,
daß bie erfteren u. die von ihnen abhängenden Töch⸗
terlogen Freimaurern mofaiichen Glaubens, un
geachtet dieſelben durch Certificate als von geſetz⸗
mäßigen Logen aufgenommen fich auswieſen, den⸗
noch den De zu ihren Verſammlungen verfag-
ten. Diejes Berfabren, welches bie preußiichen
Logen dadurch zu rechtfertigen juchten, daß fie bie
5. als ein rein hriftliches Sufticut erflärten, wurbe
son ben Großlogen Englands u. Frankreichs durch⸗
Ircehhautetei IT. P.
| au a w. es kam en
oge von Gnglanb ihren
den preußifchen Großlogen alle Berk
letzteren nnterfagte u. auch bie
burg, melde id über ein gleiches
eines ihrer Mitglieber zu beklagen bett
tehr mit den preußifchen Logen einfteki
ter ihrer Leitung ſtehenden Logen es u
ficate von preußiſchen Logen anznerie
bem auch die Übrigen Großlogen Den
in gleicher Weiſe mißbilligend über bı
der preußiſchen Logen ausgeſprochen u
ten, Daß Bekenner des moſaiſchen Gla
fie ſich als Freimaurer gehoͤrig legiti
weigerlich Theil an ben manrerilde
Laugen nehmen fönnten, fo ift in jüng
Seiten der preufiichen Logen das Zer
durch ausgeglichen worden, taß ſowe
loge Royal York zur Freundſchaft als
ttonalmntterloge u den drei Weltl
Bundeslogen bie Weiſung ertheilt ba
kunft darauf zu achten, Daß bie befut
maurer mit richtigen Gertiftcaten gere
kommener Logen verſehen find, u. b
darnach, ob ber Beſuchende fich zur ch
figion belenne, nicht gefragt werben fi
Verfahren bat fih 1857 die Große Laı
Deutſchland angeichlofien.
Im Konigreich Hanno ver erfren
unter der Leitung des Königs, welcher
Großmeiſter der dortigen Großloge de
ungeſtörten Theilnahme. Unter ber €
Königreichs Hannover befteben 18 2a:
fi Innerhalb des Landes. Die frühe
land beftandenen, aber längere Zeit inı
nahmen 1843, indem fie —— ugleich
in Aurich vereinigten, ihre Thätigkei
1846 feierte Die voge zum Weißen Pi
nover das bunbertjährige Jubiläum.
Die Große Mutterloged
tifhen Bundes in Frantf
welche, mit ihren Bunbeslogen, fü
Hochgraden fernhaltend, flet3 nur
Johannisgraden arbeitet, gerietb 15
ihrer Töchterlogen, der Loge Karl zum
Lichte in Frankfurt a. M., in Zwieip
tere angeblich Berſuche machte, pofttü
Chriſtenthums in die Loge einzuführen
Orundgeſetzen ber F. zuwiderhandeln
Richtung nicht aufgeben wollte, ſo w
ber Mutterloge ausgeſchlofſſen. Dieſ
hatte jedoch zur Folge, daß die Logen i
u. Mainz, welde mit ber Frankfurt
zum aufgehenden Lichte gleiche Anfichte
dem Eklektiſchen Bunte ausſchieden n
eine neue, die fiebente in Deutſchlan
bes Freimaurerbunbes zur Eintrach
bon Darmftabt, grünbeten. Diele Or:
vom Sandesherrn, bem Großherrog
bie Sunction ihrer Stiftungsurkunk:
wurde fie auch von ben preußiſchen Gr
ber Landesloge von Sachſen u. ber ®
Hamburg anerlanıt. Es bat aber Bi
verlautet, baß antere Logen dieſem
fit) angefchloffen hätten. wei nene i
egründete Logen fchlofien fich dem
unde an u. die Logen in Offenbach
weiche ebenfalls dieſem Verbande arz
Zreimanzenei IL &,
em fie längere Zeit in Ruhe geweſen
rärigleit von Neuem. Bon erſier Loge
g aus, baß bie Freimaurerlogen fi)
Husmwanderer thutig annehmen möch-
Intrag von den Logen in Frankfurt
u. zur weiteren Ausführung gebracht
m Jahre 1546 erließ die Großloge
ationgacte ihres Bundes. Es gehd-
ig zum Eklektiſchen Bunde 14 Logen,
Frankfurt a. M., 4 im Großherzog.
3 im Königreich Baiern (2 in Nürn-
'rlangen), 1 im Herzogthum Koburg,
bum Naſſau (Wiesbaden, geftiiter |
yanıburg.
e Loge in hamburg, welche 1847
revidirte u. veröffentlichte, zählt ge⸗
Logen: 5 in Hamburg, die Provin⸗
NRedienburg in Roſtock mit 3 anderen
hen Logen, 2 im Großherzogthum
; im Herzogthum Braunichmweig (die
tel neu errichtet), 1 im Großherzog.
‚1 in Lübed, 3 im Königreich Würt⸗
dogen in Ulm 1844u. Heilbronn 1855
1 in Frankfurt (tie bisher unter dem
nt de France geftandene jübifche
ter Adler bat 1847, nachdem fie vom
t ihre Entlafjung erhalten, Aufnahme
ker Eroßen Loge von Hamburg ge-
n Nordamerika.
Be Yandesioge von Sadfen
äblt 15Yogen u. zwar find zu ben
Logen 4 neu errichtete in GOlauchau
eigen (1847), in Annaberg (1555) u.
18556) binzugefonmen, u. eine, bis
zeweſene, bie in Zittau, hat ihre Thä⸗
begonnen; 1 ber früberen Logen be»
Dieiningen. Die Große Loge zur
ireuth in Baiern zählt gegenwärtig
dem zu ben früber dazu gehörigen
ireuth, Fraulenthal, Fürth, Hof u.
uerdingẽ bie neu erſtandenen Logen
(1846), Karlsruhe, Freiburg im
47), Ludwigsburg (1555) u. Heidel⸗
inzugeloinmen find. Übrigens befteht
Beſchränkung, Bag Staatsdiener ſich
me an den Freimaurerlogen zu ent⸗
Großloge Supr&me Conseil ma-
Luremburg, mit 2 Yogen in Ech⸗
‚emburg.
ker ifolirten Logen ift eine Ver⸗
ſt eingetreten, es find deren noch 7,
ltenburg, Gera, Hiltburgbauien, Je⸗
zeitend), Regensburg (je 1) u. 2 in
en, die von Großlogen außerhalb
abhängen, nämlich a) nur noch eine
in Frankfurt a. M., welche unter
e von England ſieht, die andere
Großen Loge von Hamburg am |
ob.), u. b) die Loge in Altona, welche
äßig unter ter Großloge ven Dies
nbagen ftebt. Ir einigen ber ränder,
ißer bie F. ganz unterjagt war, haben
terungen ter Errichtung ven Legen
} nicht in ben Weg gelöst, fo im
um Baden. Bier entſtaud bie erfte
ieber nach Iljühriger Ruhe in Man.
en bie J die maureriſche
ichtung bes Erwiudentinals zugelafjen
hatte (f. oben); bieranf folgte bie Errichtung ber
Rogen in Karlsruhe u. in Freiburg im Breisgau
1847 5 dieſe 3 badiſchen Logen ſchloſſen fi dem Lo⸗
— der Großloge von Baireuth an (f. oben).
uch im Kurfürſtenthum Heſſen, wo bie Logen
1824 ihre Thätigkeit einſtellen mußten, wurde in
Beige bes freigegebenen Bereinsrechtes 1849 eine
oge in Raffel errichtet, welche gleich Anfangs einer
großen Theilnahme fich erfreute u. fich dem Logen⸗
unde bes Königreichs Hannover anſchloß; jedoch
Ihon 1850 fiellte die Loge wegen eingetretenen
Kriegszuftandes ihre Thätigfeit ein; nach Aufbebung
beflelben wurde ber Loge 13. Febr. 1855 eröffnet,
daß die Wieberzufaffung der %. in Kurbeflen
Allerhöchſten Ortes nicht genehmigt worden fei.
In der öſterreichiſchen Monardie, wo die F.
jeit 1794 fireng unterfagt war, wurde 1848 ein
Verſuch zur Reactivirung ber Fogen gemacht u. na»
mentlih in Wien bie früher beitandene Loge zum
un Joſeph unter reger Theinahme einheimir
der, wie ausmwärtiger Mitglieder ine Leben gern-
fen, allein ber bald darauf angeorbnnete Belage⸗
rungszuftanb machte ber weiteren Thätigkeit ein
Ende, ohne daß es bis jetzt gelungen märe, die Auf⸗
hebung tes Berbotes zu erlangen. Ebenſo wurde
im Königreich Böhmen ber Berſuch gemacht, bie
| dort zeritrent lebenden Freimaurer in Logen zu
vereinigen u. diefe in Thätigleit zu ſetzen, ja fogar
eine Großloge zu bilden, allein es fcheint unter ben
jegigen Verhältniſſen Die Sache auf ſich zu beruhen.
Ein gleiher Berſuch wurte im Jahr 1848 ın Peſtb
gemacht, es Sollte bort eine Loge errichtet werten,
allein Die bald darauf eingetretenen Kriegsunruben
haben die Ausführung unterbrochen. Es befinden
ih gegenwärtig, nadıtem in Anbalt-Dejfau
bie Yoge in Zerbſt u. in Yippe- Detmold bie
Loge in Detmold in Thätigkeit getreten ift, feine
Logen in folgenden deutſchen Ländern: in Kurbefien,
Anhalt» Köthen, Hefien- Homburg, Yiechtenftein,
Lippe: Schaumburg, Reuß jüngere Linie (reis),
Schwarzburg⸗Rudolftadt u. Sondersbauien.
Aber auch in anderen europäiſchen Yüntern,
welche bie jegt Der F. zugänglich waren, hat die⸗
jelbe Aufnahme gefunten n. es find dort Logen ge»
gründet worden, fo in Portugal, wo fi feit
1797 Logen gebiltet hatten u. ven Geilt ber Dul⸗
bung verbreiteten, au in Spanien flub neues
rer Zeit, namentlich in Diadrid u. Barcelona, Lo⸗
gen errichtet werden, bie unter franzöfiichen Oroß⸗
logen jeden; ebenje wirb von Logen berichtet, bie
auf ten Joniſchen Injeln u. auf ‘Malta thä⸗
tig find, Diele find von Engländern errichtet wor⸗
ten. Aber auch aus der Türkei if firbere Kunde
gelommen, daß bier unter ben Belennern des Is⸗
lam eine der F. ähuliche, wenn nicht ganz gleiche
Berbintung beitebt, bie int früherer Seit von ben
Sultauen beftige Berfolgungen zu erbulten batte,
aber jegt, bei. in Belgrad, in ungeftörter Thätig-
leit fich befindet.
In ben außereuropäifben Erbtbeilen.
Die in allen engliſchen, frauzöſiſchen u. niederlän⸗
diſchen Kolonien beftebenken Logen find in unaus-
geichter lebhafter Zhätigkeit, bei. die franzöſiſchen
Togen in Algier, tie engliſchen Logen in Of« m
Weſtiudien, in Sanada, ja fogar in China haben
ih 3 eugliſche Logen in Ganton, Honglong U.
Shangbae gebildet Desgleihen find in Dceanten
werihietene Logen (nach neueren Nachrichten be⸗
+
Reben dort Über 200 Legen) errichtet worden, m.
ſelbſt in Berfien jollen Sreimanrerlogen befteben.
In DOfindien ſteht die F. in befonberer Blüthe
mit 57 Logen, darunter 11 Logen in Madras n. 9
in Calcutta. Zwar wurben mehrere Klagen wegen
Unregelmäßigleiten, die in ber zu großen Entfer-
nung ven ber Großloge von England m. einem
allzu abhängigen Berhältnig von biefer ihren Grund
hatten, allein es fcheint neuerer Zeit dieſen Übel⸗
Händen genügende Abhülfe geworben zu fein. Es
bat ſich dort wiederholt ber Fall ereignet, daß vor⸗
nehme n. gebilbete Hinbus in ven Logen Aufnahme
fanden. In Oftinbien erfcheint eine Freimaurerifche
Beitichrift.
In Rorbamerifa bat fi nad den neneften
Berichten bie F. fehr verbreitet, 1846 beſtan⸗
den in ben Vereinigten Staaten 31 Großlogen,
mit 400 u. mehr Töchterlogen Bon vielen biefer
Großlogen gingen Beſtrebungen zu einer Bereini«
gung unter eine gemeinfame Großloge u. namentlich
ber verfchiebenen Syſteme in ein einziges aus, allein
bis jetzt ift dies noch nicht gelungen. In neuefter
Zeit find namentlich in dem Weften viele nee Los
gen errichtet worden; durch bie jahlreien Ein-
wauberungen aus Deutfchland haben fich die deut⸗
ſchen Freimaurer zu befonberen Logen vereinigt,
u. bie in New⸗Orleand beſtehende deurfche Yoge be⸗
findet fi in einem blühenden Zuftande. Gegen-
wärtig beftehen in Nordamerika 25 beutfche Rogen ;
im Allgemeinen befinden fich daſelbſt gegenwärtig
35 Großlogen mit 3665 Töcterlogen. In ben
größeren Städten if man barauf bebacht ge-
weien, großartige Anſtalten als Aſyle für tete
bedürftige Freimaurer u. deren Wittwen u. Wai⸗
fen zu gründen. Als bie Großloge in New⸗
ort im April 1848 veranlaßt wurde, die dortigen
reimanrer zur Theilnahme an einer öffentlichen
Breoceifion u. anderen Feierlichkeiten, aus Anlaß
der in Europa zu Gunften ber freiheit ftattgehab-
te Ereigniffe, uufzuforbern, gab fie abfchlägigen
Beſcheid, indem es *— nicht mit ben Grunbjägen
der F. u. der Genoffenichaft vereinigen laffe, an
ſolchen politifhen Demonftrationen heil zu neb-
men. 1848 erhob fich in Der ort ein Streit über
dus Stimmredt ber geweſenen Meifter vom Stuble
in der Großloge, woburd die Landlogen, beren
Meifter wegen ber Entfernung die Sitzungen der
Großloge nicht beiuchten, in Nachtheil geriethen.
Bei fortgefetem Streit entflanden 1849 zwei Groß⸗
logen, bie eine unter Philipp, bie andere unter Wil-
farb, von benen bie erftere die Rechte:ber geweſenen
Meifter vertrat. Erſt 1858 haben fich Die beiden
getrennten Parteien wieber zu einer Großloge ver⸗
einigt. In Brafilien ift die F. noch im gleicher
Thätigfeit wie früher, 1845 zäblte man unter ber
Großloge von Brafilien 79 einzelne Logen. Außer-
dem Reben der Leitung des Maurerbundes in Ame-
rita noch vor: bie Großloge von Canada, ber
Großorient von Haiti in PBort-au- Prince, der
Grand Orient Rational ber Republit Beru u. ber
Grand Drient der Republif Venezuela.
Literatur: 3. Anberfon, Neues Eonftitutions-
buch ber alten u. ehrwürbigen Brüderſchaft ber
Sreimaurer, Lond. 1723, aus dem Engliihen Frkf.
17475 Der Signatflern od. die enthüllten ſämmt⸗
lichen 7 Grabe ber myfteriichen F., nebſt bem Or⸗
den der Ritter bes Kichts, Berl. 1811— 21, 16 Thle.;
Sarſena od. der vollfemmene Baumeifter, Bamb.
Freiimansera II. F.
1816, 4. Aufl. ebd. 1920; 5. B. Kin
Benac, er lebt im Sohne, od. des !
wahren F., Xpı. 1819, 3. Hufl.; Die
Ruß, 2. Aufl. Lpz. 1827; Bäbide, Frei
ton, Berl. 1818; 8. Lenning. Encofloy
Lpz. 1922— 28, 3 Bbe.; (?eifiug) Eı
Sefpräche für Freimaurer, Bolfenbätt.
(Fiſcher) Elenfinien bes 19. Iahrh., e
vereinigter Denter über Philojopbie
ber F., Berl. 1602 f., 2 Bde.; ®.8
Alugienklüthen, Hannov. 1815, 2 Tbtı
mann, Aluzienblüthen aus ter Sch
1819; ©. Friebrih, Sarons - Roft
rtf.a.M.1825;G.von Wedekind, Der
ehe Ob —— ee in ber
u. die F. in gegeuſeitigen Berbältnifier
Deſſelben. Bauſtücke, Gießen 1820
(Jacobi u. von Sturf) Saint - Ricailı
lung merfrwürbiger maureriſcher Briı
maurer u. die es nicht finb (angebli
Beannönien, 2 Aufl. Frkf. 1786; I
icaile, ein Turnier im 18. Jahrh.,
2 Toeee Hero ( Keßler von Sprengeiſen
für Freimaurer u. bie es nicht find,
3 Thle.; Feßlers Sämmtliche Schrift
Berl. u. Dresd. 1801. -4, 2 Vde.2
18057 ; Freimaurerbibliothek, Berl.!
8 Stüd; Alınanad für Freimaurer au
jubr 1784 (Prag); F. W. von Ext
Taſchenbuch für —— Ilmen⸗
1828 u. 1830, 5 Jahrg.; Uber die
Freimaurer jũbiſchen Slaubens in Pr:
das, was in jüngſter Zeit in dieſer?
geſchehen ift, ein offenes Sentichreiki
1843; Die F. mit offenem Gefichte u. |
Händen bargeftellt 2c. von einen: uralı
rer fir Br. Maurer, aber auch für br
beante, Erl. 1843; Her. Nau, Vtr
Freimaurers, Stuttg. 1944, 2 hl
Bibliothek der $. u. ber mit ihr in Ve
fetzten geheimen Geſellſchaften, jyrki. !
Kloß, Die F. in ihrer wahren Bebeutun
Maureriſche Tempelbilder von Friedri
F.A. Fallou, Die Myſterien ber F. ebl
tinger, Rüdblide auf Die Bergangenbe
ten in bie Zukunft, nebſt einigen We
F., Zür. 1849; Zacharias Numoth
matica latomorum (Dresp. 1540 —-
Die 5. in ibren ſchönſten Lichte, €
1850 , Borchhardt, Der Weg zum St
u. beren Grundlage zur Bereinigung
ſyſteme, Berl. 1850; Glöden, Aufſchir
Berbulten zum Freimaurerorden im
u. zur Großen Yanbesloge von Teutſch
jonteren, Schwerin 18505, 3.5.7.2
Die Denkmünzen ber Sreimaurerkrüt
tenb. 1851; Anſchütz, SIchaunes <
vpz 1853; Hottinger, Über bie ©r
nifje u. bie Angriffe auf bie $., :
1554; Hirſch, Die Humanität als Rel
18555 Merzdorf, Leſſings Geſpräch
maurer, hiſtoriſch⸗kritiſch erläutert, Ha
Zille, Sanbkörner, Lpz. 1854; Derſelb
ebd. 1855; Auwald, Bauſteine zum
Menſchenthums, ebd. 1856; Aurhra
riſche Vorträge, Hamb. 1856; Luci
neue Bundesgrüße, ebd. 1856; Marke
1856; Derjelbe, Katechismusreden,
Freimanrerei bis Freimeiſter
Die lonigliche Kunſt, Hannov. 1857;
Freimaurerlalender auf das Jahr
55, Gotha 1951 m. 1655; Nöhr,
deutſche Jahrbücher für Kreimaurer,
brg., New» Hort 1856 — 57; Bar
bliographie ber F. in Amerila, ebb.
mann, Tiderficht fänmtliher Logen
ı, Hildeah. 1857; Gybert, Märtyrer
rer Spaniens, Weintar 1554: Gegen⸗
anft ber 5. in Dentichland, Yp3 1654;
vllopädie für Br. Freimaurer, Am⸗
Schiffmanu, Das Verhältniß der Frei⸗
05:
zügen zu einer allgemeinen Geſchichte der F.,
Aarau 1814; Geichichte Ber Grundidee u. Verfaſ⸗
ſung der F., zeitgemäß dargeſtellt von einem Frei⸗
maurer (Ed. Bobrich, Zür. 18383; Urgeſchichte der
F. in England von Jemes Orchard Halliwell,
1840, 2. A. 1544, deutſch von H. Marggraff, mit
hiſtoriſcher Einleitung von Gretichel, Lpy. 1842; G.
Kloß, Annalen der Loge zur Einigkeit, der engli⸗
ſchen Provinzialloge, fo wie der Provinzial⸗ u. Die
recterialloge des Elleltiſchen Bundes in Frauke
furt a. De. 1742 — 1811, Frij. 18412; Die St. Jo⸗
hannisloge zu ben drei Keigbretern im Orient von
n Thriſtentbum u. zur Kirche, Stettin ; Altenburg nach einbundertjährigenm Wefteben, eine
3, Die Kuuſt ber F. im Yichte won Für⸗
Haunuev. 1858. Gegenſchriftenge⸗
depbatha et. Tenhwürkigfeiten u. Be⸗
ies Freimaurere, Lpz. 1836: G. U. V.
ogenbuch, entbaltend Das vollſtändige
Feremoniale aller drei Jobannisgrade
pftein Der Großen Landeslege, ſowie
u. Ceremoniale des 3.— 7. Grades
yal Norker Evftene x. Ein Nachtrag
a, Pp;. 1936 (beite wahrſcheinlich von
renmund Welp od. Schuba]); ©. v.
Die F. u. ihr Einfluß in der Schweiz,
19; Derielbe, Nachtrag zur F. u. ihr
ebt. 1511: Der Freimaurerorden tt
nsärtigen Nichtigkeit dargeftellt, Lpy.
itgegnung bierauf Die beiten Schriften:
srerbund in feiner gegenwärtigen Be⸗
. 154%, u. Der Freimaurerorden un ſei⸗
irtigen Berentung, Diagteb. 1948);
Wort in der Yogenirage vom Verfaſſer
Der Freimaurerorden in feiner Nich⸗
p3. 1545; Jean te Schtobened, Jac⸗
Freimaurer od. die gebheimen @efell-
rankreich, ihre Teudenzen, pelitiichen
Zwecke, biftoriicben Überliclerungen,
yräuche 2c., Grimma 1945; Eckert, Der
rden in feiner wabren Bereutung,
; Derfeibe, Der Tempel Salomonis,
Derſelbe, Magazin Der Bemeisfüh-
urtbeilung Des Freimaurererdens, al®
utt aller Zerſtörnugsthätigleit. Schaffb.
Ibe, Geſchichte meiner perjönlichen Au⸗
eimaurerordens, als einer Verſchwö⸗
yaft bei dem Miniſterium in Berlin u.
ndlung als Verbrecher darauf, 1555;
j, Die F. u. das evangeliſche Blarranıt,
3 Thle. (Entgegnungen: Beleuchtung
ber evangeliihen Kircenzeitung, Berl.
‚ Shriitentbunm, Yegtes Wort über Die
Profeſſors Hengftenberg, ebd. 1855;
alyſe der F. u. das evangel. Pfurranıt,
Derfeibe, Religion u. Kirche zur Be⸗
r Schrift: Die %. u. das evangeliiche
d. 1554; Saufe, Die %. u. Profellor
j, Lpz. 1655; Zur Beurtbeiluug ber
ziſchen Schrift: Die F. u. Das evange⸗
mt, Berl. 15541. Zur Geſchichte:
Geſchichte ber F., Freib. 1810, Acıa
1, ou Chronologie de l’histoire de
-Maconnerie Franc. et dtrangere,
ıBte.;C.C. F. Kranje, Die Lrei älte⸗
n ber Freimaurerbrüderſchaft, Dresd.
Ausg. ebd. 1320 f., 2 Vte.; F. Heft»
drei älteften geichichtlichen Deulmale
Sreiinaurerbrüterichait jammıt Grund»
Denkicrift, Altenb. 1912: % A. Cdftein, Geſchichte
der sreiniaurerfoge im Trient von Halle, eine Feſt⸗
gabe zur Säücularieier der Yoge zu den brei Degen,
Palle 1344; 9.9. Yahmanı, Geſchichte ker F. in
Sunfehmeig von 1744— 1544, Braunſchw. 1844;
Schlemm, Geichichte der F. in Halberſtadt, Hal»
berft. 1945, Beigts, Die Geſchichte ber gerechten
u. vollfenmenen Zreimanrerloge Friedrich zum
weißen Pferte in Hannover u. Säcularfeier der⸗
jelben Yoge, Hannov. 1546; Jördens, Verſuch
einer Geſchichte Fer Loge Georg zum filbernen Gin»
born im Orient von Nienburg a.t. W., ebd. 1846;
Geſchichtliche Lberficht ven ber Gründung u. Thä⸗
tigfeit der St. Jobaunes Loge zum innigen Verein
am Riefengebirge in Trient ven Yanbebut in Schle⸗
fien, Landeh. 1346; Georg Kloß, Geſchichte der
F. ın England, Irland u Schottlaub aus echten
Urkunden (1695 — 1754 Largeftellt, Lpz. 18475
Keller, Geſchichte Des Eklektiſchen Freimaurerbun⸗
bes, 2. Aufl. Gießen 1857; Kloß, Geſchichte der
ha in Sranfreih, Darınfl. 1852—53, 2 Me;
erzdorf, Gefchichte Der Freimanrerlogen im Her⸗
zogthum Oldenburg, Oldend. 1952; Polid, Bei⸗
träge zur Geichiibte Der 75. in Mecklenburg, Ro⸗
ftod 1554. Zeitihriften: Wiener Journal für
Freimaurer, Wien 1791— 56, 3 Jahrg.; Sour-
nal für %., Altenb. 1804 ı. 5, 2 Vte.; Neues
Journal für F., ebd. 1812— 230, 1. Bde; Beit-
ſchrift für F., ebd. 1823 — 27, 5 Vde.; Neue u.
neueſte Zeitſchrift jür F., ebd. 13832—42, 9 Mbe.;
Rud. Richard Fiſcher, Maurerhalle, ebd. 1942 f.;
l,atomia, Freimaurer. Vierteljahrſchrift, vpz. 1842
bis 1958, 14 Bde.; Archiv filr F., berausgey. von
Horflmanı u. Strauß, Hamb. 13513—47 , Erwi-
nin, Feuille de correspondance macnnnique
(franzöfifch n. dentſch), Strasb. 1546 f.; Freimau⸗
rerzeitung, Manuſcript für Brüder (redigirt von
Rud. Ric. Fiſcher, jeit 1892 von Mor. Zille), Ypy.
1947— 1555; Bruderblätier für Freimaurer, als
Fortſetzung des Ziegeldeckers in Orient von Alten«
burg, herausgeg. von B. rützelberger, Altenb.
1848 -54; Aſträa, Taſchenbuch für Freimaurer,
herausgeg. von Aug. W. Müller u. Ludwig Bech⸗
ſtein, Sondersb. 18410 - 1858; Triaugel od. Ata⸗
zienzweige am Lebensbaume echten Maurerthume,
herausgeg von Ed. Röhr, Williamsb. 1.—4. Jahrg.
(1855—5$), Die Baubütte, illuſtrirte Freimaurer⸗
zeitung (redigirt von 3. ©. Findre), Ypz. 1858.
Greimeifter, 1) Meiſter, welchem eine gewiſſe
Aufficht Über jeine SZunfegenofjen übergeben ift;
2) unzünftiger Meiſter; 8) bejchränkter zünftiger
Meifter. Daher Zreirecht, das Recht eines Frei⸗
meifters, u. Freiſchaft, Die ſämmtlichen Freimeiſter.
Dit Rüdfiht auf bie einzeinen Haudwerler nennt
man bie F. Zreiſleiſcher, Freiſchneider, Breiichmiede ic,
0
Freimund NReimar bis Preffänren
Freimund Reimar, Pſeudonym des Dichter® | botenen golbnen Apfel u. den wunterie
Friedrich Rückert.
mũthigkeit, Anfrictigleit im Reben, wo
es Wahrheit gilt, aber der Charafterflärte bedarf,
um Nachtheil u. Gefahren nicht zu ſcheuen. Brei-
mut bezieht fich mehr auf bie Gefnnung, ans wel⸗
her die freimätbige Rebe hervorgeht, ale auf bie
Au erung berfeiben,
nd (fpr. Brennb), John, geb. 1675 zu
Croton in Northamptonſhire; Brofefior der Chemie
in Orferb, dann Felbmediens, ging 1713 nad
Xonbon u. mar feit 1727 Leibarzt ber Königin
Karoline; er fl. 1728 u. fihr.: Emmenologia,
Dr. 1703, Bar. 1727; The hist. of phyric
from the time of Galien, Lond. 1725 f., 2 Bbe.
(Bauptwert); Opera omnis medic., Lob.
733 u. d.
Freindaller, Franz Joſeph, geb. 1753 zn Yps
1770 in das regulirte Chorberrenftift St. Kloriarı,
fam 1777 als Conperatör nach Feldkirchen bei Linz,
lehrte dann eine Zeit lang in feinem Stifte Homt-
letit, war fett 1784 Pfarrer an verfchiebenen Orten,
dann Profeffor der Dogmatil am Lyceum in Fin,
1803 Stiftepfarrer in Nieberneulichen, 1806 in
Vöcklabruck, 1812 Dekan u. ft. 1825. Er ſchr. u. a.:
Bon ben Lehren bes Pythagoras, 1779: Handbuch
zur Ertbheilung des Unterrichts für Convertiten,
1813; u.a. Gab auch heraus bie Linzer theologiſch⸗
praktiſche Monatefchrift, 8 Bde., fortgeieht ale
Duartalfchrift für katholiſche Geiftliche, Salzburg
1812 — 21.
Sreinsheim, alte Stadt im Kanton Dürkheim
Des Laudcommiſſariats Neuftadt im baieriſchen
Kreife Pfalz; viel Getreide-, Kirfchen- u. Wein-
Bau; 2100 Em.
Freinsheim (Sreinsbemius), Johann, geb. 1608
in Ulm; wurbe 1642 PBrofeffor der Politit u. Be⸗
redſamkeit in Upfala, 1647 Bibliotbelar u. Hiftoric«
graph in Stockholm u. ft. 1660 als Profeſſor in
in Unteröfterreich, ftubirte in Wien — trat
Heidelberg; er fchr. ein hiſtoriſchesGedicht: Deutfcher |
Zugendjpiegel od. Geſang von dem Stamm n.
Thaten Des neuen Hercule® (Herzog Bernhard von
Weimar), Strasb. 1639, Kol. Außerdem Er»
läuterungen zum Livius, Zacitus, Curtius, Flu-
rus u. a.
Freipaß, Schein für zollfrei in bie Zollvereins⸗
ftaaten eingehende Waaren, meift für folche Gegen-
fände, welche auf die Privatrechnung ter Fürſten
diefer Staaten eingehen.
Freir (nord. Mytb.), einer ber Afen, Sohn
Niords u. der Skade, Bruder der Freia, ge
bot Über Eonne u. Regen, ftand den Ernten n.
Allem, was auf ber Erte wächſt, vor u. gab allen
Segen u. Frieden, daher man ihn anrief, wenn
man ein gutes Jahr n. Frieden, wenn Jungfrauen
einen Bräutigam, u. Weiber ihre im Kriege ge-
fangenen Männer wieber haben wollten. 5-8 Ge⸗
mablin war Gertur, Tochter Gymirs u. Aurbobas.
Rn hatte fie gejeben, als fie von ihres Vaters
ohnung im ihren Frauenzwinger ging, u. er-
krankte vor Liebesſehnſucht, bis fein Diener Sklirnir
über die Flamme, welche Gymirs Wohnung ums»
Ioderte, u. mit feinem Schwert, welches fich von ſelbſt
ade bie Rieſen ſchwang, zu Gerbur ritt u. biefe
Är ihm freite. Gerdur weigerte fi) lange, Fes
verſchinaähte die 11 ihr ange⸗
Liebe anzunehmen,
Draupnir u. nur durch Sanberfone
wurde fie F⸗8 Gemahlin. Rım weh
Gerdur in feinem Reiche Alfheim. Ibm ae
gott gehörte der goldhelle Eher Gallind
ihm auch als Reitpferb biente; anßerde
noch das Roß Blodughofi u. das uno
Stipblabnir; letzteres. ein Seien! v
Yvalbs, war fo groß, daß es alle Afen |
eingerichtet, daß es, wenn bie i
waren, günftigen Wind befam, n. lieg fr
einanter nehmen u. in Heinem Raume
Zu Fee Umgebung gehörten bie Picta
eifen). Im Kampfe mit dem Riejen %
er benfelben, weil er fein Schwert an {
geben batte, mit einem Hirſchhorn, ta
Beinamen PBeliabalgr erhielt. Anbere
befielden waren Banagod, Vanr, Fegi
thumſpender). Seinen Sanpttempel 5
pfala u. theilte daſelbſt Lie Verchrung
Freirka (F. Gaudich.), nad 3
maligem portugiefiihen Staatäminifter
Pflanzengattung aus der Familie ber |
zu Parivetaria Z'ournef. gehörig; Arte
nefolia Gaud. Ne filifformis Enddl.),
u.F. u a Endl. in Sikirien.
eirecht (Rechtem.), fo v. w. Baulı
reireiß, Georg Wilhelm, geb. in
a. wurde Handlungslehrling, ſtudi
—558 — u. wurde 1803 Begleiter |
auf deſſen Reife nach Perſien; 1811 tre
in Petersburg von dieſem, ging aber 1
zu ihm, ba er, feine Reife nad) Afien
Braftlien befuchte, verließ ihn indeß,
von ihm fchlecht gehalten, von Neuem u
dem Prinzen Darimilian von Neuwied
filten. Später unternahm er dert bie
der beutjchen Eolonie u. flarb dort 182
Beiträge zur Kenntniß des Kaiferthumi
Tranff. a. M. 1824.
Freireuth, Ort, fo v. w. Fraurentl
Freiſach, fo v. m. Friefach.
SFreilam ſo v. m. Milchſchorf.
Frefſamkraut, iſt Viola tricolor.
Freiſaſſen, Ju. Freignt.
Freisauff, Felix F. Ritter von Re
1799 in Bellovbar, wurde 1818 Pia
Pionniercorps; fungirte bis 1825 afe
Geſchichte an der Bionniercorpsfchufe iı
burg, bis 1828 bei ben aſtronemiſche
bes Seneral-Quartiermeifterftabes u. wi
unter Der Ernennung zum Oberliente
ber 4 Sehne tes Erzherzogs Karl in
matif ı. Geſchichte. Seit 1831 zum $
ernannt, nahm er 1938 feine Entlaf
nun lediglich den Stutien u. fl. 1554 i
Er for. : Elementarunterricht inter mat
Geograpbie, Wien 18275 Neues FE
Eftypographiiches Bilderwörterbuch Hi
über Telegraphie, über Torfgereinnun
heizung; auch erfand u. befchrteb er ten
lationsofen, bie felbftwirtente Abbange
u. entlih das fortichreitente Bewegu
für Dampf» u. Eiſenbahnwagen.
Freiſchaaren (Breifhärter), eine inn
erft gebrauchte Bezeichnung für bemeifn
lungen, weiche fi freimillig u. in der
—— politiſcher Creignifſe biideten, mei
Sreifchießen
5 od. Neigung zu Abenteuern. So
efcbe während des Sonderbundkrie⸗
weiz unter Ochfenbeins Leitung zu
5 einen Zug gegen Luzern unternabe
che beider Crhebung Schleewige u.
ans allen Qauen Deutſchlande nach
lbinſel zufammenftrömten ; bei dem
aden 1549 fiellten fich F., aus allen
wjammengemürfelt, in die Reiben
tarmee, es traten %. in Ungarn u.
berall aber n. immer mit gleich ges
ꝛ, weil ibnen fteis Die geregelte
sung, mehr noch aber jedwede milie
in abging. WIE in Deuticbland in
gung von 1849 faft Überall joge⸗
webren ins Peben traten, bildeten
rten neben biefen auch noch F. aus
melche geießlich won ben Gintritt in
‚en auegeichloffen waren. Und wo
aufe Der Ereiguiſſe Die revolutioni⸗
nen Aufitand verſuchte (Frankfurt
n), überall ftrönten %. zur Unter⸗
ıfftantes zu, jedoch auch bier ohne
nur zur Unbequemlichkeit der Orte,
egogen.
t, in der Schweiz Benennung ber
iteniefte, welche alljährlich gefeiert
Mittelpunkt des Feſtes bilder das
ı, für welches Prämien Here
ag fih auf große Summen beläuft,
rn auf 179,000 res. Dieje Prä⸗
Koften ber eftlichleit werden durch
räge befttitten. In ber Abhaltung
chſeln Die verichiedenen Cantene
t nach einem beftimmmten Zurmus.
Haft fübrt ihre Fahne mit fich ; dieſe
Fabnenburg aufgeftellt, welche zu
eidgendijiichen geſchmückt iſt. Der
cheiben vom Schießſtande beträgt
Schritte. Alle Schützen tragen das
3appen u. Die Kokarde ihres Can⸗
llendung des Schießen werben bie
Fahnenburg vertbeilt. Die Theil⸗
n Kelten ift von Jabr zu Jahr im
ergegangen find dieſelben aus den
3 ber üblichen Schützenfeſten, melche
be Buntes der $ Orte ſtaunmien.
lufſchwung erbielten fie nach Det Zü⸗
yent 1452 ta8 Geſeenſchießen
e: 1456 das Strasburger F., das
siihen Stratburg u. der Schweiz
. Jabrhuntert eutftand auch die alte
13, in welcher Beſtimmungen fiber
Theilnahme an denſelben getroffen
Bee murten ſehr glänzend, wie zu
och verfiimmerten tie bald Darauf
iöfen Streitigkeiten über ein Jahr⸗
te Schützenfeſte; nur wurden 1604
1605 zu Baſel, 1668 zu Zilrich
ießen gefeiert. Später hörie ter
chützengeſellſchaften auf; Das locale
das allgemeine eidgenöſſiſche ver-
sneucrer Jeit fand ſich wieder Sinn
ed- Guiot von Aarau ifi ter Stifter
Das erfte wurde 1522 zu Aarau
rlich wurden fie nun wiederholt u.
Auskehnung u. politiſcher Beden⸗
Rand zu Baſel ter Schweizerijche
— — —
—
bis; Freiſing 097
Shänmverein; 1838 bloß fih tie Franzöſiſche
Schweiz an. Berner wurde das Feſt m. a. gefeiert
1830 in Bern, 1842 in Chur, 1944 in Baſel, zu⸗
gleich Gedenkfeier der Schlacht von St. Jakob u.
Veriöhnnungsfer Baſels mit der Schweiz, 1847 zu
Glarus, 1849 zu Yarau, das 25jährige Jubelfeſt
ber %., 1551 an Genf, 1857 su Bern.
Frei Schiff, frei But, Grundſatz des Völker⸗
rechte, nach welchem alles But, ſelbſt feindliches, auf
neutralen Schiffen nicht meggenommen werben
darf, von der Frriedenscenferenz zu Paris 1856
angenommen ; wat. Saperct.
Frelſchöppen, fo v. w. Fehmſchöppen.
Freiſchule, 1) Schule, wo Unterricht unent«
geltlich ertbeilt wird; daber 2) fon. m. Arınerichnle.
Breifchürfen, tie Erlaubniß, in einer Gegend
zu ſchürfen u. Das Gebirge zu unteriuchen ; fie wird
durch einen vom Bergnieifter ausgeftellten Schürf-
zettel erlangt, u. fein Grundbeſitzer darf dann bas
Schitrfen bindern.
Freiſchũtz, 1) (Waflerb.), das Schutzbret an
einem Ablaß; 2) ein Schütz, Le@fich mit Hülfe bes
Teufels Freikugeln verfchafft hat, welche Arelihäffe
thun, d. h. auch in ber größten Entfernung, mas
man will, unfehlbar treffen. Von 7 treffen aber
nur 6, die 7. (nad) Einigen die legte, nach Anderen
unter 7 eine) nimmt ben IBeg, welchen ihr ber Teu⸗
fel vorichreibt. Dieſe Jägerſage bat zuerſt Apel im
1. Th. feines Sefpeniterhuches in einer Novelle be-
bantelt, Fr. Kind u. Maria von Weber zu ihrer
Dper: Der $. (franz. Robin le bois) benutt.
8) (Kriegsw.), ſo v. m. Franc Archers.
ng (Breifingen), 1) Yantgericht im baie⸗
rifgen Kreiie Oberbaiern, 6! OM., 13,300 Em.
2) Hauptftadt darin an ber Moſach u. tem Iſar;
Sit des Appellationsgerichts für Oberbaiern, Wech-
ſelgericht, Rentamt, Kapitel u. Generalvicariat des
Erzbiſchofe von München; die Domlirche bat eine
merfwiürdige Krypte, Briefter « u. Schullebrerfemi-
nar, Lyceum, Oynmaſium; 5350 Gm., melde
Salpeterfieberei, Brauerei, Branntmweinbrenneret,
Wachsbleichen, einig u. Tabakfabrikation, Vieh⸗
ucht ac. betreiben. Auf einem nahen Berge iſt die
Frühere Benebictinerabtei Werbenftepban, icht
in ein königliches Schloß mit Muſterwirtbſchaft für
Aderbau u. einer großen Obſtbaumſchule unige⸗
wandelt. — F. ift Fehr alt, es wird fchon 297 er»
wähnt. 724 wurde das Bisthum gegründet (f.
unt. 3); 955 wurde die Stadt von den Hunnen
verbrannt u. 978 von dem Kaiſer erobert; eben fo
1082 von Dem Herzog Welf von Baiern u. 1086
ven den Sachſen; 1231 große Feuersbrunſt;
3) ſonſt Bisihum von 5 DOM. u. 27,000 Ew.,
teflen Biſchef auf dem Reichstag Zi u. Stimme
hatte. Das Bisehum wurde 724 (716) ge⸗
gründet u. St. Corbinian zum 1. Biſchof ein⸗
geſetzt; ſein Nachfolger Erimbert wurde 739.
von Bonifacius geweibt; unter dem 10. Biſchof,
Waldo (593 — 906), einem der Vorniluber vud⸗
wigs des Kinds, brannte die Kathedrale ab, welche
Waldo wieder prächtig aufbauen ließ; Abraham
(956 — 994) führte mährenn Heinrichs des Zän⸗
ters Unmündigkeit mit deſſen Mutter, Judith, vie
Regentſchaft u. floh vor Otto IT. nach Krain.
Goitſchalkt (bis 1006), der, mie einige fehter.
Nachfolger, unter ten Wäbhlern des deutichen Kal⸗
jers ericheint, erwarb tem Bisthum das Diltye
echt. Der 20. Biſchof, Meginward (1078 dis
2
enthums in Böhmen verdient u. farb in Bra
tto I., Enfel des Kailers Heinrich IV. u. Gtief-
bruder bes Kaiſers Konrad III., folgte 1137 auf
Heinrich I. ; unter ihm wurbe %. von der Abvocatie
der Grafeu von Scheyren befreit u. Die Grenze ber
Biethlimer F. u. Regensburg feſtgeſetzt. Den Kai-
fer Friedrich Barbaroffa begleitete er 1158 auf deſſen
ug nad) Italien u. ß. im Klofter Diorimund. Gr
ıft auch als Chronift berühmt, |. u. Otto. Dtto II.
(1183—1220) erwarb der Kirche viele Güter; dage⸗
gen verichleuterte Gerold biefelben u. überantwor⸗
tete auch bie Stadt F. beim Herzog von Baiern; er
wurde deshalb 1229 abgeſetzt u. in den Bann ge-
tban u. fl. 1231; Konrad 1. fiel 1237 in öfterrei-
chiſche Gefangenfchaft u. ſt. 1258. Unterbem 38. Bi⸗
ſchef, Berthold (1380— 1410), welcher bie meiften
Städte feines Spreugels befeftigen od. verftärken ließ,
machte Herzog Ludwig 1394 einen Ginfall in das
Bisthum, u. Baiern (Geſch. VII. B) an). Kone
rad V. wurde 1412 von feinen Kämmerliugen er-
morbet. 1495—98 war Ruprecht von der Pfalz Bi-
ſchof, melcher fpäter Die Tochter Georgs des Reichen
Beirarhete u. Das Bisthum feinem Bruder Phi⸗
lipp überließ; diefer erhielt 1517 Die Abminiftration
des Bisthums Naumburg u. ft. 1541. Ihm folgte
fein Bruder Heinrich III. (fl. 1551); bie Kriege
gegen die Türlen u. die Proteftanten nöthigten
diejen zu großem Aufwand, weerhalb fein Nach⸗
folger leo (ft. 1559) den Schatz ſehr erichöpft
vorfand; Mori von Sandizell, welcher 1567 ab⸗
dankte, zahlte einen großen Theil der Schulden ab.
Diefem folgte Ernft, Herzog von Baiern, welcher
1583 Erzbiihof von Köln n. 1585 Biſchof von
Münfter wurde u. 1612 farb. Nach ihm war bis
1618 Stephan Biſchof; unter befien Nuchfolger,
Beit Adam, melchen der Kaijer Ferdinaud II. zum
ürftbifchof erhob, brach der Dreißigjährige
tieg aus; 1632 plünderten bie Schweren F. u. ber
Biſchof floh auf kurze Zeit nach Tyrol. Bein An⸗
zug Bernharbs von Weimar 1634 u. der Schmeben
1648 floh der Biſchof wieder, u. F. wurde aber»
mal® geplündert; doch machte fich Beit Adam durch
mehrere innere Einrichtungen um bas Stift ver⸗
dient; er fl. 1651. Ruhiger war die Regierung
feined Nachfolger, Albert Sigismund, eines
baierifhen Prinzen, welcher ſich be}. viel mit Sagen,
Steinſchneiden u. Schnitzen beichäftigte; er ft. 1685,
nachdem ihm 1683 Joſeph Klemens, Bruber bes
Kurfüchen Marimilian Emanuel, als Coadjutor
beigegeben war, melcher 1658 Erzbiichof u. Kur-
fürn von Köln wurde; bis 1694 blieb er noch
ürfibifchof von %., dann aber wurde auf päpft-
lichen Befehl Iohaun Franz Edar, Baron von
Kapfing u. Fichtened, als befonderer Biichof jür
5. gewählt, der das Gymnaſium in F. errid-
tete; er fl. 1727; fein Nachfolger, Johann Theo⸗
dor, Sohn tes Kurfürften Dlarimilian Emanuel,
Biſchof von Regensburg u. feit 1723 fein Koabiu-
tor, wurde ſpäter Biſchof von Füttich u. fl. 1763.
Biſchof Ludwig Joſeph von Weiden 1769 bis
1788 ließ Mooſe austrodnen u. Elementarſchulen
anlegen , jein Nachfolger war Maximilian Pro⸗
cop, Graf von Törring » Settenbadh. Joſeph
Konrab VI., welcher 1603 flarb, war ber lette
Biihof von F., dem 1602 wurde das Bisihun
. äcnlarifirt u. an PBialz- Baier als Fürftens
um gegeben, nur die Beſitzungen beflelben in
- Breifing.:: bie Freitog
1098), machte fi um bie Verbreitung bes Chrte |
Ofterreich n. Tyrol kamen au &alı
cdeibed, klistoria Frisingensts, Augkk.
2 Bde. Fol.; Zabellarifche Beireitun
tyume %, Münden 1821; Schematien
cefangeiftlichleit des Bisthuus %., Fu
Breifingen, bei ben Meifterfängern
welchen bei den Berſammlungen jeber, a
machen tonnte, n. wobei fein Preis geı
Freiſinn (Breifiunigkeit), eine auf
ebler, uneigennütiger Zwecke gerichtete
art.
reiſprechung, fo v. m. Ablolutio
eiftaat, jo v. w. Republik.
reiſtadt, 1) Miuberberrichaft bei
riſch im Bezirk Teichen (A fterreichiiche
mit 4 Orten, die in adminiftrativer {
die Bezirlsbauptniannichaft Zeichen |
Stadt darin an ber Olfa, gräflices ı
ſtüte, Schälereien, Gerberei, Leinwe
w.; 3) Hauptfiadt des gleichnamigt
ſterreich ob der Enns, an ber Feld⸗Aift
Piariftencolleginm mit Hauptichule,
von Zwiru u. Leinwand; 33uu Em.: -
preußifchen Regierungsbezirks Yıcgnig,
von ter Cher, meift eben, bemalke
fruchtbar, 16,55 OM., 50,000 Em:
ſtadt daſelbſt an ber Sieger, 4 Kirchen
3 Hofpitäler, Waiſenhaus, Bibilgeiellis
bleichen, Tuch⸗ u. Etrumpfwirkerei, ©
Lein⸗ u. Wollweberei, große Piertemärl
mühlen, Weinbau; 3750 Ew.; 6) (pol
lice), Stadt im Kreile Rojenberg
hen Regierungstezirte Marienwerder
7) Stabt an ber Schwarzach, im Lant
marlt des baierifhen Kreiſes Oberpk
fabhrt8- u. 2 andere Kirchen, Francitlar
Hofpital; Drahtfabriken; 1500 Em.
Freiſtadti G(Greiftãdtel), 1) Dachfl
zirk Ungeriſch⸗Hradiſch des Kreiſes X
ren); Fabrikation ven Böttcherwaaren
fäſſern; 900 Ew.; 2) (Galgocz);
Waag u. Hauptort bes gleichnamiger
Kreife Unter - Neutra des Bermali
Vresburg (Ungarn); ——
Gruft der — amilie Erdẽd
Weinbau, Viehmärlte; 5300 Em.
Freiſtädte, 1) die 6 Leſviten⸗Si
diſchen Yante (3 dies⸗ u. 3 jenfeits |
Keves, Sehen, Kiriath Arba; Bezer
Golan, wobin Leute flober, welche ı
ſätzlichen Mord begangen hatten, u. 1
vor dent Bluträcher, die Unterfuchn
2) (Königliche $.), in Ungarn
Kaffe, mit eigenem Rath, Serichteba:
u. Freibeiten des Adel.
reiſtaͤtte, fo v. w. Aſyl.
reiftett , 1) Neu⸗F., Stadt amꝰ
Rhein⸗Biſchofshein. des badiſchen
kreiſes; Freiflußhafen, Stärkefabrik;
Alt⸗F. Piarrdorf ebendaſelbſt, Fiſd
fahrt, Hanf- u. Getreidebau; 1600 G
Freiftift, 1) Stift, welches unmi
tem Papfte fieht, 2) Stift, wo die Ne
austreten u. ſich verheirathen können.
reiftuhl, der Sit eines Fehmger
reitag, ber 6. Tag ber Weck, 8:
germanijchen Yiebesgättin Yreia (f. d.) !
ben Römern hieß er Dies Venerw;
Freitrepre die Frejenal de la Sierra
beißt er Dibuna u. iſt ber wöchent⸗
. Der Stille od. Bute F. im ber
irche ift fo v. w. Eharfreitag.
se, unbebedie, fleinerne Treppe vor
ıe eines Gebäubes, die vom Terrain
eſchoß ad. auf Terraſſer führt; ſolche
jen entweber ganz wor bem Gebänbe,
ı daflelbe — ſo daß Hallen
en. An ber Thür erhält bie F. immer
je6 Boden (Berron). Die Stufen
anfleigenben Wangen; bei größeren
Stufen zu lang en, um zwiſchen
fich frei zu tragen, werben biefelben
ide Bogen gelegt, auch wehl zu beiben
Jlaftifchen Gruppen ob. Statuen, na⸗
erftatuen (Sphingen, Löwen zc.), ge
= 1) fo v. w. Freiſtätte; 2) von ber
Gerichtsbarleit befreite Gegend; 8)
terfängern bie Losiprechung ber Neu⸗
‚ 1) Marktflecken im baierifchen Kreile
en, mit Schloß Wolfſtein, Sieg
richte, Perzellanertgruben; 600 Ew.;
dadt an der Walbnab.
el (Her.), |. u. Chrenftüde A) ꝑ).
ter, in Quartierſtand beurlanbte
u. Urlaub.
yau, 1) Bezirkahauptmannſchaft im
pau (öſterreichiſches Schiefien) ; 2)
arin, am Auße der Goldkoppe;
kürftbifchofs von Breslau, Wollzeug -
ei, Vottafchefiederei, Wachobleiche, Pa⸗
500 Ew.; ſonſt war hier eine von J.
ste Kaltwaſſerheilanfialt, bie aber wie-
gen ift; viele Krane ber Gräfenberger
ganz in der Nähe liegt, pfiegten ch
lien; 3) Marktfleden im Kreiſe Sa⸗
eußiſchen Regierungebezirks Liegnitz;
be, Stadt, fo v. w. Freienwalde.
ig..., Artikel mit dieſem Adjectiv
die bier nicht zu finden find, ſ. u.
ß.
ige, 1) Perfonen, die ſich von freien
me Verpflichtung od. Zwang zu etwas
ef. 2) Soldaten, welde, im Gegenſatz
ribirten, ohne dazu verpflichtet zu fein,
ıft getreten find. Einjährige $. in
d folche junge Leute, welde fa elbfi
melden u. unter Nachweiſung eines
dungsgrades u. der Koſtenbeſtreitung
irung die — — erhalten, mit
ſtjahre ihre Dienſipflicht ableiſten zu
der aröft il ber Land- |
ihnen geht ber größte Theil ber Land. in welchen ınan feither gewobit bat, auszuwan⸗
: hervor. 8) Soldaten, bie bei einem
ıngenen Aufruf, ſich feibft zur Theil⸗
iner bei. geiahroollen Unternehmung,
Sturm auf eine Brefche, bereit finden.
ige Arme, fromme Brüberichaft, die
(desheim entfland, 1470 die Regel St.
nunahm, in Halberfiabt, Köln, Hilbes-
Niederlanden Häufer hatte, blos aus
e Handwerlke trieben, beſtand, Kraule
dte begrub u. Almoſen ſammelte; im
iſt ſie erloſchen. Tracht; Rock grau,
an Kapuze ſchwarz, beim Ausgehen ein |
r
Freiwiiges Hinten (Meb.), |. Wrthreface 2)
n. —
willige Jaͤger. Beim Beginn bes Kriegs
von 1613 erließ der König von Preußen am 3.
bruar einen Aufruf an die Jugend feines Bolfes,
bie nicht militärpflichtig war, fih zum Dienft zu
ſtellen u. die Equipirung nebſt Waffen aus eigenen
Mitteln r ſchaffen, um auf dieſe Weiſe ein Volko⸗
* zu ſchaffen, zur Unterſtühnng ber gegen bie
anzoſenherrſchaft aufgebotenen Armee. —
wurde beflimmit, daß Niemand künftig eine Staate»
ftelle erhalten könne, der nicht wenigſtens ein Jahr
gebient habe. Aus ben fi Meldenden ſollten tbeile
befondere Detachements zu Fuß od. Pferd gebildet
werden, welche den Infanterie» od. Cawallerieregi-
mentern beigegeben würben, theils fellten bie Ja⸗
er in bejondere Corps (Tübomiches, Reicheſchee
icorp8) vereint werben. Offiziere u. Unteroffi-
ziere follten die Fen I. nach einigen Monaten an
ihrer Mitte wählen, u. fie bis dahin von Com⸗
manbirten ber Yinie eıngeübt werben. Die Sn I.
follten ben Dienft der leichten Truppen verfeben u.
von allem Garniſonbienſt, Ehrenpoſten, Bagage⸗
transport befreit fein. Der Andrang mar gleich
Anfangs jo groß, bef. kei ber Garde, bak man
außer ihnen ein befonteres Freimwilligee Gar-
bejägerbataillon errichtete u. auch dem Garde⸗
füftierbataillon ein beionderes Jãgerdetachement
gab, eben fo hatten mehrere Küfilierbataiflone der
Linie Detachenients F⸗r J. Selten zählte ein foldhe®
Detachement unter 100, öfters 100 — 150 Mann,
Savallerie 60—80 Mann. Zahlreiche Beiträge au
Geld von den Zurüdbleibenten erleichterten ben
Unbemittelten, bej. bei dem Lützowſchen Corps, bie
Ganipirung u. Bewaffnung. Im Ganzen traten auf
dieſe Weile 7— 5000 Maun ein. Die Uniform ber
Jägerdetachements follte grün mit den —
es
des Regiments, zu dem ſie gehörten, ſein; die
Lützowſchen u. Reicheſchen Freicorps waren beſon⸗
ders beſtimmt. Das auf dieſe Weiſe geſchaffene
Bellsbeer trug weſentlich zu ben Erfolgen ber preu⸗
Biihen Waffen während des Befreiungekrieges bei .
Die anderen beutihen Staaten, Sachſen (ald Ban⸗
ner, | &.) die ſächſiſchen Herzogthümer, Braun»
ſchweig, Heflen, Baiern, ahınten bie Einrichtungen
ber Fen 3. mit Mobificationen nad.
Freiwillige Nechtöpflege (3. Gerichtebarkeit,
Jurisdictio voluntaria), f. u. Gerichtöbarfeit.
Freiro d'Espadacinta, Stadt rechts am
Duero, im Bezirk Moncorvo der portugieſiſchen
Priovim Tras-cd-Montes; ſüdlich dabei ein Fort,
Bleiglanzminen, Seidenwürmerzucht, Seiden⸗
ſpinnerei; 1650 Ew.
Freizügigkeit, vie Freibeit, aus dem Staate,
bern, ohne deshalb Abyaben, nämlich Abzugt⸗
gelber od. Nachfteuer (i. db.) zu entrichten. Die
Deutſche Bunbesacte, im Art. 18, fihert ben Untere
tbanen der Deutichen Buntesftaaten die Befugniß
bes freien Wegziehens aus einem Bundesſtaat im
ben anberen, der ibn erweislich aufuebnien voll,
zu, wenn bie Leiftung ber Deititärpflicht im Bater⸗
(ande nicht bindernd int Wege ſteht. Bgl. Aus⸗
Warberuug.
Frejenal de la Sierra, Stabt am Artila in
der fpanifchen Provinz Badajoz (Üftremadura);
32,000 Ew.
Frojus (irr. Freſchũh, Yreintd), Start im Ar-
rondifſement Draguignan des franzöſiſchen Depar⸗
tements Var, an der Mündung der Argens ins
Mittelmeer; Biſchof, Kathedrale, Handelsgericht,
3200 Ew.; Sardellenfiſcherei, Fertignng von Rohr⸗
eflechten u. Handel mit Fiſchen —5 ten. Über-
Heister aus ber Römerzeit (Thor, Porte doree,
Leuchtthurm, Tempel, Safferleinung): Die Umge⸗
gend bringt viel Südfrüchte; das Meer bildet in
er Nähe einen Bufen (Golf von F.), an dem aud)
der Filcherbafen St. Rapbael Tiegt. %. ift wegen
der nahen Sümpfe ungefund. %. iſt das Forum
Juli ber Römer; e8 lag in Gallia cispadana u.
mar von Yulius Cäſar angelegt od. vielleicht nur
coloniſirt (u. uriprünglich eine Anſiedlung der Mar⸗
ſeiller) u. von Auguftus verſchönert, indem derſelbe
die Waſſerleitung, Bäder, einen Circus u. den Hafen
anlegen ließ. gleich bejeftigt u. von einer für
ben Haubdel glinftigen Lage, kam bie Stabt doch erft
in der Pongobardifehen Zeit zur Blilthe, wo fie ber
Eik eines eignen Herzogs u. Biſchefs wurde. Im
Mittelalter kam bie Stabt an Die Grafen von ber
Provence. Gegen Ente des 9. Jahrh. murbe %.
von ben Sarazenen zerftört u. gegen das Enbe des’
10. Jahrh. von Biſchoſ Niculf mieber aufgebaut,
wofür das Biethnum Die Hälfte Der Stabt erhielt, bie
1189, wo Bilchof Bertrand einen Aufſtand gegen den
Grafen Alfons von ber Brovence machte, meshalb
ter Kirche die Schenkung entzogen wurde. Bei F.
nbete Bonaparte 1799 bei feiner Rückkehr aus
gypten u. fubr von bier 1814 nach Elba. %. ift
die Baterftadt des Jul. Agricola, Corn. Gallus u.
Sieyes. Bol. Palladius, Res Forojulienses,
Ubine 1659.
Frekaſtein, mythiicher Ort in Efandinavien,
wo bie berübmte Schlacht worfiel, in welcher Helgi
(j. d.) Hunbigabani Sigruns Gefchlecht vernichtete.
Freki (nord. Myth.), Der Wolf Odins, ſ. d.
en Gewicht, jo v. m. Ferlino.
emantle (Sir Thomas), geb. 1798, ſaß im
Parlament für Buckinghamſhire u. wurde im Mai
1844 an Harbings Stelle Kriegsminiſter, jedoch ohne
Sitz im Cabinet; er trat mit dem Peelſchen Mini-
ſterium wieder ab.
Fremde, Perfonen, bie in einen Lande ob.
Orte weder geboren find, noch daſelbſt das Unter»
thanenrecht erlangt haben. Sie genießen nur Schutz⸗
n. Gaſt⸗, nicht das Bürgerrecht. F., welche inner⸗
halb eines Staates eine in dieſem Staate verbotene
Hantlung vollbracht Haken, werben nach ben Ge-
fetten dieſes Staates beftraft (f. Verbrechen); nach⸗
geroielene Unwiſſenheit ift ein Milderungégrund.
ine Rechtsverletzung außerhalb bes Staatögebic-
te8 fann eigentlich nicht vom Staate beftraft wer⸗
den, ſelbſt wenn fich der F. in der Gewalt dieſes
Staates befindet u. die That gegen ein Mitglieb
dieſes Staates od. diefen ſelbſt gerichtet wäre, Doch
weichen davon häufig die Particulargejeße ab. Ob⸗
gleich die Strafgewalt hiernach auf hie Grenzen bes
Staates beſchränkt ift, fo werben Doch in der Regel
Inländer, die in einem fremten Staat ein gemein⸗
vechtliches Verbrechen begangen n. ſich in ihre Hei-
math geflüchtet haben, da heftraft, weil fonft, wegen
ber zu verweigernten Auslieferung die Heimath
ein Aſyl für Verbrecher fein würde. Alle Rechts⸗
verhältniſſe K-rin einem Staate, begreift man une
ter ben Namen S⸗urecht. Jetzt, wo bie Übervöl⸗
ferung in ben meiften Staaten fü blbar wird, fucht
0 Bee bi
Brembenblll- :*
man fi mehr gegen Aufietlung Fer zu
ehedem, u. erichwert ten Fen ohne &
ben meiften. Orten bie fefte Anfictiung!
er ein beflimmtes Vermögen nahme
fi eine Gemeinde zu feiner Aufnahme
ber Berarmung, zu künftiger Beriorgar
milie bereit erflären muß. Bal. Aus
Im Alterthum wnrten an m
3. D. in Tanris alle F., welche der €
Küfte verihlug, den Göttern geopfert
wurden alle F. Stiaven, u. daſſelbe fi
eigen wilden Stämmen ber afrilaı
u. Mittelafiens Statt. Bei ben Iubı
Nichtjude, ber im Jüdiſchen Staate leb
mochten entweder befiegte Urbewohner
ob. Kriegsgefangene, bie im Lande blie
willig ind Yand Gezogene fein. Eier
ter Fremdlinge ber Gerechtigkeit ot.
des Thors, über ihre verſchiedne €
Hebräer (Aut.). Sn®riehenlant!
Handelsftädten, auch in Athen, wo fi
Kamilien fliegen, u. Korinth häufige
Xenoi, bie ſich nur kurze Zeit an einem
ten, theil® Dietoiloi, Schutzverwandte,
u. Handeltreibende) eine Mittelllaſſe
freigebernen Staatsbürgern u. ben &
Athen. (Ant)I. Aa). InRomu.tenüh
des Römischen Reich8 hieß F⸗r (Per
ber, der nicht römiicher Bürger war, I
bas Jus latinum ob. Jus italicum
bie Freigelaſſenen, die nicht das Bürge
ten. Liber ihr Verhältnis |. Rom (Anı
Deutſchland Übte man gegen $.
haft, | u. Deutſchland (Ant.) n) e
wanternten Stämme während der 8
derung betrachteten Niemand als f
im fiegenben Heere war, alle Antern
Eigentum u. wurden Leibeigene. Hör
Beraubungen bes Eigenthums gegen |
tern Ländern nah u. nach anf, fo
F. in allen Ländern, wo deutſche St
wandert waren, überall noch im M
Eingebornen bedeutend nach; ſo wur
ſchlag eines Fen geringer beftrait, «
Eingebornen; ber %. batte vor Gerit
ches Recht mit dem Gingebornen x
ſchränkungen bes %. nahmen indefie
tem Verhältniß ab, ala tie Kultur zu
blieb noch bis auf die Franzöfſiſche g
Heimfallgrecht, nach welchem bie Verl;
in einem Staate verfiorbenen en der
erfieren beimfällt, geltend, u. das W
nach welchem ber Landesherr einen, ein
in einem Lande Verweilenden als Ye
traten konnte, war an manchen Cri
früher aufgehoben worben. Auch das
nach in Concurſen fremde Gläubiger t
hen nachſtehen mußten, ift jetzt allen
Das Abzugsrecht (ſ. Abzugegeld) ven ki
Buntesjtaaten Durch gegenjeitige, fe
ſchloſſene Verträge abgeſchafft.
Fremdenbill (Altenbill), bie vı
jecretär Lorb Grenville vorgeichlagene |
lament 1793 genebinigte, 1802, 1503, |
tas legtenal auf 2 Jabre genehmigt
jeder Fremde bei der Aukunft in Ga:
Sicherheitspaß von Staatsfecretär erbe
u. dag die Minifer die (conftirutionse
.. 7 Beembdenieaten - .
„jeden Fremden nach Lilllür aus dem | baten Dagegen ter ſchon feit 1835 in Algerien neu⸗
meifen u. an einem beliebigen Punkt
ite auszufeßen.
legion (Légion des @trangers), in
y den 9. März 1531 ans freimillig in
Dienſt tretenten beutfchen, fpaniichen
m, ſpäter polnischen Flüchtlingen er»
ı Den Beſchränkungen ber franzgöfifchen
ur Rermentung außerhalb des König.
rebeſ. für den Dienft in Algerien be-
ıhin Eude 1531, 1500 M. ſtark, ein
on. Ste ift Ber franzöſiſchen Infanterie
nterbalt u. Ausruſtun— gleich. Unter-
ere find faft ausschließlich Franzoſen.
de in Algerien foyleich an ben gefähr-
chwerlichſten Boften verwendet u. ver-
tem Feind (mo fie immer jebr tapfer
Jeiertion u. in ben Lazarethen gleich
an bedeutend. Tropbem mar ihre
Zufluß aus Frankreich fortwährend
betrug ſchon 1832 in 4 Baraillens
1634 Durch Das Zuftrömen der Polen
elge des Quadrupleallianzvertrago
gin von Spanien wurde ſodann die
Ordonnanz vom 30. Juni 1835 aus
Dienfte entlaffen u. nach Spanien ein-
daſelbſt gegen tie Karliften zu bienen.
nger Theil ter Offiziere zog es vor,
een Beftimmung zn folgen, mit Halb»
ankreich zurüdzufehren. Am 16. Aug.
. in Tarragona, bejebligt vom Oberſt
‚ nabm zunächſt in der Divifion bes
Baftor rühmlichen Antheil an den
u. Gerechten in Aragonien. Im fol-
e focht fie mit gleicher Tapferkeit unter
bova in Navarra, ſodann unter bem
{ beförberten Bernette u., als dieſer
ed nabm, unter General lebeau. Un⸗
ansgezeichnerften Dienfte aber, welche
ftete, wurde fie gänzlich vernachlälfigt,
Sold noch Verpflegung, u. General
t daher mie feine Vorgänger ben Ab⸗
Nov. 1336 erbielt nun Oberſt Con⸗
fl über bie $., u. obgleich bei der ver⸗
ge die ganze Truppe nicht nur demora⸗
‚Bte, ſondern auch durch Defertion zu
; (die aus ben Überläufern eine eigene
nten), durch Berlufte in ben Gefech⸗
Rrantheiten ſehr sufammengelgmoben
a8 Corps nur neh 2300 WR. betrug,
ion dennoch unter General Sarsfielb
Tapferkeit wie früäber. Durch Die ſchwe⸗
im Gefechte bei Huesca (24. Mai 1837)
egion bis auf 600 M. zujammen, u.
;, von den Truppen der Königin im
n, bald darauf bei Yarbaftro bie auf
gemacht. Dieſer Reſt murbe zu Pam⸗
melt ı. ans tem Depot der Legion
z verftärkt. Da jedech meber Bitten
gen dazu geführt hatten, daß Die fpa-
ung ihre eriprehuugen erfüllte, fo
Frankreich ernſtliche Mahnungen er-
irkte, Daß Die Yegion Die Erlaubniß
Srantreich zurückkehren zu Dürfen. Im
ı langten Die wenigen Refte der F. un⸗
bi des Oberſten Galant in Pau an.
nn. Interoffiziere murden zum grögern
anzöflichen Armee einzerleibt, die Sol⸗
gebilveten %., teren Stärke ſchon 1936 mieder
1000 M. betragen batte. Diele neue F. erbielt im
der + vielfache Belegenbeit-auf ten werfchieben-
Ren Punkten in Algier dur Tapferkeit ſich auszu-
zeichnen u. erreichte durch zabfreihen Zufluß bie
Stärke von 2 Reyimentern in 6 Bataillonen, eine
Kormation, die fie och gegenwärtig bat. Während
des fo große Verfufte herbeiführenden Krieges mit
Nußland in der Krim wurte in Frankreich durch
failerliche® Decret vom 17. Jan. 1855 bie Bildung
einer zweiten F. anbefoblen, melde aus einer
Brigade zu 2 Infanterieregimentern von je 2 Ba-
taillenen u. einem Bataillon ZTirailleurs befteben,
bezüglich des Soltes, der Adminiſtration, Bes Dien-
Res u. ter Ausrüftung wie die erfte den franzöſiſchen
Zinientruppen gleichgeflellt ı. nur aus Schmeizern
angeworben werden jollte. Der ichmeizeriiche Oberft
Ocfenbein (f. d.) wurde, unter ber Erbebung zum
Generalmajor, zum Commandeur derſelben er-
nanııt, die Offiziere ſollten durchgebends aus Schwei⸗
zern befteben. Den im Dienft fih Auszeichnenden
wurde ber Anipruc auf Grund u. Boten in Al»
gerien ob. antern franzöfiichen Kolonien verfpro-
hen, bie Penſions⸗ u. Verfergungsberechtigung war
gleich ber in ben franzöflichen Truppen. Haupt
werbeplatz für tie Yegion war Belancon. Jedoch noch
vor beendeter Formation fam im März 1856 der
Friede zu Paris zu Stande, u. dieje zweite 5. wurde
in Folge deflen wieder aufgelöft.
In England, das oft ſchon die Kriege
mit fremden Truppen geführt hat (1800 — 15 be-
fanden fi turchfchnittlich fiber 20,000 Mann
fremde Truppen in engliſchem Solte), wurben
Anfang 1855 von ter Regierung, mit Zufim-
mung beiter Parlamente, ebenfallg Werbungen
fremder Truppen angeortnet. Die geworbenen
Truppen ſollten jebod nur für Die Dauer Des Krie-
ge® im Orient formirt werten u. feine Anſprüche
auf Retraitegebalte erbalten, außer baß bei ber
Entlaffung ten Offizieren ein I5mionatlicher, ben
Soldaten ein I2ımonatlicher Selb ausgezahlt wer⸗
ben follte. Das Handgeid betrug 6 Pfr. Gterf.,
die Bezüge an Geld m. Verpflegung fellten ganz
wie bei ber englifhen Truppen fein. Yernere Ber
Immungen waren: bie fremden Truppen bürfen
in England nur verweilen, um eingeichifft zu wer⸗
ten, nie Dürfen zu gleicher Zeit mebr als 10,000 M.
in Englaud anmefend fein u. nie bei Privatperfo-
nen eingquartirt werten. Bei Shorncliffe u. Dover
waren daher Yager zur Aufnahme der Yegionen er»
richtet werden. Die Werbungen wurden, da An⸗
fangs namentlich der Zufluß von Deutfchland fehr
gering, war, auch auf die Schweiz, Italien, bie
ürkei u. felbft Nordamerika ausgebehnt. Die
Britifh- Deutfhe Legion, melde Bezeicdh-
nung zur Erinnerung an jene frühere, aus ben
Trümmern ber hannöverſchen Armeen gebildete
Legion, bie 1805— 15 in faft allen Tbeilen ber Erde
für England mit Auszeichnung gefocdhten hatte, ge⸗
wählt wurde, ward auf 10,000 M. beftimnit, die
2 Brigaden bilden follten u. Helgoland als Wer-
berepot erhielten. Jede Brigade follte 1 Zäger- u
4 Infanterie-Regimenter zäblen. Die Offiziere ma»
ren meift Deutſche, ter Commandant ein früberer
Braunſchweiger Offizier, v. Stutterbeim. Reglement
u. Kriegsartitel waren die preußiichen, Die Bewaff⸗
nung mit Diniegewehren, bie Stellung in 2 Slier
tern. Die Jäger waren ſchwarz, bie Infanterie
dunfelgrän untformirt. Das 1. Jäger: u. 1. In-
fanterieregiment wurden zuerſt nach bem Orient ge-
bracht, Titten aber daſelbſt ſehr von ber Cholera, fo
daß das erfiere bis auf 400 M. zuſammenſchmolz;
das 2. u. 3. Infanterieregiment wurde 1855 u.
Anfang 1856 ebenfalls nah bem Orient einge
ſchifft. Die Werbungen hatten aufangs nur ge-
ringen Fortgang gehabt, von Ende 1855 an aber
befiern, fo daß fie im März 1856 geichloflen wer-
den fonnten. Der inzwiſchen abgefihfcffene Arie
den zu Paris verbinberte bie Theilnahme der Legion
am Kriege. Sie ward nad) England zurüdgebracht,
u. ſoweit fie e8 nicht vorzog, umter ben obenbezeich-
neten Bebingungen den Abſchied zu nehmen, nach
dem Gap ber guten Hoffnung übergeführt, um ba-
ſelbſt eine Colonie zu bilden. Neuerdings ſcheint bie
Legion nochmals Bermenbung finden zu follen gegen
vie Rebellen in Oftindien. Die Übrigen Legionen,
welche für England formirt wurden, erhielten nad
tem Barifer Frieden ſämmtlich ihre Auflöfung.
Die Schweizer-Legion, geworben in Schlett-
ſtadt u. formirt in einem Lager bei Dover, bilbete
2 Infanterieregimenter unter Oberſt Sulzer u. lam
Ende 1855 nad Smyrna. Die it alien iſche Le⸗
ion unter General Read wurde zu Novara ge⸗
ummelt u. von den 3 Regimentern berjelben wurde
das erfte zu Anfang März 1856 nach Malta einge-
ſchifft. Die Bolnifhe Legion, vorerft aus den
in Bomarfund gefangenen Polen u. Finnen gebil-
det, Dann noch verflärkt durch polnische Flüchtlinge,
war unter dem Befehl bes Grafen Zamoysly bem
Korps des Generals Vivian zugetheilt u. befand
aus 2 Savallerieregimentern, bie auch bie Benen-
nung Kofalen des Sultans führten. Die Britifch
türkiſche Legion, durch Werbungen in ben
europäijchen u. afiatiichen Provinzen der Türkei zu-
fammengebradt, beftand aus einen Corps von an⸗
geblih 20,000 M. Infanterie unter Vivian u.
2000 M. Cavallerie (Bafchi Bozuks, |. d.) unter
General Beatjon, hatte fchon während feiner Bil-
dung an ben Sammelplätzen allerhand Unthaten
verübt, fehr durch Defertion gelitten u. befand fich
Ende 1855 u. Anfang 1856 in Kertſch, wo fie fich
durch ihre vandaliſche Zerftörungsmuth auszeichnete.
Die Difiziere waren meift oftindifche. Die Abficht,
eine Britiih-amerilaniiche Yegion zu bilden, ſchlug
fehl, da die Regierungen ter Norbamerikanijchen
Staaten die Werbungen verhindert hatten.
Fremder (Aftrol.), jeder Planet, fobalb er zu
einer gewiſſen Zeit von allen Ajpıcten frei war.
Fremdling, jo v. w. fremder. Sremblinge des
Abort u. Fremdlinge der Gerechtigkeit, ſ. u. Hebräer
Ant.).
Fremdling Gremblingefalke), ſo v. w. Wander⸗
e.
erh, fo v. w. Heimfallsrecht.
remiot, Sta. Johanna Franzieka, geb.
23. Jan. 1592 in Dijou, heirathete 1592 Chriſtoph
von Rabutin, Baron v. Chantal; Wohlthätigkeit
a. Krankenpflege bildeten faft ausjchlieglich ihre
Thätigkeit, weßhalb fieau I,a mare de Chan-
tal genannt wurde. Nach dem Tode ihres Ge⸗
mahls 1600 309 fie 1603 auf Schloß Chantal; fie
gründete 1610 auf Wunſch des St. Franz ven
Sales ten Orten ber Heimfuchung Mariä, deſſen
Borfteherin fie wurde, in Annecy. 1641 wurbe fie
Borftcherin des Kiofters zu Moulins u. ft. daſelbſt
Fremder bie - Ieamont
am 13. Dee, 1641. Bom Papf Benebict.
fie am 13. Ron. 1751 beatificizt, son @l
am 16. Juli 1767 canonifirt; ihr Sebi
231. Auguf Ihre Bücher erichienen 1
Paris 1750, 3 Bde.; ihr Leben habe
ber P. Fiche Maupas du Tour, Marlı
Beaufils, Sacarelli (Rom 1734, italie
Fremitus (fat.), Das faſt unſichtb
bes Körpers u. ber Glieder, ein 9
Fieberfröftelns.
Fremont, 1) Grafſchaft im Staate‘
amerika), 26 DOM ; Flüfle: Miffenri-!
nabatona- River, Keg-Greel ; Bebaı
grobe Brairien; Broducte: Mais, Bei
chafe; nad Öbrift Sohn Charles Fr
enannt; 1850: 1244 Ew.; 2) Graf
iete (Territory) Utah, im Oſten gebt
Nebo); Ylüffe: Bicollet-, Carſon⸗ u. ẽ
Rivers; mehrere Seen, Darunter PByra
let- u. Carſon⸗Lales; 8) Stäbtiicher Ui
ship) in ber Grafſchaft Hancod des St:
1500 &w ; A) (früßer Lower Santu
ort ber Grafſchaft Saudusky im Staa
Sanbusty- River u. ber Cleveland⸗2
bahn; 6 Kirchen, 2 Zeitungen, Eiſenbah
BVollenmanufactur, Dampfihiffiahrt ı
fen des Erie- Sees; 2000 Em. Hi
Stephenſon ob. Sanbusly, am 2. Xu
Oberſt Sroghan gegen die Gnglänber
vertheidigt; 3) Hauptort ber Grafiche
Staate Miſſouri, am Sac-River; 6) |
Grafihaft Yolo im Staate Californi
cramento-Kıver; 1100 Einw.
Froͤmont, Sohn Charles, gef
Gübcarolina, wurde bereite in feiner
in Gparieflon-Goßlege graduirt, lehrte!
matil u. befchäftigte fich beſ. mit der Ci
funft u. wurde bei den Miſſiſſippivern
geftellt. Um 1840 zum Ingenieurli
nannt, ftellte er dem Kriegsfecretär bei
bie Feljengebirge vorzudringen. Sein
angenommen, u. 1842 erreichte F. ınit
leitern den Sübpaß, ben er nuter q
feligteiten durchforſchte. Er beftimmıe
Lage dieſes großen Pafles, durch wı
Biele ihren Weg nad Californien ge
ben, fondern fchilderte auch genau bi
ſchen, geographiichen, botanifchen, geolo
teorologiihen VBerhältniffe des Laudes
ſpäter die felfengebirge auf einer nem
ftieg deren Gipfel füblih von Lem Sük:
fich feitwärts nach dem großen Salziee
darauf ter Willesfchen Forſchungee,
Zu Anfang des Winters 1543 brad
Heinen Anzahl Begleiter abermals nad
ebirgen auf u. erreichte nad vicı
alifornien, Damals noch ein uneric
befien geographiſche Berbältnifie veı
feftgeftellt murben. Im Aug. 1544 1
mals in Waihington. Während er abe
zweite Erpedition beſchrieb, batte er !
einer tritten entworfen, u. 1845 wart
dem Wege nah dem Stillen Ocean ır ı
ſtoß für Die Vereinigten Staaten, fid |
zu bemächtigen. In Folge einer Intrig
durch friegsgerichtliche8 Urtheil feiner '
Briebenerichter u. Gouverneur in Cal
raubt u. über.bie Grenze gebracht. Te
Fremont dAblanesurt bie Yerre-Irban
| tas Journal: Zur Erläuterung ber fon» n. fefttl-
Entbedungsreiie nach ben Weſten un-
ach Californien zuräd. Die Lalifor-
a8 triegegerichtlihe Urtheil um n.
350—51 als erfien Senator in den
in Proceß, ben er bei tem oberften
n Balhington wegen einer Landſtrecke,
Mai 1546 von Alvarebo, Ergonver-
tfornien, für 3000 Dollars gelauft,
bt hatte, ta ihm ter Befi von ber
eitig gemacht wurde, wurbe im März
n Gunſten entichieden.‘ Bon ber rer
: Barteı 1956 ale WPräfidentichafte-
teilt, Ai er gegen den Demokraten
i ber Wahl duch. Bgl. Leben bes
ꝛw⸗Yort 1856.
d'Ablancourt (fpr. Fremong d'Ab⸗
cola®&, Neffe bed bekannten Perrot
‚ geb. in Paris 1625, wurde durch
rmittelung Sefandter in Portugal u.
fiſcher Refitent zu Strasburg; bei
ꝛs Edicte von Nantes ging ex nad
ex ale Hiftoriograph des Prinzen von
Benfton erhielt u. 1693 ft. ; er ſchr.:
oncernantes I!’hist. de Portugal
), Baris 1701; ferner einen Katechib⸗
teformirten, ber ihn in manche Strei⸗
en boll. Seiftlichen verwidelte.
8 Bea? (ipr. Fremongts Piel), einer
Bipfel der Rody Mountains im We⸗
inigten Stasten von Norbamerifa,
9.
Stadt, fo v. w. Fresnes.
road» River (Ipr. Frendſch VBroad⸗
iß in ben Vereinigten Staaten von
‚ entipringt am Fuße ber Blue Ridge
yaft Henterion des Saates Nord⸗Ca⸗
durch die Grafſchaft Buncombe in den
fee u. milndet dort nach einem Lauf
nin den Hoifton- River; im untern
mit Dampfboten befahren.
reek (ip. Frendſch Kriehl), 1) (Be-
8 im Etaate Bennfgloanien, aus 2
n gebildet, die fich in der Grafſchaft
en, fällt nach einen Lauf von 35 Mei-
Min (Grafſchaft Venango) in ben
ver; 2) Städtiſcher Bezirk (Town-
Veſſchaft Venango, am gleichnamigen
ck (jpr. Frendſch Fi), Städtiſcher Be⸗
ſtamt in ber Grafſchaft Orange des
iana (Nordamerika); 1300 Ew.
iver, fo v. m. St. Français 1).
un (ipr. Frendſchtaun), 1) Poſtort in
p Wlerandria der Grafſchaſt Hunting-
sate New⸗Jerſey (Norbamerila) am
ver u. ber Delamware-Belvidere-Eijen-
hen, 1000 Ew.; 2) Poftort in ber
scil des Staates Maryland, am Elk⸗
Rerv-Kafiie-Philadelphia-Eifenbahn;
Dampfichifffahrteverbinpung mit Bal⸗
Stäbtifher Bezirk (Township) in ber
onroe im Staate Michigan, am Erie-
v.
Ferdinand Gotthelf, geb. 1787 in
Dſchatz, fl. 1845 ale Pfarrer in
re Orla ; erfchr.: Gedichte, Neuſt. a. d.
gab beraus mit unger Den Neuftäbter
euft. 1818 ff., u. Beide mit Meißner
gigen Perilopen des neuen Weimarifhen Evan⸗
gelienbuches x., ebb. 1825 ff.
Frentani (a. Geogr.), mit den Samniten ver-
wandter Bollefammim Eabinerlande, deren frucht⸗
bares Gebiet Ager Frentanus ſich längs bes
Abriatiihen Meeres vom Klufie Srente (j. Fortano)
bis zum Aternus erfiredte n. an ba6 Rand der Mar⸗
ruciner, Beligner, Samnium n. Apulien grenzte.
In den Kämpfen ber ihnen ſtammverwandten Sam-
niter mit ben Römern hatten fie Letztere beglinftigt,
mußten aber nach Beflegung ber Samniter ſich den
Römern ebenfalls unterwerfen. Später fielen fie
wieder von ben Römern ab u. lämpften im Bun⸗
besgenoffenfrieg gegen biefelben.
Grenp(&eie v. Frentz zu Schlenberban)
Die Rait find ein altes, ftiftemäßiges, im Jülich⸗
ſchen u. Berg’ichen angeielfenes u. ehemals zu ben
reichsritterlichen Santonen um Rhein geböriges Ge⸗
ſchlecht, weldhes im Anfang bes 14. Jahrh. das Gut
Sreng bei Köln erwarb u. fich darnach benannte, im
16. Jahrh. durch Heirath in den Befig ber Schlen⸗
derhanſchen Güter kam u. 1650 in ben Reichefrei-
berruftand erhoben wurte. A) Hauptlinie, Deo
ren jegiger Chef: 1) frreiberr Adolph, Sohn tes
1821 verfiorbenen Freiherrn Franz, geb. 1797, iſt
N des Kreifes Bergheim in ber Rheinpro-
vinz u. jeit 1848 Witwer von Amalie, geb. Gräfin
von Biffingen-Rippenburg. Br Nebenlinie an
Kellenberg. Kellenberg kam dadurch au bie Fa⸗
milie %., daß Winand Hierenymus Lamıbertina
Irmgardie, bie Erbtochter bes berühmten Generals
Johann von Werth un. Veliberin von ——
Odenlirchen, heirathete, wodurch zugleich das Erb⸗
burggrafenamt des Erzſtiftes Köln an die Familie
fam; der Stammhalter dieſer Linie ift: 2) Freiherr
Reinhard, Sohn des 1942 verftorbenen Frei⸗
berrn Edmund u. der Kunigunde, geb. Gräfin
Beiſſel von Gymnich, geb. 1527.
renum (lat.), Zaum; taher das Deminntiv
Freaulum, Band, bei. Schamlippenband ; F.Iinguse,
AZungenband; F. musculi bicipflls, f. 'u. Armbän-
der A) a).
Brengel, Johann, geb.1609 in Annaberg, ſtudirte
feit 1636 in Leipzig, wurde 1659 Collegiat im Hei-
nen Fiürftencollegiun, 1659 Bicar in Magdeburg,
dann Canonicus im Stifte zu Zeit m. fl. 16475 er
ſchr.: Zehn andädtige Bußgefänge, 2. Aufl. 1655.
Frequent (v. lat.), voltreich, ftart befucht; daher
Frequentiren, einen Ort häufig beſuchen; Srequen⸗
tant, häufiger Beſucher; Frequentation, 1) öftere
Wiederholung; 2) Umgang, Berfehr. Frequenz, Zu⸗
ſammentreffen vieler Venſchen, lebhafter Verkehr.
uentativum, abgeleitetes Zeitwort, wel⸗
ches eine tranſitive Thätigkeit mit dem Neben⸗
begriff einer öftern Wiederholung anzeigt, z. B.
bettein (von bitten), wackeln (von wägen).
um (lat.), fo v. w. Fraternitas 2).
Freren (Freeren), 1) Amt in der hanndverſchen
Landrroftei Osnabräd (Lingen), 25 Gemeinden
mit 12,850 Ew.; 2) Stadtn. Amıtöfig barin ander
Aa; reformirte u. katholiſche Kirche, Salzfactorei.
Branntweinbrennerei; 580 Ew.
Frore⸗Drban, Walther, geb. 24. April 1812
in Lilttich, ſtudirte in Paris die Rechte, wurde 1832
Abvocat in Lüttich, ſpäter Diitglied der Hoipizien⸗
verwaltung, dann Gemeinderath, 1847 Mitglied
der 2. Kammer u. am 8. Juni db. 3. Minifter ber
20%
2:0, 7 Bates - bis : Meeßadishlerer: . 1:77,
öffentlichen Arbeiten n. 18. Iult 1818 der Fistanzen.ı| Late in Tonien ı. Marfeile mund
Am 17.8ept. 1852 trat er aus dem Minifterium, ifl'| fpäter Robespierre verbächtig, zeirtte c
aber jeit 9. Nov. 1857 wieber Finangminifter.
if einer ber hervorragendſten Leitmänner ber libera-
len Bartei; ber jchärffte u. gewanbtefte Redner ber
‚ Kammer u. thätiger, einfihtsuoller Verwalter ber
beigiihen Finanzen. Die beigiihe Nationalbank ift
hauptſãchlich feine Echöpfung. Er fchr.: Bon den
Collecten u. der Nothwendigkeit einer Autorifation
% Geldſammlungen in Kirchen od. Privathäuſern,
üttid 1846; La main-morte et la charitd,
- Brüfiel 1854 ; 2. Thl. 1657.
rores (franz., ſpr. Frähr), Brüber, |. Fratres;
fo: F. igueraulias, |. Brilder ber chriftlichen Lehre.
Freres Plymouth (ipr. Frähr Pliemöddh),
eine 1850 in Waadtlande von Darby ans Ply⸗
mouth geſtijtete evangeliſche Secte, welche mit Bei⸗
behaltung der Dogmatik ber reformirten Kirche ſich
von tem Kirchenverbande abgelöft haben u. nur
Sausgottesdienfte halten, welche von bein Hans⸗
vater od. von einem, von bein Geiſte getriebenen,
anderen Familiengliede geleitet werten. Sie zeich⸗
nen fih Durch firenge Sitten u. chriftliches, milb-
thätiges Leben aus.
Freret, (ſpr. Freräh), Nicolas, geb. in Paris
1668; er war Anfangs Advocat, trat 1714 in bie
Alabemie ber Infchriften u. wurde wegen eister
dort gehaltenen unziemlichen Rebe Über ben Ur⸗
ſprung ber YWrauzofen verhaftet; im Gefängniß
ftubirte er den Bayle, wurte Stfeptifer u. Atheiſt
u. jpäter nach feiner Befreiung Erzieher der Kinder
bed Marſchalls von Noailles. 1723 kehrte er nad)
Haus zurüd u. ft. 1749; er ſchr.: Lettre de Tra-
eybule & Leucippe, 1756; Examen critique
des apologistes de la religion chretienne,
1767; Ocuvres completes (enthaltend Abhand⸗
lung über Chronologie, Geographie u. Gejchichte).
Baris 1796, 2 Bde., Fol., n. X. 1825.
Frere terrible (fr., ipr. $rähr terribel), jonft
namentlich bei den franzöfiichen Yogen ein Beamter,
den das Amt oblag, den Muth des aufzunehmenden
Maurers durd allerlei Schrednifje zu prüfen.
Frerichs, Friedrich Theoder, geb. 1819 in Aurich,
fludirte feit 1838 zu Göttingen u. Berlin Mebicin,
prafticirte feit 1842 in feiner Vaterſtadt ale Arzt,
wurde 1546 Privatbocent in Göttingen, 1850 Pro»
feflor in Kiel u. Director ver Bolitlinit u. bes afabe-
milchen Hofpital®, war auch während des Krieges
Dberarzt der jchleswig-holfteiniichen Armee; 1551
ing er als Profefjor ber Pathologie u. Therapie u.
irecter der mediciniſchen Klinik nach Breslau; er
ſchr: lieber Sallert- u. Colloidgeſchwülſte, Gött.
1847; Überdie Brightſche Nierentrantpeit, Braun⸗
ſchweig, 1851. ,
Freron (ſpr. Frerong), 1) Elie Catherine,
‚ geb. in Quimper 1717 (od. 1719), Gegner Bol-
taire’8 u. ber Enchpkiopäbiften, fl. 1776 ın Paris;
gab heraus: Lettres de Madame la Comtesse
(ein kritiſches Journal), 1746 fi. , das bald unter-
-brüdt wurde; fortgejettt als: Lettres sur quel-
ques Ecrits de ce temps; als auch dies verboten
wurde, gab erberaus: Annee litteraire, feit 1754
fortgefegt von feinem Sohn, Royou, Geoffroy u.
A bis 1790, 292 Vbe.; auch fchr. er Histoire de
l’empire d ’Allemagne, Paris 1771, 8 Bte,,
x. m. a. 8) Louis Stanislas, Eohn bes
Vorigen, geb. 1765 in Paris, war in ber Ne-
solution Konventsmitglieb u. Jacobiner; veran-
‚&rpebition na S. Domi
8 |: zu deſſen Sturz u. trat nach dem 9. Th
Gegner ber Terroriſten auf; 1802 waı
no Unuterprä
bald nach feiner Ankunft daſelbſt. Er
Vaters Annde littdraire fort m. bega
Orateur «du peuple, erft jacobiniſch,
gemäßigter.
rerdti, fo x. w. Fraticelli.
ſchweiler, Dorf im franycnib
ment Niederrhein; bier in Framzoſij
tionslrieg am 22. Dec. 1793 Gefecht
Ofterreichern u. Franzeien, wo Picheg
ber Letztern durchbrach.
Frescomalerei (v. ital.), Malerei
Mörtelgrund, mit dem ſich bie Farber
binden. Die hierbei anzuwendenden F
von ber Art fein, daß der Kalk dieſelbe
bert, aljo Erd⸗ u. Diineral-, feine $
u. werben mit Waller angerieben. Fe
Kult, welcher in einer Stärke von 1—
den Diörtelgrund vermilcht mir feinem!
trugen wird, iſt das Weiß n. zugleich dei
der Farben. Das Verfahren erfordert
Hand u. Sicherheit Der Ausfübrung,
telgrund immer.nur eine kurze Zeit
ben) friſch g bleibt, bie Karben
Der in naſſen Mörtel aufgelöfte Kalt
lich die Eigeuſchaft, die Karben währe
nens an Die Oberfläche zu ziehen u. ı
durch Abjorpiion von Kchlenjäure pa
durchfichtigen Emails zu kryſtallifiren
das Wigment firirt. Correcturen u. 9
nur in feinen Abmeſſungen durch T
möglid. Im Auftrodnen verändern
ben u. werben mehr od. weniger hell,
führung erihwert. Dian pflegt daher;
nälden erft Cartons zu machen u.
befindliche Zeichnung aufburdhjichiiges
uzeichnen, u. die Umriſſe mittel «
nſtrunents ganz leicht auf ben Dlör
gen. Die F. ift Die älteſte u. Dauerbei
Die Alten Icheinen die Behandlung di
derſelben auf das Pollloınnienfle ı
baben. Die wichtigften dieſer antile
die fi) erhalten haben, find bie in 5
Pompeji. Aud die hriftliche Kunft :
Anjüngen dieſe Art ber Dialerei, ı. ü
Ihmiüdte man das Innere ber Kirden
gänge u. felbft das Außere Der Häuſer
Eine berühmte Reihe jolcher Frescod
in Baſel in dem Zobtentanze, genta
des 14. Jahrh. Eine höhere Bere
monumentale Kunft erbielt bie F.
Blütheperiode der chriſtlichen Maler
Wajaeld u. Michel Angelos berriici
Batican find auf bieie Art genıalt. D
ver 3. in ihrer Verbindung init ber \
lange Zeit außer Acht gelaſſen u. die
vernachläſſigt. Erſt Cornelius rief fi
Leben, u. die Deünchener Walerichule
darin hervor. Die Bervolllenunnung
ald Stereotomie (f. d.) erhielt, gab ih
höheren Aufſchwung, u. namentid 2
buch, welcher ſowohl in den Fresken der
Muüncheu u. bes Lreppeubauies im Ne
zu Berlin als auch anderweitig feine |
Freſenia bie Fresusy "
im biefem Bmeige ber Kunſt an ben Tag |
fenie (F. De C.), Bflanzengattung, benannt
feeienius 4), aus der Familie Compositae-
oideae - Chrysocomeae-Chrysopsideae;
in GSübafrile.
fenins, 1) Johann Philipp, geb. 1705
der⸗Wieſen in ber Balz, wurde — der
* zu Gießen u. ſt. als Senior zu Frank⸗
M. 17615 er hr. : Streitichriften gegen bie
huter, Frank. 1743—60, 24 Bde.; Predigten
kmunionbud, n. Ausg., Frankf. a. M. 1833.
tedbrid Anton, geb. 1745 in Erbach, war
tor in Schlitz, ſpaͤter Pfarrer in Dued bei
1 1783 Stabtpfarrer in Schli u. fl. daſelbſt
» er fhr.: Gemeinnütige Kalenberlejereien,
1186-89, 4 Bde; Allgemeiner beuticher
slalender, Weißenburg 1789 f.; Prattifche
ande, Gotha 1799. 3) Johann Chri-
Snbwig, Bruder des Vorigen, geb. 1748 in
wurbe 1771 Advocat u. Procurator bei ber
inifchen Weicheritterichaft u. kaiſerlichen
xFriedberg, 1774 Ratb n. Conſulent bes
son Görz, 1776 wirklicher Rath bes Land⸗
Heſſen⸗Darmſtadt, 1779 Rath u. Syn-
Drittelfräntiihen Neicheritterfchaft in
n. ging 1785 ale wirklicher Geheimer
ech Helien- Homburg; fein Totesjahr ift
wewt; er ſchr.: Meditationen für Rechtsge⸗
@ieken 1776 ff., 2 Bbe.; Für Regenten u.
männer, Frif. 1776; als Dichter nıgchte
‚belannt durch: Bolemon u. Kentas od. Über
lerth ber Liebe, Frif. 1775; Nereis (&pos),
176; Empfindfame Launen, ebd. 1777; Se-
s proſaiſche Auffäte ; Zmillinge füre Thea⸗
eat. 1780 ; Hermann (vaterländiſches Schau-
1782. 4 Georg, wurde 1633 Lehrer der Bo-
we Senkenbergſchen Stifte zu Frankfurt a. M.
2 Director dieſes Inftitute; er ſchr.: Ta⸗
wg zum Gebrauche auf botaniſchen Eycurfio-
ber limgegenb von Sranffurt, Frff. 1832 f.,
geil. ; Grundriß der Votanik, ebd. 1840 ; Bei⸗
me Mylologie, ebd. 1850—53, 2 Bde.
Mlte (a. Geogr.), Stadt der Marien in La⸗
j. angeblich Risciolo.
on, 1. Schlußmodus in ber 4. Figur, wo
verjat allgemein verneint, der Unterjatg be-
er Schlußſatz bei. verneint, ſ. u. Schluß.
BLon (fpr. Srälong), Wierander, geb. 1808
Mäche, ftutirte bie Rechte zu Caen u. Paris u.
1829 zu Angers Advocat; war auch bie 1832
ertreter des bortigen @Generalprocurators;
günbete ertasradicale Blatt: Leprocurseur
most, u. machte 1842 u. 1846 Anflagen gegen
rden von Angers wegen Veflehungen u.
keiten anhängig. Als Mitglied des Be⸗
tho dieſer Stadt wurde er am 2. März 1848
Beneralprocurator ernannt. In die Conſti⸗
ve Beriammlung gemäblt, trat er in ben Aus⸗
Ur Erihtung Des Geichworenencclegiume
vess für den Verfaflungsentmwurf, wur vom
zt. bie 20. Dec. Diinifter bes Unterrichts u.
zw vom politiichen Schauplatz ab.
Saay le Bicomte (ipr. Fränäh Wikongt,
u fur Gartie), Stadt an der Earthe im Ar-
ſement Mamers des franzöfiihen Depar-
w Sarthe; fertigt Hanfleinwand u. Heine
ten (Lintaux); 2500 Ew.
Iwerfalc Bezifen. 4. Ruf. VA
705
ne, Marktflecken, f. Freenes.
eöne (Charles du F.), 1. Ducange.
nede ‚la, Stadt am Ronafpe in ber fpa-
nifchen Provinz Teruel, bei Alcauuiz; 1800 Ew.
Frednel (ipr. Fränell), 1) Augufin Jean,
geb. 1785 in Broglie bei Bernay in der Normandie,
wurde als Ingenieur in der Vendee angeftellt u. er»
bielt nach Napoleons Rũckkehr von Elba, ba er fi
zur föniglichen Südarmee begeben hatte, feine Ent»
lafiung. Seitdem lebte er mit optifchen u. poyfila-
liſchen Studien beſchäftigt in Paris u. erwarb ih
buch feine Entbedungen u. Erfindungen in ber
Optik um dieſe Wiſſenſchaft unfterbliche Verdienſte.
Von großer praktiſcher Bedentung waren nament⸗
lich die von ihm conſtruirten Linſen für die Ein-
richtung der Leuchttbürme; er ſt. am 18. Juli 1827.
Kon ihm genannt iſt Die Fresnelſche Linſe ob. Fret-
neſo Yaradeiepipedum, ein ſchiefes Parallelepipedum
von Glas, deſſen eine Seite gegen bie Grundfläche
um 54°, mithin bie andere um 126° geneigt ifl.
Tritt in daſſelbe rechtwinklig zur Grundfläche ein
linear polarifirter Lichtſtrahl ein, fo wirb er an ber
einen gegenüberfiehenden fläche durch totale Her
flerion zurüdgemworfen, gelangt zur zweiten Geiten-
fläche, wird bier abermals reflectirt uw. tritt recht⸗
winklig zur andern Grundfläde aue. Bilder nun
dabei Die Bolarijationsebene mit ber Neflerionsebene
einen Winkel von 45°, fo ift Der austretente Strahl
in Folge der zweimaligen Spiegelung circnkar
polarifirt. 2) Fulgence, Bruber bes Borigen,
geb. 1796 in Paris, ftubirte Anfangs Chemie, dann
Morgenländiſche Sprachen, bef. bie arabifche, erfi un
Paris, fpäter in Rom n. zuletzt in Kairo, wo er 11
Jahre lang lebte; nachdem er durch den Fall eines
Handelshauſes zu Alerantria fein Bermdgen ver-
loren hatte, wurde er Eonfularagent u. fpäter Conſul
in Dſchidda, mo er fich def. ber Pilger von Algier
nah Mefla u. anderer von den türtifihen Behörden
Bedridter annahm, fich aber auch wiſſenſchaftlich
beidätigte, namentlich bie von Arnaub copirten
Sabãiſchen Infchriiten zu erllären verfuchte, u. eine
Handelsverbindung zwiichen Algier u. Borgu durch
die Wüfte Sahara herzuftellen bemüht war. 1851
ging er mit Oppert u. Thomas nad Meiopotamien
u. beſchäftigte fi in ben Ruinen Babylons mit
der Sammlung von Keil» u. fpätern griedhiichen Ju⸗
Ichriften n. der Unterſuchung ber alten Kanal u.
Mauerüberrefte. Nach einjährigen Aufenthalt bort
ging er nach Bagdad u. fl. bier am 30. Nov. 1855;
er fchr.: Isettren sur les Arabes, 1937—39 ; u. be-
gann auch eine Überfeung Der Werke von Berzelius
u. eines chineſiſchen Romane (1823).
$rednelia (F. Mirb.), Pflanzengattung aus ber
Kamilie Coniferae - Cupressineae; Arten in
Neubolland.
Fresnes (ſpr. Frähn), Marlifleden am ber.
Schelde im Arrondiſſement Balenciennes des fran-
zöftichen Departements Nord; Slashiltten, Leinen-
bleicherei, Steinlohlenlager ; 4900 Ew.
Fresnillo, Aleden im mericaniihen Gtaate
acatecas, am Fuße des Berges Proaño; reiche
ilberminen.
Fresnoy (ſpr. Fränoa), Charles Alphonſe du
5 ‚geb. 1611 in Paris, wibmete fih ter Malerei
u. ging zu feiner Ausbildung 1634 nad Italien;
er fl. 1665 auf einem Dorfe in ber Nähe von Paris
u. ſchr: De arte graphica (ein Gedicht Über bie
Malerei), Bar. 1657 (franz. ebd. 1 058).
706 Frebquel bie
Fresquel, Nebenfluß des Aube, entfpringt bei
Euftelnandary u. mündet bei Carcaffonne. -
en, 1) von Thieren, Nahrung zu ſich neh⸗
men; daher Frefßbeutel (Hutterbeutel), Beutel
von Zwillich od. einem ähnlichen Stoffe, bie in
Bivonacs den Pferdenum den Kopf gehängt wer⸗
den, um ihnen ven Hafer zuzutheilen. Frefkraukheit
ift fon. m. Gefräßigkeit. Der Mangel an Srefiuft ent-
bt von jehr verſchiednen Urſachen; der Darmlanal
ift entweder überfüllt od. es tritt Schwäche od. Träg⸗
beit defjelben cin; in erfterem alle dienen abfii
rende, im zweiten Kalle Magen reizenbe u. ftärtende
Mittel. Sreßrebe, ift eine Hrerbefrantbeit; Urfache
derſelben iſt llberfütterung od. fchlechtes Sutter (dann
a befteht in Magenſchmerz, Being»
igung, Aufgetriebenbeit 2c.; Drittel: abführende
Klyftiere, ſparſamere n. beffere Fütterung u. mehr
Bewegung des Thiers in freier Luft; 2) von leb-
loſen, be. ätgenden Dingen, etwas auflöjen, ver⸗
derben, vertilgen.
Sreffer (Gärtn. n. Forftm.), fo v. w. Krebs.
Freſſinet (ipr. Freffinä), Philibert Baron, geb.
1769 in Marcigny im Departement Saoneu.Loire,
trat im 16. Jahre unter die Waffen, wurde 1797
©eneraladjutant u. in der Schlacht von Taufers
DBrigadegeneral. Später nahm er in Savoyen Theil
an den Gefechten von Kaftelletto, Diontanera u.
Coni u. machte unter Leclere bie Erpebitivn nad
©. Domingo mit, wo er fih das Vertrauen Chri-
ftopb8 u. Youvertures erwarb. Nach Frankreich zu⸗
rüdgerufen, gerieth er während ver Überfahrt in
englifche Gefangenſchaft. 1812 erbielt F. ein Com-
mando in tem 14. Armeecorpe, überſchritt mit dein
Prinzen Eugen bie Grenzen Polens u. trug wejent-
lich zur Rettung der aus Rußland zurückkehrenden
Trümmer der großen Arınee bei. In ber Schlacht
von Lützen eroberte F. Eisborf u. wurde in Folge
bavon Divifionsgeneral. Anfangs 1314 ging er
nach Stalien, kämpfte dort gegen Bellegarbe, be»
wirtte fpäter Durch feine Beredtſamkeit die Frei-
fprebung des Generals Ercelmans, war während
der 100 Tage tbätig, ging in Folge des Berban-
nungsebictes vom 24. Inli nach Brüſſel, fchifite
fih 1818 nad Amerika ein, bielt fih in Buenos
Ayres ı. Rio Janeiro auf, kehrte nach Frantreich
zurück u. fl. 1820.
Freßkäfer, f. u. Schattentäfer.
Freßkölbchen, fo v. w. Taftfpiten.
Fret (fr., ſpr. Fräh), Fracht; dab. Frétenr, ein
Schiffsherr, der ſein Schiff von Andern befrachten
läßt.
Fretbohrer, langer Bohrer, aus einer halben
ſchneidenden Walze beſtehend, unten mit einer ge⸗
wundenen Spitze, oben mit einem bölzernen Griffe
verjeben, zum Bobren ber Köcher in das Riegelholz.
Freteau (ipr. Sretob), Jean Diaria Nicolas, geb.
1765 in Mefiac bei Rennes, ftndirte in Rennes
u. Baris Medicin u. prafticirte bierauf als Arzt in
Nantes; 1793 wurde er Regimentschirurg an ten
ambulanten Hofpitälern an ter Küfte von Breſt,
1502 Wundarzt beim Bataillon ber Freiwilligen
von der untern Yoire u. fi. 1523. Er ihr. u. a.:
Trait& dlementaire sur l’emploi ldgitime et
methodique des Emissions sanguines dans l’art
de guérir. ®ar. 1816; Consi.lerations sur
V’asphyxie de l’enfant nouveau-nd, ebd. 1316.
Fröteval, Diartifleden am Yoir im Arrondijie-
ment Beubome des fraugöfljchen Departements Loir
Frendenfahne
u. Cher; Eiſenminen u. Eiſenwerle: 9
1194 Niederlage des Königs Philip
Frankreich durch die Engländer.
Fretiren, ein Schiff vermiethen,
Frett (frettchen, Mustela Faro),
Gattung Wiefel ; weißgelb mit rothen?
aus Afrika, gilt irrig für einen Kater
tis, ift es aber nicht, denn er ıft in dx
verſchieden, wird zahm gehalten u.
Kaninchen benutzt; über feine Be
Srettiren, |. u. Kaninchen.
Frette, eiſernes Band, das oben
rammenden Pfahle gelegt wird, damit
ſpalten u. ſplittern.
Fretum (lat.), 1) Meerenge, 3.%
Siciliſche Meerenge; F. Gaditäuum,
Gibraltar, u. a.; 2) (Anat.), F. Hal
Aortenzwiebel.
Freude, angenehmes Gefühl au
nebmung bes vermehrten Woblſeins
fi vom Vergnügen baburd, bi
ftimmte Beranlafinng bat, fich gern la
wohl zur Stärke eines AffectS erbebi
Entzüden wird, wo ber Geift, mi
alles Übrigen, ih bloß dem Eindri
digen Gefühle überläßt. Die wiedı
aber dann auch dauernder, werden
bezeichnet, die mit Seelenruhe verträg
derſelben ſelbſt Nahrung zieht, dahir
tigidje F., F. an Gott, häu
Als allegoriſche Gottheit (fat. L ae
bie F. dargeſtellt mit Kränzen, Zwei
Symbolen heiterer Feſtlichkeit.
Freudenberg, 1) Stadt im Kre
preußiſchen Regierungsbezirks Arnd
Stahlraffinir⸗ u. Stablbämmer;
Stadt am Main im Bezirksamt 2
batenichen Unterrheinkreiſes; Schi
vöweuſtein-Wertheim-F. gebörig;
Handel; 1650 Ew.; 3) Amt in ber
bes Königreih8 Hannover, 2! COM.
23 Gemeinden; 4) Flecken u.Amtafig!
Freudenberg, ein altes, ter Yur
feifion folgendes, ehedem in der Tr
gütertes freiherrliches Geſchlecht,
aber in Folge ihres Confeſſionswechſe
formation aus ihrer Heimath ausm
u. fih in Deutihland zerftreuten
Schweden u. Rußland fi wendet
Kriegsbienfte traten; von ibren Rt
ihnen nur Neukirchen im Fürſtent!
Der einzige noch Übrige Sprog ift fire
Sohn des 1837 verftorbenen Freiber
1815, er tft bairifcher Lieutenant
unvermählt.
Treudenderg, Geiftlider !
vom %., ſ. Montjoie⸗Orden.
Freudenburg, Marktflecken im Ki
des preußiſchen Regierungsbezirks I
ruine u. 900 Ew.
Freudenfahne, bei ten Leichenbe:
Fürſten wurde fonft zuweilen zu Ent:
jebr geichmiichtes Freudenpferd, auf w
mal ein Ritter in glänzender Nüftun
u. hinter dieſem bie F. von glänzen
tragen. Oft ging audy neben dem
ein ſchwarz bebängtes Trauerpfei
Ritter ir bwarzer Rüſtung.
Freudenfeld bu Frenndb 207
afeld, Burkbarb Heinrich, geb. 1784 in | Herrſchaft am Schwarzwaſſer; Schloß, Dechants⸗
babilitirte fi 1899 als Privatbocent an | kirche, Piarifteucollegium, Säulen, Strumpf- m.
phiſchen Facultät in Göttingen, machte | ZTuchweberei, Leinen- u. Wollipinnerei, Gerbereien;
Miger ben DBefreiungelrieg mit, twurbe | 3000 Ew.; 8) Pfarrdorf im Oberamte Befigheim
eſſor ber Philoſophie u. Geſchichte zu bes württembergifchen Redarkreijes, am Buße bes
gte fih allmälig tem Katholiciomus gu | Strombergs, Hoflammeralamt, Töniglides Luſt⸗
2 zn Freiburg in der Schmeiz in ben | fhloß; 845 Ew., wovon 368 Juden, die bier eine
ven; er wurde 1825 Rector bes Rnaben- | Synagoge haben. Der Ort war badiſch, dann kur⸗
zu Eſtavayer u. 1841 Profefiox ber | pfätziih u. ging nach u. nach in mehrere Hände,
n. Geſchichte am Collegium zu Freiburg. bis er 1727 an bie Gräfin Wrbna (Grävenltz) ge-
eitichrift für Poeſie, Unna 1812, 3 Bde.; | langte, die das Schloß erbaute, aber bald baranf
bensbelennmiß der Römiſchlatholiſchen bier verhaftet wurbe u. (1732) Schloß u. Flecken
infler 1920; Analytiſches Gemälde ber | an —— abtreten mußte.
ı Gefchichte, Freiburg 1842 u. a. Greudentheil, 1) With. Nikol, geb. 5. Juni
1geld, fo v. mw. Bauernmietbe. 1771 zu Stade in Hannover, ftudirte feit 1789 in
a Maria, in der Katholifchen Kirche Die | Göttingen Philofophie u. Theologie, wurde 1792
e ber Erlöfung, melde ber Jungfrau | Lehrer ber alten Literatur u. Geſchichte an ber
beionderen Freuden gereichten: a) bie | Wichmannfchen Grziehungsanftalt in Zelle, 1796
bung bes Logos; b) die Heimfuhung Subrector, 1505 Konrector u. 1809 Rector in
Eliſabeth; e) tie Geburt Jeſu; dd Auf» | Stade; 1914 Pfarrer in Mittellicchen, 1816 Dia-
m Tempel; e) fein Wieberfinden im | conus, fpäter Architiaconus an ber St. Nicolai-
y bie Wiebererblidung Jeſu nach feiner | kirche in Hamburg u. 1825 Pfarrer au ber Kirche
ig u. 5) bie Krönung der Maria im | zum Heiligen Geiſt daſelbſt; er ft. hier 7. März 1853
diernach wird auch ter Rofentranz | u. jchr.: Gedichte, Hamb. 1503, 2. Aufl ebb. 1831;
FM. geketet, entweder in 5 Geleten | Siona (Darftellungen des A. T. betreffend), ebb.
erften Geheimniſſen, od. in 7 Gefegen | 1509, 3. Aufl. 1820, Euſtach von St. Pierre (drama-
'; ſ. Roientranz u. Marienfeſte. tijches Gedicht), Oldenb. 1511 u. a. uı.; feine geiſt⸗
ıpferd, ſ. u. Freudenfahne. lichen Liederin@verd Sammlung geiſtlicher Lieber,
iſtadt, 1) Oberamt im württembergi- | Hamb. 1517, auch im Hamburger Befangbuch von
arzwalblreis, 9,7 OM., 29,510 Em.; | 1843. 2) Gottlieb Wilhelm, geb. 1792 in
mftriebetrieb; Frucht⸗ Holz» u. Vieh- | Stade, feit 1815 Advocat bafelbft, 1516 Procurator
veit 1320 kamen einzelne Theile des | für die Provinz Bremen u. Berben, 1519 Konfulent
Württemberg; tie Bildung bes Amtes | ber Staber Bürgerfchait, 1831—33 Deputirter der
1599, 2) Stadt darin, Sit der Be- | Ständeverlammilung für State, 1535 einer ber
(mit Ausnabme bes forftamts), von Vertheidiger tes haunoverſchen Staatsgruntge-
eiten ber etmas befeftigt; ewangelifche | fees von 1533; er gab 1835 fein Mandat als
(in welcher bie nach 2 Flügeln abge- | Abgeortueter zurüd u. wurde 1545 zum Porpars
ſchlechter einander nicht feben, mwäbrend | lament u. in bie Reichsverfammlung gewählt.
Beiftlihen auf feiner Kanzel jeben); | Er jchr.: Darftelung ver Verhandlungen in
tirche; mechaniſche Buaummolljpinnerei, | bes zweiten Kanımer der hannöverſchen Stände,
'abriten, Weberei in Leinen« u. Halb» | verfammiung über ben Entwurf eines Criminal⸗
lle u. Halbwolle, Mühlwerle, Bürften- | gejewbuchs, Halle 1835; Über ben Diyflicis-
„Nagelſchmiede; 4500 Em. Der Ort, | mus, Tüb. 1633; Blüthen aus meinen Weihſtun⸗
Rerreichiichen proteftantifchen Erulanten | den, Sannov. 1835.
bieß urfprüngli, nach dem Herzog Sreudigkeit, Gemüthszuftand, welcher, aus dem
Friedrichsſtadt, erhielt aber fchon | Gefühl von Entichloffenheit u. Muth hervorgehend,
ı des glücklichen Gedeihens den Namen | fich zugleich Durch Selbftzufriebenheit u. Gemithg-
roße Feuersbrunſt. rube anbeutet.
iſtein, Schloß in Freiberg, ſ. b. 2). Freund, 1) ein durch Freundſchaft (f. b.) mit
ithal, I) freie Minderberrſchaft im Kreiſe, Jemand Verbundener; 2) bei ven Kaufleuten Je⸗
Iſterreichiſches Schiefien), an der Mora | ber, mit tem fie in Handelsverbindungen ſtehen;
brearzwafler; 134 OM., ſehr gebirgig | 3) jo v. m. Berwantter.
u. Weiten (Spiten: Altvater, 4505 seund, 1) Herrmann, Bänifcher Bildhauer,
ftein, 4420 Fuß; große Heide, Juſten⸗ | gebildet aufder Alademie in Kopenbagen, u. 1820—
enberg, Hobeberg, Brügenberg ꝛc.), zu | 1527 in der Schule Thorwaldſens in Rom; ftarb
Ginuewider), 2305 Fuß, find die Mine- | 1540 als Profeſſor der Bildhauerei an der Alademie
Mayimilian» u. Antonibrunnen, Karls- | in Kopenhagen. Werke: Deukmal bes Reformators
500 Em., Eiſenwerke. F. gehörte von | Zaufen in Viborg, Basrelief-Darftellungen aus ber
16 den Herzögen von Cherfchlefien (von | Nordiichen Diythologie. 2) Wilhelm, geb. 1506 zu
ann ben Herzögen ven Zroppau, bis es | Kempen in Bojen, ſtudirte feit 1825 in Breslau u.
ıR 1454 an ten Areiberrn von Wrbna ! Berlin Philoſophie u. Philologie, errichtete 1828
Nah ter Schlacht bei Prag flitchtete | in Breslau eine iſraelitiſche Schulanftalt, war Dann
Wrbna ins Ausland, n. Ferdinand II. | Lehrer aın Eliſabetbgymnaſium in Berlin, wurde
n Reſitz u. gab es 1621 dem Hoch u. | 1545 provijoriich lehrer am GEyinnaſium in Hirjch-
ter Erzberzog Karl als beſtändiges Ci- | Berg, u. ba ibm als Ifraeliten eine befinitive An⸗
ed Ordens; 1639 wurde F. zur freien | ftellung daſelbſi verfagt wurde, fo ging er 1551
anterberrichafe u. 1682 zum Fürſten⸗ | nach Xonten. Er ichr.: Wörterbuch der lateinischen
en; 8) (Bruntali), Hauptſtadt ber | Sprache, Lpz. 18634 — 45, 4 vegi Geſaumtwör⸗
708
terbuch ber Tateinifhen Sprache, Bresian 1844;
Lateinifch-beutiches u. deutſch⸗lateiniſch⸗griechiſches
Schulwörterbuh, Berl. 1848, 1. Bd.; gab auch
Ciceros Rebe pro Milone, Bresl. 1838, u. Schlt-
Ierbibliothel bes griechiſchen u. römifchen Alter⸗
thums, Berl. 1846 f., 2 Bbe., heraus.
Freunde (Geſellſchaft der F.), fo v. w.
Quãter.
Freund Sein, ſ. u. Hein.
—— 2 — Bergarten, Steinarten, welche
Metallmutter abzugeben pflegen u. vorhanbenes
anzeigen.
"Yan liche Infeln, fo v. w. Tonga⸗Archipel.
ndfchaft, 1) Diegegenfeitige Anbängticteit
welche Berjonen von übereinſtimmenden Gefinnun-
gen für einander empfinden u. durch Handlungen,
welche auf Förberung gegenfeitiger Zufriedenheit u.
Wohlſeins gerichtet find (Sreundſchaftodienſte,
Freundfchaftöergeugumgen), bethätigen. Sie gründet
fich auf das Bedürfniß des Gemüths, mit Andern
in Gemeinſchaft au leben u. zu wirken, u. fie hat
einen hohen Werth, indem fie zur ganzen geiftigen
Entwidelung, zur fittliden Bildung, zur Erhöhung
ber Lebensfreuden u. zur Milderung ber Leiden
viel beiträgt. Die F. wird gewöhnlich in der Ju⸗
gend gefchloffen ı. erhebt ſich hier wegen bes wär⸗
meren ugenbgelühte zu einer Höbe, bie meift
immer in ben fpäteren Iabren bleibt. Bei der Wahl
bes Freundes darf nicht bie Gewohnheit bes täg-
fihen Umgangs, nicht bie Überraſchung u. nicht
eine gewiſſe Dienftfertigkeit entſcheiden, vielmehr
bat man ernſt u. befonnen zu beobachten u. auf Die
Stimme des Herzens zu hören. Ebenſo wichtig ift
es aber auch, Die wahre Sreunbigaft zu bewahren,
wofür die chriftliche Sittenlehre eine Menge
Regeln angibt. 5 beit auch 2) der Umgang
u. das Zufammenleben mit Perjonen, deren Nei⸗
ung auf Einen Zweck gerichtet ift, zu beflen Ver⸗
—** blos Selbfuht antreibt, der aber ohne
Verbindung Mehrerer nicht erreicht werden kann.
Es bezieht ſich daher auch F. auf Familienverbin⸗
dungen, ſofern ein domienintereſſe ein gemein⸗
ſchafiliches iſt, eben fo auf geſellige Cirkel für Le⸗
bensgenuß aller Art, die daher auch als freundſchaft ⸗
licher Cirkel ſich als eine Gemeinſchaft betrachten.
Ein Freundſchaftsbündnifß ift dann auch ſchon eine
ſolche, förmlich od. ſtillſchweigend geſchloſſene Über-
einkunft, in welcher bie Leiſtung gegenſeitiger Hülfe
u. Unterſtützung bedungen iſt. — Geachtet war die
5 unter den Völkern bes Altertbums, bei. bei
riehen u. Germanen. Die großartigften, durch
Aufopferungsmilligleit der Freunde ausgezeichneten
sen fommen zumeift in dem Jugendalter ber Na⸗
tionen, ben heroijchen Zeiten, vor, wo man ſich zur
Ausführung von Großthaten vereinigte. In ber
fpätern Bett ber Philoſophie wurde F. bei den
riehen auch noch warm empfoblen, namentlich
in ber Pythagoreiſchen Schule, welche foreihan Fen
war, daß man ſie Pythagoreiſche F⸗en nannte;
daher heißt Pythagoras der erſte Geſetzgeber der F.;
Ariſtoteles widmete ber F. 2 (das 8. u. 9.) Bücher
der Ethil. Auch unter den Römern wurde F. hoch
geachtet, u. Cicero ſchrieb ein eigenes Buch De ami-
citia, jo von ben fpätern Griechen auch Lucian den
Toxraris, worin er einen Wettftreit zwiſchen einem
Griechen (Maurfippes) n. einem Styiben (Toraris)
Dargeftellt, welches Bolt höhere Begriffevon F. habe
u. jchönere Beiſpiele echter F. aufmweiien könne. Bei
Freunde: bis Irey
ben germaniſchen Bolkern wurden F. «
Tod, baufger zwilchen ganzen
ſchlofſen, ſ. Biutbrüderfchaften, deren Kl
ſchon in Griechenland, bef. bei den Ti
dem Hieros Lochos vorkommen, woran
henland dann bie Hetärien (f. b.)
Als allegorifche Göttin galt bie F (lat.
gr. Philia) ale eine Tochter der Nackt‘
bo8 u. wurde bargefiellt mit unverhäl
neben ihr bie vereinigten Grazien. Ir
lihen Sittenlehre iſt es zuweilen bezweil
ob die F. als eine Pflicht bezeichnet we
da fie im Neuen Teftanıente nicht aus!
boten wird. Die meiften Moraliften
aber für eine Pflicht, hauptſächlich weil
derungsmittel der Sittlichleit überhaup
Ehriftus felbſt als Vorbild ber ebeifl
ſchaft erfcheint. Als Beifpiele edler n. |
aud bon ber Poefie verherrlichter %-e
Davids u, Jonathans, Die Damons ı
bie Ludwigs von Baiern u. Friedricht
reich (f. d. a.) Bgl. Stäublin, Borf
Lehren von ber Fe wor 1826.
reundſcha e Pole, ſ. u. Ma
reundichaftsinfeln, ſo v. w. Ton
reundſchaftsorden (Orden b
Freundſchaft, Orden vom golde
band), vom Kurfürſten Johann Ger
Sachſen, zum Andenken an einen, ihn
Kurfürften riedri III. von Brand
Torgan gemachten Befuch u. Die daſelbf
Allianz geftiftet. Orbenszeichen: ei
mit zwei geharnifchten, in einander ge
Händen u. ber Infchrift: Unis pour ja
jedem der beiden Höfe erhielten 12 Her
den. Er gi bald wieder ein.
Freundskauf, ein Kaufcentract, di
aus beſonderen freundichaftlichen Verb,
Verläufer die Sache wiſſentlich um et:
Preis verkauft, od. der Käufer wiſſe
hoben Preis für die Sache gibt.
Freusburg, Markiflecken an der Si
Altenlirchen des preußiſchen Regie
Coblenz, Bergſchloß, viele Eiſengruber
Frevel, willlürliche Handlung, wı
Recht u. Geſetz, abſichtlich einem Ande
Staate geſchadet wird. Er ſetzt eine
Sinn voraus, ber in dem Schaden i
Seonbeiebigumg findet.
Frevent, Diarkfleden im Arronbifier
des franz. Departements Bas de Calais,
Flachs- u. Mollfpinnerei, Leinweberei
Frey, 1) Joh. Jak. geb. 1681 in !
dete fi zum Kupferftecher, vornebin!
unter Wefterhouts u. Marattis Anfeitı
1772. Bon feinen Blättern find bie
Hieronymus, die Marter Des St. Seh
nad Dominichiuo, St. Karl Vorremäu
erwedend, nad Pietro bi Eortona, 8:
tus, den Tempel bes Janus ſchließend,
ratti, Bachus u. Ariadne nach Guid
Jakob der Jüngere, Des Borigen :
Tas Abendmahl von Leonardo da in
Dlcopie bes Marco d'Oggiane u. X. 3
Ludwig, geb. 1682 in Bafel, fluirt
u. feit 1704 die Orientaliſchen Sprachen
hielt fih danı eine Zeit lang in Yen
lehrte 1705 nah Bafel zuräd; 17
Frey don Schoͤnſtein bis Frever
n Mlein-Hüningen, 1711 $
n Bajel u. fl. 1759. Er gab heraus:
nonnulla ex commentario inedito
nis ben Joseph, cum vers. lat.,
Suicers Thesaurus ecclesiasticus,
2 Bbe., Fol.; Epistolae Clementis,
Polycarpi atque duorum posterio-
ria, Baſel 1742. 4) Franz An—⸗
. 1763 in Bamberg, war erft Geiftli⸗
rte dann bie Rechte, wurte 1795 Pro⸗
anoniſchen Rechts in Bamberg, 1798
; Echöppenftuhle, 1801 Syndikus bei
Höflihen Bicariate u. apoftolifcher No⸗
ehrer der Kirchengeichichte n. des Kir-
n Lyceum in Bamberg u. R. 1820. Er
Bon dem Rechte ber Staatsgewalt
tirchengut, Frankf. 16055 Allgemeine
Kirchen⸗ u. Kirchenftaatsrecht, Banıb.
A. Kigingen 1522, Kritiicher Sommen-
18 Kirchenreht nah Muhl, Bamb.
3 Bte., 2. Anfl. von 3. Scheill, Kit.
4 Zble. 5) Marimilian, geb. um
1635 als baieriſcher Kanzlifl mit dem
irector Greiner nah Griechenland,
dann bei ber Entzmeiung ber baierifchen
velbft zu Armansperg u. wurde Gabi»
ar als foldher fehr thätig im Staaté⸗
in ber Yandescuftur; mit Armans-
[rufung fiel auch F. u. 1837 veranlaßte
präfident von Rudhart feine Zurüdbe-
» Baiern. Er wurbe bierauf in ber
Kerala angeftellt. 6) Jul., Pfeu-
.A. Bergk.
n Säönftein, altadelige®, reichsrit⸗
3 Geſchlecht in Steyermarf, feit 1823
berrnftand erhuben; hermaliger Chef
Karl, Sohn des 1825 verftorbenen
ranz Xaver, geb. 1797; er ift penfienir-
ialrath u. jeit 1849 in zweiter She ver-
‚malie geb. von Winther.
Freya (nord. Myth.), fo v. w. Geeia.
j, ein urjprängli aus Graubündten
Thon im 9. Jahrh. nach Oberſchwaben
etes u. bier zur ſchwäbiſchen Reicherit-
ihltes Geſchlecht, melches ſich ın meh⸗
heilte u. jetzt noch in Baiern u. Wärt-
iſſig it: A) von ber Angelberger
de ım 14. Jahrh. von Heinrich von F.
de u. im 16. Qabrb. Die Freiherrn⸗
t, blüht noch die Öpfinger Eeitenfinie;
:nberger Linie (im 13. Jahrh. von
on %. geftiftet a. genannt nach ben
nen liegenden Schloſſe Eifenberg im
güffen), wurde 1644 in den Freiherrn⸗
ıu. blüht in 3 Hauptäften (von Wel⸗
IImentingen u. Raunau) u. mebreren
m Almendinger Alte gehörte: 1) Mar.
b. 1789 in München, murte 1517 Ne
ı bafelbft, 1824 Vorſteber des Reiche»
8 Miniſterialrath, 16538 Staatsrarb,
1 Ditgiied der baieriichen Abgeordne⸗
n. führte 1840 interintiftifch das Burte-
nnern; 1817 trat er ale Vorftand bes
» zurüd u. Rarbam 21. Januar 1521.
‚efte Geichichte von Tegernſee, Münch.
—* aus Venedig, 1823; Über das
ffentliche Gerichtsverfahreu, Yant-sh.
‚chte der baieriſchen Laudß Ande, Sulzb.
or der
1828 f., 3 Bde.; Grundlinien einer Ge
baierifchen Sanbfände, Mänd. 1832; €
dentſcher Rechrsalterthimer, Maing 1828
Inng bifterifcher Schriften u. Urkunden
1827—37, 5 Bde.; PBragmatifche Gef
bairifchen Geſetzgebung u. Staatsverw⸗
Marimilian I, 2pı. 18-39, 4 9
Beiträge zur vaterlänbifchen Gefchichte
graphie, 1937; äblungen aus ber
Geſchichte, 1842—44, 2 Bde.; Betrad
Erhebungen eines katholiſchen (Ehrifte
ſetzte mit Hormayr Lange Regesta s.Rı
carum autographa, Bd. 5—12, 1836-
anßerdem: Dialeriihe Reife im ober
Münd. 1830; Die Stauffen von Ehre!
1833, 3 Bde; Die Löwenritter, ebd. 1:
vellen, ebd. 1828 u. a. 2) Marie EI
Tochter des Lundichaftsmalers I. Stunz,
in Strasburg, genoß bei ihrem Vater Ur
ber Malerei, legte fich aber auf bie Hil
bereifte zu ihrer künftleriichen Ausbildu
reih u. Italien, hielt ſich von 1821 bi
Rom auf, beirathete 1823 den Freiberrn |
von F., Bruder bes Borigen, in Münch
Dafelbit 1. Ian. 1847. Werle: in der Le
giſchen Gallerie eine Heilige Jungfrau
Kinde u. bie drei rauen am Grabe Chri
Freycinet (ipr. Fräffinäh), 1) Der
Gebirg Coveyrau, im Arrondiflement *
franzöftichen Departements Ardeche; hie
Krater; 8) Buſen der Haififhbai an ber
des Auſtraliſchen Continents (Gendra
durch Die Halbinfel Beron gebildet; 3)
auf ter DOfttüfte der Infel Vandiemen
Tasmania (Auftralien); 4) Infel, zum '
Ardipel od. Niedrige Infeln gebörig.
Freycinet (ipr. Fräffinäp), Eharles?ı
eb. 1779, trat 1794 in die Marime, wı
hiffefäbnrih, nahm 1800 an ter (
u. epumjegelung bes Gapitän Baut
wurde bier Schifjslientenant m. erhielt
mando eines Heinen Schiffe. Als dies Sd
unfähig geworden war, ging F. 1804 w
Europa, beiehligte dann eine Corvette
1505—15 die Anfertigung der Karten be
de France geftorbenen Baubin, vollendete
Perons über dieſelbe u. wurde 1812 Fr
plain; unternabm 1817 eine neue Reif
Auftralgegenden, litt aber an den Malum
bruch. 1320 febrte er nah Europa zurüd
in Saulces bei Bienne als Schiffecapisänt.
ſchreibung feiner Reife, Bar. 1824 f., 8
to:aniiche Theil von Gaudichod, Bar. 18;
Freycinetia (F. Gatnd.), Pflanʒ
aus der Sanıılie ter Panılunene- Eunpaı
Arten auf Südjeeinieln, Molulten, Oſtin
Freydank, 1) fo v. w. Freidank; 2)
beuricher Dichter des 16. Jabrh. lebte zu
ien in Kärnten; er ſchr.: Abriß ber
Geſchichte Des A. u. N. T. unter dem T
Yayen Biblin, mit Holzſchuitten, Yraı
1596, Pol.
Freyer, Hieronymus, geb. 1675 zu G
der Prieguig, ſtuderte jeit 1697 in Dal
dDifeloft 1699 Yebrer am tüniglichen Pa
u 1705 Inipector deſſelden; er fi. 174
nen Schrijien, Die zum Theil 8 bis 12
er.ebten u. in Schuien fehr viel gebraud
710
hören: Fasciculus poematum graecorum;;
erentiana : Borbereitung zur Univerſalhiſtorie.
revera (F. —*— flanyengattung ans ber
amilie ber Umbelliferae-Scandicinae; Art;
Gresanaı 1) in ien.
reygeng, 1) Wilhelm von %., geb. 1783
in Petersburg, trat 1804 ins RN CR ar
Corps, war bei einer Gefanbtichaft nach Berfien,
bann in der Moldau u. Waladei, 1807 Gefanbt-
Ichaftsjecretär in Wien, wurbe 1811 nach Geor⸗
en u. 1812 nach Berfien geienbet, wo er die Grund⸗
age zum Frieden legte, u. lebte jpäter als ruſſiſcher
Geheimrath u. Generalconful in Leipzig, Tehrte
1833 nach Petersburg zurüd u. ging 1834 ale ruf
fiſcher Conſul nach Benebig; er —* (meiſt franz.):
Gedanken über die Luftſteine, deutſch, Gött. 1805;
Lettres sur Alexisbad, Lpʒ. 1830, beutfch 1831;
die Luffpiele: Doctor Gall anf ber Reife, Bött.
1805; Genieflreiche, ebb. 1806. 2) Friederike
von F., geb. von KRoubriaffinsfy, Gemahlin bes
Borigen, den fie im Sept. 1811 nach Georgien be⸗
gleitete. Sie befchrieb dieſe Reife franz, Hamb.
1816, dentſch von v. Strune, ebd. 1817.
eyja, |. Freya.
Pa FAR — Kobann Anaftafins, geb.
2. Dec. 1670 in Gandersheim, wo fein Vater Kauf⸗
mann u. Bürgermeifter war, ftubirte feit 1689 in
Jena Theologie, vollendete 1692 feine Studien in
De, wo er mit Aug. H. Francke innige Freund⸗
ſchaft ſchloß, wurbe 1695 deſſen Vicar in Glaucha,
einer Borfiebt von Halle, 1715 Franckes Schwie-
gerſohn u. defien Adjunet an ber St. Ulrichslirche
m. Director des Waifenbanfes u. ft. 12. Febr. 1739.
Er ſchr.: Grunblegung der Theologie (das erfte
Lehrbuch der Religion Kür Gymnaſien), Halle 1703
u. ð. (lat. von Griſchow, 1734); Prebigten über
die Sonn u. Feſttagbepiſteln, ebb. 1728; Bußpre-
digten, 1734; gab heraus: Geiftreihe® Geſang⸗
buch zc., ebd. 1704 u. 1714, 2 Thle,, Auszug 1718,
neue Ausgabe, ebd. 1741. F. felbft hat viele geift-
liche Meder gebichtet. Lebensbeichreibung von A.
H. Niemeyer, Halle 1786; 3. 8. Schulze, Dent-
mal der Liebe u. Hochachtung für F., ebd. 1784; 8.
Bafig, Biographiſche Skizze 5-8 in A. Knappe
Ghriftoterpe 1852, ©. 211 ff.
Freylinia (F. Benth.), Pflanzengattung aus
ber Familie Personatae-Gratioleae; Arten:
F. lanceolata @. Don. u. F. undulata Benth.
Freyde, Injel an der Weftlüfte von Norwegen,
Stift Trondhjem, Amt Ramsdal.
eyr (nord. Myth.), |. Freir.
edre, 1) (8. d Andrada), Gomez, geb. 1762
in Wien, wo fein Vater portugiefiiher Gefanbter
war; diente Anfangs in der portugiefiichen Armee,
ging dann ın uffiche Dienfte, zeichnete ſich 1789
ei der Erflürmung Oczacows aus, wurde in beflen
Folge Oberft, befebligte 1792 — 94 eine portugie⸗
fiſche Brigade in Katalonien u. Ronſſillon, wurde
nah dem Frieden Generallicutenant, trat 1908 in
franzöfiihe Dienfte, machte ale Divifionsgeneral
den Ruffiichen Feitzug mit u. war 1513 Comman⸗
dant von Dreeten, mo er gefangen genommen
murde, Nah Portugal zurüdgelehrt, wurde er
1817 tur den Marichall Beresiorb ale Theil-
nehmer einer Verſchwörung gegen bie Engländer
verhaftet u. erichoffen. 2) Dianuel, geb. 1765
zu Oſuña in Andaluflen, trat früh in bie fpanifche
Kavallerie, machte ale Lieutenant dem Krieg 1793
Freyera bie. Freytag
Bis 05 gegen Frankreich mit, fieg bie
Iiegtenant, zeichnete fich 1808 ale Obri
farenregiments aus, bedite uad ber
Zalavera Cueſtas Rüdzug, wurde Ge
nete ſich bei Acafa aus m. erhielt
Armeecorps; vertheibigte Murcia u.
vertrieb bie Franzofen aus biejen |
Nach der Schlacht von Salamanca ı
ber neuen Organiſation ber Armee bat
n. erhielt eine Divifion, nahm Ende 1
fer die Höben von Irun u. S. Martia
ex viel zur Einnahme von &. Gebaflü
weſentuͤch Antheil an bem Übergang
daſſoa, an ber Schlacht bei Orthez u. I
louſe u. wurbe Generallientenant. 18
er das gegen ben Aufftanb ter Trup
de Yeon 1820 beftimmte Corps, body t
felbe faft ganz durch Anſchluß an bie G
der König bie Konftitution angeno
ſchloß er. fi derſelben au u. wurb
fangen geist. Nach der Reftauratien
er in Zurüdgezogenheit, erflärte fich 1
belle, wurbe Dlitglieb ber Proceres, £
daut ber Garde u. Generalcapitän ;
fl. 1834. 3) Agoftinhbo JozeF.
Kae zu Coinıbra, mwurbe bei ber:
ranzoſen in Portugal 1808 Soldat,
in ven Schlachten von Albuera, Bitt
prenäen aus, wurbe 1815 Kapitän,
utirter von Eftremabura bei be
fen Cortes, 1822 Vicepräfibent u. 9
felben, wanberte nad} Deren Sturz 152
reich u. England aus, fehrte 1826 31
Major im eralſtab u. fänpfte er
Abfolutiften. Bon Don Dliguel 182:
trieben, ging er nach Frankreich u.1
ayoren zu Don Pedro u. wurde befh
arineminifter. Unter ibm fanbete
Armee im Juni bei Oporto; er murt
Oberftlieutenant, Oberfi, 18534 von
zum Abgeorbneten bei ben Gortes gı
Minifter des Innern, fiel aber kei
Maria ta Gloria in Ungnade u. Iegt
1835 alle feine Stellen nieder, wu
1336 wieber angeftellt, mußte aber aı
ber, wo tie Charte Don Pebros aufge
wieber abdanten. Am 4. November
ihn die Königin von Liffakon na T
wegs wurde er aber von Nationalga:
ten u. erichoffen. 4) Ramon, war ]
neur v. Concepcion, 1823—27 mit |
Dberdirector des Staates Chile, 1. b.
Oberbefehlshaber ber Truppen, wur
Prieto bei Maypu u. Camherayoda ge
nah Peru u. madte von bort eine
Chilce, ohne großen Erfolg.
Freytag, 1) Friedrich Gottbe
in Bforta, ſtudirte in Leipzig Jurispr
bafelbft Advocat n. fpäter Bürgermeif
burg, wo er 1776ſt.; er ſchr.: Anale
de lıbris rarioribus, ?p3. 1751 ; Apı
rarius, ubi libri partim antiqui.
recensentur, ebd. 1752—56, 3 Bh
ten von feltenen u. merfwürbigen Bũ
1776, u.a. m.; Iberiegte auch Br
Geſchichte der Manon Leicaut m.
de Grieux, ebd. 1756; 2) Georg
Friedrich, geb. 19. September 17
Frezier bis Friaul
e 1811 Repeteut in Göttingen, 1813 |
yülfe in Königsberg, 1915 Brigade
dirte 1817— 1819 Orientalifche Spra⸗
8 u. wurte dann Brofeflor der Orien-
wachen zu Bonn; er gab heraus:
historia Ialebi, Bar. 1819; Loc-
se, Bonn 1823; Lexicon arabico-
830—37, 4 Bde, Auszug aus bemfel-
7; Hamäsa, Bonn 1825—52, 2 Bde;
ber arabifchen Versolunſt, ebd. 1830, u.
ırestomatlia arab., ebd. 1834; Hebr.
1835; Arsbum proverbis, Benn
3 Bte, u.a. 3) Guſtav, geb. 13.
ı KRreuzburg in Schlefien, ftubirte feit
slau u. Berlin Philologie, habilitirte
Breslau für Deutſche Sprade u. Li⸗
bte von da mehrere Reifen nach beut-
ftäbten, bei. um die technifchen Ver⸗
beutichen Bühnen Teunen zu lernen;
miſche Laufbahn auf u. ließ ſich 1845
s. 1848 in Leipzig ueber, wo er jeht
y bes Winters zu verweilen pflegt, bes
bt er gewöhnlich auf einem Landſitge
po er feit 1854 zum Hofrath u. Vor⸗
3096 Ernſt von Gotha ernannt iſt. Er
osvitlıa poetria, Breslau 1639; In
el. 1844 (1vriſche Gedichte) ; Kunz von
». Die Brautfahrt (Luſtſpiel), Bert.
Balentine (Schaufpiel), Yp3. 1847;
nar (Schaufpiel), Dresb. 1847 (ge-
Dramatiiche Werke, Lpz. 1845—50,
we arme Schneiderfeele (Bofle), Die
(Lufipiel), 1554; Sol u. Habeu
33. 1855, 3 Bde. 7. Aufl. 1858; mit
t rebigirt er feit 1848 bie Grenzboten.
pr. Fräſieh), Amadée Francois, geb.
nbert, wurde 1701 Ingenieur, untere
efehl bes franzöfiichen Hofes Beru u.
—14), befeftigte St. Malo n. Landau
zu Breſt 1773. Er ſchr.: Traite sur
rtifice, Bar. 1747; Voyage Jde la
I, ebd. 1716 (deutſch, Hauib. 1745);
pratique de la coupe des pierres
Strasb. 1769, 3 Bde.
(F. Ste.), Pflanzengattung, nad
anut, Familie ber Ternströnmiacese-
iene, 13. Klaffe 1. Ordnung L.;
ınescens, F. chrysophylla. F. ner-
ıculata, F. sericen, (höne Bäume
en ıc.
iv. fr.), zerreiblich; daher Sriabirttät,
t.
fr. ſpr. Friang), Ledermaul; daher
daſchwerk u. Leckereien, beſ. Italiener⸗
e Handel mit ihnen Friandhandel.
pr. Friaug), Graf Fouis, geb. 1758 in
incourt im Eommebdepartement, trat,
in die Garde, wurde bald Inftructions-
ı 1787 den Abidhieb, war aber 1792
ataillonschef Lei der Barifer Rational-
bei den Gefechten ber Diofelarnıee,
Jourdan an ter Sambre, focht bei
irus unter Yefchre, dann unter Cham⸗
als Brigadegeneral zu Kieber, befeh⸗
reifen bei Maſtricht, ſtaud 1795 un»
or Luyemburg u. dann 1796 unter
ceau u. Bernadotte, dem er nach Ita⸗
alf unter Deſaix Dialta erobern, war
in Wgypten thätig, wurde Divifleuegeneral u
bieft von Kleber bie Verwaltung von Ba
Alegantrien u. Roſette übertragen. Nach fı
Rudtehr.uuch Frankreich wurde er Generalin
tor ber Infanterie; 1604 war er in Bouloyme, I
1805 in Ofterreih u. Mähren, focht bei Auſte
Jena u. Eylau, Edmühl m Wagram, wurl
ten Grafenſtanb erboben, befebligte 1812 w
eine Divifion u. focht bei Borobino, wo er
wunbet wurbe. Als Oberft Ler Greiabiere
fehligte er mim die Grenabiere Ler Garte, wa
Dresden, Yeipig, Hanau u. 1814 überall ir
Häbe des Kailerd u. 1615 bei Waterlvo. Een
2. Refinuration außer Dieuſt fl. er 1529 auf
nem Laubgute Ouillonet bei Deulun.
ias, Stadt am Ebro, iu ber ſpauiſchen
vi en s: 2000 En
m urgus; %
iad, Don Bernardin Fernandez be Bel
Marqueſe de Billena, Graf ve Haro, vou Oro
Herzug von $., geb. 1783 in Madrib, wurde |
teuant iu der Gurde, niuchte als foldber beu $
in Portugal 1801 mit, wurde 1504 Caupitüu
den Drayouern u. wohnte beim Zuge Innots
nad Portugal bei, wurde 1808 von ben Frauz
gefungen, entflob, war bey Baylen Abjutant
General Euflanos, dann Obrifilientenunt u. O
u. zeichnete ſich mehrfach während bes Unab
gigleitolrieges cus, wer 1812—1820 Kanınıer
bet Ferdinaud VII., nuch ber Revulutien von !
Leon Gefandter in Englanbd, 1621 Minifte
wurbe 1923 nah ter Keftaurutich 15 Weiler
Usutreis von Madrid verwieien ; 1827 erhiel
bie Grlaubniß zur Rüdtebr, ergriff 1833 die €
ter Königin Chriftine wit Eifer, war 1634
1836 Geſandter in Frunkreich u. fHluß bier die L
trupelaliung. 1837 von wiehreren Pruvinzen
Smatsinitglied gewählt, nahm er bie Beru
von Leon an, wurde 1838 Diinifterpräfiveit, |
uber biefe Stelle 1839, bei Abbaukung ber Kön
wieber nieber.
Friaul, 1) eheinalige Laubſchaft im üfterr:
ſchen Kronland Veuebig, bie jetgige Provinz Ui
19 SM., 430, 000 Ew., in 16 Diftricte vertl
reizt un bie venetianiſchen Provinzen Bell
Treviſo n. Benedig, an das Adriatiſche Meer
Grafſchaft Görz, Kärnten u. Tyrol, im Nord
Oſten von Zweigen ber Juliſchen u. Karni
Alpen, welche bie Gebirgapuffe von Chiuſa bi
zone, Tolinein (Tulmino) u. bie Flitſcher K
bilten, turchiihuitten, während inı $. eine v
tbe.1® fruchtbare, theils ſandige u. an der Küſte
funıpfige Ebene ſich ausdehnt. Huuptflüffe
Tagliamento u. Livenza (Meduna). Das
iſt fruchtbar an Getreide, Obſt, Wein, Miner
u. Heilquellen u. hat beträchtliche Biehzucht.
Bewobner werben Surlauer FR u.
Jtaliener, aber von eigenthünilichem Charult
reden einen eigenen Dialelt. Durch bie Pre
gebt Die Eiſenbahn ven Trieft nad) Benenig.
. nach der alten Stabt Forum Julii ben:
theikte in ben alten Zeiten vas Schidjal ter n
italienifchen ®renzlunder; Anfangs von celti
Völkern bewohnt, wurde es nachher Tömife
bei der Wöllerwanterung ließen ſich Germ
bier nieter. Hier fetten Die Longobarben
dein Eindringen in Italien zuerft einen ihrer
zöge ein, u. 4 umfaßte damals da® Laud zw
dem Tagliauiento (nad Anderen ben Fluſ
712
Fink Formio (Rifano). Im der fränkiſchen Zeit,
wo 8. in eine Mark verwandelt wurde, kamen
noch im Often Iftrien u. in Weften mehrere Städte
diefleit der Piave dazu. Hauptftabt war Civitas
Austrise, dad alte Forum Julium. Der erfte
Herzog, vom König Alboin eingefeht, war deſſen
Nefte Grafulf J. 568—588 (590); unter feinem
Nachfelger Giſulf braden 611 die Avaren ans
Bannonien in F. ein, er felbft blieb; feine Gemah⸗
lin Romilba ergab fih dem Khane der Avaren, der
fie aber nachher ermorben ließ. Gifulfe Nachfolger
wurbe fein Bruder Grajulf ale Vormund Air
feine Neffen Tafſo, Cacco, Raboald u. Grimoald,
die fih vor den Avaren mit ihrer Mutter gerettet
batten ; von biefen traten Taffo u. Cacco die Re-
gierung 621 an; aber weil fie von ben longo-
bardiſchen Köuigen fih unabhängig zu maden
ſuchten, Tieß fie ber König Aribald durch ben
Erarchen Iſaak in Ravenna ermorben u. ernannte
635 Graſulf II. zum Herzog, der bis 651 re-
gierte; ihm folgte A330; auf diefen um 663 Welf
(Lupus), der in der Abmefenheit des Königs Gri-
moald fi von bem Iongobarbifchen Einfluß be-
freite. Grimoald rief gegen ihn die Avaren zu
Hilfe, gegen welche Welf 666 fiel. Statt Welfs
Sohn Warnefried wählte ber König den Vecta⸗
ris zum Herzog, emen eblen Vicentiner, ber rühm-
lid bis 678 regierte. Deſſen Nachfolger waren
!aubarisu.Rodoald, welcher fetstere 694 (695)
abgejett wurde, worauf ber König Kunibert den
Ligurier Ferdulf zum Herzog erhob; biefer fiel
705 gegen die Slawen, bie er in Das Land gerufen
hatte, um mit ihrer Nieberlage feinen Helbenmuth
darzuthun. Sein Nachfolger Corvul jaß 706 nur
turze Zeit auf dem Throne, denn König Aribert,
den er beleidigt hatte, ließ ihn blenden u. jette an
feine Stelle ven tapfern Pemmo, ber lange Krieg
gegen bie Slawen führte. Weil er aber ben Patri⸗
archen von Aquileja, Calliſtus, wegen eines Ge⸗
waltftreich® einterferu ließ, fo fette ihn König
!uitprand ab (737) u. gab tie Herzogsmilrde Pem⸗
mos Sohn Ratchis. Als diefer 7441 König wurde,
folgte ihm 745 in F. fein Bruder Aifult u. 749
teilen Schwager St. Anfelmus, u. als dieſer,
ein Freund Karla des Großen, vom König Defibe-
rius verdrängt worben u. 751 in® Klofter gegangen
war, fo wurde ein ebler Rongobard, Peter, Her-
zog. Ihm folgte Rotgaud; dieſer war Herzog, als
Karl der Große das Longobardiſche Reich ftürzte, u.
wurde von dem Kaiſer als folcher beftätigt. Da er
aber des Adelchis Verſuch, fi wider zum König
einzuſetzen, 776 unterftütte, 309 Karl wider ihn;
Rotgaud blieb in einer Schlacht u. mit ihm endi-
gen die longobarbiihen Herzöge in F.
Karl ber Große jettte nun den Franfen Marlar
als Herzog ein, u. da dieſer zugleich tie Mark Trevifo
mit zu bewachen erhielt, jo hießen bie Herzöge von
5. von da an auch Markgrafen von Trevifo.
Sein Nachfolger Hunrot I blieb 799 in ber
Schlacht bei Terſacz gegen die Hunnen, mit denen
er an 8 Jahre Krieg geführt hatte. Abm folgte bis
19 Cadalcal(Cadolaus),tanı Bald erich,
welcher Nieterpannonien u. Kärnten an der Save
mit F. verband. Doch da 827 tie Bulgaren in ber
Mark große Unordnung anrichieten, ourte Balderich
abgeſetzt, u die große Markin 4 Grafſchaften: Kärn⸗
ten, Niederungaru, F. u. Sfirien, Krain u. Libur⸗
Friaul bis Fricaſſee
Ben). den Noriſchen u. Juliſchen Alpen u. ben |
5
nien getheilt; bie Statthalter führten mn.
Zitel Graf, bald Markgraf, bald Herjeg
Eberhard, Schmaner bes Kailert Loth
ber 868 (869) fi. ; fein Sohn Hunrot Lu
874, worauf ihm fein Bruter Berengı
biefer wurde 8838 König von Italien,
währte ihm in feinen langen, unglüdlicen
gegen Amulf von Kärnten u. Gnite ı
leto einen fihern Zufluchtsort. Als ihn
Arnulf ans Stalien vertrieben balte, ſi
Walfred als Markgrafen von $. ein,
aber ſchon 896 u. als Berengar 597 Ital
eroberte, fette er Grimoald ale Marl;
F. ein. Da unter ben ſächſiſchen Kaiſern aı
von F. getrennt murbe u. bie Diarkgrafe
fidenzen mechfelten, fo belamen fie ibre 9
biefen Städten, fo bie Markgrafen von B
Agnileja, von Trevilo 2c., F. ſank zu e
ihaft herab u. blieb Reichſslebn, bie 1:
Konrad II. diefeibe dem Markgrafen ver
Poppo, fhentte, deſſen Nachfolger fie bi
faßen, wo die Venetianer %. eroberten m
Kaifer Marimilian I. eroberte es zwar ]
nahmen es die PVenetianer 1515 mie
öfterreihifhe F. (tie Grafſchaft
Gradisca) war fchon früber an IR
langt, indem tie Grafen von Görz, bei
bem Mittelalter gebörte, ausgeftorben w
venetianifche %. blieb, bie 1797 ke
kam dann mit diefem an Oſterreich, 1%
Königreich Italien, von bem es mit ein
des öſterreichiſchen F. das Departement
(53 OM., 290,000 Ew. Hauptftaht Uri
1809 fam der übrige Theil bes äfterre
ben illyxiſchen Provinzen. Beide kamen
ber an Ofterreich, befien Kaifer den Zit
309 u. das Mappen (einen gefrönter
blauem Felde) von F. fiihrt. Ein Theil
bört jetzt u Illyrien.
riaul, Herzog von $., ſ. Duroc.
iburgo, dentſche Colonie in der
ſchen Provinz Rio Grande do Sul (S
urſprünglich von Schweizern gegründet
Fribus (Frübns, Frühbuß), St
zirk Neudeck bes Kreiſes Eger (Böbme
liges Zinn-, jetzt Braunſteinbergwerk, £
pelei; 1400 Ew.
Fricandeau (fr., ſpr. Frikangdoh, Ki
Frikandong), man häutet eine Kalboekeu
det mehrere Stüde heraus, klopft viel
fein u. bratet fie mit Butter in einem C
braun. Zu der Sauce kommt Gewürz, fe
ausgemwäflerte Sarbellen u. Citronenich
Fricandelle (fr.), Buttergebadhnes
fleiſch Semmel, Sped u. dgl., ıneift in
ner Würſte.
Fricaſſee (ir.), 1) gedämpftes Fieiic
Kalbfleiſch, Hühnern, Tauben, wobei
mit etwas Salz u. ein Paar Zwiebel:
gekocht, heransgenommen u. in firiſch
gelegt wird, dann läßt man es darine
ſchneidet es in beliebige Stüden, tie
geſchmort, dann mir Fleiſchbrübe n. &
gedämpft werden. Die Dampibrühe m
mit einigen Cidottern, etmas Wein, 8
ed. Cifig abgerührt. Daher Aricafren. £
uatiſcher Tauz, eine burleste Banıcıma
Fricator bis Frietien
ver_ Leier, verfinnlicht Liebeserklärung, | * Idr.: Beicgreibung bes Münfters zu Ulm, Ulm
8:
t, Kampf, Beriöhnung.
br, fo v. w. Mops.
68, Rai, geb. 1779, trat 1800 in ben
3 taatsbienft u. wurde 1806 Afleffor.
Schlacht bei Jena trat er in Königeberg
aant in die Armee, ging nad Danzig,
ie Verteidigung von Fahrwaſſer über.
irde, u. flüchtete nach ber Sapitulation
ig nach Pillau. Nah dem Abichluß bes
xiebens verließ er den Militärbienft u.
erlanbesgerichtsrath in Königeberg. Im
813 trat er zum zweiten Male in Die Ar»
e Major im 1. oſtpreußiſchen Landwehr⸗
focht bei Dennewit u. eroberte am 19.
as Srimmaifhe Thor zu einig Nach
Gt bei Leipzig wurbe er nach Lftfriee-
en, um bort ein Regiment zu organi-
u Befehl deſſelben zu iibernebmen ; focht
wurde bald Darauf Oberftlieutenant u.
em Einzuge in Paris im Generalftabe
Rah dem Frieden ber Ablöjungscom-
B Rath beigegeben, fungirte er 1819 in
ganifirten rheinischen Reviſions⸗ u. Cal»
», erbielt 1830 feine ebrenvolle Entlaf-
bem Militärbienfte n. ft. ven 7. Novem-
n Berlin. Er ſchr.: Geſchichte der Blo⸗
Rüftrin 1813 u. 1814, 1854; Gejchichte
nungen u. Belagerungen Danzige, 1354;
bes Kriege in ben Sabre 1813 u. 14, u.
Bände einer preußiihen Militärgeſet⸗
u. eines preußiihen Militärſtrafrechto.
1) 3obann, geb. 1634, fludirte jeit
trasburg u. Tübingen Theologie, wurde
eflor ber Logik in Ulm, 1666 ‘Pfarrer ın
ı, 1668 Dielonus in Ulm, ſpäter Pre⸗
Künfter bajelbft., mo er aud 1689 ſt.;
srtbüümer Jacob Böhmes aus deſſen eig⸗
ten n ber Bibel widerlegt, Ulın 1680,
129; Philoſophiſch⸗theologiſche Bedenlen
mieten nebſt gründlicher Erweiſung, daß
ten der Strafe u. göttliche Vorzeichen
1681, 2. Aufl. 1687; Grüundliche Aus-
arum bie evangelilch-Tutheriiche Lehre ber
a a. römijch-fatboliiehen vorzuziehen fei;
2) Johann, Sohn bes Borigen, geb.
fm, findirte feit 1660 in Leipzig Theo⸗
a8 dann daſelbſt Collegia; 1698 wurde
stonus in Ilmenau, 1699 Blarrer in
01 Buebiger am Dlünfter zu Ulm, 1712
yer Theologie u. 1728 Senior bed geifl«
sifleriums u. Scholarch, er fl. 1739 n.
6 bie Geptuaginta u. das N. T., Ip}.
terpretationes in Morhotii Polyhi-
ros IV posteriorcs, ebd. 1699; Biblin
germanica, Ulm 1712, n. 9. ebd.
we große dentſche Ulmer Bibel, ebd. 1714,
cura ecclesine veteris circn canonem
srne. ebd. 1728; außerdem verfaßte F.
Schriften aus Anlaß eines tbeologiichen
in ben er mit bem helmſtädter Profeſſor
icius geratben war. 8) Glias, Bruter
ent, geb. 1673 in Ulm, ſtudirte jeit 1693
u. Jena Theologie, murde 1704 Pfarrer
en, 1708 in Bermaringen, 1712 Pre⸗
ünfer zu Ulm, 1729 Gymuaſialpro⸗
‚ 1739 Senior bes geiftlihen Miniſte⸗
cholaxch n. Yrotebiblisihelar u. R. 1751;
213
5. Aufl. ebb. 1777; Lehre vom heiligen
Abendinahl, ebd. 1725; Ulmifche Kirchenorbnung,
ebd. 1740; er gab aud heraus: V. L. v. Secken⸗
borfs Hiſtorie des Lutherihume, Lpz. 1714, u. mit
feinem Bruber: Schilters Thesaurus antiqui-
tatum Teutonicaram, Ulm 1728, 3 Bde. Fol.
Frickard (rider), geb. um 1429 in Brugg
im Yargau, wurde 1469 Stabtichreiber in Bern;
als bernerſcher Geſaudter war er 1476 auf bem
Großen Tage zu Freiburg in der Schweiz wegen
ber Kriedensunterhandlungen mit Savoyen u. &enf,
1498 auf dem Reichetage in Freiburg im Breiegan
der Streitigleiten nıit Marimilian 1. halber, 1499
auf bem Friedenscongreſſe in Baiel, auf bem ber
Sitpabentrieg beenbigt wurde; 1496 wurde er in
ben Rath in Vern aufgenomnen, 1532 quiefcirt
u. ft. 1519 in Brugg. fhr.: Belchreibung bes
Zmwingberrenftreite® im Jahre 1470 (zuerft in ber
Helvetiſchen Bibliothek, Zürih 1735, 3. Stüd),
n. A. von Sinanuel von Robt, Bern 1837.
ride, (Joh. Karl Beorg), geb. 1790 zu Braun»
ſchweig, fludirte in Göttingen u. Derlin Medicin,
wurde Vataillonsarzt bei der Hanſeatiſchen Legion
u. machte 1814 Den Keine mit; nachbem er bier»
auf kurze Zeit ale Oberflabsarzt in braunſchwei⸗
iſchen Dienften thätig geweſen war, ging er ale
rzt nach Hamburg; 1841 reifte er nah Stalien u.
ft. Ende deſſelben Jahres zu Neapel. Er ſchr.: Be⸗
richt Über eine Meile nah Holland ꝛc., Hanıb.
1826. (Holländisch Amfterb. 1827, franzöftich Bar.
1825); Annalen ber chirurgifchen Abtheilnng bes
allgemeinen Krankenhauſes zu Hamburg, Hamb.
1628 u. 1833; Die Bildung neuer Augenlider,
ebd. 1829 ; Geſchichtliche Darſiellung des Ausbrucht
der Afiatifchen Cholera in Hamburg, ebd. 1831.
Frickenhauſen, Martifleden am Main, im
Landgericht Ochfenfurt des baieriichen Kreifes Un⸗
teriranlen; Obſt⸗ u. Weinbuu, 1100 Em.
Frickenhofen, württembergiſches Pfarrborf im
Dberanite Gaildorf bes wüurtlembergiſchen Jaxrt⸗
treijes, 190 Einw.
Frickthal, Thal nach den Dörfern Uber- u.
Unter-$rid, jet in den Bezirk Yauffenburg bes
ſchweizeriſchen Canton Aarau, im ehemaligen Breit
gas, hatte 55 AM. u 19,500 Ew., theilte fich im
die Landichaften Möhlibach, $: u. bie Derridaft
taujenburg; war fehr alte efipung des Haufes
Habsburg, bis 1802 dflerreihifh, fam aber im
Frieden von Luneville an den Kanton Aarau. Vgl.
M. Lug, Das vorderöſterreichiſche F. in bifiorifi$
topographiſcher Hinficht, Baf. 1801.
Frietion (v. lat.), Reibung, der Wider
land, welchen fefte Körper bei Kae auf ob.
gegen einander leiften. Sie berubt grö tentheils
anf ber Ungleichheit der Oberfläche ber Körper,
indem bie hervorragenden Theile bes einen in
die Nertiefungen des andern ſich einienten u. dann
eutweder Die Erhabenheiten ber Mafle ihres Kör⸗
pers abgeriſſen werben müffen, ober ber eine Höre
per über die Unebenbeiten des andern en fi
hoben merben muß. Wo folche Erhabenheiten ficht»
lich wahruchnibar find, nennt man ben Körper
vaub; aber auch ber glatteſte Körper if dies nur
relativ ın. nur weniger raub. Ohne F. würte and
bei ber geringiten Senknng einer geraden Flache
ein Darauf liegeuder feiter Körper eben jo afgleitem,
ala trapfbar filifige Körper abflichen. Man une
714
ſcheitet nach ter Bewegung gleitende u. rollende
od. wälzende F. A, Die gleitende F. tritt ba
auf, wo der bewegte Körper parallel zu der Unter-
lage über diejelLe hinweggeſchoben wird. Hierbei
ift wieder eine F. der Rube u. F. der Bewegung zu
unterfcheiden. a) Für die. der Ru he ift die Größe
ber Kraft ein Maß, welche erforderlich ift, um den
rubenben Körper auf horizontaler Unterlage in Ber
wegung zu verfegen; für die lettere, um ihn im
gleihmiäßiger Bewegung zu erhalten. Um. bie
leitende F. ber Ruhe von Eichenholz auf Eichen-
Bots zu unterfuchen, legt man auf ein horizontales
eichnes Bret einen platten eichnen Klotz, an welchen
eine über eine Rolle geführte Schnur mit einer
Wagſchale fich befindet. Je ſchwerer der an ift,
befio mehr Gerichte muß man auf bie Wag⸗
ſchale legen, um ihn in Bewegung zu feen ; allein
das Verhältniß zwiichen biefen Gewichten u. dem
Gewichte bes Klotzes wird ein unveränderlides
fein, u. man nennt e8 ben Reibungscoeffici-
enten (Brictionscoeffictenten) für Eichen auf Eichen.
Er beträgt bei paralleler Yage ber Holzfafer 0,218,
bei gekreuzter Lage 0,273. Für Eifen auf Eijen ift
er 0,877, für Eiſen auf Kupfer 0,170, für Kiefern
auf Kiefern 0,562. Die Größe ber reibenden Fläche
ift, in fo fern man dabei von ber immer nur jebr
unbebentenden Adbäfion abfieht, ohne Einfluß, jo
daß, wenn berfeibe Eichenklotg Seitenflächen von
ungleicher Größe bat, ein gleiches Gemicht zur
Ueberwinbung der Reibung erforderlich ift, auf wel⸗
her Seite auch ber Klotz aufliegen möge. liber-
dieß bat fich gezeigt, ba die Reibung ber Ruhe mit
ber Dauer ber Berührung im Allgemeinen wächſt,
nad) gewiffer Zeit aber einen höchſten Werth er-
langt. Dieier Werth wird bei Metall auf Dietall
faſt augenblidlich, bei de auf Holz nach einigen
“ Minuten, bei Holz auf Metall erft nach einigen
Tagen erreiht. p Die 5.der Bewegung ift bei
Hölzern etwas Heiner ale die F. ber Ruhe, bei den
Metallen bagegen ebenfo groß. Sie ift, jo lange
fi Die Körper ohne Schmiere übereinander beme-
en, von der Größe ber Geſchwindigkeit unab-
Bängig; unter Anwendung von Schmiere fommt
allerdings die Adhäſion mit in Betracht, u. dann
wächſt die F. mit der Geſchwindigkeit. leitende
5 findet unter andern andy bei der Drehung von
apfen in ihren Pfannen, von Wagenachien inibren
Unterlagen flatt. Sie läßt fich weſentlich vermin-
dern, indem man durch eine zwedmäßige Schmiere
Die Unebenheiten ber ſich berührenben Körper aus⸗
fünt; für Metall it OT, für Hölzer Talg das beſte
Schmiermittel. BB Wälzende%. findet dann ftatt,
wenn ein cylindrifcher od. fugelförmiger Körper iiber
bie Unterlage hinwegrollt. Da hierbei Der jchmere
Körper nicht um bie ganze Höhe der Unebenheiten
gehoben werben muß, fonbern er ſich vielmehr um
die Spitzen berjelben brebt u. dabei ber Schwer⸗
punft bes bemegten Körpers nur jehr wenig fteigt,.
u. zwar um fo weniger, je größer ber Halbmeſſer
bes fi wälzenden Körpers ift, jo ift die wälzende
8. immer weit Heiner als bie gleitenbe, überhaupt
aber dem Halbmefier des rollenden Körpers umge-
fehrt proportional, überdieß wie bei ber gleitenben
Laft deſſetben birect proportional. Legt man eine
zu bewegende Laſt in cinen Wagen, fo ift die wäl⸗
zeude F. am Umfange ber Räder fo gering, daß fie
bei Berehnungen faft vernachläffigt werden kann;
es kommt dann nur bie gleitende F. in Betracht,
Frietion bie Friderieia
welche die Achſen der Räber in ihrem La
u. dieſe kann durch Anuwendung von
Glättung der Oberflächen ungemein
werden. Auch iſt dann ber Wiberſtan
auf dem kurzen Wege bes Umfango der!
winden, während bie Laſt um eine (
dem Umfange des Wagenrates fertg
Soll, wie bei manchen phufitalifchen X
Reibung bes Zapfens im Zapfenlager
vermindert werben, fo bedient man
tionsrollen. Man legt nämlich bie Ad
nicht in ein fefte® Lager, fonbern auf j
theilweife übereinander greifente X
durch die Umdrehung des Rades ſelbf
verſeyt werben, fo baß bie F. auf tie «
diefer Rollen ſtattfindende zurüdgefii
Bolllommenfte in Betreff der uͤberri
bat aber Repſold an Beſſelé Penbı
leiftet. Ein Stahlcylinder füllt fehr
Hillie von Glodenmetall aus, welche,
Eplinber ein wenig gehoben mirb, vo
bicht verihloffen werben fann, fo da
Eplinber ohne wirkliche Berührung ber
auf ben comprimirten Lufttheilchen
ift nicht bloß ale ein Hinderniß de
ſchädlich, fie ft in ungleich höherem @
Dbne fie würben alle Körper bei b
Neigung ber Unterlage berabgleiten,
nicht geben u. ftehen Tönen, würde
Händen entgleiten, wie ein Aal .
foınmt bie F. beim Gebraud ter La
Anwendung, bean ba bier bie Kra
Directe Sugtraft ift, fondern nur ı
bung der Räder bewirkt, jo kommt
an, daß bie gleitende F., welche
fen ber Treibräber auf den Schier
würde, größer ift als bie Summe ber
welche beim Kortrollen bes übrigen
zu überwinden find. Daber muß te
cin bedeutendes Gewicht gegeben m
miülffen nicht allein ftärlere, ſondern«
Pocomotiven angewendet werben, wen
rer Zug gezogen, oder eine größere S
wunden werben fol. Sine andere Ar
. ift das Bremsdynamometer cr.
Zaun, welcher Dazu dient, um bie!
Maſchine zu befimmen. Die F. ma
als Wärme erzeugenbes Princip mid
Erzeugung der Elektricität, in organi
aber zu Erhöhung der Tebensthätigte
bef. in thieriſhen Organiamen an C
Senfikilität u. Irritabilität, meebal
Krantheits- u. Schwächezuſtänden ei
famften Erregungsmittel ift (1. Reibe:
fitatifhen Gelege ber F. find keionte
lonıb u. von Morin fubirt morden:
defien fie fich bebienten, heißt Tribe:
tiondmefler, Frietionsmaſchine).
Brietiondfeuerzcug, jo v. m. Sm
ſ. u. Feuerzeug.
Frictionsräder (Brictionsicheiben
u. Maſchinen Heine Scheiben od. Kin
Beripberie man die Zapfen einer We
dadurch die Friction zu minbern.
Frictorium (rõm. Ant.), Gemad
mo bie Betenden gerieben wurten.
Beben fo v. w. Friedau.
ridericia (FE. MMart.), Pflaayen
Fridericia bie Friedberg
| fetöR in ber Landſchaft Tüchtiges leiſtete, ging
tBignoniaceae-Eccremocarpeas,
Orb. L.; Arten: F. Guilielma,
in Braftlien.
ı (Briedrihsohbbe), Stadt im
9 daniſchen Stifte Ribe, am Anfang
Belts; ſchwache Feſtung, Zollfätte,
baut Tabak; 4100 Ew. Leberfahrt
erbaut durch Friebrich III. feit 1650
befefligt, wurbe vor Vollendung
57 bur
Sturm genommen; bie gefchleiften
n er 1709 m. 1710 in vollen Ber-
Rand verjettt werden. Am 3. Mai
sah ber Schlacht von Schleswig bie
Sruppen in J ein u. beſtanden am
. einen Artillerielampf gegen 6 dä⸗
enboste. Später mwieber in bäni-
jelangt, wurbe F. durch bie ſchles⸗
he Armee nah den glüdlichen Ge⸗
mb88 u. Taulowlirde am 8. Mai
loffen u. die Belagerung begonnen.
— unternahmen am 6. Juli
Husfall u. udthigten bie ſchleswig⸗
rmee nach langem biutigem Kampfe
änae authenticae, ſ. n. Corpus
ıs (lat), latinifirtee Name für
‚ 1) gothifcher König u. Heid aus ber
Furſt der Therwinger, |. Gothen.
‚, Königin der Marlomannen; zum
— ſchicte fie Geſchenle an bie
ai u. bat den St. her fe
n. Dieſer ſchrieb einen Brief in ber
Retehismus an fie u. ermahnte fie,
{ zu überreben, mit ben Römern
alten. Gie bewirkte biejes u. kam
tailandb, fand jedoch St. Ambrofius
t, Stabt an der Donau im Oberamte
es wärttembergiihen Schwarzwald»
Ew. Dabei die v. Enzbergiiche Burg
. (vormals Hohenberg) machte ſich als
telafter berühmt u. hatte jeine eigenen
8 1444 an Württemberg fam.
Bridien), 3 däniſche Könige aus ber
Skioldungr, der Sagenzeit angebörig,
xt (Geld).
‚1)fo v. w. Friedrich. 2) St. 2
m unter König Chlodwig I. od. II.,
. 1. Jahrh., als Apoftel aus Schott
allien, wo er angeblich in Poitiere
ter des St. Hilarius wurbe, ging
ufrafien, ſoll auch nah Rhätien u.
— fein u. in Glarus einen
At haben, weshalb er Patron des
ur iſt u. im beflen Wappen ficht,
ann am Rhein, wo er auf einer
oiſchen — u. Rheinfelden ein
zu Ehren des St. Hilarius ftiftete,
fpäter das Rheinftiit Sädingen ent-
5 6. Novbr. in unbelanntem Jahr.
einrich Jalob, geb. 1502 in Landau,
ıchener Alabemie unter Langer, jpäter
ius zum Maler gebildet, wählte das
& zum Sauptgebiete feiner Schöpfun-
‚ er au im Portrait, im Genre u.
ein fchwebifches Heer unter | &
219
1834 nad Rom u. von bort nach Neapel, lehrte
1837 in feine Heimath zurüd u. fießelte 1542 nach
München über. Ben feinen zahlreichen Bildern,
welche fich ſchnell Die Gunſt der Kunftfreunte er-
worben, find zu nennen: Ritter Zoggenburg; ein
verwundeter Ritter von einem Knappen gepflegt;
eine Jagdgeſellſchaft vor dem Schloſſe Zriiele;
a dien Hohenſchwangau; Kloflergang von 8.
ioloſtica
Friedau, 1) Schloß u. Dorf im Bezirk St.
Polten des Kreifes Ofterreich unter ber Enns; Kate
tunfabrit, Eifenwaarenfabrif, Eiſenhũtte, Kupfer⸗
hammer; 2) Stabt an ber Drau im fieyeriichen
Kreile Marburg; 750 Ew.
Friedberg, 1) Stabt am Schlippenbach im Be-
zirk Freiwaldau (öflerreihiih Echlefien), wit
Schloß, Flahebau, Spinnerei; 930 Ew. Am 24.
Juni 1848 u. 7. Auguft 1856 Beuersbrünfte. 2)
Stadt an der Pinla im Kreife Gray (Steyermarf);
Glashütte; 700 Ew.; 3) (Frimburt), Stabt
an der Moldau, im Bezirk Hchenfurt des Kreifes
Budweis (Böhmen) ; Yinnenfabrilation;, 950 Ew.;
4) (Briebberg-@eer), früher gräflich Truchſeſſiſches,
feit 1786 fürftlih Thurn- u. Taxiſches Amt u.
Stanbesherrichaft in Oberamt Saulgau bes würt⸗
tembergiichen Donaufreiles; 3 OM., 3900 Ew.;
vergrößert 1802; die Hauptftatt Scheer bat jebt
1050 Ew. 5) — im baieriſchen Kreiſe
Oberbaiern; 64 QM., 18,500 Ew.; rechte vom
Lech; 6) Hauptſtadt darin, an der Ah; Schloß,
Uhrmacherei, Baubmweberei, Hopfenbau; 2100 Ew.;
bier im Gramzöfiligen Nevolutionstrieg 1796 Ge⸗
ſecht zwiſchen den Oſſerreichern unter Latour n. den
Frangoſen unter Morcau. 7) Kreis in ber großher⸗
Joglich beifiihen Provinz, Oberheſſen; 40,000 Ew.;
8) Kreisfiabt barin, in ber Wetterau, an dem Us⸗
bad), beitebt aus ber eigentlihen Stabt mit ber
Ujer-Borftabt u. ber Burg (Burgfriebberg),
weſche bi® 1837 ymwei beiondere Gemeinheiten
bildeten; ehemaliges Burggraviat, jet großher-
zogliches Schloß; evangeliiches Prediger. u. Schul⸗
lehrerjeminarium, Taubftummenanftalt (für Bro
teftanten), Blinvenanftalt, mancherlei Gewerbe;
5200 Ew. — 1217 geſchieht des Burggrafen vom
. al8 zweiten laijerliden Beamten ber Wetterau
rwähnung, u. au von Burgniannen u. Bür-
gern ift Die Rebe. 1226 trat e8 mit 6 anberen
täbten in einen Bund gegen das Erzftift Mainz,
a. 1255 in ben großen Rheiniichen Stäbtebund.
Zwiſchen ber Burg, welche unter 1 Burggraf u.
12 Br ftand u. die aus 12 Ortichaflen
befiebende Grafſchaft Kuichen ac. beſaß, u. ber
Stadt waren oft Streitigkeiten, bie bis in bie
neuere Zeit faR immer zum Nachtbeil ber letzteren
fortbasserten. Auch verlor diefe im 14. Jahrh. ihre
font wichtige Meile an Fraukfurt. Die Stadt F.
fam 1802 an Heſſen⸗Darmſtadt, bie Burg 1806
unter heſſiſche Hoheit, wurde aber nebſt ber Graf⸗
ſchaft Kaichen erſt 1817 ein integrivender Theil bes
Broßherzogtgums, Bei F. 1762 Sieg der Frans
zolen über die alliirte An u. am 10. Juli 1796
Gefecht zwiſchen den Ofterreihern unter Graf
Wartensleben u. ben fiegreihen Franzoſen unter
Jourdan. Bgl. I.Molther, Rudimenta chrono-
logine imperialis civitatis Fridbergensis (bis
1634); fr. 8. Mader, Nachrichten von ber kaiſer⸗
fichen Raheburg E., 1766—74, 3 Th; Ph. Diele
716
fenbach, Beichichte der Stadt u. Burg %. in ber
Wetterau, Darmft. 1857.
Friede, 1) Zuftand der Ruhe u. bes Hechts
zwilgen Staaten, dem Krieg entgegengeleßt. Je⸗
der gefchlofiene %. wird auf immer (Ewiger F.)
angenommen; ein blos auf eine gewiffe Zeit ge⸗
Schloffener F. iſ Waffenftillland (Zeit⸗F.).
Menſchliche Schwächen u. Leidenſchaften u. die ver⸗
ſchiedenen Anſichten über verſchiedene Verhältniſſe
(3. B. Religion, Staatsverfafſungen) haben aber
bis jetzt leinen wahrhaft ewigen Keen u Stande
tommen laſſen, u. ſchwerlich ift derſelbe je zu
hoffen, fo wünſchenswerth er auch zu allen Zeiten
geihienen hat. Die Idee eines allgemeinen u. ewi⸗
gen Friedens, mit ber fich die Politik ebenjo, wie
tie Poeſie u. Philofophie vielfach befchäftigt Bat,
ſtoht in der genaueften Berbiubung mit der ethiſchen
Anficht über ben Krieg. Wie fchon in ber heidni⸗
{den Zeit der Krieg als ein zufälliges u. darum
binmegzuräumendes Übel angejeben murbe, wes⸗
halb die griechiſchen u. römifchen Dichter einen un⸗
geftörten Kriebenszuftend ale ein Merkmal des
goldenen Zeitalters binftellen, u. wie bie alttefta-
wmentliche Poefie das Meffiasreich als eine Zeit
beichreibt, wo man bie Schwerter in Pflugfchaaren
1. Die Speere in Sicheln verwandeln merbe, jo hat
die ältere chriſtliche Kirche (3. B. Tertullian, Cy⸗
prian, Origenes u. X.) mit Rigorifität jeden Krieg
als unrechtinäßig verivorfen, u. es find ihr eigene
Secten, 3. B. die Onäler, Mennoniten u. a., bei⸗
getreten, während bie neuere chriftliche Moral zwar
gegen die Vertilgungs-, Beſtrafunge⸗ u. Erobe-
rungstriege ſich erflärt, dagegen ben Vertheidi⸗
gungstrieg mit reinen Begriffen des Rechts für
vereinbar hält, obſchon fie mit firengeren Mora⸗
diften, wie Et. Pierre, Rouſſeau, Kant u. Anderen,
auch deſſen Bejeitigung für wünſchenswerth erach⸗
tet. Als Mittel, durch Entfernung des Krieges ei⸗
nen ewigen Frieden herbeizuführen, hat man in
Vorſchlag gebracht: zunächft die Vereinigung aller
Völler in ein Weltreich, wie ſie 8. Heinrich IV.
von Frankreich in ten beabfidtigten chriſtlichen
Staatenbunde zu verwirklichen ſuchte, um dadurch
tie widerſtreitenden Intereſſen der Völker zu been⸗
digen, cd. eine fo entſchiedene Trennung der Natio⸗
nen, daß damit jede Differenz verhüter würte; fer-
ner bie Unterwerfung ber Völker unter eine höhere,
ibre Streitigkeiten ſchlichtende Auctorität, Die ‚ale
Weltgericht, wie vormals die Amphiktyonen im äl-
teften Griechenland, die Nitterbünbe im Mittelalter
u. ähnliche Bünde, ein fchretarichterliches Amt be⸗
Deibete, eine Ibee, die von Leibnitz, Kant, Kichte,
Zachariä, Kraufe, St. Pierre u. A. vertreten
wurde; endlich ten Sieg der Gerechtigleit u. der
Friedensliebe über Die Seltitiucht, der theils durch
Tas volifläntig realifirte Syſtem des Gleichgewichts
ver Macht, tbeils durch eine erhöhte fittliche Voll⸗
tommenbeit des Men'chengeſchlechte berbeigeführt
werben köunte. Danun alle dieſe Mittel fh als
unzureichend zur Entfernung der Urſachen des
Krieges gezeigt baben, u. da aud in ten Beſtim⸗
mungen der Deiligen Allianz, wonach bie Vorſchrif⸗
sen der Gerechtigleit, der chriftlichen Liebe n. des
Frieren® ale Xichtichnur für die contrabirenten
Regierungen gelten iellen, feine Gewähr filr einen
ewigen Frieden liegt; jo bat in nmeucher Zeit
iation diefe Idee in die Hand genen
unter Hervorhebung ber religidjeun u
|
Driede
ſtaatskonomiſchen Rüdfichten die Baı
berjelben angefrebt. Der Gebanle an
haft zur Herbeiführung eines em
(Briedenögefellihatt) ermadte ;
amerila, wo ber Urfprung ber Fi
[&aften bie 1815 auräd et; er Y
religiöfe Secten, bei. Die DOnäter, u
durch Elihu Burritt (f. d.) gefürke
ſich bald den Weg nach England, we
dergleichen Geſellſchaften vorlommen.
princip der Friedenegeſellſchaft mer
Aufruf zu den Waffen zur Schlichtun
Streitigleiten zwifchen ben Nationen
barifher Gebrauch, ber von Religisn
Gerechtigkeit, Humanität u. den In
Völker eine ‚inftimmige Bermerfung
hat. Nachdem bie Vereine 1843 eine
funft in London gehalten u. bier beſchl
in einer, fpäter an 54 Regierungen
Zuſchrift die Bitte anezufprecdhen, jeden
in feinen Berträgen durch eine Clauſel
ten, bei eintretenden Streitigleiten &
telung befreundeter Mächte ſich zu
worauf ihre Deputationen bei Köri
von Belgien u. bei König Ludwig
Frankreich freunblicdes Gehör erhielten
erfte eigentliche Zrtedenscongref 1548
ftatt. Verden Berhanblungen lammana
Idee einer jhiederichterlichen Entſchei
durch teren Ausſpruch bie Streitigte
Böllern geichlichtet werben follten, u
Aufrihtung eines allgemeinen Gef
darnach die Verbältniffe ber Nationen
zu ordnen. Doch wurden gegen tiefe ®
von einem Spanier Ramon be la Eayı
Bedenken erhoben. Der zweite Rn
wurde vom 22.618 25. Aug. 1949 N
Die Säge bes vorgelegten Pregrammı
gefnüpften Debatten bezogen ſich w
ihiersrichterlihe Gnticheibung ver
Streitigkeiten, auf eine ven Regierun
zu empfeblende u. gleichzeitig zu ber
mafinung, auf einen Völkercongreß
ber internationalen Berbältniffe u. zuı
eines Schiedsgericht®, auf Befordern
densibee durch den Unterricht, durch
feit, Durch bie Breffe u. durch Inſtit
einen friedlihen Berlebr unter ben
mitteln c. Dan bob Lie Nachtheile
nicht blos mehr vom fittlichen, fente
ftaatsölonomiihen Stantpunlte bereo
welche das Militärweſen in Europa
wurden zu jährlich 1400 Millionen x:
repäiichen Staaten ob. ein Viertheil de
Staatseinnahme berechnet, u. von en
gliedern wurde auf ten von Jahr zu.
gernten Aufwant auf bie Seemacht bir
bei gleicher Bregreflion in Der nüchtern,
mehr zu befchafen fein würde. Wei lı
lecn wurde eine Deputation bes Feer
fonımerb aufigenemmen. Der krit!
cengreß verjammelte fi 12. Aug. 185
furt a. M. Unter den Anmelenten
auch ein Indianerbäuptling von dem
Ugibway in Nortamerifz, der am 2
Vortrags dem Präitenten eine Frieder
reichte. Das von einem Aneſchoß az’
granım enihielt in AZgemeinen td:
Friede
als leitend betrachtet worben wa-
rhandlungen bes dritten allgemei-
reſſes zu Frantfurt a. M, Frankf.
te Friedenscongreß, bei Gelegen⸗
Induſtrieausſtellung in England,
1851 in London zuſammen m.
h, unter Andern auch von 15 De⸗
fer Arbeiter beſucht. Nach erfolg⸗
tung von Creuznach aus Frank⸗
jährige Frankfurter Berfammlun
eſchlüſſe einftinmig gefaßt, *
‚er Diener der Kirche, aller Erzie⸗
iter an ber Preſſe ſei, ihren Ein⸗
ung ber Orundſätze des Friedent
ber falihen Vorausieung über
iſſenſchaft u. Thatſachen geltend
an, daß es Pflicht der Regierungen
igleiten ftatt durch das Schwert,
jericht entſcheiden zu laſſen od. ſich
iche Weije zu verfläntigen, u. daß
e zum allnemeinen Bewußtſein ber
verben müſſe. Die jpätern Verſuche
inde, dein Krimlriege Einhalt zu
‚iglos. Der in der Pfalz 1853 ge-
Overein, Frieden zwiſchen allen Re⸗
effionen zu fliften u. die lörperliche
ung ber Dienjchen zu fördern, wurde
in Landau polizeilich aufgelöft. Ein
rein für die allgemeine Friedendidee
Rivenblattgeſellſchaft, eine
it ins Leben gerufene Bereinigung
Jungfrauen, deren Aufgabe haupt⸗
Rand, die Idee des Friedens in ih⸗
h ort u. Schrift zu verbreiten.
entrichteten einen Jahresbeitrag u.
re Olivenblätter, eine von Burrit
geiorift, die das Schäbliche bes
ohlthuende des Friedens zur An⸗
tfollte. Die erfien derartigen Geſell⸗
en in England (Olife leaf Socie-
merita (Bund of Brotherhood)
ſich von da nad) Holland, Belgien
Wirft man einen Blick auf bie Be⸗
Trietensfreunde u. auf die gemon-
‚ fo ergibt fi allertinge, dag man
übungen der Verwirklihung bes
3 nicht näher gerückt ift, wenn auch
d nicht unwichtig ift, Daß man bie
ung theil® dur die Schilderung
eit des Kriege, theils durch die fla-
agen auf biefen Gegenſtand hinge⸗
man längere Zeit wenig od. gar
mieit gewibmer hatte. Auf der an
man freilich dabei die Schwierig⸗
Realifirung aufs Neue ertannt u.
Einfegung eines Echietegerichte
für wirkſam erachten können, je
ür daffelbe eine executive Macht
e nöthigenfalle ven Krieten durch
weiführte, fo daß fih bie Anficht
Moral immer wieter in ben
rängt, wonach ber ewige Friede
dezn ben Chimären beigezählt wer-
bei dem Auftande ber geringeren
‚nieres Geſchlechtes ſchwer auslühr-
riedendichluß, Briedenövertrag), ber
welchen der Zuftaud des Krieges
siegführenden Mächten beeubet u.
217
ter F. wieber irb. weil
* uk bare * —E er —Se—
iation, Sriedendvermittelung), welche
nur mit UÜUbereinſtimmung ber ſtreitenden Theile
geſchehen kann. &6 wird Keine ein zu ben Un⸗
terhanblungen günftiger Ort beflimmt, wo bie Ge⸗
fanbten zufammen kommen (Briebentcongreh, Brie-
dendrath). Zuerft lonımen in ben Sriebensconferen-
zen die Punkte zur Sprache, über die man ftreitig
ift u. Über die man fich vereinigen will (Briebend-
unterbandfungen). Iſt ein Theil burch die Kriege»
ereigniſſe ſehr im Vortheil, jo verlangt er, wenn
ihm nicht Großmuth od. Rüdfihten auf einen 3.
Etaat andere Maßregeln gebieten, von dem untere
liegenden Theil Gebietsabtretungen , oft unter dem
Titel von Entſchädigung für die Kriegekoften.
Meift vereinigt man fich zuerft über bie Haupt⸗
unfte bes -n6vertrage (Briebenspräliminarien.
Pet dieſelben auch wohl in Form einer Punc⸗
tation auf u. läßt ſie auch wohl von den zur
en des Fens Abgelandten unterzeichnen.
In befonderen wichtigen Yällen, bei Beendigung
von Kriegen, wobei viele Staaten interelfirt find,
werben diefe $-nspräliminarien zu einem eigenen
Bräliminarfrieden (wie der von Campo
Formio 1797) anegebehnt, u. biefer von den Be⸗
vollmächtigten der Triegführenden Staaten unter⸗
zeichnet. Ein folder Präliminar⸗F. hanbelt nur
von den wichtigfien Punkten, während das Detail
des ns in einem auf jenen folgenden Defint-
tipfrieden (wie ber von Luneville) beflimnt
wird. Bon Yenspräliminarien u. von Prälimi-
narfrieben verſchieden wirb noch oft vor dem Be⸗
ginnen der Unterhanblungen eine Bräliminare
convention, d. h. eine vorläufige Übereinkunft
über einen Punbkt geichlofien, ohne befien Zugeſte⸗
bung ſich ein Theil durchaus in feine Unterhande
lungen einlafien will. Das Friedensinftrument, wel»
des von den Geſandten zur Abichliegung des -n&
unterzeichnet, von den Häuptern ber betreffenden
Etaaten genehmigt u. nunterſchriftlich vollzogen
wird (Sriedendratification), beginnt gewöhnlich mit
Anrufung Gottes; darauf erfolgt die Veranlaſſung
zum Vertrage, dann bie Namen der Geſandten u.
Erwähnung ihrer Vollmachten; dann kommen die
Hauptbeſlimmungen, daß künftig F. zwiſchen bei
betreffenden Staaten fein ſolle, über Auswechſelung
ber Gefangenen, Ammneflie xc., u. hierauf folgen bie
eigentlichen Sriedensertifel, worin meift feftgefetst
wird, meiches die fünftigen Grenzen ber Staaten
u. ihre fonftigen Rechtöverbältniffe fein follen. Ort,
Datum u. bie linterfchriiten beſchließen tiefe Ur-
funde (Briedensintrumen). Sonſt war iiber ben
Borrang ber Unterfchrift manche Streitigleit; jest
bilft man ſich dadurch, daß in jebem Inſtrument,
weiches der andere Theil erhält, deſſen Name
obenan ftebt, od. Daß man Reverfe außftellt, worin
gelagt iſt, daß künftig der gegenmärtige Aull nicht
ale Regel gelten fol. Neuerdings unterzeichnen
die Grogmächte nach bein Alphabet der Namen in
frangöfiiher Sprade, obue einen Unterſchied zu
machen zwifchen Kaiſer, König ac., wobei jebod In
tem, jeber Bartei verbleibenten Inftrument ber
Name dieſer obenan ſteht. Angehängt find oft noch
eheime Artikel, die nicht, cd. wenigſiens nicht
—3 ur Öffentlichen Kenntnig formen. rüber
waren alle Friebensinftrumente lateiniſch verfaßt,
feit 1737 werben aber alle, feit 1614 bie meiflen
"Friedenöberg bie Friedensrichter
Tamalbulenferffofter im Kreife | Stellung einnehmen. Der Name (engl. Jurtices
ı Stattbalterfhaft Wilna; an⸗
:ifiopb Graf Pac.
(Kirhm.), |. Literae paeis.
1) (Ningpo), einft däniſches,
‚bie öſtlichſte europäiſche Bes
füne in Weſtafrika; 8) (Bree-
recht, |. d.; 8) jo v. m. Fre⸗
ſP. 1) ſ. n. Friebe 2); 8) (Arte
ngreß der Freunde bes
ttfriedens), ſ. u. Friede 1).
liches u. Volksfeft, zur eier
B angeorbnet.
f. u. Flagge.
Pesce River, fpr. Pies
Indianern Unjigah genannt,
:hiet der Huoſonobaicompagnie
en⸗Caledonien (Britiih Nord⸗
t im Weſten der Rocky⸗Moun⸗
dieſelben in der Rochy⸗Moun⸗
t nordeſtlich u. mündet in den
uß des Athabasca⸗Sees; wird
t fleinen Reoten (Canote) be⸗
Laufe iſt die Schifffahrt durch
indert.
e, ſ. u. Friede 2).
(Principe de la Pac),
iſcher Deintfter, die einen Frie⸗
1, dielelben erhielten u. A. Don
zuuel Godoy, f. 6.
, |. unt. Frietensrichter.
n —5 — Eirene [Irene],
je Gottheit, abgebildet mit Of,
any n. eiienfofem Spieß, auch
des Plutus (Neichthbums) auf
Auf ihren Altar durfte nie
t, Die den ſchlefiſchen Städten
"u Glogau 1653 vom Kaifer
antiihen Kirchen, f. u. Schle-
Isculum pacis), ein Stüd der
ırgie, daß fih nach Beendigung
m. des Abendmabls (f. d.) Die
ben Geſchlechts küßten. Spä⸗
sen größer wurden, wurde der
igen abgeſchafft, u. man reichte
Communion ein Bild des Ge⸗
velches alle küßten (Oscula-
ibſel dieſer Sitte iſt der in ber
tch übliche Oſterkuß u. ber
neinben vor u. nach dem Abenb-
(Kirchw), f. Libelli pacis.
(Ealumet), bei den Nord»
untverzierte hölzerne Tabaks⸗
lang, die bei Friedensunter—
führer mit einigen Zügen an—
Abgeſandten, jo wie anteren
yrtramchen reicht.
8, Friedensfchilling, fo v. w.
‚ vichterliche Beamte nieberer
tetionen jedech in den einzelnen
ieden beftimmt find. Der lir-
Id des Inſtituted ift A)in@ng-
vo bie F. eine ſehr angelehene
of the peace, lat. Conservator paeis) findet fidh
bier ſchon im Anfang dee 13. Jahrb.; doch erſcheinen
fie in diefer Zeit bei der großen Macht, melde Die
freien Barone ausübten, als Berfonen von minde⸗
rem Sinfluffe. Eine größere Betentung erbielten fle
erft unter Ednard III., unter befien Regierung
(def. 1327 u. 1328) fie an Stelle der fett 1275 be»
flandenen auferorbentlihen Eriminalcommiffionen
geieit n. mit ausgebehnten Rechten begabt wurden.
ah der heutigen Verfaflung find bie F. theile
richterliche, theils Bermaltungsbeamte, aber mit
Ansnahme der Londoner %. ohne alle Beſoldung,
rıden ſelbſt Die Gebühren den Schreibern (Clercz
ofthe peace) überlaffen zu werden pflegen. Jeber
Engländer kann durch den Yorblieutenant ber Graf⸗
haft dem König die Beftellung ale F. nachfuchen,
wenn er nur eines guten Rufes genießt u. nach⸗
mweift, baß er entweder ein Grundbeſihthum von
100 Pfund Sterling reine Einkünfte eigenthümlich
febenslänglich od. in 20jähriger Pachtung befitst,
oder 300 Pfund Sterling Renten genießt. In je
ber Grafichaft befteht als Bereinigung ber %. eine
Friedenseommiſſion (Commilfien bes Köonigfrie⸗
bene), in welche die Gintragung geſchieht. Da
bie Zahl der Einzutragenden nicht durch ein Geſetz
beftimmt iſt u. in Der Regel das Bebärfuiß überfteigt,
jo tbeilen ſich die F. in active u. nicht active; bie
bie Zahl der Erfieren beträgt in England aflein
ungefähr 4000. Der Seichäftstreis des englifchen
3-8 umfaßt namentlih tie Handhabung der ge-
richtlichen, Gemerbe - u. Sittenpolizei, Die Gerichts»
barkeit iiber Die bei Erhebung ber öffentlichen Ab⸗
aben entſtehenden Sontraventionen, die Mitwir-
ung bei gemwiffen militärifhen Angelegenheiten,
3. B. Vereitung ber Soldaten, Belorgung ber
Einguartierung 2c., Die gefammte Bermaltung bes
Grafſchaftsvermögens n. auch eine bejchränfte Ge⸗
richtsbarteit in Civilſachen. Ju fetter Beziebung
bat der %. bef. über Dienft- u. Gewerbeftreitigfeiten,
Ehrenträntungen, Befipftörungen, Alimentations-
ſachen ꝛc. zu ertennen. Die Geſchäfte werben theils
allein, theils in einer Heinen Seſſion (Petty session),
theile in einer großen Vierteljahrsverſammlung
ſämmtlicher F. des Bezirkes ((seneral quarter
session) beiorgt. Allein handelt der F. bei allen
rein polizeilihen u. adminiſtrativen Angelegen-
heiten, fo mie in Unterſuchungeſachen; eine Petty
session bon 2 od. mehreren Fen wird erforderlich
bei Aburtheilung civil» ob. firafrechtlicher fälle;
in den großen Bierteljahrsnerfanmlungen wird
über alle eigentlichen Zuchtpolizeiſachen (Misde-
meanours). über die wider Die Urtheile der einzelnen
F. u. der Heinen friebensrichterlihen Berſamm⸗
Inngen eingelegten Berufungen, ingleihen über
fothe abminiftrative Angelegenbeiten entſchieden,
welche die ganze Grafſchaft angehen. Während fo«
nach in England das Amt tes %-8 ein reines Ehren»
amt für unmittelbar aus ben Volk bersorgebende
Männer ift, ift dieſer Charakter bei ver Nachahmung
tes Inftitutes B) in Frankreich gänzlich verloren
genangen. Der franzdfiiche $. (Juge de paix) iſt
im Gegenſatz bes englifchen nur ein ſparſam befol-
deter, richterlicher Subalternbeamter, bie unterfte
Stufe ber ricbterliben Dienſthierarchie. Die F.
wurden in Frankreich durch Geſetz vom 24. Ang.
1790 eingefübrt u. ſollten allerdings ter Idee nach
durch freie Wahl aus dem Bolt mit dem Berufe
718
Friebensinfirumente frauzbſiſch verfaßt, hierbei je-
doch Anfangs bei Fen mit Frankreich meift ein be⸗
fonderer Artitel angehängt, worin beflimmt tft, daß
Dies nicht als Regel gelten Tolle. Zumeilen tritt eine
nentrale Macht ale Briedenögarant ein, d. h. bie-
jelbe verfpricht, im Fall die Briebensbedingungen
nicht erfiillt werben, dem verleisten Theil zn Ge⸗
währung berfelben zu verhelfen (vgl. u. Garantie).
Die mit mehr od. weniger Feierlichkeiten verbun⸗
dene Friedenspublication ſchließt das Friedendgeſchäft.
Die einzelnen Zen ſ. unter den Namen bes Orts,
wo fie geichloffen wurben, od. unter ihren ander⸗
weitigen Namen, 3. 8. unter Byrenäiicher Friede.
Dem Deutihen Bunde gebührt ale einer unab-
bängigen Geſammtheit auch das Recht des Feno,
d. b. Friedensverträge mit auswärtigen Staaten
zu fchließen. Dagegen barf fein Mitglied derſel⸗
ben, nach einmal erfiärtem Bundeskriege, einfeitig
Verbantlungen mit bem Feinde anfnfipfen, ob.
Berträge u. Ben fließen (f. Deutſcher Bund).
Bei den Alten ging ber Friedensſchluß mit be-
jonteren $eierlichleiten vor. Man gab fih ven
Handſchlag, rief bie Götter, bei. den Zens, den
Nächer des Meineids, ale Zeugen u. Nächer ber
Bunbessriihigen an u. fette dann die Bebingun-
gen feft, von denen Wiebererflattung u. Entſchädi⸗
gung die gemöhnlichften waren. Bisweilen geſchah
dies Alles von den Anführern beider Heere im Ans
eſicht derſelben. Schon die Griechen fhlofien
x durch Abgeorbnete, oft Herolde, verbanden
Dpfer, teren Fleiſch jeboch nicht gegeflen, fondern
weggeworfen wurde, und Libationen bamit. Bei
ven Alten, wie im Mittelalter, murben die
Sen meift beſchworen, and oft Geiſeln gegeben,
was in neuerer Zeit ganz weggefallen ift, viel-
mebr find Kunſtgriffe der Diplomatie eingetre-
ten, doch wird die Etiquette nicht fo fireng mie
im 17. u. Anfang bes 18. Jahrh. beobachtet, wo
bein Frieden in Ütrecht 1713 ein rundes Zelt, mit
fo viel Eingängen ald Gefandte waren, gebaut war,
in welche die Sefandten auf einen Zrompetenftoß
gleichzeitig eintruten, auf einen zweiten fi) begrüß⸗
ten, auf einen Pritten ſich an einem runden Tiſch
nieberließen. Vgl. Friedenspfeife.
Friede, Nebenfluß links der Freiberger Mulde.
Friede, Orden des Friedens u. de Glan—
Gens (l’Ordre de la paix et de la foi), wurde
1229 vom Erzbifhof von Amene von Auch, Biſchof
von Cominges geftiftet, um die Routiers (Straßen
räuber u. Abenteurer), bie Albigenſer u. Kirchen-
räuber zu befänpfen, aber 1261 von bem Groß—
meifter Wilhelm von Marra wieber aufgelöft, u.
einen Theil feiner Befigungen erhielt der Mönchs⸗
orben ber Feuillans.
Friedebaun, Befehl tes Nichters, Ruhe ı.
Friede zur halten. Er wurde fonft ſtets vor Eröff-
nung des Berichts, auch vor ter Eröffnung des
hochnothpeinlichen Hatsyerichts, ausgerufen.
Friedeberg, 1) Kreis des preußifchen Regie—
ruugsbezirks Fraukſurt; 20 OM., 51,200 Ew.;
eben, mit ſandigen Höhen, bewaldet, au der Netze
Bruchland, bei. zu Biehzucht geeignet; 2) Kreisftadt
Darin zwifchen 2 Seen; evangeliſche Kirche, Syu⸗
agoge, Zuchtweberei, Gerberei; 5500 Ew. Hier
1627 Niederlage des proteftantifchern Korps des
Admimijirators von Magbeburg u des Grafen von
Thurn durch die Kaiferlihen. 3) Statt am Dueis,
im Kreife Löweuberg des preußifchen Reyierungs-
— — — — — ——— ——————————— ——— —— ——— —— —— — — — — —
Friede bis‘ Friedens...
bezirke Liegnitgz; Sauerbrunnen;
Steine, fertigt Strümpfe, Monſſel
Spitzen; 2300 Em.
Friebebredger, 1) Berfcher bes
Verletzer des Landfriebens von 149
gionsfriedens von 1555. Des Bricde
dige Reichsftände wurden in bie Ach
Gelbfirafen verurtheilt, andere Priv
gegen mit dem Tode beftraft.
edeburg, 1) Amt in ber
Provinz Oſtfriesland; 4 OM., 71
Gemeinden; 2) Dorf u. Amtefit bar
das ehemals befeftigt war; 420 Ew
der Saale, im Mannsfelder Seekre
hen Negierungsbegirte Merfeber.
Domäne; babei Die Sriebeburger Su
ſchmelze; 750 Em.
Triedebuße, Gelb, melches mı
für den zu erbaltenden Schuß, Si
tigung feiner Rechte, zahlte. Beſ. ze
Sriedepfennig, wenn man ein Tiegent
u. darin beflätigt wurde. Auch ber
Freigeſprochene zahlte einen F.
teded, 1) Minderberrichaft üı
ſchlefiſchen Kreife Teſchen; 26 Ortfd
Em.; 8) Stabt darin, an der Ofiro
Wallfahrtskirche, 2 Hofpitäler, Tuch
Ew.; 3) Stabt, fo v. w. Brieien.
Friedemann, Friedrich Traugot
Stolpen in Sachſen, wurbe 1813
Gymnaſium in Zwidau, 1817 in ®i
Hector des Gymnaſiums daſelbſt,
Des Catharineum in Braunſchwe
Gymnaſiums in Weilburg u. Che
erhielt 1836 vun König von Hollan
das Athenäum in Yureinburg nach de
fügen zu organifiren, n. ging 1840 €
tor nach Zditein, wo er 1. Dlärz 1
jehr.: Praltiſche Anleitung zur Wer
nifcher Verſe, Braunuſchw. 1824, ;
1. Abth. 4. Aufl. Lpz. 1836, 2. Abt
1510; De media syllaba penta
Zwick. 1825 (in Spitzuers De versu
Baränejen für ſiudirende Jüngli
1827—40, 5 Bde.; Deuntſche Sch
1929; Beiträge zur Keunliniß bet
Nafjan, Weilb. 1833—36, 2 Be;
giöfe Anregungen für ftubirenve I
1537; Orationes Iatinne de scl
eiis regundis, ebd. 1837; gab ber.
des Tzihudefchen Strabo, ISIS: ı
Epistolae, 1824; Vitae hominı
morum a viris eloquentissit
Braunſchw. 1825, 2 Bre.; Rubnte
disseriationes et epist., ebd. 1823
dus ad Parnassun, 4. Aufl. vpz.
Ruhnkens Diciata in Ovidu H
1831; Wyitenbachs Opuscula st
Seebode die Mi-cellanea eritica
fhrift für die Archive Deutſchlande,
Friede mit Gott, 1) tie Seelcur
Iihen Gemilths, auf Vertrauen zu
ihn u. kindliche Unterwürfigkeit unter
gen gegründet; 2) alle Zuflänte, ı
in Folge der Rechtfertigung vor Eo
fürchtet.
Friedens ...., Artikel mit Nele
meugelegt, |. u. Friede.
"Zriedensberg bie Friebensrichter
Berg, Lamalbulenferffofter im Kereife |
uſſiſchen Statthalterſchaft Wilna; an-
eon Ebrifiepb Graf Pac.
‚Briefe (Kirchw.), |. Literae pacia.
Iburg, 1) (Ningpe), einft bänifches,
es gen, bie Aftlichfte europäiſche Be⸗
er Botdküfte in MWeflafrita; 8) (Bree-
6 in Utrecht, ſ. d.; 8) fo v. m. Fre⸗
eon „1) ſ. n. Friede 2); 2) Grie
ft, Congreß der Freunde bes
‚en Beltfriedens), f. u. Friebe 1).
feſt, kirchliches u. Vollsfeſt, zur eier
nefluffes angeorbnet.
flagge, f. u. Blagge.
Muß (Peace Kiver, fpr. Pies
nm den Intianern Unjigah genannt,
zum Gebiet ber Huoſonebaicompagnie
onie Neu⸗Caledonien (Britiid Nord»
itſpringt im Weſten der Rody-Moun-
‚bricht dieſelben in der Rocy⸗Moun⸗
je, fließt nordöſtlich u. mündet in ben
n Ausfluß des Arbabasca-Gees; wird
nufe mit fleinen Booten (Canots) be»
unteren Laufe ift Die Schifffahrt burch
len verbintert.
‚freunde, ſ. n. Friebe 2).
fürft (Principe de la Pac),
ser Spanischer Minifter, die einen Frie⸗
rs haben, dieſelben erbielten u. A. Don
o u. Manuel Godoy, f. 6.
gericht, ſ. unt. Friedensrichter.
gottinn griech. Eirene [Irene],
egorijche Gottheit, abgebildet mit II
orn, Kranz n. eiienlofem Spieß, auch
8 Bild des Pintus (Reichthums) auf
ragend. Auf ihren Altar durfte nie
1.
zkirchen, bie ben ſchlefiſchen Etäbten
‚ Dauer u Glogau 1653 von Kailer
protefiantifchen Kirchen, f. u. Schle⸗
Wuß (Oscnlum paeis), ein Stück ber
hen Liturgie, daß fi nach Beendigung
(ſ. d) m. Des Abendmabls (f. b.) Die
en deſſelben Geſchlechts küßten. Epä-
hemeinden größer wurden, wurde ber
asrenungen abgeſchafft, u. man reichte
iach der Kommunion ein Bild des Ge⸗
rum, welches alle küßten (Oscula-
likerbfeibiel dieſer Sitte iſt Der in der
Kirche noch übliche Oſterkuß u. ber
Udergemeinden vor u. nach dem Abend»
Hibelle (Rirchm ), |. Libelli pacis.
zpfeife (Calumet), bei den Norb-
eine buntverzierte bölzerne Tabaks⸗
4 Fuß lang, tie bei riebensunter-
ber Anfübrer mit einigen Zügen an»
nn dem Abgelantten, jo wie anderen
zun Kortrauchen reicht.
Ipfennig, Friedensfchilling, fo v. w-
zrichter, richterfiche Beamte nieberer
ren Runctionen jedoch in ben einzelnen
r vericbieten beftimmt find. Der Ur-
8 Vorbild des Inftitntesift A)in@nge*
chen, mo bie F. eine ſehr angeſehene
719
Stellung einnebmen. Der Name (engl. Jurtices
of the peace, lat. Conservator paci«) findet fidh
bier [hon im Anfang bes 13. Jahrb.; Doch erſcheinen
fie in dieſer Zeit bei der großen Macht, welche Die
freien Barone ausübten, als Perſonen von minte
rem Ginfluffe. Eine größere Bedeutung erbielten fle
erft unter Ednard III, unter befien Regierung
(def. 1327 u. 1328) fie an Stelle der feit 1275 ber
ı flanbenen außerortentlichen Eriminalcommiffionen
geieit u. mit ausgetehnten Rechten begabt wurden.
ach der heutigen Nerfaffung find bie F. theils
richterliche, theil® Bermaltungsbeamte, aber mit
Ausnahme ter Londoner F. ohne alle Beſoldung,
dem felbf Die Gebühren den Schreibern (Clercs
ofthe peace) überlaflen zu werben pflegen. Jeder
Englänter kann durch den Yorbiieutenant der Graf⸗
haft dem König die Beftellung als F. nachfuchen,
wenn er nur eines guten Rufe genießt u. mache
mweift, daß er entweder ein Gruntbefittfum von
100 Biund Sterling reine Einkünfte eigenthümlich
lebenstänglich ob. in 20jähriger Pachtung befitzt,
oter 300 Pfund Sterling Renten genießt. In je
ber Grafichaft Lefteht als Bereinigung ber %. eine
Wriedendcommitfien (Commilfion bed Königfrie-
dene), in welche bie Gintragung geſchieht. Da
bie Zahl der Einzutragenden nicht burch ein Geſetz
beftimmt iſt u. in der Regel das Bedürfniß überſteigt,
fo tbeilen ſich bie F. in active u. nicht active; bie
die Zahl der Erfieren beträgt in England allein
ungefähr 4000. Der Geichäftstreis bes engliichen
F⸗s umfaßt namentlih tie Handhabung der ge»
richtlichen, Gewerbe - u. Sittenpolizei, die Gerichts»
barkeit über die bei Erhebung der öffentlichen Ab»
gaben entflehenben Contraventionen, die Mitwir-
tung bei gewiffen militäriſchen Angelegendeiten,
3. 8. Vereidung der Soldaten, Belorgung ber
Einquartierung 2c., Die gefammte Bermaltung des
Srafichaftsvermögens u. auch eine befchränfte Ge⸗
richtöbarteit in Civilſachen. In letter Beziebung
bat der %. bef. über Dienft- u. &emerbeftreitigleiten,
Ehrenfränfungen, Befipftörungen, Alimentations⸗
fachen ꝛc. zu ertennen. Die Geſchäfte werden theils
allein, theils in einer fleinen Seffien (P’etty session),
theil® in einer großen Vierteljahrsverſammlung
fämmtliher F. des Bezirkes (General quarter
session) beiorgt. Allein handelt der F. bei allen
rein polizeilichen u. abminiftrativen Angelegen-
beiten, fo wie in Unterſuchungseſachen; eine Petty
session von 2 od. mehreren Fen wird erforderlich
bei Aburtheilung civil» ob. ftrafrechtlicher Fälle;
in den großen Vierteljahrsverſammlungen wird
über alle eigentlichen Zuchtpolizeiſachen (Misde-
meanours). über tie wider bie Urtheile der einzelnen
%. u. der Meinen friebensrichterlichen Verſamm⸗
Inngen eingelegten Berufungen, ingleihen über
ſolche abminifirative Angelegenheiten entfchieden,
welche Die ganze Grafichaft angehen. Während for
nach in England Das Amt bes Fes ein reines Chren-
amt fiir unmittelbar ans ten Volk bervorgebente
Männer ift, ift dieſer Charakter bei der Nachahmung
bes Inftitutes B) in Frankreich gänzlich verloren
gegangen. Der franzöſiſche $. (Juge de paix) iſt
ım Gegenſatz des englifchen nur ein ſparſaim befol-
beter, richterlicher Subalternbeamter, bie unterfte
Stufe Der richterlichen Dienftbierardie. Die F.
wurden in Frankreich Durch Gefeg von 2-4. Aug.
1790 eingeführt u. follten allerdings ter Idee nach
durch freie Wahl aus dem Voll mir den Berufe
bervorgehen, Äberall bei entftehenben Streitigfeiten
das näcdfte Bermittelungsanıt zu üben. Die F.
follten zu diefem Zwecke für jeben Canton, zugleich
mit 2 Beifigern (Prud’hommes asse:seurs) von
allen Xctivbürgern bes Cantons auf 2 Jahre u.
fo, daß bie Wahl feiner Befätigung Seitens Zer
Kegierung mehr bedurfte, gewählt werden. Wähl-
“ Bar follte jeber fein, welcher 30 Jahre alt war u.
eine birecte Steuer von minbeflens 18 Arbeits-
tagen (ungefähr 15 france) zahlte; juriſtiſche
Studien waren nicht erforderlich. Allein ſchon nach
einem Jahre wurbe durch Gelee vom 6. März u.
16. Sept. 1791 die Stellung ber F. weſentlich ver-
ändert. Die beiden Affefforen wurden durch Deich
som 28. Febr. 1801 abgeichafft u. die Wahl dur
Geſetze vom Jahre 1828 u. 1837 dahin modificirt,
baß jetzt der F. Tebiglich von ber Regierung, u.
zwar nur auf Widerruf ernannt, auch dabei nur
auf ſolche Perjonen reflectirt wird, welche eine
mehrjährige juriſtiſche Beſchäftigung bei einen
Advocaten od. Notar nachweiſen können. Der F.
ift in Frankreich daher jetzt nur ein Rocalbeamter
ber Etaatsregierung für jeden Canton, welchem
neben dem urfprünglich ihm zugemieienen Ver⸗
mitelungsamt noch eine große Anzahl anderer
nieberer Geſchäfte Übertragen iſt. Die F. find
Einzelrichter, benen zwei nicht bejolbete Ergäne
ungsrichter (Suppleans), welche dem F. im Ber-
inberungsfalle zu vertreten haben, ein Gericht®-
Ihreiber (Grefhiers), bei größeren Friedensge⸗
richten mit mehreren Untergerichtejchreibern (Com-
mis - grefliers) u. minbeftene zwei Huilfier® zur
Seite ftehen. Ihre Thätigleit beſteht nach jetsigerBer-
faffung a) zunächſt darin, daß jebe Klagſache, welche
bor einen: orbentlihen Gericht erhoben werben fol,
zunächft vor das Friedensgericht gebracht werben
muß, Damit dieſes als Vermittelungsbehörde
(Bureau de conciliation) zwiſchen ben Parteien
einen Vergleich zu Stande zu bringen fuche. Mit
dem Nichtericheinen ber Parteien in biefer Ber-
handlung find inteffen weitere Nachtbeile, als bie
Deaabluiig einer Buße von 10 France nicht ver-
bunten. 5b) Als Civilrichter bilden bie %. bie erfle
Inftanz in allen perjönlihen Klagen bis zum Be⸗
trag von 100 france, außerdem ohne Rüdficht auf
biejen Betrag in allen Beſitz⸗ u. Orenzftreitigfeiten,
allen Diietbftreitigleiten, Klagen über wörtliche u.
thätliche Iniurien, Schäten an Feltern, Früchten
u. Ernten, ſowie bei Streitigleiten über Mauth-
lachen. Halt jid) ver Mertbketrag bei tiejen Sachen
unter 50 Frauken, jo enticheiben bie F. dabei zu-
gleich in letzter Juſtanz; war ber Gegenftanb von
höherem Werth, jo tft von ihren Entſcheidungen
noch eine Berufung an das ortentlihe Bezirks⸗
gericht geſtattet. c) In ſtrafrechtlicher Bezie⸗
bung fungirt ter F. als einjaches Polizeigericht
(Tribnnal de simple police) u. bat in biejer
Eigenſchaft auf Die Anträge eines Localpolizeibeam-
teu, meldyer bie Functionen der Staatsanmwaltichaft
verjicht, über tie Polizeiübertretungen (Contra-
ventions de »imple police), d. h. folde Über-
tretungen, die höchftene mit 15 Franlen cd. mit
Stägiger Gefängnißftrafe bebroht find, jebod) auch
bier mit Vorbehalt ter Berufung an das Zuchtpo⸗
lizeigericht, wenn auf Sefängniß oder eine Gelb»
firafe von mehr als 5 Franken erfannt worden ift,
zu enticheiben (og. Criminalgericht). d) Als
Hülfsbeamte der Gerichtspolizei (Ofliciers de
Friedensrichter
police judiciairo) haben fie Denuach
zunehmen u. barüber an ben Procure
jirtögericht® zu berichten, die Gewißhei
brechens ob. Vergehens auf frifcher That
Dausjuchungen anzuordnen u. bergl. 3
fogar von ben Unterfuchungeridter b
erichts bie ganze Beneralunterfugun
feinem Bezirte vorgelommenes Berbr
tragen erhalten. e) Als eier Aomini
bebörbe find ihm endlich noch mand
freiwilligen Gerichtebarleit zugewiele
Anlage u. Abnahme der Siegel bei
di. Zufammenberufung u. ber Berfig ü
ratbe, die Aufnahme ber Atoprionew
Snftrumenten, Urkunden über die 1
natürlicher Kinder u. fogenaunte Rei
welche bei Eingehu Beer Ehen
for: Aus den Gebuͤhren für biefe |
häfte (Vacations) begieben bie F. ne
ringen firen Beſoldung ben Haupihei
nahme. Das neuefte Geſetz über i
Stellung iſt die Loi sur les justices (
25. Mai 1838. Vgl. auch Henrion be
la compdtence des juges de p
Levaſſeur, Manuel des justices de;
Bioche, Dictionnaire des juges de
olice, 1852, 2 Bte. () Mit dem
echte find in ber unter B) gefchilberten
5. auch in die Juftigverfaffung anderer‘
— So finden fie fi in Weſenili
elben Attributen verjehen in ber preußik
provinz, Rheinbaiern u. Rh
Wenn dagegen auch anberwärts in beutic
die ſonſt kein franzöſiſches Recht baben
8. eingeführt worden ſind, fo iſt bierb
meift fir eine ganz verſchiedene, auf eige
berubente Juftitution gebraucht worte
insbefonbere D) von ten Fen, mie fie fe
1855 im Königreih Sachſen durch &
Aug. d. J. angeordnet worben fin. 2
weniger ben der franzöfiiden, ale d
Fen vergleihbar, obgleich fie ſich au
weientlid untericheiden. ic merde
rath der Verwaltung als cobrigleitu
in der Zahl 15— 30 für jeden geri
Sprengel aus der Mitte ber gröperen
u, ſonſt durch Vermögen, größeren &
od. perjönlide Stellung ausgezeichne
vom König gewählt u. find als Gebi
richtsamts Dazu berufen, bemjelbeu fü
Bereich feiner polizeilichen u. gemeindee
Amtsthätigleit zur Seite zu fliehen ı
babung ter gejeylihen Ordnung is
Gerichtöfprengels, ınit Ausnahme der:
unterfiügend, theils ſelbſtändig mitzu
Hauptaufgabe beſteht darin, daß ſie
rechterhaltung der öffentlichen Rube
die Abwehrung von Friedensſtörungen
u. Bezirksarmeuweſen, den Zufiant |
caliſchen Communicationswege, die öf
lichkeit u. die Nabrungs- u. Erwerd
ber arbeitenden Vollotiaſſen baupıjacı
fein laſſen miſſen. Ihre Theilnahme
ſchäften ber gerichtlichen Polizei beicr
Anordnung von Verbaftungen von
That ergriffenen od. flüchtigen Verb
Dunn aber binuen 24 Stunden an bat
abzutiefern find, u. auf Hausſuchunger
Sriebenöteb bis Briebläuber .
Der Berein fänmtlicher %. eines amte-
ſchaftlichen Vezirks od. auch ein nad
aus feiner Mitte zu befrellenden Aus-
zugleich ber Kreistirection u. dem Amte-
‚ ber Berein ber F. eines Gerichtsamte«-
em Gerichtsamt ale kerathentes Organ
jelegenbeiten bes reſp. Bezirks u. vertritt
De einer Beineren Kreisverfammlung.
sen ihr Amt, gleich den englifchen, als
eſdliches, bürgerliches Ehrenamt auszu-
10 anderen Staaten, 3. B. in Sachſen⸗
‚ find bie F. auch nur dazu beftellt, um
ine abubalten, u. nebmen außerbem
eitliche Stellung nicht ein.
8ftab (Ant.), |. Caduceus.
Wein, Schloß von Gotha, f. d.
ich, jo v. w. Friedrich.
ich, Andreas, geb. 1798 in Rappolis⸗
Colmar, erhielt ſeine erſte Ausbildung
her Künſtler von ſeinem Vater, einem
aer, bezog 1516 bie Dresdener Alabemie
I9 nad Berlin, wo ihm tie Reflauratton
m bes Zeughauſes übertragen wurde;
panbte er ſich nach Paris, wo er unter
tung weitere Kortichritte machte, reifte
Rom, um au Thorwaldſens Unterricht
1, u. ließ ſich 1826 in Straßburg nieder.
meift in Sanbflein u. Granit audge-
eößtentheile der monumentalen Kunft
r Werten find bie vorzüglichſten: Tu-
mimal zu Sasbach, Koloflalftatue des
3erner von Habsburg im Münfter zu
, Monument Ermin’s von Steinbach
ch, Statue Franz Drakes in Offenburg,
räber in Baden.
ika, ehemaliger Name ter Stabt Pa-
mptſtadt der braftlianifchen Brovinz Pa⸗
ike, |. Kriebrife.
Sdorf, 1) Dorf am Dueis, im Kreife
) preußischen NRegierungsbezirte Liegnitz,
u. 1230 Em.; 2) Dorf ebenbajelbft an
im Kreife Görlitz; Leinweberei, 1025 Em. ;
u. Nieder⸗F., Dorf im Gerichtsamt
es königl. ſächſ. Kreiſes Bauen (Ober-
eberei; 2100 Em.
vald, 1) Amt im Kreiſe Hekefeld ter
n Brovinz Fulda; bat 5000 Ew.; 2)
n u. Amtefit darin, hat 15U0 Em. Hier
t. 1551 Bündniß zwiſchen Frankreich,
rg, Heflen u. Kurfürft Moritz von
gen Katier Karl V., |. u. Schmallaldi⸗
wirkten, 1) Handlungen, die gegen bie
u. das Anfeben tes Gerichts laufen,
serbieten ; 2) vom Richter dem obfiegen-
um Beſten einen Friedebann ertheilen;
käufer die Gewähr gerichtlich leiſten.
ebot (Rechtsw.), fo v. w. Friedebann.
Bf, fo v. w. Todtenacker.
jen, jo v. w. Befriedigen 3).
igen, 1) Pfarrdorf auf der Alp im Ober⸗
fingen des würitenibergiſchen Donau»
2&w.; Qungerbrnnnen, Eijenerzgruben;
f. Britingen.
md, 1) Bezirk des Kreiſes Leippa (Böh⸗
M.; 39,600 Ew.; 2) Stadt darin am
chloß mit Rüftlanımer; man fertigt Tuch,
Is@eritom. 4. Aufi. VL
721
Kattun, Leinwand, Leber; 4500 Em. 22. Ian. 1653
Brobe Yeuersbrunft. Iſt Hauptort Per 8) Herr⸗
chaft F. von 6 OM., die jet dem Grafen Clam⸗
Gallas gehört, u. von welcher Wallenflein den
Titel als Herzog batte; 4) Martifleden au ber
Mora, im Bezirk Sternberg bes Kreiſes C’imüg
(Mäbren); 820 Em.: 5) Dori ebenbafelefi an ber
Oſtravitza, im Bezirk Miſtek; große Eiſenwerle;
1800 Ew.; 6) F. au der Spree, Etat im Kreife
Lübben des preußischen Kegierungsbezirte Franl-
furt; 2 evangeliiche Kirchen, Synagoge, Domaine;
1100 Em. ; 7) Martıfleden im Kreiſe Kallenberg
bes preußiichen Regierungobezirks Oppeln, an ber
Steina; Leinmeberei; 1050 Em.; 8) Statt im
Kreile Waldenburg bes preußtichen Hegierunge-
besirta Breslau, an ber Steina; Handel mit Garn
u. Leinwand (Frieblänter Leinwand); 1130 Ew.;
9) Kreis des preußiſchen Reaierungsbezirke Könige-
berg; 15,7, OM.; 31,500 Ew.; 10) Kreitftadt da-
ſelbſt an der Alle, fertigt Leber u. Wollenzeuge; 2506
Ew. Hier ben 14. Juni 1867 Sieg Napoleons über
bie Ruſſen u. Preußen unter Bennigien; |. u
Preußiſch⸗Ruſſiſcher Krieg 1806 u.7; 11) (Breu-
ßiſch⸗F.), Stadt in Kreiſe Schlochau des preußi⸗
ſchen Regierungobezirks Marienwerder: Korn⸗ u.
Malzhandel, 3 fiſchreiche Seen; 2070 Ew.; 18)
(Mäaärkiſch⸗F.), Stadt im Kreiſe Deutſch⸗Krone
bes preußiſchen Regierungsbezirks Marienwerder;
viel Juden, Synagoge, fertigt Tuch, Branutrein;
2300 Ew.; 13) Amt im hannsverſchen Fürſtenthum
Obtingen, Landdroſtei Hildesheim; 6700 Ew.;
14) Dorf u. Amtefi darin an der Leine; 350 Ew.;
15) Stadt in Medienburg- Strelig, Kreis Star⸗
ard; 2 Kirchen, Gymnafium, Kupferichmieben,
Tuch⸗ u. Leinmweberei, Zatalfabrif, Gerberei; 4500
Em. Augelegt 3244 durch die Markgrafen Johann
u. Otto III. von Braudenburg.
iedland, Valentin, fo v. m. Troßenborf.
riebland , Herzog von F., f. Wallenflein,
Friedländer, 1) David, geb. 1750 in Könige-
berg won jüdiichen Eltern, übernahm daſelbſt nach
ben Tode feines Vaters teflen Dannfacturt:'aaren»
geichäft u. widmete feine Muſeſtunden ven Wiiien⸗
ſchaften; in Berlin, webin er fit 1800 begab,
nachdem er feine Handlung aufgegeben batte, 1°
noß er ten Unggang Moſes Mendeleſohns u.
wurde Afſeſſoer bei dem königlichen Manufactur⸗u.
Commerzcellegiun, ſpäter zum Stadtrath erwählt
u. ft. 26. Dec. 1834. Er ſchrieb: Gebete der Juden
für das ganze Jahr (mit hebräifchen Lettern), Berl.
1786; Auszug aus Mendelsſohn's Phädon, ebd.
1787; Uberiegung bes Pretigere Salomo, ebd.
17885 Senbichreiben an Teller (Selbftbiographie),
ebd. 1799; Reben ber Erbauung tes ifraelitiichen
Volls gewidmet, ebd. 1815; Liber die Berbeflerung
der Ifraeliten im Königreihe Polen, ebb. 1819;
Beitrag zur Geſchichte der Verfolgung der Juben
im 19. Jahrh. ebd. 1820; Proben einer Überiegung
einzelner Abfchnitte aus Jeſaias n. Hiob, ebd.
1821; An tie Berehrer, Freunde u. Schiller Jeru⸗
falem® ıc., herausg. von W. T. Krug, Lpy. 1823;
F. war auch Mitarbeiter an der Berliner Monate
ſchrift u. an Ricolai’8 Allgemeiner deutfcher Biblio⸗
thek. 8) Michael, Nerfe bes Borigen, geb. 1769
in Königsberg, ſiudirte in feiner Baterftadt, dann
in Berlin, Göttingen u. Halle die Arzneilunte u.
machte hierauf eine Reife durch Holland, England,
Deutſchland, die Schweiz u. Stellen. Er war 1799
4
722
einer der Erſten, ber deu Schutpädenimpfftoff nach
Berlin verpflanzte. Brit 1800 lebt er in Paris u.
machte fich bef. Dadurch verbient, daß er die Kennt»
niß der deutſchen medicinijchen Literatur in Frank⸗
reich, fo wie bie der franzöfiihen in Deutichlanb
xermittelte. Er war ein fleißiger Arbeiter am
Dictionnaire des sciences medicales u. flarb
zu Paris im April 18241. GErichr.: De l’&ducation
hyrique de Phomme, Par. 1815, (deutich von
fer, ?p3. 1819). 3) Lupmwig Hermann, geb.
am 29. Aug. 1790 zu Königsberg, ftubirte daſelbſt
u. in Berlin Mebicin; 1813 am Befreiungskriege
Theil nehmeud, trat er als Oberarzt bei einem
Hauptfeldlazareth ein. Nachdem er im Spätherbſt
1814 ſeinen Abſchied als Feldarzt genommen hatte,
begab er ſich nah Karlsruhe zu ſeinem Frennde Mar
von Schenfenborf, mo ber Unigang mit Frau von
Krüdener, Jung-Stilling u. Ewald nicht ohne Ein-
fin anf jein Leben blieb, u. ging von bier nach
Wien zurück, um ſich von Neuem dem mebicinifchen
Studium zuzuwenten. Im Sommer 1815 bereifle
er Italien u. habilitirte fich nach ber Rückkehr ale
Brivatdocent der Mebicin in Halle, wo er 1819
Profeſſor wurde u. 1851 ftarb. Er fchr.: Anfichten
von Stalien, Lpz. 1818, 2 Bde.; De institutione
ad medicinam, Halle 1823; Fundamenta doc-
trinae pathologine, 2p3. 1828; Vorleſungen über
bie Geichichte ter Heilfunde, Lpz. 1838 f., 2 Hefte.
Friedlandshöhe, Badeort bei Pillen in
Böhmen.
Friedliche Tage, in ben deutſchen Geſetzbüchern
Tage, an welchen nicht Recht geiprochen murbe.
Nah tem Sachſenſpiegel find ſolche Tage ber
Sonntag, Donnerftag, Freitag u. Sonnabend.
Friedreih, 1) Nikol. Ant., geb. zu Würz-
burg 1761, wurbe 1795 außerorbentlicher Brofeflor
der Mebicin, 1798 Generalſtabsarzt der würzbur⸗
iihen Truppen, 1805 bei der Beſitznahme Würz-
urge durch Baiern ordentliber Profefior der
Medicin bajsfef u. ftarb, feit 1834 quiefcirt, 1836;
er fchrieb: Über ten Typhus ꝛc., Würzb. 1814;
Charakter der endemifchen Entzündung im Würz⸗
burgiſchen, ebd. 1818 u. m. a.; feine Beogramme
gelanmet von dent Folg., ebd. 1824. 2) Joh.
aptift, geb. zu Würzburg um 1792, wurde
1832 Profeſſor ber Phyfiologie an ber Univerfität
zu Würzburg, 1833 Gerichts» u. Yandgerichte-
phufilus zu Weißenburg; ſchr.: Slizze einer allge-
meinen Diagnoftit ber pſychiſchen Krankheiten,
MWürzb. 1819, 2. Aufl. ebd. 1832; Handbuch der
pathologiſchen Zeichenlehre, ebd. 1825; Notizen
über Baierns Heilquellen, ebd. 1526; Verſuch einer
Literärgejchichte ber Pathologie u. Therapie ber
pſychologiſchen Krankheiten 2c., ebd. 1530, Syſte⸗
matiſche Literatur der ärztlichen u. gerichtlichen
Pſychologie, Berl. 1533; Syſtematiſches Handbuch
der gerichtlichen Pſychologie, Lpz. 1835, 3. Aufl.
Regensb. 1852. Hiftoriichetritiide Darftellung ber
Theorie 2c. ter piychijcben Krankbeiten, ebb. 1836;
Zur piychiatrifhen Literatur des 19. Jahrh., Ne-
gensb. 1842; Handbuch der gerichtöärztlichen Praris,
Straubing 1543 — 44, 2 Bde., 2. Aufl. Regeneb.
1855; Handbuch ber Gefunbheitspolizei, Anséb.
1846, 2. Aufl. 16851; Compendium der gerichtlichen
Anthropologie, Regensb. 1848, 2. Aufl. 1852; Die
Jliade u. Odyſſee, Erl. 1851, 2. Aufl. 1876; Zur
Pibel: Naturhiftorifche Fragmente, Rürnb. 1845;
ber Handel» u. Gewerbsobjecte, Aneb. 1853;
Friedlaubshöhe Bis Friedrich (Katfer)
Über Knochen in forenfifcher Bezielerng,
mit A. 8. Heſſelbach gb er berams: 4
Natur- u. Heilkunde, rzb. u. Rürmab.
2 Bde., n. die Bibliothet ber beutic
ebd. 1825 — 1832; allein: Jahrbud
phiſch⸗ mediciniſchen Geſellſchaft in Wü
1828; Annalen der ausl. Mebicin, e
Hefte; Magazin für philoſopbiſche, m
gerichtl. Seelenfunte, ebd. 1523—183
Blätter fiir Pſychiatrie, Erl. 1837, eir
operum medicor, antiq. (ben Prı
Rärbl. 1828, 4 Bde, n. m. a.
Friedrich (lat. Fridericus, franz. Fı
Frederick), deutſcher Vorname, beden
Schub. I. Regierende Fürſten: A
Raifer: 1) F. J., genannt ber Rotb
barossa), ein Hobenflaufe, Sohn te
des Einäugigen von Schwaben ıı. ber
1121; wurde nach feines Vaters Tote
nem Oheim, Kaifer Konrab III., alı
Schwaben u. Elſaß belebnt u. nad 8
1152 zum Deutfhen König erwäblt un
bob durch fein energifches Auftreten |
Anfehen ber kaiſerlichen Macht ſowoh
fürften wie bem Papfte gegenüber; e
vier Römerzüge, auf beren zmeitem
eroberte; von Heinrich ben Loͤwen ve
lüdte ibm ber vierte, weshalb er
fegander III. u. den Lombartiichen
anertennenb, nach Deutſchland zurüdte
den Lowen ächtete u. benfelben 1190 E
ner Länder berankte. 1189 unterna
Kreuzzug, ſchlug die Sarazenen ke,
tranf aber 1190 im Fluſſe Kalykadnet
durch welchen er reiten wollte. Sem?
Lande machte mancherlei Sagen rege
jet in dem Munde bes Volkes leber
fol er im Kyffhäuſer fchlafend fingen ı
rotber Bart durch dein wor ihm fteben
wachen fein. Wenn er ermadt u. u
fommt, fol in Deutſchland die gelten:
lommen. F. beihiittte Wiffenichaften
war namentlich ver Baukunſt fehr ge!
fein Wirken in Deutichland f. d. (Geſe
mar vermäblt fett 1149 mit Abelaibe,
Markgrafen Thibald von Vohburg, x
fih 1159 ſchied, u. in zweiter Ehe
Erbtochter des Grafen Neiuald vc
feine Kinter waren: Heinrich VL, fe
ale Deutiher König; Friedrich V.,
Schmaben; Konrat, Herzog ven 9
Schwaben; Dtto, Graf von Burgu
der nach feinen Bruter Heinrich \
König wurte; n. Sopbie, vermäblt m
grafen Wilhelm III. von Montferrat
hard, Hist. Friderici Imperat. ?
17905 B. Hundesbagen, Kaifer F
rejiaz I. Voigt, Gedichte bes Yen!
u. jenes Kampfes mit Kaiſer F.
1815; 5. Kortüm, Kaifer 8. I. mit sei:
n. Feinden, Aarau 1815. 2) %. II
Vor., Sohn Kailers Hei VI. u
von Sicilien, geb. 26. Dec. 1194 in
noch nit 3 Sabre alt, 1196 rin
folgte aber feinem Vater, welder 119
da fein wäterlicher Oheim, Philinn vr
u. nach deſſen Ermordung durch Otto
bach, Otto IV. von Braunſchweig di
Friedrich ( Kaiſer)
d erhielt. Dagegen wurde er ale F. VI.
n Schwaben u. feine Mutter ließ ibn
or 2 u. Neapel he Pi
der ſt mit dem guelfiſchen Kai-
V. entzweit hatte, — * derſelbe die
jürſten, F. zum König zu wählen, u.
ien 1212 in Dentſchland, wurde von
aufiſchen Partei freudig empfangen u.
breaben als geborener Herzog anerfannt.
ıfönig beflegte er 1214 in der Schlacht
es n. wurde 1215 in Aachen gefrönt.
Pläne jeines Großvaters zur Erhebu
hen Macht über da6 Papftthum, geriet
: Rapfte n. deſſen italieniſchen Bunbes-
langwierige Kämpfe, unternahm 1227
n u. 1228 ben zmeiten Kreuzzug, ſetzte
m fich bie Königefrone auf, lehrte 1230
n zurüd ı. ließ fih vom Banne frei-
jald Darauf empörte ſich fein Sohn Hein-
‚ welcher als römifcher Körug u. Reichs⸗
Deutfchlant zurüdgeblieben u. vom Papfl
‚gegen ihn anfgereizt worben war. Nach
) zurüdlehrend, nahm er 1235 Hein-
fangen u. ließ feinen zweiten Sohn, Kon-
Imilepen Könige mählen, befiegte 1236 n.
äntifchen Stäbte ver Lombardei, murbe
einen natürlihen Sohn Enziozum Köni
tien erhob, von Gregor IX. wieder mit
relegt. Er überzog deshalb den Papft mit
cberte 1241 Ravenna. Innocenz IV,,
l er ſelbſt nah Gregors IX. u. Edle⸗
Eobe erwirkt hatte, beflätigte indeß den
urte ber unverföhnlichfte Feind tes Kai⸗
ß benfelken durch ein Concil abſetzen m.
ich Raſpe von Thüringen u. nach deſſen
eim von Holland al8 Gegenlönig auf.
lombardiſchen Stäbte kämpfte er aber»
ich, obfchen fein Schn Enzio 1249 vor
ıngen genommen wurde. F. ftarb, nach⸗
ordverſuch Peters de Vineis fehlgeſchla⸗
nn 13. Dec. 1250 in Fiorentino. F. war
3 gebilveter Fürft voll großartiger Ent-
ler Abfichten. Er befchligte die Wiflen-
ftete in Neapel eine liniverfität u. gab
is be Vineis u. Thaddeus Suefia meile
Yunften des Hantels, ber Echifffahrt u.
ohls. Seine Vorliebe für Italien ver-
feinen Plan, die deutſche Kaifermürbe zu
rt Macht zu erbeben, welche er anftrebte;
mb (Geſch.) VIII. m. Neapel (Geſch.).
Sujet zu Immermanns Tragdbie: Kai⸗
b II., Hamb. 1829, ı. zu einer ber bra-
Didtungen in Ranpachs Hohenftaufen.
zmählt feit 1208 mit Konftanzia von
1212); in zmeiter Ehe feit 1225 mit
ſ'ochter Johanns von Brienne, Könige
lem (fl. 1228); in britter Ehe ſeit 1235
ı, Tochter des Könige Johann von Eng-
11); feine Kinder waren: aus erfter Ehe,
18 zweiter fein Nachfolger Konrad IV.;
Che, Heinrih, Titularfänig von Jeru⸗
Margarethe, Gemahlin des Lanbgrafen
n Thüringen; Enzio u. Manfred, König
n, u. Anna, Gemahlin bes byzantini⸗
x8 Vatakos, waren natürliche Kinder
Er fr. ein Tateiniiches Werk Über tie
‚ befte Ausg. von Schneider, Lpz. 1758.
und, Geſchichte Kaifers F. IT., Züllich.
1792; Huillard⸗Brehollet m. H. be Wibertis be
@uynes, Hist. diplomatica Friderici II., Ber.
1852—57, 5 Bde.; Abel, Kaifer Otto IV. n. König
5. I, Bert. 1856 3) %. III., der Schöne,
ohn bes Herzogs Albrecht L von u.
ber Eliſabeth von Kärnten, geb. 1286; kam im
Oſterreich 1308 zur Regierung, wurde aber 1314
zum Deutfhen Könige gewählt u. von feinem
Gegenkonig, Ludwig dem Baier, 1322 bei Mühl⸗
* gefangen. Mit feinem Gegner, Ludwig, Woh⸗
mung u. Gefellfchaft theilend, blieb er in ber Ge⸗
walt deſſelben bie 1325, wo er unter bem Ber-
fprechen,, ber Krone zu entfagen, freigelafien wurbe.
Als er dies Berfprechen nicht halten Konnte, ba feine
Partei ihn ale Kaifer anerkannte, Tehrte er freiwillig
nah Münden zur Haft zuräd. Ludwig, ſolche
Treue anertennend, fette das frübere unbes-
verhältnig mit & fort u. Übertrag ihm ſogar, als
er 1327 gegen Polen zog, die Verwaltung feiner
baierifhen Erblande u. mollte ihn ſelbſt zu feinem
Mitregenten annehmen, was aber bie Reichefürften
nicht bewilfigten. F. zog fi num auf den Gutten⸗
fein zurück, wo er rommen Betrachtungen lebte ır.
13. Ian. 1330 farb. Seine Gebeine wurden in
dem von ihm geftifteten Klofter Mauerbach beigeſetzt
u. 1753 nah Wien in ben Stephaneben über-
geführt; ſ. Deutſchland (Geſch) X. u. Oſterreich
(Geſch.). Er war ſeit 1315 mit Iſabelle, Tochter
bes Königs Jakob I. von Aragonien, vermählt (ſt.
1330); feine beiten Söhne farben jung. VBgl. Fr.
Kurz, Öfterreich unter F. dem Schönen, Linz 1818.
4) F. IV., Sohn des Herzogs Ernf des Eifernen
von Eſterreich u. ber Eymburgis von Maſo⸗
vien, geb. 21. Septbr. 1415 m Imnebrud,
folgte 1424 ale %. V. feinem Vater in er⸗
reich unter Vormundſchaft, wallfahrtete nach dem
Gelobten Lande u. trat, münbig geworben, 1435
mit feinem Bruber Albrecht dem Berſchwender
die Regierung in Steyermark, Krain u. Kärnten
an, wurde bald nach dem Tode feines Bruders u.
Vetters Vormund ilber bie Primen ber beiden an⸗
beren Linien, von denen noch bie Linie Nieder⸗
Ofterreich Ungarn u. Böhmen befaß. 1439 wurde
er nad Kailer Albrechts II. Tode am Kaiſer ge-
wählt u. 1442 in Aachen gefrönt. Uber feine un⸗
ruhige Regierung als Erzberzog in — u. ale
Kaifer, ſ. Deutichland (Seh) XI. u. Ofterrei
Geſch.). 5. fl. 19. Aug. 1493 in Lim. den
letzten Jahren feines Lebens mar ihm ein Bein abe
genommen worden. Er war feit 1452 vermählt
mit Eleonore, Tochter des Könige Eduard von
Portugal (fl. 1467); feine Kinder waren: Mari-
milian I., fein Nachfolger, u. Kunigunde, uk
lin des Herzogs Albrecht bes Weifen von Batern. F.
‚war bei alfer Unthätigkeit Doch ein geiftreicher Mann,
der Die Wiffenfhhaften, bei. die Botanik u. Aſtro⸗
logie, liebte; er hr. ein Tagebuch, welches ſich in
Lambeeii Diar. itin. cell, u. deſſen Prodr. hist.
findet. Vgl. Br. Kurz, Ofterreih unter Kaifer
. IV., Wien 1812, 2 Bde.; Chmel, Geſchichte
aifer F. IV., Hamb. 1540 — 43, 2 Bde.
B) Könige: 23 Von Böhmen: 58) F., f. Fried»
ib 143). Bd Bon Dänemark: 6) F. J., der
Friebliebende, jüngerer Sohn Chriſtians L.,
aus deſſen zweiter Ebe mit Dorothea von Branden⸗
burg, geb. 1456, nach And. 1471, er war bei ſeines
Vaters Tode 1481 zum Herzog von Schleswig u.
Holftein beftimmt, erhielt aber von leinem Bruder,
72%
Kı:ig Johann I., 6108 einen Theil von Holſtein,
baron Bottorp die Hauptſtadt war, mwurbe, ale
Johanus I. Sohn, König Chriftian IL, vom Throne
vertrieben wurbe, 1523 son den däniſchen u. fpäter
von ben normwegiichen Ständen zum König gewählt
u. regierte bis 1533, wo er ftarb, |. Dänemarf
(Geſch.) III. Er mar vermäblt jeit 1500 mit Anna,
Tochter bes Kurfürfien Johann von Brandenburg
(ft. 1514), u. in ziveiter Ehe feit 1518 mit Sopbie,
Zchhter des Herzogs Bogiflam IX. von Pommern
(ft. 1568) ; fein Eobn aus erfler Ehe war fein Nach»
folger Chriftian III.; Söhne aus ter zweiten Ehe
waren: Johann, Abolf, Derzog bon Schleswig u.
Holſtein⸗Gottorp, u. Friedrich, Bilchof von Hildes⸗
beim n. Schleswig. 7) F. II., Entel bes Vor.,
Sohn Chriftians III. u. der Dorothea von Sachfen-
Lauenburg, geb. 1534, folgte feinem Vater 1559
u. regierte bis 1588, f. u. Dänemark (Geſch.) TIL.
Er war feit 1552 vermählt mit Luiſe von Mecklen⸗
Burg; feine Söhne waren: Chriſtian IV., fein Nach
folger, Johann u. Ulrich, Biſchof von Schwerin.
8) 5. IIL., Entel des Vor., Sohn Chriftians IV.
u. ber Anna Katharina von Brandenburg, geb.
1609, folgte feinem Bater 1648 u. regierte bie
1670, wo er am 19. Febr. ftarb. Er mar ein eifri«
ger Alchymiſt u. verſchwendete dadurch mehrere
illionen Thaler; über ihn |. Dänemark (Geſch.)
III u. IV. A). Er war vermäblt jeit 1643 mit
Sophie Amalie, Tochter des Herzogs Deorg ven
Braunſchweig ⸗ Lüneburg, welde ihm jeinen Nach-
folger Chriſtian V. u. mehrere Züchter gebar. 9)
F. IV., Entel des Bor., Sohn Chriftians V., geb.
1671, folgte feinem Vater 1699 u. regierte bi® 1730,
|, Dänemart (Geſch.) IV. Aa) u. Nordiſcher Krieg.
r war vermählt feit 1695 mit Quife von Medien-
burg u. feit 1721 mit der fchon früher von ihm ge-
liebten Gräfin Anna Sophie von Reventlow. Sein
Sohn aus erfter Ehe war Chriftian VI. Vgl. 4.
Buſſäus, Leben od. hiftoriiches Tageregifter ber
sornehmften Begebenheiten %-8 IV., Kopenb. 1782.
10) F. V., Sohn Ehriftians VI. u. der Sopbie
Magdalene von Brandenburg, geb. 31. März 1723,
folgte feinem Vater 1746—66, mo er am 14. Ian.
ftarb. Beſonders begünftigte er Künfte, Wiſſenſchaf⸗
ten, Gewerbe u. Handel ; |. Dänemark (Geſch.) IV. A).
Er war vermählt feit 1743 mit Luiſe, Tochter bes
Könige Georg II. von Großbritannien (fl. 1751), u.
jeit 1752 in zweiter Ehe mit Juliane, Tochter bes
Herzogs Ferdinand Albrecht von Braunfchweig
(ft. 1796); feine Kinder: Ehriftian VII, fein Nach»
folger; Friedrich; Sophie, Gemahlin des Königs
Guſtav III. von Schweben; Wilhelmine, Gemah⸗
lin des Kurfürften palm I. von Hefien; Luiſe,
Gemahlin des Landgrafen Karl von Heflen. 11)
. VI, Sohn Chriftians VII. n. der Karoline
athilbe von England, geb. 28. Jau. 1768, wurde
1784 Mitregent feines Vaters u. 16805 König u. ftarh
am 3. Dec. 1839 ; |. Dänemart (Geſch.) IV. A) u. B).
Er war vermäblt feit 1790 mit Dearie, Tochter
bes Landgrafen Karl von Heffen - Kafiel; feine bei⸗
den Sähne ftarben früh; von feinen Töchtern ift
Karoline vermählt an Ferdinand, Erbprinzen zu
Dänemart, u. Wilhelmine in zweiter Ehe mit Karl,
Herzog zu Hofftein - Sonberburg - Glüidsburg. Ihm
wurde 1845 ein Denkmal auf ter Schloßinfel bei
Skanderborg geiett. 12) F. VII., Karl Chri-
flian, geb. 6. Octbr. 1808, Sohn bes Könige
Ghriftian VIII. u. der Prinzeffin Charlotte Frie⸗
Friedrich (Könige von Dänemark, Neapel u. Preußen)
berife von Mecklenburg⸗Etreſitz, folgte fein
ter am 20. Jan. 1848; f. u. Dänemart
IV.B)u.c). Gr war vermäßlt zuerk Ik
Brimeffin Wilhelmine von Dänemarl, gı
1837, dann 1841 mit Prinzeffin Karol
Medienburg - Strelig , geichieben 1846; fei
1850 morganatifch mit Luiſe Rasmufien, y
Dauner erhoben. Selbſt ohne legitime
unterzeichnete er am 31. Juli 1953 bie A
durch der Prinz — von Giädsk
Ausfterben bes däntichen Mannesftammes
zum Zhronfolger ernannt wurde. c) Bouꝰ
18) 5.vou Aragon, zweiter Sohn Ferdi
Könige von Neapel, aus dem Haufe Ar:
hielt nach bem Tode feines Neffen, Ferdie
welcher 1496 ohne Kinder farb, dae
Neapel, wurde aber von Ludwig XIL u
reich 1504 u. durch bie Zreufofigleit
des Katholiſchen (welcher unter ber
Apulien u. Salabrien für fich zu behalten,
Bertrag eintilligte, fein Heer mit dem fra
Deere zuvereinigen u. bie Stabt Neapel neb
ihm anvertrauten Plätzen an Frankreich
geben), gezwungen, bie Krone nieberzulg
mit dem Herzogthbum Anjou zu begnügen.
fortan in Tours u. fl. 1504. Gr war ven
1478 mit Anna, Techter des Herzogs Amı
Savoyen, u. in zweiter Che mit Iſabella d
Er war ber legte ber Könige von Neapel aı
niihem Stamme; f. Neapel (Geic.), |
Söhne, Yerbinand, Herzog von Calabrien
Infant von Aragonien, u. Cäſar, farb
außer Landes. HBonPBolen: 14) 5.4
u. 15) N Auguf II, f. Auguft 17)
e) Bon Preußen: 16) %., ale König v
Ben F. I., als Kurfürft von Brandenburg
Sohn %. Wilhelms des Großen Kurfürk
Prinzeſſin Luife Henriette von Uranien, gel
1657 in Königsberg, folgte feinem Bater
fürft 1688 u. este fih u. feiner Gemahlu
Kurfürft von Sachſen die pelniiche Kre
Kurfürft von Hannover die Ausficht a
liihen Thron erlangt hatte, indem er
durch Veriprehungen von Gelb u. Irı
wann, am 18. Jan. 1701 in Königsberg
auf. Alle Mächte, mit Ausnahme des I
Frankreichs, erfannten ihn als König
feine Regierung |. u. Brandenburg (Grid
u Breufen (Geſch.). F. fl. 25. Febr. 1713
vermählt jeit 1679 mit Elifaberh Heurien
bes Sandgrafen Philipp VI von He
(ft. 1683); im zweiter Ebe feit 1684 m
Charlotte, Tochter bes Herzogs Ernft A
Hannover (fl. 1705), u. in britter Ebe ſeit
Sophie Luije, Tochter des Herzogs 5. von
burg⸗Grabow (fl. 1735); feine Zocker ı
war Luife Dorothea, Gemahlin bes Käni;
Schmeben; fein Sohn aus zweiter Ehe ii
foiger F. Wilhelm. Vgl. Paſendorf, D
gestis F. III, Berl. 1786; F. Horn,
Kurfürft von Brandenburg, erfier @önig d
Ben, ebd. 1816; 5. Förfter, F. With. L
1834 f., 3 Bde., dazu Urkundenbuch, n.!
2 Bde. 17) 5. Wil helm J., Sobn rot
ber Sophie Eharlotie von Hannover, geb
1688, folgte feinem Water 1713 ale Kcuiy
fürft; er war ein ſtreuger u. fpariımt
nahm Theil am Nordiſchen Kriege 1715
Briedri (Könige ven Preußen)
ieden Vorpommern; f. Preußen li
ſt. 31. März 1740. Gimme im
dere Natur, aber in vieler Bezie⸗
sig, bielt F. Wilh. I. mit unerſchüt⸗
ırrfinn an vielen Sigenbeiten u. Lieb⸗
t, wodurch er oft zu Ungerechtigkeiten
ı Mißgriffen verleitet wurde. Leiden⸗
te er große Soldaten u. fchente ferne
ans ganz Quropa ein Sartebataillen
miammenzureiben. Wiftenichaften u.
te er gering, forgte dagegen für Die
der materiellen Hülfsquellen feines
üffiggang haßte er u. ließ nicht ſelten
ertreter bie Gaſſen kehren. Abm ver-
Schn u. Preußen viel von ihrer Größe,
rfterem ein wohlgerũſtetes Heer von
nn. einen Schatz von mehr ale S Mill.
Seme Abende verbradte er in ber un⸗
ı Gefellfchaft feines Tabakecolleginme
war vermäblt ſeit 1706 mit Sophie
ochter Georg Ludwigs, Kurfürften von
Könige von England (ft. 1757); Diele
5. II., feinen Nachfolger; Auguft Wil-
des Könige F. Wilhelm II., Heinrich,
I. 2uife Ulrile, Gemahlin bes Känige
Schweden. gl. 8. F. von Benden-
keriftil aus dem leben F. W. I., Berl.
2 Stüde; J. P. Erman, Instruction
ır le Roi F. Guillaume I. au prince
ı pour la campagne du Rhin, Berl.
‚enftern, Über F. Wilh. I., Braunſchw.
Srfter, Geſchichte F. Wilh. I., Potéb.
ide. 18) F. II., der Große od. der
Sohn bes Vor. u. der Sophie Dorothea
er, geb. am 24. Ian. 1712 in Berlin;
od von zwei Älteren Brüdern wurde er
inz. Den erften Unterricht verbankte er
erin feine® Vaters. der vermittmeten
Rocoules, u. einem franzöfiichen Pro-
uban de Jandun; vom fiebenten Jahre
General Graf von Findenfein u. der
Ralkftein feine Erziehung. Bon feinem
er hatte er früh viel zu leiden, ba er
haften n. Klinften, welche jener ver⸗
than war u. ſich mebr zu feiner Diutter
ter hinneigte, jo daß biefer fogar mit
ging, ihn zu Gunſten feines jüngeren
uguſt Wilbelm, ven ber Threnfolge
n. Der Prinz, melchem bie firenge mi⸗
ht, unter ber er gehalten wurde, zu⸗
verfuchte e@, 18 Jahre alt, heimlich
aus nach England zu feinem Obeim,
zu entflieben:; da fein Vorhaben aber
te, fo ließ ihn der König 1730 nad
renge Daft bringen. Der König, wel-
Zohn duch ein Kriegsgericht ale De-
Tode verurtbeilen faffen wollte, konnte
die Verwendung bes kaiſerlichen Hofes
6 von Polen ven diejem Echritte ab»
rden; doch wurde 6 Liebling, Der
on Katt, welcher zur Flucht Anlaß ge
begleitet hatte, vor ben Fenftern Des
yauptet u. ein anderer Miitſchuldiger,
er Feldmarſchall, konıtte einem ähn⸗
al nur durch die Flucht entgeben.
iger Saft murße ber Kronprinz wieder
Hi geftellt u. milber bebantelt. Er ar-
‚ ehe eran ten Hof zurädlehrte, ale
72%
jüngſter Kriegeratb an ber Domänenlammer im
Küftrin. Wäbrend bes Arreſtes batte ibm fein Ba⸗
ter vergebene bie Freiheit, fo mie Die Erlaubniß zu
reiten u. zu ſtudiren antragen laſſen, wenn er dem
Throne entiage. Der Kronprinz erflärte, baß er
dazu bereit jei, wenn fein Pater erfiäre, daß er nicht
jein Sohn ſei, u. von dieſer Zeit an war von dem,
bie ebeliche Treue über Alles bodhihägenden König
nicht mebr von der Sache bie Rede. Seit 1733
lebte er in Reineberg, wiſſenſchaftlich beichäftigt, be⸗
gleitete 1734 feinen Vater im Polniſchenẽnigẽowahl⸗
krieg u. zum Feldzug an ben Rbein u. lernte tert
ten Prinz Eugen von Saveven perfänlich kennen.
Seit 1740, nach feines Vaters Tote zum Throne
gelangt, entfaltete FR II. raſch feine großen
Herrſchertalente nidt nur als Beltberr im Kriege
u. ale Meiſter in der Diplomatie, fontern auch als
Beförderer ter geiftigen u. materiellen Wobltahrt
feines Volles. Der Ausgangépunkt feines Stre⸗
bens mar, Preußen zu einer mit Oſterreich rivalifi-
den Macht zu erheben u. Rang u. Anfehen mit den
übrigen europäiſchen Königen zu theilen. Gleich
nad Kaifer Karla VI. Tode trennte er fich daber
ven ber öfterreichiichen Allianz, ohne Die von feinem
Bater garantirte Pragmatiiche Sanction zu achten,
u. machte alte Anſprüche auf einige fchlefifche Fürften-
tbiimer geltend. Als Maris Therefia tieie zurüd-
wies, begann er ben erften Echlefifchen Krieg (i. d.)
n. erhielt den größten Tbeil von Schlefien. Der
zweite Schlefifche Krieg (ſ. b.) endete nicht minter
glücklich 1745 durch den Vertrag in Dresten, wel,
her den Breslauer Frieden beflätigte. Die näch⸗
fien Jabre wanbte er zu inneren Nefornen m. zur
beſſeren Irgarijation des Heeres au. Als ihn 1756
eine von Ofterreich zu Stande gebrachte Coalition
bebrobte, fam er ben Gegnern zuvor u. begann ben
Eiebenjäbrigen Krieg ıf. d.), aus welchem er troß
ber Ubermacht u. ber Zahl feiner Feinde 1763 fieg-
reich beroorging. Mů Sachen verfocht er die In-
tegrität Baierns im Baierifhen Erbfolgekrieg bis
zum Frieden von Teichen (ſ. Baierifcher Erbfolger
frieg), erwarb in ber erfien Theilung Polens 1772
Polniſch Preußen u. Großpolen bis an bie Netze u.
ſchloß gegen tie Vergrößerungspläne Ofterreichs
1795 mit Sachſen, Hannover u. anderen den Deut-
ſchen Fürſtenbund. Er flarb den 17. Aug. 1796
in Sansfouci. Obmohl %. d. Gr. das Königthum
als Seibfiberrichaft in demſelben firengen Sinne
auffaßte wie fein Vater, fo war er doch eben fo weit
wie Liefer Davon entfernt, die Schranten zu verken⸗
nen, welche tie Gebote der Pflicht u. des Rechte
ter Herrſcherwillkür fetten. Er identifleirte feine
Perſon mit dem Staate, aber nicht wie ZubwigXIV.,
indem er das Staatsmwohl feinen perjönlichen Nei⸗
gungen u. Wünſchen unterorbuete, ſondern viele
mehr, indem er das Wohl des Ganzen ale fein
eignes betrachtete. Infofern nannte ex ſich ſelbſt den
erften Diener bes Staates, u. bie bobe fittliche
Auftaffung feines Königlichen Berufes war es haupt-
füchlich, welche den fiegreichen König zu weifer Mä-
Bigung der friegeriichen Ruhmbegierde führte u.
ibn ben Krieg nur al® Mittel betrachten ließ, bie
Segnungen des Frievens in Künften, Wiflenchaf-
ten u. Gewerben über fein Land zu bringen. Wie
aber ter König das ererbte Herricheramt ale einen
inlichen Beruf auffaßte, fo verlangte er auch von
ven Beamten bes Staates, daß jeder fein perſön⸗
liches Intezeffe dem Dienſte des Ganzen unter⸗
726
ordne, n. erzielte baburcch eine Ordnung u. Punkt⸗
lichkeit in ber Verwaltung, weldye an militärifche
Difeiplin angrenzend, zwar oft etwas Peinliches ıı.
Druckendes hatte, aber dem Staate eine große in-
nere Seftigleit verlieh, deren derſelbe bei feinen zuſam⸗
mengewärfelten Lanbestbeilen, feiner geringen hi⸗
orifihen aner u. feiner Ianggeftredten Grenzen
boben Grabe bedurfte. Der Grundzug feiner
Regierung war ber ber Gefetzlichleit, u. die firenge
Handhabung des Rechts ohne Anfehen der Perjon
hob die fittliche Kraft des preußifchen Volkes u. gab
demfelben, vereintmit ben friegerifchen Helbenthaten
des Könige, das Bewußtſein bes nationalen Zuſam⸗
menbange. In der äußeren Bolitit war F. indeß
weniger bebenflih von dem firengen Rechte abzu-
geben, wo e8 einen politifhen Vortheil wahrzu⸗
nehmen galt, aber bie politifche Praxis feiner Zeit
u. der kurz vorhergegangenen Beriode Ludwigs XIV.
läßt dieſen Borwurf in einem milden Lichte erſchei⸗
nen. Der Kirche gegenüber verhielt ſich F. perſön⸗
lich indifferent, aber die Toleranz, welche ein zwei⸗
ter aupigrunbing feiner — war, war
nicht ein Ausflug dieſes kirchlichen Indifferentis⸗
mus, ſondern ein wohlerwogenes politiſches Prin⸗
cip, welches F. als das Haupt ber proteſtantiſchen
Furſten des Continento charakteriſirte u. der Staats⸗
ewalt eine noch feſtere Grundlage verlieh, indem
ieſelbe ſich von der Kirche unabhängig machte. Wie
F. der franzöftigen Modephiloſophie ergeben war
n. in biefer Beziehung die Schwächen einer Zeit
theilte, fo wangelte ihm auch aller Sinn für das
wiebererwachenbe geiſtige Leben des beutfchen Vol⸗
les, u. in bem Kampfe gegen bie franzöfiiche
Herrſchaft auf bem Gebiete ber Wiffenfchaft u.
Kunſt fiand er ſelbſt auf Seite der Franzoſen. Von
Voltaire eingenommen, fprach u. jchrieb er gern
franzöſiſch, u. feine hiftorifchen u. politiichen Schrif⸗
ten gehören den wichtigſten Gejchichtsquellen
feiner Zeit. Weniger glücklich war er in ber Poeſie.
In feiner äußeren Erjcheinung zeigte er fich Ichlicht
u. einfach u. die Popularität feiner Perföntichkeit
ſpricht fi in einer großen Menge von Anelpoten
aus, welche noch im Munde des Volkes fortieben.
Ein Krüdftod war faft immer jein Begleiter, fein
Lieblingsaufenthalt das von ihm erbaute Schloß
Gansfouci bei Potsdam. Hier fürchte er fih für
den Mangel häuslichen Glückes durch Umgang mit
Gelehrten u. Schriftftellern, turh Natur» u.
Kunſtgenüfſe zu entſchädigen. Gegen Ende feines
Lebens wurbe 5. von gahr zu Sabr mißmutbiger,
je mehr fich der Kreis feiner gelehrten Genoſſen
in Sausſouci lichtete. Das Gefühl der Verein-
famung drückte ihn eben jo fehr, wie ihn bie un-
anälfigen Berleumbungen empörten, denen er faft
überall in Europa ausgejett war. Als er ftarb,
empfand ganz Europa feinen Tob als ein tief-
einſchneidendes hiftorifches Ereigniß. Eine Reiter-
flatue in Berlin (feit 1851) u. ein Stanbbilb in
Breslau find dem Andenken 5-8 gewidmet; außer-
bem wurbe ibm 1854 bei Leuthen ein Siegesbent-
mal errichtet. Er war feit 1733 vermählt mit Eli»
fabeth Chriftine, Tochter des Herzogs Ferdinand
Albrecht von Braunfchmeig-Bevern; ta er hbiele
Ehe gegen feine Neigung, auf Befehl ſeines Vaters,
hatte eingehen müſſen, fo lebte er von feiner Ge⸗
mahlin getrennt, obgleich er fie jehr hech achtete. Er
binterfieß feine Kinder, daher folgte ihm fein Neffe,
ende. Fes wichtigfte, fa in alle Sprachen
Friedrich (Könige von Preußen)
Überfehte u. ſammtlich ohne feinen Ram
nene Schriften find: Anti-Macchiar
1740, 4. Aufl. 1759; Me&moires pour
l’bistoire de Brandenbourg, Berl. 17!
3. Aufl. 1767; Oenvres ou Po&sies dr
philosopho o Sanssouci, ebb. 1160;
tion militaire, ebb. 1770, 3..Xufl. 179
de Voltaire, ebd. 1778; BReflexions a
lents militaires ut sur le caractere
les XII., £p3. 1786; Oeurvres posthı
bält: Histoire de mon temps, Histe
uerre de sept ans, kleine philofophi
eipräcdhel, Gebichte ꝛc.), Berl. 1788,
Suppl&öments aux oeuvres posthuj
1789, 6 Bbe.; Oeuvres completes,
2pz. 1790, 20 Bbe., n. Ausg. Poteb.
Bde.; beutich find F⸗0 Werte üiberjekt
Biefter, J. F. Zöllner, 3. D. Sander
den Suppfementen, Berl. 1789, 19 Bde
ſtändigſte auf Befehl des Könige Fri
beim IV. von ber Alademie m Berlin x
Prachtausgabe ber Werke Fes des re
Berl. 1846—57, 30 Bde. Briefwechſe
spondance familiere et amicale
eri. 1787, 2 Bbe.; F. II. Eorreip:
Voltaire, Berl. 1789—90,, 4 Bde.; Cr
de F.II. avec Mr. Duhan de Jat
1791; Correspond. entree entre F
Marquis d’Argenson, Königsb. 175
(beutichebb. 1798); Lettresineditesde
Mr. et Madame de Cames, Berl. 1$4
Briefe an feine Berwanbte, aelhriehen i
ren 1732—1739, ebd. 1838. Uber ihr d
berg, M&moire sur la dernitre ann
Berl. 1787; Seyfrieds Lebens- u. 9
gefchichte F. IT. &pz. 1784— 1788, 3 ©
Geſchichte F. II., Halle 1757, 2 Thle.
mann, Über F. d. Gr., ebd. 1755; 7
ment über F. b. Gr., ebd. 1790, 3
fing, —5 — F. rg 1755 .
trag zur Regierungsgeichichte 8. IL.,
Ch. Denina, —— nr la S, et le
F. II , Berl. 1788; 3. Bourkais, Poı
le Grand, Berl. 1788; Röder, De rı
F. M., Hilbburgh. 1759—90,, 1 Bde.
der Einzige, Berl. 1790, Bunte, Leben
F. II., ebd. 1790, n. X. 1806; Game
ur Schilderung bes Charakters u. der
'q II., ebb. 1798 f., 2 Bre.; E. ©.
Charakteriftit F. II., ebd. 1798, 3 Th
F. II. Boruss. Rex, Regeneb. 1500;
Über die Gefchichte F. II., ebd. 1505;
Uber F. II., ebd. 1810; K. v. Seibel,
feine Gegner, Gotha 1819 f., 3 Bde.: F
d. Or. Jugendjahre, Bildung u. Geift
Defi., Leben u. Thaten F. W. d.
1840 ff.; B. Jomini, Hist. des gue
deutich von Völbernborf, TÜR. 1S11,
Minutoli) %. u. Napoleon, eine Para
1840; (9. %. Unger), Aneftoten u. ©
aus dem Leben F. IL, ebd. 1756 f, 19
Nicolai, Anekdoten von F. IL., ebt. 1
6 Hefte; Kugler, Geſchichte %. d. @r., I
1856; Macaulay, Fr. the Great. !
1857; Carlysle, History of Fr. II.
Neuberg), Berl. 1858. 19) 5 Bi
Neffe des VBorigen, Sobn tes Brinzen !
beim von Preußen, geb. 25. Sert Ii
Friedrich (Könige von Preußen)
5. IL, feinem Oheim, nad; feines Batere Tobe
zum Kronprüngerflärt, machte ben Siebenjähri-
ı Baierikchen Erbfolgeltieg mit u. folgte F. II.,
[mguft 1786. (Er fanbte 1789 ein Secı nad
mb, um Die Kechte des Erbſtatthalters, feines
agers, gegen bie Angriffe ter patrictiichen
2 au wahren, erwarb 1791 Ansbach u. Bai⸗
ſchloß 1792 die Convention ven Pillnig mit
reich, zu Folge welcher er in ben Franzöſiſchen
lationotrieg (| b.) verwickelt wurde. In Be⸗
uf Polen machte er mit Ruflaud u. Sfterreich
ufame Sache u. erwarb in ber zmeiten u.
Zheilung Polens neue Gebietserweiterun⸗
Mit Frankreich ſchloß er 1795 ben Frieden
efel. welcher für das Yanb keinen Gewinn
R. Über feine Regierung ſ. Preußen (Geſch.).
m 1I. flarb am 16. Nov. 1797. Er war
t in erfter Che 1765 mit Eliſabeth, Toch-
Herzogs Karl von Braunſchweig, geſchie⸗
269, u. in zmeiter Ebe 1769 mit Luife,
bes Landgrafen Ludwig IX. von Heflen-
t (ft. 1505); feine Kinder aus erfter Ehe:
, Semablin bes Herzogs Frietrih von
‚auß zweiter Ehe: Friedrich Wilhelm III,
folger, u. tie Prinzen durwig Heinrich u.
({f. d. a.); Wilhelmine, Gemahlin bes
Bilhelm I. der Niederlande, u. Auguſte,
bes Kurfürften Wilhelm IL. von Heſſen⸗
feine beiten Kınber von der Gräfin Sophie
E Friederike v. Dönhoff, |. u. Graf v. Bran-
Ein Denkmal wurde ihm zu Ruppin er⸗
Bgl. ( F. v. Coln) Vertraute Briefe über
Verhältniſſe am preußiſchen Hofe feit
F. II., Amſterd. 1807- 1809, 6 Thle.;
nz, Leben u. Thaten F. W. II., Berl. 1798;
Berfuch einer Darfiellung feines Lebens,
798; L. Ph. v. Segur, Geſchichte der ver⸗
men Begebenheiten u. ber Regierung %.
aus dem Franzöſiſchen, Ypz. 1801. 20) %.
iefm III, ältefter Sohn des Vorigen u. Lu⸗
om Heflen - Darnıftadt, ger. ten 3. Auguft
; machte ale Prinz tie Rheincampagne mit
"= 16. November 1797 nad feines Vaters
Sie Regierung an. In feiner Sorge für
wrbeflerung tes Staatshaushaltes u. Der
Mtsıng binterten ihn vielfach Die europätfchen
Belungen, welche der Franzöſiſche Revolu⸗
zur Folge batte. Wegen ter Verletzung
achſchen Gebiets durch Fraukreich ſchloß er
e Sſterreichiſch⸗ruſſiſchen Allianz gegen Frank⸗
a, trat nad der Schlacht von Auſterlitz zu⸗
bes Vertrages in Wien 15. Nevember 1805
üb, Baireuth, Kleve u. Berg gegen ten Beſitz
muover an Frankreich ab, wodurch er Eng⸗
m Juni 1806 zur Kriegserflärung veran-
Spater der Allianz mit Rußland u. Eng»
egen Frankreich beitretent, wurde er mit die⸗
s einen unglüdlihen Krieg verwidelt n.
ben 9. Juli 1507 den nachtheiligen Frieden
fit ſchließen, worin Preußen miehr als bie
jeiner Staaten verlor. Während bes Frie⸗
üchte er in dem ihm verbliebenen öſtlichen
einer Monarchie das öffentlihe Webt mit
eilter Dingabe zu fördern, bis ihn tie Allianz
tanıtzeich 1912 nöthigte, gegen Nußland bie
2 zu ergreifen. Der unglüdliche Ausgang
ßen Arınee, welche Napolcen nach Moekau
‚, beftimmte ihn, die Allianz mit Frankreich
727.
aufzugeben u. fih mit Rußland u. England gegen
Napoleon zu verbinden. Seinem patriotiſchen A
rufe an das preußiiche Volk 1813 erfolgte die
fenerhebung deſſelben gegen bie Fremdherrſchaſft,
welcher durch die Schlacht bei Leipzig dad Ende ber
reitet murde. Seinen energiſchen Anftrengmgen
nah ter Rüdtehr Napeleons von Elba mar es
hanptſächlich zu Darren, Daß Die Macht des Kaifers,
noch ehe er bie deutſche Grenze überſchritt, in ber
Schlacht bei Waterleo gebrochen wurde. Im Wie
ner Congreß erlangte er für feinen Staat eine Ge⸗
biet8ermweiterung um mehr als tie Hälfte feines
früheren Umfangs. 1815 befuchte F. W. III. ven
Kaiſer Alexander von Rußland ır. wohnte dem Con⸗
reß von Aachen, je wie 1820 ı. 1822 denen von
Frorpau u. Verena bei. Er ftarb ben 7. Juni 1840.
Über feine Regierung f. n. Preußen (Geſch.). Ihm
find Dentimale in Teplig (1941), in Poſen (1843),
Botstam (1545), Berlin u. Stettin (1849) u. RB
nigsberg (1651) errichtet. Vermäblt war er feit 24.
Dec. 1793 mit Luiſe, Tochter des Herzogs Karl II.
von Medienburg- Strelig, mit ber er in ber zärtlich⸗
ften Gattenliche Ichte; fie ftarb 19. Juli 1819; zum
zweiten Male vermäbhlte er fich in morganati
Che, 9. November 1824, mit Augufle, geb. Gräfle
Harrach, zur Fürſtin won Liegnih u. Gräfin von
Sohenzollern erhoben. Seine Kinder aus erfter
Ehe: —*8 Wilhelm IV. ſein Nachfolger; Wil⸗
helm, jet Prinz⸗Regent ven Preußen; Charlotte,
als Alexandra Gemahlin bes Kaiſert Nikolaus von
Rußland; Prinz Karl; Aleraudrine, Gemahlin des
Großherzoge Paul Frietrih von ——
Schwerin; Luiſe, Gemahlin des Prinzen Erich ch
von der Riederlande, u. Prin Albrecht; ein Prinz
u. eine Prinzeſſin ftarben in fruͤhem Alter. Er fchr.:
Luther iu Beziehung anf bie preußiſche Kirchenagende
von 1822 u. 1823, Verl. 1827; Reminifcenzen aus
ber Campague 1792 in Frantreich u. Journal meiner
Brigade in der Campagne am Rhein 1793. Über
ihn vgl. Jahrbücher der preußiichen Monardie u.
der Regierung F. W. III., Berl. 179S— 1801, 4
Bde; Greufen in ben Jahren ber Leiden n. ber
Erhebung; Abriß einer Gefchichte des preußiſchen
Stantes unter 5. W. IIT , ebd. 1817; 5 Ben⸗
enberg, F. W. III., %p3. 1821; F. W. IIL, ein
enkmal dankbarer Erinnerung an feine Regierung,
Berl. 1810; F. W. TIL, eine biographiſche St
Halberfi. 1840; K. F. Kiöder, Lebens- u. Regie-
rungsgefichte F. W. III., Berl. 1841; & ®.
Ebert 1840; 9. Döring, F. W. LIT. Pebens- u.
Regierungsgeihichte, Quedlinb. 1841; ©. 8. Henfe,
5. W. II. u. die berühmteften Männer des peu
ßiſchen Staats, Sangerb. 1841; F. W. MI. Ieter
Wille, Berl. 1841; Eylert, Charafterzüge aus bem
Leben F. W. III., Magdeb. 1842—46, 3 Be,
auch 1547. 21) F. Wiſhelm IV., Sohn bes Bo»
rigen u. Zuifens, Prinzeſſin von Medienburg-Sire-
li, geb. am 15. October 1795; machte alle Felb⸗
zuge des preußifchen Heeres von 1813— 1815 mit,
wurde von Delbrüd, Savigny, Scharnhorft, ſne⸗
ſebeck, Ritter, Lancizolle, Schinkel u. Rauch unter⸗
richtet u. bereiſte dann alle Provinzen des preußi⸗
ſchen Staates. 1810 kam er nach feines Vaters
Tode zur Regierung. Mit großen Geiſtesgaben
auggeftattet, im Wefit einer umfaffenten Bildung
beganıt er jeine Negierung mit liberalen —
indem er den politiſch Verfolgten u. wegen Theil⸗
nahnie an den ſogen. demagogiſchen Umtrieben Ges
728 Friedrich (Könige von Preußen, Sicilien, Sachfen u. Württemberg
fangenen Amneftie ertbeilte u. ven Drud ber Cen⸗
Vaters auf die eventuelle Thronjelge I
{ur erleichterte. 1847 ordnete er im Vereinigten | nach dem Tode des Kenigs Anıon 6..
Landtage eine Gefamntivertretung des Landes, aber
obne 6
ceffionen drängten ihn tie Ereigniſſe des Jahres
1848, wo er während ber Berliner Märztage mans
chen Kränkungen ausgejettt mar. 1849 fehlug er Die
deutſche Kaiſerkrone aus, welche ihm die Srantiurter
Nationalverſammlung anbot, ſ. u. Deutſchlaud
GGeſch.) XIII. C) A). Den Wiſſenſchaften u. ben
Künſten zugethan, war er dem Kriege abbold u.
bewahrte auch mäbrend tes Orientaliſchen Krieges
1854 — 55 eine ftrenge Neutralität. Seine fried-
liche Politik war der Eutwidelung des nationalen
Wohlſtandes günftig. Zwei Dial war er Atten⸗
taten ausgeſetzt, 1847 u. 1550; das erfte wurde
von Tſchech, das zweite von Sefeloge verübt, beide
ohne pelitiihe Motive. Im Dct. 1857 erfrantfte er
bedenklich u. übertrug 23. Oct. 1858 die Regentſchaft
befinitio an feinen Bruber Wilhelin, Prinzen von
Preußen, welcher diefelbe ſchon vorher proviforifch
eführt hatte. Zur Wieberberftellung feiner Gefund-
kei begab er ih nach Meran u. Italien. Liber feine
egierung |. Breußen (Gefch.). Vermählt iſt F. W.IV.
in tinderlofer Ehe feit 1823 mit Elijabeth, Tochter
des verfiorbenen Königs Dax von Baiern. N Bon
Sachſen: 22) %. Auguft I. der Gerechte,
Sohn bes Kurfürften F. Chriſtian von Sachſen u.
ber Marie Antoinette, Tochter bes Kaiſers Karl VII.,
geb. am 23. Dec. 1750, folgte feinem Vater 17. Dec.
763 als Kurfürſt F. III. unter Vormundſchaft
feines Oheims Xaver u. trat die Regierung felbft
1768 an. Die Wunden, welche ter Siebenjährige
Krieg feinem Lande gefchlagen hatte, jute er
dur) eine weile Staateregierung zu heilen, war
et Mal (nad) Joſephs II. u. Leopolds II. Tode)
eichsvicar, nahm Theil am Yaieriichen Erbfolge
hieg, an dem Franzöſiſchen Revolutionekrieg 1792
— 1796, rüflete 1805, mit Breußen alliirt, gegen
vanfreich, focht 1506 für Preußen, dann nach dein
ofener Frieden 1807 für Frankreich, trat dem
beinbund bei u. wurde dafür von Napoleon zum
Könige u. Großherzog von Warſchau ernannt. Er
elite fein Rheinbiumbscontingent 1809 gegen
fterreich, 1512 gegen Rußland, erklärte fih 1813
gegen bie Allürten u. wurde deshalb nach der
Schlacht bei Leipzig im October 1513 als Gefan-
gener nad Friedrichsfelde bei Berlin gebracht.
einem Lande 1815 wiedergegeben, mußte er laut
Beihluß des Wiener Congreſſes fait bie Hälfte bej-
jelben abtreten, |. u. Sachſen (Geſch.). Erfi. ven
5. Mai 1827. Im murten 1750 in Leipzig u.
1843 in Dresden Denkmale errichtet. Er war ver-
mählt feit 1769 mit Marie Amalie, Tochter des
Herzogs Friedrich von Pfalz⸗Zweibrücken (ftarb
1828), welche ihm eine Tochter, Auguſte (ſ. d. 6),
ebar. 23) 5. Auguſt IT, ältefter Sehn Des
rinzen Max u. ter Prinzeſſin Karoline Maria von
Parma, Neffe des Tor., geb. 10. Mai 1797, beglei—
tete ben Borigen wäbrend ter Wechſelfälle 1509
nad) Leipzig u. Frankfurt a. M., 1513 nach Re:
gensburg u. Brag u. ging 1515 mit feinen Brüs
dern in das öſterreichiſche Hauptquartier nach Die
jon, wurde 1618 Generalinajer, 18530 General n.
Chef ber ſächſiſchen Armee u. machte 1324, 1625 u.
1828 Reilen nach ben Niederlanden, Paris u. Ita:
lien. Bei den Unruhen im September 1830 in
Sachſen wurde er nach der Berzichtleiftung feines
chließende Stimme an. Zu weiteren Con⸗ an ben
König. Auf einer Reiie im Tyrol kegrifl
Seigen eines Sturzes aus dem
Breunbädhl zwiſchen Imft u. Wens, ai
1854. Über feine Regierung f. u. Zub
Er madte, neh als König, zum Theil i
feiner Yieblingsmiflenfchaft, der Botani
fen, fo 19835 nad Iftrien, Dalmatien ı
gre, 1844 nad) Belgien n. Englant. 7
ihn: der Friedrich» Augufs- Iburm
(September 1854), auf Dem Berge kei!
Dresten. Er war vermäblt feit 1619 n
Tochter bes Kaifers Franz von Ifterrri
n. in zweiter Che feit 1833 mir Marie,
Königs Max I. von Baiern. Aus beite
er keine Kinder, daher folgte ibm iein
hann. Vgl. Schladebach, F Auguft I
Sachſen, Drest. 1554. H Ben Schr
B. geb. 1676, Sohn des Landgrafen &
en«Kaffel; vermählte ſich 1715 mit
nore, Tochter König Karls XI. vor
1719 zum König von Schweden gefrö
er 1720 mit Bewilligung ber Stäntı
rung u. ftarb, nuchdem er feit 1730 aı
von Heſſen⸗Kaſſel gemorten war, 5.
finderlos. Uber feine Regierung |
(Geſch.) u. Heflen (Kurfürſtenth.) 3:
war er feit 1700 mit Dorctbea von 2
(ft. 1705) vermählt. I Bon Eic
F. (I.), fo v. w. Friedrich 2). 20) 5. |
ter Sohn Peters von Aragon u. Cenj
Schwaben; wurbe, nachdem fen älı
Jakeb nach der Succeffien in Aragoı
die Krone von Sicilien 1295 zu Gunſte
Anjcu verzichtet hatte, Doch 1296 zur
Eicilien gewählt, friegte gegen Karl,
Frankreich u. den Bapft u. fl. 25. Jun
ibn ſ. Sicilien (Geſch). Wr war v
Eleonore, Tochter des Könige Karl ]
pel; von feinen Söhnen folgte ibm Rai
hann war Regent für feinen unmün
Ludwig. 27) ©. II. (III.) der Einf:
tel des Vor., Sohn Peters IT., folg
Jahre alt, ſeinem Bruder vLudwig, u
gentjcbaft feiner Schweſter Eupbemia
cher Kirn, erflärte er fich ber Königin
von Neapel 1365 tributbar, entlagte d
nig von Sicilien, filbrte tagegen ven
von Trinacrien u. fl. 1377; f. u. Si
mählt war er mit Eonflanze, Tochter
Peter IV. von Aragon (fl. 1363), n. ir
mit Antoinette von Tarent, Tochter
Baur; feine einzige Tochter aus erfter
vermählte fih mit König Martin Il
gen. D Bon Württemberg: 38)
beim Karl, Schn des Herzogs Fric
u. der Friederite von Brandenburg»
6. November 1754 zu Treptem in Him
wo fein Vater ald preußifcher Ofnñzier
ſtand; trat in preußiihe Kriegedienſte,
bis zum Generalmajor, Ban Dann 173
rallieutenant u. Genteralgouverneur ve
in ruſſiſche Dienſte, nabm 1737 jenen
lebte zu Montrepos bei Lauſanne u. zu
bei Mainz, ftellte ſich 1796 den ren
gen, lebte, nachdem dieſelben Nr
obert ha.ten, in Ansbach, Wien m. Lent
Friedrich (Andere
m Dergegfoum zuräd, wo er am 22.
im demſelben Jabre die Regierung an-
nıde 1603 Kurfürft, 1805 König u. trat
Kheinbunde bei, 1913 trat er gegen Na⸗
Beite der Alliirten, erwarb feinen Etaate
weiten Bariler Frieden einen großen Län⸗
n. fi. 30. Oct. 1816, f. u. Württemberg
Sr war vermäblt feit 1780 mit Augufte,
ı Herzogs Karl Wilhelm Ferdinand ven
eig (fi. 1798), n. in zweiter Ehe feit 1797
tte, Tochter des Königt Georg TII. von
mien; feine Kinter aus eriter be:
‚ ſein Nachfolger; Katharina, Gemahlin
Jerome Bonaparte von Weſtjalen; u.
(. d. a.).
ere regierende Fürſten: a) Mark⸗
Ancona: 29) F., Neffe König Hein-
im 12. Jahrh. unter deſſen Regie
‚8 n. Markgraf von Ancona (ſ. d. Geſch.).
n von Anhalt: aa) Ron Anhalt-
: 80) 5, Sohn Chrifians I. m.
ı Bentheim, geb. 16. November 1613;
in ſchwediſche, Tann in beifilche Kriege
sernahm 1641 die Regierung ber An⸗
änder am Harze (Anhalt⸗Harzgerode),
0 Senior tes Haufes Anbalt u. fl. 30.
', f. Anhalt (Geich.) III. 2) a). Er
ihlt feit 1642 mit Jehanna Eliſabeth,
6 Grafen Johann Ludwig von Naffau
a. in zweiter Ehe 1657 mit Anna Katha-
ter des Grafen Simen VII. von ber
ber ans erfiet Che: Fürft Wilhelm, fein
‚u. Elifaberh Charlotte, vermählt mit
g von Hclflein 81) F. Albrecht,
Ärften Victor u. ber Albertine von
rg, geb. 15. Aug. 1735, folgte feinem
En 1765 u. fi. 9. April 1796, |. u. An-
yun. B)b). Gr mar feit 1763 vermäblt
ochter bes Herz0g8 5: Karl zu Holftein-
769) ; feine Kinder: Yürft Alerius, fein
no. Bauline, Gemahlin des Kürften Leo⸗
ppe. bb) Von Anhalt-Zerbft: 32)
t, Sohn Chriftian Augufts, geb. 8. Ang.
erte 1747 — 1793, wo er am 3. März
war in finterlojer Ehe vermählt 1764
inzeffin Friederike Auguſie Sophie von
ruburg; mit ihm erloſch bie Yinie An-
t, —28— III. C). cch Bon An-
ben: 83) F. Ferdinand, ſ.
eo Markgrafen von Ansébach:
v. w. Friedrich 52). 35) F., fo v. w.
33). © Martgrafen von Baden:
Sohn des Markgrafen Hermann VI. zu
er Gertrud, Tochter des Herzogs Heinrich
ſen von Ofterreich, geb. 1249; folgte fei«
1250 unter der VBormuntichaft feiner
us feinem Beſitz Ifterreich aber vertrieb
x, König von Böhmen; dennoch nannte
mer Herzog von Oſterreich, unternahm
feinem Greunde Konradin von Schwa⸗
sg nach Neapel u. wurde mit dieſem von
Knjou gefangen u. 1268 in Neapel ent-
Baden (Geſch.) III.A). 37) F. II. Sohn
VIT. folgte jeinem Vater 1291 mit feinem
idoſff V.n. reſidirte auf dem Schloſſe Eber⸗
.1333, f. ebd. III. A). Er war vermäblt
be, Gräfin von Beichlingen; fein Sohn
VII. (IX.) folgte ip. 38) 5. LII,
regierende Furften)
729
Sohn Aubolfe V., feige biefem 1348 u. fl. 1353,
f. ebd. Gr mar vermählt mit Margarethe, Toch-
ter des Markgrafen Rudolf Hefſon von Baden,
n. batte jom achfolger feinen Sohn Rubolf VIL
29) 1 .. geb. 1458, Sohn des Markgrafen
Karl I.; murde 1496 Biſchof in Utrecht, dankte 1516
ab u. farb 1517 in Baden, eigentlich nicht regierend,
aber in ber Reihe ale Ha graf mitgezählt. 40)
F. V., Sohn bes Markgrafen Georg Friedrich von
Baten-Durlad, geb. 1594; erhielt 1622 von fei-
nem Vater, ber mit Friedrich V. ven der Pfalz ge-
gen ten Kaifer verbunden gewelen war u. ben
Krieg meiter gegen benfelben fortfette, bie Regie⸗
rung, mußte aber Baten-Baben herausgegeben,
wurde 1634, weil er fich 1631 fir Guſtav Adolf
von Schweden erflärt hatte, geächtet u. erhielt fein
Land, das mit kaiſerlichem Eequefter belegt wurte,
erſt im Weſifäliſchen Frieden 1648 zurück; er flarb
1659; ſ. Baden (Geſch.) IV. u) c). Er war fünfmal
verheirathet: 1616 mit Barbe, Tochter des Herzogs
riedrich von Württeniberg (fl. 1627); 1627 mit
leonore, Tochter des Grafen Albert Otto ven
Solms (fl. 1633); 1633 mit Maria Eliſabeth,
Tochter bes Grafen Volrad von Walded (ft. 1843);
1644 mit Anna Maria, Wittwe des Grafen 7*—
rich von Solms (fl. 1649), u. 1649 mit Eliſabeth
Gujebia, Tochter des Grafen Albert von Fürften-
berg (fl. 1676); von feinen Söhnen batte er ben
Boigenben zum Nachfolger. 41) %. VI, Sohn bes
or. aus feiner erfien Ehe, geb. 16. November
1617, machte unter Richelieu u. dann unter heffi-
hen Fahnen ben Dreißigjährigen Krieg gegen bie
Ligue mit, folgte 1659 feinem Vater in Baden⸗
Durlach u. flarb 31. Jam. 1677; ſ. Baden IV.B)c).
Er mar vermählt feit 1642 mit Chrifiine Magba-
lene, Tochter des Herzogs Joh. Kaflmir von Zwei⸗
brücken⸗Cleburg (farb 1662); dann mit Johanne
von Münzesheim; won feinen Kindern erfler Che
folgte ihm Friedrich VII. 48) 5. VII, der Große,
älteſter Sonn bes Vor., geb. 23. September 1647
in Uckermünde, folgte feinem Bater in Baden⸗
Durlad u. ſt. 26. Juli 1709, |. u. Bauten IV. 8) c).
Gr war jeit 1670 vermählt mit Maria, Tochter bes
Herzogs Friedrich III. von Helftein-Sottorp, von
feinen Söhnen folgte ihm Karl Wilhelm. e) der-
309 von Baiern:. 43) F., zweiter Sohn Ste-
phans I. u. der Margarethe, Burggräfin von Nürn⸗
berg; führte nach dem Tode feines Vaters, 1375,
Anfangs bie Regierung mit feinen zwei Brü-
bern, Stephan u. Johann, gemeinſchaftlich, erhielt
1391, da der jüngſte majorenn geworden war,
in der Theilung Landshut u. fl. 1393, ſ. Baiern
(Geſch.) VII 2) b). ſ) Darlgrafen von
Baireutb: 44) So v. w. Friebrid 54); 45) fo
v. m. Friedrich 55). 5) Herzog von Böh-
men: 46) $., Sohn des Könige Wladiſlaw II.
von Polen, wurbe 1178 Herzog von Böhmen u.
ft. 1159; ſ. u. Böhmen (Geſch.) III. h Bon
Brandenburg: aa) Kurfürften: 47) $. J.,
Sohn Friedrichs V. von Hobenzellern, Burggra⸗
fen von Nürnberg, u. der Gliiaberh von Meißen,
geh. 1372; felgte feinem Bater 1398 ale F. VI,
urggraf von Nürnberg, leiftete dem Kaifer Sigis-
mund bei ber Kaifermahl große Dienfte u. bieier
verpfänbere ihm 1411 bie Dart Brandenburg,
welche ipm 1415 nebfi ber Kar erb- u. eigenthüm⸗
lich überlaffen wurde; er fl. 20. (21.) Sept. 14405
über feine Regierung |. u. Brandenburg Geſch.)
730 Friedrich (Antere
IV. A). Er war vermählt mit Elifabeth, Tochter des
Herzogs Friedrich von Baiern⸗Landshut; von fei-
nen Söhuen reſignirte ber ältefte, Johann der Al-
chemiſt, u. die beiden anderen, u. Albrecht,
waren feine Nachfolger. 48) %. II. ber Eifen-
zahn, zweiter Sohn bes Vor., geb. 19. Rovbr.
1413, erhielt nach der Nefignation feines älteren
Bruders 1440 die Regierung u. überließ bas Land
1470, ba feine Söhne, Iohann u. Eraſsmus, jung
eftorben waren, feinem Bruder Albrecht III., 309
an auf bie Plaffenburg in Franken zuriid u. flar
bier 10. $ebr. 1471, ſ. Vrandenburg Geſch.) IV. A).
Er war vermähft feit 1441 nıit Katharina, Tochter
bes en Friedrich des Streitbaren von Sach⸗
fen; von jeinen Töchtern beirathete Margarethe
den Herzog Boleflam von Pommern u. Dorothea
den degeſ Johanu III. von Sachſen⸗Lauenburg.
40) F. Wil helm, ber Große Kurfürſt, Sohn
des Kurfürſten Georg Wilhelm n. ber Eliſabeth
Charlotte von ber Pfalz, geb. 6. Febr. 1620, trat
nach feines Vaters Tobe 1640 bie Regierung an u.
führte dieſelbe, nicht nur die Unabhängigkeit Preußens
von der Krone Polen erringend u. gegen Frankreich,
olen u. Schweden, wiewohl mit abwechſelndem
lück fechtend, ſondern auch fein Land nach dem
Dreißigjährigen Krieg zu innerem Wohlſtande er⸗
ebend, indem er namentlich fremde Einwanderer
in den aus Frankreich vertriebenen Reformirten
heranzog; er fi. 29. April 1688. Über feine Re⸗
gierung vi das Ausführlihe unt. Brandenburg
(Geſch) VI.C). Bermählt war er feit 1646 mit Luiſe
Henriette, Tochter bes Prinzen Friedrich Heinrich
von Dranien (fl. 1667), u. in zweiter Ehe feit 1668
mit Dorothea, Tochter bes Herzogs Philipp von
Holftein-Glädsbıng ; fein Sohn ans erfier Ehe war
fein Nachfolger Friedrich III. od. als Ki 5.1
50) 5. III., fo v. w. Zriebrid 16). bb) Mart-
grafen: 51) F. der Dide, vierter Sohn Fried⸗
richs I., Markgraf von ber Altmark; fi. 1463, vgl.
Brandenburg (Geſch.) VI.A). 52) F. älterer Sohn
des Kurfürften Albrecht Achilles von Brantenburg,
aus defien zweiter Ehe mit Anna von Sachſen,
ges. 1460 in Ansbach; erhielt von feinem Vater
nebach, u. nach feines Bruders Sigismunds Tode
1495 das Fürſtenthum Kulmbach. Er regierte bie
1515, mo er fi) wegen Geiftesgerrüttung auf bie
Sehe Plaſſenburg zurückzog; dort fl. er 1536, ſ.
nsbach (Geſch.) 53) F., Sohn von Joachim Ernft,
Markgraf von Ansbach, geb. 1616; folgte ſeinem
Bater 1625, fland unter der Bormunbfchait feiner
Mutter, Sopbie geb. Gräfin von Solms, u. blieb,
bevor er bie Regierung angetreten hatte, 1634 bei
Nördlingen, |. Ansbach (Geih.). 54) F., Sohn
bes Markgrafen Georg Franz Karl von Baireuth
u. der Dorothea von Holflein- Bed, geb. 1711,
trat nach bes Vaters Tode 1735 Die Regierung iiber
Baireuth an u. ſt. 1763, |. Baireuth (Geich.). Er ftif-
tete 1743 bie Univerfität Erlangen, weshalb 1543,
bei der Eäcufarfeier, bier fein Stanbbild aufgeftellt
wurde. Er mar mit Friederike Sophie Wilhelmine,
Schweſter des Könige Friedrich bes Or. von Preußen,
u. nach Deren Tode nit Sophie Karoline von Braun»
ſchweig⸗Lüneburg vermäblt. 55) 5. Chriftian,
geb. 1708, jlingfter Obeim des Vor. ; folgte dieſem
1763 u. regierte bi® 1769; 8. ftarb linderlos u. fein
Land fiel an Ansbach; ſ. Baireuth (Geſch.). k) Her.
zöge von Braunfhmweig:aa) von Braun-
Ihweig-Wolfenbättel: 56) F. ältefter Sohn
regierende Fürften)
Maguus’ II.; folgte 13S$ feinem Bater,
Gegenkönig gegen Wenzel zum Deu
ermwäblt werben, blieb aber auf ber Rüdrer
Wahltage bei Fritzlar gegen Heinrid ve
22. Aug. 1400; ſ. Braunjdhmeig Geſch.)
war vermählt mit Anna, Tochter des.
Wenzel von Sachſen u. hatte keine €
ber folgten ihm feine Bräter Heinrid ]
bard I. 57) Fder Unruhige, Sohn
that als Prinz viele Kriegezlige, regiert
mit feinem Bruder Wilhelm IL geme
wurde aber von biefem gefangen gelekt'
j. Braunſchweig (Geſch.) III. A). Bon
mahlin, Anna, Zocter bes Herzegt
Braunfhmeig-&rubenbagen, hatte er fı
58) 5. Ulrih, Sohn von Heinrich I
5. April 1591, folgte feinem Bater 1!
1625 mit Kinig Chriflien von Däne
am Dreißigjährigen Kriege (i. d.) u. |
1634. Er war vermählt mit Anna €
ibm ſtarb ber ältere Stamm Braunid
feubüttel aus, u. fein Land fam an e
von Braunfchweig - lüneburg, ſ. B
(Geſch.) III. A). bi Bon Braunſch
neburg: 59) F I der Andächti—
Bromme Sohn Herzogs Bernhard,
einem Vater gemeinſchaftlich ınit ſein
Otto IL u. nach deſſen Tode 1445 alle
‘His 1458, wo er ind Kofler ging; Af
Regierung wieber 1471 u. fl. 1418,
ſchweig (Gejch.)IIL.2). Er war vermäßl
dalene, Tochter des Kurfürften Fried
Brandenburg, u. hatte feine Kinder.
vierter Sohn Herzogs Wilhelm von
1574; folgte feinem Bruder Augnf üı
regierte von 1636 — 1648; durch bie
eines Secretärs Tochter wurde er
adeligen Familie von Lüneburg, 1.
Geſch.). DH Grafen von Breh
Friedrich 117). 62) |. Friedrich 118).
grafen von Elfaß: 63) 5. I. te
ohn des Kaifers Albrecht I.; feit 12:
init feinem Bruder Rubolf VI. u.
Lubwigs von Baiern; ſ. oben Krietri
faß A). 64) 5. II. von Zyrol, Sohn!
folgte 1411 feinem Bruder Leopeld
1439; fein Sohn Sigismund war fein
u) Herzog von Franken: 65) F.
thbenburg, fo v. m. Friebri 178).
rafen u. Kurfürſt oou Heffen
Seffen-KRaffel: 66) %. IL, %
Helen, ſ. Friedrich 29. 67) F. IL,
Landgrafen Wilhelm VIII. u. ber De
helmine von Sachſen⸗Zeitz, geb. 14.
wurde in Genf erzogen, wurde ale Gr!
tatboliih u. nahm preußiſche Kriegi
folgte 1760 feinem Bater u. fl. 31.
Er gab im Nordamerilanifchen Krie
nach 17,000 Dann Heſſen gegen 221
in engliſchen Sold, gründete das Mu
dericianum u. verſchönerte feine Re
prachtvolle Bauten u. Anlagen, f. Hei
Gr war vermählt feit 1740 mit Maria,
Königs Georg II. von Großbritannien
u. in zweiter Che 1773 mit Philippine,
Markgrafen Friedrich Wilhelm von Br
Schwedt (fl. 1800); feine Söhne aut erf
ren Wilhelm IX., fein Nachfolger, u.
Sriebei (Andere regierenbe Bärften)
ebrih. 68) F. Wilhelm I., Urenkel
Bohn tes Kurfürſten Wilhelm IT. n.
in Anguſte von Preußen, geb. 20. zn
x 1821 Kurpring von Heſſen⸗Kaſſel;
Rarburg n. Leipzig, lebte mit feinem
ie von befien ehelichen Mißverhält⸗
elpanntem e, trat, als fein Bater
legte, bie Regierung al® Kurprinz u.
n u. wurbe 1847 nach feines Vaters
eh. Über feine Regierung f. u. Heflen
e if feit 1831 in morganatifcher Che
, Gräfin von Schaumburg, geſchie⸗
aun vermählt, tie er 1853 zur Für-
au erhob. Die Kinder aus diefer Ehe
nfalle zu Fürſten n. Fürſtinnen von
mt; dieſe find: Augnfle, vermählt an
zu Ienburg; Alegandrine, vermählt
nen Felix zu Bohenlohe- Ohringen;
itbeim. ori, heſſiſcher Rittmeifter;
ieutenant bei der Garde, Marie, ver⸗
im Dilhelm von —— ya
arl Heinrih u. Philipp. bb) Land⸗
n Dellen- Domburg: 69) F. 1,
bn George II., Lanbarafen von Hei-
idt, geb. 5. Märy 1553, erbielt nach
ine® Vaters 1596 Homburg ale Frſt
ſ. n. Heffen- Homburg. 70) F. I,
ı des Bor. n. ber Margareiba Eltiabeih
n, geb. 30. Mai 1633; nabm ſchwebiſche
, verlor in ber Belagerung von Kopen⸗
ein Bein, trat dann als erallieute-
denburgiſche Dienſte, wohnte 1675 ber
Fehrbellin bei, nahm bie Reformirte
te 1681 feinem Bruber With. Ehriftoph
rafſchaft u. fl. 14. San. 1707 in Hom-
n⸗Homburg. Er war vermählt jeit 1661
the von Wespnrg, Wittwe des ſchwedi⸗
Oxrenſtierna (fl. 1669) ; 1671 mit Luiſe
ochter des Herzogs Jakob von Kur-
u) n. 1692 mit Sophie Yale eb.
deiningen; fein Sohn au zweiter Che
gende. 71) %. III. Jakob, Sohn u.
e6 Bor., geb. 19. Mai 1673; folgte
746; 1. Seffen-Bomburg. Er war ver-
ifabetb Dorothea, Tochter bes Landgra⸗
[. von Heflen-Darmftabt (fl. 1721); u.
riſtine, Tochter des Grafen Friedrich
Na
IV., Kari 2ubmig, Neffe bes Bor.
Landgrafen Kaflmir Wilhelm , geb.
24, folgte 1746 feinem Oheim F. II.
ung u. fi. 7. Febr. 1751; f. ebd. Gr
t mit Luiſe Ulrike von Solme-Braun-
hn war der Folgende. 78) F. V. n d⸗
bes Bor., geb. 30. Ian. 1748, folgte
: Vater unter Vormundſchaft feiner
b Landgrafen von Heflen-Darmfladt u.
: Regierung 1776 jefbft ; er verlor durch
Rheinbundes 1806 bie Sonveränetät,
er durch den Wiener Congreß 1816
mrbe für einige @ebietsabtretungen
nes Gebiet auf dem linken Rheinufer
= fl. 20. San. 1820; f. ebd. Er war
1768 mit Karoline, Tochter bes Land⸗
g IX. von Hefien-Darmflabt (ft. 1821);
Friedrich VI., Ludwig, Philipp u.
en ihm nach u. nach in der Regierung.
zoſephLudwig, älteſter Sohn bes
au⸗Ottweiler; er hatte feine Kin- |
731
Bor., geb. 30. Juli 1769, war öflerreichifcher Ge⸗
neral ber Kavallerie, md ſich in Franzoðfiſchen
Revolutionskriege u. ben zu. flerreihe mit
Keen 1805 u. 1809, bei mehreren Gelegen⸗
iten aus, befehligte 1813—16 das Rejervecorps
ber öfterreichifchen Armee u. trug zum Gewinn ber
Schlacht bei Leipzig u. a. Gefechte bei, folgte feinem
Bater 1820 in ber Regierung u. fi. 2. April 1829;
| f.ebb. Er war vermählt ſeit 1818 mit Eliſabeth,
Tochter bes Könige Georg III. von Großbritammien
(f. 1810). p) Grafen u. Fürſten von Hohen⸗
ollern: aa) vor der Theilung. 75) F. L,
af um 980. 76) %. II., Graf um 1030. 77)
.1II., ®raf um 1106 (na And. um 1165), be»
Fa Begleiter Kaifer Heinrichs V.; bb) nad
der Theilung: aaa) Altere (Schwäbiſche)
Linie. 78) F. IV., erfier Sohn des Vor., grün
dete bie Ältere Linie um 1170; ſ. u. Hobenzollern.
79) %. Wilhelm, Sohn von Philipp Friedrich,
geb. 1663, erhielt ten Klirfientitel u. fl. 1732; |.
etd. 80) F. Ludwig, Sohn des Bor., geb. 1688
in Strasburg, folgte feinem Vater 1732 u. fl. 1750;
ſ. ebd. 81) F.Hermann Otto, Fürft von Ho-
be a en, Sohn bes Kürften Hermann
5. Otto u. der Marimiliane Gavre d’Ayfleau, geb.
22. Yuli 1776, folgte 1810 feinem Bater, ging
1813 mit ben amberen deutſchen Fürften zu den
Alliirten über u. fl. 13. Eept. 1839. Er war ver⸗
mählt feit 1800 mit Pauline, Tcchter des Herzogs
Beter von Kurland u. Sagan (fl. 1845) ; fein Sohn
ift der Folgende; f. ebd. 82) F. Wilh. Her-
mann, einziger Sohn des Vor., geb 16. Febr.
1801, erhielt 1834 bei ber Kränklichleit des Bor. bie
Regierungsgefeäft: u. folgte demſelben 1538, trat
aber (durch Verzichtleiſtung vom 7. Dec. 1849) am
8. April 1350 fein Fürftentduum gegen Zahlung einer
Leibrente von 10,000 Thlrn. an Preußen ab u. erhielt
unter Gleichſtellung mit ben nachgeborenen Prin-
en des Königehaufes das Prädicat Hoheit. Er
ebt feitbem in Schleſien. Nachdem feine erfie Ge⸗
mahlin, Kürftin Eugenie, Prinzeſſin von Leuchten-
berg, anı 1. Sept. 1847 geſtorben war, vermäblte
. wieber am 13. Nov. 1850 mit Freiin
malie Schent von Geyern, von bem König von
Preußen zur Gräfin von Rothenburg erhoben. Über
feine Regierung f. ebd.; bbb) die Jüngere arg
gräfliöendenbergifhe) Linie: 88) F. II.
indem ber Stammmvater ber Linie, F. ıII., von dem
eide Linien Durch zwei Söhne entfprangen, für F. J.
gezählt wird), Sohn Heinricye III. ftarb kinderlos
1263 ;-f. Hobenzollern. 84) F. III., Schn Kon⸗
rads von Hohenzollern, Neffe des Bor., Burggraf
von Nürnberg, fl. 1297; |. ebd. 85) 8: IV., zwei»
ter Sohn des Bor., geb. 1282, folgte ſeinem Bru⸗
der Johann I., der 1300 fl., erwarb Ansbach, Hof
u.m.a.n.fl.1332. 86) $. V., Sohn Johanns II.,
folgte feinem Vater 1357 u. fl. 1398; über alle
biele f. ebd. 87) F. VI., Sohn des Bor., geb.
1373, folgte feinem Water 1398 in ber Burg⸗
graffchaft Nürnberg u. wurde 1411, Markgraf
u. Kurfärt von Brandenburg, f. Sriebri 47).
P Bon dolkein: aa) von Holftein-Got-
torp: 88) & I., fo v. w. Friedrich 9 89) F. IL,
Enkel nes Bor., Sohn Ädolfs IX., geb. 1568,
war erft Bilhof von Schleswig, folgte 1586
feinem Bater und flarb unvermäblt, 15. Juni
1537. 90) F. III., Sohn Johann Adolfs, geb.
22. Dechr. 1597, folgte 1616 feinem Bater u. ſt.
732
Friedrich (Andere regierenbe Firſten)
10. Ang. 1659. Er legte für die aus ben Nieber- anmwenbete u. verbreitete n. bie Merinck
landen Eingewanberten die Stadt Friedrichsſtadt
an. Seine Gemahlin, Maria Elifabetd, war bie
Tochter des Kurfürftien Johann Georg von Sach⸗
fen; ter ältere feiner Söhne, Chriftian Albert,
folgte ihm. 91) F. IV., Entel des Bor., Sohn
Ehriftian Alberte, geb. 18. Oct. 1671, folgte 1694
feinen Vater; ale Schwager Karls XII. verband
er fih mit Schweden gegen Dänemarl, das ihm bie
Souveränetätftreitig machte, wohnte unter Kari XII.
dem Polniſchen Kriege bei u. blieb bei Cliſſova
19. Zufi 1702; f. ebd.; vermählt war er mit Heb-
wig Sophie, Tochter des Königs Karl Al. von
Schweben; fein einziger Sohn, Karl Friedrich,
folgte ihm. bb) Bon Holſtein-Glücksburg:
92) F. Sohn des Herzogs Friedrich Ernſt, geb. 1.
April 1701, ſtand erft ın däniſchen Militärbieuften,
folgte 1729 feinem Vater u. fl. 10. Nov. 1766; er
mar vermählt fett 1745 mit Henriette Augufte, Toch-
ter des Grafen Simon Adolf zur Lippe; fein ein-
ziger Sohn war jein Nachfolger. 93) F. ö einrich,
Sohn bes Vor., geb. 15. März 1747, folgte 1766
feinem Bater u. fi. 1779; er war vermählt mit
Anna Karoline, Tochter des Fürften Wilhelm Hein-
rih von Nafſau⸗Saarbrück, u. da er keine Erben
hatte, fo ſtarb mit ihm bie Linie Glücksburg aus.
co) Bon Holfein-Plön: 94) F. Karl, Sohn
des Prinzen Ehriftian Karl von Norburg, nad
feines Vaters Tode 4. Aug. 1706 in Sonderburg
eboren, folgte 1729 anf Johann Adolf in Holftein-
1ön u. ft. 10. Oct. 1761; |. Holſtein; er war ver⸗
mählt ſeit 1730 mit Chriftine Erinengarbe, Tod)-
ter des däniſchen Lehngrafen Chriftian Detlev von
Reventlau, einer Nichte der Königin Anna Eo-
phie von Dänemark (fl. 1779), da er nur Töch—⸗
ter hinterließ, fo ftarb mit ihm bie Linie Holſtein⸗
Plön aus. ddy Bon Holflein-Sonderburg-
Auguftenburg: 95) F. Chriſtian J., —
Chriſtian Auguſts, geb. 6. April 1721, folgte fei-
nem Vater 20. Ian. 1754 u. fl. 13. Novbr. 1794;
er mar vermählt mit Charlotte, Tochter des Her-
098 Friedrih Karl zu Holftein- Plön (ft. 1770);
Geile Söhne waren, außer ben Folgenden, noch
Prinz Emil u. Chriftion, welcher von Karl XIII.
adoplirt u. zum Kronprinzen von Schweden ge-
mählt wurbe, aber 1810 flarb. 96) F. Chri-
ſtian II., ältefter Sohn des Bor., geb. 28. Sept.
1765, folgte feinem Bater 1794 u. fl. 14. Juni
1814; er war vermählt mit Tuije, Tochter des Kö-
nigs Chriftian VIII. von Dänemark (fl. 1843);
ihm folgte fein Sohn Chriftian. ee) Bon Hol-
ftein-Sonderburg-Bed (ot. neuere Glücs⸗
Burger Linie): 97) 5. Karl Lud wig, Sohn des
Herzogs Karl Anton Auguft, geb. 20. Aug. 1757
in Königsberg, machte als preußiicher Major 1778
den Baterifchen Erbiofgefrieg mit, folgte 1775 fei-
nem Öroßvater, dem Herzog Peter Auguft Frieb-
ri‘, wurde 1789 preußifcher Generalmajor, 1795
Generallieutenant, 1797 kaiſerlich ruſſiſcher Gene-
‚mit feinem Bruder
den preußiichen Staaten gemeinnügig n
fhr.: Verfu über bie Schahjucht in Brı
1800; Über die Wechfelmirtbihait u.
bindung mit der Stallfütterung, ebd. 16
1814; Geſchichte ber Einführung ker |
fpanifhen Schafe, ebd. 1504 F.: gab
Schriften ber löniglich eftprengifchen
ölonemilhen Socierät, Königsb 1505-
ihreibung von Möglin u. ber von ieir
vorbereiteten Einrichtungen, Berl. 150
zöge von Kurland: 98) F., Eol
zogs Gotthard Kettler u. ber Anna v
burg, geb. 1569, folgte jeinem Bater I
iſhelm das Yar
Kurland, nach Vertreibung feines Bi
rallieutenant, 1810 königlich däniſcher General
lieutenant u. fl. 25. März 1816; ſeine Gemahlin
war Friederile, Tochter tes Grafen Yeop. fd non
Schlieben (ft 1827), u. fein Nachfolger fein einziger
Sohn Wilhelm. Herzog F. war ein eifriger u. in⸗
telligenter dandwirih, war Präfitent der landwirth⸗
Ihaftlihen Verſammlungen zu Möglin, wo er das
Landwirthſchaftliche Inftitut eine Zeitlang befucht
Hatte, u. war ber erfte, welcher das Thaerſche Syſtem
|
bie Polen auh Semgallen u. fl. 16
fand (Geſch). Er war vermäblt m
Margarethe von Bommern-Wolgaft u
Kinter. 99) 5. Kalimir, Enfel des
Salobe u. ber Luife Charlotte ve
burg, geb. 1650, folgte 1653 feinem
22. Jan. 1693, f. Kurland; er m
mit Sophie Amalie, Tochter des Orı
von Naffau-Siegen (fl. 168), u. ie
Eliſabeth Sophie, Tocher bes Aurfür
beim von Brandenburg; aus zweiter |
der Folgende. 100) 5. Wilhelm,
Bor., geb. 19. Juli 1692, folgte feinem
nnter der Vormundſchaft feines Obeim
u. ft. 21. Ian. 1711, ohne von fe
Iin Anna Imanowna, Tochter des
Iwan, Nachkommen zu binterlaffen; !.
s) Bon Lothringen: 101) F., Sr
erbielt, mit Beatrix, einer Nichte bes Ra
vermäblt, um 960 Oberlotbringen u
Lothringen (Geſch.). 102) F., Sch
folgte 1024 feinem Bater u fl. um
thringen (Geſch.). 408) %. I., jünger
Herzogs Mattbiae von Lorhringen,
deſſen Tode um 1181 die Herrichait B
aber feinem älteren Bruder, dem He
in mehreren Fehden ein bebeutentes
folgte demjelben 1205 in Lothringen,
Jahr darauf feinem Sohne $. ir bi
ab; vermäblt war er mit Pupmilla
104) 5. Il, Sohn un. Rachfolger t
wurde 1208 von feinem Schwiegervat
fen Theobald I. von Bar, in einer Fe
u. ft. 1213 in Nancy, f. ebd. 105) 5
bes Herzogs Matthias, folgte feinem
egen 12 Jahr alt, unter der Vormur
tutter Katharina von Yüneburg, u f.
jeine Gemahlin mar Margarethe ven
f. ebd. 106) 5. IV. der Kämpfer,
balds II., geb. 1282, folgte feinem 8
2 23. Auy. 1328 in der Schlacht kei
u. Yotbringen. Seine Bemablin ı
bon Ofterreih, Tochter des Kaiſers
1332). D Markgraf u. Herzäue
tua: 107) 5.1, Sobn Ludwigo IM.
folgte feinen Vater 1478 u. ft. 1483;
tua (Geſch.). Er war jeit 1463 vermẽ
garetha, Tochter tes Herzogs Albre
Baiern, von welcher er mehrere Kmde
runter feinen Nachfolger Johann F
$. II, Entel des Vorigen, Sohn tel
Johanu Franz, geb 1500, *
Friedrich (Uubere regierente Biften)
nibaftlich mit feinem Brut ie
it ſei ruber Ferbie | tieß, fo beerbte ihn F. mit der gebiffenen Wange,
beitte mit diefem fo, daß er Mantus,
Ir kelam; er erbielt vom Kaiſer 1530
pürde u. 1536 wegen ber Anſprüche
lin Margaretha das Marquiſat Mout⸗
540; f. ebd.; fein nächſter Nachfolger
eſter Sohn Franz II. w Herzöge
rzöge von Medienburg: 109)
ohn bes Herzogs Adolf F. I. von
»Schwerin u. der Maria Katharina
bweig, geb. 1633; vermäblte fi 1671
e Wilhelmine von Heflen-VBingenflein;
Iruber Chrifian verbrängte ıbm aber
erung, u. er fl. 1658; |. Diedienburg
D) 5. Wilhelm, Sobn des Vorigen,
achte feine Anfprüche geltend u. wurde,
jofrathoſchluß eingefebt, er fl. 1713. u.
er Linie Medienburg- Schwerin. Liber
11) F., Sohn Chriſtian Ludwige, geb.
ieſem 1756 u. regierte bis 1785, f. ebd.
nz L., Neffe des Borigen, Sohu bes
vig, geb. 10. Dec. 1756, folgte feinem
Vorigen, 1785, wurde 1806 fouveräu
ven Rheinbunde bei; 1813 Iagte er ſich
:mfelben 106, nabın 1815 ben Titel ale
in u. fl. 1. Febr. 1837. Gr war ver-
fe, Tochter des Prinzen Johann Augufl
Gotha (fl. 1808); von feinen Kindern
‚greßherzog F. Ludwig vor Anmitt ber
wife vermählte ſich mit Herzog Anguſt
Gotha, u. Charlotte mit König Chri⸗
on Dänemark. Ibm folgte fein Enkel
)%. Kranz II. Ürentel des Borigen,
oßherzegs Paul Friedrich u. der Prin⸗
yrine von Preußen, geb. 28. Febr. 1823,
ı Tode feines Vaters 7. Diärz 1642 zur
.Medleuburg (Geſch.). Er iſt feit 1849
Tochter tes Kürften Heinrich LAIIT.
ritz verinäbit: Kinder: außer bem Erb⸗
neh bie Prinzen Baul u. Nicolaus u.
aria. v) Markgrafen von Mei»
bließlih der früheren Grafen
nu. Brehna: INH) RK. L, Graf zu
ndvoigt der Sorben; blieb 810 in einer
erzog Lubelf von Sachien. 115) F. II.,
rigen, murbe 676 von ben Dänen er»
3) %. III, Ecbn des Vorigen, angeb-
ı König Heinrich I. um 930 eingeſetzter
n Meigen, wahricheinlich wie die bei-
erdichtet. Epätere: 117) 5. IV., jüng⸗
onrads, Markgrafen von Meißen, u.
8 bes Reichen ; erhielt nach ſeines Ba-
56 bie Grafihaft Brehna u. flarb zu
13. Jahrh. 118) F. V., Graf von
sohn u. Erbe des Vorigen; blieb unter
ri II. vor Ptolemais. 119) 5. der
üngere) ob. 5. von Dresbden,
chs tes Erlaurhten u. Der Eliſabeth von
Tochter eines Dienfimannes, wurde
Aubdolf von Habsburg ın ten Stanb
zı erhoben. Bon feinem Water nicht
ger in ber Dart Meißen beftinmt,
£ 1288 die Herrſchaft Dresden u. Ra⸗
ufte dieſe aber an feines Vaters Nach⸗
wich Zutta, Molgrafen von Meißen,
t ihrer die Herrichait Gera. Nach F.
» erhielt 5. Dresden u. Radeberg vom
Meißen wieber zu Zehen. Da 5. 1316
7
von Jutta ven Echmarzburg feine Kinder hinter⸗
130) 5. Zeut (Tutta), der Stammier, Mart-
graf von Landeberg u. Meißen, Sohn Dietriche
des Weilen, geb. 1269; folgte feinem Vater 1255
in Landoberg u. 1288 mit feinem Vaterabruder,
Albrecht dem Eutarteten, feinem Großvater, Hein⸗
rich dem Erlauchten, in Dleifgen, gerietb aber dar⸗
fiber mit Albrechts Söhnen, %. dem Gebifienen ı.
Diegmaun, in Krieg, kaufte, um bie Einheit "ver
Markgrafſchaft Meiken zu erhalten, Albrechts bes
Entarteten Anſprüche 1289 u. Friedrichs von Dres⸗
den (f. ten Vorigeu) Lanbesantheil ab; F. ſt. 1291;
j. Meißen (Geſch.). 1821) F. der Gebiſſene, f.
riedrich 182). 122) %. der Ernfthafte, ſ.
riebrich 183). w) Kürften u. Herzöge von
affau. aa) Von Naffan-Ufingen: 123) F.
Auguft, zweiter Sohn bes Fürſien Far, geb. 23.
April 1738, trat die Regierung nach feines Bru⸗
bers, Karl Wilhelms, Tode 1803 ann. fl. 24. März
1816, f. Nafſau (Gefh.). Er war vermählt mit
Luiſe, Tochter des Fürften Karl von Walted (fl.
1816), u. ba feine beiden Söhne früh wieder ge»
forben waren, fo erloich ınit ihm bie Linie Ufingen.
bb) Bon Naffau-Weilburg: 184) F., Sohn
Ernſt Kafimire, fam 1655 zur Wegierung u. fl. 1675;
ſ. Naffau. 125) 5. Wilhelm, Sehn Karl Chri⸗
ftians, geb. 25. Oct. 1768, folgte 1788 feinen Vater
u. fl. 9. Jan. 1816; er war feit 1788 vermählt mit
Luife, Gräfin von Sayn⸗Hachenburg; fein Sohn n.
Nachfolger war Herzog Wilhelm. ec) Von Naſſan⸗
Ottweiler: 120) F. Lu dwig, Sohn Johann Lub-
wigs, ſolgte 1690, verband mit Ottweiler noch Ib»
ſtein u. Saarbriid u. fl. 1728; mir ihm erloſch die
tinie Ottmweiler. 1) Burggrafen von Rürn⸗
berg: 127) F. I. von Hohenzollern, kommt 1191
al® Burggraf vor u. fl. 1218. 128) F. II, Sohn
des Borigen, folgte 1218 feinem Water mit jeinem
Bruder Konrad II., n. kommt zuletzt 1235 vor.
1829) F. IIT., Neffe des Veorigen u. Sohn Kon⸗
rads IL, wurde un 1260 Burggraf u. fl. 1247;
er war ein treuer Anhänger Rubolfe von Habs⸗
burg u. Abolfe von Ylaffau. 180) FF. IV., Sohn
bes Vorigen u. der Helene von Sachſen, folgte
1297. feinem Vater mit feinem Bruder Johann L.
er war im Kaiferftreit ein Anhänger Albrechts von
Ofterreich u. danu Lubwigs von Baiern u. fing in
der Schlacht bei Mühlborf 1322 den Gegentaijer
riedrich von Oſterreich; ex fl. 1332. Ihm folgten
eine Söhne Johann IT. u. Albrecht. 181) 5. V.
Sohn Johanns II., folgte nah ſeines Vaters Tede
1357 (1358) u. regierte mit feinen Obeim Albrecht u.
feit 1361 allein, abbicirte 1397 u. lebte auf der Plaſ⸗
fenturg, wo erim Januar 1398 f. — VI., ſo v.
w. Friedrich 47). P HerzögevonOſterreich:
183) F. I. der Katholiſche, älteſter Sohn bes
Herzogs Leopold VI.von Ofterreich ; theilte 1194 mit
feinen Bruber Leopold das Erbe, indem er OÖfter⸗
reich behielt; er machte 1197 einen Kreuzzug mit
u. blieb 11. Aug. 1199 bei Joppe, f. Öfterreich
(Geſch.). 184) F. II. der Streitbare, Sohn
Leopolds VII., übernahm nad feines Vaters Tode
1230 bie Regierung u. fiel 15. Juni 1246 bei
Neuftadt gegen bie Ungarn. 135) F. III. (I. aus
dem Hauſe Habsburg) der Schöne, |. Frieb⸗
ri 3). 136) F. IV. II mit der leeren Taſche,
Herzog von Ofterreich- Tyrol, Sohn des Herzogs
Leopold des Gütigen von Steyermark, folgte 1411
784
Friedrich (Andere regierende Bürften)
mit feinem Bruder Ernſt u. theilte mit bemfelben, | Holland, wurbe 1621 im bie Neidted
ſo daß er ſelbſt Tyrol erhielt, regierte, wegen Gigen-
mächtigfeiten während des Coſtnitzer Concils geäch⸗
tet n. Dart verfolgt, von 1406—39, wo er 25. Juni
farb, |. Efterrei (Geſch.) n. Tyrol (Geſch.). Sein
Sohn u. Nachfolger war Sigmund, aus ſeiner
zweiten Ehe mit Anna, Tochter des He og Fried»
ri von Braunfhweig. 187) F. V. (III.), fo v.
w. Sn 4). DI Herzog von Oldenburg:
188
in welche erft fpäter feine
|
FF. Auguſt, Sohn Chriſtian Augufs u. der
Albertine von Baden⸗Durlach, geb. 20. Sept. 1711,
commanbirte 1748 in Holland, wurbe 1750 Fürft-
biſchof von Kübel, 1773 Graf von Oldenburg u.
Delmenhorſt, 22. März 1777 Herzog von Olden⸗
burg u. fi. 6. Inli 1785; f. Oldenburg (Geſch.).
Cr mar feit 1752 vermählt mit Frieberife, Tochter
des Landgrafen Mar zu Heſſen⸗Kaſſel (fl. 1787);
fein Sohn Wilhelm folgte ihm. Au) Bon ber
Pfalz. aa) Kurfürften: 180) F. I. der Sieg-
reihe (der böje Frig), Sohn Ludwigs bes
DBärtigen, geb. 1425, folgte 1436 feinem Vater mit
feinem älteren Bruder, Ludwig IV. dem Sanft-
miütbigen, befam nach deſſen Tode 1449 die Allein-
regierumg u. die Vormundſchaft fiber deſſen binter-
faffenen Sobn Philipp u. 1454 bie Kurmwärbe, er
fl. 12. Dec. 1476; f. u. Pfalz (Geſch.). Von Clara
Dett hatte er 2 Söhne, von benen der ältere ven
geiflihen Stand mählte; ber jlingere, Lubmig,
der Stammvater der Grafen von Löwenſtein⸗
Wertheim wurde. 140) 5. II. der Weiſe (From⸗—
me), vierter Sohn des Kurfürſten Philipp, geb.
1485, war 1529, als Soliman II. Wien belagerte,
Anführer des Reichsſheeres, folgte 1544 feinem |
Bruder Ludwig dem Friedfertigen ale Kurfürft u.
fl. 1556. Cr war feit 1535 vermählt mit Doro-
thea von Dänemarf, hatte aber feine Kinder. Vgl.
Hubert Tbomas, Annales de vita et rebus ge-
stis Friederici II., frfj. 1624, deutſch: Spiegel
des Humors großer Potentaten, vpz. 1629; Ed.
von Billew, Ein Fürftenjpiegel, Berl. 1849, 2 Bde.
141) 5. III der Fromme, Sobn des Pfalz-
rafen Johann II. von Simntern, geb. 1515; nahm
üb die Reformirte Lehre an, zeichnete ſich in Kriege
gegen die Türken aus u. folgte 1559 dem Pfalz«
grafen Otto Heinrich, da deſſen Linie ansgeftorben
war, in ber Kur u. fl. 1576; fein Nachfolger war
Ludwig VI., ſein älterer Sohn aus ſeiner zweiten
Ehe mit Amalie, Wittwe Heinrichs von Brederode.
142) F. IV. der Aufrichtige, Sohn bes Kur-
fürften Ludwig VI. u. ber Eliſabeth von Heffen,
geb. 1574, folgte 1583 feinem Bater unter Bor-
mundfchaft feines Obeims Johann Kaſimir, trat
nad) befien Tode 1592 die Regierung an u. ft. 1610,
ſ. Pfalz. Er war vermählt mit Yuife Juliane, Toch»
ter des Fürften Wilhelm von Nafjau-Dranien; fein
Eobn Friedrich V. folgte ihm. 143) $. V., Sohn
des Vorigen, geb. 16. Aug. 1596 in Aınberg, folgte
dieſem 1610, ftand bis 1614 unter Vermundfchaft
des Bialzgrafen Johann von Zweibrücken u. trat
an tie Spitze ber Proteſtantiſchen Union. 1619
von den Böbmen zum —— nahm er die
Krone auf Zureden ſeiner Gemahlin an u. wurde
am 2. Novbr. gekrönt; jedoch in ter Schlacht auf
dem Weißen Berge bei Prag 8. Novbr. 1620 von
ben Kaiferlichen u. Baiern unter Tilly gefchlagen
(f. Dreißigjähriger Krieg), mußte er Böhmen ver-
laſſen (man nannte ihn ſpottweiſe den Winter⸗
könig), floh durch Schlefien u. Brandenburg nach
fein Kurfürſtenthum vom Herjeg Mar
Baiern u. Ipanifchen Truppen befeht.
ferneren Schidfale |. Pfalz (Geſch) 8.
1632 in Mainz, ohne wieder zur Kur
ne wie
wurden. Er war feit 1613 vermäblt m
Tochter des Könige Jalob I. von Englan
fein älteter Sohn von berfelben war I
bb) Bfalzgrafen: aaa) Simmern'
144) 5. der Hundsrüder, Sohn‘
Nachfolger befielben, er fl. 1680. bbb) 1
Landsberg: 145) F. Kafimir, z
Johauns L. erhieltzum Antheil nachdes
Landsberg u. ſt. 1645, ſ. ebd. 146) 1
Sohn des Vorigen, folgte dieſem 16
1686; über ihn f. ebb. cec) Jüng
brüdenide kinie: 147) &., Sohn
folgte diejem 1655 m. ft. 1661, f. ebd.
meiftervon Brengen: 148) F. 4
Sachſen, Hochmeiſter 1498S— 1510,
(Geſch.). Co) Bon Sachſen. aa)
fenvon Sadjen: 149) %., regierte
Pfalzgrafen von Sachſen. 150) F.,
Sohn, wegen feiner Gemahliu Adel}
des Markgrafen Udo vou Nordſfachſe
Arftiften Ludwigs des Springers erm
151) F., Sohn des Borigen, gelan
Pfalzgrafſchaft, führte aber ben Zitel
von Butelendorfu. fl. 1124, |. ebd
fürftienvon Sachſen. (Über bie
jelten |. Friedrich, Landgrafen von 7
Markgrafen von Meißen.) 132) 5.1.2
bare, Sohn des Landgrafen Friedt
Thüringen, geb. 1369, folgte feinem
jeinen jüngeren Brüdern, Wilhelm I
1381 unter Vormundſchaft feiner Mu
rina von Henneberg, erbielt 1382 nebfl
bern in ber Erbtbeilung der Meißniſch⸗
Lande mit feinen PVatersbrütern, I
Wilhelm, das Ofterland nebſt eimi;
Stilden. Ein tapferer u. Anger Kür
bie Littbauer, Ungarn, König Wenzel
die Huifiten focht u. 1425 wegen tiefer
Kaifer Sigiamundb die Kurmürte er
Sadjen (Geſch). F. fl. 4. Jan. 14
Schloſſe in Altenburg. Er war vermi
tharine, Tochter Des Herzogs Heinrich 1.
ſchweig (fl. 1422); feine Söhne mare
folger 5 II., Sigmund, Bifchef ven
Heinrich u. Wilhelm. VBgl. Schmamn
tbeil F. des Streitbaren an ber Abwel
golen, Wien 1557. 138) F. II. ter.
tbige, Sohn tes Borigen, geb. 24.
folgte feinem Vater 1428 in der Kur
Herzegthum Sucdjen allein, in Ma
übrigen väterlichen Ländern aber ınit
dern Sigmund (meldyer jedoch 1431
wurbe), Heinrich (welcher 1436 ſtart
| beim III. gemeinſchaftlich, theilte m
interimiftiich, welche Theilung, ala $
riebfertige, Landgraf von Thiringen,
durch bie Erbtheilung zu Altenburg 14
finitive wurte, fo Daß F. Dleiken u. bie
beim aber Thüringen lan. Über ven
ſtehenden Bruberfrieg ſ. u. Sachſen Et
am 7. Febr. 1464 in veipzig. Er mar
Margaretha von Ofterreich vermãbi::
Friedrich (Andere regierenbe Bürfien)
| betrachtet wird), bes Worigen Iängee Bruber,
vr. 1603 in
regierte er mit feinem Bruber, Johann
5* digen, während feiner ganzen Regie⸗
anmen. Er füftete bie Unicer tät @itten-
=.
KroR He Katholiſche Lehre zu verlafſen; 1519
ſterreich; folgte feinem Vater ben 5. Det.
ſchon ten 17. Dec. 1763, ſ. Sachſen (Geſch.).
von Maria Antoinette von Baiern, Tochter
Kari VIT., drei Zöbne: F. Auguſt III.,
Maximilian. 158) $.Augnfi III, |. Fried»
ee)derzögevonSanien ausder@r
Bifchen Linie: aaa von Sahfen-Wei-
.WilhelmI. ältefter Sobn Herzogs
ilhelm von Weimar, geb. 25. April 1562;
em Bater 1572 unter Vormundſchaft des
Auguf von Sachen, erhielt tie Re-
Jelbſt bei feiner Mündigkeit nicht, ſondern
Sabre fpäter 1566, nad des Rormunde
1592—1601 Atminiftrator in Kur.
bie minderjährigen Kinter des Kurfür-
iſtian J., weshalb er fein Hoflager von
ar nach Torgau verlegte; er kehrte 1601 nach
er zurüd u. ft. 7. Juli 1602. Vermählt war
mit Sophie von Württemberg (fl. 1590) u.
wi mit Anna Daria, Tochter des Pfalzgrafen
9 Lubwig zu Neuburg, welche ihm vier
Johann Bhilipp, Frietrih, Johann Wil-
E . Wilhelm II., u. zwei Töchter gebar. 160)
> Sohn des Herzogs Johann von Weimar n.
brothea Maria von Anhalt, geb. 1596; Audirte
Ra, ging 1617 mit feinem älteften Bruder
m Ernſt nach den Niederlanden u. 1618 nach
keich, wohnte der Wahl u. Krönung ferbi-
IT. zu Frankfurt u. dem Unionsconvent zu
% wie ber Schlacht auf dem Werken Berge
entihen Dienften bei u. blieb in ber Schlacht
mru® 1622. An der Regierung nahm er kei⸗
Beil, obgleich eine Gefammtregierung Statt
bbby) Herzöge von Altenburg, älte-
finie: 161) F., zweiter Sohn bes Herzogs
lhelm I. von Weimar u. der Anna Zorhie,
2. Febr. 1599 in Torgau; erhielt inter Aue-
etzung mit feinem heim Altenburg mit
drei Brũdern -gemeinfchaftlich, ũberließ dem
‚ Johann Philipp, die Alleinregierung 1620
ww Sabre, trat 1620 in kurſächſiſche, dann in
he Dienfte u. warb für ten Kaiſer; 1623 ging
zraunſchweigiſche Dienſte, murbe bei Etattice
en Kaiferlichen gefangen, 1624 entlajlen ır.
m 25. Dct. 1625 bei Salſen als tTänifcher
t; 162) 8. Wilbeim II. (fo genannt, weil
{helm II. von Reimar, fein Vater, Stamm⸗
ber Aitenburgifchen Yinie ale F. Wilhelm I.
nach des Vaters Tode am 12.
mar; erbielt nebſt feinen drei Brüdern Altenburg
unter Vormundſchaft des Kurfürfien von Sachſen;
trat, nachbem er fich feit 1620 durch mehrfache Reis
fen im Auslande ausgebifvet hatte, 1631 in kurſöch⸗
ſiſche Militärdienſte, madıte die Schlacht von Leipzig
mit u. beehligte die fächflicde Armee eine Zeitlang
in Schieften, bei Arnims Abwefenheit, verlieh, Ber
nerallientenant der Tavallerie geworten, nach dem
Prager Frieden bie militärifche Yaufbahn, übernahm
1639, nach dem Tode Johann Philippe n. nachdem
bie andern mei Brüter im Dreißigjährigen Kriege
eblieben waren, bie Regierung u. ſt. 22. April 1669;
? n. Sadfen. Er mar vermählt feit 1638 mit Sophie
Elifaberb, Tochter des Markgrafen Chriſtian Wil-
beim zu Brandenburg (fl. 1650), u. in zweiter Ehe
1652 mit Magdalena Sibylla, Tochter Des Kurfür⸗
fen Johann Georg I. von Sachen u. Wittwe bes
Kronpringen Chriftian von Dänemark. Sein ihn
überlebender Sohn aus zweiter Ehe war der Fol⸗
gende; 163) %. Wilhelm III., Schn des Ror.,
geb. in Altenburg 12. Juli 1657, folgte feinem
ater 1669 unter Vormundſchaft feiner Mutter
brüber, des Kurfürften Jobann Georg II. u. bes
Herzogs Mori von Naumburg» Zeig, fl. aber
{bon 14. April 1672 an ben Dlattern. Mit
ihm erloſch das ältere Haus Altenburg, f. ebb.
ece) Bon Sadjen - Altenburg, jüngere
Linie (früher Sachſen⸗Hildburghau⸗
fen): 164) F., Eobn Ernſt F. Karl, Herzogs
von Sachſen⸗Hildburghauſen, u. der Grneftine
Augufe Sophie von Weimar, geb. 29. April 1763,
folgte feinem Vater 1780 unter Vormundſchaft ſei⸗
nes Großoheims, des Prinzen Joſeph F. von Hilde
burgbaufen, u. übernahm, obichon früher volljäh-
rig, die Regierung erft nach beffen Tode 1787. Gr
vertauiähte 1826 feine Yande gegen das Dergathunm
Altenburg, u. fl. 29. Eept. 1834; f. u. Sadien.
Er war ſeit 1785 vermählt mit Charlotte, Tod»
ter Des Großherzogs Karl II. von DMedienburg-
Strelit (fl. 1818); feine Söhne maren Joſeph u.
Georg (f. b.), welche ihm nacheinander in ber Re-
gierung folgten, außertem die Prinzen Friedrich u.
duard (f. d.); von feinen Töchtern war Charlotte
vermäbhlt an den Prinzen Baul von Württemberg,
Iherefe an ben König Fubmig I. von Baiern u.
Luiſe an ben Herzog Wilhelm von Raffau. ddd)
Von Gotha: 165) F. J., ältefter Sohn Erufe
des Frommen u. der Eliſabeth Sophie von Sachſen⸗
Altenburg, geb. 14. Juli 1646, übernahm nach bes
Vaters Tode 1675 die Gemeinregierung für fi
u. feine ſechs Brüder, dieſe bewogen ihn aber,
gegen das Teftament des Vaters, zu theilen, u. e®
entſtanden fo durch Die Theilungen 1681 u. 1685
außer Gotha die Linien Koburg, Meiningen, Röm-
bild, Gifenberg, Hildburghaufen u. Saalfeld, f. ı.
Sachſen (Geſch.); 5. fl. 2. Aug. 1691 auf dem von
ibm erbauten Schloſſe Friebrihsmerth bei Gotha;
er war zmeimal vermählt, mit Magdalena Sibylle,
Tochter des Herzogs Auguft von Sachſen (fl. 1681)
n. dann mit Ebriftine von Baden⸗Durlach, Wittwe
des Markgrafen Albert von Ausbach (fl. 1705);
die Kinder aus erfter Ebe maren: fein Nachfolger
F. II., Prinz Jehann Wilhelm u. vier Priuzejſin⸗
nen. 166) %.11., Sobn des Vorigen, geb. 28. Juli
1676, felgte einem Bater, 14 Jahre alt, unter Ober-
bormunbichaft feiner Obeime, der Herzöge Bern»
hard von Meiningen u. Heinrih von Römhild,
wurte aber ſchon 1693 vom Kaifer für mündig er-
rt u. ſt den 23. März 1732 in Altenburg; f. u.
Sachſen⸗Gotha. Er war feit 1696 mit Magtalena
Augufte, Tochter des Fürſten Karl Wilhelm von
Anhalt⸗Zerbſt (fl. 1740) vermählt, won feinen 17
Kindern überlebten ihn 9, außer zwei Prinzeifin-
nen, noch: F. III, fein Nachfolger, u. bie Prinzen
Wilhelm, Johaun Auguft, Ludwig Ernſt, Morit
nn. Johann Adolf, welche alle ben Kriegedienft wähl⸗
ten. 167) %. III., Älteler Sohn des Vorigen, geb.
14. April 1699; folgte feinem Vater 1732 u. fi.
10. März 1772, f. u. Sachſen⸗Gotha. Er war feit
1729 vermäbhlt mit Louiſe Doroihea, Tochter bes
Herzogs Ernſt Ludwig von Sadjen « Meiningen;
von feinen beiten ihn überlebenden Söhnen folgte
ihm Ernſt IT., u. Auguft widmete fich den Kriegs
bienft u. fpäter den Wiffenfchaften. 168) 5. IV.,
Entel des Borigen u. jüngerer Schn Ernfts II.
u. Charlottens von Sahjen- Meiningen, geb. 28.
Nov. 1774, trat 1792 in preufilche Dienfte, kam
1793 als Oberft zu dem gothaiichen Regiment in
hollãndiſchen Dienften, ging 1794 als General-
major ab u. hielt fih nun ın Gotha u. ın Italien
auf; bier wurde er um 1617 katholiſch u. kehrte
1820 nach Gotha zurüd. Er litt an einem Kopf-
übel, in deſſen Folge er auletst faft ganz ſprach⸗
unfähig war; dennoch trat er nad jeines Bru⸗
ders Auguſt Zode 1922 die Regierung an; er
ft. 11. Febr. 1825 unvermählt u. mit ihm erloſch
der gothaiſche Mannsftamm, |. u. Sachſen⸗Gotha.
eee) Yon Meiningen: 169) 5. Wilhelm,
aneiter Sohn Berubards I., geb. 1619, folgte feinem
ater 1706 mit feinen zwei Brüdern, überließ aber,
nebft feinem jüngern Bruder Anton Ulrich, Eruft
Ludwig die Regierung allein. Nach deſſen Zode 1724
führte er nebft Anton Ulrih die Bormundfchaft
über feine minterjährigen Neffen u. ft. 10. März
1746 kinderlos; f. Sadhjen-Dleiningen. Ce) Her-
zöge von Schlejien: aa) Zu Liegnitz u.
Brieg: 170)%.1., Sohn Herzogs Johaun in
Schlefien u. Hedwigs von Liegnitz, geb. in Brieg
1446 , folgte jeinen Vater erft 1454 im Herzog⸗
thum u. ft. 9. Mai 1458; |. u. Schlefien. Er war feit
1475 vermählt mit Lutmilla, Zochter tes Könige
Geurg Podiebrad von Böhmen, feine Söhne waren
Sohann I. u Friedrich II., feine Nachfolger in Lieg⸗
nitz, u. Georg I. in Brieg. 171) 5. Il., zweiter
Sohn des Vorigen, geb. 1450; jelgte nad ben
Tode ſeines Bruders Johann II. 1495 in Liegnig,
machte 1507 eine Reife ins Gelobte Land, erhielt
nach feines jüngern Bruders Georg I. Tore aud
Brieg zurüd, fübrte 1522 die Lutheriſche Yehre ein
n. ft. 17. Sept. 1547, f. ebd. Eeine Gemahlin Eli«
fabsth, Tochter Des Königs Kafunir IH. von Polen,
ft. 1517; er vermählte fich wieder 1519 mit Sophie,
Tochter bes Markgrafen Friedrich von Branden-
burg (ft. 1537), deren beiten Söhne 5. III. u.
Georg II. ihm in Lieguig u. Brieg folgten. 172)
F. III., ältefter Schu des Vorigen, geb. 1520, er-
hielt bei ber Xheilung mit feinem Bruder Georg II.
Lieguitz, Goldberg, Hainau 2c., verließ aber, als er
in Schulden geraihen war, jein Bürftentbum. Bes
kannt durch feine Schwelgereien u. tollen Etreiche,
nahnı er ſpäter franzöſiſche Dienfte, worauf der Kai⸗
fer das Land, hu Bunften bes Sohnes 5-8, ven
Herzog Georg II., von Brieg, verwalten lieg. Ale
F. 1559 zurückkam, ließ ihn der Kaijer Ferdinand
Friedrich (Undere vegierende Fürſten)
in das Gefängniß feen , wo er 15. Dec.
ſ. ebb. ; feine Gemahlin Katharine, ;
joge Heinrih von Medienburg, gebaı
Tochter u. zwei Söhne, Heinrich u. $.]
ihm nadeinanber folgten. 178) $. I\
Schn des Borigen, geb. 1552, folgte 15
ſerlichen Befehl feinem Bruder, tem ver
jchen Heinrich IX. in ber Regierung vı
bie dieſem genommen wurde if. Schwe
fand das Land fehr verſchuldet, ſucht
lofe Lage deſſelben zu verbeflern u. ft 6.
kinderlos, f. ebb. Bermählt war er tre
mit Sidenie Sophie, Tochter des Hen
Adam von Zeichen (fl. 1557); 1589 mi
Tochter bes Herzogs Johann von Holſtei
u. 1594 mit Anua, Tochter Des Herjot
von Württemberg, Wittive bes Ler;:
Georg von Wohlau (fl. 1616). bb) Zr
174) 5. Wilhelm, Sohn Wenzel |
1601, folgte feinem Vater 1617 ın Tefe
glogau u. £ 1625 ; mit ihm enbete t
weig in Oberſchleſien, |. ebb. Dd) De
chwaben: 1753) F. J. von Büreı
Hohenſtaufen, hatte dem Kaiſer Heizr
egen deſſen Nebenbuhler Kudelf gel
—* 1079 zum Lohn das Herzogthum?
Elſaß, er fl. 1105; ſ. Schwaben (Geſch
vermählt mit Agnes, Tochter tes K
rich VI 176) F. J., ter Cinãugige.
Vorigen, geb. 1090, folgte ſeinem Yateı
1147 auf Schloß Hagenau, |. Schwab
vermählt mit Judith, Tochter des Det
ri des Schwurzen von Baiern, weich
8. III. nech Konrad, Pialzgraf zu RI
177) &. OIL, ſo v. w. Friedrich 1). 178)
Rothenburg, Sohn des Kaifers |
u. ber Gertrud, erbielt von feinem %
Kaijer Friedrich J. 1152 Elſaß u. Edi
Vormundſchaft feines Oheims, des Pfau;
tab, begleitete denſelben auf jeinen
Italien u. fl. Dort in Rom 19. Auguft
Belt; er hinterließ von feiner Gemabli
Tochter des Herzogs Heinrich von Bai
jen, feine Kinter; } Schwaben —
zweiter Sohu des Kaiſers Friedrich I.
trix, geb. 1166, folgte 1169 auf den Bi
der Vormundſchaft ſeines Vaters bie 1
mit demſelbeu, 1159 ven Kreuzzug, erhi
jen Zote 1190 den Befehl über das Hee
fahrer u. ft. 20. Ian. 1191 vor Ptoler
mählt; j.u Schwabeu. 180) F. VI., io
ih 2). br Von Schwarzburg
Günther, ſ. Günther. Fſyvandgi
Thüringen: 182) F. J., der freu
der Gebiſſene, Femirder gebiſſen
lat. F. Admorsus), geb. 1250 (nach Autı
55), Schi des Landgrafen Albredı beal
ber Dlargaverhe von Oſierreich. Sein
Kunigunden von Eiſenberg mebr als ji
Margarethe entfloh daher 1270 u. beim d
ihren Kindern jell fie F. im Muiter
Trennung in die Wange gebiſſen, dieſci
bleibendes Maal u. obigen Beinamen e
ben. Mit feinem Bruder Diezmaun
erieth er mit ſeinem Vater, welcher ihr
haft berauben wollte, 1279 — 86 u. 12.
trat 1256 als Pfalzgraf von Sachſen cı
1291 nach dem Tote. Tuttas Mastgra
Friedrich (Andere regierende Fürſten)
Kbrecht 1294 Thüringen an ten Kailer
Naſſau verfaufte, wurde F. Darüber in
em Kaifer verwidelt, entging einem, um
n 1295 in Altenburg von den Kaijerlicher
zechten Mordenfall durch Lie Aufopferung
r Leute, begann 1306 einen Krieg mit
ert I., welcher 1307 nach den Schlachten
. 1308 bei Borna eine für F. günftige
nabm, erbielt, nachdem er ſchon 1300,
ıter in das Klofler gegangen war, Thü⸗
. Diesmann in Belig genommen hatte,
ianns Tode 1307 daſſelbe aueſchließlich,
vom Kaiſer Heinrich VII. in allen Be-
eſtätigt u. fiel 1312, in eine Fehde mit
Otto ven Brandenburg vermidelt, bei
m in deſſen Gefangenſchafl. Befreit, re⸗
bis 1322, wo er, vom Schlage ge⸗
ner Gemahlin Eliſabeih bis zu ſei⸗
1324 die Regierung überlajien mußte;
ingen (Geih.). Er war erjt mit Agnes,
son Kärnten (ft. 1293), u. dann mit
Gräfin von Arnsbaugf vermäblt; aus
amınte Sriebrich II. u. Eliſabeth, Gemah⸗
dgrafen Heinrich des Eiſernen von Helfen.
„ter Ernſthafte, Sohn des Borigen,
folgte ſeinem Vater 1324 unter Vor⸗
ſeiner Mutter, Eliſabetb, in Thüringen,
ber Laufitz, wurde 1349 von mebreren
ſtatt Karis IV. zum deutſchen Kaiſer
rat aber zurück u. ft. 1349, |. Thüringen
z war jeit 1329 mit Mathilde, Tochter
Ludwig von Baiern, vermählt (fl. 1347);
neun Kindern folgten ihm Friedrich TIL,
u. Wilhelm; Sigismund wurbe Bilchof
urg u. Ludwig Kurfürf von Mainz.
I., Der Strenge (ber Zapfere ob.
er Gütige), ältefier Sohn bes Bor.,
(nach And. 1333), folgte feinem Vater u.
'angs für feine Brüter, Balthaſar u.
bie Regentichaft bis 1376, mo fie in Er⸗
on Friedrichs Tote theilten; er ſelbſt er-
m. ft. 1351 in Altenburg, |. Thüringen
yermählt war er mit Katharine, Tochter
ı Heinrich von Henneberg; feine Söhne
riedrich ter Streitbure u. Wilhelm ter
>85 IV., der Sriedfertige Ein—
ohn Balthaſars u. ter Margarethe,
ı von Nürnberg, n. Nefje des Vorigen,
folgte jeinem Vater 1406 als Landgraf
ngen u. ft. 1439 in Weißenfels. Er hatte
emablin Auna, Tochter des Grafen
on Echmwarzburg, keine Nachkommen,
fen feine Lante an ben Kuriüirjt Friedrich
nüthigen u. beffen Bruder Wilbelnt IIT.,
» Bon Tyrol: 186) j. Friedrich 136).
fen von Walted: 155) 5. Auguſt
Schn Ehriftian Ludwigs u. Der Johanna
1⸗Idſtein, geb. 1676, folgte feinen Va⸗
wurde 1712 von Karl VI. zum Reichs⸗
ſoben u. fi. 1. Ran. 1725, ſ. Waldeck.
ermählt mit Luiſe, Tochter des Herzogs
von Birkenfeld, u. batte feine beiden
yriftian Philipp u. Karl, zu Nachfolgern.
tarl Auguf, Enfel Des Ter., Eohn
ber Chriftiane von Pfalz⸗Zweibrücken,
Scter. 1743, folgte 1763 feinem Vater
nunbichaft ſeiner Diutter u. ft. 23. Sept.
var nicht vermählt, baher folgte ihm fein
I: 2eziton. 4. Aufl. VL
|
737
Bruder Georg. 1) Herzöge u. Kurfürften
vonWürttemberg:as» BonWürttemberg-
Stuttgart: 184) F., Sohn des Grafen Georg
zu Wiıttemberg-Mömpelgarb, geb. 1557, folgte
feinem Bater in ber Grafichaft Mömpelgard, dann,
als jein Better Ludwig 1693 kinderlos farb, in Dem
Herzegihun Württemberg u. fl. 1605, j. u. Würt⸗
temberg (Geſch.). Seine Gemablin mar Sibylle,
Tochter des Fürſten Joachim Ernſt von Anhalt;
ſein Nachfolger fein älteſier Sohn Jobann Friedrich.
190) 5. Karl, Sohn Eberhards III., geb. 1652,
erbielt 1677 die Vormundſchaft über feinen Neffen,
Eberhard Ludwig von Württeniberg, verlor fie aber,
als er im Kriege gegen bie Kranzofen 1692 gefangen
wurde; er fi. 1695 als kaiſerlicher Feldmarſchall,
j. ebd. 191) F. Eugen, Sohn Karl Aleranders,
Ir 21. Jan. 1732, war von feinen Vater Anfangs
ür ben geiftlichen Stand beſtimmt u. wurbe Dome
herr in Konftanz (nach gemöhnliher Angabe in
Salzburg), trat aber wieter aus, nahm preußifche
Kriegsdienſte, wobnte 1795 der franzöfifchen Erpe⸗
bition nad Minorca bei, zeichnete ſich im Sieben-
jährigen Kriege gegen bie Ruffen u. Schweben aus,
lebte jeit 1769 ın Mömpelgarb, murte 1792 Ge-
neralgouverneur über Ansbach u. Baireuth, 1795
preußiſcher Generalfeldmarſchall u. ach feine® Bru⸗
bers, Ludwig Eugen, Tode 1795 Herzog von Würt⸗
temberg; er ft. 22. Dec. 1797. Er war vermählt
jeit 1753 mit Friederile, Tochter des Markgrafen
Friedrich Wilhelm von Braudenburg- Schwert: ihm
folgte jein älteſter Sohn Friedrich I., f. Fried⸗
nid 28, bb) Bon Württemberg-NReuen-
flabt: 192) F. jüngerer Sohn Johann Friebriche,
geb. 1614, erbielt 1649 von jeinem Bruder Eber⸗
barb IIT. die Ämter Neuenftabt u, Weinsberg n.
wurde jo Stifter der Linie Württemberg - Neuen-
ſtadt; er fl. 1782, f. ebb. 193) F. Auguf, Sohn
bes Bor., geb. 1654; er ft. 1716, |. ebd. ; mit ihm
farb dieſe Linie wieder aus. ech Bon Würt—
temberg-Beiltingen: 194) F. Ferdinand,
Sohn Manfrets, Herzogs won Württemberg Weil«
tingen, regierte von 1662 — 1705; mit ihm ftarb
bie Linie Weiltingen aus, |. ekt.
II. Nicht regierendefgürften: 4) Prinzen
von Anhalt: 195) F. Erdmann, britter Sohn
bes Fürſten Auguft Yubwig von Anhalt⸗Köthen u.
deſſen Gemablin Eniilie geb. Gräfin von Promnig,
eb. 26. Octbr. 1731, war von 1750—55 in preu⸗
Bifchen Dienften, trat 1757 in franzöfifche Kriegs⸗
bienfte, wurde 1761 Generalmajor’. 1765 Generale.
lieutenant, verließ ben franzöfiichen Dienft erfi 1793
u. fi. 12. Dechr. 1797. Er erhielt von jeinem müt-
terlihen Großvater, bein Grafen PBromnik, bie
freie Standſchaft Pleß in Cherfchlefien u. murbe
Stifter diefer Linie; feine Gemahlin war Luife,
Tochter des Grafen Heinrich Ernſt von Stellberg-
Wernigerode; feine Söhne, Ferdinand u. Heinrich,
folgten ihm. Er war Stifter des mebiatifirten Für⸗
ſtenthums Anhalt⸗Pleß, f. Auhalt III. n) d). 196)
ð Erbprinzvon Auhalt-Deſſan, einziger
ohn bes Fürſten Leopold, geb. 27. Dechr. 1769;
ſtarb vor feinem Pater 27. Mai 1514, er war ver»
- mählt feit 1792 mit Amalie, Tochter bes Landgrafen
uns V. zu Heſſen⸗Homburg (ft. 1946); feine
inder, f. u. Anhalt (Geneat.) I. 197) 5. Frauz
Nikolaus, Erbprinz von Anhalt Deſſau, Entlel
bes Bor., Sohn des Herzogs Leopold u. der Frie⸗
derite von Preußen, geb. 29. nu 1531 u. feit
—
738
1554 vermählt mit Antoinette, Tochter bes Prinzen
Eduard von Sachſen-Altenburg. B) Prinzen
von Braunfhmeig: 198) %. Karl Ferdi—
nand, Berzog zu Braunſchweig-Bevern, geb.
5. April 1729, jüngfter Sobn des Herzogs Ernſt
Ferdinand von Braunfchmweig, machte ale Haupt-
mann in bellintiichen Dienften die Feldzüge 1745
u. 46 mit, trat fpäter in öſterreichiſche Dienfte u.
wohnte den meiften Feldzügen bis 1748 bei, dann
ging er wieder nach Hellanb u. murbe 1754 Ge⸗
neralmajor; beim Ausbruch des Na
Krieges trat er ale Freiwilliger in das preußiſche
Heer u. mohnte dem Felbzuge von 1757 Bei. ‚1760
ging er nach Dänemark, mo ibn König Friedrich V.
sum Generallientenant u. Vefehlehaber des Gre⸗
nadiercorpo, 1766 zum Gouverneur non Rends⸗
burgen. 1773 zum Inſpector über bie däniſche In-
fanterie u. Gouvernenr von Kopenhagen ernannte.
1783 vermähfte er ſich mit ber nermittmeten Her-
zogin Anna Karolina ven Schleswig - Holftein-
Glücksburg, geb. Fürſtin ven Naffan - Saarbrüd,
u. ft. 27. Aprıl 1909 in Glücksburg; ber Pete bes
Bevern'ſchen Stammes. 199) F. Auguſt, jänge-
rer Sohn des Herzogs Karl u. ter Rhiltppine von
Preußen, geb. 29. Oct. 1740; vermählte fich 1768
mit Frieberife, Erbtochter bes Herzogs Karl Chri-
ftian Ertmann von Württemberg-Üfß, folgte nach
tem Tode feines Schmiegervaters 1792 in dem
—— {8 no. fl. 8. Octbr. 1805; er hatte
eine Kinter, baber folgte ihm fein Neffe Wilhelm
in Ols. 7 Prinz von Caftilien: 200) F.,
weiter Sohn bes Königs Ferdinand III. von Car
Rilien, wurde auf Befehl feines Bruders, tes Kö⸗
nigs Alfons von Kaflilien, 1277 im Burgos er-
mordet. D) Bon Dänemark: 201) %., jüngerer
Sobn tee Könige F. V., geb. 11. Octbr. 1753 u.
fl. 7. Dechr. 1505; er mar vermählt mit Sophie,
Techter bes Prinzen Ludwig von Medienburg-
Schwerin; ber König Chriftian VIII. war fern
Sohn. E) Bon England: 202) F. Ludwig,
äftefter Eobn Könige Georg II., geb. 31. Jar. 1707
ım Hannover; blieb, als fein Großvater König von
Engiand murbe, in Hannover zuriid, ging aber
1727, wo er zum Prinzen von Wales erflärt murbe,
nach England, ftarb jedoch, bevor er ben Thron be-
ftieg, 31. März 1751; er war feit 1736 wermählt
mit Augufle, Tochter des Herzogs Friebrich II. von
Eacfen- Gotha, u. hinterließ neun Kinder, unter
ihnen ven nachmaligen König Georg III. F) Prinz
ren — 203) F., Herr von Bozʒzolo,
Entel des Markgrafen Ludwig III. von Mantna u.
eimer ber beften Felbberrn Italiens zu Anfang bes
16. Jahrh.; diente König Franz I. u. wurde in ber
Schlacht bei Pavia 1525 von den Epaniern ge-
fangen. 6) LandgrafenvonHeffen: 204) %.,
and Landgraf von Heffen-Runmpenheim ge
nannt, Sobn tes Landgrafen F. II. von Heffen,
eb. 11. Septbr. 1747, Bruder des Kurfürſten
ilhelm I. von Heſſen⸗Kaſſel, murbe von feinem
Vater, melcher katholiſch geworden war, getrennt, in
Hanau erzogen; er trat 1760 als Oberſt in däniſche
Dienfte, wurde Generalmajor, trat 1769 in nieber-
ländiſche Dienfte, vermäblte ſich 1780 mit Karoline
Polyrena von Raffan-Ufingen, wurde nieberlänbi-
ſcher General ter Cavallerie u. Gouverneur von
Mafıricht, hielt als folder 1793 Die franzöfifche
Beſchießung aus, übergab aber bie Feſtung nad)
dreimonatlicher Einſchließung 1794 u. privatifirte
|
Friedrich (Nicht regierende Fürften)
mn auf feinem Schloſſe zu Rumpenbeim,
Frankfurt u. feit 1514 in Kaflel: 1821,
Tode feines Bruders verließ er in Felae
belligleiten mit befien Nachfolger Kafie
Gotha u. Hannover u. fl. 20. Mai 1531
furt. Seine Kinter find ter Lantarıl
ber Folgende, Georg, Gruverneur x
burg, die Herzogin ven Cambridge u.
berzegin von Medlenburg-Strelig. 2
beim, Schn bes Bor., geb. 24. April
früh in preußiſche Dienfte, machte bie &
1806, 1513 — 14 mit, flieg zum Gem
Souvernenr der Feſtung Yurenikurg.
Sohn res Lantgrafen Karl, geb. 3.
trat in däniſche Dienfte, we er bis
marſchall, Statthalter von Schlesw
ftein, Gonoerneur ber Ditmarfchen n
dent ber ſchleswig⸗ beifteinichen Regi
Megen eines Zwiſtes mit der bänrickeı
legte er 1542 viele Stellen nieder ı. |
1545. 207) 5. Wilhelm Georg
des Yandarafen Wilhelm von Hefien ı
Iotte, Tochter des serftergenen Ertprin
von Dänemarf, geb. 26. Nov. 182U: er
Generallieutenant u. Chef Des dritten
regimente, auch Chef des ruſſiſchen Ma
Huſarenregiments; vermählt 1544 m
fin Alerantra, Tochter tes Kaiiert 9
Rußland (fl. 1844), u. feir 1853 mir I
ter des Prinzen Karl von Preußen.
von Hohenlohe⸗Kirchberg: 208
hard, Sohn bes Fürften Karl Augn!
lobe- Kirchberg, geb. 1737 m Kirchberg
ſtudirte feit 1752 in Sena, fam 175% i
tembergiiche Militär, gerieth im Si
Kriege in preußiſche Getangenidait,
tem Hubertusburger Frieden in Ar
fpäter Oherfllieutenant, dann Comn
Fefung Sobenafperg, nabm 1776 ie
verbeirathete ſich 1778 mit Albertine R
von Caftell-Remmlingen, lebte mit vier
lingen, dann anf Schloß Künzelsau, zul
berg, wo er zugleich mit feiner Gattin
1804 ftarb. Erfchr.: Morgen on. Ab
auf 12 Wochen, Thringen 1779, ne
Grüneifen, Stuttg. 1538; mit feine
Geiſtliche Lieber von F. E. u. A. R., 1:
Holſtein Sonberburg - Angı
209) F. Emil Auguft, Brinz ven )
Sohn des Herzogs Erikſon II., geb. 23
mwurte 1842 Stattbalter von Schleewi
n. bis 1846 Löntglich Länifcher Gener
Er proteftirte 15416 gegen ben Offenen
ftians VIIT. u. verlich hierauf ten dãniſ
dienſt. Rendsburg murte am 24. Mäı
ihm üßerrumpelt u. Der Play mit ſchietn
ihen Truppen, tie unter feinem Som
ben, beſetzt. Er wurde Mitgliet ver *
Regierung, welche hierauf ın Kiel zu
war big zum 30. April 19848 Höchfſteem
in Eclestwig - Helftein u. lebte jet Hi
Auslante. Dur Erlaß vom 10. Mai
er u. feine Familie non Der Amneitie ca
Gegen ten Londoner Vertrag vom s.
über bie bänifche Thronfolge, legte er !
ein. Ente December 1855 mwurte ibm
unter Fiteicommiß ſteheuden @üter Re
wald zu veräußern. Gr war fe 1%
Friedrich (Nicht vegiegende u. Geifiliche Fürften)
239
te, GOräfin von Daneflield - Samede | Seebienft, wurde Oberfl, Inhaber bes Infanterie
>) Von Medienburg-Sämerin:
dwig, Sohn tes Großhennogs Fried»
u. ber Brinzeifin Luiſe von Sachſen⸗
13. Inni 1773, wurde 1785 Erbprinz
großherzog, ſtarb aber 29. Rov. 1819
Bater; er war vermäblt feit 1799 mit
chter bes Kaiſers Paul von Rußland
in zweiter Ehe ſeit 1810 mit Karoline,
Großherzogs Karl Auguſt von Sachſen⸗
1816), u. in dritter Ehe mit Auguſte,
Landgrafen Friedrich V. von Heflen-
on feinen Kindern aus erfier Ehe folgte
»hn Paul F., u. Prinzeffin Marie ver-
nit bem nachmaligen Herzog Georg von
tenburg ; feine Tochter aus zweiter Ehe
Gemahliu des Herzogs von Orleans.
n von den Niederlanden (Ora-
F. Wilbelm Georg, zweiter Sohn
balters Wilhelm V. der Niederlande u.
fe Sophie Wilhelmine von Preußen,
br. 1774, trat früh in nieberlänbifche
R kei der Gurte zu Pferd, fammelte
Holland von Dumouriez angegriffen
General ein Corps, führte Dies gegen
en u. nahm denſelben @ertruidenberg
mieber ab, zeichnete ſich in ben Rieber-
an ber Y98, febr aus, murbe bei War⸗
verwundet, ſchloß eipe enge Freund⸗
m Erzherzog Karl von Oſterreich, wurde
der General Der Cavallerie u. ging nach
ng ber Niederlande durch bie Franzoſen
inem Vater nad England. 1796 trat
zalmajer in öfterreihiihe Dienfte u.
ı bei. gegen Moreau u. vor Kehl au®.
: zur Armee tee Erzherzogs Karl nach
irde Feldmarſchalllieutenant u. erhielt
798 den Oberbeiehl iiber das öſterrei⸗
in Italien als Feldzeugmeiſter; er AH
vphus 6. Jan. 1799. 218) F. Dil-
, zweiter Sohn tes Könige Wilhelm 1.
ante u. der Wilhelmine von Preußen,
’r. 1797, wurde am preußischen Hofe
achte mit ven preußiſchen Heere bie
1813 mit, trat dann in das nieberlän-
u. gab tort, bei. in ter Schladht von
nce 1915, Beweiſe von befonberer
Er batte Anſprüche auf die Deufichen
bes nieberländifchen Hauſes Oranien,
n aber, als fle gegen Las Großherzog⸗
iburg vertauſcht worden waren, 1816
men ven 190,000 holländ. Fl. Cintunften
erhielt er den Titel Prinz der Nie-
‚ wurde Scneralcommiffär des Kriegs⸗
4, Admiral, Generaleberſt u. Feld⸗
r Landmacht; 1530 nad) der belgiſchen
führte er das bollänkifdye Sorp6 gegen
ırde aber am 27. Septbr. zum Rildyug
ſ. Belgien (Gei.) VL; 1831 feitete
riff gegen Belgien, mußte aber beim
er franzöſiſchen Interventionsarmee
rin jegt nieberläntiicher Feldmarſchall
ber Flotte, auch Ebef bes preußilchen
sieregiments u. jeit 1525 vermählt mit
ter bes Könige Friedrich Mühelm IM.
n. M) Erzberzog von öſterreich:
rdinand Leopold, Sohn des Erz⸗
l. geb. 14. Mai 1821, widmete ſich dent
regiments Nr. 16 u. Schiffscapitãn. Gr that ſich
im Syrien Feldzug 1840 hervor u. ſt. 5. Oct. 1947
als Viceadmiral u. Obercommandant ber Marine.
N) Pringenvon Preußen: 814) F. Heinrich
Wilhelm, Frinz von Preußen, gewöhnlich Prinz
Heinrich genannt, ſ. Heinrich. : Wilhelm
Ludw Bi Sohn bes Prinzen Friedrich Ludwig Karl
u. der Brinzeifin Friederile von Medienturg-Stre-
ig, geb. 30. Oetbr. 1794, machte bie Kampagne
1613 —15 mit, wurde General ber Cavallerie u.
zefidirte bis 1848 in Düffelborf; er ift jetzt preußi⸗
{cher General der Kavallerie, Chef bes 1. Küraffier-
regimente, auch Chef des ruſſiſchen Uhlanenregi⸗
mente Charlow u. feit 1617 vermählt mit Kulle
Tochter bes Herzogs Alerius von Anhalt- Bernburg.
a160) J. Wilhelm, Eohn des Prinzregeuten Wil-
beim von Preußen u. ber Bringeffin Luiſe con Sachſen⸗
Weiner, präjumtiver Thronerbe von Preußen, geb
18. Ortbr. 1931, erhielt eine forgfältige Erziehung
u. bildete fi Durch Reifen in England, Rußland
u. Stalien, u. ift Generalmajor, Commandeur der
1. Gardeinfanteriebrigade, Chef eines ruſſiſchen Hm
ſarenregiments u. Inhaber eines öſterreichiſchen
SInfanterieregiments; jeit 25. Jan. 1558 vermäblt
mit Victoria, Prinzeß Royal von geforkennien.
II. Geiſtliche Fürften. A) Biſchöfe von
Bamberg: 217) %. J. Graf von Hohenlohe, war
1325 Domdechant in Bamberg geworben, wurbe
27. Juni 1344 zum Fürſtbiſchof erwählt u. ſt.
28. Dec. 18351. 218) %. II., Graf von Truhen⸗
bingen, wurde 1359 Domdechant, 1363 Fürſibiſchof
von Bamberg u. fl. 19. Mai 1366. BD) &rz-
biihofvon Bremen: 219) F. Prinz von Di-
nemark, letter Erzbifchof von Bremen, wurbe
1644 von den Schweden verjagt, |. Bremen (Geſch.).
6) Erybiihöfe von Köln: 220) F. J., Graf
von Schwarzburg, Bruder des Markgrafen Engel-
bert von Friaul, wurte 1099 vom Kaifex Hein⸗
rih IV. zum Erzbiſchof ernannt; er war ein ge-
waltiger Krieger u. ft. 1131, ſ. u. Röin. 221) 5.11.
von Berg, Sohn Kaifer Adolfe, den Eapitel vont
Papſte aufgebrungen; regierte von 1158 u. f.
1158 in Pavia, ſ. ebd. 222) F. III., Edler von
warden, murbe 1370 Erzbiſchof; krönte bie
ifer Wenzel, Ruprecht u. Sigiemund, ftiftere bie
Untverfität Köln u. ft. 1414 in Bonn, f. ebd. 223)
. IV., Graf von Wieb-Runlel, wurde 1562
Erzbischof, dankte 1567 freiwillig ab, als er mit
bein Kaifer wegen Stellung tes Contingents in
Streit lan, u. ft. 1568, ſ. ebb. D) Von Magbe-
burg: 224) 5. 1., Graf von Wettin, Sohn des
Grafen Dietri von Wettin, Erzbifchef 1142—52,
j. Magdeburg. 225) 5. LI. vou Hoym, war 1356
Biſchof von Merfeburg, wurbe zwar ſchon 1368
von bem Gapitel von Magdeburg zum —— —
gewählt, aber erſt 1382 anerlanıt u. regierte bis
1358, f. ebb. 226) 5. (III.), Graf von Beich⸗
lingen, 1445—1464, f. ebb.; er führte zuerfi in
feinen Urkunden den Zitel als Primas von Deutſch⸗
land. 227) (75. IV.) von Brandeuburg, Sohn des
Kurfürften Joachim IL., geb. 1534, wurde 1548
Biſchof non Naumburg, 1550 Erzbiſchof von Mag⸗
beburg (ter Papſt wollte ihm, ale dem Sobne
eine® Jutherijchen Fürſten, bie Beſtätigung ver-
weigern) u. 1552 aud Biſchof von Halberſtadt,
ſtarb aber 3. Oct. 1552, f. ebb. E) Bon Mainz:
228) F., Erzbiſchof von Mein, don 938. Ben
\
Ad
feikiem Bruber Oifeldert I
—— ao Meife
nase Wi
ee
ambur od. na ba) in Ha "hier
ke 5 her hai re Em £
ring verbädhtig, ab u. R. 954, 1. Main (Seid).
229) 8. Karl Anfepb, Baron von Erthal, geb.
1719; 1774 Kurfürft von Mainz u. Biſchof von
Worms; 309 proteftantiihe Staatsbiener im fein
Land, war Mitglied des ürflenbundes, werleäte,
nach dem Einfall ber Framzeſen, 1792 feine Refl«
bens nad) area —— Se um Coab⸗
jutor u. ft. 1803, 1. Bildäfe von
Utredt: 230) F. L, Ent 34 Herzogs Ratbob
son land, wurbe um 825 Bildhof fl. 838,
231) F. II. von Sirk, war erft Propft in Utrecht
a. wurde nach dem Tode des Bifhofs Guide von
Utrecht 1317 deſſen Nachfolger; feine Regierung
war aber ſehr ſchwach, er machte viele Schulden u.
. 2. Sur 1322 in Hotft. 282) $. von
lantenbeim, —* Biſchof von Steaekurg
u. —— Pat a n Utrecht; Sie pe
ebrich 39 evon
Bine urg: 234) 5. he 35 —*
1558— 75; er war in bie Grambadieen
Senn Are burg ( ):
IE Kart, Graf von Schönborn» Pı
Beh Boffeburg, eb. 1664; a Nr
vicetan PR Er — in Würzburg,
Fürf —— Mm "1748.
en “4.n — Kane —
ager — AR. bichte m se
— mehrere chen ae ih sn
anlden ah = jm Ziel m 3 Ban
er *
Sohn des Könige —— (von Neuhoff) —
fica; lebte einige Jahre in England vom Unterricht⸗
geben in der Italieniſchen Sprache, verheirathete
ſelbſt mit einer Dentichen, ſtand dann einige Zeit
tm Dienſte des gen erzog® von Württemberg u. nahm
fs 1797 aus Berdruß, weil ber Kan von. 2
and eime Anleihe getabelt, bie er file ben Prinzen
von Wales in Antwerpen unterhandelte, bas Leben.
Er jr.: Mein. pour servir A l’hist, de la Corse,
oph, geb. 4775 in Halle, ſtudirte daſelbſt Tbeo-
e, wurbe 1807
Tan 1811 am bie
Ian u. f. bafelbft 1836; er jchr.: Der Segen Ja-
1066 ꝛc. Bresl. 1811; Dissensiones de christo-
logia Samaritanorum, Ypj. 1822; Statuta syn-
:odalia a Wencesino E scopo "Wratielaviae
a 1400 publicata etö., * 1827, u. m.a.
Fern 1768, engl. Lond 1763. 8) Iobann Ebri-
4) Theodor Heinrich, geb. 1776 in Könige
in ber Neumark; K Bot,
an = ; —— als
freiimilliger Züger unter das rn orofche Corps,
lebte nachher meiſt in Berlin n. seit: ſich! * |
——— in ber Elbe; er ſchr. u. a.: Satyri
Kr ar ke Berl. 1814, 3. Aufl. 1816: Zweiter ſaty⸗
r
Dan
eldzug, ebd. 1816, 2. Aufl. 18175
Deutliche Bollstradht, ebb. 1815; Eatyriſcher ei |
I, ebd. 1816—19, 7 Defte; Aimanach lu
twänte für die Bühne, ebd. 1816; Sa
ei fatgrifche Räfcher, Site 1818. 5) Salssc
David, ah m — bildete ſich auf
der Kuna Kipenhagen zum —2
farrer in Autas bei Breslau,
iverſitätsbibliothel in Bres⸗
ug, ebb. 1815, 2. — 1817; Dritter
wieeia HE Behr
| Fat 1795 = Dresben, wo ir 1817
ffen
ber Landſchaftomalerei in
fäflang ber Natur u. bie Wi
Stimmung in ber —— br.
Richtum bn u. ga
bem Kuffnwunge,. dem ben *255 32* de
in ber meuften- Zeit gewonnen bat. D
feiner Gemälbe melandeliih a
tragen einen Hi romantiſchen
Werle im Berliner Schloffe: Die Abtei
- Ketichen: Der Tannenhügd
6 Gerbärb Griebrig, a
*2 Waller, geb. 1799
L.: Geh
3
Guſtav Hern
ne iher Roman), ebb. 1812—13
i ‚ ebb. 1814, 2. Aufl. er )
on u. dem Vaterlande gem
q ‚ 2. Aufl. ebb: 1819; —
jahre ꝛc. ebb. 1820; Reife I
a
ber ſſenleben, eb. 1836-4 Bodens Der
bımb : * jefuitifehhieranchifce €
Darm.
Heinrich Inſel, io ».
rede
Senbrit Inſel.
RN a Stabt im Amte Zel
hume — Thlüringer Walde;
bon Dr Bleichen, Bergbau
Einen Du de, Spielwaarenfahrit; 1
Friedrichs .—nr Artikel mit bie
kein... bie bier nicht zu finben
| Ran a ; » a P
ben; 4) —** 5)» —A
Fort auf ber Guinea,
preußiſche la durch va Großen
von Brandenburg 1683 erbaut, og
Afrilanifhen Compagnie in Emben;
Holländer verfauft; 5) fo v. w. —
Friedrichsd'or, preußiiche Golbmän
1 Bar — k 5 Thaler Golb:
arat 9 Grän fein, von ba an 21 Su
‚ 35 Gtüd auf bie. Darf brutto, !
a die feine Mark, alies,ose Gramm ı
hoſlandiſches Aß fein Gold baltend,
Thaler Eourant mit tem
Cours werth, feit 1. Jan 1832 allgen
Thaler in ben —* preußiſchen Kaſſen
u. daher auch im Berfehr fo beredimet, ji
ag von 2} zer. nr Es fd h
u. boppelte zu Gold ri
Friebrihöderf bis Briebrichänrden
a, ſogenannte Mittel- 5. von 1755 u. 1157,
744
1150 im Gange u. eıne Bambergifche Gehbuns-
e
äbr 3} Thaler Courant werth, find aus dem | Das bier gewonnene Glauberſalz brachte
r verihmunben.
ebricgödorf, 1) Colenie bei Suberote, |. d.;
orf in Heflen-Homburg, nörtli von Hom⸗
‚ von autgemwanterten Wugenstten gegründet,
dort noch die franzgcfiihe Sprache —
Bildungbanſtalt für —— Fla⸗
n. Strumpfweberei; 750 Em.
tiedrichs Ehre, Siernbild, zu Ehren Fried⸗
Rs Großen, 1757 von Bode gebildet; Schwert,
rn. Lorbeerzweig, worüber eine Strahlen⸗
ri, Niebt zwiſchen dem Vierecke des Pegafue
m Ropfe des Cephens u. wirb von 4 Sternen
söße, vorher zur Rechten ber Andromeda ge-
j, gebifbet.
Medrichäfelde, Dorf im Kreife Riederbarırim
ir Regierungabezirte Petsbam, ven
ches Luſtſchloß, großer Garten, Vergnü⸗
der Berliner; 000 Em. F. wurde Fried⸗
‚ König von Sachſen, im Oct. 1813 bis
1815 zum Aufenthaltsort angewiefen.
Högraben, zmei Kanäle in tem Kreiie
bes preußischen Regierungabezirts un
1668 — 1696 angelegt, moturd) bie fie
I u. Memel verbunten find; der 2) Meilen
a Fuß tiefen. 40 Fuß breite Große %., zum
zur duch mübiam erhaltene Dämme vom
Daff, das hierdurch vermichen wird, ge-
vereinigt bie mit bem Pregel verbundene
it ber Nemenin; u. ber Kleine. (Neue
Benburger Kanal) vereinigt die Nemo⸗
ker Gilge u. iſt 14 Meile lang, 4 Fuß tief
Fuß breit. £
—— evangeliſches Pfarrdorf im
Kreis u. Regierungsbezirk Oppeln; iſt
böhmiiche Colonie, mit 1130 Cmw., bie viel
rei treiben.
BedrichBgrube, Bergwerksort im Krei'e Beu-
preuß. Regierungstezirte Oppeln; 100 Ew.
högrund, Dorf im Kreiſe Glatz tes
Regierungsbezirts Breslau; Rortafchen-
L, 2 Slasbütten; 220 Ew.
| chſshafen, 1) Stadt, am Bodenſee, im
* Tettnang, bes württembergiſchen Donau»
» Schleß (ionſt Prierat Hofen), Sommer-
Malt der königl. Familie; evangeliiche Kirche,
Bepenfionat (Paulinenftift), Kurort; Hafen,
8 bes wilrıtembergijchen Handels auf dem
mit ter Schweiz u. Italien; Hauptzoll⸗
: Gifenkahnftation mit Moafchinenwerffätte:
Gw. Der Ort hieß jrüber Buchhorn, hatte
Inglich feine eigenen Grafen, murte dann
Matt, hierauf baieriſch u. gebört feit 1809 zu
kemberg; 2) fo v. w. Frederikohavn.
tebrichspain, Dorf mit Gfashlitte im Kreife
mberg des preußiichen Regierungebezirks
art; 125 Ew.
ledrichſshall, 1) Saline bei tem Derfe Lin⸗
(300 Ew.), im meiningichen Amte Hildburg⸗
u, im Rredgrunte; feit 1849 iſt tie Kochſalz⸗
ang aufge eben, u es wird nur noch Bitter⸗,
jer-, Bieb- u. Düngeſalz gefotten, ba jenes
ja rein bergeftellt werten konnte; außertem
u jährlich an 300,000 Krüge Bitterwaſſer zum
em verfendet. Das Salzwerk wor ſchon ver
De sale aperiativo Fredericiann, Hildburgh.
1767), als Briedrigsiet, in Ruf. Über das Kr
Bitterwaſſer ichried Ciſenmann, Würzb. 1856,
2. Aufl; 2) ſo v. w. Frederikebald.
— — ). Frederikshamn.
ichshof, evangeliſches Pfarrborf im
Kreiſe Ortelsburg des preußiſchen Regierungsbe⸗
zirls Königsberg ; Bernſteingräberei; 1500 Em.
Friedrichshohle, S-öble bei dem Schloſſe Ehren-
fele im Oberanite Dünfingen des mürttembergiichen
Donaufreilee, aus welcher die Ach hervorquillt.
ee even. Inſel der Ertholmen in ber
fliee, bei Bornbeim.
Friedrichshuld, 1) (Trebſchen), Marktflecken
mit Stadtgerechtigkeit im Kreile Züllichau bes preu⸗
Bifhen Regierungsbezirls Franlfurt; 400 Ew. Der
Ort wurde 1712 durch ben grreiberru won Trofchle
von Schleſiern u. Polen erbaut, Lie wegen ihrer
Religion verfolgt u. ———— waren; 2) Bar⸗
chent⸗ u. Leinwandfabril, ſ. u. Billerbeck 2).
Friedrichſhütte, 1) königliche Eilber- u. Blei⸗
ichmelzbütte im Kreiſe Beuthen des preußiichen
Regierungebezirks Oppeln; zugleih ift ein Blei⸗
w. Sinnmwalswert Damit verbunden; 2) Dorf im
Bezirl Tauß des Kreiles Pillen (Wöbmen), mit
Slaabütte u. Spiegelfabrit; 3) Kupferſchmelzhütte
bei Dein Dorfe Jba im Kreiie Rotenburg ter kur⸗
befftiben Brovinz Niederbefien; 4) Eiſenwerk bei
Lanbach im Kreiſe Hungen der großberzoglich
beifiicven Provinz Oberbefien.
riedrichsinſeln, fo v. w. Nifobaren.
Friedrichsorden, königlich württembergiſcher
Orden, geitiitet am 1. Ian. 1830 vom König Wil⸗
beim I. von Württemberg, zum Andenken feines
Vatere, Königs Friedrich, welcher am 1. Ian. 1506
tie Königsmürde angenommen batte; für eine
Klaſſe, für Civil-u. Mititärverbienft u. ale Zeichen
beſondern königlichen Woblwollens. Er erbielt
Anfang 1556 eine weſentliche Modification; dar⸗
nach wird er vergeben als beſonderes Merkmal
des kẽniglichen Wohlwollens, ſowie als Anerken⸗
nung u. Belobnung ausgezeichneter Verdienſte ſo⸗
wohl im Militär- als im Civildienſt, um Die Per⸗
fon bes Könige, das königliche Haus u. den Staat;
u. theilt fich in 4 Klaſſen: Großkreuze, Comthure
1.n. 2. Kiafte u. Ritter. Diejenigen, welche bis
19856 mir tem Orden kecorirt waren, wurden ber
Kaffe ber Großkrenze zugetbeilt. Inſignien: ein
goldnes achtipigiges meigemaillirtes Kreuz, mit
beilen Goldſtrahlen in ten Winkeln, vern in ber
Mitte ein Rundſchild, darin von matterm Volt das
Bild von König Friedrich n. auf dem blauemail-
lirten Rand tie Umſchrift: Friedrich, König von
Witrttemterg, in Gold; hinten auf weißem Grunb
die Worte: Dem Verrienfte, u. auf dem blauen
Kante König Friedrichs Wablfprucd: Gott u. mein
Recht, in Golt. Dazu ein achtfpigiger Stern mit
4 Sauptieldern in Eilber u. Zmifhenftrahlen von
Gold, im runten mattgeltuen Mittelihild das
Bild vom König Frietrih, tarunter ber Wahl-
ſpruch: Gott n. mein Recht. Bant königeblau, von
der rechten Schulter nach der Tiufen Hüfte. Der
Orten verleibt perfänlihen Abel u. Zutritt bei
Hofe. Das Zeichen darf bem Wappen beigefügt
werben _
742
Friedrichtort, Seebatterie, früher Heine
Mung an der Südoſtſpitze Des Herzogthume AH
wig 5 one bes Hafens Re m ber
Landſchaft Däniſchwalde; Zeng- u. Proviantbaus,
dabei feit 1815 ein —ã — F. hieß früher
Chriftianspreis, nach König Chriſtian IV., der
bie Feſtung 1637 anlegen ließ; Bald darauf eraber-
ten fie Die Schweden u. nad dem Kriege ließ fie
ber König fehleifen. Aber Friedrich III, bante fle
wieder auf u. nad ihm erhielt fie ven Ramen $.
Bei F. 1715 Sieg der Dänen unter Abmiral Ga⸗
bei über bie Schweben. Am 19. Dec. 1813 wurde
5. durch die Schweden unter General Poſſe be-
choſſen, dann von dem bäniihen General Hirſch
e apitulirt u. bie Feſtung an die Schweden übergeben.
Friedrichdſalz —8 ſ. u. Sriebrihehall 1).
Friedrichſsſtadt, 1) Nebenflädte von Berlin,
von Magteburg, von Wittenberg, von Memel,
pon Dreöben, |. d. a.; 2) Stadt im Südmeften
des Herzogthums Schleswig, an ber Cider u.
Treene, lutheriſche, remonftrantifch-reformirte, men⸗
nonitiſche, katholiſche Kirche, Synagoge; 2000 Em.
— F. wurde 1621 von gefllichteten Nieberlänbern
erbaut, am 7. Ang. 1850 von ben Dänen bejegt u.
bei der Beſchießung am 29. Eeptbr. durch bie
von der Tannſche Grpebition zerftört; 8) Stabt an
der Dilne im ruſſiſchen Gouvernement Kurland;
2500 Ew.; meift Juden, Synagoge; 4) Stabt auf
der däniſchen Kleinen Autilleninſel St. Kroiy;
1200 Em.
Friedrichsſtein, 1) flirſtlich waldeckſches Schloß
in Altwildungen; 2) Dorf u. Gut im preußiſchen
Kreis u. Regierungsbezirt Königsberg, Hauptſitz
der gräflich Bnborichen Büter, Schloß, Thier-
garten, 25U Em.
Triedrichäthel, 1) Dorf an der Havel, im
Kreife Niederbarnim des preußiſchen Regierungsbe-
zirls Potsdam; Glashütte, Ubrmacherei; 630 Ew.;
2) Olas- u. Spiegelhütte im Kreife Kalau bes
preußiichen Negierungabegiris Frankfurt; 100 Ew.;
3) Solonie mit Kreuzburger Hütte, Eifenhilttenwert
im preußiſchen Kreis u. Regierungsbezirk Oppeln,
1070 Ew.; 4) Dorf im Kreile Saurbrüd bes
preußifchen Regierungsbezirts Trier, Glashütte,
Gifeugruben; 640 Ew.; 5) Dorf im fächftichen
Amt u. Kreisbirectionsbezirt Zwidau, zu Wilten-
fels gehörig; 870 Em.; 6) Darktfleden im Land⸗
amte Karlsruhe des babiihen Mittelrheinkreiſes;
Zabalbau; 850 Em; gegründet von ausgewan⸗
berien franzöffchen Keformirten unter Markgraf
Friedrich Magnus, 1699; 7) Eijengießerei, Stahl⸗
hammer w. Senſenfabrik im Oberamte Freuden⸗
ftadt des württeinbergiſchen Schmarzwaldfreifes;
300 Ew.; 8) Ortſchaft in meiningjchen Amte
Sonneberg, am Fuß des Hammer- u. Zinnberges,
mit Biebaucht, Holzarbeiten, Holzhandel, Kohlen⸗
brennerei, bis 1837 auch Hochoien u. Eiſenham⸗
mer; 9) Schloß bei Gotha; 10) Kolonie in Grön⸗
land auf ber Südweſtkilſie.
Friedrichſsthalia (F. Fenzl.), Bflanzengattung
aus der Familie der Arnerifoliae-Borragineue-
nnoglossese; Art: F. physaloides, in Süd»
afrika.
Friedrichswald, 1) Dorf im Bezirk Reihen-
berg bes öfterreichifchen Kreifes Leippa (Böhmen) ;
mit 2 Olashltten u. 650 Ew.; 2) Kirchdorf in
at Wildenſchwert bes Kreifes Parbubit;
50 Em.
yın!
Friebrichdort bis Friebrife
Ft Hr „Stabttheil von 1
tedrigdwerf (Ireberivend), Mıı
Amte Kreberilsborg des bänifchen Stifte
in ber Nähe des Sundes; große Kanen
ben- u. Rugelgießerei, Salpeterfabrif n.
mühblen ; 600
Amte Geotha (ſonſt Erfa), an der Reli
zoglichem, von. Friebrich I. erkautem
Kammergut, Waiſenhaus; 450 Em.
Friedrich⸗ Wilfelmbbad, Seebab
unweit Putbus, mo bie Babegäfte lebe
Augefiht der Infel Vilm, am Fuß de
Goore, durch hohe u. walbige Ufer u. la
Borgebirge nik.
Friedrich⸗Wilhelmskanal, 1) (3
Kanal), Kanal im Kreile Lebus bes
Regierungsberirfs Franliurt a. d. O.,
bem Großen Kurfürften eröfinet; 3, 9
50 u breit, 6 Fuß tief, bat 10 Schle
Gefälle von 65 Fuß; verbindet die ©
Oper, geht bei Reubrüd aus ber Spree
roſe u. fält bei Briejelow in tie Dker;
Wilhelmslanul.
Friedrike, weibliche Form von Fried
würdig find: A) Abniginnen: Dr
nover. 1) F. Luife Karoline
Aleranbrine, Tochter des Herzogs
Mediendburg -Strelit, geb. 2. März 1‘
Mai 1794 vermählt mit bem Prinzen |
renßen, Bruder Friedrich Wilhelms I
ec. 1796 Wittwe, zum zweiten Malan!
Friedrich Wilpelm von Solms - Braun
von diefem jeit 13. Sept. 1814 Witwe,
Mal am 29. Mai 1815 an ben König 6
son Hannover, Mutter des Prinzen $
Preußen, der Herzogin F. von Anbalt-:
Prinzeifin von Preußen, des Prinzen Fr
beim von Solms⸗Braunfels, der Brin;
tine von Schwarzburg-Rubolftabt, get
von Selns - Braunfels, bes Prinzen ?
Karl von Solms- Braunfels u. des Ki
von Hannover; fie fl. den 29. Juni 13-
Schmeten. 2) F. Dorothea Wilheln
Tochter des Erbprinzen Karl Ludwig oc
der Landgräfin Amalie von Heſſen, gel
1781 , wurde 34. Oct. 1797 mit Kenig
von Schweben wermäblt, 1500 in Nr
frönt, verließ Schweden 1809 in Felge
entiegung ihres Gemahls, mir reelchem |
holm eine Zeit.lang gefangen aebalten w
id nah Baden, wurde 17. Febr. 151
ſtav IV. geſchieden u. ft. in Lauſanne de
1826; vgl. F., Königin von Schweten,
aus ihrem Neben, Frift. 1856. D)An
innen: a) Kürftin von Anbel
3) F. Auguſte Sophie, Tochter dee d
tor Friedrich von Anhalt» Bernburg, ge
1744, vermäßlie ſich 1764 mir tem fi
drih Auguft von Anhalt⸗Zerbſit u. verb
das Land, um in Baſel zu leben. 17:
Gemahl nah Luremburg ging, blieb f
zurück, verließ Die Stadt aber, durch ki
Berhältniffe bewogen, 1791 u. zog nach
reichsunmittelbaren Beilgung ihres Ger
deſſen Tote 3 März 1793 fie Koswia als!
erhielt; jedoch ildertrug ihr ihre Shmiyi
rina von Rußland, welche Jever nen ih:
Zriedfaule bie Fries
748
e Abminiftration diefes Läntchene. | Zürich als Lebrer des Lateiniſchen an ber bortigen
ben von Tilſit 1607 verlor fie die⸗
b Koswig u. fl. tort 12. April
Luife Wilhelmine Amalie,
inzen Ludwig von Preußen u. von
Sept. 1796, am 1$. April 1818
pold von Anhalt - Deffau vermäßlt,
d. b) Markgräfin von Bai-
Sophie Wilhelmine, Tochter
Ims I. von Preußen, geb 1709 in
ter Friedrichs II., vermäblte fich
rich, Erbprinzen, dann feit 1735
ı Baireuth u. fl. 1755; fie ſchr.:
n aus dem Leben ter königlich
nzeſſin F. Sophie Wilbelmine von
zöſiſch, Braunſchw. 1510, 2 Bde.,
310-11. 6) F. Sophie Char-
e, Erbtochter des Herzogs Karl
aun von Württemberg⸗Ols, geb.
kermäblte fih 6. Sept. 1768 mit
h Augnſt zu Braunfchmeig, brachte
dem braunſchweigiſchen Fl das
ım DI zu u. fi. 4. Novbr. 1789.
fo v. w. Bannjänle.
Sagengeſch.), f. u. Rolf Krafi.
‚ Martıfieden bes Kreiſes un. der
nhain in Der kurheſſijchen Prowinz
er Ohe; Braunkohlenwerk; 750 Em.
Jorf im koburg⸗ gothaiſchen Amte
u; 1050 Em.
Ipr. Frendſchip), Stäbtifher Bezirk
ost-township) in der Grafichaft
Staates New⸗Yort (Norbamerifa),
rf-Erieeifenbahn ; lebhafter Handel
300 Em.
m. Wechſelfieber.
a6 Gebälk antiker Bauwerke, wel»
Irditrap ruht u. nach außen das
nah innen tie Eteinbalfen ber
. Da bie Borberfläche mit Sculp-
geſchmüdt zu merten pflegte, fo
a biefen Theil des Gebäudes Zo⸗
ger); 2) bei Fenfter- u. Thür-
er glatte oter verzierte Streifen
faflung u. Verdachung, in gleicher
3) an Façaden auch der durch ein
16 begrenzte Raum unmittelbar
t= ob. einem Gurtgefims, oft mit
uch wohl mit Yufchriften verfehen;
Delztäfelungen tie ſchmalen Strei-
Füllungen; 5) bei Fußböden, zu
: ter Breter nicht ausreicht, bie
yartem Holze beſtehenden d—b Zoll
‚ ta wo die Breter an einander
müflen u. an ben Wänden entlang;
n Die den ganzen Fußboden ın
were Quadrate od. andere gerad⸗
eintheilenden I— 6 Zoll breiten
ihen- od. Nußbaumbolz; daher
8 u. ungeſchornes, ten geringer
tes, wenig gewalktes u nicht ge-
: Bett: u. Riertebeden, zu Unter«
t einfachen u. geköperten, breiten
yen (gefränfelten) u. feinen F.
banres, geb. 1505 in Greitenfee
1536 Profeſſor in Baiel, 1537 in
chule, wurde 1547 Rector bafelbfi u. fl. 1565;
er fhr. u.a.: Dictionarium Latino - Germani-
| cum, Zürich 1541, 2. Aufl. 1556 u. 3.; Synopsia
isagoges muricae, ebd. 1552; gab heraus: Ce-
|
porini compendium grammaticae graecae,
ebd. 1560; Heficte Opera et dies, ebb. 1548.
2) Jabob Friedrich, geb. 1773 in Barby; war
ufange Dauslehrer in der Schweiz, wurde 1801
Privardecent u. 1604 Profeſſor ber Bhilofopbie im
Jena, 1805 ber Mathematik in Heibelberg, 1916
Brofeflor Der theoretiſchen Philoſophie in Jena,
15819 wegen Theilnahme am Wartburgfefle von
feinen Lehramte juspentirt, aber 1824 wieder ale
Brofeffor ter Phyſit u. Matbematil angeflellt u.
fl. den 10. Aug. 1643. Wr ſchr.: Reinhold, richte
u. Schelling, Lpz. 1503; Philoſophiſche Rechtoͤlehre
ed. Kritit aller poſitiven Geſetzgebung, Jena 1804;
Syflem der Philofophie, Lpz, 1504; Willen, Glau⸗
beu u. Ahnung, ebd. 15055 Neue Kritik der Ver⸗
nunft, Heidelb. 1607, 3 Bde., 2. Aufl. 1530 f.,
Spftem ber Logil, ebd. 1811, 3. Aufl. 1537 ; Popu⸗
läre Berlefungen über die Sternkunde, ebd. 1513,
2. Aufl. 1833; Über die Gefährtung des Wohl«
ftandes u. Charaktere der Deutihen durch bie
Juden, ebd. 1516; Vom Deutihen Bunte u.
beuticher Staatsnerfaflung, ebt. 1517; Handbuch
der praftifhen Phileſophie, ebd. 1817— 32, 2 Bte.;
Handbuch der piychiichen Anthropologie, Jens 1520
f., 2 Aufl. ebt. 1837 — 39, 2 Bre; Die mas
tbematifche Naturphiloſophie, ebt. 1522; Julius
u. Euagoras (philoſophiſcher Roman), ebd. 1522,
2 Bde.; Die Lehren ter Liebe, des Glaubens u.
der Hoffnung, ebd. 1823; Eyflein ber Metaphyſik,
ebd. 1524; Polemiiſche Schriften, Halle 1824; Die
Geſchichte der Pbilojopbie ıc., ebd. 1537 — 40, 2
Bde. Er gab mit Schmid u. Schröter die Oppoſi⸗
tiousſchrift für Theologie u. Philoſophie heraus.
3) Elias Magnus, geb. 15. Ang. 1794 zu Werid
in Schweden; wurde 1514 Docent, 1524 Prefeſſor
ber Botanik in Lund, 1851 Director des Betaniſchen
Gartens u. Brofeffor der praftiihen Xfenontie
in Upfala; er war von 1844— 45 u. von 1517 — 13
Mitglied der Reichäverfammlungen u. murbe 1549
unter die Achtzebhn ter Schwediſchen Akademie auf-
genommen. Er führte bie morphologiſche Behand⸗
lung der Botanik in Schweden ein u. erwarb fich
um dieſen Zmeig der Naturwiſſenſchaft große Ver-
bienfte; er fchr.: Obnervationesmycologicae, Ko-
penh. 1815— 18, 2 Thle.; Symbolae mycol., Lund
1817 f., 3 Hfte.; Flora Hullandica, ebt. 1517[.;
Om brand och rost p& vüxter, ebd. 1521; Sy-
stema mycologicum, Greifsw. 1821—29, 3 Bde.,
dazu Supplement 1830; Lichenographia Euro-
aea, chb. 1823, u. Lich. eur. reformata, 1831;
‚ichenes Suecicae exsiccatae, ebd. 1824— 23, 7
Talc. ; dazu Schedulae crit. de lichenibus, ebd.
1524f., u. Novae sched., 1826—28; Systeina
orbis vegetabilis, ebd. 1825; Novitiae florao
Suecicae, ebt. 1527, 2. Aufl. 1828; dazu Man-
tissa I., ebd. 1832; Elenehus fungorum, ebd. 1828,
2Bde.; Synopsis generis lentinorum, Upſ. 1336
n.a.ın.; gibt fit 1835 das Corpus florarum pro-
vincial. Sueciae (3uerfi die Flora Scanien) heraus.
4) Bengt Fredribk., geb. 1799 in Heljingborg,
widmete fi in Yund Dem Studinn ter Medicin
u. wurde bier 1824 Docent ter Naturgeichichte,
1826 zugleich Bataillonsarzt, 1829 Docent ber
Ti:
Anatemie, 1830 Hegimentsarzt u 1831 Profeffor
ber —— ; in demſelben Daher wurde er
——— der oelo iihen Sammlung bes natıir«
eh ven ——— nad Stodholm berufen
er ſchr graphia tany-
Mono
Pot Kor * —— —— entomolo-
gicae. Stodb. 1824; mit Etſtröm ben Terxt .$ =
— — —
RA 'Skandinaviens fiska
1 37
“a Iehthyolog. bidrag, 1. Tb., ebb. ——
ea cl bidrag till Skantdinaviens Faun *
9. 5) a 1801 ——— fdete
zum Yanbi — unter ber Leitung bon
. MNottmanm, 0 anf der Münchener Alademie.
in eg Talent reifte — feines
Aufenthalts in Ptalien von 1823—27. Nah
Deutfhland zurüdgefehrt, lieh er ſich erft in Mün«
den, von 1831 an aber in Karleruhe nieder, ba
er kom — von Baden als Hofmaler
berufen wurbe; er ftarb bafelbfi 1933. Bon jenen
Gemälden find bie befannteften ; Anficht von Lk
im Beſitz des Fürften von Thurn ır. une
rento mit bem @e urtshaufe e Zaffo's, efferfalt
bes Lirie bei Yjola di Sore, Anfiht von Heinelberg,
Puzzuoli u. ber Golf ven "Baji. 6) *—
jüngerer Bruder tes Vor., geb, in Heide
konb jeine Ansbildung als Land — vor |
züglih in Düffeldorf, dann auf Reifen im en |
al m
bie er gemeinfam mit Andreas Achenbach, €
Pofe unternahm; er kehrte 1946 nach Deutjhland
url. Seine Arbeiten find fe eheiheht, barumter:
Ne chlucht bei Nemi, Anti ten von Genfer» ır.
ofer, Fernſicht auf dem Montblanc.
Fries, Grafen von $., 1) Johann, ſtammte
aus einer angefehenen Kamifie im Cijaf, twib-
mete fi der Handlung u. etablirte ein Ge— | nonvullis modis, quibus V. Testamı
ſchäft im Muühlhauſen, welches er fpäter mach
Ink verlegte, Mir zu großem Neichtbum *
langt, machte er ſich auch um ſein neues
terland ſehr verdient, indem er mehrere Fabril-
zweige in ben —— Erblanden an⸗
legte, Die öſſerreich
fanden unterftügte i. im Siebemjäbrigen Kriege
bem Etaate weſentliche Geltvorſchüſſe Teiflete.
Dafür wurbe ee von der Kaiferin Maria Therefia
1752 geabelt, 1757 zum Gommerzienrath ernannt
u. in ben Reichsritter u. 1762 unter Ernennung
zum Hofrath in ben Reichsfreiberenftand erhoben.
Als er 1744 ber Konferenz wegen eines neuen
Zolltariſs zwiſchen ben deuiſchen u. nieberlänbiichen
Propinzen in Brüffel beimohnte, ergriff er bie
Gelegenheit, dem ungariſchen Kupfer neue Abjab-
wege zu verſchaffen; Dann eröffnete er jeit 1777
ein Hanbelsgejchäft mit öſterreichiſchen Producten
auf ber Donau nach Nezuf, gründete ein deutſches
Sanbeltbaus in Eonftantimopef u. war 24 Jahre
Director ber £ f Bergmwerlsprobucte, 1783 wurbe
er in ben Neichsgrafenftand erhoben, nachdem er
1771 wegen des Befiges ber Derrichaften Nenner»
Iche u. Oberſchweiningen im Nittercanton Nitmübl
unter bie Nitterichaft bes Fränliſchen Kreiies auf
genonmien worden war; er ft. 1785 in Pödlau,
7, Sraf Morig, Sohn des Vor., geb. 1777, er
ala Kunftireund befannt u, ft. 1825; er var
vermählt Thereſe, geb, Prinzeß von Hohen ·
lohe· Waldenburg» Schillingefieit; Jetziger Chef:
3) Graf Morig, Sohn des Ver, geb. 2. Mäyz
1304, vermählt jeit 1536 mıit Elorentine geb. von
5 Del: fortgejeßt von &3. Pe
rich IT, Ersbife
| Ehriftian Gottlieb
eis bis Frieſel/
Pereira⸗Arnſtein; ſein Üterer —
1839 geboren.
Frleſach, Stabt an ber
Re von Klagenfurt; —— aa
Berg« u. Eiienmwerfe, ah,
Bar (St. Barbara) u. ——
fair kim a
Erzbisthum ——
b bie
F. 1275 rg —8— den öhmen
vom Herzog A as =,
1481 von ben — erobert, aber |
‚wieber Daraus vertrieben, |
Friefad, Stadt im Kreife Weſthad
* en —* ins,
liegt am um wo ber Frieiarfer 4
Kamal, Horſtgraben) einmändeh;
eg lasl
ient zur erung ump
u. zum Holzſlößen.
efe, 1) Abraham, 1516
feit. 1585 im — — Thern
Bee ei ii 1615 — arrer in Liegnitz
Chronologiae secundum 3
— — — delineatio
0. 10
rege
ar — Eee —
ft. 1750; er ſchr ——
ticae, damb RS Demonstratio ext
Novo adlegatur eto., ebb. 1730 1.
geb. 1717, ma
une: Hofrath u. Pröfbent bes on
Gonfiftoriums u. ft. 1795 in Warfchan
jhen Armeen in ven Nieber- gun Folen,®
Tble riedbrid beif,
| — war braltiſcher Arzt u.
mebicmalratb in Breslau, wo er 1827
u. a.: Antiippbilitiche Barmetsiegie 3
1791; Ardiv ber praftifhen Heillunde
fien 1. Sübpreußen, ebd. 1799 — 1904;
ber neueften britiichen Arzueilunte u. Oi
tunſt, ebd, 1501 F.; mit Rowead:
preußiſches Ardhiv der die Ausro
abrung n u. Verhandlungen, eb.
Bde berſetzte aus dem nglifchen: |
Die Sautkranfheiten, Brest. 1799 — 1801
J. Addington, Praktiſche Bemerlungenüb
poden, ebd. 1802; Bryce, Praktifche Beol
iiber die Impfung der Kubpoden, ebd. I:
Frieſel (Miliaria, Meb.), 1) Grich
fießer), meift mit Fieber verbundner Ausbı
birfenlornähnlicher Bläschen auf ber änfi
a bes Rumpfes, auch an ben Sliederz,
Geficht u. an ben Händen, u ewõ halich Ah
Flãchen, doc nicht häufig über den gem
leihmäßig verbreitet, felten zufammenfa
reımen u. Stechen in ber Haut. Die
enthaften eine waſſerhelle
weilen auch bie an von
zehn (fer
Aryſtall rieſel, M. oryatallias) =.
Briefel bie Frieſen
Bann auch manchmal mit einer milch⸗
figleit, Milchfrieſel (M. lacten),
Eiterfrieſel (M. purulenta), ob.
n nech größere Blafen über, Blafen-
. bullosa), die jedoch immer einzeln
find bald von einem rethen Hof um-
ft mehr von geräthetem Anſehn, Ro⸗
I. rubra); bald ohne jenen u. weiß,
. (M. alba). Das %. ericheint meifl
matiſches Leiden in Begleitung mäßig
r, nervöſer, fauliger, gafiriſcher, latar⸗
sorzüglich auch rheumatiſcher Fieber u
nebeiten, bei. von Störungen im Unter-
:in Kolge von, in Fiebern im libermaß
en ichmergtreibenden u. erhitzenden Mit⸗
yalten. Idiopathiſch lommt es noch am
ei Wöcknerinnen (Wocenfriefel) u.
einer rbeumatijchen Conſtitution in
vegenten Frankreichs u. Zeutichlande,
elbft epidemiſch, fehr jelten anſtedend
fieberbafte 7%. verläuft in 4 Seite
ım ber Vorboten, tes Ausbruchs, des
u. ber Abjchuppung. Eintritt meift
Froſte u. Darauf jelgenter, mit Fröfteln
er Hitze, welcher bald ftarke, klebrige,
9 motrig u. fauer riehente Schweiße
ei bie äußern Theile leicht kalt werben;
von Angftgefühl u. Brennen in ber
Derzficpjen, Ohnmachten, Huften, flüch⸗
uch anhaltendem Stechen in ter Vruft
erleibe, den rheumatiſchen Schmerzen
mpfintungen in ten Gliedern, fo wie
stechen u. Pelzigſein darin. Der Aus
»s erfolgt bald fhon am 2. Tage,
elbſt erſt am 14. u. keineswegs immer
tifhen Tagen, weshalb er auch nicht
ſch it, oft nur zum Theil od. gar nicht,
auch die Zufälle Darauf bald unmerk⸗
merflid mindern, bald nit. Der
A entweter in 24 Stunden vollenbet,
m ibm neue. Gewöhnlich dauern bie
noch Länger darnach fort. Die Abe
it Meienartig u. erfolgt am 9. bie
Das Chroniſche ®- entſteht theils,
acute wiederholte Anfülle macht, theils
Folge innerer Störungen, für Die es
ı bilbet, auf. Die Entftehung des 15-6
einer eigenthümlichen Schwäche od.
enter Zhätigleit ber Haut u. kommt zu
ch Berftepfung der Ausführungsgänge
drüschen der Haut. Die Gefahr deſſelben
ächlich durch Das begleitente Fieber od.
runde liegenden Kranfbeitszuftände bes
ebr ſchlimm find tie Verbindungen mit
uligem Fieber, eft auch Die mit Wochen
u. Kintbetterin). Yeicht wird das 75.
»adurch, baß man fih ver Erkältung
j in Acht nehmen kann. Bei leichtern
ngt das F. meniger Gefahr, bildet aber
ıe unvollkommene Krifis u. zieht bie
eicht in die Länge. Die ärztliche Be⸗
nuß fi bauptfächlich nach ten bamit
n Gieberzuftänden richten. Zu warmes
t eben fo ſehr zu meiten, als zu kaltes.
antipblogiftiiches Weriabren iſt eben
db, als ein Ei reizendes n. erhitzendes.
Bfriefel (Sudamina, Hidron), mehr
larker Schweiße, vorzüglich auf ber
| Vruft u. am Halle ausbrechender Bläcch
ſchlag, blos im Außern dem F. äbnlich.
Frieſel, Beiname mehrerer Thiere wege:
friefelartig punktirten Oberfläche, fo ein €
(Echinus miliaris), mehrere Perzellanfd
(Cypraes poraria tt. a.), die Briefelfclang«
cenchris) u. a.
—53 (Meb.), ſ. u. Flechte.
rieſen (in ihrer eigenen Sprache Friſ
Freſau, im Mittelalter lat. Friſtsned, 9
genannt), ein germaniſches Bell, das von
ber an ben Geftaten ter Norbjee wohnte,
Name jedoch zu verſchiedenen Zeiten eine vı
bene Verbreitung batte. Zur Römerzeit faf
F. (Frisil) haupiſächlich in Der heutigen niet
diſchen Provinz Friesland, von mo fie fi
auch weiter öftlich (nach Ptelemäus) bis zu
(genauer wohl nur bis zum Laubach im ©
giſchen), ſowie mweftlih an ber Nordſeekü
zur Mündung des fürlichften Rbeinarmes
Maas herab ansdehnten. Nah Plinius mi
ſes weſtliche Frieſenland, ob. die fpäteren
vinzen Nord⸗ u. Sidholland, von mebrer:
neren Volkerſchaften bemohnt, Die er Friſii,
Frifiabonee, Marſacii u. Sturii nennt,
anderwärts zu ben riefen gerechnet werden
Frieſen waren fireng von bei benachbarten
teren u. Batavern unterfchieben. Tacitus
ſcheidet Frisii majores u. F. minnres, en
nach ihrer Stärke, ob. mahrfcheinlicher nad
Wohnſitzen, öftlich ın. weſtlich ber Zuiderzee.
Drufss den Römern zinspflihtig gemacht
ben fie benfelben treu, bis fie 25 n. Chr.
den Drud der römijchen Serrichaft erbitter!
fanden u. die Römer theils verjagten, theil
rieben. Man hatte den römiſchen Prir
Olennius bort gelafien, welcher ten Trib
unmäßiger Strenge eintrieb; nur mit w
Soldaten rettete er fih in das römiſche
Flevum, wo er von den 5. belagert wurde.
wurde er durch 2. Aprenius entießt, doc
tiefer bald darauf bei Baduhenna eine 5
lage. Corbulos Verſuch, tie freigeworden
wieder zu unterwerfen (47 n. Chr.), blieb,
jeiner Zurüidterufung, obne Crjolg. Inte:
trängten ſich %. in das römiiche Gebiet anı
u. der Yſſel ein, mußten fich aber wieder
zieben. Bei Diejer Gelegenheit werten bie fri
Fürften Verritus u. Malorix genannt, welc
terhandlungen balber nah Rom famen, bi
edlem Nationalftolz auftraten u. Bas römiſch
gerrecht zum Geſchenk erhielten. UÜbrigens
die F. ſchon damals von Aderbau u. Bir
bei. hielten fie große Ochienbeerven, wesb
Tribut an die Römer zuerft aus Ochſenhäu
fand. Ale Anwohner des Meeres werten
römifchen Kaiferzeit öfter mit ben benac
Sachſen als tätige Seefahrer u. fühne Se
genannt. Schon frühzeitig mochten F. nach -
nien libergefiebelt fein; im 5. Jahrh werke:
neben ben Sachjen u. Angeln al® Groberei
loniften Britanniens genannt. Nach ter
wanderung, etwa vom 6. bis 11. Jabrh
finden ſich einerſeits die Frieſen von der
mündung bis gu dem Buſen Zintial in der
Brligges, aljo über die niererlänbilche
Beeland vorgeſchoben, während anderer
Reu zu der friefijge Name an ber Ne
non ber Ems über. bie Weſer u, bie Elbmũ
rg bis Tendern Im Poland:
Int kan ya vi menden Thciie. des =:
zogthums O zwiſchen Weſer u. Elbe ei»
oe Kü — wie namentlich ba
nen weniger
ne zu fein, ſondern —— —* Ta
wahrſcheinlich —5 nur durch Übertragung er⸗
Bl Kenia bes Krränttichen Reiches wirb
alles riefiiche Bebiet pwi * ha u, **
eg
ntenfönig Dagobert * zu. Wiltenburg
= Ki ef — ine in — ———
ea untermor«
fen u Frieslauns * *
der —* Bilcefs ilfrieb glücllicher, weil jeine
Belehrungsverſuche durch ben Herzog Ad gill L,
der etwa zwiſchen 630⸗679 (688) in dem heutigen
ollaud heit u. zu Medenblick ob. Stavern re
irte, pute wurden. Abgille ——
abbotl., wurde 693 bei Dorſtedt durch Pip
von Heriftall befiegt, mußte fich ben, Fa
nigen unterwerfen u. bie Ausbreitung bes Chriften-
tbume gejtatten. Der englüce Diijfionar Ville
brorb wurbe zum Enpif of der F. geweiht, u
nahm bie Wiltenburg zu feinem ie, die nun
ben Namen Utrecht erbielt. Zwar fuchte Nabbot
nad) Pipins Tode 714 das Frankenjoch abzuſchüt—-
teln u. Das Chriſteuthum zu verbrängen,, doch blic»
ben feine Anftrengungen gegen Kar Diartell,ver-
blich, jo baf er 717 a einer völligen Nieder- |
dung, mit welder fie allmäli
age verfprecem mu te, jelb
Er ft. 719 noch als Heibe,
Poppo, Herzog bes öfilichen Frieblandé, ber in
Weftiriest anb als. Bormund für Adgill H,, ven
minderjährigen Sohn Nabbots, regierte u. eben
falle Vaſall der Franken mar, Aus letzterem
wu fand das Chriſtenthum auch unter den F.
öftlich der Fly Verbreitung, wo namentlich Win-
N ob. Bonifacius als jehr thätiger Prediger bes
Evangeliums auftrat. Poppo, ber einen ——
ber F. erregt hatte, fiel 734 in einer Schlacht ge
Karl Martell u batte Adgill IL , ven erſten Ole
lichen König od. Herzog ber 8, al& Vaſallen ber
anfen zum Nachfolger. Doc mar bas Heiben-
um u. bie frreibeitsliche der F. noch nicht befient,
Ehrift zu werben.
bio endlich 784 Karl ber Grohe ben. bamaligen | gundiſchen
ein Nachtelger war |
en Weſtfrieeland befanmt iſt.
Theil de rc ande; yroifchen
——— ie in
denen Örajen u. Schuhen
Doch erloſch — bald die —
er
bei der ſchwachen Regierung ber Karol
entſtand eine Art won Bundesſtaat, der
fogenanntenSiebenSeelande, teren
Ki im Gegenſatz zu den bem Gräufifchen
mie Stammesgenofien Freie |
—* u. erg die ai —
exen auf ein Jahr gewählte Richter
den der Gaue, aus weichen bi die Seeland
; bildeten. Gin Austhuß ber Letzteren u.
traten jährlich zu einem großen Yanbtag
ber bei Upſtalsboom bei no gehall
Durch innere Fehden, be). de
jebod der Bund zerrüttet; 1323 wur
einmal — ber allgemeine Landtag
im 14. Jahrh. auf. Die Gaue zwiſchen
Ems traten mit ber Stadt Gröningen
zur hr
den Lande (Groningen en Omm-
wuchſen. Zu Aufang bes 15. Jahrh.
Provinzen von Gröningen u. Drenth
Stift Utrecht, welches ſchon vorher
ſchaft Über beide beſaß. In dem wun ve
genannten Frieslande, zwiſchen Fly:
deſſen größter Theil die gegenwärtige
diſche Provinz Briesland (}. d.) bilnet, 9
Fleſen obgleich in Parteien een
beit tapfer gegen bie beflänbiichen &
tinger u. Berloper) ab, untermwarten ſich
dem Deutichen Reiche. Bis 1498 bebaupt
Herzog Albrecht non Sachſen als Erki
1523 wurde Friesland durch Karl V.meit }
be vereinigt Sum Feicl
Briefen bie Friefiſches Necht
747
Ems wurde ben befläntigen Febden ung w. Phyfil beichäftigte n. auch an meh⸗
‚Hung Edzard Cirkſenas zum Anführer
ein Ende gemacht. Sein Bruder Ule
ı, ber ihm ale Anführer folgte, wurde
Friedrich III. 1454 zum Reiche rafen
nit dem Yande zwiſchen Ems u. eier,
eaffchaft Oftfriesiand, erblich belehnt.
ſtarb 1744 ınit Karl Edgard aus, wor.
land an Preußen fam (|. Oftfriesianb).
Beier im friefiiden Bangerlandn.
ı bildete fich die Herrfchaft Jever, wäh«
eſiſche alte Rüftringen mit bem fädfi-
tiand u. Norbfiedingen unter bie ſäch⸗
n von Didenburg kam. Das von F.
nd Wurften an dem öftlichen Ufer ber
e päter mit dem fogenannten Herzog⸗
en vereinigt. Nordfriesland, zu
ch ſpäter das entferntere Helgoland ger
; ein von Deutſchland getreuntes Leben.
Emmius, Rerum frısicarum histo-
er 1590; Leyden 1615; Sirerb, Be-
van Qud-en Nieuw Friesland,
1765, 2 Bbe.; Hamconius, Frisia,
520; Oklo van Scharle Chronik,
en von Cornelis, 1742; Binfen, Cro-
hist. Geschiedenis van Vrieslandt,
1646; Schotanus, Greschiedenissen
ınd, Braneler 1653; Thaborita, His-
"riesiand, veeuwarden 1824, 2 Bde.;
erg, (root Placaat-en Charter-
warden 1763; de Eraue, Gesta Fre-
rtum 1837; Wiarba, Oftfriefifche Ge⸗
rich 1790— 1317, 10 Bre ꝛc. An
für frieſiſche Geſchichte u. Alterthum
eutſchland Ehrentrauts Frieſiſches Ar⸗
rüctk 1947 ff., in ven Niederlanden De
‚ Gröningen 1550 ff.
Secte ter Wierertäufer, |. d.
‚an Geſchützröhren die Verzierungen,
Reifen, Stäben, Rundſtäbchen, Kar-
| angemwentet, wo fie nur als Mittel
ung u. Trennung ber einzelnen Theile
ein altes Gefchlecht, welches feinen Ur⸗
der Schweiz herleitet u. urkundlich feit
ihrh. anjäffig im Ofterlande vortommt,
ammſitz Kauern bei Rouneburg gilt;
uch Roͤtha bei Yeipzig mit Zubehör an
‚ welche jeit 1653 in den Freiherrnſtand
u. in zwei, von den Nachkommen Job.
[ugufts, königlich polniſch u. furfürfl- |
en Senerallieutenante ıft. 1737), ge⸗
inien blüht: A) Altere, ebema-
a’fhe Hauptlinie, gefiftet von 1) |
‚uf, älterem Sohn Chriſtian Augufis,
war ſächſiſcher Oberfilieutenant u. Ber
Lotta u. Mitbefiger von Rammelburg;
war vermählt mit Karoline Wilhemine
nheim u. er Söhne, durch welche
inie in zwei Äfte tbeilte: a) Älterer
gangen von Heinrich Abolf, älterem
or., jetziger Chef ift: 2) Freiherr Rir
ohn des 1844 verfiorbenen Freiherrn
eb. ben 9. Aug. 1808 in Thurmsdorf
befuchte 1811 — 25 bie Fürſtenſchule
„ bann bie 1529 die Vergakademie
‚ mo er fih bei. mit Geognoſie, Mi-
rereg Reifen zum Behnf der geognoftiihen Ran-
deaunterſuchung Theil nahm, bie 1830 die Unie
nerfität Böttingen, wo er vorzugeweiſe Ratur-
wiffenſchaften, u. entlih bis 1832 Leipzig, wo
er die Rechte Autirte. 1634 wurde er Accef
bei der Lanpesdirection in Dresden m. 1835 bei
der Kreisdireetion in Leipzig; bei letter Bchörbe
wurbe er 1836 elerentar, 1841 Supernumerar⸗
u. 1846 wirklicher Regierungerath, 1841 gleich
Directorialmitglied der Sächſiſch⸗baierſchen Eiſen⸗
bahn; 1846 ale Regierungerath ine Minifterium
bee Aunern verſetzt, übernahm er mäbrend bes
| DWaiaufftandes 1549 die erledigten Geſchäfte bes
Minifteriums des Innern u. wurde am 6. Mai d. J.
zum Staateminiſter in dieſem Departement er»
nannt; 1853 ſchied er aus dem Miniflerium 1.
wurde Kreisdirector in Zmidau, übernahm aber
mit Unfang des Jahres 1859 das Finanzminiſte⸗
rium; er iR unvermählt, bat auch noch mehr Bru⸗
der, &) Jüngerer Aſt, außgegangen von Georg
Mer, jüngerem Sohne von %. 1), jetziger Chef if:
3) Freiherr Guſtav Adolf, Schn bes 1845 vers
Kr nen Johann Georg May, geft. 1817; ift eben-
als unvermäpft u. bat auch mehrere Briter; B
YAnger: od. Rötbaiſche Hauptlinie, Stif
ter: 4) Freiherr Johann Friedrich Ernſt,
jüngerer Bruder von F. 1), geb. 1725, war Be⸗
fiter von Rdıha u. Mitbeſiger von Rammelsburg,
vermäblt mit Chriftine Jakobine, geb. Gräfin
ven Wertbern u. d 1768; jetiger Chef: H Ic»
hbann Friedrich, Sohn bes 1524 verilorbenen
reiheren Johann Georg Friedrich, geb. 1796, er
it Föniglich ſächſiſcher Kammerberr u. —— u.
in zweiter Che vermählt mit Mathilde geb. Gräſin
von Kanit.
Friefenbeim, Dorf unmeit bes Rbein, im Cau⸗
ton Diutterfiabt des Yanbcommiflariatd Speier im
baierſchen Kreiſe Pfalz; 3 Kirhen; 2100 Em.;
1814 gi ver die Berbünteten über den Rbei
cfiehen, fie murben früher häufiger al | 1814 gingen bier bie Verbündeten über den Rbein
Der riefenpeimer - Kheindurchtih bei Manheim
wurbe am 27. Juni 1840 eröffnet.
Frieſenſtein, Spitze des Landohuter Kamm,
2851 Fuß hoch.
Friesheim, katholiſches Pfarrdorf im Kreiſe
Eus kirchen des preußiſchen Regierungsbezirts Köln,
1125 Ew.
Frieſia (F. De C.), nach Fries 3) benannte
—— ber Familie Tiliucene-Elaceo-
carpeae; Art: F. peduncularis De C. auf Van-
Diemensland.
— — Grün, fo v. w. Braunſchweiger
n
4 Krieg, ſ. u. Oftfriesiant.
i ed Pferd, |. u. Pferd.
riefifdeß Net, das alte, in verſchiedenen
Aufzeichnungen enthaltene Recht der freien Frieſen.
Die älteſte Aufzeichnung iſt bie Lex Frixionum,
wahrfcheintih im 3. 802 geſammelt, ein altes
Voiksrecht, nach Art der übrigen jegenannten Leges
Barbarorum, faſt nur Beflimmungen liter Ver⸗
ehen n. Bußen enthaltenb, mit Abbitionen won
Bulentar u. Sarmund, neuerdings einzeln beraus-
aegeben von @aupp, Lex Frisionum, Bresf. 1832,
Naͤchſt ihre entſtanden feit bem 13. Jabrh. auf dem
Grund der in den Frieslanden erbaltenen freiem
Voileverfaſſung eine Anzahl theils von Willtüren
748
u. Sahungeun, welche anf ber allgemeinen frieflichen
Landtagen aufgezeichnet ob. doch beftätigt find, theil®
auch von Geſetzen, melde ſich aber bie einzelnen
friefifchen Gemeinten felbft gaben. Man bat dabei
zu untericheiben: A) Allgemeine Rechte. Zu
Diefen gehören: a) bie um das Jahr 1200 noch in
altfriefiicher Sprache verfaßten 17 Bolkeküren
(liodkeste), u. b) bie in der erflen Hälfte des
13. Jahrh. ebenfalls noch in altfriefiſcher Sprache
gefchriebenen 24 Landrechte (Condrinchta); c)
die allgemeinen Bußtaren (Bota); d) bie Wen-
den, db. i. Geſetze Über Beſchränkung des Rei⸗
nigungseides; e) die Overlüren (neue Küren),
jedenfalls auch noch nor dem 9. 1252 verfaßt;
C) bie fogenannten I,eges Upstalbomicae, im
3.1323 ın einer großen friefiihen Randsgemeinde
u Upftalsboom (unweit Aurich) verfaßt. B) Ber
h ndere Geſetze, welche nur fir einzelne frie⸗
fifche Gaue Geltung hatten; die meiften derſelben
faınmen aus dem 13 u. 14. Jahrh. Als die be-
deutendſten derſelben find peruorgubeben a) das
Togenannte Altfrieſiſche Land recht, die Rechte
u. Willfüren bes heutigen Frieslands; zu dem⸗
ſelben gehört namentlich auch das Scheltena⸗
zeht (Schulzeurecht), bie Beſtimmungen über das
Verhältniß des vom Grafen von Holland u. Biſchof
in Utrecht beſtellten Grafen u. deſſen Stellver«
treters, des Echelta, u. Des von ber Vollsge⸗
meinde beftellten Richters, des Aſega, enthaltend,
wahrſcheinlich aus nem 14. Jahrh.; b) das Land⸗
recht der Rüftringer, mit ten allgemeinen
friefiichen Geſetzen im 14. Jahrh. zu einem bejontern
Rechtsbuch unter dem Namen des Aſegabuche
4f. d.) verbunden; e) die Willfüren Der Brol»
männer, der Bewohner bes Brofmerlanbes, ber-
ausgegeben von Wiarda, Bresl. 1820; DtasHun-
figoer Landrecht vom 9. 1252; e) das Em-
figer Landrecht mit ben im 3. 1312 für die
nördlich von der Stadt Emden belegenen Landſchaſt
verfaßten fogenannten Emfiger Domen (b. i.
Weisthümer). Das letttere Landrecht bilbet wieber
Die Duelle des Oftfriefifchen Landrechts aus
dem Anfang des 16. Jahrh., herausgegeben von
Wicht, Aurich 1746. Anſchließend ift endlich auch
f) das Dithmarſer Landrecht von 1447, in
welchem ſich ebenfalls eine Autonomie auf gleicher
Grundlage kundgibt (herausgegeben von Michelſen,
Sammlung Dithmarſer Rechtsquellen, Alt. 1842).
Sämmtliche Friefiſche Gejetze zeichnen ſich durch
die Feſthaltung der veingermantichen Rechtselemente
ans; fie bilden deshalb auch tie befte Quelle zur
Erkenntniß der alten Volkerechte. Die befte Sanım-
fung bat neuerdings K. von Richthofen, Frieſiſche
Rechtsquellen, Berl. 1840, geliefert; ein mejent-
liches Hülismittel zum Verſtändniß derſelben bietet
deſſelben Altfrieſiſches Wörterbuch, Gött. 1840.
Frieſiſche Reiter, ſo v. w. Spaniſche Reiter.
Frieſiſche Sprache u. Literatur. Die. ©.
ift eine Zweig der Germanifchen Sprachfamilie, Die
während tes Mittelalters von dem Volke der Frieſen
in den Küftenländern des nordweſtlichen Deutich-
lands geiproden murbe. Diefes Altfrieſiſche
bildet in ber Reihe der Glieder ber, Germanifchen
Sprachfamilie gewiffermaßen ven Übergang zwi⸗
ſchen den ſächſiſchen Mundarten (Alifächitich n. bei.
Angellähftih) u. den altſtandinaviicheu Spraden.
Durch bie politifche Abfonderung ber riefen von
ten Nachbarvdlkern u. das zähe Halten derfelden
Zrieſtſche Reiter bis Friefiſche Sprache
an ihren Sitten, ihren Nechten u. ine 9
entwidelte ſich ihre Sprache langjamer als
beren germanifchen, aber fie blieb and gel
weshalb die altfriefticden Sprachhentm]
13. u. 14. Jahrh. noch dieſelbe Enteitte
der Sprache zeigen, wie bie althochden
wie bie angelfähfiigen u altfächfliden t
10. Jahrh. Mit Ausnahme einer Anzahl ve
namen u. kleinerer Sprachreſte, find ki
quellen für das Altfriefiſche Die frieſiſchen
bücher (f. Friefiſches Recht). Die ipra
ſachlich bebeutent ten unter denſelben fit:
figer Domen von 1300 od. 1312, Der Br
aus der zweiten Hälfte bes 13. Iahrh., 2
ber Rüftringer aus ber erfien Hälfte des 1
u. dus unter allen riefen gültige Ajcgatn
iſt Rechtfinder, Rechtiprecher), um 1200 m
Geſetze der einzelnen Gaue find, wenn wi
deutſch od. lateiniſch, gewöhnlich in der den
nen Mundart, wie ber rüſtringer, brofma
fivelgoer, bunfigcer, weſterlauwerſcher
abgeraßt. Durch den Laubach werben die
in zwei Öruppen geſondert. Eeit tem!
wurde das Friefifhe im Weften durch bi
ländifche, in ben oftfriefifchen Gebieten
Niederdeutſche u. Hochdeutiche, in Ner
durch DaB Nieberteutiche u. Däniiche im
zurüdgedrängt, fo daß es nur in eimela
den des geiammten alten Frieſenlandet
mundart ein fünmerliches Dafein friftet
in Schule, noch Kirche, noch in gebilbel
gebraudt wird. Dan nennt bieies henti
im Gegenjag zu dem Altfriefiihen Wer
u. unterſcheidet gegenwärtig noch füı
fiihe Hauptmundarten: a) Das Weſtf
auh Bauernfrieſiſch od. Landfri
nannt, weil es, obne Schriftfprache zu
noch von den Yandleuten geiprochen wirt
mwärtig auf Molguerum, Hinbelenen, A
Teeumarben u. Umgegend befchräntt. Mi
jen find bei. feit dein britten Jabrzeb
Jahrh. um Wiederbelebung des Weſtirie
tig geweſen u. haben es zu einer Schrii
erheben geſucht. Unter ben älteren 3
frieſiſcher Dinudarr ift Gysbert Japicz t
tefte, teffen Friesche Rymlerve von €
Wörterbuch, 2 Bre., Leenw. 1324) neu
geben murben. In neuerer Zeit wert
vorzilglichften n. Iprachgewantteften D
verba (Ytlijke friesche rymkes, Zı
Poftbumus(Prieuwke fen friesche rıjı
Grön. 1524; In Jouwerkoerke, ekt
vor Allem E. 9. Hulbertäma ıft. 22.2
gefhägt. Des Letzteren wichtigfte peen
ſind: De Lapekoer (pjeudenyu wen Ga
Deventer 1522 u. ö.; deutſch ven Lie
1817); De Noärchen Ruen ıcettr. 1
Treemter (ebd. 1836); Van Eolus (7
Twigen (ebt. 1540) 20. Sonſt verſuchte
noch Fräulein van Alten, P. Deketb, &
van der Veen als weitfrieftiche Dialektdi
äußerfi witige Volkskomödie Waatze
brilloft (Xeeum. 1512 u. 8.) flamınt au
fang des vorigen Jahrbunderts: ein belie
buch ift It libben fen Aagtje Ysbra:
1927). Hettema in Leeuwarden, E. u..
bertsma in Deventer u Antere bei:
mit ber Herausgabe u. Bearbeimng
Friedland bie Yrimann -
| Tamen), Viehzucht, mit Zucht von Pferben,
chte⸗ u. Geſchichte quellen. In dieſem
se 1829 von J W. te Crane m. An⸗
ssch Genootschap voor Geschied-,
ı taa!kunde zu Franeker gegründet,
in Jahrbuch n. et 1950 bie gebalt-
rift De vrıje Fries heranegibt. E
108 tmeftfrieffiche Überfegung des Evan⸗
tbäi wurde (Lond. 1858) anf Koften
Louis Lucian Bonaparte gebrudt.
n weitfriefiicher Eprüchmörter veran-
Holfft (Breba 1812) u. Scheltema
26). b) Das Norbiriefifche hat fich
ider rein vor däniſchen u. nieberdeut-
ſen erhalten in einem Theile der Weſt⸗
lante cd. Echleamigs bis Ribe, vor⸗
ber Landſchaft Bredſtädt, in Böding-
rbe, an etlichen Orten in Karrbarke,
sen Inſeln Der genannten Küfte, na-
Spit, Föhr, Amröm, u. zwar in ver⸗
ındartiihen Abweichungen. Lexikaliſch
Mundart ron Dutzen (SGloſſarium
kopenh. 1837) bearbeitet; reihe Ma⸗
Kenntniß derſelben bat Element (ſ. d.)
richiedenen Schriften gegeben. Sehr
jungen in dieſein Idiom verfaßten
£ufifpiel: Di gidtshals; Leieluft,
miberburg 1333 ac.) u. Koode Hoiffen
856; Döntjes en Vertelser, Berl.
ihe verwandt mit ben Norbfrieflichen,
der Eprade von Amröm, doch ſtark
utſchem u. Hochdeutſchem verſetzt, ft
änter Dialekt; vgl. Olrichs, Klei⸗
uch zur Erlernung ter Helgoländer
mb. 15:46. dy Das Wangerogifche,
on etwa 350 Bewohnern der Juſel
a der oldenburgiihen Norbtüfte &-
I. Ehrentraut, Frieſiſches Archiv, ⸗
, Bd. 1. © Das Saterſche, nur
Moräften umfclofienen Dörfern des
im Oldenburgiſchen geſprochen, vgl.
u. Poſihumus, Onze reis naar Sa-
Franeler 1536. Das Wangerogiſche
find bie einzigen Refte bes Oftfrie-
elches fonft ganz durch das Wieber-
sem Lante verdrängt merten ift, weun
tefem manche frieſiſche Wörter u. Aus⸗
en haben. Bgl. Stüremberg, Oſt⸗
örterbuch, Aurih 1857; Chrentraut,
rin, Osnabr. 1847 x. Eine Gram⸗
iefiichen lieferte Raft (Frisisk Sprog-
enh. 1525; holländiſch von Hettoma,
); das Beſte jedoch gab Grimm in
en Grammiatik, u. in lexikaliſcher Hin⸗
en im Altfrieſiſchen Wörterbuch, Gött.
dich veraltet find jet Wiardas Frie⸗
erbuch, Aurich 1766; Geſchichte ber
1784.
d, 1) Provinz in Königreich ber Nieder⸗
utſchen Meere, zwiſchen ter Nordſee, der
ten Provinzen Drenthe u. Groningen,
iebrig, durch Dämnıe geichilet, fanbig u.
zuch fruchibar, nur mit feinen Flüſſen
were, mündet in ben Meerbuſen glei⸗
)), mehr Seen (durch Zorifteben ent-
elen Kanälen; Ein. (Ariefen) 263,762,
siete, hängen am Alten, ſprechen eige⸗
(f. u. Frieſiſche Sprace), find redlich
bern Aderbau (Getreide, Erbſen, Klee-
| —
749
erben, Schafen,
Schweinen n. haben etwas Inbuftrie. F. fenbet 5
Deputirte zu ten Generalftaaten. Sauptftabt Leen⸗
warben. Einzelne Landſtriche finn närtiih Doſter⸗
u. Wefter-Goe, in der Mitte Zevenmouben,
Wolden. Die Provinz zerfällt in 3 Gerichte-
be;irke: Leenwarden, Heerenveen u. Sneek. Die
alte u. mittlere Geſchichte von F., f. unt. riefen.
2) (mittf. Geogr.), auf ber Charte ber Gebrüter
Zeni aus dem 14. Jahrh. große, von geringeren
umgebene Infel im &. von Island u. im NO.
von Scotland zreifhen 61 — 63° nördl. Br., an⸗
eblih dem Könige von Norwegen gehörig. Co-
umbus hatte von tiefer Inſel Kunde, n. man bielt
fie im 16. Jahrh. für Amerika, während fie doch
wohl nur Lie Karder war. 9) Diftrict, ehemals
(unter hollänbitcher Herrſchaft) ter Name ber hen⸗
tigen Grafſchaft Wercefter in ber Weftprovinz ber
englifhen Capcolonie (Sütafrife).
esländer Rindvieh, |. u. Rindvieh.
ießlander Epiß,, f. u. Hund.
eslaͤndiſches Grün, ſo v. w. Brauuſchwei⸗
ger Grün.
Frieslands⸗ODrden, fo v. w. Kronenorben in
Friesland.
Frieſoythe, 1) Amt im oldenburger Kreiſe
Kloppenburg, an ber Gnterems u. Socfte, im foge-
nannten Saterland; 6000 Ew.; 2) Stadt u. Antefig
‚am ber Soeſte, Leinmeberei, Vienenzucht, Yandbau,
Biehzucht, Bieh⸗ u. Pferdemärkte; 1050 Ew.
Frigento (ſpr. Fridſchento), Stadt im Diſtrict
San Angelo der neapolitaniſchen Provinz Prinei⸗
pato ulteriore; hat (mit Avellino) Biſchof, ZVu00 Ew.
Dabei eine ſchwefelige Quelle, deren Ausdünſtungen
todilich find.
Fiee (Brigge, norb. Myth.), Tochter Fiörgyns,
Gattin Chins, die oberſte ter Aſinnen; wahrſchein⸗
lich Gsttin Des Lebens, denn fie wußte eines jeben
Schickſal; nad Andern Schutzgöttin der Erte. Ihre
enfaler, ihre vertraute Dienerin
die Aftn Fylla, ın ihren Geſchäften verfenvete fie
bie Afin One.
Frigĩd (v. lat.), 1) lalt; 2) taltfinnig, gleich⸗
gültig; daher Frigiditat. 1) Rötte, Gleichguültigleit;
2) mãnnliches Unvermögen.
igidarium (röm. Ant.), das Zimmer, worin
der genommen wurden, f. u. Bad IIL
Frigſdus (a. Geogr.), Heiner Küſtenfluß in
Benetia, Nebenfluß des Eontius, nach ter Kälte
feines Waflers genannt; jet Wippad. Am F.
ſchlug Theobofius den Eugenius in einer entſchei⸗
denden Schlacht.
Frigiliana, Markifleden am Mittelmeere in ber
anifdeen rovinz Malaga; Fabrikation von Seife,
Stärke u. Bapier, Zuderraffinerien; 2300 Em.
Frigor (fat.), Kälte, Froſi.
Frilinge (germ. Aut.), fo v. m. Freie.
Frimaire (fpr. Frunähr, d. i. Reifmonat), im
franzsfiſch⸗ republikaniſchen Kalender ter Monat,
iwelher bie Zeit vom 21. Nev bis 21. Dec. unıfaßt.
Srimänn, 1) Klaus, geb. 1746, däniſcher
Pyrifer, fl. 1829; 2) P. H., geb. 1752 in Kopen⸗
bagen, hänifcher Gonferenzratb: er fi. bafelbft 13395
dänticher Dichter, beſies Werk: Arel Thordſen u.
Schön Walburg.
falte
750
Frimmersdorf, latholifches Pfarrdorf in Kreife
Grevenbroich tes preußiſchen Regierungsbezirke
Düſſeldorf; 1000 Ew.
Frimmerſdorf bis Friſchbalg
|
Frixion (fpr. Fririong), 1) Ile
Baron $., geb. 12. Sept. 1773 in Bent
wurde 1794 Hauptmanı u. 1807 Ch
Frimont (ipr. Frimong), eine fatholiihe, aus | Regiments u. nach ter Sqlacht ke
Lothringen ftanunenbe, dann nad) Ofterreich über⸗
geſiedelte, jet in Ungarn anfälfige Familie, welche
1766 in ben Reichsadel-, 1808 in ben Freiherren⸗
ftanb erbeten, 1821 zu neupolitanifhen Kürften
von Antrobocco ernannt u. 1828 mit ber öfterrei-
Hilden Grafenwürde begabt wurte. Bel. befannt
find: 1) Dominique be ö- war Maior im
franzöfiichen Heere, verließ die franzöftichen Dienfle
u. fi. 1766 als Gouverneur der Intendanz zu
Sinftringen in Deutſch⸗Lothriugen. 2) Graf Jo⸗
bann Philipp, Sohn des Vorigen, geb. 1759,
mwanterte 1791 aus Fraukreich aus, nahin Dienfte
im Condeſchen Corpsé u. giug uach Auflöſung bei-
felben als Oberſt eines Jägerbataillons in öfter-
reichifche Dienfte, too er bis zum Feldmarſchall⸗
lieutenant flieg. Er zeichnete fih in dem Feldzuge
von 1812 aus u. übernahm nach bes Fürſten von
Schwarzenberg Aögaug von bem öfterreichsfchen
Auriliarcorps, deſſen Conıniaudo hinter ber Pilica.
1813 u. 1814 befebligte er bie Cavallerie u. ten
rechten Flügel ber Arınee won Stalien unter Feld⸗
eugmeifter Hiller, 1815 Das Heer gegen t,
lieb aber mit 60,000 Nanu aın Yo ſtehen u.
entjendete ben Feldzengmeiſter Biauchi, welcher
dem — Kbnigreiche Neapel bald ein
Eude machte. Mit ber Haupimacht zog F. gegen
bie frunzöfifche Alpen, kam Suchet mit der g
der Päſſe derfelben zuvor, ftlirnite ort Escluſe, be-
fegte Grenoble u. Lyon u. eutſendete einen Theil
des Heeres gegen Beſançon (j. Neapel, Geld.) ;
1821 erhielt ex den Oberbefehl über das öfterrei-
hilche Heer, welches 52,000 Mann ſtark nach Nea⸗
pel ging, um bajelbft bie Nuhe wieber berzufellen,
rüdte in Neapel ein u. uutertrüdte bie revolutio⸗
näre Bewegung, |. ebd. Der Köuig von Neapel er-
ante ihn zum Fürſten von Antrobocco u. ber
Kaifer von Ofterreich zum General ber Kavallerie
u. zum Grafen. 1825 erhielt er das Generalconı-
mando in ber öfterreichiichen Yornbarbei u. wurbe |
hr re fl. 26. December 1831 al8 Hofe
iegsruthepräfident in Wien an ber Cholera. Gr
war vermählt mit Katharine geb. won Mitter⸗
pucher. 3) Graf Adalbert, Sohn bes Voriger,
eb. 11. April 1817, er ift unvermäßlt u. außer
einem ebenfalls linderloſen Better, dem Freiherrn
ee 1798, ber einzige mänuliche Sproß bes
auſes F.
Sringille, Finle, Gattung ber Singvögel,
Finke.
ringiren (Sringen), das Auswinden gelärbter
Zeuge, u. Sringir⸗ (Zring-) eiſen, ein Haſpel, mit
welchem dies gefchiebt, f. u. Färbekunſt.
riniates (a. Seogr.), fo v. iv. Briniates.
rio, 1) Borgebirg au ber ſüdlichen MWeftfüfe
von Afrika, 15° 23° JUN. Br., 290 42° öſtl. v.
(ven Ferro); 2) (Cabo F.), Borgebirg an ber
Sftküfte Brafiliens (Atlautiſcher Oceau), norböftlich
von Rio be Janeiro.
Friolzheim, Pfarrdorf im Oberamte Leonberg
des wilrtieinbergiichen Nedarkreifes, Waldjamen-
händler; 714 Em.
Fripon (fr., fpr. Fripong), Schelm, Spitzbube;
Briponnerie, Saunerei, Schelmeuftreich; Friponni⸗
ren, Sauner-, Schelmenftreiche machen.
Baron. Er machte ben Krug n E
wurbe bort I811 Brigabegeneral, Ki
December 1812 bis —* 1513 bie
in ber Provinz Plafencia, decte iu
bei Bittoria ben 21. Juni 1813 mi
Rückzug der Armee u. übernahın i
Berwundung Foys in der Schlacht kei
bie Leitung von keilen Divifion u. v
der Schlacht von Zouloufe tie Arüdı
bian. 1814 nahm er ben Abicieh.
Nicolaus Buron %., Bruder tes Y
23. April 1782 zu Benbiere@ im Der
Meurtbe, wurte 1794 Bataillent
eichuete jich in ber Schweiz 1796 auf
herer 1798 bie Arrieregurbe u, mı
reau auf ben Schluchtfelte von Hoh
Brigabegeneral eruunnt. Nach der
Anfterlig Befehlehaber in Benetig, e
eine Brigade in ber Diviſion Bouvel
Angriffe von Colberg u. Etraliuud I
Juſel Däuholm u. befeßte Bremen,
Jutlund. 1809 are . bei Eglia
Bagram Generalftabschef des Corpe
u. zeichnete fih an ber Brüde von }
bag er zuu Divifiousgenerul u. ®ı
murbe. 1810 war er beim Korps bei
EBlingen, Chef bes Generalftabes üı
nach ber Wieberberftellung ter Bon
glied des Kriegeninifteriums,
Friſch, 1) ein wenig falt; 2) um
(Silttentw.), von Diineralien, weiche ı
| gebrannt find; baber Friſche Schlacken
flüffigen Erzen fommen; 4) erſt ve
ſchehen, verfertigt; Daher voin Brodi
an demſelben Tage gebacken, u. Friſch!
ſolches Brod zu verlaufen bat; 5) 7
lebhaft.
Friſch, 1) Ioh.Leonb., geb. 166€
wurde, nachdem er un. a. auch Lange
Dolmetfcher gewelen war, 1706 Zu‘
Gonrector u. 1726 #ector am Grar
Berlin u. fl. 1743. Er ſchr.: Franzẽ
u. deutſch⸗frauzöſiſches Lexikon, Berl.
u. ð., zulegt Lpz. 1743; Lateiuiſch
deutſch⸗lateiniſches Lexilon, Berl :
Origo characteris slavonicı, eb!
Hefte ;gab heraus: Grammatica mar
major, ebd. 1718; Beſchreibung vo
fecten in Deutſchland, ebd. 1720—
(n. A. 1768); Beſchreibung aller B
lands, ebd. 1755, beentigt ınit bem 3
Kol., durch feinen Schn Jeſ. Lee
Chriftepb, Maler, geb. 1730 in!
nad ter Provence u. nach Rom, wo
Jahre aufbielt; nach feiner Rücke
1793 Nector u. Sofmaler, 1302 F
fpater Director der Alutemie in !
1805. F. multe hauptſächlich Dedenaı
Königlichen Schlöffern zu Berlin u. $
Friſcharbeit, Die Arkeit tes Ci
friſchens (ſ. Friſchen), ſowie Des Auf
Friſchbalg (Hüttenmw.), der Blaſeb
Friſchfeuer.
Friſchblei bis Friſchling
751
3, 1) Blei im feiner metallenen Be⸗tigleit bat, Eiſen zu friſchen, u. in welcher ber
3) f. u. Blei II. 2).
den, jo v. w. Bobenplatte bes Gifen-
h.
ıftrich, Diet, weiches zum Saigern fil-
æupfers gebraucht worten ifl.
en, 1) durch das Friſchen geſchmeidig
'oheiſen; 2) Eiſen, weldhes im Hohofen
en weil das allzuftarte Gebläfe
übt.
‚t) jo v. mw. Abfriſchen u.2) Erfriſchen;
.), von Hunden u. anteren Thieren,
ex Die Sriſche, ein Ort mit Üafler; 4)
on wilden Schweinen, Junge belom-
v. w. Auefriihen; 6) (Büchſenm. n.
‚2 Siücken Metall an tem Orte, mo
ngelörhet werden ſollen, glatt feilen;
n.), Silber, welches vergoldet werten
m Drahtbüfchel abreiben; 8) Bergb.),
re f., Stollenörter treiben; 9) (Hütten⸗
.w. Anirijchen 3); 10) Friſcharbeit, fil-
Rohſtein in dem Friſchoſen (einer Art
it Kalkſtein Ichmelzen u. das Geſchmol⸗
auf ten: Boten dis Tfens befindlichen
n lafjen; ift der Robftein anf Dem Blei
ner Scheibe erfaltet, jo wirb er abge⸗
beißt Sriſchlech; bie Arbeit wird 10—12
rigejetst, u. dann hat das Blei (Heich-
‚ Silber aufgenommen, daß «8 auf den
-2 Diarl enthält, u. das Silber wird
h Treibarbeit gewonnen; 11) filberbal-
r Blei zuſetzen, bamit das Silber vom
onımen werde u. nachher beim Saigern
ich berausichmelze; dieſes F. geichieht
chmelzofen (Brifchberd); Das Geſchmol⸗
n eiierne Pfannen (Arlichpfannen) ge⸗
arch Lie Frifch- u. Baigerftüde entfteben;
n beim Saigern Blei u. Silber auege⸗
ig heißen tie zurüdgebtiebenen Srüde
de; 12) beim Eiſenhüttenweſen bas
des Robeifens in Schmiebeeiien, baber
Friſchluppe, Friſchſchlacke, Friſchzacken zc.,
III. n) b).
Gebirg (Bergb.), Gebirg, welches
sarbeitet wird.
Geſtein (Brtfchgeftein), vermöge feiner
icht geminnbares Geftein, welches ben
yau nicht notwendig macht.
Haff, Strandfee in ten preußiſchen
bezirken Danzig u. Königsberg; erftredt
ing bis Krifchhauien u. Rönigeberg, ift
ang, 3 Meilen breit, 14 CD. groß
uß tief, nimmt 2 Arme ter Weichſel,
Alte Weichjel n. Nogat, außerdem bie
Targe, Friſching u. Pregel auf u. wird
:ifche Nebrung, cine 9! Dieilen lange u.
breite, aus loien Sanddünen beftebende
ven der Oſtſee getrennt, mit welcher es
hmale un. 12—15 Fuß tiefe Wleerenge,
ner Tief, in Verbindung flebt. Die
daſſelbe find ſumpfig, Die Düuen er-
Höhe von 180 Fuß.
Netter (Bergb.), gefunde, reine Luft,
h Maſchinen in die Gruben gebradıt
Luftwechſelmaſchine.
Wind, günſtig u. ziemlich ſtarlker
ker, 1) eine Hütte, welche bie Gerech⸗
Friſchberd (f. d.) n. der Friſchbammer, ber bei ber-
jelben das gefriichte Eifen zuſammenſchweißende
Hammer, bie vorzüglichfien Theile find; 2) fo v.
w. friichberb; 8) euer, welches zum Friſchpro⸗
ce eriorberlich ift, um den Friſchofen auszufüllen;
4) das flärffle Feuer, wel um Brennen ber
Ziegel angewendet wirb u. nad dem Schmauch⸗
jener folat.
Frifh gebn (Hüttent.), heißt, wenn beim Echmel-
gen ein Muß zum Leichtflüſſigmachen zugeſetzt wird.
Friſchgeſtübe, Geftübe, weiches noch nicht zum
Ausftoßen eines Herdes gebraucht worden iſt.
bh latte, Bleiglätte, welche nicht al® ſolche
verfauft, ondern bie wieder rebucirt merken fol.
Friſchherd (Griſchofen), Borrichtung zum Frie
ſchen bes Tiſens (J. b. III. 2) b), beſteht aus einem
Herb von etwa 6 Fuß Länge, 3 Fuß Breite u. 15
Boll Hühe über der Slttentobfe, über welchem eine
Eſſe erbaut if. Der eigentliche Arbeitsrannı be-
ftebt in einer Vertiefung von vierediger Geftalt,
beren aus Eifenplarten beftehente Waͤnde Zacken
genannt werben; auf eier dieſer Wände (Form⸗
saden) liegt tie innerbalb eines eilernen Form⸗
laftene wieder ven einer fupfernen Form umgebene
eiferne Die, Durch welche ter von einen Gebläje
erzeugte Wind in den Arbeitsraum einftränit. Das
in lange Matten (Gänze) gegofiene Eiſen wirb
durch die Zeitenöffnung ilber bie dem Gebläle ge-
genüiberjtebente Wand (Gicht za cken) in dae Feuer
geſchoben. Iſt das Vorderende der Ganz abge⸗
ſchmelzen, fo wird das bintere nachgeſchoben, bid
diejes endlich ſelbſt zum Schmelzen kommt.
Friſching, Fluß in preußiſchen Regierunge-
bezirk Königeberg; entfiebt weſtlich von Friedland,
fließt durch die Kreiſe Preußiſch⸗Eylau, Königsberg
u. Helligenbeil u. mündet in das Friſche Haff
riſchklehnſtöcke i. ı. Friſchen 11).
Friſchlech, I. u. Friſchen 10).
Friſchlin, Niloremus, geb. 22. Sept. 1547 zu
Pablingen im Württeinbergiihen; wurde 156*
Profeſſor ver Poerik u. kııry darauf der Mathema-
tit in Tübingen, 1575 vom Kailer Par II. zum
Dichter gekrönt u. 1582 Necter in Laibach; er febrte
1554 zurück, trieb fih Lange in Frankfurt, Warburg,
Yeipzig, Dresden, Prag u. Wittenberg umher,
mwurte 1558 Nector der Martinsichile in Braun«
ſchweig, aber wegen feiner Hänteljucht von bier
wieber vertrieben u., ınit ber württembergiichen
Regierung in Streit wegen der Ausantiwortung
des Berinögens feiner Gattin verwickelt, wurde er
erſt in Diainz feftgeiegt, Dann nach Der Feſte Hohen⸗
urach geführt, Bei einen Berfuh in ter Nacht
vom 29—30. Nov. 1590 zu entflichen rin das Seil,
u. er zerfchnietterte fih am Felſen. F. war ein guter
Philolog (fchrieb Anmerkungen zu Perfius u. ben
(reorgiea un. Bucolica des Virgilius; überjegte
ben Kalliuachos u. Ariftophanes) u. Grammatiler.
Seine Werke erfchienen als: Operum poetic. pars
epica, Stra&b. 1599 (vermebrt 1612); Para sce-
nıoa, ebd. 1592 u. 1604; Llebrais (Geſchichte der
jüdiſchen Könige, Die er auf Hohenurach fchrieb),
ebd. 1599; Orationes insipniores, cbd. 15935
Carmina, eb. 1622; er fchrieb auch eine Yateie
niſche Grammatil, 1593. Vgl. Konz, Kleinere pro»
faiiche Schriften, 1. Th. 1821; Sr. Dav. Strauß,
Leben u. Schriften 56, 1856.
Friſchling, ein junges Wildſchwein.
achen —— lee. mw. Seifen).
ofen, ſo v. w. Friſchherd.
Güttenw.), ſ. u. Frijgen 11).
— —— weqhe beim: Grid
—* — allen, 1. u. Frriichen 12
chmelzen, aus le Eryen das Eier
lei herauoſchmelzen.
‚she ; uſatz von
fchichmiede ; ſo v. w. Friſchſeuer 1).
Be fo v. m. Rohſiahl. |
ck ij. ic Friſchen 11). j
„‚Suildun 9 (3agbw.), 1) fo v. PB
‚Burgamı. °.
—— die eifernen Yletten,
ber Arbeitoraum bes herdes ———
——— ander:
Außer. dem —— u.
es noch den S
Herdes, die —5* bie deniſelben gegen⸗
überfteßente Wand u. ben Boden unter weicher ſich
ein mit Waſſer gefüßter Raum — bamit das
Schmel en dieſer Platte utet w
Friſo (fr., ſpr. Er — a So ob. Silber
—*
enes krauſe iedenen
————— auch von * ders Ein-
—— gebrandht.
Eee
eur (pr ), D .
as Brifiren
we 2
*. a 1728 in Sallanb; trat in fei-
em 16. "Jahre i in ben Ba rnebiterorden ſich
)
u. Harem San
aurifch achen bider; Ir̃
ordnen; baher Friſur, bas G@lättet u:
Haare u. das Anorbnnen einer Hact
Kleidungsftüden, Borbängen u dat.
fen, ob. einen Streif (bies Alles yujan
[altig.s ob, a ens —2*
* u. anderer
fenttichften Theile —5* find 2 ſu
Platten ‚fol
‚als dae Tuch breit
Platte fiebt feft, bie obere wirb bu
einer Welle beftänbi bin u. her
Seite ber oberen Platte wird }
bas Tuch ng rn 3:
8 Zud nad u. bie
2 — mal wieberhelt Solch
f. ii etwas
"Fr — fe'%. 0: fon
Banb 1) e) bb).
Friſon (fr-, * ee 1) gel
eogt Sf jo». *
ſ.b. — 2* io v. wo =
5* fonts > ae
1) im B
beflen —— a
mit Sifer dem Studium ber wibmete. (% oth-, Drbnungs«., *8
Sein Orden aber ſandte ihn bald n ne ber Beftinimm ves Gerichte (Ri
‚Theologie zu fiudiren, baum nach Lo ob. nach ber inft ber
— Be — Barnubitrucolegium, mo, * ®
1763 wurde er nad
ch re en. u. ibm der Lehrſuhl
an großen St. Uleranderscollegium übertragen;
1756 wurbe er Brofeffor au ber Univerſität zu
Piſa, kehrte 1764 nah Mailand zurüd u. wurbe
dehrer der Mathematil an ber Scuole palatine;
er fi. 22. November 1784 m. ſchr. u. a.: Dis-
quisitio mathematicain causam. physicam fi
zae et ma nitudinis tellyris nostrae, J
land 1751; Saggio della morale filosofie, Lu-
1755; Nova electricitatis theoria, Mii-
and 1755; De atmosphaera coelestium vorpo⸗
zum, Lucca 1759; Del modo di regolare i siumi
a torrenti ‚prineipalmente dei Bolognese e
:della Romagns, Lucca 1762 u 1768, Florenz
1770; Saggio sopra l’architettura gotion, fi-
bomo 1766; De gravitate universali corporum,
Mail. 1768; Cosmographis phys. et mathem.
: Mail. 1774 f, 2 Bbe.; Opuscoli filosofici, Mail.
4781; Opera (Tom I.: Algebram et geome-
-triamı analyt. Continens, Toın II.: Mechani-
cam universam et ınechanicae applicationem
‚ad aquarum fluentium theoriam cont.), Mail.
2
b, [. d
—A (a (@. & rs tleines Boll, wohnte
mit auf den Infeln 3 iſchen ben öftlichen u. wef-
lihen Rheinmünbungen; vgl. Frieſen.
Friſirbohrer, Behrfpike, welche neben einem
Zapfen 2 Icneibenbe Seiten bat u. zur Erweite⸗
einer Schraubenmutter gebruucht wirb, wenn
der — ber Schraubie darin verſenlt werben ſoll.
Friſiren (v. fr.), 1) die Haare einer Perücke ob.
am Kopfe vegelmäßig Iränfeln, toupiren u. in Loden |
der Bhilofophie
| zwar ohne daß es einer Ung
| bes Richters (C
— lebte er dann in ——*8 —J chters (Tonvent
Dailand
ie a übrte $.) bie Bormahıne 5
rocehhandlung geſcheben muß. DM
F zunüchſt Dilatoriſche u. Pe
jene ſind ven ber Art, bafı ibn
Gi ben Berluft bes Rechts, ber ve
proceljualiihen Hanblung, für meld
war, mach fich zieht, fondern nur bie l
ſäumniß bewirlten Koften ob. em
Strafe; bie F. wirb erneuert u. bei
Berfäunmig mit höherer Strafe u.
ber vorzunehinenden Haudlung bebı
fie eine Peremntorifche F. wird, ben
erſt wieberholt u. ermenert werben
ſäunmiß einer Peremtori da
| rar Ka > gen
5. Gebraud zu machen Der, 1
bebarf, wenn bie Beremtort
beftimmte (Fatale im ber engeren er
Regelmäßig find alle geletlichen Fe
bon ben richterlichen b agegen genieim
nur erft bie britte geſetzie F. wein |
Gerichten auch frei fteht) alle 3 A«tı
hältnißmäßig längere peremtoriide
nommen find. Ein fernerer Unterſch
bie richterlichen Feen auf Auſuchen
(Briftgefach) verlängert toerbeu fünn
lung, Briflerftredung, Proregatioı
bie gejelichen bugegen wicht. Bei
ff obeu) unterideibet man ned abiı
ebingte Nothfriſten, bei melden be
F. durch das Geſetz fo beftiummt ift
eiuem gewiſſen Borgang von fd
innt; u. — od. gemiſcht
alia um quid),
FZriſtungebrief bis Fritſch
| feiner Heimath, fühnte feinen Frevel dabdurch, d
Ertheilung eines richterlichen Decretes
Zeitrechnung in Anſehuug der F⸗en
lich juriſtiſche; nur fangen im
ch beſtimmten Sen erſt ben Tag nach
lationdtag der richterlichen Berfügung
i, u. die Erben einer Partei, welche vor
jur Vornahme einer Handlung beſtimm⸗
, genießen die volle F. wieder, welche
ber Zeit der Antretung ber Erbſchaft
t wird. Im Sächſiſchen Recht ift bei.
Ihe F. merlwürdig; fie kommt von ber
aligen VBorlabung ber, von denen eine
eitraum von 14 Nächten in fich faßte;
us 6 Wochen u. 3 Tagen. Dieſe 5-
ei ber füchflichen Verjährung von Jahr
nnus saxonicus) zu dem Jahre noch
ıet (vgl. Maurer, Geſchichte der altger-
Berichtöverhanblungen S. 147). Die
sen in ben älteren Proceßerdnungen
as Eude eines Proceſſes oft auf eine
e; neuere Proceßgeſetzgebungen haben
mäßige Ablkürzungen dieſem libel zu
ht. Bol. Termin. Der beutiche Un⸗
proceß, nach materiellem Recht fire-
; bie, blos bei formellen Recht mög-
riften nicht. Selbſt die F. zur Einrei-
dejenſion hat nur den Sachwalter trefs,
umnißnachtbeile: Geldſtrafe n. Beſtel⸗
uderen Defenſors, nicht Das Präjudiz des
er Defenſion. Eben jo iſt der Gebrauch
üttel gemeinrechtlich an feine Präcluſion
ende Nothfriſt gebunden. Im Aullage-
°, ſelbſt nach der Peinlichen Gerichts-
rt. 21 u. jetzt nach ten neueren Straf-
ingen finden Norbirifien Statt. 2) Die
Geſtundung bei jeter Zahlung, bie zu
fen Zeitpunkt geleijtet werben jollte.
jöbrief, fo v. w. Auftaudsbrief.
J. u. Friſiren 1) u. 2).
k, Stadt, fo v. w. Freiftabtf.
je, j. u. Yippenfliege.
agl., fpr. Friddh, v. lat. Fretum), fo v.
en
ox. Friddh), William Powell, geb. 1819
in Vorljhire, bildete fich zum Maler in
ie von Saß u. trat ſchon 1540 mit
älde auf, teilen Stoff ben Romane
its, das Herz von Midlothian, entnom⸗
Faſt alle ſeine ſpäteren Bilder ſind Dar⸗
on Scenen aus den Werken der bedeu⸗
zliſchen Dichter u. or
Clyde, F. of Forth, F. of Tay ıc.,
treffenden Hauptnamen.
gſaga, altnordiſche Sage, von Sritbjof,
ſtens, eines Bonden (freien Bauern) zu
selher mit Ingeborg, Tochter Beles,
von Syrſtrand, bei Hilding erzogen
tbjof liebte FIugeborg u. warb nad) Be-
ei deffen Söhnen, tem wilten Helge
chlicheu Halfdan, un Ingeborgs Hand.
chlugen fie ihm, als einem Bonden, ab;
adurch gekränkt, verging ſich an Helge
ur Strafe Angantyrs Schatz holen.
rde er, weil er den Branub von Balders
anlaßt hatte, Sanbflüchtig n. kam zu dem
‚ Ring (Hring), ber inzwilden Inge—
ıthet batıe; biejer vermachte ihm or
h feinem Tode. Frithjof ging num n
sReriten. 4. Aufl. VL.
iR
weifel
783
er einen neuen Tempel baute, u. erhielt von Half⸗
dan (Helge war erfchlagen worden, ba er einen fin«
nifchen Zempel zerfiören wollte) bie Hand Inge⸗
borgs; Rings Reich verwaltete er blos bis zur
Müntigleit des Sohnes beffelben. Dies ber Inbakt
ber, durch Tegners (. b.) Bearbeitung berühmt ge⸗
wordenen F. Die isländifche F. (von Frithiof
bem Starfen, |. u. Saga) überſetzt von Mohnicke,
Stralf. 1530.
ithleif (m. Geſch.) fo v. w. Frikleif.
ifigern, fo v. w. Fridigern.
ritigild, fo v. w. Fridigild.
tilarta (F. L.), * anzengattung aus der
amilie ter Liliaceae- Tulipacese, 6. Kl. 1.
Ordn. Arten: F.imperialis(Kaijertrone),
and Perfien ſtammend, mit großen, braunrothen,
in Gärten mennigeroth u. gelb variirend, gloden-
förmigen, abwärts bängenden Blumen, über denen
noch ein Blätterbufch befinblich; Die betäubend rie⸗
hente, fonft efficinelle, ſcharf ſchinedende, fauſt⸗
große, ſchuppige Zwiebel ift giftig; ber in ben am
jedem Blumenblatte befindlichen Nectarien abge⸗
jonberte Senigiaft erregt Erbrechen; F. persice
(Perſiſche Shahblume), mit purpurrothen,
hängenden, ührenftändigen Blumen; F. melea-
gris Schahbiume,Kibigei), in Südeuropa,
mit etublumigem Stängel, hängenter, glockenför⸗
miger, faft eıförmiger, würflig gefledter Blume;
F, verticillata u. m. a., fünmtlich beliebte
Zierpflanzen in Gärten.
Fritillarienfalter, ſo v. w. Scheckfalter.
Fritillus (tdm. Ant.), ſ. u. Würfelſpiel.
Fritſch, Ahasverus, geb. 1629 in Mücheln
bei Naumburg, hatte in ſeiner Jugend, die in den
Dreißigjährigen Krieg fiel, unſägliche veiden zu er⸗
dulden, friftete auf dem Gynmnaſium in Halle küm⸗
merlich jein Yeben, ſtudirte feit 1650 in Jena bie
Rechlswiſſeuſchaften, wurde 1657 in Rudolſtadt
Hofmeiſter des Grafen Albert Auton von Schwarz⸗
burg, 1661 Dof u. Juſtizrath des regierenden
Grafen Ludwig Güncher, 1679 Kanzleitirector u.
Confiftorialpräfient u. 1692 Kanzler; er fi. 24.
Aug. 1701. F. bat jebr viel geichrieben über Bür⸗
gerlihes, Staats⸗, Lehens⸗ u. Kirchenrecht, Landes⸗
polizei, politiſche Sittenlehre (berausgeg. von ſei⸗
nem Schne 1732, 2 Bbe., Fol.); auch eine Dienge
theologifche Schriften, u. a. Undpriftliches Chriſten⸗
tbum; Das wahre apofteliihe u. heutige faliche
Chriſtenthum gegen einander gehalten; Chriſten⸗
tbumefragen (u. A. von Delitzſch, Dresd. 1841);
Himmelsluft u. Weltuniuft, Jena 1670, mit einem
Anbang: Himmliſche Nieder; gab auch Liederſamm⸗
(ungen beraus, in been er eigene Productionen
aufgenommen bat, 3.8. 121 neue hiinmeljüße Jeſue⸗
lieder 2c., 3. Aufl. 1658. gl. Epiller, Kleine
Schriften bes A. F mit Biographie, Kob. 1792.
2) Thomas von F., geb. 17UU in Yeipzig, wo
fein Bater, Kaſp ar F., Buchhändler war; ftubirte
bie Rechte, wurde in Dresden angeftellt u. ging
1740 in Aufträgen bes Hofes nach Paris; er wurde
unter Kaifer Karl III. Reichshofrath, ging nad
deſſen Tode mieder nah Sadien, murbe Freiherr,
unterjchrieb als ſächſiſcher Bevollmächtigter ven Hu⸗
bertusburger Frieden u. ft. als Couferenzminifter
u. Geheimer Rath 1775 in Drespen. Anonym ere
(dien von ihn: Zufällige Betrachtungen über bie
Sinfamleit, Xpz. 1761—63, 3 Ste. s Johaun
45%
Heinrich, geb. 1772 in Quedlinburg, ſtudirte feit |
1791 in Halle Tbeologie, wurde Prediger in feiner
Baterftadt, 1504 Oberpfarrer dafelbft u. fl. 1829.
Eridr.: Sammlung von Prebigten, Halberft. 1797;
Handbuch für Prediger zur praftifhen Behandlung
der fonn» u. fefttägliden Evangelien, Magdeb.
1511 f., 2 Thle., 2.9. ebd. 1818; der Epifteln, ebd.
1813, 2. Aufl. 1818; der Leidensgeſchichte Jeſu,
ebd. 1514; Handbuch der praftiichen Glaubenslehre
der Cbriſten, ebd. 1516—2U, 2 Thle.; I. A. Her- !
mes nach feinen Leben, Charakter u. Wirken bar-
geftelle, Qnedliub. 1827; Lebensumriß bes Kanz⸗
lers Nienieyer, ebd. 1528,
Fritſch, freiberrliche Familie in Sachſen begü-
tert, murte 1730 in ben Reichsadel⸗ u. 1742 in
den Freiherrenſtand erbeten; fie blühte früher in |
.2 Linien, ven denen bie jlingere 1790 in ben Gra-
fenftand erkoben wurbe, 1527 aber wieter ausftarb.
au älteren Familie gehören: 1) Freiherr Kart,
chn Des 1536 verftorbenen Freiherrn Jatob Fried⸗
rich, des Stifters tiefer Linie, neb. 1769, war wei«
marijcher Gebeimer Rath u. Stuatsminifter u. fl.
16. Octbr. 18515 er war vermäblt mit Henriette
geborene Wolfolehl won Reichenberg. 2) Freiherr
Karl, ältefter Sohn des Borigen, geb. 7. Mai
1804, ift großherzoglichen. herzoglich ſächſiſcher Ger
heimer Rath u. Gejandter beim Deurichen Bundes⸗
tage in Fraukfurt u. ſeit 1842 Wiitwer von Karo⸗
line geborene von Ziegeſar.
ritſche, Friedr. Gotthilf, geb. 9. Febr. 1799
in Dresten, wurde nach Bellendung feiner theolo⸗
ifhen Studien zu Leipzig Katechet an der Petri-
fire daſelbſt, 1524 Conrector in Banken, 1530
Profeſſor an der Fürftenfchule zu Grinma u. 16542
Oberpfarrer, Generaljuperintenbentu. Conſiſtorial⸗
rath in Altenburg; er ft. daſelbſt 4. Ian. 1951 u.
fhr.: Gebete u. Betrachtungen fir höhere Bil-
bungsanftalten, Grinima 1934; Abendmablsreden
für böbere Yiltungsanftalten, ebd. 1842; Fr. Aug.
Wolf, haralterifirt als Prediger, ebb. 1342; auch
mehrere Predigten.
Fritte, 1) Glasmaſſe, Glasſtoff, halbverglaſte
Körper; 2) die zu ſchmelzende Maſſe im Blaufar⸗
benwerk, ſ. d.
Friture fr., ſpr. Fritür), in einer Pfanne ge⸗
bräunte Butter, od. Speiſebereitung damit; wie
Würſtchen, Fiſche u. a. feine Farcen ꝛc.
Fritz, verkürzter Name von Friedrich.
Fritzchen, 1) Diminutiv von Fritz; 2) von Fried⸗
rite; 3) Vogel, jo v mw. Gartenrothſchwänzchen.
Frritzlar, 1) fonft Provinz in Kurbeflen; beſtand
aus mehreren getrennt liegenden Stüden; 60,000
meift katholiſche Ew.; jetzt Kreis der Provinz Nie
derheſſen; 6,9 ODE. u. 29,300 Em.; 2) Amt darin,
5000 Ew.;‘3) Hauptjladt Darin, an ber Edder,
Krugtöpfereien u. mehrere geiftlihe Stiftungen;
3000 Em. — F. ift eine fehr alte Stadt, Bonifa⸗
cius fol bier 732 eine Kirche gebaut u. eine Klo⸗
ſterſchule errichtet baben, meiche er anfangs ſelbſt
leitete, nachher aber an Wigbert, erften Abt da⸗
ſelbſt, übergab. 774 wurde 5. von den Sachſen
überfallen u. verbrannt; 756 wurde hierher auch
ber Sit tes 741 gegründeten Bisthums auf dem
naben Burberge verlegt u. mit beim Klofter ver-
einigt, aber ſchon unter Dem zmeiten Biſchofe wieder
getrennt u. mit den Bisthum in Mainz verbunden.
906 hier Sieg des Grafen Abalbert ven Yabenberg
Über tie Rorhenburger, f. Dentichland (Grid).
Fritſch bis Fritzſchia
919 Reichſtag, wo Heinrich ter Vegler
ſchen König gemählt wurde; 1232 vom!
Heinrich Rafpe, ber fi an dem Erzt
Mainz, welchem F. gebörte, rächen wellie
Einmohner verhöhnt hatten, erftürmt u.
1400 hier liberfall u. Tod des Herzeg
von Braunfchmeig durch ven Graien ve
f. Braunſchweig (Geſch.). 1631 ven
grafen Wilhelm von Heſſen erftürn, d
wieder geräumt. Bis 1802 blieb F.
wurde dann heſſiſch, gehörte 1807 —181
falen u. fanı dann wieder an Heſſen. Bgl
De antiquitatibus Fritzlar., Marb.!
rißdewer?, Eiſenwerk bei Yanreig
rigower See, Strandſee im frei
bes preußiichen Regierungs bezirks Sıeu
am Kanıminer Bodden; darau Zrigen
Fiſcherei; 570 Ew.
Fritzſche, 1) Chriſtian Friedr.
in Naucnborf bei Zeig; wurde 1799
Steinbah bei Borna, 1509 Zupern
Dobrilugt, 1527 Profeſſor der Therle
n. ft. 19. Oct. 1850 in Zürich. Er je.
lationis notione biblica, Yp;. 1529
Gutachten eines offenbarungsgläubigen
fehrten über das Verterbliche des Kati
er durch Wegicheider u. Geſenius vert
Schleswig 1939; Welche Zeit iſte 1
Gottes, Halle 1330; Borlefungen über
mahl, das echte Lutherthum u. bie linion,
De anamartesia .J. Christi, eb. 1535
Nova opuscula academica, Zür. |
2) Kari Frieder. Auguft, ültefter
Borigen, geb. 1501 in Steinbach, wurd
vatbocent in Leipzig, 1525 Prefeſſer de
Dafelbft, 1826 in Roſtock, 1541 in Gieß
6. Decbr. 1846; er fchr : De nonnu
dae Pauli ad Corinth, epistolae
18241; Kommentare zum Matthäuse
zum Marcus (elb. 1530) u. zum
(1536— 43, 3 Bbe.); Über Theiunds U
die Schrifterllärung, Halle 1531; De
tione N. T. critica, quam C. Li
edidit, Gieß 1841; un. a. 3) Franz
Bruber des Vor., geb. 1506 in Steint
erft Collaborator an ber Thomasſchul
u. 1828 Profeſſor ber Verekrjamteit u.
ratur in MRoftod; er ſchr. Quaestioı
neae, 2p3. 1526; Qunestiones Arist
ebd. 1935; Streitihriften gegen C.°
des Aſchylos Eumeniten, ebd. 1534 1.5,
Lucians Alexander, Demenax, Gellue
u. bie Dialogı Deorum (ebd. 1829);
phanes Thesmophoren, 1838, u. Fröſche,
4) Dtto Fridolin, Bruber des Ter
in Dobrilugt, 1836 altatemijcher Lehr
1837 Profeſſor der Theologie in Zür
Dberbibliothelar dafelbft; er ſchr.: De
Mopsv. vita et scriptis, Halle 1836; 1
Stellen der Johanneiſchen Briefe, ın
academ. Fritzschioram (nämlid re
nem Bater u. feinem älteften Bruker),
Confessio Helvetica porterior, 13
Grimm, Handbuch zu den Apokryrhen
£pz. 1851—56, 4 Hefte; gab auch ben
(vp3. 1812— 44, 2 Bde.) u. das Buhl
1848) beraus. 5) Julius, f. u. Krig
Vrisigie (F. Cham.), Pflanzen:
‚sent bie Frobergl
Ims Srigfche (1833 Lehrer der Vo⸗
‚dann in Petersburg; ex ſchr.: Bei⸗
niß der Bollen, Berl. I 1. Seft;
n polline, ebd. 1833; Über ben
b. 1837); an der Familie der Me-
Melastomeae-Rhexieae; Arten in
ıb, ſo v. w. *
lat.), 1) leichtfertig, nichtig, das Edle
eringfhätend, 2) im juriſtiſchen
In. ftrafbar, Frivdla appellatle, F.
‘ct Brivolität, leichtfertigleit, aus nie-
jeweile entiprungen.
mmeridy Frimalbefi von F., Abr
ariihen Nationalmufeum in Peſth,
Hinte u. C. Dianolesto 1833 — 36
5 Rhotopegebirg u. ten Balkan in
tereflen bereifen u. machte jo ben An»
imiß ber bisher ganz unbelannten
ei; er ſchr.: Succinctae diagnoses
antarum nov. in Turcia europ.
ridzeri), Aleranter Maria Anton,
er, geb 1741 in Vicenza, erblinbete
n Vebensjahre, zeigte aber jehr viel
iſik, erlernte mit Leichtigkeit mehrere
welche er ſich ſelbſt baute, u. compo-
ı Knabe Manches. 1762 wurbe er
cenza, ging aber 1765 nad Frank⸗
u. an ben Rhein, wo er fi hören
. ausgezeichneten Beifall fand. Cr
e Zeit in Paris auf, lebte dann im
zt ın Antwerpen, wo er 1525 flarb.
!brere Opern componirt.
e Myth.), Dem uordiſchen Freir (f. b.)
Bott, beffen Namen auch noch lange
bes Chriftentbums gebraucht u. auf
Gott angewendet murbe.
Friedrich, geb. 1782 zu Ober⸗
Rubolftäbtiichen, widmete ſich beim
jtwefen u. ftupirte Dann ſeit 1500 in
ati u. Naturmiflenichaften, wurde
r eines medienburgifchen Edelman⸗
wer an ber Muſterſchule in Frauke
ebte 1505 — 10 als Brivatlehrer in
er mit Peſtalozzis Inſtitut in enge
at, fegte dann feine Studien in Göt⸗
irde in Der Peſtalozziſchule zu Berlin
im Lützowſchen Corps die Feldzüge
14 mit, wurbe dann Inſpector Des
n Muſeums in Berlin, nıhm aber
itlaſſung u. grünbete in Grießheim
seine Erziehungsanftalt, bie er kurz
den mit Langetbal u. Wilbenborf,
ei Rudolſtadt überfiebelte Er ftarb
in Marienthal bei Bad Liebenftein.
iiher Grundſatz war barmonifche
ber Seite menſchlicher Thätigfeit in
ım, u. feine Metbote faub bef. in ber
rn u. Nordamerika Anklang u. Ber-
ihr. u. a.: Die Menfchenerziehung,
Bd., u. gab feit 16850 F⸗s Wochen
Freunde der Menſchenbildung, Lie⸗
‚ heraus. Er ift auch Gründer ber
ſ. d). 2) Karl Boppo, Bruder
. 1756 zu Oberweißbach inı Fürſten⸗
Eurg- Rubelftabt, ſtudirte feit 1805
ogie u. Philologie, faın 1807 au das
"Ausweilung in Frankfurt a.
25
Symnafium in Rubolſtabt, an welchem er ſpäter
Brofeffor wurde; als er 1815 bie Hofbuchbruderet
in Rubolftabt gelauft batte, legte er fein Amt nie⸗
ber u. fl. 1824: er gab heraus den Eutropius, Ru
doiſt 1816; Gallus Catilina, ebb. 1820 (dem er
auch beutfch überfeßte, 1621); Ilecentiorum poe-
tarum carmina, ebd. 1821—23, 4 Bde; Samm⸗
fung franzöftidher Klaſſiler, ebd. 1821 ff., 4 Bde
8) Karl, Neffe des Bor., geb. 1808 zu Griesheim,
wo fein Vater Pfarrer war, wurbe Director einer
weiblichen Bilbungsanftalt in Hamburg, mußte aber
bie Leitung wegen ſeiner fociafiftifchen u. frei ei en
Richtung 1851 nieberlegen ; er fchr.: —8 48
Mädchen u. Kiudergärten. 4) Julius, Bruder
bes Bor, geb. 1805 zu Grießheim un Rudol⸗
Kädtiichen, ftudirte in Jena, ging aber, politiſch
compromittirt, nach ber Schweiz u. gründete eine
Berlagsbuchhandlung (Literariſches Comptoir), im
welcher viele revolutionäre Schriften, welche ber
Cenſur wegen in Deutfchland nicht veröffentlicht
werben konnten, erichienen. Im Zuni 1845 wurde
er auf einer Durchreife Durch Köln aus diefer Stadt
u. aus dem ganzen preußiichen Staate ausgewieſen.
1848 wurde er für Neuß als Abgeordneter in das
Barlament zu Frankfurt gemählt, ging mit Rob.
Blum im October d. J. nah Wien, um ven Aufr
ſtändiſchen eine Adreſſe von einer Partei des Par⸗
lament® zu überbringen, u. nahm bort als Haupt⸗
mann anı 26.— 28. Detbr. Theil an tem Kampfe,
Nach ber Übergabe Wiens wurde er am 4. Novbr.
mit Blum verhaftet u. kriegsgerichtlich zum Stran
verurtbeilt, aber begnadigt. Er ging nach Frankfu
zuriid, folgte dem Rumpfparlament im Juni 1849
nah Stuttgart, lebte einige Zeit in Kurhafen,
dann auf Selgofand u. wanderte im September
1549 na Amerika aus. Dort etablirte er erſt in
New NMorl eine Seifenfabril, 30g aber 1850 nad
Nicaragua, mo er 1551 bei der Commiſſion zur
Unterfuhung bes Kanalbaues war. Später ging
er uach San Francisco, wo er feit 1855 ein Jour⸗
nal herausgab; aber Ente d. J. wendete er fich wie»
der nach den oͤſtlichen Staaten u. lehrte 1857 für
fürzere Zeit nach Deutichland zuräd. Gegen feine
. legte ber ameri⸗
kaniſche Conful, weil F. Bilrger der Vereinigten
Staaten fei, Proteft ein. Er jchr.: Grundzüge einet
Syftems ber Kruflallogie, 2. Aufl. Lpz. 15175, Ey⸗
ſtem ber ſocialen Bolttit, 2. Aufl. Manh. 1847,
2 Thle.; Die Republifaner (Drama), Yp3. 19495
Briefe Über tie Wiener Octoberrevelution, gt
1849; Aus Amerika, Erfahrungen, Reifen u. Stu⸗
dien, Lpz. 1858, 2 Bde.
Wroden, 1) (Brobenius), Johann, geb. 1460
zu Sammelburg in Franken, bildete fich in Baſel,
war bei Amorbach u. Petri Corrector, legte 1491
eine Buchbruderei an u. gründete ein bedeutendes
Verlagegeſchäft. Er drudte u. a. die Werke beb
Grasmus u. bie lateinischen Kirchenväter. Er ftacd,
als er damit umging, auch bie griechiichen Kirchen⸗
väter herauszugeben, 1527, melde Abſicht feine
Söhne, 8) Hieronymus u. 3) Johann, &
fein Eidam, Nicolaus Epiſcopius, ausführten.
Die Werle, welche aus ber Frobenſchen Officin ber-
vorgingen, ſind faſt alle in gr. Kol gedrudt. 4) F.,
Stallmeifter bes großen Kurfürften von Branden⸗
burg, fiel 1675 bei Febrbellin.
Heobere, Regina, |. —8
toberg (u. Geogr.), Graft voft bes Deutfchen
756
Neihe, an ber Doubs, zwiſchen bem vormaligen
Stifte Bafel u. Hochburgund; feit dem 16. Jahrh.
bem Hochſtift Baſel gehörig, welches 1780 F. an
Branfreich gegen Franquimont abtrat.
Frobefius (eigentlid Srobes), Johann Nicolaus,
eb. 1701 in Solar, ftubirte feit 1720 in Helm-
ebt, dann in Marburg Theologie u. Philofopbie,
abifitirte fih in Helmftebt, wurbe bier 1737 Pro»
eſſor in der philoſophiſchen Facırltät, 1740 Profeffor
der Logik u. Metapbufil ır. f. 1756; er ſchr.: Syste-
matis — Wolßi delineatio, Helmſt.
1734; Encyclopaedia mathematica memorialis,
ebd. 1743—46, 6 Vbe.; Christiani Wolfii philo-
sophia rationalis, ebb. 1746; Scriptorum atque
argumentorum, quibus numinis diviniexisten-
tia comprobatur, recensio, ebd. 1746; Biblio-
aphiae ae enopraphe um exegeticae et cri-
ticae specimen L—VI., ebd. 1748— 53; Histo-
rica et dogmatica canonis trigonometrici
dilucidatio, ebb. 1750; Rudimenta biographiae
mathematicae, ebd. 1751 — 54; Polyhistor
heliographicus sive solaris, eb. 1755.
Srobing, Johann Ehriftoph, geb. 1746 in Ohr⸗
druff, wurbe 1776 Conrector an ber Neuftäbter
Schule in Hannover, 1795 Pfarrer in Lehrte u.
1799 in Markoldendorf; er fl. 1805 u. fhr.: Ka⸗
Ienber für das Voll, Hannov. 1783 — 1805; Der
Jugendgeſellſchafter, Stend. 1784; Der Boltslehrer,
Nürnb. 1787 f., 2 Thle.; Die Bürgerftube, Hann.
1788 — 1800, 4 Thle.; Sefpenfter - u. Hexenbüch⸗
Iein, ebd. 1798; Das angenehme Mancherfei, Halle
1799, Nützliches Xefebuch, ebd. 1803, u. a. m.;
außerdem: Gedichte, Lpz. 1791; Geſangbuch für
den häuslichen Gottestienft, Hannov. 1797; Ger
finge für Kinder, Celle 1799; Chriftliche Morgen-
u. Abendlieder für Familien, Küneb. 1802.
Frobiſher (ſpr. Frobiſcher), Martin, geb. zu Don-
Cafter in Morkihire, fuchte 1576 mit drei Meinen
ie eine norbmweftlihe Durchfahrt, entdeckte
mehrere Infeln im nörblichen Eismeere n. am 11.
Aug. die Straße Srobifber. 1577 u. 78 bewog er bie
Königin Elifabeth zu einer neuen Erpebition, wo er
Diefelben Länder befuchte, jetoch ohne das verſpro⸗
chene Gold zu finden. 1595 folgte er Drake nach
Weſtindien, befehligte 1588 gegen die Unüberwind⸗
Tide Flotte, führte 1590 mit W. Raleigp die Flotte
gegen Spanien, wurde 1594 Heinrich IV. zu Hülfe
geſendet u. farb an ten am 7. Nov. 1594 bei Breft
erhaltenen Wunden.
robifherftraße, Meeresarm tes nörblichen
Atlantifhen Dceans, zieht fich im Norden ber Hud⸗
fonsfiraße, von ber Davisſtraße weſtwärts ab, in
ben Baffin-Parry» Archipel (Arktifches Nord⸗
amerila) hinein.
Sroböfe, Johann Chriftian Wilhelm, geb. 1798
in Norbhaufen, ſtudirte feit 1817 in Göttingen
Theologie, wurbe 1820 NRector in Uslar, 1821
Hector in Hameln u. fl. 1825; er ſchr.: Ernfte u.
kräftige Worte an Eltern, Lehrer u. Erzieher (aus
Luthers Echriften), Gött. 1822; überfette ins
Deutſche Zencphons Memorabilia Socratis, ebb.
1824; Ciceros Reben gegen Catilina, ebb. 1824,
n. teilen Reben pro lege Manilia u. pro Archia
poeta, Hannov. 1825.
Froc (Bro, Brot, engl. u. fr.), orbinärer ge-
Töperter Serſch.
Frode, mehrere bänifche Könige aus dem Haufe
ber Stieldungen (f. Dänemark [Gefch.]), der Sa⸗
in Berlin,
| dorf
Froöbeſtad bie Frobburg
engeit angehörig; ber erſte derſelben
tzer der Dlühle Grotta.
ödeburg (Geogr.), fo v. w. rd
odesham, Marktflecken am ®
engliſchen Grafſchaft Cheſter, mit S
Salzwerken, Schiffemerfte, Seibenfab
wollenweberei; 2000 Em.
Frodoardus, aus Champagne, ı
fl. 966 als Pfarrer u. Chorherr in Cor
Annales, sive chronicon ab anho
Historia eccilesine Remensis u. &
Froen, 1) Kirchipiel im nee
Aggerbuus, ift gebirgig, bat 171 OM.
in 4 Gememben; 2) ®emeinbe in ben
3) Injel an ber Weſtküfte von Reı
Stift Bergen gehörig.
Brohberg, Negina, geb. Saleme
ir ‚ochter wohlhabenter ji
lebte feit 1813 in Bien; fie fchr. zablre
darunter: Louife, Berl. 1808, n. Ciyg
Schuld, Lpz. 1837, 2 Thle.; Terganz
funft, Gera 1840, 2 Tble., :c. 3
Quftipiele: Onkel u. Neffe, So !
feine Schulden, Die Geichäftige, 4
end, find von ihr; gelammelt in ih
ten 1827—28.
Frohberger, Chriſtian Gottlieb,
Wehlen bei Pirna, ſtudirte ſeit 1760
deipu Theologie, wurde 1774 Pfarrer
ei Herrnhut u. fl. 1827; er fr
bauungsbuch für evangeliiche Chriften,
Geiſtliche Lieder, Lpz. 1782; Yon ter
eines evangeliſchen Predigers. @ört. 17
rungen für junge Ehriften u. Chriftinne
erften Abendmahlsgenuß, Zitt. 1789;
banten über bie Bermaltung bes *
£p3. 1793; Briefe Über Herrnhut u.
evangeliiche Gemeinte, Budiſſin 179
heraus: a Hauspoſtille, ebt. 17
u. deſſen Paſſionepredigtein, ebd. 1795
Frohberg⸗Montjdie, ateliges €
tem Eljaß, wurde 1743 in ben Reid
erhoben u. 1817 in Baiern als Gra
culirt: 1) Philipp Joſeph, Lat
beutfhen Ordensballey Elſaß u. Rı
beimerath bes Kaifers Karl VIII. u
in ber Schweiz, wurde 1730 in ben
u. 1743 in den Reichsgrafenſtand erbel
Karl Magnus, Bruber des Veri
Stammvater bes noch in Baiern El
ſchlechts. Chef der A) Linie zu ©
3) Lud wig, Sohn bes 1555 verfier
Ernft, geb. 15. Eept. 1831: B) te
Ranßhofen: 4) Graf Johann
Sohn des 1857 verftorbenen Grafen
Nov. 1842.
Frohburg, 1) Serichtsamt im ld
[chen Kreile Yeipzig, mit 9341 Em. i
u. 22 Dörfern; 2) Amtseſtadt Darin ar
Schloß, Zeugmweberei, Töpferei; 2°
F gehörte — den Serren re
eitenlinie der Altenburger Burgar
ſchen 1172 vorfonmt, im 14. Iabrb. a
nah benannten Marihällen ven f.,
fige Kirchenpatronat feit 1413 dem
St. Georgenftift. Hauptbrände 16%
biglährigen Kriege 1632, I644 u.
am 8. Oetbr. 1813 Gefecht zmiichen |
Froblich bie
Irgruine am ſudlichen Abhange bes
ber Schweiz, der Sit eines vom
b. berühmten Grafengeſchlechte, von
mern bie Vollsſage berichtete, daß
ber Zinfen, Zölle n. anderer Ge⸗
bes Wagenzuges noch auf ber eine
ten Brüde zu Olten geweſen, wenn
n ſchon in den Burghof eingefahren
hlecht der Grafen von F. erlofch mit
nan® VI., Prälateu in Et. Urban,
I) Abrabam Emanuel, geb.
u Brugg im Aargau, murbe 1817
that, 1527 Brofeflor an der Xarauer
jeit 1636 Dialonus in Aarau; ber
ſchweizeriſche Fabeldichter ber@egen-
Schweizerlieder, 1827, n. Aufl.
«In, Yarau 1825, 2. Aufl. 1829;
m St. Johannis in Liebern, Lpz.
an Wieg' u. Sarg, ebd. 1835; die
h Zmingli, Zür. 1840, u. Ulrich
‚1545; dann: Auserlefene Pſalmen
ber filr die ewangeliich « reformirte
ons Aargau, Aarau 1844, 2. Aufl.
n Kirchengeſang ber Proteftanten,
oftlieber, Zür. 1852; Der junge
‚3. Aufl. ebd. 19416; Reimſprüche
hufe u. Kirche, ebd. 1550; Gelam-
auenf. 1853, 5Bde. 2) Friedrich
uber des Bor., geb. 1803 zu Brugg
nten Yargau, war 1820 auf dem
Zürich, wo er, mit Nägeli be-
als Liedercomponiſt auftrat; 1823
Zajel Jurisprudenz u. Mufit fort,
in Berlin u. Aarau, wurde 1830
r Aarau u. ftarb daſelbſt 1836, er
ucherlei für die Kirche, bei. aber
en Bruter F. 1), W. Müller, 9.
u. And., u. zulettt: Herz, bu bi
en, von Madernagel; PR Frölich.
rübder (Fratres gaudentes, Fre-
ation), 1) Brüder des Ritterordens
ngfrau Maria, 1233 geftiftet, 1262
n IV. mit der Regel St. Auguftine
nnten mit Frau u. Kindern leben,
iebte; 1559 aufgehoben; 2) Abthei-
ner, welche fi von der firengen
1, Güter u. Einkünfte hatten.
Einftebler, Orden ber (Des
onne humeur), geftiftet 1739 vom
u. Herzog Friedrich III. von Gotha
edrichswerth für Ritter u. Damen,
ophiſche Sonderling Cachedenier die
. Zweck: Erheiterung u. Verebe-
ligen Lebens am Hof, Den ehe
ter den Mitgliedern, freimüthige Aus
Anfichten, frauzöſiſcher Geſang bei
ive In joie! begrüßten fich Die Mit⸗
hen übrigens Verſchwiegenheit aller
Jedes Mitglied hatte jeine eigene
ugarten u. einen eigener bezeichnen
eu. Kachetenier u. Dem. Jacquin
jen Bürgerlichen ber 71 Dlitglieber.
nfang des Siebenjührigen Krieges.
eigenthümlicher Rod von oliven-
„Strohhüte mit rojeifarbigen Bän-
Gürtel, Schäferftiab. Zeichen: ein
# Dyal mit der ee hin⸗
bie Banern entweder Pferbe⸗obd.
Trohubieufe BT:
ten Name un. Nummner bed Mitgliebes; Baubs.
weiß mit grünem Rand.
at er Sonntag, der Sonntag Lätare.
dhlicgleit, die herrſchende Stimmung ber
Freude, fofern fie fih im Außeren auf eine un«
geywungene u. gefällige Weile anbeutet. Luſtig⸗
eit unterfcheibet fich davon theils burch einen h
beren Grab bes Freudegefühls, theile durch Aus⸗
brüdhe , welche nicht ſelten Anderen läftig werben.
—5* Gerichtediener.
obnaltar, fo v. w. Hochaltar. Broßnamt,
Hochamt, bas an ihm gelejen wird.
Frohnau, Dorf im Gerichtsamte Annaberg bes
föniglich ſächſiſchen Kreifes Zwidau, am Schreden-
berg; Eiſenhammer, Spitenliöppelei, Bergbau;
860 Ew. In der biefigen großen Mühle war ur-
ſprünglich der Sit; tes darnach benannten Müblen-
amtes Annaberg (f. d.); auch war bier eine [päter
nad) Annaberz verlegte Münze, in welcher 1498
bie erfien fogenannten Schredenberger (ſ. d.) ob.
Engelsgroſchen geprägt wurben.
„grehnbete, 1) fo v. w. Frohn; 2) fo v. w.
rfrichter.
Frohndienſte (Brobnden, Srobnen), perfönliche
Dienftleiftungen gemeiner Art als Reallaften ber
Bauergüter (Brobngüter), an den Gerichts- ob.
Gutsherru (Zroßuberen), entweder ohne allen Cohn,
od. gegen verhäftnißmäßig nur geringe Bergil-
tung. Die fie Leiſteuden hießen Sröbner. Die 8.
fanden ihre Gutftebung meiſt in den mitt
alterlichen Vogt⸗ u. Gutsherrſchafteverhältniſſen,
iudem entweder freie Leute mit ihrem Eigen⸗
thum einem mächtigen Herrn od. einer geiſtlichen
Stiftung als Hörige, Shut -, Dienft- od. Zinge
leute übergaben, ob. inbeu die Bauern fi für das
Gigenthum ob. bie erbliche Belehnung mit einem
Gute, welches ihnen von dem Gutsberrn eingeräumt
wurbe, Ratt bes Kauf- ob. Bachtgeldes zu Dienften
u. Ziufen verpflichteten. Später fanden fie in Ver⸗
trägen u. zum Theil in willfürliden Anmaßun-
en ber Qutsherrichaften, die durch langes Her⸗
ommen befefligt wurben, vielfache Vermehrung.
Die 5. werben eingetheilt: A) in vertrags- od.
obfervangmäßige u. in gefetliche, b. h.
folche, bie ihren nächlten Grund in allgemeinen
Landesgeſetzen haben. Kerner B) nah tem Sub-
jecte bes Berechtigten in: a) Landfolge
(Sequela territorialis), Dienfte, welche ber Lan⸗
desherr von ben Unterthanen fordern darf. Sie
find entweber aus ber in der Landeshoheit Tiegen-
den Grafengewalt entflanben, wohin bie Dienfle
ur Aufſuchung, Arretirung u. Bewachung ber
Berbredher, bie Angarine et Parangariae,
Kriegsfuhren, Spannbienfte zur Ausbefferung ber
Wege u. Brüden ıc., od. aus ber in ber Landes»
heben enthaltenen Schutgberrichaft, wohin bie
agdfrohnen, die Burgfeſten ob. A
ꝛc. gehören; by in ſolche, welche dem Gerichts.
herrn od. Gutsherugeleiſtet werden mäj-
jen, u. endlich co) in Gemeindedienſte Mach⸗
barpflichten, Reihedienſte), wie die Wacht-
. wo jeder der Reihe herum wacht, welche in ber
emeinteverfaffung ibren Grund haben u. von
jedem Nachbar geleiftet werden. Selten kommen
bieie F. bei Stadtbewohnern (Brobnbärgern) vor. _
C) Rah ber Art der Leiſtung in: a) Spann-
(Pferbe⸗) F. u. in HandeF.; hiernach find
audfröhner.
738
Das nöthige Geſchirr n. Gerätb muß won dem
Pflichtigen ——— werben. D) Rüdfichtlich
der Zeit ber Zeiftung: a) in gemeſſene F.
bei welchen Zeit, Ort, Zahl n. Art ver Dienfte be-
Aimmt it; wm inb)ungemeffene %., bei welchen
bald nur das eine ob. andere, Bald gar nichts feft-
geſetzt iſt. Im biefem letzteren Falle muſſen die F.
zeleie werden, in ſo weit es nach dem Bedürfniß
er ordentlichen Bewirthſchaftung des berechtigten
Gutes gefordert werben kann, od. es ſeit rechtsver⸗
mwährter ne gefcheben it; c) in orbentlide u.
in dd außerordentliche, je nachbem fie flir ein
zu beſtimmten Zeiten wiederkehrendes Verhältniß
eleiſtet werben, ob. dieſes der Zeit nach unbeſtimmt
. EB) Dem verfhiebenen At nad, zu
welchem bie %. geleiftet werden; jo Bau⸗F., ein
neues Öutegebäube aufzuführen; Jagd⸗F.e., um
Treiberbienfte bei einer Jagd zu leiten, Sagbzug
anfzuftellen 2c.; Forft-$. —— — um im
Forſt des Gutshern Holz zu fällen ob. abzufahren
2c. Mehrere von biejen können ordentliche ob. außer-
orbentliche fein. Auch Zwangdienſte gehörten
De vermöge deren die Kinder der Unterthanen
e Verbindlichkeit haben, dem Grundherrn eine
gewiſſe lang entweder unentgeldlich, ob. für
einen, oft mır geringen, in ben Frohnreceſſen be-
immten Lohn u. eine eben fo beftimmte Koſt Ge⸗
nbdebienfl zu leiften. Häufig bat ver Zwang»
Dienfiderr in die Wahl bes Berufs der jungen
wangbienftleute, d. i. derer, welche zum
Zwangdienſt verbunden find, eben deshalb mit zu
prechen. Da bies aber ben Frohndienfipflicätigen
große Beſchwerde bringt, fo ift diefer Zwangedienſt
ben meiften Staaten abgeiafft. Die F. können
nur an Werktagen gefordert werben, u. die Dienft-
eit dauert in der Hegel von Sonnenaufgang bis
onnenuntergang, mobei bie Zeit mit eingerechnet
wird, melche ber Frohnpflichtige auf den Hin» u.
Herweg verwenden muß. Sie werben nur nad
vorgängigem Anfagen geleiftet, ein nicht Geforder⸗
ter ıft niet verbunden, nachzubienen. Iſt bie Zeit,
zu welcher fie geleiftet tcerben, feft beftimmt, fo ift
e8 dem Dienftberrn nicht erlaubt, flatt eines ganzen
Dienfttags zwei halbe zur fordern, ob. umgelehrt.
Seber Dienſt, deſſen Onalität u. Onantität, muß
von dem, welcher das entiprechente Recht behauptet,
erwieſen werden, u. weder für geineflene noch für
ungemeffene 5. flreitet eine rechtliche Vermuthung.
Die F. können durch — Stellvertreter ge⸗
leiſtet, müſſen, wenn nicht alle Frohnpflichtige zu⸗
gleich erforderlich find, der Reihe nach gefordert,
u. Können von Kranken nit durch Stellver-
treter geforbert werben. Die F. erlöſchen durch
Berjührung binnen 30 Jahren resp. 31 Jahren
6 Wochen 3 Tagen, von da an gerechnet, mo ber
Berechnete die Dienfte fordern fonnte u. nicht ge⸗
forbert bat. Ob flatt ber wirflichen Dienfte Geld
(Brobngeld, Frobnpfennig) geleiftet u. geforbert mer-
ben Tann, hängt von Herkommen u. ande
ab. Daffelbe gilt von ber Entſchädigung, welche
ber Berechtigte den Fröhnern an Nahrungemit-
teln 2c. (Brobnbier, Frobnbrod, Srobnkäfe, Frobn⸗
lieferung) zu leiften bat. Bisweilen ift biefe auch
gefetslich beſtimmt. Über die gefeifleten F. werben
sit Verzeichniffe geführt (Frohnregiſter), bie unter
ewiſſen Vorausfegungen für ben Frobnbof (ben
obnberedhtigten Herrenhof), wie für bie Frohn⸗
pflichtigen Beweiskraft haben können. X em
Frohndienſte bis Frobebeif
wird der Bewels bei Streitiglenen über
od. den Umfang ber Frohnberechtigung
receſſe, d. i. ſchriftliche Verträge zwiſe
herrn u. Frohnern, Lehnbriefe dm
bisherigen Gewohnheit 2c. geführt.
zei hat aber überhaupt bie F. zu beſeit
ie bilden eine drildende Laſt des Ba
eines ber größten Heınmnifle für die €
einer rationellen Landwirtbichaft u. ı
haupt in Teiner Weife me
neueren VBollswirtbichaft. Zunãchſt Im
ungemeflenen Frohnen durch geietlid
tungen ein gemeſſenes Biel zu jeten.
Zeit hat fich bie Ablöfungsgejetgetung
gung ber $. auf dem Wege ber Gin
gefehlichen Smanges für den Beredtig
bh mit einer Seldabfinbung zu be
Aufgabe gefiellt. Manche Arten ker]
dere die F., melde ans gerichts- x
Verbältnilien hervorgegangen find, t
Zagdfrohnen, find auch ganz unent
gehoben worben.
öhner, f. Frohndienſte.
ohnfaſten (Kirchenm.), fo v. w
ohnfeſte, das ẽffentliche Gefän—
Heinen Städten u. Meinen Gerichten.
Frohngewicht, in Augsburg chen
Schwergewicht.
Frohnhauſen, 1) Amt im Kreiie |
turbeffifchen Provinz Oberheſſen; 2%
Dorf darin, unweit ber Lahn; Amel
robnleihnamafeft, Frouleich
ohnloͤcher, bie Grindellbcher be
näcft bes Pflugmeſſers.
a 6, f. u. Geſpilderecht
rohnrecht, 1) das gemeine Stan
Rechte des Frobnberrn. |
Frohntanz, Tanz, 3- B. in de
Stäbthen Langenberg bei Gera, 8
der Rügegerichte im Freien getanzt
Tänzern Kuchen gereicht warb, ber |
ben Bortanz hatte u. Keiner ben Tanz
Pfändung ausichlagen Durfte; früher «
1656 am britten, feit 1728 am vierter
tage. Dan weiß nicht, was die Yet
Fees iſt, cb er wirklich eine Frohne
nad foll er von einem beuticdhen Ka
welchem bie bortigen Leute nicht ebre
neten, zur Strafe eingelegt worden
er vielleicht einer heidniſchen gottegtien
feinen Urfprung verdankt. Diefen Tuı
waren auch Untertbanen aus mehrere
ſchen Dörfern gendthigt, ba aber ti
Nütersporf) im vorigen Qabrb. lina
elonımen waren, fo wurben fie ven
jedoch ohne Erfolg, verllagt. Der F
1832 eingeftellt. Vgl. S. Behr, Us
Fron, Gera 1795.
Frohntheil, frühere Benennun:
zehnts, f. d. 1); daher Arobner, melde
Frohsdorf (eigentlich Froichdert.
Krottenborfgenanne), 1) Herriche
mit Schloß an ter Leitha in Niederei
weit Wiener-Renftadt gelegen; 500 C
ſchaft gehörte der Familie Krettendor
fe an die Grafſchaft Bütten,, 1542 tar
eufel, 1600 ging e& durch Kauf «'
Soyss über u. 1822 Taufıe adı
AcFrohſe bie Fromm
äter kam es in Beſitz bes Herzogs von
en es 1844 die Herzogin von Angeu⸗
Bon biejer fam es 1551 an ben Gra⸗
bord.
Rarktfleden linls an ber Elbe u. ber
teburger Eiſenbahn im Kreile Kalbe
ven Regierungebezirles Magdeburg,
„Schiffmühlen; 1000 Ew. Hier 1278
ſchen tem Erzbiſchof Güntber von
I. Markgraf Otto IV. von Branben-
yer ber Letztere gefchlagen u. gefangen
anbanerndes Fefübl von Moblbefin-
u Gebrauch aller Kräfte. Vgl. Schelle,
Minn, Lpz. 1504.
F. I., König zu Oviebo, Leon u.
hn Alfons I., regierte von 757 — 56,
zeſch.). 2) 5. II., Sohn bes Könige
. Oraf von Galicien, entthronte feinen
% III., u. wurde von demſelben 875
:6d. 3) 5. III., Schu u. Kachjolger
önig ven Leon 923 — 24, |. ebd.
(fpr. Froafſahr), Jean, geb. 1337 in
‚wo ıbın 1856 ein Standbild gewid⸗
er ft. 1401 zu Chimai im Hennegau,
) ein Deufmal errichtet wurde. Er
erften frauzöſiſchen Hiſtoriker, |. Frau⸗
ur; auch Dichter; er fhr. :Chronique
'Angleterre, d’Ecosse, d’Espagne,
(den 1326 — 99), Yyon 1559 — bl,
1506, 12 Bde., Fol.; von Buchon,
b, 15 ®be. u. im Pantheon litté-
536, 3 Bde., Hauptquelle ter Ge-
ittelalters; feine Gedichte, herausgeg.
Par. 1529.
I) Wilbelm, geb. zu Anfang bes
Riesbach bei Zürich, verließ, ale bie
in Zürich eingeführt wurde, feine
gab fih uch Solothurn, wo er daß
rmwurb, trat bald darauf in franzöfifche
pfte als Oberſt von verichiebenen
nientern gegen die Hugenotten 1.
. mit 6000 Schweizern die Schlacht
‚; er fl. 1562. 2) Erasmus, geb.
b, wurde Jeſuit u. flubirte in den
hrätz, Leoben u. Wien; nachdem er
in Klagenfurt u. Wien Mathematik,
Münzkunde gelehrt hatte, wurbe er
xlar u. Broleffor der Geſchichte u.
ıer am Thereſiannm in Wien, zu«
: bes Miünzcabinets u. fl. 1758; er
r tentanıina ın re numarıa veiere,
Animadversiones in quosılam nu-
‚ebd. 1737, n. X. Kler. 1751; An-
et rerum Syriae, Wien 1744, Fol.;
rum nuninmata rarıora, ebd. 1753
‚, de Minnisarı aliorumque Arme-
ıumis, ebb. 1754, u.a.m. 3) Wolf⸗
1748 zu Stubing in Nieberbaiern,
n Benedictinerftiit Et. Emmeran in
in welches er 1764 trat, wurde 1773
Theologie in feinem Stifte; ſpäter
fit ftlich geiftliher Rath an die Uni⸗
ſtadt, ging 1790 nad Rom, lehrte
Der nach Regeneburg zurild u. wurbe
or in St. Emmeran; er ſchr.: Be⸗
ie Zoleranz (aus dein Sranzöflichen),
3; De libertste animae humanae,
753
Ingolf. 1754; Die Religion aus der Philofophie,
Angsb. 1784; Vhiloſophiſche Gedauken ilber bie
Körper- u. Geiſtesnatur, Ingolf. 1735; De con-
jugio sacerdotibus permitiendo, ebd. 1787, u.
m.a.;4) Fröblich.
Zrolidhta (F. Afch., Hoplotheca Nutt.), nach
I. A. von Froͤlich (Mebicinalrath zu Ellwaugen,
welcher 1841 ftarb u. bie Gattungen Hieracium
u. Gentiana bearbeitete) benannte Pflanzengattung
aus der familie ber Aizoideae-Amuranthaceae;
Arten in Amerita, vgl. Hoplotheca.
Srolovia (F. De C.), nad Frolow benaunte
Pflanzengattung aus ber Familie der Compositae-
Cynarese-Carlineae, zu Haplotaxis De C. ges
börig; Art: F. Iyrata Ledeb., auf dem Altai.
Frolow, Nicolai Grigorjewitich, geb. 1912,
wurde im Pagencorpe erzogen u. trat 1830 al®
Fähnrich in den Diilitärkienft; 1335 verließ er bene
jelben, brachte ein Jahr in Dorpat u. gegen zehn
Jahre im Auslande, mit bem Studium ber Na⸗
turgeſchichte beſchäftigt, zu u. ftarb beu 15. (27.)
Ian. 1955 im ruffiidben Gouvernement Tſcher⸗
nigow. Er überleite den Kosmos vou U. von
Humboldt u. gab in den legten Jabren das Maga-
zin für Erblunte u. Reiien heraus, wovon brei
Bande gebrndt erichienen find. ,
F Fromage (ir., fpr. Fromahſch), Käfe; fo:
.üe Lbrie.
Bromage de Feugroͤs (ſpr. Fremahſch dFö⸗
räbe), Charles Michel François, geb. 1770 in
tietie bei Liſieux, war 1791—93 Lehrer in Kifieug,
befuchte daun tie Ecole normale u. die Veterinäre
ſchule zu Alfort, mo er 1601 Profeſſor ber Chirurgie
u. ter Gerichtlihen Medicin wurde. Als Veteri-
naire en chef beider Gendarmerie ber laiſerlichen
Garde machte er den Ruffüichen Feldzug mit u. ftarb
auf tem Rüchzuge ter franzöfiichen Armee von
Meskan. Er ihr. mit Ehabert: De la garantie
dans le commerce (des anımaux, ®ar. 1805;
Traitd de l’engraissement des anımaux do-
mertiques, ebd. 1505, 2. Aufl. 1506, u. ın. a.;
auch war er Serausgeber ter Zeitſchrift: Cor-
respondance »ur la conservation et l’amelio»
ration des animaux domestiques, 1810 f.
romberger „ in Gegeuten, no tie Büchſen⸗
macher Schleſſer beigen, die gewöhulichen Schloſſer.
Frome (ipr. Grob), 1) Fluß in ter engliſchen
Grafihaft Dorietihire, entſpringt bei Beaminſter
a mündet bei Wareham in ten Peole Harbour des
Kanals la Manche , 2) Fluß in ber engliichen Graf⸗
haft Somerſet, mündet bei Bath in ben Avon;
3) Stadt in Somerſetſhire, an F. Alebrauereien,
Wollmanufacturen; 10,000 Ginw.
Froment (fpr. Fromang), Anten, geb. 1509 zu
Tries in der Daupbind, war ſeit 1532 uuter vielen
Anfehtungen ein thätiger Befürterer der Reforma⸗
tion in Genf, wurte daſelbſt 1537 Piarrer in ber
Vorſtadt St. Gervais u. 1554 Diitglied Des Rath
ter Zweihundert; fein Todesjahr ift unbefannt; ex
fhr.: Deux epistres preparatoires nux histol-
rer et aux acten de Gencre, Genf 1554.
Fromentine, Meerenge bes Atlantiſchen Cceans,
trennt bie Iuſel Neirmoutiers von ber Weſtküſte
Frankreichs (Departement Vendee).
Fromm, 1) ſittlich gut, aus Gotteefurcht u. in
Sottfeligleit; daher fromme Handlungen (l'ia
opera), fromme @tliftungen (P’ixe cause), wenn
fi ein jolcher religidjer Sinn lund gibt, 1. Fröm⸗
. 760
migfeit; 2) fanftmüthig, Ienlfam; 8) auch Yon
Thieren: Wild macht man f., indem man in
einem Bürfchwagen lange, obne zu ſchießen, auf
bem Platze, wo dies fteht, umherfaͤhrt.
ommann, 1) Sobann Ulrich, geb. 1669
in Tübingen, ſtudirte bis 1693 daſelbſt, dann noch
in Jena, eipaig u. Altdorf, wurbe 1698 Diakonus
in Böblingen, kurz baranf Diafonus in Tübingen,
1711 dafelbfi Broteflor ber Theologie u. Superat-
tenbent des Theologiihen Seminars u. fl. 1715.
Er bat geiftliche Lieder gebichtet. 2) Erhard Au⸗
dreas, geb. 1722 zu Wieſenfeld im Koburgijchen,
[mbirte in Altdorf Theologie n. Philologie, war
ann Landpfarrer, 1756 Brofefforder Griechiſchen u.
Drientalifchen Literatur an bem Alademiſchen Gym⸗
naflum in Koburg u. ſt. 1774. Seine Werte: Opus-
cula philologici atque historici argumenti,
Kob. 1770, 2 Bbe. 3) Benjamin Gottlob,
ans Wolkenſtein im Sächſiſchen Erzgebirge, wurde
an ber 1727 mit königlichem Privilegium errichte-
ten Buchhandlung des 1719 gegründeten Waifen-
paufes in Züllichau erfter Director u. fl. 1741;
n folgte als foldher der nachherige Gatte feiner
ittme, 3.3. Denbeler, u. biefem fein Sohn,
Ra) Nathan. Sigmund, geb. 1737 in Züllichau;
er erhielt bereits 1757 burch den Ankauf der alten
Groß'ſchen Buchhandlung in Leipzig von feinem
Lehrherrn 3. ©. Beyer Antbeil aut derfelben u. er-
Taufte enblih 1785 vom Waifenhaus das ganze
Geſchäft mit Privilegium; er fl. 1736 Sein Sohn,
8) Kari Friedr. Genf, geb. 1765 in Zaticau—
lernte den Buchhandel bei Mylius in Berlin ı.
übernahm nach feines Vaters Tode bie Peitung von
beffen Handlung. 1799 zog er, nachdem er das
Sortiment an Darnmann verkauft hatte, nad
Jena u. mibnete fih ausſchließlich dem Verlags⸗
geihäft, mit welchem er 1799 eine Druderei vers
and. Er war in Deutfchland einer ter Erften,
welcher für eine elegante typograpbiiche Ausſtat⸗
tung forgte; er ft. 1837. Sein einziger Sohn,
4) Erich r. Johannes, geb. 1797 in Züllichan,
erlernte den Buchhandel in väterlichen Gefchäft,
ſtudirte von 1815—18 in Sena u. Berlin, arbeitete
dann in mebreren ausmärtigen Buchbandlungen
n. trat 1825 als Theilnehmer in das väterliche Ge⸗
ſchäft. Im Jahre 1830 nahm er wieter ben Sor-
timentshandel auf u. führte ſeit 1837 das Geſchäft
allein fort, welches er zu einem ber bedeutendſten
Berlagtgeichäfte bilringens erhob. Für bie all-
emeinen Intereflen des Buchhandelg wirkte er mit
tfolg u. war viele Jahre Mitglied des Vorſtandes
Des Börjenvereins der beutfchen Buchhändler. Er
Ir. : Das Burfchenfeft auf der Wartburg, Jena
ı.
Sromme: fo v. w. Pietiften.
‚Hrommel, Karl, geb. 1789 in Birkenfelb, erhielt
feine Ausbildung als Maler unter ber Leitung von
FA Jak. Beder, machte aber vorzugsmeife bie Kup⸗
erſtechkunſt zu feinen Studien. Zu feiner Vervoll⸗
fonımnung bereifte er Fraukreich, England u. Ita-
lien, lernte 1824 in England bag Verfahren des neu
entbedten Stablätzens Tennen u. lehrte nach feiner
Rüdkehr diefe Kunft in einer von ihm u. dein Eng-
länder 9. Winkfes gegründeten Schule. Er wurde
Ipäter Profeffor an der Akademie in Karlerube ı.
1830 Galleriebirector bafelbft, von welchem Boften
* 1858 zurüdtrat. Man bat von ihm zahireiche
enbichaften, namentlich italienifche n. füddentfche,
von benen fi mehrere in ber
Runftballe in Karlaruhe befinten; ſeine
jehr geihäßt. Er geb heraus: Lindem⸗
mels Skizzen aus Rom u. Umgegenb, 9
Aufl., Stuttg. 1354— 1656.
Tommer Betrug, Betrug in (ange
t.
romme Stiftungen, fo v. w.9
en.
Frömmigkeit, im Allgemeinen ki
Religion, d. h. die Religion, wie fie in
ihr beiennenden Subjecten lebt, u. be
Denken u. Handeln befiimmt, alſo iv
giofität. Die Elemente der Hriftlichen
Erfenntniß Gottes, das Bewußtſein dei
feit von Gott u. die Hingabe bes ı
Willens an Gottes Willen. Sie art
melei aus, fofern fe anf bie Außen
ber Religion einen befonteren Werth |
recht benierkbar ju machen fucht. We
von F. ergeben ift, beit ein Froͤmmle
beutihe Wort F., deſſen Etymelogie
ermittelt iſt, brauchten Die Griechen Ci
Lateiner Pietas.
Fronde (fr., ſpr. Frongt), Partei,
während ber Minderjährigkeit Ludwigt
1649 dem Card. Mazarin widerſetzu
bielt ihren Namen von Bachaument
witzelnd fagte: das Parlament füme ih
die Kinder, bie im Stattgraben vor
Schleubern fpielten (Frondesa); led ır !
gegen einander u. gegen bie Borüiberge
griffen fie eilig bie Ylucht, wenn fie en
beamten von Weiten füben. . Diet &
nugenb, trugen bie Anhänger der F.
in Ser einer Schleuber u. nannten fü
(Schleuderer). An ber Spitze ber F. ſi
ihr Srundelement waren zwar tie m
Regiment unzufriebenen Großen, aber ih
fih auch Viele aus tem Belle an. Si
Aufftände, in Deren Folge ber Hof P
zarın Frankreich verlajjen mußte; endl
der Regierung die Partei zu theilen u. fı
f. u. Frankreich (Geſch.) VII. »). Bal.
Hist. de la Fronde. Paris 1527, 3
Frondiren (v. fr., ſpr. Frongdiren), üb
rung ſpöttelu.
röndenberg, Dorf an der Rub
Hamm, des preußiichen Regierungeb
berg; freimeltliches Fräuleinſtift u. 55
Srondefeiren (v. lat), Bläner
Daher Frondeſeenz, Ausſchlagen ver ®
Srondieularia (F. Defr.), Kor
foſſil find viele Arten im Tertiär⸗ u. 8
jo: F. angusta, F. ornata d’Orb.,
d’Orb., F. Cordaı Reuss. u. a. m.
Frondiculina (F. Münst., Betre
ber Schnörtelforallen, das Gebäuſe i
breitoval u. ſtark zuſammengedröückt,
Kammern, auf ber Mitte der leuten
furze, von Strahlen umgebene Rüı
st Art: F. ovata Afünat,, termär.
rondipdra (F. Blaine.), Ker
aus der Ordnung Scleropodia, lebe
meer; foffil find: F. reticulata Bi.
sillii DL.. tertiär.
Frondiroftres, bei Dumiril A:
Salbvedfligier; begreift verfchtebene 4
Frondos bis Fronte
„ ale Pentatoma, Lygaeus, Coris —
o. lat.), belaubt; Sroudoſitat, Belaubt⸗
cg „ſ. Frundaberg
ı Quartal-, Weihfaſten), bas
eteljährige Faſten, wozu jeher Katho⸗
i
iamsfeſt (com altbeutichen Fron,
nam, Leib, Festum Theopho-
voris Christi), das glänzendfte Feſt
en Kirche, zur Erinnerung an bie
3 Altarfacramente®. Durch die hei»
Yalconieri, Priorin des Kloſters
elius bei Lüttich, zuerft angeregt,
3 von dem Bijchofe von Yüttih, Ro⸗
ta, für deſſen Diöceſe eingeführt. Ein
irchenfeft wurde es jedoch erſt durch
rbans IV., des früheren Erzdiakons
m Jahr 1264, u. Clemens V., vom
Die Kirche bat dazu ten Donnerflag
tfaltigleitsfonntage beftimmt, wo bie
Meuftranz in glänzender Brocefion,
n u. andere Orofe nıit unbebedtem
nen, u. mo bie Häufer u. Straßen,
7 Zug geht, mit Teppichen u. anderen
bmüdt find, unter Gejängen u. Ge⸗
alb der Kirche umbergetragen u. an
ierzu errichteten Altären ber Gegen
wird.
t (Araunleiten), Marltfleden an ber
riſchen Kreiſe Grätz; Servitenflofter,
haus, Eiſenhammer; 950 Ew.
.), 1) Stirn; 2) Vorderſeite.
), 1) Belaubung; 2) Stamm ber
Belaubung ter Palmen; 4) ber We-
gamen.
Ientranfheit, |. u. Fallenjagb.
Fleden im Arrondiffement Libourne
en Departements Gironde, am rech⸗
erbogne, Weinbau (Sronſae, berühm⸗
vein); 150p Em.
Serzog von F., |. u. Richelien.
front (fr., fpr. Yrongt a Yrong),
Stirn, Dann gegen Diann.
Herrentag), jo v. w. Sonntag.
». lat.), 1) was fich auf die Stirn ob.
ı bezieht; 2) auf den Vordertheil fich
ber Frentäle, Stirnſchmuck; ob. das
rbertbeil des Altars hängende Tuch;
d auf die VBorberfeite einer Soldaten⸗
Fronte 2) bezieht, Daher Brontalfener,
zu Slanfenfeuer das Feuer auf bie
ndes. Frontalmarſch, das Vorrüden
btheilungen nach ber Front der Auf
yef. fchwierig, wenn bie Bataillone in
find. Für bie Lineartaftil des 19.
yer Frontalmarſch ein wichtiges Ele⸗
heutige Taltik dagegen hat das Vor⸗
e nur eine untergeorbnete Bedeutung
ich blos Übungsfache. Frontalſchlacht
hlacht), eine Schlacht, in welcher die
ediglich Front gegen Fromnt ſtreiten.
zr. Frongt), 1) bie vordere od. Ge⸗
8 Denichen od. Gegenſtandes; daher
iner Truppenaufitelung, welche dem
all eines Angrifſes zugelehrt werben
it das erfte Glied feine Gtelle, Bas
701
Commando: Brent! bezieht ſich daher immer auf
eine Achtel-, Viertel- od. halbe Wendung nach dem
erfien Gliede bin. Zuweilen, wenn ein Truppen«
theil in Flanke od. Rüden angegriffen wird, wirb
jedoch auch von einzelnen Gliedern od. Rotten nach
anderen Seiten hin, al® nach dem erſten Gliede zu,
P. gemacht; 8) fon. w. Façade; 4) 8. einer Beflung,
od. w. Befefligungsfronte.
Fronteira (jpr. Frontera), Stadt am Zatas,
im Bezirk Aviz ber portugiefiihen Provinz Alem⸗
tejd; 2500 Em. Hier 1663 Sieg ter Bortugiefen
unter dem Prinzen von Schaumburg über bie
Spanier.
—— ſo v. w. Frontale.
ontenbauſen, Diartifleden an ber Großen
Bils, im Landgericht Vilsbiburg bes baierischen
Kreiſes Nieberbaiern; fonft Hauptort einer Graf
ſchaft; 1100 Em.
Frontignan (fpr. Brongtinjang), Stadt am
Etang Magnellonne, unweit Des Mittelmeeres, im
Arronbiffement Montpellier, des franzöſiſchen Des
partements Herault; Weinbau (Srontignan, rother
u. weißer, ein füßer Diuscatwein), Muscatrofinen,
Mineralquellen; 1500 Em. Nah Gin. das alte
Forum Domitii.
Frontinus, Sertus Iulius, 71 n. Chr. Prätor
in Rom, nabm dann unter Pertlius Cerialig Theil
am Britaunifchen Kriege u. führte nach des Ober-
feldberen Tode die Armee zum Siege Über bie
Siluren; er wurde fpäter, 97, unter Nerva Cu-
rator aquarum, 102 Angur u. farb 106; von
feinen, die angewantte Mathematik betreffenden
Schriften ift übrig: De ayuaeductibus urbis
Romae, hberausgeg. von I. Polen, Papua 1722,
von Adler, Altona 1792, von Dederich, Bafel
1841; auch deutſch von Deberich, ebb. 1941; Stra-
tegematica, herausgeg. in Stewechs Scriptt. rei
milit., Leyden 1592, von B. Scriver, ebd. 1644,
von Fr. Oudendrop, ebd. 1731 u. 1779, von
Schwebel, Lpy. 1772, von Wigmann, Gbtting.
1793; jünmtliche Werke (auch Die ihm untergeſcho⸗
benen: De re agraria, 2 Fragmente De lımi-
tibus, 2 Fragmente De coloniis), herausgegeben
von Scriver, Amfierd. 1661.
—8XA (Kirchw.), jo v. m. Frontale.
rontifpice (fr., ſpr. Frongtiſpihs), jo v. w.
Fronton.
—Aã— ſo v. w. Frontalmarſch.
onto, 1) Marcus Cornelius F., aus
Eirta in Afrila, war Lehrer der Berebtjamfeit u.
Sachwalter in Rom u. ftanb bei den Kaifern Hadria⸗
nus u. Antoninus Pius in hoher Gunſi, jo Daf-er
zum Lehrer der kaiſerlichen Söhne M. Aurelius u.
x. Berus gewählt wurde. 143 n. Chr. bekleidete er
auch eine Seit lang das Conſulat. Sein großer
Reichthum geftattete ihm, Beſitzer ber Gärten des
Mäcenas zu werten, u. feine gefeierte Beredtſam⸗
teit machte ihn zum Muſter einer befonderen Redner⸗
ſchule, die fich Frontenläni nannte. Durch Kräuk⸗
lichkeit u. Verlufte in feinem Familienkreiſe gebeugt,
farb er um 170 n. Chr. Veigelegt wirb ihm eine,
nur in Fraginenten übrige Schrift: De Jdifferentiis
vocabulorums. Exempla elocutionum (in Butfch
Sammlung der Lateinifhen Grammatiker); erft
1815 wurden feine Epistolae won Mai entbedt,
berausgeg. Mail. 1815, Frkf. 1516, von Niebuhr
Berl. 1516; außerdem griechiſche Briefe, Decla⸗
mationen (Laudes fumi et pulrveris, Laudes
negligentise etc.), bifleriihe Fragmente (De
beillo Fartbico . rindpn historine) Biere Werke,
au oın 1623 u. Celle 1932. Bol. Ei
8 —— onpp. notitia et —— Jena
1816, Fol. 2) F. aus Emeſa, Rhetor in Rom, zur
Zeit des Alerander Severus, bes Longinus Oheim;
er Ihr. viele Reben; übrig find nur 4 ölonomiſche
Schriftchen; in der Sammlung bes Gaifianus
Baſſus.
Fronton (fr, fpr. Frongtong), 1) fo v. w. Gie-
bel; 2) die breiedige Giebelflãche, welche von wen
zwei Dachſeiten eines Satteldaches gebildet, ge-
mwöhnlich bie Mitte einer Façade etwas voriprin-
gend einnimmt; je Heiner das Verhältniß der Höhe
zur Breite ift, deſto befler nimmt fi das F. ans,
1:6 —9 iſt das befte Berhältniß. %-6 befinden ſich
aud an Feuflerverdachungen, über Dachienftern zc.,
wo fie indeflen ein Berhälniß von 1:3 — 4 er-
halten ; 3) (Schiffb.), fo v. w. Spiegel .
Frenton (ipr. Frongteng), Marktfleden im
Arrondifiement Teulonſe des franzöfiihen Depar-
tements Haute⸗Garonne; in ber Umgegend wird
guter Rothwein gebaut; 2250 Einw.
Fronton le Due (ſpr. Frongtong 1’ Düd, lat.
Ducäus), Iefnit, geb. 1559 in Yorbeaur, lehrte
Rhetorik m. ſpäter Theologie in Pont a Dloufien,
Bordeaur u. im College non Clermont zu Paris,
wo er 1624 flarb. Er jr. u. a.: Controverſen
gegen Dupleifis Mornay's Buch über tas Abend⸗
mahl, u. gab heraus: Auctarium zu den Biblio-
thefen der Kirchenväter, Par. 1624, 2 Be, Fol;
ferner den Chryſoſſiomos, Paulinus, Johannes
Damaflenos, Nilephoros Kal. u. m. a.
‚ Grontrapport, ‚ein Rapport über die Stärke
einer Truppenabtheilung bei einer Parabe ob. einem
Exerciren.
Front Royal (ſpr. Front Roil), Hauptort ber
Srafihaft Warren im Staate PBirginia (Nord-
amerila), am Shenanboah- River u. der Aleran-
bria-Strasburg-Cijenbahn u. am Fuße der Blue -
Ridge; 6000 Ew.
Frontveränderung, Die Bewegung einer Trup⸗
penabtheilung, woburd deren Fronte nad) einer
anderen Seite bin, al8 zuvor, gelehrt wird. Die
Mittel zu einer F. für eine Heinere Truppenabthei-
lung, 3. B. ım Bataillon, find Die Schwenfungen
um ein Pivet, entweder um einen lũgel od. um die
Mitte (Achsſchwenkung), ſodann die faͤcherförmigen
Aufmärſche. Mit denteiben Mitteln muß im We⸗
jentlichen auch eine größere Truppenmenge, bie in
mehreren Treffen aufgeftellt u. aus gemifchten
Waffen zuſammengeſetzt fein kann, bewerlftelligt
werden.
Sronmbribge (ipr. Frumbridſch), Stabt in ber
enabiden Grafſchaft Gloucefterfhire; Eiſenhütte;
w.
Frora, kleiner Fluß in der ſchottiſchen Graf⸗
ſchaft Sutherland. Ger]
Froriep, 1) Juſtus Friedrich, geb. 1745
in Lübeck, ftubirte in Leipzig Theologie, wurde ba-
jelbft Brofeflor der Theologie, 1771 in Erfurt
Vrofeffor der Theologie u. der Orientaliſchen
Spraden; 1781 kam er als Konfiftorialrath,
Superintenbent u. Oberpfarrer nad) Büceburg,
welche Amter er aber 1792 wegen religidfer Strei-
tigfeiten verlor; er bielt fich feitvem in Wetzlar
auf. wurde dort Prediger u. fl. 1800; er ſchr.:
Bibliothek, Hk. 1769; Corani caput
Fronten bie Brei
rimum et secundi versus priores,
atine, 1769; Qiklierbef ter '
ſenſchaften, Zange 17,1 9,2 Ete,
den über die wichtigſten Yebren ter de
ligion, Erfurt 1773 ſĩ. 2 Bte.: Üder di
istungen zwiſchen ben Lutherauern n.|
in der Grafihaft Schaumkarz x, |
1790. Seine Gemablin, Amalie Heur
eb.Beder, gef. 1754, überlegte aus
Alien: Die neue Clementine et. Bri
riette von Berrille, Beim. 1752: Ri
wechjel mit dem König von Vreußen,
u. ichrieb ben Roman: Amalie won Rı
1783, 2 Bde. 2) Ludw. Frietrid
1779 in Erfurt, wurbe 1800 Erieamtecı
cin in 3ena, 1802 Brefefler daielbſi,l
wo er eine öffentlihe Entbintungean
aus welcher die lönigliche Uiniverkäi
vorging. 1507 in Berlin, 1505 in D
fefior ter Chirurgie, Gekurtebütie u.
börigen Klinik, 1810 ber Anatemie ı
arzt des Königs von Württemberg i
er entiagte 1616 tiefer Ztelluug ı
Weimar als greßberzoglicher Therme
übernahm 1822, nach beim Tote jene
vaters Bertuch, tie Zeitung tee Lan
comtoirs u. ft. 28. Juli 1547. Grid
ftellung ber neuen Theorie ver Fbyfeg
Weimar 1500, 3.%. 1802; ber pei
cin, ebd. 1907; Bibliothek für verak
tomie, 1. Bt#. 1. u. 2. Erüd, ebd. 150
ber Geburtshülfe, ebb. 1502, 9. X 1!
roplasmata, ebd. 1502; Berl
gleihende Anatomie, Lpz. 1809 f, 4
aus bem Gebiete der Natur- m. He
1821 — 36, 50 Bte.; mit dem Tel
Notizen 2c., ebd. 1837—1S54U ñ.; &
Demonftrationen, I. — 11. Heit, eb
3) Robert, Sohn bes Ter., geb. |
ftubirte Mebicin, wurde Rrojefier ü
Medicinalrath, Lehrer ver Anatenın
demie ber Künſte, Brofecter u. Conie
thologiihen Diufeums det Charit! in
Meticinalrath u. jpäter Mitglied be
fihen Deputation des Minifteriums
nabm er bie Leitung bes Yandesint
in Weimar bis 1555, wo er das &
Denide verkaufte. Er ſchr: Chirurgi
der Ligaturſtellen am menſchlichen Kö
1830; Symptome der afiartichen Cbol
Über bie Heilwirfung der Eiektricit
Chirurgische Rupfertafeln, I. — 8. H
bis 1840; Klinische Kupfertafeln, 1.—
ebd. 1528— 37 ; Atlas ber Hautkrankt
bis 1839, 8 Liefer, 1 Supplem., ebr.
anatomicus, ebd. 1850, 2. A. 1852
Froſch, 1) (Rana ZL.), Gattun:
Leib geitredt, edig, Haut glatt, Hinte
ftarf, mit ganzer Shwimmbaut, Te
men mit borfienartigen Zäbnen, die
jeder Seite der Obren eine Blaie (St
I beim Qualen ausdehnt, Zunge b.
en, vorn tief ausgerantet, balb verf
terbeine länger als bie vorderen, doch
ben Laubfröſchen; den Laich jet ba:
Klumpen ab, das Übrige über bie j
ſ. u. reiche; Die Fröſche können gut
büpfen; Arten: ſehr zahlxeich, darum
Vroſch Dis Fröſche
froſch (R. enculenta), dunkelgrün,
geftreifen oben, mit einigen dunkleren
n meift ſchwarz gefledt, 3 Zoll groß,
al in ſtehenden Waflern, hüpft oft
. geht nicht weit vom Waller weg,
der 8 Tage, frift a junge
en, Würnter, fol auch junges Waſſer⸗
Bailer zieben u. alte Fiſche anbeißen,
» Stimme, dient Störchen, Hechten,
rratten u. anderen Thieren zum Fraß;
r Holgende im Winter im Schlamm
er. Die Schenkel (Frofchkeuien) wer-
Bervohnern von Sübeuropa, bei.
bob auch in Holland u. Deutichland,
n geipeifl. Sie werben mit etmas
m Pfeffer beftrent, mit Citronenfait
eine Stunde barin liegen gelaffen,
er geihmort u. fo verſpeiſt, eb. auch
uce, morin fie vorber noch ein wenig
n. Auch kann man fie in geſchlagene
‚ mit Harer Semmel beftreuen u. in
e baden; b Brauner ®rasfrofch
ria), Rüden glatt, fcharflantig, Hin-
‚ Kreuz böderig, Leib körnig, if
un, ſchwarz gefledt, mit ſchwarzem
bem Ohr; iſt der im Frühjahr zuerſt
‚ lebt bie erſte Zeit nad feinem Er⸗
Baffer, daun auf bem Lande, frißt
ten, wächſt 2 Jahr, vermehrt ih
ymmt nach Regenmetter oft ſchaaren⸗
orſchein (Brofchregen); c) Baſtard⸗
je, Jak, R. paradoxa), mit gro-
3, ber mehrere Jahre ſiehen bleibt,
groß wie ein Waſſerfroſch, gräwtich,
, Schenkel braun geftrichelt; aus Su⸗
iana; dd Ochſenfroſch (Brüll-
ıugiens), oben grün, umten gelblich,
t, 8s—10 Zoll groß, brült laut, wie
bt gern in Duelle, die fie rein hal⸗
len aber aud junges Waflerg
o v. w. Laubfroſch.
¶ Iroſchleingeſchwuiſt, Chir. Ranula),
ich ſchmerzloſe, allmälig entſtehende
r Seite des Zungenbändchens, od. an
len unter der Zunge; enthält meiſt
tige od. gallertartige Feuchtigleit, doch
eitge, käſige od. kalkartige Maſſe m.
n Berftopfung des Aus brungtgen-
nfpeicheldrilfe od. in krankhaften Auf⸗
n Balgdrüſen od. ift Balggeſchwulſt sc.
fall muß man fie mit dem
öffnen, u. um den Ausfluß des Spet-
halten, ein Röhrchen von Geld ob.
gen; in letzteren fällen burd Gin»
e Sonte in bie Offnung des Ganges
n. ähnliche Geſchwülſte erfordern bie
nit dem Meſſer od. der Scheere,; 2)
des Zahnfleiiches an den Echneibe-
erbe; bei Füllen fehr gewöhnlich; hin-
ie groß if, das Thier zuweilen am
> dann mit einem Einſtich geöffnet
ben), od. auch gebrannt (Nachen⸗
gl. Bohne 7); 3) bei Pferden an ben
n eine harte, durch ben Drud zu
flüde erzeugte Haut.
nerw.), lange papierene Hülfe, mit
ver gefüllt u. zidzadförmig zufam-
. Aingezliubet erplobirt der F. in meh⸗
effer ob.
268;
reren Schlägen u. wird baburch nach verichiebenen
Richtungen hin gefchleubert.
Froſch (in anderer Bebeutung), 1) (Böttcher),
der an den Enten ber Dauben gebildete, über ben
Boden hervorragende Rand; 8) (Bauf.), ein am
Fuße eines Gebäudes eingeihlagener Piahl mit
einer Rolle, um welche das Seil des Flaſchenzuges
beim Aufziehen bes Holzwerkes gelchlungen u. fo im
die für Anwendung ber Zugkraft nöthige horizon⸗
tale Rage gebracht wird; 3) bei angefauiten Ballen
das ck Holz, welches viejelben wieder ergänzt;
das Faule wird abgefchnitten u. ſodann ber 2 an⸗
gepfropft; 4) (Tiſchl.), ein dreieckiges Bret, weiches
au bie Wand genagelt, Blumenbreter, Regale zc.
trägt; 5) jo v. w. Erhöhung, Anſatz; 6) der untere
Theil des Biolinbogens; 7) (Buchdr.), eine am
Dedel aufgezweckte sungenförmige Klappe von le
ber, welche die linke Ede bes Eiuſſechbogens be⸗
dedt u. dazu dient, den gebrudten Bogen leichter
faffen zu können u. den darunter liegenden beim
Auslegen nicht mit aufzuheben ob. zu beichäbigen ;
8) an einigen Eätteln tie löffelförmige orte
Yung am hinteren Ente derſelben; 9) (Ma-
isw.), Fröſche, fo v. w. Däummlinge, Hebedau⸗
men; 10) an ber Tuchprefle eine eichene Boble mit
einer ſtählernen Platte, in deren Pfanne tie Spitge
einer Spindel gebt; 11) die beiden kurzen Holz⸗
Rüde, woburd bie beiden langen Stäbe des We⸗
berblattes zu einen Rahmen verbunden find.
Froſch (lat. Ran), Johann, geb. in Bamberg;
ſtudirte in Wittenberg Theologie, beherbergte Lu⸗
ther während deſſen Aufentbaltes in Augsburg, wo
er Brior war, u. begleitete denſelben nah Sachlen,
murbe 1522 evangelifcher Prediger in Augsburg,
aber als bie Reformirten bort Oberhand gewannen,
6 = er die Stadt verlaffen.
oſchadern (Arteriae raninae, Venae ra-
ninae), Blutgefäße, Die (eine Arterie u. eine Vene)
als äußerfte Zweige der Zungenarterie u. Zungene
vene auf beiten Seiten des Zungenbändchens nach
der Zungenjpite u verlaufen.
Sr artige Amphibien, fo v. w. Fröſche 1).
o un Chriftoph, geb. im 15. Jahrh. im
Neuburg bei Ottingen in Baiern, kam 1519 nad
Zürich u. etablirte ſich daſelbſt als Buchbruder; er
drudte nicht allein die Schriften ber ſchweizeriſchen
Keformatoren, Zwingli's, Bullinger's, Biblien-
ber’s x., jonbern auch eine Menge lateiniiche m.
giehiße Kiaffiler, bei. auch aber feit 1524 bie
ibelüberfegungen; er fi. J. April 1564 u. hinter»
fieß fein Geſchaft feinem Neffen, Chriſtoph
bem Jüngeren, welcher 1585 ftarb. Vgl. S. 80.
rer Chr. F., erfter berühmter Buchdrucker m
40.
ürich, Zür. 18
sfbiß(Bot.), Hydrocharismorsusranae,
oſchdorf, fo dv. w. Frohsdorf.
e, 1) Nadtbäuter (Amphibia nuda),
ob. Arofgertige Amphibien (Batrachier, Batrachia,
Bairnchii), die vierte Ordnung der Amphibien, die
fih Durch einen nadten, (Slüprrigen, DE
gen Leib a. durch ein Herz mit nur einer Kammer,
aber zwei Borfammern auszeichnet; die, welche
eine Verwandlung durchlaufen, athmen in ihrem
Larvenzuſtande, fo lange fie alſo noch fogenannte
Raulquappen find, buch Kiemen, u. bei. it bie
grabweile Entwidelung, welche die Athmenwerk⸗
kuge bier zeigen, inbem fie erſt außen ſtehende,
um innere Riemen ı. enblich Lungen werden.
16%
Trhfegr bis: Froſchlaich
Eine Heine Abthellung biefer Orbnung, bie Fiſch⸗ | macht fie für bie Einbriide ber Amel
molche, bie feine Verwandlung burdläuft, bebäft r empfindlich, ihr leiſes Gehör vertreibt ik
Dagegen ihr ganzes Leben hindurch, Äußere Kiemen-
Bet n. eine innere, unvelllommen ausgebildete
Lunge; die Lungen find bei biefen nur einfache
Säde ohne innere Zellen; bie Gattungen vieler
Ordnung haben ferner vier, zwei od. gar feine
Beine u. in ber Iugenb immer einen y%
im ausgebilbeten Zuſtande aber einen Schwanz ob.
keinen; die Zehen find ohne Krallen ob. Nägel u.
bie Gier (Froſchlaich) ohne Schafe; letztere werben
erft, wen fie von dem Weibchen gelegt find, vom
Männden befruchtet. Man theilt dieſe Ordnung
in folgenbe ee a) Bröfche (Ranae), b) Ge⸗
ſchwaänzte Fröſche (Mole, Salamander, Ba-
trachia caudata, Salamandrina), c) Fiſch⸗
molde (Batrachia ichthyodea) u. d) ⸗
fen- od. Schleichenlurche (Batrachia an-
guinen) ; 2) (Ranae), Familie der Radthäuter, Im
ausgebildeten Zuſtande obne Schwanz u. mit vier
Beinen, von denen die hinteren länger find, bie
Hinterfüße immer mit 5, die Vorberfliße bei wer
nigen nur mit tier, meiftens aber auch mit fünf
Zehen, Kopf platt, Echnauze abgerunbet, Mani
weit gefpalten, Geftalt n. Yage ber Zunge verſchie⸗
den, an ben Kiefern u. dem Gaumen gewöhnlich
feine Zähne, bie äußere Ohröffnung mit einer
Knorpelplatte (Trommelfell) bebedt, Die Augen mit
zwei Augenlibern u. einer Nickhaut, ber Körper iſt
kurz, platt od. gewölbt u. von einer Haut umgeben,
die nur an ter Wirbeljäufe, an einigen Stellen bes
Kopfes, über den Schultern n. bem Vecken mit dem
Thiere verbunden ift u. fo dem Thiere das Ber-
mögen ſich aufzublafen gibt; bie Haut If gewöhn-
lich mit Drüſenhöckern bejett, aus denen fich
Blige, oft fehr fcharfe Flüſſigkeit abfonbert, Hals
tur, bie Rüdenwirbel haben ftatt der Rippen nur
etwas verlängerte Seitenfortfäte; die Lungen find
wei jehr ansdehn⸗ u. zufammenziebbare, weitzellige
de, die, fo lange der Frofch auf der Oberfläde
bes Waffers ift, immer aufgeblafen, ift er aber auf
dem Grunde beflelben, — u Deasa find; das
Einathmen geſchiebt durch die Kehl⸗, das Aus-
athmen durch die Bauchmuskeln; die Stimme der
F. iſt ein Qualen, Unken, Brummen, Pfeifen ob.
Knarren, nur die Männchen haben eine laute
Stimme; fie leben in Waſſer od. auf dem feſtſen
Lande, paaren fich aber alle nur im Waffer; bie
Weibchen legen bie Eier in Gallertiumpen ob.
Gallertſchnüren ins Wafler; die Gier finfen nad
einiger Zeit unter u. endlich kommen die Iun
Kaufquappen) hervor; biefe haben Anfangs keine
üße, eine Art Hornſchnabel, an den Seiten bes
Halfes Kiemenfranjen u. am Ende bes Körpers
einen langen fleiihigen Schwanz; bie Franſen wer-
ben bald zu eigentlihen Kiemen an vier Kiemen-
bögen; fpäter entwideln ie nad jebesimuliger
— die Hinterbeine, dann auch die Vorder⸗
eine, endlich verſchwindet allmälig auch der
Schwanz u. die Kiemen, die Augen werben ſicht⸗
Bar, der Schnabel fällt ab, u. fo hat der Froſch feine
volllommene Geftalt erreicht. So lange der Froſch
noch Kaulquappe ift, lebt er von Waflerpflangen, iſt
er aber ausgebildet, fo nährt er fih von Thieren,
bei. von Infecten; ven Winter bringen bie in ber
gemäßigten u. kalten Zone lebenden iu Erſtarrun
‚anter ber Erde od. im Schlamme zu. Die F. fin
‚Über die ganze Erde verbreitet, dre nadte Haut
geringften Geräufdge, u., mit Unönahme
ten, find es muntere, oft auch liſtige, ber‘
Tbiere: Zu ihnen gebören bie Exttngen:
fröte od. Pipa (Pipa), Hornfroid (Ceratı
Laubfroſch —53* Froih (Bana), F
Waſſerkröte, Pelopates), Unte (Boat
Feflelfeoich (Alytes), Kröte(Bufo) u a.
röſche (Tandiw.), fo v. m. Erlege.
röfchel, 1) «(Bröfhen, Wrölßefeing,
ſpritzen), ein eilerner Ming, welcher ha
Unftedtiel eines Saugwerles gelegt wird,
eripringen befielben zu hindern; 2) (Be
tlict gezinnmertes Holz, Das auf dent
n. in den furzen Stößen befeftigt if, ım'
ten mit Fahrthaſpen befeftigen zu Lönnes.
ofcheppig (Brokäpfeffer), if Ba
Froſchfiſch, 1) (Batrachus Scha, U
de» zart ‚ Gattung ber bidköpfig
floffer (ber Stachelfiofier bei Cuvier); 9
ach, breiter als ber Leib, Mund wen,
del ſtachelig, in ber erſten Rüdenftofte
cheln; halten fich in beiden Weltmeeren
, loden andere Fiſche burd |
ihrer Bartfafern an; Art: Kröteniile
Tau Bloch.), mit glatter q
Haut u. ein Rappen über dem Ange,
weißigefledtz im Carolina ®rungend
grünniens) , fhuppig, obne Kappen, 6
er angegriffen wir; 2) (Lophins),
derielben Familie Der Fiſche; 8) fo v.w.
3 jo v. ıw. Weſpenfalle.
1
aeceeleratus Z.
ofchgefchwulft, jo v. w. Froſch (
Froſchhecht Paddenhechh, nem
im April zur Froſchlaichzeit laichenden
Be Beulen (Kochkunft), ſ. u. Frei
rofhfopf (Kaniceps Cw.), €
Schellfiiche (f. b.), mit jebr plattem Ko!
Haut verienfter Rüdenfloffe; Arten:
$. (R. s. Gadus raninus et Batracht
nioides, Phyecis ranina 22.), tunte
ſchwarzen Flofien, Kopf breiter als
Maul meit geipalten, mit einem ol
Bartfäben an ber Kehle; die erften 3
floſſenſtrahlen fehlen, Länge 1 Fuß; aı
diſchen Küften 2c.; Dreifächeriger
furcatus s. Phycis fusca), in ben
Meeren.
Froſchkrabbe (Brofgerebs, Ranit
| Gattung der Spinnentrebie (ter Ne
Cuv.), alle Bruftfüße floffenförmig, S
ſtets ausgebreitet, ohne Floſſen, Sc:
eiförmig, Füße platt, mit Nägeln; 2
zähnte %. (R. serrata, Cancer ra
Scerenfüße ſtark gezähnt, Schale fall
mit Spiten beſetzt; —* auf die Dit
in Oftindien; Yaustreb8 (R. dorsip
Frofglaig ‚ bie in einer zäben, tu
allertartigen Maſſe eingebitllten re)
Änder fie im Mai bänfig in ftebent
worin, nachdem das Männden bie id
befruchtet hat, fie durch Sonnenwärme
belebt werden, indem dann ber um t
krümmt liegende Schwanz ſich let
Larve eine längliche Korm annimmt
zur Saulquappe wird. Gonk ber
Froͤſchloingeſchwulſt 6; Froſten
irch Zuſammenkochen mit Baumöf,
wi (UVleum spermatis ranarum);
‚pflafter (Emplastrum de spermate
: fi bie u. ba in Credit erbalten.
gelhmulft, fo v. m. Froſch (Ehir.) 1).
I (Bauf.), fo v. m. Knagge. '
el (Sroſchkraut), die Pflangengattung
be, fo v. w. Froſchartige Amphibien.
ı8ler (Literat.), |. u. Rollenhagen.
tlein, it Venanthe Phellandrium.
zader, |. Froſchader.
drant, in der öſterreichiſchen Artil⸗
ument, um den Mörſerrdhren eine
yerichtung zu geben.
el, |. u. Sattel.
apper, Arnıbruft mit Rählernem Bil⸗
ede, |. u. Stachelſchnecke.
Gel, f. u. Cicaden.
te (Brofchvereinerungen, Batrachi-
ernugen von frofchartigen Thieren;
ilamanderartigen Thiereu, fo heißen
adriten, von cigentlichen Fröſchen
en.
el, Fan fo v. w. Seeteufel.
erich, ift Alisma Plantago Z.
lee (Areeiäwiller), Dorf im Arron-
Benkurg tes franzöſiſchen Departe-
din; 700 Ew. Hier 22. Dec. 1793
en den Tfterreihern u. Franzoſen,
ie Linien ber Letzteren durchbrach.
ef im anbalt « bernburgifchen Amte
iher&lebener Eee, fonft mit Stift;
1540 Em.
‚ 1) füirlichfte Legation im Kirchen⸗
eil der Campagna; 34,06 OM., mit
grenzt an Neapel, das Mittelmeer,
Relletri, den Bezirk von Rom u. bat
itaniſchen Provinz Terra bi Lavoro
Lonte Corvo; der nordöſtliche Theil
ch Zweige Der Apenninen, bewäſſert
it feinen Nebenflüſſen, ten ſüdweſt⸗
hmen bie unwirthbaren Bontinifchen
2) Haupiftadt darin an ber Coſa,
jaten; College, ein 20tägiger Marlt
. ein Gtägiger im Novbr., Weinbau;
bieß bei den Alten Fruſino, ſ. d.
„Stadt im Diftrict Iſernia ber nea⸗
Provinz Moliſe; Seminar, Meffer-
einbau; 3800 Ew. %. wurde durch
> zerſtört.
jel im Stor-See in dem ſchwediſchen
35 darauf der gleichnamige Flecken
tcomtoir.
ältegrab, bei welchem Waller zu Eis
erhält. Man untericheibet am Ther⸗
Srabe des F⸗es von tem Eispunkt
doch am Duedfilbertbernometer
— 35,50, weil dann bafjelbe jelbft
gen das Weingeiftthermometer audh
roftgrade, wie folche in Bolarzonen
i6 zu 70° u. darüber) anzeigt (gl.
bat Blach⸗F. einen oberflächlichen
n Regen, u.Bar-% , der eintritt,
b mit Schnee bebedt ift. Sehr fürch⸗
ädte (Nacht-%.), Nächte, in denen
Binterszeit, bei. im Frühherbſt n.
Spãtfrühjahr, friert, wegen bes Schadens, ben
fie den Gewächſen (den Blüthen, tem Weinac.)
bringen. Gewöhnlich tritt felcher F. erſt in den
Morgenftundben ein; am machtheiligften tft er nach
Regen u. bei Nebel; belle Kräfte, wo es bei heiterem
Himmel friert, weit weniger. Man bat bie Ge⸗
wächſe durch Broftableiter, Stroh⸗ u. Sanfieile, bie
man um Yruchtbäume windet u. mit bem Ende in
ein Gefäß mit Waller legt, ſchützen wollen, doch
fcheinen fie wenig zu beifen, eber Rauch, bei. in
Beinbergen. Der %. bringt unter Schneebebedung
weniger tief, als in von Schnee entblößten Stellen
in bie Erbe ein, in Deutſchland in ftrengen Win-
teen bis 3 Fuß, in nördlichen Ländern 4 Ruß u.
barliber. 8) Das unangenehme Gefühl, welches bie
Entziehung der Wärme auf die Nerven macht, im
keichterem Grabe Sröftein, zumal im VBorübergeben.
Dies Gefühl gründet fich auf die Zufannenziebung
ber empfindlichen Kajern durch die Kälte, kommt
daher auch krankhafter Weiſe vor, ohne daß dem
Körper von außen ber Wärme entzogen wird, bef.
bei Kiebern. Augemeſſene Körperbededung, kör⸗
perlihe Bewegung, kräftige Nahrung, Anregung
des Blutlaufs durch geiftiges u. gewuͤrzhaftes Ge⸗
trãnk, welches jedoch durch Einſchlafen zum Er⸗
frieren führen laun, ſchützen auch bei ſtreuger Kälte
gegen %. Hohe Froſtgrade find mit Zittern bes
rpers u. Zähneklappern begleitet, ferner mit
Rothe bes dem Fee ansgeſetzten Theil, wenn die
Haut deſſelben fein u. blutreich ift, Erftarrung ber
Gelente, Echmerz u. Brennen, wenn bie Theile,
wie bei. unter den Nägeln, der Zuſammenziehung
nicht nachgeben lönnen, Beförderung ber Abſon⸗
derungen in Organen, bie der Kälte blos geftellt
find, wie die innere Nafe, bei jehr hoben Froſtgra⸗
ben Kraft⸗ u. Gefühlloſigkeit, Echläfrigleit u.
Schlaf, ter bald zu einem Todtenſchlaf wirb.
Froſtbeulen (Arofballen, Perniones), örtliche
Entzündungen, als folgen bes Erfrierens eines
Theile, entfteben meiſt zur Winterzeit, bei. bei wie⸗
derfebrender Kälte (auch wohl als Borboten berfel-
ben) u. beläftigen durch Auden u. Brennen. Die
Füße, zumal bei Behinderung ber Blutcirculation
durch enges Schuhwerk, haben daran zu leiben.
Sie verlieren fih nach u. nach, werben aber am
fiberften geheilt, wenn man ten Xheil jo lange
mit Schnee reibt, bis man von ber Kälte deſſelben
nicht mehr afficirt wirb, od. auch ihn eben fo lange
in eiöfaltes cd. Schneewaſſer fiedt. Bei höheren
Graden tes Übels wird ber Schmerz heftiger, es
entſtehen Bläschen auf ter Haut u. oft bedeutende
Geſchwüre; ja in den beftigften Graben wird ber
Theil brandig. Hier find äußere entzündungs-
widrige Mittel, Thedens Schußwafier, Goulard⸗
ſches Wafler, Campher, Salmiak in Waſſer aufge-
löſt, Blutegel u. nach Befinden erweichende Salben
(Broftfaiben, |. d.) sc. rätblih. Schut dagegen: Ab»
bärten gegen Kälte u. Temperaturwechjel, Taltes
Waſchen, Jalbige Einreibungen.
Froſtbohrer (Brokteiien, Jagdiv.), große Boh⸗
rer, mit welchem man bei jcharfeın Froſle ob. bei
trodenem Wetter die Löcher zu ben Forleln ber
Garne u. Tücher in die Erbe bohrt.
gräßeln, j. u. Froſt 2).
‚ 1) Kirchipiel in Norwegen, Gtift
Throndhiem, auf einer Yanbzunge am Throud⸗
biems Fjord; hat 2 OM. u. 4300 Ew.; 2) Ge⸗
meinde bajelbfl. _
766 2. Wroßfücher
Froſtfleber (Febris algida), Fieber, bei wel⸗
chem ber Fieberfroſt anhaltend fortbauert, ohne daß
Fieberhitze folgt, ob. Loch nur auf kurze Zeit u. nur
theilweife nachläßt; ftets ein bedenkliches Zeichen.
Sroftfalbe (Wählerſche %.), befieht aus 24
Loth Hammeltalg, 24 Loth Schweineſchmalz, 4 Loth
Eifeneryd, zufammen in einem &ijentopf jo lange
gelocht, bis Die Maſſe ſchwarz geworben if; dann
wird binzugejettt 4 Loth venetianifcher -Terpentin,
2 Loth Bergamottsl u. 2 Loth armenifcher Belus,
jenes mit etwas Baumöl fein abgerieben. Die
Salbe wird auf Leinwand geftrihen u. täglich 1
Mal auf die kranken Stellen gelegt.
Froftipanner (Broftigmetterling, Broftwette,
Phalaena geometra brumata, Acidalia brum.
Ochs. ), Art der Gattung Spanner (Schnetter-
ding); grau mit dunkleren Streifen; das Weibchen
hat nur Flügelſtümpichen; Raupe bellgrün (auch
Dunkler) mit belleren Längsftreifen u. bunlier
Nilckenlinie; beften 1 od. 2 Blätter zufammen 1.
fammeln fi zu &—5 in den Knoſpenblättern, frefr
fen tie Knoſpen aus u. thun den Obſtbäumen
(Zwetſchenbäumen bef., auch den Finden, Ulmen,
Birken u. a.) großen Schaden. Der Spanner
triecht mit Anfang des Winters aud. Das Weib⸗
Ken kriecht auch bei kalter Witterung auf bie
Bäume, legt feine Eier ab; man fucht fie durch an⸗
gezündete Feuer, worein die Männchen häufig flie-
gen, durch um ben Baum geichnierten Wagentheer,
auch durch Feftftainpien bes Bodens um bie Bäume
zu vertilgen.
ie (dän. Geſch.), fo v. w. Frode.
rotſcher, Karl Heinrich, geb. 1796 zu Wegra
bei Neuftadt a. d. Orla, wurbe 1817 Collaborater
an ter Thomasfchule in Leipzig, 1819 Hector
des Tyceums in Schneeberg, 1820 Lehrer au ber
Nikolaiichule in Leipzig, Seit 1522 zugleich Un⸗
terbibliothelar an der Rathsbibliothek daſelbſt,
1825 Conrector an der Nikolaiſchule u. Profeflor
an ber Univerſität daſelbſt, 18935 Rector bes
GEymnaſiums in Annaberg u. 1843 Aector bes
GSymnafiums in Freiberg; er gab heraus XZeno-
phons Hiero, Duintilians 10. Bud, Salluftius,
Zufinus, Rutilius Lupus; Muretus (bid 1858
3 Bbe.); Eloquentium virorum narrationes de
vitis hominum eruditione et virtute excel-
lentium, 2 Bde.; Bellejus Paterculus; Gronovs
Observatt., befielben Not. in Terentium, Ci-
ceros Reben für ven Sulla, filr den &. Deiotarus
n. bie zweite Bbilippica; Plutarchs Leben bes De⸗
mofthenes u. Cicero nebft Commentar; mehrere
Reden des Deniofthenes; Wyttenbachs Leben des
Ruhnkenius mit kritiichen u. grammat. Bemerkun⸗
gen über echte Yatinttät.
Frottiren (iv. fr.), 1) überhaupt reiben ; 2) bei.
einen äußeren Körpertheil, um dadurch eine höhere
Lebenstbätigkeit in ibn zu bringen, durch Bürſten
(Seottirbürften, |. u. Bürfte I), Heiden mit wollenen
Tüchern (Frottoir, ſpr. Frottoahr). Daher drotteur
(fpr. Frottöhr), Frottirer, Reiber, ꝛc.
Froͤttſtedt, Pfarrdorf im Herzogthum Gotha,
an der Hörſel; 300 Ew.; an der Thüringenſchen
Eiſenbahn gelegen, von ber hier eine Zweigbahn
(Pferdebahn) nah Waltershauien geht.
Froward (Brouard), Borgebiry in ber Magel-
haensſtraße, bildet tie ſüdlichſte Spige bes Feſt⸗
landes von Südamerika (Patagonien).
Ernzen: Straße, Meerfiraße am nördlichen
Be Frucht
Gingange der Hubfonebai in Nordam
fen ber Infel Southampton u. ber
Melville.
Frucht (Fructus). 1) die Samen
reifenden od. fchon zur Reife gelommen
(Gruchthauen). Eine echte %. (F. ven
weldge nur aus ben ausgebildeten, zu
ber Blüthenhülle umwachſenen -nere
Samen, od. nur ans ten nadten Sam
eine unechte %. (F. involucratus, F.
Dagegen eine ſolche, weiche einzeln ek. ı
bener Anzahl in den verbidten, ſleiſchi
nen Dedichuppen ob. in ben fleiihig
fruchtartig gewordenen Fruchtboben cin
Einfad (F. simplex) ifl Die F., wenn
nur 3 Fruchtknoten hatte, fich im ihr
nur 1 F. bildete, vielfad (F. m
wenn fie and mehreren Fruchtknoten en
entſtanden, bie zufammen ein Ganzes bi
einfache F. hat 3. B. ber Kirſchbaum, a
aber Die Brombeere, ber Hahnenfuß, da
tenfraut. Bei letzteren nennt man de
Sag en, welche bie wielfache 75. zufan
Theilfrüchtchen (Carpella, Car
Kammer (Camara, Camera), ct.
Wunderbaum u. der Wolfemilch Spri
od. Kuopflapfeln (Cocen) Bei de
laſſen oft deutlich 3 Hüllen er. Hã
ſcheiden: eine Äußere (Epicarpium). e
(Endocarpium) u. bie zwij beide
Mittelhillle ob. Fleiſchſchicht (Mesocarp
cocarpium), So iſt z. B. bei ter ii
blaue, rothe, grüne od. gelbe Oberhaut!
das fogen. Fleiſch Die mittele, u. bie har
die innere Hülle (das Kernhaus). Di
find aber nicht innmer alle Deutlich entei
verwachſen jo innig mir einander, da
zwei ob. eine wahrnimumt. Die einzeln
Blätter, welche tie F. zuſammenietz
Klappen (Valvulae). u. die Stelle,
ſammenſtoßen u. gewöhnlich eine ve
zeigen, nennt man Nähte (Suturae)
ahl jener Klappen ift bie F. zwei=, |
ünfflappig ıc. (F. bi -. tri-, quadrı-
valvis eic.). Hat die 5. keine Sche
(Dissepimenta), jo ift fie einfäde:
eularis); ift fie aber durch Scheidewän
(Locula, Loculamenta) getheilt, ie
fie, je nach der Zahl der Fächer zwei⸗,
fünf, ſechs⸗ bis vielfäcdherig (bi-, trı
quinque-, sex-, multilocularis). 3
wänte verlaufen entweder in bie Cucr
gewöhnlich ift, der Yänge nach, u. jie jint
Dig, d. h. von ihren Aubeftungspunft
gegenüber liegenden Punkte völlig er
unpoliftändig, wenn fie bie gegenüi
Punkte nicht erreichen, fo daß die Fache
durch bie Scheidewände getrennt find
beim Mohn. Zuweilen haben bie <
einen beſonderen Samenträger (Spern
Spermntophorum), u. ſtebt dieſer u
eine flängelartige Achie bildend, je beiß
hen (Columella); ift er Dagegen brei
fo nennt man ibn Samenkuchen
Die Früchte ſpringen entweder an ten
fie berften unregelmäßig an anderen «
einander. Erſtere können wieder uni
einen od. mehreren Löchern, ter Yaüı
gruht
n ber Mitte der Naht in Spalten,
ven Nabt, cd. nur bis zur Mitte, od.
aufipringend, wo wieder ber aufe
yeit furz, alfo bedelartig fen kann
ifſpringend); ob. Die Hälfte ob. ſaſt
Kapfel ausmacht (nmfchnitten auf-
Springen die Klappen fchnell, mit
wobei fie ſich auch wobl fpiralig zu⸗
ſo nennt man die Frucht elaſtiſch
Oft baben die Früchte auch an ihrem
ſel, die theils durch den Kelchſanm,
e ftebenbleibenden Griffel od. Narben
em. Dahin gebört die Kruchtkrone
ans einem Haar⸗ od. Borſtenbüſchel
mebreren Kränzen ven Haaren, Bor-
pen beftebt, u. ſitzend od. geftielt tft,
n Conipofiten ; der durch den Griffel
', fabenförmige Schmanz (Cauda);
efpittte, gerade od. frumme, durch
arbe entjtantene Schnabel (Ro-
sähnte, flügelartige Hahne kamm
blih ter Flügel (Ala), d. i. eine
tartige Verlängerung. Unter FSrucht⸗
endlich verftebt man ein faftreiche®,
be, das den inneren Fruchtraum
beift man bie Früchte auf folgende
Echte Früchte (Fructus veri):
nadte Samen (Semina nuda),
anz frei liegen, ob. von ten, oft mit
ichienen, auch wohl fleiichig gewor⸗
bedten umgeben find. Dahin gehört
tige Samen (Semen bacentum)
ie Zapfenbeere (Galbulus) von
ie Japfenbeere mit Samen-
alerocarpium) beim Taxus u. bie
er Japfenbäume; B) Nuß (Nux),
ht mit nur einer bolzigen ob. ein«
1) Eigentliche Nuß Glans), wie
iußſtaude u. der Eiche, bei letter
ipihen; 6b) Nüßchen (Nuculne).
die fih gewöhnlich in ber Mehr
Alüthe bilden, wie bei ten Yabia-
folien. Xft beißen fie aud, na⸗
ı Umbelliferen u. Rubiaceen Spalt-
:hizocarpia, Cremocarpin) ; ©)
ıcht cd. Achäne (Achenıum,
e Frucht der Scheibenlopf⸗ ı. Häuf-
Sie ift von ber Kelchhülle umwach⸗
einem Pappus verieben; dy Grä-
zalg⸗, Kerıt-, Grasfrucht, Caryo-
t aufipriigendes Nüßchen, das von
en Dicht umhüllt ift, mie bei ben
iedgräſern; e) Schließlapfeln
die Frlichte ber Malve, Karthäufer-
mit ſchon etwas leberartiger nicht
Hülle. () Kapfel (Capsula) mit
erartigen Hülle: a) umſchnit⸗
(Capsula circumscirsa) in ber
efaf in der Mitte auffpringent, wie
t; 6) Dedelfrudht (Pyxidium,
nit einem Dedel aufipringend, wie
ute u. ben Laubmooſen. Bei let»
t man jedoch lieber ben Ausdruck
iiter(Sporangium);c) Schlauch“
ulus), dünnhäutig, einfücherig, ein⸗
j, aus nur 1 Wruchtblarte entſtan⸗
ven locker umfcließent, auflprin-
767
| genb ob. aufberſtend; dy Balgkapſel (Follicu-
ins), eine Spaltfrucht, bie nur in 1 Naht anf
fpringt u. die Eamen an beiden Rändern trägt,
wie beim Sturmhut u. Nitteriporen; e) Frucht
Behälter (Conceptaculum). oft auch zur Balg⸗
tapfel gezählt, wie dieſe, aber mit freiem Samen-
träger, mie bei der Seidenpflane; N HSülfe (Le-
gumen), einfächerig, od. nur mit Querſcheide⸗
mwänben, zmweillappig, bei denen ohne Querſcheide⸗
wände bie Samen au ben Rändern ber einen Naht,
wie bei den Leguminoſen. Sie kann wieber bilnn-
bäutig u. aufgeblafen, atfo ſchlauchartig, wie bei
ber Blaſenſchote (Coluten) fein; od. ſchneckenförmig
gereunden, wie beim Schneckenklee; cb. gegliedert
(Sliederhülfe, Legumen articulum, Lomentum),
d. 5. durch Einfchnitte od. Duerwänte in Glieder
getheilt, die fich einzeln ablöſen, mie beim Hufeifen-
ee, dem Süßklee u. mebreren Caifien. Die F.
der Röhrencaſſie bat Ouerſcheidewände u. in den
Fächern Fruchtmark; 5) Schote cd. Schötchen
(Siliqua u. Silicula), find Kapſeln mit 2 Klappen,
die fi bei der Reife von bein bie Scheidewand
bildenden, fteben bleibenden Samenträger ablöfen.
So bei ten Eruciferen, Scheten find länger al®
breit, Schötchen fo breit od. breiter als lang; I)
Schotenkapſel od unechte Schote (Capsula
siliquaeformis, Siliqua spuria) iſt eine Schote,
beren dünne Scheibemand (Samenträger) jo ges
ſchwunden if, daß nur ber Wand, an welchem bie
Samen fiten, geblieben ift, wie Beim Echöll»- n.
Helmkraute; D Dornlapiel (Ceratium), eine
ſchotenartige Kapjel mit ſchwanmmiger Scheidemand,
fid ven der Epite nad umten zu Idjeub, wie
beim Glaueium; k) Springfrudtceh. Knopf⸗
fapfel (Rhezma, Elaterıum, Coceum), eine
elaſtiſch mehrklappige, von einem Fruchtſäulchen
abſpringende Kapiet, Die eigentlich aus mebreren
einfäcdherigen zuſammengeſetzt ift, reie beim Wun⸗
derbaume u. der Wolfjomilch; h Kammer (Ca
mara, Camern), ein einſamiges Theilfrüchtchen,
mit leberartiger Hülle, ohne Scheidewand u. einer
Naht anjfpringend, wie bei Ranunculus; m) Flü⸗
elfrucht (Samara), eine einjamige F. od. Theil»
ht, bie an der Spitte od. an ten Seiten in einen
bäutigen Flügel verlängert ift, wie bei ter Ulme,
Eſche u. dem Ahorn; ») Kapfel (Capsula), im
engeren Sinne jede nicht zu den oben genannten
Kapfelfrüdhten gebörente ein» cd. mehriächerige,
lederartige od. důnnhäutige aanc. D) Beere
(Bacca), mit nur einer fleifchigen, fpäter zu⸗
weilen eintrodnenden Hülle, bie oft mit be Kelch»
lappen gefrönt; a) eigentliche Beere (Bacea),
ein« ob. mehrfücherig, wie beim Nachtichatten, der
Heibelbeere u. Weinbeere; b) bie Kürbisfrudt
(Pepo), mit mehr leberartiger, holziger ob. doch
dider Rinde über dem faftigen Fleiſche (P’ulpa),
dabei unterfländig u. die Samen an der Innen⸗
wand ber Hülle durch fadenförmige Samenträger
befeftigt, wie bei der Gurte, dem Kürbis n. der
Stachelbeere; ce) die Orangenfrudt (Ilespe-
ridium), eine vielfächerige Beere mit brilfiger
leberartiger Rinde, tie vom faftigen Fleiſche
durch eine dünne Haut, die auch Die Scheidewände
bildet, getrennt ift, wie bei der Citrone; dd Gra-
natfrudt (Balausta), eine Beere mit Quer» u.
Längsicheibewänvden, derber Rinde u. ſaftigem
Fruchtmarke, eigentlich mehrſamige Spaltfrüchte,
die in zwei Kreiſen übereinander mit der Frucht⸗
768
bodenſcheibe (Diseus) verwachſen find, wie beim
Granatbaum; e) trodene Beere (Bacca ex-
succa), eine Deere, deren Fleiſch bei ber Reife
anz eintrodnet u. ſchwindet, wie beim Spanijchen
feffer u. Spargel, E) Steinfrudt (Drupa),
eine %., deren Samen von einer holzigen od. ſiein⸗
harten Hülle (Kernhaus) umgeben find, die wieder
von einer Fleiſchhülle u. einer Fruchthaut umgeben
werben. Die fleiichige Hülle wird entweder wie bei
der Kirſche u. Pflaume bei ber Reife noch jaftiger u.
fleifchiger, ob. fie wirb leberartig wie bei ber Mandel
u. Walnuß, od.holzig faferig wie bei der Cocoſsnuß.
F) Apfelfrudt (Pomun). Sie befteht eigentlich
aus einem Kreiſe einfäheriger Kapieln, die mit dem
fleiſchigen Kelche n. Fruchtboden verwachſen find.
Zuweilen iſt fie Nein u. von außen ben Beeren
aͤhnlich. Sie ift von den Keldhlappen gelrönt, welche
bie jogen. Blüthe bilden, fo bei Birne u. Weißdorn.
6) Biel» od. mehrfache F. (Fructus mul-
tiplex), wie 3.8. bie Knäuelbeere (Mora), ber
Za
Fruchtbalg bis Fruchterinit
ſein gelangen u. auch als befruchtete Rei
bilden, ale nach ber F. ber Geſchled
wäre. Beim Menſchen können ; 1
fruchtbare Ehe gar wohl 16 Kiuter {u
Begünftigung wohl 30—32) gerechnet !
HL, die aber gleichwohl nicht leicht
bei feinem Tode zurücklaſſen wird. 1
Frau hängt von mehreren Berimgunge
Mangel nicht immer in Kranfbaftigt
- auch in ber Conftitution begrünber ift.
bat großen Einfluß. In heißen
Peger bei. tbar. Die Far
bei Menichen gewöhnlich durch tas
lichen
gebildet mit Füllhorn,
Menſtruation, deren Ende durch ven
angedeutet. Als allegoriſche Gottheit
Feld⸗F. (fat. Fertilitas), als ang
. (lat. Fecunditas), wurh
Ahren, Früchte
dieſe mit vollem entblößtem Buſen,
Himbeere od. Magnolie. I) Sammelfrucht od.
zuſammengeſetzte %. (F. compositus), bie
von den Früchten eines ganzen Blüthenſtandes ge-
bildet wird, an deren Biltung alſo mebrere Blü⸗
tben theilnehmen; a) Haufenfrucht (Sorosis),
aus Beeren zufanımengejeit, bie dicht um ten
Stängel od. die Ährenſpiudel fteben od. Durch flei-
ſchige Dedblätter u. Blüthenhüllen gebiltet wer-
ben, wie bei ter Ananas u. ber Maulbeere; b)
Zepien (Strobilus), eine Fruchtähre mit holzigen
edblättern, od. dieſen u. Blüthenhüllen, wie bei
den Früchten der Zapfenbäume u. Birlen; e) Kätz⸗
henjrucdt (Julus), eben fo, aber mit bäutigen
Schuppen u. Heinen Balgtapfeln, wie bei ber Weide
u. Bappel. II. Unechte Früchte (Fructus in-
volucrati s. spurii), Früchte ob. eine Anzahl von
Früchten, die von ber Fruchtbodeuſcheibe od. Ylüi-
thenhülle od. fleiichigen Blüthenſtiele umgeben ob.
getragen werben; A)Rojenfrucht od. Hahnen—
utte (Uynorrhodon), bei der die freien Nüßchen
von der fleifdhig geworbenen od. gefärbten Frucht⸗
bobenfcheibe u. Kelchhülle umhüllt werden, wie bei
der Roſe; B) Korollentapfel (Dielesium),
Spaltfrüchtchen in eine verbärtete Blüthenhülle
eingeſchloſſen, wie bei der Spinacia u. Mirabilis;
C) Korollenbeere (Sphalerocarpium), eben
jo, aber bie Blüthenhülle fleifchig geworben, wie
bei Ilippophae; D) Feigen- od. Stielfrucdt
(Syconus, Sycone), wo die Früchtchen in dein
becher⸗ od. birnenförmigen, fleifchig gewordenen
Blütbenftiele figen, wie bei Dorstenia u. Ficus;
E) Kelchbeere (Polychorion), wo ber fugelige,
fleiihig gewordene u. gefärbte Fruchtboden die
Nüßchen auf jeiner Oberfläche trägt, wie 3. 3. bie
Ertbeere.
Be al8, fo v. w. Balglapſel, ſ. u. Frucht.
ruchtbare Zeichen, in der Aſtrologie Krebs,
Skorpion u. Fiſche.
Fruchtbarkeit, bei organiſchen Weſen tie Fä⸗
higleit ihrer Vermehrung durch Abſetzen von Kei-
men, die dann aus eigenem Vermögen fi) zu We—
fen gleicher Art entwidelt. Bei Organiemen mit
getrennten Gejchlechtern wird F. immer auf das
weibliche Geſchlecht bezogen u. dann durch vor⸗
herige Befruchtung bediugt. Unter Thieren ift die
5. der Iufecten u. noch mehr ber Fiſche eine un-
aeheuere. Es ift Ordnung ber Natur, daß durch⸗
item nicht jo viele Individuen zum Da-
ueben fich.
Fruchtblaſe, bie bei eintretenberl
das Vordrängen der Eihäute in ten !
ich bildende Blaſe, welche im Fort
pringt u. dem Schafwaller Ausflug u
Fruchtboden, 1) fo v. w. Kornbode
bie Bafis, auf welcher bie Beirudtun:
Blüthe ſtehen, |. u Blüthenſtand p).
Fruchtbranntwein, Branntmeik ı
Obſt, Runlelrüben u. Kartoffeln bere
genſatz zu dem aus Wein u. Weinhefe
Fruchtbringende Geſellſchaft
orden), am 23. Aug. 1617 von Keſp
leben (ſ. d.) in Weimar unter Betbı
3 ſächſiſchen Herzögen u. 2 anhaltini
geftiftete Geſellſchaft, welche den Zwe
ihre Mitglieder, im Gegenſatz zu der
Höfen überhandnehmenden Aueländt
redeten, deutſch ſchrieben u. deutſch ebr
mit einander verkehrten; fie hatte ibr
in Weimar, dann in Köthen, zulegt in
Zeutiebens Tote war ftets cin reg
ihr Präſident, 1628 Fürſt Yudwig ve:
tben, 1650 Herzog Wilhelm von Wei
1667 war ein Interregnum, dann F
von Sachſen⸗Weißenfels, u. unter ı
waren auch ber Große Kurjürft u. Kẽ
ſtav von Schweben Vlitglieber. Sie w
demia della crusca nachgebiltet. :
war ber intianifhe Palmbaum (Toct
ter Devife: Alles zum Nuten. I
batte einen bejonderen Ramen (5. ?%
reiche, Der Nährende, ver Bielgekörnt
ſende ꝛc.), deilen e8 ſich in Der Geſell“
mußte, u. wählte fich bei ter Aufnabı
beres Sinnbild u. einen Wahlipruc:
zeg Wilhelm ven Weimar der Sch
batte zum Symbol eine von einer R
cheue Birne u. zum Wablſpruch: Gr
In Spielereien verfiel die F. E dur
Verſuche u. in der byperfritiichen Berl
deutichen Orthographie. lberbaupt kt
kein großer Gelehrter an ibr Theil m
Sie beftand bis zum Jabr 16%. >
Neuſproſſender deutſcher Balmbaumt,
F. W. Barthold, Geſchichte ber F. @.
G. Krauſe, Der Sn G. älteſter Erd
1855.
Fruchterinit (Petref.), ſo v. mw. C
Fruchtdarre bie Fruchtitein
arre, ein Ort, wo das Getreide vor ob.
reichen getreduet wirt. Dielurläinbi-
befteben aus Scheune, Darrlammer u.
ere ift überall niit Wiubthboren, um
; veraulafjen, verjeben. Die Darrlam-
der Mitte zwifchen Tenne ıı. Scheune
"Dede gut verwahrt, um das Nerflüch-
ite zu verhindern. Auf der Hälfte der
Yarrlammer find einige ftarle Ballen
ı, von benen aber feiner iiber ben Ofen
[uf dieſe werden Stangen loſe hingelegt
das Getreide gefchichtet. Wenn taffel e
jo padt man es zufanımen od. legt es
in u. troduet es allgemach. Gin in ber
Darrfammer ftehender Ofen erwärmt
te yon zum Trocknen des gebrofchenen
fleiben zum Theil den Malzbarren.
iebſtahl, f. u. Diebftaht.
768
ge thülle (Bhyfiol.), fo v. w. Eihaut, f. u. Ei.
udhtfafer (Galerucitae Zatr,), Abtheilung
ber Familie Cyclica. Die Fühler find halb fo lang
als ber Körper, auch länger, gleih did (ob. am
Ente wenig verdickt), zwiſchen ben Augen einge»
fügt, am Grunde ein wenig genähert. Dazu die
Gattungen Galeruca, Taſter in der Mitte ver-
dickt, Das Kinn quer, Leib eifermig od. etwas vier⸗
'auf auf dem Halm, bie deutſchen
: verboten jeten liftigen Vertrag mit
r, weburch bieler veranlaßt wurbe, feine
nte au Getreide od. Wein ſchon zum
“einen geringeren Preis, als ben zur -
ertrages od. I4 Tage nach ber Ernte
inzugeben.
Ein ſolcher Bertrag wurde
betrachtet u. ſollte mit Verluſt des Ca-
rdem von Amtswegen an Ehre u. Ver⸗
aft werten. Gleiche Strafe fellte Die:
en, melce einen Kruchtzing fanfen wür-
ihnen jährlich mehr als 5 Procent Des
eintrüge. In bie neueren Strafgefet-
id dieſe Strafbeſtimmungen nicht über-
werb (Rechtsw.), ſ. u. Acceſſin.
ſenzen, künſtliche Parfüme, welche im
t aus Ätherarten beſtehen. So iſt z. B.
eclig; zerfällt in: 4) nicht ſpringende (gleich⸗
füßige); Untergattungen: ad Eigentlicher F.
(Galeruca Grofr.), Fühlhörner mit verlehrt le⸗
elförmigen Gliedern, Füße gleichgroß; Art:
——— (G. tanaceti), ſchwarz punk⸗
tirt; G. calmariensis, thut den Eſchen gro⸗
Ben Schaden; b) Luperus, bie 2 legten Kiun⸗
taftenglieder wenig serlihieben, Fühler mit walzigen
Sliebern, von Körperlänge; d Adorium (Vi-
des Weber), vorletztes Kinntafterglied größer;
Art: A. bipunctatum; u. B)fpringente (un»
gleihfüßige, Erdflöhe) F.; mttungen: a)
Gigentliher Erkfloh ([.d.); D Octogo-
notes, dent Adocium ähnlich; d Vediony-
chis (Zatr.); 4 Psylliodes (Latr.); ©)
Dibolia (Zatr.)ua.n.
ruchtkern, f. u. Kryptogamen.
ruchtkẽnoten (Germen). ſ. u. Blũthe n) a).
ruchtlager (Apothecium). ſ. u. Kryptegamen.
tuchtrialerei,, tiefer Zweig ber Malerei,
welcher ſchon nach ben Dem Zenris nachgeſagten Tas
lenten von ben Alten febr cultiwirt wurbe, wurde
feit der Regeneration der bildenden Künfte vor⸗
zugsweiſe von den Nieberläntern gepflegt u. ver-
bunden mit ber Blumenmalerei. Die Erzeugniffe
der F. (Aruchtſtücke) gehören zu der ala Siillleben
bezeichneten Gattung von Gemälden. Beſ. haben
- fi darin durch Sorgfalt der Nachahmung u. ber
zl balbrianjaures Amyloxyd in Allchol '
anasöl eine Löſnng von butterjau
rvd in ben s—1ofachen Gewicht Altos
fer Suftanz reichen 20 Tropfen bin, um
er einen augenchmen Auanasgeſchmack
f DW. Preyer.
‚ Birnöt ift eſſigſaures Arhyloryd u.
Imyloryt in Waſſer geiöft.
fig, ſo v. w. Getreideeſſig od. Obſteſſig.
iegen (Carpomyeae), bei Yatr. 7. Ab⸗
Gattung Musca, Flügel in der Rube
ed. ausgeipannt, eft zitternd, gelblich
gefledt, Augen entfernt; Yarven meiſt
u. Samen. Gattungen: Diopsis, Ce-
‚sis (Tephritis), Ortalis, Tetanops,
L.
{ge , gibt bie Gegenftänte an, bie man
iß ihrer Beichaffenbeit zu ber des Bo-
nas anbanen kann, fowie Die Orbnung,
Bezug auf ibre mehr od. weniger große
gie mit ſich ſelbſt u. mit anderen Ge-
einander folgen Können. Die F. wirb
RN el für gleichbedeutend ge-
ſind beide fehr von einander werfchte-
us, Über Fruchtfelgen, Gotha 1857.
ılter, jo v. w. Gebärmutter.
jutchen (Anat.), jo v. w. Schafsbaut.
ihler, Lie Raupen, welche im Obfte,
flaumen, Birnen ꝛc. (angeſtoche⸗
fih finten;_ fie konimen von Schaben
Birnen, Apfeln, Pflaumen von Ti-
ella, in Reinbeeren von Tinea uvella
alis vitana,
Lerifon. & Ruf. VL 7
Q
Ausführung Die Niederländer ausgezeichnet, u. zwar
vor Allen: Gillemans, Berbruggen, be Heem,
Mignon, Huyſum, Ruyſch, van Royen u. Fone
tenav. Unter den Neueren Theod. Mattenheimer,
Seb. Wegmayr, H. A. Friedrich, Fr. X. Nachtmann,
Fruchtmotte, fo v. w. Carpocapsa, 3. B. der
Äpfel-Wickler (C. pomonuna) n. tie Wöberſche
Fruchtmette (C. Wocberiana), deren Raupe im
Splinte junger Obflbänme.
Fruchtfarte, aufbewahrte Säfte verichiebener
Früchte, 3.3. Himbeeren, Erdbeeren, Johannis»
beeren, Weichſelkirſchen ac. chne Zujag von Zucker,
beſ. dienlich, um Couſerven, Gefrornes, Gelees,
tühlende Geträuke ꝛc. in Jahreszeiten zu bereiten,
wo bie Früchte ſelbſt fehlen; lettere werden hierzu
erbrüdt, gerieben, od. zerquetſcht, gelind unter
anften Umrühren über bein euer in einem ver⸗
zinnten Keſſel od. Topfe erhigt, od. auch einige
Stunden od. Tage an einem mäßig warmen Orte
ſtehen gelafien, damit fi der Saft befier abicheide;
berjelbe Wird daun durch einen reinen leinenen
Beutel gepreßt; hierauf läßt man ihn ae *
ihn durch ein wollenes Tuch, füllt ihn auf Flaſchen
u. bebedt feine Oberfläche 1—! Zoll body mit fri⸗
{chen Brovencer- od. Mandelöl ed. mit einer | Zoll
biden Yage geichmolzenen, weißen Wachſes; dann
wird die Flaͤſche mir Wachspapier u. Blaſe zuge⸗
bunden in den Keller geſtellt.
Fruchtſtein, 1) (Petref.), fo v. wm. Pfennigſtein;
2) (Min.), Thonſtein mit runden Zeichnungen u.
Sieden. 40
770
tftiel (Bot.), ber frühere Bluthenſtiel.
‚T. u. Fruchtmalerei. ö
twaffer, fo v. w. Schafswaffer.
twechfelwirtäfchaft, |. Feldſyſteme =).
twein, fo v. w. Cider.
twucher (Criminalr.), ſ. u. Darbanariat.
uchtzehnt, |. u. Zehnt.
ruchtzins, |. u. Zins.
ructidor (fr.), Fruchtmonat, im franzöftichen
republilanifchen Kalender bie Zeit vom 18. Auguft
Bis 16. September umfaflend. Merkwürdig ift ber
18. Fructidor des Jahres V (4. Eept. 1797), an
u
Tu
u
cu
VIru
welchem Jigegn geſtürzt wurde; ſ. Frankreich
(Geſch.) VIII. C).
Fructif, nach der Fruchtbildung, nicht nach ber
DBlütbe.
Fructification (v. Tat.), 1) das Fruchttragen,
ber Act u. die Zeit, wo eine Pflanze ihre Früchte
ausbildet; 2) (Foecundatio), jo v. w. Befruch⸗
tung. Daher Sructificationdorgane, Organe, welche
zur Hervorbringung keimfähiger Samen od. Spo-
zen dienen, ſ. Befruchtungsorgane; 3) bie Zeit ber
Befruchtung, od. auch 4) der Fruditreife,
Fructuariae, fo v. w. Fruchtpflanzen.
Fructuarius, jo v. w. Usufructuarius, . u.
Niesbrauch.
Fructuds (v. lat), fruchtbar, viele Früchte tra⸗
gend; Sructuofität, Fruchtbarleit.
St. Fructudfud, 1) Biſchof zu Tarragona,
wo er 259 ten Märtyrertod auf Dem Scheiterhau⸗
fen ftarb; fein Tag: 21. Ian.; 2) 5. ſtamnite aus
öniglichemn Geſchlechte in Spanien, ftubirte in Pa⸗
Iencia, verfaufte dann ſeine Güter u. ftiftete aus
bem Erlös Klöfter; in einem derſelben, Complu⸗
tum, wurde er Vorſteher; im Begriff eine Reife
ins Gelobte Rand zu machen, wurde er als Biſchof
nad Duma in Balicien berufen; 656 wurde er Erz⸗
bifchof von Braccara od. Braga n. ftarb um 675.
Nach ihm nannten fi Die Mönche u. Klofter-
frauen des F., ein in Spanien 656 geflifteter
Orden mit milder Regel, worin auch ganze Fa-
milien aufgenemmen, bie Väter mit den Söhnen,
die Mütter mit den Töchtern in eigene Klöfter zu«
ſammenkamen, Kinder vom 7. Jahr an Aufnahme
fanden, alle legten nur einfache Gelübte ab. Er-
loſch bald.
Fructus (fat.), 1) Frucht, ſ. d.; 2) Früchte, in
ben Officinen vorrätbig gehaltene Früchte. F. aca-
elarum, ſ. Prunus spinosa; F. castanraruın equl-
warum, |. Aesculus Hippocastanum; F. cynes-
bati, |. Rosa canina; F. ——— ſ. Aescu-
lus Hippocastanum; F. Illae, ſ. Syringa vul-
garis; F. momordicae, Kürbisfrucht von Momor-
dien balanmiua, fo v. w. Balſamapfel 1); F. usae
marlnae, ſ. Epheira distachya. Andere ſ. n. den
betreffenden Pflanzennamen. 3) (Rechtsw.), ſ. u.
Acceſſion a) bb). 4) F. medil tempöris®n der ta»
tbolijchen Kirche der mäßige, zur Hulfte des wahren
Eintommens berechnete Ertrag von Stellen, mel
hen Die Bilchöfe im erften Jahre nach einer Vacanz
bezichen.
Fruga, Stabt im Kaiſerthum Marocco, in ber
weiten, getreibereihen Ebene, worin Maroceco
jelbft liegt; meift von Berbern u. Juden bewohnt.
Frugäl (v. lat.), 1) genigiam, mäßig; 2) ein-
Tab. Daher Irugatität, Genilgjanteit, Einfachheit.
Frugardit (Diiner.), jo v. w. Idokras.
Fruchtſtiel bie - Wrüßfing
Ä
Fruges (fat), 1) Fruchte, bei. 2)f
u. zwar hauptſächlich 3) Hülſenfrũche
ruges (ipr. Frũhſch), Martıfleden i
biffement Montreuil des franzäfiden
ments Pas de Calais; Tuchmanufatar
banbel; 3000 Ew. u. Mineralquelle.
Frugivöra, Familie der Bentelthit
Oberkiefer 2—6 Schneibezähne hat, }
tiefer nur mit 2 großen Schneibgähne
2 mittleren, ebentall® großen, entze
leben von Früchten u. Blättern: bie |
— (Petaurus), Phalanger
halangista), Koala (Phascolarctos
ruhratte ob. Hadenthier (Aypsipryma
guruh (Halmaturus) u. Wombat (Phas
Freugödni, Carlo Inuocenzo Maria,
in Genua; war Profeflor der Rhetorili
u. Rom, bielt fi dann in Barma z
auf u. R: in Genua 1769. Er ſchr.: &
ber Geſammtausgabe feiner Werte, %
in y u. zu Lucca in 15 Bon.; Auswdl
1782, 4 Bde.
Frühauf, Augufte, geb. Mayerht
in Karlerube um 1810, wo ihr Vater &
war, debutirte am dafigen Hoftbeater, ©
tin des Sprachlehrers F. u. ging [päter a
furt a. M.
Frühe Gerichtszeit (Rechte Gi
frühe), bie Tageszeit von früb 9 od. |
wo fih das Gericht verjammelt; bie 2
darauf wird als ftehente Formel, mau
ben ſächſiſchen Landen, ben Gerichtevs
einverleibt, um anzubeuten, daß ſicht
ladene zu rechter Zeit, die entiveber ge
berfömmlich beftimme ift, wor Gericht
babe. In der Regel währt jeter Termi
jen vom Beginn der Gerichtafrütie bis‘
5 Uhr. Ausnahmen machen Schwärun
Picitationd- u. PBublivationdtermine u
vor dein Handelsgericht, welche ci
12 Uhr enbigen, jo wie Termine in 2
fügigen Sachen, welche nach Yerlauf cın
von der im VBeftellzettel angegebenen }
Fe enden.
rühgeburt, 1) fc v. w. Fehigeburt,
liche %.), Das gefliſſentliche Bewirlen
tigen Abgangs der vLeibesfrucht im v. M
man fürchtet, daß ein reifes Kind me
faltung des Beckens ber Mutter, amt
engerung der Conjugate bis auf 3’—.
gewöhnlichen Wege ohue Aumentung |
blutiger Operationen geberen werten fü
(aber nicht ohne Gefahr) durch allmäblı
nung des Muttermundes u. Durch fün
bintung dur bie Wendung, od. Zan
werben, milder aber burh I finung!
mittelft eines durch ven Diuttermund c
Troilars nach vorhergegangener Erwei
Muttermundes mir Preßſchwamm n }
wirktes Augfliegen des Schafiratieri
dann bie Geburt meift nad 2—5 Tage!
erfolgt. Die Operatien bringt feltener |
öfter aber dem Kinde Gefahr. Bgl.
er F., Augst. 1820.
rühling (Brüblingsjasr), 1) tie
von dem Tage an, an welchem bie Se
bar) beim Auffteigen in ben Aquarer tr
bin, wo fie den weitelten Abftand xeı
Srüplingtabenid bis Hrummniarli
. dem bepnnlt
äbert, alſo bie Zeit vom 20. od. 21. |
übltugtanfang, wo Tag u. Nacht fid
üblingödeuinsctium), bi zum 21. ob.
Sommersanfang. Auf ber füblicgen
bt ber F. mit dem 22. ob. 23. Sept.
t unferm Herbſte. Mit Brüblingsen-
ı bie meiften alten, bei. den Aderbau
ller ihr nenes Jahr; im F. feierten
ländliche Feſte, fo bie Griechen bie
santhila, didia, die Römer bie
atinas, Arvalien, Lupercalien, Ce⸗
alien, Matronalien, Ver sacrum;
ermanilchen Völler das März⸗ u.
e Skandinavier u. Slawen x. Im
haben bie Srüßlingöfete der Düſſel⸗
ıchener Künſtler fih wegen der glän-
rifh angeorbnneten Aufzüge, bie ben
erfelben bilden, großen Ruf erwor-
jabr), im gemeinen Leben bie Zeit,
gel die firenge Winterlälte aufhört,
tritt ber fäftigen Sommerbite, ber
inbeſtimmbar u. nach ben ——
iedener Dauer. Innerhalb der Wen⸗
(u. auch Herbſt) in dieſem Sinne gar
nt. In ben höheren nördlichen, fo
bpol näher liegenden Gegenden be-
rbſt) nur wenige Wochen. 3) (lat.
riſche Gottheit, von Neueren ale
liches Mädchen, Blumen tragend n.
efränzt, bargeftellt.
adoni®, Adonis vernalis.
beet, mit einer Wanb gegen Norden
r Cultur der Frühlingspflanzen be⸗
fliege, fo v. mw. After⸗ od. Köcher⸗
'AneR).
tafer (Scarabaeus s. Geotrupes
hochgewölbter, ſchön ſtahlblau ger
unftirt geſtreifter, 7 Lin. langer, ge⸗
fer Deutſchlands.
euren, Gebrauch von Arzneien in
eit, um vom Winter genährte Krant-
ißlichleiten,, bef. bes Unterleibs, zu
Bewegung in freier Duft ber Wirk-
Ineien in dieſer Zeit förderlich if,
frübjahr vorzüglich die angemefjen-
(auegepreßte Kränterjäfte) bietet;
zrunnen, Molten u. a. Mittel am
i, Taſchenbuch ver F., Lpz. 1842.
unkt, ſo v. w. Widderpunkt.
um, ſ. u. Cicadenen) a) dd).
ſeichen, die 3 erſten Zeichen der
wer, Stier n. Zwillinge, weil wäh⸗
ings die Sonne fich in dieſen Zeichen
befinbet.
(Srübmette), f. u. Mette.
Beichlennigung ber Ansbilbung des |
es Geiſtes, jo daß felbige noch Bor
m Rebensperiobe erfolgt. Kinder er-
m erfien Kalle noch in ben Kinber-
Be eines erwachſenen Menſchen, od.
in bem früheren Kindesalter zur
bt leicht entwidelt fich der Geiſt iu
t. Oft aber eilt diejer bem Körper
@eikted) ;, fie wird meift auf Koſten
771
ber Befunbheit, ja bes Lebens erkauft, n.
ten leitet ein nike Es ie eine Sen .
"Fein e (Bergb), 1.n. Saidt.
[} } . u.
: en Dejeuner, gr. Arifton, lat. Pras-
dium), bie Rabrung, bie in ber Morgenzeit geneffen
wird; ift in ber Regel nur für thätige Perſonen nicht
u umgeben, obne gs in der Vormitt i
mächt zu fühlen. Die Wahl u. bie Zeit, auch ob es
auf ein- ob. gweimal genoffen wirb, wird durch
Körperconfitution, Lebentorbnung, C x
beftimmt. In ber Regel fol bas & träftig fein,
ohne zu überreigen m. ohne allzufehr zu fättigem,
allo nicht leicht Die Hanptmahlzeit bes es. Es
beſteht baher auch gewöhnlich mehr in fläffigen, als
in feften Stoffen. Das allgemeine Wohlbefinden
hängt jehr mit ber Anorbuung des %-6 jeben
zuſammen, weswegen auch gewöhnlich mit bemie
ben im ben verſchiedenen Lebensaltern gewechſelt
wird. Nach franzöfiicher u. englifcher Sitte, we das
Mittagsefjen in die Nachmittagsftunden von 4—6
Uhr verlegt worden ift, pflegt man um 11 ob. 12
Uhrein Gabelfrühſt üd (Dej. & la fourchette),
meiſt aus einer ob. zwei warmen ob. auch Falten
Speifen, Eiern, Coteletten u. bgl. beſtehend, ein»
nehmen. Bei ben Engländern heißt dies zweite
5 Luuchfrühſtück; aud bei den Römern m.
riechen war bies gewöhnlich; f. u. Mahlzeit.
uition (v. lat.), Genuß.
entariae legen (Anneosarlae leges), röe
mifche Gefetznorfchläge, Daß auf Koſten des Staate⸗
ſchatzes Getreide unter Das Bolt ausgetheilt werben
jollte; fie find: a) Frumentarla lex Semprenia, 123
v. Chr. ‘von Ti. Gracchus gegeben, daß jebem
Hausvater alle Monate 5 Modii Weizen aus dem
Magazinen, um 6 As für den Modius, geliefert,
ber Sehibetra aber (gegen 50 5) aus der Staats»
tafle zugeſchoſſen werden follte. Cine Erneuerung
biefer Lex wurde verfucht 100 v. Chr. durch bie
b) F. lex Appuleja, von dem Tribunus 2. Satur⸗
ninus, woruach ber Preis für den Modius ser
anf 3 As berabgeiettt werben follte; da der Ouä«
flor Urbanus, DO. Cäpio, dem Senat fagte, ba
bie Staatskaſſe folhe Zubuße nicht leiften lönnte,
unterfagte diefer das Borfchlagen tes Gelches,
ba aber ber Tribun dennoch die Stimmurne
ausfeen ließ, fo brauchte der Senat Gewalt m.
vertrieb bie zum Abftimmen Berfammelten. e) F.
I. Octavia, nad Einigen 120, nach Anderen wahr⸗
Iheinlicher exrft 57 v. Chr. von M. Octavius vor⸗
eichlagen n. mit Zuſtimmung bes Volles burchge-
A baß bie Plebejer etwas mehr, als nad ber
F. i. Sempronia jahlten. 4) F. I. Cassia Te-
renila, 72 v. Chr. von den Conſuln C. Caſſius u.
M. Terentius mit Zuftimmung bes Senats vor⸗
geiehlagenee Geſetz, daß alle Jahre eine keftimmte
uantität Getreide gleichmäßig aus ganz Sicilien
aus Staatsmitteln gelauft würde, a ju Ber-
theilungen gebraucht werben follte. e) F. J. Cledia,
59 v. Chr. vom Bollstribun P. Clodius vorge»
ihlagen, baß dem Volle das Getreide aus den
öffentlichen Magazinen ganz unentgeltlich geliefert
werben follte.
Frumentarüi (röm. Ant), 1) Magayinver-
walter, Brivatcommifläre u. anbere mit bem Ge⸗
treibe beichäftigte öffentliche Berjonen, deren Ober»
Magistercensus hieß; A) Getreidehänd⸗
ler; 3) römlide ——— ben Gonjulu u.
712
Katfern zu Ehren’ geichlagen, welche Thenerungen
ntatio (lat.), Vertheilung von Getreibe
(Framentum) unter bie Armen, entweder nnent-
geltlih, ob. nach den Frumentariae leges (f. d.)
u geringem Preife. Jeder Getreideempfänger er-
ielt eine Marte (Frumentaria tessära) mit Be⸗
zeichnung der zu beziehenben Portion; ausgetheilt
wurbe es von ben Frumentarii.
Frumentius, Apoftelder Abyffinier, ein
orener Römer, gerietb als Jüngling mit feinem
beim Metroboros in abyffiniiche Gefangenichaft,
wurde Diener u. Liebling des Fürſten, Erzieher
von defien Sohn Aizan u. Regierungsveriveier wäh-
rend deffen Minderjährigkeit; 326 Biſchof von
Aurume geworben, breitete er das Chriftenthum
daſelbſt aus, f. Habeffinifche Kirche.
Frumentum (lat.), Getreide.
F rundöberg, Burgruine bei Ruſchein, im Be⸗
dirk Glenner des Schweizercantons Graublinbten;
Stammburg ber Ritter von $.
Frunds 8 1) Ulrich von F., Herr von
Mindelheim, Urheber ob. boch erfter Hauptmann
des Schwähilhen Bundes. 8) Georg von F.,
* 1475 in Mindelheim; zog mit dem Schwä⸗
chen Bund gegen Herzog Albert von Baiern,
bildete ſich in den Kriegen Kaiſer Marimilians J.
gegen die Schweizer u. befehligte von 1512 an
die Kaiferlihen Truppen in Stalien, focht 1525
bei Bavia, führte dem Kaifer mehrmals Truppen, |
fo, 1526 12,000 Mann, die er auf eigene Koften,
wmittelft Berpfänbung feiner Otter, geworben hatte,
zu u. verftärkte hierdurch das Heer bes Conne⸗
table von Bourbon, der in kaiſerlichen Dienften
Rand, fo daß biefer Rom ftürmen konnte, führte
dann den Schwäbifhen Bund gegen Ulrich von |
Württemberg u. befehligte in den Niederlanden
unter Philibert von Oranien gegen bie Kranzofen.
Er verbefierte Das Fußvolk (Landsknechte) weſent⸗
lich u. gab demjelben mehr Feftigleit u. Zuſammen⸗
bang. Man erzählt von ibm, Daß er in Worms |
auf dem Neichstage 1521 zu Lutber gefagt habe,
als diefer auf dem eo zum Reichstage war:
Möndlein, Mönchlein, Du gehſt einen ſchwereren
Gang als ich u. mancher Feldoberſt je gethan! F.
fl. 20. October 1528 in Mindelheim, verfchuldet
wegen der Sunme, welche er auf die Anmwerbung
von Truppen verwendet hatte. Er war ber ftärffte
Mann feiner Zeit. Vgl. Barthold, Georg von F.,
Hamburg 1833.
rufino (a. Geogr.), Stadt der Herniker in
Latium, im Thale bes Cofjasfluffes, Tag an ber
Via Praenestina u. Cavicana, erhielt jpäter eine
Eolonie u. war bei. dadurch berühmt, daß nirgends
fo viele Prodigien vorlamen, als bier; jet Fro⸗
finone.
325 (0. lat.), Tänſchung, Vereitelung.
ruſtulia, Pflanzengattung aus ber Familie
der Diatomaceae - Diatomene - Frustulieae:
Eüßmwafferpflanzen, aus vierfeitigen, an beiden
Enden zugeipitten Stäbchen, mit einem Längs-
theilungsftrich bezeichnet, beftehend.
Frutex (Mehrzahl FrutYces, lat.), Strauch, d.
i. eine Pflanze, mit holzigem Stamnıe, befien eben-
falls holzige Äfte fchon in geringer Höhe über bem
Boten beginnen. Das Zeichen dafür ift H, wie
beim Baume, zumeilen aber auch daffelbe mit zwei
ſtatt einem Querfiriche. Prutieäte, Gefträuche.
‘
" Arumientaile bie Feyrel -
tigen, 1) Amt im Edbwei
a ee Dee
Solar zum Sochgebirge auffteige
Klima, Alpenwirtbicyaft u. etwas 8
nufactur; 10,250 Ew.; 2) Martıfleden
daſelbſt, bat mit den eingepfarrten 1
3500 Ew., Poftbureau, Schieferbrüche
fol 933 von Rubolf König von Bur
fein; 1827 brannte ber Ort gan ab.
Fruytiers, Philipp, geb. um 11
werpen, Maler u. Kupferfiecher «
Schule; feine Lebensumftände u. jet
find unbelannt. Bon feiner künſtleri
feit find nur einige Stiche übrig, Bild
Ambr. Sampello, eines Dominicanerı
Jakob Epelheer van Lawain.
Fry (ipr. Frei), Elifaberb, geb. 2.
| in Norwich, britte Tochter tes Gn
Duälers John Gurney, gründen
väterlichen Gute als Mähchen eine Sd
Kinder, deren Aufficht fie ſelbſt führ
lebensirob u. heiter, neigte fie fich erſt
einer ſchweren Kraukheit u. nach einer
mit bem amerilanifchen G:uäter W
ber religiöfen Richtung zur, in melde
Wohle ver leidenden Dienjchheit wit
heirathete fie ben reichen Londoner Kai
jepb Sry u. benugte nun in Lontı
Stunden des Tages zum Beſuch rı
bäufern, Hofpitälern, Irrenbäujern, (
u. brachte def. in die Hoheit der me
fangenen in Newgate, welches fie Ki
fuchte, durch religiöfe Unterhaltunge
tbaten den Geift der Ordnung, Reli
beitfamfeit. Sie hatte dazu den kritik
verein zur Beſſernug weiblicher Gei
gründet, der bald alle Gefängniſſe Fre
1. Irlands in feine Wirkſamkeit se
fegensreich für die ehrliche Armutber
Rathſchläge für Beſſerung ter Gefang
fanden auch im Ausland, beſ. ra
land, Dänemark, Nordamerika, Gebö
daß gefangene Weiber unter weiblich
ſtellt wurden. Sie machte auch ſelbſt
fünf Reiſen zu dieſem Zwecke ins X
den 13. October 1845 auf einem |
Ramsgate. Vgl. Memoirs of ıhe |
2. A., Lond. 1848, 2 Bde.; Leben ı
bigfeiten der Frau Eliſabeth F. (ven
Hanna Deore), 2. Aufl. Samb. 1851,
Frydank (Arpgedant, Pit), for.ı
Fryeburg (Ipr. Freiburg), Poftert
ſchaft Orforb des Staates Maine ıX
am Saco-Niver u. dem füröftlichen
Wbite-Mountain-Range, Akademie;
Fryke-Dal, durch jeine Schenkti
nnete® Thal im ſchwediſchen Yän Karl
mehrere feine Seen, bie Durch Kanäl
find, u. am Norbenbe berielben der C
am Sübdende der fleine Handelsplatz A
Fryxell, Andere, geb. 1795 in Dalı
1828 Rector der Marienichule in Zt
Profeſſor, 1836 Pfarrer zu Sunne m
legte aber fein Amt 1847 nicber, um!
biftorifchen Stubien zu witmen, bei
für die Geichichte Schwebers ven grı
tung find; er fchr.: Berättelser u
historien, Stodb. 1832—54, 19 Üte.
F⸗ſchlüſſel
e Somberg, Stockhh. 1842 f. u. v. A.); Hand-
rõorenda Sveriges historia, ebd. 1836
43, 4 Bde.; Om aristokrat-fordömandet
aska historien, Upf. 1845 — 50, 4 Thle.;
diſche Schulgrammatit, Stodh. 1825, 10.9.
ſchlüfſel, fo v. w. Baßſchlüſſel.
(chineſ.), 1) Stabt 1. Ranges, ſ. u. China
c.); 2) Departement, ſ. ebd.
ds Vafcha, Dichemed, ER 1815 in Eon-
wopel, war eine Zeit lang Dilitärarzt in Tri⸗
w hierauf, mit dem Range eines Chadſcha,
e im Überjegungs » Bureau. Zum erften
Ber aufgerüdt, ging er fpäter als Yegations-
e nad Yonbon, murde dann als Geſandter
Spanien u. Portugal geſendet u. nach feiner
Br 1844 zum Dolmetiher bes kaiſerlichen
# ernannt; 1849 ſandte ibn ber Großherr
yecialcommilfer nah der Moldau u. Wala⸗
von da 1850 als Botſchafter nach Peters⸗
Während feiner Auweſenheit daſelbſt rüdte
t Rath bes Großveziers auf, wurde im Au⸗
852 Deinifter des Auswärtigen u. im März
auf fein Sefuch, wegen des ſchroffen Auf⸗
des ruſſiſchen Fürften Gortſchalow gegen
Rinifterium, von dieſem Poſten enthoben.
ge nun in Zurückgezogenheit, bis er 1854
Basina u. Triklala gejenbet wurbe, um die
Ken Banden von bort zurüdzutreiben. Dies
führte er in wenigen Monaten glüd-
88, kehrte ſodann nach Conſtantinopel zurück
ehe it Oetober 155-4 Mitglied ber Tanſimat⸗
fon. Ente April 1555 wurde er an Ali
Stelle zun zweiten Male Diinifter des Huße-
it dem Diinijterium Ati» Baichas trat er
rüd, wurde jedoch chen im November
Mitglied bes Cabinets u. 1858 Bertreter
orte bei den Parijer Conferenzen über bie
furſtenthümer. Er ſchr. eine Grammatik der
sifchen Sprache u. mehrere Gedichte.
Udes, lebte als Proteſtant u. Liberaler
sbez, im Departement Aveyron, u. war
s Napoleons Zeit Gerichteprochrator. Er
mit dem Deälter Jauſion u. ben Kauf»
Baſtide⸗Grammont auf gutem Fuß, ent-
ſich aber 1817 wit ihnen u. wollte von
wegziehen. Er verkaufte daher feine Be⸗
en u. kündigte ſeine Capitale. Jauſion u.
ſchuldeten ibm u. vereinigten ſich, um F.
orden. F. wurde den 19. März Morgens
berüchtigte Haus eines gewiſſen Bancal,
u er vorüberging, geſchleppt, dort gezwun⸗
sige Wechſel zu unterjchreiben, u. darauf er:
. Die Dlörder trugen den Störper, wie einen
Kaufmannsmaare gepıdt, aus der Stadt
maben Aveyron. Tags darauf wurde ber
m gefunden. Die Iujührige Tochter Ban-
welche während des Mords in einer nahen
er geweſen war, wurde, nachbem bie Behör⸗
ge vergeblich geforicht hatten, Beranlafjung
stpedung ber Unthat, worauf ihre Eltern
er Jauſion u. Baſtide eingezogen wurden.
nd bes Proceſſes fagte eine Mab. Manſon,
ene Frau eines Offiziere, Tochter bes Pre-
wichtspräfidenten Enjalran, aus, daß fie, zu⸗
n Baucals Haus gelommen, der Morbihat
em habe. Durch ihre Ausjage wurden bie
bis Auch: .778
meiften bei bem Morde thätig Geweſenen zum Ge⸗
ſtändniß bewogen; nur Jauſion u. Baſtide ge
ben nicht. Trotz ber Machinationen ber Damals in
Süpfrantreich ſehr mächtigen, die Proteſtanten ver»
folgenden katholiſchen Partei wurden Jauflon, Ba-
flide u. ihre Mitichuldigen, Collard, bie Wittwe
Bancal (Bancal jelbft hatte ſich entleibt) u. Bar
zum Tode, bie Übrigen zum Gefäüngniß verurtbeilt,
Zwar caffirte der Caſſationshof diefes Urtheil we⸗
pen Fehler in der Form, allein ein anderes Ge-
chworenengericht zu Alby entſchied auf ähnliche
Weile. Das Urtheil wurde den 3. Juni 1318 an
Jauſion, Baftide u. Collard wirklich vollſtreckt,
Bar erhielt ftatt der Todesſtrafe 20jährige Karren
firafe, die Bancal lebenstängliches Gefängniß. Bis
auf den letzten Augenblid leugneten Jauſion n.
Baſtide. Nach ihrem Tode wurde bie Sade im
Sctober 1818 aufgenommen, um einige Indivi⸗
duen ſchärfer anzuullagen, einige neu zu beſchuldigen.
Hier verwirrte ſich aber die Sache fo, daß man
auf die Bermuthung kam, an Jauſion ſei ein Ju⸗
ſtizmord begangen worden; doch gab die Unter⸗
ſuchung kein neues Reſultat u. es wurde auch keiner
der neuen Angeſchuldigten überführt.
uang, Muünze u. Gewicht, jo v. w. Fouang.
uca, Juan de F., eigentlih Apoftolio Ba⸗
lerianos, Seefahrer im 16. Jahrh., aus Cepha⸗
lonien; er wurde als Pilot vom Vicekönig von
Derico ausgeſandt, um den Diftrict Anian, am
ber Weſtküſte von Amerila, zu fuchen, fanb ihn
auch, wurde aber ſchlecht belohnt. Er ſoll eine
Durchfahrt der Nordweſtküſte nach dem Mittelmeer
geiunden haben, was ſich in der That neuerdings
beſtätigte. Seine Reiſebeſchreibung im 3. Theile
von Burdas Sammlung.
Fucacöae, Tunge, nach Endlichers Spflem eine
Familie der Algen mit leberartigein Yager, Blatt⸗
nerven, olivenfarbig, aus ungleichen Zellen be»
Neheud; bie Sporen ſchwarz. Sie wadlen f
ohne Ausnabme nur im Meerwaſſer, in allen Klie
maten. Biele von ihnen enthalten außer Chlorna⸗
trium viel Jod u. Brom, u. darauf beruht ihr tech⸗
niſcher u. mebiciniicher Gebrauch. Jod wird na»
nientlih gewonnen aus mehreren Fucusarten, f.
Fucus. Andere, 3. B. Arten von Laminaria u.
Sargassum, werben gegefjen; mehrere dienen zum
Dingen ze. (vgl. Tauge).
Fuca: Straße (Straße von Iuan de F.),
Meeresarın des Stillen Oceans, trennt bie Iufel
Duadra u. Bancouveur im Süden vom Feſtlaud
der Bereinigten Staaten von Nordamerila.
Fucechio (ipr. Futſchetio), 1) Yago di F., See
in der toscaniihen Präfectur Florenz, der durch
einen Ranal zum Arno flieht; 2) Marltflecken im
ber Nähe deffelben; Leinen u. Hanfweberei, Land⸗
u. Weinbau; 4000 Ew. .
Fuchs, 1) Untergattuug ber Gattung Hund, mit
länglicher Pupille, nicht ausgezadten Vorderzähnen
u. langbebaarten, teulenförmigen, gelenkt getrage⸗
nem Schwanze Die Arten find, außer den unter
a) bis h) grannien noch: der Nilfuch6 (C. nilo-
ticun) in Ägypten; ber Blaßfuchs (U. pullidus)
in Kordofan u. Darfur; der Schmalfuchs (C.
famelicus) in Rubien u. Korbofan; ber Step-
penfucht od. Karagan (C. melanotus)
im Süden der Kirgiſenſteppe; der Kothfuchs
C. tulvus) in Rordamerita; ber Azoras F.
Ic Azarae) in Barıguay n. Braftlien; der Qu rj⸗
77a
Shrige F. (O. merotes) im Norbamerilar ber
Baner: m. Bd. Silberfuche (O. argentem)
K; a) Otmeiner Fuchs (Birl-
Inst, Oanis vulpes Z., Vulpes vulgaris), fat
2808 l = Pr Sätwartze 3 Fuß 4 Zoll),
a Bub eiber fuchrother) Farbe,
Kehle u. Bi ve —* Bauch weiß, mit fpitsiger
Schnanze, Rat! atigeitt, — ſchwarz - ob.
weißipiäigen Schwanze, an demfelben bie Biole,
eine feine, etwa eine Hanb breit unter dem Anfang
bes Schwanzes auf dem obern Theil deſſelben
be —* bie wie Veilchen riecht. Wenu ber
verwundet iR, fährt er nach diefer Viole. Die
üchfin heißt äbrbete. Barietäten:der®rand-
Kohl⸗) leiner n. rother, mit ſchwarzer Blume,
graner Ke le, meift die Jun nn 5) m
einem fchwarzen Kreus 20 dem
Schwarze %., ſchwarz ob. (Brunn) intel
braun; ber Orane
gem nm; Rothe, der Birt- .„ mit weißen gehlen,
uchen u. Spiyen. der Ruth Jägerſpra
beim Wolf, der Schwanz beißt Sei Tg
(Stange),errenntob.trabt, mauſet, ſchreit
wie ein un beilt(veiht) 2c. Verbreitung: in
fat ganz Europs, Sibirien bis zum öftlichen Ocean
n. in Amerila, über bie Iufelfette, bie fi es Bor-
gebirge Alaska hinzieht. Cr liebt die Wälder vor⸗
Nalid in ber Nähe ber Dörfer, mo er fein Revier
— doch nie im ber Nähe feines Baues jagt. Der
erſebi die Stärke durch Liſt, Gewandtheit u.
harte er macht fih Höhlen in bie Erbe
(Juchtbaue, ſ. u. Bau); oft wohnt er mit dem Dachs
zuſammen, Beibe durch eine gemeinfchaftliche Röhre
eingebenb, der eine rechts, ber anbre links Der
4 Geflügel, Gier, junge Hafen, Igel — Mäufe,
ebfe, Honig, Schlangen, in Geſellſcha ft jagt £
auch alte Rebe, frißt auch im Nothfall —**
verſpart das von einer Mahlzeit ne —*
ch od. — (rollt, von der Füchfin renmt)
m Februar (
3—8 Tagen 14 Tage lang blinde Junge. Man
kann Baftarbe mit —— erziehen u. den F. auch
ähmen. Der F. wird von Flöhen geplagt; Krank⸗
55 — Haube, Anszebrung u. Hundemuth; Nu⸗
sn Bertilgung ber Feldmänſe u. Daufreürke,
älge zu Beyer, ‚ Haare zu Hüten u. dgl.; &
ben: an ber Niederjagd, auch an Reben u. an Fe⸗
bervieh. Er wirb 12—15 Jahre alt. Die Iucht-
jagb gehört zur niebern Jagd u. wird vom Aus-
gang Octobers bis zum Februar, ob. der Bertil-
ung wegen das ganze Jahr betrieben. Man
Fine ten $. — Ausgraben (ſ. d. 3) mit dem
dZuchseiſen (f. d.) od. Schwanenhals, dem Teller⸗
eiſen u. der Fuchsangel (ſ. d.). Ein Kr der ih
in einem fchledht gelegten Gijen nicht bat fangen
laſſen, beißt verpönt (verprallt), u. ift nun fo
vorfichtig, daß er [9 ſchwerer fangen läßt. Das
Schießen ber Füchſe geichieht auf dem Anftante,
indem ınan in ber Nähe des Fuchsbaues auf einem
Baume eine Suhshütte macht, ob. indem man fich auf
bein Mechfel anſtellt; dann ſchießt man bisweilen
auf tas Reizen; cd. iubem man ſich auf einem Lu⸗
derplatze (einem Orte, wehin man ben F. durch
todtes Rich firrt) anftellt; gemöhnlic macht man
auch bier cine zur Hälfte tm bie Erbe gegrabene
Hütte (ygynderhütte, Suchtbütte). Auch ſchießt
man ben F. gel egentlich bei Treibjagten n. auf
ber Haſenſuche Das Sudögegen (Buhähege) mit
ollzeit)n. wölftnah I Wochen
‚ fiber» ob. wolfsgran, ber |
Bude
Winbhunden IR in Englaxb fer gi
Butjäger folgen u *
zu Pferbe; meiſt
weißen — Me 2
Hüten belleidet. Die Leibenfaft für
fo ſtarl, bafi man in Grm
feltenen u. oft vom Eontinent
gebrachten De fe einen Hãrin geſchwan
an ber Erde ſchleift, in den Schweif
binbet u. dieſes durch einen > mei 3
* F. vet oe nr
pur, bie jo gu ;
felbft, wird dann mit Hunden —
den ſupponirten F. findet. Seltener
find das Ausräuhern, das Anegir
das Vergiften, wo man pulverificte |
(Nux vomica) in — Fleiſchwũt
n. nt — ielig iſt der
He äunter welchen mat
n bem Hr Fü, find bier u. d
ei —— man inwendig Tellereiſe
bäume ſtellt; by Blaufuchs (Eiafı
1 opus L., Vulpes arctica, V.ı
alba), im Sommer ſchwärzlich, im
weiß ob. blaugrau; — ge dicht
den Polarge genben Afient
2 &icer, frißt Sifee, Bye Heine
eeren; liſtig u. gefellig; Liefert jeht
Te Pelzwerk; ©) risfuhsn
cher F. (C ea — C.r
oben re melirt, Kopf
außen, Ö sfeiten u. — gel
ngen e; et ſt weiß
5 bgemäffet; Länge i Ar Zoll
n Nordamerika; ) ne anii
ai (C. decussatus), oben jdr
mehrt, ein Kreuz über Nüden n. |
wie Schnauze, Unterbau und 8
Sue pie weiß, übrigens vein |
den gemäßigten Gegenden Norbameri
nur Abart von Canıs fulvus, ber ſchi
roth, an Hals u. Bauch weiß, an bı
gran if; e) Ifatis ob. Eisfuche
satis), einfarbig ſchneeweiß, ald
ſchwärzlich, Ohren eirund, zugeſpitzt,
Be Spige ſchwarz; Fänge 1 5
inien; in Nordaſien; DM Der Kith
lox), "oben fahl röthlichgelb, une
Schwanz an ber Spike (war; in
rien bes oberen Miſſouri; g) Der:
Corssac), oben fucherdthlich graulid
Hals gelblich, Kinn, Keble u. Bauch me
an ber Spite ſchwarz; Länge 20 Zof,
etwa 1 Buß; in ber ganzen Tartarei;
(Canis Zerda, Mega otis Cerdo}
öhriger $.(Canis megalotis). im!
fern, ; u. Chrentbier; 2) eine Abart
f.u. Pferd; 3) fo v.m. Kotbe (btauße
4) (Blaue Kante), einige Tagſchme
ber Gattumg ber Ceffügeljakter: IE)
(Kleine Aurelia, Papilio nympl
ratus urticae L., Vanessa urt. La
braun; ſchwarz gefleckt, Borterflüg
ſchwarzen Puntten u. einer Reihe hellbl
ı fliegt fehr frühzeitig, Raupe (idhiwarz,
| nesss p.), Fl ei Tot
Neſſeln; by) Großen
.nym h. ph. polyel
mit ſchwarzer
beit) geſellig auf
Yurelia Pa
Fuchs
775
:inen gelben Streifen mit drei ſchwar⸗sanandis corporis hum. malis etc., Saſel 1542,
be mebrern blauen Flecken; Raupe
jelbbornig, auf Nüftern, Weiden ıc.;
großer. (P.n.p. xunthomelas),
nie, der bintere bat eine blaue Binbe,
neblich mit blaflerer Mittelbinde; 3)
iumen ſchädliches Inſect; der Schmet⸗
ß, braunroth, mit großen ſchwarzen
ellbraungelbem Grunde; die unteren
lügel ſind mit einer Kante eingefaßt;
tterling legt feine Eier auf bie Kirſch⸗
ıe, u. aus biefen kriechen im zeitigen
Raupen aus, bie fich zmilchen ben
roßes Neft ſpinnen u. die Bäume
"Abhaltung u. vertilgung ber Raupen
die Stänme mit Theerbändern u.
tefter. |
anderer Bedeutung), 1) ein Stubent
emefter (Graſſer %.); im zweiten
ist er Brandfuchs, vgl. Schul-
3.), jo v. w. Füchschen; 3) (Hũtteuw.),
ein Klumpen, welcher fich mitten im
u. nicht mehr vom Feuer geſchmolzen
;4) (Glashütte), eine Cffnung mitten
Glasofens, Durch welche das Teuer
ihlägt u. die Glashäfen erwärmt; 5)
nen‘. Ihießen ot.madhen, wenn
en des Geſteins das Pulver durch das
usfährt; man fagt auch, das Loch
; 6) F. bohren, bei dem Bohren
lnebeuheiten auf dem Boden erhalten,
daſſelbe nicht tiefer bohren kann; 7)
bringen, aus der Grube Erz ent-
ben‘. ſchleppen, faul arbeiten;
ırd, ein Bull, ter ohne die Abficht bes
nacht worden ift, ſ. Billiard IV. A);
Kupferjheitemünze am Niederrhein,
nnig; 11) im Hole), |. Feuer 4);
t des Hopfens, entſteht, wenn Die
Herbſt entweder fehr troden u. heiß
‚die Reife des Hopfens durch anhal⸗
Näſſe verzögert wird; dadurch ge-
umenzapfen, chne viel Mehl u. Harzöl
ı einen krankhaften Zuftaud, bekom⸗
srothe Farbe u. fallen ab. Man muß
Stangen nach u. nach herausziehen u.
altes tyroliiches, feit bem 17. Zabr-
in Oſterreich heimiſches Geichlecht,
in ben Freiherrn⸗ u. 1751 iu den
tand erhoben wurde u. 1766 die Überft-
neiſterwürde im Erzberzogthun Ofter-
etiger Chef: Graf Auton, Sohn des
enen Graien Ignaz, geb. 2. März 1796
sit Sidonia geb. Gräfin Wurmbraud⸗
mählt; eı hat nur eine Tochter; fein
r Ignaz, geb. 1791, ift öfterreichifcher
) Leonbard v. F., geb. 1501 zn
n Schwaben, war zuerft Schullehrer
de 1521 Profeſſor ter Medicin in
ann in Ansbach, 1526 wieder in In«
35 in Tübingen, wo er 1565 farb. Er
iger der hippokratiſchen Medicin u.
wurde von Karl V. geatelt. Gr gab
Hratijche u. galenſche Schriften, auch
ſius lateiniſch heraus, u. fhr.: Me-
dus, Baſel 1541, Bar. 1550; De:
1568; Institutionis medicae, ebd. 1567, 1618;
Opera, Fıff. a. M. 1604; De historia stirpium,
Baf. 1542 u. 3., zulett Lyon 1555, beutich ale New
Kreuter⸗Buch, Baf. 1543, Fol., auch franzöſiſch,
Er u. fpanifh. 2) Hans Chrifſoph,
Nor u. Senior zu Wellenburg u. Arnſchwang; er
Ihr. das fomifche Epos: Der Ameifen- u. Milcken⸗
trieg, 1600, Strasb. 1612, n. A. von Büſching,
Lpz. 1806. 8) Gottlieb, geb. 1720 in Lippers-
dorf im Chererzgebirge, fludirte feit 1745 in Yeip-
zig Theologie, wurbe 1751 Diafonus in Zehren
bei Dieißen, 1769 Biarrer in Taubenhein bei Frei⸗
berg u. fl. 1799 in Meißen, wohin er fi zurüd-»
gezogen hatte; er fchr.: Der Dichter auf ber
Reife nach Leipzig (herausgegeben von Gottſched),
Lp3. 1746; Neue Yieder, ebd. 1750; Gebichte eines
Bauernfchus, Dreaden 1752, neue Aufl. 1771;
Lieber zur Hausanbadıt, Meißen 1758. 4) Abolf
Friedrich, geb. 1758 zu Neuenkirchen in Med⸗
ſenburg⸗Strelitz, ſtudirte jeit 1771 in Göttingen
Theclogie, wurte 1775 Conrector am Gynaſium
zu Prenzlau, 1751 Rector der Doniſchule zu Ratze⸗
burg, 1810 Zuperintentent in Güftrew u. fl. 1828;
er ſchr.: Sefchichte Des Süftremihen Symnafiums,
Schwerin 1501, u. Üüberiette bie Bautinifchen Briefe
an vie Römer (Stendal 1759) u. bie Oden des Horaz
(NRoftod 1803 ff.). 5) Kari Heinrich, geb. 1773 in
Heidelberg, ftubirte Dafelbft Theologie, reurde 1799
Feldprediger bei tem pfätzifchen Eontinent, 1804
PBroieffor ter Theologie, 1805 Confiftorialrath in
Bamberg, kam 1810 in gleicher Eigenſchaft nach
Regensburg u. 1817 nad Anebach; 1335 wurde
er zum Oberconfiftorialrarh n. zweiten Hauptpre⸗
diger in München ernannt u. ft. daſelbſt 18475 er
jhr.: Mititärreden, Bamb. 1505; Annalen der
proteftantifchen Kirche in Rönigreiche Baiern, Nürn-
berg 1819 ff.; Die Einführung ber Kirchenvorftänbe
od. Preshvterien, ebd. 1522; Uber Sonntagsfchu-
len u. Sonntagsfeier, ebd. 1826 u. a. m. 2 Jo⸗
hann Nepomuk, geb. 15. Mai 1774 zu Matten⸗
zell in Baiern, ſiudirte Chemie in Berlin, dann in
Paris bei Haug, wurde 1505 Privatdoceut u.
1507 Profeſſor der Chemie u. Dlineralogie in
Landshut, 1523 Konfervater der mineralogifchen
Sammlungen bes Staates in Münden u. er⸗
hielt außertem 1535 das Amt eines Oberberg-
u. Sulinenratbed. Er leiftete auch als Borland
bes Polytechniichen Vereins Der Wiffenfchaft ausge⸗
zeichnete Dienfte. Wichtiger noch als feine Ent⸗
bedingen auf tem Gebiete ber Mineralogie m.
feine demifchen Unterfuchungen waren feine Lei⸗
ungen in techniiher Beziehung, inden er das
Waherglas erfand u. zunächft anf Die Wandmalerei
als Stereohremie anwandte. Er nahm 1849 feine
Entlaffung, wurde 18554 in den erblichen Arelftand
erhoben u. ft.5. März 1556. Erjchr.: Über pen gegen«
feitigen Ginfluß ver Chemie u. Mineralogie, Münch.
1524; Uber die Theorie der Erde, ten Amorphis⸗
mus fefter Körper 2c., ebd. 1844, u. m. a. 7)
Johann Friedrich, geb. 1774 zu Themar im
Franken, ftudirte in Jena Mebicin u. dabei Hu⸗
maniora, wurde 1504 Profeffor der Anatomie in
Würzburg, 1505 in Jena u. fl. ba. 1528; er ſchr.
u. a.: De perforatione membranae tympnni
praecipue de vera hujus operationis indica-
tione, Jena 1809; De strumue exstirpatione
per ligaturamı, ebd. 1810; Hist. anatom. pro-
776
lepsus vesicae urinar. inversae in corpore fe-
mineo observati, ebd. 1810 — 14. 8) Kon-
rad Heinrich, geb. 1803 in Bamberg, ftu-
Dirte 1821 — 25 in Würzburg, wurde 1831 Pri-
Yatbocent u. 1836 Profeflor der Poliklinik u. Ber
terinärmebicin bafelbft, fpäter ber Materia medica,
1838 Brofeffor u. Vorftand der Poliklinik zu Göt⸗
tingen u. fi. hier 2. Dechr. 1855; er fehr.: Hiflo-
rifche Unterfuchuugen über Angina maligna u.
ihr Verhältniß zu Scharlah u. Eroup, Würzb.
1828; De lepra Arabum, ebd. 1831; Bemerkun⸗
F über Gehirnerweichung, Lpz. 1538: Die krank⸗
aften Veränderungen der Haut 2c., Gött. 1840 f., !
3 Abtheilungen; Lehrbuch ber fpeciellen Nofologie
n. Therapie, ebd. 1545 — 49, 1 Bde. ; Bericht Über Die
mediciniſche Klinik im Jahre 1653—54, ebb. 1855.
9) Auguft, geb. 1518 in Deffau, ftubirte in Leip-
as u. Berlin Philologie, privatifirte dann in feiner
aterftabt n. ft. daſelbſt am 8. Juni 1843. Er ſchr.:
Spaniſche Grammatik, Lpz. 1537 (die er noch als
Gymnaſiaſt fchrieb); Quaestiones Xenophon-
teae, ebd. 1835 (Preisfchrift); Beiträge zur Kennt-
niß Der romanifchen Sprachen, Berl. 1840, 1. BD. ;
au Geſchichte u. Beurtheilung ber Pa AR
efj. 15412; Deffau, Wörlitz u. Oranienbaum,
ebd. 1843; Gejchichte des Schriftthums der Grie-
Sen u. Römer, ber romanifhen u. germanifchen
Bölfer, Halle 1546; Liber das Verbältnif der ro-
maniſchen Sprache zum Yateinifchen, ebd. 1849.
Fuchsaffe (Maki, Lemur), 1) Gattung ber
Salbaffen, mit fuchsartiger Schnauze; 2) Affeuge-
ſchlecht mit anne buſchigem Schwaunze, ſ. u. Satı.
Fuchsangeln, ſcharfe eiſerne Halen, welche durch
wei eiſerne Kränze (dentſche F.), od. Durch eine
apfel mit Feder (italienifche F.) audeinauder
u. zuſammengedrückt werden. Andre F. ſind die
lothringiſchen, fränkiſchen, thüringi—
ſchen. Sie werden 4 Fuß über der Erde an einen
Baumaſt gehängt, der Fuchs, Wolf od. Marder
(dann ſind ſie kleiner) will ſpringend den zwiſchen
den Haken aufgeſteckten Biſſen abnehmen, die
Schnur, an die der Biſſen befeſtigt iſt, zieht die
aken zuſammen, ſie greifen in die Schuauze u. das
hier iſt gefangen.
Fuchsbaum, fo v. w. Fuchsſchlagbaum.
uchöbeere, fo v. w. Brombeere.
uh8blume, fo v. w. Viole, ſ. u. Fuchs 1).
ſchen (Log.), kategoriſcher Schluß mit vier
en j. Sophisma amphiboliae unter
ophiftit.
uchſsducaten, goldene Spielmarfe von ber
Größe eines Doppelducatene, am Hofe des Kurfür-
ften Friedrich AuguftsT. von Sachſen um 1700 ge
möhnlich, mit dem Bilde eines Fuchſes.
ü [e fo v. w. Forindianer.
ichle, — Thiere mit langhaarigem,
erade ausgehendem Schwanz u. ſenkrechtem Sch.
hate: dahin die verſchiedenen Arten F.
Fuchseiſen (SSchwanenhals, Shwanen-
eiſen, Berliner Eiſen), Inſtrument, zum Fans
gen der Füchſe, wilden Katzen u. größeren Vögel.
Man hat große, mittlere u. Heine $. Die Dide ver
Bügel ift in ver Mitte ! u. in der Breite 3 Zoll,
egen das Gewerbe zu aber werben fie über 1 Zoll
art u. breit. Die Bügel find oben durch eine
Schraube (Dorn), melde durch bie an benfelben
befinblihen Baden läuft u. inwendig eine Mutter
bat, werbunben; auf der anderen Seite aber hält
Fuchsaffe bis Fuchsinfeln
fie die zufammengebogene 1 Fuß fange
breite u. 1 300 ftarle, gegen tat
aber in ber Dide etwas abnchmenke,
liegende Feder vermittelft zweier Zapf
men. Das Gewerbe ſelbſt beſteht in !
geln aus 12 Zähnen ob. eingefeilten Kir
1% Zoll ftarl. Durch die rechte Saite t
u. Gewerbes läuft eine Schranke, melde
die 4! Zoll fange, eiferne Röhre Piein
durch welche bie Schnur zur Bejeſtigun
dens u. zum Abzug gebt u. nad augen
der Ausbiegung ber Feder das Schle
ie Kapfel wird aus 2 Seitenbleche
Durd eine Schraube ift unten das 1';3cH
blech, welches oben Riefen bat, berejtiat
ben 1 Zoll fangen, inwendig eingeſchraub
baleu, ber ausmendig, wo er au’ bie
Stellblechs ftößt, eine eingefeilte Kim
biejer ein feines Loch zum Einbinden d
ſchnur bat. Über dieſem Etellbaten bah
tenbleche 2 Löcher, in welche beim Steller
chen eingejett wird, damit fich ter Auf
— Loeſchnellen nicht verlett
dem Schloſſe liegt der 23öllige Abzug
welcher auf bie in Das Gewerbe des and
vermittelft einer Schraube eingefügte, 3
u. * Zoll breite, eingekrümmte Schn:
nit einem löffelförmigen Ende greift. Di
ftange bat unten bei der Einfügung in ti
eine ſtarke Kimme. Yu tiefe greift beim
ber 1% Zell lange, } Zoll flarte u. ? |
voru feiljermig zugeſpitzte Schnelifif
chſeln, 1) Füchie jagen; 2) ven
ber Nausgeit, unangenehm riechen.
Tucdöente, fo v. w. Brantente, |. x
Fuchseule, ſo v. w. Mittlere Obrer
Fuchſsgabel, Gabel, weiche beim
der Füchſe u. Dachſe gebraucht wird.
Fuchsſsgans, jo v. w. Brandente.
Fuchsgrube, fo v. w. Fluchtbau de
—288 ein Deckneg von 5 bis
tenlänge, 3 Zoll langen jpiegeligen M
über die Anagänge der Röhre vom B
wird; an jeder Ede Des Netzes iſt eine
einer Bleikugel, damit fich ber in die F.
u. fortjchleppende Fuchs noch mehr mi
in felbige verwidele.
Sudenunb, fo v. w. Spitz.
Fuchſſia (F. Z.), nach Fuchs
Afamzengattung aus der Familie Ocı
uchsieae, $. &l. 1. Orbu. Z.; Arte
cinea, zierlider Strauch mit ſcharlach
ßem Kelch, Heiner vwioletter Blumen
eaberten Blättern, in Südamerika zu
färben benutt; F. macrostemma, it
Aufguß der Blätter als Tühlendes I
Fiebern gebraucht; F. racemosa, auf£
mit dunlkelrothen, wie Oliven greße
Beeren, Die Blätter als auflöfentes 3
wendet; F. fulgens, F. globosa. F.
in Mertco, u. m. a., bei und ale Zie
Töpfen cuftivirt.
Gussindianer jo v. m. Ferintiar
uchsinſeln, 1) fo v. w. Kor alu
walangeinjelu, von den Ruſſen fr
Oſt rova genannt), die öſtliche Grupre
inſeln (Nocdweſtküſte von Nerdameri
vulcaniſch, häufige Erdbeben; geringe
Fuchſit bie Fucndbank
Kartoffelban; viele Flichſe (daher ber Name).
777
Fucinus (a. Geogr.), See im Gebiete ber Mar-
eiſten der Inſeln find bewohnt; bie Einwohner fer in Mittelitalien, worin ficb tie Gebirgswäſſer
gen fih bauptjähli mit ber Jagd auf
e u. Eisbären, deren letsteren Pelze einen
en Ausfubrartifel bilden. Die ganze Gruppe
den Rufjen u. wird von dieſen in zwei Be⸗
etbeilt: a) Bezirk von Kodjak, umfaßt
kin Kodjak (Kariah), Tichirilow (lllamof),
, Afognac, Alasla; b) Bezirk von lina-
a, umfaßt die Inſeln Unalaſchla (Agum
a) Umnak, Akutan, Unimak, Sannach (Iſan⸗
pie Schumaginſchen Inſeln, Nagay nn. meh—
inere.
hſit (Diin.), Smaragde bis grasgrüne fein-
ge Maſſen, eine Varietät des Kaliglimmers,
ehremeryd grün gefärbt; Fundort: Schwar⸗
1.
— ſo v. w. Chinche.
mit der Gans, unſcheinbares nördliches,
ne Sterne enthaltendes Sternbild, in ber
vage, norbmwärts iiber dem Delphin u. zu—
mörblich über dem Pieil.
Smonat, früber jo v. m. Februar.
neß, eine Art Jagdnetz 11. d.).
len, fonft Belnftigung Vornehmer;
* Perjonen ftellten fid in zmei Reiben u.
je zwei ein langes Net od. Tuch in bie
„ein lebentiger, auf die Netze gelaßner Fuchs,
Buch ſchnelles Anziehen ver Netze fo oft in
ft geichnellt, bis er tobt od. ganz ermattel
Die Füchſe wurden dazu in Fuchtzwingern
Dahrt m. in hölzernen Fuchskaſten transportirt.
äle, Fuchsreizen, |. u. Fuchs 1) a).
zaute (Dter.), fo v. m. Alopecie.
riedarad, ift Carex vulpina.
ſcheibe, drei Foranibenförmige Hölzer,
ichen ber abgezogene Fuchsbalg ausgejpannt
ocknet wird.
— Affen, ſo v. w, Mali A).
siäwanz, 1) ver Schweif eines Fuchſes;
» Säge, deren breites, vorn ſpitz zulaufendes
in ber breiteften Stelle mit einer hölzernen
abe verjeben ift u. fein gezahnt ift; 3) ein
Segel; 4) jo v. m. Fuchsichwansgras 2).
zsſchwanzgras, 1) das Pflanzengeſchiecht
urud; 2) ift Amarantus Caudatus; 3) ift
um salicaria; 4) fo dv. w. Nirbaare.
yeramwängiger Affe, jo v. w. Schweifaffe,
aft a
tel, Spielart beim Billard, |. d. IV. co).
4 ſ. u. Hund.
ucht, bei Füchſen fo v. m. Raute.
thurm, Thurm bei Jena, ſ. d.
todſturmhut, ift Aconitum vulparia.
witterung (Iagbiw.), ſ. u. interung
Bzange, ein beim Ausgraben ver Füͤchſe
andtes Inſtrument, |. Ausgraben 3).
htel, veraltet für Degen; daher FSuchteln,
and mit flacher Degentlinge wiederholte
je auf den Rüden geben; jeuft Strafe für
ffaiere u. Yunler; 2) von Pferden, beim
e Vorderfüße nicht gerade aufheben u.
en, fonbern fie bei jebem Schritte, ſowohl
mitte, als im Trabe, auswärts werfen ; zeigt
che in den obern Gelenkverbinduugen u. iſt
s verbefiern.
ri «Fucinöae, Facareae, Fuceideae), Kamilie
yon, jo v. w. Tange.
ber Apenninen ſammelten obne einen fichtbaren
Abfluß zu haben; jegt beißt er Yayo —— od.
Lago di Celano. Die Verſuche zur Ableitung bes
Waſſers, f. u. Celano 2).
Fucoiden (Bucites), foifile Algen, die im Meere
gelebt haben (alfo Tange) u. Geber auch durch ihre
orkommen auf eine marine Bildung fchließen
laſſen. Sie bilden gewöhnlich ein ungegliebertes
Yanb von uriprünglich bäutiger od. leberartiger
Waſſe, das bald flach, bald cvlindriich m. meiſt rer
gellos veräftelt, cd. Blattartig ausgebreitet erſcheint.
Hierher gebört die Gattung Chondrites, Sphae-
rococcites, Cylindrites u. a. m. In den Schiche
ten über ter Juraforınation kommen fie im Grün⸗
ſande jo zahlreich vor, daß man Dielen Sucolben-
fandflein (Flyſch) genannt bat. Einige bat man
auch im Übergangatalte, Vergtalle u. Zechftein ent»
edt.
Fucolögie (v. fat. u. gr.), Yehre von ben Algen.
Fucus, Pflanzengattung aus der Familie ber
Furaceae; Algenkörper oberwärts platt od. flach,
zuweilen Durch Luftblaſen aufgetrichen, äſtig, an
den Spigen zu Bruchtförpern anjchmwellend; Hül⸗
lenfrüchte Dicht gedrängt. Merkwürdige Arten: F.
vesieulosus (Blafentang), af in
allen Dieereu, fonft unter dem Nanıen Meer»
eihe (Wuercus marina), fo wie die Davon
bereitete Kohle als Vegetabiliſcher Mohr
(Aethiops vegetabilis) officinell, jetzt nur noch
zur Mäſtung der Schweine u. zur Bereitung
der Soda benutzt; ber Algenkörper iſt oben ſchmal
blattartig, mit einein Mittelnerv, ganzrandig,
zweilappig geſpalten, durch Luftblaſen hier u. da
aufgetrieben; Fruchttörper am Ende elliptiſch,
ſtumpf; bis 1 Fuß laug, Zoll breit. F.nodo-
sus, häufig au der Nord« u. Oſtſee; F.amyla-
ceusa, gibt das Material zu ten Salanganen-
neftern; viele fonflige Arten gebören jet zu are
deren Geſchlechtern. Zur Jodbereitung dienen: F.
vesiculosus E., F. nodosus L., F. ceranoides
L.,F. serratus Z. u.a. Sie werden namentlich
an ber Küfte der Normandie (unter dem Namen
Barec) u. auften ſchottiſchen Inſeln (als Kelp)
gefanımelt. F.tenax Turn. lieiert ben Chinefen
einen guten Yeim (Haithai); F.iodiferus fol
in neuefter Zeit in Montevideo zur ütterung bou
Lamas benutt werden, deren Mit pi Heilung
der Schwindſucht dient; F. natans L. (Sargas-
sum bacciferum Ag., Seetang) bildet bie Fu⸗
cusbänte (f.d.) im Atlantiſchen Ocean.
Fueuß (Tat), ſ. Schminte.
Fucusbank, 1) Große %. (F. von Eorvo
u. Flores, Sargalfomeer [Mar de Sar-
gasso]), langes, ſchmales, unterfeeifches, von Co⸗
lumbus entbedtes Hochland im Atlantifchen Ocean,
das fih von 19° nördl. Br. an bis in die Nähe ber
Azoren (Norbwefttüfte von Afrika, 39° nörbl. Br.)
erſtreckt u. mit einer Alge Fucusnatans Z. bewachſen
if. Ihre Hauptachſe liegt etwa 7° weſtlich von
ber Azoreninſel Corvo. 2) Kleine F., liegt zwi⸗
ſchen den Bermudaſs⸗ u. ben Bahamainſeln (Oſt⸗
füfte des ſiidil. Nordamerikas 200 bie 30° nördl.
Br.), Winde u. Strömungen ändern theilweiſe bie
Lage u. den Umfang biejer Bänke. Beide find von
einer großen Anzahl Heiner Geethiere bewohnt.
778
* — ‚von Stenhouſe aus Seesigen, haupt⸗
füdlih aus Fucus nodosus, F. vesiculosus, F.
serratua, x. bargefiellter Körper. Es iR im frifch
deſtillirten Zuſtande farblos, wirb in wenigen Ta⸗
gen aber vom lichte gelb u. braun, Salyläure färbt
es grün, Kali anfange gelb, dann roth; (per. Gew.:
— 1,150; 66 fiebet gwilchen 171—172°. Wenn man
bes F. mit 8—9 Th. Ammonial mifcht, fo erhält
man eine bellgelbe kryſtalliniſche Maſſe, das Sucut-
amib, Cso Hız Na Os, das dem Furfuramid ent-
ſpricht. Leitet man einen Strom von Schwefel-
waſſerſtoff Durch eine alkoholiſche Löfung von Fucus⸗
«mid, fo erhält man das bem Thiofurol eutſpre⸗
ende Thiofucuijol, Ciq Ha Ss Os. Kocht man
Fuensamid mit Kali» od. Natronlauge, fo erhält
Man eine mit dem Furfurin iſomere Baſe, das
Swcufin, Co Hız N2 Öse, das in kleinen platten,
Pernförmig vereinigten Nadeln krpftallifirt u. fich
m Waffer u. Allohol löſt. Die Löfungen reagiven
deutlich allaliſch.
sn (Chem.), fo v. w. Algendt.
uddea (fpr. Foddih), oftindijche Münze, fo v.
w. 2 Pice = 3,85 Pf.
Fudder (fpr. Fodder), Bleigewicht in England,
hei Rollenblei = 20, bei anderem Blei = 191
Hundredweight od. 20 Zollcentner 38,2 Pf:
Fuddie, Infel zur Gruppe der Hebriden (Weſt⸗
füfte von Schottland) gehörig; zwilchen Barra u. |
South⸗Uiſt gelegen; fehr gebirgig.
Fuder, 1) fo viel, als auf einen zweilpännigen
Bagen gelaten werben ann ; Daher 2) Wiefenmafi,
.B. eine Wiefe von brei F., auf welcher brei F.
* erbaut werten; 3) ein in mehreren beutjchen
taaten, gu Deren Hanbelspläßen, in ber Schweiz,
Dänemark u. Schweten ꝛc. übliches größeres Wein-
gebind, gewöhnlich zu 6 Ohm od. 12 Eimer, bie
enaueren Angaben finden fi in ben geographi-
pen Artifeln der betreffenden Länder u. Stäbte;
4) auch ein Maſt trodener Dinge, fo hält 3.8.1
F. Getreide zu Hildesheim 40 Scheffel; 5) in Berg-
werten fonft ein Daß fiir Erze, Kieſe, Eijenfteine
x, — 3 Karren.
Buego, 1) Biffayerinfel, fo v. w. Siguyon;
2) Inſel im Archipel bes Grünen Vorgebirges;
bier am 10. April 1847 Ausbruch bes Sultans
nad faft funfzigjühriger Ruhe.
Fuen, Münze, ſo v. w. Sen.
uencaliente, Marttfleden im Aleudiathal ber
ſpaniſchen Provinz Ciudad Reals; Mineralquellen
u. Bad; 1800 Ew.
Fuencaral, Stadt in der ſpaniſchen Provinz
Madrid; Muskatweinbau; 2200 Em.
Buengiröla, 1) feiner Fluß in ber fpanifchen
Provinz Malaga, mündet in das Mittelmeer;
8) Saftel de F, Sort an ber Mündung befielben.
Fuen⸗ho, Nebenfluß des Hoangho in China.
Buenfalida, Stadt in der fpanifchen Provinz
Toleto; 2700 Ew
Buen-Santa (La), Marktflecken rechts am Zu-
car, in der jpantjchen Provinz Cuenca; 1700 Ew.
Buente (ſpan.), Duell, Brummen, daher mehrere
ber folgenden geograpbijchen Namen.
Fuente⸗Cantos, Warkıfleden in ber fpanifchen
Provinz Badajez (Eftrematura); 5000 Ew. Ger
burtsort des Malers Zurbaran; hier 1508 u. 1813
Sieg der Franzofen.
‚ Bueufel bis Fuentes
‚Cw Hıs Oıs, ein dem Furfurol ent- |
Fuente de la Stabdt u
in ber ſpaniſchen Provinz Alicante; 2:1
ee * — «m
in der fpanifchen Provinz joy; 461
‚Buente el Sanco, Statt in ber ip
vinz Zamora (Leon); 2600 Ew.
Füente Ia Bene, Stadt am Gau
ſpaniſchen Provinz Zamora (Feen); 25
Fuente Dyejäüne, Stabt am Gust
ſpaniſchen Provinz Corbova ; Wol- w!
@erberei; 2250 Em.
Fuente-Peläyo, Marttfledten in di
Provinz ee Wollzengweberti, 1
Tuente NRabia, 1) Stabt in be
Provinz Toloia, auf einer Halkinfet
ichen Meerbuſens, mit ort, von Ph
gelegt, u. Feſtung an ber Bidaſſoa;
lebhafte Fifcherei, 2500 Ew. — Nach
F das Dale ber Ulten, nach Anderen
tönig Spintilla gebaut werben fein; 1
von Alfons IX, von Caſtilien genen
von den Sranzofen erobert u. von ha
nachdem biefelben F. 1522 ein Ja
belagert hatten, 1524 wiebererobert;
berlage ber den Ort belagernben frau
Condé u. dem Herzog von Epernen; Ii
Franzoſen genommen, aber bald den &r
der übergeben; im Franzöſiſchen Newel
1794 von den Franzoſen unter Müller
im Frieden zurüdgegeben; 2) Meerbuf
uentes, 1) Sort in ber Tombarb
vinz Como an ber Abba u. tem IR
bes Comerſees; angelegt 1603 von bei
Statthalter Fuentes in Mailaud, wur
ben Franzoſen zerſtört; e8 beberrict tem
das Addathal, Baltallına , von Chiare
8. de Ehre, Stadt am Ebro in ber ſpa
vinz Saragoffa; Mineralquellen; 17%
1706 Sieg ber Engländer über bie 8]
Fuentes, 1) Don Bedro Hent
Toledo u. Azevedo, Örafvong
Grafen Alba de Lifte ge von Qu;
tbarina® von Toledo Pimentel, wurt
in Ballabolid u. lebte als Secretär
Bhilipp II. von Spanien Hofe. Rad
dem Herzog von Alba 1580 feinen
zug in Portugal mitgemacht hatte,
1582 General über ſämmtliche Trup
tugal. Als folder ſchlug er, als 1569 |
mit Unterftügung einer englifcyen Fle
26. Mai bei Veniche in Eſtramadura
Torres Vedras fih zum König von F
rufen ließ u. nach Liſſabou vorbrang,
anı 3. Juni zurüd u. zwang die englifd
Rücklehr. 1592 ſandte ihn Der Königin
ſchen Niederlande; er ftanb bier nad
bes Herzogs Farneſe von Parma, Stal
Niederlante, deflen Nachfolgern, Gra!
von Mangfeld u. danu Erzherzog Er
reich, zur Seite u. wurbe 1595 nach de
Letzteren Statthalter ber Niederlande.
durch feine firengen Maßregeln unter
ländern eine ſehr gereiste Stimmun
Spanier entftand, jo ſah fich Philipp I
‚zurüdzurufen, u. arı feine Stelle lamd
Albrecht von Ofterreich. $., der 15462
zurückgekehrt war, wurde Mitglied de
ihes; jeine Macht aber ſank unter te
‘
Fuentes dHonor bis Fuge
dem Böilien feines |
‚p ITL, ber ſich ga
bes Herzoge von Lerma, ergab; um
: gefürchteten F. geneigt zu erhalten,
ber König 1600 zum Statthalter von
on bier aus veranlafte F. burch Ber-
I franzöfiigen Marihalle Herzog von
erſchwörung zum Sturz Heinrich IV.
ch, bie aber an ben Tag kam; ebenſo
ndere Intrigue von ihm, um ben Ha⸗
feille in feine Gewalt zu befommen,
3 beim Wiederausbruch bes Krieges
mien u. Frankreich drang F. an ber
5,000 Dann in Frankreich eın, wurde
rot vom Herzog von Engbien am 19.
Ichlagen u. blieb ſelbſt. 2) Bartbo-
., angeblich fpanifcher Seefahrer, der
em Hafen von Callao auegefahren,
efttüfte Amerilas bin», einen großen
jelegelt, durch mehrere Seen hindurch
inem aus Bofton kommenden Dale
fol, woburd eine norbweftliche Durch»
eifelt geworden wäre. 1708 warb bie
ft wiederholt, aber dennoch berubt fie
f einem Schiffermährchen.
o'Honor (8. de Duer), Marktflecken
hen Provinz Salamanca, öſtlich von
0 Ew. Hier am 3. — 5. Mai 1811
länder, Bortugiefen u. Spanier unter
iber die Franzoſen unter Maflena, |.
Bortugiefiicher Befreiungstrieg.
eu⸗fu, Stadt in ber chineſiſchen Pro-
‚am Fuen⸗ho, ift ſtark bevöllert, hat
Danbel, viele Yabrilen, Reiobrannt⸗
fdrennereien u. befuchte Heilquellen.
yan.), alte Vorrechte, welche die bas⸗
nzen in Spanien u. Navarra fonft ge
che ber König beſchwören mußte, |. u.
) Fluß in Derico; entfpringt im Staat
ucchfließt ben Staat Cinaloa u. mün⸗
Bucht bes Californiſchen Meerbufens;
1 %., Departement bes mericanifcgen
dloau.3)(Montesclaro6), Haupt.
Neden darin am Fuerte, mit 5000 Ew.
ntura (Borteventure), eine ber grö-
ſchen Infeln, nur etwa 15 Meilen von
ven Küfte entferntg ift von NO. gegen
teilen lang u. von D. nah W. 5 Mei-
:gt fich an ber Sübfpie nach W. um
Halbiniel Hanbia; 35,7 (nad Un-
M. mit 14,000 Ew. Die Infel if in
gelig, fonft aber ziemlich eben, vulla-
unge, arm an Quellen n. Bäumen,
in der warmen Jahreszeit jehr heiß;
nfruchtbar,, jo daß in ber naffen Jah⸗
fräuter reichlich gedeihen; es gibt Zie⸗
Ejel u. Mauleſel; die beträchtlichften
ind Orfeille u. Barilla, wovon viel
db. Der bejuchtefte Ankerplatz ift Puerto
), |. u. Mettus.
K, 1) vom BVollstribun Q. Fufius,
daß Clodius wegen bes gegen bie
erübten Frevels nicht vom Boll, fon-
rälor u. einer anderlefenen Amel
tet würde. 2) (Judiciarial. F.),
9 9. Chr., daß bie in bie Provinzen
ıgiftraten eine beftimmte Anzahl Be⸗
779
gleiten haben foflten, welche Klagen wegen uner⸗
bter Vereicheru " ber Magiftrate anfleliten.
fipins. Die Fuldia gens wear ein plebejiſches
Geſchlecht; befannt daraus find: 1) Lucius %.,
Freund des M. Amiline Scaurus, war ein
rühmter Yurift. 2) &., unter Sulle & hoben Stel-
len gelangt, machte er den Krieg in Spanien
Serterius mit, wurbe aber von bemfelben ge
gen. 3) F. and Horazens Satyren befannter Wu⸗
cherer. 4) F., Juriſt unter Beſpaſianus, welcher
a) ar tz baber P
Fuge (lat.), 1 ucht; daher Fugae su ws,
eine der Entweichung verbäcdtige Berfon; ar Bei
anbhängigem Eriminalproceß entweder in Haft ge-
bracht, od. fie muß genügenbe Gaution leiften;
2) (Muf.), Fuge.
Fuga, Ferdinand, geb. 1699 in Florenz, wib-
mete fih ber Bild» u. Baukunſt, fuchte in Rom
feine weitere Ausbildung u. ließ ſich bort ale Hof-
architekt Sienrene’ XII. nieder. Er vollendete ben
Bau ter Scuberia u. anderer zum Quirinal gebö-
riger Bauten, veflaurirte die Kirche Sta. Maria
maggiore, erbaute die Kirche Della morte, bie Ba-
läfte Betroni u. Eorfini u. ſchuf außerdem in Nea⸗
pel mehrere vorzligliche Bauwerke, ald: dase große
Hofpital (Reclusorio), ben Palaft des Herzogs
Giordani u. bes Prinzen Caramanica. Er fl. 1760
in Rom.
gacität (v. lat.), Flüchtigkeit.
ugara, jonß eine Flötenftimme von fehr enger
Menfur in der Orgel; jet außer Gebraud.
Fugäto (ital., Muf.), 1. u. Fuge.
vacui (lat ), Scheu vor ber Leere; früber
als Erklärungsprincip von Erſcheinungen, welche
man jetst richtiger aus bem Drud ber Luft ableitet.
Fugbank (Böttch.), fo v. w. Bankhobel.
Fuge, 1) jo v. w. Cinſchnitt u. Falz; 2) ber Ort,
mo zwei Dinge zufammengefett find; 8) (Bauf.),
ber Zmifchenraum zweier Werfftüde, wo biefelben
im Mauerwerk zufammenftoßen; auch der mit Kalt
ausgefüllte Zwiſchenraum ber gebrannten Steine
im Mauerwerk, wobei man volle u. offene $.
unterfcheidet; erftere werben bei folhen Mauern
angemenbet, bie feinen Abput erhalten; letztere
aber bei jolhen, bie abgeputzt werben, bamit ſich
der Mörtel in ben en Ienfept u. fo beffer haftet.
Außerbem unterfcheibet man Lagerfuge, in hori⸗
gontaler, u. Stoßfuge in verticaler Richtun
uge (lat. Fuga, Muf.), ein aus wenigſtens
zwei Stimmen beftebendes Tonftüd, worin jebe
der Stimmen ihre eigene Melodie führt u. nicht
blos eine ber anderen zu Begleitung bient, fonbern
ihren eigenen Charakter behauptet; C ontrafuge
enannt, wenn ihr Gang dem Gange einer in dem⸗
Riten Tonftüd vorbergegangenen F. entgegengeſetzt
iſt; fteigt 3. ©. die erſte F. vom Grundton zur Do-
minante hinauf, fo fteigt tie Eontrafuge von ber
Dominante zum Grundion herab. Die anfangenbe
Stimme trägt zuerft den Hauptfa vor. Wird bie-
fer von ben anderen Stimmen genau u. ununter-
brochen nacdhgeahmt, fo nennt man Lies eine Ca⸗
noniſche %. (f. Canon 2); im anderen alle aber
nennt man den Sat eine Periodiſche F. ob.
ſchlechthin F. u. bezeichnet ben Theil einer F., wo
bas Thema eher eintritt, als es bie vorhergehende
Gtimme vollendet hat, mit Stretto. Bei ber in⸗
neren Einrichtung ber F. kommen in Betradt: a) ber
Sanptjay (Thema, Subject), welchen bie
Ethmm en u. ber dm Fortgang,
ee —— in fo * er den
anderen Stimmen gleichſam zum Wegweiſer dient,
gewähnlih Führer (Dux) genannt wird. Bon
der guten Wahl u. aaa ea he Fuüh⸗
rers hängt gewöhnlich bie Güte u. Schönheit ber
amgen F. ab. Engführungbdes Thema findet
att, wenn bei Durchführung einer F. dafielbe vor
inem Schluffe, wo bie verfchiebenen Stimmen
näher auf einanber folgen, beantwortet; Ermwei-
terung, wenn ein Intervall des Thema in ein
Ößeres verwandelt wird, fo eine Duinte m eine
fte rc.; b) ter Geführte (Comes, Ant-
wort), welcher, nachbem ber Führer fein Thema
vollentet bat, auf eier anderen Stufe ber Ton⸗
leiter, gewöhnlich der Quinte, eintritt u. Das Thema
entmeber ganz genau od. de ähnlich wiederholt;
e) der Wiederſchlag (Repercussio), b. i.- bie
Orknung, in melder ſich Büßer u. Geführte wech⸗
jelsmweife in ben verjchiedenen Stimmen bören laflen,
u. die dadurch betingt ift, Daß Der Gefährte bas
Thema auf einer anderen Stufe ber Tonleiter aus⸗
führt, als der Führer, u. beide fich nicht zufammen
hören lafien können; d) die Gegenhbarmonie
(Sontrajubject), die Melodie, welche im Fort⸗
ang der F. Die Stimme, welde ben Haupte
7 vollendet bat, gegen ben nur eingetretenen
Führer od. Gefährten hören läßt; oft wirb aber
auch gleich beim Anfang bes Hauptjates ber Führer
mit einer Gegenbarmonie begleitet; enthielten The-
mata mehrere der zum Grunde liegenden diatoni⸗
fen Tonleiter fremde Töne, fo nannte man erftere
chromatiſche Fugenſätze; e) die Zwiſchen—
harmonie (Zwiſchenſatz), bie kurzen Sätze,
welche, ſo lange der Hauptſatz ſchweigt, ſich zur
weiteren Fortführung der F. hören laſſen u. auf
den Haupiſatz wieder anſpielen, od. doch mit dem⸗
ſelben in einigem Zuſammenhang ſtehen. Die F. iſt
A) Eigentliche (reguläre) F., wenn dieſe fünf
Haupterforderniſſe recht angewendet u. wo ſie nicht
fo ſtreng angewendet find; B) Uneigentliche
(irreguläre) F., mo dies nicht fo ſtreng der Fall
it; C) Contrapunktiſcher Sat (Fugato), ein
m Fugenform gearbeiteter, meift als Theil eines
größeren Ganzen ausgeführter Satz; D) Strenge
$., wo nur das Thema mit feinem Contrafubject
durchgearbeitet wird; E) Freie F., wo zwiſchen
den Repercuffionen des Hauptſatzes auch andere zum
Ganzen paffende Säte gehört werben; F) Kunſt⸗
fuge (Ricercata), ift bie ftrenge $., bei welcher
man künftlihe Nahahmımgen u. andere contra=
punktiſtiſche Künfteleten noch mehr ansführt; G)
Doppelfuge, wenn in einer %. zwei od. mehrere
—— verbunden u. durchgeführt find; M)
ughetta, wo der Hauptjat weniger durch⸗
gearbeitet ift, al® gewöhnlich. Jede biefer Fen kann
weis, Dreis u. vierſtimmig fein; mehrſtimmige F⸗n
ndet man jetzt jelten. Hinſichtlich des Intervalls,
worin der Gefährte dem Führer antwortet, kann
6 Secund⸗, Terz⸗, Sertfugen geben; doch
ft die manienina bei Weitem die gewöhn⸗
lichſte. Über den äfthetiichen Werth ver Fen ift viel
an worben, jedoch haben bie großen Leiftungen
achs, Händels, Haydn's u. Mozarts dieſer Gat⸗
tung muſikaliſcher Compoſition eine unzweifelhafte
Berechtigung zugeſprochen. Vgl. Marpurg, Ab⸗
handlung von der F., Berl. 1753, 2 Thle.; Che⸗
zubini, Traité de contrepoint et de fugue,
j
D
Fuge bis Jugger
gebaut, fo v. w. Falzbanl.
obel, fo v. w. Bankhobel.
gelfe, Bezirk auf der bäntichen |
land; 43 OM. mit 8900 Gm. m 21 &
bierzu_ die Cilande Famse, anf ber
ar eine Kirche u. 400 Ew.: %
talde, von jener weſtlich, OM.; 4
Astöde, füblich von ben worigen, mit 11
Fugemeſſer (Sageriſen, Glaſer), ein
beiden Seiten mit einem Halen, um
Glasſcheiben bie ſtehen gebliebenen Ja
fneipen; vgl. Abfiebern.
Fügen, Pfarrdorf des Zillertbales
Kreile Inmebrud; Schloß, Pulvermi
abel» u. Eiſenzeugfabrik; 2000 Em.
FugenPäfer (Byrrhus Z. ), Gattung
börnigen Käfer.
Fugenleim, Art Harz, womit biei
Fugen bes Bienenftodes überzieben.
Fugenfanitt, 1) Die Bearbeitunge)
ber flächen der Wertftüde, welche bil
machen, fih ohne Berbindungemittel 1
runber ob. ſchieſen Mauern u. in og
bungen zu halten u. fo bie verlan N
Baumwerts uſtellen. 2) (Deralt.), ei
—— —— die —
ugenſtein, fo v. w. Kreuz
—5 Friedrich Heinrich, geb. 175
bronn, bildete ſich zum Maler in Stat
Guibal, ſtudirte dann in Halle die I
aber wieber zur Malerei über, inden
Dresden umter Ofers Leitung begab.
tamı er 1774 nad) Wien u. vervolllonumn
kaiferlicher Penflonär nach Rom gelaub
feines dortigen Aufenthaltes von 1775 -
dort nah Neapel berufen, um bie Bil
Königin mit Fresken zu fchmüden, teb
nah Wien zurüd, wurde bort Vicedire
Maler» u. Bilbhauerfchule u. fpäter 2
Gemäldegallerie zu Belvedere, Hofma
feffor u. ft. 1818. Obwohl fi F. ber
anfchloß, welche zu feiner Zeit die beutl
fer in Rom zu Gunſten einer Regenerat
ſchmacks veranlaßten, fo konnte er fit
Zrabitionen der Zopfzeit nicht ganz lot
mälde: Johannes in der Wüſte, im ber
zu Wien; Adam u. Eva, Johannes |
eine heilige Magbalene, im Belvedere di
tanut find feine. 20 Eompofitionen zu
Meſſias, geftochen von H. Leypeld.
Fugger. Diefes in einer Linie jeit 15
in ber anderen feit 1803 fürftliche, in
Württemberg begüterte Haus, ftammt ı
bannes F., einem Webermeifter in Sri
Dorfe auf bem Lechfelde bei Augsburg,
Auna Meisner aus Kirchheim verdeit
2) Johannes, der ältefte Schu de
wurbe ebenfalls Weber, lieh fi, um
Waaren Hanbel treiben zu fünnen, in
nieder u erlangte 1370 dafeltfi durch
mit Klara Widolph Das Bürgerrecht.
Tode beirathete er eines Rathoͤherrn Zt
fabeth Gfattermann, wurbe einer ke
ner Zunft u. Freiſchöffe bes Febinge
ſt. 1409 u. hinterließ 5 Söhne, ven
dreas u. Zalob ihre® Baters Geichätt
fortſetzten, große Reichthümer enmark
ter zweier abeliger Familien wurdes
nt ber reiche F., des Borigen Älterer
:athet mit Barbara Stammler vom
x Stammpvater der I. abligen Linie
» (fo genannt nad dem Jalobs Soh⸗
n Kaiſer Friedrich IIL verliehenen
che aber ſchon 1583 wieber ausſtarb.
johanns zweiter Sohn, Zwölfer u.
ı Augsburg, trieb ſchon ausgebreite⸗
fl. 14. März 1469 u. wurde Stamm-
inte #8. von den Lilien, indem feine
) Ulrich, geb. 9. Dechr. 1441, ſt.
0, %) Georg, geb. 10. Mai 1453,
1506, u. 7) Jakob, geb. 6. Dlärz
Decbr. 1525, welche ben Hanbel n.
Großartigfte trieben, fi) mit Frauen
n Geſchlechtern verbeiratheten u. das
rau in Tyrol bauten, vom Kaiſer
. geabelt wurden u. ein Wappen mit
ı. blauen Lilien erhielten. Sie hatten
gegen Verpfändung ber Grafichaft
ber Herrihaft Weißenhorn 70,000
‚im Auftrag des PBapftes Julius II.
ten ald Subfidien zum Krieg gegen
it. Ulrih u. Zualtob flarben ohne
kam das ungeheure Bermögen in bie
welcher auch durch jeine zmei Söhne
eb. Imhof, ter Stanınıpater ber noch
ien %. ift. Die beiven Söhne waren
‚geb 14. Oct. 1489, fl. 3. Dec. 1535,
‚geb. 10. Jan. 1493, f- 14. Sept.
anden bei Kailer Karl V. in großem
r wohnte bei bein Neichätag zu Augs⸗
ihrem Haufe u. erhob fie 14. Novbr.
fen u. Baunerherren auf ber
rafenbank, gab ibnen die verpfändete
berg u. Herrſchaft Weißenhorn erb-
ch, verlieh ibnen durch den Siegel-
Rechte, ſowie das Recht, Gold⸗ u.
zu fchlagen. Sie unterftütten da⸗
iſer mit Geld, uamentlih 1535 bei
ach Algier. Anton hinterließ 6 Mil⸗
men baar, cbne Jumelen u. Güter.
vb erzählt, daß er, als Kaifer Karl V.
lgieriſchen Kriegszuge bei ibm ein⸗
er Schuldverſchreibung dieſes Kaiſers
ı Zinimtholz im Kamin angebrannt
Däne). Auch bie folgenden Kaiſer, bei.
ertheilten den Fen Vorrechte u. rei»
cch gaben fie ten Handel nicht auf, u.
hneu fo reichen Segen, daß fie im 17.
⸗ 6 Derrichaften, 57 andere Orte u,
erinu. bei Augsburg befagen. Dabei
e die Wiſſenſchaften u. Künfte, nuter⸗
u. Mufiter, bejaßen tie Toftbarften
u. waren ſehr wohlthätig; fo banten
ı der Armen bie Suggerei in Augs⸗
ifteten viele Krankenhäuſer, Schulen,
ch für die Kirche forgten fie u. legten,
on abgeneigt, zahlreiche Spenden für
: Kirche nieder. Bon Raiınund u.
m bie noch beftehenten zwei Linien:
ndus⸗Linie, gegründet von %.8);
me vier Söhnen wareu Ulrich (fl.
ſtoph (ft. 1579), umbeerbt geftorben,
ganze — Vermögen an ſeine
zöhne, Jobann Jalob u. Georg, welche
ni Aſte gründeten: a) der jet ausge⸗
aunn⸗Fakobb⸗Aſt, gegründet von
78T
10) Joha un Iatob, ättefem Sohn von Raimun-
bus, geb. 23. Dec. 1516, erhielt bei der Theilu
Pfirt, Altlirch u. Ifenheim, war Kanzler u. Ra
dreier beuticher Kaiſer u. ift auch ala Gelehrter be⸗
fannt; er fl. 14. Juli 1575 u. am 15. Sept. 1857
wurde in Augsburg fein, vom König Ludwig ber
Stadt geſchenltes Standbild aufgeftellt. Seine Enlel,
Söhne von Konftantin I., fitfteten brei Zweige,
welche alle wieber erloſchen find: aa) Pfirtſcher
Zmeig, ausgegangen von 11) Kranz Benne,
Konftantins I. ältefiem Sobne, geb. 1601, ft. 1652;
ber Letzte beflelben war: 12) Graf Johann Em-
manuel, geb. 1761, fl. 1646. bb) Sulmertius-
ger Zweig, ausgegangen von: 13) Couftan-
tin II. zweitem Sohn Konftantins I. ; erloſch 1738
im Dannsflamin. co) Adelshofer Zmeig,
entftammt von 14) Johann Fried rich, drittem
Schn Conftanting I. ; zu Diele gehörten: 13) Mar
Joſeph, geb. 1677, war Geheimer Kath u. Feld⸗
marſchalllicutenant u. ft. 1751; u.16) Graf Ignaz
Joſ. Conſtantin, geb. 172U, mar baieriicher Geh.
Rath u. Conferenzminiſter u. ft. 1791 ; mit feinem
Sohne, Joh. Bapt. Nepomuk, erloich 1795 diefer
Zweig. 5b) Der noch blühende Georgs-Af
(Kirhberg-Weißenhorn), gegründer bon ze
17) Georg, zweiten Sohn von Raiımundus, geb.
21. Nov. 1517, erbielt bei der Theilung mit jeinem
Bruder Johann Jaleb tie Grafichaft Kirchberg u.
Weißenborn u. ft. 12. April 1579. Diejer Aſt war
jeit 1615 in zwei Zweige getbeilt, ift aber jetgt wie⸗
ber vereinigt u. repräjentirt bie Raimundus⸗Linie,
deren Beſitz in den baieriichen Herrſchaften Wei⸗
ßenhorn, Wullenſtetten, PBiafienbofen u. Morſtetten
u. der württembergiſchen Grafſchaft Kirchberg mit
einigen Rittergütern, zulammen 4,33 COM. u.
13,300 Ew. beftebt. Jetziger Chef ift: 18) Graf
Raimund, Sohn des 1846 verftorbenen Grafen
Joh. Nepomuk Friedrich, geb. 29. Juni 1810,
folgte feinen Bater in Folge von befjen Abbication
20. Juni 1839, er iſt erblicher Reichsrath ber Krone
Baiern u. baieriſcher Major à la suite; ſeit 1842
vermählt mit Bertha, Tochter des verſtorbenen
Fürſten Johann Alovs III. von Ottingen-Spiel⸗
berg (geb. 1818); Erbgraf iſt Franz, geb. 1843.
b) Antonius⸗Linie, gegründet von F. 9);
feine drei Söhne, Marcus, Johann u. Jakob, grüne
beten brei Äfte, von denen noch bie zwei leiten blü⸗
ben: a) Marriher Alt (Nordendorf) ge
gründet von: 19) Graf Darcus, älteſtem Sobn
von Antonius, geb. 1529, war ein Freund der Ge⸗
lehrten u. ft. 13. Juni 1597; erfchr.: Wie u. w
man ein Geftüte von guten edeln Kriegsroffen au
richten foll, Augsb. 1578 u. d., n. U. von Wolſtein,
Wien 1788, 2Bde. Diefer Alt ſtarb 1671 wieder ab.
byHansſcher All Kirch heim), gegründet von:
20) Graf Johann, zmeitem Sohn von Antonius,
jein dritter Sohn Chriſtoph (geb. 1566, ftarb 1615)
wurbe Stammvater zweier Zweige, welche noch
blühen u. bie gräfliche Antonius »Yinie vepräfen-
tiren: aa) Johann⸗Erneſtiniſcher Zweig
zu Glött, befittt Gldtt u. Oberndorf, 1,3 DM.
u. 3WO Em. ; Stifter: 21) Graf Johann Eruft,
älterer Sohn Chriſtophs, geb. 1590, war Reiche»
bofrathepräfinent; jepiger Chef ift: 32) Graf Fir
belis, Sohn bes 1626 verftorbenen Grafen Sol.
Sebaſtian Eligius, geb. HH März 1795, juccebirte
feinem Vater, vermöge libereintunft mit feinem
Älteren Bruber Karl (geb. 1789, fi. 1855) im Jah
feit 1820 vermählt mit Therefia, geb. v. Pell-
hofen; Erbgraf it Ernft, geb. 1821. bb) Otto⸗
Heinrihiher Zweig zn Kirchheim, dazu
ehsren die Herrſchaften Eppeshaufen, Kirchheim,
—* ꝛc.; 1,2s5 DOM. 2500 Ew; Stifter: 23)
Graf Otto Heinrich, jüngerer Sohn bes Gra⸗
fen Chriſtoph, geb. 1592, nahm am Dreißigjährigen
Kriege Theil u. fi. 1644 als f. f. Kriegsrath, Ge⸗
neralfeldzeugmgifter u. baieriicher Geheimerath u.
Oberfilämmerer. Bon den von feinen zwei Söh⸗
nen andgegangenen Nebenzweigen if ber Norden⸗
borfer 18418 mit Graf Karl Anton mwieber verblübt;
you dem noch blühenden ift jetiger Chef: 34) Graf
Bhilipp, Sohn des 1837 verftorbenen Grafen
FJoſeph Hugo u. ber Anna Maria geb. v. Desloch,
eb. 9. November 1820, feit 1838 Erbe von Ho-
ened u. 1840 Nachfolger feines Better Mar; er
iR unvermählt. ce) —R— (Wöllen«
burg) Iugger-Babenhaufen, gegründet von: 25)
Jakob, jüngfien Sohn von Antonius, geb. 1547
n. geft. 1598; deflen Stamm wurde fortgejetst von
26) Johann, zweitem Sohn bes Bor., geb. 1563
m. geft. 1633; feine Söhne: 27) Graf Jakob, geb.
B6UB, diente als Oberſt unter Wallenflein im
Dreißigjährigen Kriege u. fiel 24. Auguſt 1632 bei
Sur. 28) Graf Johann Franz, Bruder bes
or., geb. 1613 u. ft. 1685; wurde ber Stamm-
Dalter; von feinen Nachkommen murbe 20) Graf
Anjelm Maria, geb. 1. Zuli 1766, am 1. Aus
um 1803 vom Kaijer Franz nebſt feiner männ⸗
ihen Deſcendenz nach dem Recht der Erfigeburt
in ben Reihefürftenftand erhoben; bas Für⸗
entbum Babenhauſen, beſtehend aus den Herr-
haften Babenhaulen, Boos n. Kettershaufen,
TOM. mit 11,000 Ew., wurde aber fchen 1805
feiner Souveränetät entkleidet u. der Krone Baiern
untergeben; bafür wurde der Graf Anſelm Diaria
1808 Kronoberftlänumerer u. 1518 erblicher Reichs⸗
ratb in Baiern; er fl. 22. November 1521. 30)
Fürft Auton Anſelm, Sobn des Vor. geb. 13.
anuar 1800, jolgte 1821 jeinen Vater u. fl. 23.
Mai 1536; er war jeit 1525 vermäblt mit Fran⸗
zisfa, geb. Brinzeffin von Hobenlohe⸗-Bartenſtein⸗
Jartberg (geb. 1507). 31) Fürſt Leopold, älte-
ſter Sohn des Vor., geb. 4. October 1827; folgte
feinem Qater 1836 unter Vormundſchaft, ift Stan-
desherr u. Fürſt zu Babenhanſen (f. d.), Boos,
Pleß, Wald, Wöllenburg, Markt, Bieberbach ꝛc.
Graf von Kirchberg u. Weißenhorn u. ſeit 1857
vermählt mit Anna, geb. Gräfin Gatterburg (geb.
1838). Bgl. Grenealogia domus Fuggeranae,
Augsb. 1618, deutſch Augsburg 1620, u. vermehrt
ale Pinacotheca Fuggerorum, Ulm 1754.
Fuggerei, Binnenftadt in ber Zatobervorftabt
ae Otte (lat. Di ),t
etta (ital., Diuf.), Heine Fuge, f. u. Fuge.
Fugitiv (v. lat.), flilchtig. ji sus
Fugitivus (röm. Aut), 1) lüchtling; bef.
2) entlaufener Sklav, zu deffen Aufſuchung bie
Fugitivarii beftellt waren.
.Fuglefang, Bergſpitze bes Langfjeld - Gebirges
in Norwegen; 5000 Fuß hoch.
Buglöe, 1) Inſel an der Nordweſtküſte Nor-
wegens im Anite Norbland; ein fteiler Felſen, der
IE 1990 Fuß über das Meer erhebt u. der Schiff⸗
ahrt gefährlich ift; 2) bie norböftlichfte der Faröer⸗
Inſeln, Hein, jedoch bewohnt, bat eine Kirche.
m
— —
Juggerei bis Fühlkäfer
1826, if erblicher Reichtrath ber Krane Baiern u. |
.Juss.), Pfanyengete
— tn ibiscens;
übamerila.
ugſchnitt (Bauf.), fo v. w. agenj
gung, 1) Ereigniß, ‚She
berbeigefübrt worden zu ſein, het
ches durch Vorſicht nicht bat vermieden y
nen; 2) Ereigniß, in welchem man ab
eine Weisheit unterfcheibet ; vgl. Berieb
Fühlen, 1) einen finnlichen Gintrad
Taflfinn, ob. durch bas Gemeingefüh
2) überhaupt Empfiubungen baten; 8
mit dem Sanbfäuftel das Geftein un
ea Ioder ob. feft fei; 4) bas Gefteinf
es ift ſchon etwas locker.
Gene fo v. w. Fühlfäben.
lergänge (Ambulacra), Na
durchbohrte Warzen, welde in Rımm
Schale ber Seeigel binweglanfen; gem
foldyer Rinnen fünf Baar. Aus ten
das Thier feine Fangarme herans.
Wühle® (Bäplier), Bolt, |. Fonlabt
Fühlfäden (Bühler, Tentarula). 2-
förmige, einſtülpbare Auswüchſe an t
mebrerer Weichthiere, zum Fühlen.
üblfarrn, ift Onoclen.
ühlhebel, befleht in einem mal
Hebel, deſſen kurzer Arm durch eine
jenen Körper gebrüdt ift n. eine Bewegr
melche in bebeutenb vergräßertem Mi
längeren (vielleicht funfgigmal fo langen)
Kreistheilung verfehenen Hebelarm mi
abgelefen wird. Er bient, um ſehr Meis
rader Linie fortichreitente Bewegungen
Linie) od. Drehungen eines Körpert
machen. Man kann bie Feinbeit ber
dadurch noch weiter treiben, daß man
Arm des erſten Fes auf Den kurzen ei
wirken läßt. Einen mit einer Waſſern
denen F. (Niveau-F.) bat Nepielt
Meflungen des Secundenpenbils u.
bes preußifchen Maßes conftruirt.
Fühlhörner (Antennae), beornart
liche, gegliederte Spitzen, welche Juſe
Augen auf der Stirn ſitzen, dienen zu
der ihnen aufſtoßenden Dinge; fie f
artig (setacene), fabenförmig (Aliform
förınig (moniliformes), durchblättert
tae), in eine Granne geendigt (nristats
Endknöpfchen verjeben (capitatae) x.
ften drei Glieder heißen Wurzelgl
oberen Geißel (Flagellum).
Fühlhornträger, Art ter Gattin
no
ihltafer, 1) (Psellaphii Zatr.).
Familie der Käfer mit drei Fußgliede
fhnurenförmig, am Ende verbidt, ve
des halben (vorn fchmäleren), länglu
Körpers, Kopf flumpf, Blügelbeden ball
unter Steinen in ber Erbe. Einige
ben ſechs⸗ u. wenigergliederige Fübler, a
lentäfer (Claviger), Augen u. Firm
Oberliefer kurz, eine Fußklaue; in Amt
wo fie die Ameifen füttern n. an ihren ö
jungen; Arten: Yangbörniger 8.
cornis), zimmibraun, bei ter ge
Brauner. (U. testaceus); br Ar
Augen deutlich, Fühlhörner einglieden
. Fühlkraut Bis Fuhrmann '
rige Fühler, ale: ed Chennium | Taflo entnommen iſt
ſchnurenförmig, faft durchblättert,
ẽßer u. an jedem Fuß zwei Klauen;
deriger$$.(Ch. bituberculatum,
), braun, mit vorftehender Stirn n.
tten Linie an ben lügelbedrändern ;
ih; dy Dionyx, zwei Fußkrallen,
rglied fehr Mein, 8.— 11. -bider;
s Leach., zweites Fuhlerglied bider,
rcopagus Leach., zweites Füb-
6; 8) Ctenistes; h Bryaxis
gentlichef.(Pselaphus /Terbst.),
ihlerglieber größer, Oberkiefer horn⸗
dreijeitig, Art: Eingedrückter F.
), ſchwarz, mit eingebrüdtem Hals-
) |. u. Geißelläfer (Scydinenus).
', ift Biophytum sensitivum.
(Erpeton Lacep., Rhinopirus
ng der Schlangentamilie Schlinger;
‚ah, hinten breiter, mit großen Blat-
yerleib beichuppt, Bauch beichilbert;
pten Naie zwei meiche Vorſprünge;
beihe %. (E. tentaculatum, Rhi-
eton Mess.), blaßröthlich, Länge
n oflinbiichen Inſeln.
u, . u. Fühlhebel.
en, ſo v. w. Sinnpflanzen.
e. ſo v. m. Rungelichlange(Caecilia).
ſtäfer, jo v. w. Samenkäfer.
1) das leiſe Gefühl mit dem Ellen⸗
zliede ſtehenden Soldaten von ſeinem
sach ber Seite bin, nach welcher bie
rößere Abtheilungen (im Bataillon)
ach ber Mitte, ſchwankende Abtbei-
n Drebpunkt; 2) von zwei feindlichen
an fie baben F., wenn bie eine bie
us den Augen verliert, 3. ®. eine
e feindliche Arriiregarte; 3) in der
die F. Das leiſe Anlegen der eigenen
des Gegners.
‚fe v. w. Halsbafenwurm.
uß in preußiſch Sachien u. Anhalt,
Bernburg in die Saale.
‚9. m. Fünen.
fo v. w. Erzieher; 2) (Guides), in
een, 3. B. bei ten nach franzöſiſchem
bten, Die Untereffiziere auf den Flü⸗
Pelotono), welche bei allen Richtungen
bie Frontlinie zu bezeichnen baben u.
amärjchen an der Epite ihrer Ab»
; 3) bei ten alten Landoknechten ein
er die Beſtimmung batte, den Kühn
zu weifen cd. tie Fourierdienſte zu
Anfang des 17. Jahrh. hatte ſich der
t Fürfprecdher der Soldaten bei ben
jeſchwungen u. bei ben Naiferliden
fung Des 15. Jahrh. mit den Fähn⸗
bt über ben Feldſcherer u. ten Mes
Compagnie; 4) bei mehreren Ma⸗
yeil, welcher bie Richtung eines in
tzten Körpers beſtimmit; 3) fo v. w.
(Muſ.), ſ. u. Fuge n).
ofepb, geb. 1500 zu Kratzau in Böh⸗
ih zum Maler unter Berglers Lei-
1. ging dann nah Rom, mo fich fein
ch geltend machte, daß ihm neben
nofdmüdun der Billa Maſſimi mit
ı Stoff tem Befreiten Jernſalem von
| u. vereinigte in
‚ Übertragen wurde. Naqh
Dentſchland zurildgelehrt, wurde er PBrofeflor der
Wiener Alabemie. Anfangs feine Thätigkeit ga
dem romantifchen Fache zuwendend, fehloß er fi
jpäter ber firengfirchlicden Richtung Overbeds au
Teinen Sernälden Tiefe der Kuffaf-
fung u. Ernft des Gedankens mit edler Formgebung,
ohne jedoch Lie Klippe der modern⸗kirchlichen Ma⸗
lerei, den Mangel an kräftiger Individnaliſirung
ber GSeflalten, zu vermeiben. 1841 erhielt er für
feinen Triumph Cbrifti bie öfterreichifche goldene
Künftfermebaille, wurde 1944 von ber Alademie
in München zu ihrem Mitgliebe n. 1845 von der
öfterreicifchen Regierung zum alademiſchen Rathe
ernannt. Werke: Jeihnungen zu Tiecks Bhantafus,
Goethes Erltönig, Umrifle zu Hermann u. Dore
tbea, Bürgers Balladen ; Gemälde: Tie trauern-
den Juden (titbographirt von Hanfflängl.), Die
Menſchwerdung Cbriſti (lithogr. von E. VBeder),
Der Bang nach bein Olberge (litbogr. von Peybeid),
Der Triumph Chrifti (in der Raczynſliſchen Gal⸗
lerie in Berlin), Chriſtus auf dem Meere (lithogr.
von Schaller), Gott Bater Moſe die Geſetze er-
theileud (im Belvedere in Wien), eine Pieta (ge
flohen von Petrraf); Fresten: in der Kirche des
Et. Nepomuf n. in ter Altlerchenfelder Kirche zu
Wien ; Nabirungen: Das Baterunſer (9 Blätter),
Der Triumph Chrifti (11 Blätter).
ihrig, von einem jungen Hunde, fo alt, daß
er an der Feine ausgeilibrt werten kann, d. i. we⸗
nigſtens 1 Jabr alt; ibn f. (gänge) mahen, an
Die Leine gewöhnen.
Fuhrmann, Sternbild in der Milchſtraße, ofl-
wärte vom Pegaſus, nordwärts zwiſchen Stier u.
Zwillinge, Inienber Mann, hält in ter Haud Steig⸗
bügel u. Zaum u. trägt auf dem Rücken eine alte
u. zwei junge Ziegen; enthält nach ben alten Aſtro⸗
nomen 5 Sterne, darunter Die Yöde n. die Ziege;
nach neueren 66 Sterne, worunter der Steru ers
Größe Capella u. ein Stern zweiter Größe. Nach
Ein. fell es der Atbener Erichtbonioa ſein, welcher
zuerft Pferde an einen Wagen ſpannte; nach Anb.
Mortiles.
Fuhrmann, 1) Matthias, mar Mitalieb tes
Eremitenordens des beiligen Paulus n. fl. 1773
als Generaltefiniter der öfterreichiichen ‘Provinz in
Bien; er jchr.: Altes u. neues Tfterreih, Wien
1734—37, 4 Thle.: Altes u. neues Bien, ebd. 1739,
2 Thle.; Yeben u. Wunderthaten bes äfterreichiichen
Apoſtels Severin, ebd. 1746; Hiſtoriſche Beſchrei⸗
bung u. kurzgefaßte Nachricht von der k. k. Reſi⸗
dengſtadt Wien, ebd. 1766 f., 2 Bde.; Allgemeine
Kirchen⸗ u. —A von Oſterreich, ebd. 1769.
2) Wilbelm David, geb. 1764 in Sceft, ſtu⸗
dirte in Halle 1733—86 Theologie, trieb aber vor⸗
zugsweiſe Yiteratur, Philofepbie u. Kirchengeſchichte;
1780 wurbe er reformirter Pfarrer in Marl bei
Hamm, 1807 an Eylerts Stelle zweiter reformire
ter Bretiger in Hamnı m. fl. dal. 1933; er jchr.:
Chriftliche Moral für pen Kanzelgebrauch in alpha»
betifher Ordnung, Dortmund 1797 — 1803, 6
Be; Chriſtliche Glaubenslehre in alpbabetifcher
Orbnung, Lpz. 1802—3, 3 Bde.; Handbuch der
ttaffifhen Literatur od. Anleitung zur Keuntniß ber
grieilben 1. römiſchen Klaſſiker, Rudolſt. 1804
is 1810, 4 Bde.; Handbuch der theologiſchen Lie
teratur, Dortm. 1808, 2. Aufl. Lpz. 1819— 21,
2 Bde; Anleitung zur Geſchichte der Hafjlichen Lite»
RR
xatur ber Griechen u. Römer, Rudolſt. 1816,
2 Bde; Kleines Handbuch zur Kım.ıtniß der grie-
chiſchen u. römiſchen Haffiigen Schriftfteller, ebb.
1823; Handwörterbuch der hriftlichen Religions »
u. Kirchengeſchichte zc., Halle 1826— 30, 3 Bde.;
Handbuch ver neueften theologifchen Literatur, Ifer-
lohn 1835, 1. Bd. u. v. a.; auch lieferte er ben 8.
bis F Zei Er J. * Stobmanns biftorifch-
biographiſchem Wörterbud.
Führung, 1) die Leitung eines Pferdes mit dem
‚Bügel, ſo eine ſchwere, eine leichte F.; 2) ſo
v. w. Fügung 2); 3) 3. des vinfels, 8. des Stiſtes
die mehr ob. weniger freie n. leichte Weiſe, ſich die⸗
ſer Inſtrumente zum Malen od. Zeichnen zu be⸗
dienen; 4) was ein Schiffebebienter für fi) laut
Schiffsordnung auf das Schiff mitnehmen barf;
5) das moraliſche Verhalten Jemandes; daher Füb⸗
rungdatteft, cin Zeugniß über bafjelbe von ber Po⸗
lizeibehörde ausgeftellt. .
Führungsbogen, wenn zwei Räber in einander
reifen, ber Bogen, der zwiſchen zwei Zähnen ob.
Fricbftäden.
Führungslinie, die Richtung, in welcher ber
Kopf tes Kindes bei der Geburt Durch das Becken ge-
langt; fie wird künſtlich beſtimmt, indem man durch
ben Winkel, in welchem fich tie Achjen des obern
u. untern Bedens fchneiben, eine Bogenlinie zieht.
Fuhſe, fo v. w. Fuſe.
Fuimus Troes! \lat,, wir find Troer gewefen!),
zuft Panthus bei Virgil, Lei der Eroberung Trojas
aus, daher jprichwörtlich fo v. w. Alles ift verloren!
&uirena (F. Rottb.), Bflanzengattung, benannt
nad) Georg Suiren (Arzt in Kopenhagen, geb. 1581,
durchreifte zuerfi Skandinavien im botanischen In«
terefie u. ft. 1626), außer Familie ber Uyperaceae-
Fuireneae-Ficinieae, 3. Kl. 1. Orbn. L.; Arten:
aſiatiſche, afrikanische u. amerifanifche GSräler.
u⸗-kian, Provinz, fo v. w. Fo⸗kien.
ulahdu, d. b. Land der Fulah, Lie urfpräng-
liche Heimath Diejes Volles, wilde, unwegſame,
didbewaldete u. an munterbar geflalteten Fels—
maſſen reiche Gebirgslandſchaft, ſchwach bevölkert,
aber voll Raubthiere, zwiſchen dem oberen Bafing
u. dem Koloro in Senegambien (Weſtafrika).
Fulahs, Völkerichaſt, welche einen der 3 Haupt⸗
theile der Bevölkerung Senegambiens (Weſiafrika)
ausmacht u. in Fulahdu (ſ. d.) urſprünglich wohnte,
egenwärtig aber ſich in Weſtafrika weit ausgedehnt
at, indem fie nicht allein in den Bergländern Durch
Eroberung Das Reich Timbo in Fouta Dhiallon (f. d.)
gründeten, jondern auch ten Kiften ſich genähert
haben, wo fie jett in Reiche Fouta Toro am Sene-
gal- herrſchen u. eine Anzahl Heiner Staaten bie
zum Caſawaaſa bin bilden, endlich auch unter beim
Namen Peuls in Abhängigleit von den Diiolof-
berrichern leben, theils auch als fefte Auſiedler,
theils als Nomaden in den Reichen Kayor u. Wallo.
Noch größere Bedeutung haben die nach Oſten in
das Innere des Continents ausgewanderten F. er-
langt, welche in den Nigerländern ben Nanıen
Sellatab (f. d.) führen. Sum Theil find die 5.
heidniſch, zum Theil muhammedaniſch.
— prache, Sprache der Fulah, hat eine etwas
utturale Ausſprache. Die Subſtantiva haben keine
Formen für die Cafus, leßtere werben durch Prä-
pofitionen ausgedrückt; zur ilbung des Plurals
dienen mannigfaltige Formen, 3. B. sudu Haus,
Plural chudi, haire Stein, Plural käje, rulde
— —
Fuührung bis Julba
Wolle, Plural dule, baba Sater,
räbe. Es gibt fein grammatiſches 9a
baben bie Subftantiva Diminutiv- u. }
forınen ; die Adjectiva ftehn ihrem Sul
mit dem fie im Numerus übereinfin
nddo mòjio ein guter Menſch, yimt
gute Dienichen; ber Comparativ wir
(übertreffen) ausgebrüdt Perſonlich
find min ih, an bu, kanko er, fie,
minnen ihr, kambi fie; fie haben
gs abgefürzte, theils erweilerte
oſſeſſiva erſcheinen als Suffixe: de
Buch, defterema dein Buch ꝛc. Di
find: 1 gotel, goo, 2 diddi, 3 tatti,
6 jeogom, 7 jedidi, 8 jetatti, 9 jene
Drbinalia (mit Ausnahme von ko-ı
werben durch bie Endung ol, bol gebi
der zmeite, tattabsl ber Dritte x.
haben keine Endungen für bie Perſen
aber wie bie. Subftantiva im Pim
3; B. mi yidi ich liebe, min jidi m
wawi bu fannft, addon bawi ihr ia
turum wird Durch ein tem Pronen
vorgeſetztes ma u. Abwerfung bee €
bildet: mami yid ich werbe lichen, ba
durch Die Endung no: mi yidino ich
Iniperativ yéd liebe, Infinitiv 5
Granımatif von Machrair, Yond. 18
Bulbe, fo v. w. Fellatab.
Yulbert, genannt ber Sokratet
ten, ftanımte wahrſcheinlich aus Itafi
Rheins bei Gerbert gebildet, eräffuete
Chartres eine Schule, wo Berengar rı
Schiller mar, wurde 1007 Biſchef ve
fl. 11. April 1029. Er jchrieb Brich
Hymnen, Aufjäge, herauegeg. von 3
1585; von Ch. Villiers, ebd. 1605, ı
ber Bibliotheca maxima patrum.
gen bie Verweltlihung ver Biichan
gegen ihre Theilnahme am Kriege.
ulcaldüa (F. Poir), Pilanʒeng
Bamilie Compositae-Mutisiaticea
arradesiese; Art: F. laurifolia.
Bulcard (Fulcer) , aus Chartret
beim König Balduin von Ieruialen ı
peregrinantium Francorum. cuı
rusalem pergentiun, eine Geichich
fahrer bis 1127 im 4. Bante v
Scriptores historiae Franc.
Bulcinius, C., ging 435 v. Ihr
fandtſchaft nach Fidenä, um ten Gru
biefer Stadt an Die Bejenter zu uns
ber Bejenterfönig Tolumnius ließ
jeinen Collegen töbten Zu Rem wu
ben Roftris Denkſäulen geſetzt.
Fulco, 1)—5) 8. 1.—V., Grafe
ber Nette zugleich König von Jcruicl
Geſch.). 6) Gründer des Aulco-Cfte
femme im 12. Jahrh., f. u. Efter
eit 882 Erzbiſchof zu Rbeims; tbatr
len, krönte Karl den Einfältigen zum.
unter ibm Graf u. 900 auf Anſift
Grafen von Flandern, wegen eine
Kirchengüter ermortet.
Fulcra (lat.), Stüten.
‚ Fulda, 1) Fluß in Norddeutchle⸗
in ber bairifhen Proviny Unterfra
norbmweftlichen Rhön, am Fuß der lt
Fulda‘ F
dem Dorfe Oberuhauſen, ale eine ſehr
alte Qulle aus dem Faldaer Brunnen;
verliert ſie ſich unter ſchwammigem
‚tt bei dem genanuten Dorſe 4 Fuß
bereer; nach u. nach treten 7 Bäche
in erhält der Fluß den Namen F. von
; achten fie von bier ein an jeltenen
hes Wieſenthal durchfloſſen bat, ver⸗
ren Namen wiederum mit dem des
r Waſſers u. ter Wanne, tritt bei
nach Kurheſſen ein, von wo ihre Haupt⸗
bisher mehr weſtlich war, eine nord⸗
darauf tritt ſie ins Großherzogthum
durchfließt daſſelbe auf der Oſtjeite bes
etwa 5 Stuundeu weit, bildet dann
wiſchen Kurheſſen u. Hanuover u. ver⸗
ei Münden mit der Werra, wodurch
itſteht; in ihrem 54 Stunden langen
fie rechts die Haun u. Loſſe, links bie
tz, Joeſſa u Eder anf u. iſt von Hers⸗
große Kähne ſchiffbar. 2) Provinz in
us dem Titel eines Großberzogthums,
ſetzt ans den heſſiſch gewordenen Thei⸗
thums F., ben Auitern Friedewald u.
Fürſtenthums Niederheſſen, aus dem
Herofeld u. ber abgeſenderten Herr⸗
alkalden auf dem Thüringer Walde;
eil grenzt an Kurbeſſen, die großher⸗
che Provinz Oberheſſen, an die kur⸗
oinz Fulda, das baieriſche Unterfran⸗
mariſchen Kreis Eiſenach; iſt gebirgig
je tes Vogelsgebirges u. der Hehen
häler find zum Landbau geeignet u,
nibrend auf ten Höhen ein rauhes
bt, unter weichen die Lauten oft leiden.
Bunte ijt der Biberficin von 2165 Zuß
ſe F., u. der niedrigfte Bunfı ift nech
seresböhe, höbere Berge liegen in dem
n Theil Schmallalden, vor allen ber
he Inſelsberg, ber Seunberg, Gieſel⸗
rehang, Siiller⸗Stein u. a.; bewäſſert
da mit der Haun, Flieder u. Lüder, u.
ig. Producte ſind Eiſenerz, das in
verarbeitet wird, viel Holz, bei. Bu⸗
lohle, Getreide, Flachs; einen wichtigen
et die Viehzucht, ſowie die Spinnerei,
Zaummell : u. Tuchweberei, Gerberei;
ner der Previnz, welche Lie ärınften in
ſein ſcheinen, folgen I in Der
Sitte des Laudgehens u. ziehen, Ar⸗
durch das Mainthal ar den Mittel⸗
1; 41,5 CD. mit 135,700 Ew., meift
Zbeilt ſich in die vier Kreiſe: F. Hün⸗
db u. Schmallalten. 3) Kreis Darin mit
das alte Buchonia (Land Der Buchen) ;
ht mit 20,009 Ew. 5) Sauptftabt der
er Fulda, über bie zwei lange fleinerue
ven, bat acht Vorſtädte (darunter Als
iterburgı; Sitz ter Regierung u. eines
„des Biſchofs ſür Kurheſſen, eines
andrathamtes u. anderer Bebörden;
debäuten der Stadt zeichnen ſich vor
3 ter Dem, mit ten Gräbern bes
u. Kaiſers Konrad J.; daneben Die
dichaeliskirche, von deren erfter Anlage
J— 522 noch deutlihe Spuren vorhan⸗
18 Reſidenzſchloßz, vor melden 1542
ud bes Bontfacius, von Henſchel in
Rerifon., 4. Aufl. VI
Tür
Cr gegoffen, aufgerichtet murbe; bad Gymnaſial⸗
u. Bas Bibliothekgebäude. Unter ben Plätzen ift ber
ſchönſte der Domplatz, mit zwei Cheliefen gegierk,
F. befigt außerdem vier fatholiihe Pinrrlicchen,
eine evangeliſche Kirche, katholiſches Prieſter⸗ m.
Schullehrerieminar, Gymnaſium, Temijchule, zwei
Nouuenktlöſter (weibliche Unterrichtsanftalten),
Real» u. Handwerksichule, viele andere Schulen,
Yaudesbibliotbel, welche 1775 errichtet wurde ıL
einen Theil der Bibliethet des Kloſters Mein
arten erhielt, Waiſeubhaus, Hoſpital, Landkranu⸗
enhaus. Die gewerbliche Thätigleit ift umfünge
reich; bier die größte Baumwollenfabrik Kur⸗
heſſens, Fabrikation von Eſjſig, Leiuwaud, Garn,
vorzüglichen Blasinfirumenten, Bleiſtiften, Papp⸗
ſchachteln, Wachelichtern, Strohhüten, Bier; außer⸗
dem Gerbereien, Färbereien, Wachsbleiche, Salpe⸗
terſiederei, zwei Buchhandlungen, cine Lithogra⸗
phiſche Anſtalt u. eine Buchdruckerei; 10,000 Ew.,
ohne Garniſon. Dabei der Frauenberg (mit
Anlagen u. einem Berguügungsort, Frauciscauer⸗
tiofter), u. ter Calvarienberg, au teilen Suße
ber BYonifaciusbrunnen, tie Faſanerie Adoilfsech),
Luſtſchloß mit ſchönen Garten u. an Dim Jo⸗
bannisberg ein Dem Selterſer ähnlicher Mi⸗
neralbrunnen. Bgl. Schueiter, Tepographie,
Fulda 1806; Buchonia, Zeitichrift für vaterläu—
diſche Geſchichte ꝛc., ebd. 15265 — 1820;: Piiſter,
Yantestunde von Kurheſſeu, ebd. 1841. — F.
war in den älteſien Seiten ein Zbeil der Provinz
Buchonia. 744 veraulaßte St. Bouifaciud ben
Abt Sturm, ein Benedictinerkloſter bei einer Furth
über Die Fulda im Bau Grabfeld zu bauen, welches
Papſt Zacharias I. 751 unmittelbar unter den
Römiſchen Stuhl ſtellte. Bald Darauf wurde ınit
dem Kloſter eine Gelehrteuſchule verbunden, welche,
beſ. ald Hrabanus Maurus Dajelbjt Yebrer war,
einen heben Ruf erlangte. 965 ertbeilte Papft
Schaum XVII. dem Abte von F. den Primat unter
allen Abten in Gallien u. Deutſchland; 9949 bes
ftätigte Sylveſter II. dieſes Recht u. fügte das
Recht, an Den Römiſchen Stuhl zu appelliven u.
Kirchenverſammlungen zu halten, binzu. Das
Kleſter wuchs an Macht u. Reichthum, u. die Abte
thaten viel jür Gelebrſamleit u Wiſiſenſchaften;
aber bie Sitten Der Dlönde arteten dabei jo aus,
bat; Abt Richard 1021 irländische Röuche zur Her»
ftellung ber Zucht lommen laſſen mußte. Ihr Kloſter
wurte ein eignes Hochſtift, u. ibre Äbte waren
Reichsfürſten (Fürſtbiſchöfe). Abt Marquard ums
gab %. um 1150 mit Mauern. 1331 Aufruhr
der Bürger unter ben Klojtervogt, Graf Johann
von Ziegenhain, gegen den Abt Heinrich von Dome
burg, weil er ihnen zu fireng regierte, 12 der Rädels⸗
jührer wurten enthaupter u. ihre Güter eingezogen.
1356 erhob Karl IV. ben Abt zum Erzkanzler ber
Kaiſerin. 1513 wurde Die Abtei Dirichfelb dazu
geſchlagen; 1525 ward es von ben Bauern verwüſtet.
In der Zeit der Reformation erhielten tie neuen
Ideen auch im Gebiete ter Stiftes Fulda Eingang, u.
1542 wurde bein Abt Jehann eine Reformations⸗
ordunng auigebräugt, weiche ter Evangeliſchen
Yehre weitere Ausbreitung dort verfchaffte. 1973
begann Abt Baltbafar Die Gegenrefermation. Als
Landgraf Wilhelm V. 1631 einen Vertrag mit
Guſtav Adolf von Schweden abſchloß, erhielt er
das Stift als ſchwediſches Lehn u. begann nun bie
Ausbreitung ver Reformation im Sulbaifigen ernſt⸗
o
Allerdings war er der letzte, ber mit fürftlichen
Ehren begraben wurde; fein Nachfolger Adalbert
wollte durchaus nicht an bie Säcularifirung bes
Stifte glauben u. nicht von feiner Stelle meichen,
ſelbſt als ber Fürſt von Oranien erihien, war er
noch nicht and bem Schloffe gemichen. 1806, als
ſich der Fürſt von Dranien weigerte, Dem Rhein-
bund beizutreten, mebiatifirte Anfangs Napoleon
die andern Erbftaaten des Fürſten u. nabm ihm
im Oct. 1806, als er gegen Frankreich gefochten
hatte, auch %., welches 1809 mit den Staaten bes
Fürften Primas verbunden wurde. F. blieb bie
1813 beim Großherzogthum Frankfurt u. wurde
1815 an Preußen abgetreten, das es in demſelben
Sabre an Hefien u. zum Theil an Weimar abtrat.
Hier am 2. Nov. 1813 Vertrag der Altirten unter
Führung Ofterreihs mit Württeniberg (ſ. d. Geſch.),
woburd biefes der Sache jenes gegen Napoleon
beitrat. Am 2. Nov. 1850 wurbe $. von den Preu⸗
en befeht, aber nach dem Zujammenftoß ihrer
orpoften mit ben Ofterreichern am 8. Nov. bei
dem naben Bronzell am 9. Nov. freiwillig geräumt
n. von den Baiern bejeßt. Vgl.: Brower, Anti-
uitates Fuldenses, Antw. 1617; Chronik von
.744 — 1838, Baba 1839; Dronte, Traditiones
et antiquitates Fuld., Fulb. 1844. 6) Sonft De-
partement im Königreich Weftialen, nach dem Fluß
. benannt, 101, OM., 259,000 Ew., Haupıftabt
aſſel.
ulda, Friedrich Karl, geb. 1724 in Wimpfen;
wurde bolläntijcher Feldprediger, daun Prediger
anf Hohenaſperg, ferner in Muͤhlhauſen in Wilrt-
temberg_u. enblich in Enfingen, wo er 1768 ft.; er
fehr.: Über die zwei Hauptpialelte der Dentichen
Sprade, %pz. 1772; Sammlung u. Abftanımung
der germaniſchen Wurzelwörter, Halle 1776;
Örundregeln der Deutfchen Sprache, Stuttg. 1778;
Verſuch einer allgemeinen Idiotikenſammlung, Berl.
1788. Sein Gothiſches Sloffar ftebt (umgearbeitet
von Reinmwald) in Zahns Ausgabe des Ulfilas; er
gab auch eine Geſchichtskarte in 12 Blättern, Ba.
au au Malsnatchirhse a Por 5 Lg or
Fuleli (Butelt, deleui
bes Indus im ber Provinz
Bräfidentihaft Bombay (
ch bei Hyberabab mit ben
rın bes Indus
Sulfüla (a. Geogr.), €
Latium; jet Monte Fusco
Fulgent (v. lat.), gläı
Schimmier.
Fulgentius, 1) Fer
Funr des Folg., ging m
rianern vertrieben, in bie
binien, wo er lange im K
nus mit ihm lebte; 523 nı
murde er Dialon zu Cartha
De duabus in Christo r
Theopafcitenftreites), De
centiae; Breviatio canon
Epistola pro tribus cap
phalos (546 geichrieben,
Berdbammung ber brei Ca
Fulgentii Ruspensis; 0)
Ehifflet, Dijon 1649. 2)
bius Gorbdianus (F. A
Leptis in Byzakene, aus eir
giihen Geſchlecht, Procura
inſiedler u. Mönch im Kle
auf in einem andern Kloſte
den Arianern vertrieben wu
u. wurde nach feiner Rildfet
Vorſteher eines Kloftere ı.
Bon dem arianiſchen König
Dinien verwiejen, baute er
liari ein Klofter; er wur
Eril zurlidberufen, zwar a
nern vermwiejen, aber als Tb
war, gin er in fein Bist
533. 1 r.: Opera (dari
nımum; Contra objectic
Thrasimundum regem \
natum contra ‚Arianos; I
Halgid bie Fuller.
De prisco sermone (in den Sammlungen
amsatiler yon Sothofrebus u. Putfche).
Igid (v. fat.), ſchimmernd, glänzend.
tum (a. Geogr.), Municipalflabt in Um⸗
est Foliguo.
‚ füblicher Rebenfluß des Ganges in der
Dabar der inbobritiihen Präſidentſchaft
,‚ nimmt ben Mabonah auf u. mimdet
here Monghir.
orellen (Zuigorelle), bei Tatreille Abthei⸗
us der Familie der Cicaden; die Fühlhörner
nter ben Augen eingefügt, bie Stirn if oft
yert. Dazu bie Gattungen A) mit vorſtehender
‚2 Nebenaugen; Zaternenträger (ſ. d.).
t vorſtehender Stirn, ohne Nebenaugen,
edem Fühlhorn ein Heiner Anhang; Otio-
ı (Cobax), aus der neuen Welt. C) Kopf
Kortiay, Fühler außerhalb der Augen, 2
mgen;a) Walzencicade (Lystra), Kör-
lügelveden verlängert; Art: L. lanata,
bamerita; b) Minircicabe (Cixius),
mer unter den vorftehenden Augen einge-
ruſtſtũck rautenförmig, Leib länglich breiedig,
ecen lang; Art: Gerippte M. (C.ner-
Flata nervosa Panz.), braun, Flügel⸗
durchſichtig braungefleckt; auf Wieſen in
ec) Tettigometra (Latr.), bie
wmer liegen beim bintern Winlel des Kopfes
I vorbern bes Bruſtſtücks, die breifeitigen
er nicht vor; Art: T. virescens, mit
en Flügeln. D) Kopf ohne Fortſatz, feine
gen: a) Schedzirpe (Poeciloptera),
auf einer Erhöhung, der Rückenſchild groß,
itzig, bie Stägelbeden nod einmal jo lang
Körper; Art: P. phalaenoides, da8 Ded-
mit zarter Wolle bebedt; b) Flata
) Kopf kegelförmig nad) der Spitze zu edig,
Stirne längliche Erhöhungen, Augen vor-
„_Räffel länger als die Hälfte des Körpers;
F. candlelarıa, aus China, ſchön gezeichnet;
Belcicade (Issus Fadr.), Yab-turz, faft
5, Wlügel breit, an der Wurzel u. an ber
gebogen, Mittelbruftring von ber Länge
ruftrings; auf Bäumen u. Sträudern,
‚ Art: Käferartige B.(Ix. coleoptratus,
pis c.), Ylügelbeden lederartig mit braunem
u. Adern; im Grafe in Deutfchland. Bei
Battungen, von C) u. D) an, find bie Fühler
[8 ber $opf, bei den folgeuben eben fo lang
ger, bie Augen gemöhnlich in einer Aus-
g unten am Auge; dd Anotria (Äirdy);
enzirpe (Asiraca), Kopf etwas flumpf,
ang, ſchmal, vorn abgeftutst, Fühler länger
of u. Bruft; Art: A. clavicornis; ſy Keu-
pe (Deiphax Fabr.), Kopf vorn etwas
, Stirn verlängert, ſchmal abgeſtutzt, mit
orfenen Seitenräudern, bie Fühler in ber
Angenrandhöhle, kurzes Halsſchild, an den
chienen Zähne; Art: Gerandete Keu⸗
pe (D. liubata), Kopf braun, Flügeldeden
4, braun geadert; 8) Derba, noch ziemlich
ant. Noch wird hierher gerechnet bie Flach⸗
(Bicania Germ.), Kopf fury, faft jo breit
ı Halsihhild, Stirn nicht Ütergebogen, feitlich
wöibt, Augen vorſtehend, Fluͤgeldecken groß,
ibgeſtutzt, breitranbig, flah; Art: Augige
jirpe(R. ocellata), Flügelbeden gegittert.
göfo,, Campo, fo v. w. Campo Fregoſo.
287
(lat.), Blig; daher Yutgueisen, biigen,
plängen, en hen länzend; Fulgurales
ibrl, Blitbächer, ſ. u. truftifce Sprache; Ua
quration, 1) bas Bliken, We en; 2) SiL-
berblid. Daher Fulgurateres (rõm. Ant.), fo v. m.
Bidentales,
urit (Min.), fo v. w. vige
am (ſpr. Fullhãm), Kirhipiel au
Themſe in ber engliſchen Grafſchaft Middleſer,
(ich von London; Palaſt des Biſchoft von London;
Zöpferwaaren ; mit bem gegenüberliegenben Butney,
an der Londoner Südweſt⸗Eiſenbahn, 17,000 Cw
Fuli, eine Sorte türkifher Schuupftabal, ſ. ı
"Plane 2).
3x
ulianfer (Sulianten),, fo v. w.
ulica (Bläß- od. Waſſerhuhn, |. m
Öattung aus ber Familie ber rallenartigen Sump
v8 | allidae s. Fullcarlae).
Eu igno, |. Boligns.
Fuligo (fat.), Ruß. F. splendens, Glanzruß.
F. taedae, Kienruß 2c. Fullgreis linctara, |. Ruß⸗
tinctur. Sutiginds, ſchwärzlich braun, beraucht.
&uligo (F. Pers., Rußſchwamm), Bilsgat-
tung aus ber Familie ber Gasteromycetes- Lri-
chospermei-Aethalineae; Arten : auf Blättern u.
Stämmen als ftaubiger od. feuchter mebrfarbiger
Überzug; gewöhnlich zu Aethalium u. Retieularia
Fr. gerechuet.
Yuligüla (F. Leach., Moorente), Untergat-
"galt Gattung Ente d).
ifante 1).
ule, Stadt, fo v. w. Föll.
ulla, deutiche Göttin, entipricht ber norbifchen
Fylla, Ipendet Segen u. Überfluß.
Füllbaum, auf die obere Offnung eines Schach⸗
tes gelegter Baum, worauf die Halpeltügen ruhn,
u. worauf ſtarke Breter gelegt werden, damit bie
dalpeljieher darauf ſtehn können.
Füllbecken, ein runder, kupferner Napf, an bei⸗
den Seiten mit Henkeln, vorn mit einer Schnauye,
worin ber gare Sob bes Zuders in die Kühl-
pfannen gebracht wird. .
ulle (Roc de %.), Pyrenäenipige im fran⸗
zöftichen Departement Arriege.
fe, 1) womit eine Speife angefüllt wirb
3. B. gehacktes Fleiſch, geriebene Semmel u. ei
u einem Teig gemacht; 2) (Fülweln, Yülbier),
ein od. Bier, mit welchen das Faß wieber an⸗
efüllt wirb; 3) Vertiefung, welche ba bei bem
Heiler entfteht, wo das euer am flärkfien brennt.
Fülleborn, Georg Guſtav, geb. 1769 in Glo⸗
au, wurde 1791 Profeſſor am Elifabethanum in
reßlau u. ft. 1803; er fchr. : Beiträge zur Geichichte
der Bhilofophie, Züllichau 1791— 1800, 12 Stüde;
Kleine Schriften zur Unterhaltung, Bresl. 1797;
Rhetorif, ebd. 1802, 4. Aufl. 1523; gab heraus:
Berfius mit ÜÜberfeguug; ©. E. Leſſinge Nachlaß
zur Deutſchen Sprache, alten Literatur, Gelehrten⸗
u. Kunſtgeſchichte, 1795, u. Garve's Überfegung
ber Bolitit des Ariftoteled, 2 Bbe., 17991802.
ullen, ein junges Pferd, ſ. d.
uller, Sarah argaret, ch. 1810 in Cam⸗
bridge » Bort (Staat Maſſachuſetts), erhielt von
ihrem Bater, einem Rechtögelehrten, eine gelehrte
Bildung, dirigirte 1839 bis 1944 in Bofton einen
Verein von Gelehrten u. emancipirten Damen,
ging dann nah New⸗NYork, um an Hor. Greeleys
ribune zu arbeiten, reifte 1846 nad) Frankreich,
' wo file bef. die George Sand ranger u. La⸗
Tas Füllerde bis.: Sulstioston]
mermeis auffuchte, damm nach England u. Sta, | bie Sprengladung hineingefüllt wird
gen, wo fie ſich in Mailand, Florenj u. beſ. in | wird, hierauf mit einem Holzpfropi verfei
Kem aufhielt. gie vermähblte fie ih 1848 mit Füllmund (Baut.), fo x. w. Grunda
dem Marcheſe Giov. Angelo heit, einem Wer | Die aus Feldſteinen verbuntene Grunte
publitkaner, übernahm während der Belagerung | Lehm⸗ cd. jogenannten Wellerwänden.
Roms bie Leitung eines Hofpital® u. ging na fo, Peter, u. feine Anhänger Sell
ber Einnahme der Stadt wieder nach Florenz, | ı. Peter.
ans Stalien verbannt, fanb ber Marcheſe 18. Juli Fülloſen, ſ. u. Ofen.
1850 mit Frau m. Sohn bei ihrer Rückreiſe nach Sullopfer, Cpfer, welches bei ten
Amerila im Folge eines Schiffbruchs ihren Tod. bracht wurbe, wenn einer zum Priefe
Sie ſchr. Essay on Goethe; überſetzte auch Eder» | wurde.
manns Geſpräche mit Goethe, fchrieb noch Papers Ballpfable, 3—5 Fuß lange vViãble
on literature and art, Lond. 1846, 2 Bhe. | Gen bei maifiven Schleußen ter Zi
(Sammlung ihrer Artikel in der Tribune); Wo- | zwiihen den Hauptrammpfühlen ausge
man in the nineteenth century; rebigirte 1810 Hquader, vie Läufer bei Mauer
bis 1544 in Vofton die Zeitung The Dial. Ihre hauenen Sanbfleinen, die eine Hin
Memoirs gaben Efarle, Emerfon u. Channing, | von Ziegeln od. Bruchfleinen haben.
Lond. 1852, 3 Bde., heraus. lquart (Bülkenne), die Luc
Füllerde, 1) fette Erde zur Ausfüllung ber welche von ber Polizei zum Nachfüller!
Deiche ; 2) trockne, von vegetabiliihen Stoffen freie | als Zuſatz verflattet wird; man rede
Erbe, mit weicher bie Gewölbekappen oberhalb | Quart Bier 7 Ouart Wafler.
ausgeflilit werben, welche auch unter das Pflafter üllſchnüre, fon. m. Herp (Sem.
gebracht wird. rel (Kochk.), fo v. mw. Fülle 11.
Füllfaß, ı) — etwas damit zu füllen, ſo Uſtange, ſo v. w. Schürbaum.
3 (Zuttkorb, Bergb.), Körbe, zum Kohlentragen; NMftimme, 1) Stimme, melde t
u) (Müll), f. u. Füllkleien. ſtimme im Einklange ob. in Den Octaven
gunbale, 1) ein großer, hölzerner Trichter zum | ob. durch Verteppelung ter Accerbiat
ih en ber Bier- u. Weinfäfler; 2) ein ähnlicher | Verftärkung berfelben dient; 2) (Orgelb.
richter, einen jungen Bienenfchwarm bamit in | DQuint- u. Terzftimmen.
ben Stod iu bringen. Füllſtube (Zuderf.), ein Zimmer, i
Füllhölzer, 1) die Hölzer, welche Gei Döbel- | die Kühlpfanne mit dem völlig geicte
deden zwiſchen bie Hauptbalken gelegt werten; | ftebt, u. aus welcher ber Zuder mt
2) bei Blodhäufern bie Breter, welche Die äußeren | Wänten ſtehenden Zuckerformen gerült :
änte ausfüllen. Züllung, 1) fo v. w. Fülle 3; 9)
Füllhorn (Cornu copiae), ein mit Blumen | ber Flaſchen u. fleinernen Krüge mit S
u. Früchten gefülltes, meiſt gewundenes Horn, | nen (3. B. Eelters, Ragezpı vca fr
Symbol des liberfluffes, Attribut des Neichtbums | 3) bei Luſtfeuerwerken der Werfiag int
u. der Glücksgöttin (Fortuna). Nach ben Mythus hülſen; 4) Das fenerathaltente Diittel
fol e8 das Horn der Ziege Amaltbea, od. Bas | Den Wünten von eilernen Geldichränt
dem, in einen Stier verwanbelten Acheloos abge- | Yeerranm zreifchen Raubgemäuer u. Ker
brochene Horn fein. Eiſenhohkfen; 6) in der Weberci ter tb
Füll horn, 1) (Cornularia Zamark), Sattung | weben, zwijden beide Ketten, ohne zut
der Korallinen (der eigentlien Pelypen bei Ofen), durch geichefiene Dide Faden; er gibt
Stanını röhreniermig, häutig, gele erböht, Täng» ! des Piques mehr Körper; 7) jede vern
ih; Art: C. cornucopine (Tubularia ec. L.), | einer erhöhten Einfaſſung verſebene Fla
Röhren einfach, unten verbilunt, gebogen u. run | Mörtel- oh. Gypsbewurf als Terzierun
gli, mit einer Art won Burzeifproffen: 2) eine | feiten des Gebäubes u. ber Zimmern
rt foffiler Muſcheln, fo v. mw. Pferbeichwanzftein, | 8) au Thilren, mo fie ſchwächer, als bie
f. u. Acarbo d); 3) (Bot), Gattung ber Gräfer, | find; bie Thüren Haben 2, 4 ct. mebri
fo v. m. Cornucopiä. überfchoben, wenn fie auf der eine
Füllhuhn, junges Huhn, welches als Zins | tiefer, anf ber andern höher, als bie)
meift fir ein Stück Rindvieh gegeben wirb, das | Liegen; 9) (Schifjem.), bie dünnen u. kurz
in bie Waldungen ch. auf andere Grundſlücke bes | Planken, mit Tenen tie Niürergatten
Zinsberehtigten zur Weide geht. Kiel bededt werten.
Ukarren (Salzm.), ein Karren mit einem Füllwerk (Fülmaner. Bau, N:
Fa e, in welchem die Sohle aus den Ealzbrunnen plekton u. Diamikton.
in Die Sietehänfer gebracht wird; zum Füllen der Bully, Dorfim Schweizercanten W
Fäfler betient man ſich der Füllſchlaͤuce. Martinach ander Rhone n. am une fi
Nfleien, in Sachſen Kleien, welche Die Bäder | bar von allen ſchweizeriſchen Gemeinden
außer ber Metze bezablen u. zwar auf 28 cheffel | Eretins; 1050 Ew.; bie Umgegend b
Weizen ein Füufaß voll — 2 Drestner Scheffel. | gemein reichhaltige Flora.
Fülllager (Braum.), hölzerne, ungefähr 2 Elle | Fulmar, fox. mw. Gisfiurmecatl.
weite Tröge, auf welche Die Bierfäffer beim Sue : Fulmen (lat.), Blits: Daher Fuimie
elegt werden, damit Die ausgeftogenen Hefen ſich Ken; 2) verpuffen; 3) fürchterlich drol
in den Trögen fammeln. nant, blitzend, drohend; Fulminatien. I)
Füllloch, bei ven Hohlkugeln einiger Artillerien Wettern; 9 Exrploſion mit lebbaiter E
ein kleines Loch feitwärts des Branbloches, durch 8) das VBerlündigen tes päpfilichen Sa
weiches, nachdem der Brand bereits eingefetzt iſt, | Fulmicdton (Technol.), ſo v. w. Sdich
Yalmılkan bis: Fsia
R == Cı Ns. Einige Chemiker neh⸗
nallfauren Berbintungen das Rabical
ennen bie Knallſäure Bulminaufänre.
Anficht hat dieſe für ſich nicht darſtell⸗
ie Eigenfchaft, ein Äquivalent Metall»
arling aufzunehmen u. eine gepaarte
ſanſäure zu bilpen, bie ein Aquivalent
u. mit einen Aquinalent Waller das
t. Knallſaures Silberoxyd wäre nad
Silberfulminanſäure u. knall⸗
rorpblalifupferfulminanfaures
trix legio (lat ), |. Donnerlegion.
sure, fo v. w. Knallſäure; die Salze
-e beißen Fulminate.
1) Stadt im Bezirk Neu⸗Titſchein bes
reijes Olmütz, im fogen. Kubländchen
leſiſchen Grenze; bat Echloß mit Gär⸗
rllofter, Tuchweberei, auch Wollzeug-,
u. Xeinweberei u. 3800 Gm.; war
tſitz ber Herrnbuter vor ihrer Über-
& der Oberlaufig; 2) Stadt in ber
rafichaft York, Haupıfig ber engliichen
1723 von ibnen gegründet.
‚Dorf des Stubayer Thales im tyro-
insbruck, welches flarle Eiienwaaren-
.Handel mit Eifenwaaren betreibt.
war jeit 751 Abt von St. Denys u. |
jler) Des Könige Pipin bes Kurzen; mit
»f Burchard von Würzburg ging er 749
: Bapft Zacharias, um deſſen ei⸗
ven neuen König der Franken einzu⸗
eſſen Bevollinächtigter war F. 755 u.
in Kom u. diente nach Pipins Tode
roßen; er ft. 794.
Ipr. Fölt'n), Robert, geb. 1767 in ber
ancafter in Pennſylvanien; war erft
‚dann Schüler des Malers Welt im
das Kunſtſtudium auf, um fich in Ber-
t Ramjey ter Mechanik zu widmen.
ne Marmorjägemühle, einen Kahn, der
Bafier ſchwamm, u. m. a. Mafchiuen,
nu bie bes erften, für Die praltiiche An⸗
igbaren Dampiichiffes, oben an ftebt.
Paris u. England fanden keinen Bei⸗
ndte fi daber nach Amerika u. ließ
ort 18507 das erfte Dampffchiff vom
fangs fand er auch bier wenig Anerfen-
r aber erbielt er Patente zur Danıpf-
ıf ben vorzüglichften Flüſſen Amerikas,
in Gelbverlegenheit, mußte er bie mei-
zatente verkaufen u. ft. 1815, 100,000
miden binterlafienb; 1838 votirte ber
niiche Kongreß feiner Familie 100,000
ıtificatton. Auch bie Dampffregatte u.
3, eine Zerſtörungsmaſchine für ben
ren Ideen von ihm.
pr. Fult'n), 1) Grafſchaft im Staate
Rordamerifa), 244 OM.; Klüffe: Sa⸗
ver u. Eaſt⸗Canada⸗Creek; Boben hü⸗
eis gebirgig, im Allgemeinen fruchtbar ;
Rais, Hafer, Kartoffeln, Rindvich; bie
ca» Eifenbahn durchſchneidet den jild-
heil ber Grafſchaft; organifirt 1838 u.
u Robert Fulton (f. d.); 1850: 20,171
tfladt: Johnetowu; 8) Grafichaft im
Rfylvanien, 18 QM.; Fluſſe: Eonole-
ing « &reefe (Rebenfäfle bes Potomac/
Rider), theilweis gebirgig (Clove⸗Monntain
Sidelling⸗Hill im W.), im den Thälern frı
im Hochlande bicht bewaldet; Producte:
Weizen, Bauholz, Rindvieh; ein großer
ter Grafſchaft ft noch unangebant; eine .
beichäftigung bilbet die Gerberei; 1847 9
1650: 7567 Ew.; Hauptort: Mc. Eon
3) Grafichaft im Staate Arkauſas, 40
lüffe: White-River u. Big⸗-North⸗Fork;
ügelig x. namentlich an ben Fläüſſen ſehr
bar, mit fhönem Weideland; Probducte:
Weizen, Hafer, Riudvieh; 1850: 1810 Ew.
unter 50 Sklaven; Hauptort: Zalem; 4)
[haft in Staate Ohio, 15 OM.; vom ⁊
River burchflofien; Voden eben u. fruchtbar
ducte: Mais, Weizen, Hafer, Rindvieh, Sd
1516 gebilbet; 1850: 7791 Ew.; Hauptor
ver; 5) Grafihaft im Stante Indiana, 17
von Tippecanoe » River burchfloflen; Bode
u. ſehr fruchtbar, ſchöne Brairien u. Wald
Broducte: Wais, Weizen, Hafer, Eifen; 18
ganifirt; 1850: 5992 Em.; Hauptort: Ro
6) Srafichaft im Staate Kentudy, 94 DOM
Miſſouri-River u. Dem Staate Teuneſſee be
Boden fehr fruchtbar, Brotucte: Mais,
Tabak, Rintvieb, Pferde, Schweine; 18
bildet; 1850: 4446 Em., werunter 943 &
Hauptort: Sidman; 7) Orafichaft im Staa
nois, 40 QVi.; Aliffe: Ihinois - River €
River, Otter-, Putnamse⸗ u. Kopperas»'
Boden bilgelig, ſehr fruchtbar u. trefflich
baut, ſchöne Prairien u. Waldungen; Br
Mais, Weizen, Hafer, Kartoffeln, Rindvieh,
Schweine; Steintoblen; Dampifchifffahrt
Illinois» River; bie PBeoria Dguavla « Eil
berührt tie Rorbgrenze ber Grafichaft;
22,508 Emw.; Hauptort: Lewiſton; 8) Stä
Bezirk mit Poſtamt ( Post-township) in be
ſchaft Oswego bes Staates New⸗Nork, o
‚wego-River u. ter Oswego⸗Syracuſe⸗Giſe
5 Kirchen, Band; 2600 Ew.; U) Stäbtifd
zirt (Townsbip) in der Grafſchaft Schoße
Staates Rem-Yort; 2700 Ew.; 10) Haup
Grafſchaft Itawamba bes Staates Miſſiffi
Tombigbee⸗River, der hier ſchiffbar wird, bi
wafler auch für Dampfboote; 400 Ew.; 11)
fer Bezirk mit Poſtamt in ber. ©raffchaft
ton bes Staated Ohio; 3300 Ew.; 12)
(Post- village) in ber Grafſchaft Hamil:
Staates Ohio, am Ohio⸗River, unmittelb:
bald Cincinnati, als deſſen Borftabt es zu
ten iſt; 4 Kirchen, Schiffsban, Dampfi
3000 Ew.; 13) Städtiſcher Bezirk in bei
haft Fonntain im Staate Judiana; 110
14) Hauptort der Grafſchaft Callaway bei
tes Miffeuri; Staatö-Irrenheilanftalt, To
meninftitut, 5 Kirchen, Alademie; Töpfer
1000 Einm.
Fulton Lakes (ipr. Yulı'n Leble), eine
Heiner Seen in ven Graſſchaften Hamilton
fimer des Staates New⸗York, die mit dem
River in Verbindung fteben.
Fulus, Düne, jo v. w. Flue.
uluia, 1) vornehme Römerin, des DO.
Geliebte, erfuhr von dieſem den Plan be
nerifchen Berfhwörung , worauf fe benie
Gicers entbedia, |. u. Rom (Geld). 2) 8.
dee M. Fulvino Bomkalio, Gemahlin D
dins Pulcher, baum bes Curio nm. enblidh bes
Trimmvir Antonius, ehrſüchtig u. entſchlofſen, re⸗
durch Letzteren n., bei deſſen Aufenthalt
ypten, durch feinen Bruder, ben Conſul L.
Antonius, Rom ſaſt unumſchränkt; ihre Eiferfucht
e ren Schwiegerjohn Octavianus fachte ben
Dre ieg in Italien au. Gie ging felbft na
ränefte u. ſammelte ein Heer; aber Idlagen flo
noch Brundifium u. von ba na acebonien
u. ft. bald baranf, 40 v. Ehr., in Stcyon. Cicero
war ihr Tobfeinb, u. als ihrem Gemahl ber Kopf
bes ermordeten Feindes gebracht wurbe, durchſtach
fle deſſen Zunge mit Nadeln. 3) 3. Ylautifa, Ge⸗
mahlin des Kaiſers Caracalla.
Fulvia lex (nicht — Vorſchlag eines
Suloius, 146 v. Chr., daß alle italieniſchen Bun⸗
desgenoſſen das Bürgerrecht erhalten ſollten.
lv ufäwefelfänte, Zeriegungsprobnet ber
Indigblau⸗ u. Indigblauunterfchiwefeljäure.
Yulvius. Die Fulvia gens, ein plebejifches Ge⸗
ſchlecht, ſtammte aus Tusculum; zu ihr gepörten
bei. bie Familien der Centumalus, Flaccuẽ, Robi-
lior, Pätinus u. Vevatius (f. d. a.).
Fulvus let) braungelb.
| m. , chemiſches Zeichen für Kumarfänre.
: maramid, |. Fumarſäure.
maria (F. L.), Pflanzengattung aus ber
Familie ber Papaveraceae- Fumariaceae - Fu-
marieae- Corydalideae, Diabelpbie, Heranbrie
L., Kelch ——— Blumenkrone vierbl
das obere an ber Baſis geſpornt, Staubgefä
zweibrüderig, Schötchen nicht anfſpringend, nuß-
artig, eiuſamig; Arten: F. officinalis Erdrauch;
bas Kraut (Herba fumariae) Ielaig, bitter; ber
friſche Saft wirb zu Kräutercuren gebraucht; Erd-
raudertract(Extractum fumariae), ber einge:
biete Saft ift ein auflöfenbes, magenſtärkendes Mit⸗
tel bei Verſtopfungen u. Schmäche ber Eingeweibe;
F. vesicaria, Blaſenerdrauch; viele anbere ſtehen
jest unter Corydalıs, Adlumia, Cysticapnos x.
um (rdöm. Ant.), Rauch⸗ —
Fumarolen, 1) Dampfquellen), en
en im Erdboden, namentlich vulkaniſcher Gegen⸗
en, aud denen fortwährend Dämpfe ſtrömen;
uptſächlich find dieſe Dämpfe Wafierdampf, einige
. erhaliren indeſſen auch ſchwefelige Sänre, Schwe-
lſäure, Schwefel, Salzfäure, Salmiat, Kochſalz,
Borjäure, Kohlenſäure, Stidftoff 2c., zumeilen in
folher Menge, daß man dieſe Subftanzen fabrik⸗
mäßig daraus gewinnt, fo aus der Fumarole der
©olfatara bei uoli den Schwefel u. aus ben
fogenannten Suffioni bei Toscana die Borfäure;
2) die aus ben Dampfquellen ſtrömenden Dämpfe.
Bumarfäure (Baramalealiäure, Fled-
tenfäure Pelouze), Fu Cs Ha Os, in der Fu-
maria officinalis, in Glaucium luteum u. Co-
rydalis bulbosa, ibentifh mit Pfaffse Lihen-
fäure, aus Lichen islandicus, ifomer mit ber
Eauifetfäure. Ihr Hybrat bilbet feine weiche glim-
merartige Blättchen ob. lange rhombiſche Prie-
men, ift Schwer ſchmelzbar, noch ſchwerer fubltmir-
bar; fie fällt Baryt⸗ u. Kochfalze nicht, fällt Sil-
berſalze vollftänbig, bildet fih auch, wenn Apfel-
fäure längere Zeit erhitzt wird.
Cs He N3 Os, entfleht, wenn man fumarjaures
Athyloryd mit wäflerigem Ammoniak in verfchloffe:
nen Gefäßen b alte: Temperatur
felbft iiberläßt, —2 — nicht kryſtalliniſches, in Tal-
Jumaramid,
Felvia lex bis Funchal
verbinbet ſich mit Queckſilberoryd.
Sumarfaures
tpploryb (Bumei
aromatiſch riechenbe (äh
durch Deftiflation von ı
alloheli
von Fumarhydrat dargeſtellt; Fumerie
Ratron find leicht ei, kryſtalliſite
faured Ummeniat, ſauer, bildei lange,
prismatiſche Säulen; Sumerfaurer 9
Etrontian find ſchwer löslich, kryſtalliſu
ſaures Bleioxvd kryſtalliſirt ans Wafl
glänzenden Nadeln; Sumarſfaurche
weiß, pulverförmig, ſehr ſchwer Lösh
verpufft beim Erhitzen, u. v. a.
29 (fpr. Bübmä), 1) Marti
Maas, im Arronbiffement Rocrey,
Departement Ardennes; große €
Glasfabriken; 5000 Ew.; 2) fonft He
auch die Stadt Revin [2000 Ew.
Hauſese Eroy, fpäter Chimay, wurd
ſchof von Trier in Anſpruch, von |
von Frankreich 1680 in Beſitz genor
Anſprüche des öſterreichiſchen Hauſe
Therefia 1769 —
Fumel (jpr. Fuhmel), Stadt am
ronbiffement Villenenve d'Agen des
tements Lot⸗Garonne; Bapiermühlen
Fumet (fr., ſpr. Sümeh), 1) Gen
fen; def. 2) forte: ch bes Wilbp
gumi ation (v. fat.), 1) Räude
w. ‚1. u. Bad (Med.) IL»
mmel, erhabener Ranb an
ſchuhen; wirb mit dem Summelheife
chen, Fummelbein), gemacht.
umds (v lat), vol Rau, dun
nn, 1) Münze u. Gewicht, fı
2) (Han), chineſiſches Läugenmaß,!
Theil eines Tſchich — 1,6 Bar. Linie
unai, Stabt auf ber Japaniſcher
unambulift (vo. lat.), Seiltänza
unaria (F. Hedio.), Laubmoo
ber Familie ber Bryaceae, äußere:
beſatz mit 16 Ichiefen, an den Spik
bängenben Zähnen, die den inneren
tigen, an ber Spike freien Zähnen gei
Buchſe [chief geneigt, mit verengti
Haube baudjig-fappenförmig, Bücher
' bie männlichen ſcheibenförmig; Art:
metrica, durch bie gebrebten, bt
Fruchtſtiele merkwürdig, in feuchten !
verlaflenen Koblenmeilern u. fonft büı
einfach, jehr lurz, Blätter zufammenne
kurz zugeipigt, ganzrandig, mit auelau
ruchtftiel hin⸗ u. hergebogen, an ber
ümmt, Büchſe tief gefur t, Dedel 1:
unaßa, Dorf mit Höhle, fo v. w.
nealienfe, Vorgebirg auf ter
Inſel Balma (NRorbweftlüfte von Art
nal, 1) Diftrict (Tapitamia) I
fiihen Injel Madeira; 2) Hauprftabt
ber gleichnamigen Bat (durch 4 Fern
den Südwinden ausgefetst, unficherer
wegen vieler Klippen ſchwer zu lantı
— mit zablreichen Rel
pi iikemifgen $ 3) ni
rafilianiſchen Provinz Minat-
Diamanten.
Fuucheno bie Function I
dungars), Reich im norböftlichen
ifa, zwiſchen Nubien u. Suban.
arl With. Ferd. v.%., geb. 1761
; trat 1780 ale Lieutenant in bie
du Corps, nahm, Mißverhältniſſe
nen Abichieb, trat jedoch 1791 ale
der in das neu errichtete ſächſiſche
t, fam 1805 ale Major in ben
achte ald Apdjutant bes Generale
jeldzug von 1806 mit, begleitete
Berlin u. den Dlinifter des Aus⸗
Boje, nach Pofen, um bort Frieben
zu jchließen, wurbe 1807 Obrift-
jelabjutant, Oberfi u. Generalad-
im Gefolge feines Könige bem
furt 1608 bei, wurbe 1809 Gene-
neralinfpector der Cavallerie, be-
ig nah Plauen u. Frankfurt a. M.
poleon nah Wien. 1810 erhielt
iebrigebe ‚u. führte biefe dem ſäch⸗
nter Reynier 1812 zu, wurde bier
IL der ſächſiſchen Cavallerie, ale ber
hen Feldzug auszeichnere, folgte
mad öhmen, erhielt jedoch nad)
eine Anftellung, fondern privatifirte
14 erhielt er vom ruffiihen Gou⸗
ı Abfhieb, wurde jedoch nach des
rt 1815 aus ber Gefangenihaft
. 1818 ging er mit diplomatiſchen
London u. Paris u. privatifirte
Burzen, wo er 19828 ale königlich
:allieutenant ber Cavallerie Rarb.
ihn für einen ber ausgezeichnet-
er ſächſiſchen Armee. Gr ſchr.:
ce Friedrichs IL, Zullichau 1792;
1 Zeiten ber Kreuzzuge, Lpz. 1821 —
Erinnerungen aus ben Feldzuge
lorps unter dem General Reynier
, Dresb. 1830, w.a.m. 2) Jo⸗
ich, geb. 1804 in ranffurt a. M.;
te in Heibelberg u. Jena, wurde
erländiihen Gemeinde in Frank⸗
830, Dann politiſcher Schriftſteller.
on gegen bie deutichen Fürflien u.
ı dem Männerbunde veranlaßten
e Verhaftung u. Gefangenhaltung
M. u. 1834—37 auf dem Har-
ainz. Außer mehreren politiichen
iften (Eul enjpiege) Deutiche Bolle-
Zeitfpiegel, feine, Scherz m.
yr. er: Das Candidatenweſen in
t. 1775 u. 1830, Offenb. 1830;
nme, Frkf. 1832; Gemeinfaßlicher
ften deutſchen Geſchichte, Offene.
‚eitrag zur geheimen Geſchichte ber
evolution, Manh. 1843; 8) Za⸗
onynı für Kunz; 4) (9. &), po-
in Oberfranten, fl. 1839 u. gab
18: Kryptogamifche Gewächſe des
Gefrees 1501 — 36; 39 Hefte ge-
gamen, meift Moofe; Moosıafchen-
v1. Nach ihm iſt die Pflanzengat-
d.) genamut. 8) j. Funk.
‚. Sat. Funetie), 1) Berrig.ng;
; baher Fuuctioniren, ein Anıt ver-
a
Organe ;4) eine abhängige, b. h. aus unabhängig ver
änderlichen (Bunctienaigröße) u. einer ob. mehreren
unveränberlichen (conkanten) Größen zufanmenzu-
ſetzende veränberliche Größe, die man in ber Hegel
mit x, y, z bezeichnet. In ber Gleichung y — ax
+ bifty eine $.vonx, au. b find beflänbige Größen,
ber Werth von y hängt alfo von dem Werth von
x ab, wird x Hein, fo nimmt auch y ab, wächſt e#,
fo wählt y mit. Die Lehre von den Formen u.
Werthen ber Ken ift die Analyfis. Um zu bezeich⸗
nen, baß eine Größe eine F. von einer andern fe
hat man folgende Bezeichnungen y = f(x) = F(x)
== y (x) = ıy (x) u. lieſt bies Alles y iſt eine F.
vonx;fu.F sc. heißen Sunctiondzeichen. Um anzu⸗
beuten, daß y zugleich eine %. von x u. z ift, fchreibt
man in bie Klammern ber vorigen Bezeichnung®-
weifen flatt x beide Größen x, z hinein, mit einem
dazwilchengeftellten Komma, aljo y = f (x. z) x.
Man theilt die F⸗en ein: a) nach ber Dtenge
der in ihnen vorfommenden Beränterlichen,
Sen mit einer y= f(x) u. mit mehre⸗
ren BeränberlidenZ= F (x, y). Beifpiele:
yttve—ı,smactbyte
b) in unmittelbare u. mittelbare, bie ange-
führten find unmittelbare, denn die unabhängig
Beränberliche ift unmittelbar gegeben; hat mar da⸗
gegen y — f(z),z=y (x) ob. anders geſchrieben
y = f [pr (x)]. fo if y eine mittelbare F. von x,
denn ber Werth von x ift mittelbar erſt durch z ger
eben; beftimmtes Beiipil: y- vz,z=a +
2x; eJinalgebraijhe u.transjcenbente,
durch jene wird eine Abhängigkeit durch eine end⸗
liche Anzahl von Operationen dargeftellt (wie bei
allen vorigen Beilpielen) ; der Wercb tıauöfcenben-
ter Feen iſt nicht Durch eine enbliche Anzahl von
Operationen barflellbar, er führt zu unendlichen
Reiben, z. B. log. nat. I + x)= x —ıx’ +
ix ıy%! ı x5 — in infin ; trausfcenbente
F-en find alfo überhaupt ſolche %-en, in welchen
die unabhängig veräuberliche Größe nach anderen
Nechnungeoperationen, als benen bes Abbirene,
Subtrabirens, Multiplicirens, Dividirene, Voten»
zirens mit conflanten Erponenten u Wurzelaus⸗
zieben® unterworfen find, in welchen mithin bie
veränberlihe Größe ale Erponeut, cd. des Loga⸗
ritbinus, ob. eine trigonometrifche F. berfriben, ob.
ein Integral vorkomnit, das nicht algebraijch an⸗
gebbar ift; dy in rationale u irrarionale;
alle Ausdrucke, in welchen gebrochene Expouenten
od. Wurzelauebräde vortommen, bie fich nicht weg"
ſchaffen laflen, find irrational, 3. B. y— a —
zxIu Va! — VX; dagegen y — a?—XxX
— Ya! — YVx" on’? — x" rational; e) in
ganze u. gebrochene, zu letzteren gebören bie,
wo bie veranterliche Unabhäugige x mit negativen
Erponenten od. im Renner vorlommt, zu erfteren
alle übrigen, 3. B.: ya +bx + 0X? ne ge⸗
a Ax + yx?
brochene $.; NM in gefonderte (eyplicirte) u.
ungeſonderte (implicirte), eıftere find von
Kant die Einheit der Handlung,
Rellungen unter eine geme] ſt⸗
By die naturgemäße Thaͤtigkeit nee
ber Horm y == f(x), legtere von ber f(x, y) == U,
18. x 4 Y —_ 1-0. Gin gefonberte F.
u? bi
umfehren heißt bie Bunctionalgröße als F. ber zu⸗
vor abhängig veränderlihen auebrüden, aljo ans
ber Gleichung y — f (x) eine Gleichung x = f (y) |
ableiten.
Fund, 1) ſ. u. Funddiebſtahl; ©) (Sundpunkt,
Bergb.), ein Ort im Felte, mo ein Erzgang zuerfi
entblößt wird u. Kübel ı. Seil eingemorfen wer⸗
ben. Der Finder bat bei dem Mutben das Vor-
recht vor anderen (Fundrecht), bie Fundgrube fidh
beftätigen zur lafien, daß diefelbe ihm, wenn ein Ans
derer Muthung einlegt, angeboten werben muß;
das um ben F. befintfiche —* heißt Fundarube.
Der F. wird vermeſſen, d. b 42 (60 od. 28)
Lachter auf jeder Seite des F⸗es abgeſteckt. Ent⸗
ſteht über ven F. Streit, jo muß ber Fundeld abge⸗
legt (J. beſchworen) werben, d. b. ter ältere Finder
muß in Gegenwart Der Berggerichte u., inbem er
ben Zeige- u. Mittelfinger sur den Rundbaum des
Bundihachtes legt, eittih erhärten, daß er felbfi der
wahre Finder jer. 3. entblößen, eine entbedte Grube
mit Arbeitern belegen.
und (engl., pr. Fönd), fo v. w. Fond.
da, 1) (lat.), Schleuder; ein eilerner
Schleuderkorb an Dem Scorpion; 2) ruffiiches
Bund = 0,75 Zollpfuud.
Fundah, ehemals wichtige Handelsſtadt von
70,000 Ew. im Neiche Nyffe (Innerafrika), jett
in Aninen, liegt etwa 8 Dleilen von dem Zuſam⸗
menfluß bes Niger u. Birne entfernt, mitten zwi⸗
fchen beiden Strömen.
Sanatten Kircheugeſch.), fo v. w. Bogomilen.
undament ıw. fat.), 1) Grundlage zu etwas;
2) (Baut.), Grundbau u. Grundmauer; 8) eine
zum Karren Der Buchdruckerpreſſe gehörige, vier⸗
eckige, mejfingene, eiferne od. hölzerne Tafel, auf
welcher Die Zorn, wenn gebrudt wird, feſt rubt.
Auf bie völlige Gleichheit u. horizontale Fage dieſer
Blatte kommt bei einem guten Drud viel an.
. Tundamentäl (v. Iat.), was einer Sache zum
Grunde liegt; daber Fundanentafgefege, fo v. w.
Grundgeſetze; Fundamentalbedingung, Grund⸗,
; Fundamentalartikel des Glaubens,
rtifel, Die won ſolchen, welche durch Chriſtum ſelig
werden wollen, nicht geleugnet werden dürfen; im
Gegenſatz zu den nicht fundamentalen, die
unbeſchadet der ewigen Seligkeit geleugnet werden
können. Schwierig war es immer, zu beſtimmen,
welche Artikel fundamental u. welche nicht funda⸗
mental ſind. Zuweilen nennt man auch die Artikel
fundamental, wodurch der weſentliche Charakter des
ne anderen Religionen gegenitber be
ingt if.
Fundamentalbaß, die Bafftimme, ber welcher
bie VBezifferung: Generalbaß angebracht ift.
sundamentalbret (Fundamentbret), ein aus
mebreren Slücken von cirea 1—: Zoll Stärke
m — —— —
Fund bis Funbation
bie F⸗e verbinden, beißen Aundemtateti
durch drei Fımbamentalfinien gelegte El
Bundamentalebene; das von den drei Fuu
linien in einer Ebene begrenzte Dreied |
damentaldreied; bie von ten tier um
ebenen tes Ranmes begrenzte Fyramıte |
damentalppramide; 2) (Phufil), zwei ’el
auf der Thermometerfcala, teren Zwi
(Funbamentafabftand) in eine gewiſie Jr
Theile ber Grabe getheilt wirt. Wan ı
den Gefrierpuntt u. ben Ziebepunft be
bei 28 Zoll Barometerbrud zu wüblen
den Zwiſchenraum nach ter Reaumurk
in 80, nach ver Celſiueſchen in 100, nah
beitihen in 180 Grabe.
undamentalfterne (Haup tſtern
von Beſſel ausgewählte, mit beſondert
feit beobachtete u. unter Benußung dk
enanen Beobachtungen, namentlich is
Pen, berechnete Firfterne, welche tem?
gegenwärtig bei allen feinen Peckie
Beftimmung der Zeit u. folglich zur Cor
Uhr dienen. Indem naãmlich in ben Tal
wie fie z. B. jeden Jahrgange bes Ber
buch ber Aftronomie beigegeben fint, a
Rectafcenfion derſelben zu einer gemifl
3 B. für den Anfang bes Jahres, Ton
u Neränderung berjelben in Folg
cejfion, Nntation u. eigenen Acreegang
find, fo erfährt man durch Beobach
mination am Mittagsrobhr ven Unterj
der von ber Ubr angezeigten u. ber vera
ten Culminationszeit. Jene 45 F.,
Beſſel in ben Fundamenta astronot
veröfjentlicht wurden, find übrigens fey
fie nach nahe gleichen Zwiſchenzeiten,
Ichnittli) von einer balben Stunde
culminiren.
Fundamentalverſuch Pboſ.), irg
periment, welches eine theoretiſche sc:
denten Entſcheidung bringen fell. Bi
rühmtheit bat Boltas F. erlangt,
weiſt, daß bie Quelle ber galvaniſchen
bie Berührung verſchiedener Meiallt
Reibung, ſowie chemiſche Zerſetzung, 3ı
der Elektricität nicht notbwendig fd.
ein Zintkild u. ein Meſſingſtück zu eine
zuſammen; halt man nuu das Zinkende
u. bringt Das Kupferende mit einer lu
denſatorplatte in Berührnng, wäbrend
dere Condenſatorplatte ableitend bzrü
man dann einen anſebnlichen Ausſchla
blättchen, während derſelbe ganz tchtz,
das Stäbchen am Kupfer anfaßt. Ande
beſtehendes Bret, weiches ben oberen Theil der ſtelle iſt aiſo Jahre lang eine elefiremt
Windlade in Der Orgel bedeckt u. worauf die Bar-
allelen gelegt werten. Seiner vielen Pächer wegen
wird es auch Sieb od. Cribrum genamnt.
Fundamentalphiloſophie, fo v. wm. Allgemeine
Elementarpbilojopbie, |. u. d.
Tundamentalpunft, 1) (Math.), in der Me
tbode tes Bargcentrifhen Calculs von Möbins
gewifie unveränderliche Bunfte einer geraden Finie,
einer Ebeue od. im Raume, in welde folche Ge-
wichte verlegt gebacht werben, daß ein zu beftim-
mender Punkt als ibr Schwerpunkt erfcheint; für
bie — Linie find zwei, für die Ebene drei, für
deu Raum vier Fee nothwendig. Die Linien, weiche
|
|
|
— Diefer F. iſt von Fechner mii
bes Bohnenbergerſchen Elektroſkepe u
kommnet worden.
Fundamentum (fat.), Grunt: |
Klaggrund, |. u. Klage; F. probaileni
„grund.
Fundänus lacus (a. Geogr.\, !.e
Fundäo, Markiflecken am Meriu.
Guarda ber portugiefiihen Previzz :
2600 Ew., Weinbau u. Tuchweberti
Fundation (v. lat.), 1) Begrüntun
gun ;2) Bermädtniß, Stiftung, weit
ce eine Pfrinbe, ein Veneftcimm, |
Fundbuch bie Ynblliu
E
ı Einem (Bunbator) für Fünftige Reiten
vird; dies gefchiebt entweder mündlich
z im letzteren Falle werben Zundatione
mben ꝛc. gefertigt. Man unterfcheibet
e: a) die Anmerlung bes rundes u.
Die Stiftung, wo ſolche erforberlich (Fun-
tie)s b) Die Beftreitung ber Erbaunnge-
structin)ı. c) bie Anweiſung ber
3efeltungen ber dabei nöthigen Perſonen
ı specie). Fundiren u. botiren Tann
fitiensfähige. Bei der Errichtung einer
Sie F. zugleich Auipruch anf Bat Patro⸗
d.). Zur Gültigkeit einer F. gehört die
der Stiftung, d. h. die Anerkeunung
des Staates od. der Kirchenobern, wo⸗
ztijtung ihre geſetzliche Eriftenz erhält.
en Stifungen ſteht die Erection in ka⸗
nteru den Biſchöfen, in proteſtantiſchen
erium od. Dem Landesherrn zu. Der
die fonft zur Erection befugte Behörde
aufſicht über ren u. muß dieſe ſchützen,
r F. in der Art Kenntniß nehmen, daß
itewidrigen Zwecken geichebe, daß ba®
ung der F. angewieſene Capital (Bun⸗
at) auch zureichend für ten Zweck u. für
ung ſei, u. daß dieſe Verwaltung eine
rch pünktliche Rechnungsablegung u. ge
ole der Abſicht Des Inſtituts entſpre⸗
denn ehemalige Foen den Staatszwecken
jen Geift ter Zeit witeriprechen, fo hat
as Recht, dieſelben aufzubeben od. ab»
ber dieſe Abändernng muß moglichſt im
Fundators gefchehen u. 3. B. Klofter-
t fronımen, woblthätigen Zwecken, 3.8.
der Erziehbungsanftalten eines Landes,
unmittelbar zum Beten des Staates
perten.
9. fo v. mw. Fundregiſter.
»bſtahl (Furtum inventionis), bie wi⸗
Anſichnahme einer fremden beweg⸗
einem Anderen werlorenen Sache, mit
dieſelbe für ſich zu behalten u. damit
hümer zu entziehen. Der F. ftellt ſich
en nach eigentlich mehr als eine Art der
ung heraus, indem die Anſichnahme ber
Sache an u. für ſich allein noch nicht
eriſche Handlung betrachtet werben kann,
fe erſt in der widerrechtlichen Behaltung
ionsaneignung ber durch Zufall in ben
gten Sache liegt. Manche neueren Straf⸗
haben daher auch den F. ausbrüdlich
terſchlagungen u. Veruntrenungen ge⸗
ch ſtatt der allerdings noch immer ge⸗
ı gebliebenen Bereihnung F. den Aus⸗
unterſchlagung gewählt. Ale Borans-
ir ben Thatbeſtand des %-8 find aber
r feftzubalten: a) daß die Suche eine
forene mar, d. h. baf fie aus ben Hän-
prünglichen Beſitzers bereits weggekom⸗
hne daß derſelbe Dies wollte u. fich deſſen
mde; b) taß der Antere, welcher bie
ch nahm, der Finder, durch Unterlaſſun⸗
ſitive Handlungen zu erlennen gegeben
ſich um die Wiederherſtellung des frühe⸗
ißigen Beſitzverhältniſſes nicht lümmere
ve vielmehr als feine eigene anſehe. Als
beshalb in erfter Hinficht nicht betrach⸗
wenn bie Sache noch gar nicht aus dem
703
Befitge bes urfpringlicden Inhabers gekommen war
u. berjelben ſich zu einer Zeit bemüchtigt wurde,
wo ber diefelbe an ſich Nehmende vermnthen ınußte,
bag ber Eigenthilmer wobl die Kenntniß, wo bie
Sache zu fuchen fei, noch baben werde Hier liegt
vielmehr dann ein eigentliher Diebftabl vor. Iu
weiter Richtung kann nicht jeres längere Ver⸗
—** ber geinubenen Sache, ebenſowenig die
Anſichnahme mit der Abſicht, ein daran zuſtehendes
Recht geltend zu machen, als F. beftraft werden,
weil im erften Falle wohl eine Vermutbung, aber
feine Gewißheit fiir Die Abficht bes diebiſchen Wer
haltens fpricht, im zweiten Diele Abficht Direct man⸗
gelt. Um im dieſer Hinſicht Lejtimmtere Kriterien
jür die Abficht des Winters zu bekommen, buben
nenere Belege pofitive Vorſchriften darüber aufge
ftellt, was von dem Finder zu beobachten ift, nm
etwaiger Berantmwortlichfeit zu entgeben, u. 3. 9.
eine öffentliche Belanntmachung od. eine Anzeige
an die Ortsobrigkeit dem Finder zur ‘Pflicht ges
macht. Meider fi Darauf Der Eigenthümer binnen
anbermweiter Friſt, gewöhnlich von brei Monaten,
nicht, jo Wird daun dem Finder das Hecht gegeben,
ohne weitere Haitverbindlichkeit über Die Sache ver-
fügen zu können. Am Allgemeinen wird ber F. ges
linber, mie antere Unterſchlagungen beftraft, 3. ®.
nah tem Sächſiſchen, Thilringijchen, Hannover⸗
hen, Württeinbergifchen, Großberzoglich Heſſiſchen
Strafgeſetzbuch nur mit der Bäifte Der Strafe Des
gemeinen Diebſtahls. Beſtritten ift Die Frage, ob
auch die Verheimlichung eines gefundenen tzes,
mo der Finder deuſelben ganz ed. zum Theil abzulie⸗
fern verbunden war, ale F. zu Betruchten ſei, meil ber
Schatz eigentlich im Augenblide, wo er gefunden
wird, och eine Res nullius ift u. darum der Fin⸗
ber der erfte ift, welcher ilberbaupt einen Veſitg an
ber Sache erhält. Da aber der Schat im Augen-
blide feiner Hebung fofort zur Hälfte dem Grube
eigenthümer zufällt, ſo nimmt der Finder immer
eine freinde Sache au ſich, u. won dieſem Geſichté⸗
puntt aus muß der Fall unter Die Fundunterſchla⸗
gung gerechnet werden; auch ſind neuere Geſetz⸗
gekungen, 3. B. die Württembergiſchenen. Thürin⸗
gügen, ausdrücklich derſelben Anficht gefolgt; au⸗
ere, wie die Öſierreichiſche u. Badiſche, ſirafen da⸗
gegen ben Kinder in ſolchem Falle nur mit dem
eriuft feines gefetlichen Antbeils am gefundenen
Schatze. Für das Gemeine Recht ift Die gänzliche
Straflofigleit des Fes behauptet worben von Wal-
ther, Über ben Funddiehftahl, Miuchen 1844.
Bundgrübner, 1) Befiger einer Fundgrube;
x) ter eine Zeche allein baut od. biejelbe in Lehn
t
at.
Fundi (a. Geogr.), Stadt in Latium an einer
engen Bucht des Fandänus lacus u. ber Via Appia,
j. Fondi. Der See war durch das Eindringen des
Meeres gebildet u. umfdloß eine fumpfige Infel
von ! DOM. Flächeninhalt, worauf ber berühmte
Täcnberwein wuchs; jetzt Lago bi Fondi.
Fundibälum (röm. Ant.ſ, Balliſte zum Schleu⸗
dern in 2. 6 welcher Erz führt
_ ang, Gang, we
Fan gm y ı Findig machen, ſ. u.
indig machen, fo v. w.
Finder.
ndiren (v. lat), eine Fundation machen.
undirte Schuld, fo v. m. Eonfolibirte Schufb.
ditöres (lat), Schleuberer, |. Rom (Ant.)-
Fündling (Geol.), jo v. w. Erratiſcher Blod.
79%
‚fo v. w. Inventarium.
ad t, f. u. Fund 2).
ndigein (Visum repertum), ein wiffen-
ſchaftlich ausgearbeitetes Gutachten eines Arztes
od. Chirurgen bei einer gerichtlichen Befictigung;
f. u. Befichtigung 2).
Fundueclu (Zwmbrtiy), Vorſtadt von Conſtan⸗
tinopel, |. d. B) m).
bu, Diünze, fo v. w. Fondul.
undallo, ägyptifhe Zechine = 3% Thlr.
Fundülus, bei Yackpibe Kamilie der Karpfen,
Körper länglich, rundlich, Kopf beichuppt, oben nie-
bergebrüdt, viele Zähne, vierftrahlige Kiemenhaut;
Art: Mudfiſch (F. mudfish, Cobitis hetero-
elita L., Poecilia coenicula Schn.).
Fundus (fat.), 1) das Uinterfie einer Sache,
Boden; 2) Grund u Boben, Grunbflüd ; F. detalis,
Grundſtück, das eine Frau ihrem Manne in bie
Ehe ale Brautgabe mitbringt; F. demimans u. F.
serviens, f. u. Dominans; 8) (Anat.), F. veatri-
cuili. Blindfad bes Magens.
Fundy⸗Bai, große Bucht bes Atlantifchen
Dceans in Nordamerika, im D. von Reufchottland,
im N. n. NW. von Neubraunſchweig, im W. vom
Staat Maine begrenzt, im ©. dem Ocean offen,
40 Mi. lang, 12 Mi. breit; enthält mehrere Heinere
Baien, darunter bie bebeutenpfte bie Baffama-
quoddybai (zwiſchen Reubraunfchweig u. Maine);
ſehr fiſchreich u. bemerkenswerth a | ihre hohe
Fluth, bie bie zu 70 Fuß feigt.
Bundzettel, 1) Verzeichniß beflen, was eine
rau au Gold, ie u. Mobilien in bie Che |
ringt; 2) jo v. w. Sunbregifter.
unebre (fr., jpr. Bünäb’r), traurig.
unecdhoregraphie, f. Funichoregraphie.
nen, 1) Stift in Dänemarf, begreift bie In⸗
feln $., Langeland u. Taafing; 63 HM. u. nabe
an 200,000 Ew.; theilt fi in die 2 Amter Odenie
u. Svendborg; 2) Infel-%.; 56 OM., 176,000
Em. (meift Dänen), welche außer Getreide viel
a u. guten Hopfen bauen u. ſtarke Vieh-, bei.
ferdezucht treiben ; Die Infel ift von Seeland durch
den Großen, von Schleswig durch den Kleinen Belt
getrennt, ift an ven Küften hügelig, fonft aber eben
u. äußerſt fruchtbar, hat mehrere Heine Flüſſe (Aae),
zahlreiche Buchten (Fjords) u. Vorgebirge (darunter
Fyens⸗ u. Knuds⸗Hoved); Hauptftadt des Stiftes
u. der Inſel ift Odenſe. — F. (lat. Fionia) fol
nad altnordiſchen Nachrichten von Odin angebaut
u. bevölkert worden fein, Daher hieß es au Odinsey
(Ddinsinjel); nah Einigen wohnten Hier die Phun⸗
dufi des Prolemäos. König Stiold eroberte fie dem
Sitifchen Reiche, Doch blieben auch hier einzelne See⸗
könige, bis Germ ter Alte auch F. (Fyen) zu fei-
nem Reiche fchlug, ſ. Dänemark (Geſch.) II. A).
Sm 11. Jahrh. kam 5 an Schleswig, aber im 16.
wieder an Dänemark. 1658 wurde %. von ben
Schweden erobert, aber 1659 von ben Dänen wies
bergenommen, jeit melcher Zeit es däuiſch geblie-
ben ift. Seit Iuni 1848 wurbe F. eine Zeit lang
von ſchwediſchen Truppen beiekt.
Buneralien (v lat.), 1) Keremonien bei Lei»
henbegängnifien; 2) die bei Begräbniffen vorneh-
mern. fonft wichtiger Perſonen gehaltenen Bredig-
ten u. Reden nebft tem Lebenslauf ber Berftorbe-
zen, 3) Begräbnißtoften, Daher Funeralkaſſe, Be⸗
gräbnißtafie.
Funeſt ww. lat.), traurig, unglüdlich.
Jundregißer bis Fuͤnftirchen
anf, in ber Reiße ber ei
2102 ungen eg
ünfeck 1) eine von 5 geraben S
ichlofiene Figur, die Summe aller 3
der, © rling, |.
: —— u Ban
v. iv. Beſch⸗Barma.
Fünffingerklaue (Bünffingerfreite)
jo v. w. Zeufelsflaue.
ale ift Potentilla.
inf: Franftbaler, die franzöſiſch
ftüde, ſ. u. fsranc.
Fünfhäfen, fo v. w. Cinque ports
Fünfbaus, Sechhaus u. Währi
vor ber Wiener Borſtadt Mariahilf, ı
zeug-, Sammet- u. vielen anberen Fa
Fünfhundert, Rath der ., ſ. u.
(Geſch.) VIII. B) u. c).
Fünfinfelbafen, Hafen auf ber Kle
Antigua.
Fünf Infeln, Heine Infelgruppe «
tüfte der englifchen Kolonie Neufübmalı
lien), unmeit der Müntung des Shoalb
Fünfkirchen, 1) Bezirk des Kreiſel
im Bermaltungsgebiet Odenburg (ling
DOM.; 2) (Pecs, Quinque Ecclesiat
ſtadt des Kreiſes u. alte Lönigliche Hreit
der Kreis- u. Bezirksbehörde, Biſchef,
Atademie, Prieflerfeminar,, Obergymms
tbebrale u. noch 6 anbere Kirchen, Helri
tats⸗ u. Stadthaus, Poſtamt; 13,5W
garn u. Deutiche, welche Gerberei, Tebe
Saffran-, Rübfenbau, ferner Seitennö
Hantel mit Bein, Ol, Knoppern ıc. Kt
Stadt befitt auch ein Theater, viele Ver—
pläge, warme Bäder; in Der Nähe wer!
tchlen gegraben; die Lönigliche Aater
Tünfticgen bie Bungee
nah Saab verlegt. — F. Rand fehon früh m.
edeutend; 1009 wurbe das Erzbiethum Fi
et; 1543 wurbe %. ben Ungarn von ben Tür-
mmen u. auf dem bafigen Schlofie fl.
tan Solyman; 1586 wurde F. von ben
wiebererobert.
‚eine ber 4 älteften Familien bee
— Hfterreich, deren ©lieber 1603 in
i ⸗ u. 1690 in ben Grafenſtand erho⸗
urden. Das Haus tbeilt ſich in zwei Linien,
: Steinabrunn u. die zu Ehlumel. Chef A)
inie an Steinabrunn, melde bie Herr-
u Steinabrunn u. Neu⸗Ruppersdorf befitst,
Graf Otto, Sohn tes 1515 verflorbenen
BIohann, geb. 19. März 1500, Landesprä-
u. Bräfibent der Orundlaftenablöfungs - u.
Iungs - Landescommiülfion im Herzogthum
weg u. feit 1826 vermählt ınit Luiſe, geb.
s won Wurmbbrand (geb. 1802); fein älterer
Ä it 1827 geboren. B) Linie au
weh, welde die Herrihaft Moramet in
ua befitst ; jetziger Chef iſt: 2) Graf Friedrich
Auil, Sohn bes 1507 verfiorbenen Grafen
m Franz, geb. 29. März 1805, Nittmeifter in
wer u. jeit 1832 vermählt mit Sidonie, geb.
s Chotet von Ehotlowa, (geb. 1805), Fein
r Sohn nun it 1834 geboren.
nfEönigthaler, eine 1801 auf das Jubiläum
euhtichen Krone geprägte Mebaille mit ben
* 5 Könige.
e, fünf angleih von Einer Mutter
us er, bie erweislich höchſte Zahl menſch⸗
tbarkeit; doch find ſolche Kinder nicht
rchiſten, zur Zeit ber Republik in
eine Seete, welche bie alte weltliche Herr⸗
xrwarfen u. auch bie Herrichaft Über England
a balb wieberfehrenden Jeſus in Beſchlag
w wollten, mit welcher Regierung bann das
Weitzeich beginnen follte (baber der Name).
e Erſcheinung Jeſu follte ein, aus ihnen ge-
e Rath ber Heiligen einfiweilen bie Ad⸗
tion führen. Sie hatten 1657 eine Ver⸗
ung gemacht, aber am Abende vor tem Aus⸗
wurben bie Räbelsflihrer von Cromwell in
wer gelegt u. bie einzelnen Krieger&phrifti
en
afnationen, fo v. w. Irokeſen.
— u, Fiſcherei B) d) ff).
ill iagsſtücke, in Lübed u. Holſtein bie
eu 12 Schillings⸗ u. biſchöflich⸗lübeckiſchen
* — welche 5 Schillinge nach dem 17
gelten.
sffee, See auf den Karpaten, im Kreiſe
bes Berwaltungsgebietes Kaſchau (Ungarn);
hoch.
—528 — ſ. u. Saifeipiter.
anner, auf dem Thüringer Wald ein
täunenes Bauholz, 90—95 Fuß lang, unten
sben 4—5 Zoll tid. Dagegen Fünfzebner auf
arz ein Erüd tännenes ob. ſichtenes Bau-
0—32 %. lang, unten 8—10 u. oben 5—8
ꝛ mig (Muſ.), ſ. u. Quintett.
kreuzer, öfterreihiihe Qupfermünze
07, zu 15 Xx. Wiener Währung n. von Gul⸗
——— jpäter auf 3 Ir. Schein
Funfıigerausiäuß, Hnsiäub don 50 Berfo-
nen, weldger von bem, vom 31. März bis 3. April
1848 in Frankfurt a. M. tagenden Rorparlauent
gewählt war, um nad deſſen Auflöfung die Buxbes-
verfamlung zur Wahrung ber Intereflen ber Nation
u. bei Berwaltung der Bunbesangelegeuheiten bis
zur Berufung ber conflituirenden Verſammlung zu
berathen; Präfibent war Soiron ; beim Zuſammen⸗
treten ber Rationalverfammlung am 18. Mat 1848
Dr feine Wirkſamkeit auf , f. Deutfchland KILL.
Fungi (Bun), Boll in Nubien, Roferres m.
Faffokl (Afrika), hat wohlgebauten Körper, dunkel⸗
tupferbraune Hautfarbe, nicht wollige® Haar m.
regelmäßige Gefichtszlige ohne Negertypus. Die
%. follen im 16. Jahrh. von Sübweſt her eingewan-
dert jein u. fih bee Reiches Sennaar bemächtigt
baben. In Rubien haben fie jedoch durch Bermi-
ſchung mit arabifchen Ankömmlingen ihre Sprache u.
Eitten verloren, in Roferres u. af oll erfolgt daſſelbe
durch Vermiſchung mit ben Negern mehr u. mehr.
Fungi, Schwamme, Pilze, 3. Klafle bes End⸗
liherfchen Pflanzenſyſtems, parafitifche, auf mehr
ob. weniger zerjetten organiihen Subflangen le⸗
benbe Gewächſe, aus Zellen gebiltet, meift nicht
von grüner Farbe, durch Keimzellen (Sporae,
Sporidiae) ſich fortpflanzend; dieſe find meiſt ein-
fach, ohne alle Hülle u. frei, ob. liegen auf faden⸗
förmigen Zellen (Hyphae), ob. find in Schläuche
(Ascı) eingefchloffen, bie in bfafenartigen Hüllen
(Peridia) liegen, bie Übrigens mit gallertartiger
Maſſe od. feinem Haargefleht (Capıllitium) er»
füllt find, od. bie Asci find in eine befondere haut»
artige Schicht zufammengeftellt; dieſe Klaſſe theilt
man in bie Familien der Gymnomycetes, Hypho-
mycetes, (sasteromycetes, Pyrenomycetes u.
Hymenomycetes.
Yungie (F. Lam., Pil zſtern, Pilzkoralie),
Gattung der vielflrahligen Korallen, mit fcheiben-
förmigem, unten ſtrahlig geftreiftem, vertieften, et»
was rauhem, oben converem Korallenflamme; Ar⸗
ten: F. limacina, F. agariciformis zc., im In⸗
—* Ocean; — festen snerf Co
auf, häufig in der Kreibe, fo: F. coronula Goldf.,
F. — v. Hag. u. F. undulata Goldf.
Fungibiles res (Bungibie Dinge , Sungisitien),
Sachen, welche ſich durch ben Gebrauch abunten ob.
verringern, wie Geld, Lebensmittel zc.
Fungi ſ. Pilgbewohner.
Fungin, von Braconnot u. Banquelin zuerft
unterfchiebene, bem verhärteten Eiweiß ihnlide, ir
concentrirten Kalilaugen, nicht aber in Waſſer ob.
Alkohol lösliche Subflanz, aus weicher bie meiflen
Schwänme fafl ganz beheben: ed ift weiß, weich,
eruch- u. geihmadio®; liefert bei der Deftillation
— * Es iſt wahrſcheinlich ein Gemenge von
Celluloſe mit einer ſtickſtoff⸗ u. ſchwefelhaltigen
Subſtanz.
gina, Pilzforallen.
giren (v. lat.), verwalten, verrichten, ver⸗
ngiten, Berfteinerungen von Mabreporen.
ngma, ber bei ben Chineſen übliche Namen
für die zum Koreaarchipel ‚gehörige In el Dud-
paert (bei den Eingeborenen Dt ufe, von ben Japa⸗
nem Sutſima genannt), hat 13 OM., if art
beodlfert, im Innern bergig (6000 Fuß hoch) u. mit
der Stabt Moggan.
. Yungbs (ve. lat.), 1) ſchwammartigz a) ſchwam⸗
mig; daher Sungontät, 1) Schwammartigkeit; 2)
ſchwammiger Auswuchs.
(at.), 1) Bitz, ſ. Fungi, 3.8. F. cbir-
urgeram, jo v. w. Bovift; F. melltensie, f. Cyno-
morium coccineum SF. salyels, |. Weidenſchwamm;
F. samktiel, |. Hollunderſchwamm; 2) Auawuche
durch Inſectenſtich, wie F. bedeguar., f. Bedeguar;
m). Schwanm, 3. 8. F. artienlerum, |.
ftepichwannn; F. ceräbri ı. F. durae matris, ſ.
Gehirnſchwamm; F. baematödes, f. Blutſchwamm;
F. medullaris, ſ. Markſchwamm. ur
Bung-Yang-Fu, Stadt in der chineſiſchen Pro⸗
sinz Nyanbeei, Hiegt am Hoaiho; mit Fo⸗Tempel
u. Kloſter.
Funichoregruphie (v. lat. u. gr.), Beſchreibung
der Beiltängerfunft u. Anleitung zu derſelben.
Wenientärmajhine, ſ. Veras bobranlifche
aſchine
ne.
Senienfina, Gattung von Seefebern nach La⸗
marck.
Funiculus (lat.), 1) (Anat.), Fäden, Strang,
Gebilde länglicher Form, durch lockeres Zellgewebe
verbunden, z. B. F. spermaſſeus, ſo v. w. Samen⸗
ſtrang; F. umbilicälls, ſ. Nabelſtrang; Funleull ner-
vel, Nervenbündelchen; ®) F. umbllichlis, Bot.),
Rabel- cd. Samenſitranug, eine fadenförmige Ber⸗
längerung, durch welche zuweilen der Samen am
Samenträger befeſtigt iſt.
Funing, Bezirksſtadt in der Provinz Peiſcheli
in China, nabe am Petſcheli⸗Golf.
Funing⸗Fu, Bezirksſtadt in der Provinz genen
in China, am gleichnamigen Dieerbufen, Hafen,
Fiſcherei, Handel.
Bunt, 1) Joh., Theolog, folgte feinem Schwie-
gervater Oflander als Hofprediger nach Preußen,
wiberrief 1556 dort defjen Irriehren, wurde ber-
zoglicher Raıh, ward aber wegen ſeines Rathes,
feinem Preußen zu trauen, auf Antrag einer pol
niihen Coinmiſſion 1566 zu Königsberg mit 2
anderen Räthen, Schnell u. Horft, entbauptet. 2)
Gottlieb Benebd., geb. 1734 zu Hartenflein im
Schönburgifcben ; wıırde 1756 Hauslehrer in Kopen-
hagen, 1772 Rector an ber Domſchule zu Magbeburg,
1755 Gonfifteriafrath u. ft. 1814; er ſchr.: Kleine
Beichüftigungen fir Kinder, Diagdeb. 1772; Geſam⸗
melte Schriften, Berl. 1820, 2 Thle. Zu feinem
Andenken wurde eine wohlthätige Stiftung errichtet
u. feine marmorne Büfte im Dom aufgeftellt. 3)
Nikolans, geb. 1767 zu Wefterdeich In Siltbith-
marichen, ſtudirte feit 1786 in Stiel Theologie,
wurde 1790 Adjunct in Altena, 1791 Compa—⸗
ſtor n. 1809 auch Inſpector des Waiſenhauſes
daſelbſt; er ft. 1847 u. er ſchr.: Predigten über
die chriftliche Pflichtenlehre (mit C. Venturini u.
% M. Olshauſen herausgegeben), Altona 1798 ff.,
8 Bde. Uber die Verbindung der Vollsſchulen mit
den Inbuftrieichulen, ebd. 1802; Geſchichte u. Be⸗
ſchreibung des Maifen-, Schul- u. Arbeitshaufes
in Altona, ebd. 1803; Previgten zur Belebung bes
Glaubens an tie göttliche Weltregierung, ebd.
1809 ff. F. veranftaltete auch eine Bibelausgabe,
ebd. 1815, zu Deren Rechtfertigung, ale fie von ber
Regierung confiscirt wurde, er fehr. Geſchichte ver
neneften Altonaer Bibelausgabe 2c., ebd. 1823. Er
gab auch H. Müllers Lehrbuch ber Katechetit her⸗
aus, ebd. 1816. 4) Joh. Yr., geb. 1804 in Leipzig,
beinchte 1818—2i die bafige Kunſtakademie u. fu-.
ange "ie ‚Beifiie
Dirte His 1829 auf ber Alahemie in D
ſich ber Bilbbanerei zu widmen. Rat
Aufträge bes Grafen Ginfierel (ihn
Züngern ein Kind vorſtellend) ausge
Leipzig das Denkmal Hillers gearbein
er 1832—36 nach Italien, wo er unter‘
arbeitete ; er lehrte banıı nach Leipzigy
endete unter andern 1840 bie Statue
nah Thorwaldſen, bie bei deu Band
läum auf dem Markte zu Leipzig arı
5) Heinr., geb. 1509 in Herford, N
1829 auf ber Alabemie zu Düſſeltor
Ichaftsmaler. Bon bort ging er 1536
furt a. M. u. folgte 1554 einem Rufı
gart, wo er an ber bortigen Kunfri&
der Lanbfchaftemalerei wurde. Eeine
find fehr geihägt u. finden fi in v
ſammlungen u. öffentlichen Gallerien
Bunte, Karl Bbilipp, geb. 1752
bei Brandenburg, wurde Vehrer am |
in Defjau, dann Injpector au Schul
daſelbſt, erhielt 1804 ven Titel als
rubolftäntiicher Regierungsraub u. ftarl
1607 auf einer Retie in Altona. Erm
fruchtbarer Schrififtellee im Fache N
Jugendbücher u. fchr. u. a.: Neues El
1797 — 1806, 6 Thle.; Allgemeines
Bürgerfhulen, Berl. 1795 f, 3 3
1801 — 5; Naturgeichichte jür Kinder
10. Aufl. von Yıßpold, 1841; Nam
Technologie, Braunihm. 179U—92,3i
von Miebemann, 1812; Auszug I
3. Aufl. 18085 Handwoͤrterbuch ve
1605, 2 Bde., neue Aufl. 1815; Re
Braunſchw. 1800—5, 5 Be; Au
Hamb. 1804— 6, 2 Bde., umgearkei
u. Müller, Alt. 19846; Muthologie
Hannov. 1808, 2. Aufl. von !ippeld,
auch den Tert zu Bertuchs Bilderbud
Funkeln, 1) (Scintillatien‘
(Meteorol.), die ſcheinbaren Schwait:
m. arbeveräuberungen, welche vie
mentlich Die Firfterne, unter gemif
gen zeigen; tie Planeten, namentli
Saturn, funtein nicht. Gewöbnlich
der Nähe Des Horizonta ſiebenden
lebbafter, als bie böber ſtehenden; v
ift es bei ftarfem Froſte u. hellem
wenn in ben obern Regionen ter Atı
bafte Winde wehen, n. dabei beitere
Himmel in kurzer Zeit wechſelt. Dal
das F. der Sterne nicht felten ala 3
Stürmen an. Bei regelmäßig mebe
winde zeigen nur Die Sterne in der!
rizonts einige8 %. In den Tropenge:
5. Der Sterne in heiteren Nächten u.
vegenlojen Zeit nur bi8 15° über den
bemerten, die höheren Sterne Ice
milden, planetarifhen Lichte. D
F⸗s der Sterne berubt einestheild auj
Drehung, welche Das Licht in war
feuchter u. trodener Luft erleidet; ar!
fo fern e8 in einem Wechfel in ber Hel
bung des Sterns beftebt, in ter I
Lichts. Da nämlich 2 von Einer li
gehende Lichtſtrahlen, Deren Wellen um
Anzahl halber Welleniäugen unter t
riren, beim Bufommentreffen ſich ein.
u 2. en: Ha Feabtrsten :
n, fo iſt e8 erklärlich, wie bie
auf einander folgenden Lichtfirablen,
nige durch dazwiſchen tretenbe Luft-
anderer Brechbarkeit gegen bie anbern
zögert werben , fih mit biefen anbern
nen, fo daß taraus ein abwechſelnd
veniger helles Echeinen hervorgeht.
des Fes bei den Bluneten erflärt ſich
die von verſchiedenen Punbkten ihrer
sgehenden Strablen ſich gegenieitig
was bei ben Firfternen, bie nur ale
nen, nicht möglich ift. Die Gleichmä⸗
uftichichten in ten Tropengegenden
wtigen Diangel ber Scintillation. 2)
sen, das vielleicht eleftriiche, in ge⸗
den ungemwöbntlicher Aufregung Thier⸗,
l
Loire bei St. Etienne u. münbet bei St. Rambert;
jein Waſſer eiguet fich gut zum Stablbärten.
Yurbaun, 1) nad altenı Gerichtaftyl Die Boll⸗
ziehung eines Urtheils; 2) bioweilen auch der rich»
terliche Echuggbriei.
Fürbitte, ſ. u. Gebet. Zürbitte der deiligem f.
u. Heilige.
Furca (fat), i) Gabel; 2) gabeltärniger Kör-
per; daher Furcätus (Bpt.), gabelig, yabeläftig,
was nur einmal in zwei Hite or. Zinken getheilt iſt.
8) ein wie V, Y oder geſtaltetes Holz, welches
Sklaven zur Strafe am Halſe in ter Statt umher⸗
tragen mußten; cin ſolcher Bejirafter hieß Fur-
cfer; 4) Galgen, Kreuz.
Furca, Berg, ſ. Furka.
Furcae Caudinae (a. Geogr.), die Caudini⸗
“A
denſchenaugen, bei höchſt angeregtem ſchen Päſſe, ſ. u. Caudium.
en, entſtrömende Licht.
1) eine bei Berbrennung ob. elektri⸗
en Etatt fintende, auf ben relativ
n bejchräntte Lichteriſcheinung, gewöhn⸗
m glübenten ch. brennenden Körper
nem Umfang anegebend, je daß er fi
suchtenter Punkt, od. wenigſtens von
Grüße zeigt. Dlit Bunkenglüben bes |
rein Ölinmen, Das fi daun tweiter
es entfteht auch, mie gewöhnlich, Durch
menber Theile von großen brennenden
en, cd. auch, wie bein Keueranfchlagei,
ben Maſſen, vgl. Feuerzeug. 2) Elet⸗
. u. Elettricität V. a). 3) Spottname
en kölniſchen Stadtſoldaten, wegen
Röcke; beim kölner Karneval beliebte
dte.
hen (Med.), Erſcheinen von Funlen,
ir den Augen, die nicht vorliegen; Ur⸗
uingen im Nervenſyſtem, Daher zuweilen
Schlagfluß.
ig, in Urkunden ber Sonntag Invo⸗
) F. Spr., Pflanzengattung aus ber
amilie der Liiliaceae- Agapantheae,
rd. L. Arten: F. ovata, F. sub-
18 Japan; bei uns Zierpflanzen in
ı Sreien; 2) F. Willd., jo v. w. As-
‚et Sol., Gattung der Juncaceen;
st., fo v. w. Luimmitzera Willd,,
ber Familie Der Combretacene.
leine bewohnte u. ben Portugielen ge-
ber Guerimbagruppe an ber Küfte dee
‚afrika.
8 polnische Pfund, 0,14 Zollpfund.
ıt.), 1) Leiche; 2) Leichenbegängniß.
(Con fuoco, ttal.), feuerig, mit euer.
rotta, Borftabt Neapels, |. u. Reapel.
Bo, Stadt, fo v. w. Fornovo.
‚Dieb. Daher Suracität, Stehlerei,
eberei.
9, fo v. w. Darfır.
ebirgszug in Südafrika, weſtlich vom
er weiches ſich binier der Küſte Mo⸗
ebt.
Kanal im Diſtriet Campos der bra-
rovinz Mio de Janeiro, angelegt im
18. Sabrh., um Den Küftenfee Feia mit |
hen Meer zu verbinten.
‚Suret, ſpr. Führang, Führeh), Neben⸗
se rechte; entipringt im Departement
Wurde, 1) die mit Dem Pflug eb dem Halen
emachten Pflusichnitte. Je nach ter Anzahl ber
—* die man einem Acker gibt, unterſcheidet man
einfurchige, zweifurchige ꝛc. Beſtellnug. Jede erſte
heißt Sturzfurche, Wendefurde od.
alzenfurche, wird fie aber mit dem Halen ger
geben, Ruhrfurche. Die %., welde unmittelbar
vor der Saat gegeben wird, beißt Saatfurde;
bie F. zwijchen 2 Berten, Beetfurche; die, welche
um den Rand eines fertig befiellien Ackers gezogen
wird, Imfabrtefurde Waſſerfurchen End
tiefe mit Dem Pflug gemachte Einſchnitte an den
niedrigfien Stellen bes Selber, um Regen⸗ u.
Schneewaſſer abzuleiten u. die Krume vor über.
flüffiger Feuchtigkeit zu bewahren; 2) io v. w. Ge⸗
leiie; 3) Erhöhungen, melde das Garn auf ber
Spindel macht; 4) (Sulens. Anat.), längliche,
ihmale Berticfung in einem Knochen, am Heinen
&ehirn, in der Yeber x.; 5) Eindrüde u. Streifen
in den Gelchügröhren, welche Durd) tie Einwirkung
der Geſchoſſe unter tem Ginflug dee Spielraum
entfteben.
urchenfrebs (Penaeus sulcatus), f. u. Gar-
neelenfreb3.
Furdenmold (Menobranchus Harl.). Gat⸗-
tung der Fiſchmolche, hat 3 äußere Kiemenbüfchel,
bleiben lebenslänglich; Yeib wie bet Triton; 4
Zehen an allen Küken; Seitenftreifiger 8.
(M. lateralis), braungrau, ſchwarz gefledt, mit
helleren Seitenftreifen, 2—3 Fuß lang, in Seen
Nordamerika's.
Furchennapf (Siphonaria Sowerby). Gat⸗
tung der Schnecken, den Rapfſchnecken fehr ähnlich,
die Schale ift aber rechts verlängert u. bat eine
leichte Kurche fiir bie (lammförmige) Kieme. Art:
S. Concinna u. andere.
rchenqualle, ſ. Walzenqualfen.
urchenſchrift, ſo v. w. Buſtrophedon.
urchenzieher, ein von Aſcheberg conſtruirtes
Geräãth, hat den Zwechk, die Winterſaaten mit Waſſer⸗
furchen zu verſehen u. die Ränder, welche beim
Ziehen dieſer Furchen gebildet werden, breit zu legen.
Furchiceidle (ſpr. Furlidſchole, Punta F.),
Berg auf ber Inſel Corſica, im Arrondiſſentent
Sartine; 4812 Fuß hoch.
Furcht, 1) das bange Gefühl, welches von einer
berannabenben Gefahr od. Schaben erregt wird.
Was %. erregt beißt fürchterlich od. in hohem
Grade, furchtbar. Die vorwaltende Reigung zur F.
GGurchtſamkeit) iſt gewöhnlich in zu lebhaften Bon
ſtellungen von einer der eigenen Kraft überlegenen
706
äußeren Gewalt begrünbet u. b t bes
Gemüthe um fo — je Sefhräntter Ay A
niffe von ben eigentlichen Berhältnifien ber Anßen⸗
weit zu une find. Vurchtloſigkeit iſt Mittelzu
wiſchen F. (wo diefe Statt, haben Könnte) u. Muth,
indem in ihr die Kraft, ein Übel zu bekämpfen, noch
mangelt. Häufig ift fie blos Folge ber Unkunde
Fa PA od. aud X —— H —* FR
äbrlihen Zuſtande; 2) 3. Gottes, |. Gottesfurdt.
istzllee Bruder (Freim.), fo v. w.
Frere terrible.
reocerea, fo v. w. Gabelſchwanzthierchen.
urconia (a. Geogr.), Stadt der Marſer in
Latium; die Trümmer j. durcone.
ee (F. Vent.), fo v. w. Fourcroya.
ureüle, fo v. w. Unpaariges Gabelbein.
Caudinae (a. Geogr.), fo v. w.
Furcae Caudinae.
reularia, fo v. w. Rotifer.
ure (fpr. Fuͤhr), Nebenfluß ber Iſere rechte, im
franzöfiichen Departement Iſere; entipringt bei La
Tour⸗du⸗Pin, durdfließt den Baladru- See u.
miindet in 2 Armen gegenüber St. Quentin.
Füred, 1) Dorf anı Plattenfee im Kreife Syalab
bes Vermwaltungsgebiete® Obenburg (Ungarn);
bat Sauerbrunnen u. Bäder, bie zu ben befuch-
teften in Ungarn gehören; fie find Eigenthum ber
Abtei Tihony, die 1055 König Andreas I. ftiftete
u. fpäter in ein triegsfeftes Schloß verwandelte;
das Schloß verüdete nad) u. nach, bis öfterrei-
chiſche u. 1719 ungarische Benebictiner davon Bes
fig nahmen. Die Mineralquellen ſcheinen erft gegen
Ende des 18. Jahrh. in Gebrauch gekommen zu
fein; u. aus biefer Zeit ftanımen auch bie älteften
Einrihtungen bes Badeortes; 1822 wurben bazu
talte Bäder im See errichtet, 1831 ſämmtliche
Quellen neu eingefaßt. Die Duellen find erdig -
falinifche Eijenfäuerlinge, werden fomohl zum Trin-
ten als zum Baden gebraucht u. haben eine rei»
zende, flärtente, nebſtdem auflöjende u. eröffnenbe
Wirkung; Poftanıt; 1150 Em. Beſchreibung ber
Duellen von Eranz, 17775 2) (Tisza⸗F.), Be-
zirt des Kreiſes Heves ebendaſelbſt im Verwal⸗
tungsgebiet Peſth⸗Ofen; 3) Marltflecken darin, an
der heiß: Sig der Bezirksbebörde, Boftanıt, wiele
Riemer, die bei. treffliche ungariiche Sättel fer-
tigen; 5500 Ew. Der Ort erlangte als einziger
Übergangepunft an der obern Theiß ftrategijiche
Wichtigkeit im letzten Revolutionskampfe.
Fureedabad (ſpr. Feridabad), Hauptort einer
Lehnsherrſchaft (Jaghir) in den nordweſtlichen Pro⸗
vinzen des britiſchen Oſtindien, an der Straße von
Delhi nah Muttra; 4— 5000 Ew.; ummauert;
Bazar; früher wurden daſelbſt viele Bogen u. Pfeile
fabricirt.
Fureedkote (Ipr. Feridkote), 1) Fürftenthun in
Sirhind in Oftindien unter britiiher Hobeit, 14
OM., mit 45,892 Ew.; 2) Hauptftabt gleiches
Namens,
Wureedpore (pr. Feridpur), 1) Hauptort Des
gleihnamigen Diftrict® (410 DOM. mit 855,000
Em.) ter britiihen Präfidentihaft Bengalen in
Dftindien, am rechten Gangesufer (bier Podda
enannt) ; Reid» u. Gemüſebau, Handel; 5000 Ew.;
iher eine Zufluchtftätte flir die Strompiraten;
2) (Burcedpoor), Stadt im Diftriet Bareilli der
norbieftlihen Provinzen, an der Straße von Ba-
reilli nach Shahjehanpore; 3000 Ew.; fruchtbare
Fürchterlicher Bruder is Teria lex
| Umgebu
befonbers mit Baummeell
bejebter Bazar.
—ãe See auf ber dãniſchen In
norbweftlich von wo Se
Furetidre (ipr. Küretiähr, Anteine
in Paris, ftubirte die Rechte u. mm
fpäter Geiftliher u. Abbe, ſchrieb Sem
n. Berfen unter mehreren Titeln, 6
Berfafler des Diet. univer. de la lan,
wozu er die Idee gehabt hatte, u. bei
fih feiner, ihnen vertrauungsvek ı
Hefte bedient hatten, ba biele aber
Mitglieder ber Alabemie waren, fo ba
daß er 1686 aus biefem Inſtitute
wurde. Er fi. 1688 u. fein Dictionna
selle de la langue Franc. eridien H
2 Bbe., Hol., 3 Bde., 4., neue Auf
nage, Par. 1701 u. Amſterd. 1725,48
ie felb 1) Bfareborf im Oberum
bes wilrttembergifchen Neckarkreiſet,
bie Kreiberren von Gemmingen-Fürfei
ein Schloß; 2) Fleden im Kreiſe Bin
berzoglich beifiihen Provinz Rheinheife
Fürfur (Furfires), Kleien. Ferfa
larum, Manbeltleien. Farfares trifid. |
Daber Farfuracöas, mit feinen ſprenar
pen befett, u. Farfuratie (Furfurisca).
Se (Chem.), |. u. Furfurel.
urfurdl (Kleienöl, Künftlid
fendl), Cıo Ha O4, ein ätheriiches
bildet, wenn Schwefeljäure auf vegetab
einwirkt, auch in ten Producten ber t
ftillation Des Zuders bat man es gef
beften erhält man es durch Deitillatie
Mehl, Sägelpänen ꝛc. ınit verbünnt
fäure, concentrirter Salzfäure or. Chlo
deftillirt erfcheint es als jarbloſe Klüir
an der Luft allmählig bräunt, durchdrit
ähnlich ſchmeckt, angezündet mit Leuchte
brennt, ſich in Waſſer, Alkohol u. A
163 9 ſiedet, bet der Deſtillatien fid
etwas zerfeßt. Spec. Gem. — 1,10
peterjäure behandelt, gibt e8 TC’raliäure
felammonium entſteht das Thiofur
HEHAO2 Sa2. Das F. reihet ſich an da
delöl n. an das Ol der Spiraea ulmar
man F. mit Ammoniakflüſſigkeit dige
wandelt es ſich im eine gelblich weiß
feſte Maſſe, welche in Waſſer vollkomn
iſt. Dieſer Körper iſt das Furfurcier
N O3. Durch ſiedendes Waſſer u.‘
es allmälig wieder in F. u. Amme
Wenn man das Furfurolanid mil
Kalilauge bebandelt, jo bilver fib ein
urfurin, Czo Hız Na Os, Die mi
furolamid polymer tft, in weißen, jeit:
Nadeln kruftallijirt, vie ſchwach kur
unter 100° ſchmelzen, ſich jchen i
Waſſer ı. leicht in Atfobol u. Ather löien
verbrennt es mit rußender Flamme.
bildet es Neutralſalze, aus teren Yaıı
Ammoniak gefällt wird. Bein Rode
aber Amoniakſalze.
Furgg (Geogr.), fo v. mw. Hobgaut.
Furia lex, I) vom Dictater gun
368 v. Chr. gegebenes Seien wegen di
Cnruliſchen Adilen; 2). Futialex:3
lez, 137 v. Chr. von ben Bolletrikune
Furie bis Furniusß
d, daß C. Maneinus ben Numantinern,
ohne Einwilligung bes Senats u. Volks
racht hatte, anegeliefert werben folle:
almia lex, 2 0. Chr., beſtimmte bie 7
‚ welche frei gelaflen merden durften,
iß zur Anzahl der Sklaven Eines Be-
2—10: bie Hälfte; von 10—30: 4;
0: 4; aber nie über 100.
ſo v. m. Erinys; 2) wildes, böfes, rach⸗
ib; 8) Furia luſernalis, angeblich Heiner
Infect aus den lappländiſchen u. bothni⸗
en, auch in dem nörblichfien Livland (ale
nicht dider al ein Haar, ringsum mit
ven beſetzt; er ftürze fich aus ber Luft
n u. Vieh herab, errege fürchterliches
ndflede u. bald plöglicen, bald lang-
‚ wenn ber Burm nicht berausgeichnit-
luch Halsſchmerzen fol er verurfachen,
n von Leinöl aber gut bagegen fein.
efchrieb ihn unter obigem Ramen zu-
fah dieſe Nachricht als gegründet an
le; &. ©. Hagen in Königsberg (1790)
ser (1795) ſprachen ebenfalle von ber
inem wirklich eriftirenden Thiere, u.
te fogar für analog der Filaria medi-
er fälſchlich Seitenborften zufchrieb.
yachtungen haben keine Beftäti ung da⸗
‚ vielmehr haben fie es wahricheinlich
die F. ı. die plötzlich entftebende ſchwarze
tn Halsübeln die Bräune jei. Indeflen
heben u. Livland nod immer der
davon.
ein Seidenzeug; bedruckter Atlas.
alte römiſche Goitheit, hatte unweit
t der Tiber, einen Hain, in welchem
getödtet wurde. Ihr Dienſt war ſchon
zeit nicht mehr gebräuchlich. Ihr Feſt
wurde am 25. Juli in Rom gefeiert.
o. lat.), wild, raſend, heftig.
(hal wüthend, tobend, bezeichnet ben
en Charakter einer Muſik u. zugleich
art bei entiprechentem Tempo.
(früber Auftus), bie Furla (Fasla)
patricifches Geſchlecht nit den Fami⸗
:nleo, Bibacuılus, Camillus,
„Fuſusés, Leptinus, Aufcus, Me⸗
Philus, Purpureo u. a. (ſ. d. a.).
to, Giuſeppe, geb. 1775 in Padua;
Lehrer an einem Seminar, 1817 Pro⸗
geſe des N. T. an der Univerſitätin Pa⸗
ector eines Seminars, nahm aber 1822
ed. Er ſchr.: Le antiche lapidi del
üste, Bad. 1837; Illustrazioni di
monumento sepolcerale scoperto
tta di Padova. ebd. 1938; be orgte
rabdrud von Morellis Werte: De
ptionum, ebd. 1519—23, 5 Bde, ıı.
usgabe von Forcellinis "Thesaurus
‚ebd. 1828 - 34, 4 Bpe., wozu er 1816
[ppenbir beforgte.
n (Hüttenmw.), fo v. w. Xorlaufen,
naterial u. Zufchläge zu dem Schmelz-
(jpr. Förrlong), euglifches Läugen⸗
alifche Ben ; i
Dorf im gleichnamigen Thale auf ber
San Miguel (NWeüſte von Afıila);
hivefelquellen.
mean? (pr. Furnoh)/ 1) Inlelgruppe in ber
Baßſtraße, zwifchen dem Auftraliihen Gontinent
u. der Juſel Bandiemensland , befieht ans 3 grö-
Beren (F. Cap, Barreninfel, Clark) u. mehreren
Heinen Juſeln (Pafſage, PBrefervation,
Bart, Night u. a); 2) (Great Islaud),
Hauptinfel dieſer Gruppe, 8 Meilen lang, 2— 3
breit, ftrauchbewacdlien, von Kängurubs, Robben,
giftigen Schlangen bewohnt; des Fiſchfangs wegen
von den Briten bejucht; babe 8) Surneauz
Schweſtern ([he Sisters), 2 kleinere Infeln nörbe
ih von F.; 4) Gruppe aus dem Paumotu⸗Ur⸗
dipel od. Niedrige Infeln (füböflliches Polyne⸗
fien) ; entredt 1773 durch Eoot.
Yurner, Bernharb Gerbranb, geb. zu Leeuwar⸗
den in Friesland, widmeie fich den Rechtéwiſſen⸗
ſchaften u. wurbe 1596 Hiſtoriograph ber friefifchen
Stände; er ft. 1616 in Leeuwarden u. fchr.: An-
nalium Frisicorum libri tres, Franeker 1609;
Hortiegungen: Trias nitern, Reeuw. 1612; Trias
tertia (nad) feinem Tode), ebd. 1617, u. gab her⸗
aus: Bekas, Chronicon continens res gestas
Episcoporum Ultrajectensium ac Comitum
Hollanıline, Franeker 1611 f.
Furnes (ipr. Fürn, flim. Veurne), 1) Bezirk
in ber beigifchen Provinz Weftflandern, 31,377 Ew.;
2) Hauptftabt darin, früber am Meere, jetzt eine
Stunde davon entfernt, am Kanale von %. (von
Brügge Über Rieuport u. 5. nach Düutirchen), große
Ciſterne, Handel mit Getreide, Butter, Käle; 4680
Ew.; die Feſtungswerle wurden 1782 gefchleift;
feit Kurzem if F. durch eine Zweigbahn mit ber
Eiſenbahn von Brügge nach Eourtrat verbunden —
ö: iſt wahrſcheinlich unter Herzog Balduin dem
ifernen im 9 Jahrh. erbaut od. wenigſtens wie⸗
der bergefiellt worten; Balduin III. ermeiterte
es u. baute das Schloß; 1297 wurde vom Grafen
Robert II. von Artois verbrannt, nachbem er bier
einen Sieg Über die Flamänder erfochten batte ; 1390
wurde es mit Mauern umgeben, 1480 bis 1578 3m
verſchiedenen Malen befeftigt; 1459 von den Fran⸗
3ofen eingenommen; 1583 von Alerander Farneſe
Kar Spanien erobert, blieb e8 bei den Niederlan⸗
den, 1743 von den Franzoſen erobert.
Furnes, Richard, geb. 1791 zu Eyam in Der-
Lyihire, erlernte Das Gerberbaubwert, wurde aber
ſpäter Schullehrer in Dorn bei Sheifield, wo er als
ollsrichter aufırat u. 1858 ſtarb; erfchr.: Bag
Bag u. Medicus Magus.
Furni⸗Inſeln, zwiſchen Nilaria u. Samos im
Ag iifchen Meer, Mein u. uniruchtbar; mit bee
reichen, Ofen äbnlichen (daher der Ramer Höhlen
in den Felſen; von einigen Hirten u. Fiſchern ars
Samos ı. Patmos bewohnt.
urniren, fo v. w. Fourniren.
urnius. Die Furnia gen war ein römiſche
plebejiiches Geſchlecht, deſſen Glaͤeder bei. aus DE
legten Zeiten derddepublit betannt find: 1) Cajıı 6 7
war 50 v. Chr. Bolkatribun u. Anhänger Cätar
melcher ihn 49 mit einem Briefe an Cicero,
Fremd, fhidte, nach Cãſars Ermordung trat ec I
Bartei des Antonius, u. dieſer braudte Er
Berufiniichen Kriege ale Bermittierniit Ortariaczt
nahın ihn 39 v. Cbr. mit in den Krieg gegen
Barther u. machte ihıı 35 aum Steubalter in EI
aften, wo er gegen Sert. Bompejus tümpfte-
dem Antonius deſiegt war, erbiels X. von Dt
nus Bergeihung, Wurde 29 ». Er. pm For.
ur Zeranlogie
ernannt u. trat von dem politijchen gend,
beichäftigte ſich aber .mit ben Willeuichaftem - 2)
Cajus F., war 25 v.Chr. Legat des Augnſius in
Spanien, daun Statthalter dort, wo er bie Unter⸗
werfung der Celtiberer vollendete; 17 9. Chr. wurde
er Conſul u. ſtarb in demſelben Jahre.
Furnolögie (v. lat. u. gr.), Lehre, Ofen zwed⸗
mäßig anzulegen. u
urd, Flüßarm bes Tocatins in. ber braſilia⸗
niſchen Provinz Geyaz (Südamerika), bildet mit dem
Tocatins die Inſel Santa Auna.
Furor (lat.), 1) Wuth, 3. B. F. amatorvus, Lie⸗
bes⸗, F. uleriaus, Mutterwuth; 2) Wahnfiun; 3)
Begeifterung; fo F. peelicus, dichteriſche Begei⸗
fterung.
Yuröre (ital.), 1) ſo v. w. Furor; 2) begeifler-
ter. Beifall; daher Burore machen, großen Beifall
einärnten.-
Furquete (fpr. Fürkeht), im 15. u. 16. Jahrh.
die Gabel ver Viusfetiere, auf welche das Gewehr
bein: Abichiegen aufgelegt murbe.
Furrap, 1) Diftrict in dem Perfiſchen Bafalleıı-
fürftenegum Herat in Afghaniſtan; 2) Stabt ba-
ſelbſt, vielleicht einſt Parra, bat Fabrilen, Handel
u. 5000 Ew. Es liegt am Jurrabrud, welcher in
Herat eutſpringt u. in ben Zahreh⸗See mündet.
Furreiſen, eiufacher Pflug mit ſpitzem Schaar
zum Aufreißen des Bedens.
Furrer, Jonas, geb. um 1805 in Winterthur,
ſtudirte Die Rechte u. wurde Cantonsfürſprech in
Zürich. Der liberalen Partei angehörend, war er
1837—-39 Mitglied des Erziehungsrathes, dann
Präſident des Großen ddathes. Beim Sturz ber
liberalen Partei trat er aus, wurde aber 1542 wie⸗
derinken Großen Rath gewählt u. 1844 defien Präſi⸗
dent. 1845 wurde er Bürgermieifter u. Präſident ber
Tagſatzuug, wo er fich bei. ber rabicalen Partei ent»
gegenitelite, aber thätigft für das Einjchreiten gegen
den Sonderbund wirkte. Er war dann Präfibent
der Commiſſion für die Eutwerfung der neuen
ſchweizeriſchen Buutesverfaflung, wurde 1548 Mit-
lied des ſchweizeriſchen Stäuderathes u. 1849 er⸗
Her Bräfident Des neuen Buntesratbed. Seit 1850
leitete er tag Departement der Yuftiz u. Polizei u.
wurde 1557 zum vierten Male zum Buudespräfi-
denten erwäblt. Er jchr.: Das Erbredt ber Stadt
Winterthur, 1832.
Burrudabad (Farakpabad), 1) Diftrict in
den nordweſtlichen Provinzen des britijchen Oſt⸗
iudien, 380 DOM. mit 1,064,600 Ew.; 2) Haupt-
ftabt darin, eine Stunde vom rechten Gangesufer,
breite mit Bänmen beſetzte Straßen u. Plätze; be-
beutenber Handel, befonders lebhaftes Bankgeſchäft;
56,300 Ew. Stadt u. Umigegend beherricht ein
bochgelegenes Fort, weiches jriiyer dem 1802 pen-
fionirten Nabob von F. zur Refibenz diente. Die
Umgebung ift fruchtbar u. gut angebaut. 3 Stun-
den öſtlich der Stadt liegt das britiſche Cantonne⸗
went von Futtygurh.
urrudnuggur (Barakpnager), kleine muham⸗
medaniſche Herrichaft im ſüdweſtlichen Theile des
Baſallenſtaates Ihujhur im Gebiete der nordweſt⸗
lihen Provinzen des britifhen Sftintien, 1 OM.
mit 4400 Em. in einigen Dörfern. Der Inhaber
führt den Titel Nabob u. hält 25 Dann Soldaten.
ee fo v. w. Vorſehung.
urjeus, aus Irland; nachdem er ſchon in ſei⸗
nem Vaterland ein Klofter mit ſtreuger Zucht ge-
‚Dis tit
grüubet hatte, ging er nach Britannien
in, Oftanglien Die Abtei Kuobberkburg,
tung: ex nachmals jeinem Bruber Zei
lieh u. fidy mit feinem anbern Bruder |
beiddaulichen Vebem in einer Einöde wid
Eroberung Dftanglieus durch König
Diercia verließ. F. vor den Verjolgung
Britannien n. wanderte nad Frankte
unterftügt vom König Chlodwig II.,
— bei Paris gründete u. zwiicen ı
’
fla = =
Särinänger Drden, Orden zu Chre
au Maria, 7455 in Rüruberg vom kai
r ben fränkiſchen Adel geftiftet. 9
golbene Gürtelipange.
iriprech, in ber Schweiz fer. w.
rt (vom Althochd. Furisto, da
Erſte, lat. Princeps), 1) im früben 3
v. w. Herzog; 2) ſpäter ein dem freienf
Angehöriger, der ein urſprüngliches Ach
zogihum, Pfalz⸗ Mark⸗ od. Yandgraik
exworben od. ber (noch ſpäter) den Zu
chen wenigftens erlangt hat; 3) überke
gierenben im Gegenfaß zu dem Volle. %
tiobeneunung aller Serrjcher, bie mehr
weniger als Kaijer, König u. Kurfürk f
Erzherzöge, Großherzöge, Herzöge, |
Zandgrafen, Markgrafen, Burggraten,
net ſelbſt die erfleren mit. Die Söbm
Häujer, jo wie die ber meiſten mebiatif
in ber Regel ten Titel Priuz, ter eigı
gleichbedeutend ift, außerdem it heil
föniglichen Häujern ber Titel Erzherzo
Herzog uoch üblich; 5) kei. Zirel wei
bie eine Stufe unter ben Herzögen fr
veräne FK-en in Diefem Sinne
Deutfhland nur: Schwarzlurg, 9
Walted, Liechtenftein. Die Fürftenwi
weilen, be}. in neuerer Zcit, aud al
böhung mit dem Eritgeburtorechte ı
ba ber ältere, die Peajerategütere!
bie iibrigen Grafen heizen. Ka ohni
gibt es viele, u. faft alle alten Dvna
haben nach u. nach deu Fontitel erb.
len erhalten einzelne Perſonen ven ;
erben ihu jedoch nicht auf ibre Nach!
halten dadurch auch nicht Ebenbürtig
Blücher, Harbenberg ben Titel 5. fü
Sonft war ein großer Unterichiet zwi
fürften, d. 5. folchen, welche au’ d
Sit u. Stimme hatten (waren lie f
gewefen, fo führten jie oft ten Zitel
Grafen), u. ſolchen, bei welchen ties
war; jetzt ift dieſer Unterſchied, da de
biefer ebemaligen Reichofürjten mer
feine Summe auf tem Bundestag ba
beutend geworten. Die Fen u. di
fürftlihen Stamm erbalten jegt ;
Durdlaudt, im alten Ranzleiftel veu:
fürſtliche Gnaden, od. höchſtens
Durchlaucht, noch früher nur Exrc
Neben den Feen kommen noch ver:
werſonen, Lie leinen Fürſtentitel bab
noch den fürſilichen Perſeuen eteue!
werben, wie De Land⸗ u. Marlgrai
wirklichen Reichegrafen, and vice,
Dyuaſtenſtande gehören. Rei ten
unterfhiet man auch weltliche ı
Für bie
e waren zu geiftlihen Kurfürften,
ſiſchöfen gemäblte Berjonen u. brauch⸗
—28— Geblüt zu fein. Die
then Kürftenhäufer im allgemeinen
man in alte u. neue, u. erftere
Ihe ver ten Augsburger Neichötage
Stimme auf bein sürftentage hatten,
Ihe erft Später vom Kaifer zu Reichs⸗
ıt wurben. Dan bält bie neueren
nicht für volllommen ebenbürtig mit
dieſer Unterfchieb jedoch blos in Be⸗
in der Reichsverfaſſung begründete
zu Legalauſträgen beſtand, g iſt er
unwirkſam; daher kommen Ehen
i. alten Fürſtenhäuſern häufig vor,
ir Mesalliancen zu gelten. Auf dem
6 Zeichen bes Fürftenrangs ein Für⸗
doch bei ben jetigen Souveränen bes
ses bie Bügel einer Königelrone, ale
suveranetär über fich bat, Doch follen
rzöge ten Fürften- u. Herzogshut
»lben führen; |. Fürſtenrecht. 6) 8.
iſident Der Minnehöfe 7) 3. dieſer
»b. 12,31. 14, 30. u. 16, 11. wird
an bezeichnet, dem ſchon ber jüdiſche
h jenen Namen beilegte, weil nach
an Anſicht feinem Reiche alles Nicht⸗
Weltliche, unterworfen war.
der Kegelſchnecke.
Walther, aus dem Canton Uri;
1397 mit Werner Stauffacher aus
rnold Melchthal aus Unterwalden,
ind vom Drucke ber kaiſerlichen Land⸗
eien; er ft. 1317; ſ. u. Schweiz
‚ch. Evang. geb. 1755 zu Frauen»
‚war Director der bortigen Garten-
u. ft. 1946 in Miinchen; cr gab ber-
u. Bauernzeitung, Bafl. 1831 big
reine Gartenzeitung, ebd. 1522—45;
eit 1846 vereinigt unter dem Titel:
auenterfer Blätier Gortgeſetzt von
Zugen F.); u. ſchr.: Der verftänbige
ı Staui, Paſſ. 1335— 35, 4 Thle.; |
npelkuch zur Ertragserhöhung ber
u. Gartenwirthſchait, ebd. 1838;
chichte Frauendorfs, Regeusb. 1811,
ulius, geb. 1805 in Zerkowa (in Po⸗
ben Eltern, ſtudirte erſt feit 1829 im
hule in Poſen, dann in Breslau Orients
yen u. Theologie u. begab ſich 1833
»w er Privatdocent der Morgenlänbt-
n iſt. Er ſchr.: Lebrgebäube ber
zdiome, Lpz. 1535; Perlenſchnüre
monien u. Lieder, ebd. 1836; Con-
ihrorum sacr. V. T. hebr. et
1837 ff.; Über die Echtheit des So⸗
; Hebräifches u. chaldäiſches Schul⸗
er das A. T., ebd. 1842; Die jüdt«
ipbilofopbie tes Mittelalters, ebd.
.; Urkunde zur jüdiſchen Geſchichte
t; Gefchichte ter Juden in Aſien,
bliotheca jud., ebd. 1849 -53,
räiſches 1. halbälfhes Handwörter⸗
51 ff.; er ũberſetzte auch mit Zunz
itiſche Bibel, Berl. 1838; gab heraus:
zerot, 1852; mit Pbilippi: Der lite⸗
:ächter, 1833, u. Der Lrient, 2p}.
szifon. 4. Aufl. VI.
Zürftenberg 801.
| gürftaller, Sofeph, geb. uAnfangbes 18. Jahrh.
in Gerling in dem falzburgilchen Lantgerichte Saal-
felden, ging auf einer Steife nah Italien in Neapel
| unter das Militär, kehrte aber wieder in fein Vater⸗
| land zurüd u. wurde Sacriſtan, fpäter Schullehrer
. u.ft. 1775. Er bat Karten von Salzbırry entworfen
ı m. gezeichnet: Das uralte hohe Ersftift u Fürſten⸗
thum Salzburg 2c.; Atlas Salisburgrensia.
Fürftenau, 1) Amt im bannöveriichen Fürften«
thum Obnabrück; 7°, OM., 11,000 Ew.; %)
Stabt hier, Schloß, Leinweberei; 1250 Ew.; bier
im Oct. 1351 Feuerobrunſt; 8) Refivenzfchloß der
Grafen von Erbach⸗Fürſtenan an der Mümling,
dicht am Dorfe Steinbach, gehört zum Kreife Er⸗
bad) der großhersoatich beififhen Provinz Starken»
burg; Schöne Gartenaulagen; 4) Dorf int Amte
Pirna des ſächſiſchen Kreisdirectionsbezirks Dres»
ben, nabe ber böhmifchen Grenze; 450 Ew.; in der
dafigen proteftantiihen Kirche ift ein Marienbild,
zu dem jährlid am Sonntag nach Mariä Heim⸗
ſuchung die benachbarten Böhmen zahlreiche Wall⸗
fahrten madıen.
ı Fürftenau, 1) Kafpar, geb. 1772 in Münſter,
| von jeinen Bater ale Obocbläter ausgebildet, machte
fpäter tie Flöte zu feinem Hauptinſtrumente m.
trat 1799 in bie biihäflide Kapelle. Er machte
i 1793 eine Kunftreite Durch Deutſchland u kim 1794
als Kanınermufitud u. erfter Flötift nach Tidenburg.
Seit 1511 lebte er meift auf Kunftreiten n. ft. 19195
er fchrieb gegen 60 Compofttionen für fein Juſtru⸗
ment. 2) Anton Bernhard, Sehn u. Schiller
des VBorigen, geb. 1792 in Münſter, nuternahm
1803 feine erfte Kuuſtreiſe n. wurde 1805, erft 12
Jahre alt, als herzoglicher Kammermuſikus in Ol⸗
denburg angeſtellt. Als die Capelle 1811 aufgelöſt
wurde, brachten Bater u. Sohn den größten Theil
bes Jabres auf Kunſtreiſen zu u. Namentlich ber
Letztere erwarb fich ten Ruf des größten Flötiſten
feiner Zeit. Nach feines Baters Tode nahm er
eine Anjtellung an der Königlichen Capelle zu Dres⸗
ten an a. ft. daſelbſt 1552. Für fein Juſtrumeut
ſchrieb er an 10V verichietenartige Compoſitionen
u. eine Flötenſchule. 3) Morig, Sobn u. Schiller
tes Borigen, geb. 1524 in Dresden, erjter Flötiſt
bes Dresdner Orcheftere.
ern j. u. Filrflenrath.
üritenberg, 1) iF. an ber Oder), Stabt
an der Orer u. ter Bahn ven Fraukfurt nach Schle-
— — an um ur he — — — — — — — =
ſien im Kreiſe Guben bes preußiſchen Regierungs⸗
bezirks Frankfurt a. d. O.; Fähre über die Oder,
Schloß, Leinweberei, Schuhmacherei; 2150 Ew.;
beſ. bekannt durch den dortigen Oderzoll. — F. ſoll
vom Markgraſen Albert dem Bären von Branden⸗
burg erbaut worden ſein; Kaiſer Karl IV. ließ 1370
das Schloß bauen; dann kam F. an die ſchleſiſchen
Herzoge von Schweidnitz u. Jauer u. wurte 1431
von ben Huſſiten verbrannt; bis 1517 gehörte F.
zu der Gifterzienjerabtei Neuzelle; 2) Pfarrdorf
im Kreife Biren des preufißchent Regierungsbe-
zirks Minden, mit Märkten, Gtashütten. 1600 Em. ;
3) Spige der Sächſiſchen Schweiz; 4) Berg be
Grünhain im ſächſiſchen Kreistirectionsbezirt Zwi⸗
dau, wo Prinz Albert von Sachſen durch Triller
befreit wurde; 5) Dorf an der Weler im braune
(hweigiihen Kreife Holzminden, mit herzoglicher
Porzellanfabrit u. 550 Ew.; 6) Yurgruine am
Rhein im Kreife St. Goar bes preußiichen Regie⸗
rungsbezirks Coblenz, bei dem Derie Oberdiebach;
— — —
802
T) Stadt in Medienburg-Strelit au der hier fchiff-
bar werdenden Havel, zwifchen 2 Seen gelegen;
Schloß, Synagoge, TZuchmeberei, Tabatfabrit, leb⸗
bafter Getreidehandel, 9 jährliche große Butter-
märlte, 2800 Ew.; 8) Stadt im Bezirk Eiſen⸗
berg bes Fürſtenthums Waldeck; 700 Ew.; 9)
Stanbesherrihaft der Fürſten von %. in Baden,
Württemberg u. Hohenzollern; umfaßt die Land⸗
rafſchaft Stühlingen u. Baar, die Grafſchaft Hei⸗
igenberg, die Herrſchaften Jungnau, Trochtelfin⸗
gen, Hauſen, Meßlirchen u. m. a., im Betrage von
38 OM. mit Über 100,000 Ew., ſ. Fürſtenberg
(Geneal.); 10) Stadt im Amte Hüfingen bes ba⸗
diſchen Seekreiſes; dabei das Jagdſchloß die Länge
u. die Ruinen einer Burg, des Stammorts der
Fürſten von F.; 350 Ew.
Fürſtenberg, altes deutſches Geſchlecht in
Schwaben, deſſen Glieder von den Grafen von
Urach abſtammen. Heinrich J., jüngſter Sohn
des Grafen Egon von Urach, erhielt bei der Thei⸗
lung mit feinen Brüdern 1236 den Yürftenberg
(f. d. [Geogr.] 10) u. ſt. 1284. Seine Nachlommen
wurben 1283 Pandgrafen inder Baar. 3m 14.u.15.
Jahrh. bewohnten fie die Burg auf bem Sürftenberg
u. erhielten davon den Namen; im 16. Jahrh. er-
heiratheten ſie die Grafſchaft Heiligenberg u. wurden
12. Mai 1664 vom Kaiſer Leopold J. in den Fürſten⸗
ſtand erhoben; 1806 verloren fie ihre Souveränetät,
u. ihre ſtandesherrlichen Berhältniffe zu Baden wur⸗
ben durch die Ubereinkunft vom 14. Mai 1825 u. Die
zu Württemberg burch die königliche Declaration
vom 23. Juni 1839 beftimmt. Das Haus blühte
feit 1559 in zwei Hauptlinien, ber Kinzigerthaler
u, Heiligenberger, welche von ten Söhnen Fried»
richs III. gegründet waren; leßtere ftarb 1716 aus
u. das Geſchlecht wurde von ber Heiligenberger
fortgeführt; jet beſtehen bie drei Linien: die fürft«
liche Linie in Schwaben, die fürftliche Linie in Böh⸗
men u. bie landgräfliche Linie in Ofterreich, |. unten.
Wappen: Hauptihild geldener Adler im rothen
Felde wegen F., das Mittelſchild quadirt, im erſten
u. zweiten Feld eine ſilberne Kirchenfahne in Roth
wegen Werdenberg, im dritten u. vierten ein eckig⸗
geihobener Rechtequerbalten in Silber wegen Hei-
ligenberg; Einfafiung Silber u. Blau; mit dop-
pelten Wollen getheilt, wenen Blumeneck.
. Die jüngere Heiligenberger Linie,
gegründet von 1) Graf Joachim, jüngerem Sobne
Friedrichs III., geb. 1538 u. gel. 1598; er hatte
drei Söhne: 2) Friedrich IV., geb. 1563, folgte
1598 feinem Vater, war bis 1608 Oberftbofmeifter
u. Marſchall des Kaiſers Rudolf II., ftanb auch bei
Kaifer Mattbias in Gunft u. ft. 8. Aug. 1617.
3) Egon VIII, geb. 21. März 1558, widmete
ſich dem geiftlichen Stande, verließ denjelben aber u.
trat als Hofmarſchall u. Geheimrath in baieriiche
Dienfte, ging 1629 als liguiftiicher General nad)
Mantua, vollzog 1631 in Franken u. Wiürtten-
berg das Reftitutiongedict, machte als baierijcher
Geueralfeldzengmeiſter unter Tilly 1631 Die Schlacht
bei Breitenfeld mit, wo er den rechten Flügel coın-
mandirte, u. ft. 24. Aug. 1635. Seine Söhne wa-
ren %. 6)— 5). 4) Jakob Ludwig, jingfter
Bruder bes Vor., geb. 1592, machte als General
ber Artillerie auf Seiten der Yigne den Dreißig-
ec Krieg mit u. ft. 15. Novbr. 1627 als fai-
ferlier Kath u. Oberſi. Er war Stijter ter Do»
nauejchinger Linie, welche aber bereits mit
Füurſtenberg
feinem Sohn: 5) Franz Karl, geb. 16261 8
19. Juli 1692, wieber erloſch. 6) Fürſt gran
Egon, ältefter Sohn von F. 3), geb. 1625, wurde
1664 in ben Fürſtenſtand erhoben, 1665
bifchof in Straßburg u. fl. 1. April 1652. 7)
Hermann Egon, Bruber bes Vor., geb. 16H,
war Oberhofmeiſter bes Kurfürken Ferh
Maria von Baiern, wurbe ebenfalls 166L mie
ürftenftandb erhoben n. ft. 10. Sept 1674 8)
ilbelm Egon, Bruder bes Vor., geb. IE
war Geheimer Rath bes Kurfürfien Dig fe
von Köln; auch er wurbe 1664 vom Kara
pold I. in ben Fürftenftand erhoben; gi
war er, wie feine Brüder, ganz ben fr |
Intereſſen ergeben u. förberte bie Pimp
wigs XIV. gegen Deutſchland; beebalb if
Kaiſer 4. Febr. 1674 in Köln anfbebenzafs
Bonn, dann nach Wienerifch-Neuftadt ie
er enthauptet werben follte; jedoch ir
Trantreiche rettete ihm das Leben u. ink Ä
wurbe er nad dem Frieden von Riga
auch wieber in feine Ehren u. Würden
1682 von Lubwig XIV. zum Erzbifchef vor
burg u. endlich von dem Papft zum Turms
boben; er fl. 10. April 1704 in dar 9
Egon, älteſter Sohn von F. 7), geb. 16%,
ein Günftling bes Kurfürfien Auguf dei
u. blieb nach deſſen Wahl zum König ven @&
1697 als Statthalter vou Sachen zurid ul
10. Oct. 1716 in Hubertusburg. Kit iach
die Heiligenberger Linie u. bie Yürftemeiie ff
auf bie ältere Kinzigerthaler Linie übet.
II. Die ältere Kinzigertihaler N
wurde gegrünbet von: 10) Graf Chrikey)
älterem Sohne Friedrichs IIL., geb. 24. Ir
u. gen 17. Aug. 1559. 11) Graf Wratillet
Entel des Bor. u. Sohn des 1599 veriuil
Grafen Albrecht I., geb. 1584, lebte mg aM
Niederlanden, war gräfitent Des Reichit
in Wien u. ft. 10. Juli 1631. 12) Gral
ftopb II., ältefter Bruder des Vor., ger MM
geft. 1614, wurde durch feine zwei SöwiP
liſiaw u. Friedrich Rudolf ber Summa
Linien, der Meßkircher u. der Stuhling, M
denen die letztere nody blüht: |
A) Meßlircher Linie; Etifter: 19 3
tiffaw II., älterer Sohn von F. 12), 0.4
ft. 1642. 14) Karl Egon Eugen,
Bor., geb. 2. Novbr. 1665, wurde 1697 ⸗
felbzeugmeifter des Schwäbiſchen Kreiies, I)
jerlicher Feldmarfchalllieutenant u. fl. 1702 @|
in ber Schlacht bei Friedlingen erhaftenen 8
ben, wo er den linken Flügel gegen bie Arazl
commanbirte. 15) Fürſt Karl Friedrtid
kolaus, Neffe des Bor., Sohn des 1741 nd
benen Fürſt Froben Ferdinand (unter relac
Meßtircher Linie 1716 den Aürftentirel cibul
7. Septbr. 1744, u. mit ibm ſtarb die Ro
Linie aus.
B) Stühlinger Linie, Stifter: IM)
Friedrich Rudolf, jüngerer Sehn ven k!
geb. 1602, war kaiferlicder Oberfeldzeugree
ft. 26. Oct. 1655; 17) Graf Brojaer fe
nand, Entel des Bor. u. Sohn tes 1031 39
benen Grafen Marimilian Franz, geb. 12%
1662, war öſterreichiſcher Feldzeugmeiſter & !
21. Rov. 1704 vor Landau. Bon jene LU
führte der Ältere, 3of. Wilhelm Ernft, die du
ingere, Ludwi Egon, flif-
like Subfbiaffinie In Beitee (,
inie, welche 1716 bie Fürften-
744 alle Befigungen bes Hauſes
‚e vereinigte u. 1762 bie Ansedeh⸗
würde anf alle ehelichen Nachkom⸗
rend bieber dieſelbe nur ber jebes⸗
babt hatte; fortgeführt von: 18)
Vilhelm Ernft, älterem Sohn
2. April 1699, murbe 1716 Reichs⸗
44 die Meßkircher Linie u. fl. 29.
hen; er war zu feiner Zeit vielfach
ätig. Er war vermählt in erfler
Inna, geb. Gräftn von Walbftein,
ne, von welchen ber ältere in den
ierte, der jüngere bie jnhfidiarifche
Böhmen ftiftete. a) Fürſtliche
aben; Stifter: 19) Fihft Jo⸗
Johann Nepomul, geb. 21.
ft. 2. Juli 1783; von feinen brei
ürſt Karl Joachim 17. Mat
ı endete biefe Linie u. bie Reicht⸗
b) die Fürſtliche Linie im
ve mit den Gütern ber erften Ge⸗
urch Teftament vom 3. Aug. 1756
er berfeiben war: 20) Fürſt Karl
Sohn von %. 18) u. der Gräfin
jeb. 7. Mai 1729 u. fi. 11. Juli
Karl Joſeph Alois, älterer
geb. 1760, mar Generalfeldmar⸗
bifchen Kreiſes u. fiel 25. März
. 22) Fürft Karl &gon, Sohn
). Octbr. 1796 in Brag, Befitzer
errfchaft in Böhmen, folgte 17. Mai
ichsfürſtliche Linie erlofh, in ben
hwäbifchen Erblande u. vereinigte
figungen ber Kamilie, mit Aus⸗
hen Güter, in feiner Hand. Im
yundsacte wurde der Fürft 1806
at, nachdem er in frei ur u.
— 13 ſtudirt hatte, in bie öoͤſter⸗
n. Als Ordonnanzoffizier beglei-
ürſten Swaren bergned Baris,
dem Frieden den Militärbienft
uf dem Schloß Heiligenderg am
in Donaueſchingen reſidirend,
ch in den damaligen Theuerungs⸗
zu lindern u. unterfläßte zugleich
ge Unternehmungen, Künfte u.
jte eine Münyfammlung, ein Na⸗
eine Supferflichiemmlung, eine
ftete ein Krankenhaus in Donau»
inbeninftitut in Neidingen, eine
ür verwahrlofte Kinder u. legte
hn Deutichlands u. bedeutende
inen böhmiſchen Befigungen an,
ung mehrerer Muſierwirthſchaf⸗
ig der Lanbwirtbfchaft bei, rief
haft eine Sparfafle ins Leben
erjorgungsanftaft für bie Witt-
ner Beamten. Schon früßer zum
ernannt, ſaß er von 1831 an in
r des Großberzogthums u. ſuchte
ı wirken, um einen Bruch zwiſchen
E abzuwenden. Trogbem erfuhr
ächften Jahren mannigfadhe An⸗
rde bei Ausbruch der Revolution
durſtenberg
von 1848 Raben er noch am
Lanbtage, nach —5 — Aufſtandes, er
genommen hatte, fhieb er aus der Kammer aus m.
ebte abwechielnd in Böhmen, Wien u. Berlin. Er
ftarb am 22. Dctbr. 1854 im Babe Iſchl. Br war
vermählt feit 1818 mit Amalie, Tochter des Groß⸗
herzogs Karl Friebrich von Baben. Ein dichteri
Denlmal fette ihm K. E. Ebert, Prag 1855. Nach
feinem Tobe theilte fich die Linie wieder durch feine
zwei älteften Söhne, Karl Egon ı. Mar Egon, wie
vorher in die Schwäbiſche u. Bohmiſche Linie:
au) Kürfilihetiniein Schwaben: Stifter:
28) Fürſt Karl Egon, Ältefler Sohn bes Vor.,
eb. 4. März 1820, folgte feinem Bater 1854 alg
Kür zu F., Yandgraf in der Baar u. zu Stühlingen,
raf zu Heiligenberg u. Werbenberg, Freiherr zu
Ounbelfingen, Herr zu Haufen ım Kinzigthal,
Meptirh, Hohenhömen, Wildenftein, Waldsperg,
Werenwag, Immenbingen, Weitra u. Pürglig 2c.,
2 babifcher General u. feit 1844 mit Henriette,
ochter bes Fürften Heinrich XIX. von Reuß-Greiz
eb. 1824) vermählt; der Erbprinz, Karl Egon,
ift geb. 1852. by gürftfiheLinie in Böhmen,
beſitzt bie böhmischen Fideicommißherrſchaften Bü
fig, Kruſchowitz, Niſchburg, Skrziwan, Podmoll,
Wſchetaben ıc.; Stifter: 24) Fürſt Marimiliau
Egon, jüngerer Bruder des Vor., geb. 29. März
1822 u. folgte feinem Vater Karl Egon 1824 in ben
böhmifchen Fideicommißherrfchaften; er ift öfter
reichijcher Rittmeifter in der Armee.,
Yeandgräfliche finie in Oſterreich gu
Weitra, befitt in NRieberöfterreich das Fideicom⸗
miß Weitre, Beinpoh u. Waſen, in Mähren bie
Herrſchaft Taykowitz, in Preußiſch Schlefien Haſſitz
mit Kunzendorf, u. ihre Glieder führen ben Titel
als Lanbgrafen; Stifter: 25) Landgraf Ludwig
Auguft Egon, jüngerer Sohn von %. 17), geb.
4. Februar 1705, war KReichsgeneralfeldzengmeifter
u. fl. 10. November 1759. a) Hauptlinie:
Stifter: 26) Joach im Egon, älterer Sohn des
Borigen, geb. 22. December 1749, er legte unter
andern das große Hüttenwerk Neu⸗Joachimsthal in
der —*— ürglitz an u. ſt. 26. Januar 1828.
27) Landgraf Johann, Enkel des Bor., Sohn
bes am 4. Yebruar 1856 verftorbenen Landgrafen
Friedrich Karl Joh. Nepomud Egon, geb. 21. Mä
1802, er ift öfterreichiicher wirklicher Geheimera
n. Oberftceremonienmeifter u. ſeit 1836 vermäbhlt
mit Karoline, geb. Prinzeß von Auer&perg (geb.
1809), fein älterer Sohn Eduard ift 1843 geboren.
28) Landgraf Joſeph, Bruder bes Bor., geb. 22.
Februar 1808; ift wirklicher Geheimerath u. Se»
natspräfident bes Oberſten Gerichtshofs in Wien
u. feit 1844 vermählt mit Erneftine, geb. Prinzeß
von Setingen (geb. 1803). 29) Landgraf Karl,
Bruder bes Vor., geb. 15. Juni 1809, ift Oberft-
lieutenant in ber Armee. 30) Landgraf Fried⸗
ri, Bruder des Bor., geb. 8. October 1813, i
Geheimerath u. feit 1853 Fürſterzbiſchof von Ol⸗
müßt. b) Landgräfliche Linie in Mähren:
Stifter: 81) Landgraf Friedrich Joſeph, jün-
gerer Sohn von F. 25), geb. 24. April 1751 u. gef.
1. Juli 1814; er war vermäblt mit Joſephe, geb.
Gräftn von Zierotin (fl. 1857). 32) Landgraf
Friedrich, Sohn des Vor., geb. 29. September
1793, er it wirklicher Geheimerath, General der
Cavallerie, Kapitän ber f. k. Trabanten-Leibgarbe
n. Inhaber bes Drogenerregimentg Nr. 5; er iſt
wupermählt u. ber legte männliche Sproß ber Land⸗
iſtichen Linie in Mähren Bel. Münd, Ge⸗
dire des Haufes u. Landes F., Aachen 1830—
1932, 3 Bde.
eſtenberg, eine alte, angeblich vom Grafen
Otio von Oldenburg abftammenbe, feit dem 11.
Jahrh. in Veftfalen in dem Schloffe Bürfienderg an
der Ruhr ſeßhafte Familie, aus welcher Wilhelm v.
F., ber Heermeifter des Deutfchen Orbens in Liv⸗
land, ſtammte, u. von welcher ein Zweig nad) Kur-
land überfiebelte, wo berfelbe 1780 aueftarb, von
welcher aber jetzt noch eine zahlreiche Nachlommen-
ſchaft in Deutichland lebt, welche in Weftfalen u. in
den Rheinlanden reich begütert u. feit 1660 in ben
Sreiherenftand, bie eine Linie feit 1840 u. resp.
1843 in den Grafenftand erboben ift. Der Stamm
vater if: 1) Freiherr Chriftian Francis—
cus, geb. 1689, war failerliher Kämmerer u.
Reichshofrath, auch) Turlöiniicher Gebeimerath u.
abeliger Rath vom Herzogthun Weftfalen u. ft.
1755; von feinen Söhnen find bei. bekannt: 2)
reiherr Lothar Clemens, ältefter Sohn bes
or., geb. 1725 in Aachen, mar kurlölniicher Ge⸗
— u. ft. 1791 in Herdringen. 8) Freiherr
ranz Friedrich, Bruber bes Bor., geb. 7. Au⸗
gut 1729, war Doniberr in Münfter u. Gebeimer
nferenzratb u. Minifter des Kurfürften Dar
Friedrich von Köln u. Münſter, in welchem Poſten
er buch bie zweckmäßigſten Anftalten in Aderbau,
Gemerbe, Juſtizverwaltung, Verbeſſerung der
Schulen, durch Stiftung einer Militärakademie ac.
das durch den Siebenjährigen Krieg fehr mitgenom⸗
mene Land bald wieder zur Bluͤthe brachte. Er
legte, al8 1788 ber Erzherzog Mar zum Coabjutor
—— wurde, ſeine Stellen nieder, fuhr aber als
eneralvicar fort für das Wohl des Landes zu ſor⸗
gen, namentlich machte er ſich damals um bie höhe-
ren Lehranſtalten des Landes fehr vertient. Er ſt.
16. Septeinber 1511 in Münfter.
Sean von F., Miünft. 1842. 4) Sreiberr Kranz
gen, Bruder des Vor., geb. 10. Mai 1737, war
Donicapitular in Halberftabt u. Münſter, Fürſt⸗
bifchof in Halberſtadt u. Münfter u. ft. 11. Auguft
1825 in Hildesheim. Lothar Clemens’ zwei Söhne
ftifteten zwei Linien: I. Altere Yinie, Fürften-
berg Herdringen, bat das Erbtruchießamt im Her-
Fürftenberg, bie.
ei EEE EB
Pal. Eller,
zogthum Weftialen u. ift feit 1843 gräflich nach tem |
Recht der Erftgeburt; Stifter: 5) Freiherr Fried⸗
rich Leopold, älterer Sohn von X. 2), geb. 31.
Juli 1766 in Adolfsburg u. fl. 25. October 1835.
6) Freiherr Kranz Egon, Sohn bes Vor., geb.
23. Auguft 1789 u. geft. 25. September 1932; er
war vermählt mit Ferdinandine geb. v. Landoberg⸗
Velen. 7) Graf Franz Egon, Sohn des Vor.,
geb. 15. Anguſt 1318, wurbe 1843 in den Grafen»
ftand erhoben; er ift erbliches Mitglied des preu-
Biihen Herrenhaufes, Rittmeifter im 11. Laub»
webrhujarenregiment u. feit 1847 vermählt mit
Karoline geb. v. Stael» Subthaufen; fein Sohn
Engelbert ift 1850 geboren. 8) Freiherr Fried»
rich, Bruder bes Bor., geb. 1528, ift unvermählt.
U. Jüngere Linie, 3.:Stammbeim, feit 1540
gräflich nach dem Rechte der Erftgeburt, Stifter:
9) Freiherr Theodor, jüngerer Sohn von F. 2),
geb. 17. Jan. 1772 u. geft. 7. Juni 1828 in Nebeim.
\ Landgrafen
10) Graf Franz, Sohn des Vor., geb. 24. März
1797 in Herbringen, murbe 1540 in den Grafen-
ſtand erheben u. ift Diitglieb des preußifchen Herren⸗
FZurſtengroſchen
hauſes. Er iſt bef. als Freund ber Lunß ke:
als ſolcher hat ex ſich namentlich durch feine Beie:
derung bes Ausbaues bes Kölner Doms, ki die
durch die Erbauung ber Apollinarisfirde auf km
St. Apollinarieberge bei Remagen bewieſen r
an ber Bolitif Bat er ſich weſenilich betheifit
Mitglied der Provinziallanbtage, het Bein
Landtages 1847 u. 1848 u. ber erſten faımer
1850. Gr ift feit 1829 vermäßlt mir Paukze
v. Romberg, fein ältefter Schu Gisben ij M
"
geboren.
ürſtenbruck, Marttfieden im Beat
ve Kreifes Gitſchin (Böhmen); 65
tftenbund. Als nad tem Baiexe
folgekrieg Kaiſer Joſeph IL von Neuemdie
feine Erbſtaaten durch bie Erwerbunz ru
zu arrondiren, ließ er dem Kurfürſien zes |
Ausnahme von Quremburg, |
vertauſchen, u. veriprach ibn ben Titel
von Burgund u. dem mutburaglicen
Herzog von Pfalz-Zweibrüden, vie €
Mil. Gulden. Der Kurfürft ging auf da
ein, aber der Herzog von Zweibrüden mitind
wendete fih an König Friedrich II. ven Freu
ber Bitte, ben Plan zu vereiteln. Tiefer
ber Kailerin von Rußland bie Berfiberm
Taufch von ihr nur in dem Glauben, riak
Theile von Bortheil, vorgeichlagen werten
aber keinen Theil dazn zwingen wolle. Anhpel
reich, ald Mitgarant bes Teſchener —
klärte, daß Oſterreich die Sache aufgegeben
von Joſeph II. war aber feine genũgende
zu erlangen. Friedrich II, melder fi
durch eine Vergrößerung ber öſterreichücha
bedroht ſab, ſchloß darauf am 27. Juli
Berlin mit Sachſen u. Hannover eine jet.
unter dem Namen des Deutfchen free. Set
titel beftimmten in derjelben tie gegen die
hung Baierns zu treffenten — * I
trat auch Diainz, Trier, Hefien-Kafiel, Bil
Baden, Jmeibrüden, Braunichmeig, ä
Weimar, Gotha u. Anbalt-Deflau den Y
Bgl. Dobm, Über ben deutſchen F., Berl
Joh. Miller, Darftelung bes Deutichen Fr
1787, 2.2.1789; Ab. Schmitt, Preußen: MM
Bolitit; Die drei Fürftenbunde von 1755,19
1849, Berl. 1850, u. Derf., Geſchiche ve]
Gilden deutſchen Unionsbeſtrebungen x., IM
A 851. — =
encollegium, fo v. w. Kürftear:
5 eneck, Shih in Eirerfeld 2. _
ürftenfeld, 1) Stadt an ter Feiſtrigz ei
im Kreiie Grätz (Steyermarfi, mir Tom!
des Malteferordens, Auautinerfieiier, 22
fabrit, Schloß; 2500 Eiw.; 2) Kleiter, fü!
Snvalidenhaus, an der Ammer, im Yan
Brud des baieriſchen Kreijes Ibsrbalern.
Fürftenfeldbrud, Landgericht u. ateden |
w. Biud 6) u. 7).
Fürftenfelde, Stabt im Kreiie Köniaibe
preußifchen Regierungsbesirts grankiurt: 2
rſtengroſchen, tbüringijche Suderac
alihaſar feit 1397; Geister
ber Breitgroſchen, aber nur füntlin:
2 Sgr.
Füchengut bis Wärkenfpiegel
', bie einem regierenden Herrn ob.
zugehörigen Effeeten. Das %. genoß,
is factii$ u. resp. auf uladen.
‚bie Jeuog im Deutſchen Zollverein
wu
en, Bergrüden, eine Meile füdlich
idt im Kreife gleiches Namens, bes
gierungsbezirts Erfurt.
ehedem eine breite rothe Müge mit
iingebräme, welche oben meh ben
ig, der oft mit einem, mit Perlen
et verjeben war. Gr murte im 14.
3 Auszeichnung der Kurfürften (daher
ftenhut), dann aud von Herzdgen
g shut) u. a. Kürften getragen, iſt
auf Wappen gewöbulich. ſou⸗
aſteht er jetzt in einer offenen Krone.
3 5-8 ift entweder unmittelbar auf
d. auch auf Heimen. Von den grüf-
, mit dem Prädieat Erlaucht, wird
ebraucht. Der Hut der nenfranzöfl-
t eine Toque von ſchwarzen Sammt
ven, bei ben Herzögen mit Hermelin
niit goldener Spange verjehen m.
eftedt.
He (Alt u Neu⸗F.), zwei Dörfer
han des böbnifchen Kreiſes Eger,
Spiegelſchleife u. Polirmähle u. zu⸗
w
ein, ſo v. w. Demoneſoi.
jer, großherzogliches Luſtſchloß, ſ. u.
ntel, ein meiſt rother, mit Herme⸗
Mantel, wie ihn ſonſt die Fürſten
jetzt die Rectoren u. Prolanzellare
ſitäten tragen.
ßige Perſonen, ſ. u. Fürſt.
b, das zweite Collegium ber ehema⸗
Reichs tage, gebildet aus den reichs⸗
— Grafen, freien Herrn u. Prä⸗
iſelben beftanden bis zum Lumeviller
) 100 Stimmen, welche nach einer
zwei Bänken, der geiſtlichen u. welt⸗
eführt wurden. 94 Stimmen davon
ve Virilſtimmen, bie eigentliche Yär-
drafen hatten nıır 6 Euriatfiimmen,
‚ wetterauifche, fränkiſche u. werfä-
anf; tie Prälaten, die nidht ale
Birilftinnme führten, batten zwei Eu-
ie rheinifche u. ſchwãbiſche Prälaten⸗
m Yuneviller Frieden fank die Zahl
bedeutend herab. I. Anpidi, Der
ah dem Yuneviller Frieden, Berlin
Weitere unter Reichstag.
bt, 1) ebedem das Recht bes Kailer®,
tſcher Fürften, in Leib, Ehre u. Lehn
a. Ob u. wie er hierbei ein Todes:
1. wie executiren dürfe, ift unter den
eitig. Der Kaiſer richtete burch den
u. bedurfte nach dem Weſtfäliſchen
5 8. 54) dabei der Zuziehung von
nicht, fondern es wurde dies feinen
eim geftellt. 2) (Privat⸗F., Jus
ıstrium, ‚Jarisprudentin heroica),
Hertommen, welche ein Fürſt in An⸗
eines Haufes zu beobachten bat, nad
itigleiten entidyieben u. Vermählun⸗
ıofhaften n. andere Familienſachen
angeorbnet, bie Dispofition über das Privatflürſten⸗
gut beſtimmt u. das Schuldenweſen bes Flrften üb.
ber Glieder feines Haufes geordnet wird. Die Bor»
ſchriften fügen ſich auf Familien e⸗
ſetze u. Obſervanzen; ihr Inbegriff, ſelbſt wenn de
in Staategrundgeſetze verflochten wäre, bleibt
privatrechtlicher Natur. Sammlungen von Qu
len u. einzelne Grörterungen darüber enthalten:
Struve, Jurisprud. heroica, Jena 1743—53,
7 Bde.; Neumann, Institutiones juris princi-
um privati, $ranff. 1747, befien Meditationes
yaris etc., ebd. 1751 — 56; Mofer, Berfänfiches
Staatsrecht der deutichen Reichsſtände, ebd. 1775;
deſſen Deutſches Familienſtaatserecht, ebb. 17755
Gribner, Prineipia jJurispr. priv., ebd. 1745:
Bitter, Primae lineae jar. priv. princ., ®&tt.
1768—69, zulegt 1739; Struben, De origine
nobilitatis etc.. Jena 1745; Maier, Allgemeine
Einleitung in das Privatfürftenrecht, Tüb. 1783;
Kohler, Handbuch bes deutſchen Privatfürftenrechte,
Eulzb. 1532; Bauer, Beiträge zum beutfchen Pri⸗
vatfürftenrecht, Gött. 1839, m. in bie Schriften über
bentihes Staatsrecht von Maurenbrecher, Zöpflu. A.
Fürſtenried, Jagdſchloß im Kandgeriht Mün-
hen bes Kreiſes Oberbaiern, 1716 vom Kurfürk
Mar Emannel erlauft u. zum Jagdſchloß benutzt;
ftebt jet (1559) Teer.
Fuͤrſtenruf (Jagdw.), eine Fanfare, mit welcher
bei Barforcejagden den hohen Herrichaften ein Zei-
chen gegeben wird, wen fi) die Jagd meubet.
{ ie | nepfe, fo v. w. Heerſchnepfe.
Fürſtenſchulen (andſchulen), die vom Kur
fürften Moritz zu Sachſen 1543 aus ben eingezogenen
Kloſtergütern geftifteten u. noch beſtehenden Yanb-
ſchulen Pforta, Meißen u. Grimma (urſprünglich
in Merſeburg), in denen eine Anzahl —2—
(Alumnen) freien Unterricht, Koſt u. Bohrung
erhalten, ob. nur eine gemiffe Heine Summe für
diefelben zahlen. Die Frei⸗ u. Koftftelfen werben
tbeil® vom Landesherrn durch das Confiſtorium,
tbeil® von beſtimmten Städten vergeben. Anbere
Schüler wohnen un. fpeifen ber den Lehretn, neh⸗
men aber am linterrichte Theil u. find einer weni⸗
ger firengen Orbnung unterwerfen (Ertraneer,
eftgänger). Die Schule zu Schleufingen zählte
man ebenfalls zu den F., aus wohl, Doch uneigent⸗
lich, die zu Koßleben.
‚gürftenfpiegel, Schrift, worin ein Fürft nad
feiner Denk-, Handlungs- u. Regierungemeile dar⸗
geftellt wird, nıeift zur Bildung für junge Fürſten,
u. entweder in Biographieen Aroßer n. ebler Für⸗
fien beftebend od. nad) ihnen entworfen, ob. auch
aus ber Lebend- u. Regierungsgeſchichte ſolcher
Ürften ale Ideale dargeſtellt. Solche F. find:
enophons ſeyropädie, des Synefoe Rede repl
Paorleras anden Kaijer Arladios; Agapetus Zykdn
Paaıkıan ; Petrachs Schrift: Derepublien optime
adıninistranda et de officio et virtutibus im-
peratoris, Saavedras y Farardo Empresas po-
liticas, Senklons Telemach u. Direction pour la
conscience d'un roi. Engels F. Bon Fürften ſelbſt
geichrieben ift ber Dentiche %., au® dem 16. Jahrh.
(vom Herzog Julius u. Elifabeth von Braunſchweig),
berausg. von F. 8. von Strombeck, Braunſchw.
1826; auch Wladimir Monomadus, des Groß-
fürften von Kiew, Schriit Über die Zugend, gehört
terher, u. Senecas Schrift: De «leınentın ad
eronsın Caeuarem, hat nıan ale % angenom⸗
806
men. Als ein neg 5. Darſtellung.
bie ein — nicht ſein De tan Mackhiavelli’s
ncı
een , 1) gräflich-bockbergifche Stanbes-
* nein. ne bee preußiicgen
— — Breslau; 2) et De
alzbrunn , mit 300 Ew. u. bem —
—5— ſoll vom polnifchen Herzog Bol
im 12. Jahrh. erbaut fein; daun fam es an bie
jerzöge von Schweidnitz, welche Burggrafen hier
ielten. 1475 nahmen die Böhmen das Schloß u.
Dann wurbe es von Ranbrittern bewohnt, 1509 an
ben Landeshauptmann Kourad von Hochberg ver-
änbet, zu ano bes 17. Jahrh. von einen
ben vo ende er n. 1646 von den Schweben
ee Das jetzige Schloß baute Graf Konrad
Eruft May von gosterg, e3 enthält eine reiche
Biblio Semälbe- u. andere Sammlungen,
Schloß elle; babei bie fogenannte alte Burg, eine
tünftliche Butgruine; 3) konigliches Schloß in
Bexrchtesgaden, |. b. 2).
ürſten ‚ eine vormals benen von Diebe
gehörige Berrfeaft iu in Heflen; als die Diede 1807
ausflarben, fo erhielt ber bamalige Löniglih weſt⸗
iſche Staaterath u. Minifter des Auswärtigen,
ter Alexander le Camus, geb. 1774, dieſe Herr-
daft nebfl dem Grafentitel, welcher ihm 1812 von
Rapoleon beftätigt wurde. Nach Auffölung bes Kö.
nigreih® Weftfalen fiel F. wieder urbeflen
zuria, b boch behielt Ah — Peter Alexau⸗
rafentitel; Graf Peter Alex. war
mãhlt mit Adelheid geb. Gräflu von
fl. 1824; fein em er Sohu ift Gra Moll ge
8. März 1818; er ift Lanbrath des Kreifes Ro
burg in ber Dbeisuft u. unvermählt.
fage, |. u. Gens)
th Gum, 3 If. Forf : 2) Kreis im preu⸗
PEN eh Regierungebegit öslın an ter Dfifee, 433
D eine weite, reich mit Tannen
bewalbete Sanbebene, mit einigen Küftenflüflen,
Wworunter bie Perfante am bebeuteubften ifl.
ürftenverein, Bund ber Herzöge, Fürſten u.
Grafen, gegen bie Rurfürften u. Railer Leopold I.,
1692 durch bie Verleihung ber Kur an Braun-
[ec „Lüneburg veranlaßt; löſte fich bald wie⸗
er aut.
Würftenwalde, Stadt an der Spree u. Berlin-
Seantfurter Eiſenbahn, iu preußifchen Regierungs-
ezirk Beantfurt, Säle u. Marienlirche, Tuch⸗ u.
Wollzeugweber 900 Ew.
Fürftienw —— Fr Freiherrliche Familie, ſtammt
aus der morganatiſchen Ehe des Pfalzgrafen Fried⸗
rich Ludwig von Zweibrücken mit Eiilaberh eppe
von Meißenheim u. blüht in 2 Linien in Oſterreich
u. Baiern; bie ältere Linie in Ofterreich führt
Das rädicat Burgfaß zu Odenbach; 1) Freiherr
Karl, geb. 17. Juli 1769, war öfterreichifcher
Felbmarie alllieutenant u. Capitäntieutenaut ber
1. Arcierenleibgarbe, auch Inhaber des 56. Infan-
terieregiments; er ft. 4. Juni 1856 in Baben;
jetsiger Chef iſt: 2) reiherr Franz, Sohn bes
Bor., geb. 1533; er ftebt in öſterreichiſchen Mili-
tärbienften u. ift unvermähft; fein Bruder Karl ift
336 ge
Fürſtenwerder, Marktflecken im Kreife Prenz⸗
low des preußiſchen Regierungsbezirk Potsdam,
awiihen 2 Seen; 1500 Ew.; babei das gräflich
erinſche Schloß Wolfshagen.
ee ne Berk
enmeifterei
Run fpiegel, 1663;
—— (Um 1627) x.
rterer (Büterer), 6 lebtei
ale Wappenmaler in Münden; er |
eine Umdichtung ber Artusfage —*
f Gedicht, wovon inbeß nur eim
e gebr find; Hand ſchriften a!
ien; er ſchrieb auch ei )
ebenfalls nicht gebrudt
— Stelle in Auen Omi
durchpaſſiren ann
Furth, 1 Stabt an Al Shan: m.
Cham bes baieriſchen Kreiſes Oben
hätte, Papiermũhle; 3150 —F 2
richteamt Chemnitz bes —2— ſachſ
een re Baunmwollipinnfasrl
diſcher Iubufrie u and.
Tabat, Spiegeln, —ã Y Zehen
ei ten u. Sale Kurzwaaren;
(bie bel. Ka Ei
—— n. a.; 14tägige
Michaelis; Hofpital, Sreitmaurerlogt: N
u. Freundſchaft; 16, 000 Ew. Darunter
Geit 1835 iſt $. burch eine Gifenbahe
Deutichland) mit dem 14 Stunte ent
berg verbunden. — %. entftand bu
einer Kapelle, angeblich von Karl tem
St. Martin zu Ehren aufgeführt. D
reihe Wallfahrten raſch in Aufnahn
—— m ba k
e Bogtei über tten na
Grafen von Kaſſel, Die Markgrafen ve
bie BQurggrafen von Nürnberg. Im
gen Kriege wurbe es von ben Ed
dann von ben Kailerlichen u. 1634
ben Kroaten niebergebrannt. 1650 bt
ber ab. 2) Flecken an der Weſchnit ir
penpeim ber großberzeglich beffilhen ;
enburg (war 1802 kurmainziſch):
Furtum (lat.), fo v. w. —28
Burtiv, heimlich, verſtohlen. Furibi
die Eigenſchaft einer Sache, daß ſie
Sie hindert die Verjährung, auch bei
in gutem Glauben (bonae fidei pos
rtwangen, Marktflecken im 4
des badiſchen Oberrheinkreiſes; fertigt
Uhren (namentlich Spielubren): Ei
1790 Ew.; am 23. Juni 1857 durch
großen Theil zerſtört.
a ale ſchwediſches Edifi, fi
doch ohne Geſchü
Furunkel (Forunciilus), eine bit
* blaurothe Entzüubungegeihti
Groöße einer Haſelnuß bis zum ter ü
Bürwaßrhalten bis Fuſinoyama
sıtfleht bald ohne fichtliche Urſache, balb in
von Kacherien, an äußern, vorzüglich fettrei-
autfiellen, iſt mehr beichwerlich als gefährlich,
egt nur felten Sieber, Nervenzufälle ob.
ne Geihtwüre. Es erfcheint entweber einzeln
vöhnlich in größerer Anzahl. Manche Per-
find bef. dazu geneigt. Er läßt ſich ſchwer
len, gebt bagegen oft Ichnell in @iterung über,
—X8 weich zu werden. An der Spitze er⸗
dann ein wenig Eiter, meiſt mit Blut ver⸗
in ber Tiefe fchreitet bie Eiterung laugſam
smmt zum Stilftand, u. es bleibt ein Eiter⸗
Eiterpfropf, abgeftorbenes Zellgewebe) zuräd,
eigung, fih von Neuem zu entzlinden. Bei
ilung lommt e8 darauf an, durch etwas rei-
Mittel, insbefonbere Breiumfchläge ıc., bie
ng zu befördern u. fo alles verborbene Zell-
zu entfernen.
rwahrhalten, etwas aus Gründen als wirt-
nehmen; geſchieht es aus unzureichenben
ven, fo iſt es entweder, wenn man bod)
ve bafür bat, Meinen, wenn blos eingebil-
dründe, Wähuen; geſchieht es aus zurei-
AGründen, u. dieſe find nur jubjectiv, fo iſt es
be, find fie objectiv, fo iſt es Wiſſen(ſ. d. a.).
zwort, 1) im alten Gerichtefiyl jo v. w. Ver⸗
Borbehalt, Schutzrede eines Sachwalterd,
ion; 2) (Gramm.), fo v. w. Pronomen.
m n. laſtraße, Meerenge im Baffin⸗
⸗Archipel (Arktiſches Nordamerika), awiſchen
ijel Codburn u. der Halbiuſel Melville, führt
em For⸗Kanal (im DO.) in den Boothia⸗Golf
m (lat.), fo v. w. Achtelnote.
fe, Kanal in der lombartifchen Provinz Bre⸗
z ift aus dem Oglio abgeleitet, beginnt bei
Austritt aus den Ifeofee, gebt linte dem
mtlang bis Palazzolo, menbet ſich bier oft»
u. verliert fi) bei Rovato im Lande, in
e Arme gerbeitt
änus (F. L.), Pflanzengattung aus ber Fa⸗
yer Santalacene, 4. Kl. 4 Orb. L.; Art:
npressur, am Cap, u. a.in Neuholland.
arlum (F. Lx.). Pflangengattung aus ber
e ber Warzenpilze, Gy mnom„cetes- Tu-
larini; Arten: rothe ob. gelbe erhabene
: auf abgeftorbenen Vegetabilien bildend.
äro, Meiner Küftenfee in ber Provinz u.
Snigreiche Neapel; ſonſt P’alus acherunia,
mröle (ital.), Rundfläbchen.
ayafuga, 1) Nebenfluß des Magtalenen-
z in der jüdamerikaniſchen Republit Neu⸗Gra⸗
8) Stadt im Departamiento Cundinamarca
Granada.
chendſch, Statt in Herat in Afghaniftan ;
au (100 Sorten), hier alte® Gebäute, vor-
von Abraham.
ein, organiihe Baſis, bie fih aus dem
Dippelihen Ol, Ken Ammelin u. äbnlichen
n, unter Dem Cinflufie der Yuft freiwillig
; feine Zuſammenſetzung ift nicht bekannt.
ert (Diin.), Varietät des Stapoliches, von
jer Farbe.
col (Shem.), fo v. m. Algendt.
e (Bubfe), Nebenfluß linke der Aller in Han⸗
eutfpringt bei Großſlöte in Sildeaheint,
das Ehwarzmafier, tie Eriche (Erle) u.
if u. mündet bei Zeile.
7
Fufel, 1) ſo v. w. Zufelöl; 2) ſchlechter Brannt-
wein
ufelätber, fo v. w. Amyloxyd, ſ. n. Amyl
elbrenner, Pſeudonym für Wallmark.
ufelier (eigentl. Fusilier), 1) jeber mit
einer Flinte bewafinete Soldat, beſ. 2) in man
Armeen (3. B. in ber preußifchen) leichter Infan⸗
terift, bef. zum Zirailliren u. leichten Dienſt. Die
5. find in eigene Bataillons formirt u. bildeten
fonft in der preußiichen Armee eigene Brigaben,
nd aber jettt in derſelben bie 3. Bataillone ber
eldregimenter ; in anderen Arıneen beißen fle
hüten, Jäger u. find in für ſich beſtehende Ba⸗
taillene, in Brigaden u. Halbbrigaben formirt.
Fuſeliren (v. fr.), Einen erſchießen, als Todes-
firafe, ſ. d.; Daher Füfelabe, das Erichießen ganzer
Maflen auf einmal.
Fusella (lat.), Sechezehntheifnote.
Sufelöle (Chem.), fllchtige Ole, welche fich bei
ber meingeifligen Gährung der Dlaifche bilden u.
bei der Deftillation der gegobrenen Flüſſigleiten
mit dem Allobol übergeben. Sie beſitzen verfchie-
bene Eigenichaften je nach dem Material u. ent-
ftehen unter gewifien, noch nicht genau ermittelten
Verhältnifien, jedenfalls durch die Srlenung zufäl-
liger Beimengungen; fie find bie Urſache des ben
verſchiedenen Branntweinforten eigenthlimlichen
Aromas. Das Fuſelöl bes Kartoffelbranntweins
ift unreiner Amplallohol (Amvlorythybrat), es if
in Waſſer faft unlöstih, mit Alkohol aber in jebem
Berbältuiß miſchbar, ift rothgelb u. riecht wiber-
lich, Kopfweh u. Übelkeit erregend ; durch Schütteln
mit Waſſer läßt es fi) abſcheiden. Der Getreibe-
branntwein enthält ein Fuſelöl, welches aus einem
Gemiſch von Onanthäther, Amylalkohol u. einem
im Setzeibe wahrſcheinlich fchon präformirten äthe⸗
rifhen DI, bem Korndl, neben Margarinfäure be-
ſteht; e8 bildet eine grünliche ſchmierige Maſſe von
unangenehmen GEeruch. Bei ber Weingährung
wird hauptſächlich Onanthäther erzeugt. Das Arom
vieler anderer Branntweine, wie des Aral, Wach⸗
bolterbranntiweins ꝛc. rührt jetenfalls von in ben
Pflanzen ſchon fertig gebildeten flüchtigen Stoffen
ber. Im Bier wird bie Bildung des Fuſelöls durch
das im Hopfen enthaltene Hopfenöl verhinbert.
Fufi, ein einfam emporragender großartiger,
mit Schnee bebedter Kegelberg von 12,678 Fuß
Höhe, auf ter Injel Nipon, landeinwärts ber
Bai von Yeto, bis SU englifche Meilen meit fichtbar.
‚Fusia lex, 1) von dem Volkstribun C. Fu⸗
fins, baß Niemand mebr als 1000 As als Yegat
vermachen folle; wer mehr annähıne, ſolle e8 vier»
fach erftatten; 2) F. I. de eomitlls, von dem Prätor
Bufius, 60 v. Chr., daß in den Tribuscomitien jede
der verſchiedenen Klaffen in jeber Tribus bei. vo»
tire, um die Meinung jeder Klaffe zu erfahren.
Fufldium, Barzenpilsgattung aus der Familie
ter Gymmomvcetes-Stilbosporei; Arten: F.
eandıdum, aurantiacum, Ninden,
Stängeln.
Fuſien, See in der Provinz Yünnan im SW,
bon China.
Fusiformis (ot), 1) ſpindelig, fpinbelfdrmig,
ein walzenrunder, nad beiten Enden allmälig ſich
tegelförmig zuſpitzender Pflauzentheil, beſ. von
Wurzeln gebraucht; 2) oft auch fo v. m. rübenförmig.
Fufineyama, Vnuldan auf der Inſel Nipon (Gas
pan in Aſien).
auf
808
Sufton (v. Tat), 1) Ansgieung, Verbreitimg;;
2) Schmelzung, 3) Verſchmelzung verſchiedener
Intereſſen u. Warteien, fo im politiſchen Sinne,
. DB. die F. ber Legitimiften u. Orleani—
en in Frankreich, wonach dem kinderloſen Gra⸗
en von Chambord die Krone u. den Orleans die
ronfolge in Frankreich gegenſeitig zugeſichert
werden ne:
Fufiiporium, Filsgattung aus Der Familie ver
Hyphomycetes - Sepedoriei; Arten auf Pflan-
zentheifen.
uslee (Chronol.), ſ. Fasli.
(Pes), 1) der Außentheil bes Thierkörpers,
zum Gehen u. Steben verliehenes Organ, |. Füße;
2) bei den Schneden ber Theil des Körpers, mel-
‚Gen fie, um fortzulriehen, aus dem Schalen-
gehäuſe bervorftreden, 3) bei Mufcheln Die zu-
geihärfte Vorderſeite des Bauches; er bekommt
mehrere Geſtalten (geißel⸗, haken⸗, axtförmig), wird
von den Thieren zum Fortſchieben im Sande, zum
Einbohren, zum Verſchließen der Schale ꝛc. ge
braucht; in den Schalen ift oft eine Offnung zum
Auslaſſen deſſelben; die neuen Naturforfcher be-
flimmen nach temfelben mehrere Gattungen; 4)
(Fagdiv.), hie Sohle es Wildes; 5) ber Theil
eines Gegenftandes, worauf berfelbe ruht, nament-
lich wenn diefer Theil breiter geftaltet ift, als Die
übrige Körperform; 6) (Her.), ter unterfte Theil
eined durch 2 Linien getbeilten Schildes; 7) (Waf-
ferb.), p v. mw. Deichanter.
‚ 1) ſehr gebräuchliches Yängenmaß, vom
menfchlichen Fuß entnommen; gewöhnlich wird er
in 12 Zolle, der Zoll in 12 Yinien x. getheilt, u.
heißt dann Wertihub, Schuh, gemeiner .;
oft wird er aber auch in 10 Zoll getbeilt, nament-
lich beim Feldmeſſen, u. beißt dann Decimalfuß
(vgl. Decimalmaß). Die Alten kannten ſchon den
5. ale Maß, Die Römer nannten ihn Pes, die Grie-
n Moos. Sie tbeilten ihn in 4 Palmi (Duer-
bänbe, f. Balmus u. Palaiſte), 12 Zolle (Pollices),
16 Duerfinger (Digiti). Die verſchiedenen An—
nahmen bes Fußes, als F. Des Heinen Stadiums,
des Kleomediſchen Stadinms, des pythiſchen od.
delphiſchen Stadiums, des Stadiums des Erato⸗
bene® (vgl. Stadium), des geometrischen Fußes,
es griechiich = elumpifchen Jußes des königlichen
ob. phileteriſchen Fußes, find in Groſſes Metrolo⸗
giſchen Tabellen genau angegeben. Jetzt iſt der
ewoöhnlichſte der Rheinlaͤndiſche od. Preu—
7 F., 130,13 pariſer Linien od. 313,8535 Mil⸗
limeter lang, 28 — 27 franzöfifche od. parifer F.
u. 67 ungefäbr = 69 englifche (genauer 1200 rhein-
ländiſche F. — 1169 englifche $.), Das Verhältniß
n. Die Größe der verjchiedenen Fuße anderer Länder
u. bedeutender Städte find unter Diefen aufgeführt,
auf welche wir Daher verweilen; 2%. machen 1 Elle,
6 eine Klafter, 10 od. 12 eine Ruthe (vgl. Faden,
Lachter, Yard, Toife). 2) Ein Stüd Holz, welches
in 10 od. 12 5. getbeilt ift; 3) als Werthbeftim-
mung der Münzen, |. u. Münzfuß. 4) Ein Vers⸗
glied aus 2, 3 od. 4 Sylben beftehend, deren Ber-
hältniß zu einander Durch Länge u. Kürze beftinmt
wird. Dieſe Füße find die Meinften hpthmifchen
Größen, worin Arfis u. Thefis wechleln. Es un-
terſcheiden fihh Vers⸗ u. Wortfüße; jene werben
in Beziehung anf den Vers, dieſe in Beziebung
auf die einzelnen Wörter betrachtet, 3. B.
Nachti | ga, das Lied er tönet
NVJuſion bis Tu
enthält, als Wortfüße, einen Creticut, einen Jan
bus n. einen Amphrbradhys (-- - ’.-:.-)
als Bersfüße aber 4 Trodäen: - -— | -.-;
5) (Muf.), fo v. mw. Taftabtheilung, 158
(Sufton),, bei gedeckten Orgelſtimmen ) ein
geimung ‚ welche anbeutet, baf eine ſolche um de
ctave tiefer geſtimmt ift, als fie nad Hr
der Pfeife fein würde; ein Ton Fi g
demgemäß eine Pfeife von nur 4' Länge, siitde
den Zon einer ungebedten Stimme ven Kling
Fuß, 1) Nicolaus von F. ge. 15a.
ſel, wo er fih dem Stubium ter Ram
mete, ging in feinem 17. Lebensjahre nad Yanb
burg, wo er ben Unterricht bes beräfunmäht
enoß, wurde 1776 Adjunct ber Alcteme ie
Pen ften für bie höhere Matbematt, m
Brofefior der Mathematik am adligen Up
corps, 1797 Brofeffor der Mathemdi ii
Marinecorps u. 1800 Secretär ber Winkle .
Wiſſenſchaften. Außertem wurke a
glied verjchiebener Commilfionen zart
tion ber Schulen, Akademien n.
ernannt u. fl. 4. Jaunar 1828 m
Er fehr.: Instruction detaillde por pi
les lunettes etc., Petereb. 1774;
tions et exp&riences sur les aimans
etc., ebb. 1774; Reflexions sur les
des &toiles, ebb. 1792; Berfudh einer
Widerſtandes zwei⸗ u. vierräbriger fe
Kopend. 1799 (Breisicrift): Entwurf ame
meinen Feihbant, Peter&b. 1776; Eclareueumi
sur les &tablissemens publics en ſirent
des veuves que des morts ete., et. M
Lehrbuch ber reinen Mathematik, texte Pad
1804, 3 Thle.; Eloge de Mr. L. Erler, d
1783 (deutich Bafel 1706). 2) Jobann, AM
zu Tolna in Ungarn; war Anfangs
u. Informator bet einem Etelmann n. fat tel
fem Gelegenheit, fein muſikaliſches Talent
bilden, er wurde dann Diufifmeifter m Pre
u. kehrte, nachdem er ſich unter
in Wien mweiter auegebiltet batte, nad
zurück, wo er Sapellmeifter wurde u. 184
Er componirte Sonaten für Pianoferte 1
line, Trios u. Quartetten für Mlaeisfurz
Slavierjonateu, Tänze 20; ferner Yiter
fänge ‚auch geiftlihe Mufifftüde, Duc- x 9
Dramen u. die Duverture zu Schillers Ir
Meſſina. 3) Paul Heinrich, geb. 21.8
uni) 1797, wurde 1819 Lehrer der beixren
thematik am erften Cabettencorps im Perl
auch 1819 Abjunct Der Alabemie, 1835 ı
orbentlicher u. 1826 erbentlicher Alatemile:, I
wo er fein Lehramt am Cadettencorps surjah,
glieb des Verwaltungscomité Der Aledemie,
auch Secretär ber kaiferlichen freien ẽlenen
Gejellichaft u. 1835 Präſident des gelehrical
richt8comite bei ter vierten Abtheilung ter &
des Kaiſers; — war er ſeit 1241
ipector bes Erziehungshauſes u. fl. 1%.
Berichte, welche alljährlich von ibm in tea
lichen Sitzung der Alatemie vwerlefen Hurt,
balten die Gefchichte Der Akademie Hr mel
30 Jahre. Außerdem gab cr beraus Corte
dance matheinatique et phys'gie de gie
cel&bres geomötres du XVIII siecle: !
lerı comment. arithmetie. collerta-. HE:
v. F., geb. 13. (25.) Dec. 1506 in Peictids:
Fuſſach bis Fußarterien
tudien in Dorpat; 1830 wurde er der
in Peking als Aſtronom beigegeben,
alt man bie —— Ortobe⸗
rer Punkte im ſüdöſtlichen Sibirien
ur. 1934 n. 1835 verweilte er in
ı, Königäberg u. Baris mit aſtrono⸗
en beichäftigt u. nahm darauf Theil
ton zur Beſtimmung bes Niveaus
u. Schwarzen Meeres. Einige Zeit
t ter Univerſität in Petersburg u. fl.
1.
Flußen. 2) Dorf am Bodenſee; bier
‚499 Sieg der Schweizer über Mapi-
terreich.
i, dreijeitige Eifen mit vier 3 Zoll
|, von denen immer eine emporftebt,
iſchen Die Wolfsgruben ber Feldſchan⸗
reichen od. in zu ſeichte ÜUberſchwem⸗
fen werden, ba® Hindurchgehen
ldaten zu hindern. Auch um das
Feldfrüchten, Obft u. dgl. zu hin⸗
fie an Orte, die man unzugänglich
eworfen. Das Yegen von %. ift aber
icht ohne ee Genehmigung
fie leicht Den Unſchuldigen fchaben
zelbſtſchuß.
, einig rten Stadhelichneden, 3.2.
aus, M. pedalium, M. ferreus.
n, alle bie untere Ertremität mit
ıden Schlugabern. Sie find, außer
rterien (Arteriae glutaeae), ber
:erie (A. ischiadica s. glutaea
rHüftloharterie, welche zu den
fen liegenden Muskeln u. zum ober-
Schenkels gehen n. aus der Beden-
ngen, ſämmilich Fortſetzungen od.
der Shenfelarterie (A. crura-
externa) zweiten Hauptaſtes ber
elche, nachdem fie im Bauchringe bie
edenarterie, bie umſchlungene Hüft-,
farterie (f. Baucharterien) un. bie
arterie (ſ. Schamarterien) abgegeben
rihentelarterte (A. femo-alis
in der Scheite der Schenteigefäße,
inne zreiichen den angiehenben Sen.
dem Baftus verläuft Bon ihr ent-
oberflählihe Banchdecken⸗
epigastrica superficialis), wel
n Fläche der Bauchmuskeln in bie
e äußeren Schamarterien (A.
t.), melche zu den Leiftenbrüfen, bem
weiblichen Körper zu den Scham-
Mons veneris gehen. Dieinnere
ie des Schentels (A. circum-
ı interna), ſchlägt fich dicht um das
3 Schenkelknochens nach inmen herum
‚, in bie Muskeln vertbeilente Afte.
hentelarterte (A. femoris pro-
ft Anfangs dicht hinter dem Stamme
telarterie, gibt banıı bie äußere
:ie (A. circunflexa fem. externa),
vordere äußere Fläche tes Schenfel-
a u. in die benachbarten Muskeln
ere Diusteläfte, A. perforantes u.
sfäße für den Knochen abgibt. Die
ıarterie (A. popiıtaen), die Fort⸗
tammes ber Schentelarterie, liegt in
oben vor dem Nerven u. ber Bene
tiefer unten neben u. zwiſchen demſelben, gibt bie
obereäußere, oft mit einem Aft für das innere
Gelenk, die obere innere, bie untere innere,
oft mit einem mittleren Aft filr Das Inmere des
Selentes, bie untere äußere Kniegelent-
arterie, welche nebft ber rüdlaufenden Schien⸗
beinarterie nınd Kniegelenk herum ein Gefäßnetz
(Rete articulare genu) bilten, u. mehrere Afte
in bie Haut u. Muskeln ver Wade (A. surales s.
gastrocnemiae); fie theilt fih dann in 2 Hanptäfte:
a) die vordere Schienbeinarterie (A. tibıa-
lis antica), bie fich über ben oberen Rand ber
Zwiſchenknochenmembran hinweg nach ber vor-
deren Fläche bes linterichentels begibt u. neben
dem vorderen Schienbeinmustel, von ber langen
Strede der Zehen bebedt, am Unterſchenkel verlänft,
u.dierädlaufende Schienbeinarterie (A.
recurrens tibialis). zur Kniefcheibe u. zum Kniege⸗
Ient, die äußere vorbere u. Lie innere vor⸗
dere Knöchelarter ie (A.malleolarıs anterior
et posterior), zum Gefüßnet ber Kudchel abgibt n.
auf dem Rüden bes Fußes angelangt, Fußrüden-
arterie (A. dornalis pedıs s. pediaea) heißt.
Aus ihr entfpringen: Die Äußere Fußwurzel⸗
arterie (A. tarsea externa), von ber ein Zweig
zur feinen Zehe geht; bieinnereKußmwurzelar-.
terie u. bie Mittelfußarteric (A. metatar-
sea), bie ſich mit einem Afte der äußeren Fußwurzel⸗
arterie zu tem Sefähbogen des Fußrückens
verbindet, aus dem Areifcentuechenäfte ausgeben,
weiche fih in bie Rüdenarterien der Fuß—⸗
eben tbeilen. Die Enbäfte der Fußrückenarterie
ind bie erfie Zwifhentnodhenarterie bes
ußrüdens (A. interrossea dorsalis prima
s. dorsalis hallucis), bie auf ben Zwiſchenraum
bes erften u. zweiten Mittelfußknochens verläuft n.
* in eine Arterie für den inneren, eine für den
nßeren Rand der großen Zehen. eine für ben inne⸗
ren Rand ber zweiten Zebe ſpaltet. Cin tiefer Aft
für bie Sohle (Ramu« plantaris mer
welcher, ben erſten Zwiſchenknochenmuskel durch⸗
bohrend, zur Fußſohle geht. b) Die hintere
tienbeinarterie (A. tibialis postica), ver-⸗
läuftan der hinteren Fläche bes Unterichenfele hinter
dem inneren Knöchei herum zur Fußſohle. Afe:
Wadenbeinarterie (A. peronnea s. fibularis
communis), läuft am inneren Rande des Waden⸗
beines herab u. fpaltet ficy über dem äußeren Knd⸗
chel in die das Zwiſchenknochenband durchbohrende,
in Dad Äußere Gefäßnetz bes Kudchels eingehende
A. peronaea anterior s. perforans, u. in bie zur
Kerle verlaufende u. daſelbſt ein Gefäßnetz bil-
dende A. peronaea posterior; A. malleolaris
posterior interna geht um den inneren Knöchel
vorwärts zum inneren Gefäßnetz bes Knöchels; A.
malleolarıs transversa s. posterior externa
geht Dicht Hinter dem unteren Ente des Schien⸗
beins, hinter ber Achillesjehne nach außen zu dem
äußeren Gefäßnetz des Knöchele. Die innere
Hußfoblenarterie (A. plantaris interna) ver-
läuft am Inneren Rande der Fußſohle, theilt ſich m
mehrere Alte, hilft den oberflächlichen Gefäßbogen
der Fußſohle bilden u. enbigt als A. tibinlis plan-
tarı- hallucır am inneren Rande ber Sohlenfläche
ber großen Zeche. Die äußere Fußſohlenar⸗
terie gebt zum Äußeren Rande bes Fußes u. hilft
ben oberflächlichen u. tiefen Fußſohlenbogen bilden.
Ws leigieren entipringen 4 gemeinfchaftlidhe
—
Behenarterien (A. digitales communes ».
interrosseae plantares), bie in ben Seien:
räumen ber Knochen vorwärts laufen u. Afte an
die Zwiſchenknocheumuskeln u. für jebe Zehe eine
äußere u. eine imere, an bem äußeren u. inneren
Rande berfelben verlaufende Arterie abgeben.
#artiflerie, |. u. Artillerie I. A) a).
#bad (Pediluvium), entweder Waflerbab
mit Zufäßen wie Senf, Aſche, Salz, od. troden mit
erwärmtenm Sand ob. warmer Kleie, |. Bab I. A)
b) bb).
baflen (Anat.), fo v. w. Ballen 11).
udbäander (Ligamenta extremitatis infe-
rioris), bie bie Knochen ber unteren Grtremität
mit einander verbindenden Bänter. A) Am Hüft-
elent (L. articulationia coxae): ba8 Kapjel-
Band besHüftgelentes(Ligamentum capsu-
lare femoris), das flärkfte u. feftefle Kapfelband bes
Körpers, befteht aus 2 innigft vereinigten Platten,
von benen bieäufßere aus ſchräg herabfteigenden, über
einander gelegenen Faſerſchichten gebilbet ift u. auch
wohl als Faſer ka pſel, jowie bie innereale Syn-
ovtallapfel, unterfchieben wirt. Es heftet fidh
an den knöchernen u. Inorpligen Rand der Pfanne
u. an ben Schenfelhals u. umgibt fadförmig das
. ganze Gelenk. Es wird verflärkt durch das Ring⸗
and des Schenkelhalſes (Zona orbicula-
ris), dad vom vorderen Hüftbeinflachel um ben
Schentelbals herum wieter zu bemjelben Anſatz⸗
punkt verläuft. Dasrunde Schenlelbanb (L.
teres) liegt als ein flarker fehniger, cylinbrifcher,
nad) oben dreiediger Strang innerbalb bes Gelen-
tes, beftet fih an die raube Grube der Pfanne, wo
es von einer brüfig-fettartigen Maſſe umgeben if,
u. an bie für daſſelbe beftimmte Grube des Schen-
tellopfes. B) Am Unterſchenkel: aAm Knie⸗
elente: das Kapfelbandb des Kniegelen-
es; bafielbe heftet fich an den Umfang ber überknor⸗
pelten Gelenkflähen der Gelenthügel des Schentel-
knochens, an die Ränter u. innere Fläche der Knie⸗
fheibe, an ben Äußeren converen Ranb ber 2 (je
auf einer Hälfte ber überknorpelten Gelenkfläche ber
Zibia einer), im Innern des Gelenkes gelegenen,
vorn burch ein eigenes Querbanb (L. cartila-
ginum interarticularium genu transversale)
verbundenen halbmondförmigen Zwifden-
elenfinorpel (Cartilagines semilunares s.
alcatue s. Junatae), u. an ben Umfang ber Ge⸗
lenkfläche ber Schienbeintöhre, umjdließt das Ge⸗
lent als eine weite, fadartige Umkleidung, welche
weniger zur Befeftigung beffziben, als zur Zuſam⸗
menbaltung der Gelenkſchmiere beſtimmt jcheint,
2 Halten, Ylügelbänder (L. alare externum
8. minus u. internum s. majus) bilbet, bie beibe
in das Schleim band (L. mucosum) jufammen-
ießen, welches fich in ber Grube zwiſchen ven Gelenk⸗
ügeln anbejtet. Es wird verftärkt durch das
Kniekehlenband (L. poplitaeum s. posticum
genu), einen dünnen, vom äußeren Gelenthügel
bes Schenkelknochens zum inneren Rand bes in-
neren Condylus des Schienbeins fich ziehend. Das
innere Seiteuband des Knies (L. laterale
genu ıntern.), durch Stärfe u. Breite ausgezeich⸗
net, beftet fich an bie Tuberofität bes äußeren Con-
dylus bes Schenkelknochens u. an bie äufgere raube
Fläche des oberen Theiles des Körpers u. des Köpf⸗
hen bed Wadenbeins, erhält von ber Aponeuroſe
des inneren Vaſtus Verſtärlung, dient zur Förde
Tußartillerie bis Zupbänber
rung ber Seitenbeiwegung ber Tibu
tung ber Zwiſchenlnorpel. Das laı
Seitenband, von runblider Serı
das folgende, erſtredt fich von ber '
Condylus externus femoris zur äı
läche des Köpfchens bes Wabenbeins
ußere Seitenbanb (L. genu
ternum breve), wenig kürzer als ba
bünner, erfiredt ſich von bem umti
Theile ber äußeren Flaäche bes äußeren!
des Schentellnochen®, zur cberen u. bi
Stelle bes Köpfchens des Wabenbeint
bere Kreuzband (L. cruciatum
IR be t wig —A
elbſt, heftet ſich an bie innere Flä
Gelenthügel® des Schenlelbeins u. a
vor der Erhabenheit zwiſchen ben Gel
Schienbeins. Das hintere Kreus
als das vorige, beftet fi in die Gu
genannten Erhabenheit dicht am bins
ibia u. an bie, gegen bie Grube zrij
lenkhügeln gerichtete Fläche bee innen
bes Schentelbeins. Beide bieneu zu
en Befeſtigung des Kniegelenles
cheibenband (L. patellae) if a
das ftarke, fehnige Ende der gemein
fen der Stredmusteln be Kup uf
an ben unteren Rand ber Knieſcheibe
beroftät bes Schienbeins. b) Jwild
u. Wadenbein: Kapfelbandtı
beintöpfhens, am Umfang dieſet
am Rante ber feitlichen Gelenfflä
beins angebeftet, bilbet eine eigene
Das awilh entuohenbandbesll
ben Kaum zwilchen bem äußeren Kant
being u. bem inneren bes Wadenbein
mit Offnungen für durchgehende Blutı
ven, bient mehreren Musfelu zur Ur
deres oberes Knöochelband (L
lare s. malleoli externi, anticu
vorberes unteres Knöchelba
res oberes u. hinteres unter
band, heften fih ſämmtlich in bie
das Wapenbein beftimmten Ausſchnit
beine u. an ben äußeren Knöchel tes
() Bänder am eigentlidhen I
Bußgelente: Kapielbant bes
es, beftet fih an ben Umfang te
des Unterjchentel® u. der oberen Se
Sprungbeins, eine bünne, ſehnige, in
Synovialhaut ausgelleibete, das gan;
fchließende Membran. Sie wird au
Seite unterftütt durch das dreied
Seitenband (L. deltoideum s.|
Deltaband), das, mit feinem ſchma
unteren Theil bes inneren Knöchelt
u. nach unten breiter werbenb, fib a
Eprung- u. Ferjenbein anlegt. Te
innere Seitenband gebt ve
Rande ber unteren Fläche des Sci
Sprung« u. Ferſenbein; tas Außer
Seitenband (L. lat. extern. antıı
lare tali) vom vorderen Rande deeẽ
hel® zum Halfe des Sprungbeins: de
hintere, oberfläblide Zeiier
ber Grube am hinteren Raute tie ü
chels zum Höder an ber hinteren dlächt
beine; das äußere, hintere, tie!
Tupbänkcgen Eis Be
ienbein, alfo bie ber; wirb von Eini
eren Fläche bes — ——— das Ä — * — J —
r inneren Fläche des Äußeren Kud⸗
tlere Seitenband (L. lat. ext.
ibulare calcanei 8. perpendicu-
er Mitte des unteren Raubes bes
hels zur äußeren Fläche bes Ferſen⸗
t berabfleigend. b) Eigene Bän-
en den Kußwurzelfnoden:
pjelbänder der Fußwurzel—
: fih an den Rändern der fi berüß-
ikflächen anbeiten; bergleichen be-
ı dem Sprung- u. Ferſenbein, dem
ahnbein, tem Ferſen⸗ u. Würfelbein,
ı u. den feilfürmigeu Beinen, dem
irfel- u. Ferſenbein. Eigene Bän-
a den Zarjustnodhen; folde
nf dem Rüden, theils an ber Eoblen-
an ben Seiten ber Fußwurzel, find
ſtraff u. verbinden bie einzelnen Beine,
men fie auch ihre Bezeichnung erhal⸗
der. ce) Bänder zwiſchen Fuß—
Rittelfußluoden, theils Kapiel-
e das erfte feilförmige Bein mit dem
ißknochen, das dritte feilförmige Bein
ten u. dritten Mittelfußlnochen, das
it bem vierten u. fünften Mittelfuß-
nden; Hülfsbänder, welde anf
e theils auf ber Sohlenfeite, theils an
Flächen ber — Fußwurzel⸗
nochen gelegen find. d) Eigene
: Mittelfußgfnoden; .beren be-
n der Bafis bes Mittelfußes, verbin-
m u. dritten, britten u. vierten, bier»
Mittelfußknochen u. beftehen jebes
en ob. Lagen, bie auch ala Dorjal-,
ateralligamente, je nach ihrer Tage
t, Sohlen⸗ ob.
ıpitulorum ossium metatarsi, Ca⸗
mente), bie an ber Sohlenfeite von
n Ende ber Kuochen zu dem anberen
H von den Flechjen ber Beugemusleln
Nur Las erfte zwifchen ber großen u.
fommt vom äußeren Selambeine.
ber Zehen; biefe find theils Kap⸗
bie von dem limfarge des Köpfchen
zu bem ber Bafis tes nächften geben.
knöchelchen find durch beſondere
an die Seitenbänder des erſten Ge⸗
Ben Zehe angeheftet, u. zwiſchen bei⸗
n iſt das L. aubcartilagineum aus-
welchem ſich die Sehne des langen
roßen Zehe hin» u. herbewegt. Aur
er Kapjelbänter liegen an der inne⸗
n Eeite jedes berfelben von einem
t andern gehende Seitenbänber (L.
en, fo v. w. Fußſchemel.
Bierdem.), jo v. w. Hufbein.
yung, |. Stiefeln, Schuhe, San⸗
rein
Vorfehrung beim Bruch dee Unter-
diefem während der Heilung eine
zu geben; dahin gehören auch bie
eben, |. d.
1) (Anat.), ſ. u. Yußrüden; 2)
i ten Jıfecten ter Ichte Theil des
er Klaue an bis rülwärts zu bem
eitenfläche ber be»
wochen unterfchieten werten. Bier
81
zum Untericheibungszeichen ber Infecten gebr :
8) (Podophylium), Gattung aus ber Kamilie ber
Berberideae.
Fußblock, ein einigeibiger Blod, ber irgend
wo feft gemacht wird, um einem Xalel, einem
Taue od. einer Tecofle die entiprechenbe Richtung
zu geben. Bupteil eines Gegel®, Unterleik (|. Leit).
Sußfirand,, ein ganz flacher Strand; Sanbfüfte, bie
ſich glatt in die See verläuft.
Hboden , der Boben eines Zimmers ober
anderen Raumes in einem Gebäube. Je nad
ber Beſtimmung bes Raumes wirb ber F. aus
Gtein ob. Holz gefertigt; Keller, Hausfluren,
Küchen, Speifelammern, Waſchhäuſer ıc. erhalten
ſtets fleinerne, ee aber hölzerne, in ſüd⸗
lichen Ländern inbeilen auch fteinerne F. Die ftei-
nernen F. werben entweber aus hart gebrannten
Biegelfleinen, bie auf die breite Seite, in Ställen
aber auch auf die hohe Kante in Sand gelegt u.
mit Kalt vergoflen werben; od. aus Platten von
Sanbftein, auch von Marmor, ob. von Gype in
verſchiedenen Figuren u. Farben (f. Eſtrich) gefer-
tigt. Die hölzernen F. beſtehen entweber aus
zufammengeleimten ob. ın Nuth u. Faden geſetzten
Bretern, welche auf ben Ballen mit Bobenipie ern
(f. d.) befefligt werden (Dielen); od. aus Parquets
auf einem Blindboden (f. Barquetboben). Der F.
ber Alten befand meiflens and einem Eſtriche von
Kalt, auch oft von Mofail, wie man noch
in ben auigegrabenen eften häufig findet; böl-
zerne F. en nicht üblich geweien zu fein. Bei
dem Ekrich⸗F. wurben auf eine Unterlage von Stei⸗
nen (Statumen) Steinen u. Kalt (Rudus) feft
gerammt, auf biefe eine Lage von zerftoßenen pe
eln u. Kalt (Nucleus) gefügt u. hierauf ber o
5 (Pavimentum) aus fleinernen, oft mit einem
einen Mörtel Überzogenen, oft aud mit Moſaik
— Platten, ob. aus ſchräg auf bie hohe
ite gelegten, je 2 unter einem jpitigen tel
ufammenftoßenden Ziegeln (Spicata testacea,
picatum opus) gelegt. Der F. auf den platten
Dicern wurde noch fetter gemacht.
Yußbret, 1) ſo v. w. Deichlelfteg; 2) —
ein Bret unten am Drucktiſch, worauf der unge⸗
brudte Kattun liegt.
decken, |. Teppich.
deich (Waſſerb.), fo v. w. Banquet 3).
ußndienft , Frohndienſt durch Botenlaufen.
iße (Pedes), die dem thieriſchen Körper zu
feiner Erhebung Über ben Boden (zum Sußen) u.
zu feiner Fortbewegung barauf verliehenen Organe.
Sie find nicht weſentlich zum Beſtehen des Thier⸗
keben® (wie Kopf u. Rumpf); daher ermangeln
ihrer (find Sußto®) ganze große Klafien von Thieren,
namentlich Zoophyten u. Mollusten, Würmer (von
denen wenige nur analoge Organe haben), Fiſche
u. von Amphibien die Schlangen. Infecten ha⸗
ben in dem Zuſtande ibrer velllommenen Ent⸗
widelung wenigſtens 6 F Spinnen, Krebſe 8,
einige Cruſtaccen (Vielfuͤße) noch mehrere (der
Erbvielfuß z. B. 100 auf jeder Seite). Von Am⸗
phibien haben Fröſche, Eidechſen, Schildkröten
wei Fußpaare, ein vorderes u. ein hinteres. Vögel
* ohne Ausnahme zweifüßig, indem ihr vor⸗
deres Fußpaar zu Flügeln ausgebildet if. Säug-
tbiere find, wegen des conjtanten Charakters
eines vorderen u eines hinteren Fußpaares, au
Bierfüßler benannt; doch find bei ben vogel⸗
artigen Übergangsthieren (Fledermäuſen) bie Bor-
derfäße zum Flug, bei den filchartigen vorzüglich
die Hinterfüße zum Schwimmen organifirt. Meiſt
iR bei Säugtbieren das hintere Fukpear das am
kräftigſten ausgebifbete n. vornehmlich zum Tragen
u. zur Fortbewegung bes Körpers gefchidt, das
vordere Fußpaar aber mehr ein umterftüigemdes
Drgan u. vorzugsweiſe zu Nebenzweden, Feſthal⸗
tung des Raubes, Scharren, Klettern, Vertheidi⸗
gung ꝛc. dieuend. Bel. bei Meunſchen bat das
vordere Fußpaar als Arm u. Hand eine höhere
Lebensbeltimmung, daher em Menſch auch ale
zweiiüßig, in Behauptung einer aufrechten Hals
tung fiber bie Vierfüßler fich erbeht. Bei Menſchen
bilden (nad) Vollendung des Wachsthums) bie bei-
den 5. etwas mehr als die Hälfte ber Körperlänge
(13 bi8 !); Die Spaltung bes Rumpfes in die
Schenkel fällt aber in bie Mitte der Körperlänge
od. wenig barıınter. Die %. beſtehen: a) aus dem
Oberſchenkel, von ber Hifte bi8 zum Knie; b)
dem Unterſchenkel (mit 2 Inöchernen Grund⸗
lagen), ven da bis zu den Kndcheln, u. cd dem
Plattfuß (Fuß im en Sinn), als Unterlage
u. vormärts geftredter Theil. Diefer befteht wieder
weſentlich aus aa) ber Fußwurzel (Hintertheif),
bb) dem Mitteifußu. ec) fünf Zehen (Borber-
theil), vgl. Diefe alle, auch Fußbänder, Fußgelenke,
Fußknochen, Fußmuskeln. Beiden %.derSäng-
thiere ift der Bau mannigjaltig abweichend, nach
Ratur u. Beftimmung jebe® Thiergeſchlechts. Nur
bei Affen iſt das Oberichenfelbein viel länger als
das Schienbein des Unterſchenkels, obgleich chief
in den Hüuftknochen eingefügt, Daher ihre kauernde
Stellung (au bei Bügeln ift ter Oberichentel
Durch Länge ausgezeichnet). Sonft ift bei Säug-
thieren ber u der längere Theil u. der
größere Theil des Fußes von ihm gebildet. Bei
den meiſten Nagern, Wiederkauern, auch einhufigen
Thieren find beide Unterſchenkellnochen zu Einem
verwachſen. Allen Vögeln aber, wie auch Fröſchen,
fehlt die Heine Röhre. Die änzelnen Knochen, welche
den menjchlichen Plattfuß Bilden, find Bei den hoch⸗
beinigen Thieren aus dem Hunde- u: Katzenge—
fchlecht n. bei Denen mit Hufen u. gefpaltenen Klauen
jehr in die Läuge gezogen, indent biefe Tiere nur
mit den Zehen aufıreten. Auch if die Zahl ber
Knochen der Fußwurzeln meift, wie bei ven Men-
ſchen, 7, doch ihre Form ſehr verichieden. Die
Bobt der Mittelfußknochen entipricht gewöhnlich
er ber Zehen, die von 3—5 wechſelt. Die Nagel-
glieder derſelben find mit Nägeln, Krallen od.
Klauen (ſ. d. a.) überzogen. Das vordere Fuß-
paar der Säugthiere entipridht ınebr ob. minder
ber Arm= u. Handbildung der Menſchen. Zu ihm
fonımt noch Die Schulter, welcher das Schulterblatt
zur Grundlage dient, das jedoch megen ſchmäleren
Rumpfes des Thierleibes mehr ſeitwärts als hin⸗
terwärts liegt. Nur ſolche Thiere haben Schlüffel-
beine, bie eine vorzügliche Gelenkigleit ter Vorber-
füße bebilrfen, namentlich die viel Hettern (Affen,
Faulthiere, Eichhörnchen), fliegen (Fledermänſe),
Tr (Maulwurf, Igel, Spigmaus, Stachel⸗
wein, Armadill, Ameifenbär) u. gut ſchwimmen
Biber). Der Oberarmknochen variirt bef. in feiner
änge; ſehr lang ift er beim Drang -Utang, bei
letermäufen, Faulthieren, fehr kurz bei Wieder-
auern, Einhufern, Cetaceen. Den Unterarm ba-
|
2 Füge bis Ban 7
ben Affen mie bei Menſchen gebiftet. 9
mãuſen ift Die Speiche fehr lang, bas El
bein nur wie ein Fortſatz. Be Wieden
Einhufern ift das Ellenbogenbein fall d
Länge nach mit der Speiche verwachſen.
dung bes unteren Theile ber Borkertäf
eben jo wie bie ber Hinterfüße. F. dei
beftebeu aus 3 Haupt- u. mehreren 34
u. merben getheilt in Lende (bei Aubere
tel, Femur, oberſtes Gelenlh), Ede
Anderen Scienbein, Crus, mittelſtet
SB (bei Anderen Fußwurzel, Pes
eient) u. Zehen (Digiti, die vorden
mit 3, bie hinteren mit 2 Kuochen.
Schenkel find meift befiedert u. fleüchi
Waſſervögeln der Schenlel nur halt:
meiſt mwalzenförmig, mit einer gelte
förmigen, hbärteren (bei Raubvogeln je
felten befiederten Haut bebedt u. 8
Mäunden einiger Arten einen beiomm
(auch 2). Zeben find nur 4, ſelten 31
hinten, Daumen) u. gewöhnlich frei, I
vögeln mit ganzer cd. halber Schwin
bunden. Die $. heißen SanygrüßeıP
bulatorii , alle Zehen frei, eine binten;
füße (P. gressorii, 2 Wortersche |
verwachfen); Lauffüße (P. cursoni,
fehlt); Rennfüße (P. didactyli, 2 Be
Kletterfüße (P.scansorii, 2 Zehen
2 nach vorm); Klammerfüße (P. pr
alle 4 Zehen nach vorn); Wadfüße (E.
yon gehen nur auf den
&wimmfüße (P. natatorii or. P
mit einer, zwiſchen allen Borberzeben ı
ten Haut); halbe Shwimmfüße (I
mati, bie Schwimmhaut reicht nur ki
der Zehen); Ruderfüße (P. stegani
hen find durch Schmwimnibaut verbun
penfüße (P. lobati, der Saum ant
Zehen ift getbeilt) :c. F. der Inſec
aus ber Hüfte (Coxa, womit fie an
befeftigt find), den Echenfel, tem
den Fußgliedern u. ber Klaue. chen!
bein find bei einigen mit Stacheln or.
bgt. verlieben; bie Zahl ber Fußglieden
den u. hat Grund zur Eintbeilung
gegeben (Tetramerı mit 4, Dimeri
gliedern ıc.); bie Klaue ift meift zwei
MWaflerinfecten baben gefteberte od
Schwimmfüße Vgl. Zehen.
ußeiſen (Rechtswiſſ.), ſ. u. Geſch
Fußen, von Vögeln, ſich nieberlait
Füßen, 1) Xandgericht im baier
Shmwaben; 7 OM., 14,000 Em.; 2)
darin an dem Lech; umfangreiche %
Kirche der ehemaligen Benetictinerabi
Magnus; Verfertigung von mujilalii
menten, Holz⸗ u. Marmorwaaren;
ber nahe Durchbruch des Lech kur
der St. Mangentritt — Derüı
| die Römer den Namen ad Fauces d
ad Fauces Julias erhalten baben::
ten ibn für das Abodiacum der Y
wurbe frühe ein Benepictinerficher N
nus (St. Mang), angeblich des er
nars in Deutjchland, gegründet, DM
Bertilgungemittel gegen Ratten ı. R
Umgegend Wunder gethan haben jch.
Fußfaäule bis Fußknochen 813
baut; in derſelben wurde 22. April | Fußknochen (Oesa pedis, O. extremitatis in-
wiſchen Baiern u. Oſterreich abge⸗ ferioris, Anat.), bie Mndchernen Grundlagen des
rreichifcher Erbfolgekrieg; 13. Sehe | Fußes von ber Hüfte an. 1) Oberichentef-
ier Mierage ber Franzoſen unter | knochen (Os femoris), ter fängfte u. flärffte
‚ bie Ufterreicher, S., Franzöſiſcher Knochen bes Skeletts, gehört zu ben Röhrenknochen
9. 5. fam 1802 an Ottingen-Wal- | u. wird, wie biefe, in den Körper ı. zwei Ertremi-
an Baiern. täten getbeilt. An der oberen, mit den Becken ver⸗
Ebierarzneif.), fo w. m. Klauenfenche. | bundenen Extremität befinbet ſich zuerft ein über
(Bet), f. Pedatus. fuorpefter, glatter, ugeliger Kopf, deſſen Umfang
fe v. m. Steingallen. ungefäbr 3 einer Kugel beträgt u. der fih an dem
‚ Geburt, ber welcher tie Füße äußeren n. oberen Theile etwas weiter berab er-
urt fi ftellen; bei ter Wentung ſtreckt, als an dem inneren u. uuteren. Die Achie
ser Darauf bin gewirkt, eine 5. zu , des Kopfes ift bei der auirechten Stellung des
a zugleidh die Füße gehörig eut- ! Körpers einmärts u. aufwärts gewendet. In ber
Das Echmwierigfte bei derſelben ift | Mitte deſſelben, etwas mehr nach unten u. innen,
des Kopfes, ungeachtet bei gut ge» | befintet fich eine rauhe, nicht überknorpelte Grube,
ı Diefelbe auch von der Natur allein in melcher Das runde Band befeftigt if. Die glatte
Släche tes Kopfes ift mit einem rauhen Raude um⸗
' (Articulationes pedin), die Ger | geben, an welchen Las Kapfelligament angebeftet
n Ertremitäten. Sie fint: A) das iſt. Unterhalb deffelben gebt der Kupf in den biln-
. Hüftgelent, wird Durch Die neren, oberwärts von ber Anlage des Kapſelbandes
Kopfes des Schenkellnochens in die rauben Hals über, welcher ven ihm ſchräg aus»
üfttknochens (ſ. Becken) gebildet u. wärts zum Körper cd. Mittelſtlich bes Knochens
uder (j. Fußbänder) fo befeftigt, Daß : abgeht u. mit denſſelben einen ſtumpfen Winkel
ine freie Rewegung nach alleır Sei⸗ bildet, welcher beim männlichen Geſchlechte gewöhn⸗
ſt. B) Das Kniegelenk if ein lich 135 Grad beträgt, beim weiblichen etwas weniger
‚ tur das wechjeljeitige Zneman- ſtumpjf iſt u. fich mehr einem vechren Winkel nähert.
trhöbungen u. Vertiefungen des un⸗ Da, we ter Hals in Ben Körper iibergebt, befinden
8 Schenkelknochens (. Fußlnechen) ſich zwei große Höder, Die NellbilgeliTredan-
ed Schien⸗u. Wadenbeins ıf. Fuß- teren‘. Der an ter äußeren Seite liegende, der
st u. durch ftarfe Bäuder (1. Fuß⸗ große obere od. üußere Trochanter, ſteht
gt; geftattien dem Fuß nur Die : als ein beträchtlicher Knocheuproceß vor; nach außen
y vorn bis zu völliger Ztredung, | ift er conver n. rauh von der Anlage mehrer
im einen Ipigen Winfel ven 30 big | Muskeln, einwärtsé conver, fo Taß er eine Grube
OS herfchentel n. in figender Stellung | bildet, |. u. Fußmuskeln. An ber inneren Zeite u.
otirend. Wichtig ift ffir Dafielte Die | mehr nach binten, zugleich etwas tiefer, als ber
(de teils daſſelbe n. die betreffenden | große Trochanter, liegt der kleine, ein rundlicher,
Drud ſchützt, tbeils ibm als Stütz— | ad) unten u. innen gelicheter Knechenfertſatz. An
ien dient. () Das F. im engeren ihn ſetzen ſich ebenfa
{et des Plattfußes, Durch Die obere
—— —
8 mehrere Diusteln, |. Fuße
| musteln. Bon einem Trochanter zum anderen läuft
ulationefläche Des Sprungbeins (f. | ſowohl auf der vorderen, ala auf ber hinteren Fläche
Die der unteren ausgehäblten Fläche | tee Knochens eine rauhe Yinie (L.inen inter-
3 bewirkt, in welche jeineärts beide | trochanterica), zur Anlage eined Theils Des
ach außen auch ber untere Theil des | Kapfelbandes n. mebrer Muskeln dienend. Der
nit eingeben. Es wird burch ein | Körper des Knochens ift vorn leicht conver, bin-
Fußbäuder) zufammmengebalten u. | ten etwas ausgeböhlt; er hat eine faft cylindrifche
ag u. Bengung Des Hlattfues u. in | Geftalt. Dan tbeile ihn in zwei Flächen, in eine
vordere u. eine hintere; die hintere wirb durch eine
raube, ftarf hervorragende Yinie (T.inen aspera
femoris) in zwei Theile geſchieden. Dieſe entfpringt
mit zwei Schenfeln, einem ftärleren, von ter Wur⸗
zel des großen Trochanter, n. einem ſchwäche⸗
ren, von der Wurzel des kleinen. In der Mitte
vereinigen fie ſich beide zu einer Linie, abwürté
treten fie wieder in zwei Schenlel auseinander, von
denen ter äußere in tie Tuberofltät des Gelent-
kopfes, Der innere in ben inneren Gelenkkopf über⸗
| gebt. Neben der rauhen Linie befinden ſich an un«
| beftiunmten Stellen einige, meift zwei Ernährungs⸗
ubl; 3) jo v. w. Piedeſtal. ' (fcher. Die raube Linie dient mehreren Musteln
r (Belbfehm.), ein Hammer, deſſen | zum Anſatzpunkte. Die untere Ertremität des
zKnorreu befteben, welche die Beulen | Knochens ıft der breitſte u. ftärkfte Theil des Kıro-
8 gleich Ichlugen. chens u. bat eine faft herzförmige Geftalt. Site be-
|. u. Feuerläfer Mc). ficht aus ben beiden neben einander liegenden u.
‚Pollicops), Gattung ter Enten- | binterwärts ftärfer al8 vern herverragenden Ge-
lentinöpfen (Condyli femoris), einem äußern
tehlenbr.), fo v. w. Fußſcheite. u. einem inneren, welche an ihren unteren, von
Jagdw.), ſo v. w. Forſtläufer. vorn nach hinten u. von innen nach außen gewölb⸗
11, auch, wiewehl minder, Adduction
Die Fußwurzel u. Mittelfußtnochen
biartbroſen ſtraff verbunden. D) Die
it den Mittelfußtnodhen durch
rthrodien) verbunden, daher ſewohl
auch ſeitwärts u. nach der Fußſohle
viewobl letzteres weit weniger als
zum Theil von Mangel an Übung
i die große Zebe etwas beweglicher
englieder find unter fih durch
iGynglymus) verbunden.
1) (Jagtw.), Die Scheulel; 2) fo
814 _
ten Enben überfnorpelt find. Beide Gelenktndpfe
find Durch einen Einſchnitt von einander getreunt,
welcher vorzüglich in feinem binteren Theile be-
teächtlich tief u. bier nicht überfnorpelt il. Der
vorbere Theil des Einſchnittes iſt viel flacher u.
überfnorpelt. Die Vertiefungen in beiden Theilen
werden als befonbere Gruben (Fovea inter-
condyloides posterior et anterior) unterſchie-
den. An dem nicht überknorpelten Theile der Ge⸗
lenttnöpfe find mehrere unregelmäßige Raubigkeiten
u. Bertiefungen von ben an fie befefligten Gelenk⸗
ligamenten bemerkbar. Der innere Gelenlknopf if
etwas dider, ale ber äußere, ragt mehr nad) innen
hervor, als biefer nach außen, erftredt fich auch
etwas tiefer herab u. iſt rundlicher u. länger, fein
binterer Theil gemölbter. Der äufere ſteht mehr
vorwärts als ber innere u. Fi gerader als dieſer.
An die hintere Fläche beider ſind mehrere Muskeln
(u. Fußmusteln) befefigt. In Hinſicht auf feine
ubftanz kommt bas Scenteibein darin mit ben
übrigen Röhrenknochen überein, baß es im ber
Mitte im Körper bicht u. feft, in den Extremitäten,
vorzäglih in ben unteren, ſchwammig if. Das
Schentelbein zeigt fich beim Embryo erfi gegen bas
Ende des zweiten Schwangerfchaftsmonats. Beim
reifen Embryo ift die Richtung des Knochens ganz
erade u. ect am Ende bes zweiten gebensjahres
ängt er an fih zu krümmen; feine Krümmung ift
beträchtlicher beim Manne, als bein Üeibe. Die
untere Extremität beginnt erſt im legten Schwan»
erſchaftsmonat mit einem runblichen Knochentern
in ihrer Mitte zu verfnöchern. In der oberen Er-
tremität fängt die Verknöcherung bald nad) der
Geburt zuerft gewöhnlich im Kopfe an. Die Tro-
chanteren bilden fich erft nach dem britten u. vierten
Lebensjahre, ald ganz getrennte Theile aus eigenen
Kuochenternen. Der Hals ift eine Fortſetzung bes
Körpers u. beim reifen Embryo nur unvollkommen
angebeutet. Der Kopf u. Die beiden Trochanteren
bleiben noch lange Zeit nah dem (intritte der
Pubertät, zum Theil bis zum vollendeten Wachs⸗
thum, von einander getrennt. Am frübften ver⸗
wächſt der Heine Trochauter mit bem Körper, nach
dieſem der Kopf, dann der große Rollbigel u. zu⸗
legt bie untere Extremität. B) Unterfchentel-
Inodhen: a Schienbein (Tibia), der Haupt-
tuochen des Unterfchentels, auf dem eigentlich allein
bie Yaft des Körpers im Stehen aufrubt. Der länge
nad kommt e8 dem Schentelbein ziemlich nabe;
bie Knochen der oberen Extremität übertrifft es
nit nur an Stärke, ſondern auch an Länge. Nebſt
bem ihm auswärts liegenden Wabenbeine vermit-
telt e8 die Verbindung des Schentelbeins mit Dem
Plattfuß. Es gehört zu den langen od. Röhren⸗
Inochen des Skeletts. Man unterfceidet an ihm
zunächft Mitteltheil u. obere u. unteres Ende.
Das obere Ende, auch als Kopf bezeichnet, ver-
mittelt bie Gelenkverbindung zwiſchen Ober- u.
Unterſchenkel. An ihm befinden ſich ein äußerer u.
ein innerer Gelenthügel (Condylus externus et
internus). Beide find überknorpelt, oben flach
vertieft, nehmen die entiprechenden Gelentflächen
bes Oberſchenkels auf, haben einen runden rauben
Rand, an den fi das Kapfelband anjett, find
durch eine mittlere Erhabenheit (Eminentia
media) getrennt, Die gegen bie Grube zwifchen den
beiten Gelenkhügeln des Schenfelbeind gerichtet,
ſehr uneben ift u. in zwei ftumpfen Spiten verläuft;
Fuſknochen
zwiſchen beiden iſt eine rinnenartige
Bor u. hinter dieſen Spitzen befinbet fi
Grube. Am binteren Gnbe der Sei
äußeren Gelenflöpfe bes Schienbeint
des Randes, befindet fich eine Hein
fatte, übertnorpelte Gelenffläde zu
6 Köpfchene de3 Wadenbeins. Int
orderfeite des oberen Endes, auf ber
bergang® in den Körper, ift ein fl
(Tuberositas tibiae), wo fi das
band u. eine Musfeliebne aniegen; fe
innen, etwa® unter ihm, fiuben fi,
mehrere Muskeln, raube Etellen. 2
hat im Allgemeinen eine ziemlich gera
gebenbe Ritung; nur wenig ift er ı
wölbt, binterwärts ausgehöhlt; er
prismatifch, doch oberwärts am breitej
aus er fich bis etwas umter der Mitte ı
von da an aber wieber etwas breiter ı
unterſcheidet an ihm drei Fläch en u de
Winkel. Zwei Flächen liegen vorwärts;
nur von der Haut bededt, ift ziemlich
breitefte; bie Äußere ift ganz flach, chen
ler als die innere u. wendet fich unter
nah vorn, ift von den Dlustelanfil
rauh; die hintere, von der Anlaye met
fein raub, ift oben breiter, in ter Xi
ſchmal; obermärts unterfcheidet man :
bon außen nach innen herablaufende li
obliqua). Etwas über der Mitte, vaı
unten, findet fi ein anjebnliches Ern
(Foramen nutritium). Bon ben drei
der vorderfie als Shienbeintan
tibiae) bezeichnet, längs des Unterſchen
inneren Knöchel herab im Yeben deutli
bauptjächlich in der Mitte jcharf u. bi
daher auch bier ein Stoß od. Sci
Schienbein, wegen Quetſchung ter |
pfindlih; der innere fängt oben rund
erft in der Mitte Deutlicher u. verliert
ber Gegenb des inneren Knöchels:
ninmt von dem äußeren Gelenfbüge
ſprung u. läuft im die Äußere Fläche aı
befonders dem Zwijhentnocenband il
interosseum) zur Anlage. Das unt
Schienbeins ift weniger dick u. breit, a
u. vieredig, fo baß fich vier Flächen
faflen, eine vorbere, etwas cormere,
bintere, oben glatte, unterwärts böder
eine äußere, mit einer leichten Aust
cisura fibularis), welche Das unte:
Wadenbeins aufnimmt; eine innere r
in einen anjebnlichen Dreiedigen Fert
neren &nöcdel(Malleolus intern:
Neben dem binteren Rande dieſes I
fih eine flache Rinne (Fossa malle
für die Flechſe Des binteren Schien
Der innere Knöchel Dient, um das St
db.) von ber inneren Seite ber zu |
Berrentung des Fußes nach innen
Die untere Fläche des unteren Theilti
von vorn nad hinten verlaufende Yınzei
etbeilt, bildet tie Gelenkfläche tea <
er inneren Structur nach verbäli fi
bein wie andere Röhrenknochen, in ıh
it die Maſſe feit, eine Markböble sı
hindurch, deren Yänge der Hälfte tes
chens gleich fommt. Beide Enten jint
Fußknochen
n3. Das Schienbein entwidelt ſich aus brei
wlernen, der Körper bildet fih beim Embryo
e bes zweiten Monats, im lettten Monate
Sat fich erfi ver Knochenlern des oberen En-
a8 untere Ende verfnöchert erft nach der Ge⸗
erft mit völlig beeudetenn Wachsthum ver-
\ wi auch die Enden völlig mit tem Körper,
x da® untere zuerfl. b) Wadeubein (Fi-
Perone, ber an ber äußeren Seite bes
Benteie neben bem Schienbein liegende Kno⸗
an unterjheibet an ibm: das obere
(8öpfchen, Capitulum), welches ftumpf-
Rh nach innen eine fhiefabgefchnittene, runde,
ssrpel Überzogene Fläche zeigt, die fih an
nliche an ber äußeren Seite, etwas unter-
es Gelenkkopfes des Schienbeines, befien
6 Wabenbein nicht völlig erreicht, auſchließt,
8 von ber Anlage ber, daſſelbe mit dem
ein vereinigenden Bänber rauh u. nad
mit einem, ber Sehne bes zmeilöpfigen
Isnustels (f. Fußmusteln) zur Anlage die⸗
Döder verjeben ıft. Der Körper, im Ber-
feiner Länge binn, eigentlich gerabe,
mehrfach gekrümmt, breijeitig u. breiedig.
ere Kante iſt am ſchärfſten, an dem oberen
= inneren befindet fi) das Ernährungsloch
en nutritiun), Durch welches die Arterie in
aufnehmenden Kanal eintritt, bie äußere
R am längften u. am meijten abgerundet.
inneren Fläche beinerkt man eine, biefelbe
Sülften theitende, ichräg herablaufende, dem
Bulnschenbanbe zur Anlage bienende erha⸗
wie. Das untere Ende mehr platt, länger
B obere, in eine ſtumpfe Spitze auslaufend,
ben äußeren Kuöchel (Mallsolus ex-
9 ift nah oben u. innen an einen über-
tem Ausſchnitt des Schienbeins eingefilgt,
em, unterbalb bes Schienbeind hervorragen-
heil, nach innen zu etwas ausgehählt, mit
überzogen u. hilft Die Gelenkverbindung mit
prungbein bilden. Das Wadenbein bildet
m Enibryvo langſam aus, erlangt erft nach
itten Monat gleiche Länge mit dem Schieu⸗
perfnöcyert früher am unteren, ala am oberen
u. früber an der äußeren Fläche des Kör⸗
18 an ben Übrigen. cd Knieſcheibe (Pa-
ber unmittelbar unter der äußeren Haut
vorderen Seite des Kniegelenks liegende,
eſentlichen Theil beflelben bildende Knochen.
b für fich beftehend ift er organifch doch ale
ennter Tbeil bes Schienbeins anzufeben u.
fich zu tiefem, wie ber mit der Ellenbogen-
erwachſene Elleubogentnorren. Seine Form
lich glatt, doch fo, daß man brei Ränber,
bereit breiten (Bafig) u. zmei in eine ſtumpfe
zuſammenlaufende Seitenränber unterſchei⸗
m. Seine vordere Fläche iſt gewölbt u. rauh,
tere in ihrem größeren oberen Theil über-
t. Die Kuiejcheibe nimmt bier mit einem
ung bie mittlere Vertiefung zreifchen der
n Fläche der beiden Gelenthilgel des Schen-
ens ein. Bon beren unteren Theil, od. der
hebt ein ſehr ftarfes Band, das färkfie
(rt im Körper Knieſcheibenband, li-
tum patellae), an, welches aber als eine
ung ber gemeinfchaftlichen Sehne der großen
ınsleln des Unterſcheulels angeſehen werben
vie ſelbſt fich an ben oberen Theil ber vor-
815
berem Fläche der Knieicheibe fügt. Bon ber Knie
ſcheibe aus abwärts enbigt fi dieſes Band an
einer eigenen Rauhigleit bes oberen Theiles bes
Schienbeins auf feiner norberen Seite. Auf biefe
Weiſe ift ber Knieicheibe in ihrer Anlage an dem
Kniegelenk ein freier Spielraum verlieben; daher
ift bei geftredtem Knie, während die Stredmusteln
bes Unterſchenkels erſchlafft find, die Knieſcheibe
nut der Band, ſowohl auf- u. abwärts, ald aud
jeitwärts, in etwas verſchiebbar; fo wie aber jene
Muskeln wirken, wird dadurch Die Knieſcheibe in
bie Höhe gezogen u. firirt; ift aber das Knie ge⸗
Bogen, fo it die Kniefcheibe, wegen ber Krümmung,
in welde die Sehne der Stredmusteln bes Unter
ſchenkels dann kommt, mechauiſch zwiſchen den
Gelenkhügeln des Schentelfnochens feft gehalten.
Dier zeigt ſich auch ber Nutzen ber Knieſcheibe, u.
warum jelbige fein bervorragenber Theil des Schien-
bein® fein konnte, weil dann das Knie nicht Die ab»
gerunbete Geftalt haben würde, bie ihm für viele
Lebenszwede von Vortheil ift. Nun wirkt bie Knie⸗
ſcheibe wie eine Rolle, über welche die Stredjehne
wegläuft u. fi Daun in einem für bie Bemegung
vortheilbaften Winkel an das Schienbein anjekt.
Dei neugeborenen Kinbern ift die Knieſcheibe noch
ganz Knorpel, u. ihre Verlnöcherung beginnt erſt
gegen das Ende des erften Jahres cd. zu Anfang
des zweiten. C) Eigentlide Fußknochen: a)
Kußwurielfnoden. Deren find fieben, welche in
zwei Reiben liegend, bie Fußwurzel (Tarsus),
d. b. den zwifchen ben Unterichentel- u. Mittelfußkno⸗
hen gelegenen Theil des Piattfußes bilden, u. zwar:
aa) in der erfien Reihe: «) das Sprungbein
(Talus, Astragalus). ber erfte unter ben Fuß⸗
wurzelknochen; feiner Geftalt nach unregelmäßig,
ift er entfernt einem Würfel ähnlich; wird ober»
wärt® von dem beiden Knöcheln eingefaßt, in bie
Gelentflähe des Schienbeins aufgenommen, mit
welcher er ein freies Gelenk bilder, woburd bei.
Beugung u. Stredung des Fußes möglich wird,
unterwärts fteht es mit dem Ferjenbein u. vor⸗
wärts mit dem Kahnbein durch ftraffe Gelenke im
Berbindung. Zum größten Theil ifi es nıit Knnore
pel überzogen. 8) Das Ferjenbein (Calcaneum,
Calcaneus), ber ftarfe Knochen, ber am Zuße unter
dem Sprungbein (j. db.) mit ihm u. vorwärts mit
den Würfelbein durch ftraffe Gelenke verbunden ift
u. beim Steben ben größten Theil ber Körperlaft
wägt. Er ift unregelmäßig vierfeitig; bie obere
Fläche ift abgerumber u. fürzer, als bie mehr ums
ebene, untere; bie Äußere, bie auf ein ob. zwei
tleine Höder nach vorwärts, unter denen eine Furche
binläuft, ziemlich eben; die innere ift von oben
nach unten ausgehöhlt; hinten bildet ber hier didere
Knochen den Ferſenhöcher (Tuber calcaneı),
an befien oberen Hälfte ſich die Achillesſehne anjett,
unten befinden fich zwei ftumpfe Erhabenheiten. Der
obere Theil des Körpers hat eine ſchief abwärts
laufende, mit Dem Sprungbein articulivenbe Fläche.
Dieje ift Durch eine trichterförmige Rinne, die einer
ähnlichen am Sprungbein entjpricht, u. mit biefer
die Höhle des Tarſus (Sinus tarsl, 8. Sulcus
sustentaculi tali superior) bildet, von einen
vorderen geriat geichteben, welcher eine flach) aus⸗
ehöhlte Kuorpelfläche zur Aufnahıne des Sprung-
Beine, nad) vorn eine dergleichen faſt ſenkrechte für
das Würfelbein u. unen einen Höder für den
kurzen Zehenbeuger hat, Ein innerer Fortſatz
816.
%.
(Processus interior, 3. Sustentaculum tali),
eigentlich ein Borfprung bed Vorigen nad) innen,
bietet durch feine iberfnorpelte u. ausgehöhlte
Fläche dem Sprungbein nad innen eine Stüße
dar. Inter ihm ift eine Rinne (Sulcus sustenta-
culi tali inferior) fiir Gefäße, Nerven u. Mus»
kelfehnen. Der Knorpel bes Ferſenbeins zeigt ſchon
in dem fechsmonatlichen Fötus einen Knochenkern.
Erſt im S — 10. Lebensjahre bildet fi noch ein
Knochenkern im Ferjenböder, ter bie gu den Jah⸗
ren der Mannbarkeit Epiphyfe bleibt. bb) In der
zweiten, vorberen Reihe: «)bae Kahnbein
(Os naviculare, Os scaphoideum), liegt zwifchen
dem Sprungbein, ben brei Feilfürmigen Kuochen u.
neben dem Würfelbein nad innen. Die obere
Fläche ift gewölbten. uneben, an ber unteren
ſchmälern ift eine Furche flir Die Eehne des hin-
teren Schienbeinmuskels u. neben biefer am in⸗
neren Ente eine im der Sußplatte bervorragente
Tuberofität; Das äußere Ende articulirt durch eine
Knorpelflähe mit bem Würfelbein, Die hintere aus⸗
ehöhlte u. überknorpelte Fläche mit bem Kopf des
Shrungbeins, die vordere hat Drei Abtheilungen flir
bie Aulage ber keilförmigen Beine. Die Berknö-
cherung dieſes Knochens beginnt erft meift zu Anfang
bes zweiten Lebensjahres. A) Das Würjelb ein
(Os cuboideum), von einigermaßen würfelför-
miger Geftalt mit überknorpelten Flächen, durch
ftraffe Gelenkbänder nach hinten mittelft einer etwas
converen Fläche mit Dem Ferſenknochen, nach vorn
mit der Bafis der Mittelfußknochen ber vierten u.
fünften Zebe, durch die innere Fläche nad ver-
wärts mit dem britten feilförmigen, mehr nach
bintermwärts mit dem kahnförmigen Knochen ver-
bunden. Steben ter äußeren Slüde findet fich nad
unten eine fchiefe Erbabeitheit, u. neben dieſer bes
innt eine über bie untere Fläche binziehende Rinne
Air bie lechje des Peronarus longus. Die Ber:
Indcherung tiefes Knochens fängt n Ende des
achten Lebensmonates Fer Frucht an. Die keilför—
migen Beine (Ossa sphenoidea, O. cunei-
formia), drei neben einander liegende, von ihrer
gem fo benannte Knochen ber Fußwurzel, bie in
serbinbung mit einem Theile des Wiürfelbeing,
dem fie einwärts zur Seite liegen, Den vorderen
Theil berjelben bilden u. durch Überfuorpelte Flä—
gen mittelſt ftraffer Selente, binterwärte mit Dem
ahnbein, vorwärts aber mit den drei erften Mittel⸗
fußlnochen verbunden find. Der erjte ift der größte
n. entfpricht Der Lage nach Der großen ehe, der
zweite, der Meinfte, entſpricht nur gleiche Meile ber
zweiten Zehe, jo wie ber dritte der dritten Sehe.
Sie zeigen beim nengeborenen Kinde noch feinen
Knochenkern. b) Die Mittelfußknochen (Ossa
metatarsi), beren find fünf. Man benterkt an jedem
von ihnen ein hinteres, verdidtes, zur Seite
wegen Anlage ber benachbarten Mittelfugtnochen,
u. nad) binten wegen ber F-wurzelknochen über:
fnorpeltes Ende (Basis); einen Körper mit
ebener oberer Fläche u. zwei Seitenflächen, Die unten
in einen ziemlich fcharfen, etwas ausgeſchweiften
Winkel zujanımenftoßen; u. ein vorderes Ende,
das durch ein überknorpeltes Köpfchen mit dem
erften Gliede ter betreffenden Zebe in Gelentoer-
Bindung ftcht. Der zur großen Zehe gehörige Mit—
Fußknochen bis. Füßli
Gliedknochen (Phalanx) ber großen 3
die Der anderen weit an Größe, ſchliep
einer, an feiner Baſis befindlichen fla
vertiefung an ben Kopf bes erften Mitte
u. —** einer an dem vorderen Er
befindlichen, rollenartigen Gelentfläi
gleiche der Baſis ber zweiten Phala
letztere von da an nad dem verten
koniſch zuläuft. Die Titrigen Zehenkn
jebe brei Gliedknochen, von Deren ber e
ob fie gleich nach allen Dimeufienen
find, als bie ver großen Zebe u. an:
von der zweiten bie zur fünften Ze
abnehmen, Doch binfichtlich Der Gel:
befchriebenen gleihen. Die zmeiten «
Gliedknochen find dünner u. kürzer alı
walzenförmig u. an beiden Enben mitı
Gelenkflächen verſehen. dI Die Sea
chen (Cinſenbeine, Ossa lenticule
moidena) find kleine, elliptifche Kıcde,
zwei an ter Beugejeite bes erfter Gelech
Zebe, auch wohl ein daſelbſt am pre
bisweilen audy an anderen Zehen fine
bis auf eine Heine Knorpelfläche, we
Bertiefung des Kopfes Des Mittelfußfze
Ben, rauh u. uneben, minbern beim &
Drud auf das Gelenk u. bienen zur €
der Bewegung beim Beugen der Ich
knöchern felten völlig vor ben Jahren
barfeit.
Fußkrampf, Krankheit ver Stube
fi verhüten, wenn man tie Sitzſian
bilnn u. nicht zu glatt macht; am befke:
bie Zehen ber Vögel nicht ganz herum.
5. wendet man warme Bäber an.
a eneit, fe v. m. Klauenien
ußkuß, ein im Orient gewöbniiche
Unterwürfigkeit u. Verehrung. Im
führten ihn erſt die ſpätern römiſce
u. auch bei dieſen kommt er ſelten ser.
verlangten ihn feit dem S. Jahrh., ati
Demüthigung ber weltlichen vor Der geii
Bapft Conſtantin I. ließ fich Den x zu
Einzug zu Conſtantinopel 710 won
nian II. gefallen; Valentin I, 2:
.von Jedermann ſchon au, u. ſeit
wurde e8 eine von Päpſien geferterz
gung. Der Papft trägt bei Liefer Ft
einem Kreuze bezeichnete Bantoffeiit, a
wird gefüßt. Fürften u. Proteftanien
laffen, fie küſſen dafür bei Audienze
die Hand.
Tußlamperie, 4 Ei8 63. habe !
dung der Zinmerwänte; fie ichiier t
Verunreinigung, dient zur Befzjnan
ten u. wird an hölzerne in ter M.
Ditbel befeftigt. Unmittelbar über tı
ift an ber meiſt mit grauer Uirarke i
3. eine ſchmale Leifte, Auffeifte. bi
die Wand ver bein zu naben Arrüde
ſchützt.
Fußlaus, ſ. n. Laus.
Fuͤßli, zahlreiche Züricher Künftier?
bedeutendſten Glieder folgende warcı
thias, geb. 1595 in Zürich; lebte izr
telfußknochen iſt am ſtärkſten u. bat an ber Baſis | dig; malte Schlachten, Sceftürme, Fer
nach unten eine Tuberofität, eben jo nach außen
ft. 1664. 2) Johann Kaipar, te
ber fünfte. c) Die Zehenknochen. Der erfle | 1707 in Züri), Mater; ft. 1781: er
Jußmaſchine bis Fußunskeln
i. gupegtie gi 1753; Geſchichte
zen der beſten Maler in der Schweiz,
80, 4 Bde.; Verzeichniß Der beften
„ebd. 1771. 8) Hans Rudolf der
. 1737, Maler, Zeichner u. Kupferäter,
fhr.: Verzeichniß ter nach berühmten
er Schulen vorbantenen Kupferftiche,
-1806, 4 Thle.; Annalen ber bilbenten
öfterreihiihen Staaten, Wien 1801—2,
Johann Heinrich, ber Jüngere, geb.
ürich, Bruder bes Borigen, ftubirte
manbte fich jpäter der Malerei zu. Als
es Briten machte er mit Diefem große
1772 nah Rom u. von dort 1778 nad
»o er Präſident ter Londoner Kunft-
rde; er fi. 1525 in Puttney- Hill bei
n ben Engländern ibren größten Mei—
it, war. ein Künftler von nur geringer
u. feine meift ben Werten Sbafefpeares,
Dante’s entnommenen Ecenen kommen
ne manirirte Nachahmung Michel An⸗
. Er befaß eine greße Vorliebe für das
Sraufenerregenten, Phantaftifchen u.
n, u. der Austrud feiner Figuren ftreift
ın Die Caricatur. Gr gab Bilfingtons
of painters heraus u. Jchr.: J,ectures
„1801 (deutſchvon Eſchenburg, Branıt-
); Sammlung hiftorifch merfwirdiger
jenven, Zr. 1796, 2 Hefte; feine Werke
), Yond. 1831, 3 Vbe., heraus. 3) Jo⸗
ar, Bruder des Vorigen, geb. 1745;
zuchhändler in Zürich; jchr.: Archiv Der
richte, Wintertb. 1775 — 86, 8 Hefte;
Liebhaber der Entomologie, Zür. 1775,
.; Neues Magazin ꝛc., ebd. 1792—$8,
. 6) Jobanı Rudolf ter Jüngere,
h 1709, Miniaturmaler; ft. als Raths⸗
ch 1793. Er begründete Das von dem
ortgeſetzte Allgemeine Künſtlerlexikon,
-1777, 2. Aufl., ebd. 1779. 7) Hans
es Berigen Zobn, geb. in Zürich 1745,
r Per valerländiſchen Geſchichte ur. Mit⸗
chen Raths in Zürich), nachher Mit⸗
ejepgebenten Raths in Vern, zuletzt
3 Großen Cantonraths in Zürich u.
fette das Allgemeine Kilnftlerlerifon,
241, fort; jchr.: Uber das Yeben u. bie
el Sanzios, Zür. 1815, u. gab das
ye Muſeum, Zür. 1783 —-90, 8 Jahrg.,
chweizeriſches Muſeum, 1793 — 96,
raus. 8) Wilhelm, geb. 1803, frei⸗
atsmann, war Oberrichter in Zürich,
1839 fein Amt u. ft. 1546 in Zürich;
ündens Kunſtſchätze, Münch. 1841;
e wichtigſten Städte am Rhein, Zür.
de., 2. A. vpz. 1810.
in⸗ (Chir.), Apparat um Fußkrum⸗
eilen.
er (Kriegsw.), Mörſer ohne Schild⸗
ıe Laffete, welche unten auf einem an⸗
ich plattenförmig enkigenten Fuß ru-
lenachfe bildet mit der untern Fläche des
nlid) einen Winkel von 60 — 85 Grad.
Ber auf Schiffen, wenig mehr im Ge-
man tie Richtung bei ihnen nicht än⸗
keln, alle bie untere Extremität be-
usleln. A) Oberfhentelmusteln:
2erifon. 4. Aufl. VL
817
Aa) Beugemusfeln: der innere Hüftbein—
mustel (Musculus iliacus internus) beftet ſich
an die innere Fläche bes Hüftbeine, die innere Lefze
von deſſen Kamme, das Ligamentum ıleolumbale
(f. Becken) u. an ten Heinen Trochanter (f. Fuß⸗
knochen). Ter große runde Leudenmuskel
(M. psoas major); Anbeftung: an bie Seiten-
flähen der Körper u. Der Querfortſätze bes 12.
Bruft- u. 1.— 4. Lendenwirbels u. au ben feinen
Trohanter. Der kleine Lendenmuskel (M.
soas minor), eigentlich nicht hierher, ſondern zu den
Baucmusteln gehörig, indem er bient, ven Rumpf
egen das Becken vorwärts zu beugen, liegt an ber
Ißern Fläche des origen, beftet Fr mit ein ob. zwei
Zipfeln an ben legten Bruft- u. erften Leudenwir⸗
bei u. durch eine lange platte Flechfe, Die in die Hüft«
u. Bedenaponeurofe übergeht, an den Hlift-Schame
beinbäder. Der ShambeintammmmstelM.
pectinaeus) gebt vom Schambeinkamme ſchräg
auswärts u. rilckwärts zur rauhen Linie unter ben
kleinen Trochauter u. zieht den Schenkel zugleich ein⸗
wärts gegen den andern. Bb Stredmnsteln:
der große Geſäßmuskel (M. glutaeus maxi-
mus); Anbeftung: binterer Theil der äußern Lehre
des Hüftbeinkammes, hintere Fläche des Kreuz⸗
u. Zchwanzbeins, der hintere Theil tes Sitzknochens
u. Bie untern Bedenbänter (f. Beden). Der mitt»
lere Geſäßmuskel (MM. glutaeus medius), zur
Hälfte vom Torigen betedt, beginnt an ter obern,
äußern bogenförmigen Linie, äußern Kläche, äußern
Lefze des Kammes des Hüftbeins u. jetzt fich au den
großen Trocanter. Kleiner Geſäßmuskel (M.
grlutaeus minimus), wird vem Vorigen bebedt;
Anheftung: die untere, äußre, begenförmige Pinie
des Hüftbeins u. ber große Trodyanter. Tie Ges
jäßmusteln ftreden Den Schenkel, ziehen ihn aus»
wärts von dem andern ab u. können ihn zugleich
aus: u. rückwärts rellen. Ift der Scheitel feitge-
ſtellt u. das Beden vorwärts geneigt, fo ziehen fle
das Hüftbein rüdwärts in Die gerade Stellung.
CV Den Schenkel auswärts rollende
Musteln, ſämmtlich vom großen Geſäßmuskel
betedt: Birnfürmiger Muskel (M. pyrifor-
nis), kemmt mit mebreren Bündeln von ter vordern
feitlichen Fläche des Kreuzbeins, tritt durch den gro»
Ben Ausjchnitt des Sitzbeins aus Dem Becken heraus
u. ſetzt ſich an die Spige bes großen Lrochanters.
Der obere Zwillingemustfel (M. gemellus
superior) eutfpringt vom Stachel des Sitgbeines,
ter untere Zwillingsmustel(M.g. inferior)
vom Sigfnorren; beide beiten fid) au tie Fossa
trochanteriea u. haben den innern Hüftlocdh-
mustel (M. obturatorius internus), ter vom
anzen innern Umfange des von ihm verjchloffenen
üftlcches n. Der Hüftlochmembran entipringt, Durch
bie Heine Incifur des Sitgbeines heraustritt, dann
flehfig wird u. ebenfalls zur Trochantergrube gebt,
zwijchen fich, indem fie Th wie eine Scheibe (Mar-
supium carneum) umſchließen. Der vieredige
Schenkelmuskel (M.quadratus ſemoris); An⸗
heftungen: ter Sitzknorren, ber große Trochanter
u. bie hintere intertrochanteriſche Linie. Der äußere
HSüftlohmustel (M.obturator externus) ent-
fpringt am äußern uͤmfang bes Hüftloches u. ar
der äußern Fläche ber Hüftlochmembran, legt ſich
verſchmalert in bie Rinne zwiſchen dem unterm
Rande der Pfanne u. dem Sitzkuorren, verbindet
fich mit dem Kapſelbande u. b ehigt fi unter der
si
pereinigten Flechſe Der Zwillings⸗ u. innern Hüft-
Iochmustein als rundliche Flechle in ber Trochanter-
geube. Der Schenfelbindenjpanner (M. ten-
sor fasciae latae) geht vom obern, vordern Hüft-
beinflachel zur breitern Schentelbinde (j. Fußmuskel⸗
Binden). Dd) Anzieher des Schentel®: Tan-
er Schenkelanzieher (M.adductorlongus);
nbeftungen: abfteigender Aft des Schambeines,
mittler Theil der rauhen Linie des Schenfellno-
heut. Kurzer Schenlelanzieher, vom ab-
fteigenben Aſt des Schambeins zum obern Theil ber
rauben Yinie. Großer Schenkelanzieher (M.
adductor magnus), vom ab⸗ u. auffteigenben
Schambeinafte u. Sitfnorren zur ganzen rauhen
. Linie des Schenkelknochens, bis zum Innern Gelenk⸗
hügel bin, bat in feinem untern Biertheil eine Spalte
um Durchgange ber Schenfelgefäße. Da dieſe brei
—R obgleich ohne —— Flechſe, mit
einander verbunden ſind, werden ſie auch zuſammen
als dreiköpfiger Schenkelmuskel u. der
erſte als langer, der zweite als kurzer, der dritte als
großer Kopf deſſelben (Caput longum, parvum,
magnum museuli tricipitis) bezeichnet. Sie
ziehen beſ. einen Schenkel nach innen gegen den
andern, dienen daher z. B. zum Schließen beim
Reiten. B) Den Unterſchenkel bewegende
Muskeln: Gerader Schenkelmuskel (M.
rectus femorir), liegt an der vordern Fläche des
Oberſchenkels, zunächſt unter der Haut u. ber Schen-
kelbinde (f. Fußmuskelbinden) nur in feinem obern
Theile von der Schneibermustel (ſ. u.) bebedt u. gebt
von dem untern vordern Hüftbeinftachel zur Knie⸗
fcheibe. Schenfelmustel(M. cruralis),liegthin-
ter dem Borigen, zwijchen den beiden folgenden, von
ihnen größtentheils bebedt, an ter vordern Fläche
des Schenfel® u. geht von der vordern rauhen Yinie
zwifchen ven Rollhügeln u. Der vortern Fläche Des
Schenkelknochens zur Knieſcheibe. Sein unterfleg
Bindel, das von ihn betedt, von Dem untern
Biertheil Des Schenkelknochens mit zwei Fleiſch—
aden entipringt u. in zwei Schenfeln an Die Kap⸗
laut des Kniegelenks gebt, wird aud als un-
terer Schentelmustel (M. snberuralis) un»
terfchieden. Innerer großer Schenkelmus—
tel (M. vastus internus), liegt an der innern
Fläche des Schenkelknochens u. gebt von ber innern
Lefze der rauhen Linie zur Knieſcheibe YAeußerer
großer Scheufelmuetel (M. vastus exter-
nus), liegt an der äußern Fläche der Schenkel u. geht
vom großen Rollhügel u. der äußern Tefze ber rauhen
Linie zur Knieſcheibe. Die Flechſen der genannten,
den Unterſchenkel ftredenten Muskeln vereinigen
fi au der von ihnen dicht umfchloffenen Knieſcheibe
zu einer gemeinfcaftlichen Ausftredflechje dee
Fußes (Tendo extensorius communis pedis),
bie, mit dein Sniejcheibenbante vereinigt, fih an
Den Höder des Schienbeins anjeßt. Dir Schnei—
dermuskel (M. sartorius) geht vom vordern,
obern Hilftbeinftachel, Dicht unter der Schenfelbinde
liegend, ſchräg ab= u. einwärts zu dem intern Ge—
lenfbügel des Schienbeins, beugt den Unterjchentel,
denſelben zugleich nach innen ziebend, u. dient Dazu,
im Sitzen einen Fuß über den andern zır jchlagen.
Halbjehbniger Muskel (M.semitendinosus)
liegt, nebſt den drei folgenden, an Der bintern Seite
des Schenkels u. gebt von tem Sigbeinkuorren zum
innern Gelenthügel des Schienbeins bis zur Tu⸗
beroſität deffelben hin. Halbhäutiger Muskel
Fußmuskeln
(M. semimembranosus) hat dieſelben %ı
punkte. aweifüpfiger Schenkelmu
biceps femoris), heftet ſich mit jeinem la
an den Sitzbeinknorren, mit dem tımzen a
Linie, vereinigt an das Köpfchen des X;
Die drei ebengenannten Musteln beugend
Kniegelent. Der Kniefehlenmustel
plitaeus) beftet ſich an ten äußern Ex
Schenkelknochens u. Die fchräge Yinie be
beine, beugt den Unterfchentel u. dreht iin
Der [hlanfe Shentelmustel (N,
liegt innen am Schenlel, oberflählid
Schentelbinde, bie Anzieher betedent,
an ben abfteigenden Aft bes Schamkrint
genben bes Sitbein® u. an ben innen
es Schienbeins, beugt den Unterſchealtl
benfelben etwa® nach außen, unterſtün
töpfigen u. Schneidermustel. CO Zur
bes Plattfußes im Fußgelerkt
Muskeln. Aa) Beugemusteln:m
Schienbeinmuskel (M. tibialis ai
von ber vorbern, äußern Flüche des She
in eine rundlidhe ftarfe Sehne auslıuun
innern Rand des Fußes gelangt u. ven hi
flachenb, fih an das erſte Keilbein u. ten
telfußfnochen anjett ; ber dritte Wal
mustel (M. peronaeus tertiur). de
vorbern u. innern Fläche Des Mitteltheil
denbeins aus, mit ben fangen Aueltrede
(der jelbft mit ben Fuß beugen bilkt!,
Wabenbein berabgeht u. am bintern En
ten Dlittelfußtnocene fih endigt. 88)?
musfeln: verlange u. kurze Es
mustel (M. peronaeus longus etbrı
erfter von ber äußern Seite Des Schient
Kopf nes Wadenbeins, letzter von bir ä
u. dem äußern Mintel Des ISadenkeine!
mitihren Sehnen in einer Rinne am au
ihren Yauf nehmen u. an der Kußjeble m
telfußfuochen ſich anfeßen; Der binte:
beinmusfel (M. tıbialis postiev
von ber bintern Fläche des Schien⸗ u.
aus mit feiner Schue am innern &ı
geht u. an Fer innern Seite des Zpri
Pa Ih gelangt, mo er, jich ſpaltend,
ußwurzelkuochen ſich anlegt; die fix
denmuskeln (welche die Waren bii:
die äußern, auch als Zwilling
(M. gastrocnemii) bezeichnet, von Ar
zweitöpfiger Diuskel betrachtet, ven te:
lentbügeln bes Oberſchenkelbeins auegi
nere aber, eigentlih Waren
solaeus), vom Kopf tes Wadenbeins
bintern Fläche des Waben- u. Schienbe:
ſprung nimmt, beide aber in bie arck:
Körpers (Achillesſehne ſ. d.) auslaufen,
ſenbein ſich anfügt; der Fußſohlent
plantaris), ein Musktel, deſſen kurzer?
von äußern Swillingsmustel der &
am äußern Gelenkhügel des Oberiche
ſitzt u. in eine ſchmale, bandartige, jchr |
ausläuft, die am innern Rand de
ſehne herabgeht u. ſich meiſt in der Kz:
Fußgelenks verliert, welche er während
feitter Wateninusfeln anipaunt. DJ
Fußmuskeln zur Bewegung:
Aa) Stredmueleln: Der lauge
ber großen Zeche (Extensor longu
9. gupmusleie:
folgenden, zwiſchen dem vordern
dritten Wadenmuekel am Kopfe bes
T — voii Sdienbeins u.
ochenbande entipringend, zur
, bie auf der vorbern Fläche der
einem Schleimbeutel umgeben iſt,
Bhalany ber großen Zehe enbigt.
meinſchaftliche Streder der
en Zehen (Extensor digitorum
gus), der mit Dem vorigen gleichen
jefähr in ber Mitte des Unterſchenkels
fi in vier Sehnen fpaltet, beren
e in der Gegenb bes Yußgelente mit
Heide umgeben worden, zu einer
n obere Fläche des erften Gliebes
zmei Schenteln ſich an Das dritte u.
en, mittlern, an das zweite Glied
. Der kurze Streder ber vier
n (Extensor digitorum commu-
tipringt am vordern Fortſatz des
dem Sprungbein, befleht an® vier
äuchen, von denen jeber ſich durch
hne an der Rüdenflädhe bes erften
ehe in die Sehne des langen Stre-
er kurze Streder der großen
ch eben fo zu diefer Zehe u. beren
. Bb) Beugemusfeln (Flexo-
3e Beuger ber vier Zehen
ntfernung der, mit ihm genau ver⸗
ſohlenaponeuroſe gefehen werben,
r Fußſohle von dem Knorren dee
: einem Muskelbanch, der für jede
n Beben einen befondern Heimen
deſſen Sehne, an der Sohlenfläde
ngliedes fich Ipaltend u. Die Sehne
fnehmend, fich an der zweiten Pha⸗
alfo die Zehe im zweiten @iltebe
nge Beuger ber vier Zehen
er bintern Seite des Schienbein® u.
ochenbande, feine Sehne geht mit
Scienbeinmustels in einer Furche
nöchel unter dem Sprung: u. Fer⸗
ne beſondere Sehnenſcheibe u. mit
entel werfeben zur Fußſohle, trennt
Sehnen, bie hinter Denen des kurzen
burch Die Spulten derſelben am er-
hervortreten u. fi) an bem britten
um bie ehe im britten Gelenk gu
ratmustel des Sylvius (Ca-
ylvii) liegt in ber Fußſohle unter
enbeuger, entipringt von der untern
enbeins, gebt ſchräg vor- u. ein⸗
and der Echne des langen Bengers
bt dieſelbe nach außen, wodurch die-
vird, ftatt von außen nach innen
"Richtung beim Beugen der Zehen
e Regenmurm- ob. Tpulför-
eln (Musculi lumbricales) ent-
ede der vier Zehen einer, von ber
en Beugers u. geben jeder an bie
iner Bebe. Der lange Beuger
‚ehe ıft ein ftarter Muskel, der, von
de des Wabenbeius un. dem Zwi⸗
d, neben dem bintern Scienbein-
ngt u. deſſen Sebne von einem
. einer Sehnenſcheide umgeben, in
rche an bem innern Sn
fenbein, bie Sehne bes kungen ges.
⸗
u 810
meinſchaftlichen Beugers in ber Fußſohle kreuzenb,
fich an bie zweite Phalanx ber großen Zehe *2
nachdem ſie, von dem Abzieher —* de das bie
ambeine vereinigenbe Banb hin hen
Der kurze Beuger bergroßen Dede
ans einem längern, vom vorbern Fortſatz des
Ferſenbeines entipringenben, u. einem kürzern,
von dem dritten keilförmigen Knochen ausgehenden
Kopfe, welche beide fich einander nähernd den Mit-
telfußtnochen der großen Zehe in ber Fußſohle be»
beden, fih an ven Sefambeinen u. ber Bafls bes
erften Gliedknochens anlegen u. bie Zehe im erften
Selen? beugen. Der ture Beuger ber klei⸗
nen Zehe gebt von der Sehnenfcheibe des langen
Wadenmuskels u. der Baſis des fünften Mittelfuß-
knochens zur Baſis bes erfien Gliedknochens der klei⸗
nen 3ehe, die er im erften Gelenk beugt. Cc) An⸗
u. abziebende Musteln (Adductores et ab-
duetores): a) für bie große Zeche: ber ab»
ziehende Muskel derfelben (Abductor hallu-
cis), der, an bem innern Rande bes Fußes ge⸗
legen, von bem Knorren bes Ferſenbeins, bem er»
ften keilförmigen Bein u. bem erſten Mittelfußlkno⸗
hen entipringent, fi an das innere Sefambein, an
die Bafis der erften Phalanr u. deren: Kapfelbanb
anlegt u. die Zehe von den übrigen abzieht. Der
anziehbende Muskel (Adductor hallucie),
der von dem vorbern Fortſatz des Ferſenbeins u.
ber Bafls bes dritten ıı. vierten Mittelfußknochens
u dem äußern Sefambein u. der Baſis der erſten
Ghalanr geht u. die Zehe zur zmeiten binzicht. Der
Duermusteldes Fußes (Transversalis pe-
dis), der von dem Kopfe des fünften Mittelfußlno⸗
chens ſchräg nach dem äußern Sefambein u. ber er»
ften Bhalanz verläuft u. gleiche Wirkung mit bem
Vorigen hat. b) Zur zweiten Zehe: ter erfte
äußere Zmwifhentnodenmustel (Inter-
08seus externus primus), von der Bafis des er.
ften n. zweiten Mittelfußlnochens entfpringeub u. zur
innern Seite der Baſisé der zweiten Zehe hingehend.
Der zweite äußere Zwifdhentnohenmus-
kel entfpringt an der Bafis bes zweiten u. dritten
Mittelfußlnochens u. geht an bie äußere Seite ber
Bafls der erfien Phalanx. ©) Zur dritten Zehe:
der erfie innere Zwifhentnohenmustel
(Interosseus internus primus) gebt von der in»
nern Seite des Mittelfußknochens zur innern Geite
ber erften Phalanx; ber dritte Äußere Zwi-
ſchenknochenmuskel entipringt von ber Baſis
bes britten u. vierten Mittelfußknochens u. geht zur
Außenfeite der erften Phalanx. d) Zur vierten
Zehe: ber innere zweite Zwiſchenkno—
chenmuskel, von der innern Seite bes vierten
Mittelfußknochens entipringend, heftet ſich innen
an die Baſisé ber erſten Phalanr; der vierte
äußere Zwiſchenknochenmuskel heftet fich
an die Baſis des vierten u. fünften Mittelfußknochens
u. die äußere Seite ber Bafis ber erſten Phalanx.
e) Zur fünften od. fleinen Zehe: ber britte
innere Zwifhentnodhenmustel entipringt
an ber inneren Seite des fünften Mittelfußknochens un.
legt fih innen an die Bafts der erften Phalanx. Die
Zwiſchenknochenmuskeln liegen zwiſchen den Mite
telfußfnodyen u. bie innern zieben ihre Zeben nach
der großen ehe, bie äußern nadı dem äußern Rande
des Fußes bin. Der abziehbende Muskel der
Heinen Zeche (Abductor digiti minimi) Ente
ſpringt an dem Kuorren bes Gerfenbeine, geht am
80
äußern Rande bes Fußes hin, nach bem flnften
Mittelfußtirochen u. ber Bafis der erſten Phalanx u.
zieht bie Zehe nach außen.
Amustelbinden (Fasciae musculares ex-
tremitatis inferioris), bienen zur Befeftigung n.
Unterſtutzung der von ihnen umfchlofjenen Muskeln.
Ay An der Hüfte: Fascia iliaca überzieht
ben innern Hüftbein» u. großen Lendenmustel bis
um Poupartſchen Bande, geht in deſſen hintern
and u. die Fascia transversalis (f. Mustelbinden
im Bauche) Über, bildet eine Scheide um bie Schen-
telgefäße u. beftet fi an dae Tuberculum ileo-
ectinaeum, theil® geht fie in das tiefe Blatt der
reiten Schenkelbinde über. Fascin glutaea
beftet fi an bie Dornfortjäte des Kreuzbeins u. die
äußere Leize des Hüftbeinlammes, überzieht nit ei⸗
nem oberflächlichen Blatte den großen Geſäßmus⸗
tet, ſenkt ſich mit einem tiefen Blatte zwiſchen biefen u.
den mittlern Gefäßmustel, umichließt ben Epanner
der Schenkelbinde u. geht in leßtere über. B) Am
Oberſchenkel: die breite Schentelbinde
(Fascıa lata femoris) umſchließt die Schenkelmus⸗
tein von außen, ſenkt fich zwiſchen dieſelben hinein,
bildet hierdurch das äußere nu. innere Zwi⸗
ſchenmuskelband, beftet fih an die rauhe Linie
des Schenkelknochens, an die Afte u. den Kamm
des Schambeine, jo wie an das Boupartiche Band,
theilt fih in mehrere Blätter u. Fortſätze u. bildet
Scheiben für die Schenkelgefäße u. einzelne Muskeln.
Bor den Schentelgefäßen, am innern Rande deyſel⸗
ben, bildet eine Abtbeilung derſelben eine, nach hin»
ten mit ber Gefäßfcheide verbundne, fentrechte, nach
innen concave Falte (Processur falciformis fa-
sciae latae), die bie eirunde Grube nach oben, außen -
u. unten begrenzt. Die ovale Grube (Foven ova-
lis) verlängert ſich nach oben in den trichterförmi«
gen, durch eine, zwischen dem Gimbernatfchen u.
Poupartſchen Bande u. Der Schentelgefäßicheibe be=,
findliche, von einem Theile ber Fascia transver-
salis (Septum annuli cruralis) zum Theil ver-
fchloffene Öffnung, dem Schenkelring (Annu-
lus cruralıs), mitder Bauhhöhfe communicirenden
Schenfeltanal(Canaliscruralis). DO Am Uns»
terfhentel: die Unterfhentelbinde (Fa-
scia 8. Vagina cruris) heftet fi an ben Kamm des
Schienbeins u. bes Wadenbeins, überzieht Die Dius-
fein an der vordern Fläche Des Unterſchenkels, nimmt
hinten zwiſchen ein vorderes u. ein hinteres Blatt
ben Gaſtrocuemins u. den Soleuns auf, befeftigt fich
an die Achillesjehne, bildet Dicht über dem Yußge-
lent, an der vordern Fläche, das Ligamentum
transversum s. vapinale cruris, von
ber Zibia zur Fibula, das Kreugband der Fuß—
murzel (l.ıg. cruciatum tarsı) an der Dorfal-
fläche der Fußmurzef, aus zwei fchrägen, fi) durch“
kreuzenden, vom innern Knöchel zum Ferſenbein
ebenden Lagen beftebend u. drei Scheiben für ben
dusc. tibialıs anticus, Extensor hallucis lon-
gus, Extensor digitorum longus u. Peronaeus
tertius bildenb ; das äußere geſchlitzte Band
ber $ußmurzel (Lig. lacinıatnm tarsı exter-
num) vom Äußeren Knöchel zum Ferſenbein, zwei
Scheiben fiir ben Musc. peronaeus longus u.
brevis bilbend ; das innere gefchligte Band
der Kußmwurzel vom innern Knöchel zum Fer⸗
jenbein, brei Scheiben fiir den Musc. tibialis
posticus, Flexor digitorum communis, Flexor
hallucis longus bildend, u. geht bann in bie
Zußmustelbiuben: bis Zußfchemel
Dy eigentliche F. Über. Diele int: hie Fu
rüdenbinde ber Scheidenhant der
rüden (Fascia dorsalıs pedis, s. Nembras
vaginalıs dorsi pedis), fie überzieht ben Yufräde,
hängt mit ber vorigen u. folgenten zajamıne a
geht an ben Qehengliebern in bie Ecren qus
ber. b) Die Aponeurofeberufishlee,
scia s. Aponeurosis plantaris) if am
befeftigt, haltet fih vorn in fünf Zipfel, dern
ber ſich mit drei Schenleln an bie
einer Sehe beftet u. bildet in bie Tieft ter
hinein brei Scheiben für Musteln. cd Die öge
nenfheiden der Beugemustente
ben (Vaginae tendinum muse., flesonemg
jehnige mit Synovialhäuten ausgefieibee
für Die betreffenden Fiechien. d) Sehnen
elegt wird, wen
Stempel angetrieben werben.
Fußpunkt, 1) (Afteen.) , fo v. w. Rate;
eines Serpenbifels, |. u. Perpenbifel.
Fußreihe (Her.), bei Schiltern, weit
5 Reiben getheilt find, bie unterfie Rekt,
Keibe.
Sußreifer (Vogelſt.), fo v. w. Kraleln.
ßrieinen (Hutm.), ein Riemen and
roßen Ringe an jeder Seite; er bient zu
Iten ber Belle auf dem Bode, iutem za
ben Füßen in die Ringe tritt.
Bußring, metallener Ring, der als b
um ben F etragen wird, |. u. Ring.
ußrofte (Kobleubr.), fo v. w. Fußſder
Broften,, Die Farbenflecke, melde de
beim zweiten, britten u. folgenden Regen
vorhergehenden Grundfarbe (Fuß) beficken
damit nıan daran erfennen kaun, daß die J
gehörig durchgefärbt find.
— (Dorsum pedlis, bir oft,
wölbte, auswärts abhängige Theil des
deſſen oberer Theil bis zu den Zehen and db
blatt unterfchieten wirb.
Fußfad, großer Sad von großem I
Ahnlichem, mit Pelz gefüttert, um darin de
balten.
Zum Weben bes glatten Zeuges fint nat €
gelöperten u. gemuflerien Zeuge mehtt
welche, wie das Pedal einer Orgel, nd
ber Patrone geireten werben; 2) je b.=.
Jubſchwanzthierchen bis . Yußwaßlgen
föwensthleechen, fo v. w. Springſchwamj ·
n.
chwebe ( Chir.), Beinbruchmaſchine (ſ. b.),
gebrochene Sieb zur Heilung zu Bringen:
ſchweiß, Neigung zu Harler Transfpiration
Fußballen u. ven Fußſohlen, die manchen
fanden Berfonen eigen ift, die aber wegen
enen Geruchs, welcher fie begleitet, bef. zu
Sommerszeit, Anderen läftig wird. Rein⸗
ber Füße, bef. durch öfteren Wechſel ber
pfe, trägt viel bei, ben %. zu mäßigen. Den
‚Ayutreiben gilt für gefährlich; er muß dann
varme, reizende Fußbäder, warme Fußßbe⸗
3, viel Fußbewegung ꝛc. wieder hergeſtellt
Ihwinden (Pferdew.), fo v. w. Huf⸗
en |
euche (Thierarzneif.), fo v. w. Klauenſenche.
ohle (Planta pedis, Anat.), bie untere
‚ bie beim Auftreten Die Bafis für ben
bildet, doch Dies nicht gleichmäßig,
rie, wie der ganze Plattfuß, auf Der inneren
ver Länge u. Quere nach ausgeichweift iſt,
5 die Körperlaft beim Stehen be. nur auf
eflen: binten mit ber Ferſe, vorn mit ben
n Enden der Mittelfuhfnocdhen, auswärts
tinber) mit bem hinteren Enbe bes fünften
wüfnochene aufruht. Gebildet wird bie F.
Gen nad innen: a) durch den allgemeinen
erzug, ber fich bier aber durch ftrafferes Un-
r, daher auch Hautrunzeln, durch Feſtigkeit
be auszeichnet, die in dem Berbältnig zu⸗
„als die F. beim Gehen (zumal ohne Yuß-
mg) einem ſtarken Druck ausgeſetzt wird, fo
theilweiſe durch Verdickung ber Epibermis
bekommt; b) Die Auſoblenſehate (Apo-
us plantaris), ſ. Fußmustelbänder np) b);
rere zur Beugung u. Seitenbewegung ber
rienende Dinstleln u. beren Sehnen; dy meh»
beim Fußzehen gebörige Arterien, Benen u.
; e) bie untere Fläche Des Inöchernen Platt»
vebft ben zur Zuſammenhaltung ber ee
Beben, welche biefen bilden, Dienenben ⸗
uf dieſer unteren Fläche.
alt (Derald.), fo v. w. Schilbesfuß, f. u.
e
Reine, die tie Dachtraufe bildenden Steine,
ferfleine.
(Fuſſtab), 1) eine dünne, an beiben
mit Eiſen befchlagene Yatte, anf welcher
: in Zolle eingetheilte Fuße a Rz
itte od. durch ſchwarze u. weiße Difarbe
en find. Je nach ber Anzahl ber barauf
eten Fuße nennt man den F. Sechs⸗,
Zehufußſtock; er dient bei jedem Baue
Feldmeſſen zur Abnahme der erforberlichen
3) fo v. w. Zollftod.
& 1) (Herald.), jo v. w. Buß; #) ſchwache
Stzer, auf dem Boden eines Boots od. einer
ppe, gegen welche die Seeleute bei dem Ru⸗
re Füße flemmen, um bie Ruber mit mehr
n fich zieben zu können.
tapfen, jo v. w. Tappe.
Iteppiche, |. Teppich.
hier (Tarsiux), Gattung ber Halbaffen,
en vier, unten zwei Borbergäbsen, großen
„ jehr langen, dünnen Hinterbeinen, fangem,
ye buſchigem Schwanze ; Art: Bemeines.
(T. spectrum), rotbbraun, 7 lang; auf Am⸗
beina, felten. * B; auf
Fußton, bei ber Orgel bie Bezeichnung ber
Zonböhe; dabei nimmt man bie Länge ber
vun Maßſtab, weiche ber tieffie Ton bes |
n
angt.
Fußtritt, eine von Bretern zuſamme
Erhöhung, auf Me man tritt. arfehe
ufvenen, fie entipredhen in ihren tieferen
Zweigen ganz benen ber Schenfelarterie u. fanımeln
fih in ber Schentelvene, welche an ber inneren Seite
ber gleichnamigen Arterie liegt (Vena cruralis, V.
profunda femoris, V. superficialis cruralis).
Die oberfläglihen Venen machen durch viels
fache Anaftomofen ihrer Afle Nee. Solche find bef.
anf den Zehen (ITete venosum s. Plexus venosus
dipitalis pedis dorsalis et plantaris), anf bem
Fußrücken u. der Soble, an ven Schenteln, bef. an
beren hinterer Fläche. Merkwürdig unter ben Haut⸗
venen ift Die große Roſenader (V. saphens
magna), welche am inneren Fußrande aus bem
Rüden » u. Sohlemnetze entipringt, vor dem inner
ren Sindchel u. an der inneren Seite be® Unter» u.
Oberfchentels in bie Höhe läuft u. fi) am Poupart⸗
ſchen Bante in die Schenlelvene ergiet. Sie wird
bei. in ber Gegend bes Knöchels zum Aberlaffen
benubt. Die kleine Rofeuader (V. saphens
parva) entfteht am äußeren Fußrande, gebt hinter
dem äußeren Knöchel an ber äußeren Seite bes
Unterſcheulels in die Höhe u. ergießt fich in bie
&nieleblenarterie.
Fußvolk, ſ. Infanterie.
ußwaſchen, 1) der im Orient übliche diäteti
Höflichleitsgebraud, daß der Hausvater feinen
ften bei ihrem Gintritt die Füße entweber feld
wuſch, od. durch einen Diener wachen ließ. A
Homer gedenkt biefer Sitte bei ben Griechen, b
leiteten bier biefen Dienft nur Stiaven. Noch jetzt
it bei den Hindus es eine ber erften Höflichleiten,
bem eintretenven Gaſte Waſſer zum F. anzubieten;
8) (Pedilavium, Mandatum), ber in Folge ber
ſymboliſchen Handlung Jeſu an feinen Yingern bei
Einfeßung des Abendmahls in der Römiſch⸗ u.
Griechiſchkatholiſchen Kirche flattfindenbe feierlicge
Gebrauch, daß am Grünen Donnerftag ber Papft,
die Bilchöfe, der Patriarch, gefrönte Häupter xc. 12
od. 13 Armen die Füße wachen u. dieſelben barnadh
bei Tiſche bedienen. Obgleich ſich das Wert des 15-6,
als ein von Jeſu von feinen Gläubigen geforbertes,
Durch die erfien hriftlihen Jahrhunderte, nament-
Iih an Täuflingen u. Katechumenen vollzogen, er»
halten hatte, beitanb Doch eine Ungewißheit Über ben
Tag, an welchem e6 gefeheben follte ; baber beſtimmte
bie Synode zu Toledo 694 ben Grünbonnerflag
als dieſen. Das F. güt in der Griechiſchen Kirche
al® Sacrament, die Abenbländifche Kirche hat aber
Dagegen ſtets proteftirt u. nur von Bernbarb von
Claitvaux wurde es ale ein Sacrament ber Ber«
gebung ber täglichen Sünden eınpfohlen. Es if
aber in beiden Kirchen feine öffentlidhe Daubtung,
weiche in dem Gotteshauje ob. an allen Gomumaunt«
canten vollzogen wird, fonbern geidieht in Re⸗
idenzen von Fürften n. geiſtlichen Würbenträgern
an einer beftiminten Zabl Berfonen. In der Brie-
chiſch⸗katholiſche n Kirche wird bas F. in Ruß⸗
fand vom Kaifer in feiner Keſidenz unter großer
rlichfeit vollyogen; ebenjo im den g iſchen
* vor beu Sloßeroberen. In der Nom iſ ch⸗
=
2... zı Br 5 9 mi Auf 22 ta
en „Er Im ml ı hie
= = m u nein re
mm. — rue Gehrunh
ur : a Airser. miide
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Desne=erureie iu, beiiefben
wu
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mager Tem ı zum Seinem ver
rer dir 1 Li era Keher
min as nme. M.damm gene Ser Ries '
|
nn Temmaemns ame Tem .
Uujmaller bis Jutehpeer Silci
ieht u. eine große Menge von Taf ı
4 ift aus dem alten Chiton entftante
Fuſte (BAR), an den italieniſchen
ztzweimaſtiges Schiff mit breiedigen 5
ital., , genbelem.), ſo v. w.
(v. lat. u. gr.),
4 Fuß langer Stock, mit eichem ea
befeftigte Schieuder im der
Fuſkie, das Kind eines Weißen n
De eh letztere Tochter eines Bi
Ripatin (v. lat.), Prügeltran
>> t
we: [Ir Ast u zur emule Kute RR (Suftel), jo v. w. Kiie
ie en» Zoe surteienmen, n, der gelbe kryſtalliniſche7
rem Sommer ee — |
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22 Tr zccr rer Jerrazh ,
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—J (von Rhus cotinus), |
ae u. A ommenfegung aber fi
N ati, engl., pr. soft),
Big e, Unbrauchbare an einer Waare.
sm wer: "Et rer zug: De , zediaung (Bufiiceinung), Abzug weg
Scnecab. wewit ' baften an einer Waare, ct. megen |
Sr *. wen fir . baren, ſo wegen zu viel Unreiniglei
bei Kaffee, Rofinen u. dal.
ze me zone ne we! —— (lat.), 1) Spindel; 2) ior
Bu (DMineral.), fo v. mw. Star
Dbiaflon u. Futa Zoro.
‚ADO-, Alt-$.), Martıflı
WMagarn); 2600 Ew.; 2) (Uj-,Rı
ide: Dorf ebenbafelbft, nabe ter
1300 Ew. u. Überfahrt über bie Don
Wntebgunge (Bategandig, t.i :
mer Ssähte in dem Diftricte Bart
ireſtlichen Provinzen bes britiiche
a) Weſt⸗F., Statt an ver Straße
nad Moratabab, lebhafter Verkebr
Anar: 5 — 9000 Cm. In ber Nähe:
an den Sieg ber Briten unter Sir
crombie über bie Robilla - Fatanen 1
mal: bo Oſt⸗F., Stadt an ter Zn
reilli nach Shpahjebanpore, am Bba:
Nãde eines fhönen Mangowaldes: 2
armer Ort. %. murde 1774 vom Rıl
begründet, als berfelbe in Felge eini
Briten einen grepen Theil von Rebil
Futehpoor-Sikri (Aatibnur - Zie
Diftriet Agra der nordweſtlichen Fror
riichen Oſtindien, an ber Straße tu
Jedpere: 5950 Em. ; einſt eine ber Er
. Wogulreiche®, jest faft vollig in Ruin
1 Meite langen, ganz aus Quadern erb
mit Baſtienen umgeben. über alle T
weg tagt noch jebt Lie in ziemlich ci
“ erbaltene Moſchee binmweg, einer dir
Bauwerke Atbare u der moslenmi'c-:
tektur. Zonft von Bauwerlen —8
greßartigen Palaſtes des Atkar u.
rei ich gemeiſelten Elephanten?
der Stadt die jetzt verfallenen Damme
Fluß Kbari zu einem an'ſebnlichen Zi:
an deſſen Ufer ſich ein für Elepbanter a
beſtiimmtes Ampbirbeater mit Mine
Moſchee u Valaſt bieten wegen ibrer r
eine weite Audſicht über die angenehm
fie ſich Roch jept iR der Ort ziemlich lebbat a
ee im ben Leib | guten Bagar.
Füterer bis Futter
Uri‘, fo v. w. Fürterer.
Bezeichnung ber Runen nach ihren
jeichen ( ubork), entipredenb dem
occidentaliſche Alphabet.
Iat.), von geringem Werthe; daher
El ‚ Nichtswürdigkeit.
nt.), Cpfergefäße in dem Tem-
‚, ohne Füße.
A 1) Stabt in der hinefiihen Bro-
befeftigt u. liegt am Siho od. Min
i mte Brüde, ganz von Quaderſteinen
ale 100 Bogen), bat mehrere höhere
, Seiten» u. Baummollmanufactkreit,
fen ⸗n. Stabhlmaareufabrilen, Schiffe
ı Handel, viel (den beſten ſchwarzen)
der Nähe mit einem ſeit 1844 den
jeöffneten Hafen u. über 4 Mill. Ew.;
ber chineſiſchen Provinz Kiangft, liegt
ıg, war ehemals bedeutend, ift jetzt
rfallen.
Ztabt auf ber japanifchen Inſel Nipon.
irhabad, Stabt im Diftrict Aurenga-
ımftaate® Hyderabad in der inbobriti»
ntichaft Bengalen (Borberinpifche Halb⸗
or Gatebpur, d.i. Siegesftabt), 1) Dorf
ı Diftrict Etawab ter norbmeftlichen
ın der Straße von Etawah nach Calpee;
n Diftrict Mymunſing ber britifchen
ft Bengalen; 3) Stabt im Rajputen⸗
muttel, mit ftartem Kort, Sig eines
aron); früher beteutender als jebt;
? Gebiete von Dude, 6 Meilen von
, Etadr im NRajputenftaate Kerowly;
t bes gleichnamigen Difirict® (70 Om.
Gm.), lebhafter Handel, fihöne Ka⸗
u. großer Bazar; 20,550 Em. Die
d ſchon vor ter mubammedaniſchen Er-
cheint ihren Namen erft 1194 in Folge
Zbabab »ettins über tie Hindus er-
en; 7) Stadt im Diftrict Sanger u.
ın dem Einfluß des Unjon in die Ner⸗
x ; NRefibenz breier Heiner Gonbiürften ;
3 alle Nahrungsmittel ber Thiere;
flanzen, Pflanzentheile, Wirthicbafts-
rifrüdftände, mit welchen vie land⸗
hen Hausthiere genährt werden. Man
‚em: in Grünfutter, bad in den
äbeten Gräſern u. Kräutern beftebt;
d. Rauhfutter, als Heu u. Grum-
bu. Kraftfutter, wozu Körner u.
ören. Eine andere Gintheilungeart des
in faftiges: rag, Klee in grünem
artoffein, Ruben 2c.; u. trodenes:
met, Etrcb, Körner —* od. in Kurz⸗
‚für vierde u. dunt vieh zu kräftigerer
us einem Gemenge ven Getreidekör⸗
mgeſchnitteuem Heu cd. Strobhädiel,
Hein gebauten Wurzelgemäcdhfen., mit
‚leien befichend; u lauges Futter,
u. Sırob. Eine audere Eintheilungsart
iht auf deſſen Nahrungewerth: Ma-
gefutter, wozu das Halm⸗ u. Blatt⸗
‚u Kraftiutter. Nur bei Schwei⸗
das Kraftfutier ten Nabhrungsichlaud
Bzufüllen; anteren Tieren muß des⸗
u Kraft⸗ noch ein Dagenfüllungejutter
gegeben werben. Der Umfang bes Kraftfutters ift
vier - bis jechemal g geringer, ale ber bes M
fülungsfuttere. Die größte Menge leigteren 6“
bie ein Thier in 24 Stunden gebeihlihermeife
u. verarbeiten kann, beträgt beim Pferde 25 bis
30 Bid. Heu od. 100 — 120 Pd. Grünfutter; beim
Rinde 30—40 Bfb. Heu ob. 120— 125 Pfp. Srin-
futter; beim Schafe 4— 44 Bft. Heu od. 12 — 16
Pd. Srünfutter. Soll das F. ausſchließlich ans
umfangreichen Futtermittelu befteben, dann ift nach
ber Nährkraft zu berechnen, ob in ber fraglichen
Gewichtömenge die erforderliche Nährkraft enthal-
ten ift od. nicht; im letzteren Kalle muß durch Kraft⸗
futter nachgebolfen werben. Die Nährlraft in bem
F. wirb nad Heumwerth berechnet; 100 Pid. gutes
MWielenbeu fommen in Rährkraft gleih 33 Bd.
Noagenförner, 30 Pfd. Weizenkörner, 38° Bir.
Gerftenlörner, 40 Bd. Haferlörner, 30 Pſd. Erb⸗
ien, 32 Bio. Biden, 32 Bid. Bohnen u. Yupinen,
48 Bid. Leinkuchen, 50 Pſd. Rübslkuchen, 42 Bid.
Roggenkleie, 75 Pfd. Efparfettegrummet, 62 Po.
Eſparſetteheu, 90 Bid. Yuzerne- ob. Kopftlechen,
100 Pfd. Heu von Widfntter, 133: Bid. geringeres
Wiefenben, 166% Pi. geringes Wieſeuhen 200 Bid.
ſchlechtes Wiefenhen, 15U Bid. Strob von Samen⸗
eiparfeite, 170 Bit. Etrch von Samenlopiklee,
400 Pfd. grüner Klee, 66% Pid. Spreu von Sa⸗
meneipariette, 133) Pfd. Spreu von Samentopf-
tee, 150 Pfd. Epreu u. Überlehr von Getreide,
160 Bid. Linien» u. Wickenſtroh, 170 Pb. Erbien-
n. Bohnenftrob, 200 Bid. Gerften» u. Haferſtroh,
250 Pfd. Roggen - u. Weizenftrob, 200 Pfd. Kar⸗
toffeln, 300 Pd. Kohlrüben, 350 Pfd. Runkelrüben
u. Möhren, 500 Bfb. Waflerrüben, 50U Pb. Kohl⸗
rübenblätter, 600 Pfd. Runtelrübenblätter, 200
Bid. Rübenprefrüdftände, 126 Pſd. Branntwein⸗
ſchlampe von Getreide, 300 Bfd. Branntwein⸗
fhlamye von Kartoffeln, 150 Pfd. VBiertrebern.
Was das Kraftiutter anlangt, jo darf bie geringfie
Dienge deſſelben nicht weniger ale * der —
Futtermenge ausmachen u. dafür iſt dee
füllungsfutters abzuziehen. Hiernach wäre die * *
Menge Magenfüllnngsfutter neben Kraitfutter in
geriugfier Dienge bein Bierb auf 18— 20, beim
ind auf 20 — 25, beim Schaf auf 2,3) Bir.
trodenes Dalmfutter au jegen. Die gerinfte Menge
Diagenfüllungsfutter, bie neben — ifutter in größe
ter Menge ertorberlich ift, ift beim Pferb auf 4—5,
beim Rind auf 5— 6, beim Echaf auf 1 — I Pib.
trodene® Halmfutter zu ſetzen. In ber Regel iſt es
aber unftatthait, das Magenfüllungsfutter in fo
feiner Dienge zu verabreichen. Am richtigften ver-
fährt man, wenn das Pferd 8, das Rind 10, das
Schaf 1 "gib. Magenfüllungsfutter neben dem
Kraftjutter erhält. Nach feiner Zujammenfegun
befteht alles %. aus Sauer⸗, Waſſer⸗ u. Kohlenſto
allein, od. aus dieſem u. Stidftoff u. einigen Salzen.
Bon großer Wichtigkeit für die Ernährung iſt bie
Gegenwart cd. das Feblen vou Stidftoff in dem %-
Die ftidftoffhaltigen Währfioffe werten in jedem
Auttermittel angeıroffen; fie erjcheinen ale Eiweiß,
Kleber od. Pflanzenlein u. Yegumin. Jeder dieſer
Stoffe dient zur Ernährung, u. es if mejentich
gleich , weicher verabreicht wird, ba fich jedes Thier
aus jedem berielben feine Körperbeftanttpeile in
büden vermag. Die ftidftefihaltigen Nährfioffe
werden zur Bildung ber Organe u. bildſamen
Stoffe in Blut verwandelt; außerbem enthalten fe
Futter bis Futtermaner
au bie wichtigſten nnorganiſchen Stoffe, bei. | woran bie Fenferftügel gehängt werber
a
phosphorſaure Salze u. Gaſe u. Eiſen, bie eben⸗
falls zur Bildung der Körpertheile dienen. uͤbrigens
bleibt es fih für die Ernährung gleich, in welcher
Form bie ſticſtoffhaltigen Nährſtoffe in den Körper
eingeführt werten. Sie zerfallen in fette Körper u.
In Zuderftoffe. Die fetten Körper (Dfe) gehören
nicht nur zu ben weſentlichen Beſtandtheilen bes
tbieriichen Körpers felbft, jontern fie vermitteln
auch bie Aufrechterhaltung ver thieriſchen Lebens⸗
Vorgänge u. die Erzeugung ber Körpermärme. Bon
den Zuderftofien: Stärte, Gummi, Pflanzenfchleim
u. Pflanzengallerte, kommen beide erftere in größter
Dienge vor u. können die fetten Körper erſetzen.
In jedem Zutterftofie muß nun nicht blos ein flid-
oftbaltiger n. ftidfteifloier Näbhrſtoff vorhanden
ein, wenn er iiberhaupt eine Näbrwirkung äußern
fol, ſondern beide müſſen auch in einem beftimm-
ten Mengeverbälmiß zu einander fleben, wenn fie
bie möglich größte Rupreirtung heroorbringen jollen.
Deabalb find vie verfchtebenen Futtermittel nach
ibrem Näbrſtoffgebalt jo zu milchen, wie e8 Der
Stoffverbrauch im thieriichen Körper u. bie ver-
ſchiedenen Nahrzwecke erfortern. Hierbei fonımt es
Darauf an, tbeild Die Stoffmenge, Die ein Tbier zu
feiner Erbaltung u. zu den verſchiedenen Nutzungs⸗
zwecken bedarf, tbeils ten Nährſtoffgebalt zu kennen,
den bie verichiedenen Futterſtoffe nach Art u. Dienge
befiten. Bon Wichtigleit iſt auch die Zubereitung
des Fes, indem dadurch das 5 aufgeſchloſſen, ver-
daulicher u. nabrhaiter gemacht wird. Die Futter-
bereitung geichiebt Durch Zerkleinerung, Erweichung
u. Miſchung der Futterſtoffe. Die Zerfleinerung er-
ſolgt durch Schneiden auf der Häckſel⸗, Kartoffel»,
Ruͤbenſchneide⸗, Schrot⸗ u. Quetſchmaſchine; bie
Erweichung durch Aufbrühen, Dämpfen, Selbſt⸗
erbiten; die Miſchung in ber Art, Daß dem Magen⸗
ülungefutter Kraftfutter zugeſetzt wirt; letzteres
ift entweder ſolches, das fndftofje od. fett- u. öl⸗
haltige Subftanzen enthält. Eine neu erfundene
Methode, wenig u. nur kurze Zeit fich haltendem
$. längere Dauer zu geben, ift tag Cinjalzen
Des 5-8. Alle grünen Pflanzen u. Blätter, Kohl⸗
Töpfe, Rüben u. Kartoffeln, Tegtere gedämpft, find
dazır geeignet n. werben gemeiniglich in, mit Stroh
ausgelegten Erbgruben geftumpit u. mit Viebfalz
üiberfireut cd. auch in Haufen über ber Erde ge-
fpeichert. Beim Zutterbau unterjcheidet man bei
auf den Wieſen u. befländigen Weiden (f. Wieſen⸗
bau u. Weiden), auch natürlicher Futter—
bau genammt, u. den auf dem Acerlande (1. Futter⸗
pflanzen n. Weiden), auch künſtlicher Futter—
bau genannt. Der Futterbau ift die Grundlage
jeter Yandwirtbichaft, Injofern von ibm die VBiehhal-
tung u. Die Diingererzeugung abhängt; bef. feit
Schubert von Kleefeld bat ber Futterbau auf dent
Felde große Fortſchritte gemacht u. Die Landwirth⸗
haft bedeutend gehoben, indem es möglich wurde,
bie reine Brache u. die ertraglofen Wieſen abzu-
fchafien, den Viehſtand anfehnlich zu erhöhen, Das
Rindvieh auch den Sommer iiber in bem Stalle zu
füttern u. Durch alles diejes der Dlingerproduction
großen Vorſchub zu leiften. Vgl. Hoffmann, Syſtem
Des Futterbaues, Wien 1853. 3) Das, was einem
Thiere auf einmal zu frefien gegeben wird, } B.
das zweite u. dritte F.; 4) die Zeit von einem
Abfilttern zum andern; A b. m. Atzungsgerech⸗
tigfeit; 6) der hölzerne Rahmen in dem Fenſter,
ſter; 7) (Maſchinenw. u. Uhrm), ein €
Metall, welches an Dem Orte ei
ein Zapfenlod od. eine Pfanne angebra
| joll, um dadurch bie Friction zu vermn
größeren Mafchinen nimmt man zum |
Stüd hartes Holz, bei. Buchenholz, me
Futterbolz beißt; 8) (Anterfntter
Stoffe, welche zum inneren Überng ter.
ftäde dienen; daher Futterbardent, di
Butterfattun, Yutterleinleinwend, Iuttı
j. u. Bardent, Slanell, Kattun, Lermme
Zutteral, Kapfel, um etwas ba
bewahren, 3. B. Brillen», Sen
Geigenfutteral 2c.; je nachdem fer
Leber u. dgl. find, werten fie von w
Hanbmerlern, gewöhnlich von den Fette
od. öfter von Buchbindern gefertigt.
— jo v. w. Häderlingäke
utterbau, Anbau von ausſchuͤtja
rung der landwirthſchaftlichen Hauetha
Gewächſen, ſ. u. Futter 2).
utterbeutel, fo v. w. Futterſad
utterblech, eine Sorte Eiſenblech,
utterboden, ein Behältniß, in w
zur Vinterfütterung der lanbwirtbichaiti
thiere beſtimmte Raubfutter aufbewahrt
findet fich gewöhnlich unter dem Dache be
ben Biehſtälle.
Futterbohne, fo v. m. Saukehne
Futterbrei; die Nahrung, melde
ihrer Brut reichen; fie bereiten biefelk
menftaub, Honig, Wafler u. Miftjunde
Yutterbret, bei hölzernen Treppe
San
uftergra®, 1) jo v. w. Wielengra
w. Grünes Futter; 3) fo v. m. auf
Wieſen angejäetes, zum Biehfutter eige
te8 Gras (vgl. Fioringrae), bei. m ı
wöhnlich.
Futterig, 1) von Wolle u. Zub,
Sutter, d. h. allerlei Unreinigleiten, en
rührt größtentheil® daher, wenn Die übe
ſtällen angelegten Futterböden nicht gut
2) von ber Melle, Deren Haare nicht
jonbern kartig find u. Daher beim Bao
reißen; es entfteht, wenn Die Schafe bu
milſſen.
Futterkammer, Kammer, meiſt Bi
auf welcher das Futter für das Vich aufb
Futterkattun, geringe Sorte be
Zeuges, zum Unterfutter dienend.
Gele jo v. w. Futterpil.
utterlade, jo v. w. Häderlingsbs
Futtermachen, eine Betrügerer ker
bem fie dem vom Steine gehenden Meb
weg anzeigen u. Diefes Mehl für ſich te
Futtermarſchall (Zuttermeikter), ein
ter, welcher dem Futteramte vorſteht
Buttermauer , Mauer, zur Belleid
ung der Erdwände an Kanal
fragen, Zerraffen, Flußufern u. Ad
ftimmt. Befonders bei letsteren ſind fe,
allgemeinen Sturm der Feitung rad
bes Grabens unthunlich zu machen, an:
unentbehrlich. Entbebrlicher find fie act
escarpe, ba fie hier zwar den Belayerer in?
Futtern bie Iutawiblie
n, aber auch ben Beingerten Sinbern,
&lle auf den Feind zu machen, wäh-
eine fchräge Contreescarpe erleichtert
| &pfel u. Hem, au Hafer (dann Körme, Körnung,
biefe vorlegen Lörnen); auf ein Std Rothwild
rechnet man bei ftrenger Kälte täglich A— ! Metge
Als mindefte Höhe der F. bes
rd 24 Fuß angenommen, ta bann
jung 30 Fuß hohe Sturmleitern,
indhaben find, angemwenbet werben
ıcht man fie jedoch, bei. bei Außen⸗
— 16 Fuß bo. IR die 8. an ber
in bie Höhe geführt, wie bie Feder⸗
liegt, jo heißt fie ganze F.; da⸗
. wenn fie nur bie zur Höhe bes
; reicht. Ihre Stärke hängt von
yon tem Drud ber babinter lafteıt-
eift macht ınan bie F. an ber Contre⸗
oben ftart u. gibt ihr nach Außen
veilen jedoch bat man bie innere u.
uch parallel erbaut u. bie Mauer
an den Erdboden (en surplomb)
ter Göcarpe, wo fie mehr Drud
auch noch dem Kanonenfener zu
st, werben bie Fon oben 5—6 Fuß
erhalten gleichfalls ihrer Höhe
Böihung. Halbe F-n macht man,
Widerſtandsfähigkeit für den Erb-
meit ftärfer u. zwar oben fo flart,
nn fie eine ganze wäre, auf dem |
beginnt, fein würde. Der Erbbrud |
veſentlich; Montalambert u. Carnot
gerüdte 5-n vorgefdlagen, wo
nnter den Fen dieſelben brüdt, ſon⸗
iß des Walles am Fuß der %-n be-
ftigleit der %-u wirb noch durch
höht, die bei Uferbauten oft vorn,
ber, damit fie nicht Den Stürmen-
en das Teuer ber Feſtung geben,
trde fo angebracht werben, baf fie
‚5—10 Fuß in die Wallbdſchung
in Abftänden von 15—18 Fuß von
Der Umftanb, baf ber leichte Nach⸗
‚arpenfuttermanern ber Erzeugung
br günftig ift, hat zu mannigfachen
der Conftruction geführt. Dahin
t die Kafematten, welde man er⸗
ın die Strebepfeiler überwölbte, u.
henden Fen, weiche allerdings mit
Ramen führen. Diefe freiftebenben
halbe %. aufgeführt u. jo weit vom
dt, daß hinter ihnen, etwa 6—8 Fuß
njohle, ein Gang, ber ſogenannte
yon 5—8 Fuß Breite bleibt. Meift
freifichende Mauer Schießfcharten
eingejhnitten, um fo eine niebere
ung zu erhalten; auch bie freiftehen-
halten Strebepfeiler, welche zugleich
Traverfen verjehen. Werben biefe
snächft an ver Mauer auf 3—5 Fuß
für Gewölbe bemtzt, fo entſtehen
ı freifiebenden Bogenmauern. Die
ihe der Fen greift fletd nach Außen
Regenwafler von ber Mauer abzu-
ihr Cordon (f. d.).
) Hausthieren Futter reichen; bier-
ilel über jedes einzelne, bei. Bier,
af, Schwein, Ente, Gans,
auch Stubenvögel; 8) dem Wilde
te Sätterung geben ; dazu bienen für
n, Roßlaftanien, wilde en, Erd⸗
' Safer w. 1 — 2 Bip.
ubn, |
Heu. Bon Zeit zu Zeit wer-
den würflich geichnittene Röhren beigegeben. Auch
gibt man einen Tag um ben andern etwas Balz,
auch pulverifirte Eberraute, Rainfarren u. Salz zu
ichen Theilen ift gut; wilde Schweine erhalten
icheln, Erbäpfel, Erbien, Roggenichrot mit ge-
ſchnittenem Klee, Malz u. wildes Obſt, Haſen
Erbſenſtroh, Rebhühner Weizen⸗ u. Gerftengarben,
weiche an einem Stock aufgebunden werden; 8)
(Schiffb.), auf der inneren Seite mit Bretern be-
ſchlagen; 4) (Zimmerm.), fo vo. w. Anjfüttern.
tterpflanzen, find Gewächie, welche auf dem
Aderlande fünftlich bebufs der Weite, der Grün⸗
fütterung auf dem Stalle od. ver Heubereitung an»
gebant werben. Dan theilt fie einin grasartige
(f. Grasbau); frautartige, wozu bei. die ver-
ſchiedenen Kleearten, die Hilliengervächle, Ginfter,
Kugeltiftel, Senf, Spargel ıc. gehören; in kohl⸗
artige (j. Kopftobl) a. in ranleubde (ſ. Kürkie).
Unter allen dieſen F. finb die frautartigen u. unter
biejen wieber bie Kleearten bie wichtigften, weil fie
den Boten chemiſch u. pbufilalifch verbeflern u. das
meifte u. befte Butter liefern.
Sukserehe (Zhierarzueit.), ſ. u. Freßrehe.
utterfad, 1) Sad, un Hafer zum Pferde
futter darin zu holen; 2) Sad, welchen man ben
Pferden mitteilt eined Bundes über den Kopf hängt,
damit fle in Ermangelung einer Krippe Daraus
frefien können
utterfchneide,, fo x. w. Häderlingebant.
uttertaffet, fo v. w. Zinbeltaffet.
— u ‚ Pflanze, f. u. Treich.
ttertuch, Flanell u. Boy, zum Unterfutter
ber Kleiber.
Fütterung, 1) (Ofon. u. Jagbiw.), f. u. Füt⸗
tern 1) u. 2); 8) (Schiffeb.), die Bekleidung des
Schiffes, Sowohl von Holz, als von Metall, bei. Kur
fer, Zint od. Lige, um den Rumpf bes Schiffes zu
hüten ; theil® gegen Eindringen bee Waſſers, theils
gegen Anfat von Gras (Bart) u. Muſcheln, theil®
. bei Booten, tie oberfte
eite unter dem Setzbord.
tterwiden, 1. —
uttygurh.
A Eh von Berflen, fo v. w.
anle an der Innen⸗
| die unvermeibliche ach B. Aulerfütterung.
litãrſtation im Diftrict Furruclabad ber norbwefl-
lichen Provinzen im britifchen Oftindien, 4 Stun«
den von ber geuaunten Diftrictshauptitabt, am
Iinfen Ufer des Ganges gelegen, über ben hier eine
Fähre führt. Die Station wurde bereite 1777 be
gründet, bat eine Kirche u. gilt für ziemlich gefunb.
Zutäna (Hoorne), bewohnte Injel der Sa⸗
moa⸗Gruppe od. Schiffer- (Navigator-) Injeln im
öftlichen Polynefien; daneben bie Injel Eatuna,
beide gebirgig u. vulkaniſch, von zahlreichen Klippen
umgeben ; 1616 von Maire u. Schouten entbedt.
turibile (lat.), was Ir unter einer Be⸗
bingung, die nicht zur Wirklichkeit kommt, zuge
tragen haben wurde; von ben Scholaftilern in ber
Lehre von Gottes Awiffenheit angewendet,
Fataritio (fat.), das Gein einer Sache in |
der Zufunft, verbunden mit bem Nichtſein berfelben
in ber Gegenwart.
Futürum (Gramm.), Form bes Berbum,
welche bie prakt e Zeit ausdrückt; man nnter- |
per ein F. simplex, welches einfach ben Zuſtand
der Zukunft angibt; u. F. exactum, welches einen
in ber Zukunft ale vergangen gedachten Zuſtand
ausdrückt.
Futwa (Inttooba), Stabt im Diſtriet Patna,
der britiſchen Präſidentſchaft Bengalen, am Einfluß
des Poonpoon in den Ganges, 12,000 Ew.; großer
Bazar. Der Ganges ift hier beſonders heilig, wes⸗
halb zahlreihe Wallfahrer bier baden. ber den
Poonpoon führt eine ſchöne Brüde.
Fuur (Zuurfand), Inſel des Lymfjorden im bä-
niſchen Stift Viborg (Jütiand); fie ift 4 OM. groß,
bat Töpfertbon, Oder, Borzellanerbe, Alaune u.
Bitriolkiefe; 800 Bewohner, die von Landbau u.
Fiſcherei leben.
urlaner, Bewohner von Friaul.
Bang, 1) Bezirkeſtadt in der chineſiſchen
Brorinz — 2) (Poyang), großer See in
der chineſiſchen Provinz Kianft, wird durchſtrömt
vom Kanliang- Fluffe u. fol mehr als 120 DOM.
umfafien.
uyen, 1) Provinz in Cochinchina, zu bem
— Reiche Anam gerri; 2) Stadt ba-
elbſt, mit Hafen u. 10,000 Ew.
üzegy, griechiſch⸗katholiſches Pfarrborf im
a — des Verwaltungsgebietes Groß⸗
wardein (Ungarn), Marmorbrüche; 280 Ew.
Füzer, katholiſches u. reformirtes Pfarrdorf im
Kreiſe Abauj⸗Torna des Verwaltungsgebietes Ka⸗
Idan (Ungarn); altes Bergſchloß, Glashütte;
700 Em.
— —— Marktflecken im Kreiſe
Bekes⸗ Cſanad des Verwaltungsgebietes Groß-
wardein (Ungarn); 1550 Ew., die Landbau u.
Biehzucht treiben.
F. V., Ablürzung für Folio verso, auf ber
Rüuckſeite Des Blattes.
Byend: Hoved, Vorgebirg, welches bie norb-
öftlichfie Spike der dänischen Infel Fünen bildet.
Fyers, Bergbach in der ſchottiſchen Grafichaft
Inverneß, mit 60 Fuß hohem Wafferfall.
Fylgien (nord. Myth.), Geburtsgöttinnen,
welche dem Denichen von dem erften Augenblid
feines Lebens beigegeben werben, bie goldenen Fä⸗
den feines Geſchicks jpinnen u. fie im Himmel be»
feftigen. Sie find gut u. bös, reiten zuweilen auf
Wölfen u. haben Schlangen ale Zügel. Wenn fie
gut find, heißen fie Hamingien. Vgl. Rornen.
Fylla (nord. Myth.), Göttin der Anmuth, jung-
fräutiche Afin ; hat loſes Haar u. ein Goldband um
ben Kopf, trägt Friggs Käſtchen Eſt vor, wartet
ihrer Schuhe u. hat Theil an ihrem heimlichen Rathe.
Feturiie bis Tvzenoor
ne⸗Bufen (Sixe Boſen, ihr. Fei
—— Bucht des a
{hen Dceans in ber ſchottiſchen Graf
bezingehiiherdi = R
ris, 1) Bogtei im ſchwediſchen
barin Gamla⸗ (Alt-) Upfala, f.t.; 2) i
hier; entipringt aus zwei Armen aus
mora⸗ u. dent Wenbaljee, tie fid bei f
gen; fällt in ben Eckolnfiorden.
riswall, eine in der älteren ſche
ſchichte berühmte Ebene in ber Rübe we
Fyrk (Burka), 1) frühere däniiche 8
1%. = 4 Schilling ob. 6 Pfenmige bin
— 1 Neichethaler; 2) ebemals Kane
münze, 4 ®- = 1 Der Kupfer, 3518.
Silber; 3) m Pommern 235 5. = 11
== 2 Pfennige.
Fyſingen, 1) Bogtei im ſchwedilda
bolm, benannt nach 8) ven erh,
barin Sigtuna (f. d.) u. Rofershugl
Luſtſchloß mit Anlagen.
2 fterlein, Rogel, fo v. w. Trilieni
ufer.
Fyt (ipr. Feit), Johann, ge. 1625
pen, war Jagd⸗, Thier- u. Blumen
1700. Einer ber vorzüglichſten Be
Faches, defien Gemälde von einem tik
ber Ratur zeugen u. Durch Klarheit. Kıaf
bes Coloritd ausgezeichnet find. Nicht mei
tend als Kupferäter, gab er 16432 3wei &
Rüde heraus, welche wegen ter ebenfe
— Nabelführung zu ben Dei
abirfunft des 17. Zabrh. zählen. Ge
allen größeren Gallerien, verzugeweik
Dresden, im Lonore zu Paris u. in ber
Binakotbel.
Syyabab (fpr. Feiſabad), 1) Ban:
im früheren Königreih Cube in CR
Fluſſe Ghoghra, der hier fchiffbar ift; It
wurde von Saabet-Ali-Khan, erftem
Oude, zur Nefibenz erhoben, ter bie
feine Nachfolger Sefbar- Yang u. Shujal
mehrere Baläfte u. andere Baumerf
Unter Letzterem hatte Die Stadt ihre bi
erreicht; ale er jedoch 1775 eine X
Lucknow verlegte, fiebelten bie ungefet
wobner fajt alle dabin über, jo dag?
gerieth. Die einft wichtige Induſtrie bi
jet auf Baummwollen- u Dietallwaare
Während ber Rebellion von 1557—5
bäufig genannt. 2) Sauptflabt ber La
dakſchan in Usbekiſtan (Mittelaſien),
ſchanfluß; Nubingruben, Goldwäſcherei
ein Erbbeben faſt gänzlich zerſtört.
Fyzepoor (ipr. Feispur), Stabı
Candeiſh, der britiihen Präſidentſchait
Oſtindien, 6—700U Em. ; bat in neuere
rere fehr jchöne Häuſer Durch einheimiid
u. Baummollenhändier erhalten.
®: 56 Bad.‘
3 G
. 0
3, g. 1) ale Buchſtab, lat. (in welcher Sprache phos, Jugendnährerin). Weil aus ihr betäubenbe
J ſtatt des früheren C, von Sp. Carvilius
hrt mwurbe) u. romanifh (7, g; griechiſch
Bamma);imSHebräifchen I beißt es Gimel,
Bameel; ter 7. Buchftabe der abenblänbi-
der 3. ter griechiſchen u. morgenlänbijchen
Sen; Guttural, bie Mebia derſelben bildet
mer leichter Berührung ber Oberfläche ber
» Durch Derborträngen ber Kult zmiichen die⸗
Dem hinteren Theil des Games, während bie
e ſich an bie Unterzähne legt. Nach n bildet
& biejem einen Rafenlant, 3. B. in Gang.
WB Zahlzeihen a) Griechiſchen y= 3, y
b) im Laternifchen = 400, (5 == 400,000;
>er Aubricirung 7. 3) Als Abkürzung: a)
saifchen Inichriften, Huntichriften zc. für Ga-
rens; b) (Hanbigsw.), eben auf Courszetteln
>: c) (Num.), im Mittelalter jo v. w. Sena-
2) (Solhichm.), fo v. w. Garni; e) (Med.), fo
Gummi; D) (Herald.), fo v. w. Geld; g)
), auf bem Revers neuerer Münzen: aa)
„die Münzſtadt Poitiers; bb) nei:
ve; ce) Öflerreihiiche, Nagybanya in
arn; dd) preußiiche, Stettin. 4) (Diuf.),
oniſche Klangftufe, die wahre Duinte
zugleich ift ter Ton g bie 8. Stufe bes diato⸗
Bromati hen Klangfyftems. In der Solmifa-
Bird G burch sol re, sol re ut od. auch blo®
wol bezeichnet (vgl. gin u. ges, auch G dur u.
Al). b) Das g1 oße Gift das tieffte der Dien-
ämme, bas fleineg aber beflen Octave; ©
Eſte Saite der Violine; d) das Vorzeichen bes
afchläffels (G-ichlüjfele), doch hat ſich
@ im ber Länge der Zeit ein gamz anderes
sn B gebildet. 5) G demifches Zeichen für
Bfäure.
„officielle Abkürzung des Staates Georgia
anrerifa).
I (griech.), 1) bie Erbe, feit Ältefter Zeit von
beiechen als tie Allmutter ob. die Göttin ver-
welche das Leben aus ihrem Schoße gebiert
: ihrer Bruft nährt. So wurde fie in Do⸗
mit Zeus, dem Allerzeuger, verbunden; bei
x ift fie Die Mutter ber finfteren Weſen u. ge-
ſen Giganten, gehört zu ben Göttern, bei
m geichworen wird, u. erhält ale Opfer ein
zes Lamm. In ber Theogonie des Hefiodoe
fie aus bem Chaos u. erzeugt ſelbſtändig
Ich den Himmel (Uranoe), Gebirge (Dre) u.
Teer (Pontos); von Uranos wird fie Mutter
itanen, Kyllopen u. Hekatonchiren; befruchtet
em Blute des von Kronos verſtümmelten
E gebiert fie die Erynien, Giganten u. Me⸗
Nymphen; mit Pontos gepaart ben Nereus,
Nas, Phorlkye, Die Keto n. Eurybia. Sie erzog
Enkel Zeus u. verhalf demſelben zum Throne
delt. Unter den Menſchen heißt fie Mutter
utochthonen u. iſt Nährerin ber Sterblichen,
er Jugend (baber ihr Beiname Kurotro⸗
|
Dämpfe auffliegen, als deren Wirkung bie Weifjage
galt, jo war fie bie Vorfleherin der Oralel, wie zu-
erfi die des Delphiſchen (f. u. Delphi). Berehrt
mwurbe fie in Athen, Sparta, Olympia, Delphi ıc.,
wo ihre Statuen flanten, welche fie barftellten
emen Schlüffel haltend. Epäter verſchwindet ihr
Dienft u. fie wurbe mit Kybele u. Demeter identi-
fiir. In Rom bieß fie Tellus u. hatte eine
männliche Gottheit, Tellumo, zur Seite; man
opferte ihr dort nah Numas Inftitutionen an
den Gaatfeften im Januar bie Fordicidia (f. d.),
wobei trächtige Thiere geichlachtet wurden; 2) in
neuerer Zeit Titel von Scrijten, in melden bie
Foſſilien, Berfteinerungen u. dergl. eines Landes
beſchrieben werben.
aab, 1) Job. Kriebrich v. ©., geb. 1761 zu
Göppingen in Württemberg, war württember⸗
giicher Brälat u. Oeneralfuperintentent u. fl. 1832;
er fhr.: De locis quibusdaın Siracidae, üb.
1809; Handbuch zum —— Verſtehen der
apofryphiihen Schriften des A. T., ebb. 1818 f.,
2 Bde., u. andere Schriften über Kritil u. Ere⸗
gefe des U. T., Kirchen» u. Dogmengeſchichte.
8) Ludwig Friedrich von F., geb. 1800 in
Zübingen, bildete fih in Stuttgart zum Architelten,
bereifte zu feiner weiteren Ausbildung Frankreich
u. Italien, begann 1825 in Stuttgart feine praf-
tiſche Bauthätigkeit ſowohl im Hochbau, wie aud
im Straßen», Brüden«, Wafler- u. Eiſenbahn⸗
bau u. wurde 1846 Oberbaurath. Außer vielen
Privatgebäuben baute er u. a. die große Infan-
terielaferne u. das fronprinzliche Palais in Stutt⸗
gart u. reflaurirte das Hoftheater bafelbfi.
Gaabenfeefund (ipr. Gobenfeefund), trennt
bie Infeln Seeland u. Falfter, genannt nach Baa-
benfee, einem lleinen Hafenort auf der Nordweſt⸗
küſte der letztern Inſel.
Gaal, 1) Sohn Ebeds; half den Sichemiten ge⸗
gen Abimelech, wurde aber von biefem geſchlagen
u. floh aus Sihem. 8) Georg v. G., geb. 1783
in Presburg; wurde 1811 erft in Eiſenſtadt, dann
in Mien Bibliothefar n. ft. 1855 in Peſth; er
ichr.: Gedichte, Dresd. 1812, 2. Aufl. Zerbft 1825;
Theater der Magyaren, Brünn 1820; Mäbrchen
ber Magyaren, Wien 1822; gab heraus: Polym⸗
nia (eine Sammlung lyriſcher Gedichte verſchie⸗
dener Verfafler), Brünn 1821, 4 Bde.; Spräde
wörterbuch in jech® Sprachen, Wien 1830; Sagen
ir Novellen, nach bem Magvyariichen, ebd. 18345
berießungen aus dem Ungariichen u. a.m. 8)
Jo ſeph, geb. 1811 in Groß-Karoly, wurbe 1333
in der Statthalterei in Ofen u. 1848 im Finanz⸗
minifterium angeftellt; er jchr.: Szirmay Ilona
—— Ofen 1837,2 Bde.; auch Luſt⸗ u. Trauer⸗
piele.
Gaapen (Bapen, Zeitwort), in ber —
ſprache die Offnung einer Planke, bie nicht ſeſt an
ber nächften fitst.
Gaas (a. Geogr.), 1) Bergu. 8) Stabt im Süben
bes Stammes u. Süboften des Gebirges Ephraim.
Baba (a. Geogr.), fo v. w. Gebe.
Baba (a. Geogr.), 1) fefte Stadt der Sogdiauer,
da, wo bie große Wüfte anfüngt; 2) Luſtſchloß ber
perfiihen Könige im Perfis, füböftih von Pa⸗.
ſargada.
Gabaath „Stadt in Judäa im Stamme Ben-
jamin; bier Grab Eleazars.
Gabal, Sonnengott der Syrer, bei. zu Emeſa
u. Seliopoli® verehrt, vorgeftellt als Xöme am
Hanpte mit Strahlen.
Gabala (0. Geogr.), Stabt in Kaiflotis (Sy⸗
rien), jet Dſchebili, mit Ruinen eine® Theater&
Babäli (a. Geogr.), Bott im Aquitanifchen
Gallien, im jetigen Gevandon; fie waren zu Cã⸗
ſars Zeit den Arvernern unterworfen; in ihrem
Lande fand fi viel Siiber u. wurden gute Käfe
bereitet: ibr Hauptort war Anderitum.
Gabalis, Reman bes Abbe Billars, |. d.
Gabanholz, eine geringere Sorte Rothholz.
Ramımıt von einer Art Uhespesia (Caesalpinia)
u. iR dem Nicaraguaholy jehr ähnlich, e6 wurde zu⸗
erſt Durch bie Portugieſen aus Sierra Leone nad
Eurepa gebracht.
Sabaniza türk.), jonſt der faR fradfärmige,
nur von bem Sultan ge ie koſtbare Pelz, im
Sommier mit Zobel, im Wiuter mit ſchwarzen
Fuchte jellen gefüttert; Dagegen Gaben, Regenman⸗
en ). GStabt in Judäa, im
Gabaen (2. Ge |
Stenme Benjamin. Ihre ariprünglichen Gino.
inder, unterwarf ben
a ieten te in Gehorjam. ie fl Amala
Du
Jonas.
848 (a. Geogr.), eine ber Hauptſtädte des
oberen Galiläa, unweit Ptolemais.
Gabardan (Gavarban), eheinalige Landſchaft
im fürweftlihen Frankreich, bildete einen Theil ber
früberen Provinz Gascogne, jet deu ſüdweſtlichen
Theil des Departements Lot u. Garonne u. den
örtlichen bes Departements Landes.
Gabäre (ipr. Gabahr, Gabarre), franzöfiicher
Name 1) für allerhand Heine Schiffe, als Ausleger,
2) Patache), Lichter, Schute u. dgl. Gabarier
re Gabarieh), Beſitzer eines ©. Gabaret (Ipr.
Gabareh), noch kleinere Barke.
Gabürus, Bai mit guter Rebe an ber Rord⸗
füfte ber norbamerilantiden Injel Cap«-Breton.
Saba, Fluß im jüblichen Frankreich, entſpringt
im Departement Hautes-Byrendes n. fällt im Des
partement Landes in ben Adour.
Gabäfa, Dorf in der ſpaniſchen Provinz Huefca
(Aragonien), babei tiefe Stalaktitenhöhle mit vie
len Berfteinerungen.
Gabatha (a. Geogr.), Stadt in Judäa im
Stamme Juda; bier das Grab Habakuks.
Gabbatha ſyriſch⸗chald., von Luther Hoch⸗
planet überjegt), eine Erhöhung, worauf ber
Richterftußl der römiſchen Proprätoren bei Ge-
richtsverhandlungen geftellt wurde.
Gabbe, Vogel, jo v. w. Meve.
Gabbiäno, 1) Amt der farbinifchen Provinz
Caſale; 2) Marktfieden u. Hauptort deffelben rechte
am Bo; 2350 Em.
abbro (Geogn.), ein körniges Bemenge von
Diallag u. Labrador; gehört zu den plutonifchen
Sebirgsarten u. kommt häufig in Begleitung bes
Serpentins vor. rüber bezog man ihn von ber
Juſel Eorfica u. verarbeitet ihn zu Tiichplatten u.
Gabe: bie. Gabela
anberen Gegenflänben, er wurde el.
binande von Medici unter dem Lam
Corsica nach Florenz gebracht u. ber
Gabbronit (Babrenit, Diin.), jo
Ipolith.
Babel, 1) Körper, mit 2 Spitze di
einem Stiel; 2) bef. Werkzeug von Eil
jen, ınit 2, 3 ob. 4 Zaden (Zinlen)
bamit anzufpießen. Die Miten kanzıen |
Effen nit, ſondern fie afen mit den &u
G., ald Zubehör zum Meſſer, cine ital
findung, war im Mittelalter ſehr fein,
men inı Hortus deliciarum ber
Landsberg, Abtiffin von Sobenftein i
1195), Gen auf einer Darfiellung i
ken dem Meſſer vor. Noch im Sa
Jahrh. waren Gen feibft bei Hofe zen:
rei) fam es im Klofler St. Maur äh
braud ber Gen zu einem heftigen Ste
ben alten u. jungen Mönchen, indem j
Sünde hielten, das Fleiſch andere ald mi
ten zu eſſen, bie jüngeren aber kie ©.
wiſſen wollten. Nach; England fell y
Tb. Sorgate die G. aus alien ge
In Spanten, bem Innern Rußlandi
fennt mam fie nicht nn. bebient fich Rai
ſer u. Gen beim Eſſen Heiner höhe
hen; 8) großes Inftrument zur Lank
Jagd m. Fiſcherei; fo Die Heugakelı
gem, hoͤtzernem Stiel u. 2 od. 3 gehoge
um Getreibe u. Heu damit auf ben Su
en; bie Miftgabeln, mit kürzeren
Zinken; 4) (Dachs⸗ u. Fuchsgabel),
etwas weite G., um in Netzen gefange
dem Bau gegrabene Thiere, bei. reißenl
Damit gegen die Erbe zu brüden; 5) d
weih im 3. Sabre, mo es zwei Zinte
Gabelbirſch; 6) Inftrument zum Anip
Seefiiche, welche mwäbrend ter Ehte ı
zurüdgeblieten find, 7) (Sabeldeichſe
mige Deichfel für Einipänner; 8) (Mei
Meßgabel; 9) fo v. w. Stimmgabel;
technologiſche Inftrumente, bie einer (
minber gleichen, fiir ſich ob. als Thai
ihine vortommend ; 11) (Her.), for. ı
ten; 18) fo v. w. Kabel.
Mabel (bibl. Geſch.), |. u. Tobiae.
Gabel, 1) Bezirt des böhmiſchen Ir
2) Stadt u. Bezirkshauptort darın, an
bad; Schloß, Baunıwollenfpinnereien
dei, Strumpfwirker; 2400 Ew. Bier 1
zwifhen ben Ofterreichern u. Preuß
Sieger; im Baierifher Erbioigelrieg ı
1778 die Verſchanzungen Yaudent |
burg vom Prinzen Heinrich umgangen
ber Befatung gefangen. 3) Diarfınedı
len Adler im Bezirt Seuftenberg det
Kreijes Gitſchin; Flachefpinnerei, Gen
bau; 750 Ew.; brannte 1657 ab; 4) (e
w. Dichebel.
gaben, * an der Narenta mi
inz Bosnien (Herzegowina); 2 Ki
bei; 6000 Ew. ws
Gabelauker bis Gabalthier
er, ſ. u. Anker 1) (Bauw.).
id
P fo v. w. Furca.
‚ das Männchen vom Reh im 2. Jahr.
ften (Bot.), find an ber Spike ge-
flanzenbaare.
), Hans Konen von der ©., geb. 13.
Altenburg, ſtudirte feit 1825 in Leip⸗
gen Rechtswiſſenſchaften, Cameralia
eiſe Orientaliſche Sprachen, wurde
raſſeſſor, 1831 Regierungs⸗u. Kam⸗
Altenburg; trat 1847 als Geheimer
em Altenburgiſchen Staatsdienſt u.
narſchall des Großherzogthums Wei-
nde März 1848 als einer der 17 Ber-
er für die ſächſiſchen Herzogthümer
rta. DM. u. wurte dann Bundestags⸗
zur Auflölung ber Bundesverſamm⸗
12.3. Ente November 1545 wurde .
Afitent in Altenburg, gab jeted im
feine Entlaffung, je wie ind. 3. auch
Ihallamı in Weimar aufhörte. 1850
Nitglied Des Staatenhauſes für Alten-
rfurt u. wurde 1851 Präfident ber
ı Herzogthum Altenburg, was er ge⸗
859) noch Er ſchr.: Eldmens de
ire Mandschoue, Alteub. 1832;
ter Syrjäniſchen Grammatik, ebd.
ige zur Sprachenkunde, Lpz. 1852, 3
imatik ber Dajal-, der Dalotas u.
ide); Srammutit u. Wörterbuch ber
‚57 u. m. a. Mit Löbe gab er den
berans.
ſo v. w. Gabelhirſch, |. u. Gabel 5).
[e, ſ. u. Seile.
2 fo v. w. Banzerbahn, |. u. Seehahn.
„ſo v. w. Daphnie.
m, 1) was in zwei Enten ausgeht;
:bungsart des Epalierbaums in ber
Y. Eie ift die vorzüglichfte Form des
16. Das Zwergbäumchen muß 6 Zoll
’ veredelt u. von den nächften Bäum-
‚len entfernt fein. Durch gehöriges
wird ihm Die eigenthümliche Form ers
erald.), wenn trei Yinien in der Form
n Schild in drei Theile theilen.
bſtück, ſ. u. Frühſtück.
ich Her.), fo v. m. Gabelſchuitt 1).
er, ſo v. w. Milan.
ns, Art der Antilope, ſ. d. h) u. unter
ire (Bot.), an der Spitze getheilte
ſch, ſ. u. Gabel 3).
3, gabelförmiges Stück Holz, in den
acht, um zmei Theile fefter dadurch zu
n, 1) ein in zwei Spiten gabelig ge
‚wie 3. 8. bei der gabelhörnigen An-
anoceros fureiferu), auch wohl fir
nige Geweihe ber Hirſche gebraucht,
artige, gabelige Berlängerungen auf
‚. ber Bruft ter Infecten; 2) jo v. w.
‘otrupes dichotomus), eine Gattung
fäfer (Starabäen).
f, fo v. w. Goniocephalus, ſ. n.
ESchloſſ.), fo v. w. Blämifches |
MD.
Gabelfreuz (Heralt.), ſchwebendes Kreuz, bef-
fen Enben wie eine Gabel geftaltet find. Das um⸗
bogene ©. (Zirkelkreuz) hat die Gabeln un-
ter fih einmwärts gebogen.
Gabellaffete (Baunlaffete), f. u. Laffete.
Gabelle (fr., ſpr. Gabell, lat. Gabella), 1) Ab⸗
zugsgeld, Nachſteuer; Gabella emigratlenis. fo v.
w. Abzugsgelt. 6. herediiarla, fo v. iv. Abſchoß.
2) indirecte Steuer (Accife u. Zoll, Conſumtions⸗
abgaben); bei. 3) Abgabe für Salz, in der Revo⸗
on aufgehoben, unter Napoleon wieber ein⸗
gerübrt.
Gabellus (a. Geogr.), Nebenfluß des Babus in
Oberitalien; j. Secchia od. Gavecello.
Gabelmaß, Inſtrument, womit der Durchmeſ⸗
ſer der Bäume gemeſſen wird.
Gabelmaſt, ein Beſahnmaſt, au welchem eine
Raae ungefähr unter einem Winkel von 20 Grab
angebracht if.
abelmotte, fo v. w. Gabelſchwänzige Perlfliege
‚ (Perla bicaudata), f. u. Berlfliege.
Gabelmüde (Anopheles), f. u. Stechnilden.
Gabeln, 1) mit einer Gabel anipichen; 2)
(Jagtm.), fo v. mw. Aufipießen 1).
abelpfiug (Landw.), ſ. u. Pflug.
Gabelrad, ein Rab, in tefien Stirn hölzerne
od. eiferne Gabeln befeftigt find, um Seile, Ketten,
ae .n. Kaſtenwerke damit aufzuwinden od.
in Kreiſe herumzudrehen. Nach Erforderniß bil⸗
det die Höhlung der Gabel ein Dreieck, Biered od.
einen balben Zirkel.
Gabelraupen, f. u. Raupen.
Gabelöberger, Franz Xaver, geb. 9. Febr. 1780 in
Münden, wurde durch Familienverbältniffe an ber
Beendigung bes Studiums der Wiffenfchaften ver-
bintert w. wurde 1809 Schreiber, 1513 Kanzlift des
töniglihen Generalcommiſſariats bes Iſarkreiſes,
1523 Geheimer Kanzlift im Miniſterium des In⸗
nern u. ſtarb als Gebeimer Miniſterialſecretär am
4. Januar 1849 in München. Seit 1917 ſich ber
Stenographie mit großen Eifer widmend, wurde
er Begründer eines rationellen Syſtems dieſer
Kunft (Sabelsbergerſches Syſteni), |. u. Stenogra⸗
phie. Er ſchr.: Anleitung zur deutſchen Redeſchreib⸗
kunft, 1834, 2. Aufl. 1550, Stenographiſches Leſe⸗
buch, 1538; Neue Bernelllonimmung in der deut⸗
ſchen Redezeichnung, 1543, 2. Aufl. 1849; Lehrge⸗
bäude ter Stenegraphie, Münd. 1850.
Gabelſchnitt (Gabeiftrich, Her.), 1) in Form
eines Schächerkreuzes getheilt; 2) ſ. Gabelforin 2).
Gabelſchwanz, 1) Raupen, die am Ende des
Leibes ein gabelförmige® Horn haben, bei. bie
Raupe von Harpyia (Cerura Vinula u. Ermi-
nea); 2) Schmetterling, ſ. u. Cerura; 3) jo v. w.
Springſchwanz (Podura u. Smynthurus), ob. bie
am SHtuterleibsende er Springgabel biefer
Heinen ungeflägelten Injecten aus ber Orbnung
der Orthoptera Olir.
A Gabelshafer, fo v. w. Doppelter Hafer, ſ. u.
vena.
Gabelſtück, 1) (Schiffb.), fo v. w. Gabelholz;
2) tleines Kammergeſchütz, das auf dem Oberver⸗
ded ber Schiffe mit feinem Schiltzapfen in einer
eifernen Gabel befefligt ift u. fich nach allen Seiten
richten 9 Bgl. Drehbaſſen
Gabelthier (Furcocerca Lam.), Gattung ber
Monaden (Infufiousthierdhen) ; burchfichtige®, bis⸗
weilen gewimpertes Thierchen mit einem Gabel»
ſchwamze; Art: Grünes G. (F. viridis), in
Gräbern. .
Gabelung (Bot.), fo v. w. gabefförmige, d. i.
zweizadige Spaltung, Bifureatio); gabeläkig, ga-
Selig (furcatus), mas zweizinfig gefpalten ift;
Gabelranke (Capreolus), eine gabelig gefpaltene
Ranke (f. u. Ranke); gabeltändig (interfurcalis)
in ter Achiel zweier Gabeläfte ſtehend. Ift Übrigens
die Gabelſpaltung bei der weiteren Theilung in
Zweige, ſich immer wieberhofend, fo nennt man
dies gabelfpaltig od. dichotom, @abelfpaltung od.
Dichotomie (diehotomus, Dichotomia).
Gabelweihe, fo v. w. Milan.
Gabelwerk, in den Windmühlen eine Vorrich⸗
tung, durch welche ber Beutel horizontal geichättelt
wird; es fan, wenn der Wind flärfer geht, auch
ſchärfer geftellt werben.
Gabelwurm , fo v. w. Rüſſelwurm.
Gabelzug, die Art, einen Baum zu beſchneiden
n. zu jieben, wo man dem Stamm nur zwei Haupt-
od. Mutteräfte läßt, aus welchen die Nebenäfte ber-
vorkommen.
Gabenherr (Salzw.), fo v. m. Bornmeifter.
Gabets, Menſchenrace, fo v. w. Cagots.
Gabia la Grande, Marktflecken am Reuil in
ber ſpaniſchen Provinz Granada; Kallbrennertien;
3500 Ew.
Gabian, Marktflecken im Arrondiſſement Be⸗
ziers des franzöſiſchen Departements Herault;
1000 Ew.; zwei Mineralquellen, deren eine Steinöl
(Ouvon ©.) gibt; dabei der Diamantenberg
mit ſchönen Quarz Kroftallen.
Gabie, Bott ber Liven, der in naffen u. furzen
Sonmmern, wenn man das Getreide im Haufe trod-
nen mußte, angerufen wurde, baf er bie Flamme
anfacben möne.
Gabiene a. Geogr.), Diftriet in Suftana (Per-
ſien, im Weſten Des Gebirgs Zagros. Hier 316
v. Khr. Schlachten des Eumenes gegen Antigonos,
die erfie unentſchieden, in der anderen erlag Eu—
meneð.
Gabli (a. Geogr.), eine ber größten u. mächtig-
fien Städte des Latiniſchen Bundes, nörblid am
Albanergebirg, Colonie von Alba Yonga; mit Rem
duch die Gabina via verbunden; hatte in ihrer
Nähe viele Steinbrüce. Hier führten die Belasger
den Dienft der Juno ein, die Daher den Beinamen
Gabina hatte. Hier fol auch Romulus erzogen
worden fein, u. von bier empfingen bie Römer bie
etruſtiſche Difciplin. ©. ftritt Anfangs mit Rom um
bie Herrichaft. Auf Antftiften der Bolffer erflärte
G. 523 v. Chr. den Römern Krieg. Diefe verheer⸗
ten das Gebiet u. belagerten G. lange vergebens;
da kam Sert. Tarquinius, Sobn bes Königs Tar-
quinius, ftellte fidy beleidigt won feinem Vater u.
bot den Gabiniern feinen Dienft an. Nachdem er
fih ihre Zutranen erworben u. die einflußreichften
Bürger aus dem Wege geräumt hatte, öffnete er
feinen Bater Die Thore. Zu Augufts Zeit ftanden
noch einige Häuſer; jet nichts mehr, es ftand
beim jetigen Gallicano.
Gabinia (a. Geogr.), jo v. wm. Samaria 2).
Gabiniae leges, 1) Gabinla lex tabellaria, ſ.
u. Tübellariae leges; 2) a) vom Volkstribun
Aul. Gabinius 67 v. Chr., daß En. Bompejus anf
3 Jahre innerhalb des Mirtelmeeres zum VBejehis-
baber ter, gegen bie Seeräuber zu ſchickenden
Flotte gewählt u. ihm gleiche Gewalt mit ben Pro-
Gahdung dis Wabtenz ”
confuln in den Provinzen 50 rämıide 4
Meere landeinwärts gegeben, and bie‘
ftattet würde, See⸗ u. Yanbtruppen ax
niß anzuwerben u. ohne Nechenfceft t
aus dem AÄrar zus nehmen; f. Seeräuke
bon bemfelben 58 v. Chr., als er Conful
ben Provinzialen nicht Geld auf Bi
wilrde od., wenn es gejchäbe, he
ben Wechfel verklagt werben dürften; eo)
Senatu legatls dando, daß der Senat ta
tigen Gejanbten ben ganzen Februn
Aubienz ertheilen folle.
Gabinius. Die Gabinla gens war az
plebeiſches Geflecht; 1) Aulus @., 1
nebft Cn. Bapirtus u. Al. Famia, ven R
bie Achäer zur Erhaltung bes Friedens gek
von denfelben beichimpft u. fertgejagt. IC
G., 139 v. Chr. Bollstrikun, gab DieGak
tabellaria, f. ı. Tabellariae leges. fig
67 v. Chr. Bolkstribun, Freund bes Im
welchen er die Grabinia lex (ſ. d. 2}a}ted
ging im folgenden Jahre mit ihm nad 1
theiligte fich an den Kriegen gegen Kich
bie Bartber, 65, Tchlichtete dann m J
Streit zwiſchen Ariſtobulos u. Hyckanel
ſten des Erſtern u. bekam von bemielken:
Geldſumme; 64 wurde cr Prätor u. ch
Conſulat, während deſſen Cicere, fa
durch feinen Verbündeten, Clodius, mi
trieben wurde. Als Proconſul (nom 2a
ber erſte Fall dieſer Art) in Syrien, führ
gegen Arabien (f. d. ſGeſch.)), befiegted
Difsen Juden unter Aleranter, fette!
mäos Auletes für 6000 Zalente (über i
Thaler), ftatt des Archelaos, wieder in
ein u. ſaugte feine Provinz faſt ganz
Sabre 54 nah Rom zurückgekehrt u. me,
jungen angellagt, wurde er auf iınmer ı
Cäſar 49 v. Chr. zurüdgerufen, gine
i Tode Des Pompejus nach Dalmatien,
glücktich foht u. 47 v. Chr. in Salen
Aulus Sal. Siſenna, Sobhn tee
nad) ſeinem Vater 57 v. Chr. in Syr
waltete dieſe Provinz, während ſein
Agypten 309. 5) Publius Gab. 2
Feldherr Des Kaifers Claudins; ſiegren
Germanen. 6) G., um bie Witte be
n. Ebr. König der Quaden, ſ. d.
Gabinus cinctus (röm. Ant.), eir
Art der Schilrzung Der Toga, mit de
Schulter gefchlagenen Zirfel derſelben:
beiligen Gebräuchen u. feierlichen Gi
üblich, f. u. Toga.
Gabion (Ir., ſpr. Gabieng), Stanz!
Gabionnade, Korbſchanze, Korbbecher.
Gablenberg, Piarrmeiler, gebört
zirk der Reſidenzſtadt Stutigarı u
1250 Ew.
Gablenz, 1) Nebenfluß ter Themai
2) Dorf im Gerichtsamte Chemnitzet
ſächſiſchen Kreijes Zwickau, mit Thenmi
jammenbängend; Spinnfabriten; 1500
Gablenz, ein altes freiberrliches Od.
ches wahrjcheinlih aus Bolen ven der 3
abſtanmt u. in Die Yaufits überſiedelte
beren ſoll Schlefien feine urjprünglit
fein, nach Einigen auch Gablenz . k. 2
Gabler bis Gabriel! -
‚Adolfv. G. geb. 1764 in Weide,
urfürftlich —2 Dienfie, wurde
1812 Generalmajor u. Brigadier;
Reynier war er in dem Feldzuge
Commandant der Avantgarde des
u. zeichnete ſich in mebreren Gefech⸗
us; 1817 wurde er Generallieute⸗
efehlshaber ter ſächſiſchen Occupa⸗
ı Srantrei, 1830 Gouverneur von
daſelbſt 11. Mai 1543; er war feit
t mit Charlotte v. Stieglig (geb.
Chef ift: 2) Freiherr Heinrid v.
Borigen, geb. 21. Novbr. 1804 ın
niglich ſächſiſcher Rittmeiſter u. uns
Bruder Auguft, geb. 3. Nov. 1510
großherzoglich jachfen - weimariicher
. Rittmeifter u. feit 1840 vermählt
b. Freiin v. Lüerobe, fein älteſter
inrich Abolf ijt geboren 1841.
Matthias, geb. 1736 zu Spalt ın
in den Jefuitenorben, wurde 1770
'bilofophie in Ingolftadt, Später kur⸗
liher Rath, 1752 Stadtpfarrer in
er fih um Kirchen» u. Schulweſen
achte; er ft. 1505 u. ſchr.: Bon ten
per, Ingolſt. 1776; Theoria mag-
1; Naturlebre, Münd. 1776— 79,
b. Bhilipp, geb 4. Juni 1753 in
., ftubirte 1772— 75 in Iena Theo»
790 Repetent in Göttingen, 1753
bilojephie in Dortmund, 1755 Pro⸗
logie n. Dialonus in Altborf, 1504
17. Febr. 1926 als Geheimer Kir⸗
torialratb ſtarb; er fhr.: Entwurf
tie tes N. T. Altorf 1735; Hifto-
inleitung ins N. T., ebd. 1789;
ſiſche Schriften, herausgegeben von
‚Tb. % u. J. ir. Gabler, Ulm
Er jelbft gab Eichhorns Urgeſchichte,
‚2 Bte., u., als Nachtrag dazu,
ie Moſaiſche Schöpfungsgeſchichte,
aus, fo mie mit Häulein, Ammon
allein: Neues theologiſches Jour⸗
8-1811, 16 Bde. Vgl. W. Schrö⸗
igen an J. P. G., Jena 1827;
dr., Sohn des Vor., geb. 1786 in
sit 1807 Hauslehrer bei Schiller in
in Nürnberg, wurde 1511 Lehrer
n in Ansbad, 1517 PBrofeffor in
21 Rector, 1524 Brofeflor der Haf-
u. pbilojephifchen Bropädeutif am
tu. Kreisichelareh, 1525, an feines
Stelle, Profeflor ter Philoſophie in
53 in Teplitz; er fchr.: Lehrbuch ber
Prepädeuniit, Erlang. 1527, 1. Bd.
vsophlae ergareligionein christ.
1536; Beiträge zur richtigen Beur-
gelichen Philoſophie, ebd. 1643, 1.
odor Auguſt, Bruder dee Bor.,
Ittorf, wurde Bfarrer in Kammer⸗
Lichteuau, 1320 Delan u. Stadt⸗
eim an der Donau, 1830 in Qulz-
als Hauptprediger nach Baireutb u.
proteflantifcher Daupiprebiger ach
er Obercenfiftorialraty wurde u.
er ſchr.: Liber die Einführung ber
1823; Wünfche u. Hoffnungen ber
Geiftlichkeit in Baiern, 1829.,
851
Gabler, 1) ber zweijährige Hirſch; 2) fo v. w.
Kother Miları.
ablon, Stadt, fo v. m. Gabel 1\.
Gablonz (Böhmisch G., Gablunzka), 1) Ber
zirk des böhmiſchen Kreiſes Yeippa von 2 OM. mit
26,400 Ew.; 2) Marttfleden u. Bezirksort darin
an ber Neiße; ift Hauptfig der Glas⸗ u. Schmelz»
perleufabrilation u. eines Über Europa binausra-
genten Handels damit, auch Tuchfabrilation,
Baumwoll⸗ u. Wollfpinnerei, Weberei; 1550 Em.
Gabolto, Martkiflecken im Kreife Saros bes
ungariihen Bermwaltuugsgebietes Kaſchau; hat
mehrere Mineralquellen u. 750 Em.
Gabor, f. Gabun.
Gabduat, el, Ort in der zu Ägypten gehören-
den großen Oafe, wo ſich unter anderen Alterthü-
mern römiſche Gräber mit Malereien finten.
Gaboung, Infel im Philippinenardipel (Siüd-
oflafien).
Gabrantuicorum sinus (a. Geogr.), Meer-
buſen auf ber Oftküfte von Albion; jegt Brivling-
ton-Bai.
Gabröta silva (a. Geogr.), Wald in Germa-
nien; jet Böhmerwald, nad Anderen ber Tbil-
ringerwald bis zum Fichtelgebirge.
abriaß (a. Yit.), j. Babrias.
Gabriel (d. i. Stärke Gottes), 1) beiden Zu»
ben einer der 7 Erzengel, kommt im Alten (Dan.
8, 16. 9, 21.) u. im Neuen Teftament (Yu. 1, 19
1. 26.) ver, bier verlündet er dein Zacharias bie
Geburt des Johannes u. der Maria die Geburt
Chrifi. In der rabbinifchen u. apofrypbifchen
Theologie, wo tie Lehre von den Erzengeln weiter
ausgebiltet ift, eriheint G., mit verjchiedenen
Dienflleiftungen, ftet3 unter Diefen. Bei den Mu⸗
bammedanern einer der 4 Engel ber Dffenba-
rung u. Aufzeichnung Der göttlichen Ratbichlilife,
welder Muhammed bei Abfafjung Des Xoraıs in»
Ipirirte. 2) ©., war Praefectus urbi in Gonftan«
tinopel; ein Epigramm von ihm in ber Griechi⸗
ſchen Anthologie. 3) Sohn Samuels, im 11. Jahrh.
König der Bulgaren (ſ. d. Geich.)). 4) James
Wallace, engliiher Seecapitän, trat 1794 in
bie Marine, wurde 1500 Yieutenaut, 1814 Com-
manbeur, 15915 penfionirt u. ftarb 1849 zu New⸗
burg bei Worcefter. Er zeichnete ſich bei mehreren
Gelegenheiten aus, namentlich als erfter Pieutenant
der Fregatte Pomone; er rettete Die Brigg Atalante,
eroberte 16 franzöſiſche Schiffe unter ven Batterien
von Sable d'Olonne, ſchnitt eine franzöfifche Brigg
im Angefichteber Batterien vor Oneglia ab ır. enterte
das franzöfifhe Schiff Jupiter mir 12 Kanonen.
Die Pomone eroberte gleichfalls das amerikaniſche
Schiff, auf dem ſich Lucian Bonaparte befant. 3)
Baul Iof., geb. 1785 in Anıfterdam, widmete
ſich aufänglich der Miniaturmalerei u. bildete ſich
jeit 1805 in Paris. Nach feiner Baterftadt zurück⸗
gefehrt, wurde er Durch einen Zufall darauf geführt,
plaflifche Arbeiten auszuführen, fand Geſchmack an
dieſem Kunftzmeige u. entwideite darin rafch fein
bebeutendes Talent. Bon Ludwig Bonaparte un»
terftüßt, wandte er fi) abermals nach Paris, arbeite
tete unter der Yeitung Cartelier's, gewann für ein
Modell des Hercules mit dem Kretijchen Stier ben
erftien Preis, ging barauf nad) Ftalien, um von
Canova zu lernen, u. kehrte 1913 nad Anıfterbam
zurüd, wo er 1820 Director der königlichen Ala«
demie wurde. Werte: Stanbbild Wilheims I., ver»
‚Güde ‚bis Gabebuſch
xl, fo v. w. Dohle.
olbenſchnäbler), bei Ofen Zunft
Kletterſchwanz, mit dickem, kolbigem
neiſtens mit Kletterfüßen; die Gat⸗
s, Corythaix, Musophaga, bie
ttvõögel, Pfefferfreſſer u. Hornvðgel
näbler).
r. Galong), Franç., geb. 1667 in
1727 Prior ven Notre-Dame de
eaumont fur Dije u. ft. daſelbſt 1725;
te sans fard, Köln 1696, 2 Bbe.;
sseau, 1712; L’Ilomere veng$,
mes ou Dovises chretiennes 1714
secretaire du Parnasse, 1723;
etzung Anafreons, Par. 1712 u.1754.
Wwaralja, Halics), Marltflecken im
d des Verwaltungsgebiets Presburg
hloß der Familie Forgacs, Poſtamt,
imirfabrik (ſeit 1165), Fabriken für
nkelrübenzucker, Bleiſtift, Papier;
Sschn Jacobs u. der Silpa, Leabs
7 Söhne: Ziphon, Haggi, Suni,
. Gri, Arad (Areli).,, Sein Stamm
—ü —— —ñ — — ñ—— — —ñ—s — — —
— — —— — — — 2—3
beim Auszug aus Agypten 45,650
seim Einzuge ins Gelobte Land nur
belam die reichen Gegenden jenſeit
zwiſchen dem Gebirge Gilead, bis
zareth u. bis zur Grenze Paläſtinas;
züglich Viehzucht u. lagen ſpäter oft
t den, durch den Jabok von ihnen
nmonitern , bereu fie ſich unter
Jephthah ermehrten. 2) Propbet zur
dieſen ſehr ergeben; er hatte eine
ung Davids aufgeſetzt, die wahr⸗
der Hauptquellen des 1. Buchs der
Chaldäiſcher Götze, welchen die ab⸗
ꝛliten gegen das Ende bes Exils ver⸗
bbiner nehmen ihn für den Planeten
Statt in dem türkiſchen Paſchalik
dafritka), ſüdweſtlich von ber Stadt
auptſtadt des gleichnamigen Sand⸗
em ein Paſcha vorſteht, u. der wich⸗
lag für beim Verkehr zwiſchen Zri-
Innern Afrikas. Die Stabt zählt
ift reich au fliegenden Waſſer, bei.
alquellen.
Geogr.), 1) Stadt in Judäa, im
be; %) zur paläftiniihen Dekapolis
Stabt in Peräa, öftlih vom See
n Hieromak; mit heißen Schwefel-
:ba). Die Umgegend Gadaris. Die
ven bewohnt, wurde von den Juden
von Pompejus wieder hergeftellt.
zeſus das Wunder an ten beiben
zuftus ſchenkte &. dem König Hero-
n Zobe kam es zu Syrien. Ruinen
Jorfe Omkeis.
Gadadhara), Fluß in Alien; ent-
em öſtlichen Zweige bes Himalaya»
des chinefiihen Lehnſtaates Butan
indobritiſchen Präſidentſchaft Ben⸗
rahmaputra.
h, ſo v. w. Wittliug.
Grittle⸗G.), Dorf in ber eng
ft Hertford, mit 650 Ew. u. einem
Eduard I. ein Barlament hielt.
siton, 4 Aufl. VL -
Gaddi, ein Mann aus ben Stamme Manaffe,
von Mofes auf Kundſchaft nad Kauaan gefenbet. |
Gaddi, 1) (Babe), geb. 1249, floventinifcher
Maler u. Mofaicift, arbeitete in Florenz am Dom
u. in Rom anı Sta. Maria maggiore, im Styl dem
Cimabue verwandt, dem er auch eng befreundet
war, u.ft. 1312. Von feinen Moſailbildern ift eine
Krönung ber Maria in der Kirche Sta. Maria del
iore in Florenz u. eine Himmelfahrt Maris im
ome zu Pifa bortrefflic erhalten. 2) Taddey,
Sehn des Vorigen, geb. um 1300 in lorenz,
Maler u. Moſaikarbeiter, Schüler feines Vate
dann Giottod, ten er im Colorit u. Faltenwu
uod übertraf, aber in ber Großartigfeit der Com⸗
pofitieu nicht erreichte, auch baute er den Glocken⸗
thurm ber Kirche Sta. Maria bel Fiore u. nad
Einigen bie Brüden Sta. Zrinita u. Ponte Vecchio
in Florenz; er fl. nach 1366. Werte: Veben ber
Jungfrau in S. Croce in Florenz. Aus feiner
Familie ftammen viele Carbinäle u. Biichöfe, Mär
cenaten ber Kunft. 3) Angelo, Sohn des Vor.,
eb. 1327, Schüler feines Vaters, malte viele
—* in verſchiedenen Städten Italiens, ohne
jedoch den Ruhm feines Vaters zu erreichen; fpäter
wibinete er ſich laufmänniſchen Geſchäften u. fl.
1389. Werte: Die Gejchichte von ter Findung
bes Kreuzes in S. Eroce in Florenz; die Geſchichte
Marias im Dom in Prato; zwei jeiner Tempera⸗
bilder auf Goldgrund finten fid im Berliner Mu⸗
jeum, das eine St. Yaurentius u. Sta. Katharina,
das andere eine thronende Maria darſtellend.
Gaddir (a. Geogr.), alter Name von Cadix, ſ. d.
Gade, Niels Wilh., geb. 22. Oct. 1917 in Kopen⸗
hagen, war erſt Biolinift in der königlichen Kapelle
dajelbfl, gewann 1841 für feine erfte größere Com⸗
pofition, Nachllänge von Oſſian, den von Kopen-
bagener Muſikverein ausgeſetzten Preis; vom
Könige unterftügt begab er ſich zu feiner weiteren
Ausbiltung 1843 nach Yeipzig, wohin er nach
einer 1844 unternomunenen ttalieniihen Reife zu⸗
rüdfehrie, um an Mendelsſohn's Stelle während
deſſen Abmejenheit bie Direction der Gewandhaus⸗
concerte zu übernehmen. Seit 1846 ließ er ſich in
Kopenhagen nieter u. wurde Dort Urganift u.
Muſildirector u. 1650 Hofcapellmeifter. Bon ihm
find außer ben Nachklängen von Oſſian 5 Sin⸗
fonien, ein Quintett u. ein O:ctett, nıchrere Stücke
für Geſang mit Orchefter, jo Erlkönige Tochter ı.
Frühlingephantaſie u. viele Heinere Compofitionen,
im Ganzen gegen 40 Werte, erichienen.
Bade, Heinrich Moritz, geb. 1796 in Kiel;
Profeflor der Naturwiſſenſchaften, früher in Rotter⸗
dam, dann in Lüttich; er jhr.: De insectorum
vermiumque structure, 1817; Beiträge zur
Anatomie u. Phyfiologie der Meduſen, Verl. 18155
Dieu dans la nature, Bonn 1825; Stillieben,
Kiel 1833.
Gadebuſch, 1) Amt im Großherzogthum Ded-
lenburg- Schwerin; 2,9 ODL.; 4500 Ew.; 8) Stabt
daſelbſt an einen See, Amtefig, Schloß, Brannt«
meinbrennerei, Brauerei, Leinweberei, Schuh⸗
macherei, viele Schmiete u. Sattler; 2300 Ew. —
G. ift eine alte Statt; fie wurde ſchon 1151 von
Heinrich dem Löwen verwüſtet, 1201 von König
Woldemar von Dänemark genommen; fie erhielt
1218 das Lübiſche Recht. Zwiſchen G. u. Grevse⸗
muͤhle 1253 Schlacht auf ber Rambeeler Haide
zwilchen ben Söhnen Herzog Seintiche I. Hieros
PAY GSabeir bis Genie
en Sachſen u. ' kung ven Berlin, ebb. 1913; Freim
—A — 7 der am 20. Dec. | ebb. 1315: Der Berliner Nachweijer
Bran Die der Schweden nnter Steenbod über ! 2. Aufl. 1330; Zur Statiſtit ber ben
He Bi f. Nordiſcher Krieg. Bei G. blieb , n.de6 deutſchen Buchbanteis, ebt. 15%
Theodor Körner 26. Auguft 1813 in einem Gefecht | Bantel von mehreren Seiten betreften,
gegen bie Bramofen (vgl. Worbepdir otanum fretum (a. Geogr
8356 ‚f. —& Gadium (mittellat.), fo v. w. Zeh
160.1 Eiodwerlt; 3) Gemaiı üe Toclın Bedyeiny
2) jo v. m. Sto € ' n { Oßerbaste,
hAlfe, Geiellihaftr; in Bermabter: Geben | fm ame Sein, Amt Dberbatt,
Ehe Beifafle Babeling, ein Verwandter; | fentrecht anffleigenten Gadmentut. 9
ein . ; i i Gipfeln, u
One Eden Sat ken Be | va Berne Gr
er : ? ⸗ iſt.
of Forth; beide mit den Städten Curia na —* A N v. w. Schellñſche.
menin m; jegt nach Cinigen Richeſter, na @abolinerde,, fo v. mw. Nttererke
dern Brampton. ĩ einem jchmähiig
ben ganksrefei Siekfeim: 1100 Gm. | Lopen mob ac Einem Khmäbig
ber banndvrifepen Xanbbrofei di vueflappe. | beutlich kryſtalliſirt vor, meift derb we
Gaͤderopus, Mufcel, |. —7* —— nierenförmig unb in Sörnern. ih
Gaberdlchen, Diartifeden, y von ben Bhönie | hat mujdligen ob. unebenen Brud ı
Gades (Bakeire, a. Aa veſi genommene | ſeine Härte iſt 6—7, fein ſpecifüches
ciern gegrülntete eb. heit lag anf ber Weftfeite | 44,3; befteht aus Tiefelfaurer Niterer
Stadt im Wärifchen Spanien, ie en Borgebirg ge- | erde, Eerorpbul, Lanthanorob u. Eile
einer zwiſhen Calbe u. vem De N dem Feſtlande verſchiedenen Mifchungsverhältnifien:
tegenen lieinen Infel, me te de Suazo) verbin- | Fahlun, Finbo, Brobtbo ı. Nıterko in
tur eine Brüde uiedt g" Mei aber viele Cinw. | Bitterde in Rormegen, meift in Gramitei
ten war: an fih war akt! ven Feftlanbe Gador, 1) Marktflecken am Aime
daten fi nt Dem gegen Fear) war, u auf ſpaniſchen Provinz Almeria, mit ſebrerg
we amd der Daten 1. Tune dero ob e ‚Ser minen u. 2500 Ew., Tiegt am Fuße teri
ter nalen Memen Intel & N ar turch Handel, | be ©., Gebirgejug ber Brovinz Almen
— Tri m tie Ginm. ber gleihlaufend, zwiſchen 6168 u. 7150 F
mer mu Seren "ca bie Römer fih an⸗ Gadfchena Luſtſchloß, ſ. Gatichin
EINE OENT wer Sa it dem römifchen Badeden (pr. Gädsden), 1) ©
ur mr Ne — a8 Municipium | Staate Florida Mordamerikai, 55 O2
Ro. on NIENINENE. SS u mar ter Sig | Appaladhicola- u. Ocklokonce⸗River: &
mn Sa. ba! an zurten in ©. | u. fruchtbar; Probucte: Tabat, Suder,
— — 5 men reihen | taten, Baumwolle; 1550: S7S3 Em. ine
Kun Nr SE SER Sant eh ehe | Sklaven; Hauptort: Duincn: 2) Fe
Immer, TV :N en ns Grafichaft Cherofcetes Staates Alabanı.
. wii Sm N . ter; Handel mit Baumwolle, Damı
Geietedr Ne Sieingebent. vze Art Get ——— —I am Alabama⸗3
same. © 2 a. 28 adsden⸗Vertrag, zwiſchen den
, Gatyeiea Gabbeliide Ertace = Siserafur, Staaten ven Nortamenton. Merice.i
ORT, —2: ratificirt am 30. Juni IS54, were:
Sedraitic gene —— a Gar 7 ien Acres Land in Niedercan
—— 8: 325 aan —— 244. ' 3 Mill Pinfler von Dierico an bie
E- .me.: ea. Bam zer: 8) Fre} : Stoaten von Rordamerifz abgerzeren ı
ers terio, ar $üelu ve Grat. Az-rcılanpr- Stande gerade im Deckr. 1553 v:
[iind mir Grzueu Sehe, Hari ———— 33* adsden, nordameritaurbert
GUIDE, Sigel in ber nike
Nirinrußen, aud Juten u. Zigeuner. Im 3. 1659 Kent, nertweflid von Recheſter: mitt:
hielt (4 einige Ztürme vom Terre tes Hemaanı cine Scene zwiſchen Prinʒ Penn —*
Wygruihi am, nachtem es 5 Jahre verber ven Faiñeñ Im Zbaleipeare'a eng Same?
Outrinsgh, Regnnentsckerhten ven Kjeichin, ereberr Gadfüll, im Lamaismus eine x’
merten mac: 150% von Vaiepa beieitigt, um eine lengs ed. Friefter, ]. u. Lamaiemus.
nne siehe rent m aufzunehmen, teurte es 17yy Gadu, ter eine ter beiden Lime
von Peter nem Örchen belagert, 1730 wurde G. landes . d. in Senegamdien, Weſtaig
sone ner ölulhen Regierung tem Hetmann Apoſtol Gaduin (Ebem.. Ca Ha Os IV.
aeſebeuft, firl getuch balb wieder an Lie Krone zurüd. ! De Jongh im Leberthran entdedie et
adicke, Ayla Chriftian, geb. 176% in Bere | ifl bunkelbrann, ohne Geruch ıı Geier:
fm, wurte Aflociv tes ‚neuftriecemteirg in Wei⸗ in Alkohol ı. Ather, un:eriich in Wañe::
mar, 1801 Auchhändler in Berlin u, ft. baf. 1857; | fäure löſt cs mit vorker arde anf, Zur
er Jh. u u: ubrilenlexikon won Dentidland, kalien fällen ea wicter, ım lÜlteriduf t
lm 1,08 fh, 2 Vde.; Der Buchhaudel, ebd. | tft es löslich u. dur‘) Säuren jãllbar: zei
Inu, vertton von Vertin, Bert, 1806; Beſchrei⸗ holten Abdampfen der alteholiſchen Leiur
Gabus bi6 Gaciſche Byradem. Literatur
, Mobifienti N) in ,
er mic * u —
Scheüſiſh
ze (Chem.), eine der Hypogäafäure,
‚ welde durch Behandeln derſelben
Säure entſteht, fie iſt farblos, kry⸗
chlos, bei 38° ſchmelzbar, verflüchtigt
ſetzung, löſt ſich "leicht in Allohol
t in Waſſer; das Atherjalz iſt eine
teit, ohne Geruch, flüchtig, unlsslich
ih in Alkohol.
Gaels), nennen fi im ihrer
he bie celtifhen Bermohner Irlands
mbe. Obgleich in bem ſchottiſchen
(Lorlande) der Name Erse, b. i.
der Ausipracdhe Ersh), für bie Cel⸗
(nicht für das Bolt) der Hochſcho t⸗
ders) od. Bergichotten vielfach
ichnung Gaeliſch (engl. Gaelie) ges
ſo iſt derſelbe doch den Hochländern
nt. Letztere nennen ihr Bolt ſelbſt
‚ach anderer Orthographie Gaedhel,
ihre Sprache Gaoidbilg: ganz ebenfo
Irländer in ihrer, dem Hochſchotti⸗
verwandten Sprache u. werben auch
hotten mit diefem Namen bezeichnet.
dafjelbe Wort, wie Gadhel, nur nach
Siprache geichrieben. Einige neuere
benutzen bie doppelte Schreibweile
bezeichnen mit Gadbeliſch den ganzen
ifchen Zweig der celtiſchen Völler n.
hrend fie die Ramensform Saeliſch
otten u. das Hochſchottiſche beichrän-
ıtericheibet man zwiſchen Gael Al-
Gaelen von Albion (od. Schottland)
ınach, d. i. Gaelen von Grin (ob.
den Kymren in Wales lautet bie
Gwyddel. Die nichtceltiichen Be⸗
lands werben von ben Hochländern
e Mehrzahl Gaoill, db. i.
genannt; das Yand der Hochſchotten
ch, das Land der Nichtcelten aber
ie Gaelen find bie nächften Stamm⸗
7 celtiichen Irländer, wie auch ihre
det, | Gaeliſche Sprache u. Literatur.
tiger Abnahme begriffen, haben fie
auf ben heutigen Tag theilweiſe ihre
‚ Gebräuche bereahrt, ſ. Hochſchotten.
ihlreichen (meift höchſt unkritiſchen)
Urſprung u. Nationalität ver Gaolen:
Highlandes of Scotland, Lond.
; Wilſon, The Archaeologia or
nnals of Scotland, Edinb. 1851;
eltica, Stuttg. 1839 — 42, 3 Bde.
Bprade u. Kiteratur. Die G. ©.
nne ift Die Sprache der Hochichotten,
Sinne (wo mehrere neuere Sprach
chreibweiſe gabhelifch vorziehen),
g der Eeltiihen Sprachgruppe, wel⸗
be, das eigentlih Gaelifhen.
auf der Inſel Dan) umfaßt, wäh-
ꝛ Zweig durc das alte Britanniſche
deren Reſte, das heutige Kymriſ
etoniſche (Armorikaniſche), repräſen⸗
ie älteften Sprachpentmäler bes Ga⸗
eiges zeigen nur eine gering bialel-
venbeit zwilchen dem eigentlich Iri⸗
Gaeliſchen der Hochſchotten; erſt um.
‚tionen u. Juter
nenerer Zeit haben ſich, wenigfieu® in ber Schri⸗
—— — vier geſocdert.
Man mnuterſcheidet in der oltoſprache ywei-
Barietäten, das Weſtgaeliſche in ber Grafichaft
Argyle n. ben w landen, u. das Norbe
gaelifchein der Graſſchaft Inverneß u. ben närb»
»D>
jol⸗
werden
lang I)
anf ber erften Syibe. A bat einem breifachen Lautz
a, bumpfes ö (vor eh u. dh) u. kurzes e od. ä; o
lautet bald offen, wie ü, bald gefchleffen, wie eh, :
bald lurz u. bumpf, wie in den beutfchen Eudſylben
en, er 2c.; i lautet wie im Deutſchen; o balb-wie
im Deutfchen, bald dem au fich nähernd, bald wie
bumpfes 6; u wie im Deutſchen. Außerbem:. gibt
e8 noch bie Diphthongen ae, ai, a0, oa, ai, 60,
eu, ia, io, iu, Oi, us, ui, a. Dipbtbongen aoi,
eoi, iai, iui, uai, beren Ansſprache gleichfalld in
verfchiebenen Fällen verſchieden if. Die Conſo⸗
nanten twerben, wenn fie allein ſiehen, ziemlich twte -
im Dentſchen ausgelprochen, nur daß e u. g vorm. :
nad einem hellen Bocal faft wie kl gt d n.a
aber vor u. nach e od. i wie tseh, dsch, sch lau⸗
ten; 1 u. n werben etwas monillirt; r bat eine
ſcharfe, für ven Fremden jehr ſchwierige Ansiprache.
Denn die Eonfonanten afpirirt find, lautet bh wie.
w, ch wie im Deutichen, dh u. gh faft wie j, fh
iſt ſumm, mh wie w, doch etwas nafal, ph wie f,
sh wie h, th wie h od. iſt ſtumm. Die 6. S.
einen befimmten Artilel. Die Subſtantiva haben
zwei Geſchlechter, Maſculinum u. Femininum, u.
zwei Zahlen, Singular u. Plural. Sie werben
nach verichiebenen Deckinationen flectitt, je ma
bem ber letzte Bocal ein voller sd. heller it. Die:
Declination geichieht nicht nur durch Beräubernu-
gen am Ende, jonbern auch am Unfange des Wor⸗
te, , ®. am bard, ber Barbe, Gen. a’ bhaird,:
Dat. a’ bhard, Blur. Rom. ne baird, Gen. nam“
bard, Dat. na bardaibh. Die Adjectiva werben:
anf dieſelbe Weife flectirt. Der Somparativ wirb
durch Aubhängung von e ob. id an den Genitiv des
ofitivs gebildet u. bient auch al® Superlativ; Die
fen find 1 aon, 2 dA, 3 tri, 4 ceithir, 5 chi
6 se, 7 seachd, 8 ochd, 9 naoi, 10 deich; bie
Drbinaljahlen werben burd bie Enbung amh
gebildet, mit Ausnahme von an ceud, ber erſte,
an dara, ber zweite. Die Pronomina personk-.
lie find mi ich, tu be, e, se er, i, si fie, sion wir,
sibh ihr, iad fie; Bofieffiva: mo mein, do bein,-
a fein, ar unjer, bhur euer, an, am ihr.
dere Pronomina find a welcher, so bieler, co Wer.
Das Berbum bat ein Activum u. ein Paſſivum,
einen Indicativ, Negativ od. Interrogativ, Con⸗
junctio, Imperativ u. Infinitiv, zwei einfache
ten, Präteritum u. Futurum, in deu gewöhnlichen
brei Berfonen u. zwei Zahlen. Auch bie Conjn⸗
gation gefchieht burch Veränderung am Anfang u.
‚| Ende der Wörter, 3. B. bhuail: mi id {dl
buailidh mi ich werbe fchlagen, ta mı ag bualad
ih fchlage (eigentlich ich bin im Schlagen). 8
ibt zwei Conjugationen u. mehrere unregelmäßige
—* Bon Adverbien, Präpoſitionen, Conjnne⸗
jeetiouen iſt nie Beionderes 38;
38
bemerten. Die Mor ‚gefhtehe durch Ablei⸗
ob.- Die Syutar iſt
yeinfach. Der Anfang des Baterunfers: au⸗
—— nꝰ athair a ta arrıneanh,
Himmel; fei-gebeiligt bein Name: Wörterblicher: ı.
auffer ben; ältereım bon —*— Edinb 1741)
Shaw (2 Bor. LToudi 1780), Macſarlan (E —*
1771552 Bbe,; gonb. 1815) u. Allan (Ebinb, 180
bie neueren: von. ber Higkdand or
ds — dom —* *— u. ——
(%
—— 1901, 2. Ku 1819); ——
ben teichungs tafein, Halle 18223
—— ee Forbes (Lonb. 1843); Ber:
ns e,, Rowiand, Mona antiqua restau-
—* Lond. 1766, u.beſ. Kellen Practical grammar:
of. the'anicient Gaelie, Lond. 1903, u. Öregeen
A diction.of the Manks lang, Douglas 1836.
Die ©, 2. beſteht faſt nur in Dichungen der |;
Barden, bie bis im die legten Gabrbunberte u.
—* mündlich überliefert, boch auch nieberg
ben. bier u. da in ben Familienarchiven als
nannte Laibhair'deargh (db. t, rotbe Bilder) *
bewahrt wurben. —* wurden dieſelben erſt
geſammelt m. a in ra ſeitdem durch Maca.
—5** engliſche Bearbeitung einer Anzahl alter
ae: —— —S ken halb⸗
nm en Bar an (j. D,) en wur.
ben, bie Kinfeetfomtet auf bieje Gattung von poe⸗
tiſchen Denkmäler gerichtet wurde. Außen 'den
gaelijchen Dichtungen Offians, bie 1807:in London
u 1808 in: Edinburg par we wurden noch viele
anbere Barbenlieber, von Diacbonalb, Bal-
lencey, Harold, John Smith, Miß * Suli⸗
van, Walfar, Moury, Salloran u. A. — —*
Auch wurde für biefen Zwed bie Hig land S oviety
begrlnbet, zu welcher neueſter Zeit noch Die Os-
sianic Society zw Dublin trat, vie ſeit 1955 in
ibren. Transactions eine Anzahl alter. gaelifcher
Poefien veröffentlicht hat. Nenere gaelifche Diche
ter find mm wenige aufgetreten; ber befanntefte
unter benielben bürfte-Aler, Macbonalb: fein, ver
in ber erften Hälfte bes 16. Jahrh. dichtete Die
Profaliteratur beftebt fat nur aus religiöfen Schrif« |
ten; fr das älteſte gebrudte Buch gilt bes Biſchofs
Garfevelt Überfetgung von John Knors Liturgie‘
(Edinb.; 1567). Die Bibel ift mehrfach gebru
das A. T. u. a. zu Edinburg 1807., das N. T. zu
Einburg 1813 u. zu London 1855. Alle gaeliichen
Drudwerfe verzeichnet 9. Reid, Bibliotheca
Seoto-Celtica, Epinb. 1832. Bal. MLauclen,
Geltic Gleanings, Ebinb. 1857.
Gakta, 1) Meerbufen u. 2) Seeftabt baren, m
ber — — Provinz Zerra di Lavoro, eine
rie Feſtung, auf einem in bas Meer hinaus
reichenden Felfenvorgebirg erbant, fo bafj vom
Lande ber nur ein fhmaler, durch mebrere, etagen«
weile über einander liegende Batterien gebedter
Zugang übrig bleibt; fonft ſehr freumblich gelegen
1. bon vielen Tandbäufern umgeben; ber Plan ber
Weftungsmerfe rübhrte von Karl V., die Details bon
ben Franzoſen nach ber Eroberung ber Stabt durch
sſhen 1799 u. 1806; fie finb noch 1852 u. 1853
vet werten; G.hat guten Daten, Sijchef, Rate»
gu naom-
beicheart'dinm, d. bi En welcher iſt im
1namı“ Qaclae 51 —R
— te ne
en ner f.d.) Amme bes Mict,
fe,
Ä
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;
T2}
H Bub Gas van
Rei wre ©. a
Staat: mit. reyabl ’
Ye
en
tond von Aragenteır bie Stabt ein n.
mehrere Werke, je: Die Citadelle, an.
Im Spaniſchen Er
bielt es eime breimonatlidhe Belagera
— wieber an ben König
1606 er ber
Bez
Im Nov. 1848 Mlhtete $ Papft Bine D
u. veftbirte bier bie zum Sept. 1849,
welcher Zeit G. ber uns mehrer
des Könige son Neapel n.
herzogs von Toscana, — anbtes
maten war. Im Mat 1849 wurte G.
® niern bejegt. 3) Mola di @., Fk
daſelbſt, in der Nähe von jenem, and
von Rom nad Neapel; 2000 Ew.
Gotta , Herzog von., |. Gaudin
Sattäni, Honvratus, Herzog .
— Grein on
Gaetanut As Gagel
be 1837 Stalthalter von Sicilien,
litaniſcher Staatominiſter bis 1848,
jeſtand trat, u. fl. 1857 im Neapel.
d, ſo v. w. Cajetanus.
aiatet), Bolt in Abyffinien (Write).
t, Gartan, fo v. w. Caffarelli
) I v. an ; —— * ſo
necht; 2) Gaffelamt, fo v. w. Zuufi;
erren, Rathsherren, bei ben Zunftwer-
u. Gaffelkaecht, fo v. w. Jungmeiſter
iner Zunft; Gaffeimetfter, jo b. w.
3) (Seem.), eine Art Raa, bie ſtatt
e, am Eube durch eine Art Gabel am
jt iſt; Saffelſegel, folche l, bie
en, jonbern an Gaffeln angeſchlagen
ine Übung beim Boltigiren (1. b.).
Kunern, eines ber älteften Geſchlechter
Is in Schiefien, das urfprünglich Sa⸗
eron hieß. Schen im 13. Sahrh. foll |
ich begütert geweſen fein, im 16. Jahrh.
b in die 3 Linien G.⸗Oberſtradam
I..Trembatfchau, von denen nur no
sem jegigen freiherrlichen Geſchlechte
arimilian, war k. k. Rittmeifter u.
1677 im Kriege gegen bie ungarifchen
aus; bald darauf aber wurbe er
ndet von ben Rebellen gefangen ge-
ebendig geipieht; 2) Adam Abrah.,
‚trat in däniſche Kriegsbienfte, wurde
nant u. Gouverneur vou Nyborg u.
rühnen, er war vermählt mit Chriſtine
olle. Jetziger Chef ift: 8) Freiherr
geb. 28. März 1797, wurde 1840 ın
n Kreiberrenftand erhoben n. ift könig⸗
x Geheimer Regierungerath u. erfter
föniglihen Creditinſtituts für Schle-
54 war er Mitglied ber erften preußi⸗
: u. Bicemarichall des ſchleſiſchen Pro⸗
8, dann wurde er zum Mitglieb bes
: auf Yebenszeit ernannt; er war feit
It mit Johanna geb. Röftel (ft. 1858);
sohn Rudolf, geb. 4. März 1821, iſt
ruſſiſchen Dienften.
Marktflecken des Bezirka Weyer in
ser Enns (Traunkreis); Eiſenhammer;
tadt in Tunis (Norbafrika) am Rande
bat 2000 Ew., große Krapp- Henna⸗
ion u. Obfthanbel nad dem Innern.
Geogr.), Stadt u. Kaftel in Lycien,
angelegt, Ruinen bei jegig Gagge⸗
inem nahen Ylüßchen fund man ben
es, |. Gagat.
ro, Stadt im Diftrict Saharunposr
Delhi in der indobritiſchen Präſident⸗
en (Vorderindien).
fürſtliche Familie in Rußland, t
ten Golibeßovſti⸗Starodubfti ab. Ihr
Michail Lapin⸗Golibeßovfti u. feine
hießen mit Zunamen Gagers, b. i.
Zu bemerken ſind: ı) Fürſt Matwei,
ter dem Großen erſt Statthalter (Woje⸗
tichinſt in Sibirien, danu (1207) PBrä-
rwaltungerathes von Sibirien m. von
meur bajelbft, wo er in Tobolſk eine
ung banre. Er war ſehr prachtliebend
ben Kaifer in Ungnabe gefallen, 1721
g öffentlich hingerichtet. 2) Gawriil,
sch längere Reifen. im Unslaube, wurbe
ruffiſche diplomatiſche
MW
Ranmerjunker, 1781 Obexproturecx, 1996 Menator,
1c2 im Rirchbork —
im 0808 je u. eini
s) Fürſt Georg . eb. 1781; at irip urens
vp8 , wurde Tegatissraith
er 1692 Aard. 4) Bürk Mleramder, rmfkiker
er arb. 4 erander,
Grenerallieutenant, welcher ſich in —— gen
die Kantafusnäller auszeidmete, bei. auf dem Zuge
en Dargo, wurbe 1847 Gouverneur von Autats,
ebligte 1853 Die Milizen an ber tilrkiichen Gremge,
wurte in der Schlacht von Ticholock, 16. Inni
1854, ſchwer verwundet u. erhielt baranf, zum
Generallieutenant ernannt, base Commando über
bie 19. Infanteriediviſion u. war 29. Sept. 1855
bei bem Sturm auf Kars, wo er wieder verwandet
wurde; nad) einer Babereife in Dentichlaub kehrte
er im Februar 1857 ale Generalgouverneur von
Kutais auf feinen Poſten zurüd; im Begriffe, ben
Fürſten Sonftantin Dabeihlalian von Svanetien
zu fangen u. nach Tiflis zu ſchicken, wurbe er von
dieſem in feinem Schlofle mit mehreren DoichRichen
verwunbet u. farb 6. Movbr. 1857 in Kutais.
Sagad, Bolt, fo v. w. ——
Sagat (Pechtohle), eine Art Bramlohle,
welche ſich in lleinen Stücken in den Braunkohlen⸗
lagern mancher Gegenden findet, jo bei. im Thale
Hers des Arrondiſſements Pamiers, bei Dransfeld
in Haunnover m. in England. Es iſt von ſchwarzer
Farbe, hat mufcheligen Bruch u. ſtarken Blanz;
man verarbeitet es zu Knöpfen, Roſenkraͤnzen, Arm⸗
bänbern u. allerhand Schmudjachen.
Gagauda (a. Geogr.), Nilinfel in Äthiopien.
Gage (fr., ſpr. Gahſch, germähnlich Gahſche,
vom wiittellat. Gagium, f. d.), 1) Pfand,
6. damour, Liebespfand; 2) Gehalt, Beſoldung,
vorzugäweile ber Schaufpieler u. Sänger; 3
San), fo. v. w. Cage.
age (fpr. Gelbich), geb. in England, trat früh
in englifche Kriegsdienſte u. ſtieg bald bis zum
General. Ws Generallieutnant war er britiicher
Generalgouverneur in Bolton u. befehligte bort,
als 1775 der Rorbamerilanifche Fretheitokrieg be»
nn. Über feinen Antbeil an demſelben u. wie er bie
rovinzialverſammmlung von Maffachufetts ſtören
wollte, ‘ Nordameritaniicher Freibeitetrieg. Zurück⸗
berufen ſtarb er in England.
Gagẽa (G. Salisb.), Pflanyengattung aus ber
milie ber Liliaceae- Tulipaceae, 6. $4. 1. Orbu.
; mit feheblättriger, aufrechter, oben abftehenber
Biäthenpälle, mit den 6 Eitaubgefäßen bleibend,
ohne Honigbehälter, Staubbeutel ſenkrecht eingefligt,
Griffel ungetheilt, Narbe breifeitig, Samen abge-
rundet, Blüthen immer gend mit grünem Nüden-
Brei aut ben gr ättern; wur ſogn mit
t mengezogen; Arten: G. lu-
con, — — auf Atem, in
ti ; G. pratensism.
& . —* —— — üdern. Die Heinen,
ſchleimig, füßlich⸗ ſchmeckenden Zwiebeln erregen
we "pie Sn ttung Myrica. Daher
Bagel, vie Pflayzenga a.
Per ätherifches 8 ans —* Gale; man
erhält es durch wiederholtes Deftilliven ber Blät⸗
Bat Ye Geud ver Ban ai Denis —
“ iber; Ipecifihes der
in Wifobol, leicht Idelich in Ather;
dt 0,026; bei + 12% wird es faR feſt, indem
RG das Gtearepien auoſchedet. .
auiſ⸗
— ie Vu 1792 für bie A |
migin | Beim, Anbringen ber
Er Oi en
1801 — >
3 ————— wirlle er für
—
b
— u & —
ſchrieb anonym —— bes —2
nt —— —* algeſchichte ber Deutſchen, an
großartigen Erfolg hatte. Da feine
——** he Erg Tyrols fehlſchlugen,
ging er nad Wien u. trat. mit ie Berfafn in
binbung, um für eine zulinftige Berfafjung
Deutſchlands thätig zu fein: ‚Auch den Freiherrn
—* — u. mehrere deutſche Höfe juchte, er filr
1813 Be tigter des Prinzen bon -Oranten
u. bes Kurfürfen von Heſſen bei dem für bas
nörbliche, Deutſchland ‚ein —— —æes,
har ‚Im Auftrage hei fteren ging er ſodann
Schweben uEnglanb u. lehrte nad) ber Ber-
‚weibung ‚Napelcons’aus Deutichland zurüd, um
ala & ter für bie: ——— u. Naſſau am
Wiener * e Theil zu.n Ben Bode
neigung gegen as kipe rlüebe ‚für die
Nieberlande u. bie Aug nicht wenig
— }
wange |. dir
nene
—A—
Dien
rert
Dragouerregi
gewinnen u. wurde im April in
wurde er
Antheil an der Bolt,
5 Bbe.; Anſprache am bie beu
Borgang in in, Lpr. 1838;
Hi 7"
gegen Nußlanb mit;
eben u. Yeipzig, 1814 trat ı
Vaters Munich in nmieberlänbiihe 9
über u. wurde bei Duatrebras verw
1815 ſetzte er ſeine Studien in Heide
lehrte 1817 ala Hauptmann im ben nid
zurück; 1824 u. 25 wurbe er!
milit rcommiffion beigegeben u. fian!
Jahre den Arbeiten bes General
bor, wo er bie jüngeren Offiziere in
matit u. ben Krie —— — n
1830 wurde er Chef bes Stabo bei be
8 Bernbarb von Weimar u
ſolcher, jeine ſchon früher bemäbrte 2a]
Nene an ben Tag legend, an vem 4
Belgien Theil. 1838 wurte er Comm
iments u. begleitele eimen
biichen Prinzen nach Petersburg Seit
gabter ber Kavallerie u. 1844 Generel
abjutant des Königs, werweilte er vor
bem tieberländiihen DOftintien, ı
Colonien inipiciren. Nach br
überneur vom Sa ur
eommanbant von Sibholland, Als €
1848 von dem lebhaften Berkangen ergal
politiien Neugeftaltung Deuticlaudt
jeberlanven beurland®,
er bas ihm von deu Siebzebnern Übertea
Seine Ah | mando gegen bie badiſchen Jujurgenit
Mäßigung mit: militärijcher Energie !
sbegasın den Kampf,
SER. fiel aber jchos
Gegen. bis Gage.
‚20. April 1848 bei Kanbern, wo ihm
ıtmal geſetzt wurde. Bgl. Leben bes Ge⸗
rich von G., von Heinrich von Gagern,
Bde.3) Heinrich Wil helm Auguſt,
Vor., geb. 20. Aug. 1799 in Baireuth,
ie militärifche Yaufbahn beftimmt, feine
che Ausbildung von 1812—14 auf ber
: in Münden, machte den Feldzug
eiwilliger mit u. betheiligte fi h⸗
Studien in Heidelberg, Göttingen u.
: bei den burſchenſchaftlichen Beſtre⸗
21 wurde er Yanbgerichtsafleflor in
t Regierungsafleflor u. 1829 Regie⸗
n Darmftabt, 1532 coutrolirender
Pinifterium des Junern u. ber Zuftiz.
ihen Anfichten in Bezug ſowohl auf
tag, wie auch auf bie ſtändiſchen u.
itiſchen Rechte der Kinzelftaatsbürger
zin Wiberfpruch mit dem herrſchenden
ba er als Abgeorbneter zum Landtage
e Rebaction ber Abrefle an ven Groß⸗
iahm, wurde er in Folge ber barin
nen freilinnigen Anfichten penfionirt ı.
mierherrnichlüſſel genommen; er wies
nfion zurild, machte fi) durd Anlauf
ähig, wurde 1534 wieber gewählt u.
8 purlamentariicher Yübrer an bie
beralen Partei. Nach dem Landtage
vo er fi) abermals bemühte politifche
ı liberalen Sinne durchzuſetzen, 309
in väterliches Gut Monsbeim zurüd;
er Präſident Des Landwirthſchafilichen
Rheinhefien u. zäblte zu ben populär⸗
n unter den Verfechter eines Lelon-
lismus; 1947 trat er für bie Statt
er in Die Kammer u. fuchte ben bereits
ritichriit veröffeutlichten Proteſt gegen
Regierung beabſichtigte Beſeitigung
iſchen Gerichtsverfaſſung auch in ber
ichzuiühren. Für den Yanttug 1847
ewählt, wurde er wieder Präſident
lſchuſſes. In Folge des politiſchen
Anfangs März 1848 trat er an Die
ugebilderen liberalen Miniſteriums mit
n Leitung tes Auswärtigen u. Junern.
d tes Verparlaments in Frankfurt
rer ter gemäßigten Richtuug, u. feine
eutung flieg bald in einem fo hohen
bir tie Nationalverſammlung, welcher
Abgeortneter angehörte, am 19. Dlai
unten mwäblic, ſ. Deutſchland (Geſch.)
u. d). Bei feiner Wiederwahl zum
im Juni legte er feine Minifterkelle
ber. Am 17. Decbr. 1545 wurde er
»Reichéminiſterraths, gab aber ten
y feine Entlaſſung, weil ber Reiche-
) vorgelegte Programm, worin bie
inführnug ber Verfaflung verlangt
annahın. Er mar nacber die Seele
artei, welche aus vormaligen Mitglie-
snalverianımlung beftebend ben 25 bis
y in Botba einen Konvent hielt u. fich
ünigsbündniß erklärte. 1550 nahm er
tes Volkshauſes an dem Erfurter
heil u. ging im Sommer d. J. nad
ten Herzog.bümern feine Dienfle zu
als Diajer dem Generalſtab aygregirt
Januar 1851 reichte crieine Entlaffung
Diousheim, u. als er bie;eö Qut 1851
— — — — — —— — —— — — — — — — — — —
339
verlauft hatte, en er 1852 nad Heibelberg. Er
ſchr.; Rechtliche Erörterungen über bie ber Pro-
vinz Rheinheſſen Tandesherciiche verheißene Garantie
ihrer Rechtsverfaſſung ꝛc, Worms 1847; Leben
bes Generals Friedrich von G., Lpz. 1857, 2 Bde.
4) Mar, Bruber ber Borigen, geb. 1810 in
eilburg, trat 18529 in nieberläntiigen Staats⸗
bienft u. nahm Theil au dem Kriege gegeu Belgien.
1833 trat er in ben Privatftand, war aber, ſpäter
wieder im naflauifchen Miniſterium des Außern
befchäftigt. 1818 ging er als Vertrauensinann für
Naffau u. Braunfehreeig zum Bundestage nad
Frankfurt u. trat als Abgeorbneter in bie Reichs⸗
verfanmlung. Er wurde bann bei ber Centralgewalt
Unterftaatsiecretär im Minifterium bes Auswärtie
gen u. ging als ſolcher in Folge ber Waffenftill-
ſtandsverhandlungen nach Holftein. 1850 nahm er
als Abgeorbneter für Limburg u. Naffau Theil an
bein Erfurter Parlament. Seit 1851 wieber in
naſſauiſche Staatsbieufte eingetreten, wurde er,
zum Ratholicismus übergetreten, Referent bei ber
neuen Sentralorganifation bes fatboliihen Schul»
weiens, wurde aber 1854 nach Wien berufen u.
von ber Öfterreihiihen Regierung zum Hof⸗- u.
Minifterialratb im Minifterinm bes Auem ãrtigen
ernannt. 5) Karl, Bruder von G. I), geb 1769,
ftubirte auf der Karlsichufe, trat früh iu franzöſiſche
u. ſchwediſche Kriegsdienſte, nahm dann pfälziſche
u. naſſauiſche Dienſte u. ſtarb als baierſcher Geue⸗
ral a. D., geiſtestrand den 7. Dec. 1849 in Bocken⸗
beim. 6) Kari Adam, geb. am 21. Dec. 1774
in Maifjelbrig auf ber Inſel Rügen, trat 1790
als Junker in das preußische Regiment von Kno⸗
belsberf, nahm an ter Rleincanıpagne Tbeil u.
wurde 1704 Zeconbelieutenant. 1506 befreite er
mir von Eiſenhardt bei Gotha 600 preußifche
Kriegegefangene u. zeichnete ſich kei Yübed fo aus,
daß Blücher ibn feinen Schützenofficier von Yübed
zu neunen pflegte. 1810 wurde er Capitän beim
Teibinfanterieregimient u. erbielt 1811 cine Com⸗
pagnie des neuformirten Nermalin’anteriebatail-
lons. Als Commandeur cines Bataillons des
4. eſtpreußiſchen Juſanterieregiments nahm er an
der Belagerung von Spandau Theil u. wurde
nach der Schlacht bei Luckau Commandeur des
5. Reſerveregiments (jetzigen 17. Infauterieregi⸗
ments). Bei Großbeeren u. Tenuerwig trug er
weientlih zum Siege bei. nahm 1514 Lafere ı.
wurbe bafelbft Commaudant, ftand 18145 beim
Nerliben Corps, wurde 1528 Commandeur ber
5. Anfanteriebrigate, 1531 Generalmajor, 1533
Commandant ven Minden, 1837 als General.
lieutenant verabichiedet u. ft. am 5. Febr. 1946 in
Berlin. 7) N. von G., war früher Offizier in
preußiichen Dienften u. machte als Major den Feld⸗
ng in Holſteinen. Schleswig mit; nach ber Schlacht
ei Idſtedt 1550 übernahm er nach der ſchweren
Verwundung des Arigadeconmanbeurd Das Cont-
mando ber erften Brigade, arancirte bald darauf
um Oberſtlieutenant, zeichnete ſich bei ter Be:
chießnug Friedrichſtadts, wo er unter von ber
Zaun commandirte, aus u. erbielt anı Ente des
Fedzuge, nach dem Abgange des General von
erhard, die Führung der Avautgarde. Er lebte
darauf in Holſtein u. ſchr. einige tleine Abhand
lungen über Epiſoden aus der dritten ſchweswig⸗
holſteiuſchen Camragne.
Gages (ipr. Gaſch), Iran Bonarenture Du⸗
gıont, Sıaj te G., geb. 1602 in Dıuma , begleitete
30
Bhilipp V. nad Spanien n. diente in ber Wallonen-
arbe, wurde 1740 Generallieutenant beim Feldzuge
Der Spanier in Italien, 1742 Oberbefehlehaber
über die fpanifch-itafienifche Armee, fiegte 1743 fiber
bie Ofterreicher bei Campo⸗Santo, nahm Nocera,
Lodi u. Mailand, nöthigte 1746 ben Yürften von
Liechtenftein zum Ruckzuge, mußte ſich aber nad
dem Rüdzuge des Infanten Don Philipp felbft
zuruckziebn. Nach Philippe V. Tode übergab er
en Oberbefehl Dem Marchefe de las Minas, wurde
Commandant in Pittoria, dann Generalcapitän
von Navarra u. ft. 1754 in Pampluna.
Gaggenau, Dorf im Amte Raftadt des babifchen
Mittelrheinfreifes; Glashütte, Eiſenhammer; 1200
Einw. u. die Billa Amalienberg.
Saghra, f. Gagıy.
um (mittelfat.), 1) Unterpfand, Succum-
benge ; 2) eine bem Richter od. dem Herrn zu
zablenbe Strafe; 8) Lohn, Sold, |. Gage.
Gägler,, Bogel, fo v. w. Bergfink.
GBagliarde (fr., ſpr. Galliarb), Tanz, ſ. Gaillarbe.
Saßgns (fr., ſpr. Oamieh), emonnen.
Gagnebina (G. Neck.), —— aus
der Familie der Mimoseue-Acacieae; Arten:
auf St. Moritz.
Gago, die alte Hauptflabt des einft mächtigen
Sonrepreiches im Innern Nordafrika's, Tiegt füb-
Hg von Timbuktu auf einer Inſel bes Niger,
ift jest aber verfallen ı. unbedeutend.
Gagry (Kotoſch), rufjifches Fort an ber norb-
öflichen Küfte des Schwarzen Dieeres, am Fluſſe
agrypſch, etwa 11% deutſche Meilen von Suchum⸗
Kaleh, liegt in einer 400 Schritte breiten Schlucht
zwiſchen einem Ausläufer ber Kaukaſiſchen Gebirge
a. dem Meere u. ift zu Lande ber einzige Berbin-
dungsweg zwifchen den Abchaflern u. den Tſcher⸗
Teflenftämmen, welche den meftlichen Theil der Kau⸗
kaſiſchen Berglette bewohnen. Im J. 1830 wurde
©. von ben Ruſſen unter General Heffe beſetzt u.
befeftigt, fpäter mwieber geräumt. Der Hafen ift
offen u. bietet den Fahrzeugen gegen bie Stürme
bes Schwarzen Meeres nur wenig Schut.
Gah (perj. Ehron.), 1) Abtbeilung bes Tages;
in den 7 Sommermonaten theilte man ben Tag in
5, m ben librigen in 4 ©8; 2) tie 5 Erfagtage,
welche man dem Jahre beiflgte, um es zu 365
Zagen zu bringen. Alle diefe G⸗s wurden ale
Ba Izeds, Töchter Ormuzds, verehrt.
1
3 G. Eddin Mohamed, Statthalter, dann
kel des Vorigen, regierte 1236—1244, ſ. ebd. 5)
Malt.
Zungen einen vortheilhaften Einfluß. Man gähnt
u od. mehreren tiefen Achenzügen; am an-
Gaggenan bis -GBähten
regendſten u. Befriebigenbfiem IR aber
nur dann, wenn bie Yuft, unter Erwei
tnorpligen Theiles ber Euſtachiſchen AS
ſelbſt u. durch fie bis in bie Paulenhöhle
angt, was fich bef. durch ein eigenes &
Sm anbeutet. Meift ich @.
Schlafbebürfnig ein, wenn max ſich de
noch erwehren will, eben fo, wenn ınan,
zu voller Munterleit gelangt zu fein,
Schlafe ermadıt; es fl daun mit dem
von Streden der Slieber u. Reiben der!
verbunden, welches ebenſo Anre
Mustel- u. Nerventhätigkeit if. Sc
rene Kinder gähnen, auch Thiere mit La
beim Schläfrigwerten u. beim Erweh
auch in anderen Zuftänden von Febenk
entftebt Neigung zum ©., fo beim
Talter Luft, ebenjo vor Eintritt von
Krämpfen od. Ohnmachten. Diehrere me
verbuntene Gähnacte nennt man &&
Auch it G. der gewöhnliche Begleiter w
weile; ja ſchon bie lebhafte Vorftellung, ı
vom ©. erregt es jelbft.
Gahnia (G. Forst.), Bflanzenget
einem jchwebifchen Arzt F. Saba ben
ber Familie der Cyperacese - Cladies
auftraliiche Gräſer.
Sabnit (Automolith, Win.), kry
Octaedern, oft in Zwillingstryflallen wi
iſt dunkel lauchgrün, graulichgrün cd. Bü
at weißen Strich u. Fettglanı; fpec. S
rte = 8; ift fantenburchicheinent im
ſichtig; befteht aus Thonerde u. Zinken
ort: Fahlun u. Stor-Zuna in Schwede
in New⸗Jerſey u. Hatdam in Eonmectic
Gahnmufdeln, fo v. w. Gienmuich
Gaͤhrbäder, Bäder in Flüſſigkeiten
Stoffe einer weinigen Gährung unterlie
der fich entbindenten Koblenjäure als £
von mandherlei Nuten, wie Weintrefta
Gaͤhrbottich, Bottich von der Geht:
geflutten Kegels, worin die abgekühlte
ehuf der Gährung abgelaſſen iaı
wird. In manchen Brauereien ſteht
beſonderen Zimmer, Der Gäbrkammer
gebraucht man auch den Bierbottich fa
Gahre, 1) der Zuſtand, in melde
per gährt; 2) bei ven Bädern vom Zei
von letsterem bie G. bekommen,
es im Ofen aufgeben läßt, dann be
u. mit Waffer beftreiht u. nachher Ei
Eigenfchaft, meldye ver Tabak durch ein
rung befommt, wenn er lange liegt,
man durch feinen Geruch erkennt (vl.
4) ©. des Aderlandes ift derjenige
fene u. zerſetzte, für atmofphärtice Ei
empfänglich gemachte Zuftand bes Bede
er im Stande ift, alle dem Pflanzenteb:
ligen Stoffe zu entwideln u. fabren zu
egen alle zum Leben u. Wachien ter }
Bo eberfichen Stoffe zu entwideln u. im fd
men. Die ©. kommt bauptjächlich bei X
der Brauche in Betracht, u. wird erzielt !
zeitige Bearbeitung u. Abwerbielung vı
u. en 5) wenn das Eiſen m
weiß od. grau wird, wie es werten fel
w. Be bei. Sefen; vgl. @
Gaͤhren, 1) f. u. Gährung; 8) E
ben Wellen, durch das Beizen antaelı
Währing
|
Weißgerbern geſchieht bies in ein
—— —J ſo —
rm.
eine eigenthiimliche Zerfegung orga-
nzen unter dem Einfluß eines andern
d. unorganiihen Körpers, des Bi
od. Kerments. Die Wirkung bie-
beruht aber leineswegs auf leiare
wandtſchaft zu dem gährenden Stoff
terial), indem zwifchen beiden Körpern
jer Austauih von Klementen nicht
‚arakteriftiich file feine Wirkung ift
ſchon in jehr geringen Mengen große
&ährungsmaterial in ©. verſetzen
die Einwirtung des Fermenté auf
e Subftanz ordnen fich entweder die
en in ber Weife, daß ein nener Kör⸗
er Zufammenfegung, aber verſchie⸗
haften entftebt, wie bei ber Umwarid-
rkemehl in Zuder; ob. bie organiſche
It in mehrere Stoffe, wie ber Zuder,
ei der ©. in Alkohol u. Kohlenſäure
daſſelbe un iſt nicht im Stande,
fähigen Subftanzen in G. zu ver-
jemeinen gibt e& filr jebes Gährungs- |
eftimmtes Yerment, dieſes kann a
ıen Stadien feiner Zerfegung bie
mehrerer Fermente annehmen u. in
‚ungsfähigen Subflanzen ©. erregen.
ermenten unterjcheivet man folche,
reits angefangen haben, chemilch zu
melde jelbft ſchon in Zerſetzung über-
‚ wie bei. bie eimeißartigen Körper,
olde, an denen keine Veränderung
werben kann, wie das Platin u, bie
. Die Wirkung der Fermente ift zur
ht genügend erflärt. Berzelius u.
ıchten den ®rund des Bährungepro-
Birkung ber katalytiſchen Kraft
auf das Gährungsmaterial; dadurch
n38 die Thatjache mit einem Namen
icht erflärt. Liebig glaubt, das gr
wirkſam, wenn durch Zutritt von Luft
ihm eingeleitet ift, u. fieht die Zer-
ährungsmiaterial® als eine Folge ber
3 Ferments an. Ferment iſt alfo nach
Zerſetzung begriffener Körper, deſſen
n Zuſtande ber Bewegung befinben;
ng theilt fh ben Elementen bes Gäh⸗
18 mit, u. bie Folge bavon if, daß
in neuen Körpern gruppiren. Diele
e bereits von Stahl angebeutet wurbe,
inge eine Menge von Gährungs-
‚ aber nicht alle, iR 3. B. die Wirkung
a. ber Schwefelläure, u., abgejehen
ich biefer Erflärung nicht einzufehen,
jeder in Zeriegung Übergegangene
Stande fein follte, das Gleichgewicht
Atomencomplexes zu fidren, warum
em Gährungsmaterial nur durch ein
erment eingeleitet wird. Eine eigen-
ſcheinung bei dem Gährungsproceß ift
iftreten lebender Weſen, durch
ctung man ebenfalls die G. zu er⸗
H bat. Ehrenberg u. Schwann ha-
tuft mikroſtopiſche Keime von Pflan⸗
n nahgewiefen, welche, wenn fie anf
eu Boden fallen, ſich eutwickeln u. bie
par noch unertiärte Weite veran-
-&1
laſſen follen. Aber auch nach biefer Anficht lafſen
fig kaum einige —— —— erklären,
wie bie geiſtige ©., die Fuͤnlniß u. manche Schim⸗
melbilbungen. Blonteau nimmt an, daR jede ©.
anf ber Gegenwart von Pilzen berube, fo foll die
rege durch einen Bit, 'Torvula cere-
visiae, bie Eifigfäuregährung durch Torvula
aceti, bie Milhläuregäbrung durch Penicillium
glaucum x. bebingt fein. Eine allgemeine Ans»
mwenbung auf alle Gährungsprocefie läßt aber diefe
Erklärungsweiſe fchon deshalb nicht zu, weil bei
vielen Gährungsvorgängen niemals die Gegenwart
organiicher Weſen nachzuweiſen ift u. felbft Da, we
gewifle Zerfetumgeprocelie mit gewiſſen Organis-
men gleichzeitig auftreten, noch nicht erwieſen ift,
ob bie letgteren bie Urfadhe jener Immantfung ob.
nur eine fie begleitende ob. gar zufällige u. flir den
Proceß ſelbſt bedeutungsiofe Erſcheinung find.
Da je nach der Verſchiedenheit ſowobhl des Gäh-
rungsmaterials als des Fermente die Gährungser-
ſcheinungen ſich weſentlich ändern u. daher die Pro⸗
ducte der G. ſehr verſchiedener Natur ſind, ſo unter⸗
ſcheidet man mehrere Arten von G, unter denen bie
ſogenaunte aygeiftige G. bis jetzt noch am beſten
—— iſt, deren Weſen aber ungeachtet vieler müb-
ſamer Uinterfuhungen noch faft gänzlich unergrün-
det if. Die geiftige ©. beſteht in bem Zerlatlen
bes Krümelzuders ın Alkohol u. Koblenfäure (Ci⸗
His Oi = 2C4ı Hs O2 + 4 CO2) Nach den
bis jetst gemachten Erfabrungen ift nur ber Krü⸗
melzuder (Trauben⸗ od. Fruchtzucker) fähig, Direct
in geiftige &. überzugehen, alle anderen Zuder-
arten, wie der Rohr⸗ u. Mitchzuder, fowie bie
Stärfe, empfangen das Vermögen zu gähren an
durch ihre vorhergebende Verwandlung in Krümel-
zuder. Damit nun ber Krümelzuder in bie gei-
ftige ©. übergehe, müſſen mehrere Bedingungen
erfüllt fein, es ift nämlich erforderlich: Wafler (ber
Zuder muß darın aufgelöft fein, u. zwar in einem
entiprechenden Verhältniß, concentrirte Zuckerlö⸗
fungen gähren wenig od. gar nicht); eine mäßige
Temperatur (mit erhöhter Temperatur geht bie &.
fchneller vor ſich, doch darf fie nicht + 40° über-
ſteigen, bei niederer Tentperatur findet zwar auch
G. Statt, aber nur unvollkommen, fie hört
ganz auf bei einer Temperatur von 1°); atmoſphä⸗
riſche Luft u. ein Ferment. Letzteres ift bei der gei-
fligen G. ein organifirtes Weſen, eine Pflanze auf
ber niebrigften Stufe ber Drganifation, bie Hefe
(f. d.). Dieſelbe bildet fi unter dem Einfluß ber
Luft u. Wärme immer nur bei Gegenwart von
Buder u. Broteinftoffen, fie erfcheint theils auf
der Oberfläche der Ylüffigfeit u. beißt dann Ober-
befe, theils am Boden, Unterhefe, weshalb man
angenommen bat, daß vielleicht zwei Arten bi
Pflanzen befteben; bie Oberhefe bilbet theils ein⸗
zelne, theild baumartig veräftelte Maſſen von anein-
anber gereibten Zellen, beren a gewöhn-
ch aan — Iren Millimeter beträgt, jo daß etwa
eine Billion auf ben Raum von einem Cubikzoll
gehen; bie Unterbefe beſteht and ijolitten Zellen
von geringerer Größe. Bon Einfluß auf die gei⸗
fige ©. — allerdings die Bildung dieſer
pilze, aber welchen Antheil bie Lebensthätigkeit jener
Organismen bei ber Zerſetzung des Zuders bat,
iſt noch nicht mit Beftimmtbeit nachgewieſen wor-
den. Bon ter Unhaltbarkeit der Anflcht aber ift
man übergent, dab die Hefenzellen Infuforten
fein, weichen Die Zutteriäfung zur Nahrung biene,
ah a ai
E a bean ‚ wobei bie Gele zu @Bobe i
sen. Be |
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"on &harlarb-u my — ge faft ale iD ‚Äpfeln entha
feßung begtiffenen roteinſubſſanzen, bie — ne Sie hi
enbybrate, namentlich aber —
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Gahraung bis Beik.;i
nte® (Ca He Os + 4 O = Ca Hu
Y), tft alfo keine eigentliche ©. rüber
n, daß gewille Schimmelpflangen,, bie
eifigmutter (M ycoderma aceki), zu
u. ber Eifigfäure in derſelben Be⸗
1, wie bie Hefe zum Zuder u. Alkohol.
e nur in fo fern richtig, ale eine Heine
ſſigſäure zu verbänntem Alkohol ge-
o gut wie eine Heine Ouantität Eiftg-
rybation einznleiten im Stande iſt.
tter wirkt nur durch deu Eifig, bem fie
en enthält. Umgelehrt lehrt bie Er⸗
die Effigmutter in größerer Menge
r Efiigfäure entftebt. ) Faulige ©.
jäulniß, ſ. d. m) Juder-G. nemt
h Schweielfäure od. Diaftafe bewirkte
I der Holzfaler u. des Stärkemehls in
erjeßungen organiicher Körper durch
r zu rechnen: bie Bildung bes ätberi-
‚ aus Diyronfäure unter Mitwirkung
3, die Zerſetzung der Kette durch fau⸗
subftanzen in Kettiäure u. Glycerin
nte Ranzigverten), die Bildung von
uder bei der Einwirkung von Diaftafe
änre auf Stärlemebl u. Cellulofe, bie
r Hippurjäure durch Säuren ch. Als
zorſäure u. Glycin, der Ruberythrin⸗
ırin u. Inder; ferner bie Bilbung von
we aus Weizenkleie u. Yeberabfällen,
n durch Einwirkung von Säuren auf
Spaltung des Salicind in Saligenin
ıter Mitwirkung des Emulfine, bie
ı balbriaufauren Ammoniak bei ber
von faulenden Kibrin auf einer Lö⸗
ein, ıc.
dere Art ter ©. ift auch bie Ber⸗
iefeibe ift cin: Tangfame Orybation
influffe eines Ferments. Beſ. gecig-
vejung einzuleiten, tft ber Sauerftoff
von Ozon; das Ferment ift auch hier
Zerſetzung übergegangener eiweißar-
zuweilen vertreten aber auch unor-
ftanzen, wie Platinſchwamm, Alla-
: Stoffe verjchiedener Art, tie Stelle
e, die blos tur ihre Berührung
fen. Die Vermefung wird bei. be-
, eine mittlere Temperatur, außerbem
egenwart von Wafler eine weientliche
&s unterliegen be). leicht ſolche orga⸗
n ber Berwefung, melde leicht ihren
geben u. bafür Sauerfloff aufnehmen.
ige Proceffe find 3. B. tie Biltun
orf, Braun- un. Steintohlen, nad
bt auch bie Entftehung ber Diaman-
rwefung von Pflanzenjubftanzen, bie
ng buch Verweſung von flidftoff-
ern, wobei fih Ammoniak entwidelt,
Yegenwart von ftarten Baſen durch
n Sauerftoff in Salpeterfäure Über⸗
+80=-N 05 +3HV) Auch
fung treten Organiemen auf, mie der
eihe aber ben Proceß eher zu hin-
unterftügen fcheinen. Eine bejonbere
efung iſt dic Bermoberung, welche
ſem Luftzutritt ſtattfindet, baber jehr
igt. Eine greße Anzahl organifcher
ı wird durch Den Sauerſtoff der Luft
riſche u. fette abiorbiren Gaure⸗
Munchen, bildete
ſtoff u. werben zu Harzen, Säuren u. trockenen
GSubſianzen. Liebig hat dieſe langſame Verbren⸗
nung ob. Orydation ber organiſchen Subſtangen
mit dem Namen Eremakauſis belegt.
Gahrungdtoff «Bäbrungsmittel, Gäßrungs-
Zymoma), fo vd. w. Ferment.
iatheddin (orient. Geſch), |. Gahiath.
Gaibach, Dorf im Landgericht Volkach des hai»
riigen Kreiſes Unterfranken; Schloß der Brafen
von Schönborn, Tonftitutionsfänle auf bem Son-
nenberg, mit bem Kandelaber 991 Fuß hoch. Hier
im Mai 1832 Conflitutionsjefl, welches die Ver⸗
balzang Behr's zur Folge hatte.
Salderis, Sohn Redelchare, Fürft von Bene-
vent, regierte 879— 581; ging nachher nach Con⸗
fantinopel u. wurde Stattbalter von Oria
GSaidulf, Herzog von Bergamo (f. d., Geſch.),
im 6. u. 7. Jahrh. n. Chr.
GSaiduroniſi (Beideronifi, Baidero Ri, b. i.
die Eſelinſel), Heine Inſel an ter Sübfpite von
Attila, weſtlich vom Borgebirg Sunion, jonft In⸗
ſel Des Batrofios (Vallum Patrocli), fo ge-
vannt nach dem Agypter Batroflo®, der bier, von
Btolemäos Lagi geichicdt, den Athenern gegen An⸗
tigonos zu Hülfe kam.
Gaifro, König von Aquitanien, fo v. w. Waifar.
Gaih (Geh), 1) Diſtrict im Arabiſchen Meere
in der Provinz Mekran (Makrau), im S. des aſiati⸗
ſchen Reiches Beludſchiſtan; 2) Hauptort darin, an
einem Nebenfluß des Sirri.
Gail, Rebeufluß der Drave; entfpringt in Ty⸗
rol, tritt in das füdliche Kärnten, durchfließt bier
dad Gailthal, deſſen Bewohner ihre eigenthümlichen
ſlawiſchen Sitten bewahrt haben, u. mündet rechts
unterhalb Billadh.
Sail (ipr. Gehl), 1) Jean Baptifte, geb.
1755 in Paris; wurde 1791 Profeffer der Grie⸗
chiſchen Sprade anı College de France, dann
Conſervator an ber königlichen Bibliothek ı. ft. da⸗
ſelbſt 1829. Er ift Wiederherfteller der Griechiſchen
Yiteratur in Frankreich; überjeßte den Theokrit, Bar.
1792—94, 2 Bde.; Die Todtengeſpräche Yuciane,
ebd, 1780— 84; Auszüge aus Yucian u. Xenopbon,
ebd. 1786, 2 Bde. ; gab heraus: Theokrit, Bien,
Moſchus, Analreon, Thukydides, Homier (gried.,
franz. u. lat. 1801, 7 Bde.); Herodot (1823,
2 Bde); Discours grees choisis de divers ora-
teurs, ebd. 1788, u. ſchr.: Nouvelle gram-
maire grecque, ebd. 1799; Essai sur l’eflet etc.
ds desinences grecques, lat., franc. etc., ebd.
1808 ; Essai sur les prepositions grecques, ebd.
1821; Le philoloque, 1814— 15; 22 Bbe.; Geo-
graphie dd Herodote, 1823, 2 Dre. 2) Sopbie,
eborene Garre, Gattin des Vorigen, geb. 1776
in Melun, entwidelte früh ihre muſikaliſchen Ta⸗
lente ale Klaviervirtuofin u. ließ bereits 1790
einige Kompofitionen für Pianoforte ericheimen,
beirathete 1794 ben Borigen, trenute fich jedoch
mieber von ihm, ba ihre co nicht glücklich war, u.
warf ſich mit erneuten Eifer auf Das mufilatifche
Stubium. Nachdem fie mit ihren Romanze großen
Erfolg gehabt hatte, wantte fie fih 1813 der Oper
zu; fie trat auch ſelbſt als Sängerin in Frankreich
u. 1816 in England auf, gab 1818 gemeinjam
mit ber Catalani Concerte u. ft. 1819 in Paris.
Sie ſchr. bie Opern: Les deux jaloux, Mad,.de
-Launay & la 'Bastille, Augela, Lu möprise,
a) Wilbelm,- geb. 1804 in
ſeit 4817. auf ner boriagen
I,a: wördnade,
sä Fee 2 Solleetionen dithog
dem Titel: —— an j, Rom u.
iel D
—— — mit — * * >
zn —————— Gas», Lein⸗
— Bitriofbergwert; 1760:
xt: 1960:@iw.
* 1399 de Be vor; bus
* ®. 5 vom Kaiſer on —2*
ie ‚ worunter ein
(Anat
Aſylrecht v iTodt⸗
Geile
Gailenreutb, BR ping im Bandgericht —
ſtadt des beirijchen — ns bier bie
Gailenrenther Höhe,
Gaillae (fpr. jan), 1
Franzöfiichen Departement Tarı
Ew. in 8 Eantonen; 8
Tarn (bier ſchiffbar); Giv
ſchaft, — von — *
Seiten ven (be; Sl; abe), ©
daher Satllarbi
Mu
u ee ement im
, 23 OM., 72,000
aup abt darin, am
ibunal, Uderbangefell-
— [|
SH ine el Un
un ichen ent
if Kat. (fr., — Seh), —2 er Bruber;
fichteit,
Geller (for. Sale rd), ) Basr. Henri,
Bent be Oftel Bei Soiſſone u. fl. 1806 in Gt.
n bei Chantilli; er ihr:
usage des dames, "Bar. 1749
Postique france. &
‚, 2 De. ; Bist. de
‘Marie de Bourgogne, «bb. 1757; Histoire de
Francois L., ebd. 1766— 1
709, 7 Bbe., RU.
3818 * Bde., 1819, 4 Bde. (bentfch Brannfehn.
1767-69, 4 ne); Bist de „de Öheslemagne, 1772,
Pr ‚n.% 1819, 2
: His. de la riwn-
ts de la France et de.’ lee ebb. 1771
1772, 11 Vbe., u. W. 1809, 6 Big. U. hl
deutſch Berl. 1197); Hist, du ia rivalit6 de la
France et de!’ Erpagne; ebd. 1801, 8 Bbe., a.
id. 1807, u. m. a. = Kar
Yu. 1865; 0 gab Dis
‚geb. 1826 u. f. 10.
ae
eisböhroust
ah "bie: |
————
Bias. r. Galljarb), 1) veral
»füher beiterer u: ſchueller Tanz ——
urſpruͤnglich aus Mom
I | cafe); 0) eine -Nrtfranzöfiicher Re
m ehr
in | Gaillarbia (G. Fouger.), El
aus ber Familie ber Compositae-Sen
ee
| ieta), in
ber * * allen), cultiirt
ments aid an der Seine; Kirche mıtı
Grafen von Soifions-Beurben, Sub,
u. Treffenfabrifen; im ber Näte ein
Quelle; 1500 Em. Dter Vertrag U
ben ae ‚Ständen n. den ig
—26 de Feldherr ur
Kaifer Areabüns; ieh im Auftrage ®
Rufinus töpten. Urs aber Eutropiut ſu
deſſelben bemächtigte u. deſſen Pia ie
bed Kaijerd einnabm, kündigte G. den
borjam auf, ‚vereinigte fi mit Zriki
'ben Arcabins, ihm jeine Minifter®
Saturninus zur Hinrichtung ansjule
Borbereitungen, ſich ſelbſt in a
macht zu fehen: als feine Saufen:
nopel überfallen u. aufs —
Areadius geächtet, v Thracic
joftomus Frieden berm —* G. fir
gegen ben Hunnenkoönig —* 00 m
Gaines (ipr. Bühne), St
Poftamt (Post-township) in ber #
leans: des Staates Neiv- Port (M
3000 Em.
Gainedborougb (ipr. Gäbneter
ort ber. Grafichaft Iadjon im Sta
(Norbamerika), am Eumberland-Riv
Gainedville (pr. Gäbnswill), 1
| Bezirt mit Poftamt (Post-township)
haft Wyoming bes Staates Nen-
amerika), ven ber Buffalo - Neim- No
durchſchnitien; 1900 Em. ; ;®) Daupt
| Ihaft Hall im Staate Georgia ‚amt
River; 3) Poſtort in ber ——
Staates Alabama, an ber Mündung |
River in den Tombigber - River; Has
fabrt, 3 Kicchen, 2 Bettungen; 1800 61
ort ber Grafſchaft Green in Staate 9
Gaings (boil.), ſonſt fo v. m. fleı
—— — (ipr. Gehnsborte
rechten Uſer bes Trent u. an ber Ma
eld-Brimaby-Eifenbabn , in ber em;
haft Rincolnibire, aut gebaut, icön
bafter Handel u, Schifffahrt, Brauerei
Hier 1010 Yanbung der Dänen.
Gaindborougb (fpr. Gebmsberr
geb. 1727 gu Supburg in Suffollſbi
Vandichaftse- u. Bildnigmaler; bin
Lehrer nad ber Natur, ſowie vor
Ruievael u. Wynants Gemälden u ı
in der Kunfl ver Landſchaft.
wetteiferte er mit Joſua Reptolbs; ı
Bonbon, Werle: 'Ube wondman in
‚der Mitrresfivann, in ber Devonski
Bee Bajubrlıd"
Blätter Rabirungen, Zigeunet bRP-
5— im Departement Magdalena
i Republik Reu-Granaba, bil⸗
Rändung in das Caraibiſche Meer
Sta. Marta bie gleichnamige Bucht.
ipr. Gährloch), Kirchſpiel an ber
Aai bes Caledoniſchen Meeres ¶ Theil
n DOceans), an ber Weftlüfle der
afichalt Roß; amiehmliche Fiſcherei
octfiſche); 5600 Em.
pr. Gährſeh), Infel ber Orkney⸗
‚de von Schottland); 50 Ew.; au
en,
fammenfegungen, ſ. Geis.
im Diftrict Anßerrhoden des Schwel⸗
enzell, in hoher, geſunder Gegend;
e Molkenauſtalt; 1200 Ew.; eine
Kapelle am Stoß, bekannt durch
400 Appenzellern über 3U0U Oſter⸗
Berg im öfterreihiichen Kronland
er Sala; 3912 Fuß boch.
ı, Dorf im Cheramt Waldſee bes
ven Donaufreiles; 230 Ew. Hier
ze Weljs IV. durch Herzog Fried»
chwaben.
eider), Getreidemaß in Bamberg;
te — 98,7, jür rauhe == 120,8 Par
fpr. Bäsfert), Thom., geb. 1780,
ford, wurde 1811 bafelft Profeflor
ı Spracde, buneben auh 1815 — 47
Harrer) in Weſtwell u. ftarb ale
zriechiſchen Literatur u. Eurator ber
Bibliothek anı 2. Iuni 1955 iu Or.
‚ectiones Platonicae, Orf. 1820;
n Serobot, 1524, 2. Aufl. 1840;
; Etymologicum magnum, 1848,
6 Kirchengeichichte, 1854.
General, j. Geismar.
;aijpib), Stadt im Bezirk Znaym
Zeites Brünn, 2 Schlöſſer, Mine⸗
Ew.
Kreis des ruſſiſchen Guberniums
lst, flach, ſehr fruchtbar; die Ein⸗
120,000) beſchäftigen fich hauptſäch⸗
iu (Weizen, auch Mais, Kartoffeln,
u. Bienenzucht; aus dem Getreibe
eils Branntwein gebrannt; einige
aben große Heerben Angoraziegeu,
nen bebeutenden Gewinn abmwerfen;
daſelbſt; 6000 Ew.; beſtehend aus
Auflen u. Zigeunern.
rt), Solbatenrod mit Schnüren.
ig, geb. 1810 in Kroatien, ftubirte
den n. teutichen Univerfitäten u.
amals ben Plan zu einer panjtawi«
hie, begann auch mit Kallina ein fla-
ogilon. Nachdem er in Petersburg
antichaften angelnüpft batte, wandte
gram, errichtete eine Druderei u.
die Kroatifche Zeitung (feit 1836
mg, feit 1844 Kroatiſch⸗ſlawoniſch⸗
‚eitung), durch welche er bie füldfla-
ng cd. den fogenannten Illyrismus
tie Sütflawen zum Haß gegen bie
reiste. Im März 1848 ging er an
Bien.
r troatiſchen Deputation
sr
ei von ba eis tihulirer 1 —** Pe
e Nigitatten Magyaren fegte er fort’.
bewerte bie Beididung bes Slawencongreiiek in
Prag durch füdllawilche Deputirte, er ſelbſi wurde
in bie Deputatton fiir Kroatien bon den Stubenten
zu Agram gewählt. Da ex. ipäter für feinen Plan
auch in Serbien zu.wirten fuchte, wurbe er Enbe
1353 in Agram verhaftet u. nach Wien gebracht. .
Gaja (röm. Ant.), fo v. w. Eaje. .
Gafa , Stadt, jo v. w. Gaya 1).
Sajal, Radſchaſchaft im fogenannten Diftrict
der 22 Radſchas (im: M. des afiatiichen Staates
jänns un. Gajaniten (Kirchengeich.), ſ. u.
Monophyſiten.
Sajat, Parktflecken an ver March im Kreife u.
Berwaltungsgebiete Breöburg (Ungarn); 3700 Ew.
Gajath (m. Geſch), fo v. w. Gahiath.
GSajazzo, Stadt, jo v. w. Cajazzo.
Gaſjevſti, 1) Simeon Feborowitſch, geb.
1779 in Poltawa, ſtudirte Medicin in der Chirur⸗
giſchen Schule (jetzt Mediciniſch⸗ chirurgiſche Aka⸗
demie) zu Petersburg, reifte im Auolande u. wurde
darauf Profeſſor der Therapie u. Klinik, u. 1819
Leibarzt. Später vertauſchte er bie alademiſche
Laufbahn gegen bie- abminiftrative ıı. wurde 1831
bie 1842 Seneralflabdoctor un Kivilbepartement,
ber erfle von den eingebornen Ruflen. Er jchrieb u.
a.: vernubus; Über dag Nerven» u. Faul⸗
fieber 1813; liber die Cholera im Guberninm
von Drenburg; Bemerkungen über die Belt; Me⸗
diciniſch⸗ topograph. Bemerkungen über St. Beters-
burg, 1817; Inſtruction zur Untericheibung bes
wahren Todes vom Scheintode (in das rufftiche Ge⸗
fegbuch aufgenommen), n. überſetzte Römers Me⸗
biein. «polizeiliche Chemie, Petereb. 1817. 2) Paul
Iwanowitſch, Neffe des Bor., geb. 1797 in
Poltawa, im Dienfte jeit 1810, war u.a. Cenſor u.
befteibet feit 1843 bie Stelle ale Director bes De⸗
partemente im Dinifterium ber Bolteauftlärung.
Als fleißiger Überſetzer bearbeitete ex: bie
Gelängnifle in ihrem gegenwärtigen Auftanbe zc.,
nach dem Franzöſiſchen von Billermet, St. Pereröb.
1622; Geichichte von Polen von &. S. Banbtte,
aus dem Polniſchen, ebd. 1830; einige Romane u.
Novellen, ebenfalls nach polniſchen Ortginalen.
Gajula (arab.), Maulthier⸗ ob. Kumeelfattel
ter Damen in Marofto.
Gaius, 1) ſo v. m. Cajus; bef.2) Rameeinesrö«
miſchen Zuriften, welcher unter Hatrian, Antonin®
Pins u. Marcus Aurelius kebte, u. von dem ein wei⸗
terer Zumame nicht befannt ift, ba bie Annahmen,
daß er Titus G., od. Gabius Baſſus, od. ©. Bompo»
nius geheißen habe, nur willfürlich find. Bon jeinen
Schriiten find Gommentare übertie 12 Tafeln, zu ber
Lex Juliaet Papia Poppaea, zu den prätorifchen,
äbiltfchen u. Brovinzialebicten x. belannt; feine
Hanptichriften aber find bie Commentarii IV
Institationum u. die Libri VII rerum quoti-
dianarum s. aureorum,, welche beide, namentlich.
das erfte, bis zu Juſtinian bie erfte Anleitung für
ben Unterricht in ben römifchen Rechtsſchulen bil⸗
beten. Die Juftitutionen find in eimer breifachen
Geftalt auf unſere Zeit gelommen: a) in einem
Auszuge, welchen Alarich II., König der Weſtgo⸗
then, im das für bie römischen Untertbanen ſeines
eiches beſtimmte Rechtsbuc,, das fogenannte Bre-
viarıum fuereiennn (f. d.) aufnehmen ließ;
b) in ber Überarbeitung, welche Iuftinian ihnen im
— ee
42 Alabemie ber) GEbſchen
u. u. auch bei einer IP üteren Reifen von
1824 nur zum orden. Wie!
tute —— —
Schriften haben Ph bald ax ——
Säfhen 1820, e
u 1820, 245. von
J —e institutiones conjunctas, Bert. 160;
Heffter, Bonn 1830 n. im Bonner Corp. jar. anto-
Just.:ba84. Buch, welches pie Actionen ei
Berlin 1827, von Lachmann, Bonn 1
4. —— * 1855; in
iac von nie 1836 u. son Domenget;
1843. außerdem Brimimanı, Notao subite-
neae, Schlesw. 1821 + Bons, Scholtenzu G.,
1821; Dupent, Di
1822; Unterholzner, onjectura& de supplendis
lacunis in Gaji Inst, Comm. .IV. oceurres-
cihus. Brei. 18
Ömifche Rechtogeſchichte durch &.
—* 1823; u: Beiträge Bun. Kritik u. zum Bew
Anbıriß: ber’ —— des G., %p}.-
ſchmaunn, Studien zu G. Lpz. 1854. Im ben
Pandekten find von ©. 533 &
Gegenſatz ber Brocnleignifhen u. Sabinianiſchen
Rechtefchule. als entſchiedener Anhänger ber letz⸗
teren auftritt. Rad bem Umſtand, daß er immer
nur mit dem einen Namen worfontmt, daß er vor
Balentiniand Citivgeſetz (vom Jahre 426 v. Chr.)
von Andern nicht als Autorität angerufen wird n.
aud unter feinen Schriften fich. feine Werte befin-
den, welche auf.eine unmittelbar praftiiche Anwen⸗
bung bes Rechtes Bezug nehmen, muß man —5*
Ben, daß er wahkſcheinlich nur ein Gelehrter, be
wohl auch eine Rechtsſchule hielt, nicht aber ein
Juriſt mit dem Rechte des. Reſpondirens war.
a, Pfarrdorf im Kreiſe Ober-Bacs bes
— Temeswar (Ungaru), Poſt⸗
amt; 2200 Ew.
Gala (v. arab. Chelat, Ehrentieib, fpan.), fefle.
liche, Prachtkleidung; baberen & feſtüch (en grande
tenue) u. reich gekleidet, wie es bei. am Hofe u.
bei uniformirten Corps ‚Sitte iſt.
war ſo beſtimmt vorgeſchrieben, daß nicht nur die
Herren, ſondern auch das Geſolge, bie Diener, ja’
bie Bierbe ihre ®. hatten u. es nicht nur Große
(Doppelte) ©., prädhtig u. auch geftidt, ſondern
auch Kleine (Halbe) &., noch immer in ſchweren,
feidenen od. ſammtnen Kieibern, gab u. man für
Couren, Tafeln, Bälle, Trauer, Ordensfefte eine
eigene @. hatte. Sekt iR bie ©. faft nur nod in
gen U un —— — u. zeichen:
.242. Ja! ... ‘ ..
| Wache, —
Ri
tigße 2 Spetiihentation für
deckung Iexer —*** iſt * dje — Ber‘:
chichte ‚einer großen an —— 5*—
—X —— in —— r
Paris. australis, in Heuboflanb
uisit. in Comm. IV., en:
23: Gchraber, "Bas ewinnt Wie
tutienen?
1835; °
tellen aufgenommen.
©. erſcheint ale ber letzte Juriſt, melder in dem.
Die ©. kam:
zuerft durch den ſpaniſchen Hof nach Europa u.-
Miofchus,
Hauptort —A—
"Ham fabanijch
, Eudi fo v. w.
54 (v. g% Gala, 6), 4
.% ben WBärter. :
Galactia (G. P. Be.), Bflon
be —— — der Papilionsosse-
üblichen: Arte gem.
" ans be ber amilie Com ce
Ordn. ber 19. L.; Ur
zu Centuuren galas
im rien e⸗
(@elartine, im),
aus dem Gafte bes Ferner
todendraon utile, Familie der Un
* bildet eine m
—**
oryd reducirt wird; fie bildet eine iyrı
kryſtalliſirbare Mraffe, reagirt Kart Ianet,
Ios, löslich in Waſſer u. Alkohel, m
Ather, durch effigiaures Wleioryb wird
ihre Sal; e haben die Formel Cıs Hs O1
fie find meif löslich in Waſſer, die Allat
a er bei en — durch Alte
alat v. gr.), prime
ae Diangel ber. 0. oo,
Galartoedle, An eines
ters —— Iacteus) ber Braftprüfe I
— etometer caactoſtop, Di
Raebumeifer), Inftcument zur Pe
Galackophaten bis Melnilos 847 :
em Gehalt an Butter u. Taſein, Ge}. | Milchtrinken, ale Cur; Balacteppertes, Milchfieber, ſ.
ver Verfälſchung u. Berblinwmig Fieber; Salactorrboe, zu ſtarke, krankhaft vermebrte
Das Inftrument, welches Cadet | Vilhabfondermg ; Geiertäns, Milchbereitung ; Sa⸗
nmenbete, war nur ein Aräometer, | Iactotröppie, Ernährung durch Milch; Batacturie,
chtigleit der Milch angab; na Jo⸗ | Aogans eines milchartigen Harns. ——*
jan die Milch in eine verticale gra⸗ alaez, Stadt, fo v. w. Galatz. u
bre u. vergleicht bie Höhe bes nad GBalägia (a. Seogr.), Flecken ber Cheruſler,
ih abfegenden Rahmes. Je mehr | am Ente bes Harzes, mit Salzquellen; jest Halle
eſelbe einnimmt, defto beſſer ift bie | an der Saale.
erfäbrt nach dieſer Methode nur ben Galägo (Ohraffe, Otolienue), Gattung ber
re Milch u. zwar nur fehr annähernd, | Halbaffen, mit großen, häutigen, aufrechten Chrem,
Innung ber Milch auf die Schnellig- | langem bufchigem Schwanze, etwas verlängerten
bung von Einfluß, die Abfonberung | Hinterbeimen, oben zwei od. wier, unten ſechs Vor⸗
ber auf die Zemperatur u. bie Zeit, | berzähnen u. großen Augen; nächtliche Thiere Afri⸗
ı Meiten verflofjen ift, bedingt wird. | ta, auf Bäumen, meift von Infecten lebend. Art:
5., welcher in ver Schweiz hauptſäch⸗ Gemeiner ©. (U. senegalensis), grau, unten
t wird, beruht auf ähnlichen Srunb- | heller, 7 300 lang, mit 5 Zoll langem Schwarze,
allier u. Henry benuten zur Be⸗COhren länger als der Kopf; am Senegal, felten.
Güte der Milch ein Aräometer, an @alaft..: (v. gr.), fo». w. Galact...
rung die Striche, bis zu melden bas- Galam (Kajaaga, Kadihaaga), Landſchaft
Ri einſinkt, durch rotbe Grade an- | in Senegambien (Weſtafrika), werlih von Fonto
Simons Methode gründet fih | Toro, ſüdlich von Bondu u. Bambuk begrenzt,
aſein u. Butter, bei. bei ganz gelin- | nordwärts an den Senegal anſtoßend u. vom
ag, buch Galläpfeltinctur od. durch Falema durchſtrömt; ift febr fruchtbar, bergig u.
ng vollftäntig nietergeichlagen mer- | mwalbreih, wirb von 100,000 mubanınıebaniichen
an beftimmt, wie viel bem Bolumen | Serracolets bemobnt, welche ſich in einer Reihe
ce Lölung von befannter Stärle zur | von Städten am Senegal angefiebelt baben u.
normalen Milch nöthig war, u. das | ftarfen Handel nach ber Sabara, mit den in ibrem
anderen Milchiorten vergleicht. Der | Yande angelegten franzäfiihen Handelspoflen St.
3. beruht auf einer in der natürlichen | Charles u. Bakel (Baquelle) n. den Negern im
Der Deich jelbit begründeten Eigen- | Süden treiben, indem tie Mauren ber Sahara
ı; je mebr Fettkügeichen in einer ger | ihnen Gummi u. Satz, Die Franzoſen Baumwol-
Mitch fich befinten, defto undurch⸗ | lenftoffe, Glas, Gewehre u. Wunition, die Neger
her au Fetttheilen ift fie; alfo tan | Bold u. Kifenbein bringen. Das land zerfällt in
39 bes Grates ihrer Indurchfichtig- | zwei Durch ben Faleme getrennte Staaten, Ober»
dienen, ibren Gehalt an Rabm zu | u. Unter-G., deren Hauptſtädte Dramanet u.
Srad ter IInburchfichtigleit ver Milch Zuabo find.
ur bei febr dünnen Yagen berfeiben Galambutter (Bambut- od. Bambarra⸗
en. Der ©. beftebt aus zwei Plan-⸗ | butter), butterartige®, lange aufzubewahrendes,
ſtilch wird zwiſchen beite Gläſer ge- | weißes od. röthlich⸗weißes Pilanzeniett, welches
Hanınıe cines Wachsfted® dient als | aus den Früchten eines zur Familie der Sapoteen
bie Undurchſichtigkeit zu beurtbeiten. | gehörigen afritaniihen Bauınes (Bassia longifo-
Diiidhlage wird durch einen grabuir- | lia butyracen) erhalten wird; es befit ben Ge⸗
ıngegeben; eine Tabelle beſtimmt ven | ſchmack der Cacaobutter u. wird wie tbieriiche But⸗
ür jeden Grad. Der Gunipen> | ter benugt; man kaun es lange aufbewahren, ohne
beftebt aus einem graduirten Cylin⸗daß es ranzig wird.
Soll 3 Yinien hoch n. bat 1 Zoll 4 Yie Galän (v. fr.), Liebhaber, bei. mit böjer Neben⸗
fer. Bis oben mit Milch gefüllt, | bereutung; vgl. Galant.
iner ganz ebenen Stelle an einen 11 Galanda, 1) Fleden, fo v. w. Galantha; 2)
emen Ort geflellt. Binnen 12 Stan» | Gebirgeftod, fo v. w. Calanda.
ich der Rahm eben vollitändig an. Galandria (ital.), Kriegefabrzeug, in 9. Jahrh.
m G. gebörige Tabelle gibt an, wie | bei den Benetianern üblich.
v0 Maß Viilch entbaltıen, wenn ber
. Grad einnimmt. Der Lebmann⸗
t aus 4 hohen, in ein Holzgeſtell ein-
indergläjern, die mit einander in ber
ren, Daß ihr Inhalt Durch eine Grad⸗
m I—100 in gleiche Theile gebracht
enbung des ©. ift es weſeuilich, ob
od. altınelfend, ob bie Milch Mor⸗
: od. Abendmilch ift, u. ob man von Ä
anga radix, |. Galgantwurzel.
Galanoß, Demetrios, geb, 1760 in Athen, fin»
birte Die Wiflenfchaften dajelbft, dann in Miſſo⸗
lungbi u. Patmos, lebte dann Im Conftantinopel,
wurde 1756 Yebrer ber Griechiihen Sprade in
Caleutta u. lebte feit 1792 in Benares, dem Stu⸗
bien des Sanskrit fi) wirmend u. mit gelehrten
Arabnıianen, bei. mit Kandardaſa, verkehrend, deren
Tracht u. Sitten er angenommen hatte, er fl. da⸗
. zulett beim Meiten gemonnenen ſelbſt 1832. Eeine zablreichen ũberſetzungen aus
det. tem Sanatrit in das Altgriechiſche befinden ſich auf
ragen (a. Geogr., d. i. Milchefler), | ber Univerfitätsbibliotbef zu Athen, von benjelben
tam Abhangeres Kaſpiſchen Gebirges. gab Einige Joannes Dumas in Verein mit Geor-
‚öra (v.gr.), Die Miihabjcheidung bet | gios Typaldos, Borfteher ber öffentlichen Biblio⸗
fördernde Vlittel; Galactophora vana, | tbek in Athen, u. beim Cuſtos Ö. Apoftoltus Ko
.d.; Galactopianie, Diilchverjegung ; } mito® als Anu. Tukavov Adraluv WIR
Miüchbereitung; Gaiactopofle, das ueray.puiaewy 7200000405, Athen 1845) heraus
88 -
(vgl. Canalya); 1. BWb. (enthält.die Balabarate),
Athen 1847, 3. Bb. (enthält Ten. Yeswdarov
ueios), 1848, 4. Bb. (Pnyyou Bavos 4 Tevee-
koyfa 1ou "Payyoü), 1850.
Galand (Batanden, v. fr.), 1) gewunbene u.
mit Auder liberzogene Pomeranzen- n. Kitronen-
fchalen; 2) Bandſchleiſen zu allerlei But,
Galänt (fr., v. arab. Challa [ogl. Gala]), ge-
putzt, geſchmückt, artig, böflich, bei. gegen Frauen⸗
zimmer; daher Balanterie, Artigfeit, böfliches Be⸗
tragen gegen Damen, welches feinen Grund aber
weniger in ber Achtung des Geſchlechts ob ‚ber Vor⸗
güge deſſelben bat, fonbern mehr wegen bes guten
ones od. auch in ber Eigenſucht zu gefallen,
beobachtet wird. Dan verbindet oft Damit auch bie
Bedeutung des Verhältniſſes zum weiblichen Ge⸗
ſchlecht, wegen Befriebigung finnlicher Luft. Daber
das Zeitalter Yubwigs
Galanterie hieß u. Galante Krankheit ald euphe⸗
miftiicher Ausdruck für fupbilitiiche Krankheit gilt.
alant, 1) Wilter, jo v. w. Cyperwurzel;
2) Galant da null, ift Cestrum nocturnum.
Galantai ed Beflenyi, |. Bellenyi.
Galanteriedegen, ein kurzer Degen, welder
feit Ludwig XIV. mehr zum Staat als zur Ber»
theibigung an der linfen Seite horizontal getragen,
feit Dem 19. Jahrh. außer Diode gelommen.
Galanteriewaaren, Artitel, welche als Zier-
ratben, Putzſachen, Kleitungsftilde u. dergl. zum
Lurus dienen u. in feidenen Zeugarten, Bändern,
Galonen, Kopfputz, Fächern, Haudſchuhen, Flor,
Schmuck, Berlocken, Colliers u. a. m. beſtehen. Sie
werden von Galanteriearbeitern, allerhand Künſt⸗
fern u. Handwerkern, zum Handel geliefert. Unter
den deutichen ©. zeichnen fich bei. Die Augsburger,
Berliner, Nürnberger, Karlöbaber aus, unter den
freinden aber bie Bariier, Mailänder, Genfer :c.
Die Kaufleute, welche mit &. handeln, beißen Ga⸗
Ianteriebändter; die kleineren, meift Italiener, zogen
fräber hauſirend umber.
Galantha, Marktflecken im Kreife u. Verwal⸗
tungsgebiete Presburg (Ungarn); 2 Caſtelle, Poſt⸗
amt, Kürbiedibereitung; 2000 Ew. Nah ihm
nennen fich tie Efterbazy: Eſterhazy von ®.
Galanthis (Drytb.), jo v. w. Galinthias.
Galant-homme (fr., ipr. Salangtomm), einer,
ber feine Manieren im Umgange namentlich mit
Damen bat.
Galanthus (G. L.), Pflanzengattung aus der
Bamtlie der Amaryllideae- Amurylleae, 6. Rt.
1. Ordn. L.; mit ſechstheiliger, einfacher Blüthen⸗
hülle, die drei äußeren Yappen abflehend, die brei
inneren aufrecht, fürzer u. ausgerandet, ſechs Staub⸗
gefäße, alle gleich. Arten: Schneeglödden (G.
nivalis), niedliche, weiße Frühlingsblume, in Gras»
gärten im Februar u. Märzoft noch unter dem Schnee
blühend, die äußeren Btütbenlappen rein weiß, Die
inneren vor der Spite mit einem gelbgrünen, halb⸗
mondförmigen Flecke; G.plicatus. am Kaulaſus.
Galantin (fr., jpr. Gulangtäng), füßer Herr,
lücherlicher Yiebhaber.
Galantine (fr., fpr. Galangtibn), 1) Zwiſchen⸗
gericht von fettem Hühnerfleiſch u. dgl. ohne Kino» |
hen; auch 2) ein mit einer
Hübnerfleiich gefillter Kalbskopf.
yalap (Yamı.). fo v. m. Galab.
‚ Salapagar, Dlarkifleden in ber fpanifchen Pro⸗
vinz Madrid, bei Gscorial, Gold» u. Silberminen;
500 Em. Geburtdort bed Don Carlos,
arce von junge
IV.das Zeitalter der
— — ç — — — — — m
: ee bi Melainndine ::.
Galapagos (Arkipielagebeie
ner Sallovegoo], auch Schildiröteni
nannt), 1) Infelgruppe im Stillen £cea
weſilich von der nördlichen Weſtlũſte £a
zu beiten Seiten bes Aquatore, pet
75° w. 2. (von Ferro) gelegen, aus zeh
u. vielen Heineren Inſeln befichend, fa
ſüdamerilaniſchen Republik Ecnader
1854 durch Kauf an bie Vereinigten &
Nordamerika übergegangen, Gejammm
137 OM.; eurchge nd vullanijchen
mit einer großen enge noch thäsiger V
Hauptinſel Albentarle allein fünf) u. ung
fleil aus ber See emporfteigene, erioide
das Meer unmittelbar an den Küſten
daß kein Ankergrund zu finden if: brem
Klima, Mangel an Trinkwaſſer, Begeu
ganz eigenthümliche Faunga u. (Flora,
des Aquators ohne Farbenpracht;: we
gleich den amerilaniſchen ähnlich, Bochum
zahlreiche Eidechſen u. Schlangen, vick&
(daher der Name der Oruppe) von au
Größe, oft bis zu 600 Pfund ſchwer (Tr
dica), von den Benschnern biemelen y
das in ihrer Blaſe befintliche Wailer zu
von Säugetbieren nur Ratten u. Müxk
Dienge, urfprünglich nicht einbeimiich,
Schiffe hierher gebracht; von den 1W
man bis jetzt dort gefunden hat, ſind äl
©. ausſchließlich eigenthümlich: im Zi
pborbien u. Borrerten, böber binaut #
ton u. Cordia; Einwohner find einige I
dianer, außerbem noch eine Berbrecere
größeren Injeln find: Albemarle, Jau
rougb, Chatham, Charles Heoed, Abin
los, Euro, Norfolk. 2) Gruppe Heu
inſeln zum Lucayasarchipel (Weſiindi
nördlich von ber Kleinen Bahamabanl
Galardia (Bot.), je v. m. Gaillar
Galaͤſus (Gateius), Kleiner Fluß
Tarent, milnbete in ben Tarentiniſcher
jest Galeſo. Au jeinen Ufern weitere
Schafe, u. an bemfelben ſchlug Harnil
bei der Belagerung der Burg von Ta
Galäta, 1) (a. Geogr.), Stadt
Siciliens, Eli von Agarboruum:
(Caleta); 2) (n. Geogr.), Zoritatt rı
nopel, |. d. B) k).
Galäta (a. Seogr.), fo v. m. Cala
Galäta:Buruni, Vorgebirg ir
Meer, au ber Küfte der türkischen 1
garien.
Galatea, 1) Nereite, |. m. Acis: :
malten verfertigte, nachber belebte Zi.
Galatea, 1) (Hipparchia (ialatlı
terling aus ber Gattung der raudäugig
J. u. Bretſpiel: 2) Krebs, ſ. u. Galate
Muſchel, j. u. Kreismuſchel.
‚ Galateadae, bei Leach Familie ter
zigen Krebſe (Astacini); Das vierte
länger, zweizebig, das flinite, Sechite u
einiach, Das achte Hein, zweischia: ter.
ftebt ans mehr als einen Siück Der:
börner find lang, ſchuppenlos: teure
tungen: a) Yangarmtrebs ılal
Hinterfüße fabenförmig, ſchwächer air
| eingefnidt, Schwanz ausgebreiter, m
| hervorſpringend ; Art: vöwenkreve
G. Leo), Scheren ſehr lang, walzer
Galatella bie Galaxibdi
nittenen Bauche find vier Füße; Stirn
eu Stadheln; im Mittelmeere, eßbar;
era u.a. by) Borzellantrebe, ſ. d.;
>pus (Leach., Macropa Lair.),
ım Laufen, Körper did u. body, Schwanz
wenig gelrümmt; dd Aeglea, von
ch gezähnte Kinnbaden unterjchieben ;
tea, gebildet aus der Art Galatea
te durch ihre Menge das Meer roth er-
; N Monolepis Say, gleicht in
Schwanz dem Porzellantrebfe, fonft ber
'galopus.
ı (G. Cass.), Pflanzengattung aus
Compositae - Asteroıdeae - Asteri-
'eae-Euastereae, aus Arten von
imengejett.
‚f. u. Salatia u. Eelten
„Brief an die G., ſ. u. Paulus.
t, Maler, wahrſcheinlich zur Zeit ber
näer; malte einen fich erbrecheuden Ho»
in von Dichtern, welche, was jener von
fangen.
Statt, ſ. Calata 1).
1) (a. Geogr. Sallogräcia), Land⸗
aaften, nach den Galätä od. Kelten (ſ. d.)
Ihen Bapblagonien, Bontus, !ylaonien,
‚ Phrygien u. Bithynien; Gebirge:
rmenion u. Dindymos; Klüfjfe: Sun-
lys; im Norden rauh durch Gebirge,
ruchibure Ebenen, vorzüglich beſaß es
den für feinwollige Shake, Korn, DI,
‚ab es im Überfluß. Beriifmte Städte
ca, Beifinus, Gortium, Tavium ꝛc.
Gottheit der Galatä bie Agdiſtis u.
ihr früher Menjchenopfer. — In den
n gehörte ©. zu Groß⸗Phrygien; im
Chr. zogen Celten bier ein, denen um
‚3. Jahrh. v. Chr. bier fefte Site gege-
j. Eelten. Da Diele vorzüglich zu drei
ı Trolmern, ZTeltofagen u. Tolifto-
ten, fo entftand eine dreifache Landes⸗
das Land ber Trokmer erfiredte fich
Halys, das ber Teftojagen im Gebiet
das der Toliftobogen im Weſten um
jede Abtheilung zerjiel wieder in vier
deren jeber ein Tetrardh, ein Dikaſtes u.
ylar vorftand. Die Verfaſſ ung war ari-
n Senat von 300 Alten hielt Die geſetz⸗
alt in Hänten, ihre Lanbtage hielten
Eichenwalte. Bon den 12 Tetrarchen
eg einer zum Hauptanführer ermwählt.
fung löſte fi inteflen in Monardie
n bie Tetrardhen ihre Würde erblich
ꝛn. Dejotar erhob ſich zu bem erſten
Fürſt von G., melden Pompejus,
Bundesgenoß er im Krieg gegen Mi—
veſen war, zum König machte u. ihm
menien u. ein Stück vom Pontus zu
: gab. Sein Nachfolger Amyntas, ein
3 Antonius, erhielt noch Stüde von
plaonien u. Pifidien, aber nach deſſen
das Yand, mit Lykaonien verbunden,
der Römer u. eine Proprätur, welche
Paphlagonien u. ben ſüdlichen Theil
n vergrößert wurde, fo daß nun ©.
zen Dieere bis zum Taurus u. zu Pi-
Conftantin ber Große trennte dieſe
ieber von G., u. Theodofine I. theilte
Leriton. 4 Aun.gvi.
840
G. in Galatia prima, bie nörblichen Gaue ber
Trobmer u. Tektofager, mit ber Hauptftabt Aufyra;
u. 6. secunda (O. salutaris), ben füblichen Gau
ber Toliftobogen, mit der Hauptftabt Peſſinus. 2)
Stabt im unteren Italien, zwijchen Capua u. Cau⸗
dium; 3) fo v. w. Gallien.
Galatina, Stadt in ber neapolitanifchen Pro⸗
pin, Terra d'Otrauto, an der Straße von Tarent
nad ira; Handel; 4000 Ew.
laß, Hauptftatt bes gleichnamigen Kreifes
(32! DOM. mit 78,470 Ew.), an ber Donas;
30,000 Em.; befleht aus Aftflabt u. Neuftabt, do
ift nur letztere einigermaßen nad) europäiſchem Ge⸗
ſchmack gebaut; Sıt der Kreisbehörbe, des Crimi⸗
nal» u. Landgerichts, mehrerer Conſuln; Normal⸗
idule, 7 Kirchen, 1 Klofter, 1 großer Bazar; Frei⸗
bafen (1855 von 848, 1556 von 653 Schiffen be-
ſucht) mit ſchönem Kai, Schifiswerfte, vielen
Magazinen u. Speichern. ©. ift Hauptftapelplat
für die Producte ver Moldau u. Nieberlage für die
eingeführten Artifel. Ausfuhr: Weizen, Mais,
Roggen, Serfte, Hafer, Wolle, Seife, Wach,
Honig, Eichen- u. Fichtenholz, zufammen mit
einem Werthe (1552) von 4,671,000 Fl. Unweit
ber Stadt die Ziglira genannten Ruinen einer
alten Setung, vielleicht Da Nentidava des Ptole⸗
mäus. — G. ſoll das Arxiopolis ter Alten ſein,
weniäftene in feiner Näbe fteben. 1. Mai 1789 von
ben KRuffen erobert, welche hier 15. Aug. 1759 eine
Niederlage unter Geisinar durch bie Türken erlitten.
11. Aug. 1791 fanden in ©. die Friedensprälimi⸗
narien zwiſchen Rußland u. ber Sferte, 1521 ein
Kampf zwifchen Griechen u. Türken u. 10. Mai 1928
eine Nieberlage ter Türken durch die Ruſſen ftatt.
Vom Herbft 1548 bis Herbft 1554 mar G. vorüber-
ehend von türkiſchen, ruſſiſchen u. öſterreichiſchen
Fr bejetst.
alaure, Nebenfluß der Rhone links in Frank⸗
reich; entipringt im Arrondiſſement Et. Marcellin
bes Departements Iſere, tritt in das Departement
Drönie u. mündet im Arronbiffenent Balence.
Galäva (a. Geogr.), Ort auf der Weſtſeite Bri-
tanniens; jest Lorton od. Ouſe Bridge.
Galax (li. 7.), Pflanzengattung aus ber Fa⸗
milie der Ericaceae-Pyrolaceae, 1. Ordn. 5. Kl.
L.; Art: G. aphylla, ın Birginien.
Galaraura (GL. Zamour.), Gattung ter Ko⸗
rallinen; Stamın pflanzenartig, gabelig, gegliebert,
nit hohlen Gelenten u. nicht ſichtbaren Zellen u.
Polypen ; vielleicht blos Pflanze; Art: Lange ©.
(G. oblongata), u.a. Bei And. unter Tubularia.
Galaria, Feſt des Apollon Galarios in Böotien,
wo ınan Gerftenbrei in Milch gekocht opierte. Im
Böotien war ein Bach Galaxios mit milchähnlichem
affer.
Selaria (G. L.), Pilanzengattung aus ber
Familie der Iridene, Monatelphte, Trianbrie I.;
Arten: G. ciliata, G. narcissoides, G. ovata
u. a., Zwiebelgewächſe vom Cap.
Delartad ar), Pr arüchfiaße
alaxias, }. ıı. Hecht. un
Galaridi, Stadt in der Nomarchie Phthiotis
u. Bhotis im Königreiche Griechenland, unfern bes
Vorgebirgs Andromachi am Korinthiſchen Golf, am
weftlichen Ufer bes Kriſſäiſchen Buſens auf einem
niebrigen Borgebirge ; mit gutem Hafen, Gemeinde»
fhule, Friedensgeri t, Lazareth u. Zollamt; vor
dem griechiſchen Aufſtande ein gr bebeutender
alten ur ——
h
Sanbefapfah, x 18 en 3
som ört; 1855 mit gegen 6006 Gin., bie na
Zentig een bläherven Handel treiben. : -
‚ga L Römer. lienname ber Sul-
picia gens. Publius Sutpicine G. 211
d. Chr. Eonful, wo er Rom vor einem Angriff
anutbale | — 210 in Macebonien gegen
bilipp n. häer mit abwechſelndem Glüde,
endlich fiegreich; 203 u. 202 Friegte er wieder gegen
bilippus u. beftegte venjelben ; jpäter war er bes T.
8. Blaninin Legat. 2) ScerviusSulp.®.,144
‘2. Chr. Eonful, guter Rebner, durch Habſucht u.
Grauſamkeit berlichtigt, bei. 151 ala Felbherr gegen
bie Luſitanier, wo er 50,000 Mann treulos n. ver⸗
tragewibrig niebermachen ließ. Hierburch erregte
er
Caligula Statthalter in Afrika, unter Nero Statt-
* des Tarraconenfiſchen Spaniens. Weil er
ier ſehr geachtet war, ſo gab Nero insgeheim den
Befehl, ion binzurichten. Dadurch * ufftand
ezwungen, wollte er venfelben eben beginnen, als
di Nachricht von Neros Tode eintraf. Er wurde
um 68 n. Chr. von den römischen Prätorianern
m Anguftus ausgerufen, ging, 70 Jahre alt, nach
om, beleibigte aber bald Alle durch Kargheit n.
Strenge u. nahm ben Piſo Licinius zum Sohn u.
Nachfolger an; da wurde Otho von den Soldaten
zum Imperator auegerufen u. ©. 15. Januar 69
ermorbet, |. Rom (Geſch.). Bgl. Fr. Horn, G.,
Otho u. Bitellins, Verl 1812. IL. Dogen von
Venedig: 8) ©., um bie Mitte bes 8. Jahrh. auf
kurze Zeit Doge, f. u. San 9) G. aus He-
raclea, Doge 765—787, |. ebd. 10) Giovanni
G., Sohn des Vor. 787—804, wo er mit ſeinem
Sohn, 11) Mauritio, ſeit 196 Mitregent, durch
eine BVerſchwörnung vertrieben wurde, f. ebd.
SGSalba, Käfer, |. u. Springtäfer.
Galbandl, Gaibarumdi (Oleum galbanı),
ſ. n. Galbanum.
Galbänum (röm. Ant.), grasgrüne, weibliche
Kleidung.
Galbänum (G. Don.), Pflanzengattung aus
der Familie ter Umbellifeme - Sılerinae, 4 Kl.
1. Ordn. L.; Art: G. officinale, in Perſien hei⸗
miſch, Mutterpflanze des Galbanumharzes.
PR da Galb., Mutterbarz,
arm.), Gummiharz einiger in Syrien, Berfien,
Arabien u. Athiopien einheimifchen, aber noch nicht
‚näher beigunten Pflanzen (Galbanam oftieinale
‘Don.; Bubon, Gälbanum, B. gummiferum,
umgeben if, |. n.
beim Bert
Bar Gargrai
wurbe aber 1521 von ben Türken
Forula Ferutägo, F. rg
I:
——— © —— Fee
6 h grasls), beſtehend aus zufemı
blaß⸗ ob. rothgeiben,
Heineren - von
en Das * fen im —*
wird meiſtene in Pillenform ale ul
fiendegei
tin, 1:4 Thi. Safran bereitet, dB
n. bes Mittel, auch alt Gel
(Tınotura galbani), 1 Thl. G. mit 31
geiſt ausgezogen, bei ilblen @eidwän
Knochen, angewendet. Durch Dei
Maffer erbält man das Belbänumdt, &
farblofes, erft bremmend, dam MN
Ichmedendes DI, welches — mu
1. fetten Ölen auflöft. Bei der trodenen
ebt zuerft eine gelbe, faure —
leichtes, bellgrünes, bei förkerer Dide
zulebt ein bunfelbrannes Ol von widecũ
albois (pr. Gälboab), Ricoles
thurin ve ®,, geb. 1778 in Rennes, t
‚Unteroffizier unter die Jäger zu Pferd
reur u. wurbe 1807 dem Bringen ve
als Generalſtabsoffizier beigegeken.
Dienftreife gefangen, wurbe er nach de
von Eintra Trelgenehen u. baraut 1309
gelb uge d. $. in Deutſchland thätig
nude nach Aragonien; 18912 war a
chef u. fämpfte 1813 als Oberfi tes
legersregiments bei Lũtzen u. Dresber
trebras ſprengte er 1815 zmei ſchetu
n. erhielt einen Schuß in die Vrufl.
Marechal de camp ernannt, comma
1837 die Divifion der Aisne u. gir
Afrika zur Übernahme Des Commant
fanteriebrigabe. Nach ber Expeditien
tine erhielt er das Commanto tiefer P
plus tr aus Gefnndheitsrüdfichten naı
ehrte aber 1845 nach Afrika zurüd, :
bie Section der Reſerve u. fl. 1551 m
Galbüla, fo v. w. Glanzvogel.
Galbülus (Bot.), 1) Zapfenbeere
beerenartiger Same, ber von ten fie
denen u. mit einander verwachſenen
rucht; 2) fo v.
uß; 4) for. m.
‚ aus Indien, in gi
Beere; 3) jo v. w.
Galdagummi
loſen, undurchfichtigen Gräden lem
Weingeift Ideliches Harz, gelblich, ar
——— dem Bruche matt, leicht
unen wie Weibramd rieche
pflunge unbelannt. 2
Galbar bis Galterenquate
Stadt auf der Inſel Camaria (Weſt⸗
lt, mit 2000 Ew.
r. Gehf), Thomas, geb. 1642 zu Sern⸗
hire u. ft. 1709 ale Dechant in York; er
Historiae poeticae antiqui scripto-
375; Hist. anglicanae scriptores V,
%0l.; Hist. britannicae, saxonicae
lanicae scriptores XV, ebb. 1687,
‘e., Fol.; ten Jamblichos, ebd. 1678;
us Itinerarium, ebd. 1709; Khetores
d. 1676; Opuscula mythologica,
ıhysica, Sambritge 1671, u a. m.
at.), 1) Helm, f. d.;2) (Anat.), Galea
ı, Aponeurotifche Hanbe (f. d.), Seh⸗
8 Schädels; 8) (Bot), eine ſtark ge-
lippe ber Rachenblüthler od. der Orchi⸗
‚auch wohl dag kappenförmige Blatt von
ꝛc. Daher Galeatus, gehelmt, was einen
ı bat ob. mie ein folcher geftaltet if.
ra (G. Lindl.), Pflanzengattung aus
Orchideae-Vundese; Arten in Süb-
a (G. Prest., Fragifera), Unter-
Gattung Trifolium aus der Familie
naceae-Loteae-Trifolieae; Arten:
ınter Trifolium geftellt.
> tital. Galeazza), bei ten nörhlichen
ein Heines Schiff ınit zwei Maften
rjegel. Im Mittelmeere zur Zeit der
ie größte Gattung von Kriegsſchiffen,
n. Segeln verjeben. Diefe &-n führ-
Jatterien, waren 160— 180 Fuß lang
8 1000 Mann Beſatzung. In der vene-
lotte ge es fogar einen Galeaſſctadmiral.
i, Domenico Varia Gusmano, geb.
!ehrer Der Phyfit in Bologna u. f. 1775.
jte fich mit anatomiichen Unterfucchungen,
Itate meift in ben Commentarien der
tebergelegt fint.
d, italieniicher Vorname, bef. in ber
scontt u. Sforza gewöhnlich; I. Herr-
Mailand: A) Aus dem Haufe
:1) G. J., Sobn Matteo's Visconti,
nn Mailand, geb. 1277; vermählte ſich
von Eſte, der reihen Wittme Minos
‚u. focht Lie dadurch entftandenen Tebh-
en Bater u. für Kaiſer Heinrich VII. als
dherr u. Ghibellinenfübrer aus. 1322
ven Zater ; war in Dlailand von Ludwig
eine Zeit lang verhaftet u. ft 1328 vor
Bann. 2) &. II, zweiter Sohn von
zisCconti, wegen Ehebruch mit feiner
ibella Fieschi, Gemahlin von Luchino
iach Holland verbannt, von Matteo II.
berufen; empfing nach ſeines Oheims
Tode 1354 die Hälfte von Mailand,
„Novara, Bercelli, Aſti, Tortona ı.
u. theilte nach Dlatteos II. Zope deſſen
‚mit jeinem Bruder. Er war ein pracht⸗
ürft; beprädte feine Untertbanen bart,
aber bie Literatur. Zuletzt fürdhtete er
[ungen feines Bruders u. veftpirte baber
weiches er 1356 erobert hatte, u. ftarb
raften Geizhals gewvorden. 3) Gian G.,
Sobn des Vor., nabm nad feines Va⸗
urch Liſt feinen Obeim gefangen u. ver-
obfchon er defjen Tochter zur Gemahlin
3; 1395 erbielt er vom deutſchen Köuig
Demel ben Titel Herzog von Mailand,
ul nem Lande noch Piſa, Siena, Parugia,
u. Bologna n. ſtarb im September 1402 ix
Marignano; |. u. Mailand. B) Wus dem Haufe
Sforza: 4) G. Maria, geb. 1444, war feit 1466
Herzog u. wurbe 1476 in ber Kirche ermordet, 1.
Mailand (Geih.). 3) ©. Biovanni, bes Bor.
Gobn, geb. 1469, folgte feinem Vater 1476 u. wurde
von feinem väterlicdden Oheim u. Bormund, Lubovico
Moro, 1494 vergiftet. II. Geueral: 6) G. von
Mantua, diente zuerfi unter Alberich von Barbind
u. befehligte 1403 die Benetianer vor Padua. Er ver-
ſprach dem Franz von Karrara, Herrn von Babua,
als tiefer capitulirte, Leben u. Freibeit; dev Rath
der Zehn aber vermeigerte bie Beftätigung biefer
Capitulation u. ließ ©. fpäter vergiften.
Galeere, 1) (Balee, Gatele), Ruderfahr-
zeug mit Lateiniſchen Segeln (j. d.). In früherer
Zeit das wichtigfte Kriegsichiff, Flach gebaut, ſehr
lang, aber leicht zu bewegen, mit 3— 400 Mann
befetst ; geeignet, um einige ſchwere u. mehrere leichte
Geſchütze zu führen n. an den Schanzen für bie
Soldaten mit Bruſtwehren verfehen, entipradden
fie damals vollfommen ihrem Zwecke. Genua u.
Venedig batten die ſchönſten aufzumeifen. An ber
Klippenküſte Schwebens find in ber Scherenflotte
noch ähnliche Fahrzeuge zu finden, melde man
Halbgaleeren nennt. Die vornehmfte ©. hi
Reale, an deren Borb der Admiral war, auf bie
folgte die Capitana. Größere Gen, mit 20 bis
25 Ruderbänken, hießen Londres; Heinere, nur
mit 16—20 Rudern auf jeber Seite, hießen Halb»
galeeren. G-n mit platterem u. breiterem Dinters
tbeil bießen Baftarvden ————
Der Aufſeher einer G. hieß Argouſin. Da dieſe
Schiffe kein Verdeck hatten, konnten fie bei ſchwerem
Wetter die See nicht halten, dagegen eigneten ſie
ſich mehr zur Fahrt zwiſchen Klippen u. Untiefen.
Die G⸗n And eine alte Erfintung; ſchon bie Grie⸗
chen hatten ſolche Nuder (ſ. Trieren) ; im 13. Jahrh.
waren fie die einzigen raile, deren man fich im
Kriege bediente. Im 14. Jahrh. tbeilte man fie
hen in drei Klaffen, im 16. erichienen fie auch
außer dem Dlittelmeere, 3. B. in ver Oftfee. Seit
der Mitte bes 17. Jahrh. find fle, Durch beqguemere
Schiffe erfegt, größtentheils abgeloınmen; ®) fo v.
w. Galeerenqualle.
Galeerenanker, , Heinfte Sorte Anter, f. d.
Galeerenknoten, tient zur Befeſtigung von
Hebebäumen u. Ziebftangen an einem Tau, um
en leben viele Menichen wirffam werben zur
laſſen.
Galeerenofen, Deſtillirofen, welcher eine dop⸗
pelte Reihe Kapellen enthält, zwiſchen denen die
Feuerung in einem Kanal geſchieht; die Retorten
liegen fo darin, daß ihre Hälſe zu den beiden langen
Seiten bes Dfens bervorragen. Man menbet ſolche
G. in Fabriken an, bef. zur Deftillation des Schwe-
fels, des Bitriolöls :c. .
Oaleerengualle(Arethusa Broion, Physalia
Lam.), Gattung ausder Familie der Blafenquallen,
allertartige, Längliche, querliegente, ſchwimmende
laje, ohne Schwimmböhlen, mit oben auffigen-
dem (als Segel zu gebrauchendem) Kamme, unten
nit einer Menge langer, fatenförmiger (in der
Bitte) u. kurzer u. walzenrunder (nah außen),
mit vielen Saugmärzchen beiegter, herabbängender
Fühler, welche, jo wie das Ballet, worin dar
5 ”
Baltarenfiiaen :5i6 : Adnln.
fe in
402 inſchwimmenben ‚Del.
Bei, rn I Hu en be on 5
werdenden —5** u. Gier. Arten: Gemeine ©.
. garavella), voth u. blau, bie m einer
totanp, hurdfichtig, mit.
nee —— —
die eigentlichen
ſollen .en. ber —*— an ren, Da ——
Mandellern, u. a,
daß ſte am
.gen daher, welche auf der linlen Seite rudern
"Malt dem rechten, die anderen mit bem Iinten Beine |.
‚kefeftigt. Wegen ber. geringfien Vergehen werben
fie hart gelctigt, u. elöfioerkämmelungen, bie
‚eine Unfähigkeit zum Rubern bewirken, werben mit
dem Tode beftraft. Beim Antritt. ber Strafe wer-
.ben fie gebranbmarlt, ihnen bie Haare glatt abge-
Ichnitten u. ein Sanger Rod, ber bis auf bie Yüße
„gebt, gegeben. Die Strafe wird auf eine Anzahl
‚Sabre od. auf Lebenszeit erfannt, in welchem Falle
‚fie den bürgerlihen Tod zur Kolge hat. Da jest
die Ruberfahrzeuge faft ganz außer Gebranch ge-
‚Iommen find, fo werben ©. zu anberen Arbeiten, wie
Hafenarbeiten, Feſlungsbauen zc., gebraucht u. feit
ber. Mitte des 17. Jahrh. andh nicht mehr Die alten
:@oleeren, fonbern eigene Häufer (Bagnos) zu
‚Wefängniflen ber ©. verwendet. Eeit 1817 ver-
‚wandte man bie G. in Frankreich zu Tonlon, Breft,
a a. Orten zu — Da aber
Bring aſſe derſelben f nicht vollftänbig be-
:Ihäftigen ließ u. der Verlehr berfelben mit freien
‚ Arbeitern manche Übelflände im Gefolge hatte, fo
: bob Naprleon III. bie Bagnos gänzlich auf u. lieh
‚an bie Stelle ‘der Galeerenftrafe Die Deportation
treten. Dies Verfahren hat ſchon großen Rutzen ge-
eigt. Ehedem brauchte man in Italien auch bie tür.
Aichen Gefangenen in berfelben Weife verwandten.
:. Baleerenſtock, ein rundes Holz, bie Galeere
. Daran am Ufer zu befeftigen.
: Galdga (Agaligo), zwei Heine Infeln im
Indiſchen Meere, zwiſchen der Sechellen- u. Mas⸗
carenen⸗Gruppe durch ein Riff verbunben; ift rei
ch
am Kocospalmen u. von 200 Em. bewohnt, welche |
‚ Aderbau treiben. n. viel Cososwußäl bereiten.
Geſandtſchaft in Bruſſel, daum Legati
—— — —⏑⏑⏑⏑——
Galẽga (G. L.), Pflangengatiung ı
milie ber Papilionaceae - Lotene-(
Diadelpbie, Defanbrie Z; Kelch gl
zähnig, verwellend, —* pi, €
einb ** ber zehute bis zur Mitte d
alle pfriemmlich, Griffel fabl, fäblih; Ms
fürmig, Hülſe zweillappig, Tineal, fü
böderig, ſchief geftreift; Arten u.a: 6.
nalis (Geisrante), in Deuticland
ger Zone, ſonſt officinell al Herba
x. G. rutno caprarise, jet als
Werth der Pugerne gleihlommendes A
angebaut; G. orientalis, blanblähe
pflanze in Kleimafien.
Galega (Gateia), Fahrzeug mit a
Ruder.
Galen, Bolt, fo v. w. Gaelen.
Galen, Städtiſcher Bezirk (Townsk
Staa⸗Graſſchaft Wayne im Staate Obie (Mb
vom Erie-Kanal burchfchuitten ; 5000
Gälen, eine der tatheliichen Corte
Grafenfamilie, welche zuerft in Meftfalm
gem batte, won ba im 16, Jahrh. mac &
land überfiebelte u. jet in Weftialen, #
‚Erblämmereramt bes Fürftentbums Mi
‚| in Hannover ımb Oldenburg angeſche
| 1809 in den Grafenfiand erboben it. ©
find: 1) Heinrich, 1552—57
ne —— |
des Schwertordent in
Chriſtoph Bernhard, Sohn bei
Dietrich, geb. 18. Oet. 1600
1662 aud zum Adminiſtrator ter Abtei
1664 mit dem Markgrafen Friedrich
zum Director ber Reichsarmee gegen |
gewählt u. begab fich felbfi auf ven 8
plat; Dann führte er gegen bie Rieder
erft 1665 mit England, bann 1672 mit
verbindet. Er trat fpäter bem Bun
burgs u. Dänemarts gegen Schweben
‚hielt in Folge Davon das Herzogthum V
ſt. 19. Septbr. 1678 zu Abans. 8) Fr
bann Heinrich, Bruder tes Ber.,
Söhne, von benen 4) Chriſtoph Hei
jüngere, 8. 8. Kämmerer u, Re
1702 von Kaifer Leopold I. in_ ben Ri
Raub erhoben wurbe u. fich in Ofterreu
en erwarb; er war vermählt mit I
Kaas geb. Gräfin von Saurau, him
keine männlihen Nachkonrmen, fo tef
ihm biefe Öfterreidhiiche Linie wieder am
jebt noch in Weftfalen blühende Pinie f
5) Kranz Wilhelm, Älterem Brute
ihre lieber wurden 1804 ale Grtlär
Fürſlenthums Münfter in den Grafenſta
jegiger Chef if: 6 ia®,
Viren Gefangenen zu G., ba bie Türten bie chrifi⸗ eh A
tember 1800, ift feit 1825 vermählt
Maria geb. von Kettler (geb. 1803): |
Sohn Friedrich, geb, 1825, if Capl
St. Lamberti⸗Pfarrkirche in Corsfelt.
Ferdinand, geb. 1803, Bruder de
finbirte in Heibelberg u. @öttingen ie 1
bann auf Reifen u. wurde Attacht ker.
?
GSalen 36 Waleverivche
n Abweſenheit des Geſandten interimiſtiſcher
ftöträger war; er ging von bier als Geſchaäfto⸗
nah Darmflabt u. darauf an ben belgi-
dof; im November 1837 trat er von feinem
ı zurüd, da er die Maßregeln feines Hofes
den Erzbiihof von Köln in Brüſſel nicht
ztigen wollte. Im Jannar 1843 wurde er
dter in Stockholm, 1845 in Kaflel, von
-52 in Dresten n. dann in Mabrid. Er ift
35 vermählt mit Anna Iſabella, geb. Gräfin
ocholtz » Affeburg; fein Sohn Clemens ift
oren.
(Biogr.), f. Galenos.
lena (pr. Galihne, d. i. Bleiglanz), Haupt»
er Sraffchaft Io Davieß im Staate Illinois
nmerila), am eore- River; mehrere fchöne
r, katholiſches Waiſenhaus, Klofter der Si⸗
"Mercy; Gewerbtehätigleit, Handel, Dampf-
rt nach St. Louis, St. Baul® u. anderen
efädten am Miffiffippi; weigbahn nach
em Anfhluß an die Sllınoid » Central»
. Die Stabt murbe erft 1526 angelegt;
iber 8000 Ew. In ber Nähe reiche Blei -
ferminen (1952 über 40 Mill. Pfund Blei
ıte
eng, (G. De C.), Lieberſche Kränter, f. u.
fis u. Lieberſche Kräuter.
Ene, fo v. w. Theriak.
lenia (G. L.), Pflanzengattung, nach Ga⸗
ſenannt, aus der Familie der Portulacoae-
Maae. 2. Orbn.8. 81. L.; Arten: G. linearis,
Win Afrika; G. procumbens, auf dem Kap.
Hentca (%og.), bie vierte Schlufifigur, f. u.
10.
Aenifche Arzneien, zufanmengefehte Me⸗
ente, weiche blos durch mechaniſche Miſchung
tech Kochen bereitet werben, wie Pulver, Lat⸗
w, Decocte ıc. im Gegenſat der chemifchen.
ulenifche Binde (Fascia (saleni, Chir.),
Aptbinde mit vier, ſechs u. acht Köpfen; 2)
4 de0 Salen (Cancer (zaleni), bie vier-
e Hauptkinbe, f. Binden (Chir.).
Hemifche Facultäten, |. u. Facultäten.
Heniften, 1) die Anhänger ber Galenifchen
e, f. Galenos; 2) Partei der Wiebertäufer
‚ geftiftet von Galenus von Haën.
Teno®, ruifiiche® Beinmaß, 8 — 1 Wedro.
LEnos, Claudius, geb 131 n. Chr. in Ber-
n, wo fein Vater Nikon Architelt war; er
e Philoſophie u. Medicin erft in feiner Va⸗
2, daun nach jenes Baterd Tote 152 in
na, Korinth u. Alerantrien, bef. Anatomie,
kgekehrt nach Bergamum, 158, übernahm er
te Cur ber äffentlichen Kimpfer; ein Auf
Bajelbft beflimmmte ihm aber, fi 164 nad
u wenden, mo er durch glüdlidhe Euren,
aftlihe Borlefungen u Iiterarifche Thätig-
eoßen Auf erlangte. Bon 167 an lebte er
erichiedenen Orten Griechenlands, kehrte
nah Rom zurüd, war eine Zeit lang im
ze der Kailer Marc Aurel u. X. Verus zu
ja, dann Yeibarzt des Kaiſers Commodus
sm. Zuletzt wendete er fih wirder in fein
land u. fl. um 200. Er fuchte alle zu feiner
in den medictniihen Schulen berrfibenten
u in Verein zu bringen, ftellte zunächft bie
kratiſ hen vebriätze ais Grundſätze auf, brachte
ven aber mit Platoniſchen u. Ariſtoteliſchen
Lehren in Verbindung. Im feinem Vorn
Dialeltiter u. weitſchweifig, aber kritiſch
ſichtig. Das ganze Gebãude ber theoretiſchen
war viele Jahrh. hindurch beſ. ans ſeinen
genommen. Die Galeniſchen Lehren gin
au, nad Untergang ber Griechiſchen
in die Schriften der Araber Über u. beh
fi bis in bie letzten Jahrh., wo erſt elı
Einficht u. tiefere Forſchungen auf dem Ge
geittunf die Berdienfte des G. auf ihren
erth zurückbrachten. Die Zahl feiner a
echten griechifchen Schriften, melde fich
Zeige ber Debicin beziehen, ift 100, b
verbädhtigen (worunter auch, wie von ben fı
mehrere bfo8 in lateinifcher Überfegung
find) 18, die der offenbar unechten 24; vo
man nur ei außerbem find 18 G
tare über Hippolratiſche Schriften von ihı
ten; über 300 find ganz verloren. Die beril
Schriften G-6 find zur Anatomie: 7Tepl
uıxav Eyyeıpnosov, 9 Bilder, IIeo) bore
yleBov za) — Hepl veobuv ds
Ieol untoas dvaroung, IMeol uvor xı
IIepl Toy Tas avanvons aırıov, Ileol ı
rog, Ileol ÖGyENOEwS Gpyavov ; zur Phr
IIsol zoelas tov Ev avdomnou Ooluarı
17 $: zur Buthologie: /Tepl ıwv nıene
toner, 6 B., Ileol dia opas voonuaım
ı0r &v 1ois voozuacıy alııwv, IIepl a
uaray Jdıayogas, Meer ıwr dv Tai
xzugper, ITeol diny.opüg nupstov, I
e«duou u. a.; zur Arzneimittellehre: 7Tı
gews xal durausug Toy anlov ge,
9 B., ITeol ovuvsdosus yapuuzay Ti
ronovs, 10 8., /Ispl 0uV9. yapu. ıwy xa
78., Ilegl avudorwv, ITeoı ıns Inpıa
Therapie: Texvntargıen; Bepanevren,
14 B., u.v.a. Seine berühmtefe Schrift ı
taroıxn (im Mittelalter Microtechnum ı
num genen), welche fange Zeit Lehr n.€
war. Die Galenfhen Werke erichienen zue
weife) griechiſch, Vened. 1525, 5 Bbde., Fı
1538, 5 Bbde., Fol.; Hauptansgabe (mit H
von R. Charter, Bar. 1679, 3 Bbe., gr.
von Kühn, 1821 — 33,20 Bde. Bon la
Oberfeiungen erfchien bie frübefte in 2 Bi
1490, Fol. (n. Aufl. 1502), u. in 3 Br
Fol., u. d. Auch einzelne Schriften fin
herausgegeben ; in nenerer Zeit find noch €
Schriften entvedt u. herausgegeben wo
Minas, Par. 1844, u. Andr. Darenibı
19419; Lebensbeſchreibung von Euſtachiu
1577, Bar. 1660.
Galenſtock, ein bober u. von Gletſd
ebener Gebirgeflod der Alpen auf der G
—“ Wallis u. Uri, nördlic
urfa u. füdlih vom Zbierderg fein
Sun ift 11,073 Buß über dem Meere.
Galeobdölon (G. Sm.), Pflanzenga
ber Bamiliederl.abiatae-Stachyılene-L:
14. 81. 1. Orbn. Z., der Gattung Lam
(ich, aber die Unterlippe mit brei |pitiger
Art: G. Iuteum, deutihe Waldpflanze, n
rothgefleckten Rachenblumen, ehemals zu
gezogen u. als Herba laamii lutei offici
Galeocerdo (15. Müll. u. Henle),
tuug, zue Ordnung der Körnſchuppen, |
find lebend, einige Torf.
3
Galeddes (Walzenſpinne), Gattung aus
der Kamilie der Afterjlorpione (f. b. u. a.).
Ieolaria (G. Lam. ), Sattung der Röhren»
würmer, von Serpula durch mehrſchaligen Dedel
gerfchieben, barunter G. caespitosa aus Neu⸗
holland u. a. |
Galeomyomadia (gr. Lit.), der Katzen⸗ u.
Mäufelrieg, |. u. Prodromos.
@Baledne (Batione, Seew.), fehwere Dreimafter,
ehemals in Spanien u. Portugal gebräuchlich, auch
roße Kauffahrer wurben fo benannt; fie waren
Ir bochborbig u. hatten manchmal 4 Batterien
ber einander, in Spanien hießen fie |päter Carra⸗
ca8; der Name Galione wurde vorzüglid ben
ſchweren Schiffen ber ſpaniſchen Silberfiotte (f. d.)
gegeben. ,
GBaleopithäcus, |. Galione.
Galeopfi3 (G. L.), Pflanzengattung aus ber
Fewine der Labiatae-Stachydeae-Lamieae, 14.
[. 1. Ordn. L., Staubgefäße genähert, unter ber
Dberlinhe gleihlaufend, Staubbeutel mit 2 Klap-
pen aufipringend, Oberlippe gewölbt, Unterlippe
an ber Bafis beiderſeits mit einem fpiten hohlen
ahne, Mittellappen ftumpf od. ausgeranbet; ein-
eimifche Arten: G. Ladanum, mit purpur-
rothen Blüthen, doppelt jo groß als die Keldhe; G.
versicolor (Curtis (G. canabina Roth),
rauchhaarig, bie Gelenke des Stängels ſtark ange-
ſchwollen, —** Kelche, ce blaßgelbe,roth-
efleckte EN Blüthen, beibe auf ſandigem Boden
Mn Getreidefeldern; G. Tetrabit, rauchhaarig,
afig, mit 2—4 Zoll langen, ovallänglichen Blät-
tern, lange, borfenförmig Racpeligen elchen, pur-
urrothen Blumen, in Waldungen, Heden; jonft
a8 Xraut als Herba cannabis sylvestris offici-
nel; G. ochroleuca Lam. (G. grandi-
flora Hof., Roth), häufig in ber Rheinpfalz,
Weftfalen u. a. Gegenden Deutichlande, auf Sand⸗
boden, Getreibefeldern, mit 1—1} Fuß hohem, äfti«
gem, ſtumpf⸗ vierfeitigem Stängel, ter wie bie
eirundslanzettförniigen ob. ovalen Blätter, mit wei⸗
chen Seibenhaaren dicht betedt if, u. gelben Blü⸗
then, viermal größer als Die Kelche. Die ganze
Pflanze i blafgelbtic rün. Das blühend ge-
troduete Kraut ftand al8 Blankenheimer Thee
ob. Lieberſche Auszehrungskräuter als
Mittel gegen die Lungenfucht in ausgebreitetem
Rufe, u. ſchon bie älteren Arzte haben das Kraut
gegen Lungenfranfheiten angewendet. In den Ars
eunen wirb Das Kraut, dort Ganot genannt, zu
gleichem Zwede benugt.
Galeöt, fo v. w. Galeerenſklav.
Galedta, Vorgebirg auf der Sütoftfüfte der
Kleinen Antille Trinidad.
Galeöta, toriiche Zeichendeuter, bef. in Hybla
(1.d.) in Sicilien, genannt nach ben bunten Eidechſen
(Gafeotä), Deren fic ſich bei der Reiffagung bebienten.
Galeöte, 1) jo v. w. Halbgaleere, f. u. Galeere;
2) jo v. w. Galeone; 3) die Heinfte Art Galeeren
mit 19 — 20 Ruderknechten u. ohne Kanenen; 4)
länglichrundes Fahrzeug ven mittler Größe mit
einigen Kanonen od. auch Mörfern.
Galedtes (G. Cup., Calotes Cur., Galeote),
Eidechſengattung aus der Familie der Baumaga«
men, f. u. Agame pr).
Galey 08, 2 Städte in Thracien, bie eine auf
ber Gübtüfte von Edonis, öftlich von Apollonia; bie
te an ber Südſpitze von Sithonia am Toro⸗
Galeobes bie Galernaja Gawanj
öilgen Meerbufen, u. nachmalt mit Ebeikah
zu
u
acedonien sa. And. waren heide a
Stadt u. es ſoll — e Cavala ſei
Galtra, 1) Dia in ber |pazii
vinz Granada; Schwefelquellen, romiſche Ja
ten u. Bauüberrefte; 1900 Ew.; 9
ber Norboftfüfle ber Kleinen a hr
(. de Sampa, Zambabai), Baier Geraiiiiig
Meeres, an ber Nordweſtluſte bes Depertzmai
Magdalena der ſüdamerilauiſchen Repuikl Bes
granaba; darin die Infel Arena.
GBaltra, 1) (Tairo, Gulo barbarıs), ii
Säugethier aus ber Gattung Bielfref if
Gattung der Blätterſchwãmme aus ber
> Sales ) Sg
aleria, 1) (Belarina, a. .), AR
Innern Siciliens, am weftlichen —8*
fie war von Siculern unter Morge ig
ipäter von Campanern befekt; j. Gr)
(Borto di &.), Hafen an ber Werte ine
worin ber Fango mündet.
Galeria, zweite Gemahlin bes sah
lius, |. d. J
Galeria (Aftermotte), nad Halle
tung ber Lichtmotten.
erichlum (tim. Ant.), 1) He is
ide ſ. d.
SER at
0, 10 v. w. ngen a
Galerites (G. Goldf., Conulus a Du
Klein, Echinoconus Blainv., Petri), GM
ber Geeigel; ihr Körper ift Halbkugelfärmig 4
gelförmig erhoben, unten flach od. coman, DW
roß u. in der Mitte ber unteren Fläche, der
hen Munb u. Rand od. am Rand ber al
—5— Stachelwarzen Hein; Arten: G. deyc
m., im unteren Jura; G. vulgaris Leu.l
häufig im Kreidegebirge, meift ald Jenerkaz
Ihofstnöpfe); G. albo-galerus Lam,
in ber Kreide.
Galerius, 1) G. Trachalus, warsiıl
Conſul, zu feiner Zeit berübmter Rebner =
von welchen das Gerücht ging, daß al
Kailer Otho die Reben machte, welche mE
Eenat u. vor bem Heere hielt; 2) Cajns MH
lerius Magimianus mit dem Benz
menterius aus einem Dorfe bei Sardicen
cien, Hirt, dann Soldat; ſchwang fi tur
feit zu den höchſten Stelen auf; DieclenusM
tirte ihn 292 n. Chr., gab ibm jeine Techte
via, ernaunte ihn zum Täſar u. ertheilte ibm M
cien u. Illyrien. Bon Diocletian gegen die
gefendet, wurde er von benfelben 236 ın
tamien geichlagen, im folgenten Jabre ei
reich, nöthigte ex fie um Frieden zu bitten 34
die beiden Auguſten abdankten, erhielt &.,
Conſtantius Chlorus, Die Würde einca AB
über bie öftlihen Theile Des Rẽmiſchen Rat)
nahm zwei Dlitregenten an u. fi. 311 am —T
en feiner Ausſchweifungen. Über ſeine Re
Rom (Geſch.). Er mar abgeſagter Feind da
ſten, gegen welche er auch eine Berielgunge
aber vor feinem Tode hob er bie jmd
gegen bie Ebriften auf.
Galernaja Gawanj (Bairereabenn Fi
ſtadt von Petersburg, gegründet 1721 auf:
lichen Spite ber Injel Naffti- Oſtrer: ded
war urſpruͤnglich zur Aufnahme der
Galerne bis Galgen
welche früger in jener Gegend beim
ino lag; zu biefen Zmede wnrbe ein
in von ungefähr 500 Metres Fänge u.
ı Breite gegraben, welches fich bis heut
alten bat, u. verſchiedene Gebäude auf-
96 wurde noch ein zmeites, kleineres
jegraben u. bie Ufer mit Granit belegt.
riegsflotte in Kronftadt flationirt, ıfl
nbafen verödet u. bient ten ärmflen
Petersburgs (Matroſenwittwen, nie
eamten) zur wohlfeileren, obgleich un⸗
hnſtätte, Da bei heftigen Seeſtürmen
eil häufig überſchwemmit wird.
‚ kalter Nordweſtwind in dem nord⸗
rankreich; iſt der Vegetation ſchädlich.
ie (v. gr.), Geſichtéfehler, krankbaftes
a u. Galerucitae, Käfergattuug u.
, ſo v. w. Fruchtkäfer (f. d.).
(röm. Ant.), 1) tegelförmige Mütze;
wurde fie in Etrurien von den Lucu⸗
Rom von den Pontifices getragen; 6.
w. Alhogalerus, ſ. u. Flamen. 2)
8) falſche Haartour, ſ. Perüde.
irg (ipr. Gehlsburg), Poſtort in ber
inor des Staates Illinois (Nordame⸗
rt Military⸗Tract⸗Eiſenbahn; Knor⸗
37 gegründet), fruchtbare, wohlbebaute
1200 Ew.
Fluß in der neapolitaniſchen Provinz
ranto; entſteht in Montes di Martino
ı den Meerbuſen von Tarent.
8 (Seliffon), Provinz mit gleichnami⸗
m Reiche Macaflar auf ber ſüdlichen
n Celebes (Sütoftafien), die Bewoh⸗
geihidte Schiffer belannt.
(a. Geogr.), |. Galäſus.
1) Ort am gleihnamigen Vorgebirge
üfte ber nördlichen Halbinfel der Mo⸗
Dſchilolo — 2) eine ber
eln; waltig, reih an oſtindiſchen Pro⸗
entlih Gewürze); bie Bewohuer find
yenetianifche Glaskoralleu, für den Han-
afrikaniſchen Küſtenläudern
1, Borgebirg, im Süden der Juſel Te⸗
ser Weſtküſte Afrika's.
(fr., italieniſch Galeta), ſchlechte Flod⸗
onnene Ausſchußſeide.
(G. Cur., Meerjau), Gattung bes
‚don Monmutb (Galfredus Mo-
). geb. zu Dionmutb, war erfi Archi⸗
Libß u. wurde 1152 Biſchof zu Aſaph;
ı Unruhen in Wales zu König Hein-
ber ihn zum Abt von Abindon machte;
ı3biichof von Canterbury zur Rüdfehr
thum aufgefordert, leiftete er keine
e verlor er feine Stelle, bald darauf
lbtei. Gr fchrieb eine Geichichte der
Walterd Brut-y-Brenhined; De
siasticorum; De corpore et san-
ini; Carmina ; Commentaria in
Merlini u. eine Lebensbeichreibuug
luß in Ungarn ; entfpringt am Szanda⸗
eife Neograd u. minder bei Fenyszarn
en iu den Zagyva ein,
| werben durch das Loos
I
Galgäcus, im 1. Jahrh. n. Chr. Fürſt ber Ca⸗
lebonier, f. Schottland (Geſch.).
Galgäla (a. Geogr.), fo v. w. Gilgal.
Galgaliel, im Talmud FZürf ter Sonne ob.
der fie regierente Engel.
Galgant, 1) Echter ©. (Kleiner ©.) Wur⸗
zel von Alpinia Galanga, konnt aus Oftinbien
in fingers⸗ bis daumensdicken, äftigen, uicht geſpol⸗
tenen Stüden vor, ift aufen u. innen dunkelroth⸗
braun, bolzig, faferig, ſchwer zu pulvern, riecht, bei.
ericben, angenehm gewürzhaft, fchmedt feurig,
Par. aromatiſch, flärler ala Ingwer u. wird ale
wirkſames Verdauungsmiittel in ihrem Baterlaube
häufig angewendet; die dünneren Stücke (Galanga
minor) werden als kräftiger vorgezogen; daraus
wird ein ãtheriſches II Galgantöl (Balgantwargeläl)
gewonnen, es ift gelblichweiß, ſchmect aromatijch
campberartig u. riecht ähnlich Lem Cajeputtzl; es
ift nicht ſehr flüchtig, löslich in Alkohol u. Ather,
wenig löslich in Alfalien; an ber Luft verbidt es ſich
u. wird geruchlod. 2) Deutſcher ©., die Wurzel
von Cladium mariscus; 3) ®roßer ©., bie
Wurzel von Kämpferia Galunga.
Galgas (Waarent.), fo v. m. Golgas.
Galgbrunnen, fo v. w. Schöpfbrunnen.
Galgen, 1) eigeutlich zwei in bie Höhe gerichtete
Pfoften, über bie ein Querbolz liegt; 2) ba an einer
folhen Vorrichtung gewöhnlich bie zum Henlen ver-
urtheilten Verbrecher aufgelnüpft merden, das Ge⸗
rüft, woran Dies geichicht, auch wein es von ande»
rer Figur ift. Beſtebt ber ©. aus einer runden,
gemauerten , terraffenförniigen Erhöhung, um bare
auf auch köpfen u. räbern zu Töunen, u. find auf
demſelben fteinerne Säulen (meift 3), zwiſchen de⸗
nen Hölzer (Salgenboölzer) befeftigt find, um an den⸗
jelben den Miſſethäter aufhängen zu fönnen, jo heißt
ber ganze Bau Hochgericht; ift Dagegen feine
gemauerte Terrafie erböbt, u. beftebt der ©. blos
aus drei gemanerten Säulen od. erhöhten Pfoften,
fo heißt er Dorfgalgen; u. wenn er blos aus
einer Säule, in bie eine Pfeſte rechtwinkelig einge⸗
laſſen ift, befteht, Schnellgalgen (Kniegal-
en, Soldatengalgen). In ber Gaunerſprache
heißt ber ©. bie Feldglocke. Die ©. liegen meiß
außerhalb bewohnter Orten auf boben Punlten
(Balgenderg) u. wo möglich auf nicht angebantett
Stellen. Da Errichtung od. Ausbefferung eine ®-
nach altem Borurtbeil auriidig macht, Jo werbef!
gewöhnlich, wenn dieſelbe voriommt, alle Baug€
werle Des ganyen Diftrictes, in dem ter ©. erri
tet werben fol, verfammelt. Der Richter reicht 7
dieſem Geſchäft ben erſten Stein u. haut Das Hot
aus dem er gebaut werben fell, an, u. alle Gewer
arbeiten banıı fanımt u. fonders an ten &., ob
Ginige beftimmt, bie EK
bauen. Wenn zur Galgenftrafe verurtheilte Berbr
cher eutflohen find, jo wird ibr Nam ea ten C
gefhlagen, f. Strafe; 3) erhöhtes Querbelz
bintern heile des Karrene, worauf beim Zruck e
der Dedel rubt, |. u. Budpruderpreile: #) Bean _
ein Gerüfte ani Bord, nah Art Tee G:-#, Ar
die Schifisglode zu tragen, au! der Hräulaar
fabrern 2 Krahnen binter ber Yeicharüfte, um n e
Boot darauf zu hiſſen; Gelgemiseiazue . EIN an
ebautes Nuberbect bei der Ar:T.ateem, Tat
* ©. gehißt wir: Zu; P. an Bet X*
PU ru vr
dem Eingange tes Ecshör. an _
flellen; 6) ker Vene En: Din oo
a.
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bio sb, Galgen n Eee are)
833 — |
en
), Gattung aus der *
| Sinpwanze, N
nfche | en (ib.
® ——
TI EFiIT
vu 1780% De en dei genbau benutzt;
—— guereggianti, | €
Br eu bon a 2p3. 1790); ialo-
gues e commerce des bles, gend. 1
peutfd gr Beicht, Öfogan 1802, 2'Bbe.) u. m. a.
‚ach feinem Tode erſchien : Correspondance in-
7 e de (4, 17651783 avec d'Epinay le |
n d’Holbach ete., Par. 1818, 2 Bde.
al no, Don Antonio Alcala-®,, eb. 1790
TCabix, Eefe politico Be — 18 Cor⸗i
ter 1822 23 zu yet hören AR
ſchlug er einen — nt Maffe ge |
na or. heniag, — * zu rer an
nad Cabir begeben en habe var ‚nad
weigerte, daß eine Rege einge Ku * 5 ——
rbe, indem ein ——— Bi ömig | ©. geprägte M ib:
hindere bie conflitntionellen 9 enmafje: 16) u. bi
—— Einnahme des ALL —B er —— tifticher
Krk 1833 zurüid u. wurde 1834 De-
r Eabir; 1835 verhaftet, erbielt er feine
Bon Medi Dat A rüd u. trat num für
in die Schranten. Nach der Revolution von
a 1836, welche filr ben Ultrafiberafismus
a austief, verlor ©. febr an Anjeben, trat.
er bo als Deputirter für Madrid in bie Cortes
En Tann (Stantsir.), fo d. m. Shalib-
bie. b
* * —* —— in Cayenne (franzd«
c J
A — — — —*
— sen 8 ter od. 2762,6 Par. CM
100 Fanegas von Ferrol = 132,912
fel; die Fanega von Coruña if 10 gr
alfo — 69,1997 Piter od, 3336, Par &
L | 1007 anegas von Coruña —= 120,15
alibli, jo v. w. Galipfi. * | jet; Weinmaß: der Moyo (Mil) bat 4
alicia la nneva, for. w. Xalieco. 16‘ Oli, 68 Azumbres, 272 Q
jalirten, der norbweſſilche Theil Kur Qnhrtillo = 0,516377 Yiter or. 29,0 cl
it bem Titel eines Kön bitzoll, 1 Uafin fa — 1,0989 Fraufimtr
1,730,000 Ew. zählen; gre "| 2,9818 preuß. Eimer; Gewichte: Hante®
Galietis bie Ball -- 857
Bfunb (Libra gallega) iſt == 21 ca-
f. n. Centner (Cornña); 100 Libras
‚23,073 preuß. Pfund; Sole: u. Sil-
as caftilifche. ©. hat ein eigenes Ge⸗
sebrere Freiheiten; theilt fich neuerer
ovinzen Coruña, Zuge, Drenfe, Bon-
t feinen Ramen von den Ealläci(f. b.),
dlichſte Portugal bewohnten. Ale die
e befiegten, wurbe ©. römifche Pro-
n, wie das übrige Spanien, nnter bie
Vaudalen, Weftgotben u. Sarazenen
er zum Gebiete der Könige von Leon
Ferdinand der Große erbob &. um
ttgreich u. gab es feinem Sohn Gar⸗
age. Unter gleichen Umftänben kam
hI., Grafen von Portugal, f. d.
:r Ferdinand bem Ratbotiihen hatte
on ©. faft ganz unabhängig gemacht,
nd nur dem Namen nad noch Spa»
n mar; zwar brachte Ferdinand den
orfam zurück, mußte ihm aber große
räumen. ‚Übrigens vgl. Spanien
G. Zund.), eine Säugethiergattung,
mähnlich, aber nur in Südamerika;
yarbarus Zund., in Brafllien,
reifem Haupte u. weißem Kebiflede;
s, oben grau, unten ſchwarz, eine
von ber Stirn jeberfeits zum Halfe
General, fo v. w. Galyzin.
Marſchallin, fo v. w. Ancre 2).
a, Stadt im Kreile Mitterburg (Pi-
reihifhen Küſtenlandes; 4 Kirchen;
Baltt, Salllab, d. i. Diftrict, a. Geogr.),
bor bem Eril ein Diftrict im Stamme
‚ber Nordgrenze Kanaand; 2) fpäter
Provinzen Paläflinas, u. zwar bie
grenzt im Weften von bem Dieere u.
ı Norden von Cöleſyrien, im Oſten
u. See Tiberiad (Salilaͤiſches Meer,
ıretb) u. im Süben von Samaria,
Gegend um Tyrus u. dem on
ebirg Carmel u. Stythopolis; 10 MI.
MI. breit; war fehr gut an ebaut u.
:in: a) Obergaliläg (Galllaea su-
ördliche, gebirgige Theil, welcher ſich
bis Bala u. von Thella bis Meroth
ier Theil hieß auch S. der Heiden (C.
il fi bort viele Syrer, Griechen u.
) jeibft Agnnter angefiebelt batten;
aliläa «6. Inferier), ber filbliche,
on XZaloth bis Berjaba u. von Tibe⸗
(on. Die Saliläer zeichneten ſich durch
feit u. antere Tugenden aus, rebeten
bebräiichen Dialekt, welcher fidh bei.
tere Ausſprache auszeichnete, u. be
meiſt mit ber Fiicherei. Wegen ihrer
mit heidniſchen Völkern litten fie öfter
ınglüd, u. weil Heiten unter ihnen
rben fie von den Judäern meift ver-
ıt beshalb ein Weltintereffe, weil es
8 Chriſtenthums war; denn aus ©.
8, e8 war der Schauplaß feiner Wirk⸗
bier lagen Nararetb, Kana, Kaper-
‚ ber Jordan, See Tiberiad, Berg
lilder waren feine erften Apoftel; baber
erhielten auch bie erſten Ehriften von ben Inden
den Spottnamen Galiläer. Jetzt bildet &. einen
Theil des Ejalet Syrien.
Galiläa, eine in England übliche Bezeichnung
ber Vorhalle vor den Portalen gothiſcher Kirchen.
Galilän, in der Griechiſchen Kirche der 3. Oſter⸗
feiertag ob. die 3. Woche nach Oftern, od. die Zeit
von DOftern big zur Himmelfahrt, weil Ehriftus in
diefer in Galiläa weilte.
Galilei, 1) Salileo, geb. 18. Febr. 1564,
erhielt von feinem Bater eine jorgfältige Erziehung
u. ftubirte, obwohl er ſchon als Knabe mehr zu me⸗
chaniſchen Arkeiten fich binneigte, in Piſa feit 1581
Mebicin u. Bhilofophie; bald jedoch wäblte er bie
Mathematik zu feinem eigentlichen Studium, nad“
dem er in einem Alter von 19 Jahren Durch Beob⸗
achtung der Schwingungen einer Rampe im Dom
zu Bifa auf die Gelee vom Pendel bingeleitet wor⸗
ben war. 1586 erfand er bie Hydroſtatiſche Wage;
1589 Brofeffor der Mathematik in Piſa gemorben,
eiferte er bef. gegen die geiſtloſe Nachbeterei ber
Artftoteliihen Philoſopbie, namentlich mies er bie
Schwäden u. Unrichtigkeiten von phyſikaliſchen
Aufftellungen ber Ariftotelifhen Schule nach, indem
er unter Anderem bie Lehre vom Kalle angriff u.
durch feine deshalb angeftellten Verſuche auf dem
Thurm in Piſa zeigte, daß das Gewicht auf bie
Geſchwindigkeit fallender Körper keinen Einfluß
habe. Seine Feinde zmangen ibn, fein Anıt nieder»
zulegen, worauf er 1592 Profeſſor ber Mathematik
ın Padua wurde, mo er zuerft die Stalienifhe
Sprache bei feinen Vorträgen anmwandte u. rafch
einen enropäifchen Ruf erlangte; 1597 erfand er
den Proportionalzirkel u. ſpäter machte er wichtige
Beobachtungen Über das Wefen bes Magnete u.
mittelft eines um biefelbe Zeit erfundenen, von ihm
verpollfonmneten Fernrohres viele wichtige aſtro⸗
nomiſche Enttedungen. So bemerkte er zuerft bie
Mondberge u. berechnete deren Höhe aus ihrem
Schatten, entbedte einen Jupitertrabanten, ben
Saturnring, die Sonnenfleden u. ſchloß aus ber
gortbene ung derielben auf eine Umdrehung ber
Sonne. Um dieſelbe Zeit begründete er das Geſetz
des Falles. Sein wiltenichaftlider Ruf nahm num
eine immer größere Bebeutung an; Cosmo II. von
Toscana berief ihn 1010 wieder nad) Pia ala er-
fien Lehrer der Mathematit, mit der Erlaubniß,
fich feinen Wohnfl, wo es ihm befiebe, zu mäblen.
®. zog, dem Rufe folgend, auf das Luſtſchloß Alle
Selve zu feinem Freund Salpiati u. machte bier
Beobachtungen über das Schwimmen fefter 8
u. über die Bewegungen einzelner Planeten. Da
biefe Beobachtungen das von der Katholiſchen Kirche
verdammte Copernikaniſche Sonneuſyſtem beflätig-
ten, gerieth er in Streit mit dem Clerus; er hoffte
in Rom Schuß gegen fanatifche Mönche zu finten,
ſah fi aber getäufcht u. mußte verſprechen, zur
Bertheidigung bes Copernikaniſchen Syſtems meer
etwa® zu reden, noch drucken zu laflen; 1618 ſchrieb
er über drei damals erfchienene Kometen. Giner
feiner Schüler benußte biefe Echrift anonvm zum
Angriff gegen bie Zefuiten u gerne darüber mit
bem Sefuiten Garaffe, weicher G. für ten Bertafier
hielt, in Streit; @. wertbeitigte fih in feines
Sapgiatore, zog fih ater dadurch tie Kam
(haft bes Orben® zu, deñen Tirtelaunse?
fortbauernd ausgelegt wear. Unier Tem Zu
des Großherzege lebte m. lekrıe er inte: ʒ
858:
bis er 1632 feine berühmte Schrift: Dialogo dove
ne’ congressi di quattro giornate si discorr&
de’ due massimi sistemi del mondo, Tole-
maico e Copernicano, worin er drei Perſonen re-
denb einführte, eine, melche das Copernikaniſche,
eine, welche das Ptolemäiſche Syſtem vertheidigte,
u, eine, welche beide Syſteme mit einander ver-
ich, die Streitfrage aber unentichieben ließ, ver⸗
Bfienttichte. Dieſe Schrift, obgleih mit römi⸗
fcher Eenfur gebrudt, benußten feine Feinde, um
ihn beim Papfte Urban VIII. zu verdächtigen.
Duch den Tod Cosmos II. feines Echutzes be-
raubt, wurde er 1633 vor bie Inquifition in Ron
gefortert, mußte bort feine Behauptungen knieud
abichmören u. wurde ſodann auf unbeftimmmte Zeit
ind Gefängniß gejeßt. Unverbürgt ift Die Sage,
daß ©. beim Auffteben, nachdem er den Schwur
geleiftet, mit dem Fuße ſtampfend vor fi) bin ge-
murmelt babe: E pur si muove! (Und fie bewegt
fih bo!) Man ließ ihn jpäter wieber los, ver-
wies ihn Anfangs in den biſchöflichen Palaſt zu
Siena, jpäter in Bas Kirchipiel Arcetri bei Florenz.
gie beichäftigte er fich mit Unterjuchungen, welche bie
Kiftit u. Mechanik betrafen, entbedte noch, ob»
fhon halb blind, Das Schwanlen bed Mondes u.
wies darauf hin, daß man die Beobachtungen der
Bahn ber Trabanten Des Jupiter zu Yängenbeftim«
mungen nußen könne. Umgeben von zahlreichen
Freunden u. Schülern, welche ihm die leiden des
Alters, Blindheit, Zaubheit u. Gliederſchmerzen,
leichter ertragen ließen, ftarb er 8. Jan. 1642 hm
wurde in Piſa eine Statue errichtet. Seine Reli-
quien, Inſirumente u. Arbeiten IH feit 1841 in
dem Gebãäude bes naturwiſſenſchaftlichen Muſeums
in Florenz (G. Zribune) aufbewahrt. Seine erſte
Schrift war: Operazioni del compasso geome-
trico e militare, 1606, feine fette: Discorsi e
dimonstrazioni matematiche, 1638; er ſchr.
auch: Studi sulla Divina commedia, 1588, her»
ausgeg. von D. Bigli, Flor. 1855; feine Werke er-
ſchienen Bologna, 1656, 2 Bde.; Flor. 1718, her»
ausgeg. von Vonaventuri u. Bottari, Padua 1744,
4 Bde., Mailand 1808 — 11, 13 Bde.; Flor.
1842 — 56, 15 Bde. von Alberi (5 Bde. aftrono-
mifche, 5 Bde. Briefe, 4 Bde. phyſiſch⸗ mathema⸗
tiſche Schriften, 1 Bd. literarifche Arbeiten); es
bensbeſchreibung von €. I. Jagemann, Weimar
1787; Neli, Vita e commercio lett. di G. G.,
Lauf. 1793; Benturt, Memoire e lettere di G.
G., Mail. 1818 - 21; Mar. Marini, G. e l'inqui-
sizione, 1850; Libri, Hist. de la vie et des
oeuvres de Gr.. Bar. 1841 ıbeutfch, Wiesb. 1812);
Cattauro, Cluni su la vita diG. G., Dail. 1543.
2) Bincenz, Sobn des Vor., wandte zuerft ten
Venbel, ven fein Vater erfunden batte, auf die
Uhren an (1649), welche Erfintung Huygens fpäter
noch verbeſſerte.
Galileiſche Fernröhre, Fernröhre, aus einem
convexen Objectiv u. einem concaven Ocularglas
ſo zuſammengeſetzt, daß das Ocularglas um die
Länge ſeiner eigenen Breunweite innerhalb der
Brennweite bes Objectivs ſteht, ſomit die Strahs
len, welche convergirend, u. ebe fie ſich zum Bilde
vereinigt baten, auffallen, parallel in das Auge
leutt. Die Läuge tes Nobres tft alfo der Differenz
ber Brennmeiten Der beiden Yinfen gleich. Unzwed-
mäßig an ihnen ift tie mi ftärferen Vergrößerun—
gen verbundene Kleinheit des Gefichisfeldes, daher
Galileiſche Fernroͤhre bis WBalione
ärti ber
—— Mepfiake zu ee
gebraucht werben.
Galimafröe (fr.), gehadtes Fleiſch mit Pie
brübe.
alimathiad (Reth.), fo v. m. Galrmatiien
Galinära, Infel mit Caſtell au ber Eli
des Buſens von Genua.
Salinasinfel, fo v. w. Gallima.
Balinder (in. Geogr.), farmatiider kuci
Kurland, f. Preußen (Geſch.).
Galindo, (Cayo-G.), Inſel an ver Rah
ı ber Großen Antille Cuba (Spaniidh Def
Galinger (a. Geogr.), fe v. w. Kalle
Galinier, Autoine, geb. im I IM
Cauſſel, trat 1809 in bie Militäricule am
Cyr u. diente unter feinem heim, ben
von Dalmatien, von 1810—14 in SRmn
ber Schlacht von Waterloo penſionin uke
1822 wieder angeftellt, machte 158 ge
bition nad) Morea mit u. erhielt baiwaluk
als Bataillonschei; 1831 kämpfte a a
wurbe 1632 Oberſtlieutenant u. 1% Ua,
1841 Marechal de camp geworten, amt
er nach einander mehrere Snötivifienen ı KM
16. Febr. 1851 in Diontauban.
alinfogea (G. R. et P.), Pilungn
nad) Gelinfoga (erſtem Arzt der Königin von Op
nien u. Intendanten bes Töniglicyen Gau &
Mabrid) benannt, aus ber Familie Compems
Senecionideae-Helenieae-Gali
2. Orbn. L.; Art: G. parviflora, ein in
u. Beru wildwachſende, einjährige, m
Auguft blübente Kutterpflanze, if ſehr
u. wird von den Schafen gern geftefien.
Galinthlas (Batanthie), Tochier bei JM
in Theben, Dienerin ber Altınene. Als ihre
in Geburtswehen lag, hatte die eiferjühuz
die Parzen vor teren Tbüre geſtellt, wi
Hänte verfchränften u. ibr tie Niedertunk vol
derten; ©. aber täufchte tie Parzen mit ter ill
Nachricht, daß Allmene eben einen Knaben DM
habe. Da ſchlugen jene ftaunend die Hin
einander, u nun gebar Allmene augenti
Kind; es war Hercules. Zur Strafe we
von Here in ein Wiejel verwandelt; Kerintt
errichtete ihr isı Theben einen Tempel s. Kit
bie Galintbiadia, ein feierliches Opfer, in
Galiola, öfterreichiihe Inſel im Art
Meer, am Eingang des Quarneromeerbiiut.
Galion, 1) (Gilgun, Dikilianı, Wil
der Eunbajee, an der öſtlichen Nerdlüſte Da \
Ben Sundainfel Java (Südaſien); 2) Fi
Kleinen Antille Martinique: Franzeſijch Wñin
Galion (Baljen, Seew.), der an Reꝛtene
ber Schiffe angebrachte Vorbau, welcher dem ẽa⸗
ſchnabel (Rostrum) der Alten entrniät:
führten nur Die Kriegeidiffe ben G., ie 39
ihn auch alle größeren Kauffahre.
GSaliondſchi Aga, auf türkiſchen SHE
Borfteber der Matroſen. um
aliöne, 1) im Mittelalter großes zur
32—5U Kanonen führte; ſpäter 2) bi u
niern große Kriegsſchiffe mit 3 Mohn a d
vier Verbeden, Die über 4000 Yaltın npF*
ten; fie dienten Lei. zur Überfabri ver her
Amerifa nad Spanien u. bilteien die ZN“
weshalb fie auch, zum Schutz gegen Leit"
Galiota hie "Galizien
em Geſchüutz u. Soldaten beſetzt waren. Daher
wi, welcher feinen Handel nach Amerika auf
Schiffen trieb, im Gegenſatz der Flottiſten;
6 nach Amerika gehende Schiff.
alidta, VBorgebirg der Weflipitge ber weſtin⸗
a Juſel Trinidad.
ote (Schiffaw.), fo v. w. Gafeote.
stipka (G. Aubl.), Pflanzengattung aus ber-
sie Diosmeae - Cuspariene, 5. Kl. 1. Orbn.
merfwürdige Art: G. Cusparia (Bon-
Ba trifoliata W., Cusparia febrifuge
&.), bober, immergrüner, ſüdamerikaniſcher
n, mit weißen, traubenftändigen Blüthen, von
se echte Angufturarinde u. ein jchönes,
B, dem Buchsbaum übnliches Holz kommt.
u @altpein, jo v. w. Angufturin, ſ. Cuſparin.
slipölt, f. Gallipoli.
Bliyot, das Harz des amerikaniſchen Ter⸗
us.
diſſoniere (ipr. Galiſſonnichr), Roland Mi⸗
Barrin, Marquis de la G. geb. 1693 in Roche⸗
nahm 1710 Seetienfte, wurde 1735 Schiffs-
In u. 1745 Generalgonverneur von Canaba,
1749 nach Frankreich zurüd, wo er Chef
wbre wurde, berichtigte 1750 mit Lord Stan»
ie Grenzen Canadas, ſchlug 20. Mai 1756
lichen Admiral Byng bei Port Mahon u.
ei in Remours.
altte ( Galita), jetiger Name der Inſel Ca-
fd.) im Mittelmeere, an ber öftlichen Nord⸗
non Algerien.
wütich (Batigih), 1) Kreis im ruifiichen Gou⸗
Koftroma mit 50,000 Einw., welche all⸗
da ber Boden meilt jandig ıı. moraftig ift,
ser Anzahl nad) ten Hauptftäbten auswan-
wo fie reichlichen Erwerb finten, ba fie in ganz
and als bie beiten Stellmader u. Dfenjeger
mit find. Sonft find die Hauptzmweige ber In⸗
ke: Berarbeitung von Häuten u. Leder u. Han⸗
üt Felderzeugniſſen, Talg, Lederwaaren, Fi⸗
‚ Bilzen u. ſ. w.; 2) (bei den Einwohnern Sa⸗
„Kreisſtadt daſelbſt am Salitſcher Ger. Die
wohner, Meritſchi, bebielten bis heut zu
ihre beſondere, ſogenannte Emmaniſche
he bei. Früher war ©. die Hauptſtadt des
entbums gleiches Namens u. wurde u. a. von
s&han vergebens belagert; &. bat 17 Kirchen,
alte Klöfter; 6000 Em. Zu der Nähe ber
t fiebt man bie Überreſte eines alten Erd⸗
1, welcher bie Stadt gegen Feinde ſchützte, da⸗
er Rame Stolbijchtiche.
aligin, Familie, fo v. w. Galyzin.
altum (G. 1), Pflanzengartung aus ber
lie der Rubiacene - Coffeucene - Stellutae,
„J. Ordn. L.. Rand tes Kelches unmerflich,
Benfrone rabjörmig od. flach, vier», felten drei⸗
ig, Frucht rundlich dreiknotig, troden, Frücht⸗
Richt aufſpringend, eiuſamig; Arten: zahl⸗
Aber 160, gegen 30 einheimiih: G. ve-
Eabkraut, Bettſtroh U. L. F.), in Wäl⸗
u. Wieſen gelb blühend, zum Gerinnen ber
benutzt (wie auch mehrere andere Arten); die
el zum Rothfärben; auch die Knochen ber da⸗
jefütterten Thiere werben, wie von Färber⸗
roth; G. mollugo, in Seden; (v.syl-
C um, in Wäldern, ebenfalls mit roth färben-
urzel; G. Aparine (Klebkraut), in
ex, Unkraut, das fich eben fo wie ber Same
an anbere Gewächſe, auch an bie Kleiber anhängt;
G. rubrum, G. palustre, n.a. Es gibt Pflauzen⸗
verfleinerungen, tie dem G. ähnlich And, in Stein⸗
oblen.
Galiväten, Schiffe in Ofiindien, zu Waaren-
verjenbungen.
alizenftein (Färb.), fo v. w. Zinkoitriol.
Galizien , 1) öfterreichiiches Kronlant, welches
bie Königreiche ©. u. Lodomirien, die politifch zum
Deutihen Bunde gehörigen Herzogthümer Aufch«
wig u. Zator u. das Großherzogthum Kralau ume
faßt; grenztim N. an Polen u. Rußland, im O.
an Nußland, im ©. an die Bulowina u. Ungarn,
im W. an die beiten Schlefien ; Flächengehalt 1422,56
DOM. mit 5,056,000 Einw. Das Yanb liegt ter»
raſſeuförmig auf ber Norbfeite der Karpaten, Die es
füdlich in einem großen Bogen von Schlefien au
bis zur Bukowina umichließen, norbwärts fich nur
bis gegen 4 Meilen landeimwärts erfireden, dann
ein fruchtbares Hügelland bilden u. fich endlich zur
bügeligen Ebene verflachen, fo daß ber nördliche
Theil eine ansgebehnte Ebene ausmacht; Flüſſe
find zahlreich u. fübren viel Waſſer; die Weichjel
durchfließt den nordweſtlichen Theil des Laudes,
wird bei Kralau fchiffbar, biltet dann Die Grenze
gegen Bolen u. nimmt die Biala, Sola, Skawa,
Raba, Donajec, Wislola, Sarı u. Bug anf; ber
Dniefter fließt nah SO., nimmt linte den Pipe,
Stripa, Sercb u. Podhorce, rechts ben Stry,
Swica, Lomnica, Viftriza auf u. geht dann über
auf das ruſſiſche Gebiet; der Prutb, zu welchem bie
Czeremoſze fließt, verläßt Das Land nach kurzem
Lauf; einige Scen find nur im D. bes Landes u.
bie fleinen Karpatenfeen (Meeraugen); Dagegen
gibt es Mineralquellen in großer Menge, fie
werben aber wenig bemtzt; im Klima ift ©. das
raubefle Land bes Reiches, dennoch ift es im Gauzen
ſehr fruchtbar; Bropucte: der Yanbbau, obwohl
nicht forgfältig genug betrichen, liefert Getreide, Ha⸗
fer, Buchmeizen, Hirje, Flachs, Hanf, Hopfen, Tabal
u. a.; die Ralbungen find im N. zwar ſehr gelich⸗
tet, aber im S. noch in großen Reichthum vorhan«
den; von Thieren gibt es viel Rindvieh, durch
Kraft u. Leichtigkeit ausgezeichnete Pierbe, Schafe,
zum Theil veredelt, Schweine, Geflügel, Bienen,
Fiſche, viel Wild, Bären u. Wölfe find felten ge⸗
worden; eine Art Schildlaus liefert die polnische
Cochenille; das Mineralreich bietet Marmor, Ala«
bafter, Schwefel, Eifen, Steintohlen, Kupier, Gal⸗
mei, Feuerfteine, eine Menge nugbarer Erden u.
bef. Salz, welches theils aus Steinialzlagern (bei
Wieliczka u. Bochnia), theild ans Sulzquellen ge
wonnen wird; die Einwohner find zum groͤß⸗
ten Theile flawiihen Stammes, u. war Ru⸗
thenen im öſtlichen, Polen im weſilich u Theile
des Landes; Juden leben unter beı übrigen
zerftreut, aber in größerer Anzahl, aus in irgend
einem öfterreihifchen Lande; außerdem Deutiche,
durch Kaifer Joſeph dort augefietelt, Armenier
u. wenig Slowalen; dem religiöſen Bekenniniß
nad ift bie große Mebrzahl karbuliich, u. zwar
über 2 Millionen römiſche Katholilen unter einem
Erzbiſchof in Leniberg, mit zwei Sufftaganbiihdien
in Tarnow u. Braemyil u. Über 2 Mill. Griechiſch⸗
Katbolifche, unter einem Metropoliten in Lemberg
u. einem Biſchof in Przemyſl; bie Armenier baben
einen Erzbiſchof in Leuiberg, Die nichtu irten Grie⸗
hen einen Siſchof in Czernowis, bie Proteſtanten
us
— F
Serena ne jet Im erg,
mertli — begriffen; das Mei st cite | Set
u. Wolltoeherei,
u. —— ‚ee ſtarl ift die Brammtmwein-
Beurer ir. Production von Feuerfteinen,
e fr noch viel ftärfer war; der Handel,
rch gute Straßen u. viele 346
bare Fe * bisher unbedeutend, fängt
Aa an, lebhafter zu werben; am fiärfften ifl ber
Durchfuhr⸗u Speditionshandei nad) Rußlaud u.
en Donaulänbertt; ; Hauptartitel
ibe, Bieh, Yeinwand,
he Boltaunterricht ift zu be
pilrfnig nicht entſprechend;
falten ſind bie Univerfitäten in
Iuben eit
iche u. —*
ve Samuel
fa, 13 Elsa e — in —J— zwei
ſchulen, ei tmuſterſchule. ünzen,
Mafe u. —— Ad geſetzlich bie herr chi⸗
ſchen. ©. wurde früber von einem eigenen Landes⸗
gubernium regiert, 1953 aber eine Statthalterei
errichtet, Die 1854 ins Leben getreten iftz die fan«
Fa A de beftebt aus Abgeordneten, bie aus
chſtbeſteuerten, Stäbten u. Landgemeinden
——
anf 8,715 r iet
das Großhe en,
ieh gr Bulowina 1850 davon
einem Kronland erhoben; eingetbeilt war
in bie meutefte
in die beiden Berwaltu biete Krakau u. Lem⸗
Po ‚getbeilt, biefes enthält die 12 öftlichen Kreife:
mes Sanot, Sambor, S
Zul Stanislamoro, ——
u. & ortlow, welche im 110 Bez
erfallen u jenem, — die 6 weſtlichen Kreiſe:
— — Rzejjom, Sander, Tarnow, Wa⸗
—— u, als ſiebenter Kralan; dieſe zerfallen in
67 Bezirke. Wappen: zwei gölbene Kronen in
ı Selbe, von Lubomerien, ein blauer Schild
we „rot n. weiß gefhachten Duerbalten;
% 5 lieien.
izien (Geſch) G. heißt eigentlich Halicz;
a a ns
piden, nach der Bölfermanberung bon s
ut
Ehrowaten bewohnt. Seit dem Ende ve Biden |
G. zu Rußland, Dleg- hatte es erobett;
en Ende des 10. Jahrh. eroberte es Miecziflaw IL,
ig von Polen, von bem ſchwachen Jaropolk;
aber 981 entriß es Wlabimir I. vom Rußland
demfelben wieber. Als nah dem Tode des Groß.
färften Jaroſlaw 1054 defien fünf Söhne das Reich
Iten, kam ©. mit ann u. einem Theil von
en an ten vierten, den Fürſten Igor,
der 1058 auch noch Smolensk dazu erhielt. Furſt
Jagor — wie die andern, unter dem älleſten
Bruber, dem Großfürften Iſäſiaw, in einer Art
Lehnsverhältniß, |. Rußland (Gefch.). Igor, in den
Strubel des Bürgerfriege gerifien, flarb zuerfi un⸗
ter feinen Brüdern; KRofifiate riß bie e Bere
num an fich, ıl. 1097 tam ®. an deſſen Sohn Wo⸗
leder. Diefer machte mit bem Fürften von lad:
mir oft Einfälle in das Yand des Polenkönigs Bo⸗
leſlaw, n. da ſich dieſer des Feindes nicht mit Ger
walt ertvehren konnte, fo erbot ſich Peter Wlaſt, ein
Bünftling des Königs, jenen durch Liſt zu fangen.
wiewohl
— —— weh, =
* |
u Lemberg u. Kras | aller
blieb nun in bem
tin 18 Reife, jeit 1855 aber ifteo |
Be
5538 cin —
ei — a tr 1120:
| um grofies
1
—
7 u ®
ra sfger A HT
1189 Ach Nie Be Herricaft e ah ac
Tubigen Sen
——
een:
rs Hülfe wieder auf den Thron eh
tu. G. mi Wladimit verbu IE 5
| folgte. Dielen aber fam ber, bon ven ( T :
—8 ſich —*
eroberte * Mabimir u. Swerigorod, m
m 2 — ————————
man Igor Aber
——— Uneini “ ee 5
Boiaren machten änbe, Ungarn u. Beim
ten mit Krieg; Roman vertrich mit Hülle
arn feinen 'ruber Wladimir vom Throne
band Swenigorod wieder mit ©.;
murbe von Aleranber von Beh air Hüte nt
lenfönigs Leſchko Des Weißen vertrieben.
(Gerste kurze Zeit nachher bie Gunft des Kinigfl
bread, welcher ven Vagnaten Benebic nd‘
ſchickte, Roman gefangen nehmen u. dar dl
bas Härtefte bebrilden ließ. Doc enıilch It
u. nit Wladimir ausgelöht, wertrich er te
garın, u auch Swätoflaw murbe von en
entiafien. Da aber die Brüder ih peu
durch Graujamleiten werhaft machten, reum#
Andreas zu Hilie u. ſchlugen vie Furſten
fangen genommen u. ermordet wurden.
bielt ben Thron zurüd, Doc biieb im mr!
— ———— Gewalt, werke ste
in den Hänben-ber Bojaren rupee. Eis A
Galizien bis Ball
m unter Wladiſlaw förmlich gegen
uflehnte, ftillte Andreas den Aufitand.
rtrieben die Bolen den ſchwachen Da⸗
t. Andreas jeßte nıın ben Bojaren
ürften von ®. ein. Gegen tiefen
ilfe bei ben Polen; dieje ſchlugen 1214
nnten aber ©. nicht ganz erobern,
fo verglich fih mit Andreas dahin,
adimir erhalten, G. aber an Andreas
an, fouımen u. dieſer Leſchkos Toch⸗
beiratben ſollte Coloman wurbe
ı ©. vom Erzbiſchof von ran gekrönt.
Landes wurbe indeß bald wicher ge-
önig ten Römiſch⸗katholiſchen Glau⸗
hren wollte; die Bojaren, damit un⸗
anden ſich mit dem Fürſten Mſtiſlaw
», den ber inzwiſchen mit Andreas
to gegen ®. anfgebett hatte. 1218 ver⸗
w tie ungariichen Magnaten, nahm
g Eoloman u. ließ fih von ruſſiſchen
Colomans goldner Krone als Czar
n. Darauf ſchloß er mit Andreas
tractat, dem zufolge deſſen Sohn An⸗
chter heirathete u. Die Krone erbielt.
war nicht beliebt, u. nach Viſtiſlawe
trieb deſſen andrer Schwiegerſohn,
I von Wladimir, feinen Schwager
Daniel kamen 1244 Abgeſandte des
Batu, Die eutweder Abtretung Dee
G. op. Anerkennung der Obergewalt
'n; Daniel verſtand fid) zur Tribut⸗
ber, un fib ven den Tataren zu bes
„it Innocenz IV. um Hülfe, indem
zur Römiſchen Kirche überzutreten;
. 1249 ließ er fid zu Drogitjchin von
hen Yegaien zum König von ©. rd»
liche Hilfe blieb indeß aus, u. Da nad
Tode 125-1 deſſen Nachfolger Alexan⸗
chts fiir Daniel tbat, jo brach Liefer
indung mit Rem ab u. tratzur Örie-
zurüd. Mit dem König Bela IV.
erbunden, fiel er darauf in Schiefien
ig Zroppau ver. Der Tatarenthan
pite indeß Mißtrauen gegen Daniel,
e Die Beieftigungen Der Städte jchlei-
„Stoſchek, Kremene;, Yuzl, Lemberg
ge deſſen zu Pörjern berab. Daniel
G. folgte ibm fein jüugfter Sohn
selher von feinen Schwager, beim
yelg von Yitbauen, als terjelbe in das
tiefes Fürſtenthum erbielt u. Li⸗
G. vereinigte. Da er balt darauf
m in ®. fein älterer Bruter Yeo, der
geſitzthum Riem vernadhläfftgend, auf
ilt vermenbete; er befeftigte auch Lem⸗
m. 1250 machte er einen wergebli-
ben Polen Krakau u. Sendomir zu
h zogen aus Krakau viele Yeute wegen
:ichenten Hungersnoth nah G., was
des Laudes von ten günftigften Fol⸗
t Lithauen lag Yeo ftets in Streit. Er
ela IV. von Ungarn gegen ten beit»
‚ führte zuerft ruſſiſche Hüljstruppen
uch gegen tie Zataren trat er mit
serhinderte das Vorbringen derfelben
u einer Schutzwehr gegen die fernern
Lataren in Wefteuropa. Nach feinen
kam ©. mit Wladimir an Mod⸗
881
tan, u. nach bes Fürſten Georg Tobe 1336 er-
launten die Bojaren von ©. deſſen Neffen Bole-
flamw, Sohn ber Schwefter Georg® u. des Fürſten
Troiden von Dlafiovien, als ihren Herrn an, nach»
bem er ihnen gefchworen, ihre Geſetze nicht ändern,
das Staats - u. Kircheneigenthbum nicht antaften
u. in wichtigen Angelegenheiten bie Bojaren u.
Das Volk um ihre Zuftimmung fragen zu wollen.
Er hielt feine Zufage ſchlecht und ftarb ſchon
1340, worauf fen Schwager, König Kaſimir
von Polen, das Fürſtenthum G. u. Lem⸗
berg filr fi in Befit nahm. Ben nun an ſchwand
der Glanz Des alten Königshauſes von ©., denn
die Schätze u. Reichthiimer wanderten nach Kralan
n. das Fürftentbum felbft wurde zerftücelt. 1352 trat
König Ludwig der Greße von Ungarn dent polnis
ſchen Könige feine Anſprüche an G. ab, welcher 1366
Wladimir an Yithauen abtrat. 1377 ftarb Kafimir,
worauf Yubwig der Große von Ungarn ®. u. Wla⸗
dimir zurück erbielt u. in beiden Kürftentbilimern bie
Römiſch⸗katholiſche Religion einführte. 1352 famen
dieſe Fürſtenthümer durch Hedwig, Tochter Lud⸗
wigs u. Gemahlin bes Königs Wladiſlaw ven Po⸗
len, wieder an Polen u. blieben mit dieſem Staate
bi8 1773 vereinigt, wo in ber erften Theilung Po⸗
lens die halbe Moimorichaft Kralau, Die Herzoge
thümer Auſchwitz u. Zator, Theilevon der Woiwod⸗
ſchaft Sendomir u. Yublin, ein Theil von Chelm,
ganz Rotbrußland u. Theile von Belz, Volhynien
u. Bobolien, endlich Halıcz u. Pokutien (zuſammen
1400 IM.) als Königreih G. u. Lodomerien
an Ofterreich famen, nachdem Maria Thereſia
ſchon ſeit 1769 das galiziſche Wappen geiührt hatte.
Diefe Provinzen biegen Oſt⸗G., nachdem 1795 in
der Dritten Zheilung Polens noch ter Reſt von
Krakau, Chelm, Sentomir, Yublin, Mafovien u. .
Podlachien u. Tbeile von Brzesc⸗Litewski, (860
SM. n. 1,307,000 Einm.) als Meft-®. zu Ofter-
reich geichlagen worden waren. Seitdem verſchwand
audy Der Name Lodomerien aus der Kanzleiſprache
u. konmt nur noch im Zitel u. Wappen ver. 1809
trat Ofterreich im Wiener Frieden ganz Weſt⸗G.,
Theile von Oſt⸗G. u. ben Zamoscer Kreis an das
Großherzogthum Warſchau u. an Rußland den Kreis
Tarnopol ab. 1915 blieb das Abgetretene bei Po-
len, der Tarnopoler Kreis tourte von Rußland zu»
rüidgegeben u. Theile ven G. wurden zur neuen
Republik Krakau verwendet, welche aber mit biejer
18546 an Sſterreich aurüdfielen.
Galizin, 1) (Geneal.) fo v. w. Galyzin; 2)
Etabt, fo v. m. Gaißin.
GBalizur (©. Raflet), im Talmud, Engel, vor
welchem Moſes zitterte, ald er im Himmel war, um
das Gefet zu empfangen.
Galkar, Radichafchaft im Diftrict der 24 Ra-
dſchas im Norden des Staates Nepal (Afien).
Gall, ı) Nicolaus, |. Gallus; 2) ©., geb.
1745 in Weil, war Katechet an der Normal⸗
ſchule in Wien, wurde 1775 L k. Hofcaplan,
1739 Pfarrer in Burg⸗Schleinitz, 1787 Domherr
u. Scholarch der Metropolitankirche in Wien, 1788
Biſchof in Linz u fl. 18075 er ſchr.: Sokrates
unter den Chriften, Wien, 1754, 3 Bochn.; Sonn-
n. fefttägliche Evangelien, Wien 1782—84, 2 Hefte;
Andachtsübungen, Gebräuche u. Ceremonien ber
katholiſchen Kirche, ebd. 1799 u. a. m. 3) Franz
Joſeph, geb. 9. März 1755 zu Tiefenbronn im
Wuürttembergiſchen; war erſt praltiſcher Arzt in
Wien bis 1805, Yon we ex. es wuiernahm.,. ſeine
rei ſche Lehre (Bad Geänekichte,
Kranisitopie, |. 8. )d räge bar
zu verbrriten. Gr machte
land,
die neues Anffehen machten. Er fl. 22. Ang. 1928
iſche
un kranken u. gefunden Zuſtande bes Mi
Wien 1791, 2 he. (mit nenem Titel, z. 1800);
Introduction au cours de physiologie da’ ser-
venu Bar. 1808; (mit Spurzheim) Asm. con-
oaernant les retherches sur le 7 ner-
veax Paris u. Strasbing 1809, ut, ebb.;
‚Des dispositions innéos de l’ame et de l’esprit,
«bb. 1812; (mit Spurzheim) Anatomie et phy-
siologie du systöme nerveux, Par. 1810— 20,
4 Bde., 2.U. 1822 — 25, 6 Bde. nebſt Atlas von
180 Kupfertafeln (Hauptwerk); Sur les fonc-
tions du cerveau et sur celles de chacune de
aas parties, ebd. 1822, 2 Bde. 4) Heinrich
Ludwig Lampert, geb. 28. Dec. 1790 in Alden⸗
hoven bei Säfich, war 1811— 13 Untergeräts-
ſchreiber in Kleve u. Düffeldorf, nach der Schlacht
von Leipzig erfier Commis in dem Bureaux des
'inspecteurs aux rovues im Generalftabe
Machonald in Eleve, dann Generalfecretär in Lu⸗
mburg u. Kreuznach, wo ex in ber bſterreichiſch⸗
ſchen Aominiftrationscommilften arbeitete;
1846 wurde er Regierungsfecretär in Trier, wo er
:fih während ber großen Getreibetbeuerung 1816
u. 3817 burch Linderung ber Hungerénoth ſehr
verdient machte; als Techniker trat er zuerft 1817
auf, wo er eine Dampfbremnerei conftruirte u. fein
Haus mit Gas erleuchtete; 1818 übernahm er das
Commiſſariat einer Auswanderungsgejellichaft in
Bonn, ging 1819 nad) Nordamerika, tehrte aber
ſchon 1820 wieder zurüd; 1823 wurbe er Kreis⸗
fecretär in Zrier, 1825 folcher in Weblar; 1826
‚erfand er die verichloffene Gührung bei der Wein⸗
gährung mittel Gasröhren, jowie ein Verfahren
in einem Apparat zur Trefterweinbereitung; 1828
das Berfahren, die überſchüſſige Säure des Tre-
ſterweines durch Waſſer zu nerblinnen u. den feh⸗
lenden Zudergehaft durch Zuckerzuſatz zu eriehen;
1831 emen Dampfapparat zur ung von
Schweiß bei Eholeraanfällen u. ein Verfahren zur
Schnellgerbung; 1836 ging er nach Galizien u.
1836 nach Ungarn, mo er auf dem Gute bee Baron
Ghillann eine Verſuchs⸗ u. Lehrauftalt mit Werk⸗
Flätten zur Anfertigung von Deftillirgeräthen er-
richtete; 1839 trat er in die Dienfte bes Baron
Eötods als Oberinfpector der landwirthſchaftlich⸗
technifchen Gewerbe, führte au) 1842 die Dampf-
- wälche ein, mezu er einen bejonberen Apparat er-
fand; 1849 Tehrte er nach Trier zurück, wo er fich
mit der Erfindung u. Verbeſſerung technifcher
Apparate, mit der Weinverbeflerung u. Schrift-
fiellerei befchäftigte. Unter anderen erfand er einen
Futterbämpfapparat, einen tragbaren Dampferzeu-
ger zum Kochen, Reinigen ver Fäſſer, Waſchen ıc.,
rauchverzehrende Dampfkeſſelbfen; 1852 lehrte er,
aus fanren Trauben angenehme Weine zu. berei-
ten u. fertige geringe Weine durch nene Gährung
von.
Id re
Immerwä
des Mangels u. des
bengen, ebd. 1825; Anleitung für de
t |
zur Syrup- u. Buderbereitung
6b. 1825; Über bie Be der
Obſtweine u. des Bieres u. |
weinausbeute aus Treftern ıc., ebb.
die Verbeſſerung der Weine u. bes 1
verichloflene ung, ebb. 1826; 2
weinbrennerei mittelft Waſſerdãmpfen
Re Ir ei nice Dampftd
«bb. 1830; Anmeifung zum Fruchtme
Waflerdampf, ebd. 1832; Der Gall
ländiihe Dampf-Brennapparat in ſt
Vereinfachnug, ebd. 1834; Borichläg
tung von Verſuchs⸗ u. Yebranftalten
wirtbichaftlich » techniſchen Gewerbe x
Berfahren die Gährungegefähe da
Sänerung zu ſchützen, ebd. 1536;
mwälche, Befth 1842: Die brennfı
Dampferzeuger, Trier 1350; Prakti
ſehr gute Mittelweine aus unreiien
vortreffliche Rheinweine aus den Zı
reiten, ebd. 1854, 2 Hefte; Nachric
Beinbereitungs- u. Beinveretelu
ebd. 1854; Die Fuüllflaſche u. deren
als fiherfies Mittel die Ausbiltung :
befördern, ebd. 1854; Verbeſſerung
dfen, woturd 4 an Brenuftoff eripaı
1854; Darftellung des Suftems von
renten Dampfapparaten, ebd. 1555;
Gall's Weinbereitungsmethoden ver
ebd. 1858. Außerdem gibt er drei
heraus: Das Neuefte u. Rüpticfte, 2
Praktiſche Diittheilungen zur Fördern
wirthſchaftlichen Gewerbes, ebd. 18:
meiner Deuticher Telegraph, Stuttg
5) Ferdinand, Freiherr vi
13. October 1809 in Battenberg
thum SHeflen), ftubirte 1826— 30 die
fehaften u. trat -1834 in Oldenburg
er ‚murbe 1842 Intendant tes $
nburg u. ging in gleicher Eig
nad) Stuttgart. Lu Folge feiner
wurde der Deutſche Buͤhnenverein ac:
Sala bis Balläpfelfaure
852 wurbe. Er fchr.: Reife durch
Sommer 1536, Brem. 1935, 2 Bbe.;
Salons (Beobadhtungen während
alts in den Jabren 1837 — 38 in Pa⸗
1844 f., 2 Bde; Der Bühnenvor-
44; Borſchläge zu einem deutſchen
ebd. 1845. Er iſt auch Gründer bes
für deutfhe Bühnen. 6) Louiſe
in des Dichters Levin Schüding, |.
:emonienm.), ſo v. w. Gala.
Sofia, Gemahlin des C. Silins;
Kaiſers Valentinian u. der Juſtina,
:odefius des Großen; 3) Gemahlin
nftanrius, Mutter bed Gallus.
ı. Geogr.), jo v. w. Calläcia.
. Gallabon (Spielm.), fo v. m.
Eriiett (f. d.)
r. Galläb), Jean Pierre, geb. 1756
de Benetictiner u. Profeſſor der Bhi-
sem Kollegium feines Ordens, trat
ter Revolution, teren beftiger Geg⸗
8 dem Urbenn. gab 1792 das Jour-
serand; wegen eines Appel à la
r. 1793 (4. Aufl. 1514), nad ber
idwigs XVI., wurte fein Verleger
r ſelbſt aber verhaftet; 1794 be⸗
er die Quotidienné u. den Cen-
ırnanx, tmeldyer ibm Die Verban⸗
ıch zwei Zabren zurüdgerufen, wurde
des Journal de Paris (1799 bis
trofejlor Der Rbilotopbie u. Elequenz
vie der Geſetzgebung u. fl. zu Paris
Er ſchr.: Hist. de la evolution
dor; Hist. de la revolution du
et de Bonaparte, Bar. 1914 f.,
de la rev. (du 20. Mars.; Moeurs
® du XIX. siecle, ebd. 1817,
de France depuis la mort de
iscqqu'nau irnité de paix du 20. Nov.
0,2 Bpe., 1325, 3 Bde.
c. Galläb), Youis, geb. 1510 in Tour»
maler u. Haupt Der neuen beigifchen
weit fie in der Richtung des von Paris
daturalismus fich an bie nieterlän
venetianiſche Nunft Des 17. Jahrh.
fange Schiller von Hennequin in
ielt er 1932 für fein Gemälde:
tier was des Kaiſers iſt“ den erften
zen Alabemie, gung darauf nach Ant⸗
Ina Paris, von wo aus er nad
dbelte. Durch fein großes Gemälde:
j karl V., welches 1541 eine Reife
e Städte, namentlich in Deutſchland,
er fich einen enrepäiſchen Ruf, vor»
teifter iım Colorit, in der maleriichen
moniſchen Geſammtwirkung. In der
Tournay iſt von ibn: Chrijtus den
3; im Palais vurembourg in Parie:
Autiocbiene Durch Yoemund. SpA:
ibm find: Egmonts lette Stunde
Hung, im Gefängniß mit Den Bir
ı (im Belig des Coniuls Wagner in
Zrüſſeler Schützengilde erweiſt den
t u. Horn, teren abgeſchlagene Häup⸗
yerdedten veichnamen liegen, die letzte
linſpieler; Johanna vor Dein Leich—
nahls, Philipps des Schönen von
Burgumb; bie Familie bes Gefangenen xx. In die⸗
jen Bildern fpricht ſich eine energifche Auffaffung
ber Wirklichteit aus, wie fie aus in maleriſcher
Daiehung mit der höchften Dkeifterfchaft behandelt
in
Galland (pr. Gallang), Antoine, geb. 1646
in Rollot in der Picarbie; reifte in Colberts Auf⸗
trag nad) den Orient, um bort alte Deukmäler u.
Inſchriften zu unterfuchen, u. ft. 1715 ala ‘Brofeflor
ber Arabiihen Sprache am Räniglihen Collegium in
Paris; er ſchr. u. a.: Mille et une nuit, Bar.
1704— 09, 12 Bde. u. a. (deutih von I H. Voß,
Bremen 1751— 35, 6 Bde.; f. Taujend u. eine
Nacht); Traits de l’origine et des progres du
cafd, Caen 1699; Welution de la mort du
Sultan Osman etc., Pari® 1678; Les paroles
remarquables etc. tirdes des ouvrages des
Orientaux , Wyon 1095.
Gallant, Bai im Silden von Patagonien (Süd⸗
amerifa).
Galläpfel (Gallae), kngelförmige Auswüchſe
von 3 —1 Zoll Durdinefier, äußerlich glatt ob.
auch höckerig, mit ungleichen Zaden, von vers
ſchiedener Farbe; es find Auswuchſe, bie an ben
Blättern u. andern zarten Tbeilen mehrerer Eichen»
arten (bef. Quercus cerris, auch (). pedunculata
u. Q. aegilops) durch den Stich der Eichengallweipe
entftehen. Sie müſſen cingefammelt werben, ehe noch
das Inſect ſich Durchgebobrt hat, u. wenn fie vorzüg⸗
lich fein follen, mit einer dichten Subſtanz ertüle
fein. Ibr Hauptbeſtandtbeil ift bie in ihnen enthal⸗
tene Galläpfelfäure (j. Gallusſäure)en. der Gerbe⸗
ftoff, weswegen fie auch zur Färberei u. verfchiedenen
technifchen Zwecken, bei. zur Bereitung ber ſchwarzen
Zinte, benutzt werben. Die beften ſchwarzen ob.
dunfelblauen, fehr höckerigen n. ftachligen, ftommen
von Aleppo, fie enthalten vorzüglich viel Gerbe⸗
Roff u. Gallusſäure; hierher gehören auch Die Cy⸗
priſchen G. melde aber nicht in Cypern, jendern
in Karamanien wachlen, von deuen die höckerigen
od. ftachligen ((rullae spinosae) tie beften find;
dann folgen die won Tripolis in Syrien, dann bie
ſchwärzlichen, grünen od. gelblihen, ven Smyrna
u. Acre. ine geringere Sorte ter aus Syrien
fommenden ®. find die Sorianer ®., die man
auch ©. aus Surinam nennt. Aus ten Abruzzen n.
andern Gegenden Italiens, aus Iftrien u. der Pro»
vence fonımen auch &., aber geringere. Noch Ichlechter
find Die ungariſchen u. böhmifchen n. am ſchlechteſten
tie von unjern Gichen von rother Farbe, die beim
Trodnen ſehr einfchrumpfen. Die hinefiihen ©.
(Pertſe) foınmen von einer andern Pflanze, ihre
Rinde ift glatt, grau rörblich u. zerbrechlich u. etwa
Zoll did, im Junern befintet fih ein Lraunes
art mit Infecten, fie enthalten wiet Gerbeſäure.
Gallapielbad (Färber), eine Brühe von gekoch⸗
ten Salläpfeln, in welche feibene u. baumwollene
Waaren gelegt, gegallt werden, um fie dadurch zum
Schwarziärben vorzubereiten. Bei baummollenen
Waaren wird bieje Vorbereitung (Sallirung) aud
zur rothen u. andern hohen Farben angewendet.
Gallaͤpfellack, ſchwarze Malerfarbe; ; bereitet,
indem man einer Galläpfelablochung Eijeneitriol«
auflöjung fo fange zufügt, als noch ein Riederſchlag
enzftebt, diejen durch Ruhe fich zu Boden jenten läßt
u Daun auslaugt.
Galläpfelſäure u. Galläpfelſaure Salze,
fo v. w. Gallusſäure u. Gullusfaure Salze,
0)
... Balläapfeltinetur (Tinctura gallarem) ser
wäßrige od. geiftige, ftet® gefärbte Aus; ber Gell-
äpfel, je mach längerer ob. fürgerer ——
der Luft, od. auch Aufbewahrung in ve
Gefäßen, wechſelnde —* Gerbſaure u. Gallus⸗
'nenmt,
eu run
Dunkel — Am m i
ben weiten Hochebenen, welche
Gekipkliingdani)bis. Vallacrache
@. an, daher
Linie Kia fh Elsı
Slam»). -:
fäure enthaltend, dient beſ. als Reagens auf Eiſen⸗ H vom &
alge, mit beren Löſungen er dunlelblanſchwarze ſchen Gebirge an basgany
ER h be — een —— — ben ars red ran 5
o bie. «|.
de, bes —* zunehmenden Schwäche des altabeffaiß
gan bes Antimon⸗, Bleioryds weiß, bes Molyb-
noryb6 braun, bes Uranoxybo corhbraun, bes Wis
u röthlich, des Gilberorgbe [hmupiggetb.
Imelpen, fo o. w. Cyniprere. _
‚Galleräte, Marttfleden in ber Lombarbilcgen
zn Mailand, Hauptort bes gleichnamigen
— Baumwollenſpinnerei, Kattunfabrif,
weizereien; 6000 Ew. 2
are (ipr. Gallart), Marlilleden, fo v.
w. Grand Gallarques.
GSGau as gräfliche Familie in Böpmen u. Shie
fien, aus dem Bisthum Trident Rammenb, jeht
ausgeſtorben; bekannt ift bei. 1) Matthias, Graf
son ©., geb. 1589 in Trient; biente erfi u Spa»
niichen Kriege gegen Savoyen, trat bann in bie
Dienfte. der Katholiichen Ligue u. focht unter Wal-
lenſtein in Rorbbeutihland, nach dem Frieden zu
Zübed, 1629, in Stalien, machte dann 1631 bie
Schlacht bei Breitenfeib mit, land mit bei Rürn- |
‚berg gegen bie Schweben, befehligte bei-Rüten ben |
rechten Flügel, erhielt nad) ben Tote Wallenfteins,
ben er bauptiädlich an den Kaiſer verrieib, mit
en IV, als Feldmarſchall den Oberbefehl
‚über bie faiferlihen Truppen, gewann nach ber
Schlacht bei Nördlingen, 1634, bem Kaiſer Slib-
dentfchlanb wieber u. befebligte 1635 am Rhein
egen Herzog Bernhard von Weimar, eroberte
Tain, u. Franlenthal, ging dann nach ber Franche
Eomte u. 1636 nad) Böhmen, von wo aus er gegen
Baner 1637 nah Torgau zog, u. vereint —
mit Maradas u. Götz, ließ aber troß feiner Über⸗
macht Baner entlommen, nahm dagegen, Wraugel
u. Baner trennend, Bommern u. 1638 Medien-
burg, Niederſachſen u. die Mark u. ging mit .einer
ſehr geichmwächten Armee Ende 1638 nah Böhmen
zurüd. Wegen ber Erfolglofigleit diefer Feldzüge
wurde ©. feines Commandos entſetzt. 1643 erbielt
er troß feiner Unfähigkeit u. feines Unglüds das
‚SIbercommanto wieder, folgte Torſtenſon nad
Schleſien u. Holftein u. meinte ihn bier einfchlie-
n u. gefangen nehmen zu können, während Tor⸗
on, burch die Kaiferlihen durchmandvriremd,
ihn längs der Elbe bie Magdeburg zurldbrängte.
Dort murbe das ſehr durch Katiguen u. Krant-
beiten exichöpfte katlerliche Heer, vefien Kavallerie
Irre bei Juterbogk zerjpiengt worden war, ge-
lagen u. entkam mit genauer Noth Ende Der.
mit 20009 Mann Berluft nach Wittenberg. In
Folge befien wurde G. feines Commandos noch⸗
‚mals eutjeßt. Nach der Schlacht von Jankowitz
„1645 wiederum angeftellt, follte er bie Flüchtlinge
ſammeln u. ftellte eine neue Armee zu — ber; ft.
aber 1647 in Wien. 8) Graf Philipp Sofepb,
ft. 1757, u. da mit ihm das Haus ©. ausſtarb, jo
‚erbte deſſen beträchtliche Güter, darunter die Herr-
haft Friedland, welche ı raf Marthins nach ber
‚Ermordung Walleufteins erhalten hatte, fein Neffe
Graf Ehrifiian Philipp Slam u. nahm ben Namen
‚füllen die grasreichen
ih | Dia
bes bis hinab zum Rilien
Gall Ar in ber —
bedeuten, doch kennt das Volt ſelbſi KA
b, Männer, feine Sprüche Ilmormi
Ormanın. Das Bolt if eine der ji
Aritas, bat lafjeedraune Hautfarbe,
fräuleltes Haar, träftigen Wuchs, 5
meiſt ablerartine Naſe. Bejouders iſt
Geichledht der ©, in Abeſſinien durqh 6
Körperforinen ansgezeichnet. Der Chen
wirb ale energiich, intelligent u. ehrl⸗
daher find fie ale Sklaven ſehr geſucht
te Reiter u. unerſchrockene Krieger, t
ufig graufam u. räuberiſch. In den
be6 Imern treiben fie ausſchließli
u. bem Nabus au bis inf bes Agusl
Heerden. Im i anbe jebı
‚Yeoion u. Gobkhem, — fie wei
eligion ıı. Sprache ber Nachbarn anı
treiben neben Viehzucht ——
‚füblichen Abeſſinien jedoch reden fie et
ihre eigene Sprache, die ſich in einem
left bei ben Danalil u. Adal wieder
ber Größe dieſes Boltes u. feiner Kri
es doch lein größeres Reich, ſondern ze
größere u. kleinere Stämme, die fid
genfeitig ſelbſt bekriegen, um an Ei,
eute zu maden. Die Religion ifi balt
Betiihbienft, fie beten die Geſtirne, Fen
an, Doch haben fie auch zum Theil ven
nismus angenommen. Vielweiberei
kommt aber gleichwohl ſelten vor.
Balladiprade, die Sprache te
Afrita. Sie hat keinen Artikel. 7
tiva baben ein boppelte® Genus, !
‚u. Semininum ; zu letzterem werben al
gerechnet, welche auch oft die Stelle
vertreten; ſonſt wirb der Binralis i
durch die Endung oda gebildet. In!
tion ift ber Accufatio bie einfachfte Fer
her ber Nominativ entweder durch ein
| n od. durch fonftige Modification der
bildet wird, 3.38. bati, Nom. batir
had'a, Rom. had’ı die Mutter, lafa.
die Erbe. Der Genitiv wird durch
hinter dem Subftantiv, von weldem
angezeigt, 3. ®. aban mana ber Hert
Der Dativ wirb burch bie Boftpofition
tiv ebenfalls Durch Poſipoſitionen auty
Adjectiva find meiftens von Berbt
fie fieben flet6 nach tem Gubkantivn
Gallate
Genus u. Numerus übereinftimmen.
sine Formen für die Steigerungegrabe.
find: 1 toko, 2 lama, 3 zadi, 4
any, 6 dya, 7 torbä, 8 zadetä, 9 za-
ıdanY, 11 kudatoko, 12 kudalama,
4, 30 zodoma, 40 afurtam&, 100
: Ordinalia werben auf eigentbilinliche
; ber erfte wirb dur das Verbum
: fein, ausgebrüdt, die folgenben aber,
ftets der nächſt vorhergehenden Zahl
itlih verbunden mit -) anfügt, 3. ©.
ber zweite, lamatiuna ber britte ıc.
6 auch eine Orbinalbildung durch bie
tokofa der erfte, lamafa der zweite ac.
; werben durch Wiederholung der Car⸗
sgebrüdt. Die perſönlichen Prono-
uch, ati bu, inier, ischin fie (Fem.),
n ihr, izan fie. Die Poſſeſſiva ko
n, za fein, schi ihr, kena unſer, ke-
ani ihr, werben dem Nomen juffigirt:
na Bater, had’ıko meine Mutter. Das
ift ufi, Demonftrativum kuni (ale
biefer, zuni jener; erftere® bient in ber
Form kan auch als Relativum. Ins
enu wer? malı wa8? Das VBerbum
Bicativ, Imperativ, Infinitiv u Par⸗
n Präſens, Doppelte® Präteritum u.
. Hormen für die Perjonen in beiden
3. Ind. Präſ. Sing. adema ich gehe,
jehft, adema er geht, ademti fie geht,
1a wir gehen, ademtu ihr gebt, ademu
nıperf. ademe, ich ging, Perf. ade-
ı gegangen, ut. ademufandyıra ich
‚ Jınperat. ademi geb, adema geht,
gehn, Bartic. Präj. ademetanı ich
ntiti du gebenb ꝛe. Es gibt 3 Conju⸗
außerdem abgeleitete Formen für das
Detium, Cauſativum u. Frequentati⸗
Infang des Vaterunſers lautet: abba-
‚ mackake ha galatefatame, d. 5.
(im) Himmel, Nanıe» Dein möge ge-
m. Grammatik u. Wörterbuch von
ind. 1545.
die mit Gallusſäure gebilbeten chemi⸗
(pr. Sallatäny), Albert, geb. 1760 in
erte nach Amerifa aus, wo er 1780
Befreiungskriege Theil nahm u. 1783
ranzöfiichen Literatur an der Harvard»
. 1793 Senator ter Bereinigten Staa-
tamerifs wurbe; fpäter war er, feit
Jefferſon u. Madiſon Secretär ber
ermittelte 1513 in Gent ben Trieben
‚ erhielt Diplomatifche Sendungen nad
Frankreich, privatifirte 1526 in New⸗
bis 1539 — der Nationalbank.
lter beſchäftigte er ſich mit geographi⸗
zraphiſchen u. Sprachſtudien, wie er
europäischen Sprachen kanute, u. ftarb
uft 1549 in Afteria bei New - Port.
moir on the North-eastern Boun-
Norf 1543; Synopsis of the Indian
ırd- America.
‚ 1) Srafidaft im Staate Kentudy
3), Lur den Ohio⸗River vom Staate
ennt, im Eüten von Eagle⸗Creek be-
M., Boden hügelig u. fruchtbar mit
mungen, Brobucte: Mais, Weizen, Ta⸗
Besifon. 4. Aufl. VI
bis Galle
865
bat; 1850: 5137 Ew., worunter 704 Sklaven;
Hauptort: Warfawa; ©) Grafſchaft im Staate H-
linois, vom Saline » Ereet burchfloffen; 14 OM.,
Boben kuchikar mit Waldungen u. Weidelanb;
Probucte: Mais, Bauholz, Tabak; Pferde, Rind»
vieb, Schweine; Salz (Saline in ter Nähe von
quality); 1512 organifirt u. nach Albert Gullatin
(f. d.) genannt; 1850: 5448 Ew.; Sanptort:
quality; 8) Stäbtifcher Bezirk (Township) in ber
Grafſchaft Columbia des Staates New⸗York; 1600
Ew.; 4) Hauptort ber Graffchaft Copiah bes Staa⸗
tes Miſſiſippi am Bayou⸗Pierre; 5) Hauptort der
Grafſchaft Sumter in Staate Tenneſſee; Alabe-
mie; 1400 Ew.; 6) Hauptort der Grafichaft Dar
vieß im Etaate Miffouri, am weftlichen Zweig bes
Grand⸗River.
Gallatin's⸗River, der öſtlichſte der ) Quellen⸗
nal des Miffouri.
allatſch, Statt, fo v. w. Galatz.
Gallaudet (Ipr. Gällahdet), Thomas H., geb.
1787 in Philadelphia, ftubirte Rehtsweiffenfchaften
in Hartſord, dann Theologie im Seminar zu An-
bover; wurbe zum Prediger orbinirt, witınete ſich
Ipäter dem Taubſtummenunterricht; ging 1815
nah Europa, um bie beften Unterrichtsmethoden
fennen zu lernen, leitete nach feiner Rückkehr bie
Errichtung des Taubſtummeninſtituts zu Hartford
in Connecticut u. wurde zum Director deſſelben
ernannt; er wurde 1838 Kaplan am Irrenhauſe
in Hariſord u. ſtarb daſelbſt am 9. Septbr. 19515
er bat Mehreres über Taubſtummenunfterricht ac.
geichrieben.
Gall d'Inde, Schoten von Mimosa tinerea.
Galle, 1) (Bilis, Fel), eine allen Thieren, bie
mit einem Herzen u. einem Blutcirculationsſyſtem
verjehen find, eigene, aus dem Blute durch Die Les
ber abgeſonderte gelbe, grüne ob braune Flüſſigkeit.
Die Buuction der ©. bei der Verdauung beftebt
barin, mit dem Darmfafte in Gemeinſchaft zur feis
nen Zertbeilung ber Fette mitzumirten, Me vor-
ſchnelle Janiß des Darminhaltes zu verbüten,
den Speijebrei zu verblnnen u. ſich durch ihr Harz
mit den jchlechten unlöslichen Stoffen derjelben zum
Kothe zu verbinden, u. hilft die Säure des Speife-
breies tilgen. Auch bei vielen niederen Thieren, de⸗
nen bie Yeber fehlt, findet ınan gelb gefärbte Ge-
fäße in ber Gegend des Magens u. einen gallen-
ähnlichen Stoff, ber fich in den Magen ergieft. Bei
ben Menjhen u. vielen Thieren wird fie, zu—
gleich mit dem Bauchſpeichel, in den Zmölffinger-
darım nur dann ergofien, wenn fi Spetjehret darin
befindet, außerbem aber in ber Gallenblaſe ange-
faınmelt. Hiernach unterfheidet man Yeber gat le
(Bilis hepatica) u. Gallenblaſengalle (Bilis cy-
stica), die dann beide während Der Berbauun *
exgießen letztere iſt in jeder Rüdficht intenfiver.
Die bei Menichen in der Gallenblaſe fich befindende
©. beträgt im Durchſchnitt eine Unze u. bei jungen
Perſonen meift etwas mehr als bei alten. Die ©.
ift leicht Veränderungen unterworfen, fpielt Daher
auch eine wichtige Rolle in Krankheiten, bie Dann,
wenn fie ala Urache anderer pathologiſchen Erſchei⸗
nungen erſcheint, als Galentranfheften (ſ. d.) u.,
wenn dieſe fieberhafter Natur find, als Gallenfieber
(ſſ. d. u. Fieber B) a) bb) bezeichnet werben. Schon
die Alten erfannten e8, daß die ©. fiir bie Geſund⸗
beit höchſt wichtig fei; die Arzte ber Hippokratiſchen
Schule fteliten fie nicht nur, nebft bem Blute u, !
5
Q
Schleime, als Elemeitarfeuchtigteit. bes Körpers
anf, fonbern unterſchieden auch eine gelbe u.
Yhwarze ©, ielde letztere aber nur eine in
"ranfbeiten vorlommende Verberbnig bes Blutes
her Biortaber ift. Auch brachte man bie ©. mit ber
Temperamentenlebre in Beziehung, jo daß bas
Borwalten ber G. unter ben, bier Elementarfeud)-
tigleiten dem choleriſchen Temperamente, wie bas
ber ſchwarzen ©. dem melancholiſchen zum Grunde
liegen ſollte. Erfahrungsmäßig iſt auch Die G. mit
ben pſychiſchen Leben in einem nachſten Zuſam⸗
menbange, ſo daß bei. Zorn u. Ärger * Ner⸗
veneinwirkung auf die Leber die Natur ber ©, ber-
Anbern u. ibre Erzeugung u. Ausfonberung beför-
dern, haber die Störungen ber Verdauung durch
bergleihen Gemütbsbewegungen; baß aber auch ge
genjeitig reichliche Erzeugung einer intenfiven od.
auch reizenben &., wie bergleichen bei Yebensnffer-
tionen bäufig Statt bat. Zum mediciniſchen od.
‚auch techniſchen Gebrau wird ‚bei. bie Rinde-
alle benußt. 2) (Ebein.). Die ©. bildet im fri-
Id uſtande eine gelbliche braune od. grünge⸗
Arhte ſchleimige fabenziebenbe purchicheinende Fluſ⸗
ſigkeit von eigentbilinlichen Geruch u. bitterem, bin-
terber ſüßlichem Gefhmad, zeigt gewöhnlich eine
ſchwach alfaliide, nur in Krankheiten jelten ſauere
Reaction, oft ift fie ganz neutral, Auch in ſehr ge-
ringen Mengen zeigt fie Die Pettentoferſche
Gallenreaction, welche barın beftebt, daß bas
alloholiſche Extract mit einem Tropfen Zuderld-
"Jung u. wenig englifcher Schwefeljäure verjegt, ſich
erit firfchrotb, Dann purpurfarben u. zuletzt intenfio
violett färbt. Die Ochſengalle, welche am genaueften
unterſucht iſt u. von ber ſich die G⸗n auderer Thier⸗
Yaffen meiſt nur durch die quantitative Zuſammen⸗
ſetzung unterſcheidet, beſteht aus den Natronſalzen
der Giykocholſäure (Cholfäure od. Gallenſäure) u.
Taurocholſäure (Choleinfäure), Gallenſchleim, Gal⸗
lenfarbſtoff, Choleſterin, Fett u. unorganiſchen
Salzen. a) Die Glykocholſäure = Usa Ha
N O1 + HO, wird erhalten, intem man friiche
Ochſengalle im Waflerbabe zur Trodne abdaınpft,
ben Rüdftanb ip abjolutem Allohol auflöft u. Die
Lüffigfeit mit Ather verfegt. Es bildet fih ein
arzartiger Niederſchlag, der fih mit der Zeit ganz
od. zum Theil in ein Haufwerk nabeliörmiger,
Recnörmig gruppirter Kryſtalle von glykocholſaue⸗
zem Kali u. Natron (Platners Erpftallifirte
©.) — Man wäſcht dieſe Maſſe mit einer
Miſchung von Ather u. Alkohol, ſodann mit Wafſſer
aus u. behandelt den Rüdftenb mit ſiedendem
Waſſer, in welchem er fich zum größten Theile IR.
Der unlöslihe Rüdftand ift eine in Waller unlbo⸗
liche Diobification ber Glykocholſäure (Parachol⸗
fäure). Die wäfferige Yöfung wird durch Blei⸗
eifig gefällt, der Niederſchlag durch Tohlenfaueres
Natron zerſetzt abgedanıpft, in abfolutem Alkohol
gelöſt u. mit Kiber gefällt; das fo erhaltene reine
Iplodholfaure Natron wirb mit verbilunter Schwe-
eljäure zerlegt u. Die fi) in Kryſtalle abſcheidende
Glykocholſäure Durch Auswaſchen mit all gerei-
nigt; fie Erpftallifirt in feinen weißen Nadeln, bie
din viel Waſſer Iöfen, in Allohol find fie leicht,
in Äther ſchwer löslich. Die wäferige Löſung ift
von bitterſüßem Geſchmack u. röthet Kadınus, Mit
Allalien zerfällt fie unter Aufnahme von 2 Aquiv.
ier in Glycin u. eine hiethofffeeie Säure, bie
fäure (Cholfäure Lehmanns), Cas
s
‚orub €
Mein nicht kryſtalliſtrbar zu fein,
wird mit Schwefelmafjerfto
leicht 18slich in Altohol. Ihre
Mu une
|
Ho Oro, welche in Tetrardern keyſtal
108, glänzend u. fpröbe if, ſich in Me
fer (iR u. rare il röthet. Durd
Säuren wirb bie Biyfocheliänre auf gl
iwik Burd) Ukkalien zerſetzt; bie hierbe
Cholfänre wird aber foglei ı
——— J ine hg —* m
ebaitert oloibin "ob.
6 boloibinfänre, Cıs Hss Os, *
Säuren u.
ren mwällerige Löſungen ſuß fehmeden, !
ren, fchmwefelfauere Alkalien, neutrale ı
Bleioryd ıı. Silberfalze nicht gefällt weri
'effigfaneres Bleioryd gibt einen barzähı
derſchlag, Der in kochendem Waſſer u. in
Allohol idslich if. Um die Tauredeli
lichſt rein barzuftellen, Fällt man bie (
neutralen eſſigſaurem Bleioxyd, ban
bi eifigfaurem Bleioryd; dieſer legt
lag wird mit kohleuſaurem Natron
tete Rüdftand mit — extrahirt n.
koholiſchen Löfung durch Ather das tar
Natron ziemiih rein ausgefällt. Es
barzige dickflüſſige Maſſe; Dieie wird in
1öft, eſſigſaueres Bleioxyd gefällt; er 3
r erlegt n.t
tene Taurocholſäure im Sacuum 6
Diele beiden Säuren finden fih in te
meiften Thiere, beren Verfchierenbeiten ı
verjchiebenen Berhältniß begründen ifl, i
Natronfalze dieſer Säuren auftreten.
nahme hiervon macht die G. der Schwei
delach u. Streder fauben, daß der Haı
tbeil Derfelten das Natronfalz einer eigen
ftidftoffhaltigen Säure Ki welche fie ed)
linfäure nannten. Die aud dem 9
abgefchiebene Säure ift weiß, harzäbnx
in heißem Waſſer u. läßt fich zu Fĩden
Sie ift unlöslich in Ather, wenig örnd
—*
NO + HO. Beim Kochen mit &4
od. Safpeterjänre zerfällt fie in Glycin.
fäure n. eine der Choloidiniäure
Galle. bis Ballen. -,,
ie bar, indem man friihe Schweine. |
auberfafzlöjung fällt, ben Niederſchlag
ft, mit Ather fallı u. den Nieberichlag,
yocholinſaurem Natron beftebt, durch
e zerlegt. d) Gallenſchleim (Gallenbla⸗
rtheilt ber ©. bie fchleimige fabenzie-
ffenbeit, er ift mit Epithelialzellen ver-
in durch Filtriren theilweis, durch Eſ⸗
Alkohol vollſtäudig gefällt werben, wo⸗
flüſſiger wird. Er geht leicht in Fäul⸗
lche ſich auch auf die anderen Beſtand⸗
überträgt. Daher von Schleim be-
t fo ſchnell in Zerſetzung übergeht. e)
ff findet ſich im Organismus in ver⸗
odificationen, die gewöhulichſte derſel⸗
das Gallenbraun (Cholepyrrhin
liphäin Sim.), es bildet ein roth⸗
tallinifches, geruch⸗ u. geſchmaclloſes
(es ſich in Waſſer nicht, wenig
ichter dagegen in Alkohol mit gelber
benſo in Alkalien; bie alkaliſchen Lö⸗
sen an der Luft gelblichbraun. Mit
:e allmälig verjegt jürbt fich der Gal⸗
erſt grün, dann blau, violett, roth u.
Salzjäure füllt ihn aus feinen Löſun⸗
ver Farbe; Der Niederſchlag ift in Sal»
it rotber, in Alkılien mit grüner Farbe
Gallengrün (Biliverdin Berzel.),
ines antorpbes ‘Pulver, geruch⸗ u. ger
inlöelich in Wailer, wenig in Allohol,
it rotber Farbe in Ather löslich. Ber⸗
dieſen Stejf für identiih mit dem
ec) Bilifulvin nannte Berzelius
kebol löslichen, in Heinen rothgelben
H ausſcheidenden Farbſtoff der G. Die
hlausleerungen werden zuweilen von
off veranlaßt, aber nicht immer, wie
aubte; in vielen Fällen iſt es ber Blut⸗
ch Genuß von Calomel aber Schwefel⸗
wie nach längerem Gebrauch von eiſen⸗
iſſern Schwefeleiſen, welches in fein
zuſtande die grüne Farbe hervorbringt.
erin (Choleſtearin, Galenfett)
itterglänzende, dünne rhombiſche Blätt⸗
aſſer unlöslich, im kochenden Alkohol
ch beim Erkaſten kryſtalliniſch abſchei⸗
b in fetten Olen u. Taurocholſäure.
utrirte Schwefelſäure wird ed roth ge⸗
illt in drei polymere Kohlenwaſſerſtoffe
riline), Phosphorſäure bewirkt eine
jegung u. Die Bildung zineier ben vo»
ren Koblenmwafjerftofften (Cholefte-
läßt ſich nicht verjeifen. Es findet fich
G. in den meiften thieriſchen Flüſſig⸗
ößter Menge aber in ven Salleufteinen
rzeliud u. Muider nehmen in ber ©.
eu Beftanbtbeil an, das Bilin (Bal-
erſelbe jellte gummiartig u. gelblid) ge-
stidftoff u. Schwefel enthalten u. durch
ung barzartige Säuren liefern; durch
handeln mit Säuren entfteben Fel⸗
.Cholinfäure; es verbinde ſich mit
1. Sholinfäure in mehreren Berhältniffen
yen auf Dieje Weile gepaarte Säuren:
jäure u. Biliholinjäure, bie er-
entijch mit dem Ballenftoff Berzel. (Pi⸗
:enard) fein, der früher von Berzelius
ptbeftaubtheil der ©. angejehen wurde.
— — — — — — — — — —
57
Galle (in anderer Bebeutung), 1) (Laudw.),
entweder Naßgalle, feuchte Stelle in einem
Ader, rührt von Meinen Quellen ber u. muß
dur offene ob. bebedite Abzugsgräben u. aus⸗
egrabene Keffel unſchädlich gemacht werben; ob.
Suandgalle (Braubader),, niworige od. ſau⸗
dige Stelle in fonft guten Adern, kann buch
Abfahren des Sandes u. Auffahren guter Erbe
verbeffert werben; 2) Rüde in gegoffenen Metall-
waaren, entſteht leicht, wenn die Gußform feine
beſonderen Winbpfeifer hat; 3) Das alte Bette eines
Fluffes, wenn derfelbe einen neuen Lauf befommen
bat; 4) (Waffergalle), ein unvolllemmener
Regenbogen il. u. d.);3) (Wind galle), ein heller
Fleck am Himmel, der Sonue gegenüber; wird als
ein Zeichen eines naheu Sturms betrachtet, 6) ber
Schwanz des Rothwilds; 7) (Glash.), fo v. w.
Glasgalle; 8) (Harzgalle), Bleden in Nadel⸗
beihälzern, von durch Riffe ber Rinde austreten«
dem Harze; 9) (Pferdewiſſ.), 1. Gallen.
Galle (Boint de &., Punta de G.), be
feftigte Statt auf der Südlüſte der Injel Ceylon,
Hafen, Station der engliihen Dampfpadetboote,
lebhafter Handel, reiche Umgegend; Z000 Em.
alle, 1) Cornelius der Ältere, geb.
1570 in Antwerpen; Kupferſtecher, war der Schü⸗
ler feines Vaters Bhilipp G., bildete fich fpäter in
Ron u. erwarb fih als Kilnftler in feinem Fache
einen bedeutenden Auf. Er ftarb un 1641. Zu
feinen beften Blättern zählt man: Judith, den Ho⸗
lophernes entbauptend, eine Himmielfahrt Chrifti,
beide nach Rubens, eine Kreustragung nah Van⸗
dyck. 2) I. ©., geb. 1512 in Pabfthaufen bei
Gräfenbainichen, war erſt Obſervator der Sterne
warte in Berlin u. ift feit 1553 Profeſſor ber
Altronomie u. Director der Stermwarte in Bres⸗
lau; er bat 3 Kometen (2. December 1539 in ber
Jungfrau, 25. Jan. 1840 im Drachen u. 6. März
1540 im Schwan) entdedt u. den von Yeverrier
theoretijch enttedten Blaneten Neptun am 23. Sep⸗
teınber 1516 aufgefunden, Er ſchr. Grundzüge Der
ſchleſiſchen Klimatologie, Bresl. 1557.
Gallego, — des Ebro; entſpringt auf
den Pyrenäen in ber Provinz Hueſca u. mundet
bei Sarayofja links, nachdem er den Balfa, Huarga
u. Ajabon aufgenommen.
Gallego, in einigen Provinzen Spaniens ber
auffallend kalte Norboftwind.
Gallego, Don Juan Nicafio, geb. 1777 in 3
mora; 1805 königlicher Hofcapellan in Madrid u.
geiftliher Director der Erziebungsanftalt für bie
Edelknaben des Königs, nahm 3 Jahre hindurch
als Deputirter au ben Situngen u. Arbeiten ber
Cortes Theil, wurde nach der erften Reftauration
eingelerfert u. verwielen, 1920 Cauonicus in Se⸗
villa, königlicher Ratb, 1533 Mitglied ter Studien
u. ber königlichen Akademie; er ſchr.: Oda a Bue-
nos Ayres, 1807; Elegia al Dos de Mayo,
1808, u. a.
Gallegos, Fernando, geb. bei Salamanca;
ipanifcher Deuter, blübte in ber Mitte des 16.
Jahrh., bildere fi nach v. Eyd u. anderen Nieder-
lindern Werte: in Salamanca mehrere Altar»
blätter, namentlich das Hauptaltarblatt der Ka⸗
thedrale.
Galleiche, ſo v. w. Burgundiſche Eiche.
Gallen, 1) im Galläpfelbad färben; 2)
(Jagtw.), fo v. w. Urin laſſen. sg
v Selen (DBierbew.), mehrere Arten äußerer
en an Pferben: a) Steingallen, rotber
ed
ber Wand u. dem Strahl, meift an ber in-
meren Seite ber Vorberfüfie, Sie entftehen bei.
zu hartem Boden, worauf bie Pferbe ſtehen,
von zu binnen Auewirken ber Hornſohle m
Shen, Man bat fie nicht zu flicchten, wenn
das Pferb auf fteinigem Boben ohne Beſchwerde
‚wenn jie Heinen Umfang baben, blaßroth od.
elb u. bie davon abgeichrittenen Hornfpäne
fit Dann beilen fie von felbft. Iſt aber bie
nbung bedeutenber u. ſchmerzhaft, fe muf ber
lag verbeſſert u. entzlinbungswibrige Mittel
Heitfalken ꝛc. angewenbet werben. b Fluß⸗G.,
wwäflerige Geſchwulſt ber Borber- od, Hinterfüße, am
Knie, od. zwilchen dem Schienbein u. bem Hufe von
der Ordfie einer Hafelnuf Dis zu ber eines Hühner»
eies; ift nicht jchmmerzbait, bo
derlich. Ericheint fie an beiben Seiten ber Sehne, jo
nmennt man fie durchgeheubde G. ift fle unbeweg⸗
‚te figende G. —— —
wohnlich von zu gro vengung od. n
——— m gar Ki
michläge von er mit ob.
mit Pa od. bei ſtarlem Ki e Goularb-
es Bleiwaſſer zeigen ſich heilſam sTonfe dienen
eibungen von Campherliniment ob. graue
Duedfilberfalbe mit Campher od. Terpentindl. e)
Spatgalle, Blußgalle am Spatknochen, m
)
ererbte Übel, Übrigens wie jene zu —
—— elentgalle, durch ds ffung ver-
aßte fadartige
Sprunggelenls ber Pferde mit Anfällung von Ge⸗
Yentflitiiigfeit. e) Auswuchs unter ber- Sum e von
ber —* einer Bohne; wird mit einer
weggeſchafft; e) Anſchwellung des Gaumens um
bie Vorderzaͤhne; vergeht leicht wieder bei kühlen⸗
ei andlung.
allen, Auswüchſe auf ber unteren Seite ber
Blätter von Quercus Cerris, wo fie in einer
urche ber Mittelrippe mittelfi einer ſcharfen Kante
eſtgewachſen find. Sie gehören & den Heinften
ormen der Gallauswüchſe der Eichen, u. man
at fie ſpringende Eynipsgallen genannt. Sie find
1 Linie lang u. 4 Linie im Querdurchmeſſer, läng-
lich oval u. laufen an beiden Enden in einen funzen
Etiel aus; Lie Farbe ift lichtgrün od. röthlich. Die
Larve der Gallweſpe, welche diefe Auswüchſe er-
zeugt, liegt, zu einer Kugel zufammengerolit, in ber
— ſehr bünnmwandigen Galle. Bgl.
—— ofengalle).
Et. Gallen, 1) Eanton in der Schweiz; grenzt
im Often an das Fürſtenthum Liechtenftein u. Ty⸗
rol (Vorarlberg), davon durch ben Rhein geſchie⸗
den, im Süben an Graubilndten u. Glarus, im
Weſten an Schwyz, ven Züriher See u. Zürich,
im Norben an Ehnrgan u. den Bodenfee u. um⸗
ſchließt den ganzen Canton Appenzell. Der Flä-
enraum bed Cantons beträgt 35,57 DM. u. be-
tt eine große Mannigfaltigkeit von höheren u. nie
eren Gebirgsgegenben u. ausgebehnten Ihalflä-
Ne | alfen ift zu nennen tie Muſſelinſtidere
hen. Die hödften Gebirgszüge ftehen im St.
ben bes Kantons, bie mit ewigem Schnee bebedite
Scheibe auf der Grenze von St. ©., Glarus n.
GSraubünbten, von welcher aus eine Kette oftwärts
zum Calanba, eine zweite erfi mit jener parallel
u. dann von. ben begletfherten Grauen Hör
in ben Eden ber Hornſohle bei bem Ballen,
_ Kammed, Alvier, Gemäberg
Kurfirſten der Leiſtenlamm.
in dem Gange hin⸗
lich zu ;3
Necker, die Glatt,
Wallenſtadter
rung des Kapielbanbes des
ren.
nern norbivärt zum Rhein Bei Car
britte enblich nad Morbweften zieht,
in ben mweftlichen Theil bes Canton b
fenftabter See fenbet. Eim anderer &ı
Gonzenlette, zieht vom ben Gonzen |
er! am Wallenftabter Sce bin u. p
nach Zürich hinein u. nörblich zur Thun
u. Faul
bad ch bie Th an F
u. davon burch die Thur 9 en,
ber britte Zug vom Seutis aus, ber id
weten u. Norbmweiten zur Thur, mit |
Eilberplatte, Lütiſpitz, u. mad) Often
bis zum WBobenfee verzweigt, mo in
| firft, bie Kanzel, ber Hohelaſten, Kamm
die höchſten Erhebungen bilben. Inn
arten berriden Nagelfiue» u. Molal
ſtellenweiſe mit eitander abwechſelut
auch bebeutenbe Braunfchlenflöge ca
nördlich u. Füblih vom Sentie; I
Grauwacke u. Tboniciefer ſüblich mW
Sammtliche Fluſfe des Cantone
Gebiet deb: ; biefer ſelbſt bike
Grenze auf einer Gtrede von mehr a.
ben u. nimmt die Tamina, Garen, I
Lauter, Stockbach, Simmi u. a. auf m
fer Miet Die Golb- u. Gteinad; ie
Theil bes Eamions flieht bie The, |
Se — * *
Murg n. Linth. Der Boden⸗, Bela
Züriher See gehören dem Kanten zw
ae außer biefem — en
Soile, Scott , Bi
re an —— ra
Klima ift nad Lage u. Höhe der &
ſchieden, jeboch im Ganzen weniger rar
vermutben folte. Die Broducte
reich; unter ben metallifchen find vorzä
nen die großen Eijeulager.am Gonzen,
ber u. Kupfer (früher auch Bolt),
Braunkohlen, Dineralquellen bei Pfäff
Grabe, Buche, Sargans u. Mur
dungen find jehr ausgedehnt. Im
bie wild lebenden Gattungen im fleten
begriffen, wie bie Gemſen, Murmelth
Berghafen, Hirfchen. Rebe ; der Länmeı
Eisärken der nen Hörner, En
Rheinthal; Fiſche Tiefern bie Seen, v
Wallenftadter, bann ber Rhein u. bie ZI
rellen. Der Aderbau wird vorzuglich
den nörblichen ——— des Kantong, fi
Bedarf an Getreide nicht deden, babe
treide ans Schwaben eingeführt wirt
wird Wein gebaut im Rheinthal u. mit zı
Ertrag Obft ; die Viehzucht, durch aneget
fenboben begüinftigt, macht einen Haupter
liefert Pferde, Rindvieh, Ziegen, Schaſen
Alpenwirthſchaft herricht beſ. vor im!
gans. Hinfieli der inpuftrielle
gehört St. ©. in bie erfte Reihe ber &ı
wanbmeberei ift Dagegen j —
wird das Gewebe * —
viel nach Italien u. Spanien auczeft
dem wirb Bardhent, —
ber gefertigt; auch bie Seidemecherei
Ch Bules
t febhaftn. ansgebehut, der Imere
ehoben durch drei Eiſenbahnen, beren
on (von Rheineck über St. G. nach
von Sargans nad) Rapperswyl) von
eften durchſchneiden, bie britte aber
bis Rheineck das KRheinthal burche
169,625, wovon 105,370 Katholiken,
ı eigenen Bisthum St. Gallen ver-
gen find Reformirte. Die Berfaf-
1831 eine repräfentatio-bemofratifche
dur ſämmtliche Hfimmfähige Bür-
Bezirten bes Kantons wirb frei m.
ofe Rath gewählt; er beftebt ans
m, S8—90 Katholiten u. 60—62
auf zwei Jahre gewählt, u. übt bie
aus mit allen ber Souveränetät zu⸗
eitogafiven u. Wahlen; doch kann
Bol gegen ein vom Großen Rath
ey ein Veto einlegen, was innerhalb
heben muß. Die vollziehende Ge⸗
tleine Rath von fieben Mitgliedern,
vier Jahre gewählt, einen Landam⸗
Spite; jede politische Gemeinde bat
erath, jede Ortögemeinbe einen Ber-
Die Rechtöpflege wirb durch Be⸗
in Criminal» u. ein Santongericht
In ben Rationalrath fenvet der Can⸗
ı Stänberath zwei abgeorbnete,; zum
gent Felt er 7785 Manu u. zahlt
träge. Das Schulweſen iſt unter
ben befriedigeuber, bat fich aber bei
en ebenfalls gehoben, obwohl hier
u. Armuth ber Eitern große Hinder⸗
bie fieben Realichulen u. die Canton⸗
jerühmt. Die ECinnahmen beizn-
19,879 Fr., die Ausgaben 1,178,905
Bebräudjlichen Münzen, Maßen.
b bie neuen ſchweizeriſchen überhaupt;
gte Münzen in Gold: Doppel» m.
en; in Silber: Conventionsipecies
‚20, 15 u. 10 Krenzer; ale Scheibe-
u. 3 Kreuzer, Batzen, halbe Batzen,
be Kreuzer. Alte Maße waren: ber
Ya 12 Linien — 307,54 Millimttre,
le von 735,5, bie Wollenelle von
.; ber Schneller Baummoll-WMRouf-
1000 Faden a 4—5 Fuß. Als
ir ber Mitt & 4 Biertel à 4 Mäßli,
er an verjchiedenen Orten verjchieben
7 20! Liter; Weinmaß: das uber
od. 30 Eimer a 32 Maß od. 41,98
s. Silbergewicht bie kölniſche Mark.
in, bie Stadt St. ©. umfaſſend;
des Cantons an der Steinach u.
ı von Rheineck nah Winterthur,
ragen u. Gräben audgefüllt. Bor⸗
ide find: Die ehemalige Benebictiner-
tatholifchen Haupt» ob. Abteilirche,
cine des St. Gallus u. anderer Hei-
ı bu8 alte u. neue Pfalggebände,
des Biſchofs, theils Sitz der Regie⸗
tongerichts, des Kanton u. Alt-Stif
; Cantonalzeughaus; außerhalb ber
a8 Waiſenbaus, die Reale u. hö⸗
chulen nebſt dein VBibliothel- u. Mur
das Bürger- u. das Fremdenhoſpi⸗
Bankgebäude u. das Gemeiudehaus;
rmirten Stahtkirchen zu St. Lauren⸗
zen n. St. Mangan ſind neuerlich prächtig reflawrixt.
Bübungsanfalten a. literariſche Hilfsmittel And:
die Tatholifche Cantonſchule mit Lehrerieminar, die
vormalige Stifte -, jet Cantonbibliothek mit mehr
als 1000 alten Handichriften, bie unichägbare Dent-
male altbeuticher Geſchichte n.Sprachlundeenthalten;
das evangeliihe Gymnaſium, 1842 durch eime
Indnſtrieſchule erweitert, Sonntagsihule, Bür⸗
gerbibliotbel ob. Babiana, im 16. Jahrh. von
dem Bürgermeifter Joachim von Watt (VBabiauns)
begründet u. dann ber Statt geſchenkt; damit ver⸗
bunden das Museum Sangallense, eine Samm⸗
lung von fläbtifhen Familienwappen, Siegeln,
Kupierftihen u. PBrojpecten; das Naturbiftorifche
Mufeum; bie Literariiche, die Naturwiſſenſchaft⸗
lich -Tanbwirtbichaftfiche, welche jährliche Ausftel-
Inngen veranftaltet, n. zwei Yejegelellichaften, ſowie
der Kunft- u. Bewerbeverein befinden ebenfalls eigene
Sammlungen von Büchern u. Kunſtſachen; auch
eriflirt eine Jugendbibliothek, Bibelgeſellſchaft
Muſikaliſche Sejellichaft, eine Buchhandlung, et
Buchdrudereien; 1851 wurbe bier ein St. Gallus
verein gegründet zur Stiftung eine® katholiſchen
Seminare. Die Indufrie der Stabt liefert Lein⸗
wand, Baummwoll-, Wol- u. Seibenzeuge, Leber,
welche Producte ein lebhafter Handel vertreibt;
11,230 Ew., wovon über 8000 Reformirte, bie
iibrigen latholiih. Zu der Umgebung ber Stabt
find viele fchöne Spaziergänge angelegt, anziehen⸗
der aber bie fhönen Ausfihten von allen Höhen,
bef. deu Freubenberge; 1 Stunde entfernt die
über die Sitter führende Krätzerubrücke, 690
Fuß lang. St. ©, if der Geburtsort von G. I.
Zollikofer u. Chriſtoph Sirtanner. Bol. St. G. u.
ſeine Umgebungen, St. Gallen 1856.
St. Gallen (Geſch.). Die Stadt u. ehemalige
efürſtete Abtei St. ©. verdanlen ihren erſten Ur⸗
* tem Einſiedler St. Gallus (j. d. 15), einem
Schotten u. Schiller des Columbanus, der gegen
Ende des 6. Jahrh. in Bregenz u. Arbon das Chri⸗
fienthum prebigte, aber zu Anfange bes 7. Jahrh. im.
die Sindden am Sentisgebirge fich zurückzog u. einer
Zelle an dem Orte, wo das Klofter St. ©. fleht, baute,.
worin er mit wenigen Jüngern wohnte u. nach bez
Grundſätzen feines vehrers lebte. Nach dem
bes St. Gallus blieben feine Jinger zuſammen in
ber Lehre u. Zucht ihres Meifterd u. wurde be6+
halb von ten fränkiſchen Königen u. ben alema-
niſchen Herzoͤgen reichlich begabt, jo daß fi bie
Anzahl der Brüder, melche anfänglich keine be⸗
flimmte Orbensregel hatten, miehrte u. nah u.
nad) aus der Einfieblerzelle das Klofler St. ©. ent»
ftand, berühmt durch Männer, wie Notler, Ede
bard, Walafrid u. A. Und weil von Anfang an bie,
Yünger bes St. Gallus ſich mit Unterricht beſchäf⸗
tigten, eine Art hohe Schule bildeten u vieler be⸗
nachbarter Edellente u. großer Herren Kinder er⸗
zogen, fo wurbe ihr Klofler durch verjchievene Ber-
abungen n. Stiftungen in dem benachbarten
Thurgau u. Rheinthal bald reich u. mächtig. Auf
ihr Berlangen gab ihnen Pipin den erften Abt, Oih⸗
mar (720— 760), u. das Recht, Die Nachfolger jelbitäm
wählen, worauf fie bie Regel des Benedictinerordens
annahmen. Abt Gosbert (816—837) begründete im
Jahre 816 bie berühmte Bibliothef. In jpäterer Zeit
belamen fie neue Yänbereien geſchenkt von Ludwia d.
Frommen u. Karl d. Diden. Auch durch G-
fung von Gefällen, Laud u. Leuten erhoben big
Me Bere be ber Pr & e,
% —— u.
bie Sotiesbausleute fd. h. die un
gehohſen tten
— ——* 9. — hatte “ mike
en’ Amahl von bei dem Hiufier gebitei |
— ae ve 10. ee ln ke er 00
die Hunnen anfing, eine —— * bauen, bit-
— —— 7 — 5
entſtanden, weichem bie deutſchen Kaiſer
Rechte ‚einer Stat verliehen, u. wiewohl bit Stabt:
in vicen Städen den Abten unterworfen war, fo
beiten: boch die Wlirger dabei ihre eigenen RNechie
u. Freiheiten, melde fie ans Bergünftigung ber
Kater: u. vermittelft ihres eigenen Fleißes Dann u.
warn vermehrt hatten. Kaiſer geieerig & II: nahm
Die Stadt als freie Reicheſtadt In den Keichsſchutz
u. gab ihr den Bären ius Wappen, ber von Be
rich III. noch mit einem: goldenen Halsband
(dmmidt wurde. Die hohe Gerichtsbarkeit ver! eh
ihr erſt Kaifer Sigismund im Jahr 1430. Aus bie»
fen Doppelſtellung ber Stadt St. G. entſtand eine
— ene Reihe von Mißhelligleiten mit den
ten, we
Kin Reiler, theil® durch Husfpruch ben
übte beigelegt wurben. Bad
- Stadr-&t. ©: tänflich- Überliehen. Ener
| Side 2. 6, tie üben
öfter® durch — * — |
| ber Stadt beſeſſen
Barger Ende bes 17.507
= m.
Macht, - inberm |
—* As: Fre u Anfang erh ee 13. Dabrh. |
bie Stabi‘ AM un bie 62 die opel Mori Abt U⸗ anf Seite
rich VIEL. —— *
6Fbie Grafſchaft To jr ei bie Der aipar fein
bee Erwerbung Toggenburgs übernahm ber Abt
bie Berpfl ‚ber Feuten bie —“ ‚den er»
balten, ihnen: > —* —
Meſchlecht ausftarh, —
1208) arte — * ürften Her
De ar nike war Ulrich Ye
audrer gaben bem — *
ya ſeinem Schutze ı5 zur Au —
| in I en bet
cent/KIT. efpeite bon Äbten Hab Reit, eine Int
zus no ® — te, ine denen meiſt
2
3070 Hei der Gegenwahl | Ruboife, w Heineiche I
1348 !bei ber Gegenwahl Konrade u. Heinrichs,
nit. bem Bilchef von Eonflanz negen
ll. aber mit den Lanbleuten bon * dem
—8 ihre em als ie
\ . te we
5 — —
„14, !
bes 15. Sahrh. in ber —
—— ——
‚nt ben- — Cantonen
vg / a. Slums
vdas ©: G. hr felter
: g: wurbe bb der Waht-eitet
eben Abtes ermeuert —— *
n eich
ng unverrich ubeinander
üich u. Glarus abermals —
ers welche Die Beſchwerden ber &
lebigtem, i in Betreff ver Religion wu. der
eine. neue ‚Berfajfintg gaben u. bat
allen: Gebäuden, Rechten ı u. oͤrut
Aber ſchon im Jahre I
hielt ber indeß nen erwählte Abt D er ,
bie —— Abtei nebſt Toggenburg auf ei
durch Bermittelum; ‚ber ——
zurückerſtattete In Folge *
Friedens wurde das ſtaatsrechtliche Band,
die Schweizer Kantone als it gi an dt
land bisher noch Imüpfte, Hl “2
von St. &, blich jedoch a Reichefürfl, Die
hörte aber auf Meichsftabe zu fein Die Nun |
lichen Berbältnifie ber Abtei u. Stabt ar
Schweizer Eidgenoſſenſchaft waren —
wurde daher beiden, ale ben älteilen me
Orten, ‚geftattet, zum allgemeinen
Tagfatung j je einem —— am ſchiden a
welches nur noch ber Stabt Biel ——
Trotz dem herrſchte fortwaͤhrender Stra
Stadt u. Abtei, der durch einen Bergleich me!
beigelegt werben jellte, wo das Kehe 5
Mauer eingefaht wurde, Die Etabt ihm
an ber Gerichtöbarkeit des Mofiers auch, #* i
genen der Abt die — —*
‚ der Stabı bba 15
bes 18. Jahr
jenf e
rl
2
St. Ballen bis Ballenberg -,
en
ätigleiten ber Äbte gegen bie Lente in | al® materiell. Der Aujihwung der Geifter, ber ſich
t Toggenburg, meiſt Keformirte, einen
g(ToggenburgerKXrieg). Die Abte
nburg mit ber Verpflichtung Übernom-
en Rechte u. Freiheiten aufrecht zu hal⸗
ıfe der Jahrhunderte u. bei. nachdem
irger zum größten Theile der Refor-
ugeichlofien batten, entzogen fie ihnen
. bebandelten fie ale Leibeigene. Diele
ntone Glarus u. Schwyz an, welde
ten Schutzverbindung ihre Schirmber-
. auch dem Rufe Folge leifteten. Auch
her Cantone traten zu Gunſten ber
r ald Vermittler auf, aber vergebens.
Zürich u. Bern namentlid erklärten
meiften Rechtaunfprüde ber Toggen⸗
gründet, fontern fhidten auch Ge⸗
ı Abt, um ibn zur Nachgiebigfeit zu
37). Unterdeſſen batten die Übrigen
'antone u. der Abt mit Hülfe ihrer
Partei im Canton Schwyz, melde
enburger war, geftürzt, fo daß ber
idvogt Joſeph Stadler fogar Deshalb
‚ eine Menge einflußreicher Männer
urten, werauf ber Abt gegen Die
r mit Waffengewalt vorfchritt, u. an⸗
en Züri u. Bern mit einer ftarten
t zu Hülfe zogen (1712). Run er-
1, Uri, Schwyz, Unterwolten u.
ten des Abtes ven Zürichern u. Ber-
3. Der päpſfiliche Nuntius zahlte ih-
ö0 Kronen aus Der päpftlichen Kaſſe
‚ aus. Die Toggenburger mwehrten
der Züricher manubaft, u. der Abt
önchen entfleb nach Lindau, ven wo
schsjürft bie Hülfe Dee Kaifers erbat,
Zchwäbiſchen Kreiſe, aber ohne Erfolg,
eſſelben auzunehmen. Die katholiſchen
den, obgleich an Manuſchaft weit ſtär⸗
ergen (25. Juli 1712) gänzlich geſchla⸗
fie ihen anı 11. Auguſt einen für fie
Frieden ratificirien, worin fie auch
ußten, ſich in ben Krieg zwiſchen Bit:
einerjeito u. ter Abtei anbererjeits
ı milden. Als hiernach auf Betrieb
e Sache auf tem Reichätage in Re
ängig gemacht wurte, beſchloß ber
Antrag Züri u. Bernd, daß Dies
enẽfſiſche Anlegenheit ſei. Es kameu
ächtigte ter Kriegführenden in Ror-
ıen, welche ſich wegen eines den Tog⸗
ünſtigen Friedensvertrages verſtän—
ie epiguus des Abtes zu erbal⸗
eniflehene Abt ſtarb (1718) u. fein
irch einen in Baden (in der Schweiz)
dem erſten gleichen Friedensverira
dandſchaft u. ſämmtliche Lande, 3
Grafichaſt Toggenburg wieder einge⸗
beſaß nur ein kleines Gebiet u.
‚ich: deutiche Städteverfaſſung; die
hte die Stadt Wyl im Thurgau, die
Goiteshausleute u. die Grafſchaft
welche beide mit der Stadt den jetzi—
t. G. bilden. Die Regierungen. Ver⸗
nach dem Muſter Der deutſchfürſt⸗
zer Zeit eingerichtet; jedoch galt noch
s, ale römiſches Recht, ſowohl formell
—— ——— — — — —ñ —ñ — — — —ñ— — —ñ— —ñ — —— — — — ——
in Deutſchland durch Die Regierung Friedrichs des
Großen u. Joſephs II. fundgab, veranlafßte ben
Narfebenben Abt Beta ſchon frühzeitig, au Verbeſ⸗
ferung ber Verfaffung u. Verwaltung feines Lau⸗
Des zu denken, aber Feine Mönche widerſetzten fich
fo beharrlich, daß er ſich im Jahr 1788 entſchloß,
den Papſt zu bitten, feine Würde ablegen zu hürs
fen. Allein der Papft reilligte nicht ein, fondern er-
mahnte die Mönche zum Gehorſam. Im Jahr 1795
verfammelten fich Atgeortnete ter Gemeinden in
Goſſau, ven einem Volksredner, Johann Künzli,
geleitet, u. der Abt bewilligte ibnen, trotz alles Wi⸗
derftantes von Seiten der Mönche, Gleichheit ber
Abgaben, Faften u. politiiche Freiheit. Die Schutz⸗
cantone ratificirten Die neue Berfaffung, jedoch nur
nah Widerftreben 11797). Im folgenten Jahre
löſte fich Die alte Eitgenoffenfchaft auf u. Et. G.,
Appenzell u. Rbeintbal bildeten zuſammen, zur
eitber Helvetifchen Republik, den Canton Sentis.
(8 hieranf 1799 bie Oſterreicher in die Schweiz
einrildten, verfuchte ber neue Abt Bancratius Vor⸗
ſter bie unbeſchränkte fürftlihe Gewalt wieberher-
zuftellen, mußte aber nach ter Züricher Schlacht
(25. September 1800) flüchten. Durch die vom
Conſul Napoleon Bonaparte (der in der Zertlüfe
tung der Schweiz eine Stütze feiner Politik ſah)
gegetene Mebintiondacte (19. Februar 1803) wurbe
t. ©. ein jelbftändiger Santon mit eigener Ver⸗
faffung. Der Wiener Kongreß gab den Schwei-
ern anı 20. März 1815 eine nene Bundesver⸗
aſſung, werin auch St. ©. als felbftändiger Can⸗
ten anerlannt u. tem Abte Bancratius mit fel-
nen Beamten eine Penflon von 8000 Gulden
bewilligt murbe. Nach ber Franzöſiſchen Revolu⸗
tion von 16830 gab fih St. G. eine repräfentativ-
temoktatifche Berfaffung, wonach den Volke in den
Volksverſammlungen das Recht vorbehalten if,
von feinen Vertrelern beſchloſſene Geſetze zu ver⸗
werjen. Dieſe Verfaſſung hat ſich auch nad) ber
Unigeſtaltung ter Schweizer Bundesverfaſſung im
Jabr 1647 erhalten. Cine von Zürich über Win⸗
tertbur, Wyl, Et. G. nah Rorſchach führende
Eiſenbahn erböbt tie Gewerbthätigkeit bes Can⸗
tens. Da 2t. ©. katholiſch u. reforinirt ift, hat die
Unterrichtöfrage einige Dale Lie Gemüther lebhaft
bewegt, innere politifche gu en fat gar nicht.
Pol. Ildefons von Arx, Geſchichte Les Canton
Si. G., 1510—1813, 3 Bde.; Ehrenzoller, Jahr⸗
ehr der Statt &t. G. St. Gallen 1524— 1832,
2 Dke.
Gallenanis, Andreas de G. |. Audreas.
Ballenafparagin, f. u. Gulle 2).
Gallenberg, ein altes in Krain angeleffenes,
der katholiſchei Confeſſien folgendes Grafenge⸗
ſchlecht, welches mit den Grafen von Schärffen⸗
berg einerlei Urſprung bat. Ortolf IL, Sohn
Ortolfs J. Herrn zu Schärffenberg, erbaute um
1000 das Stammſchloß Gallenberg u. nannte ſich
nach demſelben. Georg Sigmund, Sohu bes
1664 verſtorbeuen Johann Adam, war Landesver⸗
weſer des detzopitum⸗ Krain u. wurde 1666 vom
Kaiſer Leopold J. in den Reichsgrafenſtand erho⸗
ben mit der Würte eines Obererblandjägermei⸗
fter8 in Krain u. der Windiſchen Mark, u. bieier
Arel ter Fantilie 1815 betätigt. 1) Graf Robert
Menzel, geb. 1783 In Wien; widmete ſich vor-
züglih der Mufit, war bei Barbaja in Italien,
7%
in Wien u. bafelb bes Opern-
— —* a *
te dann abwechſeln
| - Rom u. ft. 1839;
En — bes * * 29, Deremnber
t. Kämmerer u.
Hi 8 ———
—
I, hen bereie Ei mit * —2
tern et en en Säi here —
v Minden ſich eigne Gänge
aus ber Leber in Hi, Sie je 9*
ten, einer äufern Zellbant, n
blaſtnarterien, Gallen
blaſenvenen u. rei
eg —— ge u. —
den Pferden), dem Hirfchgejchle t, ben Gets en
er —— en, |
2. nö Fiſchen. 2) (3oot.), fo v. m.
allenblajenarterie, Arteria cystica,
g ber Feberarterie, |, Ba au:
blaſenkrankheiten. Die wichtigſten find:
1) bie Gallenbfafenentzünbung, meifl mit Leberent—
verbunden u ſchwer zu unterfheiden, wirb | |
ER —e—
ten durch, in ihr vorhandene od. im
— eingeffemmte Galleufein
Ar l
e verau⸗
Aber — in — Tresen |
ge er nad au t werben m
—* ung in bie — ua fe den Tod bringt,
ung nach außen,
ni ieh zur Ballenblafenfikeil
wird, |. Fiſtel (Ehir.). ie Ballenblafeuwwaffer-
ydrops vesicae feilene). überm ner er Au⸗
5* einer, gewöhnlich mit ausgeſchwi ter
mp * rc. vermiſchten Galle in ber
fenblafe, in Ige bon ee En Onbung
⁊. u. nase er Berftopfung des Aus hrun
en ges eine oft enorme Anſchwe Lungber Sallenbife
ildend, fi bisweilen burch Schwappen in ber Ge⸗
gend der Gallenblaſe verrathend, bildet, wenn fie
aufbricht, Gallenfifteln, erheif t die — der
Gallenſteine, Enifernung der Entzündung, in ſelt⸗
nen“ Fällen die "Entleerung air ‚dem Troicar
(8 —5 od. einen CEinſchnitt.
allenblafenfchleim., f. u. Galle 2) d).
Galenseehen on 2) e) ua).
enbrechen rechen von gallehaltigem
Dageniuhalt. — ⸗
utegel, innerlich Calomel ꝛc. Bei
denen Gallenblaſenſteinen die Behandlung
Valeuilaſe "tie ——
Gallenbla hᷣde
Ga ——
—— ni u. Gallenblaſe; 28
Serial
hepe ——— * f
ingeweiber
Bu
ngen, u —
eben x n. un
5 bald als Begleiter u. Urſache auern
beiten en oft ben herrſcheuden Ares
Wake: ilben. Neigun 1
ber Spätfommer u. Herbit.
opfun
ſonderun ar F
—— Be (Bilis
En — 5———— ber ei
ina eiten bed Körpers neben
dem hleme u, der Galle, außen wc
lich in dem untern ——— ——
gi erlennen u, jaben die Milz ale ne
urbe biefe in vermebrter u. in
bereitet, fo erſchien fie ala krankhafte =
ke re
v o ieh man
Galle I Bine sorbanben fern n. baren
| dert werben, u. ſchrieb ihr al@ folcher bie
von mancherlei Krankheiten zu, 3. B.ber
u. nahm eine ſchwarzgallige Confituine
stitutio atrabilaria) u. feıen si
Febres atrabilares) an. In ber ß
v bie ſchwarze Galle als eine gie
bräuntiche, weinbefenjarbige, Taffeciy« RM
Gallenmaterie
rlich, oft aashaft riechende Fluſſig⸗
zu erkennen, welche bald aus entar⸗
yd. einem Gemiſch von dieſer u. an⸗
abgeſonderten Fluſſigkeiten des Ma⸗
nfanal®, beſonders aus ſchwarzem,
ute beſteht u. durch Erbrechen ob.
. beide zugleich auegeleert wird. In
ellt ſie namentlich, wenn dies in chro⸗
ufe geſchieht, die Schwarze Krank⸗
otrates cd. Meläna (Morbus niger
dar. 8 leidet dabei nicht blos die
n öfter Die Milz, auch andere Ver⸗
e. Zu ©. neigen ſich vorzüglich Men⸗
srifchem Temperament.
terte, fo v. w. Galleuſtoff.
wen, Yarven der Gallweſpen.
7, 1) (Meb.), ſ. Cholera; 2) (Thier⸗
ger Durchlauf mit Abgang flintender,
°, viel Unrube, Anbeutung fchmerz-
:, Auftreibung des Leibes zc., eine
Krankheit, der bei. Schafe in heißer
erworfen find. Veranlaſſung: ſchlech⸗
angel an reinem od. friihem Waſſer.
t Dagegen Kleienwafler, Waſſer mit
ollen ꝛc.
re, ſo v. w. Glylocholſäure, |. u. Gaulle
eim, |. u. Galle 2) d).
ade, fo v. w. Gallmücke.
n (Dal.), gelbbraune feine Farbe,
Aalgalle bereitet, getrodnet, dann in
oͤſt u gereinigt n. wieder eingetrocknet.
ne (®allenconcremente, Cholelithia-
je Soncremente in ber Gallenblafe,
Sallengängen, von der Größe einer
er eines Taubeneied, auch Heiner u.
bis zum Umfang eines Hühnereies,
oval, glatt u. ſag od. vieleckig, weiß,
aun, bunlelgrün, ſchwarz cd. gemifcht,
niſch, ftrahlenförmig, in ber Mitte
sere Kerne, geftreift od. blättrig, felten
nehrzählig verfommenb. Sie find meift
efterin, welches zumeilen ben Haupt
er G. ausmadıt; viele G. bilden Ge-
bolefterin u. einer Verbindung des
js mit Kalk, fogenannten Pigment-
nb die ſchwarzen od. grünen G., fie
andere Motification bes Pigmente,
tKaffu. wenig od. feinem Cholefterin;
n &., welche vorzugsweiſe ans koh⸗
phosphorfaurem Kalt befteben, nur
Yie Kerne ber G. befteben meift aus
igmentlalt. Manche fogenannte Ber
ntſchieden ©. find, enthalteneine eigen-
taflinifhe Säure, die Litbofellin-
ldet fechsfeitige, im Waffer unfösliche
lilzt bei 205° u. verwandelt fich, längere
: Temperatur erbitst, in eine amorpbe
‚ fie gibt die Pettenkoferſche Gallen-
ıt bie Formel: Cao Hass O7 + HO.
laſſen bisweilen wenige od. feine Be⸗
er jedoch durch Verftopfung ber Gal⸗
Temmung u. daraus entftebente Ent
ben, fo wie Anfammlung ber Galle
blaje, Auftreibung derſelben, Gallen-
icht, Verdauungsbeſchwerden, Gelb»
sen in der Gegend Der Gallenblaſe,
lung berfelben die Steine bisweilen
bie Gallerie 873
äußerlich gefühlt werben‘ Yinnen. Der Übertritt
der Steine in den Darmlanal u. Abgang burch den
Stuhl erhebt manchmal augenblidlich Die Zufälle.
Diefe Gallenfteinkrankbeit betrifft vorzilglih das
mittlere u. höhere Yebensalter, mehr fette, lippig
lebenbe, viel figende, an Gicht, Hämogrhoiden, Ver⸗
ftopfung leidende Perfonen , mehr Brauen al
Männer. Sie kann lange Zeit ohne Gefahr u. ſelbſt
ohne bemerkt zu werben befteben, u. eigentfich erft
bann treten "Symptome ein, wenn bie ©. in zu
proben Menge fih anfammelı ob. den Gallenaus⸗
ührungsgang verftopfen, wodurch es zu chroni»
ſcher Entzündung der Gallenblafe, Gelbſucht, Gal⸗
leublaſenwaſſerſucht, Verknöcherung der Gallen-
biafe, Abſceß u. Ergiegung des Eiters in den Un⸗
terleib mit tödtlihenn Ausgang ob. nach außen
(Sallenfiftel) kommen fan. Gegen bie fogenann-
ten Sallenfteinfymptonte find viele Mittel, bef.
anflöſende, allalinijche u falinifche, ganz vorzüglich
aber Zerpentindt mit Schmefelätber (das Duran-
de’fche Dlittel) empfohlen worden. Warme flber-
Ihläge, Väter u. Kipftiere, fowie Opium, thun
gegen die Gallenſteinbeſchwerden die beften Dienfte;
brigens ift noch leichte Diät, reichliches Bulle‘
trinten u. gehörige Körperbemegung zu empfehlen.
Bon Mineralbädern ftebt vorzüglich Karlabad in
Ruf. Auch bei den Pferden, ven Rindvieh ꝛc.
tommen bäufig, nıeift runde, bräunliche, röthliche,
gebliche Salleufteine vor.
Gallenfteinfett (Batenwase) ı. Gallenftein-
fänre, fo v. w. Choleſterin u. Cholefterinfäure.
— „ſ. u. Galle 2).
Sallenſucht, fo v. w. Gallſucht.
Sallenwefpe, fo v w. Gallweſpe.
Sallenwürmer, ſo v. w. Gallengangewürmer.
Gallenzuder, fo v. w. Bilin, f. u. Galle 2).
Galledne (Schifiew.), 1) fo v. mw. Gateaffe;
2) jo v. w. Galione 2).
@oalleote, jo v. w. Galiote.
Galler (Bäler), ein altes adeliges Geſchlecht,
tatholiiher Konfeifion, in Steyermarl, Kärn⸗
ten u. Krain, welches 1607 u. 1611 vom Ey
berzog Ferdi von Ufterreih in ben frei«
ern» u. 1680 vom Kaiſer Leopold I. in ben
eihsgrafenftand erhoben wurde. Das ältefte
Glied der Yamilie, welches vorlommt, iſt Werner
von G., welcher 1141 erfter Propft im Domflifte
Sedau war u. 1190 flarb. Die G. theilen fid
jetzt in zwei Linien: I. Linie, beren Chef if: 1)
Graf Leopold Erhardt, Sohn bes 1792 ver-
ftorbenen Grafen Klemens Auguft, geb. 16. Aug.
1792, iR 8. k. Rittmeifter u. vermäblt mit There
Eliſabeth, geb. Prabitſch; fein ältefter Sohn Gte-
an, geb. 27. Juli 1833, if f. k. Lieutenant;
.Linie, beren Chef ift:2) GrafarlLeopold,
Sohn des am 13. Oct. 1818 verftorbenen Grafen
Franz Karl, geb. 13. Dec. 1807 in Grat; er ift
unvermäblt u. hat auch feinen Bruder.
Galleria (G. Fahr.), Schmetterlingegattung
aus ber Kamilie ber Schaben, mit großen Kiefer⸗
taften,, unter den Schuppen tes Kopfſchildes ver»
ftedt, Fippentafter kürzer als der Kopf, ritdmärts
gebogen, Fühler kaum von Körperlänge. Die Rau
pen wohnen in bebedten Gängen ((saleria) ber
Bienen- u. Hummelzellen; Art: Honig od. Wachs⸗
ſchabe ((r. cerella), ſ. d.
Gallerie, 1) ein im oberen Geſchoß eines Ge⸗
bäubes an ber Längenjeite deffelben hinlaufender
27%
ſchmaler Gang, welcher nach Außen mit einer Brü⸗
Aung verfehen, fonft aber offen ift. 2) Zimmereine®
Gebäudes, welche bebeutend länger als breit find n.
vorzugsweiſe zur Aufftellung von Kunftgegenftän-
den bieuen; auch eine Reihe von Zimmern, zu einem
ähnlichen Zwecke eingerichtet; vgl. Bildergallerie.
3) Im innerfi Ausbau von Theatern Die amphi⸗
tbeatralifch angelegten oberen Zujchauerräume im
Gegeniak zum Parterre u. Parquet (erfte, zweite,
dritte G.), Doch verſteht man unter ©. auch wohl
nur die der Dede des Zuſchauerraums zunächft be-
fiudliche G., welche fiir die geringere Klafle bes
Volkes beftinmt ift; 4) fo v. w. Emporlirche; 5)
in Feftungen langer. ſchmale, meift bedeckte Gänge,
um gebedt nach Außenwerlen gelangen zu lönnen.
Meift find fie zugleich zur Bertheibigung des Gra⸗
bens beftinnt, deshalb 5—6 5. im Fichten weit,
7—8 F. bed mit Schußipalten verſehen; 6) jo v.
w. Diinengang, f. u. Mine; 7) auf großen Schif- |
fen won mehr ald 50 Kanonen der4—5 Fuß breite
offene Gang außerhalb des Hintertheils, ber zu bei«
den Seiten an die, mit ihr in gleicher Höhe liegen
den Seitengallerien ſiößt; unter ihm befinden ſich bie
Abtritte für die Cifiziere, zu benen Thüren aus
ber. untern Kajikte führen. Bei ben Dänen u. bei
den Engländern ift die obere G. nicht mehr vor⸗
handen, fondern Las Hintertheil iR völlig rund
u. gleich den übrigen Theilen des Borbe, mit
Stüdpforten verjeben. 8) Hinter- od. Adhter-
G., der am Hed der Schiffe veripringende Bal⸗
con. Dreiteder haben deren auch zwei; falfche G.
wenn tiefe nur in gallerieartigen Verzierungen bes
Mr wie auf den meiften großen Kauffahrern u.
elbft auf Fregatten; 9) (Hüttenw.), langgeftred-
ter Zug an Hütten⸗ u. Laboratoriendfen ; baber
@allerieofen, jo v. w. Galeereuofen.
®allertalgen (Nortochinea), 25. Familie in
Reichenbachs Bflanzenipitent.
Gallerte (Gelatina), jeder Durchfichtige Saft,
welcher beim Erkalten zu eimer zitternden Maſſe
erinnt; fo Säfte od. Vene fchleimiger u. faurer
rüchte ©. von Fobannisbeeren, Himbeeren (G.
ribesiorum, G. rubi idaei), dipdurch Cinbiden
u. Zuſatz von einem Theil Zucker auf zwei Theile
Srüchte Die gehörige Conſiſtenz erhalten haben ; ſehr
eoncentrirter Abſud von Isländiſchem Moos, durch
Zuſatz ven Süßholz od. Zucker wohlſchmeckender
gemacht (G. lichenis islandiei), fo auch von Ca⸗
raghaen; Hirſchhorngallerte (G. cornucervi), 4
Pfund gerafpelies Hirſchhorn wird mit 6 Pfund
Waſſer lange gekocht, bis eine herausgenommene
Probe beim Erkalten gerinnt, u mit Citronenſaft,
Manteliyrup, Zuder ob Gemürzen verfebt, ale
jebr nährendes Mittel in Gebrauch; G. von Fleifch,
vgl. Bouillontafeln; Thierifche &., ſ. Yeim.
Gallertflechten (Collemaceae), 22. Familie
tn Reichenbachs Pflanzenſyſtem.
Gallertkrebs, ein im mindern Grabe bögarti- |
* gefräßernes Aftergebilde, wie Gallerte durch⸗
(Tremella Nostoc), ſ. No-
Mais, Weizen, Hafer, Rindvied, SteinleF.
cheinend, ſchheinbar ftructurlos u. vom Organismus
getrennt, ſich im warmen Waſſer löſend; kommt in
Weichtheilen u. au Knochen vor.
Gallertſäure, fo v. w. Bettin.
Gallertſchwamm
VGallertalgen bis allla.:.
GSallerythebnſäure (Blaugalluſã
entſteht bei ber Einwirkung ven zweijeh loble
ren Kalk auf Gallusſäure; fie ſcheint and gl
zu werben, weun bie Nieberichläge, mede U
moniaf mit einer Löſung von Chlorcalcıem, h
barium od. Chlorftrontium u. Gallusfänre zitı
der Luft in Berührung fommen. Die 6, Ai
in Waſſer mit rother Karbe auf, ihre Berkite
gen mit Bajen find blau gefärbt.
Galleta⸗Carne, jo v. w. Fleilbzmiehd in
Galletti, Johann Georg Auguf, gi M
Aug. 1750 in Altenburg, wohin ſich ie Ans
(jein Bater war als Hofjänger bei ter Ip
ftellt) bei einem Landtag begeben hatten; aut
1772 Colleborstor u. 1753 Rrofeſſot cu Aue
ſium zu Gotha, legte 1519 feine Stellentrufk
März 1828; er ſchr.: Geſchichte u. Pa
Herpgthume Geiba, 1779—$1, 41 Be:
Thüringens, «bb, 1782—85, 6 Vde
von Deutfchland, Halle 1757— 6, 10 &
ber großen Halleſchen Weltgeihich, WR
bes Dreißiigjäbrigen Kriegs, ebd 1:91 IR
Geographiſches Tajchenworterbud, & MI
Aufl, Beth 15821; Allgem. Weltkunde, dt Wi,
9. Aufl. ven Cannabich u. H. Ram
Lehrbuch der deutſcheu Staatengeihuhte,
1757, 2. Aufl. 1807; Lehrbuch der
Staatengeichichte, ebd. 1733, 4. 8.1515; Bi
Weltgeihichte, Gotha 1787 — 1919, u
1—12 n. Aufl.); Geſchichte von Span ie
tugal, Erf. 1809—10, 3 Bbe.; &
beihreibung 2c., Berl. 1525—26, 3 Dt; 23
Lehrbücher der Geichichte u. Geogrape. -
Gallſiord, Meerbufen an ber Küpe watab
holmslän (Schweben).
Gallglas, Glasſcheiben in der Mitte mt’
len Erhöhungen, bei. zu Laternen gebräudi.
Gallhuminſäure (Dielangaliutii
Metagallusfäure), Cı2 Hs Os +HU9
Reh beim Erhitzen der Gallus» n. ter Oil
auf 250° od. durch Erhiden Der Porogalute
bilket eine glänzend ſchwarze, amıerpbe, ga"
geſchmagloſe Maſſe, it uniẽslich in Korn
bol u. Ather, löslich in Alkalien, Säuren
aus dieſen Löſungen in ſchwarzen, ges
Flocken.
Galli, 1) (a. Geogr.), der rẽmiſche Rama
Bewohner des jetzigen Frankreichs if. d. u. duß
2) (Aut.), sach den Fluſſe Gallos in Di
(deffen Waſſer man für begeifternd pic: 223
phrygiſche Priefter der Kybele, bie an tea
unter geräuſchvoller Muſik umherzogen, in SM
faftiichen Geſängen (Galllambi) ihre Mynerue
fünbeten ı. ſich auftas Ausichweifertite ta39
Sie hatten einen (in Beziehung auf Ans |: #
manuten Borfteher (Archigallus) u. car
von Almoſen; nad Andern mußten ale v.@
mannt jein.
Galli, Ferdinand, ſ. Bibbiena ?..
Gallia, I) (a. Geogr.),i. Gallien; D:2. 08
Grafihaftim Staate bio (Nerdamait‘, 27
im O. Durch ben -Chie-Kiver vem Zr?
getreunt, von den Racoon u. Eynımasulit
flofien; Beben Hügelig u. fruchtdat: Fat
ftoc u. Zitierpilz.
Eallertthiere, io v. w. Gedärmethiere. |
fen; 1790 von Franzoſen celenijtsi BF
Sauerica (Gi. Geugr.), |. Galeruca. u
Name), 1850: 17,063 Ew.; Hauptei: &#
Galliambiſcher Werd bis Gullennifche Kirche
(cher Werd, aus einem volltänbigen |
Anakreontiſchen Verſe zufammenge-
us —
— N u ⏑—— — — us —
az gebraucht wurde, ſah man mehr
hat er folgende Form:
wi |
.—.| — — .——.——,
einer trochäiichen Dipobie in Der vor⸗
ſ. Gaillard.
Marktflecken in der ſardiniſchen Pro⸗
Seidenſpinnerei, Bauuwollweberei,
50 Ew.
lliſche Fußbelleidung, hölzerne Sohle,
ait Oberleder.
che Kirche, Name der Katholiſchen
iklreich, zur Bezeichnung ihrer frühe⸗
g u. ihrer eigentbiimlichen Rechte.
älteften Zeit au bis zu Lud—
Ye Gründung chriitlicher Gemeinden
ng jedenfalls von Kleinafien aus u.
die Hanteleverbintungen der Hein»
ibte mit der beriihmten Handelsſtadt
yon) veranlaft. Bereits in ber zwei⸗
2. Jahrh. gab es bier u. in Vienne
tengemeinden, mwäbrend anbermärts
aus verihiebenen Elementen ber
Römtiden Viythologie zulammenge-
ube dem Chriſtenthum fräftig wiber-
bfenbung ven fieben römiichen Miſ⸗
Gallien im 3. Jahrh. u. Die Grin.
meinten in fieben Städten, wo fie
en (farunter Dienpfius, ber erfie
wis, u. Saturninus, Etifter der Ge⸗
ulouſe), ift geſchichtlich nicht ficher
ıgegen trat nah 177 Irenäus ale
ES pite ber Gemeinte in Lyon, u. das
fand von bier aus den Weg nach
ie nah Spanien. In ber Verfol-
elten die Chriſten in Gallien bef.
Sonftantiu® Chlorus, welder ihnen
ye gewährte, zugleich machte fich aber
riftliche Richtung, die Irenäus ben
enüber zu vertreten wußte, mehr u.
Gemeinten geltend. Auch an ben
Streitigfeiten Des 5. u. #. Jahrh.
de in Sallien lebhaften Antheil, u.
in Orange (Arauflo) u. Valence
für bie von bem Biſchof Cäſarius
geftellten Lehrſätze, die fich für den
finiamms ausſprachen, jeboch bie
siehre mit ihren Ausmüchjen verwar⸗
wußte fich bie Kirche in einer gewiſ⸗
jleit u. Unabbängigfeit zu erbalten;
en handelte jhon 362 eine Synode
batte eine eigne Yiturgie ı. Metro»
ng, die Synoden wurden im vollen
Der Könige, weldhe ten Synobalbe-
enehmigung zu ertheilen hatten, ge-
nd keine engere Verbindung mit bem
ch ftatt, indem man benjelben nur
en Streitigleiten der Biſchöſe unter
Schied srichter in Anſpruch nahm.
8 hierbei nicht an Differenzen zwi⸗
at u. ber Kirche, inbem jener bie
|“
alle, als auf die übrigen Verhältniſſe;
875
Immnnitäten, namentlich In Being auf bie Ge⸗
richtsbarkeit u. bie Kirchengüter, zu beichräufen, u.
dieſe ihre Privilegien zu wahren u. zu ſichern ſuchte.
Ganz anders aber wurbe das Verhältniß der G. 8;
zu Dem Römiſchen Stuhl zur EN der Karolinger,
u. es trat biefelbe in eine bei Weiten größere Ab⸗
hängigkeit, als früher. Hierzu wirkte unter andern
der Umftand, Daß man bie Verbindung, in melde
der Papft beionbers durch Bonifacius mit ber
Deutichen Kirche gelommen war, auch auf tie älte⸗
ven fränkiichen Kirchen Überzutragen fuchte, daß
die Biſchöfe in Soiffens, Yyon, Tours u. ander⸗
: wärts mit Rom um fo lieber in Verkehr traten,
je mebr fie faben, mie dadurch das Anichen ber
Kirche u. der Geiſtlichkeit unter dem Rolle wuchs,
u. daß Bonifacius ſelbſt 742 nach Gallien als Le⸗
gat geſendet wurde, um hier dieſelbe Kirchenord⸗
nung wie in Deutſchland zu begründen, was er
auch auf den Synoden in Yeftines (Synodus Lip-
tinensis) u. Soiffons zu Stande bradıte. Bier»
durch wurbe nicht nur eine genaue Verbiubung mit
Kom bewirkt, bei welcher Bıpin ſehr bald dem Papft
Zacharias Tragen über firchliche Kinrichtungen vor⸗
legte, ſondern Bonifacius ſetzte es auch durch, Daß
mehrere galliſche Erzbiſchöfe die nämliche Unterwer⸗
fungsacte wie in Deutſchland unterzeichneten u. bie
neuen Metropoliten ihr Ballium von Rom erba⸗
ten. Wie nun zu biefer Abhängigkeit Die gegenfei-
tigen Dienfte, die fih tie Päpfte u, Die Karolinger,
bef. in ber fränkiſchen Revolution unter Pipin u.
bei der Übergabe des Exarchats, leifteten, nicht
wenig beitrugen, jo fam bei. durch die Pfeudoi⸗
fiortichen Decretalen bie päpftiiche Gewalt im
Fraulreich deshalb auf eine ſehr hole Stufe, weil
fie hier unter ſchwachen Königen durch die Macht
der Vaſallen u. durch tie Vermehrung ber päpſtli⸗
chen Orden vorzugsweiſe getragen wurde, u. es
wurde umſichtigen Päpſten, wie Nikolaus J., Ha⸗
drian II. u. ſpäter Gregor VII. nicht ſchwer, für
ihren Supremat daraus erhebliche Vortheile zu zie⸗
ben, obſchon bie Könige Collatoren u. Lehnsherren
ber Biſchöſe blieben u. erft jpäter unter ten Cape⸗
tingern bein Bapfte das Beftärigungsrecht derſelben
überließen. Allein ver Stolz römiicher Yegaten, bie
Dienge des nach Rom gebenben Geldes u. bie
päpftliche Aumaßung gegen bie Koönige öffnete die⸗
jen u. dem Clerus ber Nation die Augen, 1.
biefer benutzte bie Beſchräukung ter päpftlichen
Gewalt, um Freiheiten file die ©. K. zu gewin⸗
nen. Im dieſem Sinne wurde im März 1268
die Bragmatifhe Sanction Ludwige IA.
erlafien, weiches ten Prälaten u. Collatoren ihre
alten Gerechtſame u. den Kapiteln das Wahl⸗
recht wiedergab, tie Einrichtung ter Abgabe an Die
Römiſche Curie von der Unterſuchung ihrer Dring⸗
lichleit u. ber Zuftimmung ſowohl des Königs al®
bed Nationalclerus abhängig machte u. uirgejegliche,
jremte Ginmifhung in Die Atıgelegenbeiten ber
Nationallirhe nachdrücllich abwies. Gleihmohl
feblte es nicht am heftigen Streitigkeiten, Lei. zwi⸗
ſchen dem Bapft Bonifacius VIII u. König Philipp
dem Schönen, welcher deu päpftlichen Ausſpruch in
feinem Streite mit König Ednard I. von England
nicht nur nicht vollzog, fentern fegar den päpftlichen
Legaten verhaftete, gegen die weiteren Schritte des
Bapftes die drei Stänte feines Reichs zujammenrief
n. ben Letzteren ſelbſt 1303 gefangen nahm. &o
wurde die Bragmatiiche Sanction vielfach verletzt,
38
bei vem Shine, aumentſich uufiden
— ——
— in Bour⸗
om 8: ' Ge ket das
den Anfall 8 Mn
t ben Anfa * Ds
£ubwig XII. das von
in Kraft zu erhalten; aber in ben wich
erloſch fie du —
3 I, 1616 in® a mit X..
f. Concordat I. D). Kur die 8
* En & g ber. im"
en — Bean Kae = |:
——— 2e wi rbie |
unter den Geifilihen au | förbern ſuchten. Hierher
gehört bei. ber Biſchdf Chrodegang von Met im
8. Zahrh. der das jegenannte canonifche Leben ber
Brebige u. den
en
gefang nee er
wirten. EM gelang es erſt durch zwei Sänger
— u. —* bit u — 4
= Gallien fendete, u. durch bie * nien in
Mes u. Soiflone, den fränkiſch- galliſchen Kirchen⸗
gelene zu verbrängen u. ben römiſch —— |
an befien Stelle zu ſetzen. Übrigens re
fich auch unter dem Volle Stimmen gegen bie bi *
archiſchen Übergriffe, 3. B. Peter be Bruys 1104
in Südfrankreich, ber gegen Kinbertaufe,
Cdlibat predigte, fein Aller Heinrich 1116, der
Die Verderbniß unter dem geiftlichen Stande ans
— * ic A: — — Waldeuſer a
er ‚ die en Satungen gegenüber au
die yes Schrift beriefen. er
Bon Ludwig XIV, biszur Reſtau⸗
ration 1814. Die wiſſenſchaftlichen Beftrebungen
umter Lubwig XIV. u. Nichelieu, namentlich hie
hiſtoriſchen Forichungen.. der Benuedietiner, bes
ori MET LE MAaniſc eee
lich die Entſcheid dben Re
Po
——— fo wie De det
ichen Altertbums, fo mie
nabme an ben Kämpfen mit ber rg
ten das Intereſſe an den U ungen Über ie
Fre ber Gen K. immer mehr an. ei
durfte es nur bes re ic melden *
wig XIV. 1673 auf alle ———
mer ausgedehnte Regale (das h
bes Könige, bie Einfünfte Kerle TE
ihrer Erlebigung zu —— er
Pamiers u. Alet zur Hspellati
ber heftigen Oppofltion bes 34 Hr
dehnung, um bem zu yeigen, |
Saden, worin das Ads ihm m *
Ve ee ber Seal ni
nige inſchrãn
— 1682 bie won Ludwig XIV.
ertwirfte Declaration bes from
Clerus (Deelarationes cleri galliew)
— —— u Stande, welche bie frabe
Kirche in 4 ——— ausfpridt: Ay
ſten ſiud in en tine
änberlich (irreformabile), wenn bie f **
beiſtimmt. Dieſe Artilel wurden won dea
behoörden feierfich angenommen (u. mäflen mt
nem bis jetzt wicht aufgebobenen Königin ©
auf allen Univerfitäten u. Priefterjeminarin
werben). Zwar wurden fie zur
Papfles, welcher fie in Rom vom Hauke
en lieh, in Schreiben ar benfelben Sr
ten u. Dem Könige für unfräftig erflä
Widerruf nie unter bie Reichs⸗ —
aufgenommen, daher jene Artilel jeibfl alt
Kirchengeſetze gültig blieben. Dagegen heh
bie Staatsgewalt zur Unterbrüdnng aller
riſchen verſuche gebramcen ; wie im 14. er
er | die Dominicanerm. Franciscaner betrieben
betrieben es jetst bie Jeſuiten u. Kapuzimet.
gelang es nicht mit bem Janſeniemus (| d), r
biejer an den gallicaniichen Parlamenten cum
fand, aber befto erfolgreicher war dad Ec
gen die Proteftanten, gegen melde fir 1699 W°
bebung des Ediets won Nantes, meldes tod
Erſcheinen 1599 u. durch jeine Neuerung“
| 1615, 1643 ben Hugenotten Religionefraihet
tet batte, erwirkten, wodurch dieſe für unfihe ei
wirrden, eine Corporation in Frautreich je
Während im 17: Yabrbuntert
Gelehrte, 3. B. Betavius, Petrus de Dirt, gä
billon, Richard Simon, Fenelon, Befue et "
ber Gen K. die Willenkhaft fürderkn, ee
Jahrh. tie Gelebrjumteit n.
n. bas Anſehen der Kirche immer **
wurde von bein Vertretern des A *
terialismus mutergr ben, fo Se
ſchurterte Geträube in der Revolaen 1M
yufamınen Räte. Die jäprlicgen Enitse Vf
Gallicaniſche Kirche
Lloſtergeiſtlichleit wurben vor ber
WRIN. Franc, Darunter 130 Mill.
hum der Kirche( 31, Des gefammten),
t gab fie an den König, außer dem
eingeführten geringer Zehnten,
von 18 Mill. auf 5 zu 5 Jahre
es Darlehn. Alle dieſe n. die zur
Schulden nöthigen Abgabeı ber
gen jährlich 11 Mill. Franes, wo⸗
außer ben Steuern der auslindi-
‚3! Mill. erbielt. Die Rational-
welcher der fchlecht beiolbete niebere
ch an ben britten Stand, der hohe
ben hoben Adel anſchloß, fchaffte
n für die Seiftlihen ab, erflärte
fir Nationalgüter, jeßte 1790 die⸗
ide Adminiftration, beſchloß ihren
Rejeltung der Geiftlicen aus den
einem Minimum von 1200 Livres
rten, bobalfe Abgaben nah Rom u.
den, mit Ausichin der klöſterlichen
errichteanftalten, auf, verpflichtete
zum Eibe (Geſchworue Geiſtliche,
‚es sermentes) auf Die neue Cou⸗
e, ba viele Prieſter biefen Eid ver-
ı insermentda ot. refrnctairer),
ng, Haft u. Todesftrafe. Unter
zierung 1793—95 wurde Die Kar
m allen ihren Gegnern, von Pro⸗
iſten u. Tbeiften, * angefeindet,
daturaliſten das Chriſtenthum u.
n abſchafften, indem fie nur den
ınft, ven einer feilen Dirne reprä-
‚I. Frankreich Geſch.) VIII. A).
r Wendepunkt; fchon am 7. Mai
Decret des Nationalconvents den
wieder ein, u. in ber am 22. Aug.
VII. ertaffenen Bulle Auctorem
Wietereinfübrung des mittelal»
Vlaubens mit Anwenbung aller
Die Mehrzahl wendete fi dem
der zu; eine Meine Anzahl edler
eligidje Berbättuiffe mit den neuen
en Yebens in Einklang bringen
1796 ten non der Öffentlichen Mei⸗
behandelten Berein ber Theophil⸗
seeitigten Biſchöfe hielten 1797 in
snalfynote zur Ausfdbnung mit
n ansgemwanderten Bilchöfen, doch
Brieftereib trennte bie Kirche
t ber erilirten. Indeſſen batte
der Staatsgewalt bemächtigt,
mals fruchtlofen Synode (29.
ß er am 10. Septenber 1801 ein
‚ncorbat I. FE) mit dem Bapfte,
Berfafjung der Kirche wieder her⸗
ım 4. Octbr. wurden bie öffentli-
ıgen der Theophbilantbropen auf
18 gejchlofjen. Damit verband Bo⸗
yril 1802 Organifhe Artikel,
gallicanifchen Grundſätze ſyſte⸗
aatsgeſetz erhoben. Sie machten
1. Vollziehung päpftlicher Verord⸗
t, die Kraft der Concilienſchlüſſe,
er Legaten u. die Abhaltung von
he von der Genehmigung der Re⸗
u. ſchafften die alten Privilegien
wie die Zahlungen für geiſtliche
877
Amtsverrichtungen, ab, fiellten bie Kirchenpolizei u.
ſelbſt Die Geiſtlichen als Staatsblirger unter ben
©taatsrath, gaben ben Erzbiſchöfeun Difciplinar-
juriediction Über die Bifchöfe, unterwarfen dieſe ber
Prüfung von Examinatoren, welche bie Regierung
ernannte, n. bie Cinrichtung ihrer Seminarien dem
Urtbeil des Regenten, bejablen, bie vier Artikel
(f. 0b.) in denſelben zn lehren, ſchloſſen Ausländer
vom Clerus aus, verboten bie Trauung vor ber
Civilſchließung der Chen, welche ber Civilgerichts⸗
barkeit unterworfen blieben, ſprachen dem Klerus
die Führung der Civilftanderegifter (Über bie Ge⸗
burten, Ehen, Todesfälle) ab u. fetten die Beſol⸗
dungen der Erzbijchöfe auf 15,000°, der Biſchöfe
auf 10,000, der Pfarrer auf 1500 u 1000 France,
außer ten Accidenzien feft. Frankreich erbielt nur
10 Erzbisthümer u. 50 Bisthümer n. fiir jeden
Friedensgerichtsbezirk 1 Pfarrer nebft Hülfspries
ftern. Obichon ein Theil ber Geiftlichleit u. bes
Volkes mit diefem Eoncorkat, deſſen Einführung
am zmeiten Ofterfeiertag 1502 gefeiert wurde, zu⸗
frieden mar, fo zeigte ed doch ter höhere Klerus
demſelben abgeneigt u. proteflirte 1303 gegen meh⸗
rere Bunte Ber Organifchen Artitel, namentlich ge⸗
gen bie Einmiſchung der Regierung in geiftliche & ⸗
gelegenheiten, die Ebeſachen, das Lehren der vier Ar⸗
tilel u. das Verbot der Mönchsorden, freilich erfolg⸗
los. Auch der Papſt Pius VII., Der 1804 den Kai⸗
jer geſalbt batte, klagte über Verlegung des Cano-
niſchen Rechts turch bei Code Napoleon ı. ſchlu
ſich auf die Seite ber kailerlichen Gegner, worau
die Belegung des Kirchenftaats 1808 u. tie Ge-
fangennehinung des Papſtes 1809 erfolgte. In
Folge dieſer Gemalttbätigleiten bildete fich eine
ſireng papiftiiche Secte in frankreich, die Kleine
Kirche, auch Reine Katholilen genannt, Die beim-
lihen Cultus bielt u. mit den Jeſniten conipirirte,
jedoch ohne große Bedeutung zu gewinnen. Indeß
weigerte ſich ber gefangene Papft, hie von Napo⸗
leon ernannten Biſchöfe canoniſch einzulegen u.
andere Acte ber püpftlichen Autorität für Frank⸗
reich zu vollzieben u. dies nöthigte den Kaifer
zu Berathungen mit ber &eiftlichleit, weiche zwar
18509 — 11 durch Ausſchüſſe u. auf dem, im Au⸗
uft 1811 in Baris gehaltenen Nationalconcil
ür die Bevollmächtigung ber Erzbijchöfe, Die Biſchöfe,
falle der Papſt es wermeigerte, ſelbſt einzufeten,
in: alten Gallicaniſchen Kirchenrecht Gründe fand,
aber doch die Zuftinnmung bes Bapftes für nöthig
erflärte. Pius gab fie Durch ein Breve von Savona
den 20. Sept. 1811, ja er fchloß, Durch tie Umftänbe
ebrungen, ben 25. Ian. 1813 ein Concordatin
Kontainebleau (f. Concorbat I. FE) mit Napo-
leon ab, das fie ohne Vorbehalt n. andere noch unan⸗
enehmere Stipulationen beftätigten, erllärte es aber,
Pobat er 1814 wieber iu Rom war, für ungültig.
II. Bon der Reftauration 1814 bis auf
bie neuefte Zeit. Nach ber Reftauration famen
bie ausgewanderten Bifchöfe wieder in ihre Site
zurüd, u. die Bourbons fuchten in jeber Weife den
päpftlicden Wünjchen zu entipredhen. Das am
11. Juni 1817 zu Rom abgeſchloſſene Concordal
beflelben mit Ludwig XVIII. ftellte bad von 1516
wieder ber, hob das von 1801 auf u. verhieß ber
Kirche Dotation in Grundeigenthum u. Renten, blieb
aber wegen des Widerſpruchs der Kammern ohne
Geſetzkraft (f. Eoncorbat I. x). Nur die Zahl der
Bisthlimer für Has auf feine alten Grenzen be-
en : D ( 2%
Bulle erbieit bie ini
————— Formel: bie Clauſeln m
nen zu, en, welche sit ber Charte.
pen iten bes Reichs 11. der G⸗n 8. im Wider⸗
ſtehen. Allein-ber ae neigte fich unmer
mebr ben hierarchiſchen T wie die
Unfehfbarteit der. Kirche = M
natß, be Maiftre u. ar mit großer Lebhaftigleit ver⸗
t mwurbe, fo arbeiteten bie Co
b.): ale geheime Berbinbungen von Geiftlichen n
Beltieuten, an bem Umfturz ber in ber Revolution
a Bollsrechteu.ber gallicanifchen
zu faustifiren. Die Kolge davon war, daß ſich
manche bem T Deiemus u.) aturafiemns, andere ber
u andere einer gänzlichen Regeitexar
zumeigten. Zu Letzteren ge — — St. Simon u.
rg ic Ihre Hoffnungen waren um fp
weniger himären, ba bie rirten Bourbous
mit der. Eongregation u. ben Sefniten een
liche Sache machten, u. der größte Theil ber
ber Dynaftie nicht geneigt war u. dadurch ge ber
Hierarchie abhold wurde. Die Zahl der Theilneh⸗
mer an ben, gegen jene Reaction wirkenden u. ſtre⸗
benden geheimen Geſellſchaften wucho immer mehr.
In dem offenen Kampfe zwilhen St. Simon u.
2amennais, ber fich jeit 1826 entipann, fprach fich
ſchon — bes franzöfilhen Epiſtopato, an dem
Bekenutniß ber Gen haltend; gegen Lamen-
nais aus; 1827 wurbe der Zefultisruns vom Gra⸗
fen Montlofier angeklagt, u. 1828 nıußten bie Je⸗
fuiten u. bie von ihnen geleiteten Seminarien Preis
gegeben werben; |. u. Kongregation 4). 1829 trat
&t. Simon mit feiner Idee, eine Univerfalreligion
zu ftiften, deutlicher heroor, wogegen bie Reactions⸗
partei die Wirkſamkeit der Journale u. der Kanı-
mern zn bemmen fuchte. Neben St. Simon traten
1829 noch andere antikirchliche Richtungen auf,
3 3. bie Aufforderung bes ka —*
‚eines Swedenborgianers, einen einfachen natioug-
Iem, erhabenen Cultus zu gründen; die Geſellſchaft
Uni deo, welche alle franzöfifchen Gottgläubige zu
einer Tichlihen Bereinigung verſammeln wollte,
‚welche die religiöfen Menfchenrechte fichern u. bie
allgemeinen Religionselemente anerlennen ſollten;
auch die Templer (f. d.) ſuchten fich AU emeinbeit
zu —— mit en bem deutſchen Kationalie-
6 Ähnlichen Glaubensanfihten. Mittlerweile
uote bie Regierung, foweit e8 ben Kammern ger
genüber möglich war, bie Intereffen des Clerus u.
der Kirche zu förbern, u. das Sacrilegiumsgeſetz
1825, das jede Verletzung der Staatskirche mit
ben börteften Kirchenftrafen bebrohete, war ein be
bentenber Gieg ber Kirche.
Allein bie Julirevoiution 1830 machte biefer Rich-
tung ein Ende, bie Jeſuiten u. Trappiften mußten flie-
— erzbiſchöfliche Palaſt u. mehrere Kirchen wur⸗
pi eftürmt u. neben ber Verkürzung ber Einkinjte
Des höhersn Clerus verlor bie Katholiſche Kirche das
Recht der Stantsreligion. Dieſe Zeit benutzte aber
auch ber kirchliche Liberalismus. Wie Lamennais frü⸗
ber die Verbindung des abſoluten Königthume mit
Umſtand, daß * Auzon u. der für die
Auzous bielt
Papftes ın. jedes Kirchenoberhauptes, fie KIM —
gi
un * —— —* 1533) bi de
Demofratie mit dem um x. dv *
in — en —— — bes Abriet
u. die ——
gellagt —* FE u. —
rung des Königs a ae
bas — bes Abbe Chatel, win
4
ni
=
"ar " N
Keen magte. Dur —— Fe
ſich en a rieſter zu ( -
u. Bladhe der )
— in den —
angel
bie ee nung, a. er
mehrte v Anhang, ie ni
— ſſen ſich —* Der
Reformator Chatel in *— An
2 Im 1831. Dies jchabete ibın ke
Kirche jehr ae rieſter —— ea 7
trennt hatten. Blachere war ſchon frühe
miſchen —5* übergetreten, Auzou bci
jest blos auf eine Reſorm —
chie; zwar wurde zu Ende 1832 cine Annan
verfu t, aber auf einer Synede bei I
fatboliiheu Klerus 5. Decvr. 1532 mu
zum Bildof-Primas — —* x
Chatel u. Auzou noch mehr. J
N in ber ſie ſich —
Neue Parteien, Die aus Chatele Kirche
gen, waren bie des 1835 ausgefiohenen Fr
jeune, ber jedoch bald megen Gaunerelen
geſetzt wurde; bie des Prieflers Pillet, Di
in Veecq eine Eglise unitaire et reform
eröfjnete, aber. da er bie von dem Prüfe
gelte Kirche erbrochen hatte, zur Gefi
verurtbeilt u, feine Gemeinde auhgelöft num
die vom Abbe Merigot u, Abbe Blume 153 *
Eglise constitutionelle de France
Allmahlig erlaltete die Theilnabmt an Thal,
feinen Anſichten ſehr ſchwanlend u. außen
obne Eitelkeit war, u. im Nov. 1842 nahm
Sache durch polizeilide Schließung mon»
ger Vorträge u. mit ber — —
löniglichen Poſtamt ein raſches *
— an den urjprünglichen Pe
der neuen Kirche, fie belämpfte die Autor er
Glaubensjumbole ber alten Kirche, emr
aud ben Cöolibat der Priefter, bat adırlı
Faften, Ercemmunication, Eenjuren,
ber Abfolution u. bes Begräbnifies, ©
u, Emwigleit der Höllenftrafe (nal. Auen, f
sion de foi, 1833, u, B&ponse de | lie Aut
alse aux attaques de l’Eglise von, I
Ir Sıb mar in Clichy; Auzou werjaßtt he
fie einen Katechismus u. eine Agende I
auch dieſe Gemeinde, bie von der Kirdr, M
Staat mande Verfolgung zu erleiden dar, 10
ed zu feiner Bedeutung brimgen, Nah SW
.-
55. Gaallecanifche Kirche
idwig Philipp ſuchte derſelbe mit dem |
gutes Einvernehmen zu kommen n.
‚ef. von feiner Gemablin Diarie Ama»
väbhrend feine Schmefter, Madame
n Zendenzen abgeneigtmwar. Einzelne
‚3. B. daß dem verſtorbenen Gre⸗
biſchof von Duelen 1631 ein chriſtli⸗
ß verfagt wurde, daß 1935 der Graf
in Gegner der Ieiuiten, anf Befehl
von Clermont die Zröftungen ber
t erhielt, die Verweigerung cines
ienftes bei dem Zode des Herzogs
wegen feiner proteftantiihen Ge⸗
u. äbnliche Tbatiachen zeigten Lie
ellung, welche bie Kirche im Laufe ber
mmen hatte. Zmar gelang es nicht,
Stimme gegen bie Iefuiten, gegen
iders die Profeſſoren Dlichelet u. Cuui-
Kammern Eoufin u. Tbiers 1845,
Preſſe, namentlich bei dem Proceß
ſirers Affnaer erboben, zu beſchwichti⸗
Regierung behandelte Doch dieſe An⸗
it großer Milde, indem ſie nur die
efnitenſtellen auf kurze Zeit ſchloß
tfranzoſen vom Pater Reothaan ab⸗
Die Erböbnung der geiſtlichen Beſol⸗
die Verwilligung großer Summen
en förderte das freundliche Einver⸗
önigs mit der Geiftlichkeit n. dem
ideß auch durch die Ertheilung der
de an zwei Erzbiſchöfe von 1847 den
inſchen entgegenlam.
irrevolution von 1548 berührte bie
sten meniger, als die Inlirewo-
die Conſtitution vom 4. November
1552 gibt Jedem Das Religionsbe-
s. veripricht fiir die Ausübung Den
ie Geiftlichen ver verfibiedenen Culte
et, cine Peieltung vom Staate
‚ der Unterricht ift frei, dieſe Frei—
nach Ten durch Die Gelege beſtimm⸗
igen, binſichtlich der Fäbigkeit ı.
nter ber Aufſicht des Staates aus⸗
ns war Damals ber politiſche Einfluß
Gunſten der Yegitimijten nur gering,
ſten leiſteten der Geiitlichleit bei ben
n Widerſtand. Der niedere Klerus
789, im Geheimen mit der radicalen
balb 1949 ein Privatconcil in Paris
‚ in Rundicreiben von politifchen
m Socialismus abgemabnt wurde.
iniſter Fallour ſchritt man febr ener-
Schullebrer u. Profeſſoren, welche Die
es Socialismus geiördert hatten, u.
ehrere Entlaſſungen. Allmählig trat
as mit feiner Thbätigkeit offener ber»
tigkeit der Jeiuiten in Pfarreien,
iinarien u. Collegien dehnte ſich aus
der Furcht der Miittelflaffen vor dem
einen Stützpunkt, fo daß bie Tribu-
annıngegefege gegen dieſelbe nicht
hen wagten, u. jelbft bie jeit 1799
se verſchwundenen Domtinilaner ge-
er Gingang. Dagegen wurde jene
eRichtung befämpft u. nichtchriftliche
interbicte genöthigt, ihre Stellen auf-
den: Kailer Loruis Napoleon, ber 1854
ı Titel Geheiligte Taiferliche Majeſtät
— — — — — — — — —
erhielt, wird der latholiſche Clerus in Ehren gehalten,
obſchon ihm manche Schranken gezogen find. Die ki»
turgienen. manche Gewohnheiten ver Gen K. find in
ben lebten Sabren verlafien u. an deren Stelle bie
Römiſchen Yiturgien eingerübrt worden. Der Ma»
riencultus wird fehr gepflegt u. Die Sentinare u.
Erziebungsbäuier der Jeiniten baben eine große
Anzahl von Zöglingen aus becbgeitellten Familien.
Unter den Zeitſchriften vertritt der Univers bie ultra⸗
montane, ber Anıi de la re'irion aber tie liberal»
tirhlihen Interejien. Gegen alatboliihe Reli⸗
gionsparteien ficherte zmar Die Charte von 1814 n.
183U u. das Staategrundgeſetz von 1818 u. 1952
Zoleranz zu, allein bieje Dulbuny, Die zuweilen
nur auf bie chriftlihen Dauptlirchen u. nicht anf
einzelne Religionsiecten bezogen ward, wurde in
der Wirklichkeit nicht immer ausgeübt. Am Ent
ſchiedenſten trat feit 1349 ber Clerus gegen ben
Socialiemus u. Communismus auf, der auf ter
Kanzel u. in Flugfchriften, bei. auch Durch eine anti»
jociatiftiihe Propaganda betämpft wurde.
Das geiammte Erziebungs- u. Unterrichtsweien
ftebt zwar jeit 1808 unter Der Univerfität, u. nur
wer Dlitglied der Univerſitätu bei derſelben grabuirt
ift, kann Öffentlichen Unterricht ertbeilen. Die Se—⸗
minarien Des Clerus find Davon ausgeichloilen u.
fteben unter ten Biichöien. Das Eleinentarſchul⸗
weſen ift Durch das Geſetz von 1333 organifirt, Aufe
ſichtsbehörden find Las Yocal- u. Arrondiſſements⸗
comite, der Rector der Akademie u. ter Qultusnti-
nifter ; die Yebrer, welche von ben Comites ernannt
werden, bedürfen feines alademiſchen Grades, ſon⸗
tern nur eines Yäbigleitsbrevete, Der Einfluß der
Geiſtlichen ift nur gering, Die Beſoldung für eine
niedere Elementarſchule beträgt 200 France n. für
eine höhere 400 Franes nebft freier Wohnung ale
Minimum, die Schuipflichtigleit iſt nicht zum Ges
jet erboben. Allein ber Clerus, dem meniger Die
nationale, al® die kirchliche Bildung des Volles
am Herzen lag, nabm in Berbintung mit den reli«
—* Vereinen den Unterricht der Jugend ın Ans
pruch u. gerieih dadurch, bei. jeit 1842 Durch das
Verlangen nach unbefchränkter Uiterrichtofreibeit,
mit Der Univerſität in einen beitigen Kampf.
Nachdem in mehreren Schriften die Univerfität
beftig angegriffen worden war, bei. Durch Den Je⸗
juiren Desgarets (le monopole universitxire,
1543) u. den Abb! Conibalot (M&moire adresse
aux évêques de France 1814), u. nachdem jelbft
Gebetsvereine geftiftet worden waren, um von Gott
eine Bejreiung vom Univerjitäteinonopel zu erlan-
gen: brachte Die Regierung zur Ausführung tes Art.
69 der Eharte von 1330, einen Entwurf iiber ben
Secundärunterricht vor die Pairolammer, umı biefe
Angelegenheit, wie den Primärunterricht durch das
Geſetz von 1533, zu ordnen. Die Biſchöfe erklär⸗
ten fich auch Dieamat gegen das Project u. juchten
bei Dem Könige um gänzlidye Unterrichtafreiheit
nach, jedoch vergeblich. Durh die Bemühungen
Vontalemberts nahm zwar die Pairokammer den
Geſetzentwurf an, in der Deputirtenfanmmner wurde
er aber zurücdgelegt. Su ging dieſe Angelegenheit
unentſchieden auf das Jahr 1548 iiber. Der Klerus
benutzte die in ber Konftitution von 1345 gewährte
Unterrichtsfreibeit möglichft, ohne das dort verhei⸗
Bene linterrichtsgejeg abzuwarten, u. feit dem Er⸗
fheinen des Geſetzes vom 15. Wär, 1850 find
durch die kirchlichen Beftrebungen eine große Anzahl
bereichern als 52 Didcefen gegenwärtig
damit verfeben. Der Elerus, ber. ſeine Bilbung
Sei der Gnficteit nicht beichten 5. end) {of
nicht ſehr beachteten ran in Paris, Lyon,
Borbeauz u. Rouen, — auch in einer von
u
nacht Ecole ecclesiastigue Pe
6tudes) in
wiffenfchaftlichen Gebiete wenig geleiftet, u. mament-
üch fteben bie exegetchen u. bibliichen i
der zoſen ben Leiſtungen ber deutſchen Gelehr⸗
ten weit nach. Bei ber in den niederen Schich⸗
ten des Lantvolles herrſchenden Neigung zum
Wunderglauben fanden myſtiſche Schriften ihr gro⸗
hes Publitum, u. ebenſo war bie aſletiſche Literatur
ziemlich reich ausgeſtattet. Nicht gering iſt gegen-
wärtig bie Zahl —— Kanzelredner. Die
feit 1841 erſcheineude Revue critiqne iſt Die ein⸗
gi e tatboliiche Yiteraturzeitung in Fraukreich Biel
enber ift bie praftiihe Thätigleit auf dem
tirchlichen Gebiete geweſen, u. namentlich bat bei
dem Berfall ber Sonntagsfeier, bei ber Einförmig-
keit des Gottesbieuftes: u. bei. dem nadhtbeiligen
Einfluß eines Theils ber Fiteratur auf das religidie
“ Leben bie Afiociation andere Wege fir, religiöfe
— eingeſchlagen. Es gibt Geſellſchaften für
rbreitung populärer Schriften, für religiöſe u.
ttliche Zwecke, melde bie Bebürjtigen auch Mir bas
irchliche Yeben zu gewinnen juchen, ob. welche ben
wilden Ehen entgegenarbeiten; eine großartige
a ee zur Erhaltung bes katholiichen ®laubens |
Europa für die in proteftantifchen Ländern
befindlichen armen katholiſchen
propagation de la foi), die bef. in Norbame⸗
rifa jehr einflußreih iſt; Vereine für bie Krippen
Les cräches), bie für Kinber in dem zarteften
ebensalter forgen ꝛc. Bon ben religiöfen Orben |
wirkten file ähnliche Zwecke bie Jeſuniten, bie bei.
das Unterrihtsweien im Auge batten (f. oben);
die Trappifien, denen man in Algier ein großes
Land anmwies, wo fie mehrere hundert arabiſche ver-
woaifte Kinder aufnahmen u. unterridhteten; bie
Dominilaner, um deren Verbreitung Lacorbaire
fi) bemühte u. anb.; währenb die immer zablrei-
her werdenden Yrauentiöfter ebenfalls Lehran⸗
falten gründeten, od. Bereine für hülfebedürf⸗
tige n. gefallene Mäpchen flifteten. Die größte
Thatigkeit nach biefer Seite hin zeigten bie geiftli-
Ken Congregationen; eng verbunden u. im Beſitz
eines großen Vermögens verichafiten fie ſich Ein-
fluß auf die Gefängniffe, Gemeindeſchulen u. felbft
merfautile Unternehmungen. In manden Orten
hatten fie, namentlidy bie umter dem Namen bas |
and bes guten Hirten (La maison du Bon-
asteur) befannt gewordene, Klöfter mit jehr aus⸗
edehnten Grundftüdeu inne u. gaben hier vielen
enſchen Beichäftigung, 3. B. in Angers, Stras-
burg, Paris, Lyon. Die Brüderſchaft der hriftli-
hen Schulen (Freres des écoles chretiennes),
bie früher ale Freres ignorantins verhöhnt wor⸗
ben war, erfreuen fid) gegenwärtig ber Gunft bes
Publikums in hohem Grade. Frankreich zerfällt in
rchlicher Hinficht in 15 Erzbisthlimer (Paris,
Cambrai, Lyon, Rouen, Gens, Rheims, Tours,
Bourges, Albi, Borbeaug, Auch, Toulouſe, Air,
aris erhält, hat geither. auf bem | ((
wenent- (|
Gemeinden ſeit
1839, eine. Miffionsgeielidhaft L’oeuvre de la
rannen), |. Rom (Geſch.)
" Sallicanifher Kitche Hit. Dallienus
er |.
R, Art Laute, ſ. d.
Gallieinfum (rim. Ant), Tpeiw
ber Hahn kräht, d. h. gegen Morges; m
Stationen bes bürgerlichen Taget ie
Mitternacht au.
Gallieismus, 1) das Streben, Ey
——— —— in andere *
n. Deutſche, Überzutragen; 8
a ——— —
prache eigenthlimlich iſt; t
—— —
dicken im Gpanifcen in!
‚im i in
Anhanger ber Franzoͤſichen Schule, im
——a— —— Ehe
(4) boroß),
ſchen Provinz Rumelien, Lima a
am Tſchengel⸗Dagh u. müntet in d
alonidhi.
Gallicölae, 1) Infecten, fo v. w.
2) io v. w. Galimüden.
Gallicum fretum (a. Geogr.
von Calais.
Gallicus, bei den alten Römern |
Oſtind.
Gallious morbus (fat.), $ran;
Gallicus sinus, 1) Bufen ven‘
dae ganze Mittelmeer an ben Küſten
theiltin Gallicas sinus major, bengrö
n.Gallica sinus minor (Sinus ealı
nern wefllichen.
Gallien (GallYa, a. Geogr.), bar
ben bie Römer a) (6. transalpina) t
hen dem Rheine, den Alpen, bem
Meere u. den Pyrenäen, f.u. gurs
u. b) (6. clsalpına) das von Telten ba
italien, |. Italien (a. Geogr.).
Gallienus, Publins Licinins, S
ſers Balerianus, feit 253 Mitregem
folger deſſelben. Gleich nach ſeiner Th
drangen von allen Seiten Barbaren
miſche Reich ein, u. in ben verichieten
erhoben ſich Gegenkaiſer gegen ibn (
. Er wur
—— = Mailand 268 ermordet.
ger Redner, anmuthiger Dichte
Gärtner u. trefflicher Roc.
die Luftieuche,
Gallier bis Gallipoli
zewohner aller Gallien (ſ. d.) ge⸗
in Frankreich u. Italien.
NRarſchallin, fo v. w. Ancre 2).
zeſtein, Geſtein, welches mit dem
öſung zeigt.
t, Martıfleiten, jo v. w. Galignana.
fer Ber, fo v. w. Galliambi⸗
Geogr.), eine Stabt im Stamme
nbere im Stamme Benjamin, nörb-
em.
a8 (angeblich v. lat. bavon, daß ein,
ien Mathias wegen eines entiwende-
us] vor Gericht fprechender Sach-
llus Mathiae [der Hahn bes Ma-
wirrenb, gejagt babe: Galli Ma-
bes Hahne)), Wortgewirr, Unſiun,
yerne.
ühnerinſeſ), Infel zur Biſſagos⸗
(Küfte von Nordmweftarrito).
Hühner, Scharrvögel), Orb»
l, Echnabelgrund u. Nafenflappen
hneiden des Oberliefers ilbergrei-
e höher ftebenb als die vorberen,
'äufe lang, ftart, Flügel kurz, Flug
pfe oft nadte Hautftellen; trinken
nn meift Körner, Doch auch Infecten
ben meift in Polygamie u. nur das
et. Hierber gehören die Familien
Syrraptidae), Hübner (Gallina-
od. Steißhühner (Urypturideae);
her zählen auch die Tauben in biefe
ıis caput (Anat.), |. Schnepfen-
fo v. w. Heerſchnepfe.
(a. Geogr.), 1) hühnerreiches Eiland
Meere, Ligurien gegenüber; jetzt
6. sylva, Fichtenwald in Campa⸗
ıä, zwilden ten Mündungen bes
'iternus ins Etrurijche Meer.
I) Galinas), Fluß in Ober⸗Guinea
indet in den Atlantiſchen Ocean;
), Vorgebirg am Karaibiſchen Meere,
olf Maracayles, an der Grenze ber
nezuela u. Neugranada; der nörd⸗
n Südamerika.
n, ſo v. w. Schildläuſe.
(G. Zath., Rohr huhn), Gattung
ner, deren Zehen aber nur einen
aum haben; Art: Grünfüßiges
a. chloropus), ſ. u. Robrhuhn.
uder Des L. Annius Seneca u. hieß
us Annäus Novatus, aber von dem
i8 G. adoptirt, erhielt er die Namen
räüus G.; er war 53 u. 54 unter
onjul in der Provinz Achaia u. hatte
Korinth. Er nahm bier den Apoftel
ie Juden in Schug m. wurde unter
ıem Bruter hingerichtet. Nach ihm
Hleichgilltigleit gegen Berfchiebenbeit
weil man aus Apoftelgefchichte 18, 12
aß ihm Heidenthum u. Judenthum
veien fei, während er nur Streitig-
ıubensjahhen als nicht vor den welt⸗
uhl gehörig abwies; daher Gallioni⸗
stiften hinſichtlich ber Religion.
fiton. 4. Aufl. VI.
881
Gallione u. Balliote, fo v. w. Galeone u.
Saliote.
Gallionella (G. Ehrend.), Gattung ber Ba⸗
cilarien; gepanzert, zweiſchalig, rund, biltet ket⸗
tenartige Fäden, bie aus chlinbrifchen od. fcheiben-
artigen, kieſelhäutigen Thieren befteben; am häu⸗
figſten im Meerwaſſer; iſt oft als Pflanze (Con⸗
ferve) angeſehen worden; die foſſilen Arten ſind ſehr
verbreitet u. finden ſich in vielen Polirſchiefern;
G. distans E. bildet faſt allein ben Polir⸗
ſchiefer von Bilin, „I, bis , Linien groß; G.
ferruginea E., in vielen GSienwäffern, in Mi⸗
neralquellen gewöhnlich für Eifenoxyd gehalten, in
Rafeneifenfteinen, Gelberbe u. Halbopal von Bilin,
ER T bis R L Linie.
Galipkli, 1) Seeftabt u. ſchwache Feſtung is
der neapolitanifhen Provinz Terra di Otranto,
auf einer Inſel im Meerbufen von Tarent; hat
eine Vorſtadt auf dem Feſtlande, mit dem es durch
eine Brüde verbunten ift, Kaftell, Biſchof, geiftli-
* Seminar, Klöſter, Handelshafen mit —
em Eingange, Baumwoll⸗ u. Wollweberei, Aus⸗
fuhr von TI Gallipelisl, Baumöl zu Speiſen u.
bei. in England zu Baummollen- u. Wollmanu⸗
facturen ; das befte Bugliadl), Baummolle u. Süb-
früchten; 8500 Ew. — ©. hieß bei den Griechen
ihrer Ichönen Lage wegen Kallipolis, die Römer
nannten es Anza; es war eine Anlage der Gries
hen, nah And. ter Senonifchen Gallier (daher fie
Plinius auch GSallipolis nannte). G. wurbe frü
Biſchofſtadt. 2) Liwa im tirkifchen Cjalet Ebrene
(f. d.) u. zwar bie fübliche Spitze beffelben, bie
Halbinfel ©. an der Straße der Darbanellen nebft
dem Küjtenftrich über den Bufeu von Saros u. dem
von Enos hinaus bis gegen das Kap Maronia;
3) Halbinfel darin, fonft Thraciſcher Cherfo»
nes; gegen Often von ber Darbanellenftraße be⸗
renzt, bildet die Yandzunge mit dem Feſtlande bem
Meerbufen von Saros; der Boben ift meiſt fallig
u. unfruchtbar; dad Gebirge Takir⸗Dagh durch⸗
zieht die Halbinjel, welche etwa 10 Meilen lang if
u. auch einige Heine Flüßchen hat. 4) (türkiſch
@altpoli), bie bedeutendſte Stadt am Helles»
pont, im türkiſchen Ejalet Edreneh, Sig eines
Kaimalanıs u. geiehiichen Biſchofs, hat viele Mo⸗
ſcheen, Springbrunnen, fowie Ruinen u. Denk⸗
mäler aus ter römiſchen u. byzantiniſchen Zeit,
zwei Häfen, von denen der eine Kriegsbafen, aus⸗
gebehnten Handel; 30,000 Einw., Türen, Grie-
hen, Armenier u. Juben. — ©. hieß bei ben Grie-
hen Kallipolis u. war erjt unter ben jpäteren mas
cedonifchen Königen gebaut, wurde früh zum Nie
fchofsfig erboben u. von ben byzantiniſchen Kaiſern
befeftigt. Die Stadt war höchſt wichtig als Schlüf-
fel des Hellespont u. als Stapelplag bes griechiſchen
u. italienifhen Handels. Hier jete 1189 Friedrich
Barbarofja mit feinem Kreuzheere Über ben Hel-
lespont. Nach ter Groberung Conſtautinopels
durch Die Lateiner 1204 kam ©. unter bie Herr⸗
Ichaft der Benetianer. 1306 fetzten fich hier unter
Roger Flor die Catalonier jet u. ermordeten
nad ihres Auführers Tode faft alle Bürger, lange
Zeit vergeblich von bein Kaiſer u. den Genuefen bes
lagert, zogen fie 1307 ab, nachdem fie ſelbſt vie Werke
zerflört hatten. 1356 von ben Türken erobert, war
®. die erſte Stadt, welche biefelben in Europa bes
fetten. Bon dieſen wurbe ©. wieder befeftigt, 1301
von Bajazet noch mehr verftärkt u. mit einem Hafen
882
verfehen. 29. Mai 1416 Seefleg der Benetianer
unter Peter Yorebano über bie Türken. Als nad
Muhameds I. Tede 1421 Muftapha den Thron
einnehmen wollte, bemächtigte er ſich G⸗6; allein
Murad II. eroberte ©. u. hieß ben Ufurpator da⸗
ſelbſt hingen. Im Orientaliſchen Kriege 1854—55
lanteten bei ©. bie franzöfifchen Hülfstruppen u.
hielten die Stadt während des Krieges beſetzt.
Gallipphlis, Hauptort der Sraffihaft Sallia im
Staate Ohio (Nordamerika), am ChiosRiver, leb⸗
bafter Handel, fruchtbare IImgegend; 2400 Em.
Galliren, Gallirung, ſ. u. Galläpfelbad.
Sl ‚|. Celtiſch u Franzöftich.
Galliſcher Krieg, 1) Krieg der Gallier unter
Brennus gegen Rom, 391 v.Chr., |. u. Rom (Geſch.).
2) Krieg ber Römer gegen die Cisalpiniſchen Gal⸗
liter, 226—220 v. Chr., [. ebd. 3) Krieg ber Rö⸗
mer unter Eäjar im eigentlichen Gallien, 58—51
v. Chr. A) Helvetifher Krieg. Als 58 v. Chr.
die Helvetier einen ſchon vor zwei Jahren unter
Leitung eines helvetiihen Edeln, Orgetorig, gefaß-
ten, daun aber durch Defien Tod verzögerten Plan,
ihr Vaterland zu verlaffen u. neue Site in Gallien
zu fuchen, ausſühren wollten, heabfichtigten fie ih»
ren Weg oberhalb Geneva burch das den Römern
unterworfene Yand ber Allobroger zu nebmen. Bei
Geneva angelonnnen, ſchickten fie Geſandte au Cä-
far, welche venfelben um freien Durchzug durch Die
römifche Provinz bitten follten. Da ibnen Cäſar
dies abſchlug u. fie ben Durchgang nicht mit Ge-
walt erzwingen konnten, fo nahmen fie ihren Weg
durch Das Land ber Sequaner u. Aduer. Diefe
aber riefen Cäſar um Hillfean, welcher auch nicht zö⸗
erte, Diefelbe zu gewähren, um fich ſelbſt zum Herin
es Landes ber Hülfeſuchenden zu machen. Am
Arar, Über ven Shen drei Züge ber. Helvetier gegan«
gen waren, traf er noch ben vierten, Der and Zigu-
rinern beſtand, ſchlug Dielen u. jegte ten übrigen
nad. Nachdem er bie Anforderungen einer helve—
iſchen Geſandtſchaft abgejchlagen batte, faßten bie
duer Mißtranen in Bezug anf die Freundſchaft ber
Römer, was tem Cäſar micht entging. Nachdem er
durch die Verbeißungen des Divitiacus u. Liscus,
Oberhäupter der Aruer, wegen ber ausbleibenden
Getreidezufuhr beruhigt worden warn. bein Dum—
noriy, dem Bruder des Divitiacus, deſſen beab-
fihtigte Verrätherei verzichen hatte, folgte er dem
Hauptheere ter Helvetier. In Folge einer Täu—
ſchung bes Yegaten B. Conſidius, ter Die römifche
Befatzung eines Berges filr eine feintliche bielt,
ging bie Gelegenheit vorüber, bie Helvetier zu
überfallen u. aufzureiben; doch holte Cäſar die—
ſelben bei Bibracte (jetzt Autun) ein u. ſchlug ſie
gänzlich, ſo daß nach Cãſars Angabe von 368,000
nur noch 110,000 übrig blieben, welcher Reſt nach
Helvetien zurückgeſchickt wurde. ) Krieg gegen
Arioviſt. Eine nene Gelegenheit, ſich in die inne—
ren Angelegenheiten der Gallier einzumiſchen, bot
ſich dem Cäſar bei den Streitigkeiten der Sequaner
mit Arioviſt, einem germaniſchen Häuptling, Dieſen
nämlich batien die Sequaner gegen die Aduer zu
Hilfe gerufen, um denſelben ten von ihnen unter den
gallischen Völker haften behaupteten Vorrang ftreitig
zu machen. Als aber Arioviſt, nachdem er Die ertetene
Hülfe geleiftet hatte, tn Yante ter Sequaner ſich
lass it. neue Echaaren Germanier nachzogen ır.
äntereien fir ſich forberten, fürchteten Die Sequa—
ner ganz ven deu Germanen aus ihren Lande ver-
Gallipolis bis Galliſcher Krieg
| drängt od. unterjocht zu werben. Zir ickn bike
58 v. Chr. ben Cäſar, ber burh die Beim
ber Helvetier in große Achtung bei iburı ade
men war, zu Billfe. Cäſar eilte, ba er ben Ind
auf friebligen Wege nicht zun kan
konnte, nach Veſontio (Beſanhen
ſelben gänzlich ſchlug u. nad Deudhland za
ph nöthigte. C) Belgilier Erin
age der Sequaner war inbefi babundı nid ae
fert, benn ftatt der Germanen baufien jöpt ik
mer in ihrem Sande, u. biefe erlaubten Id, ®
rend Cäſar nad Cheritalien gegangen mir,
Gewalttbätigleiten. Die Sequaner inte =
bie Belgier auf, mit ihnen bie Dan ui
Römer zu ergreifen, u. biefe aus kurdi,adE
möchten nun von den Römern um
bracht werben, gingen auf den Boriölg zu
Cäfar, durch Die Remer, ben einzig |
Stamm, ber bem Bunde ber übrignlle
davon benachrichtigt, eilte im Jabr ii
u. fam ben Belgiern zuvor; er veridhld#
der Axona (Niene), u. als fih die Bi
fie vergebliche Angriffe auf vie rämilı IE
bracte u. auf die Brüde über bir um |
hatten, zurüdzogen, verfolgte er fi, *1
dem Rückzug u. unterwarf die
vafer u. Ambianer, auch di U
wurden ſpäter von ihm befiegt u. unlme
Lic. Craſſus batte lee die Roncier, Ui 7
Dfismier, uriofoliter, Scjuvier, Uulalne#
boner, die jümmtlihd am Creaı moin es
worfen. D) Eigentlicher Gallildt WM
Gegen den Drud, welchen Die rümiihen Se I
gen nun in Gallien ausiibten, erbalu #F
nächſt Die Seeftaaten im 3. 56; die Me
P. Craſſus verloren mehrere Treffen u m
roßer Gefahr, ganz aufzerieben zu matt
Megten fie wieter u. ſelbſt in einer Serüladt
terlagen die Veneter; auch vie Untlet u
Titurins u. Craſſus die Sotiater; vd
fich faft ganz Aquitanien den Nömen IE
werfung der Dienapier beenbigte in
3.55, wo er auch die nach Gallien berike®#
menen germaniſchen Ufipeter it. Tendiad
u nah Deutſchland zurückwarf We
feine Groberungen nad Britannien u. DE
auszudehnen ſüchte, fielen die Menapiete 38
ner von den Römern ab, wurden ti 24
Cäſars Rückehr aus Britannien wirt 1209
fen. Glüdlider waren im J. 54 due Gut
welche unter ihrem Häuptling Amtitz t
weitläuftigen Winterquartieren liegenden 2
überfielen u. eine Yegien u. fünf Schein
niebermachten Mit ibnen vrerbanden fü w
Aduatiker u. Nervier, doch wurden ſie dar? ð
raſches Herbeilonimen mit einem kiemeß De
ſiegt, u. auch ter Aufſtand der Sinn, IE
u. Menapier geſtillt. Wäbreud Tüar war
Deutſchland ging, erheben fh tie Art
Neuem, wurden aber nach jeiner Rüdker a
horſ im zurüctgebracht. Ambiorix zeridr:n
Schlacht, ter andere Häuptling Tattrebee
tete fi. Inter Hoffnung, daß Kir iu
zurlidgehalten werde u. Die rämiecu Terz
den, während des Winters mean cz
Stragen nicht verbringen würten, riet
3. 52 alle galliſchen Stämme nat dan 2
ter Carnuter, mir Ausnabme ber Irarı. >:
Galliſche Literatur 5i6_ Gallomanie
rverners Vercingetorir. Käfer, un⸗
, Gallien zurldtehrend, ſchlug die
bem von diejen belagerten Gergonia,
den Adern gegeben hatte, zum Ent⸗
tem Wege Vellaunodununt, Geua-
mum, belagerte Avaricum, wohin ſich
nach Verbrennung ihrer Städte ge-
.nabm es nach ber tapferften Ver⸗
Gallier endlich ein. Die Lage ber
indeß bedenklich, da auch die Aduer
fall machten. Dec gelang es Käfer,
ubigen u. einen verrätheriichen An«
sicu®, Der ein Hillf8corps der Auer
uführen fellte, zu wereiteln, worauf
bt wurde Verecingetorix, in einem
ſchlagen, zog ſich mit 30,000 Mann
ück. Um die Einnahme dieſer Stadt
3 u. die Vertheidigung u. Entſetzung
her Seits drehte ſich Der ganze ſpä⸗
iſars Belagerungsheer, 60,000 M.
Stadt, ein Bollwerk von 11,000 F.
nafinie gegen das 257,000 M. ſtarle,
on den Galliern aufgebotene Heer.
fin, Vercingetorix unterwarf fi u.
illiern gleiches an. Seitdem biieb
e Provinz, f. Frankreich (Geſch.) I.
at Cäſar feibft in den Commentarii
llieo beichrieben (ſ. n. Cäſar 7).
alliſcher Krieg von 58 —53 v. Chr.,
iftlich n. philologiſch bearbeitet vom
von Göler, Stuttg. 1858.
riteratur, nach Cinigen der Jube⸗
niſchen Schriftwerke, welche in den
derten u. im Mittelalter von Dich⸗
hen Philoſophen, welche aus Gallien
, verfaßt wurden. Zu jenen gehören
vianus, Zulp. Severus, Sidonius
.; zu biefen Gregor von Tours,
lard ıc.
nennt man nach bem Erfinder Gall
tbefferung u. Vermehrung geringer
aſatz von Zuder u. Waſſer. Die beit
erben von ben geringeren abgefonbert,
n einen beffern Bonquetwein darzu⸗
Noſt ber geringeren Trauben ver-
eich nach Dei Grefien mit fo viel
er, Laß fein Gehalt an Säure, Waf-
em Gehalt an dieſen Beftandtbeilen
Traubenmoſt gleich kommt. Diejes
bet man burch Prüfung Des Dioftes
uregebalt. Moft, der unter 15 Proc.
1 Proc. Säure enthält, macht auf
nen Zujat von 400 Pfd. Waffer, in
d Zuder aufgelöft fiut, uöthig. Der
ve Zuder ift Trauben- ob. Stärke
ce, ſ. Saliffoniere.
o v. m. Galyczin.
Min.), fo v. w. Rutil.
Berg im ſchwediſchen Lappland, be⸗
Eiſen.
1, fo v. m. Galvaten.
tadt, jo v. w. Galway.
in, 1) Blauer G. ſo v. w. Kupfer-
ißer G., jo v. w. Zinkvitriol.
(Geogr.), fo v. w. Galizien m.
= —— — — — mA — — — — —
| — auf den
888
Gallmüde (Cecidomyia Meig.), Gattung ber
Müden; Fühler aufgebogen, Inotig, oben borfti
bebaart (beim Männden 24, beim Weibchen zmölf-
gliederig), Netaugen mondförmig, Flügel haa⸗
tig, ftumpf. Untergattungen: a) Winfelmüde
(Camplomyza), mit Nebenaugen, Art: C. flavi-
pes; b) Saummiüde (Lasioptera), mit zwei
lügeln, Art: Las. picta;
e) Cecidomyia, mit drei Adern, wie vorige chne
Nebenaugen; Art: Schwarze ©. (C. nigra),
u. and. Die Yarven leben in Gallauswüchſen, lom-
men im Frübling erft aus; Heffenfliege (Hef-
fifhe Fliege, Weizenſchnake, Cecidomyia
destructor), bie Larve wohnt in den Halmen der
&etreidearten, bef. des Weizens, u. zerſtört oft ganze
Eriten in Nordamerika. Ihren Namen bat fie von
dem irrigem Glauben, daß fie 1776 zuerſt auf
Yong-Jöland bei New⸗PYork durch Die daſelbſt ge-
landeten beifiihen Truppen eingeführt worben jei.
Gallneukirchen, Dlarktfleden in Ofterreich ob
; . | ter Enns (Mübitreis), an ber Bahn von Budweis
führend, ein u. ſchützte ſich durch eine | ( )» ab
nach Linz; Kattundruderei, Gerberei; 600 Ew.
Gallo, 1) Nebenfluß des Tajo in feinem ober«
ten Yauf, entipringt in der Sierra u. mündet recht
in der Provinz Guadalaxara; 2) Vorgebirg der
Norbküfte von Sicilien, am wefllihen Ende ber
Bat von Palermo; 3) Borgebirg an der ſüdweſt⸗
lien Spite von Morea, am Golf von Koron; bei
den Alten Akritas, vor ibm die JInſel Venetiko;
4) Infel an der Weftlüfte Der füdamerilaniichen
Republik Ecuador, unbemohnt; die Schiffe nehmen
bier Waſſer ein.
Gallo, Marzio Maſtrizzi, Marquis von G.,
Neapolitaner, war während tes Franzöſiſchen Re⸗
volutionstrieges neapolitaniſcher Geſandter in Wien,
unterzeichnete in Neapels Namen 1797 den Frieden
zu Campo Formio u. war auch bei Den Unterhand⸗
lungen mit Franfreih von 1798 - 1800 tbätig;
1802 neapolitaniicher Geſandter bei ter Italieni⸗
fen Republik, ging er von da nach Frankreich,
unterzeichnete 1$U5 einen Vertrag mit Frankreich
wegen Räumung Neapel von franzöſtſchen Trup⸗
pen u. nabın nad) der Yanbung der Ruſſen u. Enge
länder in Neapel feinen Abſchied. Bei Joſeph
Bonapartes Thronbefleigung wurte er Diinifter
des Auswärtigen, blieb auch unter Murat auf dem⸗
ſelben Poſten u. unterzeichnete 1814 den Alliange
tractat mit Ofterreich u. England. Bis zur nea⸗
politaniichen Revolution lebte er ala Privatmann
u. wurde 1620 Miniſter des Auswärtigen bei Fer⸗
DBinand VII Später zum Gefandten in Wien
beftiimmt, wermeigerte ibm die öfterreichiiche Re⸗
ierung, noch ehe er nah Wien kam, tie Anuabme
einer Creditive, werbalb er nach Bolegna zurück⸗
febrte; jpäter begleitete er Den König von Neapel
sum Congreß nach Laibach. Rach tem Einrücken
der Oſterreicher in Neapel zog er ſich zurüd ı. fl.
1533 in Neapel.
i — fo v. w. Framzſiſch⸗ nieder⸗
ländiſch.
Gallocanta, ſumpfiger Landfee in ber ſpani⸗
ſchen Provinz Calatayud (Aragonien).
Gallochen (v. fr., ſpr. Galloſchen), 1) Holz⸗
ſchube; 2) Uderſchuhe.
Gallogräacta,, fo v. w. Galatia.
Gall omanie (v. Tat. u. gr.), übertriebene Vor⸗
liebe für alles Franzöſiſche in — u. Sprache.
| od. m. Galonen.
nf (Wine alien). li ve:
u = 4543458 \ he,
| * kn Aal)
—* D. bee Ontariofees,
gehört En N itifches Nordamerika),
opagos, Aura, * v. w. ——
opädp, jo v. w. Truth
Ball bilos ’w fat. u, nr . Anhänge an
Salt var —— 9), Offizi
1) r ere,
* in Generale un find,
Arjutant T).
Geog * Nebenfluß des Sangarios
inius in Seiten); jeht Ka»
bay x ee do
weh), 4) ehemalige Bro-
Bi N —— — Eaſt⸗
Emmi; nem), = |
* da Ew.; 2) (Mull
ſudi gie Hlanb
ig nn ®
agent bes roteantifchen Kde “in anfreich
2 iderrufs bes Ediets us —*
nad England u. an uaturalifirt, —
eines Grafen von ©. an, wurde Obriſt en
Reiterregiments jrangd wu r Flüchtlinge u erhielt
Später 1696 vom König Wilbelım III. als General»
major ben Oberbeiebl über bie engliſchen Truppen
iemont. Die Hönigin Anna jandte ibn beim
bes —* u — — als
eraliffiinus m wo er 1704 bas
Kommando au Si bes — rſchalls von Schom⸗
berg Übernabn. Er befehligte nun bie 1704 u.
— * unthätig zwiſchen den Feſtungen an
—2* aeietihen Grenze herum mandvrirenbe
rmee u. wurde 1705 vor Babajoz ver-
— In der Schlacht bei Almanza 1707 a *
Gudino 1709 geſchlagen, wurde er nach €
zurädberufen,, verlor die Stelle eines Bice
von Irland, — jevog fpäter ——
Balfcer Rerbrennungsapposet, fl: Dampf
er tennun garat, ampf⸗
5 raupfannen, Kall- u Begeiöfen, begwedt:
Kohlengries mit berjelben Wirkung zu verwenden,
wie Stüdkohle, eine volllommnere —
des Materials, mithin intenſivere Wären
vollftändige Kauchverzehruug Die
* bel 7 — bie au —8 Yellehre,
ıH,
——
nd ** Gallus
N ak ©. ein nie dıro |
| re a von Pomp. Gauricnt, *
ud en ach a
8
* ui
one J A Knoten ii
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* ser gu
J er 3 tr:
rigen, ließ ſich in eine Beriminng FE |
Claudius ein, wurde Deshalb
aber 62 n. Chr. Eonful. D) Aus ver A |
liagens: Yus der Aquitius
fius A us ber Bar 02 1b
lechter Berwal ens, bei „ei Kr
— we wi van in —
26 v. *34 |
taz mic bafi er zuer
ginue) imignus &
480, ein 66 weldet "ice |
welce mit Wutecht dem Borigen beigels
Strasb. 1509; bann in. rate Car
lat, u. in Wernsdorfs Poet, lat
* — 5 an
Sk Diefes ee
HEN of
* —
Zeit Boltstrikun,
wierwoht, von Inue ii
Gallus Bis
Hegen Bähius verhindert, vergebens zu hin-
en; al® er fi in ben Mariauiſchen Unruben
ı das Eonfulat bewarb, wurbe er von Glan⸗
nem Nebenbubler bei Bewerbung um ba®
at, ermordet. 6) Aus berPlotiagens:
otins G., errichtete um 80 v. Chr. wieber
te Rednerſchnle im Rom. M) Aus ber
ia gens: 11) Rubrius ©., war rds
Feldherr unter Nero u. trat dann auf die
des Otho; nach deſſen Tode Kommandant
urellum, unterhandelte er mit Beipafian
bes Abfalls von Birellins. Beipafian ſen⸗
a von Gallien aud gegen die Sarmaten,
mit großer Heeresmadt in Möflen ein-
ı waren; G. kämpfte glüdlich gegen ſie u.
über die Donau zurüd. 1) Ans der Sul-
gens:12)Cajus Sulpicius G. diente
egstribun unter dem Conſul Amilius Pau⸗
acedoniſchen Kriege, wo er vorber Schlacht
na auf Bitte des Conſuls eine Monbfinfter-
Ermutbigung der Soldaten vorausjagte; er
67 v. Chr. Conſul. Er mar berebt, guter
- a. ber erfte Römer, der aſtronomiſche
fe beſaß; er ſoll auch über Monpfinfternifie
er u. Cicero in der Aftronomie unterrichtet
K) Römische Katfer: 18) 6. Bibins
wianus ©., römifcher Feldherr, wurde
e Soldaten 251 n. Chr. zum Kaifer er-
Br nahm bes Decius, feines Vorgängers,
3. Hoftilianus Berpenna (wurde balb
don ihm getöttet) u. feinen eignen Sohn,
Imfianns, zu Mitlaifern am; über ihre
iche Regierung f. u. Rom (Geſch.). Beide
Den von ihren Solbaten 253 getöbtet. 14)
8 Claudius Conſtantius G., Sohn
l. Conſtantius u. Entel Conftantius b. ©r.,
vor ber Wuth der Soldaten, bei der Ber
‚ unter feinem Better Couſtantius, gerettet,
forgfältig erzogen u. bef. im Chriftenthum
chtet u. verrichtete ſogar das Amt eine Lec-
onſtantius gab ihm 351 bie Cäſarwürde u.
Eochter Conſtantina. Weil er aber höchſt
m war, das Drafel des Apollo in Antiodhien
tete, den Tempel u. Hain bei Daphne in
Begräbnißpla der Ehriften verwanbelte u.
ben verfolgte, ließ ihn Conſtantius 354 auf
nel Flamona, nad Andern in Bola er-
1.
Jeiliger: 15) St. G. (eigentlich Baum od.
n), ſtammt aus einer edlen Kamilie in Ir⸗
war um 560 geboren, er wurte im Kloſter
e bei Columban erzogen, verließ mit dem⸗
‚90 Irland u. miffionirte mit ihm im Fran⸗
Alemannenlanb; als Columban 613 nad
308, blieb er zuriüd u. gründete 614 an der
ch Die nachmals fo berühmt gewordene Ab-
allen (ſ. d. Geſch.). Er ftarb in Arbon,
er fih auf Bitten der Mönche zum Predigen
ı hatte, am 16. Dctober zwiſchen 640 m.
in Tag: 16. October. Lebensbeichreibung
alajrid Strabo.
Gelehrte u. Künfler: 16) Thomas
v. w. Thomas von Bercelli. 17) (Hahn),
‚aue, geb. 1516 in Köthen, ftubirte in Wit⸗
unter Melauchthon u. vuther Philoſophie
logie u. wurde fräb ein Vertheidiger u. Ber-
ber Reformation; er wurbe erfi Rector au
bule ins Dianefelb, 1542 mit Hieron. Res
Baluöfäure -: 88%
pus Prediger in Regeneburg, ging mach ben Auge
burger Interim wieder nach Wittenberg, wo er
bie Schloßprebigerfielle veriah u. mit Melanchthere
wegen bes Interim in heftigen Streit gerietb, wo⸗
rin er anf bie Seite ber zelotiſchen Tırtkeramer trat;
er ging 1550 mit Flacius nad Magdeburg, mo ex
erſt Prediger u. dann Superintendent wurbe;
1553 tehrte er nad Regensburg zurüd u. bethei⸗
ligte fih in feiner früheren beftigen Weiſe bei dem
Oſiandriſchen u. Majoriſtiſchen Streitigkeiten. Er
ſt. 1570 im Seller Babe n. fchrieb mehrere feine
Streitigleiten betrefiende Schriften. 18) Iaco-
bus (eigentlih Hänel [Hamdi)), geb. um 1550
in Krain, Kapellmeifter des Biſchofs von Olmütz,
dann kaiſerlicher Kapellmeifter, ft. 1591 in Prag;
feine Werte erſchienen inPrag, Rürnberg u. Frani⸗
furt a. M., u. das Original von feinem Reco quo-
modo moritur justus im Florilegium Por»
tense ıc., %p3. 1618, herausgegeben von Erb. Bo»
denſchatz. 19) Gottfried Traugott, geb. 1762
in Sommerfeld in der Nenmark; war erſt Eonrece
tor in Kroffen, feit 1795 Prediger in Hagenburg
u. Altenhagen im Lippeichen u. ft. 1807; er fchr.:
Handbuch der Brandenburgiſchen Geſchichte, Sorau
1787-97, 4 Bde., 2. Aufl. (Geſchichte der Marl
Brandenburg), Zillihau 1792—1805, u. a. m.
Audgerbfaure, ſ. u. Gerbſäuren a).
Gallusjäure (Badäpfelfäure, Acidum gali-
cum, auch (rallaceum), Cıs Hs Oio + 2 aq,
von Sceele 1796 entbedt; in den Galläpfeln
kommt fie nicht präformirt vor, fenbern bildet
fih erſt aus der Gallusgerbfäure. Dagegen findet
fie fi in den Mangotörnern, in der Nießwurz,
Serbfizeitlofe, an Strychnos, im Rhabarber u.
in den Blättern ber Bärentraube; fie kroſtalliſtrt
in feinen glänzenden, weißen ob. ſchwach gelblichen
Nadeln, ift geruchlos, ſchmedctt berb ſäuerlich, reagirt
art ſauer, Löft fich ſchwer im laltem Waſſer, leichter
in fiebenbem, leicht in Altobol, jchwierig im Hiber;
fie wird von Allaloiben u. Yeimlöjung nicht geiälte,
außer bei Gegenwart von Bilanzenichleinn; auch
von thieriſchen Häuten wird fie nicht gefällt, men
ann fie daher von ber Gerbſäure leicht trennen;
dur Chlor wird fie yerjeist, aus Golbchlorib u.
falpeterſaurem Silberoryd jchlägt fie die Metalle
regnlinifch nieder; Eiſenorydſalze werben von ihr
in ber Kälte ſchwarzblau niebergefchlagen, welche
ee fih beim Kochen verliert; beim längeren
teben ver kalten Miſchung wirb nach u. nach ein
um Theil lösliches Orydfalz gebilbet. Auch eine
uflöfung von Gifenoryduloryd gibt mit ©. einen
tiefihmarzen, ſich nicht verändernden Nieberichlag.
Die ©. bildet fih durch Zerſetzung der Gerbfäure,
welche unter geroiffen Bedingungen in ©. u. Kril⸗
melzuder zerfällt; fo wenn gepulverte Galläpfel
angefeuchtet, einige Monate fich ſelbſt liberlaflen
werben, wo unter Schimmelbildung Abforption
von Sauerfloff u. Entweichen von Koblenjäure ©.
(au Ellagfäure, |. w. u.) entflebt, bie man
buch Auspreſſen, Bebanblung des Rüdflanbes mit
ſiedendem Waſſer u. Kryſtalliſiren gewinnt; ferner
wenn eine Aufldjung von reiner Gerbfäure ob. ein
ftarter Auszug von Galläpfeln, durch kalte Schwe⸗
felfäure gefällt, das Präcipitat in einem Theil
Schwefelſäure u. zwei Theilen Waller kochend,
aufgeläft wird, bie beim Erkalten ſich bildenden
Kryfialle, duch Umkryſtalliſiren gereinigt u. im
ſtedendem Waller gelöft werbeu, bie Löſung durch
Bleizucker gefällt u. Die Verbindung durch Schwe⸗
——* zerlegt wird. Auch aus dem kaltbe⸗
reiteten, wäßrigen, concentrirten Auszug ber Gall⸗
äpfel ift Durch Freiwilliges Berbunften an ber Luft
Tryfallifirte ©. zu erhalten, die dann durch Um⸗
Truftallifiren u. Behandlung mit Thierlohle gerei-
nigt wird. Die ©. bildet mit Bafen Galludfaure
Gatze, welche ſich bei Gegenwart von überſchüſſigen
Alfalien unter Abjorption von Sauerftoff zerlegen,
babei durch gelb, grün, roth, in eine bunfelbraune
Bärung übergehn; hierbei bildet ſich eine dunkle,
Waſſer unlösliche Subftanz, die Balfuminfäure,
Die Gallusfauern Salze find theils einbafiiche
(faure), theils zweibaftiche (neutrale); nur die erftern
erhalten ſich an der Luft ungerjett. Kohlenſaure
allalifche Erden verwandeln die G. in die Blau»
gallusfäure. Bei der Seen der Galläpfel⸗
tinctur, ob. der feuchten Galläpfel bildet fich neben
der ©. Ellag- od. Ellagallusjfäure. Durch
Behandeln der ©. mit heißer Schwefeljäure u.
ung ber Löfung mit Waffer erhält man bie
araellagfänre od. Rothgallusfäure, Cıa
Hıı Os + 2 aq., welche glänzende rothbraune
Kryſtalle bildet, mit Kali ein rothes fruftallifirenbes
Salz gibt u. gebeitte Zeuge roth färbt (worauf
vielleicht die Wirkung der Galläpfel beim Türkiſch⸗
rotbfärben beruht). Bei trodner Deftillation od.
beim Erhitzen bis zu 212° der &. u. Gerbiäure
fett fih Brenz⸗ od. Pyrogallusfäure (Aci-
dum pyrogallıcum), Cı2 He Os, ſchon von
Seele entdedt, als Sublimat ab. Sie bübet
weiße, glänzende, bittere, fauer reagirenbe, in
Waller, Alkohol, Ather lösliche Blätthen, zerſetzt
fi im Waffer u. an der Luft, köthet Eiſenoxydſalze,
rebucirt Gold⸗ u. Silberjalge, gibt mit Altalien
farbloſe, kryſtalliſirbare, —* Salze, welche Eiſen⸗
oryd- u. Oxydulſalze dunkelſchwarzblau fällen. Sie
ift zur Erzeugung von Photographien als Re«
Ductionsmittel von großer Bedeutung geworben.
Mit Kalilauge vermiſcht, abforbirt fie begierig
Sauerftoff u. findet deshalb als eudiometrifche
Subſtanz Anwendung. Der nad Abſcheidung ber
Brenzgallusiäure in der Netorte gebliebene Rück⸗
fland, verändert fich, bis zn 250” erhitzt, in einen
Ihwarzen, glänzenden, —— im Waſſer
unlöslichen, nicht flüchtigen, bei ſtarler Hitze zer⸗
ſetzbareu, mit Baſen zu ſchwarzen, unkryſtalliſir⸗
baren Salzen ſich verbindenden Körper: Mela⸗
sd. Melan-Gallusſäure.
Gallusthaler, Thaler mit dem Bilde des St.
Gallus, von den Äbten in St. Gallen geprägt.
Gallway, Stadt, fo v. m. Galway.
Gallwejpe (Cynips L., Diplolepis Zatr.,
Geoffr.), Sattung ber Gallweſpen; bat furzes
Stieihen des Unterleibes, 13» bis 1ügliebrige
Fühlhörner, nach der Spitze zu etwas hider, Hinter⸗
leib breiedig -eiförmig, unten etwas zuſammen⸗
getrildt, Bruſtſchild oben wollig behaart od. nicht;
macht durch Legen ber Eier in verſchiedene Pflan-
zentbeile Verwundmugen, ans welchen Auswüchſe
(Gallen) entfteben; Arten: a) Rojengalimefpe
(Rojenfliege, Cyn. rorae L.. Rhodites ro-
eae), ſchwarz, Beine roſtroth, binten ſchwarz;
Hinterleib beim Männchen fehwarz, bein Weibchen
au der Bafis roth; durchflicht Die jungen Triebe
der wilden Roſen, legt ein Ei hinein, worauf bie
Stelle zu einem Auswuchs (Bed eguar) erwächſt,
ber frilber als Spongia eynosbuti offleinell wer.
Gallustbaler bis Galmeikupfer
In die Larven legt Toorymus bedeguars (ax
Schlupfweipenart) feine Eier; b) Eideafiel
meint (C. quercus peduncali), if gez
at auf den Flügeln ein Kreuz; ſticht die Gier
blüthen (bie weiblichen) an, u. Daraus enrfchen be
Knoppern, ale Särbemittel befannt; c) Feige⸗
gallmweipe (C. psenes), läge rähli
auf den Injeln des Mittelmeers u. den au daſch
grenzenden Ländern; wird zur Gaprificatien Lk)
gebraucht; d) Salleichenweſpe (C. gallae tnde
rise), blaßrothgelb, weißlich weich Eehasrt, ht
ein glänzenber, ſchwarzbrauuer (led, made ui,
bödrige, harte Galläpfel, auf ben morgeniinknfes
Eichen; e) Eichenbeere (C. quercusbaccım),
ſchwarz, Füße u. Fühlerſpitzen gelb, tagt rw
an bie untere Seite ber Eichenbläner, mu
exbiengroße, durchſcheinige Galläpie mike;
n&ihenblattweipe(U.quercusich,ien
hat geſtrichelte Bruſt, grane Füße, uk
Schenkel, bewirkt Galläpfel von tern
Haſelnuß an der untern Seite ter Gıidlir,
5) Eichenblattſtielweſpe (Bıäreik
hen, C. quereus petioli), Kopf ri
iſt ſchwarz mit —8— Füßen u. bramu Si
keln, legt die Eier in bie Stiele ber Cohen,
worauf biefe fih verfümmern u. zu mai
Knoppern werben. Die Gallweipen finden ff
folfil an einigen Orten in Bernftein.
efpenfliege (Blicropeza erniprea)it
Meinfußfliege.
Galiy-den, Borgebirg im Atlautijhe ihn
an ber Südküfte ber irifchen Graficaft End fr
vinz Munfter.
‚ Salmaceß, ben Lonbres u. Demi-tostwär
liche Tücher. .
Galmet, 1) (nad Ein. von der lateiniſchen fat
nung Cadmia, nad) And. von L,apis calanımı
wahrjcheinlicher aber von dem Italieniſchen @#
mina, gelbe® Erz), gemeinfchaftlicher Name Er
natürlich vortommenbe kiefelfaure Zintertt :d#
zinkerz, Zinkſilicat) u. das fohlenjaure ZU
(Zinkjpath). Der ©. wird zur Bereitung ish
ſowie zur Darfiellung bes Meifings
Die gegrabenen Erze werten zerfiüdt, i#
u. it Neverberiröfen od. auf Röſthaufen KM
wodurch fie zerreiblicher u. von fremdartien
fen, bei. von Bleiglanze, befreit werten: at#
werben fie noch Heiner gepocht u. au!
müßlen zu Mehl gemahlen. Dieie Müpler I
zwei Läufer, weldye ar einer jentrehn =
berumgebrebt werben u. auf einem großen ew
ruhn; ber gemahlene ©. Läuft burd cin Set
wird in Tonnen geichlagen verientet
fertigung des Meſſings gebraucht man ad ?
Galmeiiſchen Dfenbruh ob. Ofengalmei,
beim Schmelzen ber zinkiſchen Blei⸗ u. ©
fi an die Wände des Ofens anlegr. Ir e
lich, fo heit er frifcherob.grüner@. 22H
licher ©,, fo v. w. Koblenjaures Zintem:
Weißer ©. (Bharm.), fo v. w. Amt.
Galmeiblende, fo v. w. Zinkbiente. , *
Galmeiblumen (Barmeillug), ein reic
ger Körper, welcher ſich an ven Rintın tt
Iingbrennofene anfetst u. zu nichts mehr tree“
almeitupfer, eine Miichung ven 87"
Zink, bildet, in verſchiedenen Berbälun ="
Meffing, Bronze, Kauonenmend, Cucc
PBrinzmetell, Tombad x.
St. Galmier bis Galton
nier (ſpr. Säug Gulmich), Stadt |
im Arronbiffement Montbrilon bes
ements Loire; Epitenfabrif, Ger-
im. , Gefunbbrunnen Font⸗Forte.
fr. Galens), 1) bandartige Gewebe
(oretjeibe, Zwirn u. dgl., mit echtem
Bold u. Silber durchwirkt; zur Ver-
leibungsfäden, Hüten, Müten x.
e u. Doppelte, ſchmale u. breite, glän⸗
e, gebogte u. ungebogte, Feſtons⸗,
De, Yinree-, Muskaten⸗, Lohe⸗, Atlas»
orte), auch G. à la grecque, 6. & la
Caunetille etc.; fie werten in ben
ermanufacturen aller Länder gemebt,
t fie Berlin; 2) im meitern Sinne
m.
I, 1) mit Treſſen bejeßen; 2) bei.
te u. langhaarige Pelzwerk zu ver-
Sei wird in Zoll breite Streifen
. diefe Streifen werben mit ſchmalem
ieber zu einem Ganzen zufammen
r., fpr. Galopäng), fo v. w. Gallepin.
altes franzöfiiches Maß, % Setier.
(x. Thund.), Bflanzengattung aus
er Rubiacesg-Coffenceae-Antho-
.8l. 2. Ordn. L.; Arten: G. cir-
bem Cap; G. oxyspermae in Süb-
1) tie dritte natürliche Gangart bes
Reitlunſt; 2) Taız, fo v. w. Ga⸗
e, i ein kurzes Galoppiren zur Übung
; 2) bie Zeit, welche ein Pferb zur
eines Reitbahngaloppes braucht; 3)
It, wie bie Geofaiie, nur etwas lang-
inzer umfaßte, ale der Tanz auflam
e Dame nur mit einem Arm, fie ihn
be ſchritten nun gemeinfchaftlich ftete
3 (den anbern nach fich ziehen) vor⸗
jentlich wurde ter vorſchreitende Fuß
ber umfaſſeude Arm gewechjelt, auch
Illemandenteuren gemacht. Später
u einem völligen Walzer, im % Zalt,
ihliffen, nicht wie beim Ecoſſaiſen⸗
wurden.
n, 1) Galopp reiten; 2) Galoppade
fh geben, vorſchreiten; fo Gallop⸗
dſucht, Schnell verlaufende u. zumeift
nfucht, |. d., ſegenannte Tuberkufofe,
häufig nicht blos auf die Lunge be-
is (2ot.), Untergattung ber Gat-
wanim (j. b. u. Agaricus).
ſo v. w. Galloſchen.
Intenio, au& ber Gegend von Sa-
ir einer Sarbonari-Benta, war bei
‚von 1520 tbätig u. entging ber Yin»
urch den Ausbruch ter Nerolution;
e wegen iwjeterbelter rerolutionärer
Jahre gefangen geſetzt, veraulaßte
tonicus Te Luca einen neuen, jedoch
ten Aufſtand u. entkam nach Fivorno
Cerfica, wurde auf Reguifition der
ı Regierung verbaftet u. auf bie An-
ıtten, Fürſten von Gaftelcicala, baß
des vertolgt werde, außgeliefert; die
gierung Forterte ihn zwar zuräd,
887
doch wurde er 1829 zum Tode verurtbeilt, Diele
Strafe indeß in gehnjährige Verbannung nach ber
Infel Favignana bei Palernıo verwandelt. Die
franzöfilhe Regierung reclamirte ihn 1630 abere
mals, woraufer nach Corſica zurückgebracht wurbe.
Gr ſchr.: Mémoires de A. G., oſicier napoli-
tain, condamne trois fois & la mort, überfeßt
von Vecchianelli, Par. 1631.
Galphimla (G. Cur.), Pflanzengattung ans
ber Familie der Malpighiaceae-Diplostemones-
Aptervpiae; Arten in Sübamerila.
Gal ⸗ESzecs, Marktflecken im Kreiſe Zemplin
des Verwaltungsgebietes Kaſchau (Ungaru), Haupt⸗
ort des gleichnamigen Bezirkes u. Sit der Bezirko⸗
behörden; Caſtell, Poſtanit; 2700 Ew., Die Ader-
bau betreiben.
Galſton (Gellſton), Kirchſpiel in ter ſchottiſchen
Grafſchaft Ayr, am Irwin; Banmwollenmanufac⸗
turen, vorzüglicher Käſe; 4000 Em.
Galfwinda, Schwefter Brunbilbens (f. d. 3),
Gemahlin des fräntijhen Königs Chilperich, |. d. 2),
vgl. Fredegunde.
Galt (Diin.), fo v. w. Gault.
alt, John, geb. 1779 zu Iroine in Ayreſhire;
Anfangs Kaufmann, fpäter Literat, befuchte 1809
— 11 $talien u. die Türkei u. fl. 1839 in Greenock;
er fchr.: Voyages and travels in the years
1809 — 11, Yon. 1812; Reflexions on political
and commercial subjecta, ebb. 1812; Leiters
from the L.evant, ebd. 1513; fchr. auch 4 Trauer
ipiele, 1812; das Leben bes Carb. Wolfen (1812),
B. Weſte, Byrons (1531), auch feine Selbſtbiogra⸗
pbie, 1833, 2 Bde., u. viele hiſtoriſch⸗ romanitiche
Erzählungen, wie Southennan; The sparwife;
Stanley Buxton; Ringan Gilhaize ; Rothelan ;
Bogle Corbet; Lairds of Grippy; bef. aber bie
bumoriftiichen Erzählungen The annals of the
arieh; Ayrshire legateer ; Sir Andrew Wylie;
e provost; Lawrie Todd.
Baltees (Baity:) Berge, Bergzug im Süd⸗
often ber Grafſchaft Limerick in der irifhen Pro-
vinz Munfter. "
Galtelli „Stadt in ber Generalintentanz Cag⸗
liari der Inſel Sardinien, unweit ber Münbung
des Orofei in das Tyrrbenifhe Meer; Seiben-
zucht; 2000 Ew.
alten, ter weſtliche Theil des Mälarfee in
Schweden.
altgarbenberg, iſolirter Sanbberg im Krel
Fiſchhauſen Des preußischen Regierungsbezirts Kd⸗
nigöberg, böchfter (506 Fuß) Bunte von Oſtpreu⸗
Ben; baranf fert 1818 ein eilernes Landwebrkreuz,
zum Denkmal bes letten franzöfiichen Krieges.
Iton, Francis, engliiher Reifeuter, machte
1850 u. 1551 eine Entbedungsreije in Sudafrika;
begleitet von tem ſchwediſchen Naturforſcher Au⸗
bersfon n. einer Anzahl Eingeborener ging er von
ber Wallfiſchbai, an der Weſtküſte Afrıkas, öftlich
durch Das Yand der Damaras nach Dem Miſſious⸗
plat Barınen, von da uörblidh, mo er das Neger
volf der Owampo (f. d.) entdedte u. bis Nangaros
Werft in Ontonga, 17” 59° fühl. Breiten. 33 53°
öſtl. Länge (von Ferro) vordrang; nach Barmen zu-
rüdgefehrt, reifte er von ba in öftlicher Richtung
nach tem N’gamifee, kam aber blos bis Tounebis,
21° 55° ſüdl. Br. u. 39 ' 34° öſtl. Yänge u. dehrte
im Decer. 1951 nad 17monatlicher Abweſen⸗
beit in die Wallfiſchbai zurück. Man verbantt ibm
zu
et — — Provin
el Java.
er sun
ale —— ei — 1703 auf
aher Bu
nel lo genannt; t — oft, g
Jar per: Gi’amici rivali, in
Theater; 17
. |
die 1745 blieb, gi
burg, ? 1768 nad
2. 1785; er Trieb mehr als 50
nfifen u. a. 2) Pasquale ©.
28 34 ea, geb. 1774 zu Tro * in —
Proefer de ber Philofophie u. f
1: o filos, sulla er del
conosoenza, * 819 ff, 5 Bde. Mail. 1846;
Lettere filos. re ativ. a principi delle cono-
scenzs umane da Cartesio a Kant, ebb. 1827;
Elementi di filosofia, Reap. 1835—42, n.
ebb. 1846, 5 ®be.; Filosofia della volonta, & d
1835 —12, 4. Be; .; Considerazioni filosof. sul’
idealismo transcendentale e sul razionalismo
assoluto, ebd, 1841, Mail. 1845; Lezione di
logiea e di metafisien, ebd. 1342; Ktoria di Alo-
ebd. 1542; Elementi di "teologia nät,,
4. Für ebb. 1944.
alüra, Bernbard, eigentlich Kabenihwan;,
. 1764 zu Serbolkhenn im Breisgau; wurbe
- in Freiburg, dann geifflicher Rath in Kla-
ga ———————— ir. Neferenbarber geiſt⸗
! Bert edle rg * —— Ai
in of von nıu.f.
17. Mai 1556. ee runbjäße ap Hi
—— Freib. 1793, Ausg. er
ie ganze chriſtlich⸗ latholiſche Religion i in Sefhrä-
chen zc., Augob. 1795 —99, 5 Bbe., n. Aufl. 1800;
Neuefte Theologie des Chriſtenthums, ebd. 1800
1805, 6 Bde.; eine Bearbeitung von Sturms Bes
tradtin en über bie Werfe Gottes ıc., 55 aller
liſche Shriften, ebd. 1804, 2 Bbe.; Gebetb
Katechismen u. ın. a., bie in mehreren Auflagen bis
in die neuefle Zeit erichienen find.
Balväni, Aloifio, geb. 9. Sept. 1737 in Bo-
logna; fiudirte Anfange Theologie, ging aber ſpäter
u Studium ber Naturwiſſenſchaften über 1. wurbe
rofeſſor der Anatomie in Bologna u. pral«
tiſcher Arzt. Bei Ausbruch ber Revolution in Ita⸗
lien, wegen feiner Weigerung, den Beamteneib zu
Ihwören, — zog er ſich ins Privatleben zu⸗
c u.ſt. 4. Dec. 1798. Er iſt Entdecker des Gal⸗
vpanismus (ſ. d.) u. ſchr.: De viribus electricita-
tis in motu musculari, zuerſt in den Commen-
tar. acad. Bonon., 7. * beſ. Bologna 1791,
2. Eu 1792 (beutfch von Maper, rag 1793).
lwaniſch, ven Galvanismus (}.d.) betreffend.
—XX e8.Kohlenlicht Gaivan iſches Licht).
Wenn man bie Entladung einer galvaniſchen Batterie
buch an einander gefteflte Kohlenftücte gehen läßt, fo
jeigt ſich ſtarke Licht⸗ u. Wärmeentwidelung Es wer⸗
em dabei die Spitzen erhitzt u. leuchten mit blen⸗
dend weißem Lichte; benugt man Koblenftülde, vie
in derſelben Weile präparirt finb, wie bie Kohlen⸗
licher,
culinber der Bunſenſchen Batterie, fo genügen vier
Groveſche od. Bunſenſche Elemente, um einen leuch-
tenden Stern hervorzubringen ; wenn mun aber bie
wie Die: Golänfmih
SA. eine genane Beſchreibung der Aber ber
o u. Damara ob. Om Seine Rei-
— deutſch = ze eine® Forſchers.
46 Bunfenjche Clemente enenge 8
Mat fo rg Kr das Drummer!
U.
ben Kohleutheit von dem einen Eike m |
Be Is Key, hl 1 —
feubatterie von ns Elementen a te opt
& Beterdb |
— das Licht
Augen laum einige Sec
ten. ei baf ganz jeder —*
Nacht war, ſah man
——— ausge Fi |
wenn © icht d ca th u
finftere Kammer füllt. us ne ber Sallı
erſchien roth u. rufig, Einer dauernden at
bung bes G. 8-8 ftebt namentlid die &
feit entgegen, bie oblenſpitzen in —*
u regulirem, daß fie lange eim g
it erwähren, u. demnächſt bie Kof
Unterhaltung des galvanifchen —
es darauf ankommt, auf kurze Zeit ein (ad
Licht zur erzengen, ift Das ©, Kt, wortbeilhet,
3 Theatern, um ben Aufgang ber Sommt
abmen.
Baivanifiten, 1) Jemand ben bl
vaniſchen ẽiclreitat empfinden laſſen
durch Galvanismus behan
Galvanismus, die durch B
artiger en erregte Eleftricität. A 4
nung des G Jahre 1780 machte
En bed ng, dafi, als er mit einer —
in ber er den Nerv eines präparirten ai
hielt, bie zinnerne Schüffel, auf welchet der Een
lag, berübrte, Die Musteln in Audungen
nad And. beſtand bie erfie zufällige
batim, daß die mittelft fupferner Hälden EL
ei,ernen Geländer aufgebängten präbarirten
ſchentel zudten, jobald fie zufällig da⸗
rübrten, Galvani erfiärte bie Ericbeimung 2
wei!
dur eine Art elektriicher,, im den Nernen
ner F Janee bermöge deren ber on
per eier Veibener Flaſche ähnlich iel,
Musleln bie Äußere, ber Merw bie innert
i; bie Dietalle dienten ala Leiter zur
bijer lafhe. Doc iejen Meg Enke
Galvaniömnd A. B.
ım Gelingen bes Berfuchs nothwen⸗
fei, Daß ber vom Nerven zum Mus»
itungebogen aus zwei verfchiebenen,
n Metallen befteben mäfle, daß da⸗
fenheit des Muskels nicht nothwen⸗
ı bas Erperiment auch mit dem blo⸗
b anftellen laſſe, daß die beobachtete
t im Organismus entwidelt werbe,
. Contacte ber beiden Metalle feinen
u. er wies biefe Anficht Direct durch
fuh (Boltafher Fundamen⸗
ach. Auf ein Goltblatteleltrometer
nen kupfernen Condenfater, beffen
mit ben Gelbblättern in leitender
ar. Berührt man nun bie untere
em Stüd Zink, während man bie
tung mit dem Finger berührt, u.
dem man beide Berübrungen wieber
e obere Contenfatorplatte auf, fo di⸗
oldblättchen u. zeigen fich mit nega⸗
ät gelaten. Man erhält aber feine
Goldblättchen, alfo feine Elektricität,
tt des Zinks ein ber Materie ber
ıtte gleichartige Metallfiüd, bier
ählt. Es ift mithin aut Erzeugung
seteleftricität bie Berührung
ner Metalle nothwendig. Die an
zoſtelle auf das elektriihe Gemiſch
nde u. freie + E nad tem Zink,
Kupfer treibente Kraft heißt elek⸗
He Kraft. Hierbei ift die Span-
uf der Conbenfatorplatte verbreiten»
: von der Größe der Berührun
ig. Die fo gewonnene Elektricität
nit der Reibungselektricität in allen
ſch; daß fie aber nicht felbft etwa
bigem Verfuch unvermeiblihe Rei-
3 an vem Kupfer entftanben iſt, be
zurch, daß er aus Zink u. Kupfer ein
ımentlöthete, u. während er das Zinf-
and hielt, mit bem Kupferende bie
fatorpiatte berübrte; das Elektrome⸗
ırch ebenfo ſtark — gelaben, als zu»
» Efeftricität nach den früheren Ver⸗
3 der Berührung bes Kupferſtäbchens
platte ſtammte, jo mußte fie aus ber
ıng freien Lötbftelle zwiſchen Kupfer
Uriprung haben, u. es ift hiernach
tbftielle eine jahrelang unverändert
Auelle ber Efeftricität. Yechner gab
ıchere Weiſe des Verſuches an; auf
rgerfches Elektroſtop (bie Einrich⸗
hen fiehe unten unter D) fchraubte
eben geichliffene Kupferplatte, auf
en ſolche Zintplatte aufzuſetzen war.
cheidet die Elektricitäten, ſo daß +
das Zink u. ebenfoviel — Eleltrici-
pfer ſich verbreitet, doch beide binden
ij, fo Daß nur ein geringer Theil ſich
Blatten verbreiten kann, bei weitem
r (mehr ale das 1400fache) an den
ichen verbleibt Hebt man daher bie
illel mit der Kupferplatte ab, ſo ver⸗
n bie vorher gebundene Gieftricität
Blatten u. bewirtt den Aueſchlag bee
. Daß die Elektricitäten, während
noch auf der Kupferplatte ruhte, ſich
en, binberte dieſelbe Kraft, bie fie
trennte, n. von ber Größe diefer, für bie verfe
nen Metallcombinationen ſpecifiſch zu beftin
den eleftromotoriichen Kraft hängt bie Spar
ab, welche während ber Berührung vie Elekt
an ben Berührungsflähen u. mithin auch aı
ganzen Kupfer» u. Zinkplatten erreichen kann
jeder Berührungspunkt eine unerſchöpfliche £
von zu ſcheidender Elektricität iſt, fo wächſl
Spannung während ber Beruhrung nicht m
Größe der Berührungsfläche (daher es beim 2
fhen Fundamentalverſuch nicht auf Diefe (
anlam), wobl aber tie Menge ber fih an de
rührungspunkten bindenden Eleltricitäten;
iſt ein Ansſchlag des Goldblättchens an dem
nerſchen Inſtrument während der Berührun
Platten gleich unmerfbar, fo groß man au
Platten nahm; es vergrößert fih aber mi
Blatten der Ausichlag nach dem Abheben ve
ren Platte, wenn dies nur volllommen parall
ſchieht; bleiben aber hierbei wenige Punkte!
in Berührung als die Übrigen, fo vereinic
plöglih ein großer Theil ber vorher gefchie
Elektricität n. nian behält nur eine ber Dien,
zuletzt fich berfibrenden Punkte entfprechent
undene @leftricität.
B) Spannungsreibe. a) Die zmild
ymei feften Leitern wirkende elektromot
aft ift für verfchiedene Metalle verſchiede
daß } B. Fe mit Blei in Berührung ge
viel ſchwächer + elektriſch wird, ale mit $
— u. daß z. B. Eiſen mit Zink —
triſch, mit Platin Dagegen + elektriſch wird.
kann aber eine Reihe der feften Leiter fo bilden
jebe® vorhergehende Glied mit ben darauf fı
den in Berührung gebracht + eleltrifch wir.
gefettet fih nad —* u. Pfaff etwa ſo:
ei, Zinn, Antimon, Wismuth, Eiſen, M:
Kupfer, Silber, Quedfilber, Gold, Platin, :
Graphit, Irpflallifirtes Graubraunfteinerz.
neuerdings erft in größerer, Dienge baryı
Aluminium verbält — ‚in Abtzkali getaucht,
Wheatſtone negativ gegen Zimt, pofitio aber
Blei, Zinn n. alle folgende; nach Buff ift es
noch mehr pofitiv als gin in Salpeteriäure ge
wird es ähnlich dem Eifen paſſiv u. liefert bar
Aluminium in kauſtiſchem Kali eine ber Bunſe
gleih ftarfe Kette. Zugleich gilt das Geſetz
te zwiſchen je zwei Gliedern jener fogen«
Spannungsreihe wirlente elektromotoriſche
gleich der Summe ter eleftromotoriichen
der Zwifchenglieber ifl. Daraus folgt zugleid
wenn man drei od. mehrere Metalle überei
f&hichtet, die auf ben beiden Entplatten K
melnde Eleltricität derjenigen gleich ift, welche
ihrer unmittelbaren Berührung an ihnen
melt haben würde. b) Anbers verhalten |
feudten Leiter in Berührung mi
feften, indem fie den Geſetzen der Spannun:
nicht — Zwar wird durch dieſen
auch Elektricität erregt, doch dieſelbe iſt ſehn
deutend u. gegen tie zwiſchen feſten Körpern
meift verſchwindend, u. es ift alſo daraus, be
mit reinem Waffer — eleitriſch wird, nid
zu ſchließen, taß Platin mit Waller um
mehr — elektrifch werten milßte, als bie el
Differenz zwiſchen Zint u Platin beträgt: x
wird es nach Buff \hwäher — eleftriih, rc
rici fogar + elektrifcg. Die feuchten Leiter
ten ſich alſo, wenn man fie in Säulen von Metall |
platten einſchichtet, als Elektricitätserreger meift in⸗
bifferent a. wirken faft. nur als Leiter. Eine Aus-
nahme hiervon findet nur ftatt, wenn bie metalli-
ſchen Yeiter jelbft ſehr geringe Differenz zeigen, z. B.
Kupfer u. Wiemuth, u. zum.feuchten Leiter, wel-
her beibe Metalle berührt, eine Flüſſigleit, z. B.
verbünnte Salzläure, gewählt wird, melde mit
einem ber Metalle (Wiemuth) verbältnigmäßig
kräftige Efeltricität „erregt, ©) Aud bie Flüjjig-
feiten im Contact unter einander geben
ur eine böchft geringe Spannung von Efeltricität,
nur die Eblorüre u. Ebloribe ſind ven Henrici als
beobachtbar gefunden worben, u. bie auf gleicher
Ehlorftufe ftehenden Körper bilden, unter ſich eine
Keibenfolge, welche ber — — ibrer Ra⸗
dicale gleichlauſend iſt. dd Über die Berührung
fefter Yeiter mit Sasarten lehren Heurici
u. Bufis Verſuche, daß bie Metalle durch Berüß-
zung mit Waflerftofigas ftart — eleltriſch, mit Ghlor,
Bron, Koblenfäure u. Saurrftefigas + eleltriſch
werben, €) Bezüglich des eleltromotorijden
Berbaltens demiiher Miſchungen iſt er⸗
wieſen, daß Metalle durch Miſchungen mit Sauer-
floff, Schwefel, Phosphor, Jod, Chlor u, Kohle in
ber Spannungsreibe bem negativen Enbe näher
gerüdt werben. Dajlelbe äht ſich jedoch nad)
Pouillet nicht in ſolcher Allgemeinheit von den Le⸗
girlungen ber Metalle fagen, ba nur einige berjel-
en, J. B. Schriftgießermiichung, — —
bie Metalle, aus Denen fie legirt find, andere bage-
gen, 3. B. Glodenmetall, Bronze, bas Arceti
etallgemiſch — unterhalb od. überhalb ‚IE
einzelnen Beftanptbeile fallen. Bejonbers merklich
iſt Dies Hi: Itniß bei ben Amalgamen von Dued-
r mit inf, Zinn, Blei u. Wismuth, melde
ämmtlich bebeutenb pofitiver als bie reinen Me»
talle fiub, obwohl fi Diuedfilber gegen biefelben
.. verhält.
) Die Boltaifhe Säule (Salvaniſche
Kette, Hybroeleltriiche Kette). Die Eigen»
Idaft der feuchten Leiter, fich zwiſchen Metallplatten
8 Elektromotoren ziemlich. indifferent zu verhal-
ten, madıt das Princip ber Multiplication ber ge-
ſchiedenen Glektricität u. bie Darflellung eines
Stromes möglih, der fortwährend ben Verbin⸗
bungebraht zweier fich berührenber fefter Leiter
frömt. Hat man nämlich ein. ifches
Blattenpaar, 3. B. von Kupfer (K) u. Zinf (Z), p
wirb in ihm durqh bie elektromotoriſche Kraft
Eleltricität nad Z, — Eleltricität nach K getrie-
ben. Das Nämliche
flatt. Um aber beide
nicht das zweite Paar unmittelbar auf das erfte
ſchichten, ſo daß K, Z, K, Z abwedelt, denn bann
pet man außer ben beiben Berüihrungsflächen der | Enb
eiden einzelnen Paare eine dritte nach entgegen»
gelegten Sinne wirlend zwifchen ber oberen Platte
des erften u. ber unteren bes zweiten, welche den
Erfolg der einen von beiden anberen aufhebt; folg-
lich iſt zwiſchen ber unterfien K u. oberfteu Z bie
lihe Spannungspifferenz als bei einem Paare.
Daſſelbe findet bei unmittelbarer Übereinander-
ihtung von brei ob. mehreren Baaren ſtatt.
enn man ferner die oberfte Z u. bie unterſte K
ducch einen Drabt 3.8. von K verbindet, fo kommt
eine neue Berührung awilgen Z u.K. in das Sy
Rem, welche der zwiſchen K u. Z entgegenmwirtt a,
enbe ob. ter — Bol. Wird der —
t für ein zweites Paar |
äfte zu addiren, barf man
ba es auf bie. Große ber Beräkusi]
anfommt, jene — aufbeh, fe kfz
ih bie ä
ten 2* (f. 2.). Schiebt — wälid
je zwei Plattenpaare, melde jo georbeet|
de zugleich entweber K od. Z zu
eine mit Feuchtigleit ſehr verbännter €
einer Kochſalzlöſung) getränkte ——
icheibe ein, jo vermeidet man |
jtehbung ber neuen, nmachibeilig wirken
rungäfläcen, u. bie in gleichem Einze geh
Eleltricitäten, melde burd die f. & wm
F * —— ——— werten, I
b. Daber beträgt, jeist der Spannungen
ber erften u. leisten Blatte das Geil
Spannungeunterjciebes nen einem Yatı
als wie viele Baare über einander
Dieſe Anerbnung von Plattenpaans
Dietalle u. ſeuchten Feiterm nach dem
„u. KZf2....2.KzZuam
Sünle; das mit Z bezeichnete Enke
Binlenubeob.ber + has muk
berührt, ber + Bol aber ifolivt ge
Ihwinbet bie nach dem erfterem getsiebene-
tricität für bie Beobachtung, die + &
aber mwirb in jebem Paare nad bem
gehen, u. indem man alio vom Super
Burn = 1 20
| Or... . 20... Paare
man an Punkte ber Säule, bie an +
mit bem 2°, 3... 10e... . je
würde
, von beren Zinfenbe bie + Elehxki
—* wird. Hat man aber eine Eäuk
100 Blattenpaaren u. keins ber beiden |
leitenb berührt, fo wird auch hier in je
+ Steltricität nah Z, — Glektricität ı
trieben. Am K Ende ſummiren fi die
cität aus 100 Paaren, in dem 10. Past
aus bie — Sleltricität aus 90 u. bie +
tät aus 10 Paaren, es if alfo hier die
ber Zahl — 80 proportional; in den teil
ſſen Paaren fummiren fi die — Eleh
50 u. die + Eleltricität aus even fo wie
bier it aljo die Spannung 0; um 2
ijt fie + 100 proportional. Der Spaum
Ihieb bei diefer ijolirteu Säufe ti
zahl 200 proportional u. bemjenigen gl
ex ben beiden Polen ber einſeitig #
Säule zulommt; der Unterjchieb beftcht 3
daß bei der erfteren ber Nullpunkt ber Ö
in der Mitte liegt, bei bex letzieren am cl
e.
D) Eine Bergleihung ber Bel
Säule mit der gemeinen Sl
maſchine, welche durch Reibung eints
an einem Leiter die Elektricitã ſcheite
a) für bie offene Säule, d. i. für
deren Pole nicht unter einanker leitend d
find, baf eine ſolche fortwährend von je
bleibt, indem ber Verluſt an Ed.ruit
bie Bole turch die ableiteude Krafı du
fonft erleiden, durch die aus der Eiult]
Elektricität immer wieder erjegt wird, ©
Eleltriſirmaſchine nur dirrch mnnniakit
Galvanisums D. E.
rkſamkeit erhalten wird. Diefe forte
ng der galvaniichen Kette gilt in bes
e, wo ber feuchte Leiter jo gemäblt
nit der Zeit nur unmerfbare Ande⸗
. Dies ift bei Zambonis trocke⸗
rt Kal. Da nänılich alle organischen
zapier) Wafjer enthalten, jo find fie
als indifferente Peiter in der Säule
roden fie auch Scheinbar fein mögen.
ber Papier einerjeits mit Zinl-, an»
tupferichaun u. fchichtet ſehr viele,
yeibchen davon fo übereinander, daß
nach einer Seite gerichtet find, preßt
ndigerer Berührung ver Blätter Die
en: fo bat man einen Apparat, ber
ı biefelbe Epannungsbifferenz zeigt,
e Voltaiſche Säule von 2000 Yan
wenn ben Polen etwas Elektricität
ber Berluft wegen der Schlechtig⸗
J durchs Papier nicht fo ſchnell wie⸗
. Daber Die Zamboniſche Säule in
eltricität ſchnell ableitender Luft im⸗
eladen iſt, obwohl die dem Papier
e Feuchtigkeit auch wieder die Zu⸗
Polen aus der Säule etwas unter⸗
ı bat die Zamboniſche Säule zum
benußt. Der eine Bol derjelben
rde in Berbinbung, von dem ande⸗
'eiter zugleich zu einer Magnetnadel
rem Nordpol nahe gegenüberfteben-
(hen, jo Daf die Nabel vermöge ber
chartiger Eleltricität bis auf einen,
Stärke der Zamboniihen Säule
Grab abgelenkt wird. Die Zeit, in
Nadel u. Metalltugel foweit laden,
aun der Abſtoßung eintritt, richtet
hüte des vom Pole ber Säule aus-
ters. Je nachdem man hierzu 3. B.
Nohnöl anwendet, ſo braucht jene
27 Minuten Zeit. Es dient alſo das
x Erlkennung ber Leitungefähigkeit
ich gefälſchter Stoffe. Stellt man
imboniſche Säulen neben einander
i ber einen ber 4 Pol, bei ber an⸗
ol nach oben gefehrt if, u verbindet
ı unteren Pole durch einen gut lei-
treifen, fo ift es fo gut, als hätte
e, deren beide Pole nach oben ge-
igt man genau in dev Mitte zmifchen
el auf, jo bleibt daſſelbe, von beiden
irk angezogen, in Ruhe; gibt man
n Stoß nach dem + Pole hin, fo
Berührung mit ihm jelbft + elel-
yon ihm ab», vom — Pole angezo-
lettriich gemacht, ſchwingt es zum
‚2. man würde iu dieſem Inſtru⸗
rpetuum mobile haben, wenn
von dem Keuchtigleitszuftande ber
wie fchnell zur Unterhaltung der
bie den Polen entzogene Eleftrici«
äule wieber erfegt wird, u. wenn
inehmen wäre, daß durch ben elel-
in der Säule wirflid nicht Die ge⸗
rung vor fich ginge. Vellebt das
ı langen u. ſchmalen Goldblättchen,
an fi) wegen ber eutgegengeſetzten
eiten Pole in Ruhe. Theilt man
bie geringfte — Giektricität mit, fo
891
wird es augenbliclich wom 4 Pole angezogen u.
beginnt num eine Reihe von Schwingungen. Führt
nıan Überdies von den Polen der Zamboniſchen
Säule Drähte zu zwei Meifingicheiben, weiche man
jederſeits dem Goldblatt beliebig nähern fanıı, n.
verbindet man letzteres mit der unteren “Platte
eines Condenſators, fo bat man ein Elektroſkop,
das den höchſten Grad der Empfindlichkeit erreicht.
Bon feinem Erfinder heißt es das Behrensſche,
von feinem VBervelllommmer aber gewöhnlich das
Bobnenbergerihe Elektroſtop. Zu ver-
gleihenben Meſſungen ift freilich das Juftrument
in ber beichriebenen Form unbrauchbar, weil bie
elektrifche tatung ber beiden Dieffingicheiben in
Holge der unvollkommenen Leitfähigkeit der Säule
auf Die Dauer nicht in gleicher Stärfe erhalten
werben kann. Dieſem Übelftante hat jedoch Haukel
dadurch abgebolfen, daß er die trodene Säule mit
einer bybroeleltrifchen Kette in Seftalt eines Hei»
nen, aus vielen Zellen befteheuben Trogapparates
vertaufchte. Weil bier die Spannung auf keiner
Scheibe ſich ändert, fo bleibt das ungelabene Blätt-
den auch bei großer Annäberung ter Scheiben
ruhig, u. bie Größen ber Auefchläge, fo lange fie
nicht bis zur Veriibrung geben, find unter einander
vergleihbar. Auch läßt fi die Empfindlichkeit des
Infrumentee dadurch fo erhöhen, daß fchon bie
ſchwache Spannung, melde aus ber Berührung
eines Stüd Zint mit Kupfer hervorgeht, ohne Au⸗
wendung bes Condenfator® unmittelbar nachgewie⸗
jen werden laun. Indem die Ausfchläge mittelft
eines zufammengefettten Mikroſkopes, das in dem
Brennpunkte feines Oculare ein Glaemikrometer
trägt, beobachtet werben, ift das Eleltroffop zu einem
wirklichen Dießinftrument erhoben. b) Der Um⸗
ftand, daß die von ben Polen abgeleitete Elektrici⸗
tät bei der Voltailhen Säule in Dloniente erfetst
wird, bei der Elektrifirmafchine aber Die meßbare
Zeit einer Unibrebung nöthig if, um den Cylinder
einmal zu entladen, wird von ber höchſten Bedeu⸗
tung, wenn es fi darum handelt, nicht Glektrici-
tät anzufanımeln, fondern durch einen Konductor
zu treiben. Bilder man alfo eine geſchloſſene
galvaniſche Kette, d. b. verbindet man bie bei-
den Pole ter. Voltaiſchen Säule durch einen Draht,
jo gleichen fich in ihm die, in verfchiebenen E paunum-
gen an den Polen vorhandenen Eleftricitäten auß,
die + u. — Elektricität fröınen innerhalb des
Drabtes nach entiegengeleten Richtungen; wäh⸗
rend deſſen aber ftrömen bet guter Yeitung ben Po⸗
fen ſchon von Neuen u. unaufbörlich wieder bie
nämlichen Quautitäten Elektricität aus der Säule
zu, um ſich in Yeitungsbraht wieber zu vereinigen.
In einer gegebenen Zeit geichieht dieſe Entladung
unzählige Diale. Obwohl daher die Spaunung au
ber Voltaiſchen Säule bei weiten nicht biejenige
an der Eleltriſirmaſchine erreicht, fo leiſtet Doch
jene wegen ter unendlichen Geſchwindigkeit ber
Entladung bier größeren Dienft als diefe, bei ber
zu jeter Entlabung eine meßbare Zeit gebört. Die
Strömung ter Eleftricität durch ben Conductor
ift mithin das Gebiet des ©.
E) Bervollkommnung ber Boltaifhen
Säule. Kür den Gebraud ber Voltaifchen Eäule
ift tie Güte ber Leitung in ihren Juneren von
größter Bedeutung. Aber bei Voltas Vorrichtung
trodneten entweber die feuchten Yeiter bald, od.,
wollte man bem durch ſtarkes Tränlen ber Papp⸗
897
ſcheiben mit Waſſer vorbeugen, fo preßte ver Drud
der aufliegenden Platten bie unterfien Scheiben
aus, fo daß das Wafler herabrann. Eine ſolche un⸗
mittelbare feuchte Leitung zwiſchen mehr als zwei
auf einander folgenden Paaren vereitelt aber die
Muttiplication binnen diefer Paare. Diefen Übel-
ftänden zu begegnen, conftruirte man zunächſt den
Trogapparat, ber aus einer Anzabl Platten⸗
paaren von zujammengelöthetent Kupfer u. Zink
in Geftalt von Rechtecken befteht, welche in einem
höfernen, iunen mit Harz üÜberzogenen Kaften be»
feftigt find, fo daß je zwei in einem Abftanb von
etwa 3" ftehen u. einen trogartigen Zwiſchenraum
bilden, ber mit Flüffigleit au el: wirb. Orfteb
bildete von Kupferblech einen ſehr ſchmalen Kaften
mit zwei großen Wänden u. ſchob in biejen, ben
letzteren parallel, eine etiva® Kleinere Zintplatte
mitteilt eines hölzernen Rahmens fo ein, daß fie
das Kupfer nirgends berührte. Den Zwiſchenraum
füllte er mit gefäuertem Waſſer. Eine ſolche Bor-
rihtung beißt ein Boltaifhes Element, u.
man bildet aus ihm eine einfache Voltaiſche
Kette, wenn man außerhalb der Flülſſigkeit das
Zink mit dem Kupfer durch einen Draht verbindet,
ten man in zwei zu biefem Enbe an ben oberen
Rändern des K u. Z angebrachte Quedfllbernäpf-
hen taucht. Da durch dieſe metallifche Serbinbung
daſſelbe erreicht wird, als wenn fh Z u.
anmittelbar berübrten, fo gebt vie + Eieltricität
nad dem Z durch bie Sin ffgteit nad beiden Sei⸗
ten bin zum K, daher erfcheint ver + Polam K
(dem negativen Metalle), der — Pol am Z (ben
pofitiven Metalle). Statt ber einfachen kann man
aber auch eine zufammengefette Kette (Bat:
vaniſche Batterie) bilden, indem man das Zink
des erſten Elementes mit dem Kupfer bes zweiten
2. S. f. verbindet. Dann bat man bei offener Kette
on ben beiten äußerftien Gliedern einen Epan-
nungsunterjchied, welcher der Summe der Span-
nungen entipricht, melche durch alle Berührungen
der Metalle unter fih u. mit den Flüſſigleiten
hervorgebracht werden. Man fchließt die Kette,
indem man das Z des letzten Elementes mit dent
K des erſten verbindet. Ähnlich ift Die noch jetzt
häufig gebrauchte Wollaftonfche Batterie,
FZintftäbe, un welche beiberfeits in möglichſter Nähe
Kupferplatten berumgebogen find ır. welche in Olas⸗
bedyer mit vertiinnter Schmefelfäure (,, Schwe⸗
felfäure) geftellt werben. Gaffiot ſtellte aus 3520
Kupfercylindern mit Zinkftäben, welche fih paar-
weile in Gläfern mit reinen Waffer befanden, eine
Batterie zuiammen, welche Donate laug eine fehr
hohe Spannung behielt. Die Smeeſche Kette
iſt der Wollaftoufchen ähnlich, das Kupfer ift aber
durch platinirtes Silber erfegt; man erhält nämlich
auf dem Silber einen Überzug von Platinmoor,
wenn man bie gereinigte Metallplatte in Platin
kaliumchlorür taucht, mit dem negativen Pol einer
nicht gar ſtarken Säule in Verbindung bringt n.
den pofitiven Bol gleichfallg in die Löſung eintaucht.
Diefe Smieeiche Kette wird von vielen Seiten ge
rühmt, doc haben Miller Meffungen nicht eben
einen Vorzug vor der Wollaftonichen nachgewieſen.
Da ferner bie Leitungsfähigkeit ber Flüſſigkeit ſich
im Verhältniß ihres Querſchnittes vergrößert (i.
Elektriſches Teitungspermögen), fo änderte Davy
(au Children u. Dare) den Apparat dahin ab, daß
die Kupfer- u. Zintplatten, ohne daß fich biefelben be⸗
Salvanitmus E.
rüiheten, fpiralfärmig in einander geiruzte ne
ſo daß bei möglichfter Raumerſperuiß
FA möglihft nabe einanter geg
alfo ein recht furzer Weg bon vet groben Da
ſchnitte der Eieftricität geboten wurde. Kram
ſolchen Elemente kann (ba icon die ein
rungeftelle außerhalb ber Flüſſigleit wich
Schließungsdrahtes binreicht, während ber N
tung, unaufhörlich neue lektricität zu Ikea) ag
ſehr große Quantität Efektricität in Umlas
werben, wenn auch Die Spannung ger a
größer ift, als bei einem gemäbnlicen
mente. Mit biefem feinen Deflzgretrd
Ealorimotor entvedte Davy znerk ir dub
mung bes Leitungsbrahte® u. bie demdie
ſetzung mehrerer Ylüffigkeiten, berea weil
Beftanbtheile ſich nach den vericwten
d. i. den in bie Flüſſigkeit getauchten Ma, b
aben. Ehen dieſe Zerfegung u tratikie
bumbene Ablagerıng frembartiger aka
Polplatten bringt ben Zuftend ber Priımleum
ob. Ladung der Platten berver, mieln |
Übelftand nach ſich zieht, daß bie Stürktalee
mes nicht conftant bleibt, fondern rank damil
Befindet fich 3. ®. eine Blatinplatte Pi gilt
einer Kupferplatte (K) in &
fo wird nad Schliegung dieſer einfahn Br
P fi mit K bebeden; man erbält afie cn GR
von brei fich berührenden Metallen EPK
nicht auders wirkt, als hätte mn tin
Strom bört alfo auf. Stehen tie dehuu⸗
verbünnter Schmefeljäure, jo wirb
an der negativen frei, Sauerſtoffgat akt
entweber Die pofltive, ob. bildet mit ix mW
das fih in ber Säure auflöf. Run cher Wi
Waſſerſtoffgas fowohl mit Sauerteig aß
jedein Metall, aus bem bie + Pelpiam Mi
kann, einen dem urfprünglicen entuan®
Strom. Es muß alfo eine Schwãchung M®
mes eintreten u. fein gänzliches Verſchrinden
bein Trog- u. Becherapparate nur ned
hindert, daß Das Wafferftofigas die — Porı
vollkommen üiberziebt, ſondern feiner \
wegen fich immer ablöfl u. in Blaien A
Ber einer aus DMetaliplatten u. Yapritekal
gebauten Säule ift dem Gas Diele Freie Dex
nicht in bem Grade verftattet u. trim daber ie:
larifation noch ftärker ein. Die Polariſatica. Bi
für die galvanifhe Kette von größiet Frer
ift, ift erft in ber neueren Zeit Gegenſtand de
ſenſchaftlichen Betrachtung gemorben. Um €
Wirffamfeit ver Kupfer-, int» od. ühnliden:
ten allmälig ſchwächenden Bolarüatien veristd
bat Danieli die conftante Barterit @
den. Das MWejentliche derſelben in tx Are
zmeier Flüſſigkeiten Behufs der Wegioenari
aus den Flüſſigkeiten entwickelten Gaic von der!
platten. In Bezug auf das Sauerftennat 18.
wird Dies leicht Dadurch erreicht, daß na M
Zink umgebenten Flüffigteit einen Tierl 24
felfäure zufeßt, indem dann das Zinf tat
binzutretenten Sauerftoff oxvdirt mitt ©
Oryd mit ber Säure ein im Baar ©
Salz biltet. Um aber auch die At dtu®,
Maflerftoffes anı Kupfer zu werbintern, 2”
niell zu Der das Kupfer unigebenden AIR"
gelöften Kupfervitriel. Diefer zeriegr id
zutretendem Waſſerſtoffgas (H) in Stat!
Salvaniömus E,
u. Aupfereryb (Cu O); von lettterem ver-
ih O mit H zu Waſſer, Cu aber fchlägt fich
Blatte metallifch nieder (f. Galvanoplaſtik),
3 gebt zu ber das Zink umgebenven. Die
rigfeit, bie verſchiedenen Platten mit ver⸗
m Flüſſigkeiten zu umgeben, tie doch
chaftlich nur einen Leiter bilten follen,
cquerel dur Anwendung einer pordien
wand zwifchen beiten Kiäifigfeiten gelöft,
‚eßtere in bie Boren wohl einbringen, aber
usfliegen, fo daß fie ſich wohl berühren,
ir ſehr langſam vermifhen. Daniel brachte
8 Zint in Form eines maſſiven Cylinders
unten verſchloſſenes Eid Ochſengurgel,
efe in einen weiteren Kupferbecher 1. füllte
innere Zelle mit verbilnnter Schwefelfäure,
hen Gurgel u. Kupfer enthaltene aber mit
itriollöſung. Um endlich tie Confumtien
8 anf das durch ben Strom allein ver-
Quantum zu beichränten, brachte er amal-
8 Zink in Anwendung, Tas nicht fo mie
1e Zink von der Säure angegriffen wird
auch in der Spannungsreihe noch über dem
t. Als poröje Scheitewand benutzt man
afe, Segeltuch, Packpapier, Pergament,
ber, kei. Bellen aus verglühtem Porzellan.
zınt cjt Becguerel als Erfinder ber con-
tette, u. allertings ift er ber Erfte, Der eine
zit zwei verfchierenen Flüſſigkeiten con«
‚ allein er ging dabei von ganz anderen
er aus, Daher auch die ven ihm ange—
Flüſſigkeiten, nämlich falpeterfaures
xyd u. falpeterfaures Zinforyd, nicht ger
Saren, Der Polariſation der Metallpfatten
ugen, u. fo ſank denn auch kei ihm Die Ab»
‚ der Galvanometernadel bereits nach 15
m von 84° auf 72°. Cine Kette, melde
e Monate lang cenſtant mirft u. febr nütz⸗
wenn auch ter Strom nicht fehr flark ift,
Eifenlohr, indem er Das Zink mit einer ge=
n Löſnung von Meinftein, das Kupfer mit
unter Schiwefeljänre ('.) umgab. Statt des
8 wandte Grove Platin an, welches man in
rirte Salpeterſäure ftellen kann, ohne daß
egriffen wird, ı. tiefe braucht durch ben
nur einfah in Sauerſtoff u. falpeterige
zerlegt zır werben, während bei Kupfervitriol
prelte, tie Stromkraft conſnmirende Zer-
nothwendig war. In Callans Kette fteht
8 Platin dem Zink platinirtes Blei gegen-
t. ftatt ber reinen Salpeterſäure enthält der
Ir das Blei ein Gemiſch von vier &emichts-
concentrirter Schwefelfäure, zwei Theilen
erfäure 1. zwei Theilen gefättigter Salpe-
13. Sie ift in ihren Wirkungen Der Grove⸗
iemlich gleich u. meit mehlfeiler. Morſe
18 Scheitemand zwei pordie Gefäße in eiıt-
2. füllte ten Zwiſchenraum mit Salpeter-
yamit bie Endosmoſe nicht fogleich Die ganze
feitsinenge ändere, ſondern zunächſt tie Zwi⸗
ffigfeit. Anftatt des Platin wurde von Coo⸗
ble u. von Buuſen eine durch Glüben von
firten Coals un. gut badenten Steintohlen
e Maſſe eingeführt. Nach der Cooperſchen
tung vertritt ber Roblencylinder zugleich bie
ber pordfen Zelle; nach der Bunſenſchen ba-
And die Koblencylinder in Glasgefäße geftellt
fe wieder bas pordſe Porzellangefäß mit ber
— — — — — — — — — — —— —— ————— — —
893
verblinnten Schwefelfäure u. dem Zinkſtabe, wäh-
rend ber Koblencylinder mit Salpeterfäure umge⸗
ben if. Oſann bat der Kohlenzinkkette noch eine
veränderte Einrichtung gegeben, welche bebeutenbe
ötonomifche Vortheile bieten fell. Solibe Kohlen⸗
cylinder von 1,25 Zoll Dide find von Zinkcylin-
dern von 1,9 Zoll Zurchmeſſer umgeben, welche in
verdünnte Schwefelſäure tauchen. Die poröſen
Thonzellen find fortgelaſſen, u. die Salpeterſäure
findet ſich nur in den Poren ber Kohle, welche,
nachdem ihre Porofität durch Kochen in einer Lo⸗
jung von kohlenfanrem Natron erhöht worden, eine
zei lang in Salpeterſäure geftellt werben; letztere
peration ift zu wiederholen, wenn man fintet,
daß die Kraft der Kette abnimmt. Auch bie hier
angeführten fogenannten conftanten Ketten find
nicht vollfommen conftant, ſondern nachdem eine
Zeit lang die Kraft der Kette geftiegen ift (wahr⸗
Icheintich wegen beflerer Durchdringung der pord-
fen Scheidewände ı1. bes Daturch verminderten
Leitungswiderſtandes), nimmt fie allmälig u. nach
ftunbenlangeın Gebrauche ab. Nah Buh ift na⸗
mentli bei der Daniellihen Kette ber Grund
davon in dem Umſtande zu fucben, daß allmälig
burch die Boren ber Scheidewand ein Übergang ber
einen Flitffigkeit zur anderen erfelgt, u. das in
Folge deſſen an ber Bintoberfläche ausgefällte
Kupfer den Oberflächenzuſtand dieſes etalls
verändert. Außer dieſen, durch Berührung hetero⸗
gener Metalle wirkenden Ketten hat Grove eine
anf die Berührung von Gaſen berubente (Gas⸗
Batterie) conſtruirt. Platinirte, d. ſ. mit pul⸗
verförmigem Platin überzogene Platinſtreifen ſind
in Glasröhren eingeſchmolzen, Die, an einer Seite
verſchloſſen, abwechſelud mit Sauerſtoffen. Waſſer⸗
ftoff gefüllt u. paarweiſe mit offenen Enden ſoweit
in Glaegefäße mit angeſänertem Waſſer getaucht
ſind, bat babei die Piatinftreifen in das Waffer
reihen. Berbintet man nun das Platin des Waf-
ferftoffeylinders bes erften Gefäßes mit bein bes
Sauerftoffeylinbers bes zweiten u. fo fort, Das Pla-
tin des Waſſerſtoffeylinders bes letsten Gefäßes mit
tem tes Sauerftoficylinderg Des erſten, jo entftebt
ein eleftriider Strom vom Waflerftoif Durch tie
Säure zum Sauerfloff. Dabei, werten die Gaſe
ziemlich im Berbältniß ihrer Aquivalente abfor-
birt, dazu ziemlich iu Derjelben Menge, ale in einem
eingeichalteten Boltameter (f. unten) Gaſe entwickelt
merden. Füllt man tie eine Röbre, ftatt mit Sauer-
ſtoff, mit atmefphärifcher Yuft, fo wirb berielben
aller Sauerftoff entzogen, ber Stickſtoff bleibt zu⸗
rück; daher empfiehlt Grove Die Gasbatterie zur
Gubiometrie. Die Gasbatterie hat große Abnlich⸗
feit mit den Fadıınga- (fecundäaren) Sän-
len, von denen die Ritterfche in einer abwechſelnd
aus Supferfcheiben u. angefeuchtetem Papier auf-
gebauten Säule befteht, welche, wenn ihre beiten
Enden eine Zeit lang mit den Bolen einer Boltai-
ſchen Säule von ftarter Spannung in Berlihrung
ebracht worden find, dann für fih in folge ihrer
'abung einen fecundären Strom entmidelt. Es
if nämlih durch ben Strom von ter Roltaifchen
Sänle das Wafler ter Pappicheiben in ber ſecun⸗
bären Säule zerſetzt morben, bie verfchiebenen Gaſe
baben dabei ſich nach den verichiebenen Seiten an
die Kupferplatten begeben u. Lienen nachher zur
Erregung eines dem erften Strome entgegengejet-
| ten Stromes. DieBoggentorffihelabung®&
894
Täule befießt in einer Reihe von Platiuplatten,
welche zu je zwei in Gefäße mit eier Flüffigkeit
tauchen, u. won denen Die einzelnen Paare durch
eine conftante galvauiſche Kette geladen, dann aber
ſelbſt zu einer Kette verbunden werten, Die nun eine
Zeit laug wirkſam ift. Um fie Schnell wieder laden
in können, bat Poggenborff einen Apparat, bie
ippe, erfunten. Die gegenwärtig am häufig«
ften gebrauchten Batterien find: die Groveſche Zint-
Platin-Batterie in phyſilaliſchen Yaberatorien u.
zu Zwecken des Unterrichtes, weil ihre Wirkung
ſtark u. ziemlich lange conftant u. ihre Reinigung
u. Zufanmenftellung mit wenig Mühe verbunden
iſt; Die Bunſenſche, ebenſo ſtark aber weniger rein-
ih; bie Danielljche, nur halb fo kräftig, aber mit
dem Vorznge, daß fie feine Salpeterjäure bedarf,
teren Dämpfe doch läſtig find; die Eifenlohriche u.
bie Wollaſtonſche. Für Telegraphen u. andere tech⸗
niſche Zwecke bat fih noch bie Mobification ber
Daniellichen Kette jehr brauchbar ermwiejen, Daß
Zink u. Kupfer in Glaströge geftellt werben, welche
fett mit Sand ausgefüllt werben, der mit acht Thei-
len Waſſer u. einem Theil Schwefelſäure befeuchtet
wird.
F) Die Kraft der galvaniſchen Kette
bängt nach bem Ohmſchen Geſetze von ber Quan⸗
tität Eleltricität ab, welche von den Bolen der Kette
aus in einer gegebenen Zeit ben bie Kette fchlie-
ßenden Leiter durchſtrömt. Es kommt aber bierbei
auf die Spannung ter in ber Kette erregten Elel⸗
tricttät u. auf tie Größe des Leitungswiderſtandes
an, der erfleren iſt Die Stärke des Stromes Direct,
ber letzteren umgekehrt proportional; bie erfterc
hängt von der Stellung ber fi berüßrenden Me⸗
talle in ber Spannungsreihe mit Rücſſicht anf bie
ſie umgebenden Flüſſigkeiten u. von der Zahl der
Plattenpaare ab; der Widerſtand aber wächſt im
directen Verhältniß mit Der Fänge u. im umgefehre
ten des Querſchnitts bes Conduetors u. ijt aufßer-
dein von ben jpecifiihen Leitungsvermögen des—
felten abhäugig. Wenn aljo für einen feiter von
der Fänge 1, dem Onerſchnitt 1 u. Dem Leitungs—
vermögen 1 der Wiberftand = 1 gelegt wird, fo ift
er für die Yünge I, ben Querſchnitt q u. das Lei—
tungsvermögen k eben jo groß, als ber Widerftand
eines Yeiterd won Dem Querſchuitt 1, u. deut Lei—
tungsvermögen I, wenn nur die Yänıge bes letzteren
=]:gqk ift; Diele Yange heißt bei Ohm die redu—
cirteYänge. Esfolgtbierans: a) die Wirkung Der
Eäule wirt vermehrt Durch Verkürzung des Weges
durch bie Flüſſigkeit in der Säule u. Dur Ver—
größerung ihres Querſchnitts, weil dadurch der
Leitungswiderſtand vermindert wird. Deshalb
geben Voltaiſche Säulen von großen Platten eine
ſtärkere Mirtung als von Heinen Platten, nicht
aber wegen Der dadurch bewirkten größeren Anzahl
der Berührungspunkte zwiichen Zu. K. b) Iſt Die
Berbintung zwiſchen Den Polplatien eine gute, alfo
in einem kurzen Metalldraht beſtehend, jo verſchwin⸗
ber deſſen Widerſtand gegen den, Welchen, Der
Etrom iunerhalb durch den feuchten Yeiter findet,
ganz n. gar. Schichtet man in biejem Falle meh»
rere Voliaiſche Elemente auf einander, jo wird da—
tur zwar Die Spannung an ben Polen vervich-
facht, in demſelben Verhältniſſe aber auch der Wi—
berftand der ganzen geichloffenen Kette; daher jet
man auf tiefe Weiſe keineswegs mehr Elektricität,
in Umlauf, als durch ein Baar. Iſt Dagegen ber
Galvanismus FG.
Widerſtand im Verbindungsleiter betenkab, Gag
vielfacht fih bei Anwendung mehrerer Coma
ber Wiberftand Der ganzen Kette nicht in Zenden
Berhältuiffe, weil fich nur ein Heiner Ziele
‚ ganzen Widerſtandes vervielfacht. ter ante Zi
| aber couftant bleibt, Da aber bed die ẽ—
der Zahl der Elemente proportiouel inet 5
ift bier bie Anwendung ven viel Elenzuruercich
baft. Es gebt daraus berver, daß man cp
rihtung u. Die Zahl der Elemenie iur af
Maßgabe des Yeiterd, durch welden zu ie
Strom führen will, modificiren mar dumm
über mehrere Elemente zu verfügen, jeluzu
entweder bie Eleinente hinter einautt: Fade,
db. h. immer bie 4Platte bes einen mi: der Pia
bes nächften verbinten, ot. auch ncber amuır,
d. 5. alle + Platten nuter einander ı ke
ten unter einander verbinden; Lei ber tan
wird bie efeftromotorijche Nraft, abzwiär®
tungswiberftand vervielfacht, kei terisemiilt
bie eleftromotorifche Kraft gleich der rung
Elementes, aber der Witerfiant N ak
Man erreiht nun nad ben Chmiiakam
Marimum ber Wirkung, wenn ma Sal |
geftaltet, daß inner⸗ u. außerhalb te Tiuris |
nämliche Widerſtaud if. Man wirt tee |
mente hinter einanber verbinden, wen ter Sie
fand im Schliegungsbogen groß if, mus mal
neben einander ſetzen, wenn ber Eiteie B
Schließungsbogen Hein ift. Die Eriete Halt
Stärke der galvanijchen Kette find von Chur
fin 1827) mathemiatiſch aufgeftellt, u. von
u. Koblraufch experimentell erwieien werten.
6) Die Wirkungen ber galeaziift
Ströme zerfallen in: a) Medaniise #
befteben zunächſt in Anziebnung leihrer Cl
Abſtoßung gleichartig eleltriicher, abnlia \et
der Elektricität durch Reibung beebasicc®
ſcheinungen. Doc find Dieie bei gejtlfisst
faſt völlig verfibwindent, weil die Su®
unterschiede der ‘Pole Durch die Leitung tat
ausgeglichen werden. Selbſt bei ofiener SS
reicht die Spannung bei weiten wiht de
den man bei Gebrauch der Elektriñemi27
ſehen gewöhnt it, weil Die Stärke ter ERS?
riichen Kraft, welche von ter Berübaing a
talle ausgeht, nicht fo bedeutend ift, dar.
Iſolatoren herrührt, u. weil bei een: Kur
größte Menge ber geicbierenen Eleltricte: 34
Berührungspunkten verbarrt. Tbirsin =E
dem einen Bole einer offenen Batterit 339
bung gefegter Elektrometer nur bei In:
febr vieler ‘Blattenpaare eine beder:cadt SEB
Bei der Gaſſiotſchen Batterie von sy
| Divergirten die Blättcben eines Goledlauthit. *
ters 2— 3 Zoll. Zweitens eifendart hä st I
niſche Wirkung des galvaniihen Zirit:
Die gafvanifhe Endosmoſe, D. i. die Sa
daß bei geichleffener Kette, wenn dit ieat
tallplatten fih in Flüſſigkeiten Leftiuten, —F
keit in der Richtung wen der peitiee 35
—
Flüſſigkeiten, unabhängig von ver That?
der yoröjen Wand, ter Siem: 7
Aud tie Dide der Wand jet ui",
; fegung gleicher Stromjtärfe nar een 3
Salvanitmns G
80%
in. Für verichiebene Flüſſigleiten ift | lid brüdt u. Bann mit einer im Munde gehaltenen
vanderungsvermögen jehr verſchieden
‚einen um fo größer, je größer der Lei⸗
ind iſt; jo nimmt für Kupfervitriol—
Geſchwindigkeit Der galvaniſchen En—⸗
wachſender Verdünnung zu; reines
jeher Ichnell übergeführt; verdüunte
e, welche gut leitet, nur ſehr langſam.
Strömung verhindern, fo iſt ein hy—
Drucht nöthig, welcher bei jeder einzel⸗
tter Stromſtärke proportional, ferner
jleihen Umftänben der Flächeugröße
gelehrt u. der Die der Wand direct
‚ für verſchiedene Slüifigleiten aber
eihen Umftänben dem Leitungswider⸗
tonalift. b) Elefirodynamifche,
u. Abſtoßungen zwiſchen einander ge-
eglihen Strömen, ſ. Eleftrodynamıif.
riſche, Erregung eleftriicher Ströme
en Yeitern Durch Entftehung od. Ver-
Strömen in eimem nahe liegenden
irch Näherung eines ſtromführenden
ninductien), f. Eleftricität. 3 Mag»
Ablenkung beweglicher Stahlinagnet-
tagnetifirung von weichem Gijen ob.
en Körpern unter tem Ginfluß von
Strömen, 1. Gieftromagnetismue.
ogiſche. Tie Boltaiihe Säule faun
liche Schläge ertbeilen, als die gemöbn«
Dean emipfintet nämlich jedesmal
wenn plöglich eine beteutend größere
Menge von Glektricität den Körper
als vorber. Da nun ber menichliche
chlechter Yeiter if, fo ijt eine große
ifferenz an Den Polen nöthig, um
indurchzuireiben. Dean braucht daher
fiologiihen Berjuchen eine (mur nicht
aiſche Säule mit vielen Platteu. Mache
Berührung der beiten Bote ber Zäule
Fingern einen Schließungsiclag
empfintet man bei binreichend Erafs
in fortdauerud brennentes Gefühl in
cch welche die + Elektricität einſtrömt;
ann bie Kette wieter, jo fühlt man
i, dech minder ſtarken, ben Tren—
ig, u. darauf ein plötzliches Erkalten
e, wo man vorher das Gefühl der
Docbb find verſchiedene Mejſchen für
verichieden empfanylih. Offnet u.
ie Kette oft u. ſchnell hiutereinander,
rch die Wirkung auf Die Nerven be-
gert. Dies kann man aber durch den
Jacobi od. durch das Biivrad von
elligen, mit deren Hülfe dir ©. neben
noſtrömen Durch Ten Neefſchen Appas
die Sartonſche, Marine auch nicht
gegen manche Übel mericiniiche Arts
et. Die ftarfe Wirkung des galvani—
8 auf bie Nerven lebeuber ed. friſch
tere iſt bekannt j. oben), u. lange Zeit
arirte Froſchſcheulel das empfindlichſte
r. Humbeldt rief halbtodte Thiere
rom auf kurze Zeit wieder ins veben
Wirkung auf den Augennerv,
€ Ericheinung, empfinder man ſchon,
ne Silberplatte, die man mit einem
er Utreckeuem Papier) in Der Hand
ugapfel od. Das gut befeuchtete Augen⸗
|
Ziulplatte in Beruühruug briugt. Yegt man ferner
ein Zinfftüd über tie Zunge u. em Silberſtück
unter dieſelbe, a. läßt Die vorteren Enden fich ges
genjeitig berühren, fo bat man von dem dadurch
entſtehenden Strom eine Sefhmadsenpfindung u.
zwar auf der Zunge jauer, unter berjelben alla
liſch. Deutlicher empjintet man noch ben fauren
Geſchmack, wenn man Die Zunge in einen nit
Salzwaſſer gejüllten Zinkbecher taucht, gegen wel⸗
hen man eine Zilberplatte, Die man in Der feuch⸗
ten Hand hält, ſtart audrückt. ſ) Die phoſikali—
ſchen Wirkungen zerfallen in Erwärmung ber
veiter u. Hervorbringung won Licht. Das Rießſche
Geſetz für bie Entlatuug der Leidener Flaſche, daß
bie Dadurch in einem geichloffenen Leiter entwickelte
Wärme feiner rebucirten Länge (vgl. oben) pros
portionaf fei (1. Elektricität V. Fr), ift auch für gale
vaniſche Ströme durch Joule, Becquerel u. Yang
erperimentell bewieſen. Um ben metallenen Yeis
tungsdraht ins Glühen zu bringen, ift nicht gerabe
eine Kette von großer Spannung nöthig, wohl
aber von guter Leitung, aljo großem Querſchuitt
der Flüſſigkeit, weil ver Metalldraht ſelbſt ein ſehr
guter Leiter if. Daber eignen ſich dazu bef. bie
eflagratoren u. Calorimotoren (Berbrenner od.
Erhitzer); desgleichen die Daniellihen u. ähnlichen
Elemente, weldye man bier fo verbinden wird, daß
bie Zinkplatten ber verfchiebenen Elemente unmit⸗
telbar zuſammenhängen u. gleichſam eine einzige
Platte ausmachen ß oben u. F) b). Je größer
bieje ift, Defto Dicdere Dräbte kann man glühend
machen. Mit einer Kette von fehr kleinem Flüſſig⸗
keitsquerſchnitt kann man auch nur einen jebr feinen
Draht ins Glühen bringen, u. dies hat Wollafton
mit feinem Bingerbutapparat am meiteflen ge⸗
trieben. Derſelbe beſieht in einem, ſilbernen Yin»
gerbute, in welchem ein Zinkplättchen mittelft Sie
gellack jo befeftigt ift, Daß es fich nicht mit den Sil⸗
ber berührt; ein beite Metalle verbindender ſehr
feiner Drahtbogen erglübt, fobalt man den Finger⸗
but in eiue vertüunte Säure taudıt. Von dem Er»
glühen ber Drähte Durch dem galvanifchen Strom
bat Arago eine Anwendung auf die Beleuchtung
ter Milrometerfüben im Ferurohre gemacht; doch
kann man nicht dieſe ſelbſt aus Draht fertigen
u. glühend machen, weil fie zugleich erfchlaffen
würden, jondern man muß fie erft durch andere
Drähte erleuchten. Cine Aumwenbung der galva-
niihen Wärme u. Pichterfcheinungen im Großen
ift ver zwijchen zwei innerhalb eines luftleeren Bal⸗
lons ſich gegenüberſtehenden Kobienipiten erzeugte
glänzende Lichtbogen, ſ. Galvaniſches Kohlenlicht.
Einen Zunten bemerkt man auch ſchon, wenn man
bie beiden Bolbrähte einer ftarten Säule mit eins
ander in Berührung bringt, u. befeftigt man an
dem einen ein Stück Blattgold, jo verbrennt dies
bei Schließung Der Kette unter Dem blendeudſten
grünen Lichte. Wahrend in der Yuft ter galvaniſche
Funke gewöhnlich erft bei der Berüibrung der Con«
ductoren erſcheint u. auch Kohlenſpitzen erſt nad
vorhergegangener Berührung ein wenig ſich von
einander entjernen laſſen, um noch Ten Lichtbogen
zu erzeugen, geht im luftleeren Raume der Funle
einer kraͤftigen Batterie auch in einer Entfernung
von J—5 Ceutimeier iiber. Gaſſiots Batterie von
3520 Glementen aber gab auch im lufterfüllten
Kaume fünf Wocen lang unansgeſetzt Funken
—4
einem Abſtande ber Volbrähte von ze Roll
63 —— ————
u. tn Heine Entfernung von einantber
— a offgas am — ſich ausfıhieb
— — ———— —
—
rabuirte Nöhre geſtürzt, fo hat man einen Waf⸗
[erjeriegungsappäre (her, wenn man
t
ie Blatindräbte mit ben Boten einer Säule im |
zu Waff
nad halb fo viel Sauerſtoff ale 2 aferkofl
befierer Fortleitung bes Stromes durch bie Ylif-
feit kann man am Ende ber Platinprähte auch
latinplatten anbringen, n. biefe ſich einander fehr
nähern, wenn man nicht bie Gaſe aufs
fangen will; dann if bie Entwidelung fehr leb
u. das entweichenbe Gas Knallgas. Auch ſchon
mit einfachen Ketten gelingt biefe Zerſetzung. Bes
zährt man eine im Waller ir Stiberplatte
mit einem Ziufftüde, fo fleigen Bläschen von Waj-
urn auf. Grotibuß bat von biefer merfmwitrbigen
mung ber chemiſchen Zerſetzung durch ben
galvaniichen Strom felgenbe gegenwärtig faft von
allen Phyſilern ala richtig angenommene Erflärung
63 burch die Berührumg ber Waſſerſtoff⸗ u.
uerftoffatemte im Waſſer werben bie Hear Pr
tiv, bie leßteren negativ efektrifch; megen ber gleich⸗
drmigen Vertheilung der Waſſermolecüle aber kann
fid) keine freie Eleltricität zeigen. Befindet fih nun
Waſſer zwifchen ben Polplatten einer galuanifchen
Batterie, fo zieht das pofitine Metal Die elektro»
negativen Sauerſtoffatome ber nächftliegenten Waſ⸗
fertheilden an, während bie negative Wetallplatte
die Waflerftoffatome anzieht n. audy in dem ganzen
wifchenranne zwißchen beiden Platten richten fich
Folge der Anziehung ungleichartiger Elektricitä⸗
ten alle Moteciile fo, daß fie ihr Sanerftoffateın der
pofitiven, ihr Waſſerſtoffatom ber negativen Pol⸗
platte zufehren. IA nun die Anziehung der Bol-
platten gegen bie betreffenden Atome groß geung,
En en fie biefeiben ihrer Verbindung, u. es
iden fich beiberfeit® Die Basarten aus. Auf ber
anzen Strede zwiichen den Polplatten verbinden
de aber nunmehr die neben einander liegenden
Atome, die vorher zu verichiedenen Waſſermolecü⸗
len gehörten, u. jobalb dies geſchehen, erfolgt aufs
Neue eine Ausſcheidung durch die Kraft der Kette.
Auf diefe Weife gebt innerhalb der Flüſſigkeit felbft
beftändig eine Zeriegung u. Reubildung des Waſ⸗
fers vor ſich, nur an den Bolplatten können bie
Beftanbtheile frei werden. Wie das Waffer, fo wer⸗
den auch ſehr viele andere flüjfige Körper durch den
galvanischen Strom zerjeßt, u. es fcheinen Diefelben
eben vermöge ihrer Zerſetzbarkeit Leiter des Stro⸗
mies zu fein, da Ichwerfliifige Körper viel fchlechtere
Leiter find. Feſte Körper kann man zu bem Ende
Durch Auflölen in Wafler od. durch Schmelzen in
Küffigen Zuftand verjegen. Hierbei geht bei Me-
tallverbind ,9
KH
Metalle nn: Pole. Wilchen x. “
vorber Stoffe
1807 Davy ig a in Gcxcch
talliſche Rabicale Bon ben
vie Ohne am Bee Dafıe er
biefen ; ft das @eich, }
Ingieige hemifge Kanal
| ben werben, Verbindungen zwei Kia
einem andern Berbältwifie ald zu gleaden
lenten find nad Faradah feine Cicteeln
Im burd den Strom wicht birect zlal
nen lönnen nur fecumbäre ZJerjegungst
werben. Wird 5. B. Salpeterjäurn dm
(hen Strome unterworfen, fo wir
burd; den aus Dem Waffer ansgeiditems‘
ftoff, ber in statu nascente it, mm
falpetrige Säure geichteben, woren krös
ſich mit Wa ferftoft fogleich zu Waferaitt
falpetrige Säure aber an ben nee
während ber Sanerftoff aus bem bak
Waſſer an den + Pol gebt. Eine dm)
bäre Beresung ift bie des Kupferimalt
cher die Galvanoplaftit berubt(j.chene)b
bung von Danielle comftanter Yatteri), 8
wie auch andere Metalle ſich anf ihid
fällen faffen, geben die Nobilildenf
ringe. Bringt man fiber eine Cilben,t
Platinplatte einige Tropfen effigjaumt ®
berührt fie in ihrer Mitte mit ber &
aintiüdes fo bilden ſich in —F bieder
ette um ben Berübrumgspunftcont
weiche, ben Newtonſchen ähnlich, in A
farben ſchillern. Ihre Geftalt mebthan
tbilmlich, wenn fa mebrere ſolche Sof
kreuzen. Dan kann auch bie Platte u
zu entgegengejegten Polen einer zuja
ten Kette nehmer: Es werben aber m
Einer Flüffigkeit, durch melde ber €
bie Elemente im Berhältniß ihrer Agar
pelieben, fonbern führt man denſelben
urch andere Zellen, welche belichige
Jose Fläffigkeiten enthalten, fo wert
n dem Maße zerfegt, daß die m
Duantitäten unter ſich u. mit ben ver
haltniß ber Aquivafente ſtehen. Aut
Strom erregenden Zellen finbet-bien
portionalität ber Zerſetzungsproducte
enthaltenen Slüffigleiten flat Farad
daher den Strom als einen von einer
andere Abertragenen chemilchen Pre
Weitere unt. Elektrolyſe u. Galvane
Elektrolyſe iſt Übrigens, im Fall
Auflöſung irgend eines Stoffes in &:
in mebrere unter einander commnnici
vertbeilt ift, von einer Wanderung
Stoffes von bem einen Bole zum ante
Dieje eleltrolytiihe Wanderun
unter ben mechanifchen Wirkungen t
angeführten galvaniichen Endosmoſe
wechſeln; während bie letztere in einem
ber ——— Flüſſigkeit immer in
von dem pofitiven zum negativen Pe
bie elektrolytiſche Vanberung ein Üi
Töften Stoffes innerhalb der Fluſſig
Air verichiebene Stoffe in verſchiedere
Säuren gehen vom negativen zum)
VGalaniamuq H.
n pofitiven zum negativen. Sind
fie nicht chemiſch zerjetzbar, fo wan⸗
‚culirenden Glektricitätsmenge pro-
e des gelöften Stofjee, wie groß
bie Concentration ber Yöjung fei;
windigkeit ber Wanderung für ver-
verichieden. Sie beträgt für Schwe-
—— 14, für Ätztali 23,
5 Broc. des Aquivalenta der beweg⸗
Sind bie auigelöften Stofie che⸗
jo wantert die Bafis von pofitiven
Bote. Iſt die Bafis das Oxyd eines
8, fo wurde biejes Verhalten von
er geleugnet, Doch haben Hittorf u.
je Anfiht widerlegt, u. letter ſo⸗
nt, daß die jchweren Dietalle das
ungsvermögen befiten, 3. B. für
tupfer 36 Broc., nur muß man ver»
a pofitiven Pole Säure frei werde,
nicht Platinplatten als Elektroden
ung der Conſtanten desgal—
romes. Unter den Conſtanten des
romes verſteht man die in der Kette
motorische Kraft, ben in ihr enthal⸗
ieerftand u. Die Stärke des Stro-
dent Chmichen Geſetze die Stärlke
zleich der eleftromotorifhen Kraft
en Leitungswiderſtand ift, jo kann
mei dieſer Größen durch die Beob-
; find, bie dritte berechnet werben.
t fi nun das Problem fo, daß ent-
romotoriſchen Kräfte verichiedener
von Metallen u. Flüſſigkeiten, ob.
erftänte verichiedener Konbuctoren
rglichen werten follen. In biefem
tan nur relativer Meflungen ber
ach einem gemeinschaftlichen Maße,
Hröße nicht weiter beſtimmt zu fein
vergleichende Diefjung ber Strom-
man aber durdy die Beobachtung
ı u. zwar zeigen fich hierzu am be-
ıguetifchen Wirkungen, namentlich
ng ber Zangentenbufjole. Indem
triſche Strom durch einen breiten,
n der Ebene des magnetiichen Me⸗
hen Kupferring von etwa einem
ev geleitet wird, jo wird dadurch
nem Mittelpunkte befindliche Diag-
mem Sol Yänge abgelentt, u. die
nee ift dann der trigonometrifchen
Ablentungswinleld® proportional.
weiner Kette enthaltenen Leitungs⸗
demjenigen eines gegebenen Drab-
en, beobadytet man Die Ablenkun
l erftlich bei unmittelbarem Schiu
die Tangentenbuſſole u. ſodann bie
lentung nad) Einſchaltung des ge-
3. Hierdurch finder man zwei Glei⸗
nen man ſowohl den geſuchten Wi⸗
tte, als auch eine der elektromoto⸗
r Kette proportionale Zabl berech⸗
ſolche Weiſe ergaben vergleichende
eleltromotoriſchen Kräfte verſchie⸗
nach Petruideisty, immer unter
algamirten Zintd, für das Grove⸗
stement 1,78, fir das Bunſenſche
n Eiſenlohr 1,05, von Daniel 1,00,
ifon. %& Aufl. VL
807
von Wollafton 0,93, für das aus Gußeiſen u. Zink
1,72; dagegen fand Müller für ein Bunfeniches
Element gefertigt von Deleuil 839, für ein Bun⸗
feniches von Stöhrer 777, für ein Groveſches 524,
für ein Daniellfches 470, für ein Smeeſches 210,
für ein Wollaftonfches 208; bie Widerftäute fand
Müller für das Deleuiliche 21, für das Stöhrer⸗
fhe unter Anwendung von bejien feinen poröſen
Thonzellen 12, unter Anwendung ihlechterer Thon⸗
zellen 42, für das Daniellihe mir ſchlechten Thou⸗
ellen 78, für das Wollaftonihe 13. Allerdings
And ſolche für die Widerftände gefundener Zahlen vou
bem willkürlich gemäblten Drabte, u. Die Zahlen
für bie eleltromotoriſchen Kräfte außerdem noch von
ber bejonderen Genftruction ber Tangentenbifjole
abhängig, u. diejer Übelftand wird um jo fühlbarer,
weil es nicht einmal genügt, Den gefundenen Zah»
len eine Angabe über den Stoff u. die Ausdehnung
bes gewählten Drabtes hinzuzufügen, indem bie
Xeitungsfähigleit ber Metalle durch eine geringe
chemiſche Beimiſchung u. durch veränderte —
fenheit ihres Aggregatzuſtandes (Dichtigleit, Ela⸗
ſticität) weſentlich geändert wird. Es ſtellte ſich
alſo zunächſt, um allgemein vergleichbare Werthe
zu gewinnen, das Bedürfniß nach einem allgemei⸗
nen Grundmaße des Yeirtungsmiderjtundes heraus.
Als ſolches gilt jetzt faft allgemein tie Jacobi»
he Einheit, dies ift ein won Jacobi in Peters⸗
burg bargeitellter Kupferdraht von 25 ruſſ. Fuß
— 7,61975 Dieter Yürge u. 0',02625 =U,w7 Millim.
Dide, zwiſchen Glasröhren wohl verwahrt u. an
beiden Enten mit Schrauben zum Kinfchalten ver-
*jeben, welcher zur Anfertigung u. genauen Bergfei-
hung ähnlicher Etalons durch viele phyſilaliſche
Gabinete gewanbert ift. Um aber auch für die efef-
tromotoriſche Kraft, od. mas nunmehr auf bafielbe
binauslonunt, für die Stärle des Stromes ein
abjolures Maß zu haben, find verſchiedene Vor⸗
ſchläge gemacht worten. Nah Jacobi fol die Ein⸗
beit des Stromes ein folder fein, weldyer Durch
Zerſetzung bes Waſſers in einer Minute ein Cubife
centimeter Knallgas von U’ Wärme u. 7650 Milli
meter Spannung liefert. Nur der Größe, nicht
dem Princip nad hiervon verfchieden ift es, wenn
man als Einheit denjenigen Strom nimnıt, welder
in einer Secunde ein Diilligranum Wafjer zerſetzt,
u. Dies gilt gegenwärtig als Das elektrolytiſche
Map. Weil aber dieje Einheit wenigftens unmit-
teilbar in vielen Fällen nicht anwendbar ift, indem
ſchwache Ströme durch Einſchaltung tes hierzu nö»
thigen Boltametere bis zu einer unmerlbaren Größe
geihwächt werben, hauptſächlich aber aus willen»
ſchaftlichen Gründen hat W. Weber ein anteres auf
bie Einheit Des Magnetismus fich ſtützendes Maß
eingeführt. Danach gilt ald magnetiſches Maß
ber Stromftärle derjenige Strom, welcher die Ein»
beit der Fläche umkreiſend, dieſelbe elektromagne⸗
tiſche Wirkung hervorbringt, wie die Einheit des
freien Magnetismus; letztere iſt aber der Magne⸗
tismußs eines ſolchen Stabes, welcher, wenn er aus
roßer Entjernung R auf einen anderen gleich ſtar⸗
en Diagnetftab wirkt, deflen Achſe in bie Verbin⸗
dungslinie ber beiden Dlittelpuntte fällt, während
jeine eigene Achſe ſenkrecht Dagegen ift, ein Drehungs-
moment auf ihn ausübt, weldyes fich zu bein abjo-
(uten Maße des Drebungsmonentes wie 1 : BR?
verhält. Weber hat ferner nachgewieſen, baf bie
elekttrolytijche Maßeinheit 106; maguetijdpen Kitts
5
608
Heiten gleich it. Endlich hat Weber noch eine me-
chaniſche Mafeinbeit ber Stromflärte aufge⸗
fiellt. Definirt man nämlich ale eleftroflatifihe Ein-
heit ter Elektricität diejenige Menge, welche in
einen Millimeter Abftand auf die gleiche Menge
einen Drud ausübt, der einem Milligramm in einer
Secunbe die Beſchleunigung von einem Millimeter
eben wirbe, fo ift bie mechaniſche Einheit ber
romftärfe die Stärke des Stromes, bei welchem
in einer Secunde wie Einheit der freien poſitiven
Elektricität in der einen Richtung u. bie Einheit ber
freien negativen Elektricität in ber entgegengeſetzten
Richtung Durch jeden Querſchnitt der Kette fließt.
In Gemeinſchaft mit Kohlrauſch hat Weber die frii-
beren Stromeinbeiten nach mechaniſchem Maße ge-
meffen, u. e8 ergibt fi, Daß die magnetiihe Maß-
einbeit 155,370 Millionen, bie eleltrolytiſche
16,573,000 Millionen mechanischen Einheiten gleich
if. Es folgt hieraus zugleich, Daß die Waſſerſtoff⸗
atome in einem Milligramm Waſſer 16,573,000
Millionen Einheiten freier + Elektricität, bie
Sauerftoffatome eine gleiche Menge freier — Elel-
tricität enthalten, u. e8 müßte allo bei dieſer Waſ⸗
fermenge auf die Waflerftoffatome ein Drud von
2956 Genmern nach einer Seite u. ein gleicher
Druck auf die Sauerftoffatome nach ber anderen
Seite wirffam fein, wenn in einer Secunbe ein
Milligranım Waſſer zerſetzt werden jollte.
1) Theorie bes ©. Für die Art u. Weiſe,
wie man fi) die Erzeugung ber galvaniſchen Elek⸗
teicität benfen fol, gibt es zwei Theorien, die Con-
tact» u. die hemiiche Theorie. a) Die Contact-
theorie, fhon von Volta aufgeftellt, von Ohnt
chner, Pfaff weiter begründet, erkennt e8 als
hatſache an, baf zwei heterogene ftarre Körper,
welche Eieltricitätsleiter find, durch bloße Berüh⸗
rung, ohne Mitwirkung irgend eines chemiſchen
Broceffes, das elektriſche Gleichgewicht ſtören u. bie
vorher zu neutralen Gemiſch verbundenen Eleftri-
citäten ſcheiden, jo daß, wenn veibe ijolirt find, an
dem einen ++, an dem anderen — Gleftricität aufs
tritt. Die Spannung ber Elektricität zeigt für je
zwei folche Körper einen beſtimmten, unabänter«
lichen Grad. Alle Körper find in eine Reibe(Span-
nungsreibe) zu ordnen (f. oben). Nach Fechner
denkt man fich den Vorgang der Erregung jo, daß,
wenn 3. B. Kupfer u Zinf in Berlibrung fomnen,
in ben Heinen Zmiichemaum zwiſchen beiten Plat⸗
ten wegen der elefiromotorudhen Kraft ſich ein
Theil — Eleftricität von Zink u, 4 Elektricität
von Kupfer neutralifiren u. dadurch beite Platten
mit ben beziebentlicy entgegengefeten Eleltricitäten
elaten zurüdgelaffen werden. Wird durch einen
—** Leiter Die Kette der ſich berührenden Me⸗
talle geſchloſſen, ſo vermittelt die chemiſche Zer⸗
ſetzung deſſelben den Strom, deſſen Quelle jedoch
die im Contact wirkſame Kraft iſt. Während die
Anhänger ter Contacttheorie Die weitere Frage
nach dieſer Kraft offen laflen, wollen die Berthei-
figer b) ter hemijchen Theorie einen Ab—
ſchiuß finten in der Hypotheſe, der Chemismus fei
nicht eine Folge des ©., ſondern die Urſache. Die
Antuction namlich, Daß geichlofiene galvanijche
Ketten nur dann wirkſam jeien, wenn fie einen
feuchten, chemiſch zerſehbaren Yeiter enthalten, u.
daß, wenn in ber Stette zwei fich berührende Me—
talle tbätig feien, Das am ſtärkſten angegriffen: ſich
ſtets als poſitiv verhalte, veranlaßte De ia Rive
zwiſchen Zink u. dem feuchten
Galranomas: LK.
als Urſache der Siektricitätßerregung de
Broceß hinzuſtellen. Auch wo bie fe
ſchlofſen et, fei Die Spannung der Giehri
falle durch den chemischen Proctß bebinz!
man z. B. mit einem Zinlſtüde die mck
kectorplatte eines Eonbenfators, fo ericei
tricität in bemfelben, weil an der Berih
Finger ee!
entftehe, welche die 4 Elektricitãt hardy
abfließen, aber bie — Eleltricitãt af ih
vor da auf das Dieffing übergeben If
Anſichten ſtimmen — nicht überein
Thatſachen, daß fich immer wieder ie
Grad der Spannung zeigt, wie chtud
ſuch wieberholt werben mag, daß fumı
von Efektricität wahrgenommen wit, ı
die Sollectorplatte von bemielten Ru
fertigt, al® mit welchem man fie berät.
auch bebeutende Elektricität erhält, vr
Blatte mit Körpern berührt, bei dem
ſche Action faum denkbar ift, wie Grat
toble, od. Blatin. Noch weniger ih
la Rines Hypotheſe bie regelmäßige &$
reihe erllären,, welche fich ala alle ſeſt 8
faſſend darftellt, wenn man nad ter X
Metall mit ben übrigen in Qerähren
Weiter als De la Rive geht noch Zurte
dem er nämlich eine Glektricitätderrgum
feften Leitern u. Flüſſigleiten nachgewe
findet er nun nicht mehr in den chemiden
u. den Affinitätekräften bie Duelle der
fondern erflärt Elektricität u. chemiſchen
identiſch n. den elektriſchen Strom für
Berne libertragene Bermwandtichaft. Ra
dorf ift die Eomtacttheorie nicht wider
chemiſche nicht erwieſen.
K) Der zur Darftellung ı. Beobahm
vaniſchen Erſcheinungen nötbige Arpı
außer den bejchriebenen galwantichen Ü
Säulen u. den gleichfalls erwähnten, 5
tung der Spannungsverhältnijie der &
gen Elektroſtope mit Condenſator: a) a
menten, welde zur Schließung
dienen. Hierher gebören neben aa)rın
drähten von verjchietener Yünge u.
den Klemmſchrauben, mitteiſt de
mit den Polen ter Säule u. unter ji
dung gebracht werben, die Mutateren
tatoren. Der von Jacobi erfuntene
tor (Rbeotom, Eleftrotom) tie
Stron oft u. rafch hinter einander ;:
wieder zu unterbrechen, u. bejtebt aus
felben horizontalen Achſe befeſtigten, un
in leitender Verbindung ftebenten 8:
von denen die eine an ibrer Peripherie
zahl (3. B. 36) gleiche Abſchnitte geibei
abwechſelnd ansgefchnitten nn. durch E
gefüllt find. Zwei kupferne Hebel lies
langen Armen auf dieſen Scheiben a:
mit ibven furzen in Quedſilbernãviden
Zuleiter des Stromes bilden. Diredt !
Scheibe, jo wird bie Kette unterbredk
geſchloſſen, je nachdem Der eine Hebelar
holz od. Kupfer berührt. Das er!
rad unterſcheidet ſich ven dieſem Arp.
durch, daß bei ihm tie Scheiben berr
Mittelſt deſſelben kaun man in einer «
Scließungen u. Offnungen bereirte
GSalaniamus K.
:(®yrotrop, Inverſor) if eis
ser Ströme bienenbes Inftrument.
inem hölzernen Vretchen, anf wel⸗
enüberſtehenden Seiten je drei mit
Ute Näpfchen geſtellt ſfind. Nennt
er Seite ſtehenden 1, 3, 5, bie au
, 6, fo ift das Quedfilber in 1 mit
einen Dietallftreifen verbunden, Das
5 durch einen zweiten, ber fich mit
titte freuzt, ohne ibn zu berühren.
ıL iftber +», in 2 ber — Poldraht
u. 4 geben Drähte nad dem fei-
chſtrömt werben fol. Je nachdem
.2 mit 4 cd. 5 mit 3 u. 6 mit 4
en verbunden wird, gebt ber poft«
3 durch den Leiter nach 4 od. ums
‚reicht Dies aber durch eine Wippe,
Range, jo lang als das Breichen
edem Ende brei Metallfpigen trägt,
nittelften am längften finb u. in 3
e zu beiden Seiten aber entweder
5 u. 6, je nachdem man bie Wippe
andere Seite wirft. b) Infiru-
rkennen u. Meſſen der gal-
röme. Yange Zeit biente aa) zum
ofhpräparat;bas von Schweig-
von Nobili vervolllommnete Balve-
t vor ihm nurden Vorzug, daß man
die Richtung des Stromes daraus
ach welcher Seite die Magnetnadel
j. Eleftromagnetifcher Multiplica⸗
ſität des Stromes iſt bei ihm jedoch
des Ausſchlagswinkels proportio⸗
‚bel durch die Drehung in merklich
gegen den Multiplicatorring kommt
ter ſich die Radel bereits gedreht
e Wirkung deſto ſchwächer wird.
») Pouillet u. W. Weber zu Juten⸗
Tangentenbouſſolen con-
Rhier Der zu meſſende Strom durch
reisförmigen, verticalen u. in der
metiſchen Meridians aufgeſtellten
eleitet. Mit ſeinem Mittelpunkte
unkt einer Heinen Bouſſole zuſam⸗
venn durch den Kupferſtreifen ein
n der urſprünglichen Yage foweit
bis bie magnetiihe Aichtkraft der
Kbitehungstraft Des Stromes fich
t halt. Weil bierbei bie Pole ber
merflich von dem Ringe entfernen
nicht länger ale ! des Durchmeſſers
), fo ſteht bier die Stromintenfltät
yen Verhältniſſe zum Ablenkunge-
‚teich feiner trigonometriſchen Tan-
das Inftrument fo eingerichtet, daß
Multiplicatordraht trägt u. man
die Nadel dur den Strom abge-
se verticale Achſe drehen kann, 10°
del wieder in die Ebene des Ringes
n bie Stromintenfität dem Sinus
Dedungsiinfeld proportional, da⸗
Inftrument bie Sinusboujjole.
die Bouſſole nicht Meiner ala der
3 Ringes zu fein, weil bie Nabel
ı Die namliche Yage gegen deu Ring
Die UÜbelſtände, weiche noch mit
‚nten verbunden find, daß die Ab⸗
ınmittelbar der Stromftärte pro-
portional find, ſondern erſt trigenometriiche Yunc-
tionen berfelben, daß die Beobachtungen bei ber
Tangentenbouſſole für große Auefchläge fehr un-
genau werben, bei der Sinusboufiole aber bald 90°
erreichen, machten ein Inftrument wilnichenswerth,
welches Mohr conftruirte, da® Torjionsgalvar
nometer. Ein Baar aftatifche Magnetftäbe
ben ſich wie beim Galvanometer theils zwiſ
theils über einem Multiplicatorringe u. ſind an
einer geſtreckten Uhrfeder aufgehängt, welche oben
an den Zeiger einer Kreistheilung befeſtigt iſt. Hat
nun der durch den Multiplicator geleitete Strom
den Magneten abgelentt, fo dreht man den Zeiger
oben fo weit, bis Lie Nabeln unten wieder an ber
vorigen Stelle einfpielen, bis aljo die Zorfione-
kraft der Stablieder der Kraft des Stromes das
Gleichgewicht bält. Da ſich diefelbe dem Torſions⸗
winkel durch Verſuche genau proportional ergeben
bat, u. bie Feder bis auf vier Umdrehungen voll-
fommen elaftijch ift, fo erfüllt das Inftrument obige
Bedingungen. Ein auf dem Brincip ber ther-
mifhen Wirkungen bes Stromes beru-
hendes Galvanometer bat Hanlel erfunden.
Der Strom wirb durch einen feinen Drabt geführt,
ber fi in Folge deflen erwärmt u. ausbehnt. Der
Draht ift oben an dem eineu Ende eines Hebel»
arms befeftigt, an deſſen anderen ein Spiegel anger
bradt ift u. ein Gewicht, welches den Faden immer
in gleiher Spannung erhält, dabei aber, wenn er
fih ausdehnt, den Hebel jo bewegt, bag man durch
ein geygenübergeftelltes Fernrohr mit einer Scale
im Spiegel verihiebene Scalentheile voriibergehen
fiebt. Die Erwärmung ift dem Quadrate ber
Stromintenfität proportional, es ift für fie Die Rich⸗
tung des Stromes gleihgältig, daher laun man
mit dieſem Inftrumente auch Steöme mefleu, welche
unanfhörlich u. ſehr Ichnell hinter einander ihre
Richtung umkehren. Man kann ferner den Strom
nah feinen chemifhen Wirkungen durch ba
Boltameter meilen. Faraday hat nämlich das
Geſetz nachgewieſen, daß, menn eine Flüſſigleit durch
einen conſtanten galvaniſchen Strom zerſetzt wird,
bie Quantität der Zerſetzungsproducte ber Zeit =.
ber Stromintenfität proportionat if, daß alio bie
in ber Zeiteinheit zerſetzte Maſſe ein Maß für ben
Strom iſt. Es kanu aljo ber oben unter G) f) be-
ſchriebene Zerſetzungsapparat zum Boltanıeter die⸗
nen. Endlich kann man die Intenſität der galva⸗
niſchen Ströme noch am Elektrodynamoineter (ſ. d.)
durch die Ablenkung meſſen, welche, wenn derſelbe
Strom hiutereinauder durch zwei einander nahe
Drabtringe geführt wird, der eine Durch den andern
erleidet. ©) Inftrumente zum Meifen des
Widerftandes: Wheatſtonſcher Rheoftat
od. Stromregulator, durch welchen man eine
in einen galvanıihen Strom eingefchaltete Draht⸗
länge ohne Unterbregung bes Stromes, beliebig
verlängern od. verlürzen kann; er Lefteht in einem
hölzernen, um jeine Achie drehbaren Cylinder,
ihraubenförmig mit Neufilberdrabt ummunben.
Der eine PBoldraht wird nun zu bem einen Eude
des Drahtes geführt, der andere zu einer Metall⸗
hilfe mit einer Feder, die gegen ten Draht drückt,
un. während ber Drehung des Cylinders länge bed»
felben ſich verichiebt, jo daß nad ein, zwei, Drei m.
mehreren Umrehungen ebenjowiele Windungen bes
Drahtes in die Kette eingeichaltet find. Man kann
mit biejem Inſtrumente leicht biejenige Drabtlänge
‘
finden, welche einem anteren früher eingeſchalteten
Leiter an Widerſtand gleich iſt. Das Differen⸗
tialgalvanometer beſteht in der von Hantel
perbeflerten Geftalt ans einem Ringe von 3 Fuß
Durchmefler, über welchen im entgegengefegten
Sinne zmei Dräbte von ganz gleichem Widerftande
gewimben find u. in been Mittelpunkt ein br
netftab von 3 Zoll Fänge an einem Coconfaden auf
gedängt ift. Spaltet man nun einen Strom, daß
er bie beiden Drähte gleichzeitig durchläuft, fo muß
die Nabel auf O ftehen Bleiben. Schaltet man aber
in ben einen Zweigſtrom einen noch zu unterfuchen-
den Leiter ein, fo muß man in ben anderen zugleich
eine gewiſſe Yänge befannten Drahtes einfchalten,
bis Die Ablenkung der Nabel, die durch ein Fern-
rohr mit Scale beobachtet wird, — 0 iſt.
Bgl. Galvani, Dell’ usu e dell’ attivita dell
arco conduttore nelle contrazione de’ mus-
coli, Bologna 1794; 3. 3. Reinhold, De Galva-
nismo, %p3. 1797; Gud, Geſchichte des ©. u. aller
bis jett Darliber gemagıten Beobachtungen, über-
jetst von Clarus, a 1802; Voltas Schriften über
Elektricität u. ©., herausgegeben von Nafie, Halle
18035 Cavalla, Darfielung ber Lehre von ber
Eleftricität, bem &. u. Magnetiemus, Erf. 1806;
Ohm, Die galvanifche Keite mathematifch bearbei⸗
tet, Berl. 1827; Pfaff, Parallele der chemifchen
Theorie u. ter Boltaifchen Eontactiheorie, Kiel
1845; Fechner, Maßbeſtimmung über die galva-
nijche Kette, Lpz. 1831; W. Weber, Eleltrobyna-
miſche Maßbeftimmungen, Abb. ber Leipz. Geſ. der
Wiſſ., math. phyf. Klaſſe I, 215 u. 483, Lp3. 1850
u. 1852; Weber n. Kohlrauſch, ebenba V, 221, 2p3.
1856; Humboldt, Die gereizte Mustel- u. Nerven-
fofer, Berl. 1797 u. 1799; Ed. Weber, Quaestio- '
nes physiol. de pharm. galvan. in corp. hum.
observ., ?ypı. 1836.
Galvanoepikalymmatik, fo v. w. Galvano⸗
rege j. u. Galvanoplaſtik.
alvanoglyphie, eine von Ommegand in
Brüſſel erfuntene Methode, um durch chemifche
Mittel mit Hilfe von Salvaniemus auf eine Me⸗
tallplatte Zeichnungen od. Kupferftihe en relief
in der Art beroorzubringen, daß dieſe Platten mit
der gewöhnlichen Buchbruderpreffe u. mit ben ty-
pographiichen Formen zu gleicher Zeit abgezogen
werben können. 1856 wurde ber erfte Verſuch nach
einer Zeichnung des Profeffors Dujartin in Ant-
mwerpen verdffentlicht; feitbem hat das Verfahren
bebeutente Verbeflerungen erfahren.
Galvanogräphie, eine aus der Galvanoplaſtik
bervorgegangene Erfindung Kobells in Miinchen,
melde zum Zmed bat, Zeichnungen durch Hülfe
ter Salvanoplaftit zu wervielfältigen. Zu biefem
Ente entwirft man die betreffende Zeichnung mit-
telft einer aus Spicköl u. Diennige gebilbeten, ob.
einer anderen die Elektricität leitenden Farbe auf
einer gut polirten reinen od filberplattirten Kupfer⸗
platte, jo daß das blanke Silber bie höchſten Yichter,
das mehr od. weniger gebedte die Schatten gibt, u.
fällt ſodann auf Die das Gemälde enthaltende
Fläche das Kupfer auf galvaniſchem Wege. Die
Berdidung der Kupferplatte kann man dadurd be»
ſchleunigen, daß man, nachdem ſich ter erfte Über-
zug al& ununterbrochenes Ganzes gebiltet hat, auf
tiefem, während ber fortbauernten galvancplafti-
ſchen Operation, allmälig zugleich Aupferfeilfpäne
-auffitent. Die jo erzeugte Rupferplatte dient un-
Galvanoepikalymmatit bie Galvanoplaſtik
mittelbar zum Abdruck in ber Kupierdi
gibt dieſelbe Tuſchzeichnung, wie fie d
auf ter Platte hervorbrachte, in kelich
von Abbrüden auf ver Blatte wieder.
gene galvanoplaftiiche Platte fan ix;
von einem Kupferflecher in einzelnen
gearbeitet werben, obne daß jeb
originelle Darfteliung des Malers 1,
Die Eleltrotinte, eine Erfintungu
in ®ien, bat ben Zwed, ben Ron
netere Unterlage zur Ausführung der %
barznbieten. Die Zeichnung wird anf ganz
dhenpapier, welches mit einer bilme Ei
Leim Abergegen ift, mit Tithograpkäke |
ausgeführt, Die fertige Zeichnung auder E
mit einem Schwamme befeuchtet u. sit
bebedt, während bie Vorderſeite anf kr
denpapier aufiiegt. Wenn man fie dies
ber Oberfläche auf eine verfilkern Anka
legt u. im langfamen Zuge burd die hy
läßt, fo geht die Zeichnung von ben ſer
bie Platte Über. Nachdem bas Par wm
abgezogen worden ift, Bringt man vie Bart
gelvanoplaftigen Apparat. Die fie!
eife erzeugte Platte gibt Abbrüde, mil
Charakter ver Tuſchzeichnung rolfing
tragen u. fi von der G. nur baturd ze
ben, daß die Manier im Auftragen ki be
wet ,
alvanokauſtik, Atteirtung ver geh
Batterie, um mittelft des weißglübenta
drahtes, wie mit einem Mefler, Bat
trennen. Diefe Operationsmeile if te
wichtig, weil der glübente Drabt turb &
des Blutes bie durchſchnittenen heim &
fliegt u. die Blutung bintert:; fie '
fhmerzlo8 fein. Malgaigne in Par |
Bruſtdrüſen durch ©. operirt.
Galvanomagnetismus, Ic v. w
magnetismus.
alvanomefallurgie iſt ein ven
vorgeichlagenes Berfahren, ımm auf au
5— Metalle im Großen auszubringen
noch feine Anmendung aefunten.
Galvanometer u. Salvanoftep, t
ment, welches dazu dient, ſchwache
Ströme bemerkbar u. einigermaßen un
leihbar zu machen. Es befteht in einem
feinen Faden anfgehängten aftariicen !
delpaar, um befien untere Nadel in kai
ihrer Achfe ein mit Seide überiponnen
brabt in vielen Winbungen aufgewunder
ten tie beiten Enten des legteren mit !
Bolten des Stromerregers in leitente ?
gebracht, fo erfolgt ein Ausſchlag tes #:
Galvanpplaftit. Durch elelire- di:
ſetzung ter Auflöjung von Metallſalzen
bie aufgelöften Metalle auf einer meralt
flähe ım reguliniichen Zufiande are
längere Zeit der Zeriegungerpreuk (4
Dietallläfung tauert, deſto Dider min !
bes galvaniſch gefällten Metalles. Ti}
des reguliniichen Metalle kilter ri:
gleichförmigen zufammenbängenten ld
her unter gemiflen Umftänten fit xt
ter Elektrode baftet, ed. er laßt ik
Mafie von ter leteren abläjen. Mi:
fi die techniſch wichtigen Metbere.
ns @ebanplat
n engeren Sinne) u. metallene
mer Schicht eines anderen Me⸗
t (Balvaneftigie, Salvanoevika⸗
e galvaniiche Vergoldung, Ber:
man auf einer metalliichen Form
gefchiedenes Metall, gewöhnlich
ex gewiſſen Diele alagern 1äßt
Metall endlich von den Rändern
rm abfeilt, jo hat man einen gal-
ruck der Form, welcher alle Ber⸗
Iberflähe des Originale in ver⸗
ıthäft. Wach war Ichon 1830 ber
ziemlich nahe, aber erft 1839 ifl
&burg gelungen, durch den gal-
Segenftänte in Kupfer abzufore
tan auch Spencer in Liverpool
indung der G. zu, fo if bie
„bi in einer vollendeteren Form
. De la Rive in Genf ent
che Bergoldung u. Berfllberung,
von Silington, Rnolz, Becque-
bildet wurde. Die einfachfte Art
hen Verfahrens befteht darin,
formenden Segenftand gleihfam
tede einer einfachen Daniellichen
Ivaniemus x). Der Gegenftand
läche, wenn er nicht von Metal
d gemacht werden, ala die Ab»
zfers vor fich geben fol; Teitet
Oberfläche, fo wird dieſelbe an
pt leitend gemacht, die von ber
Retaltes frei bleiben follen. Das
hieht am beften dadurch, Daß man
ı Stellen der Form, die von Gyp®,
n fein kann, mittelft eines feinen
od Silberpulver aufträgt. Will
en nichtleitend machen, jo ber.
nit Wache cd. Stearin. Beſteht bie
‚ fo wird bie Oberfläche derfelben
ingerieben u. Darauf mit welchem
nosicht, weil fi) außerdem bie
nal nicht loelöſen würde. Das
ern die Ablagerung vor ſich gehen
us einem Mietall beleben, das
riollöfung angegriffen wird, na»
Zint, zu n. Eiſen. Am häu⸗
an Kupfer an, das auf naſſem
siinnen Schicht Silber überzogen
Kupferplatten u. ähuliche Gegen⸗
iſchem Wege zu erzeugen, benutzt
einen hölzernen Trog, der mit
usgegoſſen iſt; am Boden deſſel⸗
die gravirte Platte, auf der ſich
jern ſoll. Über derſelben iſt ein
ebracht, der an ſeiner unteren
Mlaſe od. mit einer pordfen Thon⸗
‚ Unmittelbar über dieſem Rah⸗
‚ eine Zinkplatte, bie mit HM
mit ber Kupferplatte verbunden
g gießt man eine möglich con⸗
von Kupferpitriol, die man dar
n Soncentrationszufande erbält,
in der oberen Schicht befindlichet
lkryſtalle bringt, bie fich In dem
Kupfer auf die Platte nieberge-
In dem inneren Theile des Rah⸗
ch eine concentrirte Loſung von
eBecygang bel der: galvaniſchen
Ablagerung bes Rupfers iſt folgenbet: Der Kupfer
vitriol ( ſchwefelſaures Kupferoryd) gikt an ber
Anode Sauerſtoffgas u. an der Kathode metalli⸗
ſches Nupfer. Die Abſcheidung bes letzteren läßt
fi durch die Annabme erllären, daß ber Rupfer-
vitriol in Schweielfäure u. Kupferoxyd, das Waffer
der Löſung in Sauerfioff u. Waflerftoff zerlegt
wird. Der Sauerſtoff des Waſſers ſcheidet fl
an der Anode (am pofltiven Pole) ab, daſſeſbe ge-
ieht mit der Schwefelſdure; ber Wafleritoff des
fiers begibt fih an die Kathode, ebenio das
Nupferoryb. Hier verbindet fi der Waflerfloff
mit dem Sauerfloff des Kupferoxydes zu Waſſer,
während das Kupfer metalliich abgeichieden wirb.
Der an der Anode feinverbünnte Suuerfloff ver-
bindet fih mit dem daſelbſt befindlichen, als Leiter
dienenden Zint zu Zinkoxyd, da mit ter Schme-
felfäure zu ſchwefelſaurem Zinkoxyd zuſammentritt.
Aus der Über G. gemachten Erfahrung gebt es her⸗
vor, daß das Kupfer in compacter, cobürenter
Mafle nur dann gefällt wird, wenn bie Kupfervi⸗
triolidſung in ziemlich concentrirter Form ange
wenbet wird, u. ber elektriſche Strom gerade aus⸗
reichend ift, die Kupfervitriollöfung, nicht aber
auch das Waſſer zu zerfegen. Scheidet fih an ber
Kathode außer metalliſchem Kupfer auch noch Waſ⸗
ferftoff aus, fo erhält man das Kupfer nicht cobä-
rent, fondern in Korm eines braunen Bulver®.
IR Die Entwidelnig des Waſſerſtoffes zu heftig,
folglih der Strom zu ſtark, fo verringert man das
Bolumen der Anode, od. vergrößert Bas der Ka⸗
tbode, od. erwärmt die Pöfung, ob. fee u derſel⸗
ben noch Kupfervitriol, od. ruͤckt die en Elek⸗
troden einander näber. Iſt der Strom verhält
nißmäßig zu ſchwach, ſo verfährt man umge⸗
rt. Um wo möglich ſtets eine gleiche Strom⸗
ſtärke zu haben, iſt es nothwendig, diefelbe im
ſedem Augenblicke zn kennen u. jede Zu⸗ od. Ab⸗
nahme des Stromes zu bemerlen. Zu diefem Zwecke
benutzt man das Galvanometer (f. d.). Die G. iſt
einer ſehr ausgedehnten künſtleriſchen Anwendung
fühig, indem feine ber bisber bekannten Methoden,
Copien durch Abdruck od. Abguß zu erhalten, eine
ſolche Sicherheit, Schärfe u Genanigkeit gemäbrt,
als die gaivanoplaſtiſche. Die G. iſt in ber neueren
zeit zur Vervielfältigung von Lettern, Bignetten,
anbverzierungen 2c. (welche Berfahrungsart mau
Sleltrotypie nennt) angewendet worben u. hat
der Buchbruderei, namentfich der Schriftzießeret,
bef. durch Erzeugung von nenen Matrizen, große
Bortheile gewährt. Um einen neuen letternint
zu copiren, werben bie einzelnen Lettern mit Spi⸗
tien in einer folhen Ausbehnung umgeben, als bie
Sröße der von jeder Vetter zu erzeugenden Matrize
es erforderlich macht; dieſer Sat wird ſodann zu⸗
fammengebunden u. an ben Rändern mit Wirchs
umgeben. Davon erzeugt man einen galvanoplar
ftiiden Ahbrud u. ſchneidet Die einzelnen Dixtriyen
mit einer Sige aus; biejelben werden nun noch
auf der Rückſeite mit Letterninaterial zur gehörigen
Dide ausgegoſſen; damit biefer Aufzug ſich mit
dem Kupfer vereinige n. fer darauf ae. muß tie
Aüdfeite verzinnt werden. Um Holzſchnitte yn
copiren u. Stereotyppfatten zu erzeugen, wendet
man Gutta Percha ale Material zur Matrize
an. Zur Erzeugung von Stereotypplatten be⸗
wust mar Abbrücke in Bleifolie als galvanopla-
Alice Moedelle. Die Folien dazu werden zuerſt
2er
ansgeglättet, auf einem Leber-ausgebreitet, barauf
der ſeſt eingerahmte Letternſatz geftellt u. zuletzt
dem allmälig zunehmenden Drude einer Schrau⸗
benprefle ausgejet. Die Bleifolie, in welcher fich
der Letteruſag abgebrudt hat, wird vorfichtig ab⸗
ehoben, auf eine ebene Kupferplatte aufgelegt u.
I den galvanoplaftifchen Apparat gebracht. Die
Anwendung der cheniſch zeriegenden Kraft des galva⸗
niſchen Stromes zum Berfilbern, Bergolden
x. f. in den betreffenden Artilefn. Die galvanijche
Berzinnung, Verzinlung, Verbleiung u. Bron⸗
irung ımterjcheidet fi von ber erwähnten &
durch, daß man bie verichiebenen Metalle nur
bis zu einer jehr geringen Dide auf bem bamit zu
überziebenben Gegenftande anwachſen läßt. Zur
Berzinnung nimmt man eine durch anhaltenbes
Kochen von Zinnoryd (Zinnafche) in Ätzkalilauge
bargefiellte Lofung von Zinnoyydlali; zur Ver⸗
Mel u.Berbleiung Aufiöfungen von Zink⸗
oryb u. Bleioxyd in wäſſerigem Atzkali. Das gal-
vanikhe Berzinlen findet bei. bei Ciſen flatt, um
Dafielbe gegen das Roſten zu ſchützen; das mit
einer dünnen Zinkhaut Überzogene Metall beißt
galvanifirtes Eiſen. Das galvaniſche Ügen grün-
bet Rh darauf, daß unter gewiljen Umftänben bie
an den Elektroden ausgeichiedenen Stoffe ſich mit
benfelben chemiſch verbinden. Erfolgt eine Berbin-
bung, fo wird bie Elektrode nach u. nach zerftört.
Regulirt man biefes Zerfiören bergeftalt, dag bie
Gieltrobenplatte bis auf gewiſſe freigelafiene Stel-
Ien mit einer Subftanz überzogen wird, melde
für ben au der Elektrode ausgeichiebenen Körper
unzerärber if, fo hat man alle Bebingungen
zum Aten. Um eine Kupferplatte galvanıldı zu
gen, überzieht man biefelbe mit dem jogenannten
Vegrune, radirt in berjelben bie beabfichtigte Jeichr
nung bis auf bas Metall ein u. ftellt fie nachber, |
als poſitive Eleltrode einer conflanten Kette, im
Kupfervitriollöjung einer anberen ald negative
Elektrode dienenden blanken Kupferplatte gegen-
über. Während bieje ſich mit metalliichem Kupfer
abziebt, wird an den radirten Stellen durch ben
Sauerftoff des zerjeßten Waſſers Kupfereryb ger
bildet u. dieſes von der im Kupfervitriole feeiger
orbenen Schiefelfäure immer wieder aufgelöft
ber bie techuifche Anwendung der Ablagerung von
Metalleryben |. Metallochromie. Vgl. Sacobi, Die
©., Petersburg 1840; Werner, Die ©. in ihrer
techniichen Anmwentung, ebd. 18414; Martin, Re
pertorium ber Galvanoplaftit u. Galvanoſiegie 2c.,
Wien 1856, 2 Bde.; Echmidt, Handbuch der Gal⸗
vanoplaftik in allen ihren Anmwendungsarten, 3. U.
Dueblinb. 1856; Hänle, Galvano⸗Epikalymmatik,
2. Aufl. Lahr 1857; Elsner, Die galvanijche Ber-
golbung, Berl. 1843.
Galvanopunctur (Acupunctur), Einwir-
fung des Galvanismus mitielfl einer Metallnabel
auf den menſchlichen Körper zu Heilzwecken.
GBalvanoftigie, j. u. Galvanoplaſtik.
Galves(Hapai, Happi), Gruppe des Tonga⸗
Archipels (öftliches Polynefien). ;
Galvefton (ſpr. Galweſtu), 1) Grafichaft im
Stuate Texas (Nordamerika), an den Merxikauiſchen
Meerbufen u. die Galveſtonbai greuzend, 15 ODE.,
aus der gleihnamigen Halbinjel beftehbend, durch
bie Weftbai vom Feitland getrennt, Boden eben u.
fandig; Producte: Bataten, Mais, Rindvieh; 1650
4529 Ew., worunter 714 Sklaven; 8) Dauptort
Salvanopuncdur bis Balyzin
‚ Ihifffahrt nach Reso- Orleans, Ciahun mg ||
| grengt an die Grafſchaften May,
. | amentstruppen genommen, dann bie 1691
5*
u em t
lebhafter Hanbel, 8 — 5 — Aa de |
Houfton u. dem Reb- River im Ba kerife; II
angel — a ik =
alwa r. Gao — i
weſten der — 2— Provinz Connauzk, Ai
ings (Provinz Leinfter), Tipperaryu Aeſo
vinz Munſter) ı. an ben Atlantiiden Dam:
riffene Küften mit tiefen Buchten ha
way, Killerran-, Birterbuy«, Eier u ib
lery⸗Baien); bavor zahlreiche Küßenixidız
pen, mehrere große Landieen: ?
Br
eilweis in der Grafichaft Mayo), |
u. 0.; Flüſſe: Shannon, Blacwate, Zumet
Moyne, Elare, Karnamart u. a; m
fruchtbare, nur von niedrigen Hükdeied
zogene, leiblich angebante Ehen; mbink
—— Berge Yen * ein —8
toffeln u. etwas Weizen) u. Bichzucht
börniges Rinbvieb n. feinmollige Shit |
Fiſcherei (namentlich Häringsjang) it nee
tend ; Inbuftrie auf Yeinweberer beidränik bub
ferung ſehr arm u. im Abnehmen, IH %
Emw., 1851 nur noch 298,129 Ew.; de u
meift Katholiten; die Grafihait & ie |!
Mitglieder ins engliiche Parlament. 2) jun /
Darin, am Ausfluß bes Lough⸗ Combi
wap-Bais befeftigter, großer aber jeidie
latholiſche Kathedrale, Palafl dei i .
Erzbifhofs von Tuam, proteflantiide
firche; Börfe, Kalernen, auſehnlicher |
nufactuwren von grobem Tuch u Leinen,
u. Häringsfang ; Eifenbahnverbindungmrält |
G. gehörte früher zu den ftärtiten Aefugd
lands, jetzt nur noch wenig befeſigt;
G. früher die bedeutendſte Handelsfiabt u 38
hatte eigne Herren, von denen fergas im 1&
enannt wirb; in bem Aufftand ber Iriasiez
arl I. war ©. neutral, ergab fih ober HORR
bem Grafen Ormond; es wurbe 1651 nahe
m en DE ee He ——
m mm: m a Me ——
fob IE. gehalten. 8) Stäbtijcher Bezick mt
(Post-township) in ber Graſſchait Can
Staates New-Pork (Norbamerite); 230 &*
Galway, Vicomte von G., |. Galer u E
Balyzin (ruffiid Golitzin), ale ;
— eſchlecht, führt feinen ürſprunz MW] |
min,
. “ir tn Fe re m u Fe >
ı X
Fürſt von Zwenigorod, Iurj, welder it sel:
fter feines Fürſten heiratbete, Malilj, EM
Bojar genannt wird; 1) Iwan @., k
gaf genannt, Waſiljs Sohn, melde IM „
ſchlechte den Namen gab, angeblich, mul ©
ſtarke Lederhandſchuhe (Golitea) über X? *
V— Dieſer Iwan hatte drei Sch: ai
ſJ. ©. 2), Iwan, f. ©. 3) u Antui®
witſch Kurala, von bem bie Fücun
flammen. 2) Michail IZwaneminddrt
tom, ältefter Sohn von ©. 1), ulm
u. Woiwode, befehligte tie Rufen gu@!., |
milchen Tataren u. gegen bie Yirbauer, TE
1844. von dem Fürften Gpnfantin zen it?
WUalyzʒin
Jahre in Wilna in Gejangenſchaft
h den Frieden befreit, ging er 1552 perſönliche Xapferleit, vornehmlich bei der Gin-
jleitellofter bei Dioslau, wo er balb
ii Wafiljewitfh, war 1610,
ıng Schuislois, nahe daran, Czar zu
ber Patriarch hierzu vorſchlug, allein |
: Kojaten Zolliewſti fette die Wahl
n Folen durch, u. ©. wurbe nun
beiten jalichen Demetrius. Dit
ı Philaret ala Geſandter nad Polen
. er unterwegs verhaftet u. ft. 1619
\efangenichaft.
nes Cheims 4) Iwan
weiten Sohus von G. 1) Entel, .
udrejewitich, fette burd feine :
Geſchlecht fort u. iſt Stammvater
ürſten G.; bie Linie bes zweiten
ꝛx erloſchen. Sein älteſter Sohn:
udrejewitſch war Vater von
rſiljewitſchdem Großen, geb.
e leiftete erft als Offizier bedeutende
te Krimiſchen Tataren u. gegen bie
ieper, wurde nach Beſiegung bes
u derſelben, 1680 unter Czar —*
ıl8 ſolcher die alte ſſtarre Rangord⸗
miſirte die Armee u. regierte unter
ſeiner Geliebten, Sophie, Schive-
Großen, nach Fedors Tote 1682
Rinverjährigleit Iwans u. Peters
t unumjchraufi, befiegte 1652 bie
ben Streligen ıı. Roskolniken ver-
ide u. wurde Generalijfimus n.
hrer. Moslau verdankte ihm wiele
ı. Um die Cultur machte er fi
t, baß er Künftier u. Gelehrte ins
ar ſchloß er 16853 den unglnftigen
idruſſow mit Polen, brachte aber
theilbaften Frieden in Moslau p
hidte eine Geſandtſchaft an Lub⸗
ternabm 1687 u. 1668 unglüdtliche
ie Krimiſchen Tataren; 1659 wollte
h die in ihreu Händen befindliche
immer fidyern, aber Peter ber Große,
vereitelnd, zwang Eopbien in ein
n u. verbannte &. nach Jarenſk
Sibiriend; jpäter wurbe ihm er-
en Gütern bei Moslau zu leben.
Unuterfuchung gezogen, wurbe er
im ouvernement Aſtrachan ver⸗
jpäter nur mit Mühe die Erlaub-
e Binega zurüdfehren zu bürfen.
be ſeines Lebens ging er im ein
: 1713 fl. 8) Boris Alerie-
bes Verigen, aus ber britten
G. 5) entiprofien war, geb, 1641;
b, Gouverneur von Kafan u. Aſtra⸗
seters des Großen, ftand bei dem⸗
r Gunſt, rettete ihm in ber von
er Eophie erregten Verſchwörung
t. 1213. 9) Dimitri I. Mi-
von der vierten Yinie; war einer
: Erhebung Anua Iwanownas zur
ber bei ihr, weil er fie eine ihre
‚ndeActe hatte unterfchreiben laſſen,
t. 1738 im Gefänguiß in Schlüffel-
ihail I. Michailowitſch, bes
:, geb. 1675, wohne tem Kriege
Ben gegen bie Türken u. Schwe⸗
903
ben bei, zeichnete fich während deſſelben durch
nahme von Schlüffelburg aus, fiegte bei Lesco
Über Lömenhaupt u. wurde in Folge deſſen zum
Generallientenant ernannt. Als jolcher nahm er
Theil an der Schlacht bei Bultawa, wurde 1714
bis 1721 Gouverneur ven Finnland, fchlug ben
General Arınjelb bei Yapola u. nahm an der See⸗
ſchlacht kei Hangöud Theil. Als General en Chef
ber ruſſiſchen Armee brachte er ten Woftübter
Frieden zu Stande; bei Peters des Großen Abe
Er betr tie leine , weienheit in ten perfiihen Feldzügen wurde er
urje⸗
1722 zum Gouverneur von Petersburg ernaunt,
commandirte 1723—25 gegen bie Türlen, wurde
bon Katbarina I. 1725 zum Feldmarjchall u. zum
Prafidenten des Kriegscollegiums erhoben u. farb
1730 in Dioalan. 11) Michail II. Diihailo-
witſch, geb. 1655, Bruder tes Borigen; bildete
ih in Holland u. Eugland jür Die Marine, wurde
Viceadmiral, Geheimerath u. Senator u übernahm
die Miſſion au Anna Iwanowna nah Mitan, um
dieſer die ruſſiſche Krone anzutragen. Darauf
wurde er Präſident des Juſiizcollegiums, Gouver⸗
neur vou Aſtrachan u. 1740 Grand⸗Ambaſſadenr
in Perſien. Unter Eliſabeth wurde er Admiral,
danu 1753 Gouverneur von Petersburg u. 1756
Großadmiral u. Präſident tes Abimiralitätecolles
giums. Er legte jeine Stellen beim Regieruugs⸗
antritt Peters ILL. 1762 nieder, erhielt fie aber unter
Katharına II. zurüd u. fl. 1764. 12) Alegauder
Mihailowitich, eins vou ben 17 Kiubern von
®.10) u. der Prinzeſſin Kuralin; war Gejaubtichaftee-
rat) in Gonftantinopel, Geſandter in Dresden,
Dann Generalmajor, zeichnete fich in Siebenjührigen
Kriege aus, wurde General en Chef u. befebligte,
al® Katharina II. fid) des Thrones bemächtigte, in
Livland, kam bei ihr in große Gunſt, murde Con⸗
ſeilmitglied u. ®eneralabjutaut, befehligte 1768 bie
erfte Armee am Dniftr, jocht fiegreih 1769 u. 1770
bei Chozim gegeu die Türken, benahm fich aber
jpäter läjfig u. unentichlofjen u. verlor deshalb das
Kommando. An Petersburg angelommen, wurbe
er Feldmarſchall u. Genverneur von Petersburg
u. ft. 1753. 18) Dimitrj Il., Bruber tes Dos
rigen, geb. 1724; ruſſiſcher Geſandter in Wien;
ftarb daſelbſt 1793. 14) Dimitrj III., von ber
dritten Yinie (j. Galyczin 5), mwurbe 1765 Ger
ſandier in Paris u. 1773 im Haag; zog ſich beim
Anfang ber Franzöſiſchen Revolution nach Deutjch-
land zurüd u. fl. 1803 in Braunſchweig; ; er ichr.:
Description phyrique de la Tauride. Yyon 1738;
Traite de mineralogie, Maftricht 1792, ı. Ausg.
Helmft. 1796; L’esprit des deonomistes. Braune
Br 1796. 15) Amalie, Tochter des preußi⸗
Ihew Generals Brafen von Schmettau, geb. 1748
in Berlin; verlebte einen Theil ibrer Jugend am
Hofe des Prinzen Ferdinand von Preußen, beira-
thete ten Borigen u. mwäblte, weil ihr Gemahl
meiſt auf Heilen war, Münſter zum Aufenthaltes
orte. Sie verjanmmelte Gelehrte (von Fürſtenberg,
Goethe, Jacobi, Hamanı, Yeniflerbuie), un ſich,
kräntelte aber an religiöjer Schmwärmerei u. trug
viel zur Religiousveräuderung Stolberg bei, fie
ft. 1806 in Angelmode bei Düünfter. In Heuſter⸗
huis an fie gerichtete l.etire zur Vntheisine iſt fie
die Diorima. Ihr Sobu, Fürſt Dimitri ©., ging
nis Mijſionär nach Amerika, wo er 1840 ftarb, u.
ihre Tochter war an einen Yürften von Salm
90%
vermäßft; vgl. Denkmärbigfeiten ber Fürſtin G.,
von Raterfanıp, Münfter 1828. 16) Alerander
Nikolaje witſch, ruffiicher Geheimer Rath, Or⸗
denskanzier, Minifter bes öffentlichen Unterricht®
u. des Cultus feit 1817, verlor 1924 fein PBor-
tefeuille u. behielt nur bie Generaltirection ber
ven Er war auch Präfident der ruffiihen
ibelgeſellſchaften bis zur Auflöſung berjelben
1826. 17) Dimitrj Wladimirowitſch, geb.
1771, General der Cavallerie, befebligte 1812
Das zmeite ruffiiche Reſervecavallerie⸗, ipäter bei
der Verfolgung das britte Infanteriecorps, wurde
aber durch den General Kanomiczin erjett, flibrte
dann bie zweite Gurbefuiraifierbivifion u. bei Lützen
2. Bauten interimiftifch das Garbecavalleriecerps
u. das zweite Treffen ber Ruſſen. 1814 führte er
die Refervecanallerie unter dem Großfürften Con-
Rn war feit 1820 Militärgonvernenr von
ostau u. Mitglied bes Staateraths, trug weſent⸗
lich zur Verſchönerung von Moskau, fo durch An⸗
legung der Boulevards vom Kremi u. von Twer⸗
kaja, bei u. ft. 8. April 19814 in Paris, mo er ſich
zur Herftellung feiner Gefundheit aufhielt. 18) Fitrft
Sergei, diente ſchon unter Katharina ale Soldat
u. iſt jetzt Reichsrath; er reſidirt auf feinem Gute
Kusminſtki bei Moskau, — prächtig eingerich⸗
tet u. mit Kunſtwerken angefüllt iſt; außer zur Un⸗
terſtützung der Kunſt verwendet er ſein großes Ver⸗
mögen auch zur Beförderung ber Cultur in feinem
Baterlaude. 19) Kilrt Emanuel, hat fih um
das Etudium ber Geographie verbient gemacht u.
ger fi) fange in Paris auf, mo er 1853 farb; er
Aberſetzte Wrangels Der Norden von Sibirien, in®
Framäfliee, Par. 1843, 2 Bde., u. gab herans:
;a Finlande, ebd. 1952.
Gam, perſiſches Fängenmaf — 3 Schritte.
Gama, 1) Nasco de G., geb. in Sines
in der Provinz Alemtejo; murbe 9. Inli 1497
vom König Emanuel ausgefandt, ten Weg nad
Oſtindien um das Zap meiter zu verfolgen. Gr
vollfiihrte mit 4 Schiffen u. 160 Dann glück⸗
lich Den Auftrag u. kam, nachdem er beim Kap,
bet Cabo te Gorrientes, an Mozambique, Mo⸗
zamba u. Melinbe gelantet war, Ende Mai 1498
in Calient an. Die Hanbelaciferfudht ber Mu-
hammedaner nöthigte ihn, nachdem er bie Ma⸗
lediven befucht hatte, iiber Melinde, Zanguebar,
wo er eind feiner Schiffe verbrannte, u. Portugal
zurildzufehren, wo er den 14. September 1199
mit noch 55 Mann ankam. ©. führte 1502, um
ven portugiefiihen Handel bort aufrecht zu erhal-
ten, wieder 20 Schiffe nah Oftinvien, errichtete
eine actorei zu Mozambique, befeftigte Die von
Cabral efchlofene Allianz mit dem König von
Eanor, ſchloß eine neue mit Cochin, beihoß Eali⸗
ent u. Ihlug die Diacht des Zamorin in mehreren
Seegefechten. Darauf legte er Factereien an ber
Küfte Indiens an, ließ den Admiral Sobre zu
teren Schuß zurück u. kam reich beladen, 20. Dec.
4503, wieder in Pilfabon an. Der Königernannteihn
nun zum Marquis von Bidiguera u. zum
Admiral der inbifchen Dieere. Bon Johann IIT.
zum Bicelönig von Indien ernannt, um bie von
den Indiern ſchwer bedrohten portugiefiichen Colo-
nien zu ſchützen, rüftete &. 1521 von Neuem eine
Erpebition von 14 Schiffen aus, ftellte, mit Energie
auftretend, das Anjehen der portugiefiichen Regie⸗
sung wieder ber u. ft. den 25. Deceniber 1524 in
Sam bie -Bamarra
| Cohn. Sein Leichnam wurbe nad Bert p-
rüdgebradt. Die Gelchichte feiner Catch
ſchrieb Barros, n. Camoent benupte Hriker dh
toff zu ſeinen Lufiados. 2) Eterbaute
Sohn des Borigen; zeichnete fih chenſhe in M
indien ans uw. wurde 1536 Gemwernen ven da
faffa. Er ſchlug bie Flotte bes Ximige ven ie
tang n. nöthigte denfelben zum Arien, Hei
nad) dem Tone tes Bicekẽnigs von Gen, Guecdafe
Naronha, 1540 proviforiich die $ m
Goa, ftellte daſelbſt bie Orkumg wide er I
(hing die Muhammedaner im Rethen Dre In
no wurde er feiner Statthalterrärte Kñ
von feinem Nachfolger, Alfons de Sale,
ein Verbrecher bebanbelt u. fi. anf Teen
wohin ihn König Johann IIL verteue iur
Chriſt oph de ©., Bruder des Borizen: keit
biefen nach Indien, befehligte tie ball
Truppen gegen Abeffinien, erfocht mie da
theile, geriethb aber in Gefangenfärt s me
während derſelben ermorket.
Gama (Bova Moln qui), Mei Wim
ber Malediven, füdweſtlich ven &y ak
(füblichfte Spitge non Vorberintin)
Gamaches ſpr. Gamaih), Wie m
Arrondiffement Abbenille des miete
temente Somme, an ber Bredle;
Töpferwaaren, Biertebandel; Sclek: TEE
Gamäle (a. Geoge.), Verein #8
Genejareth, in Nieder-Caulonitie, muina®
ſpaſian erobert. j
Gumalea, Platon Zatoteferitiä, re
Schriftſteller, geb. 1766; trat früh in den
u. forht in mehreren Seeilatten ygmuBEs |
ben, tibmete ſich jeboch bafd mit vench It
Seecorps in Beteröbnrg her Erichung der d⸗
u. ſchrieb zu dem Zwede: Die höbere Te
Sechmft, 1301, 4 Thle.; Berind einet 1
Ds —— 2 Tble.; en u. Put
iffsführung, 1806—8, 3 Thle, d.&
Gamaley, Borgebirg im Japanüchen Fett
ber Norbmeftfüfte der japaniſchen Intel Kar
Gamaliel (bekr., d. i. mein Berge ARN
Enkel Hillels u. Sohn Simeons, jürie KR
— — der a ae
gehörte zu ber gemäßigten Partei ter?
u. rieth ji mitben Maßregeln gegen tie Ill
Man hält ihn flir ben, in ter Pildme Me ®
Autorität angeführten Rabbi ®. ten Alu
der unter Tiderius, Clandius n. Rero Beil!
Sanhebrins war m. nm 90 n. Chr. far
ber kirchlichen Sage lief er fich mit im d
Abilus von ben Apofteln taufen u. far ti
Gaman, Landſchaft im Geltriftn Et
(Weſtafrika), meift eben u. grasreic, zen
zum Reiche der Aſhantis.
®amander, 1) Teucrium chamark
das ganze Fflanzengefchlecht Tencrium.
amar (Klein-Bortenpit), Riem
an der Küſte von Seneganıbien Mortinef:
gehörte früher den Framzoſen, jetst ven rs
Gamara, Gebirgeim weſilichen Aluerie
FH zwilhen ter Mündung tee Tafna
sat jäh u. ſchroff zur Küfte ab u. dildet
ielfigen Borgebirge: Figalo, Siguleu $:
amarra, feit 5. Inni 1829 au ®
Stelle Großmarſchall u. Oberbefehledaber
Truppen Perue; ſchlioß 22. September
Gamatta! bis Bambtrell
Sädamerilantiäher Rewolutiond-
008
Herrn von Eorregio ; ihre gefammelfeh‘ Werte hab
e die Staatseinfünfte verſchwen- Rizzardi nuter bem Titel Rime e lettere di V.
besbalb ben Sold ſchuldig blieb,
durch feine Energie u. wurde 1833
äblt; über ihn ſ. u. Bern (Geſch.).
erg in Tunis (Nordafrita), mit
nabe bei den Ruinen des alten
o v. w. Kamaſchen.
ch Yatreille Gattung ber Milben;
baden Scheeren, vorfpringente,
lhörner, an den Kilßen Blaſen⸗
aben befchuppte, antere weiche
if Pflanzen u. Thieren. Arten:
„eoleopterorum, Tacarua c.),
Rüdenfled, anf Hummeln, Mais,
n Käfern fchaarenmeis, leben in
ſich aber gern an jene Tbiere;
weiß, Schild brann, auf Fleder-
milbe ((r. telartus, Trombi-
‚ auf Blättern (Linden), Ge⸗
Nabe ftebt das Geſchlecht Der-
Jugea., Art: D. gallinne (D.
Taubenſchlägen, Hühnerſtällen,
jaugt des Nachts Blut. Beide
die Zunft Gamasel.
Jahomee gehörenbes Reich (Weft-
yer Gattung Beutelratte.
Bartolonımeo, geb. 1766 in
ſich der Buchdruckerkunſt bei bem
it, gründete nach dem Tode Defiel-
idlung in Padua, wurde fpäter
an ©. Warco in Benedig m. ft.
er der vorzüglichften Bibliographen
Serie dei terti di lingua usati
eabolarıo della Crusca, Baſſ.
Benebig 1939; Narrazione de
i. ebd. 1807; Serie degli scritti
tletto Venezinno, Vened. 1932;
lle novelle Italiane in prosa,
35; Catalogo delle piü impor-
etc. della Divina Commedia,
2) Ritter von G., framöfiicher
Tiflis, ſtammt aus einer alten
‚lie, bereifte 1817—18 im Gefolge
:rmolom Georgienen. den Kau⸗
' a. 1824 nach Paris, ging aber
Couſul nad Georgien; er fchr.:
‚ Kassie (182024), Bar. 1826,
:r, Graf von ©., geb. 1801 m
r der, durch ihre Berbinbung mit
nnten Gräfin Guiccioli, be
ch Griechenland, folgte nach deſſen
en Fabvier als Yreiwilliger, zeich⸗
Xuth aus, erlag aber 18926 den
Klephthenkriegs; er fchr.: A nar-
Byrons last journey to Grece,
‚ einflußreiche Familie in Pifa,
zit dem 14. Jahrh. oft an ber
rung ftanden, f. u. Piſa (Geſch.).
‚‚Ipr. Sangbahd, von dem ital.
od. Freubenfprung; 8) Narrens-
zambabiren, bergleichen machen;
Huf; 4) Ausflucht.
ittoria, italieniſche Dichterin, ge
R. 1559 ale Wittwe Giberto'sX.,
Vened. 1759, heraus.
Gambaräne, Pfarrdorf im Diftriet Peno der
lombardiſchen Provinz Brefcia, am Seriola-Ehiefe-
kanal; 2500 Em.
Gambaräre, Pfarrborf im Diftrict Dolo ber
Provinz Venedig, am Brenta; 2400 Ew.
Gambarru, Stadt im Reiche Bornn (Inneres
Afrika), am Men, war ehemals Nefidenz, jet in
Trümmern.
Gambart (pr. Gangbabr), Jean Felix Apoff,
De 1800 in Cette in Frankreich, murbe 1924
irector ber Sternwarte in Dtarieille u. ftarb nm
1836. Er entdeckte mehrere Kometen: ben 12. Mai
1822 im Fuhrmann, ven 13. Juli 1822 beim
Stern Drache, den 20. Mai 1525 in der Kafflo-
peia, den 27. Febr. 1826 den Bielaſchen, am
15. Aug. 1826 im Eridanus, ven 15. Sept. aber»
mals im Gridauns, den 28. Oct. 1928 den Erde
ſchen, am 21. April 1530 im Füllen, am 19. JInli
1832 im Hereules u. am 5. März 1834 in ber
Wage. ©. berechnete auch bie Bahnen mehrerer
diefer Kometen u. wies zuerſt nach, daß der Biela⸗
che Komet ſchon 1772 u. 1905 fich gezeigt habe.
Gambe (Viola di gamba [b. i. Bein⸗, Knie⸗
geige], Banso di viola), 1) mit 6 Saiten be⸗
Jogenes, in D G o ea u. geftrichnes d geſtimmtes
Geigeninfirument, etwas Heiner ala das Biolon⸗
cello; mwirb wie biefes fenfrecht zwiſchen ben Knien
ehalten u. geipielt, daher der Name. Die Griffe
nd, wie bei der Raute, Durch Bünde in Entfernung
von halben Tönen bezeichnet. Der Ten der ©. fft
angenebm u. durchdringend u. fie wurde wegen
dieſer Eigenfchaften fehr Häufig, ſowohl zum Solo
als auch zur Begleitung, gebraucht; jetzt iſt fie
aber gänzlih aus der Diode gefommen u. Durch
das Violoncello erſetzt worden; 2) eine Flöten-
Himme enger Menfur in der Orgel, 8 Fußton, im
lange bem Inftrinment ähnlich, von dem es den
Namen bat.
Gambenwerk, ſo v. w. Bogenelavier ob. Bo⸗
genflügel, ſ. d.
Gamberelli, 1) Bernardo bi Matteo di
Domenico, genannt Roffellino, „eb. 1404
in Florenz, Bildhauer u. Baumeifter, war ein
Schüler des Donatello u. einer ber ausgezeichnet⸗
ſten Meiſter der Frührenaiſſance. Papfi Rilo⸗
lans V. berief ihn nad Rom, wo er eine außer⸗
ordentliche Thätigfeit auch inter beflen Nachfolger
Pins II. entjaltete u. 1490 ftarb. Werke der Bild⸗
bauertunfl: Grabmal des Lionardo Bruni in
&. Eroce in Florenz, Denkmal bes Filippo Lazzari
im 5. Domenico in Piftoja; Werlke der Bankunſt:
außer vielen Reftaurationen, wie bie des Marktee
abriano, der Kirche S. Francesco in Rom, bei
äder von Viterbo, der Keftungsbauten von Narnt
Orvieto u. Spoleto, ber Engelsburg, führte eı
mehrere Paläfle in Siena, Darunter ben Palaf
Biccolomini aus. ®) Antonio, Bruder des Vo:
rigen, geb. 1427 in Florenz, ebenfalls Baumeifte:
u. Bildhauer u. Schüler des Donatello, ft. 1479
Hauptwerk: Grablapelle des Cardinals Jalob voꝛ
Bortugal in S. Miniato bei Florenz; ander
Werke: Grabmal bes Francesco Kori in S. Croc
in Florenz, im Mufeum daſelbſt Büſte des Matter
Balmieri m. ein Relief pie Madonna dae Kind an
betenb.
a, Maß, jo v. w. Cambetta.
Bambeita bis Gamadiss
| von Zafjet ed. Leber, unter tem rs ü
Gambettſtraud aufer, Sumpfvogel, fo o. w. Brufiftüd, über bem das Panzcem
Rothfüßiger Waſſerlänfer (ſ. d.).
Sambia, Fluß in Seuegambien, einer ber
Sauptfirdine Les afrifaniihen Kontinente (bei den
Alten Drafitbolos, bei ven Gingebornen Ba
Diman od. auh Koura, d. b. Fluß, geuamı),
entipringt in ber Nähe der Quellen des Niger im
RO. Tiunbo’s u. tritt nach einem vielfach gewunde⸗
nen Yaufe in ben Bergländern ter Dtandingo’s,
wo er fchöne, fruchtbare u. gefunde Landſchaften
durchſtrömt, mit bedeutenden Stromfchnellen, bei
Barraconda in eine niebrige u. ebene Küſtenzone,
welche er in der Regenzeit regelinäßig weithin
überjchiwemmt u. beirucdhtet. Nach einem Laufe
von mehr als 250 Dieilen (120 Meilen birecter
Abftand) ergießt ſich der tiefe Strom in mehreren
Armen, die ein großes Delta bilten, in den Atlan⸗
tifchen Ocean. Zu allen Zeiten waflerreich u. tief,
it der Strom bis Barraconda ſchiffbar (ſelbſt
rohe Seeſchiffe können in gewiſſen Zeiten bes
Sohres zur Fluthzeit 50 Veilen weit bie zu bem
einft bedeutendeu, jet aber verlafienen Handelsorte
Piſania aufwärts geben, kleinere Schiffe können
bei hohem Wufferftande jelbft die Stromfchnellen
paffiren). In feinem Laufe in Der Küſtenzone um-
ſchließt er zahlreiche Inſeln, meift flach u. Dicht be⸗
waldet. von benen bie Mac Carthysinſel die größte
u. öſtlichſte if u. St. Mary Bathurft faft in ber
Mündung liegt. Eine (früher oft augegebene) vegel-
mäßige Verbindung mit beim Senegal beſteht nicht,
wohl aber wird durch die Abflüffe eines an ben
Grenzen von Fouta Toro u. Bonbu gelegenen
Sumpfes eine periodiſche Serdinbung zwiſchen
beiden Strömen erzeugt. Bon ben Nebenflüſſen
bes ©. find bie bebeutendfien der ihm im untern
Laufe von S. ber zugehente Bintain u. im mittle-
ren Laufe der von N. kommende Nerico.
Gambiagans, eine Art Schwan, f. d
Gambie, Ort mit englifher Factorei im Neger-
rei Barra in Senegambien (Norbweft-Airita).
Gambienfer Gummi, fo v. w. Kiuo.
Gambier, 1) Poftort in der Graifcaft Kor bes
Staates Ohio (Nordamerika) am Bernon » River;
bier Keuyen Kollege, 1826 vom Biſchof Chafe ge-
griludet, gibt zwei religiöſe Zeitfchriften heraus;
2) Borgebirg der Inſel Melville an der nörblichen
Küfte von Neubolland.
ambier Infel(Mareva), die öftlichfte Infel
des Paumotuardipels od. Niedrige Infeln (ſüdöſt⸗
liches Polyneſien).
Gambier Infeln, Heine Gruppe am Eingang
bes Spencer Golfs an der Südküſte der engliichen
Kolonie Sübdanuftralien.
Gambir, ein dem Katichu ähnlicher, auch wohl
ftatt dieſes ob. ftatt Kino verfaufter Pflanzenauszug
von Uncaria Gambier. Er fomnt in Heinen,
vieredigen, außen gelbbräunlichen, innen belleren
Stüden, od. in rundlichen Plätchen (Trochisten)
von ein Zoll im Durchmeſſer vor, von denen bie
befte Eorte weiß u brüchig, od. menn auch von
außen dunkel, Doch inwendig faft weiß if. Der
Geſchmack ift zufammenziehend, bitterlich, zuletzt
üßlich. Er wird von den Malaien zum Kauen
aut Betelblättern, auch zum Färben des Nankiugs
‚benußt.
Gambiſſon (Sobiſſon), war im Mittelalter ein
mit Wolle, Werg od. Haaren gefütterter Bruftlat
—— etragen wurde.
ambiſt, der Die Gambe jpielt.
Gambit (fr., ſpr. Gangbih, cu mü
Zug im Schachſpiei.
Gambloſe, ein herrenloſes Gut.
Gambbolo, Flecken n. Haupt bay
migen Amtes in ber ſardiniſchen Brevum tee
5000 Em.
Gamboye : Gummi, jo v. m. Gum
Gambrivii (a. Geogr.), Vell in Len
land, das um Hamburg (Banbrivim y
u. jeinen Namen von einem gan, use
unnahweisbaren Gotte Ganıbrivns et. dm
(daher bad Volk auch Sambrinih, din sp
Erfinder des Bieres, erhalten baben'cL
ambs, katholiſche Biarrgenzun mi
Werdenberg bed Schweizercantent & hi
treibt Ackerban, Rindvieh⸗ u. Pierc
nöſſiſches Poſtbureau; 1790 Ew.
Gambutta (lat.), jo v. m. Cantıı
Gamehuje (Samebaja, Min.ijer.zie
Gamelta (gr.), 1) Beinamt ta je
Göttin der Ehe, wie Gameiioe, Led yatd
gott; daher Beide Bamelioi Tbesi (fed%
2) Der Here gefeierte Hochzeitiefte, ki.
Gamelion, tem 7. Monat tes Amin.
vom 10. Januar bie zum 6. februr; ai
ben auch bie meiften Eben gefchlefen: I
melion, Gaſtmahl, von dem neuen Cernu
Phratria gegeben, wobei zugicid tie Xu
ten in dieje aufgenommen wurden.
Gamertingen, Stadt an der tu
—— rſtenthum Hohenzollern⸗· E
gen, mit Schloß u. 1000 Ew.
Gamin (fr., ſpr. Gamäng), 1) Sie
junge; bef. 2) Barijer Straßenjungt, W
Burſche, bei. bekannt durch das Yukie
varis von Bayard u. Banterkurd. Lab
nerie, ſpöttiſch bie aufmerkfanleie Palin
nifteriums Thiers.
Gaminahuja (Diin.), fo v. w. Coma
Gaming, Parktfleden des Zeyirle ©
fterreih unter ber Enns; von 130-
ftand bier eine große Kartbauje, von da
noch die Zellen u. Gärten übrig find, E
Kohlenbrennerei, Holzflößen auf der Eıbl
Bergölquelle; 600 Ew.
Gamka (Kleiner Löwenfluß,
Capland.
Gamla (ſchwed.), alt, daber mebre!
menſtellungen, wie G. Carleby (Gaut
Statt in Öftbottnien mit Hafen, 26u0 N
bau u. Handel; wurte von Guſiad Ak
bet, bier am 7. Juni 1554 Gefecht 0
ruſſiſchen Beiapung u. einigen enzidi
pen; G. Kopvarberger, jo v. w. yaluıl';
Dorf bei Upjala, Die erfte Nieterlatiur
nier, mit uralter, ven Erich dem Heuig
Kirche.
Gamm (Alt- u. Neugamm), zr
bes Vierlandes.
Gamına (gr.), 1) Name des grichi‘!
23) (Diuj.), jo v. w. Gamme.
Gammadion (mit vier Gamuna |
Kreuz darftellenden Figuren gewirktis :
als Gewand griechiſcher Biſchöfe.
Gammaule bis
sb.w. pre, ſ. u. Eulchen 2) h).
ou. Die Definition der G. iR
Bleichung
u— 1. —xı
(x e dx
dieſes, weder algebraiſch, och
ndeuten, für weiche man ſchon
28, alſo durch Logarithmen ob.
unctionen, auedrüdbaren u. da⸗
tranfcenbente Größe zu betrach⸗
flıd zuerft von Euler unterſucht
auch von Legendre neben einem
wandten Integral, als die Qu⸗
nte (Eulerſches Integraf) der
net morden ifl. Bon Legendre
zeichnung durch ten Buchftaben
.Gauß den Algorithmus biefer
nfafiend bearteitet haben. Aus |
1.2.3..
I (u) — Lin (FG FD ann)
Geunpeisie corella 07
der obengenannten Gleichung, welche fi auch fo
umformen läßt:
1
T u = ‚anD#aTias
folgt durch Integration U (ge + 1) u T (u) n.
ba der Definition gemäß Z’ (1) — 1 ift, fo iſt num
V
P (2) — . 1, (3) = 1.2, IT (pe) = 1.2.3...
(sa — 1) u. wenu m eine ganze Zahl ift
Tu +m)=u(u+1)(u —
Hieraus erfieht man, daß Zu) für jeden Werth
von zu berechnet werden fan, wenn ınan ee für alle
echt gebrochenen „ leunt, da jebe Zahl fich im eine
ganze Zahl u. einen ächten Bruch zerlegen läßt.
Zunächſt iR es nun wicht ſchwer jür 4 — 4 den zu⸗
gehörigen Werth der G. zu finden. Nach Gauß iſt
nämlich Die zu Anjange angeführte Gleichung iden⸗
tiſch mit folgender
.(n—1)n
( ) nk— )
wachſende n. Aus ihr folgt weiter
a):
)ria+ 4)”
i sınd n
I+)=1”" An
== AT (1) iR
1 A) sinin
— ſo iſt
eva
formeln, welche hier nicht näher
Bunen, haben Legendre u. Gauß
igen echten Brliche Zafeln ber
:echnet, welche bei ter Berechnug
Integrale, ſowohl in rein analy-
gen, als auch in Anwendungen,
rie ber Berbreitung der Wärme,
ung find.
Manche Harze, 3. B. ba8 Eolo-
arz des Euphorbiums, befteben
verſchiedenen barzartigen Kör⸗
ale Alphaharz, Betaharz u. ©.
‚fo v. w. Amphinoda.
n, Berfteinerungen von Kruften-
ögie u. Gammarograpbie, Kennt:
j ber Kruftentbiere.
1) (Waſſerfloh, Floh—
us der Familie der Amphipoda
zwei vorderen Fußpaare ſind
i inneren längeren Fühler mit
inge an ter Geißel; fie leben
Waſſerpflanzen, ſetzen ſich ben
ten, dienen aber vielen Fiſchen
en: Klußgarneele (G. fos-
in, jederſeits mit ſchwarzem
5 Linien; in Gräben u. Bächeu;
ulex). durch die lleinen Stachel⸗
Schwanzſchildern von Borigen
je 1 Zoll; hänfig; 2) Cancer
:us marinus), f. Hummer.
ft das Guidoniſche Tonſyſtem,
rundton feines Syſtems durch
zeichnete; 2) jetzt Die Tonleiter
C-))CC)—
jedes Juftruments, 3) gabelähnlihes Stück Holz,
das ben Ziegen um ben Hals gehängt wird, um
das Durchbrechen durch Die Heden zu verhindern.
SGammelödorf, Dorf im Landgericht Moos-
burg des baieriſchen Kreiſes Oberbaiern. Bier
1313 Sieg De Kaiſers Ludwig des Baiern Über
Beiebrid von Tfterreich. Zur Erinnerung an biefen
9 ift ein Denkmal errichtet.
Gammen (Dampiersfraße), Meerenge
zwiſchen Neu- Guinen u. Waign (Polyneſien).
Gamolkpis (G. Less), Pflanzengettung ans
ber Familie Compositae- Senecionideae - An-
Ken ideao- Chrysanthemeae; Arten: in Süd⸗
afrifa.
Gamolögie (». gr.), Abhandlung, Lehre von
ber Che, Gamonsmie, Yehre von ben Ehegeſetzen.
Gamonal, rt in Spanien, in der Nähe von
Burgos; bier den 10. Novbr. 1808 Sieg Soul!’
über die Spanier unter dem Marquis von Belve⸗
dere, |. Spaniſch⸗ portugiefiicher Befreiungekrieg.
Gamopetäla corolla, einklätterige, d. i. ver-
wachſenblatterige Blumenirone; daher Gamepe-
tälar, eiue Gruppe der Dikowledonen u. zwar bei
Endlicher bie dritte Cohorte der Acramphıbrya
Endumſproſſer), ausgezeichnet durch eine doppelte
Blüthenbülle, Die äußere lelch⸗, die iunere blumen⸗
artig, aber verwachſenblätterig, ſelten durch Ver⸗
kümmerung fehlend. Dieſe Cohorte beſteht aus
ben Klaſſen Plumbagines (Fani. Plantagineae,
Plumbagineae), Aggregatae (Fam. Valeria-
neae, Dipsaceae, Compositao, Ualycereae),
Cumpanulinse ($am. Brunoniaceae, Goodo-
niuceae, l,obelinceae, Campanulacese, Styli-
deae), Caprifoliaceae (am. Rubiaceae, Loni-
cereae), Cortortae (Fam. Jasmineae, Olea-
ceae, Loganiaceae, Apocynaceae, Asclepis-
deae, Gentianeae, Spigeliacene), Nuculiferae
(Fam. Labiatae, Verbenacese, Stilbinese,
Glubularieae, Selagineae, Myoporineae, -
diaceae, Asperifoliae), Tubiflorae (Bam. Gon-
volvulaceae, Polemonisceae, Hydrophylieae,
Hydrolteaceae, Solonaceae), Pernonatae (Fam.
Scrophulurinsae, Acanthaceae,Bignoniacene,
ww.
Gonerasene. Pedslindeae, Orobatielrsse, Umb-
cularieae), Petslanthae (Kam Prinuladese,
Myrsinese, Sapotacese acase), Bicor-
nes (Fam. Epacridene, —
möro® gr) ‚ı) Cotonif, derbeienie;
$) einer, ber vo
Jeiſtete; Sy bir: eher Re en. er
welcher in ber Gtabt wohnend, in ber Umgegens
— mei. Fr Hari sen .
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* aber ei bev NRorofee, mit: ———
verilqur ige Grotten; 4800 te. :
n Ganfei —** Donau ——
90 - 100 N lang.
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reichiſchen —** akku: 6570 ——
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ol Weite, damit die Gurgel freien Raum
— hen ihnen Haben u. das Pferd dest Kopf leicht
u. weit genug gigen den Halo bewegen’ könne. Iſt
vieler aum enger als 3 Zoll, jo nennt: man das
Sanaſchentuge, iſt er weiter, Banefhenweit.
Ganat, Dafe in Tripolis (Rorbafrila), Provinz
vu liegt: füdwerlich von Diurzud in wüfter
8 an einer Karamanenftraße.
nd, Stadt:,fo v. w. Gent.
:: Ganbärd (a. @eogr.) Bolt in Indien, welches
- Weit über den Indus, "amentiich am Kophen, in
der Landſchaft GSaudaritis wohnte; fie zogen mit
den ag *3. Griechenland.
Gandeden (Geol.), ſ. u. Gletſcher.
Gandelbeeren, fo v. w. Heidelbeeren.
VGander, teine- Bucht an der Nordkuſſte ber
Snfel Neufundland (Britifches Nordamerila).
Ganderkeſee, 1) Amt im oldenburgiſchen Kreiſe
Delmenhorſt; 4 O 0500 Ew.; 2) Bfarrborf n.
Antsfit darin; 600 Ei.
- Ganderäheim, 1) Kreis des Herz ogthums
Praunſchweig; 9» QM., 42,100 Ew.; 3 ——
darin-an der Gande u. der Bahn Yon Braun.
er Ben Göttingen; fürſtliches Schloß, vor⸗
male eihöfranenfift (mit Sig u. Stinime auf
der Prällatenbant), Kreispirection, Superinteubur,
2Lateiniſche Stiftsichufe, Eiſen⸗ u. Stablfabrifen,
BDrauerei, Leinweberei; 2300 Ew. — G. wurde
gegen 860 von bem Herzog Lubolf von Sachſen u.
Son feiner Gemahlin Oda ale Stiſt für abliche
Salzburg, 7800 Fuß h och; wit von Gehe a
allein) Genen? bie GBiuiguma.Ed
Damen bet, das de
Nähe gegründete Stin runsbaulkt |
worben war. Die erfie Abtiſſin warf
bie Eochter ber Griinber; bas nene M
881 beenbigt, von aller welcdiden m
—— erimirt u. unten.bei
ft; im Kurzem wurbe das Seit
hielt 991 bas Rede zu mũngen u. url
| ein Reichsfürftertfurn, tweices ein 4
ämter battey daher gewöhnlich
tiſſinnen in 6. waren.’ 1568 wurde dere
riſch u ihm 1802 an Braun
eh une ide Yen 3
eine braunſchweigi njeſſin,
—
Gandeſa, eg in ber
im Tarrı = im einen tiefen Ti
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N Gandharvas, ‚in ber Motbeisiirh
nifchen Inder eine Art halbaötıliheiigt
nl: Indras ie Ab —* —545
ungiren. ie fi er t
Di 5 — aus ihrer Mitte u, fit 53
| rm Geſchlechts. Ling Gantbamuk
welche bon zwei junge Leulen mat
| (ohne bie gewöhnlichen juriftiiden ah
Formen ber Trauung) eingegangen wirk
Gandig, Stadt am Ailcop u. ui
‚| meeres, in der ſpauiſchen Provinz Balacıs
Wein-, Flache - u. Hanfbau, Sciemeit
| Yeine u. Seid denweberei, ——
Ganbdicotta, Bezirk, u, beiefli,
ſtrict Cudbapab ber Provin Bu —*
| an Nik en Präfidentichaft Mabrai (Berk
* 1) Bejiefder —
Bergamo; ecken u. Hauphn
im 6a Hm, * Tuch⸗ u, Bel
erbereientz 3000 Em.
Gando,'bas mittlere ber brei felatı
Reiche im Innern Nordafrifns, erftredt
ben Seiten des Nigerftromes etwe vom
fibwärts bis zur Mündung des Bin
einen Flädenranm von 3880 AM, u
Theile fruditbares fand. Dem Befient
greift dad Reich bie Provinzen: Sabem
ben weftlichen Theil vom Kebbi (mit det
Bande), Dendina, einen großen Til
(mit ben Landichaften Libtalo, Jagha
Galaidjo), einen Theil von Borzu 2
auf der Oftieite bes Fluſſes Jaum u N
meiſten diejer Provinzen find aber im!
archie verjunlen u. befinden ſich in oft
rung gegen ben Herrjder: — Di ©
man rief bie muhammedaniſchen Fulbe
lani, Fellata) im Jabre 1802 zur Cm
ben heidniſchen Herrſcher won Gebtt
dieſen u. gründete ein Reich, deſſen Heil
Gando, jpäter Sifua mar, Bei Onmn
bielt fein Sohn Muhammed Ble!
Land, Soloto, u. der jüngere Schu #
weſtlichen Provinzen mit ber Haupt
als jelbfländiges Reich. Die Kraft ie
ſchwand jevod ſchon unter dem Nahie
meb u. iſt unter bem jetzigen Herr
bein jüngeren Bruder des Borisen,
chiſcher Zurüdgesogenbeit lebt, dem 4
fall nabe gebracht. Die erfien u. einj
ten über ©. verbanlı mau Barth.
Benbiiti bis Gange
I) Gaetano, geb. 174 in ©. |
ecima, Maler, bielt, obwohl ber
rend, an feinen WBorbiltern ber
ildete ſich vorzugsweiſe in Venedig
ologna; Hauptwerke: Himmelfahrt
10 S. M. bella Vita, bie Hochzeit
ifefaal von S Salvatore in Bo
te auch in Kupfer, un. a. bie An-
en nach Ric. dei Abbate, u. Berrus
G. Rei. 2) Mauro, Sohn des
74 in Bologna, Kupferftecher, Schüt-
zerrio's, Denen er bald den Rang
R. 1834 in Bologna; feine belann-
ind: Hieronvmus nad Correggio;
land anf dem Kreuze ſchlaſend nach
ı Ägypten nadı Guido Reni, Eirce
einer der Quellflüfle des Atbara in
Ita), entipringt nahe am Tana⸗
Diftrict, fo v. w. Gangam.
Jel